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Garten Alte Pfarre Lissa
Ausgangssituation
Das 1729 erbaute Pfarrhaus in Lissa stand seit den 1960er Jahren leer.
Es stellte sich die Frage nach der künftigen Nutzung des sanierungs-
bedürftigen Gebäudes und des Gartengrundstücks. Ab 2005 wurde das
Gebäude von der Kirchgemeinde mit dem Ziel saniert, eine
Begegnungsstätte zu etablieren, die einen Einblick in die Lebenswelt auf
dem Dorf vermittelt. Parallel wurde Schritt für Schritt der Garten entwickelt.
Umnutzung des historischen Pfarrgartens, ehrenamtliche Pflege
Beschreibung
Entsprechend der Idee, einen Ort für die
Gemeinde und für öffentliche Veranstaltungen,
wie Lesungen, Konzerte und Adventsmärkte, zu
schaffen, wurde hinter dem Pfarrhaus eine
große Wiesenfläche unter den bestehenden
Obstbäumen angelegt. Im hinteren Teil der
Wiese liegt ein kleiner Garten mit Wegekreuz
und geometrischer Beetaufteilung. Nach der Art
eines Apotheker- bzw. Bauerngartens sind die
Beete mit Buchsbaumhecken gefasst. In den
Flächen selbst wachsen Sommerblumen,
Kräuter und verschiedene Gemüsesorten. Im
seitlich des Pfarrhauses gelegenen Garten
dürfen sich Gehölze und Wildkräuter ausbreiten,
denn das ist die Idee des Nachtigallengartens.
Bäume, zahlreiche Sträucher, Aufwuchs und
gelagertes Schnittgut bilden eine dichte, höhen-
gestaffelte Vegetationsschicht. Für Wildbienen
und andere Insekten wurden Nisthilfen
Garten
Flächenbegrünung
Wege-/Verkehrsflächen
Rückbau/Renaturierung
Gewässer
Abb. 1: Wiese mit Bauerngarten
Abb. 2: Lageplan
Abb. 3: Barocker Vorgarten
Abb. 4: Gartenweg
Abb. 5: Insektennisthilfe

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Kirchgemeinde
04509
Bauherr:
Entstehungszeitraum:
Stille Gasse 4
2004 bis 2008
Pflege
Der Garten wird durch Gemeindemitglieder
in ehrenamtlicher Tätigkeit gepflegt.
aufgestellt. Eine Besonderheit bildet der Vorgar-
ten. Beinahe zufällig wurden Spuren der
Wegeverläufe aus dem 18. Jahrhundert ent-
deckt. Daraufhin konnten die Wege- und Beet-
geometrien in enger Anlehnung an den
originalen barocken Zustand wiederhergestellt
werden. Heute wachsen im Vorgarten neben
Rosenstämmchen Stauden, Blühsträucher und
einige Formgehölze (Buchs). Die Beete sind
auch hier mit niedrigen Hecken gefasst. Alle
Wege und die Wirtschaftszufahrt wurden mit
wassergebundener Decke ausgebildet. Die
Ränder der Vegetationsflächen sind mit Stahl-
kanten gefasst, um die Pflege zu erleichtern. Ein
hölzerner Staketenzaun grenzt den Garten im
hinteren Bereich zu den anschließenden
Wiesenflächen ab. Die Kinder der benachbarten
Kindertagesstätte können über einen eigenen
Zugang in den Garten gelangen.
Bewertung und Übertragbarkeit des Ansatzes
Bemerkenswert am Pfarrgarten Lissa ist die
Vielseitigkeit des Nutzungskonzeptes. Die
Veranstaltungen vor bisweilen zahlreichem
Publikum finden vor allem auf der Wiesenfläche
statt. Der Bauerngarten und der barocke Vorgar-
ten sind gärtnerisch anspruchsvoll gestaltet und
bedürfen intensiver Pflege. Gerade der
Vorgarten bildet im Zusammenhang mit dem
Gebäude ein markantes Element im Ortsbild von
Lissa. Zugleich besteht mit dem Nachtigal-
lengarten ein extensiver, geradezu wilder
Bereich. Dieses Nebeneinander bildet ideale
Lebensbedingungen für viele Gartenvögel und
andere Tiere.
www.pfarrbereich-schenkenberg.de
Adresse:
Zugänglichkeit:
zu Veranstaltungen
Lissa (Gemeinde Wiedemar)
Fläche (in ha):
0,1
Baukosten
(EUR):
k. A.
Förderprogramm:
LEADER+
Planerbeteiligung:
nein
Abb. 6: Erwünschte Wildnis: Nachtigallengarten
Abb. 7: Zufahrt und Tor
Stand: 30.11.2018
Verfasser: Rehwaldt Landschaftsarchitekten
Fotos:
Rehwaldt Landschaftsarchitekten