image
 
XXXXXXXXXXXXXXXXXXX
1 | 2021
Magazin
SIB
Ausgabe 1 | 2021
Universität Leipzig
Theologische Fakultät
erhält festes Domizil
Seite 6
Hochschule der Sächsischen Polizei
Neue Kapazitäten –
neue Qualitäten
Seite 14
Shared Service Center IT
SIB mit erfolgreichem
Sonderweg für Homeoffice
Seite 19
Zwingerbauhütte
Kulturerbe der
Menschheit
Seite 10

image
 
2
1 | 2021
INHALT
Ramona Alicke und Martin Jäger vor dem neu sanierten Gebäude der Theologische Fakultät (siehe Seiten 6–7)
IMPRESSUM
Herausgeber:
Staatsbetrieb Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion:
SIB-Zentrale: Oliver Gaber (V.i.S.d.P.),
Alwin-Rainer Zipfl, Tobias Lorenz,
blaurock markenkommunikation:
Tobias Blaurock
Gestaltung:
blaurock markenkommunikation,
www.team-blaurock.de
Fotos:
David Nuglisch (1–5, 7–10, 11 o. r., 11 u.,
14–21 , 24), Steffen Junghans (S. 6),
SIB (S. 11 M., 22 o. + u.), Prof. Jörg Schöner
(S. 12–13)
Druck/Auflage:
Stoba-Druck GmbH/2.200 Stück
Beitrag zum Umweltschutz: FSC®-zertifi-
ziertes Papier, klimaneutral hergestellt.
Redaktionsschluss:
Mai 2021
Copyright:
Die Veröffentlichung ist urheberrechtlich
geschützt. Alle Rechte, auch die des Nach-
druckes von Auszügen und der fotomecha-
nischen Wiedergabe, sind dem Heraus-
geber vorbehalten. Diese Maßnahme wird
mitfinanziert durch Steuermittel auf der
Grundlage des vom Sächsischen Landtag
beschlossenen Haushaltes.
3
EDITORIAL
GUTE IDEEN
4
Labore für die MERGE-Maschine
6
Überraschend
8
Allrounder im Objektbetrieb
KLUGE KÖPFE
10 „Am liebsten hätte ich mitgemacht“
SIB IN ZAHLEN
12 Die Zwingerbauhütte
AUF DER BAUSTELLE
14 Polizeidirektion Zwickau: Start 2. BA
16 Neue Kapazitäten – neue Qualitäten
SIB INTERN
19 Homeoffice mit Spezialansatz
ZENTRALES FLÄCHENMANAGEMENT
20 Mit Verkaufen allein ist es nicht getan
AKTUELLE BAUPROJEKTE
22 Auf einen Blick

image
image
 
3
EDITORIAL
1 | 2021
Seit über einem Jahr hält uns die Covid-19-Pande-
mie in Atem. Oberste Priorität für den SIB besteht
darin, den Betrieb der Infrastruktur und Baustellen
möglichst störungsfrei fortzuführen. Eine Aufga-
be, die bisher unseren Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeitern gemeinsam mit den zahlreichen Nutzern
der Liegenschaften sowie unseren Partnern aus
der Wirtschaft sehr gut gelungen ist. Das außer-
ordentlich große Aufgabenspektrum zwischen
Bauen, Bewirtschaften und Vermarkten spiegelt
sich auch im vorliegenden SIB Magazin wider.
In der aktuellen Ausgabe widmen wir uns unter anderem der Zwingerbauhütte im SIB,
deren Arbeit, gemeinsam mit 18 Bauhütten aus fünf europäischen Ländern, von der UNESCO
zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt wurde. Diese Würdigung macht uns
sehr stolz, denn es ist dem unentwegten Einsatz und der handwerklichen Expertise der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zwingerbauhütte zu verdanken, dass die zeitlose
Schönheit des Dresdner Zwingers auch für nachfolgende Generationen erhalten bleibt.
Weiterhin beleuchten wir die Arbeit der Objektmanager im SIB. Sie sind zentrale An-
sprechpartner für die Nutzer der Immobilien und sichern einen ordnungsgemäßen Ob-
jektbetrieb in der Nutzungsphase. Der SIB verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz im
Lebenszyklus einer Immobilie, sodass die Objektmanager bereits die Planungsphase von
Baumaßnahmen begleiten, um einen späteren optimierten Betrieb der Liegenschaften zu
gewährleisten.
Sofern Immobilien im Eigentum des Freistaates nicht benötigt werden und entbehrlich
sind, werden sie vermarktet. Dieser teils schwierigen Aufgabe widmet sich das Fach gebiet
Verkauf des Zentralen Flächenmanagements Sachsen im SIB. In der aktuellen Ausgabe
stellen wir die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachgebietes Verkauf vor
und zeigen die umfangreichen Aufgaben, die mit der Betreuung und Vermarktung dieser
Immobilien einhergehen.
Nachhaltigkeit ist für den SIB ein umfassendes Thema, daher wird ab sofort auch das
SIB Magazin auf FSC-zertifiziertem und klimaneutralem Papier gedruckt. Die Zertifizie-
rung beinhaltet nicht nur die Papier- und Verbrauchsmittelherstellung, sondern auch den
Druckvorgang und die Lieferwege. Mit FSC-zertifizierten Produkten werden zusätzliche
Klimaschutz projekte in Deutschland unterstützt. Dadurch ist es möglich, pro Ausgabe des
SIB Magazins rund 1.140 kg CO
2
auszugleichen. So leisten wir auch in dieser Form einen
Beitrag zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre der aktuellen Ausgabe des SIB Magazins.
Oliver Gaber
Kaufmännischer
Geschäftsführer
Volker Kylau
Technischer
Geschäftsführer

image
 
4
1 | 2021
GUTE IDEEN
SIB schafft Voraussetzungen für Spitzenforschung in Sachsen
Labore für die
MERGE-Maschine
Die Niederlassung Chemnitz des SIB trägt
dazu bei, dass an der TU Chemnitz unter
optimalen Bedingungen an der
von Werkstoffen geforscht werden kann.
Sie hatte bis 2015 schon den Forschungs-
hallenkomplex für das MERGE Research
Centre Lightweight Technologies der Tech-
nischen Universität errichtet. Hier werden
zukunftsorientierte
für neuartige, energie- und rohstoffsparen-
de Werkstoffe entwickelt – Materialien, wie
sie unter anderem im Automobilbau und für
die Luft- und Raumfahrt benötigt werden.
Das Forschungszentrum war 2012 bis 2019
das erste deutsche Bundes-Exzellenzcluster
in der Leichtbauforschung. Mit einem er-
gänzenden, hochtechnischen Laborbau hat
der SIB jetzt die baulichen Voraussetzun-
gen dafür geschaffen, dass die Spitzenfor-
schung und die Ausbildung hoch qualifizier-
ter Nachwuchskräfte in Chemnitz erweitert
werden können.
Leichtbautechnologien
Zukunft
Das baulich bestimmende Element des For-
schungszentrums ist eine als transparenter
Profilglaskubus ausgeführte Halle, in der sich
auch das Herzstück der Forschungsarbeiten be-
findet, die „MERGE-Maschine“. Südlich direkt
daran angrenzend wurde nun im zweiten Bau-
abschnitt der Labortrakt errichtet. Dabei durfte
der laufende Forschungsbetrieb mit sensiblen
Geräten für Druck- und Zugversuche zur Erfor-
schung der technischen Eigenschaften neuer
Materialien nicht gestört werden.
Interessante Aufgabenstellung
Doch wie baut man einen dreigeschossigen
Baukörper mit 25 Laboren und einem Brutto-
rauminhalt von 17.769 m
3
an ein Gebäude mit
gläserner Fassade, in dem sich Anlagen befin-
den, die schon auf kleinste Erschütterungen
und Absenkungen reagieren?
Die Bauherrenaufgabe des Freistaates hatte in
der Planung Architektin Dipl. Ing. (FH) Christina
Bodechtel inne. Die Sachbearbeiterin Hoch-
schulbau 1 ist Herausforderungen gewohnt
und freut sich über das ihr entgegengebrachte
Vertrauen:
„Ich bin seit 2008 beim SIB – und von
Anfang an war das knackig und spannend, mit
anspruchsvollen Aufgaben verbunden.“
Die Krananlage im Glaskubus hat im Bereich
ihres Auflagers eine Toleranz von < 5 mm. Sie
hätte sich während der Gründungsarbeiten
und bei späterer Setzung des Laborbaus auto-
matisch abschalten können, das galt es zu ver-
hindern. Projektleiterin Christina Bodechtel:
„Schon das Fundament der Halle war daher
vorausblickend so geplant worden, dass es bei
der Erweiterung unberührt bleiben konnte. Die
Stützen des gläsernen Kubus stehen in Reihe
auf Köcherfundamenten. Keine von ihnen hätte
sich bei Gründung des 2. Bauabschnittes be-
wegen dürfen, und das wurde auch geschafft.
Denn für den Laborbau wurde zunächst drei
Meter vom Bestand entfernt ein riesiger Grün-
Marian Lehnert, Mirko Richtsteiger, Christina Bodechtel, Knut Morgenstern, Tino Zucker (v. l. n. r.)

image
image
image
image
5
GUTE IDEEN
1 | 2021
Gebäudekenndaten
Nutzfläche: 1.486 m
2
Bruttogrundfläche: 3.950 m
2
Bruttorauminhalt: 17.769 m
3
Gesamtbaukosten: 14.493.000 Euro
davon EFRE: 14.095.000 Euro
Baubeginn: August 2018
Richtfest: Mai 2019
Übergabe an Nutzer: Oktober 2020
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuer-
mittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Land-
tag beschlossenen Haushaltes.
„Der Teamgeist bis hin zur
Niederlassungsleitung
half uns, alle aufgetrete­
nen Probleme zielführend
zu lösen.“
Den Bereich Heizung-Klima-Lüftung-Sanitär
verantwortete Betriebstechniker Dipl. Ing. (BA)
Marian Lehnert. Er hat die betriebstechnischen
Voraussetzungen für die Spitzenforschung ko-
ordiniert. Vor allem die Schnittstellen zwischen
Bau und der hochinstallierten Labortechnik
seien besonders aufwändig gewesen, erinnert
er sich, ebenso die Koordinierung der unter-
schiedlichen Gewerke für die zahlreichen Ins-
tallationen.
„Für Forschung auf diesem Niveau
ist eine hochtechnische Gebäudeausrüstung
notwendig. Im Neubau haben wir hierfür eine
Reinraumkabine der Reinraumklasse 7 montiert
und etwa 7.350 Meter Rohrinstallationen für
Trink- und Abwasser, Heizung, Kälte, Lüftung,
technische Gase und Druckluft verlegt. Die
Fernwärmestation hat 350 kW Heizleistung. Mit
drei Lüftungsgeräten bewegen wir ca. 36.500
Kubikmeter Luft pro Stunde.“
Die Lüftungsgerä-
te tragen mit effizienter Wärmerückgewinnung
dazu bei, dass der 2. Bauabschnitt die Vorgaben
der aktuellen Energieeinsparverordnung 2016
erfüllt.
Bevor er zum SIB kam, hatte Marian Lehnert
20 Jahre lang in einem Planungsbüro gearbeitet
und dort hauptsächlich Büro- und Schulbauten
geplant. Hier im SIB habe er, so Lehnert, immer
wieder viel interessantere Projekte. Gerade bei
der Arbeit für MERGE habe er Einblicke in For-
schungstechnologien erhalten, die maßgeblich
unsere Zukunft bestimmen werden.
Marian Lehnert:
„Die Zusammenarbeit mit der
TU Chemnitz war offen und konstruktiv – man
hat uns sehr gut vermittelt, wofür wir die tech-
nischen Voraussetzungen schaffen müssen,
und so eine gute Grundlage für Planung und
Umsetzung gegeben.“
Dipl.-Ing. Knut Morgen-
stern und Dipl.-Ing. Tino Zucker von der TU
Chemnitz loben die Zusammenarbeit:
„Die Zu-
sammenarbeit in der Planungs- und Bauphase
zwischen SIB, dem Dezernat Bau als Betreiber
und der Professur Strukturleichtbau/Kunst-
stoffverarbeitung erfolgte zielgerichtet und er-
möglichte pragmatische Lösungen.“
Die Gesamtmaßnahme, in deren Rahmen in
einem dritten Bauabschnitt noch ein Büro-
trakt entstehen könnte, wurde von Architekten
Sweco GmbH, Berlin, geplant.
„Das hat nicht jeder.“
dungsbalken gegossen. Auf diesem wurde an-
schließend eine weit auskragende Bodenplatte
ebenfalls in Ortbeton ausgeführt. Das dafür
vorübergehend eingebrachte Trägermaterial
wurde anschließend ausgespült.“
Spannender als alle architektonischen Ansprü-
che, technischen Raffinessen und die Verant-
wortung für Kosten und Termine ist für Chris-
tina Bodechtel der Umgang mit den vielen an
Bau und Planung Beteiligten:
„Der Dialog, das
gemeinsame Ringen um gute Konzepte und
bauliche Lösungen, zeichnet unsere Arbeit be-
sonders aus. Dabei hatten wir mit der TU Chem-
nitz eine wirklich gute, vertrauensvolle und
wertschätzende Zusammenarbeit, in der die
einzelnen Bausteine optimal zusammengefügt
werden konnten.“
Christina Bodechtel wurde zu
Beginn der Ausbauphase für ein anderes Pro-
jekt benötigt, übergab daher die Projektleitung
nach einer Übergangsphase an ihren Kollegen
Dipl.-Bauing. Mirko Richtsteiger, der ab August
2019 die Bauausführung verantwortete.
„Ein optisches Highlight ist die Sonnenschutz-
anlage an der Südfassade, die das Aufheizen
des Gebäudes bei Sonneneinstrahlung sehr effi-
zient verhindert. Sie ist auch technisch sehr an-
spruchsvoll, ihre vertikalen Aluminiumlamellen
folgen dem Sonnenstand und sind damit klima-
tisch besonders wirksam.“
Die Corona-Pandemie ist 2020 auch an diesem
Bauvorhaben nicht spurlos vorübergegangen.
Trotz einiger Lieferverzögerungen und beson-
derer organisatorischer Hygienemaßnahmen
wurde bis zur Übergabe im Oktober ohne Un-
terbrechung durchgearbeitet, berichtet Mirko
Richtsteiger.
Christina Bodechtel
Mirko Richtsteiger
Marian Lehnert
Mirko Richtsteiger

image
image
 
6
Überraschend
Umbau und Sanierung des Art-Déco-Gebäudes für die Theologische Fakultät
der Uni Leipzig erfolgten mit einigen Überraschungen
Die traditionsreiche Theologische Fakultät
der Universität Leipzig verfügt nach Nutzung
zahlreicher Interimsstandorte nun wieder
über einen dauerhaften Sitz mit adäquaten
Bedingungen für ihren Lehrbetrieb. Dafür
hat der SIB seit September 2017 ein Kultur-
denkmal in Leipzig saniert, einen Art- Déco-
Bau des Architekten Max Steinmüller, er-
baut in den Jahren 1925-1926: Das einstige
Verwaltungsgebäude des „Verbandes Deut-
scher Veredlungsanstalten für baumwollene
Gewebe e. V.“ erstrahlt nun in neuem Glanz.
Für die umfangreiche Spezialaufgabe von
Umbau und Sanierung des repräsentativen
Gebäudes setzte der SIB ein erfahrenes Team
der Niederlassung Leipzig II ein.
Bau mit Überraschungen
Das Gebäude an der Beethovenstraße war nach
teilweiser Zerstörung im 2. Weltkrieg und sei-
nem Wiederaufbau zuletzt von der Landesun-
tersuchungsanstalt Sachsen genutzt worden.
Die Projektleitung für Umbau und Sanierung
hatten Dipl.-Ing. Architekt Ingo Fischer, Sach-
gebietsleiter Hochbau III, und Dipl.-Ing. (FH)
Ramona Alicke, Sachbearbeiterin Hochbau III
(Hochschulbau), welche viel Erfahrung mit
der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude
der Universität hat:
„Das mache ich seit vielen
Jahren, und dabei erlebt man immer Unvorher-
gesehenes, das den geplanten Ablauf durchein-
ander bringt. In diesem Fall war es zum Beispiel
die Außenabdichtung der Kellerwände. Nach ei-
nem Hinweis des Statikers konnten wir nicht in
einem Zug aufschachten, sondern mussten das
abschnittsweise im Pilgerschrittverfahren tun
– was natürlich viel zeitaufwändiger war als
gedacht.“
Doch mit dieser Hürde nicht genug:
Die größtenteils schon fertige Kellerbodenab-
dichtung des hochwassergefährdet gelegenen
Gebäudes wurde durch einen Starkregen be-
schädigt, bevor die Dämmung aufgebracht war.
Von unten drückendes Wasser löste die fertige
bituminöse Abdichtung. Sie musste schnell re-
pariert und mit einer massiven Aufbetonschicht
beschwert werden, um eine erneute Ablösung
der Abdichtungsbahn zu verhindern, bevor der
Gussasphalt aufgebracht werden konnte.
Nach dieser Erfahrung erfolgte kurzfristig
eine Umplanung, nach der die Datentechnik
im Dachgeschoss untergebracht werden soll-
te. Schließlich erwies sich auch die Sanierung
des nach dem Krieg aufgebauten Betondaches
komplizierter als gedacht. Grund hierfür war
die aufwändige Beseitigung des mit Schadstoff
belasteten Anstrichs.
Betriebstechnik
Auch beim Umzug der drei Serverräume in-
klusive Kältemaschine in das Dachgeschoss
hielt der Altbau Überraschungen bereit.
„Hier
war schon alles geplant, als ich das Projekt
übernahm, aber dann mussten wir doch einige
Umplanungen vornehmen“,
berichtet Dipl.-Ing.
(BA) Martin Jäger. Er arbeitet als Sachbearbeiter
Betriebstechnik 1 mit Schwerpunkt Gebäude-
automation in der Leipziger Niederlassung II.
1 | 2021
GUTE IDEEN
Eßmann Gärtner Nieper Architekten GbR, Leipzig

image
image
image
image
7
GUTE IDEEN
1 | 2021
„Ich hätte selbst nicht
gedacht, dass es so
schön wird.“
„Es ist jetzt viel heller, besonders im Dachge-
schoss“,
wo vergrößerte Dachgaubenfenster
eingebracht wurden.
„Wunderbar ist vor allem
auch die Beletage mit dem Direktorenzimmer,
seiner Holzverkleidung und den wieder aufge-
arbeiteten Holztüren sowie die liebevoll restau-
rierte Stuckdecke mit den 12 kleinen Leuchten“,
berichtet Ramona Alicke.
Der Innenhof wurde nach dem Beseitigen von
Nebengebäuden aus DDR-Zeiten teilweise be-
grünt. So konnte seine ursprüngliche Qualität
wiederhergestellt werden. Um Sitzgelegen-
heiten ergänzt, lädt er jetzt wieder zum Auf-
enthalt ein. Ramona Alicke und Martin Jäger
ziehen Resümee:
„Das tolle Ergebnis haben wir
gemeinsam mit allen Planungsbeteiligten sowie
den Baufirmen erzielt, welche zu 80–90 Prozent
aus Sachsen kommen.“
Planungskenndaten
Genehmigung EW-Bau:
April
2014
Baubeginn: September 2017
Fertigstellung gesamte Baumaßnahme:
August 2020
Nutzfläche 1-7: 1.732 m
2
Bruttogrundfläche: 3.709 m
2
Bruttorauminhalt: 12.547 m
3
Genehmigte Gesamtbaukosten: 6.527.330 Euro
Diese Maßnahme wurde finanziert durch Steuer-
mittel auf der Grundlage des vom Sächsischen
Landtag beschlossenen Haushaltes.
Erschließung
Der erneuerte Aufzug, jetzt über eine Rampe
vor dem Haupteingang erreichbar, gewährleis-
tet den barrierefreien Zugang zu allen Etagen.
Das Haupttreppenhaus mit Granitstufen wurde
den Brandschutzvorgaben entsprechend und
in Abstimmung mit dem Denkmalschutz vom
3. auf das 5. Obergeschoss verlängert. Dazu
wurde das Holztreppengeländer entsprechend
ergänzt und passender Granitbelag auf die neu
errichteten Stufen gebracht.
„In den Stufen der
denkmalgeschützten Treppe darunter stellten
wir nach Entfernen des PVC-Belags auf den
Granitstufen zwischen dem 2. und 3. OG massi-
ve Risse durch Bombenschäden fest. Diese letz-
te Etage der Bestandstreppe mussten wir daher
aufwändig klammern und sanieren, wofür wir
auch hier die Unterbauverkleidung haben ab-
brechen müssen.“,
berichtet Ramona Alicke.
Den Bodenbelag für die Räumlichkeiten wäh-
Dr. Martin Hüneburg, Dekanatsrat der Theolo-
gischen
Fakultät der Universität Leipzig, freut
sich über das neue Domizil und hebt eine wei-
tere Qualität hervor:
„Durch die enge Zusam-
menarbeit von SIB, Universität und Fakultät
konnten in sehr gelungener Weise die Nutzer-
anforderungen mit einer denkmalgerechten
Gestaltung verbunden werden. Eine besondere
Hervorhebung verdient der Andachtsraum mit
der künstlerischen Glasgestaltung des Wer-
nigeröder Glasmalers Günter Grohs, die nicht
nur den Raum selbst prägt, sondern auch nach
außen wirkt.“
Der Um- und Einbau der betriebstechnischen
Anlagen wurde äußerst dezent ausgeführt, so
der Fachmann:
„In der Theologischen Fakultät
hatte ich den Bereich Heizung-Lüftung-Käl-
te-Sanitär kurzfristig übernommen. Die Räume
erhielten eine normale statische Heizung, der
Hörsaal bekam eine raumlufttechnische An-
lage. Die Zuluftauslässe befinden sich in der
Decke. Hinter den Messingverkleidungen an der
Fensterfront haben wir versteckt noch Induk-
tionsluftgeräte mit Zuluftfunktion angeordnet,
die je nach Bedarf zusätzlich heizen oder küh-
len. Eine übergeordnete Taupunktregelung über
zwei Raumfeuchtefühler verhindern im Kühlfall
die Entstehung von Kondensat. Auch die Luft-
absaugung findet verdeckt über eine Schatten-
fuge an der Fensterfront statt.“
rend der Pandemie aus Italien liefern zu lassen,
war ebenfalls nicht ganz ohne Zusatzaufwand,
erinnert sie sich.
Ergebnis überzeugt
Doch der Aufwand, so die Projektleiterin, habe
sich auch in diesem Fall gelohnt: Nicht nur der
Nutzer, freut sich Ramona Alicke, sei mehr als
zufrieden.
„Ich bekomme immer wieder positives
Feedback von verschiedenen Seiten.“
Dr. Martin Hüneburg
im Andachtsraum
Ramona Alicke
Martin Jäger

image
 
8
1 | 2021
GUTE IDEEN
Als zwei von etwa 80 Objektmanagern sind Elisabeth Espig und Simon Buck die Brücke
zwischen Bau und Betrieb, zwischen Nutzer und Objekt.
Allrounder
im Objektbetrieb
Das Aufgabenspektrum in der Nutzungsphase von Immobilien ist
sehr vielfältig und erstreckt sich von der bedarfsgerechten Unter-
bringung der Nutzer sowie der Verwaltung der Objekte über das
technische und infrastrukturelle Facility Management bis hin zur
Durchführung von Bauunterhaltsmaßnahmen.
Zentrale Ansprechpartner für die Nutzer der Immobilien, externe
Dienstleister und auch SIB-interne Anfragen im Objektbetrieb sind
die Objektmanager, welche die Aufgaben in der Nutzungsphase di-
rekt oder in enger Vernetzung mit entsprechenden Spezialisten des
SIB erledigen. Sie stellen zudem sicher, dass schon bei der Planung
und Ausführung von Baumaßnahmen auf einen möglichst effizien-
ten späteren Betrieb geachtet wird. In der frühen Planungsphase
sind die Stellhebel zur Beeinflussung der späteren Betriebskosten
bekanntlich am größten.
Stellvertretend für den Freistaat Sachsen als späteren Betreiber begleiten
die Objektmanager Baumaßnahmen schon von der Planung an. Denn sie
haben für die spätere Funktionalität der Objekte Sorge zu tragen.
Hauptverantwortlich für den Gebäudebetrieb
Objektmanager gibt es im SIB schon lange. Um den Lebenszyklusgedan-
ken zu berücksichtigen, legt der SIB aber den Fokus darauf, sie schon
in die Planung des Gebäudes einzubeziehen.
„Immer mehr Projektleiter
setzen diesen Ansatz schon sehr gut mit uns um“,
freut sich M. Sc. Elisa-
beth Espig, Objektmanagerin Immobilienmanagement in der Niederlas-
sung Zwickau des SIB.
„Das ist auch wichtig, denn wir Objektmanager sind
schließlich nach der Übergabe an die Nutzer hauptverantwortlich für den
Betrieb – für das Funktionieren der Objekte, die Einhaltung von Terminen,
die Betriebskosten und für die Bearbeitung von Anfragen z. B. der Nutzer.“
Komfort für den Nutzer
„Früher gab es für die unterschiedlichen Themen, die während der Nut-
zungsphase aufkommen, unterschiedliche Ansprechpartner. Heute ist es
für die Nutzer unserer Liegenschaften viel komfortabler“
findet M.Sc. und
Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Simon Buck. Er ist seit ca. einem Jahr als Objekt-
manager in der Niederlassung Dresden II tätig.
„Eine Vielzahl der Anfra-
gen bearbeiten wir selbst, für die Lösung speziellerer Themen können wir
aber auf sämtliche Spezialisten des SIB, etwa aus Hochbau, Ingenieurbau,
Betriebstechnik und dem Zentralen Flächenmanagement, zugreifen“,
er-
gänzt Elisabeth Espig.
Tagesablauf kaum vorauszusehen – große Flexibilität nötig
Als zentrale Ansprechpartner und Schnittstelle ist für die Objektmanager
ein geregelter Tagesablauf eher selten.
„Man kann den Tag planen wie
man will, das wird früher oder später mit einem Anruf über den Haufen
geworfen. Aber ich genieße das: immer neue Aufgaben, die höchst ab-
wechslungsreiche Herausforderungen bringen. Da gilt es, flexibel zu blei-
ben, schnell umzudenken und dennoch den Gesamtüberblick zu behalten!“
berichtet Elisabeth Espig. Ohne Kollegialität und ständigen Wissenstrans-
fer untereinander sei, berichtet sie, ihre Arbeit gar nicht machbar – beides
sei aber glücklicherweise im SIB gegeben.
Beim Bau der zentralen forstlichen Ausbildungsstätte in Auerbach/Bad
Reiboldsgrün hat sich die frühe Einbindung der Objektmanagerin ge-
lohnt.
„Mit der Projektleiterin Isemone Jonuscheit gemeinsam ist es mir
gelungen, für eine noch kostengünstigere Bewirtschaftung zu sorgen.“
Elisabeth Espig in der Staatlichen Studienakademie Glauchau. Dieser Gebäudekomplex ist
neben den Gebäuden der Berufsakademie Sachsen in Plauen und Breitenbrunn Schwer-
punkt ihrer Tätigkeit für den SIB.

image
9
GUTE IDEEN
1 | 2021
Simon Buck beschreibt, was ihn an seiner Arbeit motiviert:
„Für die Liegenschaftsverwaltung
des Freistaates zu arbeiten bedeutet,
gesellschaftliches Eigentum pflegen
zu dürfen.“
„Unsere Aufgabe dient in diesem Sinne dem Gemeinwohl – hier geht es
nicht immer um mehr Rendite, Umsatz oder Gewinn, sondern um nach-
haltiges Bewirtschaften und Bewahren der Gebäude für die nächsten Ge-
nerationen.“
Das Handlungsfeld von Simon Buck ist die TU Dresden. Deren unter-
schiedliche Verantwortliche für die verschiedenen Gebäude und Gewerke
können sich sämtlich an ihn wenden und darauf verlassen, dass ihr An-
liegen von ihm erledigt oder SIB-intern koordiniert wird.
Simon Buck betreut so verschiedenste Lehr- und Forschungsgebäude bis
hin zum Lehmann-Zentrum, als Hochleistungsrechenzentrum ein wich-
tiger Baustein in der Wissenschafts- und digitalen Infrastrukturszene.
„Das ist schon besonders spannend: Es ist das einzige sächsische Rechen-
zentrum, das zur Elite deutscher Hochleistungszentren gehört“,
berichtet
Simon Buck im Foyer des Andreas-Pfitzmann-Baus der Fakultät Informatik an der TU Dresden
Simon Buck. Das Lehmann-Zentrum ist bereits seit sechs Jahren in Be-
trieb, Buck hat es jedoch erst im Mai 2020 von seinem Vorgänger über-
nommen.
„Ein so hochtechnisiertes Objekt zu übernehmen ist schon eine
Herausforderung und die Rechentechnik stellt insbesondere an das tech-
nische Facility Management sowie die Energieversorgung sehr hohe An-
sprüche. Mein Vorgänger, Herr Harald Böhme, kannte das Objekt wie seine
Westentasche, so dass ich sehr von seinem Wissen, aber auch von der
guten Zusammenarbeit mit den Kollegen aus dem Bau sowie des Nutzers
profitiert habe.“
Insgesamt sorgen ca. 80 Objektmanager zusammen mit den Mitarbeitern
im Immobilienmanagement und mit Ansprechpartnern zu bestimmten
Fachthemen für die bedarfsgerechte Unterbringung der Nutzer, einen
effizienten Objektbetrieb sowie eine termingerechte, wirtschaftliche und
qualitativ ansprechende Erbringung der Facility-Management-Dienst-
leistungen. An die Aufgabenerledigung werden dabei hohe Anforderun-
gen seitens der Nutzer, des Gesetzgebers und des Haushalts gestellt, die
durchaus untereinander, aber auch mit äußeren Rahmenbedingungen im
Spannungsfeld stehen können.
„Und wenn dann in der Nutzungsphase alles glatt läuft und weniger un-
erwartete Anrufe kommen, die den Bürotag durcheinanderwirbeln, dann
hat sich unsere Flexibilität in der Planungs- und Bauphase doch auch für
den SIB gelohnt“,
schließt Elisabeth Espig.

image
 
10
1 | 2021
KLUGE KÖPFE
Die Zwingerbauhütte des SIB ist Teil des
immateriellen Kulturerbes der Menschheit
„Am liebsten
hätte ich
mitgemacht“
Am Erhalt des Dresdner Zwingers wird teils
öffentlich im Zwinger selbst, teils aber auch
in einem eigenen kleinen Reich im Verborge-
nen gearbeitet. 1991 als Teil der staatlichen
sächsischen Hochbauverwaltung wieder ein-
gerichtet, feiert die Zwingerbauhütte in
diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum. Seit
2002 befindet sie sich in der Kleinen Pack-
hofstraße. Hier leisten 11 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter des SIB, wie ihre Vorgänger
seit dem 18. Jahrhundert, Handwerk im un-
mittelbarsten Sinne. Die Zwingerbauhütte
setzt wie kaum ein anderer Lehrbetrieb in
Sachsen in großem Maß Schwerpunkte im
handwerklichen Wissen und Können und
praktiziert historische Techniken.
Mitte Dezember 2020 entschied der UNESCO-
Ausschuss zum immateriellen Kulturerbe, das
Bauhüttenwesen in das Internationale Register
der Beispiele Guter Praxis aufzunehmen. Damit
zählt auch die Arbeit der Zwingerbauhütte zum
immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Die
Zwingerbauhütte hatte sich gemeinsam mit
18 Bauhütten aus fünf Ländern Europas um die
Eintragung beworben.
„… Ohne die kontinuier-
liche Pflege durch die Zwingerbauhütte wäre
die Schönheit des Dresdner Zwingers längst ver-
gangen. Als Einrichtung des Freistaates Sachsen
ist sie die einzige säkulare Bauhütte unter den
Bewerbern und damit etwas ganz Besonderes“,
kommentierte Finanzminister Hartmut Vorjo-
hann.
Hüter des Steins
bei Wind und Wetter
Hüttenleiter Ralf Schmidt arbeitet bereits seit
1987, damals noch als Steinmetz für die Staat-
lichen Kunstsammlungen Dresden, im und für
den Zwinger. 1991 wurde er zunächst kommis-
sarischer Hüttenmeister der Zwingerbauhütte
in der Bauverwaltung des Freistaates, nach dem
Erlangen des Abschlusses als Steinmetz- und
Steinbildhauermeister später Hüttenmeister.
Er hat die Fachaufsicht über die fortwährende
Restaurierung des Zwingers, organisiert Mate-
rial und Arbeit, und dies ist eine handwerkliche,
stets unmittelbare, persönliche Aufgabe.
Wenn jemand den Zwinger wie seine Westen-
tasche kennt, dann er. Bei Wind und Wetter hat
er die von Hand bearbeiteten Oberflächen der
steinernen Figuren und Fassaden schon auf
sich wirken lassen, eine Beziehung zu ihnen
aufgebaut.
„Bei Regen erkennt man die Schad-
stellen ohnehin am besten“,
weiß er.
Den Zwinger, „diese begehbare Skulptur“,
kann
man, so Schmidt, immer neu erleben – an
trüben Tagen, an sonnigen Tagen, bei den
unterschiedlichsten Wetterphänomenen und
Sonnenständen, bei Rückenlicht oder bei seit-
lich einfallendem Licht:
„Die Skulpturen treten
manchmal wie lebendig aus den Fassaden he-
raus – warmes Streiflicht offenbart, wenn man
auf den unterschiedlichen Ebenen näher an die
Figuren herantritt, zuweilen die sonst unsicht-
baren Hiebe der Steinmetze vergangener Jahr-
hunderte. Nach all den Jahren fasziniert mich
das immer noch und macht den besonderen
Reiz meiner Aufgabe aus. Ich leite auch unsere
Lehrlinge an, die Skulpturen so unmittelbar zu
betrachten, auch im Wortsinne zu begreifen,
bevor sie ans Werk dürfen.“
Schmidt fordert von
seinen Leuten eine persönliche Beziehung zum
Bauwerk, der Steinmetz muss sich in die jewei-
lige Ausführung hineinspüren, um die Gruppie-
rung wirklich harmonisch wieder ergänzen zu
können.
Sechs Restaurierungsphasen
über die Jahrhunderte
Denn, so erklärt Schmidt, die nach und nach
entstandenen – und über die Jahrhunderte in
sechs verschiedenen Restaurierungsphasen be-
arbeiteten – Figurengruppen offenbaren bei
genauerem Hinsehen durchaus unterschiedli-
che Handschriften.
„Zur Eröffnung des Zwingers
war er ja noch nicht vollständig, vorerst waren
sogar einzelne Bereiche nur aus Holz simuliert.
Manches wurde erst im Verlauf der Jahrhun-
„Die Arbeit am Zwinger ist nie
Fließband, nie langweilig, im­
mer vielseitig. Sie ist einmalig.“
Ralf Schmidt

image
image
image
11
KLUGE KÖPFE
1 | 2021
derte in Stein gehauen.“
Ist eine der Figuren zu
restaurieren, so Schmidt, kann nicht einfach
von der Werkzeichnung oder gar mit der Ma-
schine gearbeitet werden, wie das in manchen
Steinmetzbetrieben der Fall ist.
„Maschine, das
ist nicht der Zwinger.“
Man spürt: Hier ist der
richtige Mann am richtigen Platz.
Der Zwinger – herausragend
Das gilt in gleichem Maße für Kai-Uwe Beger,
den Sachgebietsleiter Hochbau 7 in der Nieder-
lassung
Dresden
I des SIB. Er ist unter anderem
zuständig für den Erhalt der baulichen Preti-
osen des Freistaates. Kloster Altzella, Albrechts-
burg Meißen, Festung Königstein, Großer Garten,
Schloss Weesenstein, Barockgarten Großsedlitz
und die Brühlsche Terrasse sind nur Beispiele –
und die sind in den guten Händen eines
Fachmannes, der Begeisterung für seine Aufgabe
spürt: „Mich begeistern alte Bauten schon immer.
Wo andere Kinder Feuerwehrmann werden woll-
ten, ging es bei mir schon immer um Schlösser
und Burgen.“ Seit zwei Jahren ist auch der von
Kurfürst/König Friedrich August dem Starken
zwischen 1709 bis etwa 1728 als steinernes
Zeichen seines Macht- und Repräsentations-
willens erbaute Zwinger wieder in Kai-Uwe
Begers Sachgebiet angesiedelt. Damit übernahm
er die Aufgabe des Zwingerbaumeisters.
Die Broschüre zu den Baumaßnahmen im Zwinger können Sie auch kostenfrei bestellen:
https://publikationen.sachsen.de/bdb/
Die Mitarbeiter der Zwingerbauhütte schaffen viele der im Zwinger sichtbaren Details zunächst im Verborgenen.
Zwinger Dresden
Baumaßnahmen des Freistaates Sachsen
von 1991 bis 2015
Zwinger Dresden | Baumaßnahmen 1991 – 2015
Kai-Uwe Beger
ragenden des europäischen Barocks. Vor allem
die Exzellenz der Oberflächenbearbeitung hebt
den Zwinger aus Pöppelmanns Gesamtwerk
heraus.“
Die Steinbearbeitung, schließt Ralf Schmidt, ist
eine Kunst, die sich begreifen lässt.
„Ich habe
im Zwinger mal beobachtet, wie eine ganze
Gruppe von Menschen die Skulpturen zärtlich
betastet, fast umarmt hat. Ich wollte schon
einschreiten, denn ich habe einen Moment ge-
braucht, bis ich erkannte, dass es Blinde waren.
Aber am liebsten
hätte ich mitge-
macht.“
weiter siehe Folgeseite
„Die Tätigkeit als Zwinger­
baumeister begeistert mich
immer wieder neu.“
Der Zwinger hat seine zusätzliche, eigene Quali-
tät, so Beger:
„Wir haben das Glück, uns mit den
großen Pöppelmann’schen Bauten beschäf-
tigen zu dürfen, und Pöppelmann ist auch als
besonderer Konstrukteur zu erfassen. Die klare,
auch spannungsreiche Strukturierung von Bau-
massen und -volumina zeichnet Pöppelmann –
oder auch die damals mit ihm verantwortlichen
Architekten – besonders aus. Denken Sie an die
Aneinanderreihung der Pavillons in Pillnitz, die
vier Türme in Moritzburg oder das Kronentor
in Verbindung mit der Langgalerie des Zwin-
gers. Sie alle zeigen wunderbare Ausprägungen
architektonischer Gestaltung. Der Zwinger ist
dabei vielleicht das herausragende Bauwerk des
sächsischen, deutschen, ja eines der heraus-

image
 
1 | 2021
SIB IN ZAHLEN
12
Die Zwingerbauhütte
Im Juni 1991 wurde die 1924 gegründete Dresdner Zwingerbauhütte wieder als Teil der staatli-
chen sächsischen Hochbauverwaltung eingerichtet. Sie feiert damit im Jahr 2021 ihr 30-jähriges
Jubiläum. Alle elf Mitarbeiter sind Angestellte des Freistaates Sachsen. Seit 1998 wird hier im
Schnitt ein Lehrling pro Jahr mit hohem Anspruch und besonderer Sensibilität für traditionelle
Handwerkstechniken ausgebildet.
698
16
Treppen-
anlagen
11
Mitarbeiter*innen
davon 2 Steinbildhauer, 2 Stein-
metze, 2 Restauratoren, 2 Lehrlinge,
1 Hüttenmeister, 1
Bauingenieurin,
Skulpturen
1 Zwingerbaumeister

image
SIB IN ZAHLEN
1 | 2021
13
7
Brunnen-
anlagen
17 Brunnen und
Wasserspiele
300
alte Bausubstanz
Jahre
Bis zu
3.727
Terassen und
Galerien
1,2
km
Balustraden
15.000
reich gestaltete
Fassadenflächen
m
2
m
2

image
 
14
1 | 2021 AUF DER BAUSTELLE
2. Bauabschnitt: Nach der Sanierung und Erweiterung des Montagebaus
haben die Arbeiten am Hauptgebäude begonnen
Polizeidirektion
Zwickau
Das Gebäudeensemble der Polizeidirektion Zwi-
ckau wird seit 2017 vergrößert und saniert. Mit
dem 1. Bauabschnitt wurden die Sanierung des
Montagebaus aus den siebziger Jahren und sei-
ne deutliche Erweiterung auf 5.950 m
2
Brutto-
grundfläche bereits abgeschlossen. Auch der
historische Ostflügel selbst wurde in diesem
Zusammenhang saniert, um ein zusätzliches
Treppenhaus erweitert und im Oktober 2020
zur Nutzung übergeben.
Der Polizeicampus wird nach Fertigstellung des
nun begonnenen 2. Bauabschnittes insgesamt
rund 7.200 Quadratmeter Nutzfläche bieten
und besonderen Sicherheitsanforderungen ge-
recht werden. Wie von den Nutzern gewünscht
werden dann die Verwaltungsstrukturen jeweils
in eigenständigen Gebäuden untergebracht
sein. So wird die Kriminalpolizei im Montage-
bau, das Polizeirevier Zwickau in der Westseite
des Hauptbaus, und die Verwaltung der Polizei-
direktion an seiner Ostseite sowie im Ostflügel
untergebracht. Im Ostflügel werden unter an-
derem auch die Direktion und das Führungs-
und Lagezentrum (FLZ) als zentrale Funktionen
zusammengefasst.
1. Bauabschnitt fertig
Das Gesamtensemble besteht aus Gebäuden
unterschiedlicher Entstehungszeiten, die Span-
ne reicht von 1914 bis 1977. Doch selbst der
sogenannte Montagebau, ein Plattenbau aus
den 1970er Jahren, besitzt einige denkmal-
geschützte Bereiche, wie das Treppenhaus mit
Terrazzoböden oder die Betonfertigelemente
in der Fassade. Beides wurde aufgearbeitet, im
Fall der Betonfertigteile sogar neu interpretiert.
Projektleiterin auf Seite des SIB ist Dipl. Bauing.
Anke Wegner aus der Niederlassung Zwickau:
„Man kann die Betonfertigteile verdrehen, sie
passen immer zusammen. Früher waren sie
natürlich betongrau, wie fast alles in der DDR.
Im Zuge der Sanierung erhielten sie eine schicke
schwarze Beschichtung, die gut mit der Farbe
der neuen Fassade korrespondiert. Die Zwickau-
er haben es sehr positiv aufgenommen, dass
wir sie wieder eingesetzt haben.“
Der Monta-
gebau, dessen Erscheinungsbild mit der mo-
dernen Aluminiumfassade deutlich gewonnen
hat, wurde durch einen transparenten Verbin-
dungsgang im 1. OG an den historischen Ost-
flügel des Altbaus angebunden.
„Mit dem Abschluss des 1. Bauabschnittes be-
gann nun für uns die ersehnte Nutzung eines
modern gestalteten Gebäudes. Bedenkt man
die Komplexität und die hohen Anforderungen,
die an ein neues Polizeigebäude gestellt wer-
den, lernt man eine sehr gute Zusammenarbeit
zwischen den vielen Beteiligten zu schätzen.
Neue bauliche Herausforderungen im 2. Bauab-
schnitt, in einem um 1916 errichteten Gebäude,
lassen sich erahnen“,
so Katrin Paul, Sachbe-
arbeiterin Bau/Liegenschaften, Polizeidirektion
Zwickau.
Nachdem die Polizeidirektion im laufenden
Betrieb aus dem Altbau in die gerade erst sa-
nierten Gebäude sowie temporär in einige Ob-
jekte außerhalb der Liegenschaft gezogen war,
konnte der zweite Bauabschnitt beginnen: die
Sanierung des 1914 bis 1916 erbauten Haupt-
gebäudes. Nach dem aufwändigen Umbau
wird die Polizeidirektion modernste und maß-
geschneiderte Bedingungen vorfinden, was in
dem unter Denkmalschutz stehenden, altehr-
würdigen Gebäude einigen baulichen Aufwand
erfordert. Zur Anpassung des Westflügels an
die neuen Nutzungsanforderungen sind bereits
Entkernungs- und Rohbauarbeiten im Gange.
Um den Altbau für künftige statische Heraus-
forderungen zu ertüchtigen, wird auch das
Fundament mit Mikropfählen im Untergrund
verstärkt.
Anke Wegner hatte die Baumaßnahmen an der
Polizeidirektion übernommen, als die Planung
für den 1. Bauabschnitt bereits abgeschlossen
war.
„Als sie eigentlich abgeschlossen war“,
be-
tont sie. Denn es gab auch baubegleitend noch
einige Umplanungen. So musste durch den

image
AUF DER BAUSTELLE
1 | 2021
Stellenaufwuchs der Polizei die Belegungspla-
nung geändert werden. Auch, dass die Waf-
fenkammer entgegen der Planung schon im
ersten Bauabschnitt statt im zweiten unterge-
bracht werden sollte, sorgte für Verzögerung.
„Dennoch“, so Anke Wegner,
„liegen wir gut im
Zeitplan, der planmäßigen Übergabe Ende 2022
steht aus heutiger Sicht nichts im Wege. Um-
fang und Komplexität der Maßnahme machen
es ja deutlich: Die Umsetzung eines solchen
Bauvorhabens ist Teamarbeit.“
Elektroingenieur (FH) Frank Hattwig verant-
wortet im Gesamtvorhaben die Maßnahmen
im Bereich der Betriebstechnik/Elektrotechnik.
Die Betriebstechnik im Altbau wurde bereits
vollständig entkernt und wird komplett neu
aufgesetzt.
„Die Einbauten erfolgen nach neu-
estem Stand der Technik, so wurde etwa mit
einer tageslicht- und präsenzabhängigen Licht-
steuerung schon an einen möglichst geringen
späteren Stromverbrauch gedacht“,
berichtet
er. Die Gebäudeausstattung wurde für mög-
liche Nutzungsänderungen in späteren Zeiten
flexibel ausgelegt.
Gesamtbaumaßnahme 1. und 2. BA
Nutzfläche: 7.217 m²
Bruttogrundfläche: 13.551 m²
Bruttorauminhalt: 42.789 m³
Planungs- und Bauzeiten
Ausführungsplanung 1. BA Ostflügel und NBN:
09/2016–09/2018
Ausführungsplanung 2. BA Sanierung Hauptbau:
11/2017–05/2021
Bauausführung Neubau Nord: 07/2017–03/2021
Bauausführung Ostflügel: 07/2017–10/2020
Bauausführung Hauptbau: 01/2021–12/2022
Finanzierungszusage EE-EFRE für den Montage -
bau (1. BA) anerkannte förderfähige Gesamt-
ausgaben 2.576.384 Euro
Finanzierungszusage EE-EFRE für die Sanierung
Hauptbau/Ostflügel (2.BA) anerkannte förder-
fähige Gesamtausgaben: 4.588.968 Euro
Genehmigte Gesamtbaukosten: 38.828.000 Euro
Die Baumaßnahme wird finanziert durch Steuer-
mittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag
beschlossenen Haushalts und mit Mitteln der EU aus
dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE).
Architekten: code unique, Dresden
Frank Hattwig, Katrin Paul, Anke Wegner (v. l. n. r.)
*BAO = Besondere Aufbauorganisation: Eine „Besondere Aufbauorganisation“ wird errichtet, wenn
eine Lage durch die Allgemeine Aufbauorganisation der Polizei entweder wegen erhöhten Kräfte-
bedarfs, wegen der erforderlichen Einsatzdauer oder wegen der notwendigen einheitlichen Führung
(etwa bei verschiedenen Zuständigkeiten) nicht bewältigt werden kann.
„Das gute übergreifende
Miteinander und die ziel-
führende Arbeit aller
Beteiligten haben bisher
noch immer geholfen,
Verzug auszugleichen.“
Umzug im laufenden Betrieb
„Vor kurzem haben wir das Führungs- und
Lagezentrum und den Raum für die Besonde-
re Aufbauorganisation* mit seiner komplexen
Technik im fertiggestellten Ostflügel unterge-
bracht und die Polizei konnte aus dem reno-
vierungsbedürftigen Hauptbau dorthin um-
ziehen“,
berichtet er.
„Die Fülle der komplizierten Technik auf engem
Raum unterzubringen und sie dabei während
des Umzugs in Betrieb zu halten, war eine echte
Herausforderung, ist uns aber gelungen.“
Um
das lösen zu können, nutzte das Team vorhan-
dene Redundanzen.
Frank Hattwig freut sich über die Flexibilität,
die bei guter Zusammenarbeit entsteht:
„In
dieser Baumaßnahme gibt es zahlreiche Än-
derungen an der EW-Bau von 2013. Vor allem
auf Baustellen im Bestand erfordert das einen
deutlich höheren Abstimmungsaufwand unter
den Beteiligten auch in meinem Bereich.“
Natürlich entstehen dabei auch Verzögerun-
gen, aber:

 
16
1 | 2021 AUF DER BAUSTELLE
Der SIB schafft in Rothenburg und Bautzen auf ca. 17,2 ha die baulichen Voraussetzungen
für die Aufstockung der Sächsischen Polizei – Realisierungszeitraum bis 2027 mit Investitions -
volumen nach derzeitigem Planungsstand ca. 160 Mio. Euro – Neue Mensa als Auftakt
Neue Kapazitäten –
neue Qualitäten
Polizei- oder Kriminalkommissarinnen und
-kommissare bildet der Freistaat Sachsen in
der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)
aus. Diese verfügt über zwei Standorte: den
für die Fortbildung sowie das Grundstudium
in Bautzen und den für das Hauptstudium
in Rothenburg/Oberlausitz. In zwei Großen
Baumaßnahmen vergrößert der SIB derzeit
an beiden Standorten die Kapazitäten, was
nicht nur dazu beiträgt, die Zahl der Ausbil-
dungsplätze für das 1. bis 3. Studienjahr auf
637 zu erhöhen, sondern auch die Voraus-
setzungen für eine zeitgemäße Ausbildung
deutlich verbessert.
„Für die Realisierung von Baumaßnahmen die-
ser Größenordnung braucht man gute Fachleu-
te, die schnell zu einem schlagkräftigen Bau-
Team zusammenwachsen – und Projektleiter,
die den Ton angeben. Ich bin froh, dass wir im
SIB diese Voraussetzungen haben, das ist nicht
selbstverständlich. Immerhin bearbeiten wir
nicht einfach nur Sachen, sondern wir bauen
und meißeln damit auch unsere persönliche
Note in den Stein der Geschichte“,
so Christian
Nöring Dipl.-Ing. (TU), Sachgebietsleiter Hoch-
bau.
Vom gemeinsamen Büro in der SIB-Niederlas-
sung Bautzen aus führt je eine Projektleiterin
ihr Team: die Sachbearbeiterin Hochbau Dipl.-
Ing. (FH) Ivonne Zschippang in Bautzen und
Dipl.-Ing. (TU) Iris Mucha in Rothenburg. Mit
der erweiterten Mensa konnte Iris Mucha am
23. Februar den ersten von fünf Bauabschnit-
ten übergeben.
Standort Rothenburg/
Oberlausitz: ca. 9 ha Fläche
„Die politische Zielplanung bedeutet für uns, an
den beiden Standorten der FH Polizei einen ent-
sprechenden räumlichen Mehrbedarf zu planen
und unterzubringen“,
so Iris Mucha. Der Stand-
ort nahe dem Flugplatz Rothenburg/Görlitz
wird in nördlicher Richtung erweitert, wofür
auch die ehemalige städtische Oberschule er-
worben wurde. Zunächst wurde die Nutzfläche
der Mensa mit dem Anbau eines zweiten Spei-
sesaales und der Erweiterung der Küche auf ca.
800 Quadratmeter vergrößert.
„Dass wir die Ka-
pazität der erst 2011 von uns errichteten Mensa
fast verdoppeln konnten, hat mich erstaunt.
Das dann auch in dieser Qualität gelingen zu
sehen, hat mich Tag für Tag aufs Neue begeis-
tert. Entscheidend war, dass wir dabei wieder
mit den Architekten und HLS- und Elektropla-
nern zusammenarbeiten konnten, mit denen
wir auch damals gebaut hatten. Gut, dass die
Vergabeverordnung das hergibt. Besonderen
Anteil daran aber haben auch unsere Kollegen
in der Abteilung Vertragsmanagement, die das
letztlich erst ermöglicht haben. Sie arbeiten im
Hintergrund, aber auf sie kommt es oft an!“,
ist
Iris Mucha dankbar.
Im Denkmal wie in Neubauten hat sie schon
verschiedenste Nutzungen ermöglicht – ob JVA
Dresden oder 3. Sächsische Landesausstellung.
„Dabei immer wieder mit anderen Menschen
zusammen zu arbeiten, Einfluss auf Wirtschaft-
lichkeit und Umweltverträglichkeit nehmen zu
können, das macht mir Freude.“
„Das Ergebnis ist begeisternd. Dank
des unermüdlichen Engagements der
Planer und Architekten der SIB-Nie-
derlassung Bautzen, der Kolleginnen
und Kollegen der Hochschulverwal-
tung, die die Bautätigkeit an beiden
Liegenschaften unserer Hochschule
intensiv begleiten, und zahlreichen
Entscheidungsträgern auf regionaler
und politischer Ebene stehen wir heute
in einer wirklich vorzeigbaren, an-
sprechenden Mensa. Das ist nicht nur
irgendein Speisesaal. Hier soll vielmehr
ein gern genutzter Ort des Austau-
sches für Studierende und Lehrende
entstehen.“
Die Mensa-Erweiterung erfolgte durch das
Büro h.e.i.z.Haus Architektur.Stadtplanung
Part nerschaft mbH, Dresden. In den weiteren
Bauabschnitten entstehen, geplant von Hein-
le, Wischer und Partner Freie Architekten GbR,
Dresden, ein Trainingszentrum mit Pforte, drei
neue Unterkunftsgebäude sowie neue Kapazi-
täten für Lehre und Verwaltung. Zwei bereits
vorhandene Unterkunftsgebäude werden unter
Regie der Architektur Ingenieur Partnerschafts-
gesellschaft mB (AIP mP) saniert. Insgesamt
werden 522 Zimmer zur Verfügung stehen.
Der Rektor der Hochschule der Sächsischen
Polizei (FH), Carsten Kaempf, freut sich über die
neue Mensa:

image
17
AUF DER BAUSTELLE
1 | 2021
Erweiterung der neuen Mensa
am Standort Rothenburg
Hauptnutzfläche: 740 m²
Bruttogrundfläche: 1.801 m²
Bruttorauminhalt: 7.652 m³
Sitzplätze: 260
Planungsauftrag: 01.08.2018
Bauauftrag: 04.02.2019
Baubeginn: 06.05.2019 mit vorgezogenen
Erschließungsleistungen
Beginn Rohbau: 01.07.2019
Kosten: 6,9 Mio. Euro
weiter siehe Folgeseite
Westfassade der gerade erweiterten Mensa des Standortes Rothenburg, (v. l. n. r.): Dipl.-Ing. (FH) Markus Rentsch, Projektbearbeiter Ingenieurbau in der Niederlassung Bautzen, war für
die Planung des Ingenieurbaus und der Freianlagen verantwortlich. Diplom-Verwaltungswirtin (FH) Annett Walde ist Objektmanagerin des SIB (siehe auch Artikel S. 8–9) für beide Stand-
orte. Dipl.-Ing. (BA) und Mechatroniker Christopher Teichert, Sachbearbeiter Elektrotechnik, verantwortet den Bereich Elektrotechnik (Schwachstrom und Starkstrom). Steffen Schlafke
ist Referatsleiter allgemeine Verwaltung der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH).
Standort Bautzen: 8,2 ha Fläche
Von den sechs Neubauten am Standort Bautzen sind die Arbeiten am
Neubau des Pfortengebäudes am weitesten fortgeschritten. Die Überga-
be ist im Sommer geplant. Neben der Zutrittskontrolle der Ein- und Aus-
fahrten an der Hauptzufahrt entsteht hier das technische Herzstück des
Standortes: Aufschaltung der Videoüberwachung, Gebäudeleitmanage-
ment, 72-Stunden-Notstromversorgung und Serveranlage mit Daten-
verteilung sind hier untergebracht und werden über einen 34 m langen
Medienkanal an die zukünftigen Neubauten und die Bestandsgebäude
angebunden.
Der Pfortenbau verzögerte sich, da auf dem Geländer der 1936/37 er-
bauten Infanteriekasernen zunächst mit außergewöhnlichem Aufwand
Kampfmittel freigelegt und beseitigt werden mussten. Er wurde zu-
sammen mit der Planungsgruppe Wöhrmann GmbH, Ostbevern/Cottbus
geplant, die auch die Vorplanung für das Gesamtprojekt und Entschei-
dungsunterlage (ES) erarbeitet hatte. Weiterhin wird an der neuen Mensa
gebaut, die sich derzeit im Rohbau befindet.

image
18
Geplant sind außerdem zwei Wohngebäude
mit mehr als 200 Einzelzimmern sowie ein
moderner Trainings- und Sportkomplex für
die praktische Ausbildung. In der zum Sport-
komplex gehörenden Raumschießanlage wird
an vier Schützenständen frontales und an
sechs Schützenständen 180 Grad-Schießen ge-
lehrt. Weitere Gebäudeteile sind eine
Zwei-Feld-Sporthalle und das Trainingszent-
rum mit Handlungsflächen. Die Bestandsge-
bäude für die Unterbringung der Verwaltung,
Lehre, Umkleideräume und weiterer Unterkünf-
te sollen saniert werden. Ein Außengelände mit
Sportfreianlagen und Übungsflächen unter an-
derem für Verkehrskontrollen und Fahrmanöver
sowie ein Parkhaus runden das Maßnahmen-
paket ab. Die Planung für den Gesamtkomplex
mit Ausnahme des Pfortengebäudes erfolgte in
Zusammenarbeit mit HF Architektur, Dresden,
und den unermüdlichen Fachplanern.
Ivonne Zschippang behält den Überblick und
beschreibt:
„Ich bin gern Projektleiterin – zur
Bedarfsdeckung für unsere Nutzer gilt es, ein
breites Aufgabenspektrum abzudecken. Ge-
„Das Verhältnis zwischen dem SIB
als Bauherr der Liegenschaften der
Hochschule und uns als Bedarfsträger
ist eine verlässliche, langjährige und
belastbare Kooperation auf Augenhöhe.
Man darf in der Sache ab und an
durchaus unterschiedlicher Auffassung
sein. Entscheidend dabei ist, dennoch
in dieselbe Richtung zu steuern.“
Ivonne Zschippang und ihre Kollegin Iris Mucha
sind sich einig:
„Zukünftig wird für die Polizeihoch-
schule in Rothenburg und Bautzen
alles zu einem sehr zeitgemäßen und
ansprechenden Campus gebündelt.
Wir erfüllen nicht nur die quantitative
Vorgabe, sondern verbessern zugleich
in jeder Hinsicht die Qualität –
an beiden Standorten.“
meinsam Kompromisslösungen zu entwickeln
und deren Umsetzung dann unter Rücksicht-
nahme auf den laufenden Hochschulbetrieb
zu steuern, das sind die Herausforderungen, die
zu bewältigen sind.“
Denn die Aus- und Fortbildungen gehen wäh-
rend der umfangreichen Baumaßnahmen im
ganzen Gelände weiter – es gilt also, nicht nur
schnell und wirtschaftlich zu bauen, sondern
auch die Einschränkungen für den Nutzer so
gering wie möglich zu halten. Neue Medien-
anbindungen etwa, die Geh- und Fahrwege
queren und mit Straßensperrungen einherge-
hen, erfordern eine enge und umsichtige Ab-
stimmung.
Steffen Schlafke beschreibt das gute Miteinan-
der aus Sicht des Nutzers:
Dipl.-Ing. (FH) Ivonne Zschippang, als Sachbearbeiterin Hochbau Projektleiterin, Dipl. Ing. (FH) Roland Grätz, Sachbearbeiter Betriebstechnik 2, betreuen neben vielen anderen
Bauvorhaben beide Liegenschaften mit allen Neubauten und Sanierungen in den Fachsparten Sanitär, Heizung, Lüftung und Gebäudeautomation.

image
 
19
SIB INTERN
1 | 2021
Funktionierendes Team – funktionierende IT –
SIB für den Lockdown optimal gerüstet
Homeoffice mit
Spezialansatz
Dipl.-Ing. Jörg Mothes ist seit Mai 2018 Teamleiter des Shared Service
Centers IT im SIB. Das befindet sich seit kurzem in der Riesaer Straße 7h in
Dresden – anders als ihr Serverraum, dessen insgesamt ca. 1,4 Mio. Euro
teure IT-Technik bereits im Januar ins Landesfinanzrechenzentrum auf
der Stauffenbergallee verlegt wurde.
„Dieser Umzug war eine Herausfor-
derung für uns, nicht nur wegen Corona. Nach einem halben Jahr Planung
und Vorbereitung lief aber alles glatt: Abschalten am Freitagmittag, Ver-
laden und Transport mit temperierten und besonders gefederten Spezial-
fahrzeugen, Installation, Verkabelung und schließlich die Inbetriebnahme
am Sonntag. In dieser Dimension war das auch für mich eine Premiere,
und dennoch: Alles hat auf Anhieb wieder funktioniert“,
berichtet er.
Seit Ausbruch der Pandemie hatte es eigentlich eine andere Hauptauf-
gabe gegeben – die technischen Voraussetzungen für das Homeoffice für
die Bediensteten des SIB sicherzustellen. Und dafür nutzten Jörg Mothes
und sein Team einen Sonderweg: Bereits im September 2019 war
„in Ab-
stimmung mit einer der IT gegenüber sehr aufgeschlossenen Geschäfts-
führung“
entschieden worden, dass von außerhalb fortan mittels „Citrix
NetScaler“ auf das SIB-Netzwerk zugegriffen wird.
Jörg Mothes im Serverraum im Landesrechenzentrum in der Stauffenbergallee 2 in Dresden
Hier standen den Mitarbeitern die Anwendungen des SIB vollumfäng-
lich zur Verfügung. Der Zugriff erfolgt aus Sicherheitsgründen mittels
SIB-Benutzeraccount und einer 2-Faktor-Authentisierung, einem OneTi-
mePass Smart-Token.
Um nicht nur Flexibilität und Mobilität der Mitarbeiter zu erhöhen, son-
dern gleichzeitig auch den Datenschutz und die Informationssicherheit
weiter zu härten, wurden kurz darauf 900 UD-Pocket-Sticks angeschafft.
Damit können die Mitarbeiter des SIB unabhängig vom Arbeitsort und der
gerade verfügbaren privaten IT-Technik arbeiten, ohne dass ein Zugriff auf
ihre privaten Daten erfolgen kann.
„Wir nutzen nur Strom, Prozessor und
die Datenverbindung“,
so Mothes – eine kluge strategische Entscheidung.
Zusätzlich wurden Laptops und Lizenzen sowie 1.200 Headsets beschafft.
„Mit Hilfe der Kollegen aus der Vergabeabteilung und der damaligen Ver-
einfachung im Vergabeprozess war die Beschaffung und Bereitstellung in
relativ kurzer Zeit möglich – und das, obwohl coronabedingt der Markt für
IT-Technik kurzzeitig wie leergefegt war“,
so Mothes.
Von früheren Tätigkeiten in der freien Wirtschaft war Jörg Mothes nicht
gewohnt, was ihn beim SIB vor allem begeistert:
„Ich bin Zwickauer
und seit 2005 zum SIB nach Dresden gependelt. Ich könnte sicher auch
bei meiner Familie arbeiten. Aber das Miteinander in Dresden, gerade in
meinem Team, ist toll, und deshalb habe ich mir hier schließlich doch eine
kleine Wohnung für unter der Woche genommen.“
Und auch die anderen
Mitarbeiter im Staatsbetrieb, so Mothes, sind anders:
„Diese Entscheidung war Gold wert, da der SIB
mit Beginn der Pandemie alle Mitarbeiter ins
Homeoffice schicken konnte.“
„Nicht jeder ist IT­affin, das verstehen wir.
Aber die Kollegen im SIB zeichnet die besondere
Bereitschaft aus, sich auf neue IT­Technik und
die damit einhergehenden neuen Arbeitsweisen
einzulassen.“
Jörg Mothes

image
 
1 | 2021
XXXXXXXXXXXXXXXXXXX
Das Fachgebiet Verkauf des Zentralen Flächenmanagements Sachsen im SIB (ZFM)
Mit Verkaufen allein
ist es nicht getan
Fiskalimmobilien und Herrenlose
Grundstücke
Ein Einfamilienhaus in Pècs, Ungarn (1/12), eine
Verkehrsfläche auf Rügen (3/24) oder ein Haus
in Bad Kissingen (½ Miteigentumsanteil): Der
Freistaat Sachsen verfügt über unterschied-
lichste Immobilien nicht nur in Sachsen. Denn
wenn für eine Liegenschaft kein Erbe vorhan-
den ist oder alle gesetzlichen Erben darauf
verzichten, dann erbt der Fiskus des Landes, in
dem der oder die Verstorbene zuletzt gemeldet
war. Solche Objekte werden vom Geschäfts-
bereich ZFM als „Fiskalimmobilien“ verwaltet.
Wenn hingegen Grundstückseigentümer ge-
genüber dem Grundbuchamt den Verzicht auf
ihr Eigentum erklären und dieser im Grund-
buch eingetragen ist, gelten Grundstücke als
„herrenlos“. Dieses Eigentum kann sich wiede-
rum der Fiskus des Bundeslandes, in dem das
Grundstück liegt, durch Erklärung gegenüber
dem Grundbuchamt aneignen.
Insbesondere herrenlose Grundstücke sind
meist sogenannte notleidende Liegenschaften
oder Schrottimmobilien, die das Ortsbild stören
oder von denen Gefahren ausgehen können.
Hier erweist sich das Zentrale Flächenmanage-
ment oft als hilfreicher Partner für sächsische
Kommunen, beispielsweise durch die Herstel-
lung des Kontaktes zu Fördermittelgebern.
Ob Fiskalimmobilien, herrenlose Grundstücke,
freiwerdende ehemalige Behördenunterbrin-
gungen oder behördliche Bedarfsimmobilien:
Sind die Liegenschaften für den Freistaat ent-
behrlich, werden sie von den Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern des Fachgebietes Verkauf des
Geschäftsbereichs ZFM betreut und vermarktet.
Arbeit am Wir-Gefühl
Als Fachgebietsleiterin Verkauf des ZFM ist seit
dem 1. Juli 2020 die Volljuristin
Katrin Scholz
für alle Belange des Verkaufs zuständig. Sie hat
während ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn
umfangreiche Erfahrungen auf Verbands-,
Unternehmens- und Kanzleiseite in der Immo-
bilienwirtschaft gesammelt. Zuletzt war sie als
Unternehmensjuristin in Berlin tätig. Mit dem
Wechsel zum ZFM ist die gebürtige Dresdne-
rin in die Heimat zurückgekehrt. Sie freut sich,
wieder in Dresden zu arbeiten. Katrin Scholz:
„Ich bin von allen Kolleginnen und Kollegen sehr
freundlich aufgenommen worden und habe viel
fachlichen Input erhalten. Die aktuellen inter-
nen Strukturveränderungen, wie etwa in der
Kommunikation mit den Außenstellen, konnte
ich gleich zu Beginn mitgestalten. Hier haben
wir schnell eine enge Verknüpfung finden und
„Krisen verlangen Kreati­
vität und bringen Ideen,
von denen wir auch in
der Zukunft profitieren
können.“
das Wir-Gefühl weiter aufbauen können. Vor-
teilhaft war, dass ich mit frischem Blick von
außen recht unbefangen herangehen konnte.“
Dass dies unter Pandemiebedingungen statt-
fand, so Katrin Scholz, hat ihr zwar einerseits
den Einstieg und die Arbeit nicht gerade er-
leichtert, hatte andererseits aber auch Vorteile:
Katrin Scholz,
Fachgebietsleiterin Verkauf
des ZFM

image
 
21
ZENTRALES FLÄCHENMANAGEMENT
1 | 2021
Verkaufsvorbereitung: Großer Aufwand
Und für die entbehrlichen Objekte braucht es
in der Tat gute Ideen. Denn insbesondere bei
Fiskalimmobilien und herrenlosen Immobilien
bringt die Verkaufsvorbereitung große Her-
ausforderungen für die Mitarbeiter mit sich.
Eigentümer verzichten schließlich nicht ohne
Grund: Meist sind diese Objekte hoch verschul-
det, zuweilen mit Altlasten behaftet, es gibt
andere, für die einstigen Eigentümer nicht zu
bewältigende Aufgaben, oder Anschriften von
Gläubigern oder Miteigentümern müssen zeit-
aufwändig recherchiert werden. Daher nimmt
die Zeit zur Herstellung der Verkaufsreife oft-
mals bedeutend mehr Zeit in Anspruch als die
Veräußerung der Liegenschaften selbst.
Bereich Bau im ZFM
Um kleinere, aber dringende Verkehrssiche-
rungsmaßnahmen bis 25.000 Euro eigenver-
antwortlich und direkt erledigen zu können,
steht dem Geschäftsbereich ZFM ein eigener
kleiner Bereich Bau zur Verfügung. Katrin
Scholz betont:
„Hierbei geht es insbesondere
darum, eventuell drohenden massiven Wertver-
lust zu vermeiden oder den Freistaat vor mög-
lichen Schadenersatzansprüchen zu schützen
– aber grundsätzlich nicht um den Ausbau oder
gar die Entwicklung dieser landeseigenen Im-
mobilien.“
Einer der beiden Sachbearbeiter Bau in der Zen-
trale des ZFM ist der staatlich geprüfte Tech-
niker für Bautechnik
Ingo Engemann
:
„Jedes
Objekt, das ich durch meine Tätigkeit kennen
lernen darf, hat seine eigene Geschichte und
seine eigenen Konstruktionsmerkmale. Das be-
deutet immer wieder neue Anforderungen an
die
meist nötigen Sicherungsmaßnahmen.
Hierfür immer geeignete und leistungsfähige
Firmen zu finden, macht meine Arbeit jeden Tag
aufs Neue abwechslungsreich und anspruchs-
voll. Wenn es uns im Fachgebiet Verkauf dann
gemeinsam gelingt, neue Eigentümer für die
Immobilien zu finden, die sie sanieren und mit
neuem Leben erfüllen, macht mich das glücklich
– dann haben wir letztlich auch einen Beitrag
zur Nachhaltigkeit geleistet.“
Insgesamt 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
waren zum 10.03.2021 im Fachgebiet Verkauf
des ZFM tätig, davon vier in der Zentrale und
23 in den Außenstellen in Bautzen, Chemnitz,
Dresden und Leipzig. Zu diesem Zeitpunkt be-
arbeiteten sie insgesamt 3.624 Flurstücke.
„Im Jahr 2020 konnten wir nach teils jahrelan-
ger Vorarbeit und trotz der coronabedingten
Einschränkungen 253 Immobilien mit einem
Kaufvertragsvolumen von insgesamt 7.564.743
Euro veräußern.“,
berichtet Sachbearbeiterin
Claudia Troche
. Nach ihrem Studium des in-
terdisziplinären Vermögensmanagements mit
dem Schwerpunkt Immobilienwirtschaft an
der BA Leipzig hatte sie ihre Tätigkeit im SIB
im September 2014 begonnen und ist seit 2017
Ansprechpartnerin des ZFM für überschuldete
Fiskalimmobilien und für Aneignungsrechte.
ZFM repräsentiert den Freistaat Sachsen
Seit 2019 organisiert Claudia Troche zusätzlich
federführend den Auftritt des Gemeinschafts-
standes des Freistaates Sachsen und des da-
zugehörigen Forums auf der Münchner Im-
mobilienmesse EXPO REAL in München.
„Einen
würdigen Auftritt des Freistaates Sachsen und
seiner Mitaussteller auf diesem bedeutenden
internationalen Marktplatz zu organisieren ist
eine vielseitige und anspruchsvolle Aufgabe.
Sachsen der Welt als attraktiven Ansiedlungs-
standort zu präsentieren ist uns bisher, auch im
Vergleich mit größeren Bundesländern, gut ge-
lungen. Dass dabei inhaltlich der Strukturwan-
del in meiner Heimatregion Oberlausitz aktuell
eine große Rolle spielt, ist mir natürlich eine be-
sondere Freude.“
Claudia Troche und
Ingo Engemann
in der Zentrale des ZFM

image
image
 
22
1 | 2021 AKTUELLE BAUPROJEKTE
Semperoper – Sanierung Pantherquadriga
Im Zeitraum zwischen Anfang April und Ende
Juli werden derzeit an der Semperoper im Bau-
unterhalt Arbeiten an der Fassade, dem Dach
und der weithin sichtbaren Pantherquadriga
durchgeführt. Die Gesamtkosten belaufen sich
auf rund 300.000 Euro.
Die letzte Sanierung der Pantherquadriga er-
folgte im Mai 2016. Die Maßnahme umfasst
Metallbauarbeiten und die Konservierung der
Pantherquadriga. So wird beispielsweise die
Oberfläche im Heißwachsverfahren behandelt.
Weiterhin sind kleinere Ausbesserungen und
Reparaturen notwendig. Die Metallkonservie-
rung wird regelmäßig alle 5 Jahre durchge-
führt.
Auf einen Blick
Ebenfalls alle 5 Jahre gilt es die Fassaden der
Semperoper zu begutachten. Hier steht die
Beurteilung und Feststellung von Abbrüchen
oder Rissen im Sandstein und Fugenöffnungen,
welche wieder geschlossen werden müssen,
im Vordergrund. An der elbseitigen Fassade
werden beispielsweise Natursteinarbeiten (Vie-
rung/Austausch, Mörtelantrag) und Klemp-
nerarbeiten (Erneuerung der Verblechungen
an den Postamenten, Simsen, Balustraden)
durchgeführt. Teil der Maßnahme sind Bild-
hauer- und Restaurierungsarbeiten an den
Aufsatz- und Nischenfiguren. Zudem erfolgt
eine Kontrolle der Standsicherheit.
Die zwingerseitige Fassade wurde bereits 2020
saniert und alle Figuren restauriert. *
* Die Baumaßnahmen werden mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
TU Bergakademie Freiberg – Neubau des Zentrums
für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung übergeben
Auf dem ehemaligen Messeplatz in Freiberg ist
im Februar 2021 knapp zwei Jahre nach dem
Richtfest das »Zentrum für effiziente Hoch-
temperatur-Stoffwandlung« (ZeHS) an die
Forschenden der TU Bergakademie Freiberg
(TU BAF) offiziell übergeben worden. Der 2017
begonnene Neubau ist der erste Baustein des
»Freiberger Wissenschaftskorridors«, der die
Altstadt mit dem Campus der TUBAF verbinden
soll. Bereits seit Mai 2020 wurden erste Berei-
che übergeben und gemeinsam mit dem Nutzer
einreguliert und getestet.
Das ZeHS forscht auf dem Gebiet der Hoch-
temperaturprozesse und -materialien. Der wis-
senschaftliche Fokus liegt auf der Entwicklung
ressourcen- und energieeffizienter Hochtem-
peratur-Technologien in Bereichen der Grund-
stoffindustrie.
Die Baukosten liegen bei 34,2 Millionen Euro.
Für die Finanzierung des Forschungsbaus hatte
sich die TU Bergakademie Freiberg erfolgreich
in einem bundesweiten Wettbewerb um eine
Förderempfehlung für Forschungsbauten an
Hochschulen nach Artikel 91b Grundgesetz
durchgesetzt. Die Gesamtkosten werden vom
Bund und dem Freistaat Sachsen etwa hälftig
getragen. *
Architektur: Heinle, Wischer und Partner

image
image
23
AKTUELLE BAUPROJEKTE
1 | 2021
Start der Felssicherungsmaßnahmen an der Bastei
Erweiterung der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Realisierungswettbewerb entschieden
Nach vorbereitenden Maßnahmen im Herbst
2020 und Februar 2021 starteten im April die
Felssicherungsarbeiten am Basteifelsen. In den
nächsten Monaten wird in einem ersten Schritt
der Fels, welcher später den Aussichtssteg tra-
gen soll, gesichert und stabilisiert. Während der
Arbeiten bleiben alle weiteren sechs Aussichts-
punkte im Basteigebiet, die Basteibrücke und
das Berghotel Bastei ohne Einschränkungen
zugänglich.
Im Rahmen der Felssicherungsmaßnahmen
werden zunächst ausgeprägte punktuelle Ver-
witterungsstellen durch Spezialmörtel gesi-
chert. Des Weiteren erhält der Felswandfuß ein
ca. 100 Quadratmeter großes Korsett in Form
einer Spritzbetonschale, welches in Farbe und
Profil dem Erscheinungsbild des Sandsteins
nachempfunden wird. Eine weitere Kom-
Die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber
Dresden (HfM Dresden) soll durch einen Neu-
bau erweitert werden. Dazu hat der SIB einen
Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem
Ideenteil nach der Richtlinie für Planungswett-
bewerbe 2013 durchgeführt. Eine fachkundige
Jury unter Vorsitz von Prof. Claus Anderhalten
hat in der Preisgerichtssitzung am 4. März
2021 die Preisträger ermittelt. Das Gremium
entschied sich einstimmig für den Entwurf des
Büros kleyer.koblitz.letzel.freivogel.architekten
aus Berlin auf Platz 1.
ponente der Felssicherungsmaßnahmen ist
die Verbindung unterschiedlich fester Sand-
steinschichten mittels Kleinverpresspfählen.
Die vertikal bis in eine Tiefe von max. 18 Me-
tern verankerten Pfähle verbinden die Sand-
steinschichten miteinander und überbrücken
schwach tragfähige Schichten. Ein Großteil der
Arbeiten wird von einer Spezialfirma ohne Ge-
rüst vom Seil aus durchgeführt.
Der Abschluss der Felssicherungsarbeiten ist
bis Ende des Jahres anvisiert. Die eigentlichen
Arbeiten für den Neubau des neuen, über dem
vorderen Bereich des Felsens „schwebenden“
Aussichtssteges sind im nächsten Jahr vorgese-
hen. Die Gesamtkosten für das Vorhaben liegen
bei rund 2,5 Millionen Euro. Nach derzeitigem
Stand soll die neue Aussichtsplattform Ende
2022 für die Besucher öffnen. *
Aufgabe des Wettbewerbs war der Entwurf eines
Erweiterungsbaus für die Hochschule für Musik
am benachbarten Standort der ehemaligen Hut-
und Lederfabrik. Eine angemessene städtebau-
liche Einordnung im Quartier sollte dabei ebenso
präsentiert werden wie ein städtebauliches Kon-
zept hinsichtlich des zukünftigen Entwicklungs-
potentials der Hochschule für Musik. Bestandteil
war außerdem ein hinsichtlich Funktionalität
und Gestaltung schlüssiges Konzept zur Umset-
zung des geforderten Raumprogramms. Insge-
samt wurden 23 Arbeiten eingereicht.
Das Preisgericht charakterisiert den Siegerent-
wurf unter anderem wie folgt:
„Die Verfasser schließen ganz selbstverständ-
lich den Blockrand zur Grünen Straße und
orientieren sich dabei in der Höhenentwicklung
und der Maßstäblichkeit an der umgebenden
Bebauung. Dabei erreichen sie für die Fassade
eine eigenständige Gestaltungsaussage, die die
Nutzungen der Hochschule für Musik wider-
spiegeln. […] Der Innenhof hat eine angemesse-
ne Größe und bietet sich auch als ruhiger, grü-
ner Aufenthaltsbereich für die Studierenden an.
Mit dieser Anordnung, vor allem der Überräume,
schafft der Entwurf funktionale wie akustische
Vorteile. […] Der Wettbewerbsbeitrag bietet
einen hervorragenden Lösungsansatz zur ge-
stellten Aufgabe, mit großem Potenzial.“
Weitere Preisträger sind AWB ARCHITEKTEN
Architekturbüro Bauer BDA aus Dresden mit
dem 2. Preis und hammeskrause architekten
aus Stuttgart mit dem 3. Preis. Die Preisträger
werden nun zu einem Verhandlungsverfahren
für den Planungsauftrag eingeladen. *
Visualisierung: Freiraumplanung mit System.
LandschaftsArchtitekten
Entwurf des Büros
kleyer.koblitz.letzel.freivogel.architekten

image
Staatliche Studienakademie Glauchau
Elisabeth Espig ist als Objekt-
managerin Schnittstelle
zwischen Bau und Betrieb,
Nutzer und Objekt
Seite 8
www.sib.sachsen.de