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Sächsischer Waldbodenbericht
Aktueller Waldbodenzustand und dessen Veränderung

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Sächsischer Waldbodenbericht
Aktueller Waldbodenzustand und dessen Veränderung
Schriftenreihe, Heft 30
Autoren
Frank Jacob, Dr. Henning Andreae
Staatsbetrieb Sachsenforst
Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft
Referat Standortserkundung, Monitoring, Labor
Bonnewitzer Straße 34, 01796 Pirna OT Graupa
Gastautoren (Kapitel Kronenzustand)
Dr. Nadine Eickenscheidt
Landesamt für Natur, Umwelt und
Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
Forstliches Umweltmonitoring NRW
Leibnizstraße 10, 45659 Recklinghausen
Dr. Nicole Augustin
University of Bath (United Kingdom)
Department of Mathematical Science
Claverton Down, BA2 7AY, UK

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Inhalt
1 Vorwort......................................................................6
2 Ziele der Bodenzustandserhebung ................................................ 7
3 Methodik der Erhebungen und Analysen ................................................ 9
3.1 Stichprobenraster und -design ...............................................
9
3.2
Gewinnung von Bodenproben ...............................................
10
3.3 Probenaufbereitung und Analysen ............................................
11
3.4
Vorratsberechnungen zwischen BZE 1 und BZE 2
...............................
12
3.5 Ergänzende Aufnahmen zur BZE 2............................................
12
3.5.1 Ernährungsstatus der Waldbäume .......................................
12
3.5.2 Vegetationsaufnahmen ................................................
15
3.5.3 Bestockungsaufnahmen ................................................
15
3.6
Stratenbildung zur ökologischen Bewertung des Gesamtkollektives ...............
16
3.7 Ergebnisdarstellung ........................................................
16
3.8
Auswertung des Raum-Zeit-Trends (Waldzustand) .............................
18
4 Räumliche Verteilung und Stratenbildung ........................................ 19
4.1 Bestockung ...............................................................
20
4.2 Humusformen ............................................................
21
4.3 Bodentypen ..............................................................
22
4.4 Substratgruppen ..........................................................
24
4.5 Forstliche Wuchsgebiete ...................................................
25
5 Veränderungen der Humusformen ............................................... 27
5.1
Veränderungen zwischen beiden Inventuren ...................................
28
6 Kohlenstoffdepot Waldboden – Zunahme erlaubt! ................................. 29
6.1
Kohlenstoffkonzentrationen im Tiefenverlauf ..................................
29
6.2 Wald als Kohlenstoffsenke ..................................................
33
7 Stickstoff in Boden und Pflanze – Sättigung erreicht? ............................. 37
7.1 Stickstoffkonzentrationen im Humus und Mineralboden ........................
37
7.2 Stickstoffstatus ...........................................................
40
7.3 Veränderungen der Stickstoffvorräte .........................................
40
7.4 Stickstoffgehalte in Nadeln und Blättern .....................................
43
8 Bodenreaktion ...............................................................45
8.1 pH-Werte ................................................................
45
8.2
Austauschbare Kationen ...................................................
49
8.3 Basensättigung ...........................................................
52

4 |
9 Effekte der Waldkalkung ....................................................... 57
9.1
Auswirkungen der Kalkungen auf die Basensättigung ...........................
60
9.2
Auswirkungen der Kalkungen auf den pH-Wert ................................
60
9.3
Auswirkungen der Kalkungen auf die Austauschkapazität .......................
61
10 Belastung der Waldböden durch Schwermetalle ................................... 63
10.1
Allgemeine Ausführungen zu Schwermetallen ................................
63
10.2 Blei und Cadmium ........................................................
65
10.3 Kupfer und Zink .........................................................
65
10.4 Chrom und Nickel ........................................................
65
10.5 Überschreitung von Vorsorgewerten ........................................
65
10.6
Regionale Ausprägung am Beispiel von Blei ..................................
67
11 Kronenzustand aus der Waldzustandserhebung ................................... 69
11.1 Hintergrund .............................................................
69
11.2 Raum-Zeit-Trends der Kronenverlichtung ....................................
69
12 Ernährungszustand der Waldbäume ............................................. 83
12.1
Bedeutung der Makronährelemente für das Baumwachstum ....................
83
12.2
Bewertung und Interpretation von Ernährungsgrenzen ........................
83
12.3
Bewertung des aktuellen Ernährungszustandes ...............................
84
12.4
Zusammenschau aller untersuchten Baumarten ..............................
94
12.5
Zeitliche Veränderungen der Waldernährung .................................
95
13 Vegetationsentwicklung und deren Impulse ...................................... 97
13.1
Artenanzahl in Abhängigkeit von der Bestockungsform ........................
98
13.2
Räumliche Verteilung ausgewählter Zeigerpflanzen ..........................
100
13.3 Zeigerwerte nach Ellenberg ...............................................
102
13.4 Veränderungen der Zeigerwerte ...........................................
104
13.5 Bodenchemie und Vegetation .............................................
105

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14 Aktueller Zustand der sächsischen Waldböden ................................... 109
14.1 Repräsentativität ........................................................
109
14.2 Humusformen ..........................................................
109
14.3 Kohlenstoffvorrat .......................................................
109
14.4 Stickstoffvorrat ..........................................................
110
14.5 Bodenversauerung und Bodenreaktion ......................................
110
14.6 Erfolge der Bodenschutzkalkung ............................................
110
14.7 Schwermetalle ...........................................................
110
14.8 Kronenzustand ..........................................................
111
14.9 Waldernährung ..........................................................
111
14.10 Vegetation ............................................................
112
15 Literatur ................................................................... 113
16 Abkürzungen und Glossar .................................................... 116
17 Stichwortverzeichnis ......................................................... 118
18 Anhang .................................................................... 121
Inhaltsverzeichnis ............................................................
121
Kohlenstoff .................................................................
124
Stickstoff ...................................................................
126
pH-Wert ...................................................................
128
Basensättigung .............................................................
131
Kationenaustauschkapazität ...................................................
134
Schwermetalle ..............................................................
135
Waldernährung .............................................................
137
Vegetation ..................................................................
156

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6 |
1
Vorwort
Seit Beginn der Industrialisierung sind Waldökosysteme
mehr oder weniger stark von Schadstoff-Emissionen
betroffen und in ihrer Vitalität beeinflusst. In der Anfangs-
phase kam es zunächst in Verbindung mit punktuellen
Quellen einer hohen SO
2
-Emission und entsprechend
hohen SO
2
-Konzentrationen der Luft besonders zu direk-
ten Schäden an Bäumen auf lokaler Ebene bis hin zum
Absterben ganzer Waldkomplexe in den Hochlagen des
Erzgebirges ab etwa 1960 (»Rauchschäden«).
Erst im Verlauf der Waldschadensdiskussion während
der 1980er-Jahre und dem großflächigen Auftreten der
sogenannten »neuartigen Waldschäden« setzte sich die
Erkenntnis durch, dass unter dem Einfluss der jahrzehnte-
langen Schadstoffeinträge auch gravierende Verände-
rungen und Schädigungen der Waldböden stattgefunden
haben.
Die kontinuierliche Belastung durch den sogenannten
»sauren Regen« und die Versickerung sauren Nieder-
schlagswassers hat eine schleichende Nährstoffaus-
waschung und Versauerung der Waldböden induziert,
die wiederum zu teilweise erheblichen Veränderungen
der natürlichen Stoffkreisläufe der Ökosysteme führte.
Diese Veränderungen der Bodeneigenschaften sind im
Gegensatz zur äußerlichen Schädigung der Bäume
unsichtbar und äußern sich im Allgemeinen nicht in der
Ausbildung morphologischer Bodenmerkmale. Störungen
der Bodenfunktion können deshalb nur durch spezielle
chemische Analysen erfasst werden. Funktions fähige
Waldböden sind aber eine Voraussetzung für eine ökolo-
gisch wie ökonomisch nachhaltige Waldwirtschaft. Die
Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und eines entsprechen-
den Milieus der Waldböden durch die Wiederherstellung
von aus geglichenen Stoffkreisläufen ist daher von großer
Bedeutung.
Angesichts der Vielzahl an Herausforderungen, der regio-
nal hohen Belastung durch Stoffeinträge, der umfang-
reichen Waldschäden und der Umsetzung des Waldum-
baus stellte sich 1991 die dringende Aufgabe, ein
mehrstufiges System der Zustandserfassung und Umwelt-
kontrolle in den sächsischen Wäldern zu installieren.
Dies wird vom Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS), ehemals
Sächsische Landesanstalt für Forsten (LAF), im Rahmen
der Genfer Luftreinhaltekonvention umgesetzt.
Es wurde beschlossen, nicht das paneuropäisch verein-
barte weitmaschige 16 x 16 km-Rasternetz mit in Sachsen
nur 19, sondern ein viel aussagekräftigeres 4 x 4 km-
Raster mit 283 Erhebungspunkten für die Wald- und
Bodenzustandserhebung (WZE/BZE) auf der Landesfläche
anzuwenden.
Durch die Bodenzustandserhebung (BZE) werden auf
diesem Stichprobenraster bundesweit vergleichbare
Daten über den Zustand der Waldböden in Sachsen
gewonnen. Denn sämtliche Untersuchungen im Rahmen
des forstlichen Umweltmonitorings werden im Feld wie
im Labor des Staatsbetriebes nach bundesweit abge-
stimmten Methoden durchgeführt.
Ziel des vorliegenden Waldbodenberichtes ist es, über die
Ergebnisse der zweiten BZE, die in drei Abschnitten –
2006 (Bundesraster, 8 x 8 km), 2012 (Kalkungskulisse,
4 x 4 km) sowie 2014 (Tiefland, 4 x 4 km) – umgesetzt
wurde, zu informieren.
Die Ausführungen zu Material, Methoden und Ergebnissen
der Untersuchung werden ergänzt durch einen detail-
lierten digitalen Anhang, der aktualisierte Datendoku-
mentationen für die einzelnen BZE-Erhebungspunkte
enthält. Daten wie Lagebeschreibungen, standortskund-
liche Angaben zur Einordnung der einzelnen Punkte
sowie wichtige Intensitäts- und Kapazitätsparameter
sollen dem Leser eine ökologische Bewertung bzw. Ein-
ordnung der Standorte ermöglichen.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.
Dr. Dirk-Roger Eisenhauer,
Abteilungsleiter Kompetenzzentrum Wald
und Forstwirtschaft

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Ziele der Bodenzustandserhebung | 7
2
Ziele der Bodenzustandserhebung
Konzeption und Informationsgewinnung
Die regelmäßige Erfassung des Bodenzustandes, als
essen zieller Bestandteil des forstlichen Umweltmoni-
torings (
B
OLTE et al. 2008), ist eine systematische Stich-
proben inventur auf Bundesebene (BMELV 2007) auf dem
8 x 8 km- Grundraster der Waldzustandserhebung. Die
zweite Waldbodenzustandserhebung (BZE 2) auf den
Waldflächen des Freistaates Sachsen fand in den Jahren
2006 und 2007 rund 14 Jahre nach der Erstinventur im
Jahr 1992 statt (
R
ABEN et al. 2000 u. 2004). Neben der
flächigen Erfassung des aktuellen Bodenzustandes
dient die BZE 2 auch der Darstellung von zeitlichen Ver-
änderungen zwischen Erst- und Zweitaufnahme. Für
einen Vergleich der erhobenen Daten zwischen den
Bundesländern und die Zusammenführung der Daten
zu einem konsistenten Datensatz ist ein einheitlicher
Beprobungs- und Ana lysen ablauf unabdingbar. Die
Gesamtkoordination der BZE 2 im Freistaat Sachsen,
angefangen bei den Geländearbeiten über die Laborunter-
suchungen bis hin zur Daten auswertung, lag in den
Händen des Kompetenzzentrums Wald und Forstwirt-
schaft des Staatsbetriebes Sachsenforst.
Aufgrund der geänderten politischen und gesellschaft-
lichen Anforderungen sowie gesetzlichen Aufgaben,
wurden die in der BZE 1 formulierten Ziele für die Zweit-
inventur angepasst und erweitert (BMELV 2006). Neben
der Betrachtung der Pufferfähigkeit von Böden in Bezug
auf die Bodenversauerung, stehen dessen Belastung mit
Schadstoffen und die Höhe der Stickstoffsättigung im
Vordergrund. Im Rahmen der aktuellen Diskussion zum
Klimawandel und dessen Auswirkungen, nimmt die Be-
trachtung der Waldböden als Kohlenstoffspeicher und
die Veränderung des Wasserhaushaltes einen wichtigen
Stellenwert in der Durch führung der BZE 2 ein. Nicht
zuletzt sind die Waldböden als Produktionsgrundlage
der Forstwirtschaft zu bewerten.

8 | Ziele der Bodenzustandserhebung
Abb. 2.1: Verteilung der ca. 1.900 BZE-Punkte in Deutschland im Raster von 8 x 8 km
(Datengrundlage: Thünen-Institut für Waldökosysteme, Eberswalde)
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Methodik der Erhebungen und Analysen | 9
3
Methodik der Erhebungen und Analysen
Von Satelliten, Probekreisen und Aufnahmequadraten
Sämtliche Geländeaufnahmen, die im Rahmen der BZE 2
stattfanden, orientierten sich an der Arbeitsanleitung
zur zweiten Bodenzustandserhebung auf Waldflächen
(BMELV 2006) in enger Kooperation mit dem koordinie-
renden Fachinstitut auf Bundesebene, dem Thünen-
Institut für Waldökosysteme.
Die Bestockungsaufnahmen und die Gewinnung von
Blatt- und Nadelproben erfolgten durch Mitarbeiter des
Staatsbetriebes Sachsenforst, die Vegetationsaufnahmen
und die Entnahme von Humus- und Bodenproben durch
Werkvertragnehmer.
3.1 Stichprobenraster und -design
Die 77 sächsischen BZE 2-Punkte der Bundesaufnahme auf
einem Raster von 8 x 8 km deckten somit 27 % der Auf-
nahmepunkte der jährlich stattfindenden Waldzustands-
erhebung (WZE) im 4 x 4 km-Raster ab. Auf einem Teil der
Punkte im 16 x 16 km-Raster (n = 19) wurden zusätzliche
Aufnahmen nach europäischen Vorgaben durchgeführt
(BioSoil).
Eine Besonderheit der sächsischen Bodenzustandserhe-
bung stellt die Verdichtung des Grundrasters von 8 x 8 km
auf 4 x 4 km dar. Für statistisch abgesicherte Aussagen
auf der Landesfläche wurde bereits 1996 und 1997, im
Anschluss an die BZE 1, das Stichprobenraster verdichtet.
Dies ermöglicht erstmalig auch Aussagen für Waldbau-
regionen und größere Wuchsgebiete. Dasselbe Verfahren
ist auch nach der BZE 2 in den Jahren 2012 (im Mittel-
gebirge und Vorland) auf 119 Punkten sowie 2014 (im
Tief- und Hügelland) auf 83 Punkten praktiziert worden.
Insgesamt liegen im Rahmen der BZE 2 vollständige Auf-
nahmen für 279 Punkte vor.
Abbildung 3.1 zeigt den schematischen Aufbau eines
BZE-Punktes mit Darstellung der Probekreise bzw. -qua-
drate zur Ansprache und Aufnahme unterschiedlicher
boden-, waldwachstums- und vegetationskundlicher
Parameter. Im Weiteren erfolgt eine gesonderte Darstel-
lung zu den einzelnen Aufnahmeparametern.

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10 | Methodik der Erhebungen und Analysen
3.2
Gewinnung von Bodenproben
Die Geländearbeiten und die Ansprache der Bodenpro-
file auf dem BZE 2-Grundraster wurden zwischen Juli
und Oktober 2006 im Rahmen eines Werkvertrages
durch Dr. Thomas Heinkele und Nico Martin realisiert.
Zur Vermeidung zusätzlicher Störungen am BZE-Punkt
selbst wurde bei der Aushebung darauf geachtet, auf
die Profile der BZE 1 aus den Jahren 1992 bis 1995
zurückzugreifen. Die Beprobungen im Rahmen der BZE-
Verdichtung 2012 und 2014 erfolgten durch Volker
Marx und Matthias Mehlhorn. Eine Profilaufnahme
wurde im Zuge der Verdichtung nur an ausgewählten
Punkten durchgeführt. Die bodenkundlichen Aufnah-
men richteten sich allesamt nach Kapitel IV und V der
BZE 2 Anleitung des BMELV (2006).
Die Entnahme der Humus- und Mineralbodenproben
erfolgte standardmäßig an acht Satellitenpunkten, die
in einem Radius von 10 m um die Profilwand herum
Abb. 3.1: Schematischer Aufbau und Beprobungsdesign eines BZE 2-Punktes
angelegt wurden (Abb. 3.1). Bei natürlichen oder anthro-
pogenen Störungen an einem der Satellitenpunkte war
eine Verlegung auf der jeweiligen Achse zwischen 2 bis
14 m vom BZE-Mittelpunkt möglich. Um eine Bepro-
bung an den Satellitenpunkten der BZE 1 zu verhindern,
wurden in der Zweitaufnahme alle acht Satelliten um 9 °
im Uhrzeigersinn gedreht.
Zur Gewinnung der Humusproben getrennt nach L/Of
und Oh-Lage kam ein angeschliffener Edelstahlzylinder
mit einer Fläche von 80 cm und einer Länge von 20 cm
zum Einsatz. Zusätzlich zur Beprobung erfolgte an jedem
Satellitenpunkt die Beschreibung der Humusauflage
(Streuart, Mächtigkeit, Lagerung, Durchwurzelung, Humus-
form).
Die Entnahme der Mineralbodenproben in den Tiefen-
stufen 0 – 5, 5 – 10, 10 – 30, 30 – 60 und 60 – 90 cm
wurde mit Hilfe eines dreiteiligen Bohrsets (0 – 30,
30 – 60 und 60 – 90 cm) bewerkstelligt. Die Beprobung

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Methodik der Erhebungen und Analysen | 11
Abb. 3.2: Humusproben, getrennt nach L/Of- (a) und
Oh-Horizont (b) nach der Trocknung
a
b
der darunterliegenden Tiefenstufen 90 – 140 und 140 –
200 cm erfolgten fakultativ am Profilfuß der Bodengrube
mit einem Pürckhauer-Bohrer.
3.3 Probenaufbereitung und Analysen
Die Proben wurden in gekühltem Zustand in das Labor
des SBS gebracht, um diese anschließend bei 60 °C
(Humus) bzw. 40 °C (Mineralboden) für mindestens 48 h
zu trocknen. Nach anschließender Siebung des gesamten
Probenmaterials auf eine Korngröße von ≤ 2 mm wurde
eine Teilprobe in der Achatmühle gemahlen und in ent-
sprechende Lagergefäße überführt.
Nachfolgende Analysen wurden getrennt für Humus-
und Mineralbodenproben ausgeführt. Weitere Details
sind dem Handbuch Forstliche Analytik (HFA) zu ent-
nehmen.
Die folgenden Tabellen enthalten eine Zusammenstel-
lung der angewandten Extraktions- und Aufschlussver-
fahren, getrennt nach Humusauflage und Mineralboden,
für die untersuchten Parameter. Angegeben sind die
jeweiligen Abschnitte des Handbuches Forstliche Analytik
(HFA 2014).
Humusauflage (L/Of und Oh)
Parameter
HFA-Kapitel
Humusmenge
A 2.6
pH [H
2
O]
A 3.1.1.2
pH [KCl]
A 3.1.1.4
pH [CaCl
2
]
A 3.1.1.7
Gesamtkohlenstoff
D 31.1.2.1
Gesamtstickstoff
D 58.1.2.1
Austauschbare Kationen [Al, Ca, Fe, K, Mg, Mn, Na]
A 3.2.1.9
Königswasser-Extrakt [Al, Ca, Cd, Cr, Cu, Fe, K, Mg, Mn, Na, Ni, P, Pb, Zn]
A 3.3.3
Tab. 3.1: Verwendete Laborverfahren der BZE 2-Proben aus der Humusauflage

12 | Methodik der Erhebungen und Analysen
Mineralboden
(0 – 5, 5 – 10, 10 – 30, 30 – 60, 60 – 90, 90 – 140, 140 – 200 cm)
Parameter
HFA-Kapitel
Trockenrohdichte
A 2.8
pH [H
2
O]
A 3.1.1.2
pH [KCl]
A 3.1.1.4
pH [CaCl
2
]
A 3.1.1.7
Gesamtkohlenstoff
D 31.1.1.1
Gesamtstickstoff
D 58.1.1.1
Austauschbare Kationen [Al, Ca, Fe, K, Mg, Mn, Na]
A 3.2.1.1
Königswasser-Extrakt [Al, Ca, Cd, Cr, Cu, Fe, K, Mg, Mn, Na, Ni, P, Pb, Zn]
A 3.3.3
Wässriger 1:2 Extrakt [NO
3
, Cl]
A 3.2.2.1
Tab. 3.2: Verwendete Laborverfahren der BZE 2-Proben aus dem Mineralboden
3.4
Vorratsberechnungen zwischen BZE 1
und BZE 2
Die Angabe des Gehaltes an chemischen Elementen erfolgt
sowohl für die Humusauflage als auch für den Mineral-
boden in Konzentrationseinheiten (z. B. mg∙g
-1
). Für einen
Vergleich der chemischen Eigenschaften von Böden
sowie die Bewertung des Bodenzustandes sind Konzen-
trationen nur bedingt aussagefähig. Für jede Boden-
schicht (Humus oder Mineralboden) erfolgte die Berech-
nung der Elementvorräte (t∙ha
-1
) aus den gemessenen
Konzentrationen (mg∙g
-1
) und den ermittelten Trocken-
rohdichten (g∙cm
-3
) unter Einbeziehung der geschätzten
Skelettgehalte. Die Aufnahme der physikalischen Bo-
denparameter wurde im Zuge der BZE 1 (1992 – 1997)
durchgeführt und auch für die Neuberechnung im
Rahmen der BZE 2 (2006 – 2014) weiter verwendet.
Die flächenbezogenen Informationen zum Humus-
(Humusauflage) und Feinbodenvorrat (Mineralboden)
wurden auf unterschiedlichem Wege ermittelt. Die
Ermittlung des Humusvorrates erfolgte über den bereits
geschilderten Einsatz von Edelstahlzylindern bzw.
-quadern mit einer definierten Fläche. Nach der Mes-
sung der Humusmächtigkeiten, getrennt nach L/Of
sowie Oh, erfolgte die Ermittlung der getrockneten und
gesiebten Humusvorratsmenge in t pro ha (t∙ha
-1
) nach
Wägung der Proben.
Zur Berechnung des Feinbodenvorrates im Mineralboden
sind mehrere Komponenten notwendig, zum einen die
Messung der Trockenrohdichte des Feinbodens über die
volumengerechte Entnahme der Proben über Stechzy-
linder und die Auswiegung der Probe mit Zylinder und
des Feinbodenanteils jeweils nach der Trocknung und zum
anderen die Abschätzung der Grobbodenanteile unter
Einbeziehung der Profilbeschreibung. Beide Größen wur-
den getrennt für jede Tiefenstufe ermittelt und mit deren
Mächtigkeit verrechnet (BMELV 2006).
3.5 Ergänzende Aufnahmen zur BZE 2
An jedem Stichprobenpunkt erfolgten Erhebungen zur
Waldernährung (Blatt-/ Nadelanalysen), zur Vegetation
sowie zur Bestockungssituation. Alle Aufnahmen, bis
auf letztere, wurden bereits zur Erstaufnahme durchge-
führt und bieten somit die Möglichkeit für einen zeitli-
chen Vergleich. Die dabei erhobenen Daten ermöglichen
eine integrative Bewertung der bodenkundlichen Resul-
tate. Darüber hinaus erlaubt dieses Verfahren eine Stra-
tenbildung des BZE-Pools im Hinblick auf zusätzliche
Fragestellungen.
3.5.1 Ernährungsstatus der Waldbäume
In den Jahren 2007/08/12/14 erfolgte auf allen Punkten
die Entnahme von Nadel- bzw. Blattproben von jeweils

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Methodik der Erhebungen und Analysen | 13
drei führenden Bäumen (KRAFT‘sche Klassen 1 und 2) in
einem Probekreis von 30 m um den BZE-Mittelpunkt
(vgl. Abb. 3.1). Während bei der Erstaufnahme (1992 – 93)
nur Fichte und Kiefer im Fokus der Untersuchungen
standen, wurden im Rahmen der BZE 2 in den Sommer-
monaten Juli bis August die Laubbaumarten Eiche
(Trauben-/ Stieleiche), Rotbuche und Sandbirke, Hain-
buche, Bergahorn, Esche, Roteiche und als Nadelbaum-
vertreter die Lärche (Abb. 3.4) beerntet. In den Winter-
monaten Oktober bis Februar erfolgte die Beerntung
von Gemeiner Fichte und Kiefer. Die Gewinnung des
Probenmaterials wurde durch Zapfenpflücker des
Staatsbetriebes Sachsenforst bewerkstelligt (Abb. 3.3).
Nach BZE-Anleitung war es notwendig, mindestens drei
Bäume je Baumart zu besteigen, um aus der voll besonn-
ten Lichtkrone drei Zweige zwischen dem 7. und 15. Quirl
zu entnehmen. Im Anschluss an die 2-tägige Trocknung
bei 60°C, ggf. getrennt nach Nadeljahrgängen, erfolgt
die Ermittlung des 100-Blatt- bzw. 1.000-Nadel-Gewich-
tes. Nach anschließender Mahlung der Pflanzenproben
erfolgen die Analyse von Kohlenstoff und Stickstoff
sowie der HNO
3
-Druckaufschluss (HFA B 3.2.1) zur
Bestimmung weiterer Elemente (z. B. Al, Ca, Fe, K, Mg, S).
Abb. 3.3: Entnahme von Nadel- und Blattproben durch Steiger des Staatsbetriebes Sachsenforst (links: Lärche, rechts: Buche)

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14 | Methodik der Erhebungen und Analysen
Insgesamt wurden auf 269 BZE-Punkten Blatt- bzw.
Nadelproben von dort stockenden Baumarten genommen.
Da an vielen BZE-Punkten mehrere Baumarten vorkom-
men (Spitzenreiter mit 6 Baumarten ist BZE-Punkt 137),
besteht das beprobte Baumartenkollektiv aus mehr als
400 Einzelproben (Tab. 3.3 und Abb. 3.4). Es wurden
insgesamt 1.200 Bäume durch Zapfenpflücker beprobt.
Durch die Auftrennung der Nadeln nach Nadeljahrgängen
war im Rahmen der Laboranalysen ein Volumen von
über 900 Proben zu bewältigen. Angaben zu den Element-
gehalten beziehen sich stets auf die Trockenmasse (TM)
der Proben und werden in Milligramm pro Gramm (mg∙g
-1
)
angegeben.
Fichte
Kiefer
Buche
Eiche
Birke
Lärche
Sonst.
Summe
148
117
33
40
31
18
20
Tab. 3.3: Baumartenkollektiv der BZE 2 zur Charakterisierung der Waldernährung
Abb. 3.4: Anzahl und Verteilung der Blatt- und Nadelproben im Rahmen der BZE 2 (2006 – 2014)

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Methodik der Erhebungen und Analysen | 15
3.5.2 Vegetationsaufnahmen
Die zweite Aufnahme der Bodenvegetation im Grund-
raster der 77 Punkte fand im Frühjahr und Sommer
2006 durch Sven Conrad im Rahmen eines Werkvertrages
statt. Nach den Vorgaben der BZE 2-Anleitung, Kapitel IX
(BMELV 2006), erfolgte an jedem Punkt auf einer Fläche
von 400 m die Ansprache von Moos-, Kraut-, Strauch-
und Baumschicht (Abb. 3.5). Für jede Art wurde der
Deckungsgrad aufgenommen und die entsprechende
Verschlüsselung nach
B
RAUN-BLANQUET (1964) verwendet.
Darüber hinaus erfolgte die Ansprache der Baumschicht
auf einer Probekreisfläche von 1.000 m (
VEB F
ORSTPROJEK-
TIERUNG POTSDAM 1974). Neben der fotografischen Doku-
mentation der Profilgrube wurde auch der umgebende
Waldbestand in alle vier Himmelsrichtungen erfasst.
Eine detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise ist
den vegetationskundlichen Auswertungen zu Level I-
und Level II-Flächen in Heft 25 der Schriftenreihe des
LFP (
C
ONRAD 2002) zu entnehmen.
Im Zuge der BZE 2-Verdichtung erfolgte nach gleichem
Muster wie auf dem Grundraster die Ansprache der
Vegetation – im Jahr 2012 (Mittelgebirge und Hügel-
land) durch Lutz Wolf und Betina Löffler und auf den
Punkten des sächsischen Tieflandes (2014) durch Betina
Löffler und Kolleginnen.
3.5.3 Bestockungsaufnahmen
Die Ansprache der Bestockungsverhältnisse ist unter
anderem Grundlage für die Berechnung der Critical
Loads und der Stratifizierung des Gesamtkollektives im
Hinblick auf die Auswertung der gewonnenen boden-
chemischen Kennwerte.
Zwischen April 2007 und April 2008 erfolgten nach den
Vorgaben des Kapitels VII der BZE 2-Anleitung BMELV
(2006) die Bestockungsaufnahmen durch Mitarbeiter
des SBS. In Abhängigkeit der Brusthöhendurchmesser
des aufstockenden Bestandes wurde ein Kreisradius
ausgewählt, der zwischen 3 und 25 m variiert. Als Mit-
telpunkt des Probekreises dient der BZE-Mittelpunkt,
der durch die Profilwand der Bodengrube repräsentiert
wird. Die Erfassung von Bestockungsparametern wie
Bestandesgrundfläche, Baumhöhe und Brust höhen-
durchmesser (BHD) wurde nur in Beständen mit einer
Oberhöhe von mehr als 8 m durchgeführt. In Beständen
unter 8 m Oberhöhe wurden, getrennt nach Baum art,
nur Baumhöhe und BHD ermittelt. Die Erfassung der
Flächenanteile pro Baumart wurde geschätzt. Die Auf-
nahme der Verjüngung erfolgte in gleicher Weise wie
bei Beständen unter 8 m Oberhöhe.
Bestockungsaufnahmen in den Jahren 2012 und 2014
wurden zum größten Teil durch Mitarbeiter des SBS
bewerkstelligt (Uta Glaser, Henry Barthold, Rüdiger
Abb. 3.5: Schematische Darstellung der Vegetationsaufnahme, getrennt nach aufzunehmenden Schichten

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16 | Methodik der Erhebungen und Analysen
Fehlhaber, Frank Jacob). Zusätzlich erfolgte 2012 an einem
Teil des Stichprobenkollektives die Bestockungsbeschrei-
bung durch externe Forstsachverständige (Gritta Kluge).
3.6 Stratenbildung zur ökologischen
Bewertung des Gesamtkollektives
Neben der Darstellung der Ergebnisse als Gesamtstich-
probe, bestehend aus den 279 BZE 2-Punkten, ist auch
eine stratifizierte Auswertung der Daten unter ökologi-
schen Gesichtspunkten notwendig. Für die Auswertung
des sächsischen Datensatzes wurde zum einen nach
geologischen und pedologischen Merkmalen (Substrat-
gruppen und Bodentypen) differenziert. Zusätzlich ist
auch der Einfluss der Vegetation und der Baumarten-
zusammensetzung als Stratum in die Auswertung einge-
gangen. Die Belegung der neu gebildeten Unterkollektive
und deren Repräsentanz, bezogen auf die sächsische
Waldfläche, werden in Kapitel 5 erläutert.
3.7 Ergebnisdarstellung
Die grafische Darstellung der Ergebnisse erfolgte in Form
von Box-Whisker-Plots (Abb. 3.6) mit dem Grafikpro-
gramm Grapher 9.2 der Golden Software Incorporation.
Die fünf wichtigsten Kenngrößen Median (50 % der Daten),
unteres und oberes Quantil (25 % und 75 % der Daten)
sowie unterer und oberer Whisker werden in einem
Diagramm zusammengefasst. Durch die Lage des Medians
innerhalb der Box ist es möglich, Aussagen zur Schiefe
der Verteilung zu machen. Mittels der Box-Whisker-
Plots können somit Lage- und Streuungsmaße einfach
und schnell vermittelt werden.
Zusätzlich dazu enthalten die Auswertungen im Karten-
anhang zum Bericht eine kumulative relative Häufigkeits-
verteilung der Daten (auch relative Summenhäufigkeit
genannt) als eine integrierte Version der Dichtevertei-
lung. Dabei wird der gesamte Datensatz sortiert, um
anschließend vom Niedrigsten zum Höchsten eine Kumu-
lierung (Summierung) aller Messwerte vorzunehmen.
Abb. 3.6: Wertebereiche eines Box-Whisker-Plots

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Methodik der Erhebungen und Analysen | 17
Abb. 3.7: Darstellung der kumulativen Häufigkeit am Beispiel der Kohlenstoffgehalte in der Humusauflage
Die Kumulation erfolgt hierbei anhand der prozentualen
Häufigkeit eines Merkmales (Abb. 3.7).
Die räumliche Darstellung der Ergebnisse in Form von
Karten (Abb. 3.8) wurde mit dem ESRI-Programm ArcGIS
10.4 durchgeführt. Dazu wurden die Messwerte in vier
umfangsgleiche Teile (sog. Quantile) unterteilt, die sich
an den Wertebereichen der Box-Whisker-Plots orientieren.
0 – 25 % der Daten (1. Quantil)
25 – 50 % der Daten (2. Quantil)
50 – 75 % der Daten (3. Quantil)
75 – 100 % der Daten (4. Quantil)
Die obere Grenze des 2. Quantils (50 %) entspricht hierbei
dem Median. Die Eingrenzung aller Messwerte zwischen
25 und 75 % kann dem oberen und unteren Quantil der
Box-Whisker-Plots gleichgesetzt werden. Eine Wieder-
findung der Quantilgrenzen kann auch der grafischen
Darstellung der kumulativen Häufigkeiten entnommen
werden.

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image
18 | Methodik der Erhebungen und Analysen
3.8
Auswertung des Raum-Zeit-Trends
(Waldzustand)
Die Kronenverlichtungsdaten von Sachsen liegen im
4 x 4 km- Raster von 1991 bis 2016 vor. Für die Auswer-
tung wurden die Einzelbaumdaten (Kronenverlichtung,
Baumalter) nach Baum art am Stichprobenpunkt aggre-
giert. Die Raum- Zeit-Modellie rung erfolgte mit Gene-
ralisierten Additiven Gemischten Modellen (
GAMM
S;
A
UGUSTIN et al. 2009, WOOD 2006). Details zum statisti-
schen Vorgehen, den verwendeten GAMMs und zur
Berechnung der Zeittrends können in
E
ICKENSCHEIDT et al.
(2016) nachgelesen wer den. Die Auswertung wurde mit
dem Statistik-Programm R 3.3.3 (
R D
EVELOPMENT CORE TEAM
2017) von Nadine Eickenscheidt durch geführt.
Abb. 3.8: Räumliche Darstellung nach Quantilstufen am Beispiel der Kohlenstoffgehalte im Humus

image
Räumliche Verteilung und Stratenbildung | 19
4
Räumliche Verteilung und Stratenbildung
Bestockung, Humusformen, Bodentypen und Substratgruppen
Die Untersuchung von boden-, vegetations- und wald-
wachstumskundlichen Parametern erfolgte an insgesamt
279 identischen Punkten, die auch in der Erstaufnahme
untersucht wurden (siehe Abb. 4.1). Eine Bewertung von
Veränderungen zwischen 1992 (1996/97) und 2006
(2012/14) ist an dieser sogenannten gepaarten Stich-
probe für etwa 90 % der BZE-Punkte möglich.

20 | Räumliche Verteilung und Stratenbildung
Abb. 4.1: Verteilung der sächsischen BZE-Punkte im Raster von 8 x 8 km (Bundesauftrag – orange) und 4 x 4 km (Landes-
auftrag – blau)
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103
102
101
100
BZE-Punkte im 4 x 4 km Raster (Verdichtung)
BZE-Punkte im 8 x 8 km Raster (Grundraster)
Wuchsgebiete
Waldfläche
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77
202
Die Geländeaufnahmen im Zuge der BZE 2 umfassen
nicht nur eine Vielzahl bodenkundlicher Parameter, son-
dern aufgrund des ökosystemaren Ansatzes verschiedene
Informationen zu den Standorts- und Bestockungs-
verhältnissen als Einfluss- und Reaktionsgrößen. Eine
Beschreibung der verwendeten Straten erfolgt in den
Kapiteln 4.1 bis 4.5 systematisch von oben (Bestand)
nach unten (Ausgangssubstrat).
4.1 Bestockung
Bezugnehmend auf Abb. 4.2 ist eine deutliche Konzentra-
tion der Untersuchungspunkte im stärker bewaldeten
südlichen und nordöstlichen Teil Sachsen zu erkennen.
Aufgrund der Baumartenverteilung innerhalb dieser
Wuchsregionen spiegelt es die Dominanz der Fichte
(40 %) und Kiefer (22 %) innerhalb des BZE-Kollektives
wider. Die Laubbaumarten nehmen mit 15 % einen sehr
geringen Anteil ein und sind gemessen am Laubbaum-
anteil nach der BWI von rund 30 % stark unterrepräsen-
tiert. Die Definition der Misch bestände sieht nach den
Vorgaben der BZE 2-Arbeits anleitung einen Anteil von
mehr als 30 % der Mischbaumarten innerhalb des Probe-
kreises vor (vgl. Gruppe der laubholzreichen Nadelmisch-
bestände bzw. nadelholzreichen Laubholzmischbestände).
Dies hat zur Folge, dass 20 % der BZE- Punkte in diese
Kategorie eingestuft wurden. Mischbestände sind
besonders häufig in den Waldgebieten der Lausitz (Ost-
sachsen) anzutreffen, obwohl die Kiefernreinbestände
dort deutlich dominieren. Die Mischung mit Eiche ist
dort eine typische Bestandesform.

Räumliche Verteilung und Stratenbildung | 21
Abb. 4.2: Art der Bestockung auf den sächsischen BZE-Punkten; Konzentration der BZE-Punkte mit Fichtenbestockung in
den Wuchsgebieten Erzgebirge, Erzgebirgsvorland und Vogtland auf Granit, Porphyr, Schiefer, Phyllit oder Gneis sowie mit
Kiefernbestockung auf den sandigen Substraten im Düben-Niederlausitzer Altmoränenland
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Bestockungstypen
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Buchenbestockung (> 70 % Bu)
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Eichenbestockung (>70 % Ei)
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(
Fichtenbestockung (>70 % Fi)
!
(
Kiefernbestockung (> 70 % Ki)
!
(
sonst. Laubbaumarten ( > 70 % sLh)
!
(
nadelholzreiche Laubholzmischbestände
!
(
sonst. Nadelbaumarten (> 70 % sNh)
!
(
laubholzreiche Nadelmischbestände
4.2 Humusformen
Die Ausbildung von Humushorizonten wird in starkem
Maße durch die Baumartenbestockung geprägt, wobei
die Zusammensetzung der Streu und die Streumenge
eine wesentliche Rolle beim Aufbau der Humusformen
ausüben. Gleichzeitig wird die Zersetzung und Mine-
ralisierung der organischen Substanz und damit der
Abbau von Humusauflagen maßgeblich durch die Anwe-
senheit von Bodenorganismen gesteuert, die wiederum
vom bodenchemischen Milieu abhängig sind. Aufgrund
der geologischen Ausstattung der sächsischen Wald
-
flächen und der daraus resultierenden Bodenbildungen
liegen die pH-Werte der Waldböden in einem stark sauren
Bereich. Diesbezüglich konnten sich auf einem Großteil
der Punkte die typische Horizontierung L/Of/Oh ausbilden.
Neben den Hauptformen des Moders und Rohhumus
zählt dazu auch die Übergangsform des rohhumusartigen
Moders. Infolge eines gehemmten Streuabbaus und der
verminderten Einarbeitung der Abbauprodukte in den
darunterliegenden Mineralboden sind die drei bereits
genannten Humushorizonte unterschiedlich stark aus-
gebildet. Während beim Rohhumus der Grob- und Fein-
humushorizont deutlich voneinander abgesetzt sind, ist
dieser Übergang beim Moder eher fließend.
Auf 48 % der Punkte dominiert als Humusform der Moder,
gefolgt von etwa 28 % rohhumusartigem Moder und
10 % Rohhumusstandorten (Abb. 4.3). »Bessere« Humus-
formen wie Mull und mullartiger Moder sind in der
Stichprobe wenig vertreten (10 %) und beschränken
sich zu einem großen Teil auf den Leipziger Raum.

22 | Räumliche Verteilung und Stratenbildung
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Humusformen
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Mull (MU)
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mullartiger Moder (MOM)
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Moder (MO)
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rohhumusartiger Moder (MR)
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Rohhumus (RO)
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hydr. Humusformen (AMO, MUF)
Abb. 4.3: Räumliche Verteilung der Humusformen auf den sächsischen BZE-Punkten; deutliche Dominanz der Humusformen
Moder und rohhumusartiger Moder mit einem Anteil von 76 %; Beschreibungen zur Veränderung der Humusauflagen
zwischen Erst- und Zweitaufnahme siehe Kapitel 5
4.3 Bodentypen
Sachsen wird dominiert von drei Bodenregionen, die
eine messbare Relevanz an der Waldfläche besitzen.
Der Altmoränenlandschaft im Norden, die durch sandige
und wenig fruchtbare Böden geprägt ist und daher große
Waldkomplexe aufweist, schließen sich in der Mitte
Sachsens die Böden der Löß- und Sandlößlandschaften
an. Aufgrund der Ertragsstärke tritt der Waldanteil dort
in den Hintergrund und es dominiert die landwirtschaft-
liche Flächennutzung. Die Bodenregion der Berg- und
Hügelländer bildet im südlichen Sachsen den Abschluss
und wird unterteilt in Böden mit einem hohen Sandstei-
nanteil (Sächsische Schweiz und Zittauer Gebirge), Bö-
den mit Dominanz der magmatischen und metamor-
phen Gesteine (Erzgebirge) und letztendlich Böden mit
einem hohem Ton- und Schluff anteil (Vogtland). Auf-
grund der hohen Skelettanteile in dieser Bodenregion
tritt die Waldnutzung in den Vordergrund.
Die Ansprache der Bodentypen erfolgte sowohl nach
der sächsischen Standortsansprache (ostdeutsches Ver-
fahren, SEA) als auch nach der Bodenkundlichen Kartier-
anleitung für Deutschland (KA5, Ad-Hoc-AG Boden 2005).
Im Weiteren erfolgt die Beschreibung der Böden nach
der KA5. In der Häufigkeitsverteilung dominieren die
terrestrischen Boden typen Braunerde und Podsol mit
einem Anteil von über 70 %, gefolgt von Pseudogley
und Gley (Abb. 4.4). Das verstärkte Auftreten von Stau-
wasserböden (grau) im Bereich der Löß- und Sandlöß-
böden ist auf die Ausbildung sekundärer Pseudogleye
auf der Grundlage von Lessivierungsprozessen zurück-
zuführen.

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Räumliche Verteilung und Stratenbildung | 23
Im Gegensatz zu den angrenzenden Bundesländern
Thüringen oder Bayern fehlen in Sachsen die Böden auf
kalkreichen Ausgangsgesteinen wie etwa Rendzina oder
Terra fusca gänzlich.
Die Aufnahmen oben geben einen Überblick über die
Vielfalt der sächsischen Bodentypen und deren unter-
schiedliche Ausprägung hinsichtlich Farbgebung, Skelett-
gehalt oder Entwicklungstiefe. Neben relativ jungen
Abb. 4.4: Räumliche Verteilung der Bodentypen auf den sächsischen BZE-Punkten; Braunerden dominieren die Waldstandorte
deutlich, gefolgt von Stauwasserböden und Podsolen
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Bodentypen
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Podsol (PP)
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Skeletthumusboden (FS)
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Regosol (RG)
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(
Pelosol (DD)
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Braunerde (BB)
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Parabraunerde (LL)
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(
Pseudogley (SS)
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(
Stagnogley (SG)
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Kolluvisol (YK)
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(
Treposol (YU)
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(
Vega (AB)
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(
Gley (GG)
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(
Anmoorgley (GM)
!
(
Niedermoor (HN)
!
(
Hochmoor (HH)
Böden mit einem hohen Steingehalt (Foto 1) und den
häufig anzutreffenden Braunerden (Fotos 2 und 3) sind
es zum Beispiel im Bereich des Erzgebirges Podsole unter-
schiedlicher Ausprägung (Foto 4), die durch ihren cha-
rakteristischen Auswaschungshorizont (Bleichhorizont)
hervorstechen. Im Zuge der Bodengenese können auch
tonige Bereiche ausgebildet werden, die einen Stau des
Sickerwassers hervorrufen, wodurch typische Stau-
wasserböden wie der Pseudogley (Foto 5) entstehen.
1
2
3
4
5

24 | Räumliche Verteilung und Stratenbildung
4.4 Substratgruppen
Die Einordnung der Punkte nach ihren Ausgangsgestei-
nen basiert auf dem hierarchischen System der Sub-
strat klassifizierung nach KA5 (Ad-Hoc-AG Boden 2005).
Die Klassifizierung erfolgt hierbei nach drei Ebenen:
Hauptgruppe (1. Zahl), Untergruppe (2. Zahl) und Aus-
gangsgestein (3. Zahl). Beispielhaft sei hier der Orthogneis
genannt (Nr. 432).
400
– saure metamorphe Festgesteine (Hauptgruppe)
430
– helle Gneise
(Untergruppe)
432
– Orthogneis
(Ausgangsgestein)
Die geologischen Substrate der Bodenbildung innerhalb
der untersuchten 279 BZE-Punkte sind im Wesentlichen
auf drei Hauptgruppen verteilt (Abb. 4.5). Eine Auswer-
tung der bodenchemischen Parameter erfolgt nur auf
dieser Ebene.
Die BZE-Punkte in den Wuchsgebieten des Mittelgebirges
(Erzgebirge, Vogtland und Oberlausitzer Bergland) werden
dominiert durch Gneis, Phyllit, Schiefer und Granit. Diese
teilen sich zum einen in die Gruppe der »sauren meta-
morphen Festgesteine« (Nr. 400) mit 30 % und weitere
14 % sind der Gruppe der »sauren magmatischen Fest-
gesteine« (Nr. 100) zugeordnet. Die Hälfte aller Stich-
probenpunkte gehört zu den »karbonatfreien Locker-
gesteinen« (Nr. 900) auf den Waldflächen des Tief- und
Hügellandes (pleistozäne Sande und umgelagerte kalk-
freie Lockersedimente). »Karbonatfreie silikatische Fest-
gesteine« (Nr. 700) aus Sandstein und Quarzit sind auf
4 % der Standorte vorhanden und vor allem im Elbsand-
steingebirge und Zittauer Gebirge verortet.
Abb. 4.5: Räumliche Verteilung der Ausgangssubstrate an sächsischen BZE-Punkten; innerhalb der Substratgruppen
dominieren die Standorte aus karbonatfreien Lockergesteinen (49 %), gefolgt von sauren Magmatiten und Metamorphiten
(z. B. Graniten, Gneisen, Phylliten) mit einem Anteil über 44 %
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Ausgangssubstrate
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saure magmatische Festgesteine (100)
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intermediäre magmatische Festgesteine (200)
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basische magmatische Festgesteine (300)
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saure metamorphe Festgesteine (400)
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karbonatfreie silikatische Festgesteine (700)
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karbonatfreie Lockergesteine (900)
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organische Bildungen (1000)

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Räumliche Verteilung und Stratenbildung | 25
Abb. 4.6: Verteilung der BZE-Punkte nach Wuchsgebieten und Standortsregionen (Mittelgebirge, Hügelland und Tiefland)
4.5 Forstliche Wuchsgebiete
Landschaftsausschnitte mit Ähnlichkeiten in Klima,
Ausgangssubstraten, Topografie und Vegetation werden
zu Wuchsbezirken und Wuchsgebieten zusammenge-
fasst (Abb. 4.6). Gleichzeitig können die sächsischen
Wuchsgebiete auf drei Standortsregionen aggregiert
werden. Für die Waldflächen in Sachsen ergibt sich fol-
gende Verteilung: Mittelgebirge (53 %), Hügelland (22 %),
Tiefland (25 %). Eine ähnliche Verteilung ergibt sich
auch für die BZE-Punkte mit 51, 21 und 28 %. Aufgrund
der klimatischen, geologischen und pedologischen Diffe-
renzierung ergeben sich unterschiedliche Wachstums-
bedingungen für die verschiedenen Baumarten.
Der höchste Waldanteil wird in den Wuchsgebieten des
Mittelgebirges mit 42 % erreicht. Demgegenüber steht
das eher landwirtschaftlich geprägte Hügelland mit einem
geringen Waldanteil von 12 % (LAF 1996).
Aufgrund der enormen Flächenausdehnung und der
hohen Bewaldung in den beiden Wuchsgebieten Erzge-
birge und Düben-Niederlausitzer Altmoränenland verei-
nigen diese mehr als 60 % aller BZE-Punkte.

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26 | Räumliche Verteilung und Stratenbildung

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Veränderungen der Humusformen | 27
5
Veränderungen der Humusformen
Die Humusform von Waldböden, die eine entscheidende
Rolle auf den Kohlenstoffvorrat ausübt, wird in einem
hohen Maße vom aufstockenden Bestand beeinflusst.
Die schlechtere Zersetzbarkeit der Nadelstreu im Ver-
gleich zur Laubstreu hat einen maßgeblichen Einfluss
auf deren Ausbildung. Aufgrund der hohen Anteile von
Nadelbäumen in Sachsen von fast 65 % (Waldzustands-
bericht Sachsen 2017) ist auch ein Großteil (73 %) der
BZE-Punkte mit Fichte und/oder Kiefer bestockt.
Die Ansprache der Humusformen am jeweiligen BZE-
Punkt erfolgte nach der Bodenkundlichen Kartieranlei-
tung KA5 (Ad-Hoc-AG Boden 2005). Für die Ansprache
bzw. Ausweisung einer Humusform ist die Differenzierung
der Humusdecke in drei diagnostische Humus horizonte –
Ol oder L (Streulage), Of oder F (Vermoderungslage) und
Oh oder H (Humi fizierungslage) – notwendig.
Die ökologische Anordnung der Humusformen erfolgt,
wie in Abb. 5.1 zu sehen ist, nach der Intensität der
Umsetzungsprozesse und einer Zunahme der biologi-
schen Aktivität von links (Rohhumus) nach rechts
(Mull). Während Waldstandorte mit einer geringen Auf-
lage (Mull bis mullartiger Moder) von einer zügigen Ein-
arbeitung der Streuauflage leben, nimmt zum Moder,
rohhumusartigen Moder und Rohhumus die Geschwin-
digkeit der Einarbeitung ab und es entstehen Auflagen,
die auch an Mächtigkeit zunehmen.
Die Zusammensetzung der sächsischen BZE-Punkte nach
ihrer Humusform ist im Kapitel 4.2 beschrieben. Danach
dominiert mit fast 50 % der typische Moder, gefolgt von
rohhumusartigem Moder mit weniger als 30 % Anteil.
Als chemischer Maßstab für eine schnelle bzw. langsame
Als chemischer Maßstab für eine schnelle bzw. langsame
Umsetzung der Streu in den Mineralboden wird sehr oft
das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff (C/N) ver-
wendet (Tab. 5.1). Je weiter (größer) es ist, umso gehemm-
ter ist der Abbau und je enger (niedriger) es ist, umso
zügiger läuft die Verarbeitung und Einarbeitung der
organischen Substanz in den Mineralboden ab.
Während in der obersten Humusauflage auf den Mull-
standorten C/N-Verhältnisse von unter 20 berechnet wur-
den, steigt dieser Wert bis zum Rohhumus auf über 24 an.
Die höchsten C/N-Verhältnisse zeigen Nassstandorte mit
einer inaktiveren Feuchthumusform. Eine klare Abgren-
zung von Mull und mullartigem Moder zu den übrigen
Humusformen wird auch in 0 – 5 cm bzw. 5 – 10 cm
Bodentiefe sichtbar. Im Tiefenverlauf der Abb. 5.2 sind
die unterschied lichen C/N-Verhältnisse ebenso sichtbar
Als chemischer Maßstab für eine schnelle bzw. langsame
Abb. 5.1: Typische Humusformen der Waldböden, Abnahme
der Horizontmächtigkeiten von Rohhumus zu Mull,
hypersoil.uni-muenster.de, verändert nach LERCH, G. (1991),
Zeichnung Karen Kiffe
Tiefenstufe
MU
(Mull)
MOM
(mullartiger
Moder)
MO
(Moder)
MR
(rohhumus-
artiger Moder)
RO