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Merkblatt
Minderung von Ährenfusariosen
und Mykotoxinen
bei pflugloser Bodenbearbeitung
Mehrländer-Arbeitsgruppe Mykotoxine
der amtlichen Pflanzenschutzdienste

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Weizen, aber auch Triticale, Durum und Hafer sind durch Fusariumbefall gefährdet. Insbeson-
dere Körnermais gilt hinsichtlich einer möglichen Fusariuminfektion als Risikovorfrucht. Die Be-
ratungsempfehlung, das Maisstroh vor der Getreidebestellung nach vorheriger bestmöglicher
Zerkleinerung unterzupflügen, ist im Hinblick auf den Boden- und Erosionsschutz als kritisch
einzustufen. Die Landwirtschaft ist hier in einem Zwiespalt, da sie einerseits der gesetzlichen
Vorsorgepflicht durch die Einhaltung der Grundsätze der guten fachlichen Praxis und anderer-
seits den in Deutschland sowie in der EU geltenden Verordnungen zu maximalen Mykotoxin-
mengen gerecht werden muss
1
. Nachfolgend ist die pflanzenbauliche Strategie dargestellt, die
es ermöglicht, dass auch bei pflugloser Bodenbearbeitung das Fusariumrisiko vermindert wer-
den kann.
1. Biologie
Ährenfusariosen werden durch verschiedene Pilze der Gattung
Fusarium
verursacht. Dazu ge-
hören u. a. die mykotoxinbildenden Arten
Fusarium graminearum, F. culmorum, F. avenaceum
und
F. poae
. Der Erreger des Schneeschimmels,
Microdochium nivale
(früher als
Fusarium ni-
vale
bezeichnet) bildet im Übrigen keine Mykotoxine.
Neben Weizen unterliegen insbesondere Durum, Triticale und Hafer einer höheren Infektions-
gefährdung. Weniger gefährdet sind Gerste und Roggen. Nicht nur die Mykotoxinbelastung
kann die Futter- und Lebensmittelqualität des Erntegutes erheblich vermindern. Erkrankte Par-
tien haben gleichzeitig einen erhöhten Schmachtkornanteil, ein geringeres Tausendkorngewicht
sowie niedrigere Fallzahlen und Sedimentationswerte.
2. Schadbild
Etwa 14 – 20 Tage nach der
Fusarium
-Infek-
tion bleichen die betroffenen Ährchen aus. Bei
anhaltend feuchtem Wetter sind möglicher-
weise rötliche Sporenlager auf den Spelzen
erkennbar. Später kann sich der Befall in eine
bräunlich-violette Verfärbung der Spindel und
der Ährchenbasis fortsetzen. Weiße, taube
oder ungenügend ausgebildete Getreidekörner
sind letztlich die Folge. Diese Ährenerkran-
kung wird deshalb oft auch als Partielle Weiß-
oder Taubährigkeit des Getreides bezeichnet
(Abbildung 1).
Abb. 1:
Fusariuminfektion bei Weizen
3. Infektion
Infektionsquellen und Ausbreitung im Bestand sind für die einzelnen Erreger sehr verschieden.
Die Infektionen der hauptsächlich vorkommenden Arten
F. culmorum
und
F. graminearum
fin-
den im Stadium der Blüte statt. Temperaturen über 16 °C, zusammentreffend mit länger anhal-
tender Feuchtigkeit stellen dafür die günstigsten Bedingungen dar. Von der primär infizierten
Blüte werden von innen heraus zunächst die Spelzen und danach die weiteren Kornanlagen
des Ährchens besiedelt. Dann wächst der Pilz in die Ährenspindel ein, breitet sich von dort in
die nach unten angrenzenden Ährchen aus und bringt dabei das befallene Gewebe zum Ab-
sterben. Gleichzeitig schnürt der Erreger in Höhe der Primärinfektionen die Leitbahnen ab, die
Wasser- und Nährstoffzufuhr wird unterbunden. Die Folge ist eine partielle Ährenwelke, welche
sowohl infiziertes wie auch pilzfreies Kümmerkorn enthält.
1
KIRCHMEIER, H., DEMMEL, M.: Fusariuminfektionen im Winterweizen. Landtechnik 3/2008, S. 150-151
2

Neben der direkten Ähreninfektion durch die Askosporen, die vornehmlich an den überwinterten
Getreide- und Maisstoppeln gebildet werden, kann es unter bestimmten Witterungskonstella-
tionen auch zu Ähreninfektionen durch die Konidiosporen kommen, die durch Regenspritzer
von infizierten Blattetagen nach oben in die Ähre getragen werden.
Nach der Ähreninfektion können durch oben genannte
Fusarium
-Arten in den Getreidekörnern
giftige Pilzstoffwechselprodukte, sogenannte Mykotoxine, gebildet werden. Von besonderer Be-
deutung sind in diesem Zusammenhang die Toxine Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon
(ZEA). Diese Mykotoxine können sowohl bei Menschen als auch bei Tieren erhebliche gesund-
heitliche Probleme verursachen. Deshalb gilt für unverarbeiteten Weizen (sogenannte Roh-
ware) bei Verwendung als Lebensmittel ein zulässiger Höchstgehalt von 1.250 μg DON je kg
Getreide bzw. 1.750 μg DON je kg unverarbeiteter Hartweizen, Hafer und Mais. Für ZEA wurde
eine Höchstmenge von 100 μg/kg Erntegut festgesetzt.
4. Befallsbeeinflussende Faktoren
Die Fusariuminfektion bei Winterweizen, Triticale, Durum und Hafer wird von nachstehend auf-
geführten Faktoren beeinflusst. Mit Ausnahme der Witterung können die infektionsbestimmen-
den Faktoren Fruchtfolge, Sortenwahl, Rotteförderung der Maisreste sowie Fungizideinsatz
vom Landwirt fusariumbefallsmindernd beeinflusst werden.
4.1 Witterung
Ein sehr wichtiger Einflussfaktor für das Ausmaß einer Fusariuminfektion der Weizenähre ist der
Witterungsverlauf ab Mitte Ährenschieben bis zum Ende der Weizenblüte. In Verbindung mit ei-
nem langsamen Abblühen oder einem zeitlich auseinandergezogenen Blühverlauf wird das Be-
fallsrisiko noch erhöht. Infektionsbegünstigende Bedingungen bestehen bei wechselfeuchter
Witterung, d. h. nach Niederschlägen von mehr als 4 mm (Gewitterregen) bzw. starker Taubil-
dung im Zusammenhang mit Temperaturen von über 16 bis 20 °C sowie bei langer Blattnässe-
dauer in geschützten Tallagen und an Waldrändern. Auf die Witterung hat der Landwirt keinen
Einfluss. Die infektionsbestimmenden Faktoren Fruchtfolge, Sortenwahl, rottefördernde Maß-
nahmen sowie Fungizideinsatz im Infektionszeitraum können jedoch, wie nachfolgend erläutert,
wirksam beeinflusst werden.
4.2 Fruchtfolge
Die Fruchtfolgegestaltung ist ein wichtiger, direkt beeinflussbarer Faktor. Besonders die Vor-
frucht Mais (Silo- und Körnermais) führt zu einem erhöhten Befallsrisiko. Außerdem haben sich
die Vorfrüchte Weizen, Grassamen und Kleegras als befallsfördernd erwiesen, allerdings deut-
lich geringer als der Mais. Der Verzicht des Anbaus von Winterweizen nach Körner- oder Silo-
mais bzw. Winterweizen stellt die wirksamste Maßnahme im Rahmen der Fruchtfolge dar, um
das Befallsrisiko zu senken. Trotz gegebener ökonomischer Rahmenbedingungen sollten alle
betrieblichen Möglichkeiten genutzt werden, um über die Gestaltung der Fruchtfolge zu einer
Minderung des Befallsrisikos beizutragen. Wird Winterweizen pfluglos nach Mais bzw. Weizen
bestellt, müssen in jedem Fall konsequent die nachfolgend aufgeführten Maßnahmen ergriffen
werden. Eine Direktsaat von Weizen nach Körnermais sollte grundsätzlich vermieden werden.
4.3 Sortenwahl
Aufgrund unterschiedlicher Anfälligkeit der Sorten kann durch eine wenig anfällige Sorte der Be-
fall mit Fusarium und damit der DON-Gehalt deutlich reduziert werden. Insbesondere nach der
Vorfrucht Mais und den weiteren genannten Risikovorfrüchten sollte daher bei konservierender
Bodenbearbeitung zur Risikominderung auf den Anbau anfälliger Sorten verzichtet werden. In-
formationen zur Resistenzsituation bei Winterweizensorten gegenüber Ährenfusarium befinden
sich in der Beschreibenden Sortenliste des Bundessortenamtes und auf den Internetseiten der
Fachbehörden der Bundesländer.
3

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Das gegenwärtige Resistenzniveau ist allerdings noch nicht ausreichend, um bei starken Be-
fallsbedingungen allein über die Sortenwahl die geforderten niedrigen Mykotoxingehalte zu ge-
währleisten. Deshalb erfordert der Einsatz wenig anfälliger Sorten als wichtiger Bestandteil der
Fusariumbekämpfung bei starken Infektionsbedingungen weitere befallsreduzierende Maßnah-
men. In der Regel sind Kurzstrohsorten stärker gefährdet als längere Sorten.
Auch in Triticale sind Sortenunterschiede in der Neigung zur DON-Bildung vorhanden. Diese
werden derzeit bei den Bundesbehörden (BSA/JKI) einer genauen Prüfung unterzogen. Ergän-
zend dazu werden seit einigen Jahren durch die Länderdienststellen der Bundesländer Bayern,
Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen spezielle Versuche durchgeführt und in
Mecklenburg-Vorpommern statistisch ausgewertet. Informationen zu den Triticalesorten finden
sich auf den Internetseiten dieser Einrichtungen.
Grundsätzlich sollten auch auf nach Maisvorfrucht gepflügten Flächen, insbesondere nach Kör-
nermais, wenig anfällige Sorten angebaut werden, da auch bei Pflugeinsatz infektionsaus-
lösende Maisreste an der Bodenoberfläche verbleiben können. Zudem können in Maisfrucht-
folgen, bedingt durch eine sehr langsame mikrobielle Zersetzung der Maisrückstände, durch
den Pflugeinsatz unverrottete überjährige Maisrückstände an die Bodenoberfläche gepflügt
werden.
Abb. 2: Maisstrohzerkleinerung mit
Abb. 3: Maisstroh nachträglich zerklei-
Mulcher
nert mit Mulcher
4.4 Rottefördernde Maßnahmen
Bei konservierender Bodenbearbeitung verbleiben Erntereste auf der Bodenoberfläche mit dem
Ziel, den Boden wirksam vor Erosion zu schützen. Dieses Bestellverfahren erhöht allerdings
das Infektionsrisiko mit Ährenfusariosen in Winterweizen und Triticale nach Vorfrucht Mais. An
der Oberfläche lagernde und kaum verrottete Maisreste sind dafür als Infektionsquelle verant-
wortlich.
Alle Bestrebungen, Fusariumbefall zu minimieren, sind auf eine möglichst rasche und vollstän-
dige Rotte des Maisstrohs auszurichten, wodurch parallel die Masse des Infektionsmaterials
bzw. Inokulums vermindert wird. Unterstützt wird dieser Ansatz durch eine Verminderung des
anfallenden Maisstrohs um ein bis drei Tonnen durch den Anbau kurzstrohiger Maissorten.
Durch den Anbau möglichst frühreifer Maissorten, kombiniert mit einer an realistischen Ertrags-
erwartungen ausgerichteten Stickstoffdüngung, die eine raschere Abreife des Maisbestandes
ermöglicht, kann bei einer frühen Ernte die Rottephase um entscheidende Tage verlängert wer-
den
2
.
2
LÜTKE ENTRUP, N., STEMANN, G.: Der Fusariumgefahr nach dem Maisanbau ackerbaulich begegnen. Mais (2005), Heft 4,
S. 118-121
4

Wird Winterweizen nach Mais angebaut, dann besteht die wichtigste Maßnahme darin, die
Masse des Strohs und damit gleichzeitig auch das Erregerpotenzial wirksam im Rahmen der
konservierenden Bodenbearbeitung zu vermindern. Dazu sind intensive Rotteprozesse notwen-
dig, die nur dann gelingen, wenn die groben Erntereste den Bodenorganismen durch weitere
Bearbeitungsschritte „mundgerecht“ – d. h. stark zerkleinert – vorgesetzt werden.
Die beste Wirkung ist zurzeit in einem ersten Arbeitsschritt durch eine zusätzliche Überfahrt mit
einem speziellen Strohhäcksler bzw. -mulcher zu erzielen (Abb. 2 und 3). Statt üblicher
Grünbrachemulcher sollten Geräte mit Gegenschneide oder Kammleiste eingesetzt werden, die
ein Zerfasern und Spleißen des Strohs bewirken. Wichtig ist ein geringer Abstand zwischen
Schlagwerkzeug und Leiste (ca. 2 – max. 4 mm) und eine angepasste Fahrgeschwindigkeit
(ca. 10 km/h), die für einen „Vorstau“ des Materials an der Schlagleiste sorgt
3
. Das Schlegeln
des Maisstrohs führt zu höheren Anteilen an Kleinteilen (Stängellänge kleiner 15 cm) sowie zur
Zerfaserung der Stoppeln bis zum Kronwurzelansatz. Die exakte Strohzerkleinerung bewirkt ei-
ne enorme Vergrößerung der Oberflächen, an denen sich strohzersetzende Mikroorganismen
ansiedeln können als Voraussetzung für die rasche Strohrotte.
Hierfür ist in einem zweiten Bearbeitungsschritt durch eine intensive Stroheinmischung (Benet-
zung des Strohs mit Boden) der enge Kontakt von Erde und Stroh bei gleichzeitig guter Verfüg-
barkeit von Sauerstoff notwendig. Dies gelingt am besten mit Fräsen oder Zinkenrotoren (aller-
dings hoher Leistungsbedarf und geringe Schlagkraft) bzw. mit schweren Scheibeneggenkom-
binationen oder mit der Werkzeugabfolge Grubber/Scheibe
4
. Durch diese Werkzeuge wird die
mechanisch zerkleinerte Maisstoppel flach (8 – 10 bis max. 15 cm) in den umsetzungsaktivsten
Bodenbereich wirksam eingemischt.
Je kürzer das Stroh, desto besser gelingt die Einmischung als entscheidende Voraussetzung
dafür, dass bis zur Blüte des Weizens das Maisstroh weitestgehend verrottet ist. Dadurch wird
das Infektionspotenzial durch Askosporenbildung auf unzersetzten Maisrückständen deutlich
vermindert. Eine weitere Folge ist, dass, im Sinne der Feldhygiene, der Gefahr einer Konservie-
rung der Maisrückstände innerhalb einer Fruchtfolge wirksam begegnet wird. Viele Versuche
zeigen, dass eine Zerkleinerung der Maisrückstände mit einem Mulcher und das halbkrumentie-
fe Einarbeiten der Maisreste in Fusariumbefallsjahren eine spürbare Verringerung der Toxinge-
halte im Erntegut der Folgekultur bewirken können. Es handelt sich hierbei um eine zusätzliche
Maßnahme, deren Kosten von ca. 20 bis 30 €/ha ihrem Nutzen (= Minderung/Verhinderung der
Fusariuminfektion als Grundlage für die Produktion von Qualitätsgetreide) gegenüberzustellen
sind.
Die Einmischung der Strohreste in die Krume schafft darüber hinaus eine Saatbettstruktur zur
exakten und störungsfreien Bestellung. Die Präzisierung dieser Bearbeitungsschritte ein-
schließlich Saat bewirkt eine Verbesserung des Feldaufganges und der Bestandesentwicklung
als Basis für ein effizientes Fungizidmanagement.
Das Einpflügen von Maisresten mindert effizient im Einzeljahr den Infektionsdruck. Da jedoch
schon wenige Stängel an der Bodenoberfläche, teilweise durch tiefes Unterpflügen auch über-
jährig konserviert, bei befallsfördernder Witterung zu einem Fusariumbefall führen können, sind
rottefördernde Maßnahmen auch bei Pflugeinsatz unerlässlich.
3
LÜTKE ENTRUP, N., STEMANN, G.: Der Fusariumgefahr nach dem Maisanbau ackerbaulich begegnen. Mais (2005), Heft 4,
S. 118-121
4
ebenda
5

4.5 Fungizideinsatz
Die letzte mögliche Maßnahme zur Minderung eines Fusariumbefalls und des Toxingehaltes im
Weizenkorn ist der Einsatz von Fungiziden in voller Aufwandmenge zur Weizenblüte vor oder
nach Niederschlägen. Zugelassene Präparate (Stand April 2010) sind Osiris, Input, Fandango,
Prosaro, Swing Gold, Pronto Plus, Folicur, Caramba, Proline sowie DON-Q. Die Wirkung gegen
Fusarium ist i. d. R. unsicher, da die Erfassung des optimalen Behandlungszeitpunktes, der sich
nach der Weizenblüte und der Sporenausschüttung des Pilzes richten muss, schwierig ist.
Meist stehen für eine Maßnahme mit hohem Behandlungserfolg nur ein bis drei Tage zur Verfü-
gung. Dies macht die sehr hohen Anforderungen an die Bestandesbeobachtung und die Aus-
wertung der Wetterdaten sowie an die Schlagkraft im Bereich Pflanzenschutz deutlich. Viele
Versuchsergebnisse zeigen, dass beim Einsatz von Fungiziden zum richtigen Zeitpunkt der My-
kotoxingehalt im Erntegut um 50 – 80 % reduziert werden kann.
4.6 Weitere Einflussfaktoren
Fusariumbefall und Mykotoxinbildung werden außerdem durch zeitiges Lager und schlechte
Erntebedingungen (Kornfeuchte > 18 %, hohe Luftfeuchtigkeit, Beschädigungen) gefördert. Das
bedeutet: Die Witterungsbedingungen nach der Blüte, die zu Lager bzw. zu einer verzögerten
nassen Ernteperiode führen, verschärfen dort, wo bereits in der Blüte Infektionen gesetzt wur-
den, die Situation. Die Weiterentwicklung des Pilzes und die Bildung der Mykotoxine sind dann
programmiert. Des Weiteren wird der Einfluss von Fungizidbehandlungen im Blattbereich (Wirk-
stoffe, Anwendungstermin) diskutiert. Ergebnisse weisen aus, dass sich insbesondere durch
den Strobilurineinsatz im Blattbereich auf Schlägen mit Gefährdungspotenzial das Toxinrisiko
erhöhen kann, wenn keine gezielte Fusariumbehandlung zur Blüte erfolgt. Auf eine sachgemä-
ße Vorreinigung sowie Lagerhaltung nach der Ernte (Temperaturen, Luftfeuchte etc.) sollte un-
bedingt geachtet werden.
5. Befallsmindernde Maßnahmen
Die wichtigsten Maßnahmen gegen Ährenfusariosen bei konservierender Bodenbearbeitung zu
Weizen, Triticale, Hafer und Durum nach Maisvorfrucht sind:
-
Anbau wenig fusariumanfälliger Winterweizen- sowie Triticalesorten.
- Ausnutzung morphologischer Merkmale der Weizensorten, die einer Fusariuminfektion
entgegen wirken (Pflanzenlänge, Internodienlänge zwischen Fahnenblatt und Ähre, Äh-
reninfektion begünstigendes Mikroklima im Ährenbereich durch Begrannung).
-
Anbau von Sommergetreide (Anfälligkeit von Hafer beachten!), besser von Blattfrüchten
mit intensiver Stoppelbearbeitung bei optimalen Bodenfeuchteverhältnissen nach der
Maisernte im Herbst sowie im Frühjahr (Zeitgewinn für die Maisstroh-Rotte und Schutz
sowie Stabilisierung des Bodengefüges).
-
Förderung der Maisstrohrotte durch intensive Maisstrohzerkleinerung z. B. mit Stroh-
häcksler/-mulcher und Einmischung der Ernterückstände auf halbe Krumentiefe (Ziel:
Rotteförderung von Maisstroh und damit dauerhafte Beseitigung von Infektionsherden).
-
Gefügestabilisierung und Förderung der mikrobiellen Umsetzungsaktivität im Boden
durch Integration mehrjährigen Futterpflanzenanbaus oder durch Anbau von Zwischen-
früchten im Fruchtfolgeverlauf in Kombination mit dauerhaft konservierender Bodenbe-
arbeitung.
-
Fungizidbehandlung in der Weizenblüte bei Witterungsbedingungen mit hohem Befalls-
risiko.
6

Herausgeber:
Mehrländer-Arbeitsgruppe Mykotoxine
der amtlichen Pflanzenschutzdienste der Bundesländer
Redaktion:
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Referat Bodenkultur
Dr. Walter Schmidt
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Fotos:
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Redaktionsschluss:
30.09.2010
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