image
Unterrichtsmodul zur Unterstützung
der Demokratieerziehung an
sächsischen Oberschulen
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen
gegen die Menschlichkeit

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 3
Inhalt
1 Vorbemerkungen
4
2
Hinweise zur Umsetzung im Unterricht
4
2.1
Aufbau der Module und Einbindung in die Lehrpläne
4
2.2
Organisatorische Aspekte
4
3
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
5
3.1
Ziele und Inhalte
5
3.2
Planungsbeispiel: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
6
3.3 Materialien
13
3.3.1
Impulsvarianten zum Einstieg
13
3.3.2
Das humanitäre Völkerrecht in Kürze – 150 Jahre Genfer Konvention
16
3.3.3
Einstieg Gruppenarbeit
19
3.3.4
Gruppe 1: Arbeitsbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener
20
3.3.5
Gruppe 2: Lebens- und Ernährungsbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener
31
3.3.6
Gruppe 3: Medizinische Versorgung sowjetischer Kriegsgefangener
41
3.3.7
Gruppe 4: Behandlung und Bestrafungen sowjetischer Kriegsgefangener
50
3.3.8
Gruppe 5: Hermann Reinecke – ein Täter
59
3.3.9
Zusammenfassung der Gruppenarbeit
69
3.3.10
Chronologie zur Entstehung der Menschenrechte
70
3.3.11
Arbeitsblatt: Grundgesetz und Grundrechte
71
3.3.12
Menschenrechtsverletzungen in der Gegenwart
73
3.3.13
Vorstellung einer Nichtregierungsorganisation
78
3.3.14
Reflexionsbogen
79
3.4 Quellenverzeichnis
80
3.5 Abbildungsverzeichnis
81
Anhang
82
Weiterführende Links
82
Hinweise zu Lernortfahrten
84
Allgemeine Erklärung der Menschrechte
85
Einwilligung der Schülerin/des Schülers in die Veröffentlichung von personenbezogenen Daten,
Fotos, Videos und Filmen
90
Informationen zum Datenschutz
92
Einwilligung in die Beteiligung an einer Online-Befragung zum Unterricht
94
Abrechnung für externe Kooperationspartnerinnen/Kooperationspartner
95
Feedbackbogen für externe Kooperationspartnerinnen/Kooperationspartner
98
Impressum 104

4 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
1 Vorbemerkungen
Schule ist ein Ort, an dem die demokratische, rechtliche und politische Bildung intensiv gefördert werden muss.
Demokratieerziehung ist eine grundlegende Bildungsaufgabe in unseren Schulen
1
. Das Einbringen aktueller politischer
Themen im Unterricht und das aktive Erleben einer demokratischen Schulkultur machen für die Schüler Demokratie
nachhaltig erfahrbar.
Durch Werteerziehung, das Erfahren von Wertschätzung und das Reflektieren verschiedener Weltanschauungen und
Wertesysteme entwickeln die Schüler auf der Grundlage der freiheitlich-demokratischen Ordnung individuelle Wert-
und Normvorstellungen (SMK, 2004)
2
Das vorliegende pädagogische Unterstützungsmaterial entstand im Rahmen des „Maßnahme-Paketes für ein starkes
Sachsen“. Dieses wurde am 4. März 2016 durch die Sächsische Staatsregierung zur Förderung der politischen Bildung
und Demokratie beschlossen.
Zur Umsetzung des Maßnahme-Paketes haben das Sächsische Staatsministerium für Kultus und das Sächsische Staats-
ministerium der Justiz eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Rechtsanwaltskammer Sachsen und unter Federfüh-
rung des Landesamtes für Schule und Bildung, Standort Radebeul eingerichtet. In dieser Arbeitsgruppe erstellten
Fachberaterinnen und Fachberater der Oberschulen in Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertreter der Justiz
und der Anwaltschaft ein pädagogisches Unterstützungsmaterial, das die Orientierung an demokratischen Grund-
werten hervorhebt und zum Verständnis rechtsstaatlicher Prinzipien und politischer Prozesse beiträgt. Das Unterstüt-
zungsmaterial wird in drei Modulen entwickelt.
Neben den ersten Modulen „Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit“ sowie „Menschenrechte und Verbrechen
gegen die Menschlichkeit“ wird bis zum Schuljahr 2020/2021 ein weiteres Modul entwickelt, das die Themenbereiche
wehrhafte Demokratie und Zivilcourage fokussiert. Die Module sind in den Lehrplänen der Unterrichtsfächer Evangeli-
sche Religion, Katholische Religion, Ethik, Geschichte und Gemeinschaftskunde/Rechtskundeerziehung verortet.
2 Hinweise zur Umsetzung im Unterricht
2.1 Aufbau der Module und Einbindung in die Lehrpläne
Die Struktur der Module orientiert sich an den Planungsbeispielen zum kompetenzorientierten Unterricht
3
und unter-
stützt Lehrkräfte bei der Planung, Durchführung und Reflexion ihres Unterrichts. Am Ende jedes Moduls wenden die
Schüler die Kenntnisse und Fähigkeiten in Problemsituationen an und können so Kompetenzen im jeweiligen Lernbe-
reich entwickeln. Das Modul 1 ist den Fächern Evangelische Religion, Katholische Religion und Ethik in der Klassen-
stufe 6, das Modul 2 dem Fach Geschichte in der Klassenstufe 8 zugeordnet. Das Modul 3 „Wehrhafte Demokratie“
kann im Fach Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung in der Klassenstufe 9 umgesetzt werden. Die Ziele und Inhalte der
Module verstehen sich als Angebote für Lehrkräfte und können in den genannten Fächern und Lernbereichen mit den
im Lehrplan ausgewiesenen Wochenstunden durchgeführt werden. Der jeweils entsprechende Lehrplan mit Zielen und
Inhalten ist dabei umzusetzen. Sämtliche Angaben im Planungsbeispiel sowie die Ausführungen zu den Materialien
sind als pädagogische Anregung zu verstehen. Die Materialien sind zum Teil im Rahmen eines binnendifferenzierenden
Unterrichts einzusetzen. Auf genaue Zeitvorgaben, z. B. zu Phasen der Gruppenarbeit wurde aus Gründen der indivi-
duellen Klassensituation verzichtet.
2.2 Organisatorische Aspekte
Demokratieerziehung und die Ermöglichung demokratischer Schulkultur sind wesentliche Aufgaben der Schule. Zu
Fragen der Planung, Umsetzung und Durchführung kann Kontakt mit den zuständigen Fachberaterinnen und Fach-
beratern der entsprechenden Fächer aufgenommen werden. Bei Einbindung von externen Kooperationspartnerinnen/
Kooperationspartnern muss langfristig geplant werden. Den Lehrkräften der betreffenden Klassenstufen wird
1
vgl. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 4. März 2009
2
vgl. Sächsisches Staatsministerium für Kultus (2004): Leitbild für Schulentwicklung
3
vgl. Sächsisches Bildungsinstitut (2013): Kompetenzorientierter Unterricht

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 5
empfohlen, die Planung im Team zu realisieren, diese zu dokumentieren und auszuwerten. Für die externen Koope-
rationspartnerinnen und Kooperationspartner befinden sich die Formulare zur Abrechnung im Anhang und sind im
Original an das Landesamt für Schule und Bildung, Standort Radebeul zu schicken.
Zur Auswertung des Moduls 2 liegen entsprechende Feedbackbögen für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehr-
kräfte vor. Sie können über das „Service-Portal Interne Evaluation an sächsischen Schulen (SIEVAS)“ online ausgefüllt
werden. Darüber hinaus gibt es Feedbackbögen in Papierform für externe Kooperationspartnerinnen/Kooperations-
partner.
3 Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die
Menschlichkeit
3.1 Ziele und Inhalte
Das Modul 2 ist im Fach Geschichte dem Lernbereich 5 „Völkermord und Kriegsverbrechen“ Klassenstufe 8 zugeordnet
und umfasst ca. 6 Unterrichtsstunden. Im vorliegenden Modul werden die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema
Völkermord und Kriegsverbrechen in der Vergangenheit und in der Gegenwart konfrontiert und setzen sich damit
auseinander.
Am Beispiel sowjetischer Kriegsgefangener in Zeithain erschließen sich die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe geeig-
neter Quellen die Lebensbedingungen der vom Krieg betroffenen Menschen. Sie lernen die rechtlichen Regelungen
zum Schutz von Menschen in Konflikten, wie z. B. die Genfer Konvention kennen und bewerten die Lebensbedin-
gungen an diesem Maßstab.
Anhand von aktuellen Beispielen wird den Schülerinnen und Schülern deutlich, dass Menschenrechtsverletzungen
auch heute stattfinden. Sie erkennen, dass es nicht selbstverständlich ist, in Frieden zu leben und gewinnen die
Einsicht, dass sie durch aktive Mitwirkung ein friedliches Zusammenleben nach der freiheitlichen demokratischen
Grundordnung befördern.
Die Erstellung eines Handlungsproduktes am Ende des Moduls ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, sich mit
ihren Vorstellungen zur Einhaltung von Menschenrechten auf gesellschaftlicher und individueller Ebene auseinan-
derzusetzen und sich zur Frage zu positionieren, was sie selbst für ein friedliches Zusammenleben in Einklang mit
der Einhaltung der Menschenrechte tun können. Die Umsetzung des Moduls kann in Zusammenarbeit mit weiteren
Lehrkräften z. B. der Fächer Deutsch, Gemeinschaftskunde, Musik oder Kunst auch als fächerverbindender Unterricht
erfolgen.
Die Umsetzung des Moduls 2 kann unter Einbindung von Vertreterinnen und Vertretern der Justiz und der Anwalt-
schaft oder Vertreterinnen und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen erfolgen.
Ergänzend zur Thematik ist es möglich eine Exkursion zu einer Gedenkstätte durchzuführen werden, Unterstützung
hierfür bietet die Landesservicestelle
Lernorte des Erinnerns und Gedenkens
(siehe Anhang)
.

6 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
3.2 Planungsbeispiel: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Oberschule, Klassenstufe 8
Lehrplaneinordnung:
Geschichte, Lernbereich 5: Völkermord und Kriegsverbrechen
Unterrichtseinheit:
Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Umfang:
6 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten
Personelle Ressourcen:
eine Vertreterin/einen Vertreter der Justiz und der Anwaltschaft oder eine Vertreterin / einen Vertreter einer Nichtregierungsorganisation NGO (optional)
Räumliche Voraussetzung:
2 Räume
Mediale Voraussetzung:
Beamer, PC oder digitale Endgeräte, Moderationszubehör
Allgemeine Planungsschritte
Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
1. Thema bzw. Lerninhalte aus dem Lehrplan/
aus den Lehrplänen auswählen
Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
2. Ziele für die Unterrichtseinheit
- Kennen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit im zweiten Weltkrieg
- Beurteilen von Bild- und Schriftquellen auf der Grundlage der Menschenrechte
- Einblick gewinnen in Menschenrechte und Menschenrechtsschutz aus juristischer Sicht
- Einblick gewinnen in Möglichkeiten juristischer Aufarbeitung
- Übertragen der Kenntnisse zu Menschenrechten auf aktuelle Menschenrechtsverletzungen
- Sich positionieren zu Menschenrechtsverletzungen in Vergangenheit und Gegenwart
- Auswirkungen beurteilen
3. Lernvoraussetzungen/Vorwissen beschreiben
- Was bringt die/der Lernende bereits mit?
- Über welche Kenntnisse verfügt die/der
Lernende zum aktuellen Zeitpunkt?
- Über welche Fähigkeiten und Fertigkeiten/
Arbeitstechniken verfügt die/der Lernende zum
aktuellen Zeitpunkt?
Schülerinnen und Schüler
- kennen Menschen- und Grundrechte (GE, Kl. 7, LB 3, Kl. 8, LB 3, GK, Kl. 7, LB 2)
- sind geschult im Umgang mit Bild- und Schriftquellen
- kennen das Verfahren zur Rekonstruktion von Geschichte aus Bild- und Schriftquellen
- kennen Anlass und Ursachen des ersten Weltkrieges, Kriegsverbrechen und deren Auswirkungen (GE, Kl. 8, LB 1)
- beherrschen die Methode der Quellenkritik
- kennen die Begriffe Recht und Unrecht (ETH, RE/e, RE/k)

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 7
Allgemeine Planungsschritte
Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
4. Material zur Verfügung stellen (unterschiedliche
mediale Darstellung des Inhaltes z. B. Texte, Filme,
Ausstellungen, Statistiken, Bilder etc.)
Materialien für die Lehrkraft
- Bilder vom Ersten Weltkrieg
- Bilder zum Beschuss von Krankenhäusern in Aleppo
- Filme Schlacht von Solferino und Regeln im Krieg über MeSax
- Film
„Das humanitäre Völkerrecht in Kürze - 150 Jahre Genfer Konvention“
über MeSax, Arbeitsblatt zum Film, Variante 1 und
2, Erwartungsbild
- Bilder aus dem Kriegsgefangenenlager Zeithain
- Arbeitsaufträge, Materialien zur Gruppenarbeit
-
Gruppe 1: Arbeitsbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener
-
Gruppe 2: Lebens- und Ernährungsbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener
-
Gruppe 3: Medizinische Versorgung sowjetischer Kriegsgefangener
-
Gruppe 4: Behandlung und Bestrafung sowjetischer Kriegsgefangener
-
Gruppe 5: Hermann Reinecke – ein Täter
-
Arbeitsblatt: Zusammenfassung der Gruppenarbeit
-
Arbeitsblatt: Syrien – Angriffe auf Krankenhäuser“
- Hintergrundinformation:
Fall eines Kriegsverbrechens
-
Arbeitsblatt zu einer Nichtregierungsorganisation
-
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (s. Anhang, zur methodischen Verwendung geeignet)
Hinweis: Die Schreibweise in den Quelltexten und deren Abschriften entspricht der Schreibweise des Originaltextes.
5. geeignete Methoden und Sozialformen
auswählen
- Welche Inhalte sollen erarbeitend, welche inst-
ruktiv erschlossen werden?
- Welche kooperativen Lernformen bieten sich an
welcher Stelle an?
-
Unterrichtsgespräch
-
Auswertung eines Films mit Arbeitsblatt
-
Gruppenarbeit mit Präsentation
-
Er gebnissicherung
-
Partnerarbeit oder/und Einzelarbeit
-
Expertengespräch
(optional)
6. Kooperation mit Vertreterinnen und Vertretern
der Justiz und der Anwaltschaft oder zivilgesell-
schaftlichen Organisation (optional)
Erwartungsprofil an Vertreterinnen/Vertreter der
Justiz und der Anwaltschaft
Die Lehrkraft sollte eine Vorabsprache mit den externen Ansprechpartnerinnen und -partnern über Zielsetzung, Inhalte und
Ablauf des Expertengesprächs, die methodische und didaktische Ausgestaltung sowie zur individuellen Klassensituation führen.
Expertengespräch zum Thema „Menschenrechte aus juristischer Sicht“, mit folgender Themenauswahl
- historischer Abriss zur Entstehung der Idee der Menschenrechte
- Menschenrechte und deren Schutz in Deutschland und in der Europäischen Union heute
- Erwartungsbild Grundgesetz und Grundrechte

8 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Allgemeine Planungsschritte
Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
- Rechtssystem in Deutschland in Bezug auf Menschenrechte und Menschenrechtsschutz (z. B. Normenhierarchie, Bindung an
Recht und Gesetz, Kontrolle von Entscheidungen durch Gerichte, Funktion der Verwaltungsgerichte, Gewaltenteilung, Zusam-
menwirken von nationalem Recht und Europarecht)
- Fallbeispiele zum Menschen- und Grundrechtsschutz aus der juristischen Fallpraxis (z. B. aus dem Verwaltungsrecht: Versamm-
lungsrecht, Asylrecht etc.)
Das Expertengespräch kann unter Verwendung verschiedener Materialien z. B. Arbeitsblätter, Quiz, Lückentexte etc. erfolgen,
s. weiterführende Links auf S. 83
Mögliche Materialien zur Unterstützung des Expertengesprächs, z. B.
- Informationsblatt Chronologie zur Entstehung der Menschenrechte
- Aufgabenblatt Grundgesetz und Grundrechte
-
Erwartungsbild Grundgesetz und Grundrechte
Erwartungsprofil an die Vertreterinnen und
Vertreter einer zivilgesellschaftlichen Organisation
Kontaktadressen von Nichtregierungsorganisa-
tionen
Vorstellen einer Nichtregierungsorganisation (NGO) z. B. Amnesty International, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.,
s. Arbeitsblatt „Vorstellung einer Nichtregierungsorganisation
“.
- Aufgaben/ Gründungsgedanke
- Einsatzgebiete
- Aktuelle Kampagnen
- Finanzierung
- Probleme und Grenzen
Expertengespräch zum Thema Menschrechtsverletzungen in Vergangenheit und Gegenwart anhand eines konkreten Einzelfalles
sowie zur Unterstützung der Menschenrechtsbildung.
Amnesty International, Bezirksteam Sachsen (für Standorte Dresden, Leipzig, Chemnitz)
Ansprechpartner unter
bildung[at]amnesty-sachsen.de
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Landesverband Sachsen
Ansprechpartner unter
jugend-sachsen[at]volksbund.de
7. Unterrichtsschritte planen (einzelne Stunden)
1. Stunde
Impulsvarianten zum Einstieg:
- Konfrontation mit Bildern (z. B. Bilder vom Ersten Weltkrieg, Bilder vom Beschuss auf Krankenhäuser in Aleppo)
- Filme: „Schlacht von Solferino“ (2:28 min), „Regeln im Krieg“ (1:03 min) über MeSax
Positionierung: „Erkläre, warum es im Krieg Regeln geben sollte.“
„Nennt Regeln, die gelten sollten.“

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 9
Allgemeine Planungsschritte
Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Antworten der Schülerinnen und Schüler in geeigneter Form sammeln.
Film:
„Das humanitäre Völkerrecht in Kürze - 150 Jahre Genfer Konvention“
(5:01 min) über MeSax
Arbeitsblatt, Variante 1: Das humanitäre Völkerrecht in Kürze - 150 Jahre Genfer Konvention
Arbeitsblatt, Variante 2: Das humanitäre Völkerrecht in Kürze - 150 Jahre Genfer Konvention
Klärung unbekannter Begriffe
Differenzierung:
- Alternative 1: passende Piktogramme zu den Filmsequenzen entwerfen, s. Lehrplan Deutsch Kl. 8, LB 4
- Alternative 2: unbekannte Begriffe aus dem Film notieren
- Alternative 3: schrittweise Bearbeitung von Filmsequenzen
Auswertung Arbeitsblatt: Kerngedanken der Genfer Konvention sowie Schülerantworten aus der Einstiegsphase hervorheben in
Bezug zu Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte und Allgemeiner Erklärung der Menschenrechte setzen.
2. bis 3. Stunde
Überleitung: 2. Weltkrieg, Überfall auf die Sowjetunion 1941 - Unternehmen Barbarossa - sowjetische Kriegsgefangene - Kriegs-
gefangenenlager Zeithain
Lehrervortrag zum
Kriegsgefangenenlager in Zeithain
: Lage, Entstehungsgeschichte, Gefangene, (ca. 2 - 3 Min), Bilder Nr. 7, 8
Gruppenarbeit (Placemat): Sowjetische Kriegsgefangene im Lager Zeithain 1941 – 1945
Themendifferente Gruppenarbeit mit Aufgabenstellungen, Lehrkraft legt zeitlichen Umfang für die Bearbeitung in den Gruppen
sowie zur Vorstellung der Ergebnisse fest.
Ergebnis der jeweiligen Gruppenarbeit wird im Placemat-Mittelfeld notiert.
Vorstellung der Gruppenarbeit mit Begründung der Beurteilung. Ergebnisse zur Gruppe 5: Täter Hermann Reinecke werden nach
den Gruppenergebnissen 1 – 4 präsentiert)
Ergebnisse zum Arbeitsblatt werden im Unterrichtsgespräch notiert.
Auswertung und Positionierung im Plenum: Die Folgen für die Kriegsgefangenen sowie die Missachtung der Genfer Konvention
und des Deutschen Kriegsrechts.

10 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Allgemeine Planungsschritte
Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
4. bis 5. Stunde
Überleitung: ausgehend vom Nürnberger Prozess, zum Internationalen Strafgerichtshof, zu aktuellen Menschenrechtsverlet-
zungen in der Gegenwart
Variante 1: Lehrkraft ohne externe Partnerin bzw. externen Partner
Auswahl eines aktuellen Beispieles von Menschenrechtsverletzungen und Bewertung
- Einstieg: Karte des
Konfliktbarometers
des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung e. V. oder Karte zu
Krieg
und Gewaltkonflikten
der Bundeszentrale für politische Bildung
- Lage, Ursachen, Beteiligte, Art der Menschenrechtsverletzungen
- Möglichkeiten und Grenzen der Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen durch die Völkergemeinschaft und deren Auswir-
kungen (Mehrperspektivität)
- Bezug zu Menschenrechten, Grundrechten, Grundgesetz
- Handlungsmöglichkeiten um Menschenrechtsverletzung entgegen zu wirken (z. B. in der Schule, mit der Familie, im Sportverein,
in der Gesellschaft)
Mögliches Beispiel Syrien
Einstieg: Bild eines zerstörten Krankenhauses in Aleppo
Arbeitsblatt Syrien - Gezielte Angriffe auf Krankenhäuser
Schülerinnen und Schüler lesen den Text und positionieren sich zur Menschenrechtsverletzung
Auswertung Arbeitsblatt
Lehrervortrag und anschließendes Unterrichtsgespräch
Hintergrundinformation zu Syrien für die Lehrkraft (siehe Informationsblatt: Fall eines Kriegsverbrechens)
Zusätzliche Variante:
- Internetrecherche zu einer Nichtregierungsorganisation z. B. Amnesty International mit Arbeitsblatt: Vorstellung einer Nichtre-
gierungsorganisation
Variante 2: Lehrkraft mit Vertreterin/Vertreter der Justiz und der Anwaltschaft
Absprache zu Zielen, Inhalten und Materialien erforderlich (s. Punkt 6)
Expertengespräch zum Thema „Menschenrechte aus juristischer Sicht“
Mögliche Themenauswahl:
- historischer Abriss zur Entstehung der Idee der Menschenrechte
- Menschenrechte und deren Schutz in Deutschland und in der Europäischen Union heute

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 11
Allgemeine Planungsschritte
Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
- Einführung in das Rechtssystem in Deutschland in Bezug auf Menschenrechte und Menschenrechtsschutz (z. B. Normenhier-
archie, Verhältnis Grundgesetz zu einfachem Gesetz, Wirkung von Europarecht, Bindung an Recht und Gesetz, Kontrolle von
Entscheidungen durch Gerichte, Organisation von Gerichten, Rolle des Bundesverfassungsgerichts, Funktion der Verwaltungsge-
richte, Gewaltenteilung etc.) anhand von Beispielen
- Fallbeispiele zum Menschen- und Grundrechtsschutz aus der juristischen Fallpraxis (z. B. aus dem Verwaltungsrecht: Versamm-
lungsrecht, Asylrecht etc.)
Mögliche Materialien zur Unterstützung des Expertengesprächs:
- Informationsblatt Chronologie zur Entstehung der Menschenrechte
- Aufgabenblatt Grundgesetz und Grundrechte
- Erwartungsbild Grundgesetz und Grundrechte
Unterrichtsgespräch mit Lehrkraft und Jurist:
- Möglichkeiten und Grenzen der Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen und deren Auswirkungen
- Handlungen, um Menschenrechts- bzw. Grundrechtsverletzungen entgegen zu wirken (z. B. mit der Familie, in der Schule, im
Sportverein, in der Gesellschaft)
Variante 3: Lehrkraft mit Vertreterin/Vertreter einer Nichtregierungsorganisation (NGO = Non-Governmental Organisation)
Absprache zu Zielen und Inhalten sowie Möglichkeiten und Grenzen der Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen und deren
Auswirkungen anhand eines konkreten Einzelfalles (s. Punkt 6).
Expertengespräch: (s. Arbeitsblatt: Vorstellung einer Nichtregierungsorganisation)
- Vorstellung der Organisation
- Gründungsgedanke und Aufgaben
- Einsatzgebiete
- Aktuelle Kampagnen
- Finanzierung
- Probleme und Grenzen
Unterrichtsgespräch mit Lehrkraft und Vertreterin/Vertreter einer NGO:
- Möglichkeiten, sich für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen (mit der Familie, in der Schule, im Sportverein, in der
Gesellschaft)

12 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Allgemeine Planungsschritte
Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
6. Stunde
Für alle Varianten:
Erstellung eines Handlungsproduktes
Absprache mit weiteren Fachkolleginnen und Fachkollegen möglich
Mögliche Handlungsprodukte:
- Erstellung eines Flyers zu Nichtregierungsorganisationen
- Anfertigung Informationstafel zu Menschenrechten
- Unterstützung von Kampagnen, z. B. Schreiben von Briefen, Sammeln von Spenden
- Entwerfen eines Flugblattes zu Menschenrechten
- Texten eines Raps zur Einhaltung von Menschenrechten
Weitere mögliche Perspektiven
- Besuch eines Verwaltungsgerichtes
Exkursion zu einem Lernort des Erinnerns und Gedenkens z. B. der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain (
siehe auch Landesservicestelle
Lernorte des Erinnerns und Gedenkens
, weitere Informationen im Anhang) Einladung von durch Menschenrechtsverletzungen
Betroffene
8. Schülerinnen und Schülern Lernerfolg zeigen und
reflektieren lassen
- Lernstand ermitteln und reflektieren
- Abgleich von Zielen und Lernstand
- Lernweg reflektieren lassen
Schülerinnen und Schüler reflektieren den Lernprozess und die erreichten Lernziele
Lehrkraft und externe Kooperationspartnerin/externer Kooperationspartner reflektieren Zielerreichung des Moduls
Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkraft füllen Feedbackbögen online über das „
Service-Portal Interne Evaluation an sächsischen
Schulen (SIEVAS)
“ aus
Externe Kooperationspartnerin/externer Kooperationspartner verwendet die vorliegenden Feedbackbögen in Papierform
Reflexionsbogen
verbleibt bei der Schülerin/dem Schüler

image
image
image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 13
Material für die Lehrkraft
3.3 Materialien
3.3.1 Impulsvarianten zum Einstieg
Bilder vom Ersten Weltkrieg
Bild 1: Ein auf dem Vormarsch gefallener Soldat
Bild 2: Schützengraben
Bild 3: Menschen mit Schutzmaske bei Gasalarm

image
image
14 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Material für die Lehrkraft
Bilder vom Beschuss auf Krankenhäuser in Aleppo
Bild 4: Ein Zimmer im zweiten Stock eines Krankenhauses im Osten Aleppos
Bild 5: Schwere Beschädigung das al-Bayan Krankenhauses im Juli 2016

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 15
Material für die Lehrkraft
Bild 6: Ein Krankenhaus im Osten Aleppos nach einem Luftangriff im April 2016, geschützt mit Sandsäcken

image
image
16 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Arbeitsblatt Variante 1
3.3.2 Das humanitäre Völkerrecht in Kürze – 150 Jahre Genfer Konvention
Entstehung des Völkerrechts
Seit jeher greifen Menschen bei Auseinandersetzungen zu _________.
Im Laufe der Zeit haben Menschen versucht, die Brutalität des Krieges zu
begrenzen. Dieser humanitäre Geist führte im Jahr ______ zur 1. Genfer Konven-
tion – der Geburtsstunde des humanitären Völkerrechts.
Regeln der Genfer Konvention
Die weltweit geltenden Regeln in der Kriegsführung setzen ________, um
die Menschen zu schützen, die nicht kämpfen oder nicht dazu in der Lage sind.
Schutz der Zivilisten
Zivilisten dürfen _________ angegriffen werden. Das zu tun, wäre ein Kriegs-
verbrechen.
Es müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, damit keinem Zivilisten
geschadet wird und keine für ihr Überleben wichtigen Güter zerstört werden.
Zivilisten haben das Recht, die ________ zu erhalten, die sie benötigen.
Umgang mit Gefangenen
Das humanitäre Völkerecht verbietet ___________ und andere Misshand-
lungen von Gefangenen. Sie dürfen nicht in kriegswichtigen Fabriken eingesetzt
und zu gefährlichen Tätigkeiten herangezogen werden. Sie müssen Nahrung
und ____________ erhalten. Ihnen muss die Möglichkeit gegeben werden mit
Verwandten zu kommunizieren. Nur so können sie ihre Würde behalten und
überleben.
Umgang mit Kranken und Verwundeten
Personen oder Fahrzeuge von Hilfsorganisationen, wie z. B. das Rote Kreuz
dürfen unter __________ Umständen angegriffen werden. Ihnen muss gestattet
werden ihrer Arbeit nachzugehen.
Kranke und Verwundete haben das Recht, behandelt und versorgt zu
werden, egal auf welcher __________ sie stehen. Sie dürfen nicht angegriffen
werden.
Anpassung des humanitären Völkerrechts
Das humanitäre Völkerrecht muss ständig angepasst werden, weil moderne
_________, später vielleicht auch vollautomatische Roboter, sowie neue
Methoden der Kriegsführung eventuell ____________ zwischen Zivilisten und
Kämpfern unterscheiden.
Zusammenfassung:
Das humanitäre Völkerrecht fordert auch in Zeiten des Krieges das Beachten
der ______________________. Die Genfer Konvention stellt internati-
onal verbindliche ______________ auf, die von den Beteiligten bewaff-
neter Konflikte zum ____________ der Soldaten und der Zivilbevölkerung
respektiert werden sollen. Die Genfer Konvention fordert die Einhaltung von
___________________________ im Krieg.

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 17
Arbeitsblatt Variante 2
3.3.2 Das humanitäre Völkerrecht in Kürze – 150 Jahre Genfer Konvention
Entstehung des Völkerrechts
Seit jeher greifen Menschen bei Auseinandersetzungen zu _________.
Im Laufe der Zeit haben Menschen versucht, die Brutalität des Krieges zu
begrenzen. Dieser humanitäre Geist führte im Jahr ______ zur 1. Genfer Konven-
tion – der Geburtsstunde des humanitären Völkerrechts.
Regeln der Genfer Konvention
Die weltweit geltenden Regeln in der Kriegsführung setzen ________, um die
Menschen zu schützen, die nicht kämpfen oder nicht dazu in der Lage sind.
Schutz der Zivilisten
Zivilisten dürfen _________ angegriffen werden. Das zu tun, wäre ein Kriegs-
verbrechen.
Es müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, damit keinem Zivilisten
geschadet wird und keine für ihr Überleben wichtigen Güter zerstört werden.
Zivilisten haben das Recht, die ________ zu erhalten, die sie benötigen.
Umgang mit Gefangenen
Das humanitäre Völkerecht verbietet ___________ und andere Misshand-
lungen von Gefangenen. Sie dürfen nicht in kriegswichtigen Fabriken eingesetzt
und zu gefährlichen Tätigkeiten herangezogen werden. Sie müssen Nahrung
und ____________ erhalten. Ihnen muss die Möglichkeit gegeben werden mit
Verwandten zu kommunizieren. Nur so können sie ihre Würde behalten und
überleben.
Umgang mit Kranken und Verwundeten
Personen oder Fahrzeuge von Hilfsorganisationen, wie z. B. das Rote Kreuz
dürfen unter __________ Umständen angegriffen werden. Ihnen muss gestattet
werden ihrer Arbeit nachzugehen.
Kranke und Verwundete haben das Recht, behandelt und versorgt zu
werden, egal auf welcher __________ sie stehen. Sie dürfen nicht angegriffen
werden.
Anpassung des humanitären Völkerrechts
Das humanitäre Völkerrecht muss ständig angepasst werden, weil moderne
_________, später vielleicht auch vollautomatische Roboter, sowie neue
Methoden der Kriegsführung eventuell ____________ zwischen Zivilisten und
Kämpfern unterscheiden.
Zusammenfassung:
Das humanitäre Völkerrecht fordert auch in Zeiten des Krieges das Beachten
der ______________________. Die Genfer Konvention stellt internati-
onal verbindliche ______________ auf, die von den Beteiligten bewaff-
neter Konflikte zum ____________ der Soldaten und der Zivilbevölkerung
respektiert werden sollen. Die Genfer Konvention fordert die Einhaltung von
___________________________ im Krieg.
Lösung: 1864, Grenzen, Gewalt, Folter, Regeln, nicht, Waffen, keinen, Seite,
Schutz, Hilfe, Wasser, Menschenwürde, nicht, Menschenrechte

image
18 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Material für die Lehrkraft
Mögliches Erwartungsbild
Das humanitäre Völkerrecht in Kürze – 150 Jahre Genfer Konvention
Entstehung des Völkerrechts
Seit jeher greifen Menschen bei Auseinandersetzungen zu
Gewalt
.
Im Laufe der Zeit haben Menschen versucht, die Brutalität des Krieges zu
begrenzen. Dieser humanitäre Geist führte im Jahr
1864
zur 1. Genfer
Konvention – der Geburtsstunde des humanitären Völkerrechts.
Regeln der Genfer Konvention
Die weltweit geltenden Regeln in der Kriegsführung setzen
Grenzen
,
um die Menschen zu schützen, die nicht kämpfen oder nicht dazu in der Lage
sind.
Schutz der Zivilisten
Zivilisten dürfen
nicht
angegriffen werden, das zu tun, wäre ein
Kriegsverbrechen.
Es müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, damit keinem Zivilisten
geschadet wird und keine für ihr Überleben wichtigen Güter zerstört werden.
Zivilisten haben das Recht, die
Hilfe
zu erhalten, die sie benötigen.
Umgang mit Gefangenen
Das humanitäre Völkerecht verbietet
Folter
und andere Misshandlungen von
Gefangenen. Sie dürfen nicht in kriegswichtigen Fabriken eingesetzt und zu
gefährlichen Tätigkeiten herangezogen werden. Sie müssen Nahrung und
Wasser
erhalten. Ihnen muss die Möglichkeit gegeben werden mit Verwandten zu
kommunizieren. Nur so können sie ihre Würde behalten und überleben.
Umgang mit Kranken und Verwundeten
Personen oder Fahrzeuge von Hilfsorganisationen, wie z. B. das Rote Kreuz dürfen
unter
keinen
Umständen angegriffen werden. Ihnen muss gestattet werden ihrer
Arbeit nachzugehen.
Kranke und Verwundete haben das Recht, behandelt und versorgt zu
werden, egal auf welcher
Seite
sie stehen. Sie dürfen nicht angegriffen
werden.
Anpassung des humanitären Völkerrechts
Das humanitäre Völkerrecht muss ständig angepasst werden, weil moderne
Waffen
, später vielleicht auch vollautomatische Roboter, sowie neue
Methoden der Kriegsführung, eventuell
nicht
zwischen Zivilisten und
Kämpfern unterscheiden.
Zusammenfassung:
Das humanitäre Völkerrecht fordert auch in Zeiten des Krieges das Beachten der
Menschenwürde
. Die Genfer Konvention stellt international verbindliche
Regeln
auf, die von den Beteiligten bewaffneter Konflikte zum
Schutz
der Soldaten und
der Zivilbevölkerung respektiert werden sollen. Die Genfer Konvention fordert die
Einhaltung von
Menschenrechten
im Krieg.

image
image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 19
Material für die Lehrkraft
3.3.3 Einstieg Gruppenarbeit
Bilder vom Kriegsgefangenenlager in Zeithain 1941 bis 1945
Bild 7: Kriegsgefangenenlager in Zeithain
Bild 8: Kriegsgefangenenlager in Zeithain

image
image
20 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Arbeitsbedingungen
3.3.4 Gruppe 1: Arbeitsbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener
Aufgabenstellung
Erarbeitet anhand der Materialien, wie die Arbeitsbedingungen der sowjetischen Kriegsgefangenen im Lager Zeithain
waren. Beurteilt, ob diese mit den Artikeln im „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“ übereinstimmten.
Präsentiert eure Ergebnisse den anderen Gruppen.
Notiert die Ergebnisse aus allen Gruppen im Arbeitsblatt Zusammenfassung der Gruppenarbeit.
Arbeit in der Gruppe
1. Sichtet das Material und besprecht gemeinsam alle Arbeitsschritte.
2. Wählt aus eurer Gruppe ein Mitglied aus, das ihr für besonders geeignet haltet,
sich mit dem anspruchsvollen Material „Kodifiziertes internationales Deutsches Kriegsrecht“
auseinanderzusetzen.
3. Verteilt die weiteren bereitgestellten Mate-
rialien. Lest die Texte und betrachtet die
Bilder. Nutzt dazu die gekennzeichneten
Textauszüge und das Glossar.
4. Jeder notiert die Fakten bzw. Eindrücke zu
den Arbeitsbedingungen der sowjetischen
Kriegsgefangenen in sein jeweiliges Place-
mat-Feld.
5. Tauscht euch zu euren Ergebnissen aus.
Notiert zentrale Aussagen aller Gruppenmit-
glieder im Placemat-Mittelfeld.
6. Der Experte des Rechts stellt nun seine
Notizen vor.
7. Beurteilt, ob die Arbeitsbedingungen der Kriegsgefangenen im Lager Zeithain mit den Artikeln im
„Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“ übereinstimmten.
Aufgaben für das Gruppenmitglied
Experte des Rechts:
3. Lies die Ausschnitte des
„Kodifizierten internationalen Deutschen
Kriegsrechts“. Nutze dazu das Glossar.
4. Notiere, welche Aussagen zu
Arbeitsbedingungen
getroffen werden.
5. Höre dir die Ergebnisse der
anderen Gruppenmitglieder an.
Vorstellung und Zusammenfassung der Ergebnisse in der Klasse
1. Jede Gruppe stellt ihre Ergebnisse vor und begründet ihr Urteil. Es beginnt der Experte des Rechts.
2. Notiert im Arbeitsblatt Zusammenfassung der Gruppenarbeit die Auswirkungen auf die Kriegsgefangenen.

image
image
image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 21
Materialien für die Gruppenarbeit: Arbeitsbedingungen
Arbeitsmaterialien zur Gruppe 1:
Arbeitsbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener
Experte des Rechts
M 1: Auszüge aus dem „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“
Weitere Gruppenmitglieder
M 2: Auszug aus den Lagererinnerungen von Alexej Iwanowitsch Sawada
M 3: Auszug des Sächsischen Staatsarchivs zu WUMAG Görlitz
M 4: Auszug aus der Abschrift „Anordnung über die Behandlung sowj. Kr. Gef.
in allen Kriegsgefangenenlagern vom 8.9.1941“
Zusätzliches Material
M 5: Auszug aus dem Dokument zum Einsatz sowjetischer Kriegsgefangener
M 6: Bilder zur Errichtung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain

image
22 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Arbeitsbedingungen
M 1: Auszüge aus dem „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“

image
image
image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 23
Materialien für die Gruppenarbeit: Arbeitsbedingungen
Auszüge aus dem „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“

24 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Arbeitsbedingungen
M 2: Auszug aus den Lagererinnerungen von Alexej Iwanowitsch Sawada
… Meine Leiden begannen am ersten Tag des Zweiten Weltkriegs, der auf dem Territorium der
Sowjetunion begann, wo ich in Litauen in der Roten Armee diente.
Ich werde diesen furchtbaren Kriegsabschnitt nicht beschreiben, denn schon in den ersten
Tagen des Krieges wurde ich schwer verwundet und kam in nazistische Gefangenschaft.
Nachdem ich in die Gefangenschaft gekommen war, gelang es mir zu fliehen und in meine
Heimatstadt Tschernobyl in der Ukraine zurückzukehren, wo ich am 12. März 1942 erneut
gefangen genommen und nach Dresden – Freital in Deutschland gebracht wurde, wo ich als
Ostarbeiter im Sächsischen Gussstahlwerk Döhlen AG Freital in der Galvanisiererei arbeitete.
Dort wurden in speziellen Behältern mit Schwefelsäure Geschosshülsen gereinigt. Man musste
12 – 14 Stunden ohne Pause für 600 g Ersatzbrot, 30 g Margarine und einen Napf Spinatsuppe
arbeiten.
Während der Arbeit dort erkrankte ich an Lungenentzündung und wurde in ein Lazarett für
Ostarbeiter in Dresden Poisental gebracht.
Dank Doktor Richter und seiner Frau Elsa blieb ich am Leben und ich konnte, nach einem
entsprechenden Examen, als Lagerarzt in der Sanitätsbaracke 3 in Freital arbeiten.
Als jedoch ein neuer SS-Kommandant das Lager übernahm, wurde ich erneut in die Galvani-
siererei zur Arbeit geschickt …
Ukraine, Charkow, Februar 2008
Dieser Auszug stammt aus einem Brief an KONTAKTE-KOHTAKTbI e. V.
Der Verein unterstützt Kontakte zwischen Menschen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 25
Materialien für die Gruppenarbeit: Arbeitsbedingungen
M 3: Auszug des Sächsischen Staatsarchivs zu WUMAG Görlitz
Die Behandlung von ausländischen Arbeitskräften innerhalb der WUMAG
Neben diesen Meldungen wurde auch eine Arbeitsverweigerung im „Russenlager“ Melanchton-
straße vom 02.08.1942 erwähnt. Wegen angeblich schlechter Kost verweigerten die russischen
Kriegsgefangenen die Arbeit in der WUMAG. Um die Russen doch zur Arbeit zu bewegen,
wurde das Militär zur Hilfe gerufen. Nach Androhung von Erschießungen (2 min. Bedenkzeit
für die Russen) waren die Kriegsgefangenen bereit, die Arbeit aufzunehmen. Die Wachmann-
schaften setzten die Kriegsgefangenen mit geladenen und ungesicherten Maschinenpistolen
unter Druck. Um eine weitere Arbeitsverweigerung zu verhindern, drohte der diensthabende
Offizier mit sofortiger Erschießung zukünftiger Arbeitsverweigerer.
Trotz dieser Androhung gelang drei Kriegsgefangenen einen Tag später die Flucht, weitere
Informationen über den Verbleib der flüchtigen Personen sind nicht genannt worden. Neben
diesen drastischen Maßnahmen beschloß die Direktion die strikte Trennung von Fremdarbeitern
und Kriegsgefangenen einer Nation. So wurde die Trennung von russischen und 34 französi-
schen Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern im neuen Lager der Abt. Waggonbau bzw. im Lager
Sonnenstraße beschlossen, um zukünftige Konflikte, die durch die unterschiedliche Verpfle-
gung, Entlohnung und Behandlung auftreten könnten, zu verhindern.
Desweiteren wurde die Situation der hinzugekommenden russischen Kriegsgefangenen bespro-
chen, denn rund 50 % dieser neuen Arbeitskräfte waren so geschwächt, daß sie erst „aufgepäp-
pelt“ werden mußten. Um deren schnellen Einsatz zu ermöglichen, wurde beschlossen, ihnen
vollwertige Verpflegung zur Verfügung zu stellen.

image
26 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Arbeitsbedingungen
M 4: Auszug aus der Abschrift „Anordnung über die Behandlung sowj. Kr.Gef. in allen
Kriegsgefangenenlagern vom 8.9.1941“
Anordnung des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW)

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 27
Materialien für die Gruppenarbeit: Arbeitsbedingungen
M 5: Auszug aus dem Dokument zum Einsatz sowjetischer Kriegsgefangener

28 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Arbeitsbedingungen
M 5: Abschrift des Auszugs aus dem Dokument zum Einsatz sowjetischer Kriegsgefangener
Anlage zu Va 5135/45.
Abschrift.
2
D e r C h e f
F.H.Qu., den 24.Dezember 1941.
des Oberkommandos der Wehrmacht
WFSt. (1) Nr. 00 3150 / 41
AWA Kriegsgef. Nr. 8770/41.
Durch die Notwendigkeit, aus der Kriegswirtschaft eine erhebliche Zahl bisher dort als
unabkömmlich beschäftigter Soldaten für die Front freizumachen, hat der Arbeitseinsatz von
Kr. Gef. noch erheblich an Bedeutung gewonnen.
Der Führer hat daher befohlen:
„1.) Die Zuführung der
sowjet.Kr.Gef.in
die Rüstungs- und Kriegswirtschaft ist für die
Aufrechterhaltung der Rüstungskapazität und für die Leistungsfähigkeit unserer
Kriegswirtschaft nunmehr entscheidendes Problem geworden.
2.) Es kommt darauf an, daß alle an der Bereitstellung der
sowjet.Kr
.Gef.als einsatzfähige
Arbeiter beteiligten Dienststellen und Behörden ihr Äußerstes daransetzen, die
Einsatzfähigkeit der Kr.Gef. zu erweitern und vor allem zu beschleunigen. Vorbedingung
hierzu sind insbesondere eine ausreichende Ernährung und die Beseitigung der
Fleckfiebergefahr. Alle hierfür verantwortlichen Dienststellen müssen sich in höchstem
Maße ihrer Verantwortlichkeit und der Notwendigkeit bewußt sein, möglichst viele Kr.Gef.
der Heimat zuzuführen, damit sie der Dienststelle „Arbeitseinsatz des Beauftragten für den
Vierjahresplan“ zur Verfügung gestellt werden können.
3.) Die Zuführung aller geeigneten Kr.Gef. an die Rüstungsindustrie ist damit vordringlichste
Aufgabe geworden. Alle übrigen Ansprüche, soweit sie nicht unmittelbar der fechtenden
Truppe zugute kommen, müssen daher zurückgestellt werden.
4.) Aus dieser Grundlage sind die schon befohlenen und geplanten Aufstellungen
aus
sowjet.Kr
.Gef. des Heeres, des Ersatzheeres, des RdL u.Obdl, der Kriegsmarine
und der Waffen-SS zu überprüfen, insbesondere im Hinblick auf die Kopfstärke.
Das OKW setzt im Einvernehmen mit dem Beauftragten für den Vierjahresplan
(Arbeitseinsatz)
und dem

image
image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 29
Materialien für die Gruppenarbeit: Arbeitsbedingungen
M 6: Bilder zur Errichtung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain
Bild 9: Errichtung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain
Bild 10: Errichtung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain

image
30 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Arbeitsbedingungen
Glossar zu Gruppe 1:
Arbeitsbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener
A. O.
Aufsicht führender Offizier
AWA
Allgemeines Wehrmachtamt, Teil des Oberkommandos der Wehrmacht
Fleckfieber
Infektionskrankheit, die durch Läuse, Milben, Flöhe, Zecken übertragen
wird
galvanisieren
Veredlung von Metall durch Elektrolyse
Gewahrsamsstaat
ein kriegsführendes Land, welches Kriegsgefangene festhielt
F. H. Qu.
Führerhauptquartier, eine Bezeichnung für eine Befehlsstelle Adolf Hitlers
als Oberbefehlshaber der Wehrmacht
Kr. Gef.
Kriegsgefangene
ObdL
Oberbefehlshaber der Luftwaffe
OKW
Oberkommando der Wehrmacht, höchste militärische Kommandobehörde
(1938-45)
RdL
Reichsverband der Deutschen Luftfahrtindustrie
SD
Sicherheitsdienst, dieser sowie die Sicherheitspolizei waren hauptver-
antwortlich für die Verfolgung politischer Gegner und die Planung und
Durchführung des Holocausts.
sowj. Kr. Gef.
sowjetische Kriegsgefangene
WFSt
Wehrmachtführungsstab, Teil des OKW
WUMAG
Görlitzer Waggonbau und Maschinenfabrik

image
image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 31
Materialien für die Gruppenarbeit: Lebens- und Ernährungsbedingungen
3.3.5 Gruppe 2: Lebens- und Ernährungsbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener
Aufgabenstellung
Erarbeitet anhand der Materialien, wie die Lebens- und Ernährungsbedingungen der sowjetischen Kriegsgefangenen
im Lager Zeithain waren. Beurteilt, ob diese mit den Artikeln im „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“
übereinstimmten.
Präsentiert eure Ergebnisse den anderen Gruppen.
Notiert die Ergebnisse aus allen Gruppen im Arbeitsblatt Zusammenfassung der Gruppenarbeit.
Arbeit in der Gruppe
1. Sichtet das Material und besprecht gemeinsam alle Arbeitsschritte.
2. Wählt aus eurer Gruppe ein Mitglied aus, das ihr für besonders geeignet haltet,
sich mit dem anspruchsvollen Material „Kodifiziertes internationales Deutsches Kriegsrecht“
auseinanderzusetzen.
3. Verteilt die weiteren bereitgestellten Mate-
rialien. Lest die Texte und betrachtet die
Bilder. Nutzt dazu die gekennzeichneten
Textauszüge und das Glossar.
4. Jeder notiert die Fakten bzw. Eindrücke zu
den Lebens- und Ernährungsbedingungen
der sowjetischen Kriegsgefangenen in sein
jeweiliges Placemat-Feld.
5. Tauscht euch zu euren Ergebnissen aus.
Notiert zentrale Aussagen aller Gruppenmit-
glieder im Placemat-Mittelfeld.
6. Der Experte des Rechts stellt nun seine
Notizen vor.
7. Beurteilt, ob die Lebens- und Ernährungsbedingungen der Kriegsgefangenen im Lager Zeithain mit den Arti-
keln im „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“ übereinstimmten.
Aufgaben für das Gruppenmitglied
Experte des Rechts:
3. Lies die Ausschnitte des
„Kodifizierten internationalen Deutschen
Kriegsrechts“. Nutze dazu das Glossar.
4. Notiere, welche Aussagen zu
Lebens- und
Ernährungsbedingungen
getroffen werden.
5. Höre dir die Ergebnisse der
anderen Gruppenmitglieder an.
Vorstellung und Zusammenfassung der Ergebnisse in der Klasse
1. Jede Gruppe stellt ihre Ergebnisse vor und begründet ihr Urteil. Es beginnt der Experte des Rechts.
2. Notiert im Arbeitsblatt Zusammenfassung der Gruppenarbeit die Auswirkungen auf die Kriegsgefangenen.

image
image
image
32 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Lebens- und Ernährungsbedingungen
Arbeitsmaterialien zu Gruppe 2:
Lebens- und Ernährungsbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener
Experte des Rechts
M 1: Auszüge: „Kodifiziertes internationales Deutsches Kriegsrecht“
Weitere Gruppenmitglieder
M 2: Erinnerungsbericht von Pimenova
M 3: Auszug aus dem Verhör von Paul Konitzer, 1946
M 4: Aus dem Erinnerungsbericht des Wachoffiziers Otto K.
Zusätzliches Material
M 5: Bilder aus dem Kriegsgefangenenlager Zeithain
M 6: Verpflegungssätze von 1943

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 33
Materialien für die Gruppenarbeit: Lebens- und Ernährungsbedingungen
M 1: Auszüge aus dem „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“

image
image
image
34 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Lebens- und Ernährungsbedingungen
Auszüge aus dem „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 35
Materialien für die Gruppenarbeit: Lebens- und Ernährungsbedingungen
M 2: Erinnerungsbericht von Pimenova
Frau Pimenova war Kriegsgefangene und arbeitete als Ärztin im Lazarett des Kriegsgefangenenlagers in Zeithain.

36 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Lebens- und Ernährungsbedingungen
M 3: Auszug aus dem Verhör Paul Konitzer von 1946
Paul Konitzer war beratender Hygienearzt im Kriegsgefangenenlager in Zeithain.
Frage:
Der Untersuchung ist bekannt, dass viele sowjetische Kriegsgefangene nicht nur infolge
der Ruhr- und Typhusepidemien starben, sondern auch an Auszehrung und Krankheiten, die
durch die unerträglichen Lebensumstände in diesem Lager hervorgerufen worden waren.
Berichten Sie über diese Bedingungen!
Antwort:
Zu Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion erließ das Oberkommando der deut-
schen Streitkräfte den Befehl, den sowjetischen Kriegsgefangenen schlechtere Bedingungen als
Kriegsgefangenen aus anderen Ländern zu gewähren.
Dieser Befehl wurde damit begründet, dass die Kriegshandlungen gegen die UdSSR nicht auf
regulärem Wege aufgenommen worden waren, sondern ohne Kriegserklärung. Deshalb könne
man sowjetische Kriegsgefangene auch nicht als reguläre Kriegsgefangene betrachten und
denen anderer Länder gleichstellen. Darüber hinaus wurde darauf hingewiesen, dass die Sowjet-
union die internationalen Vereinbarungen über den Umgang mit Kriegsgefangenen nicht unter-
zeichnet hätte, so dass sich die in diesen Konventionen vereinbarten Regeln nicht auf ihre
Kriegsgefangenen erstreckten. Dieser verbrecherische Befehl von Hitlers Oberkommando bildete
in der Folgezeit die Grundlage für den Umgang mit sowjetischen Kriegsgefangenen. Demnach
wurden für sowjetische Kriegsgefangene die niedrigsten Verpflegungsnormen festgesetzt und
sie erhielten die qualitativ schlechtesten Nahrungsmittel. Das für sie bestimmte Brot zum
Beispiel wurde unter Beimengung von Roten Rüben, Rübenlaub und Strohmehl gebacken. Von
diesem Brot häuften sich Durchfallerkrankungen, was mir die Lagerärzte von Zeithain bestä-
tigten.
Im Vergleich zu anderen Lagern des Wehrkreises IV waren die sowjetischen Kriegsgefangenen in
Zeithain den denkbar schlechtesten Bedingungen ausgesetzt. Bis weit in den Herbst 1941 hinein
mussten sie unter freiem Himmel auf dem mit Stacheldraht umzäunten Lagerplatz kampieren,
im Winter kamen sie dann in halbfertige Baracken.
Die Ernährung war, wie ich bereits gesagt habe, sehr schlecht, sowohl im Hinblick auf die Rati-
onen als auch auf die Qualität der Lebensmittel. Die hygienischen Verhältnisse im Lager waren
bis zum Frühjahr 1942 ausgesprochen unzulänglich. Das alles führte zu Auszehrung und Krank-
heiten unter den sowjetischen Kriegsgefangenen, die bereits in sehr erschöpftem Zustand oder
gar krank ins Lager kamen, da sie zusammengepfercht in engen Waggons ohne Nahrung und
medizinische Betreuung transportiert wurden.

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 37
Materialien für die Gruppenarbeit: Lebens- und Ernährungsbedingungen
M 4: Aus dem Erinnerungsbericht des Wachoffiziers Otto K.
Otto K. war Wachoffizier im Kriegsgefangenenlager in Zeithain und als Angehöriger des Wachdienstes zum Ordnungs-
dienst eingeteilt.
„[…] Mein Dienst bestand anfangs in Kontrollkarten durch das Gefangenenlager mit Hptm.
U. zusammen oder allein, im Wachdienst, in der Mannschaftsausbildung, Stellvertretung des
Kompanieführers, später als Leiter von Unteroffizierslehrgängen. Die nächtlichen Kontrollen der
sämtlichen Wachposten rings um das Gefangenenlager am Stacheldrahtzaun mit den maschi-
nengewehrbesetzten Wachtürmen entlang und mitten durch die endlosen Barackenstraßen
hatte etwas ebenso Schauerliches wie auch Romantisches an sich, besonders in kalten, mond-
beglänzten Winternächten. Aus den ungeheizten Baracken drangen gruselerregende Geräu-
sche heraus, ähnlich dem Grollen eines unterirdischen Vulkans oder dem hungrigen Knurren
unbändiger Raubtiere. Kein Wunder: diese verhungernden und erfrierenden ‘‘Untermenschen‘‘
kämpften gegen den Erfrierungstod durch dauernde Bewegung, dabei aber dem Tod durch
Entkräftung umso mehr in die Hände arbeitend, da sie am Tage bei einer Suppe aus verfau-
lenden Kohlrüben mit 5g Fett – an dem sich zudem die Wachmannschaften bereicherten –
schwer arbeiten mussten!
Und zu diesem infernalischen Elend von Hunderttausenden unschuldigen und unglücklichen
Menschen leuchteten Mond und Sterne hell und kalt in ungerührter Pracht dieser Winternächte
herab auf einen nachdenklichen kleinen Leutnant der ‘‘großdeutschen‘‘ Wehrmacht, […]
Jeden Tag sah ich die endlos langen Kolonnen ihre Lasten schleppen, sah zusammenbrechende
und beiseite Gestoßene, […] Ich sah einzelne an den Abfallhaufen der Lagerküchen stinkende
Speisereste aufklauben und gierig verzehren.“

image
image
image
38 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Lebens- und Ernährungsbedingungen
M 5: Bilder aus dem Kriegsgefangenenlager Zeithain
Bild 11: Kriegsgefangene im Lager Zeithain
Bild 12: Kriegsgefangene im Lager Zeithain
Bild 13: Kriegsgefangene und Soldaten im Lager Zeithain

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 39
Materialien für die Gruppenarbeit: Lebens- und Ernährungsbedingungen
M 6: Verpflegung im Zweiten Weltkrieg
Tabelle 1: Verpflegung für sowjetische Kriegsgefangene (1943)
Lebensmittel
Wöchentliche Ration für
sowjetische Kriegsgefangene
Tägliche Ration für
sowjetische Kriegsgefangene
Fleisch
200 g
Fett
130 g
Getreidenährmittel
81 g
Teigwaren
44 g
Kartoffelstärkeerzeugnisse
25 g
Zucker
110 g
Brot
2600 g
Tee-Ersatz
14 g
Kartoffeln
5000 g
Käse
-
Quark
-
Kaffee-Ersatz und Zusatzmittel
-
Marmelade
-
Zusatz zu Tabelle 1: Berechne die tägliche Ration und notiere die Angaben in die entsprechenden
Felder.
Tabelle 2: Wöchentliche Rationen der Zivilbevölkerung (Kategorie „Normalverbraucher“, z. B. Angestellte)
Zeitpunkt
Brot
Fleisch
Fett
September 1939
2400 g
500 g
270 g
April 1942
2000 g
300 g
206 g
Juni 1943
2325 g
250 g
218 g
Oktober 1944
2225 g
250 g
218 g
März 1945
1778 g
222 g
109 g

image
40 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Lebens- und Ernährungsbedingungen
Glossar zu Gruppe 2:
Lebens- und Ernährungsbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener
Epidemie
auch Seuche genannt, ist die zeitliche und
örtliche starke Häufung einer Krankheit
Hptm.
Hauptmann, ein Offiziersdienstgrad
infernalisch
höllisch, teuflisch
regulär
üblich
Ruhr
Infektionskrankheit, die durch Bakterien hervorgerufen wird,
gekennzeichnet durch hohes Fieber, unbehandelt kann die
Krankheit zum Tode führen
Typhus
schwere Infektionskrankheit, die durch verseuchtes Trinkwasser
und Nahrungsmittel übertragen wird
„Untermenschen“
Begriff aus dem Sprachgebrauch der Nationalsozialisten. In der
Ideologie des Nationalsozialismus wurden den so bezeichneten
Menschen das Recht auf das Menschsein abgesprochen.
UdSSR
Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (1922 – 1991)
Wehrkreis
bestimmtes militärisches Gebiet

image
image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 41
Materialien für die Gruppenarbeit: Medizinische Versorgung
3.3.6 Gruppe 3: Medizinische Versorgung sowjetischer Kriegsgefangener
Aufgabenstellung
Erarbeitet anhand der Materialien, wie die medizinische Versorgung der sowjetischen Kriegsgefangenen im Lager
Zeithain war. Beurteilt, ob diese mit den Artikeln im „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“ überein-
stimmte.
Präsentiert eure Ergebnisse den anderen Gruppen.
Notiert die Ergebnisse aus allen Gruppen im Arbeitsblatt Zusammenfassung der Gruppenarbeit.
Arbeit in der Gruppe
1. Sichtet das Material und besprecht gemeinsam alle Arbeitsschritte.
2. Wählt aus eurer Gruppe ein Mitglied aus, das ihr für besonders geeignet haltet,
sich mit dem anspruchsvollen Material „Kodifiziertes internationales Deutsches Kriegsrecht“
auseinanderzusetzen.
3. Verteilt die weiteren bereitgestellten Mate-
rialien. Lest die Texte und betrachtet die
Bilder. Nutzt dazu die gekennzeichneten
Textauszüge und das Glossar.
4. Jeder notiert die Fakten zu der medizini-
schen Versorgung der sowjetischen Kriegs-
gefangenen aus den Texten in sein jewei-
liges Placemat-Feld.
5. Tauscht euch zu euren Ergebnissen aus.
Notiert zentrale Aussagen aller Gruppenmit-
glieder im Placemat-Mittelfeld.
6. Der Experte des Rechts stellt nun seine
Notizen vor.
7. Beurteilt, ob die medizinische Versorgung der Kriegsgefangenen im Lager Zeithain mit den Artikeln im
„Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“ übereinstimmte.
Aufgaben für das Gruppenmitglied
Experte des Rechts:
3. Lies die Ausschnitte des
„Kodifizierten internationalen Deutschen
Kriegsrechts“. Nutze dazu das Glossar.
4. Notiere, welche Aussagen zu
der medizinischen
Versorgung
getroffen werden.
5. Höre dir die Ergebnisse der anderen
Gruppenmitglieder an.
Vorstellung und Zusammenfassung der Ergebnisse in der Klasse
1. Jede Gruppe stellt ihre Ergebnisse vor und begründet ihr Urteil. Es beginnt der Experte des Rechts.
2. Notiert im Arbeitsblatt Zusammenfassung der Gruppenarbeit die Auswirkungen auf die Kriegsgefangenen.

image
image
image
42 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Medizinische Versorgung
Arbeitsmaterialien zu Gruppe 3:
Medizinische Versorgung sowjetischer Kriegsgefangener
Experte des Rechts
M 1: Auszüge aus dem „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“
Weitere Gruppenmitglieder
M 2: Bericht von Schwester Zeme über die medizinische Versorgung
M 3: Auszug aus einem Brief von Anna Jakowlewitsch Markson vom 08.04.1944
aus dem Lager 304 in Zeithain
Zusätzliches Material
M 4: Kurzbiografie Schwester Zeme
M 5: Kurzbiografie Anna Jakowlewitsch Markson

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 43
Materialien für die Gruppenarbeit: Medizinische Versorgung
M 1: Auszüge aus dem „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“

image
image
44 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Medizinische Versorgung
Auszüge aus dem „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 45
Materialien für die Gruppenarbeit: Medizinische Versorgung
M 2: Bericht von Schwester Zeme über die medizinische Versorgung
Frau Zeme war Kriegsgefangene und arbeitete als Krankenschwester im Lazarett des Kriegsgefangenenlagers in Zeit-
hain.

46 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Medizinische Versorgung
M 3: Auszug aus dem Brief von Anna Jakowlewitsch Markson
Frau Markson war Kriegsgefangene und arbeitete als Ärztin im Lazarett des Kriegsgefangenenlagers in Zeithain.
Auszug wurde übersetzt von der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain:
Liebe Kinder,
ich erhielt euren Brief und die Broschüre über das Lager 304 in Zeithain. Vielen Dank dafür.
Ich befand mich vom 17.10.41 bis zum März 1945 als Gefangene im Lager 304 in Zeithain.
Im März wurden alle weiblichen sowj. Kriegsgefangenen nach Hoyerswerda evakuiert, wo uns
frühere Kriegsgefangene des Lagers 304 in der Nacht vom 21.4. bis zum 22.4.1945 befreiten.
Im Lager 304 ertrug ich alle Qualen der Gefangenschaft, Erniedrigungen, Beleidigungen und des
Hungers. Aber den Mut habe ich nie sinken lassen. Die ganze Zeit arbeitete ich als Arzt - zuerst
als Chirurg, dann als Therapeut und von 1943 bis zum März 1945 als Röntgenologe (Meine
Spezialausbildung ist Röntgenologie und in die sowjetische Armee wurde ich als Röntgenologe
berufen).
Es war schwer, die Hungerkranken zu heilen, denen vor Hunger das Gesicht angeschwollen
war. Es gab ja keine Medizin in den Baracken. Für 75 Menschen gab man 20 Tabletten und 5
Ampullen Glukose aus. Uns Ärzten blieb ein Mittel – das Wort: das heißt, „seine“ Kranken mora-
lisch zu unterstützen und sie im Lazarett zu behalten, damit sie nicht in den Schächten und
Betrieben von Hitlerdeutschland arbeiten mussten …

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 47
Materialien für die Gruppenarbeit: Medizinische Versorgung
M 4: Kurzbiografie Schwester Zeme
(1916 – 2005)
Maria Vittoria Zeme wurde am 29. August
1916 am Lago Maggiore geboren. Ende der
1930er Jahre erlangte sie ihr Diplom als frei-
willige Schwester des Italienischen Roten
Kreuzes und wurde von April 1941 bis Mai
1943 im Lazarett Baveno am Lago Maggiore
eingesetzt. Im Mai 1943 wurde sie in das
Feldlazarett nach Athen versetzt, wo sie im
September in deutsche Kriegsgefangenschaft
geriet.
Ende Oktober 1943 wurde Schwester Zeme
zusammen mit anderen italienischen Mili-
tärinternierten in das Kriegsgefangenen-Re-
servelazarett nach Zeithain transportiert, wo
sie am 5. November 1943 ankam. Schwester
Zeme hatte sich freiwillig in die Internierung
begeben, aus Sorge um die italienischen Gefangenen.
Während der Gefangenschaft im Kriegsgefangenen-Reservelazarett Zeithain führte sie regelmäßig
Tagebuch in einem kleinen Taschenkalender. Sie schilderte darin die Monate der Gefangenschaft
mit allen Entbehrungen, dem Hunger und dem Leid, das sie umgab. Das Tagebuch gibt dabei zum
einen Einblick in ihre seelische Verfassung, berichtet aber auch von der Hilfsbereitschaft und dem
freundschaftlichen Umgang der italienischen Gefangenen untereinander, trotz des trostlosen
Lageralltages.
Ihr angeschlagener Gesundheitszustand machte Anfang Juni 1944 die Repatriierung nach Italien
nötig. Zusammen mit anderen italienischen Rotkreuzschwestern verließ sie am 3. Juni 1944 per
Bahntransport das Lager in Zeithain und überquerte drei Tage später den Brenner nach Italien.
Aufgrund der in Zeithain erlittenen gesundheitlichen Schäden musste Schwester Zeme die
folgenden zwei Jahre in einem Krankenhaus verbringen und wurde vom Italienischen Roten
Kreuz aufgrund ihrer Gesundheitsschäden als „Dienstinvalidin“ anerkannt. Sie erhielt zahlreiche
Auszeichnungen für ihren Einsatz und ihre Aufopferung für hilfsbedürftige Menschen.
Maria Vittoria Zeme verstarb am 26.03.2005.
Bild 14: Maria Vittoria Zeme

image
48 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Medizinische Versorgung
M 5: Kurzbiografie Anna Jakowlewitsch Markson
Frau Anna Jakowlewitsch Markson geriet als
Ärztin der Roten Armee in deutsche Gefan-
genschaft. Sie befand sich vom 17.10.41 bis
März 1945 in Zeithain und arbeitete als Chir-
urgin und Röntgenärztin. Sie war Mitglied der
kommunistischen Widerstandsorganisation
und leitete die Gruppe der Frauen.
Im Auftrag der Widerstandsorganisation
verhinderte sie die „Aussonderung“ und
Ermordung von Juden, Politoffizieren und
Mitgliedern der Widerstandsorganisation,
indem sie ihnen durch das Vertauschen der
Personalkarten gegen die von bereits verstor-
benen Mitgefangenen eine neue Identität
verschaffte. In der von ihr geführten Kran-
kenbaracke wurde das Radio versteckt, mit
dem täglich Radio Moskau abgehört wurde.
Anna Markson arbeitete nach dem Krieg als
Ärztin in Tjotkino, im Regierungsbezirk Kursk
in Zentralrussland.
Bild 15: Anna Jakowlewitsch Markson

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 49
Materialien für die Gruppenarbeit: Medizinische Versorgung
Glossar zu Gruppe 3:
Medizinische Versorgung sowjetischer Kriegsgefangener
Bedürfnisanstalt
Räumlichkeiten, die zum Toilettengang und
zur Körperhygiene dienen
Gewahrsamsstaat
ein kriegsführendes Land, welches Kriegsgefangene festhielt
Inspektorin
Bezeichnung für eine Person mit Aufsichts- und Kontrollfunktion
Internierung
in Haft nehmen
Repatriierung
Rückholung Kriegsgefangener ins Herkunftsland
Röntgenologe
Arzt, der auf die Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen spezialisiert ist
tamponieren
mit einem Watte- oder Mullbausch abtupfen oder zustopfen

image
image
50 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Behandlung und Bestrafung
3.3.7 Gruppe 4: Behandlung und Bestrafungen sowjetischer Kriegsgefangener
Aufgabenstellung
Erarbeitet anhand der Materialien, wie die medizinische Versorgung der sowjetischen Kriegsgefangenen im Lager
Zeithain war. Beurteilt, ob diese mit den Artikeln im „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“ überein-
stimmte.
Präsentiert eure Ergebnisse den anderen Gruppen.
Notiert die Ergebnisse aus allen Gruppen im Arbeitsblatt Zusammenfassung der Gruppenarbeit.
Arbeit in der Gruppe
1. Sichtet das Material und besprecht gemeinsam alle Arbeitsschritte.
2. Wählt aus eurer Gruppe ein Mitglied aus, das ihr für besonders geeignet haltet,
sich mit dem anspruchsvollen Material „Kodifiziertes internationales Deutsches Kriegsrecht“
auseinanderzusetzen.
3. Verteilt die weiteren bereitgestellten Mate-
rialien. Lest die Texte und betrachtet die
Bilder. Nutzt dazu die gekennzeichneten
Textauszüge und das Glossar.
4. Jeder notiert die Fakten zu der Behandlung
und Bestrafungen der sowjetischen Kriegs-
gefangenen in sein jeweiliges Placemat-Feld.
5. Tauscht euch zu euren Ergebnissen aus.
Notiert zentrale Aussagen aller Gruppenmit-
glieder im Placemat-Mittelfeld.
6. Der Experte des Rechts stellt nun seine
Notizen vor.
7. Beurteilt, ob die Behandlung und Bestrafungen der Kriegsgefangenen im Lager Zeithain mit den Artikeln im
„Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“ übereinstimmten.
Aufgaben für das Gruppenmitglied
Experte des Rechts:
3. Lies die Ausschnitte des
„Kodifizierten internationalen Deutschen
Kriegsrechts“. Nutze dazu das Glossar.
4. Notiere, welche Aussagen
zu Behandlung und
Bestrafungen
getroffen werden.
5. Höre dir die Ergebnisse der
anderen Gruppenmitglieder an.
Vorstellung und Zusammenfassung der Ergebnisse in der Klasse
1. Jede Gruppe stellt ihre Ergebnisse vor und begründet ihr Urteil. Es beginnt der Experte des Rechts.
2. Notiert im Arbeitsblatt Zusammenfassung der Gruppenarbeit die Auswirkungen auf die Kriegsgefangenen.

image
image
image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 51
Materialien für die Gruppenarbeit: Behandlung und Bestrafung
Arbeitsmaterialien zu Gruppe 4:
Behandlung und Bestrafungen sowjetischer Kriegsgefangener
Experte des Rechts
M 1: Auszüge aus dem „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“
Weitere Gruppenmitglieder
M 2: Auszug aus der Aussage von Georg Krämer
M 3: Auszug aus der Aussage von Max Treu
M 4: Auszug aus der Aussage von Willy Kliebisch
Zusätzliches Material
M 5: Auszug aus der Abschrift „Anordnung über die Behandlung sowj. Kr.Gef.
in allen Kriegsgefangenenlagern vom 08.09.1941“

image
52 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Behandlung und Bestrafung
M 1: Auszüge aus dem „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“

image
image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 53
Materialien für die Gruppenarbeit: Behandlung und Bestrafung
Auszüge aus dem „Kodifizierten internationalen Deutschen Kriegsrecht“

54 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Behandlung und Bestrafung
M 2: Auszug aus der Aussage von Georg Krämer
Georg Krämer war ein Soldat der Wachmannschaft im Kriegsgefangenenlager in Zeithain
In der Wohnung aufgesucht, erscheint der Landwirt Georg Krämer, geb. 21.9.1897 in Bergen (Donau), Zell Nr.36,
Landkreis Neuburg/Donau, mit dem Gegenstand der Vernehmung vertraut gemacht, sagt er zur Sache folgendes
aus:
„Mir ist eröffnet worden, dass ich in dem Verfahren der STA. Göttingen Justizsache 751/66 gegen Uhlenhaupt als
Zeuge vernommen werden soll.“
Über mein Zeugnisverweigerungsrecht bin ich belehrt worden. Mir wurde auch gesagt, dass ich solche Fragen, die
mich oder meine Angehörigen belasten könnten, nicht beantworten brauch. Mit dem Beschuldigten bin ich nicht
verwandt oder verschwägert.
Ich will aussagen.
Von Anfang September bis 1.12.1941 war ich im Stalag 304, Zweiglager IV in Zeithain. Am 1.12.1941 erkrankte ich
an Fleckfieber und kam ins Lazarett nach Radebeul bei Dresden. Nach meiner Genesung kam ich nicht wieder in das
Lager zurück, sondern zu meiner Stammeinheit nach Brüx.
Im Lager Zeithain war ich innerhalb des Russenlagers zum Ordnungsdienst eingesetzt. Mit der Bewachung hatte ich
nichts zu tun. Unsere Hauptaufgabe bestand darin, dass wir für die allgemeine Ordnung im Lager verantwortlich
waren, die Essensausgabe überwachten, die Zählapelle durchführten und die verstorbenen Gefangenen abtranspor-
tierten.
Dadurch, dass das Lager überfüllt war, herrschten dort chaotische Zustände. Von den Gefangenen starben sehr viele
an Unterernährung und später an Fleckfieber. Meiner Schätzung nach waren es anfangs 20 Tote pro Tag, dieses
steigerte sich über 60 bis auf ca. 200 Tote täglich. Die Toten wurden alle in Massengräbern untergebracht. Wenn
mir in diesem Zusammenhang die Lichtbilder aus der Hülle 95 vorgelegt werden, so erkenne ich auf dem einen Bild,
auf welchen sich drei Offiziere befinden, im Hintergrund neben der Baracke zwei der von mir erwähnten Massen-
gräber. Auf einem anderen Bild, welches nebeneinanderliegende tote Gefangene zeigt, nehme ich an, dass es sich
ebenfalls um eine Aufnahme aus Zeithain handelt. Ich kann mich noch entsinnen, als im Herbst 1941 der starke
Frost einsetzte, dass die Toten in dem Wäldchen liegenblieben, bis ein Massengrab ausgehoben werden konnte. Ich
weiß auch, dass verschiedene Kameraden, obwohl dies verboten war, innerhalb des Lagers fotografierten.
Ich möchte noch erwähnen, dass es während meines Aufenthaltes in Zeithain noch keine Loren zum Abtransport
der Toten gab. Da ich zu dem Kommando gehörte, weiß ich nur, dass uns für den Abtransport lediglich ein alter
LKW zur Verfügung stand.
Ich weiß auch noch, dass während meiner Zeit Misshandlungen durch das Aufsichtspersonal an der Tagesordnung
war. Ich weiß von Schlägen mit Schemelbeinen usw. Weiter entsinne ich mich, dass unter der Leitung des Feldwe-
bels Willy Gabler in einer Ecke des Lagers ein Stacheldrahtkäfig errichtet wurde, in welchem Gefangene, die sich
kleinerer Vergehen zuschulden kommenlassen hatten, selbst bei strengem Frost völlig entkleidet untergebracht
wurden. Ich war auch noch zugegen, als ein Oberstleutnant in das Lager kam und die Gefangenen in dem Stachel-
drahtkäfig sah, dieser unheimlich Krach schlug und jeden Soldaten, der sich an Misshandlungen von Gefangenen
beteiligte, strengste Strafen androhte. Danach hörten diese dann auf.
Aus eigenem Erleben ist mir über Erschießungen im Lager nichts bekannt geworden.

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 55
Materialien für die Gruppenarbeit: Behandlung und Bestrafung
M 3: Auszug aus der Aussage von Max Treu
Max Treu war als Dolmetscher im Kriegsgefangenenlager in Zeithain eingesetzt

image
56 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Behandlung und Bestrafung
M 4: Auszug aus der Aussage von Willy Kliebisch
Willy Kliebisch war ein Soldat der Wachmannschaft des Kriegsgefangenenlagers in Zeithain

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 57
Materialien für die Gruppenarbeit: Behandlung und Bestrafung
M 5: Auszug aus der Abschrift „Anordnung über die Behandlung sowj. Kr. Gef.
in allen Kriegsgefangenenlagern vom 8.9.1941“
Anordnung des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW)

image
58 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Behandlung und Bestrafung
Glossar zu Gruppe 4:
Behandlung und Bestrafungen sowjetischer Kriegsgefangener
Arrest
Beschlagnahme oder Haft
Bolschewismus
eine politische Ausrichtung des Kommunismus in der ehemaligen
UdSSR (1922 – 1991, auch als Sowjetunion bezeichnet)
Bolschewist
Der Begriff „Bolschewist“ wurde propagandistisch als stark
abwertende Bezeichnung für alle dem Kommunismus nahe-
stehenden Menschen verwendet.
bürgerliche Rechtsfähigkeit
der Bürger ist Träger von Rechten und Pflichten
Exekution
Vollstreckung eines Urteils, Hinrichtung
Fleckfieber
Infektionskrankheit, die durch Läuse, Milben, Flöhe, Zecken
übertragen wird
Gewahrsamsstaat
ein kriegsführendes Land, welches Kriegsgefangene festhielt
Kr.-gf.
Kriegsgefangene
Lore
offener Eisenbahngüterwagen, Feldbahnwagen
STA
Staatsanwaltschaft
Stalag
Stammlager, eine Bezeichnung im 1. und 2. Weltkrieg für
größere Kriegsgefangenenlager, in denen die Kriegsgefangenen
registriert und auf Arbeitskommandos verteilt wurden
sowj. Kr. Gef.
sowjetische Kriegsgefangene
Tortur
Folter, Qual
Uffz.
Unteroffizier

image
image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 59
Materialien für die Gruppenarbeit: Hermann Reinecke
3.3.8 Gruppe 5: Hermann Reinecke – ein Täter
Aufgabenstellung
Erarbeitet anhand der Materialien, welche Funktion Hermann Reinecke im NS-Staat hatte. Positioniert Euch zu den
Taten von Hermann Reinecke im Hinblick auf die rechtlichen Bestimmungen.
Präsentiert eure Ergebnisse den anderen Gruppen.
Notiert die Ergebnisse aus allen Gruppen im Arbeitsblatt Zusammenfassung der Gruppenarbeit.
Arbeit in der Gruppe
1. Sichtet das Material und besprecht gemeinsam alle Arbeitsschritte.
2. Wählt aus eurer Gruppe zwei Mitglieder aus, die ihr für besonders geeignet haltet, sich mit
den anspruchsvollen Materialien „Prozess Oberkommando der Wehrmacht“ und „Auszug aus dem
Statut für den intern. Militärgerichtshof“ auseinanderzusetzen.
3. Verteilt die weiteren bereitgestellten
Materialien. Lest die Texte und betrachtet
die Bilder. Nutzt dazu das Glossar.
4. Jeder notiert die Fakten zum Täter Hermann
Reinecke und den von ihm befohlenen
Umgang mit den sowjetischen Kriegsgefan-
genen in sein jeweiliges Placemat-Feld.
5. Tauscht euch zu euren Ergebnissen aus.
Notiert zentrale Aussagen aller Gruppenmit-
glieder im Placemat-Mittelfeld.
6. Der Experte des Rechts stellt nun seine
Notizen vor.
7. Positioniert Euch zu den Taten von Hermann Reinecke im Hinblick auf die rechtlichen Bestimmungen.
Aufgaben für das Gruppenmitglied
Experte des Rechts:
3. Lest die Texte „Prozess Ober-
kommando der Wehrmacht“ und „Auszug aus dem
Statut für den intern. Militärgerichtshof“.
Nutzt dazu das Glossar.
4. Notiert Aussagen zu den Anklagen und zum Prozess
5. Höre dir die Ergebnisse der
anderen Gruppenmitglieder an.
Vorstellung und Zusammenfassung der Ergebnisse in der Klasse
1. Jede Gruppe stellt ihre Ergebnisse vor und begründet ihr Urteil. Es beginnt der Experte des Rechts.
2. Notiert im Arbeitsblatt Zusammenfassung der Gruppenarbeit die Auswirkungen auf die Kriegsgefangenen.

image
image
image
60 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Hermann Reinecke
Arbeitsmaterialien zu Gruppe 5:
Hermann Reinecke – ein Täter
Experten des Rechts
M 1: Prozess Oberkommando der Wehrmacht, Fall 12 der Nürnberger Prozesse
M 2: Auszug aus dem Statut für den Internationalen Militärgerichtshof vom
8. August 1945
Weitere Gruppenmitglieder
M 3: Militärischer Werdegang von Hermann Reinecke
M 4: Auszug aus den „Anordnungen für die Behandlung sowjetischer Kr. Gef. in
allen Kriegsgefangenenlagern“
Zusätzliches Material
M 5: Bilder zu den Lebensbedingungen im Kriegsgefangenenlager Zeithain

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 61
Materialien für die Gruppenarbeit: Hermann Reinecke
M 1: Prozess Oberkommando der Wehrmacht, Fall 12 der Nürnberger Prozesse
Die Anklage richtet sich gegen Verantwortliche des Deutschen Reiches in der Zeit des
Nationalsozialismus
Die Anklageschrift vom 28. November 1947 umfasste
1. Verbrechen gegen den Frieden und die Verletzung internationaler Verträge
2. Kriegsverbrechen durch Verantwortung für Tötung, schlechte Behandlung und andere
Verbrechen gegen Kriegsgefangene
3. Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch Ausführung oder Anordnung von Tötungen,
Folter, Deportation, Geiselnahme, Verschleppung zur Zwangsarbeit
4. gemeinsame Planung und Verschwörung zur Begehung solcher Taten.
Chefankläger war der amerikanische Brigadegeneral Telford Taylor.
Der Prozess
Im Mittelpunkt des Prozesses standen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, insbe-
sondere die verbrecherischen Befehle der Wehrmachtführung, ihre Weitergabe und Befolgung, die zu einer
Vielzahl von ungeheuerlichen Kriegsverbrechen geführt hatte. Einen Schwerpunkt bildete der Kommissar-
befehl von 1941, der zur Ermordung politischer Kommissare der Roten Armee führte, einen weiteren der
Kommandobefehl von 1942, bei dessen Befolgung Kriegsgefangene der alliierten Streitkräfte ermordet
wurden, die an den Küsten im Westen und in Griechenland als Mitglieder von Kommandounternehmen
gekämpft hatten. Weitere Verhandlungsthemen waren die millionenfachen Verbrechen gegen Kriegs-
gefangene, hauptsächlich Soldaten der Roten Armee, und die verbrecherischen Maßnahmen der Wehr-
macht gegen Zivilisten in den besetzten Gebieten, die in großer Zahl umgebracht oder in die Zwangsarbeit
verschleppt wurden.
Angeklagte und Urteile
Die Verurteilungen erfolgten wegen der Ausarbeitung von verbrecherischen Befehlen wie dem Kommis-
sarbefehl und dem Kommandobefehl, wegen Verbrechen an Kriegsgefangenen und Zivilisten, wegen der
Deportation von Zivilisten aus den besetzten Ländern zur Zwangsarbeit sowie wegen der Ermordung von
Juden im Osten oder der Beteiligung daran.

62 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Hermann Reinecke
Liste der Angeklagten im Prozess Oberkommando der Wehrmacht, Fall 12 der Nürnberger
Prozesse
Nr.
Dienstgrad
Name
Funktion
Geburts-
jahr
Strafmaß
1948
verbüßte
Strafe
1
Generaloberst
Johannes Blaskowitz
Oberbefehlshaber der
Heeresgruppen G und H
1883
Der Strafe entgangen durch Suizid
am 5. Februar 1948
2
Generaloberst
Karl-Adolf Hollidt
Oberbefehlshaber
der 6. Armee
1891
5 Jahre Haft
1949
entlassen
3
Generaloberst
Hermann Hoth
Oberbefehlshaber
der 4. Panzerarmee
1885
15 Jahre Haft
1954
entlassen
4
Generalfeld-
marschall
Georg von Küchler
Oberbefehlshaber der
Heeresgruppe Nord
1881
20 Jahre Haft
1953
entlassen
5
Generalfeld-
marschall
Wilhelm Ritter von Leeb
Oberbefehlshaber der
Heeresgruppe Nord
1876
3 Jahre Haft
verbüßt
6
Generalober-
stabsrichter
Rudolf Lehmann
Chef der Rechtsabteilung
des OKW
1890
7 Jahre Haft
1950
entlassen
7
General der
Infanterie
Hermann Reinecke
Chef des NS-Führungsstabes im
OKW, Leiter des Allgemeinen
Wehrmachtamtes
1888
lebenslängliche
Haft
1954
entlassen
8
Generaloberst
Georg-Hans Reihardt
Oberbefehlshaber der
Heeresgruppe Mitte
1887
15 Jahre Haft
1952
entlassen
9
General der
Infanterie
Karl von Roques
Befehlshaber des Rückwärtigen
Heeresgebietes der
Heeresgruppen Süd und A
1880
20 Jahre Haft
1949
verstorben
10
Generaloberst
Hans von Salmuth
Oberbefehlshaber der 15. Armee
1888
20 Jahre Haft
1953
entlassen
11
Generaladmiral
Otto Schniewind
Flottenchef und Chef des
Marinegruppenkommandos Nord
1887
Freispruch
12
Generalfeld-
arschall
Hugo Sperrle
Oberbefehlshaber der Luftflotte 3
1885
Freispruch
13
General der
Artillerie
Walter Warlimont
Stellvertretender Chef des
Wehrmachtführungsstabes
1894
lebenslängliche
Haft
1954
entlassen
14
General der
Infanterie
Otto Wöhler
Oberbefehlshaber der
Heeresgruppe Süd
1894
8 Jahre Haft
1951
entlassen

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 63
Materialien für die Gruppenarbeit: Hermann Reinecke
M 2: Auszug aus dem Statut für den Internationalen Militärgerichtshof
vom 8. August 1945
II. Zuständigkeit und allgemeine Grundsätze
Artikel 6
Der durch das in Artikel 1 genannte Abkommen eingesetzte Gerichtshof zur Aburteilung der
Hauptkriegsverbrecher der europäischen Achse angehörenden Staaten hat das Recht, alle
Personen abzuurteilen, die im Interesses der europäischen Achse angehörenden Staaten als
Einzelpersonen oder als Mitglieder einer Organisation oder Gruppe eines der folgenden Verbre-
chen begangen haben:
Die folgenden Handlungen, oder jede einzelne von ihnen, stellen Verbrechen dar, für deren
Aburteilung der Gerichtshof zuständig ist. Der Täter solcher Verbrechen ist persönlich verant-
wortlich:
(a) Verbrechen gegen den Frieden: Nämlich
Planen, Vorbereitung und Einleitung oder Durchführung eines Angriffskrieges oder eines Krieges
unter Verletzung internationaler Verträge, Abkommen oder Zusicherungen oder Beteiligungen
an einem gemeinsamen Plan oder an einer Verschwörung zur Ausführung einer der vorge-
nannten Handlungen;
(b) Kriegsverbrechen: Nämlich:
Verletzung der Kriegsgesetze oder -gebräuche.
Solche Verletzungen umfassen, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein, Mord, Misshandlungen
oder Deportation zur Sklavenarbeit oder für irgendeinen anderen Zweck, von Angehörigen der
Zivilbevölkerung von oder in besetzte Gebieten, Mord oder Misshandlungen von Kriegsgefan-
genen oder Personen auf hoher See, Töten von Geiseln, Plünderung öffentlichen oder privaten
Eigentums, die mutwillige Zerstörung von Städten, Märkten oder Dörfern oder jede durch mili-
tärische Notwendigkeit nicht gerechtfertigte Verwüstung …

image
64 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Hermann Reinecke
M 3: Militärischer Werdegang von Hermann Reinecke
HERMANN REINECKE
wurde 1888 in Wittenberg geboren. Als Sohn eines Oberstleutnants verfolgte er nach der Schule
eine Karriere beim Militär.
Schon im Juli 1934 galt Hermann Reinecke als zuverlässiger Nationalsozialist. Reinecke wurde bereits in dieser Früh-
phase des sogenannten Dritten Reichs ehrenamtlicher Richter am neugeschaffenen Volksgerichtshof, der für die
Aburteilung politischer Straftaten im Nationalsozialismus zuständig war.
Partei- und Führungstreu steigt er ins Oberkommando der Wehrmacht (OKW) auf und übernimmt ab 1939 das Amt
„Allgemeine Wehrmachtsamt“. Dort war er unter anderem für das Kriegsgefangenenwesen verantwortlich.
Im März 1941 rief er die Kommandeure der Kriegsgefangenen in den Wehrkreisen zusammen, um sie im Hinblick auf
den bevorstehenden Russlandfeldzug zu instruieren. Reinecke erteilte Mitte 1941 einen Befehl zur Einrichtung neuer
Lager im Reich, in denen ohne Beachtung der Haager Landkriegsordnung sowjetische Kriegsgefangene „scharf zu
behandeln“ und, wenn nicht anders möglich, unter freiem Himmel unterzubringen seien. Bei einer weiteren Bespre-
chung am 4. September 1941 in Warschau, wurden dort die Grundsätze für die schlechte Behandlung und Versorgung
von sowjetischen Kriegsgefangenen von Reinecke verkündet.
In dem vom 8. September 1941 datierten Befehl „Anordnungen für die Behandlung sowjetischer Kr. Gef. in allen
Kriegsgefangenenlagern“ von Hermann Reinecke heißt es, die sowjetischen Gefangenen hätten „jeden Anspruch auf
Behandlung als ehrenhafter Soldat [...] verloren“.
Am 17. Juli 1941 erließ Reinhard Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamtes den Einsatzbefehl Nr. 8 im Einver-
nehmen mit Hermann Reinecke, dem Chef des Allgemeinen Wehrmachtsamtes, und dem Chef der Kriegsgefangenen-
lager der Wehrmacht Oberst Breyer zur Umsetzung des Kommissarbefehls. Es folgte am 27. Juli ein Einsatzbefehl Nr. 9,
der das Reichsgebiet einbezog. In jedem Kriegsgefangenenlager und Durchgangslager sollten die „in politisch, krimi-
neller oder sonstiger Hinsicht untragbare[n] Elemente“ durch ein Kommando von SS- und SD-Mitarbeitern herausge-
filtert werden. Ausfindig gemacht werden sollten Funktionäre der Komintern, maßgebende Parteifunktionäre, Volks-
kommissare, alle ehemaligen Polit-Kommissare der Roten Armee, Intelligenzler, Juden und fanatische Kommunisten
sowie „unheilbar Kranke“. Diese sollten vorübergehend in einem abgetrennten Block untergebracht und später zur
Tötung abtransportiert werden. (Siehe dazu Ausstellung in der Lagerbaracke „Aussonderung“)
Vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal wurde Reinecke, wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die
Menschlichkeit am 27. Oktober 1948 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er musste sich verantworten für die Verletzung
des Völkerrechts durch die Misshandlung und Ermordung insbesondere sowjetischer Soldaten, zumal er die meisten
Entscheidungen im Kriegsgefangenenwesen an sich gezogen hatte. Seine Haftstrafe verbüßte er bis 1954 in der Justiz-
vollzugsanstalt Landsberg. Danach lebte er bis zu seinem Tod 1973 in Hamburg.
Haftkarteikarte von Hermann Reinecke
Bild 16: Haftkarteikarte Hermann Reineckes, angelegt 1945

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 65
Materialien für die Gruppenarbeit: Hermann Reinecke
M 4: Auszug aus den „Anordnungen für die Behandlung sowjetischer Kr. Gef.
in allen Kriegsgefangenenlagern“
Anordnung erteilt von Hermann Reinicke, Chef des Allgemeinen Wehrmachtsamt im Oberkommando der Wehrmacht (OKW)

image
image
image
66 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Hermann Reinecke
M 5: Bilder zu den Lebensbedingungen im Kriegsgefangenenlager Zeithain
Bild 17: Kriegsgefangene im Lager Zeithain
Bild 18: Im Lager Zeithain
Bild 19: Kriegsgefangene und Soldaten im Lager Zeithain

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 67
Materialien für die Gruppenarbeit: Hermann Reinecke
Glossar zu Gruppe 5:
Hermann Reinecke – ein Täter
Bolschewismus
eine politische Ausrichtung des Kommunismus
in der ehemaligen UdSSR (1922 – 1991, auch als
Sowjetunion bezeichnet)
Bolschewist
der Begriff „Bolschewist“ wurde propagandistisch als stark abwer-
tende Bezeichnung für alle dem Kommunismus nahestehenden
Menschen verwendet
europäische Achse
Bezeichnung für das Militärbündnis zwischen dem Deutschen Reich
und Italien
Komintern
Kommunistische Internationale, internationaler Zusammenschluss
kommunistischer Parteien
Kommandeur
Bezeichnung für eine militärische Führungsposition, der einen
militärischen Verband befehligt
Kommandobefehl
Mit dem Kommandobefehl erging am 18. Oktober 1942 die Weisung
Adolf Hitlers, Angehörige alliierter Kommandotrupps unverzüglich
zu töten oder dem Sicherheitsdienst des Reichsführers zu über-
geben.
Kommandobefehl
stellte einen Verstoß gegen die Haager Landkriegsordnung und das
Genfer Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen von
1929 dar und wurde im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegs-
verbrecher vom Ankläger als Beweisstück für verübte Kriegsverbre-
chen angeführt.
Kommissarbefehl
Richtlinie der Nationalsozialisten für die Behandlung politischer
Kommissare. Der Kommissarbefehl enthielt die Anweisung, Polit-
kommissare der Roten Armee nicht als Kriegsgefangene zu behan-
deln, sondern sie ohne Verhandlung zu erschießen.
M. G. s
Maschinengewehre

68 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Materialien für die Gruppenarbeit: Hermann Reinecke
Militärtribunal
ein Gericht aus Militärrichtern, urteilt über die Angehörigen des
Militärs
Nachfolgeprozesse
Prozesse, die nach dem Hauptkriegsverbrecherprozess in
Nürnberg geführt wurden
OKW
Oberkommando der Wehrmacht
„politisch Unerwünschte“
unerwünscht waren alle Menschen, die nicht der Ideologie des
Nationalsozialismus folgten
Sabotage
absichtliche Störung eines wirtschaftlichen oder militärischen
Ablaufs zur Erreichung eines bestimmten Zieles
sowjet. Kr. Gef.
sowjetische Kriegsgefangene
Sicherheitspolizei und SD
Die Sicherheitspolizei und der Sicherheitsdienst (SD) waren haupt-
verantwortlich für die Verfolgung politischer Gegner und die
Planung und Durchführung des Holocausts.
SS
Schutzstaffel, war eine nationalistische Organisation und diente
der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) und
Adolf Hitler als Herrschafts- und Unterdrückungsinstrument, war
für die Konzentrations- und Vernichtungslagern sowie die Planung
und die Durchführung des Holocausts (Völkermord an Juden) und
anderer Völkermorde verantwortlich
SS-Kommandant
Lagerkommandant, war die oberste befehlende Dienststellung
innerhalb eines Konzentrationslagers der SS.
Statut
Ein völkerrechtlicher Vertrag, der die Gründung und die Aufgaben
einer internationalen Organisation oder eines internationalen
Gerichts festschreibt. Hiermit ist die Verfassung des Internationalen
Militärgerichtshofes vom 08. August 1945 gemeint.

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 69
3.3.9 Zusammenfassung der Gruppenarbeit
Behandlung und Bestrafung
Medizinische Versorgung
Arbeitsblatt
Arbeitsbedingungen
Lebens- und Ernährungsbedingungen
Sowjetische Kriegsgefangene
im Lager Zeithain
1941 bis 1945
Im Kriegsgefangenenlager Zeithain wurden die Genfer Konvention und das Kodifizierte internationale Deutsche
Kriegsrecht
, weil
Anklage wegen:
Täter
Reinecke

70 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Material für Vertreterin und Vertreter der Justiz und der Anwaltschaft
3.3.10 Chronologie zur Entstehung der Menschenrechte
Die nachfolgende Aufstellung ist nur exemplarisch und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Deutschland
1959: Gründung
Europäischer Gerichtshof
für Menschenrechte
von Deutschland 1952 ratifiziert,
in Deutschland verbindlich
(Rang eines Bundesgesetzes)
26. November 1987: Europäisches Übereinkommen
zur Verhütung von Folter und unmenschlicher
oder erniedrigender Behandlung oder Strafe
1950: Europäische
Menschenrechts-
konvention
2000: Europäische
Grundrechtecharta
27. Mai 1992:
Sächsische Verfassung
gilt auch für Deutschland,
von Deutschland 1965
ratifiziert
23. Mai 1949:
Grundgesetz
von Deutschland
unterzeichnet, 1990
ratifiziert und umgesetzt
1864: Genfer
Konvention
1948: Allgemeine Erklärung
der Menschenrechte der UN
1979: UN-Frauenrechts-
konvention
8. Mai 1945:
offizielles Ende des
Zweiten Weltkrieges
2006: UN-Behinderten-
rechtskonvention
1989: UN-Kinderrechts-
konvention
1984: UN-Anti-
folterkonvention
1966: Internationaler Pakt über wirtschaftliche,
soziale und kulturelle Rechte (Sozialpakt oder Pakt I)
1966: Internationaler Pakt über bürgerliche und
politische Rechte (Bürgerrechtspakt oder Pakt II)
1961: Europäische
Sozialcharta
Europäische Ebene
Internationale Ebene
1789: Erklärung der Menschen-
und Bürgerrechte Frankreich
1776: Virginia Bill of Rights
1776: Amerikanische
Unabhängigkeitserklärung

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 71
Arbeitsblatt
3.3.11 Arbeitsblatt: Grundgesetz und Grundrechte
Das Grundgesetz ist die
der Bundesrepublik Deutschland. Es regelt im ersten Teil
die
und in weiteren Teilen den Aufbau und die
des Staates. Die Grund-
rechte sind eingeteilt in
und
. Jedermann-Grundrechte sind Rechte, die
jedem
in der Bundesrepublik Deutschland zustehen, unabhängig davon, ob er deutscher Staatsan-
gehöriger ist oder nicht. Beispiele sind die
des Menschen, das Recht auf
und
körperliche Unversehrtheit, das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, die
vor dem Gesetz,
die
und Gewissensfreiheit sowie die
. Sie sind im Grundgesetz an der Formu-
lierung wie „Jeder hat …“ erkennbar. Deutschen-Grundrechte sind die Rechte, die nur
zustehen,
zum Beispiel das Recht sich zu
, das Recht, Gesellschaften und Vereine zu bilden, das
Recht
, Arbeitsplatz und
frei zu wählen. Sie sind an Formulierungen wie
„Alle Deutschen haben …“ erkennbar. Im Grundgesetz sind auch die
der Grundrechte festge-
legt. Die Grundrechte schützen jeden einzelnen Menschen gegen Angriffe und Übergriffe der
.
Sie schützen damit die Ordnung der Gemeinschaft aller Menschen in einem Staat. Die Grundrechte binden
die
, vollziehende Gewalt und
. Im Grundgesetz ist ebenfalls geregelt, dass ein
Mensch, der durch die öffentliche Gewalt in seinen Rechten
ist, die Möglichkeit hat, die Entschei-
dung eines
über seinen Fall herbeizuführen.
verletzt | Verfassung | Gerichts | Grundrechte | Rechtsprechung | Organisation | Gesetzgebung |
Jedermann-Grundrechte | Staatsgewalt | Schranken | Deutschen-Grundrechte | Ausbildungsstätte | Menschen
| Beruf | Würde | versammeln | Leben | Deutschen | Meinungsfreiheit | Gleichheit | Glaubensfreiheit

72 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Material für die Lehrkraft
Lösung zum Arbeitsblatt
Das Grundgesetz ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Es regelt im ersten Teil die Grundrechte und in
weiteren Teilen den Aufbau und die Organisation des Staates. Die Grundrechte sind eingeteilt in Jedermann-Grund-
rechte und Deutschen-Grundrechte. Jedermann-Grundrechte sind Rechte, die jedem Menschen in der Bundesrepublik
Deutschland zustehen, unabhängig davon, ob er deutscher Staatsangehöriger ist oder nicht. Beispiele sind die Würde
des Menschen, das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, das Recht auf freie Entfaltung der Persönlich-
keit, die Gleichheit vor dem Gesetz, die Glaubensfreiheit und Gewissensfreiheit sowie die Meinungsfreiheit. Sie sind
im Grundgesetz an der Formulierung wie „Jeder hat …“ erkennbar. Deutschen-Grundrechte sind die Rechte, die nur
Deutschen zustehen, zum Beispiel das Recht sich zu versammeln, das Recht, Gesellschaften und Vereine zu bilden, das
Recht Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Sie sind an Formulierungen wie „Alle Deutschen haben
…“ erkennbar. Im Grundgesetz sind auch die Schranken der Grundrechte festgelegt. Die Grundrechte schützen jeden
einzelnen Menschen gegen Angriffe und Übergriffe der Staatsgewalt. Sie schützen damit die Ordnung der Gemein-
schaft aller Menschen in einem Staat. Die Grundrechte binden die Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtspre-
chung. Im Grundgesetz ist ebenfalls geregelt, dass ein Mensch, der durch die öffentliche Gewalt in seinen Rechten
verletzt ist, die Möglichkeit hat, die Entscheidung eines Gerichts über seinen Fall herbeizuführen.

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 73
Arbeitsblatt
3.3.12
Menschenrechtsverletzungen in der Gegenwart
Syrien − Angriffe auf Krankenhäuser
Arbeitsauftrag:
1. Lies den Text.
2. Markiere im Text das Vorgehen der syrischen Streitkräfte.
Sachverhalt:
Am 3. März 2015 meldet Amnesty International, dass im syrischen Bürgerkrieg die syrischen Streitkräfte
des Amtsinhabers Assad in den vergangenen drei Monaten gezielt Krankenhäuser in Aleppo angegriffen
haben. Aleppo war bei Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges 2012 die zweitgrößte Stadt Syriens mit ca.
2,5 Mio. Einwohnern. Mit den Angriffen sollte den Bodentruppen Assads der Vormarsch auf Nord-Aleppo
ermöglicht und die zuvor von Aufständischen gehaltene Stadt zurückerobert bzw. besetzt werden.
Bei mindestens sechs gezielten Angriffen auf Krankenhäuser und Feldlazarette wurden mindestens 4
Personen getötet und 44 weitere Menschen verletzt. Amnesty International wertete die Angriffe als Teil
einer umfassenden Strategie gezielter Bombardements von Gesundheitseinrichtungen in ganz Syrien.
3. Vergleiche das Vorgehen der syrischen Streitkräfte mit den Inhalten der Genfer Konvention
(siehe Arbeitsblatt zum Film).
4. Bewerte das Vorgehen Assads im Hinblick auf die Einhaltung der Menschenrechte.
Bild 20: Geografische Lage Syriens

image
74 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Arbeitsblatt
Glossar zu:
Syrien – Angriffe auf Krankenhäuser
Amnesty International
internationale Organisation, die sich
weltweit für Menschenrechte einsetzt
Amtsinhaber
Inhaber eines öffentlichen Amtes
Strategie
zielorientiertes ganzheitliches Vorgehen

image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 75
Material für die Lehrkraft
Fall eines Kriegsverbrechens
I. Sachverhalt:
Am 3. März 2015 meldet Amnesty International, dass im syrischen Bürgerkrieg die syrischen Streitkräfte des Amts-
inhabers Assad in den vergangenen drei Monaten gezielt Krankenhäuser in Aleppo angegriffen haben. Aleppo war
bei Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges 2012 die zweitgrößte Stadt Syriens mit ca. 2,5 Mio. Einwohnern. Mit den
Angriffen sollte den Bodentruppen Assads der Vormarsch auf Nord-Aleppo ermöglicht und die zuvor von Aufstän-
dischen gehaltene Stadt zurückerobert bzw. besetzt werden. Bei mindestens sechs gezielten Angriffen auf Kran-
kenhäuser und Feldlazarette wurden mindestens 4 Personen getötet und 44 weitere Menschen verletzt. Amnesty
International wertete die Angriffe als Teil einer umfassenden Strategie gezielter Bombardements von Gesundheitsein-
richtungen in ganz Syrien.
II. Juristische Einordnung:
Hier ist zwischen der völkerrechtlichen Verantwortlichkeit des Staates Syriens einerseits und der persönlichen Straf-
barkeit des Befehlshabers Assad andererseits zu unterscheiden:
- Die Rechte und
Pflichten der Staaten im Krieg
regelt das
humanitäre Völkerrecht
(= Kriegsvölkerrecht).
- Die
persönliche Verantwortlichkeit des Einzelnen für Kriegsverbrechen
oder Verbrechen gegen die Menschlich-
keit und die strafrechtliche Verfolgung für solche Verbrechen betrifft hingegen das
Völkerstrafrecht
.
1. Humanitäres Völkerrecht
Bedeutung: Völkerrechtliche Regeln, die bei Führung eines Krieges von den Konfliktparteien beachtet werden müssen
(lat.: „ius in bello“ – Recht im Krieg).
Wichtigste geschriebene Rechtsquellen:
- Vier Genfer Konventionen von 1949
·
Gelten nur für internationale bewaffnete Konflikte (nicht: Bürgerkrieg)
Ausnahme: Absolute Verbote im humanitären Völkerrecht, jeweils in Art. 3 aller vier Konventionen
·
Die vier Konventionen bezwecken die Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der bewaffneten
Kräfte im Felde und auf See (Genfer Konventionen I und II) und regeln die Behandlung der Kriegsgefangenen
(Genfer Konvention III) sowie den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten (Genfer Konvention IV).
- Drei Zusatzprotokolle zu den Genfer Konventionen
·
Hierbei ist insbesondere das Zweite Zusatzprotokoll von 1977 von Bedeutung, das den Schutz der Opfer nicht
internationaler bewaffneter Konflikte (= Bürgerkriege) regelt.
- Völkerrechtliche Verträge über verbotene Mittel und Methoden der Kriegsführung, z. B. Übereinkommen über das
Verbot chemischer Waffen von 1993, Konvention zum Verbot von Anti-Personen-Minen von 1997
Ungeschriebene Rechtsquelle: Völkergewohnheitsrecht (Viele der Regeln der Genfer Konventionen von 1949 sind
mittlerweile Völkergewohnheitsrecht, d.h. die Staaten müssen diese Regeln unabhängig davon beachten, ob sie selbst
die Genfer Konvention ratifiziert haben oder nicht. Für die Regelungen der Zusatzprotokolle gilt dies nicht in gleicher
Weise.)

76 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Material für die Lehrkraft
Rechtsfolgen bei Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht für den Staat:
- Begrenzte Mittel der Durchsetzung (wie auch sonst im Völkerrecht)
- Prinzip der Gegenseitigkeit: Verstößt Staat A gegen humanitäres Völkerrecht, ist der andere an dem Konflikt
beteiligte Staat B dazu berechtigt, das humanitäre Völkerrecht in gewissen Grenzen dem Staat A gegenüber nicht
zu beachten.
- Allgemeine Regeln bei Völkerrechtsverstößen: Pflicht zum Schadensersatz
2. Völkerstrafrecht
Bedeutung: Völkerrechtliche Regeln, die die Bestrafung einzelner Personen für besonders schwere Verfehlungen wie
Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorsehen.
Geschichte: Durch internationale Gerichte wurden Einzelpersonen für Kriegsverbrechen erstmals durch die Tribunale
von Nürnberg und Tokio nach dem 2. Weltkriegs strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. 1993 und 1994 folgten
die von den Vereinten Nationen eingesetzten Tribunale für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda.
1999 unterzeichneten 120 Staaten das sog. Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs. Hiermit wurde der
Internationale Strafgerichtshof in Den Haag, Niederlande, errichtet, der im Jahr 2003 seine Arbeit aufnahm. Derzeit
gibt es 123 Vertragsstaaten. Vertragsstaaten sind u.a. nicht: USA, Russland und China. Deutschland ist hingegen
Vertragsstaat und hat das Römische Statut im deutschen Völkerstrafgesetzbuch umgesetzt.
Das Römische Statut regelt im Einzelnen, welche Verbrechen von dem Internationalen Strafgerichtshof verfolgt und
bestraft werden können und regelt die Arbeitsweise des Internationalen Strafgerichtshof. Der Internationale Straf-
gerichtshof hat eigene Ermittler (vergleichbar mit nationalen Staatsanwaltschaften), eigene Richter (vergleichbar mit
nationalen Strafgerichten) sowie eigene Gefängnisse (bzw. die Erlaubnis, niederländische Gefängnisse mitzubenutzen).
Wichtigste Voraussetzungen für die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshof:
- Verfolgt werden dürfen nur Straftaten, die in Staaten begangen wurden, die das Römische Statut ratifiziert
haben.
·
Ausnahme: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen weist dem Internationalen Strafgerichtshof eine Sache zu
(Bsp.: Darfur).
·
BEACHTE: Im Sicherheitsrat haben 5 Staaten (USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien) jeweils ein
Veto-Recht, d.h. sie können den Sicherheitsrat blockieren.
- Der betroffene Staat ist selbst nicht in der Lage, die Einzelperson strafrechtlich wirksam zu belangen (z. B. weil
infolge des Konflikts die innerstaatliche Ordnung zusammengebrochen ist oder weil kein Verfolgungswille
besteht).
Der Internationale Strafgerichtshof kann vier Straftaten verfolgen und bestrafen:
- das Verbrechen des Völkermords,
- Verbrechen gegen die Menschlichkeit
- Kriegsverbrechen,
- das Verbrechen der Aggression.
Als Strafen können ausgesprochen werden: lebenslange oder zeitlich begrenzte Freiheitsstrafe oder Geldstrafe
(NICHT: Todesstrafe).

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 77
Material für die Lehrkraft
3. Anwendung auf den Sachverhalt
a) Hat Syrien gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen? Ja:
-
Jeweils Art. 3 der vier Genfer Konventionen:
„Im Falle eines bewaffneten Konflikts, der keinen internationalen Charakter aufweist […], [sind] wenigstens
die folgenden Bestimmungen anzuwenden:
1. Personen, die nicht direkt an den Feindseligkeiten teilnehmen, einschließlich […] der Personen, die infolge
Krankheit, Verwundung, Gefangennahme oder irgendeiner anderen Ursache außer Kampf gesetzt wurden,
sollen unter allen Umständen mit Menschlichkeit behandelt werden, ohne jede Benachteiligung aus
Gründen der Rasse, der Farbe, der Religion oder des Glaubens, des Geschlechts, der Geburt oder des
Vermögens oder aus irgendeinem ähnlichen Grunde.
Zu diesem Zwecke sind und bleiben in Bezug auf die oben erwähnten Personen jederzeit und jedenorts
verboten:
a) Angriffe auf Leib und Leben, namentlich Mord jeglicher Art, Verstümmelung, grausame Behandlung
und Folterung;
b) die Gefangennahme von Geiseln;
c) Beeinträchtigung der persönlichen Würde, namentlich erniedrigende und entwürdigende Behandlung;
d) Verurteilungen und Hinrichtungen ohne vorhergehendes Urteil eines ordnungsmäßig bestellten
Gerichtes, das die von den zivilisierten Völkern als unerlässlich anerkannten Rechtsgarantien bietet.
2. Die Verwundeten und Kranken sollen geborgen und gepflegt werden. […]“
Die Bombardierung von Krankenhäusern stellt einen Angriff auf Leib und Leben von Zivilisten und ggf.
auch verwundeten Soldaten dar. Art. 3 ist verletzt.
- Im Übrigen wäre nur das Zweite Zusatzprotokoll zu den Genfer Konventionen für Bürgerkrieg einschlägig.
Syrien hat das Zweite Zusatzprotokoll zu den Genfer Konventionen aber nicht unterzeichnet und
ratifiziert.
b) Vorausgesetzt, die Berichte von Amnesty International treffen zu und der syrische Präsident Assad hat den
Befehl zu den Angriffen auf Krankenhäuser gegeben, kann Herr Assad persönlich durch den Internationale
Strafgerichtshof bestraft werden? Derzeit nein:
-
Ein Kriegsverbrechen dürfte vorliegen. Unter den Begriff des Kriegsverbrechen fallen bei nicht
internationalen bewaffneten Konflikten insbesondere „schwere Verstöße gegen den gemeinsamen Artikel 3
der vier Genfer Abkommen“ (siehe oben), vgl. Art. 8 Abs. 2 Buchstabe c des Römischen Statuts. Wie bereits
festgestellt, ist Art. 3 der Genfer Konventionen verletzt.
-
Allerdings ist Syrien nicht Vertragsstaat des Römischen Statuts. Der Internationale Gerichtshof ist daher nicht
zuständig.
Möglich wäre, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen den Internationalen Strafgerichtshof mit der Verfol-
gung von Völkerstraftaten in Syrien beauftragt. Da Russland aber bisher das Assad-Regime unterstützt hat und als
Veto-Macht eine entsprechende Entscheidung des Sicherheitsrats verhindern kann, erscheint dies zweifelhaft.

78 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Arbeitsblatt
3.3.13 Vorstellung einer Nichtregierungsorganisation
Einsatz der Nichtregierungsorganisationen zur Durchsetzung der Menschenrechte
Eine Nichtregierungsorganisation (NGO) ist eine private, unabhängige, nicht gewinnorientierte Organisation, die einen sozialen oder gesellschaftspolitischen Zweck verfolgt.
Abkürzung: NGO = Non-governmental Organization
Aufgaben /
Gründungsgedanke
Name der NGO
Finanzierung
Einsatzgebiete
Aktuelle Kampagnen
Probleme / Grenzen
Meine Unterstützungs-
möglichkeiten

image
image
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 79
Material für die Lehrkraft
3.3.14 Reflexionsbogen
Schreibe kurz deine Gedanken auf.
Ich habe zum Thema Menschenrechte gelernt …
Und ich habe außerdem gelernt …
Ich fand an diesem Unterricht gut …
Mir hat folgendes nicht gefallen …
Das möchte ich außerdem noch sagen:

80 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
3.4 Quellenverzeichnis
Fotos S. 14, Bild 4, 5; S. 15, Bild 6
Mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt von Médecins Sans Frontières.
Tabelle 1, S. 39, Verpflegung für sowjetische Kriegsgefangene von 1943
Nach: Osterloh, J. (1997): Ein ganz normales Lager. Köln: Kiepenheuer. S. 65
Tabelle 2, S. 39, Wöchentliche Rationen der Zivilbevölkerung (Kategorie „Normalverbraucher“, z. B. Angestellte
https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensmittelmarke
(aufgerufen am 15.07.2019)
Text S. 61, M 1: Prozess Oberkommando der Wehrmacht, Fall 12 der Nürnberger Prozesse), Tabelle S. 62, Liste der
Angeklagten im Prozess Oberkommando der Wehrmacht, Fall 12 der Nürnberger Prozesse
http://www.wikiwand.com/de/Prozess_Oberkommando_der_Wehrmacht
(aufgerufen am 04.02.2018)
Karte S. 73, Bild 20
https://newsv2.orf.at/stories/2133188/2133178/
(aufgerufen am 18.02.2019)
Text S. 73, 75 Syrien – gezielte Angriffe auf Krankenhäuser
https://www.amnesty.de/2016/3/3/syrien-gezielte-angriffe-auf-krankenhaeuser
(aufgerufen am 13.12.2018)
Abbildung Anhang, S. 84, Karte und Auflistung der Lernorte in Sachsen
Mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt von der Landesservicestelle Lernorte des Erinnerns und
Gedenkens. Angepasst von BLAO gestaltungsraum.
Illustrationen (3-D Figuren) von Peggy und Marco Lachmann-Anke, Pixabay
Sämtliches Bild- und Quellenmaterial, außer den eben genannten, wurde mit freundlicher Genehmigung von der
Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain zur Verfügung gestellt.
Soweit Texte aus dem Werk „Kodifiziertes internationales Deutsches Kriegsrecht in seinem Wortlaut und Geltungs-
bereich gegenüber dem Ausland“ (zusammengestellt von Ernst Lodemann) als Material verwendet werden, handelt es
sich dabei um das „Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Heere im Felde“
vom 27. Juli 1929

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 81
3.5 Abbildungsverzeichnis
Bild 1: Ein auf dem Vormarsch gefallener Soldat
13
Bild 2: Schützengraben
13
Bild 3: Menschen mit Schutzmaske bei Gasalarm
13
Bild 4:
Ein Zimmer im zweiten Stock eines Krankenhauses im Osten Aleppos
14
Bild 5: Schwere Beschädigung des al-Bayan Krankenhauses im Juli 2016
14
Bild 6:
Ein Krankenhaus im Osten Aleppos nach einem Luftangriff im April 2016, geschützt mit Sandsäcken
15
Bild 7: Kriegsgefangenenlager in Zeithain
19
Bild 8: Kriegsgefangenenlager in Zeithain
19
Bild 9: Errichtung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain
29
Bild 10: Errichtung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain
29
Bild 11: Kriegsgefangene im Lager Zeithain
38
Bild 12: Kriegsgefangene im Lager Zeithain
38
Bild 13: Kriegsgefangene und Soldaten im Lager Zeithain
38
Bild 14: Maria Vittoria Zeme
47
Bild 15: Anna Jakowlewitsch Markson
48
Bild 16: Haftkarteikarte Hermann Reineckes, angelegt 1945
64
Bild 17: Kriegsgefangene im Lager Zeithain
66
Bild 18: Im Lager Zeithain
66
Bild 19: Kriegsgefangene und Soldaten im Lager Zeithain
66
Bild 20: Geografische Lage Syriens
73
Bild 21: Lernorte des Erinnerns und Gedenkens
84

82 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Material für die Lehrkraft
Anhang
Weiterführende Links
Demokratieerziehung in Sachsens Schulen
https://www.schule.sachsen.de/8539.htm
Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“, Sächsisches Staatsministerium für Kultus
http://www.weltoffenes.sachsen.de
Landesservicestelle Lernorte des Erinnerns und Gedenkens
http://lernorte.eu
Ein Schulbesuch bei Gericht
https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/11160
Film „Das humanitäre Völkerrecht in Kürze – 150 Jahre Genfer Konvention“ auf MeSax
https://www.lernsax.de/
wws/877922.php?p=search%3Ffunc%3Drecord%26src%3Donline%26record%3DSACHSEN-4956815%26stand-
ort%3D31&sid=91290341925832751454444514452440Sc7b63a75
Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain
https://www.stsg.de/cms/zeithain/startseite
Publikation Tagebuch von Maria Vittoria Zeme
https://www.stsg.de/cms/und-entzuende-einen-funken-hoffnung
Menschenrechtsbildung (KMK, Oktober 2018)
https://www.kmk.org/themen/allgemeinbildende-schulen/weite-
re-unterrichtsinhalte/menschenrechtsbildung.html
Stärkung der Demokratieerziehung (KMK, 2009)
http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_
beschluesse/2009/2009_03_06-Staerkung_Demokratieerziehung.pdf
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Arbeit für den Frieden
https://www.volksbund.de/home.html
Menschenrechtsbildung - Amnesty International
https://www.amnesty.de/amnesty-material/menschenrechtsbildung
Menschenrechtsbildung, Deutsche UNESCO-Kommission
https://www.unesco.de/bildung/menschenrechtsbildung
Methodische Anregungen für das Thema Grundrechte
http://www.bpb.de/publikationen/NX0S4G,0,0,Arbeitsbl%E4tter.html
https://edu.real-euro.de/wp-content/uploads/2016/02/Lückentext-Grundrechte.pdf
Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e. V.
http://degede.de/157.0.html
Konfliktbarometer des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung e. V.
https://hiik.de/konfliktbarometer/
Themenmodul Krieg und Gewaltkonflikte der Bundeszentrale für politische Bildung
https://sicherheitspolitik.bpb.de/m1
Unterrichtsmaterialien des Schweizerischen Roten Kreuzes
https://schulen.redcross.ch/

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 83
Material für die Lehrkraft
Weiterführende Links zur Umsetzung des juristischen Expertengespräches
Methodische Anregungen für das Thema Grundrechte
http://www.bpb.de/publikationen/NX0S4G,0,0,Arbeitsbl%E4tter.html
https://edu.real-euro.de/wp-content/uploads/2016/02/Lückentext-Grundrechte.pdf
Weitere Vorschläge zu einem Unterrichtseinstieg zu Menschenrechten
und zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
https://www.amnesty.de/amnesty-material/menschenrechtsbildung
Vorschläge zum Einstieg in den Unterricht im Thema Asyl/Flucht
https://www.amnesty.de/amnesty-material/menschenrechtsbildung
Statistische Informationen zu den Themenbereichen Asyl, Migration und Integration
http://www.bamf.de/DE/Infothek/Statistiken/statistiken-node.html
Informationen zum Asylverfahren in einfacher Sprache
http://www.bamf.de/DE/Fluechtlingsschutz/AblaufAsylv/ablauf-des-asylverfahrens-node.html

image
84 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Material für die Lehrkraft
Hinweise zu Lernortfahrten
Die Landesservicestelle Lernorte des Erinnerns und Gedenkens bietet umfassende Beratung, Unterstützung und Beglei-
tung bei den Vorhaben sächsischer Schulgruppen, Lernorte des 20. Jahrhunderts zu entdecken. Weitere Informati-
onen, auch zu dem Kostenerstattungsverfahren, finden Sie auf der Internetseite der Landesservicestelle
(
http://lernorte.eu/index.htm
).
Kontakt
Landesservicestelle Lernorte des Erinnerns und Gedenkens
Reinhold-Becker-Straße 5, 01277 Dresden
Telefon: +49(0)351/ 433 14 224 /-5
E-Mail:
info@lernorte.eu
Karte
Auszug aus der Übersichtskarte und Liste der Lernorte des Erinnerns und Gedenkens in Sachsen unter Beibehaltung
der Originalnummerierung. Abgebildet und aufgeführt sind nur Lernorte, die den Nationalsozialismus, den Holocaust
und den Zweiten Weltkrieg thematisieren. Die vollständige Karte finden Sie in der Lernort-Broschüre der Landes-
servicestelle Lernorte des Erinnerns und Gedenkens
(
https://lernorte.eu/sachsen
).
Bild 21: Lernorte des Erinnerns und Gedenkens
Altes Rathaus, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Torgau
Ehemaliges Konzentrationslager Sachsenburg
Erich-Zeigner-Haus
Gedenkstätte Bautzen
Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain
Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Gedenkstätte Großschweidnitz
Gedenkstätte Münchner Platz Dresden
Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein
Gedenkstätte Stalag VIII A
Johannisfriedhof Dresden
Kriegsgräberstätte Himmelfahrtsgasse Freiberg
2
3
4
5
6
8
9
11
12
14
15
16
17
Kriegsgräberstätte Limbach-Oberfrohna, Hohensteiner Str.
Ausstellungs- und Dokumentationszentrum zum
Kriegsgefangenenlager Elsterhorst
Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Museum Bautzen
Schlesisches Museum zu Görlitz
Schulmuseum - Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig
Schulmuseum Dresden
Sowjetischer Ehrenhain Annaberg-Buchholz
Städtischer Friedhof Görlitz
Stadtmuseum Dresden
Stadtrundgang "Döbeln im Nationalsozialismus"
Südfriedhof Leipzig
Umweltbibliothek Großhennersdorf
Ehemaliges Konzentrationslager Burg Hohnstein
Erinnerungsort Flößberg (Lagergelände des ehemaligen
KZ-Außenlagers Flößberg)
Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin
Grenzwege bei Altenberg
Kulturhistorisches Museum / Kaisertrutz
DenkRaum Sophienkirche
18
19
20
22
23
25
26
27
28
29
30
33
37
38
41
42
43
44
45
46

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 85
Material für die Lehrkraft
Allgemeine Erklärung der Menschrechte
Am 10. Dezember 1948 hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen die 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte verabschiedet.
Artikel 1
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und
Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen
begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit
begegnen.
Artikel 2
Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkün-
deten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unter-
schied, etwa nach Rasse
4
*, Hautfarbe, Geschlecht,
Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeu-
gung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen,
Geburt oder sonstigem Stand. Des Weiteren darf kein
Unterschied gemacht werden auf Grund der politi-
schen, rechtlichen oder internationalen Stellung des
Landes oder Gebiets, dem eine Person angehört, gleich-
gültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft
steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner
Souveränität eingeschränkt ist.
Artikel 3
Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit
der Person.
Artikel 4
Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft
gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel sind in
allen ihren Formen verboten.
Artikel 5
Niemand darf der Folter oder grausamer, unmensch-
licher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe
unterworfen werden.
Artikel 6
Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt
zu werden.
4
Hinweis: Der Begriff „Rasse“ ist irreführend, es gibt keine verschiedenen „Menschenrassen“. Seine Verwendung birgt die Gefahr, Menschen anhand von (vermeintli-
chen) äußeren Merkmalen zu kategorisieren.

86 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Material für die Lehrkraft
Artikel 7
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben
ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch
das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz
gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung
verstößt, und gegen jede Aufhetzung zu einer derar-
tigen Diskriminierung.
Artikel 8
Jeder hat Anspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf
bei den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen
Handlungen, durch die seine ihm nach der Verfas-
sung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte
verletzt werden.
Artikel 9
Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft
gehalten oder des Landes verwiesen werden.
Artikel 10
Jeder hat bei der Feststellung seiner Rechte und
Pflichten sowie bei einer gegen ihn erhobenen straf-
rechtlichen Beschuldigung in voller Gleichheit
Anspruch auf ein gerechtes und öffentliches Verfahren
vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht.
Artikel 11
1. Jeder, der wegen einer strafbaren Handlung
beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu
gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffent-
lichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidi-
gung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß
dem Gesetz nachgewiesen ist.
2. Niemand darf wegen einer Handlung oder Unter-
lassung verurteilt werden, die zur Zeit ihrer Bege-
hung nach innerstaatlichem oder internationalem
Recht nicht strafbar war. Ebenso darf keine schwe-
rere Strafe als die zum Zeitpunkt der Begehung der
strafbaren Handlung angedrohte Strafe verhängt
werden.
Artikel 12
Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privat-
leben, seine Familie, seine Wohnung und seinen
Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und
seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf
rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beein-
trächtigungen.

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 87
Material für die Lehrkraft
Artikel 13
1. Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates
frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu
wählen.
2. Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließ-
lich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land
zurückzukehren.
Artikel 14
1. Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfol-
gung Asyl zu suchen und zu genießen.
2. Dieses Recht kann nicht in Anspruch genommen
werden im Falle einer Strafverfolgung, die tatsäch-
lich auf Grund von Verbrechen nichtpolitischer Art
oder auf Grund von Handlungen erfolgt, die gegen
die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen
verstoßen.
Artikel 15
1. Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit.
2. Niemandem darf seine Staatsangehörigkeit willkür-
lich entzogen noch das Recht versagt werden, seine
Staatsangehörigkeit zu wechseln.
Artikel 16
1. Heiratsfähige Frauen und Männer haben ohne
Beschränkung auf Grund der Rasse
5
, der Staatsan-
gehörigkeit oder der Religion das Recht zu heiraten
und eine Familie zu gründen. Sie haben bei der
Eheschließung, während der Ehe und bei deren
Auflösung gleiche Rechte.
2. Eine Ehe darf nur bei freier und uneingeschränkter
Willenseinigung der künftigen Ehegatten
geschlossen werden.
3. Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der
Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch
Gesellschaft und Staat.
Artikel 17
1. Jeder hat das Recht, sowohl allein als auch in
Gemeinschaft mit anderen Eigentum innezuhaben.
2. Niemand darf willkürlich seines Eigentums beraubt
werden.
Artikel 18
Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und
Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein,
seine Religion oder Überzeugung zu wechseln, sowie
die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung allein
oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder
privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kult-
handlungen zu bekennen.
5
Hinweis: Der Begriff „Rasse“ ist irreführend, es gibt keine verschiedenen „Menschenrassen“. Seine Verwendung birgt die Gefahr, Menschen anhand von (vermeintli-
chen) äußeren Merkmalen zu kategorisieren.

88 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Material für die Lehrkraft
Artikel 19
Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie
Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Frei-
heit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie
über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen
Informationen und Gedankengut zu suchen, zu
empfangen und zu verbreiten.
Artikel 20
1. Alle Menschen haben das Recht, sich friedlich zu
versammeln und zu Vereinigungen zusammenzu-
schließen.
2. Niemand darf gezwungen werden, einer Vereini-
gung anzugehören.
Artikel 21
1. Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffent-
lichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar
oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.
2. Jeder hat das Recht auf gleichen Zugang zu
öffentlichen Ämtern in seinem Lande. 3.Der Wille
des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität
der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muss durch
regelmäßige, unverfälschte, allgemeine und gleiche
Wahlen mit geheimer Stimmabgabe oder in einem
gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck
kommen.
Artikel 22
Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf
soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch inner-
staatliche Maßnahmen und internationale Zusam-
menarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organi-
sation und der Mittel jedes Staates in den Genuss der
wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu
gelangen, die für seine Würde und die freie Entwick-
lung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.
Artikel 23
1. Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufs-
wahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbe-
dingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.
2. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen
Lohn für gleiche Arbeit.
3. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte
und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner
Familie eine der menschlichen Würde entspre-
chende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt
durch andere soziale Schutzmaßnahmen.
4. Jeder hat das Recht, zum Schutz seiner Interessen
Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.
Artikel 24
Jeder hat das Recht auf Erholung und Freizeit und
insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der
Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub.

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 89
Material für die Lehrkraft
Artikel 25
1. Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard,
der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl
gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung,
Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige
soziale Leistungen gewährleistet sowie das Recht
auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krank-
heit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie
bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel
durch unverschuldete Umstände.
2. Mütter und Kinder haben Anspruch auf besondere
Fürsorge und Unterstützung. Alle Kinder, eheliche
wie außereheliche, genießen den gleichen sozialen
Schutz.
Artikel 26
1.
Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist
unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunter-
richt und die grundlegende Bildung. Der Grundschul-
unterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulun-
terricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden,
und der Hochschulunterricht muss allen gleicher-
maßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.
2.
Die Bildung muss auf die volle Entfaltung der mensch-
lichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der
Achtung vor den Menschenrechten und Grundfrei-
heiten gerichtet sein. Sie muss zu Verständnis, Toleranz
und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen
rassischen oder religiösen Gruppen beitragen und der
Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des
Friedens förderlich sein.
3.
Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der
Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteilwerden soll.
Artikel 27
1. Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der
Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den
Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen
Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzu-
haben.
2. Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und
materiellen Interessen, die ihm als Urheber von
Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst
erwachsen.
Artikel 28
Jeder hat Anspruch auf eine soziale und internationale
Ordnung, in der die in dieser Erklärung verkündeten
Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden können.
Artikel 29
1. Jeder hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft,
in der allein die freie und volle Entfaltung seiner
Persönlichkeit möglich ist.
2. Jeder ist bei der Ausübung seiner Rechte und Frei-
heiten nur den Beschränkungen unterworfen, die
das Gesetz ausschließlich zu dem Zweck vorsieht,
die Anerkennung und Achtung der Rechte und
Freiheiten anderer zu sichern und den gerechten
Anforderungen der Moral, der öffentlichen
Ordnung und des allgemeinen Wohles in einer
demokratischen Gesellschaft zu genügen.
3. Diese Rechte und Freiheiten dürfen in keinem Fall
im Widerspruch zu den Zielen und Grundsätzen der
Vereinten Nationen ausgeübt werden.
Artikel 30
Keine Bestimmung dieser Erklärung darf dahin ausge-
legt werden, dass sie für einen Staat, eine Gruppe oder
eine Person irgendein Recht begründet, eine Tätigkeit
auszuüben oder eine Handlung zu begehen, welche die
Beseitigung der in dieser Erklärung verkündeten Rechte
und Freiheiten zum Ziel hat.

90 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Einwilligung der Schülerin/des Schülers in die Veröffentlichung von personenbezogenen
Daten, Fotos, Videos und Filmen
Sehr geehrte Eltern,
liebe Schülerin, lieber Schüler,
die
Name der Schule
möchte auch Außenstehenden einen Einblick in den Schulalltag geben. Es sollen ausgewählte Texte, Fotos, Videos
und Filme veröffentlicht werden, die bei Unterrichtsprojekten entstehen, auf denen auch Schülerinnen und Schüler
abgebildet bzw. im Text namentlich benannt sind. Dabei werden folgende personenbezogene Daten der Schülerin/des
Schülers veröffentlicht:
Name
Vorname
Klasse/Jahrgangsstufe
Fotos
Video
Film
Zu diesem Zweck möchten wir Ihre / Deine Einwilligung einholen.
Name und Vorname der Schülerin/des Schülers
Geburtsdatum der Schülerin/des Schülers
Variante 1:
6
Hiermit willige ich / willigen wir in die Veröffentlichung der genannten
7
personenbezogenen
Daten nur anlässlich
(Veranstaltung mit Datum eintragen)
gemäß § 6 Absatz 1 Satz 1 Buchstabe a Datenschutz-Grundverordnung und gemäß § 22 Kunsturhebergesetz in den
folgenden Medien ein:
ODER
8
6
Die nachfolgenden Angaben auf Seite 1 und 2 sind vom Einwilligenden einzutragen /auszufüllen.
7
Die Einwilligung kann durch Streichung eines Teils der genannten Daten beschränkt werden.
8
Bitte streichen Sie die nicht zutreffende Variante durch.

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 91
Variante 2:
Hiermit willige ich/willigen wir in die Veröffentlichung der genannten personenbezogenen Daten gemäß § 6 Absatz
1 Satz 1 Buchstabe a Datenschutz-Grundverordnung und gemäß § 22 Kunsturhebergesetz in folgenden Medien, bzw.
Veranstaltungen ein:
örtliche Tagespresse
im Schulhaus
Internetseite der Schule:
Lehrerfortbildung:
Die Einwilligungen gelten ab dem Datum der Unterschrift und auch über die Beendigung des Schulverhältnisses
hinaus. Die Einwilligungen sind freiwillig und können jederzeit, auch einzeln, mit Wirkung für die Zukunft widerrufen
werden. Eine Kopie dieser Einwilligung einschließlich der Informationen zum Datenschutz auf den Seiten 3 und 4
wurde mir / uns ausgehändigt.
Ort, Datum
ab Vollendung des 14. Lebensjahres: Unterschrift der Schülerin/des Schülers
Ort, Datum
Unterschrift des/der Personensorgeberechtigten
9
9
Bei Schülerinnen und Schülern, die das vierzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist die Einwilligung der Personensorgeberechtigten erforderlich. Eine
minderjährige Schülerin/ein minderjähriger Schüler, die/der das vierzehnte Lebensjahr vollendet hat, kann selbständig einwilligen, wenn sie/er die erforderliche
Einsichtsfähigkeit besitzt. Verfügt sie/er nicht über diese Einsichtsfähigkeit, bedarf es der Einwilligung der Personensorgeberechtigten. In Zweifelsfällen ist die Einwilli-
gung sowohl der minderjährigen Schülerin/des minderjährigen Schülers als auch der Personensorgeberechtigten notwendig.

92 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Informationen zum Datenschutz
Wir informieren Sie/Dich zusätzlich über Folgendes:
1. Verantwortlicher
Name der Schule:
Straße, Hausnummer:
Postleitzahl:
Ort:
Telefon:
E-Mail-Adresse:
Internet-Adresse:
2. Datenschutzbeauftragter
Name der Schule
bzw. Standort des Landesamtes
für Schule und Bildung,
wenn dieses den
Datenschutzbeauftragten stellt:
z. Hd. Datenschutzbeauftragter
Straße, Hausnummer: Dresdner Straße 78 c
Postleitzahl: 01445
Ort: Radebeul
E-Mail-Adresse:
dsgvo@lasub.smk.sachsen.de
3. Zweck und Rechtsgrundlage der Verarbeitung personenbezogener Daten
Die Erhebung und Verbreitung (Veröffentlichung) von Schülerinnen- und Schülerdaten wie Name, Vorname und Klas-
senzugehörigkeit, führt die Schule im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit durch. Bezweckt wird die Information von
Außenstehenden über den Schulalltag und das Bildungsangebot der Schule. Rechtsgrundlage für die Datenverarbei-
tung ist Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe a Datenschutz-Grundverordnung und Ihre / Deine Einwilligung.
4. Art und Umfang der Datenverarbeitung
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Schule werden die personenbezogenen Daten des Schülers, soweit in deren
Veröffentlichung auf Seite 1 und 2 eingewilligt wurde, wie folgt veröffentlicht:
Name
Vorname
Klasse/Jahrgangsstufe
Fotos
Video
Film
Die genannten personenbezogenen Daten werden in folgenden Medien, bzw. in folgenden Veranstaltungen
veröffentlicht:
örtliche Tagespresse
im Schulhaus
Internetseite der Schule:
Lehrerfortbildung

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 93
5. Abrufbarkeit von personenbezogenen Daten
Fotos, Videos, Filme und andere personenbezogene Daten sind bei der Veröffentlichung im Internet weltweit
abrufbar. Auf diese Daten kann auch über Suchmaschinen zugegriffen werden. Eine Weiterverwendung durch Dritte
kann daher nicht verhindert werden.
6. Speicherdauer
Ihre/Deine personenbezogenen Daten können bis zum Widerruf Ihrer / Deiner Einwilligung gespeichert werden.
7. Betroffenenrechte
Betroffene haben folgende Rechte:
a) das Recht auf Auskunft, ob von der Schule personenbezogene Daten verarbeitet werden (Artikel 15 Daten-
schutz-Grundverordnung),
b) das Recht, von der Schule unverzüglich die Berichtigung unrichtiger personenbezogener Daten zu verlangen
(Artikel 16 Datenschutz-Grundverordnung),
c) das Recht, von der Schule u. U. die Löschung personenbezogener Daten zu verlangen, beispielsweise wenn diese
nicht mehr notwendig sind (Artikel 17 Datenschutz-Grundverordnung) oder die Einwilligung widerrufen wird,
d) das Recht, von der Schule u. U. die Einschränkung der Verarbeitung von personen-bezogenen Daten zu verlangen
(Artikel 18 Datenschutz-Grundverordnung) und
e) das Recht, von der Schule u. U. die personenbezogenen Daten des Betroffenen, die dieser der Schule bereitgestellt
hat, zu erhalten (Artikel 20 Datenschutz-Grundverordnung).
Entsprechende Anträge sind an die Schule zu richten (Kontaktdaten siehe Nummer 1 dieser Informationen zum
Datenschutz).
Beschwerden hinsichtlich der Datenverarbeitung können bei der Schule, dem für die Schule zuständigen Daten-
schutzbeauftragten und beim Sächsischen Datenschutzbeauftragten eingereicht werden.
Die Hinweise in Nummer 1 bis 7 habe ich zur Kenntnis genommen.
Ort, Datum
ab Vollendung des 14. Lebensjahres: Unterschrift der Schülerin/des Schülers
Ort, Datum
Unterschrift des/der Personensorgeberechtigten
10
10 Bei Schülerinnen und Schülern, die das vierzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist die Einwilligung der Personensorgeberechtigten erforderlich. Eine
minderjährige Schülerin/ein minderjähriger Schüler, die/der das vierzehnte Lebensjahr vollendet hat, kann selbständig einwilligen, wenn sie/er die erforderliche
Einsichtsfähigkeit besitzt. Verfügt sie/er nicht über diese Einsichtsfähigkeit, bedarf es der Einwilligung der Personensorgeberechtigten. In Zweifelsfällen ist die Einwilli-
gung sowohl der minderjährigen Schülerin/des minderjährigen Schülers als auch der Personensorgeberechtigten notwendig.

94 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Einwilligung in die Beteiligung an einer Online-Befragung zum Unterricht
Sehr geehrte Eltern, sehr geehrte Erziehungsberechtigte,
in diesem Schuljahr wird an der Schule Ihres Kindes ein Unterrichts-Modul zur Unterstützung der Demokratieerzie-
hung durchgeführt. Im Rahmen dieses Unterrichts werden die Schülerinnen und Schüler durch eine Befragung um
ihre Rückmeldung zum Unterricht gebeten. Ziel dieser Befragung ist die Optimierung des Moduls. Die Teilnahme
an der Online-Befragung ist freiwillig. Die Angaben der Befragten werden anonym und vertraulich behandelt. Die
Auswertung erfolgt im Landesamt für Schule und Bildung, Standort Radebeul. Wir bitten um Ihre Einwilligung für
die Befragung Ihres Kindes.
Einverständniserklärung zur Teilnahme an der Schülerbefragung
Name der Schülerin/des Schülers:
Klasse:
Ich/Wir willige(n) für die Teilnahme unseres Kindes an der Befragung ein:
Ja
Nein
Widerruf:
Dieses Einverständnis kann jederzeit widerrufen werden und gilt ansonsten zeitlich für die genannte Befragung.
Ort, Datum
Unterschrift des/der Personensorgeberechtigten

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 95
Abrechnung für externe Kooperationspartnerinnen/Kooperationspartner
„Demokratieerziehung an sächsischen Oberschulen“
- Teilnahmebestätigung -
Im Rahmen der Umsetzung der Module zu „Demokratieerziehung an sächsischen Oberschulen“ wurde in der
(Name der Schule und Bezeichnung der Klasse)
am
(Datum)
eine Veranstaltung zum Thema
durchgeführt.
(z. B. Modul 2 „Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“)
An der Durchführung dieser Veranstaltung hat auf Anfrage der Schule
Frau / Herr
(ggf. Titel, Vorname, Name)
(Adresse)
(Dienst-/Amtsbezeichnung)
(Dienststelle oder Rechtsanwaltskanzlei)
im Umfang von insgesamt
Unterrichtsstunden zu je 45 Minuten vereinbarungsgemäß mitgewirkt.
Datum, Unterschrift
Datum, Unterschrift
Auftraggeber
Schulleitung/Schulstempel
Kooperationspartnerin / Kooperationspartner

96 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Abrechnung
An das:
Landesamt für Schule und Bildung
Standort Radebeul
Referat 12 Haushalt, Personal, Recht
Postfach 10 08 15
01078 Dresden
Für die Mitwirkung beim Projekt „Demokratieerziehung an sächsischen Oberschulen“ wird die Auszahlung der
Aufwandsentschädigung nebst Fahrtkosten wie folgt beantragt.
Grau unterlegte Beträge sind vom Landesamt für Schule und Bildung auszufüllen.
1. Aufwandsentschädigung
Anzahl der geleisteten Unterrichtsstunden (zu je 45 Minuten):
Vergütungssatz je Unterrichtsstunde:
31,25
Gesamtbetrag 1:
2. Fahrtkosten
2.1 Fahrtkosten bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel unter Berücksichtigung möglicher Ermäßigungen
(Originalbelege sind beizufügen)
Hinreise:
Verkehrsmittel:
Kosten für Fahrkarte(n):
Rückreise:
Verkehrsmittel:
Kosten für Fahrkarte(n):
Gesamtbetrag 2.1:
2.2 Fahrtkosten bei Benutzung eines privaten PKW
Hinreise:
Strecke: von
nach
Länge:
Rückreise:
Strecke: von
nach
Länge:

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 97
Die Nutzung des privaten PKW war aus den folgenden Gründen erforderlich:
Das Reiseziel konnte mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht/nicht rechtzeitig erreicht werden oder die
Rückreise konnte nicht zeitgerecht durchgeführt werden.
Es trat ein erheblicher Arbeitszeitgewinn ein.
In der Dienststätte mussten dringende Dienstgeschäfte erledigt werden.
Es waren umfangreiche Akten, Gegenstände mit größerem Gewicht oder sperrige Gegenstände
mitzuführen.
Es wurden folgende weitere Teilnehmer der Veranstaltung mitgenommen:
Name(n):
Mitgenommene Strecke:
km
Sonstige Gründe (bitte angeben):
Wegstreckenentschädigung (Anzahl km x 0,17
/ 0,30
€)
Erstattung für mitgenommene Personen (Anzahl km x 0,02
pro Person)
Gesamtbetrag 2.2:
Gesamtbetrag Vergütung (Summe 1 + 2.1 oder 2.2)
Ich bitte um Auszahlung des Gesamtbetrages auf folgendes Konto:
Kontoinhaber:
IBAN:
D E
BIC:
Bank:
Ich versichere die Richtigkeit und Vollständigkeit der vorstehenden Angaben.
Datum, Unterschrift

98 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Feedbackbogen für externe Kooperationspartnerinnen/Kooperationspartner
Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,
Sie haben als externe Kooperationspartnerin/externer Kooperationspartner das Modul „Menschenrechte und Verbre-
chen gegen die Menschlichkeit“ an dieser Schule mit organisiert und umgesetzt. Im Auftrag des Sächsischen Staats-
ministeriums für Kultus bittet das Landesamt für Schule und Bildung, Standort Radebeul um Unterstützung bei der
Auswertung dieses Moduls. Ziel dieser Befragung ist die Optimierung des Moduls.
Ihre Angaben werden vertraulich behandelt. Die Auswertung erfolgt im Landesamt für Schule und Bildung, Standort
Radebeul. Die Feedbackbögen werden dort nur so lange aufbewahrt, bis die Datenaufbereitung abgeschlossen ist.
Danach werden alle Bögen vernichtet. Das Ausfüllen dieses Feedbackbogens ist freiwillig.
Im Feedbackbogen finden Sie verschiedene Aussagen. Um zu antworten, brauchen Sie in den meisten Fällen nur das
Antwortkästchen anzukreuzen, welches Ihre Meinung am besten wiedergibt.
Bitte setzen Sie in jeder Zeile nur
ein
Kreuz. Versuchen Sie, möglichst alle Fragen zu beantworten. Fragen, die Sie nicht
beantworten können, lassen Sie bitte frei. Uns interessiert Ihre Meinung.
Wir bitten Sie, den ausgefüllten Feedbackbogen an folgende Adresse zu senden:
Landesamt für Schule und Bildung
z. Hd. Frau Almut Kühme
Postfach 10 08 15
01078 Dresden
Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!

Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
| 99

image
image
image
image
image
image

image
image
image
image
image

102 |
Modul 2: Menschenrechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit

image
Impressum
Herausgeber und Redaktion:
Landesamt für Schule und Bildung, Standort Radebeul
Dresdner Straße 78 c | 01445 Radebeul
E-Mail:
poststelle-r@lasub.smk.sachsen.de
www.lasub.smk.sachsen.de
Bildnachweis:
Titel: Magele-picture – Fotolia.com
Satz:
Typostudio Buschbeck
Redaktionsschluss: August 2019
200 Stück
Copyright
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte,
auch die des Nachdruckes von Auszügen und der fotomechani-
schen Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten.