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Privatgarten WohnKulturGut Gostewitz
Ausgangssituation
Im Vierseithof Gostewitz wurden bis 2010 die Wohngebäude genutzt,
während die übrigen Gebäude leer standen und zunehmend verfielen. Der
rückseitig gelegene Garten war verwildert und teilweise mit Material
verschüttet. 2010 erwarb Familie Giehrisch das Gut. Seitdem werden
Hauptgebäude, Scheune und Garten Schritt für Schritt saniert und als
Wohn-, Arbeits- und Veranstaltungsort genutzt.
Altes Bauerngut mit historischem Vierseithof, historische
Oberflächenbeläge, kulturelle und private Nutzung,
Mehrfachnutzung
Beschreibung
Während der Sanierung konnten historische
Elemente im Freiraum bewahrt werden, die den
Charakter des Gutes prägen. Im Hof der
Vierseitanlage ist das Wildpflaster weitest-
gehend original erhalten. In weniger genutzten
Bereichen wird es von Gras und Trittvegetation
überwachsen. Der Garten umfasst circa 2.000
Quadratmeter und ist durch die Scheune mit
dem Hof verbunden. Seine Besonderheit liegt
vor allem in der Vielfalt der Nutzungen, die von
der eines Familiengartens mit Baumhaus und
Gemüsebeeten über Ausstellungsflächen für
eigene Steinmetzarbeiten bis hin zu kulturellen
Veranstaltungen und Märkten mit mehreren
tausend Besuchern reicht. Dies spiegelt sich in
der Gestaltung, indem die klassische Aufteilung
in Nutzungsbereiche aufgelöst wird und
stattdessen Flexibilität im Vordergrund steht. Die
freie Rasenfläche im Eingangsbereich wird
Garten
Flächenbegrünung
Wege-/Verkehrsflächen
Rückbau/Renaturierung
Gewässer
Abb. 1: Das WohnKulturGut Gostewitz
Abb. 2: Lageplan
Abb. 3: Unbefestigte Wege im Garten, Bambusgarten
Abb. 4: Unbefestigte Wege
im Garten, Staudengarten
Abb. 5: Historisches Wild-
pflaster

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01594
An der Keppritz 1
Pflege
Hoffläche extensiv, Garten mit Rasen, Stauden
und Gehölzen eher intensiv, Bewässerung
bei Kunsthandwerkermärkten von Ausstellern
genutzt. Gleichwohl wurde auf eine Befestigung
der Fläche verzichtet, da sie an normalen Tagen
nur von den Bewohnern als Privatgarten
betreten wird und der Rasen sich erholen kann.
Die Gartenwege sind ebenfalls unbefestigt und
entsprechen den Anforderungen der extensiven,
nur punktuell intensiveren Benutzung. Bäume,
Blühsträucher und Staudenteppiche entlang der
geschwungenen Wege prägen das Gartenbild.
Die Themenvielfalt ist gewollt: Bereiche mit
klassischen Bauerngartenpflanzen, wie Rosen
und Hortensien, grenzen an Bambusgärten oder
waldartige Partien. Kunsthandwerkliche Objekte,
wie Sonnenuhren und Windmobilées, ergänzen
den künsterisch-eigenwilligen Charakter des
Gartens.
Bewertung und Übertragbarkeit des Ansatzes
Der Charme des WohnKulturGutes Gostewitz
liegt wesentlich darin, dass die Gestaltung der
Flächen eine gewisse Unperfektheit ausstrahlt,
indem der vorgefundene historische Zustand
belassen oder Flächen nicht übermäßig
ertüchtigt wurden. Grundsätzlich übertragbar ist
der Ansatz, historisches Material zu bewahren,
möglichst wenige Flächen zu befestigen und
sich bei der Gestaltung an der Nutzungsinten-
sität zu orientieren.
www.wohnkulturgut.de
Adresse:
Gostewitz (Stadt Riesa)
Zugänglichkeit:
zu Veranstaltungen
Bauherr:
Jan Giehrisch
Entstehungszeitraum:
seit 2010
Fläche (in ha):
0,2
Baukosten (EUR):
k. A.
Förderprogramm:
LEADER (Gebäude)
Planerbeteiligung:
k. A.
Abb. 6: Lebensraum: Aufwuchs aus Brennesseln und
Kraut im Hof
Abb. 7: Gartenbereich mit Relikten
Stand: 30.11.2018
Verfasser: Rehwaldt Landschaftsarchitekten
Fotos:
Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Bild 1 Markus Thieme