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Ausgabe 2 | 2017
Gewusel
im Schloss
Hochglanz im
Grünen Gewölbe
Auf schnellstem Wege
Die EAE in Leipzig
Dresden immer im Herzen
Ludwig Coulin

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1 EDITORIAL
2 EIN WOCHE MIT
Gewusel im Schloss
4 GUTE IDEEN
Schnell, schneller, Leipzig
6 SIB INTERN
Die Zukunft im Blick
8 SIB IN ZAHLEN
Superlaser-Spitzenforschung
10 KLUGE KÖPFE
Dresden immer im Herzen
12 AUF EINEN BLICK
Aktuelle Bauprojekte
Die Erstaufnahmeeinrichtung
Max-Liebermann-Straße in Leipzig
INHALT
IMPRESSUM
Herausgeber:
Staatsbetrieb Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement
Wilhelm-Buck-Straße 4
01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium
der Finanzen
Redaktion:
SIB Zentrale:
Oliver Gaber, Petra Brommer,
Tobias Lorenz
Sandstein Kommunikation:
Hannah Szynal, Henriette Roth
Gestaltung:
Sandstein Kommunikation GmbH,
www.sandstein.de
Fotos:
David Nuglisch, Michael Miltzow
(S. 5 o. m.), Lothar Sprenger (S. 8),
pixabay (S. 8/9), David Brandt
(S. 10/11 u.), SIB/Zwingerbauhütte
(S. 11 m.), Prof. Jörg Schöner
(S. 11 u. r.), SIB (S. 12 o., S. 13),
HTWK Leipzig (S. 12 u.)
Druck:
VDD AG
Redaktionsschluss:
31. 7. 2017
Copyright
:
Diese Veröffentlichung ist urheber-
rechtlich geschützt. Alle Rechte, auch
die des Nachdruckes von Auszügen und
der fotomechanischen Wiedergabe, sind
dem Herausgeber vorbehalten.

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Bauen ist stets eine Herausforderung. Das gilt
besonders für die unvorhergesehenen Maßnah-
men und Projekte. In den letzten Jahren gab es
davon einige zu bewältigen. So musste der SIB
pragmatische und schnelle Lösungen finden, um
genügend Kapazitäten für die Unterbringung
von Asylsuchenden zu schaffen. Unter der Regie
des SIB entstanden innerhalb weniger Monate
50 Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE). Eines der
Projekte – die EAE in Leipzig – stellen wir Ihnen
in diesem Heft vor.
Auch der ehemalige Leiter der Niederlassung
Dresden I, Ludwig Coulin, erinnert sich an seine
Zeit beim SIB, die geprägt war von ganz unter-
schiedlichen Herausforderungen und einmaligen
Bauaufgaben.
Seit seiner Gründung im Jahr 2003 hat der
SIB bewiesen, dass er ein verlässlicher Partner ist
und mit hohem Engagement und Fachwissen zur
Seite steht.
Dies wird auch durch das Projekt »SIB 2020«
weiter vorangetrieben. Der innerbetriebliche
Prozess zur Neuausrichtung wurde nicht nur an-
gestoßen, sondern befindet sich mitten in der
Umsetzung. Bis Ende des Jahres sollen alle gro-
ßen Veränderungen erfolgt sein, um im kom-
menden Jahr in einem Rückblick die Ergebnisse
zu überprüfen.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre
dieser zweiten Ausgabe und freuen uns über Ihre
Anregungen.
EDITORIAL
Prof. Dieter Janosch
Technischer
Geschäftsführer
Oliver Gaber
Kaufmännischer
Geschäftsführer

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2
2|2017
Anfang des Jahres – nach Silvester und vor den Winterferien
– ist der Besucherandrang im Residenzschloss Dresden
geringer als üblich. Diese Zeit wird genutzt, um das Neue
und das Historische Grüne Gewölbe auf Hochglanz zu
polieren sowie Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten
vorzunehmen.
Gewusel
im Schloss
EIN WOCHE MIT
November 2016:
Erste Planungen
Bereits zwei Monate früher beginnt Stefan Mül-
ler mit den Vorbereitungen für die Schließwo-
che. Dieser Vorlauf ist nötig, um die vielen ver-
schiedenen Gewerke und deren Aufgaben zeit-
lich exakt zu koordinieren. Geplant wird in enger
Zusammenarbeit der zwei Sachgebiete Techni-
sches Facility Management und Immobilienma-
nagement 2.
Stefan Müller tauscht sich intensiv mit allen
Beteiligten aus. Gemeinsam mit Restauratoren,
Technikern und Vertretern der Staatlichen
Kunstsammlungen Dresden werden die turnus-
mäßigen Arbeiten sowie die zusätzlichen Maß-
nahmen festgelegt. Hierzu gehören vor allem
umfangreiche Malerarbeiten oder Reparaturen.
23.1.2017: Es geht los
Dietmar Böhmer und sein Team sind diejenigen,
die die Schließwoche einläuten. Sie fangen mit
feuchten Lappen und Wedel den Staub ein,
damit dieser später nicht aufgewirbelt wird. So
schaffen sie die Voraussetzungen für die nach-
folgenden Arbeiten aller Gewerke.
Selbst das kleinste Detail wird sorgfältig abgestaubt.
Dietmar Böhmer bei der Reinigung der wertvollen
Ausstellungseinrichtung.

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3
EIN WOCHE MIT
2|2017
25.1.2017:
Hand in Hand
Inzwischen sind alle Vitrinen und Ausstellungs-
stücke verhüllt, um sie vor Staub und Farbe zu
schützen. Die Maler sind in vollem Gange und
bessern Wand- sowie Deckenfarbe aus. Restau-
ratoren sind immer zugegen und achten darauf,
dass die wertvollen Ausstellungstücke unver-
sehrt bleiben.
Während das Reinigungspersonal ein Auge
darauf hat, dass entstandener Schmutz schnell
wieder verschwindet, kümmert sich Dietmar
Böhmer um die fachgerechte Reinigung der vie-
len Strahler und Lampen. Diese Aufgaben sind
zur Vermeidung der Brandgefahr wichtig, kön-
nen aber nur während der Schließzeit durchge-
führt werden.
Stefan Müller betont, dass Wartung und Be-
trieb der Gebäude viele verschiedene Facetten
haben. Natürlich müssen die Objekte gereinigt
und gepflegt werden – doch es gehört auch
dazu, Gebäude und Ausstellungsstücke zu res-
taurieren und dafür zu sorgen, dass sie gut ge-
sichert sind.
Gerade im Historischen Grünen Gewölbe, in
dem die Ausstellungsstücke frei präsentiert
Zur Person
Stefan Müller, Sachgebietsleiter Technisches
Facility Management im SIB, ist verantwortlich
für die ordnungsgemäße Wartung und
Verwaltung von über 500 Objekten im Freistaat
Sachsen – darunter renommierte Häuser wie
die Dresdner Semperoper, das Dresdner
Staatsschauspiel, der Sächsische Landtag und
das Dresdner Residenzschloss mit dem Neuen
und dem Historischen Grünen Gewölbe.
Dietmar Böhmer ist Vorarbeiter bei der
RWS Gebäudeservice GmbH. Er und sein
Reinigungsteam sind »die guten Geister« im
Hintergrund und für die Besucher unsichtbar.
Seit nunmehr sieben Jahren kümmern sie sich
darum, dass die Räumlichkeiten im Residenz-
schloss blitzeblank sind: liebevolle Präzisions-
arbeit für die ansonsten eher zupackende
Truppe. Beauftragt wird die RWS durch das
Sachgebiet Immobilienmanagement 2.
Stefan Müller, Sachgebietsleiter
Technisches Facility Management
Im Neuen und im
Historischen Grünen Gewölbe
werden jedes Jahr gereinigt:
225
Vitrinen mit aktiver
und passiver Klimatisierung
38
große, dreiflügelige
Fenster
werden, kommt spezielle Sicherheitstechnik zum
Einsatz (Laserscanner), die regelmäßig überprüft
und gewartet wird. Während der Schließzeit
werden zudem Beleuchtung und Klimatisierung
der Vitrinen sowie deren Dichtheit geprüft und
gegebenenfalls verbessert.
27.1. 2017:
Die Besucher können kommen
Gemeinsam mit dem Reinigungspersonal been-
det Dietmar Böhmer die Schließwoche. Er besei-
tigt sämtliche Spuren, die Maler, Restauratoren
und Techniker hinterlassen haben, säubert die
Vitrinen von außen und wischt alle Räume noch
einmal durch.
Stefan Müller und Dietmar Böhmer sind sich
einig: Das Residenzschloss Dresden ist als Ar-
beitsplatz einmalig. Es herrscht eine außerge-
wöhnliche Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.
Eine Woche voller Wartungs-, Instandhal-
tungs- und Reinigungsarbeiten geht zu Ende. Nur
durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten
konnte das immense Arbeitspensum gemeistert
werden. Das Neue und das Historische Grüne
Gewölbe können wieder ihre Pforten öffnen und
erstrahlen für die Besucher in vollem Glanz.

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4
2|2017
So konnte die Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) Max-Liebermann-Straße
in Leipzig ein Jahr früher als ursprünglich geplant fertiggestellt werden.
Insgesamt wurden zwei denkmalgeschützte Gebäude umgebaut, zwei
Lagergebäude saniert sowie sieben Neubauten errichtet.
Pragmatisch und unkonventionell
Wenn Tobias Mix an diese Ausnahmesituation und an den damit verbun-
denen hohen Arbeitsaufwand denkt, fallen ihm vor allem zwei Wörter ein:
pragmatisch und unkonventionell. »Wir mussten auf dem schnellsten
Wege mit pragmatischen Lösungen Objekte bereitstellen. Ein normales
und geordnetes Verwaltungshandeln war da kaum noch möglich. Es
mussten unkonventionelle Lösungen her.«
Genau das hat der SIB geschafft. Turnhallen und ehemalige Baumärkte
wurden zu Notunterkünften umfunktioniert, Zeltstandorte wurden geschaffen.
Und in Leipzig wurde die EAE Max-Liebermann-Straße im Eiltempo gebaut.
Auf dem ehemals von der Bundeswehr militärisch genutzten Grundstück
wurden 15 Gebäude abgerissen, sieben neu gebaut und zwei umgebaut.
Seit November 2016 ist die EAE bezugsfertig und bietet Platz für bis zu
700 Personen. Bernd Hentrich zählt auf: »Wir haben hier zwei Gebets-
räume, zwei Sporträume, ein großes Kinderspielzimmer, drei Schulungs-
räume sowie mehrere Spiel- und Sportplätze in den Außenanlagen, um
den Geflüchteten Raum für ihre Tagesgestaltung zu geben.«
Die Ruhe nach dem Sturm
Inzwischen ist es wieder ruhiger und 38 der insgesamt 50 vom SIB errich-
teten EAE wurden zurückgebaut. Die Kapazitäten der acht derzeit genutz-
ten EAE reichen aus, zusätzlich stehen weitere vier EAE auf »Standby« und
könnten bei Bedarf innerhalb weniger Tage bezogen werden.
GUTE IDEEN
Schnell,
Im Bereich der straßenabgewandten Seite der Anlage gruppieren sich
sechs baugleiche, dreigeschossige Neubauten als Unterkunftsgebäude.
Die Jahre 2015 und 2016 waren
eine große Herausforderung.
Durch den enormen Anstieg
Asylsuchender mussten innerhalb
kürzester Zeit immens viele
Unterbringungsplätze geschaffen
werden. Eine Mammutaufgabe,
zu deren Lösung der SIB
wesentlich beigetragen hat.
Die denkmalgeschützten Klinkerbauten aus dem Erbauungsjahr 1875
wurden in die Nutzung integriert.

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5
GUTE IDEEN
2|2017
In Kürze
08/2014 Die Planungen für die EAE Max-Liebermann-Straße in Leipzig
beginnen. Zum damaligen Zeitpunkt ist die Fertigstellung für Anfang 2018
geplant.
03/2015 –10/2015 Die Ausschreibung wird vorbereitet und sieben Monate
später vergeben.
08/2015 –11/2015 Die Ereignisse überschlagen sich und die Dringlichkeit
steigt. Der Fertigstellungstermin wird auf Ende 2016 vorgezogen.
Der SIB beginnt mit den vorgezogenen Leistungen, legt auf dem Grundstück
Straßen an und kümmert sich um die Infrastruktur, damit der beauftragte
Generalunternehmer sofort mit dem Bau beginnen kann.
10/2015 Die Ausführungsplanung beginnt.
11/2015 –11/2016 Die EAE wird innerhalb von nur einem Jahr fertiggestellt.
43.000 m
2
großes Areal
700 Plätze stehen in der EAE zur Verfügung
12 Monate reine Bauzeit
veranschlagte Gesamtbaukosten: ca. 39,4 Millionen Euro
Voraussichtliche Abrechnungssumme: ca. 35 Millionen Euro
Leipzig
Bernd Hentrich, Sachbearbeiter
im Sachgebiet Hochbau
Die Innenräume sind freundlich
und funktional gestaltet.
Tobias Mix, Fachgebietsleiter
Immobiliensteuerung
Zur Person
Tobias Mix ist SIB-Fachgebietsleiter Immobiliensteuerung und primär für
die Verwaltung der behördlich genutzten Objekte zuständig. Darüber
hinaus ist er u. a. für die An- und Vermietung sowie die Liegenschaften
der Erstaufnahmeeinrichtungen verantwortlich.
Bernd Hentrich, Sachbearbeiter im Sachgebiet Hochbau, arbeitet vorrangig
im Landesbau, zu dem auch die Erstaufnahmeeinrichtungen gehören.
Beauftragt wird die RWS durch das Sachgebiet Immobilienmanagement 2.

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Fragen an
Oliver Gaber
Kaufmännischer
Geschäftsführer
Wie kam es zum Projekt »SIB 2020«?
Die Gründung des SIB liegt nun schon über zehn
Jahre zurück. In dieser Zeit wurde viel erreicht.
Gleichzeitig haben sich aber die Rahmenbedin-
gungen, in denen sich der SIB bewegt, verändert.
So stehen wir vor der Herausforderung, sowohl
unsere Abläufe als auch unsere Organisation an
diese neuen Gegebenheiten anzupassen.
Durch den bereits eingesetzten demografi-
schen Wandel werden auch in den kommenden
Jahren vermehrt Beschäftigte des SIB altersbe-
dingt ausscheiden. Damit ist ein Verlust von
Know-how verbunden. Die Stellenabbauver-
pflichtung bewirkt zudem, dass nur ein geringer
Teil der frei werdenden Stellen nachbesetzt
werden kann. Deshalb mussten wir unsere in-
ternen Prozesse kritisch hinterfragen und nach
Optimierungsmöglichkeiten suchen. So reiften
die ersten Ideen, daraus ein Konzept und aus
dem Konzept ein Prozess, in dessen Mitte wir
uns jetzt befinden.
Welche Hauptziele verfolgt das Projekt?
Die ganzheitliche Betrachtung der Immobilien
über den gesamten Lebenszyklus soll stärker in
die Kernprozesse einfließen. So werden u. a. Pro-
jektleiter und Objektmanager über die komplette
Planungs- und Bauphase mit eingebunden. Das
war früher nicht der Fall.
Zudem sollen die Kernprozesse deutlich ver-
schlankt und beschleunigt werden. Dazu wur-
den auch Hierarchieebenen reduziert. Um die
Qualität und die Verfügbarkeit von unterstüt-
zenden Prozessen zu erhöhen, implementierten
wir zudem ein Shared Service Center (SSC).
Shared Service ist die zentrale und räumliche
Zusammenfassung von internen Verwaltungs-
aufgaben für die Bereiche Personal, Rechnungs-
wesen, IT/Organisation, Recht und Vergabe. Die
Zentralisierung hat nicht nur den Vorteil einer
klaren Strukturierung und flacher Hierarchien,
sondern auch den, Fachwissen an einem Ort zu
bündeln und damit sehr viel effizienter agieren
zu können.
SIB INTERN
Welche Ideen und Maßnahmen
beinhaltet »SIB 2020«?
Zunächst wurden zahlreiche Prozessabläufe
einschließlich interner Tätigkeiten aufgabenkri-
tisch analysiert. Dies umfasste sowohl die Zweck-
und Vollzugskritik als auch ihre Bewertung. Im
Mittelpunkt stand dabei, bestehende Prozesse zu
verschlanken sowie Redundanzen und Schnitt-
stellen abzubauen.
Im Kern geht es also um zwei Aspekte. Zum
einen wird der Prozess der Großen Baumaßnah-
men (GBM) schlanker gestaltet und zum anderen
werden Verwaltungsaufgaben über die Shared
Services zentralisiert.
Wie oben schon erwähnt, ist das übergeord-
nete Ziel, den Gedanken der Lebenszykluskosten
fest in alle Entscheidungs- und Arbeitsprozesse
zu integrieren. Das bedeutet, dass wir neben den
Kosten für die Umsetzung des Bauprojekts auch
die Folgekosten der Bewirtschaftung im Blick
haben. Denn nur wenn die Kosten über den ge-
samten Lebenszyklus betrachtet werden – von
der Idee über den Bau bis hin zur Bewirtschaf-
tung –, können sowohl aus ökonomischer als
auch ökologischer Sicht nachhaltige Entschei-
dungen getroffen werden.
2|2017
6
Zur Person
Die Geschäftsführung des SIB gliedert
sich in zwei Bereiche. Während Prof.
Dieter Janosch den technischen Bereich
verantwortet, liegt die kaufmännische
Geschäftsführung seit 2014 in den Händen
von Oliver Gaber.
Er ist insbesondere für das Immobilien-
management und die internen Prozesse
des Staatsbetriebs verantwortlich.
Zentrale Bedeutung hat hierbei das Projekt
»SIB 2020«: Mit der Vision einer schlanken,
effizienten und dennoch eng verzahnten
Verwaltung steht der SIB inmitten eines
umfassenden Strukturwandels, der im Jahr
2015 angestoßen wurde.

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7
SIB INTERN
Wie genau werden die Prozesse
verschlankt?
Große Baumaßnahmen sind Mammutprojekte
im oberen Millionenbereich, die über Jahre in-
tensive und teilweise lange Prozesse von der
Meinungsbildung bis zur Bauumsetzung durch-
laufen. Hierbei ändern sich zwangsläufig mehr-
fach Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten
– politische, aber auch innerhalb des Staatsbe-
triebs. Diese Prozesszuständigkeiten innerhalb
des SIB sollen klarer definiert werden. Hier spielt
auch die eingangs angesprochene engere Ver-
zahnung eine Schlüsselrolle.
Bis wann soll »SIB 2020«
umgesetzt werden?
Der Name des Projekts definiert dessen Ziel:
2020. Gemeinsam mit der Belegschaft haben
wir bereits Anfang 2015 damit begonnen, das
Umsetzungskonzept zu erarbeiten. Im Januar
2017 haben wir mit der Umstrukturierung im
Bau- und Immobilienmanagement sowie mit
den Shared Services angefangen.
Geplant ist, dass die großen Veränderungen bis
Ende 2017 erfolgt sind. Für Anfang 2018 ist die
Review-Phase geplant. Die Umsetzung aller er-
forderlichen Maßnahmen soll bis 2019 abge-
schlossen sein, damit das Projekt ab 2020 voll-
ständig im Regelbetrieb läuft.
Welche Auswirkungen hat »SIB 2020«
konkret?
Für die späteren Nutzer einer Baumaßnahme,
sei es nun eine Polizeistation oder eine neue
Bibliothek, werden sich vor allem die Auftrags-
abläufe ändern. Bisher war der SIB sehr invol-
viert – mitunter schon im Prozess der Mei-
nungsbildung. Künftig wird der Staatsbetrieb
erst dann verantwortlich, wenn das Bauprojekt
definitiv positiv entschieden und umzusetzen
ist. Diese Entscheidung trifft das zuständige
Ressort gemeinsam mit dem Staatsministerium
der Finanzen.
2|2017
7
Die
Zukunft
im Blick
Ein Fazit zur Halbzeit?
Das Konzept zur Umstrukturierung des Staats-
betriebs ist im Wesentlichen durch innerbe-
triebliche Projektgruppen entstanden. Große
Teile der Belegschaft konnten von Beginn an
ihre fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen
einbringen. Mit dem enormen Engagement aller
Beteiligten wurde dies alles parallel zum Tages-
geschäft erfüllt. Dafür zolle ich der Belegschaft
wirklich Respekt und meinen Dank!

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21,3
Mio. €
… Baukosten für den dreigeschossigen Baukörper
mit modernster Haustechnik, die u. a.
zwei elektrisch betriebene Wärmepumpen,
zwei Erdgas-Brennwertkessel, diverse
Kältemaschinen und ein Erdsondenfeld umfasst.
8
2|2017
SIB IN ZAHLEN
… reichen die Erdsonden,
die zur teilweisen Beheizung
des Gebäudes durch Erdwärme
eingesetzt werden.
m in die Tiefe
100
Superlaser-Spitzenforschung
Das neue Forschungsgebäude des
Instituts für Lasertechnik in Mittweida
Im Oktober 2016 wurde der Hochschule Mittweida das neue Forschungs-
gebäude des Instituts für Lasertechnik feierlich übergeben. Hier arbeiten
Forscher mit dem weltweit leistungsstärksten Monomode-Faserlaser auf
internationalem Spitzenniveau.
Mit dem Neubau wurden drei Institutsteile in einem Haus konzentriert
und damit ideale Bedingungen für die Forschung in Sachsen geschaffen.
Es entstanden neue Labore und Büros, die durch die Zusammenführung
an einem Ort auch die Kommunikation der Arbeitsgruppen wesentlich
verbessern. So wird der Institutsneubau die Laserforschung in Mittweida
weiter beflügeln. Ein guter Anlass, um einen genaueren Blick auf das
Gebäude zu werfen.
630
kVA
Anschlusswert
… besitzt eine Transformatorstation.
Das entspricht der Anschlussleistung
von 21 Einfamilienhäusern.

9
10
Milliardstel
Meter
… dünn sind die Schichten,
die die Laser im Institut von
Materialien abschneiden können.
9
48
… Starkstromkabel
wurden insgesamt verlegt.
Das entspricht der Entfernung
von Dresden nach Freiberg.
SIB IN ZAHLEN
2|2017
km
10
kW Leistung
… besitzt der weltweit
leistungsstärkste
Monomode-Faserlaser.
Jahre
Bauzeit
… von der Baufeldfreimachung
bis zur Übergabe.
62
… Datenkabel werden für
die Arbeit im Institut benötigt –
aneinandergelegt reicht das
von Dresden bis nach Mittweida.
km

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10
2|2017
KLUGE KÖPFE
Als Ludwig Coulin nach Dresden kam, sah die Stadt noch
ganz anders aus als heute. Er erinnert sich daran, dass erst
wenige Gebäude fertig waren. Landtag und Staatskanzlei
wurden gerade gebaut, der Carolaplatz war in Planung und
die Frauenkirche hat er als geordnete Ruine kennengelernt.
Dresden
immer im
Herzen
Ludwig Coulin im Gespräch mit einer Restauratorin.
Das Dresdner Residenzschloss ist ein einmaliges
Bauprojekt – detailgetreu und modern zugleich.

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11
KLUGE KÖPFE
2|2017
»Ich weiß es noch wie heute, am 18. Juli 1994
habe ich meinen Dienst als Amtsvorsteher des
Staatshochbauamts in Dresden angetreten. Es
war eine Aufbruchstimmung in der Stadt. Viele
Projekte waren bereits begonnen und man
konnte von Tag zu Tag und Woche zu Woche
sehen, wie die Objekte Gestalt annahmen.«
Seitdem ist viel passiert in der Stadt. Besonders
in Erinnerung geblieben sind ihm die beiden Flu-
ten 2002 und 2013. Die Semperoper, das Dresdner
Schloss, die Gemälde der Gemäldegalerie Alte
Meister und der Galerie Neue Meister – alles
überflutet. Doch in dem Chaos wurde auch deut-
lich, wie gut die vielen Helfer von nah und fern
zusammengearbeitet haben. Gemeinsam konnte
das Schlimmste verhindert werden.
Ein wahr gewordener Traum
Jedes Objekt und jede Maßnahme, die Coulin in
Dresden begleitet hat, waren tolle Aufgaben für
ihn. Doch das Dresdner Schloss besitzt eine Son-
derstellung. In jungen Jahren hatte Coulin das
Neue Schloss in Stuttgart mit aufgebaut, später
auch das Alte Schloss. Dass er durch die Wieder-
vereinigung die Möglichkeit erhielt, auch am Auf-
bau des Dresdner Schlosses mitzuwirken, ist ein
wahr gewordener Traum für ihn. »Es ist eine ein-
malige Situation, wenn man in seinem beruflichen
Leben ein Schloss aufbauen darf«, resümiert er.
Mit großen Schritten voran
An seine Arbeit im SIB denkt der gebürtige
Schwabe mit einem guten Gefühl zurück. Für
die Aufgaben, die er hier bekam und für die Ob-
jekte, um die er sich kümmern durfte, ist er sehr
dankbar.
Besonders stolz macht ihn, dass in all den
Jahren stets Hand in Hand gearbeitet wurde. Die
baulichen Erfolge, so betont er, müssen auf viele
Häupter verteilt werden. Und so wird es auch in
Zukunft sein.
Auch wenn Ludwig Coulin Dresden erst ein-
mal verlässt, er wird immer eine starke Bindung
zu Sachsen und insbesondere zu Dresden haben.
Er wird die Stadt, sagt er mit einem Lächeln,
immer im Herzen tragen.
Zur Person
Ludwig Coulin, ehemaliger Niederlassungsleiter
der Niederlassung Dresden I, wurde dieses Jahr
in den Ruhestand verabschiedet. Er begann
seine Arbeit in Dresden vor rund 22 Jahren und
prägte seitdem das Stadtbild mit.
Der Wiederaufbau des Dresdner Schlosses als Generationenaufgabe.
Der überflutete Zwingerhof im Jahr 2002.

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12
2|2017
AUF EINEN BLICK
Auf einen
Blick
Barockschloss Rammenau
Aufwendige Restaurierungsarbeiten
abgeschlossen
Das kostbare Vogelzimmer und das schlichtere
Kornblumenzimmer im Barockschloss Ramme-
nau wurden seit Anfang 2016 aufwendig res-
tauriert. Im April 2017 wurden die Arbeiten
abgeschlossen. Die Restaurierung der beiden im
Erdgeschoss liegenden Zimmer reiht sich ein in
einen bereits 15 Jahre dauernden Prozess, bei
dem die wertvollen Innenräume des Barock-
schlosses instandgesetzt werden und dem
Schloss so schrittweise die einstige Wohnkultur
des 18. und 19. Jahrhunderts zurückgegeben
wird. Im Fokus der Arbeiten stand außerdem die
statische Verbesserung der Geschossdecken, die
nach heutigen Vorschriften nur noch einge-
schränkt nutzbar waren.
Bauzeit 15 Monate
Baukosten ca. 630.000 €
HTWK Leipzig
Neues Domizil für Architekten
im Lipsius-Bau
Im Februar 2017 wurden die Arbeiten am Lipsi-
us-Bau an der Hochschule für Technik, Wirtschaft
und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) erfolgreich
abgeschlossen und der Fachbereich Architektur
konnte sein neues Domizil beziehen. Ziel der vom
SIB betreuten Baumaßnahme war es, die Arbeits-
bedingungen für den Lehr- und Forschungsbe-
reich Architektur zu verbessern. Offene, großzü-
gige Atelierbereiche sollen den Gedankenaus-
tausch und die Kreativität unterstützen. Dazu
wurden störende Trennwände entfernt und so
zusammenhängende Atelier- und Seminarflächen
geschaffen. Zusätzlich wurde der Bodenbelag
komplett erneuert. Durch großzügige Fenster
wurden in den Räumen deutlich bessere Licht-
verhältnisse geschaffen.
Bauzeit 1 Jahr
1.360 m
2
Nutzfläche
Baukosten ca. 1,1 Millionen €

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13
AUF EINEN BLICK
2|2017
TU Dresden
Sanierung des Fritz-Foerster-Baus
schreitet voran
Als architektonisch bedeutendes Kulturdenkmal
ist der Fritz-Foerster-Bau ein zentrales Gebäude
auf dem Campus der Technischen Universität
Dresden (TU Dresden). Nun wird er umfassend
saniert. Zukünftig soll hier die bislang verstreute
Universitätsverwaltung zentral untergebracht
werden, um kürzere Wege und eine noch engere
Kommunikation zwischen Studierenden und
Verwaltung zu ermöglichen. Da das Gebäude
jahrzehntelang als Chemielabor genutzt wurde,
ging dem Umbau eine umfassende Schad-
stoffsanierung voraus.
Geplante Fertigstellung im August 2019
Baukosten ca. 45 Millionen €
Polizeiverwaltungsamt
Service- und Logistikzentrum in Dresden
feiert Richtfest
Im April 2017 wurde im Beisein des Sächsischen
Staatsministers des Innern Markus Ulbig das
Richtfest für den Neubau am Polizeistandort
Stauffenbergallee gefeiert. Mit dem entstehen-
den Service- und Logistikzentrum wird der Aus-
bau des Standorts weiter vorangetrieben. Dafür
werden zwei Neubauten errichtet und ein Be-
Unter Strom
44 E-Ladestationen für die
sächsische Polizei
Mit Unterstützung des SIB wurde das bisher
größte E-Mobilitätsprojekt bei der sächsischen
Polizei erfolgreich umgesetzt. Um die flächen-
deckende Stromversorgung der E-Fahrzeuge zu
gewährleisten, installierte der SIB 44 leistungs-
starke Ladestationen. Damit steht der Polizei
nun eine moderne und zukunftsweisende Infra-
struktur zum »elektrischen Betanken« zur Verfü-
gung. Im leistungsstärksten Lademodus wird die
Batterie eines E-Fahrzeugs in etwa einer Stunde
von 0 auf 80 Prozent geladen.
Als erstes Polizeirevier erhielt Dresden Nord im
Juni 2016 eine Ladestation, bis Ende des Jahres
2016 folgten 43 weitere im gesamten Freistaat.
44 E-Ladestationen sachsenweit
standsgebäude umgebaut. Infrastrukturdienste
wie Kfz- und Ausrüstungswerkstätten erhalten
dann auf 5.800 m² Nutzfläche eine moderne
Unterbringung.
Geplante Fertigstellung im April 2018
Baukosten ca. 15 Millionen €

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www.sib.sachsen.de
78.000
Blatt Gold
...
wurden für Vergoldungen
an Decke, Kehle und
Geländer verwendet –
das sind ca.
1.400 g Gold.
Kleiner Ballsaal
im Dresdner Residenzschloss