Empfehlungen und Hinweise für Hegegemeinschaften im Freistaat Sachsen
Anlage: Mustersatzung für Hegegemeinschaften
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Anlage: Mustersatzung für Hegegemeinschaften
Die nachstehenden Empfehlungen und Hinweise für Hegegemeinschaften im Freistaat
Sachsen zur Umsetzung des neuen sächsischen Jagdrechts und die sich anschließende, an
die neue Rechtslage angepasste Mustersatzung für Hegegemeinschaften, wurden im Rah-
men einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der obersten, oberen und unteren Jagdbehörde so-
wie des Landesjagdverbandes Sachsen e. V. und der Hegegemeinschaften erarbeitet. Dabei
diente das Ergebnis einer von der obersten Jagdbehörde initiierten Abfrage zur Thematik
„Hegegemeinschaften“ bei den unteren Jagdbehörden und Forstbezirken sowie den bisher
im Freistaat Sachsen bestehenden Hegegemeinschaften als Arbeitsgrundlage.
1.
Jagdrechtliche Grundlagen für Hegegemeinschaften
-
Bundesjagdgesetz
§ 10a BJagdG – Bildung von Hegegemeinschaften
-
Sächsisches Jagdgesetz
§ 12 SächsJagdG – Hegegemeinschaften
§ 21 SächsJagdG – Abschussplan und Abschusskontrolle
§ 34 SächsJagdG – Jagdbeiräte
§ 35 SächsJagdG – Rechtsverordnungen
-
Sächsische Jagdverordnung
§ 2 SächsJagdVO – Abschussplan, Streckenliste, Streckenmeldung, Wildmonito-
ring
§ 9 SächsJagdVO – Hegegemeinschaften
-
Verwaltungsvorschrift des SMUL über das Schalenwild (VwV Schalenwild)
2.
Grundlagen zu Hegegemeinschaften
2.1 Rechtsform und Haftung
-
Hegegemeinschaften sind ein freiwilliger Zusammenschluss privatrechtlicher Art (§ 10a
Abs. 1 BJagdG).
-
SCHUCK/WELP [Bundesjagdgesetz, Kommentar, 2010, § 10a Rn. 3] führen aus, dass Vo-
raussetzung für die Bildung einer Hegegemeinschaft ein vertraglicher Zusammenschluss
von mindestens zwei Jagdausübungsberechtigten miteinander verbundener Jagdbezirke
ist.
-
Hegegemeinschaften unterstehen keiner staatlichen oder kommunalen Aufsicht.
-
Rechtsform: Auf die Hegegemeinschaft finden die Bestimmungen des Bürgerlichen Ge-
setzbuches (BGB) über den nicht rechtsfähigen Verein (nicht eingetragener Verein) An-
wendung, sofern eine entsprechende Satzung vorliegt. Diese Rechtsform mit einer ent-
sprechenden Satzung wird empfohlen.
Sofern keine Rechtsformentscheidung getroffen bzw. keine Satzung aufgestellt
wird, entsteht automatisch eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR). So-
mit wird auch beim nicht rechtsfähigen Verein eine Satzung benötigt.
Die Rechtsprechung wendet auf den nicht rechtsfähigen Verein weitgehend das
Recht des rechtsfähigen Vereins an, soweit dies nicht ausdrücklich auf die
Rechtsfähigkeit abstellt. Insbesondere gelten die Vorschriften über Berufung und
Bestellung der Organe (Vorstand, Mitgliederversammlung), über das Namens-
recht, über die Vereinssatzung usw. entsprechend. [CREIFELDS, Rechtswörter-
buch, 20. Auflage, 2011, S. 1274]
Damit die Hegegemeinschaft die Aufgaben u. a. nach § 21 Abs. 2, 3 und 5
SächsJagdG wahrnehmen kann, wird empfohlen, das Bestehen der Hegege-

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meinschaft schriftlich bei der unteren Jagdbehörde unter Beifügung der Satzung,
der Namen der Mitglieder und der Angabe der Mitgliedsflächen anzuzeigen.
-
Haftung: Die Mitglieder des nicht rechtsfähigen Vereins haften nicht akzessorisch für die
Verbindlichkeiten des Vereins. Die Vertretungsmacht des Vorstandes ist i. d. R. darauf
beschränkt, die Mitglieder nur hinsichtlich ihres Anteils am Vereinsvermögen zu verpflich-
ten. Auch bei einer Inanspruchnahme des Vereins aus § 831 BGB (Haftung für den Ver-
richtungsgehilfen) haftet ausschließlich das Sondervermögen. [PALANDT/ELLENBERG,
Bürgerliches Gesetzbuch, Kommentar, 70. Auflage, 2011, § 54 Rn. 12]
Die Haftung des Vorstandes kann gegenüber Dritten nicht in der Satzung auf Vor-
satz oder grobe Fahrlässigkeit beschränkt werden, da es sich um eine Regelung
zu Lasten eines unbeteiligten Dritten handeln würde. Der Vorstand kann jedoch
vom Verein die Befreiung von einer Verbindlichkeit verlangen, wenn der Schaden
nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht worden ist (vgl. § 31 a Abs. 2
BGB).
Gegebenenfalls kann in die Satzung ein Passus aufgenommen werden, nach
dem die Haftung auf das Vereinsvermögen beschränkt wird. Ebenso kann die
Vertretungsmacht des Vorstandes beschränkt werden.
2.2 Mitgliedschaft
-
Nach § 10a Abs. 1 BJagdG bilden die Jagdausübungsberechtigten die Hegegemein-
schaft. Abweichend hiervon kann die Hegegemeinschaft Grundeigentümer und Nut-
zungsberechtigte nach § 9 Abs. 2 SächsJagdVO aufnehmen.
Dies erleichtert die zwischen den Beteiligten notwendigen Abstimmungen über
die Ausübung der Jagd insbesondere auf landwirtschaftlich oder gärtnerisch ge-
nutzten Grundstücken (Beispiele: lebensraumverbessernde Maßnahmen, Zeit-
punkte der Wiesenmahd, Maisanbau).
Den Grundeigentümern und Nutzern, auf deren Flächen die Jagd ausgeübt wird,
sollte ein Stimmrecht in bestimmten Angelegenheiten zugebilligt werden.
-
Die Einzelmitgliedschaft eines Jagdgenossen ist nur möglich, sofern die Jagdgenossen-
schaft (Vertretung durch den Jagdvorstand bzw. beauftragten Jagdgenossen) nicht be-
reits Mitglied der Hegegemeinschaft ist (siehe § 9 Abs. 2 Satz 2 SächsJagdVO).
-
Der Beitritt von Jagdausübungsberechtigten zur Hegegemeinschaft ist freiwillig. Näheres
ist in der Satzung zu regeln. Daten zur Lage und Größe des Jagdbezirkes sollten erho-
ben werden.
-
Die Mitgliedschaft in der Hegegemeinschaft setzt keine Teilnahme am Gruppenab-
schussplan voraus.
-
Die Teilnahme weiterer Personen an den Sitzungen der Hegegemeinschaft als Gäste ist
möglich.
-
Rechte und Pflichten aller Mitglieder der Hegegemeinschaft regeln sich nach der Sat-
zung. Dabei können auch differenzierte Rechte und Pflichten für Jagdausübungsberech-
tigte und Grundeigentümer sowie Nutzer von Grundstücken bestimmt werden.
-
Der Verein ist wegen der ihm zustehenden Autonomie bei Festlegung der Voraussetzun-
gen für den Erwerb der Mitgliedschaft grundsätzlich frei. Auch bei Erfüllung der sat-
zungsmäßigen Voraussetzungen besteht i. d. R. keine Aufnahmepflicht; der Verein kann
sich aber insoweit durch eine entsprechende Satzungsbestimmung binden. [PALANDT/
ELLENBERG, a. a. O., § 25 Rn. 11]
2.3 Abgrenzung
-
Zur Hegegemeinschaft gehören die Flächen der Jagdbezirke der jagdausübungsberech-
tigten Mitglieder. Die Größe liegt somit im Ermessen der Hegegemeinschaft; sie ent-
scheidet über den Aufnahmeantrag eines Jagdausübungsberechtigten.
-
Mindestvorgabe: Zusammenschluss mehrerer zusammenhängender Jagdbezirke (§ 10a
Abs. 1 BJagdG)

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Dabei müssen administrative Grenzen (z. B. Landkreise) grundsätzlich nicht be-
achtet werden (siehe auch § 33 Abs. 2 SächsJagdG). Allerdings ist es i. d. R.
fachlich zweckmäßig, Hegegemeinschaften in den Grenzen eines Landkreises
oder einer Kreisfreien Stadt zu bilden. Zum einen ist das Landratsamt als untere
Jagdbehörde für die Abschussplanung zuständig. Außerdem überschreiten He-
gegemeinschaften eine praktikable Flächengröße, wenn eine Abstimmung und
Zusammenarbeit unter den Mitgliedern auf Grund zu großer Entfernungen und
der fehlenden örtlichen Verbundenheit nicht zu bewerkstelligen ist.
Ziel: jagdbezirksübergreifende Wildbewirtschaftung, größere Einheiten unter Ein-
beziehung einer Vielzahl von Jagdbezirken (Orientierung an den Wildlebensräu-
men); aber die Hegegemeinschaft sollte überschaubar bleiben.
Die Hegegemeinschaft teilt der unteren Jagdbehörde die Mitgliedsfläche mit, da-
rauf aufbauend legt die untere Jagdbehörde den räumlichen Wirkungsbereich
fest, für den die Hegegemeinschaft eine Empfehlung nach § 21 Abs. 3 Sächs-
JagdG zum Abschussplan abgibt.
-
Über die Abgabe der Abschussplanempfehlung hinaus erstreckt sich die Zuständigkeit
der Hegegemeinschaft jedoch nur auf die Flächen der Jagdausübungsberechtigten, die
Mitglieder in der Hegegemeinschaft sind.
-
Eine Überschneidung der Flächen unterschiedlicher Hegegemeinschaften sollte unbe-
dingt vermieden werden, zumal sich eine Hegegemeinschaft mit allen im Gebiet vor-
kommenden Wildarten befassen soll (§ 12 SächsJagdG).
2.4 Satzung
- Hegegemeinschaften die vor Inkrafttreten des „neuen“ Sächsischen Jagdgesetzes vom
08.06.2012 gebildet wurden, bestehen fort.
Eine Anpassung der Satzung von bestehenden Hegegemeinschaften an neue
Rechtsvorschriften ist zweckmäßig, da ansonsten die neuen gesetzlichen Rege-
lungen ersetzend an die Stelle der nunmehr dem Gesetz zuwiderlaufenden Sat-
zungsregeln treten. Eine zeitliche Vorgabe besteht hierfür nicht.
-
Für die Einreichung eines Gruppenabschussplanes sind gemäß § 9 Abs. 3 Nr. 1 Sächs-
JagdVO Nachweise über die außergerichtliche Vertretung des privatrechtlichen Zusam-
menschlusses gegenüber der Jagdbehörde vorzulegen. Dies sind in der Regel die Be-
stimmungen der Satzung zur Vertretung des Vereins sowie geeignete Nachweise über
die Wahl des Vorstandes.
-
Sofern die Satzung keine andere Bestimmung enthält, ist zur Gültigkeit eines Beschlus-
ses die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich (vgl. § 32 Satz 3 BGB).
2.5 Finanzierung
-
Die Finanz- und Beitragsordnung (sowie Disziplinarordnung) kann von der Hegegemein-
schaft im eigenen Ermessen gestaltet werden.
-
Empfohlen wird die Erhebung eines jährlichen Mitgliedsbeitrages (Regelung in Satzung)
zur Abdeckung des laufenden Geschäftsbedarfs.
-
Für die Hegegemeinschaft besteht grundsätzlich die Möglichkeit eine Vielzahl von Pro-
jekten über Mittel aus der Jagdabgabe zu finanzieren. Zuwendungsfähig sind insbeson-
dere:
Maßnahmen zum Schutz des Wildes sowie zur Erhaltung und Verbesserung der
Lebensgrundlagen des Wildes,
Maßnahmen zur Bildung, Unterstützung und Weiterentwicklung von Hegege-
meinschaften,
Einrichtungen und Maßnahmen zur Fortbildung der Jäger,
Veranstaltungen der jagdlichen Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Hegeschau).
-
Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass die Hegegemeinschaften hierbei mit Part-
nern, wie wissenschaftlichen Einrichtungen, Planungsbüros o. ä. zusammenarbeiten und
diese Antragsteller für die Projekte sind.

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-
offene Fragen: Können Hegegemeinschaften selbst Antragsteller sein und welche Vo-
raussetzungen sind daran gebunden? Besteht seitens der Jagdverbände die Möglichkeit,
Projekte von Hegegemeinschaften zu unterstützen (z. B. Hilfestellung bei der Antragstel-
lung über die örtlichen Jagdverbände)?
-
Administrative Belange der Hegegemeinschaft sind wie bisher nicht aus Mitteln der
Jagdabgabe finanzierbar.
-
Empfohlen wird, dass sich die Hegegemeinschaft vor Einreichung von Projekten mit der
Bewilligungsstelle im Staatsbetrieb Sachsenforst (obere Jagdbehörde) in Verbindung
setzt.
-
Es ist zu klären, wie die Finanzierung der Verwaltungsgebühren des Gruppenabschuss-
planes innerhalb der Hegegemeinschaft erfolgt. (Gebühr für einen Gruppenabschussplan
nach SächsKVZ ca. 40 – 110 EUR, Gebühr für einen Einzelabschussplan nach Sächs-
KVZ ca. 40 – 160 EUR).
3.
Aufgaben von Hegegemeinschaften
-
Unter Beachtung der nachstehenden rechtlichen Vorgaben legt die Hegegemeinschaft in
ihrer Satzung fest, welche Aufgaben sie wahrnimmt.
3.1 Aufgaben nach SächsJagdG
-
§ 12 SächsJagdG: „Eine Hegegemeinschaft soll sich mit allen im Gebiet vorkommenden
Wildarten befassen, soweit eine jagdbezirksübergreifende Hege der Wildarten wildbiolo-
gisch und jagdfachlich sinnvoll ist.“
- § 21 Abs. 3 SächsJagdG: „Beteiligt sich ein Jagdausübungsberechtigter nicht am Grup-
penabschussplan, gibt die Hegegemeinschaft, in deren räumlichen Wirkungsbereich der
Jagdbezirk liegt eine Empfehlung zur Abschussplanung gegenüber der Jagdbehörde ab.
Satz 1 gilt gegenüber der oberen Jagdbehörde für Verwaltungsjagdbezirke entspre-
chend.“
Die Jagdbehörde sollte auf Anfrage der Hegegemeinschaft entsprechend aufbe-
reitete Informationen über die gutachtliche Stellungnahme zum Zustand der Ve-
getation im Wald und zur Jagdstrecke für die Gemeinschaftlichen Jagdbezirke
und Eigenjagdbezirke, für die sie eine Abschussplanempfehlung abgibt, zur Ver-
fügung stellen (die Jagdbehörde braucht diese Daten ebenfalls für die Bewertung
der Abschusspläne) – siehe Umweltinformationsgesetz (UIG) und § 29 Abs. 1
Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG).
-
Mitwirkung eines Vertreters der Hegegemeinschaften im Jagdbeirat der obersten Jagd-
behörde sowie bei den unteren Jagdbehörden.
3.2 Aufgaben nach § 9 Abs. 1 SächsJagdVO
- In dieser Vorschrift werden nicht abschließend („insbesondere“) weitere 10 zweckmäßi-
gerweise von einer Hegegemeinschaft wahrzunehmende Aufgaben benannt:
1. Planung und Umsetzung von lebensraum- und äsungsverbessernden Maßnahmen
Hierbei bietet sich eine Zusammenarbeit mit anerkannten Naturschutzvereinigun-
gen an, um beispielsweise lebensraumverbessernde Maßnahmen in Planungs-
verfahren als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen einzubringen.
Zur besseren Umsetzung dieser Maßnahmen sollten Grundeigentümer und Nut-
zer daher Mitglied in der Hegegemeinschaft sein (§ 9 Abs. 2 SächsJagdVO).
2. Abstimmung der Abschussplanentwürfe
Diese regelt die Hegegemeinschaft intern (z. B. Erarbeitung eines Gesamtplanes
und Aufteilung des Gruppenabschussplanes einschließlich Geschlecht und Al-
tersklasse durch die Hegegemeinschaft oder durch Zusammenfassung der ein-
zelnen Abschussplanvorschläge der Jagdbezirke).

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Abgabe der Empfehlung zur Abschussplanung für Jagdbezirke im räumlichen
Wirkungsbereich der Hegegemeinschaft (die sich nicht am Gruppenabschussplan
beteiligen) gegenüber der unteren Jagdbehörde sowie Abgabe der Empfehlung
gegenüber der oberen Jagdbehörde zum forstbezirksweise aufzustellenden
Gruppenabschussplan in den Verwaltungsjagdbezirken (§ 21 Abs. 3 Sächs-
JagdG).
Zwischen allen am Abschuss innerhalb der Hegegemeinschaft Beteiligten (unab-
hängig von Gruppenabschussplan, Einzelplan, Jagdbezirk ohne Abschussplan)
sollte eine regelmäßige Abstimmung und ein regelmäßiger Informationsaustausch
erfolgen. (Beispielsweise sollte die Hegegemeinschaft regeln, dass eine Informa-
tion über die Jagdstrecken von den nicht am Gruppenabschussplan beteiligten
Mitgliedern an die Hegegemeinschaft erfolgt.)
Die Hegegemeinschaft kann Regelungen zum Nachweis von Abschüssen treffen
(z. B. körperlicher Nachweis).
3. Wildfütterungskonzeptionen
Sind nur dort sinnvoll, wo regelmäßig jährlich wiederkehrend Notzeit herrscht.
4. Beurteilung der Wildschadenssituation
Eine Zusammenarbeit mit Jagdgenossenschaften und Flächennutzern zur Ver-
meidung von Wildschäden ist sinnvoll.
5. Mitwirkung beim Wildmonitoring
Unterstützung der Jagdausübungsberechtigten bei der systematischen Erfas-
sung, Beobachtung und Überwachung bestimmter Wildarten gemäß § 3 Abs. 7
SächsJagdG.
6. Erstellung von Hegeplänen für gefährdete Wildarten
Die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Jagdverbänden
wird empfohlen.
7. Abstimmung des Einsatzes von Nachsuchegespannen
Dazu sollten entsprechende Wildfolgevereinbarungen zwischen den Mitgliedern
der Hegegemeinschaft abgeschlossen werden.
8. Organisation jagdlicher Übungsschießen
Die Zusammenarbeit mit Jagdverbänden wird empfohlen.
9. Durchführung von Hegeschauen
Diese sollten mit anderen Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit verbunden wer-
den.
Abstimmung mit Jagdverbänden, Jagdgenossenschaften und Forstbezirken wird
empfohlen.
10. Durchführung jagdbezirksübergreifender Jagden
3.3 Weitere Aufgaben
-
Neben den rechtlich vorgegebenen Aufgaben können weitere Aufgaben durch die Hege-
gemeinschaften wahrgenommen werden; beispielsweise Maßnahmen der Öffentlich-
keitsarbeit und zur Fortbildung der Mitglieder.
4.
Gruppenabschussplanung
4.1 vorzulegende Nachweise der Hegegemeinschaft
- § 9 Abs. 3 SächsJagdVO: „Wird von der Hegegemeinschaft bei der Jagdbehörde ein
Gruppenabschussplan eingereicht, sind geeignete Nachweise vorzulegen über
1. die außergerichtliche Vertretung des privatrechtlichen Zusammenschlusses gegen-
über der Jagdbehörde,
2. die am Gruppenabschussplan teilnehmenden Jagdausübungsberechtigten ein-
schließlich Lage und Größe der betroffenen Jagdbezirke,

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3. das Verfahren der Aufstellung des Gruppenabschussplanes und Kontrolle seiner Er-
füllung.“
4.2
Aufstellungsverfahren in der Hegegemeinschaft
-
Es wird empfohlen, dass die am Gruppenabschussplan beteiligten Jagdausübungsbe-
rechtigten eine schriftliche Vereinbarung mit dem Vorstand der Hegegemeinschaft ab-
schließen.
Entspricht den geforderten Nachweisen nach § 9 Abs. 3 Nr. 2 und 3 SächsJagd-
VO.
In der Vereinbarung kann auch die Sanktionierung von Verstößen für den Zeit-
raum der Abschussplanperiode geregelt werden.
Die Teilnahme am Gruppenabschussplan setzt die Mitgliedschaft des Jagdaus-
übungsberechtigten in der Hegegemeinschaft voraus. Ein Austritt aus der Hege-
gemeinschaft ist für am Gruppenabschussplan teilnehmende Jagdausübungsbe-
rechtigte im Abschussplanzeitraum nicht möglich (§ 21 Abs. 2 Satz 3 Sächs-
JagdG). Dies ist in der Satzung unter dem Punkt ‚Beendigung der Mitgliedschaft‘
zu berücksichtigen.
-
In einer Hegegemeinschaft können zwar mehrere Gruppenabschusspläne je Wildart auf-
gestellt werden, Ziel ist aber die Erstellung eines Gruppenabschussplanes je Lebens-
raum und Wildart für die gemeinschaftlichen Jagdbezirke und die Eigenjagdbezirke.
-
Der Gruppenabschussplan in den Verwaltungsjagdbezirken wird für jeden Forstbezirk im
Benehmen mit der Hegegemeinschaft aufgestellt; eine Teilnahme am Gruppenab-
schussplan der Hegegemeinschaft ist nicht möglich (§ 21 Abs. 5 SächsJagdG).
-
Gleichwohl können innerhalb der Hegegemeinschaft Vereinbarungen zum gegenseitigen
Ausgleich von Streckenergebnissen zwischen den Gruppenabschussplänen getroffen
werden. Sofern ein Austausch bei der Stückzahl zwischen dem Gruppenabschussplänen
innerhalb der Hegegemeinschaft erfolgen soll, bedarf dies der vorherigen Bestätigung
der Jagdbehörden (Genehmigung der Abschussplanänderungen).
-
Festlegung eines Gruppenabschussplan-Verantwortlichen (Koordinator).
-
Die Einreichung des Gruppenabschussplanes erfolgt durch den Vorstand als gesetzli-
chen Vertreter der Hegegemeinschaft. Bescheidempfänger ist die Hegegemeinschaft,
vertreten durch den Vorstand.
-
Bestätigung des Verfahrens durch Unterschrift des einzelnen teilnehmenden Jagdaus-
übungsberechtigten und der Vorstände der teilnehmenden Jagdgenossenschaften.
-
Die Gruppenabschussplanung erfolgt nur nach Wildart und Stückzahl (§ 21 Abs. 1 Satz 2
SächsJagdG).
- § 21 Abs. 2 Satz 3 BJagdG: „In gemeinschaftlichen Jagdbezirken ist der Abschussplan
vom Jagdausübungsberechtigten im Einvernehmen mit dem Jagdvorstand aufzustellen.“
-
weitere Voraussetzung für Gruppenabschussplan: Die Eigentümer oder Nutznießer der
Eigenjagdbezirke haben nachweislich ihr Einvernehmen zu den von den Jagdaus-
übungsberechtigten geplanten anteiligen Abschusszahlen erteilt (§ 21 Abs. 2 Satz 1
SächsJagdG).
4.3 Bestätigung/Festsetzung durch die Jagdbehörde
-
Der von der Hegegemeinschaft eingereichte Gruppenabschussplan wird von der unteren
Jagdbehörde bestätigt oder festgesetzt.
-
Fällt ein Gruppenabschussplan in die örtliche Zuständigkeit mehrerer Jagdbehörden, ist
die Jagdbehörde zuständig, in deren Zuständigkeitsbereich der Schwerpunkt der Ange-
legenheit liegt (§ 33 Abs. 2 SächsJagdG).
-
Zu berücksichtigen seitens der Behörde sind die Grundlagen für die Bewertung der Ab-
schusspläne gemäß Ziffer II Satz 1 und Satz 2 der VwV Schalenwild: „... Den eingereich-
ten Planentwürfen der Jagdausübungsberechtigten und Hegegemeinschaften ist, soweit
dies bei Anwendung der aufgeführten Kriterien ... möglich ist, Rechnung zu tragen.“

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4.4 Vollzug in der Hegegemeinschaft
-
Innerhalb der Hegegemeinschaft besteht großer Gestaltungsspielraum bei der Aufteilung
der Abschüsse zwischen den Jagdbezirken.
-
Ebenso besteht innerhalb der Hegegemeinschaft großer Gestaltungsspielraum bei der
Steuerung der Erfüllung des Gruppenabschussplanes, z. B:
Beim Gruppenabschussplan-Verantwortlichen (Koordinator) erfolgt unverzüglich
die Streckenmeldung vom Jagdausübungsberechtigten. Dieser informiert die
Teilnehmer regelmäßig über den Erfüllungsstand und ist Ansprechpartner gegen-
über der Jagdbehörde.
-
Auch im Rahmen eines Gruppenabschussplanes hat jeder teilnehmende Jagdaus-
übungsberechtigte über erlegtes und verendetes Wild eine Streckenliste zu führen (muss
zum Ende eines Monats aktuell vorliegen) und diese in Form einer Streckenmeldung zum
10. April an die Jagdbehörde zu melden (§ 2 Abs. 4 SächsJagdVO).
-
Die Nutzung der Online-Anwendung
(www.wildmonitoring.de)
wird empfohlen; in dieser
wird es ein spezielles Modul ‚Gruppenabschussplanung‘ geben.
-
Ausnahmegenehmigungen zur Aufhebung der Schonzeit oder des Nachtjagdverbotes
können auch beim Gruppenabschussplan nur durch den Jagdausübungsberechtigten bei
der unteren Jagdbehörde gestellt werden.
5.
Stellung und Handlungsrahmen des Staatsbetriebes Sachsenforst
-
Die Forstbezirke und Schutzgebietsverwaltungen (Forstbezirke) arbeiten in den Hege-
gemeinschaften mit.
-
Die Erstellung der Gruppenabschusspläne der Forstbezirke und der Vollzug erfolgen mit
hoher Transparenz gegenüber den Hegegemeinschaften. Sie können z. B. nach Revie-
ren oder populationsökologisch sinnvollen Gebietskulissen regional gegliedert sein. Die-
se regionalen Gliederungen des Gruppenabschussplanes haben keine Verbindlichkeit für
den Vollzug, sie stellen eine Orientierung für den Forstbezirk dar.
-
Der Vollzug wird entsprechend der rechtlichen Vorgaben erfasst und der Hegegemein-
schaft nach Absprache mindestens einmal jährlich zur Kenntnis gegeben.
-
Die Bestätigung der Gruppenabschusspläne der Forstbezirke durch die obere Jagdbe-
hörde erfolgt im Benehmen mit den betroffenen Hegegemeinschaften (§ 21 Abs. 5
SächsJagdG). Das Benehmen stellen die Forstbezirke her und erklären dies in Verbin-
dung mit der Vorlage der Gruppenabschussplanentwürfe bei der oberen Jagdbehörde zu
deren Bestätigung.

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Mustersatzung
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für Hegegemeinschaften
(nicht rechtsfähiger/ nicht eingetragener Verein)
§ 1
Name und räumlicher Wirkungsbereich
(1) Die Hegegemeinschaft führt den Namen: „Hegegemeinschaft ...“
(2) Sitz der Hegegemeinschaft ist …
(3) Das Geschäftsjahr ist das Jagdjahr.
(4) Auf die Hegegemeinschaft finden die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches
(BGB) über den nichtrechtsfähigen Verein Anwendung, soweit in dieser Satzung nichts an-
deres geregelt ist.
§ 2
Zweck und Aufgaben der Hegegemeinschaft
(1) Zweck der Hegegemeinschaft ist es, in ihrem räumlichen Wirkungsbereich eine großräu-
mig abgestimmte wildbiologisch und jagdfachlich sinnvolle Hege und Bejagung aller/ be-
stimmter Wildarten
2
zu gewährleisten.
(2) Dieser Zweck wird insbesondere durch folgende Aufgaben
3
verwirklicht:
Aufgaben nach § 9 Abs. 1 SächsJagdVO; siehe auch Nr. 3.2, 3.3 der Empfehlungen und
Hinweise für Hegegemeinschaften
(3) Sämtliche Aufgaben, die in dieser Satzung nicht einem bestimmten Organ ausdrücklich
zugewiesen sind, obliegen der Hegegemeinschaftsversammlung.
§ 3
Mitgliedschaft
(1) Mitglieder der Hegegemeinschaft können gemäß § 10a Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes
die Jagdausübungsberechtigten sein. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Sie wird durch eine
schriftliche Beitrittserklärung unter Vorlage der Daten zur Größe und Lage des Jagdbezirkes
erworben.
4
(2) Daneben können Grundstückseigentümer und Nutzer von Grundstücken, ausgenommen
Grundstücke in befriedeten Bezirken gemäß § 9 Abs. 2 SächsJagdVO ebenfalls Mitglieder
der Hegegemeinschaft sein. Sofern die Jagdgenossenschaft Mitglied der Hegegemeinschaft
ist, werden die Jagdgenossen durch den Jagdvorstand oder durch einen von ihm beauftrag-
ten Jagdgenossen vertreten.
5
Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Sie wird durch schriftliche Bei-
trittserklärung unter Vorlage geeigneter Eigentums- bzw. Nutzungsnachweise
6
erworben.
7
(3) Jedes Mitglied kann sich vertreten lassen. Die Vollmacht ist schriftlich zu erteilen. Ein
bevollmächtigter Vertreter kann nur ein Mitglied der Hegegemeinschaft vertreten.
(4) Jedes Mitglied erhält einen Abdruck der Hegegemeinschaftssatzung und erkennt diese
uneingeschränkt an.
1
Das vorliegende Muster beinhaltet lediglich die gesetzlichen Mindestanforderungen an eine Vereins-
satzung. Weitergehende Regelungen sind nicht ausgeschlossen, dürfen den Mindeststandards aber
nicht widersprechen.
2
Hierbei ist eine Schwerpunktsetzung auf bestimmte Wildarten möglich; diese sind zu benennen.
3
Die Aufzählung des § 9 Abs. 1 SächsJagdVO ist weder abschließend, noch müssen sämtliche Punk-
te übernommen werden. Die Hegegemeinschaft hat sich bei der Auswahl u. a. an ihrer Leistungsfä-
higkeit zu orientieren.
4
Hier ist es auch möglich, eine Entscheidungsbefugnis des Vorstandes über die Aufnahme von Mit-
gliedern zu regeln.
5
D. h., neben der Jagdgenossenschaft kann der einzelne Jagdgenosse nicht Mitglied der Hegege-
meinschaft sein; vgl. § 9 Abs. 2 Satz 2 SächsJagdVO.
6
z. B. Grundbuchauszug, Pachtvertrag
7
s. o. (Fußnote 4)

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§ 4
Ende der Mitgliedschaft
(1) Die Mitgliedschaft endet durch:
1. Tod,
2. Austritt,
3. Verlust des Jagdausübungsrechts oder der Rechtsstellung als Grundstückseigentümer
oder Nutzer eines Grundstücks,
4. Ausschluss.
(2) Der Austritt ist nur zum Ende eines Jagdjahres möglich, soweit diese Satzung keine ab-
weichende Regelung trifft. Er muss schriftlich bis zum 31. Dezember gegenüber dem Hege-
gemeinschaftsvorstand erklärt werden.
(3) Der Austritt eines am Gruppenabschussplan beteiligten Mitglieds ist entgegen Abs. 2 nur
zum Ende einer Abschussplanperiode zulässig. Er muss schriftlich bis spätestens vier Wo-
chen vor Ablauf der Abschussplanperiode gegenüber dem Hegegemeinschaftsvorstand er-
klärt werden.
(4) Der Ausschluss eines Mitgliedes erfolgt durch Beschluss der Hegegemeinschaftsver-
sammlung. Ausschlussgründe sind schwere oder wiederholte Verstöße gegen jagd- und waf-
fenrechtliche Vorschriften oder gegen die allgemein anerkannten Grundsätze deutscher
Weidgerechtigkeit, soweit sie von einem ordentlichen deutschen Gericht zu einer rechtskräf-
tigen Aburteilung oder zum Entzug bzw. zur Versagung des Jagdscheines geführt haben
sowie schwere oder laufende Verstöße gegen die Hegegemeinschaftssatzung. Die Aus-
schlussgründe sind dem Betroffenen schriftlich mitzuteilen.
(5) Mit Eintritt der Jagdgenossenschaft in die Hegegemeinschaft endet die Mitgliedschaft der
betroffenen Grundeigentümer zum Ende eines Jagdjahres.
8
§ 5
Organe der Hegegemeinschaft
Organe der Hegegemeinschaft sind:
1. der Hegegemeinschaftsvorstand,
2. die Hegegemeinschaftsversammlung.
§ 6
Hegegemeinschaftsvorstand
(1) Der Hegegemeinschaftsvorstand besteht aus dem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter
und einem weiteren Mitglied
9
. Der Vorstand ist ehrenamtlich tätig.
(2) Die Vorstandsmitglieder werden durch Beschluss der Mitgliederversammlung mit einfa-
cher Stimmenmehrheit der abgegebenen, gültigen Stimmen für die Dauer von drei Jahren
10
gewählt. Eine Wiederwahl ist zulässig.
(3) Der Hegegemeinschaftsvorstand ist geschäftsführender Vorstand im Sinne des § 26
BGB. Er führt die laufenden Geschäfte der Hegegemeinschaft und vollzieht die Beschlüsse
der Hegegemeinschaftsversammlung.
(4) Die Hegegemeinschaft wird stets durch zwei Mitglieder des geschäftsführenden Vor-
stands nach Abs. 1 gerichtlich und außergerichtlich vertreten.
(5) Der Vorstand kann mit der Wahrnehmung einzelner Aufgaben ein Mitglied der Hegege-
meinschaft bevollmächtigen.
(6) Bei Vorliegen wichtiger Gründe können die Mitglieder der Hegegemeinschaft den Hege-
gemeinschaftsvorstand oder ein einzelnes seiner Mitglieder abwählen. Wichtige Gründe lie-
gen insbesondere bei groben Verstößen gegen die Satzung vor.
8
Folge des § 9 Abs. 2 Satz 2 SächsJagdVO
9
Die Aufnahme weiterer Vorstandmitglieder ist möglich; es wird empfohlen den Gruppenabschuss-
planverantwortlichen in den Vorstand aufzunehmen.
10
Anderer Zeitraum ist möglich; Orientierung an mindestens einer Abschussplanperiode wird empfoh-
len.

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SMUL, Abt. Land- und Forstwirtschaft
Ref. Wald- und Forstwirtschaft, Forst- und Jagdbehörde
§ 7
Aufgaben des Hegegemeinschaftsvorstandes
Der Hegegemeinschaftsvorstand hat in Erfüllung der Aufgaben der Hegegemeinschaft die
erforderlichen Maßnahmen anzuregen, aufeinander abzustimmen und die Beschlüsse der
Mitgliederversammlung durchzuführen. Ihm obliegen insbesondere folgende Aufgaben:
1. Führung eines Verzeichnisses der Mitglieder der Hegegemeinschaft und der beteiligten
Jagdbezirke,
2. Mitteilung der Gründung und der Mitgliedsfläche sowie deren Veränderungen an die
untere Jagdbehörde,
3. Vorbereitung, Einberufung und Leitung der Hegegemeinschaftsversammlung,
4. Koordinierung der Abschussplanentwürfe,
5. Übermittlung von Empfehlungen der Hegegemeinschaft zur Abschussplanung in ihrem
räumlichen Wirkungsbereich gegenüber der Jagdbehörde gemäß § 21 Abs. 3 Sächs-
JagdG,
6. Übermittlung der von der Hegegemeinschaft getroffenen Entscheidung zur Erteilung des
Benehmens in Fällen des § 21 Abs. 5 SächsJagdG,
7. Pflege von Kontakten zu benachbarten Hegegemeinschaften insbesondere zu Fragen
des Wildbestandes und der Abschussplanerfüllung,
8. Zusammenarbeit mit den örtlichen Jagdverbänden,
9. Beratung und Unterstützung der Mitglieder der Hegegemeinschaft in jagdfachlichen An-
gelegenheiten,
10. Beantragung von Fördermitteln.
§ 8
Hegegemeinschaftsversammlung
(1) Der Hegegemeinschaftsversammlung obliegen insbesondere folgende Aufgaben
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:
1. Wahl des Hegegemeinschaftsvorstandes,
2. Beschlussfassung über die Aufstellung eines Gruppenabschussplanes zur Einreichung
bei der zuständigen Jagdbehörde und dessen Aufteilung auf die einzelnen Jagdbezirke,
3. Beschlussfassung über das System der Steuerung und der Kontrolle der Abschussplan-
erfüllung bezüglich des Gruppenabschussplans sowie der möglichen Einzelabschuss-
pläne
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,
4. Beschlussfassung über die Empfehlungen zur Abschussplanung in ihrem räumlichen
Wirkungsbereich gegenüber der zuständigen Jagdbehörde,
5. Beschlussfassung über die Erteilung des Benehmens zu den Gruppenabschussplänen
der Verwaltungsjagdbezirke,
6. Beschlussfassung über Empfehlungen gemeinsamer Hegemaßnahmen,
7. Beschlussfassung über die Beauftragung des Vorstandes mit der Beantragung von För-
dermitteln,
8. Beschlussfassung über den Ausschluss von Mitgliedern,
9. Beschlussfassung über Änderungen der Hegegemeinschaftssatzung und über sonstige
Angelegenheiten,
10. Beschlussfassung über Maßnahmen des Wildmonitorings und der Wildfütterungskon-
zeption,
11. Beschlussfassung über Regelungen zum Einsatz von Nachsuchegespannen.
(2) Die Hegegemeinschaftsversammlung kann den Vorstand mittels Beschlussfassung be-
vollmächtigen im Einzelfall oder generell einzelne Aufgaben in eigener Zuständigkeit zu erfül-
len.
(3) Eine ordentliche Hegegemeinschaftsversammlung findet mindestens einmal jährlich statt.
(4) Der Hegegemeinschaftsvorstand beruft die Hegegemeinschaftsversammlung unter Ein-
haltung einer Frist von drei Wochen und unter Angabe von Zeit, Ort und Tagesordnung
schriftlich oder elektronisch ein.
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Die folgende Aufzählung ist nicht abschließend und kann auch ergänzt werden. Auch die Verteilung
der Aufgaben kann anders geregelt werden.
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§ 9 Abs. 3 SächsJagdVO

Empfehlungen und Hinweise für Hegegemeinschaften im Freistaat Sachsen
Anlage: Mustersatzung für Hegegemeinschaften
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(5) Der Hegegemeinschaftsvorstand hat eine außerordentliche Hegegemeinschaftsver-
sammlung dann einzuberufen, wenn dies von mehr als einem Drittel der Mitglieder schriftlich
unter Angabe des Zwecks und der Gründe beantragt wird.
(6) Zu Versammlungen der Hegegemeinschaften können vom Hegegemeinschaftsvorstand
außer den Mitgliedern insbesondere
1. die Inhaber von Eigenjagdbezirken im räumlichen Wirkungsbereich, soweit sie das Jagd-
recht nicht selbst ausüben,
2. die zuständigen unteren Jagdbehörden,
3. die Vorsitzenden der örtlichen Jagdverbände,
4. weitere Jäger
eingeladen werden.
(6) Den geladenen Behörden, Verbänden und Personen ist Gelegenheit zu geben, sich zu
Themen der Tagesordnung zu äußern.
(7) Die von Jagdbezirksinhabern angestellten Forstbediensteten, Berufsjäger, bestätigten
Jagdaufseher sowie Dauerjagderlaubnisscheininhaber können als ständige Gäste an den
Versammlungen der Hegegemeinschaft ohne Stimmrecht teilnehmen.
(8) Stimm- und wahlberechtigt sind allein die Mitglieder
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.
(9) Die Hegegemeinschaftsversammlung ist ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden
Mitglieder beschlussfähig.
(10) Beschlüsse bedürfen sowohl der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stim-
men als auch der einfachen Mehrheit der bei der Beschlussfassung vertretenen Jagdbezirks-
fläche. Stimmenthaltungen und ungültige Stimmen werden nicht berücksichtigt.
(11) Zu Änderungen der Hegegemeinschaftssatzung, zur Auflösung der Hegegemeinschaft
und zur Abwahl des Hegegemeinschaftsvorstandes oder einzelner seiner Mitglieder ist eine
Zweidrittelmehrheit aller abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich.
(12) Die Beschlüsse der Hegegemeinschaftsversammlung werden, soweit in dieser Satzung
nichts anderes geregelt ist, in offener Abstimmung per Handzeichen gefasst. Wenn der An-
trag auf geheime Abstimmung gestellt wird, entscheidet hierüber die Hegegemeinschaftsver-
sammlung mit einfacher Mehrheit der Stimmen.
(13) Beschlüsse mit finanziellen Auswirkungen und über Grundstücksinanspruchnahmen
sind für ein Mitglied nur verbindlich, wenn dieses Mitglied dem Beschluss zugestimmt hat.
(14) Über die Versammlung der Hegegemeinschaft ist unter Angabe von Ort, Zeit und Ab-
stimmungsergebnissen eine Niederschrift zu fertigen. Zu diesem Zweck bestellt der Hege-
gemeinschaftsvorsitzende einen Schriftführer.
(15) Die Niederschrift ist vom Hegegemeinschaftsvorsitzenden und vom Schriftführer zu un-
terzeichnen.
§ 9
Hegegemeinschaftsbeitrag
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(1) Die Mitglieder der Hegegemeinschaft sind verpflichtet einen Mitgliedsbeitrag zu entrich-
ten. Näheres regelt die Beitragsordnung, die jährlich durch die Hegegemeinschaftsversamm-
lung beschlossen wird. Die Verpflichtung zur Beitragsleistung beginnt für ein eintretendes
Mitglied mit dem Beginn des Jagdjahres, wenn der Beitritt bis zum … erfolgt und mit dem …,
wenn der Beitritt nach dem … erfolgt.
(2) Im Einzelfall kann es erforderlich sein, dass die Hegegemeinschaft einen größeren Fi-
nanzbedarf decken muss (z. B. Finanzierung eines größeren Projektes oder größerer Aufga-
ben). In diesem Fall kann die Hegegemeinschaftsversammlung die Erhebung eines Sonder-
beitrages von den Mitgliedern beschließen. Der Beschluss ist mit der einfachen Mehrheit der
abgegebenen gültigen Stimmen zu fassen. Stimmenthaltungen und ungültige Stimmen wer-
den nicht berücksichtigt. Die Höhe der Umlage, die das einzelne Mitglied zu erbringen hat,
darf 25 % des durch das Mitglied zu leistenden Jahresbeitrags nicht übersteigen.
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Eine Differenzierung zwischen Jagdausübungsberechtigten, Jagdgenossen und Grundstückseigen-
tümern/ -nutzern ist möglich; siehe Nr. 2.2 der Empfehlungen und Hinweise für Hegegemeinschaften.
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Ist kein „MUSS“ sondern nur eine Empfehlung, um den möglichen Finanzbedarf der Hegegemein-
schaft zu decken. Dies zieht Regelungserfordernis zur Kassenprüfung nach sich.

Empfehlungen und Hinweise für Hegegemeinschaften im Freistaat Sachsen
Anlage: Mustersatzung für Hegegemeinschaften
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(3) Fällige Beitragsforderungen werden durch die Hegegemeinschaft außergerichtlich und
gerichtlich geltend gemacht. Die entstehenden Kosten hat das betroffene Mitglied zu tragen.
§ 10
Pflichten der jagdausübungsberechtigten Mitglieder
(1) Die Mitglieder der Hegegemeinschaften haben den Hegegemeinschaftsvorstand bei der
Wahrnehmung seiner Funktion zu unterstützen und auf Anfrage oder periodisch Auskunft
über den Stand der Abschussplanerfüllung zu erteilen. Außergewöhnliche Vorkommnisse
sollen ihm unverzüglich mitgeteilt werden.
(2) …
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§ 11
Inkrafttreten
Diese Hegegemeinschaftssatzung tritt am Tage der Beschlussfassung hierüber in Kraft.
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Weitere Pflichten können festgelegt werden.