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2006
Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Sächsischer Agrarbericht

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Liebe Leserinnen, liebe Leser
nach zwei Jahren haben wir die grüne Branche wieder in
einem Agrarbericht fixiert. Der Bericht zeigt, dass unsere
sächsische Agrarwirtschaft von Jahr zu Jahr auf wirtschaft-
lich stabileren Beinen steht. Darüber bin ich gerade ange-
sichts der zahlreichen Neuerungen der GAP-Reform mit
ihren gestiegenen Anforderungen sehr froh. Gemeinsam
mit der kontinuierlich wachsenden Ernährungswirtschaft so-
wie anderen vor- und nachgelagerten Bereichen erbringt die
sächsische Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft eine Wert-
schöpfung, die mit der Spitzenposition des sächsischen Fahr-
zeugbaus vergleichbar ist. Die gesamte Agrarbranche bringt
Lohn und Brot für 94.000 Erwerbstätige – und das in den
oftmals ohnehin strukturschwächeren ländlichen Regionen.
Ich werde daher alles tun, um diese Arbeitsplätze zu erhalten
und neue zu schaffen.
Die GAP-Reform 2003 stellte die Weichen auf mehr Wett-
bewerb und Markt. Das bisherige Prämiensystem wurde in
Deutschland auf überwiegend entkoppelte Direktzahlungen
umgestellt. Die erstmalige Zuteilung der Zahlungsansprüche
in 2005 sowie die bisherigen Auszahlungen verliefen in Sach-
sen erfolgreich. Durch das Umschichten der Betriebsprämien
zugunsten der Grünlandstandorte konnten Einkommensver-
besserungen im arbeitsintensiven Futterbau erreicht werden.
Die bisherigen Einkommensunterschiede zwischen Acker-
und Futterbau verringerten sich sichtbar.
Die Erntebilanz zeigt jedes Jahr aufs Neue, dass die Land-
wirtschaft trotz moderner Technik abhängig vom Wetter
ist und bleibt. 2006 hatten wir eine durchschnittliche Ernte
mit witterungsbedingt großen regionalen Unterschieden.
Gute Getreidepreise im Ackerbau stehen weiter gesunkenen
Milchpreisen im Futterbau gegenüber. Die 2004 eingeführte
Milchprämie, die Bestandteil der Betriebsprämie wurde, half
mit das Einkommen zu stabilisieren.
Der Markt für nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare
Energien erschließt den Landwirten weitere Einkommens-
möglichkeiten. In Anbetracht knapper werdender fossiler
Rohstoffe und der Diskussionen zum Klimawandel sind er-
neuerbare Energien aus Biomasse eine mögliche Alternati-
ve. Die Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien
spricht angesichts der stetig steigenden Zahl sächsischer Bio-
gasanlagen bereits für sich.
Um der Agrarwirtschaft den Übergang in den nächsten Pla-
nungszeitraum so gut es geht zu erleichtern, brauchen wir
Planungssicherheit bis 2013 und gleiche Wettbewerbsbe-
dingungen in Europa. Dafür setze ich mich ein. Der Freistaat
Sachsen wird über den neuen Entwicklungsplan für den
ländlichen Raum (EPLR) Vorhaben zur Erhöhung der Wett-
bewerbsfähigkeit, zur Verbesserung der Umwelt und Land-
schaft sowie zur Steigerung der Lebensqualität im ländlichen
Raum unterstützen. So hoffen wir, das unternehmerische
Umfeld für unsere Betriebe weiter zu verbessern und das
wirtschaftliche Rückgrat unserer ländlichen Regionen noch
mehr zu stärken.
Liebe Leserinnen, lieber Leser, ich wünsche Ihnen einen in-
formativen Streifzug durch die sächsische Agrarwirtschaft.
Die Agrarbilanz ist auch im Internet unter:
www.smul.sach-
sen.de/landwirtschaft
abrufbar.
Stanislaw Tillich
Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft
Sollten sich aus dem Bericht für Sie Fragen ergeben,
wenden Sie sich bitte einfach an die im Impressum
genannten Ansprechpartner.
*
2
VORWORT

1
Struktur der sächsischen Landwirtschaft ............................................................................................................................. 4
1.1 Volkswirtschaftliche Einordnung der Landwirtschaft ......................................................................................................................... 4
1.2 Die landwirtschaftlichen Betriebe nach Rechts- und Betriebsformen .......................................................................................... 5
1.3 Flächenverteilung ............................................................................................................................................................................................ 7
1.4 Bodennutzung
................................................................................................................................................................................................. 12
1.5 Tierbestände ....................................................................................................................................................................................................13
1.6 Arbeitskräftesituation ....................................................................................................................................................................................13
2
Grundstück- und Landpachtverkehr ........................................................................................................................................... 16
2.1 Grundstückverkehr .........................................................................................................................................................................................16
2.2 Landpachtverkehr ...........................................................................................................................................................................................18
3
Wirtschaftliche Situation in der Landwirtschaft ......................................................................................................... 20
3.1 Wirtschaftliche Entwicklung der Rechtsformen ................................................................................................................................. 21
3.2 Wirtschaftliche Entwicklung der Betriebsformen
.............................................................................................................................. 23
3.3 Ausgleichszahlungen und staatliche Zuwendungen .......................................................................................................................... 32
4
Förderung / Direktzahlungen .............................................................................................................................................................. 33
4.1 Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union ........................................................................................................................... 33
4.2 Nationale Agrarförderung – auf der Grundlage des Rahmenplanes
der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“
................................................... 43
5
Erzeugung und Vermarktung, Ernährungswirtschaft ............................................................................................ 45
5.1 Erzeugung und Vermarktung pflanzlicher Produkte ........................................................................................................................... 45
5.2 Erzeugung und Vermarktung tierischer Produkte ............................................................................................................................... 63
5.3 Ökologischer Landbau ................................................................................................................................................................................. 80
5.4 Fakten zur Entwicklung der sächsischen Ernährungswirtschaft ................................................................................................... 87
5.5 Absatzförderung ............................................................................................................................................................................................ 88
6
Aus-, Fort- und Weiterbildung ........................................................................................................................................................... 91
6.1 Berufsausbildung in der Land- und Hauswirtschaft .......................................................................................................................... 91
6.2 Berufliche Fortbildung in der Land- und Hauswirtschaft ................................................................................................................. 94
6.3 Begabten- und Berufsbildungsförderung .............................................................................................................................................. 95
6.4 Besondere Aktivitäten im Bildungsbereich........................................................................................................................................... 96
7
Landwirtschaft und Umwelt .............................................................................................................................................................. 98
7.1 Bodenschutz ................................................................................................................................................................................................... 98
7.2 Gewässerschutz in Trinkwassergewinnungsgebieten .................................................................................................................... 102
7.3 Umweltallianz Sachsen Land- und Forstwirtschaft ......................................................................................................................... 103
8
Ländliche Entwicklung ............................................................................................................................................................................ 104
8.1 Ganzheitliche Entwicklung des ländlichen Raumes ......................................................................................................................... 104
8.2 Integrierte ländliche Entwicklung ........................................................................................................................................................... 105
8.3 Bodenordnung und Landentwicklung................................................................................................................................................... 106
8.4 Ganzheitliche Dorfentwicklung ............................................................................................................................................................... 108
8.5 Ökologische Landschaftsgestaltung ..................................................................................................................................................... 109
8.6 Wasserwirtschaftliche und kulturbautechnische Maßnahmen sowie ländlicher Wegebau ............................................... 110
8.6 EU-Gemeinschaftsinitiative LEADER+ ................................................................................................................................................. 111
8.8 Landtourismus in Sachsen ........................................................................................................................................................................ 113
8.9 EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A, Teil: Ländliche Entwicklung .............................................................................. 114
3
INHALTSVERZEICHNIS

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Die Bruttowertschöpfung* der Land- und Forstwirtschaft,
Fischerei in Sachsen stieg seit 1991 tendenziell an. Ab 1998
schwankten die Werte hauptsächlich bedingt durch witte-
rungsabhängige Ertragsunterschiede. Im Jahr 2005 betrug die
Bruttowertschöpfung 785 Mio. EUR und lag damit deutlich
unter den Vorjahresergebnissen. Neben geringeren Produkti-
onsergebnissen (witterungsbedingt niedrigere Erträge als im
Vorjahr) und sinkenden Erzeugerpreisen führte vor allem der
durch die GAP-Reform bedingte Wegfall eines Großteils der
produktbezogenen Subventionen (Entkopplung) zu einem rein
rechnerisch bedingten Rückgang der Bruttowertschöpfung.
2004 waren noch 255 Mio. EUR der Produktsubventionen
wirksam, 2005 ging die Bruttowertschöpfung im Zuge der
Entkopplung um diesen Betrag zurück. Nichtproduktbezogene
Struktur der
sächsischen
Landwirtschaft
Die vielfältige Struktur der sächsischen Landwirtschaft zeichnet sich aus durch eine Reihe großer Betriebe in Form
juristischer Personen und einer Vielzahl kleiner strukturierter Einzelunternehmen im Haupt- und Nebenerwerb so-
wie durch in Personengesellschaften zusammengeschlossene Landwirte. Grundlagen für die nachfolgenden Aus-
wertungen zur Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe bilden die Daten zur Agrarförderung sowie Daten des
Statistischen Landesamtes. Differenzen zur amtlichen Statistik, zum Beispiel bei der Zahl der landwirtschaftlichen
Betriebe, ergeben sich aus kleinen Gartenbau-, Forst- und Dauerkulturbetrieben, die keinen Antrag auf Agrarförde-
rung stellen.
1
1.1
Volkswirtschaftliche Einordnung der Landwirtschaft
Bruttowertschöpfung
ist die erbrachte wirtschaftliche Leistung der einzelnen Wirtschafts-
bereiche bzw. der Volkswirtschaft insgesamt. Sie berechnet sich aus der Summe aller im Be-
richtszeitraum produzierten Waren und Dienstleistungen (Produktionswert) plus produktbezo-
gener Subventionen minus des Wertes der bei der Produktion verbrauchten Güter (Vorleistun-
gen) und eventueller Produktsteuern.
*
Quelle: Statistisches Landesamt
1200
1000
800
600
400
200
0
prozentualer
Anteil an BWS
SN insgesamt
1,8
1,7
1,6
1,4
1,5
1,6
1,6
1,6
1,4
1,4
1,6
1,3
1,1
1,3
1
Entwicklung der Brut-
towertschöpfung (BWS)
der Land- und Forst-
wirtschaft, Fischerei
in Sachsen in Mio. EUR
von 1991 bis 2005
1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005
Bruttowertschöpfung
››
4

Subventionen (entkoppelte Betriebsprämien) werden nur
noch bei Ermittlung der Nettowertschöpfung berücksichtigt.
Der Beitrag der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei an der
Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche in Sachsen
ging stetig zurück. Der Anteil schwankte zwischen 1,8 %
(1991) und 1,0 % (2005). Die Bruttowertschöpfung der
Landwirtschaft konnte trotz Ertrags- und Leistungssteige-
rungen nicht so schnell wachsen wie die der meisten anderen
Wirtschaftsbereiche. Eine wesentliche Ursache liegt in den
hohen, ständig steigenden Kosten für Vorleistungen (2005:
1,16 Mrd. EUR für produktionsbedingte Ausgaben, z. B. Dün-
gemittel, Pflanzenschutz, Futtermittel, Energie, Schmierstof-
fe, Landtechnik, Dienstleistungen) und den sinkenden Erzeu-
gerpreisen für die landwirtschaftlichen Produkte. Trotz des
geringen Beitrags zur Bruttowertschöpfung Sachsens von
77.480 Mio. EUR hat die Landwirtschaft als wichtiger Wirt-
schaftspartner für vor- und nachgelagerte Bereiche eine zu-
sätzliche wirtschaftliche Bedeutung.
Wird allein das Ernährungsgewerbe, als wichtigster nachge-
lagerter Bereich, in diese rechnerische Betrachtung einbe-
zogen, erreicht das s.g. Agribusiness in Summe eine Brutto-
wertschöpfung von 1,92 Mrd. EUR. Dies ist vergleichbar mit
dem sächsischen Fahrzeugbau oder der Metallerzeugung und
-bearbeitung.
Wirtschaftliche Bedeutung
ausgewählter Bereiche des
Agrarbusiness in Sachsen
2005
Quelle: LfL, Statistisches Landesamt
~ 94.000 Beschäftigte/Erwerbstätige
~ 1,0 Mrd.
Bruttolohn und -gehalt
~ 1,9 Mrd.
Bruttowertschöpfung
1)
~ 7,9 Mrd.
Umsatz
1)
Vorgelagerter Bereich
ausgewählte Bereiche, die der Landwirt-
schaft zugeordnet werden können
~ 3.000 Beschäftigte
~ 42 Mio.
Bruttolohn und -gehalt
~ 205 Mio.
Umsatz (ohne Tierärzte)
1) Nicht in alle Bereiche einbezogen
Land-und Forstwirtschaft; Fischerei
gesamter Wirtschaftsbereich
~ 42.800 Bewerbstätige
~ 528 Mio.
Bruttolohn und -gehalt*
~ 1.787 Mio.
Produktionswert (2004)**
~ 785 Mio.
Bruttowertschöpfung
*der Arbeitnehmer; **zu Erzeugerpreisen
Nachgelagerter Bereich
Handwerkliches Nahrungsmittelgewerbe
~ 24.000 Beschäftigte
~ 1.000 Mio.
Umsatz
Ernährungsgewerbe und Tabakverarbeitung
~ 24.200 Beschäftigte
~ 449 Mio.
Bruttolohn und -gehalt
~ 6.650 Mio.
Umsatz
~ 1.133 Mio.
Bruttowertschöpfung
Quelle: Statistisches Landesamt
29,0 %
Produzierendes Gewerbe
1,0%
Land-und Forstwirtschaft; Fischerei (785 Mio.
€)
16,2 %
Handel, Gastgewerbe und Verkehr
27,1 %
Finanzierung, Vermietung und
Unternehmensdienstleister
26,6 %
Öffentliche und private Dienstleister
Bruttowertschöpfung
nach Wirtschaftsberei-
chen 2005 in %
[77,48 Mrd. insgesamt
in Sachsen]
Quelle: Statistisches Landesamt
5
STRUKTUR DER SÄCHSISCHEN LANDWIRTSCHAFT

Der Anteil der sächsischen Wirtschaft an der Bruttowert-
schöpfung Deutschlands liegt bei 3,8 %. Der Beitrag der
sächsischen Land- und Forstwirtschaft an der bundeswei-
ten Bruttowertschöpfung dieses Wirtschaftsbereichs ist mit
4,8 % überdurchschnittlich.
Erwerbstätige in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
sind alle Personen, die
als Arbeitnehmer oder Selbständige sowie mithelfende Familienangehörige eine auf wirt-
schaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Dabei wird jede Person nur einmal mit ihrer
Haupterwerbstätigkeit erfasst. Die Erwerbstätigenzahlen nach Wirtschaftsbereichen werden
stets nach dem Arbeitsort nachgewiesen.
*
1
Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder, Ergebnisse der Revision 2005
Entwicklung der
Erwerbstätigkeit in der
Land- und Forstwirt-
schaft, Fischerei in
Sachsen
2005 wurden über die volkswirtschaftliche Gesamtrech-
nung 42.840 Erwerbstätige* erfasst. Das sind 2,3 % aller
Erwerbstätigen in Sachsen. Die Zahl der Beschäftigten in der
sächsischen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei ist in den
letzten 10 Jahren stetig zurückgegangen. Im Vergleich zum
Anteil der Bruttowertschöpfung besitzt die Land- und Forst-
wirtschaft eine relativ hohe Beschäftigungswirkung. Auch im
Verhältnis zu einigen in Sachsen sehr wichtigen Wirtschafts-
zweigen, z. B. dem Ernährungs- und Nahrungsmittelgewerbe
(48.200 Beschäftigte), dem Fahrzeugbau (28.800 Beschäf-
tigte), dem Maschinenbau (34.000 Beschäftigte) oder der Me-
tallerzeugung und -bearbeitung als stärkstem Zweig des „Ver-
arbeitenden Gewerbes“ (37.900 Beschäftigte) wird die hohe
Beschäftigungswirkung deutlich.
Gemessen an der Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen
hat der Agrarsektor in Sachsen seine Produktivität** in den
letzten 10 Jahren um 60 % gesteigert. Eine Entwicklung, die
mit Ausnahme des „Produzierenden Gewerbes“ kein ande-
rer Wirtschaftsbereich erreicht hat. Im Vergleich zur säch-
sischen Land- und Forstwirtschaft stieg die Arbeitsproduk-
tivität der sächsischen Wirtschaft insgesamt nur um 24 %.
Die gesamtdeutsche Land- und Forstwirtschaft steigerte ihre
Arbeitsproduktivität im gleichen Zeitraum um 40 %.
Die Produktivität
bezeichnet
das Verhältnis Bruttowertschöp-
fung zu konstanten Preisen – zur-
zeit Preisbasisjahr 2000 – zur
Anzahl der Erwerbstätigen.
**
120
100
80
60
40
20
0
1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005
106,7 72,4
60,5
58,5
63,4
59,0
58,3
54,3
54,4
52,9
50,0
47,6
46,7
45,7
42,8
101,2 65,7
52,6
51,3
55,5
52,4
52,1
48,0
48,3
46,8
43,8
41,2
40,3
39,5
36,7
Erwerbs-
tätige
dar.
Arbeit-
nehmer
Quelle: Statistisches Landesamt
Erwerbstätige nach
Wirtschaftsbereichen
2005 in % (1,885 Mio.
insgesamt in Sachsen)
26,8 %
2,3%
23,0 %
15,7 %
32,3 %
Produzierendes Gewerbe
Forstwirtschaft; Fischerei (42.840)
Handel, Gastgewerbe und Verkehr
Finanzierung, Vermietung und
Unternehmensdienstleister
Öffentliche und private Dienstleister
Land- und
Erwerbstätigkeit
››
Produktivität
››
6

image
Rechts- und Erwerbsformen
››
Sächsische Landwirtschaftsbetriebe zeichnen sich durch
unterschiedliche Rechtsformen aus. Neben Kapitalgesell-
schaften, Genossenschaften und Personengesellschaften
als stärkste Flächennutzer prägen zahlenmäßig insbesonde-
re Einzelunternehmen in der Erwerbsform eines Haupt- oder
Nebenerwerbsbetriebes das Bild.
Insgesamt ist die Produktivität im Wirtschaftsbereich Land-
und Forstwirtschaft, Fischerei jedoch niedriger als in allen
anderen Wirtschaftsbereichen. Wurde im Durchschnitt aller
Wirtschaftsbereiche 2005 in Sachsen eine Bruttowertschöp-
fung von 41.102 EUR je Erwerbstätigen erwirtschaftet, so
erreichte die Land- und Forstwirtschaft nur 40 % dieses Wer-
tes. Hauptursache ist die relativ hohe Erwerbstätigenquote
im Verhältnis zur niedrigen Bruttowertschöpfung.
STRUKTUR DER SÄCHSISCHEN LANDWIRTSCHAFT
Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder, 2005
Wirtschaftsbereiche)
Sachsen
2004
2005
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
21.965
18.331
Ø aller Wirtschaftsbereiche
40.570
41.102
Bruttowertschöpfung
je Erwerbstätigen in
jeweiligen Preisen
(EUR/Jahr)
1.2
Die landwirtschaftlichen Betriebe nach Rechts- und Betriebsformen
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen, 2006
Produktivität (preisbe-
reinigt) in Sachsen nach
Wirtschaftsbereichen
(Kettenindex 2000 = 100)
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
0
20
40
60
80
100
120
140
160
108,8
111,1
115,2
142,9
137,2
113,3
141,5
128,1
116,5
107,6
110,5
109,5
116,8
113,8
107,1
108,2
112,4
109,5
107,0
106,3
103,9
116,0
105,4
97,7
103,3
100
100
100
100
100
98,5
103,4
94,5
103,3
100,5
96,8
100,1
90,7
101,5
95,3
96,1
99,2
85,7
103,7
96,1
94,4
92,8
78,2
108,7
99,0
91,3
82,1
71,3
105,5
98,2
Insgesamt
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe
Baugewerbe
Handel, Gastgewerbe und Verkehr
7

image
Betriebsformen
››
Nach der EU-Betriebssystematik* ist die größte Anzahl der Un-
ternehmen den Betriebsformen Futterbau (37 %) und Ackerbau
(27 %) zuzuordnen. Eine weitere starke Betriebsform ist mit
24 % die Gruppe der Verbundbetriebe. Bei den Verbundbetrie-
ben überwiegen in der Regel zwar Ackerbau und Milchviehhal-
tung, erreichen aber jeweils nicht die zur Einstufung als Spezi-
albetrieb erforderlichen zwei Drittel des Standarddeckungsbei-
trages des Gesamtbetriebes. Juristische Personen wirtschaften
mit 36 % vor allem in der Form von Verbundbetrieben. Perso-
nengesellschaften dominieren als Ackerbaubetriebe. Einzelun-
ternehmen im Haupterwerb sind mit einem Anteil von jeweils
35 % im Acker- und Futterbau gleich stark ausgerichtet.
EU-Betriebssystematik:
Klassifizierung der Betriebe über den Anteil der einzelnen
Produktionszweige am Gesamteinkommen des Betriebes insgesamt. Für die Einstufung als
spezialisierter Betrieb (z.B. Ackerbau-, Futterbau-, Veredlungsbetrieb) ist ein 2/3-Anteil not-
wendig. Wird von keinem Produktionszweig mehr als 2/3 des Standarddeckungsbeitrages
erwirtschaftet, erfolgt die Zuordnung als Verbundbetrieb.
*
Betriebe nach Rechts-
und Erwerbsformen
Unternehmen
Anzahl
%-Anteil
2003
2004
2005
2006
2006
Juristische Personen
591
593
657
637
9,0
davon
eingetragene Gesellschaft
222
218
214
212
3,0
GmbH
256
262
267
264
3,7
GmbH & Co. KG
43
42
44
48
0,7
Aktiengesellschaften
9
9
12
11
0,2
eingetragene Vereine
45
45
69
63
0,9
Kirchen und Kirchenverbände
4
4
5
4
0,1
Gebietskörperschaften
7
7
39
27
0,4
sonstige juristische Personen (Staatsgut,
Versuchsgut, Gut im Eigentum der Kommune,
Zweckverbände)
5
6
7
8
0,1
Natürliche Person
5.973
6.297
6.777
6.480
91,0
davon Personengesellschaften
394
393
406
386
5,4
darunter GbR
379
379
388
367
5,2
darunter OHG, KG
15
14
18
19
0,3
davon Einzelunternehmen
5.579
5.904
6.371
6.094
85,6
darunter im Haupterwerb
1.763
1.792
1.917
1.875
26,3
darunter im Nebenerwerb
3.816
4.112
4.454
4.219
59,3
Summe aller Betriebe
6.564
6.890
7.434
7.117
100
Summe aller statistisch erfassten Betriebe
1)
8.132
k.A.
7.820
k.A.
---
Quelle: LfL, Agrarförderung,
1)
Statistisches Landesamt
Mit 7.117 Betrieben wurden 317 landwirtschaftliche Unter-
nehmen weniger als im Vorjahr, jedoch immer noch 227 Be-
triebe mehr als 2004 erfasst. Die erhöhten Betriebszahlen
gegenüber 2004 resultieren aus der GAP-Agrarreform, da
seit 2005 die Grünlandflächen in die Direktzahlungen einbe-
zogen werden. Folglich gab es 2005 mit 125 bzw. 342 einen
starken Zuwachs bei den Haupt- und Nebenerwerbslandwir-
ten. Die Zahl der juristischen Personen stieg um 64 Unter-
nehmen. Ursachen sind eine größere Anzahl an Gebietskör-
perschaften und eingetragene Vereine, die 2005 erstmals
Anträge auf Agrarförderung stellten. 2006 sank die Zahl der
erfassten landwirtschaftlichen Unternehmen in allen Rechts-
formen wieder, bei den Personengesellschaften sogar unter
das Niveau von 2004.
1
8

image
Landwirtschaftliche
Betriebe 2006 nach
Rechts- und Betriebs-
formen
Betriebsform
Rechts- und Erwerbsformen
Juristische
Personen
Personen-
gesellschaften
Haupterwerbs-
betriebe
Nebenerwerbs-
betriebe
alle Rechts-
formen
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
%
Ackerbaubetriebe
123
19
160
41
650
35
985
23
1.918
27
Futterbaubetriebe
170
27
121
31
657
35
1.703
40
2.651
37
Verbundbetriebe
230
36
71
18
376
20
1.024
24
1.701
24
Veredlungsbetriebe
14
2
5
1
21
1
49
1
89
1
Schäfereibetriebe
7
1
4
1
78
4
243
6
332
5
Dauerkulturbetriebe
21
3
7
2
28
1
12
0
68
1
Gartenbaubetriebe
9
1
8
2
52
3
8
0
77
1
Nicht landwirtschaftliche
Primärproduzenten
63
10
10
3
13
1
195
5
281
4
alle Betriebsformen
637
100
386
100
1.875
100
4.219
100
7.117
100
Quelle: LfL, Agrarförderung 2006
In den letzten Jahren ist eine Zunahme der Futterbaubetriebe
zu Lasten der Ackerbaubetriebe zu verzeichnen. Die Ursa-
chen sind jedoch nicht in einem Strukturwandel zu suchen,
sondern im überproportionalen Wegfall der produktbezo-
genen Direktzahlungen im Bereich des Ackerbaus. Hierdurch
kommt es im Rahmen der GAP-Reform neben der schon er-
wähnten Zunahme von grünlandbewirtschafteten Betrieben
zur Neuzuordnung von Betrieben anhand jetzt verringerter
Standarddeckungsbeträge des Ackerbaus. Die Folge ist eine
stärkere Wichtung der tierhaltungsbedingten Standardde-
ckungsbeiträge in der Betriebszuordnung.
Die Betriebsgröße als ein wichtiges strukturelles Beurtei-
lungskriterium lag 2006 bei 128 ha. In den Haupt- und Ne-
benerwerbsbetrieben lag die mittlere Betriebsgröße 2006
mit 110 und 14 ha wieder bei den Werten von 2004. Die
juristischen Personen und Personengesellschaften erreich-
ten mit mittleren Größen von 846 und 274 ha je Betrieb
etwas höhere Werte als 2005. Innerhalb der natürlichen
Personen war in den letzten beiden Jahren vor allem eine
Zunahme kleinerer Betriebe (GAP-Reform), aber auch ein
Wachsen der größeren Betriebe (ab 100 ha) zu verzeichnen.
Bei den neu hinzugekommenen juristischen Personen han-
delt es sich ebenfalls um kleinere Betriebe. Die Zahl der grö-
ßeren blieb relativ konstant.
Anteil der Betriebe
nach Betriebsformen
und -typen in %
Quelle: LfL, Agrarförderung 2006
2003
2004
2005
2006
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
30,0
33,9
25,7
10,4
29,2
35,4
24,5
11,0
27,4
36,0
24,0
12,7
27,0
37,3
22,9
12,9
Ackerbaubetriebe
Futterbaubetriebe
Verbundbetriebe
sonstige Betriebsformen
Betriebsgröße
››
9
STRUKTUR DER SÄCHSISCHEN LANDWIRTSCHAFT

image
1
Anzahl und Anteil der
Betriebe nach Größen-
klassen der Flächen-
ausstattung
2004
2005
2006
Anzahl
Anteil in %
Anzahl
Anteil in %
Anzahl
Anteil in %
Juristische Personen
593
100
657
100
637
100
ohne LF
6
1,0
< 3
< 3
unter 500 ha
218
36,8
293
44,6
273
42,9
500 bis 1.000 ha
140
23,6
136
20,7
133
20,9
1.000 bis 3.000 ha
217
36,6
214
32,6
217
34,1
3.000 ha und mehr
12
2,0
13
2,0
13
2,0
Natürliche Personen
6.297
100
6.777
100
6.480
100
ohne LF
59
0,9
27
0,4
20
0,3
unter 10 ha
2.553
40,5
2.944
43,4
2.751
42,5
10 bis 50 ha
2.105
33,4
2.197
32,4
2.130
32,9
50 bis 100 ha
632
10,0
619
9,1
597
9,2
100 bis 200 ha
510
8,1
530
7,8
532
8,2
> 200 ha
438
7,0
460
6,8
450
6,9
Quelle: LfL, Agrarförderung
Betriebsgröße
landwirtschaftlicher
Unternehmen (ha je
Betrieb)
Betriebsform
Rechts- und Erwerbsformen
Juristische
Personen
Personen-
gesellschaften
Haupterwerbs-
betriebe
Nebenerwerbs-
betriebe
alle Rechts-
formen
2005
2006
2005
2006
2005
2006
2005
2006
2005
2006
Ackerbaubetriebe
988
1.031
340
361
175
183
25
26
155
171
Futterbaubetriebe
608
672
169
184
61
62
9
10
64
73
Verbundbetriebe
1.275
1.261
366
315
106
102
11
12
228
213
sonstige Betriebsformen
63
71
81
95
45
46
6
6
26
28
alle Betriebsformen
822
846
271
274
108
110
13
14
123
128
Quelle: LfL, Agrarförderung
Die Inanspruchnahme der landwirtschaftlich genutzten Flä-
che durch Betriebe juristischer Personen ist in den letzten
15 Jahren von über 80 % auf 59 % zurückgegangen. Dabei
stieg der Anteil der Gesellschaften mit beschränkter Haftung
(GmbH) auf rund 20 % leicht an. Eingetragene Genossen-
schaften (eG) gibt es nur noch 32 % (früher 45 %). Die Flä-
cheninanspruchnahme der Einzelunternehmen im Haupt- und
Nebenerwerb stieg auf rund 29 % an, die der Personenge-
sellschaften blieb relativ konstant bei 6 %.
1.3
Flächenverteilung
Quelle: LfL, Agrarförderung
Entwicklung der
Flächennutzungsanteile
der Rechtsformen an der
LF in %
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
1991
1992
1993
1995
1997
1999
2001
2003
2005
2006
NE
darunter HE
Einzelunternehmen
Personengesellschaft
Natürliche Personen
GmbH
darunter e.G.
Juristische Personen
83
73
67
64
62
61,2
61,2
60,5
59,0
59,3
17
14
3
27
22
5
18
4
45
18
40
17
38
37
35,6
35,3
33,9
31,7
31,7
16
17
17,5
18,4
19,6
19,8
20,2
33
36
38
38,8
38,8
39,5
41,0
40,7
24
25
26
26,5
26,8
27,3
29
29,1
8
12
12
12,4
12,0
12,3
12,0
11,6
18,5
19
20
20,8
21,1
21,5
22,6
22,8
5
6
6
5,7
5,7
5,8
6,5
6,3
10

image
Nach Betriebsformen betrachtet sind die durch juristische
Personen dominierten Verbundbetriebe mit 40 % der LF die
größten Flächennutzer. Zweitgrößte Flächennutzer sind mit
36 % die Ackerbaubetriebe bei einem Zuwachs von 2 %.
Bei Personengesellschaften und Haupterwerbsbetrieben
werden jeweils über 50 % der LF durch Ackerbaubetriebe
bewirtschaftet. Ebenfalls 2 % mehr an Fläche werden in der
Bewirtschaftung durch Futterbaubetriebe (21 % der LF) aus-
gewiesen. Hauptursache der Veränderungen ist auch hier der
zuvor schon beschriebene Einfluss der entkoppelten Direkt-
zahlung auf die Zuordnung der Betriebsform nach der EU-Be-
triebssystematik.
Entwicklung der
Flächenverteilung nach
Rechts- und Betriebs-
formen (LF in %)
2003
2004
2005
2006
Juristische Personen
100
100
100
100
Ackerbaubetriebe
24,5
23,5
21,8
23,5
Futterbaubetriebe
16,5
17,6
17,4
21,2
Verbundbetriebe
57,5
57,8
59,2
53,8
sonstige Betriebsformen
1,5
1,2
1,6
1,5
Personengesellschaften
100
100
100
100
Ackerbaubetriebe
52,3
49,5
49,2
54,7
Futterbaubetriebe
17,9
18,6
18,3
21,0
Verbundbetriebe
26,1
28,8
29,6
21,2
sonstige Betriebsformen
3,7
3,0
2,9
3,1
Haupterwerbsbetriebe
100
100
100
100
Ackerbaubetriebe
58,0
59,2
55,8
57,5
Futterbaubetriebe
19,6
19,1
18,9
19,7
Verbundbetriebe
17,9
17,0
20,5
18,6
sonstige Betriebsformen
4,6
4,7
4,7
4,3
Quelle: LfL, Agrarförderung
s
Flächenverteilung nach
Betriebsformen und
-typen in Sachsen
Quelle: LfL, Agrarförderung 2006
36 %
25%
21 %
15 %
40 %
Ackerbaubetriebe
davon Getreidebaubetriebe
Futterbaubetriebe
davon Milchviehbetriebe
Verbundbetriebe
31 %
davon Milchviehverbundbetriebe
3 %
sonstige Betriebsformen
11
STRUKTUR DER SÄCHSISCHEN LANDWIRTSCHAFT

1
Flächenverteilung nach
Rechts- und Betriebs-
formen
Quelle: LfL, Agrarförderung 2006
Der Getreideanbau liegt mit einem Anteil von 55,7 % der
Ackerfläche leicht unter dem Vorjahresniveau. Durch die wei-
ter gestiegene Nachfrage nahm der Ölfruchtanteil (einschl.
Raps auf Stilllegungsflächen) analog 2005 weiter zu und liegt
2006 bei 18,5 %. Der Futterpflanzenanbau nimmt 14,8 %
der Ackerfläche ein. Bedingt durch einen 16%igen Rückgang
der Zuckerrübenfläche war der Hackfruchtanbau 2006 wei-
ter rückläufig (2,9 % der Ackerfläche). Die Anbauflächen von
Hülsenfrüchten sowie von Gemüse und anderen Gartenge-
wächsen sanken leicht. Ausführliche Informationen zur Bo-
dennutzung sind im Kapitel 5.1 Erzeugung und Vermarktung
pflanzlicher Produkte zu finden.
1.4
Bodennutzung
Druschfrüchte:
Kulturpflanzen, deren Körner
durch Dreschen aus den Ähren des Getreides
bzw. aus den Schoten der Hülsenfrüchte gewon-
nen werden. Zu den Druschfrüchten gehören Ge-
treide (z. B. Weizen, Roggen), Leguminosen (z. B.
Erbsen) und Ölfrüchte (z. B. Raps).
*
Hackfrüchte
: Kulturpflanzen, die während
des Wachstums mehrmaliges Hacken brau-
chen, damit der Boden nicht verkrustet und
die Unkrautentwicklung in Grenzen gehalten
wird. Zu den Hackfrüchten zählen vor allem
Kartoffeln, Zucker- und Futterrüben.
Nutzung der landwirt-
schaftlichen Fläche
2006
Fläche in
1.000 ha
Flächennutzung in
% zur LF
% zur AF
Getreide einschl. Körnermais
401,61
44,1
55,7
Hülsenfrüchte
15,35
1,7
2,1
Ölfrüchte
133,31
14,6
18,5
Druschfrüchte*
550,27
60,4
76,3
Hackfrüchte**
21,15
2,3
2,9
Futterpflanzen
106,94
11,7
14,8
Gemüse und sonst. Gartengewächse
5,34
0,6
0,7
Stilllegungsfläche
28,29
3,1
3,9
Obstanlagen (ohne Erdbeeren)
4,44
0,5
x
Baumschulen
0,55
0,1
x
Rebland
0,28
0,0
x
Dauergrünland
183,81
20,2
x
Haus- u. Nutzgärten
0,04
0,0
x
Korbweiden, Pappelanlagen u. Weihnachtsbaumkulturen
außerhalb des Waldes
0,52
0,1
x
Ackerfläche (AF)
721,17
79,2
landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF)
910,82
Quelle: Statistisches Landesamt
**
44%
24%
55%
57%
21%
21%
20%
54%
21%
19%
6%
3%
4%
1%
29%
0
100.000
200.000
300.000
400.000
500.000
600.000
Nebenerwerbs-
betriebe
Haupterwerbs-
betriebe
Personen-
gesellschaften
Juristische
Personen
sonstige Betriebsformen
Verbund
Futterbau
Ackerbau
12

image
Die sächsischen Landwirte hielten 2006 rund 484.000 Rin-
der und 632.000 Schweine. In der Rinderhaltung setzte sich
auch 2006 der seit Jahren anhaltende Bestandsabbau um
2,7 % zum Vorjahr fort. Die Milchkuhbestände gingen be-
dingt durch die weiter steigende Milchleistung einerseits und
die begrenzende Wirkung der EU-Milchquote andererseits
um 2,9 % zurück. Die Schweinebestände blieben auf dem
Niveau von 2005. Unterschiedliche Tendenzen gab es bei der
Zahl der Mast- (+ 7,6 %) sowie der Zuchtschweine (- 3,7 %).
Die Tierhaltung Sachsens erfolgt hauptsächlich in Großbe-
trieben. Zwei Drittel des Viehbestandes werden in Betrieben
juristischer Personen gehalten. Hinzu kommen rund 18 % in
Haupterwerbsbetrieben, 9 % in Personengesellschaften und
7 % in Nebenerwerbsbetrieben. 45 % der Tiere stehen dabei
in Verbundbetrieben, 42 % in Futterbaubetrieben. Der Tier-
besatz liegt in Verbundbetrieben bei 56 GVE/100 ha, in Fut-
terbaubetrieben bei 100 GVE/100 ha.
1.5
Tierbestände
2005 arbeiteten in den landwirtschaftlichen Betrieben Sach-
sens 41.860 Personen (einschließlich Nebenerwerbsland-
wirte und Saisonkräfte). Das sind 2,1 % weniger als 2003.
Der Arbeitskräfterückgang in sächsischen Landwirtschafts-
betrieben begründet sich aus der weiteren Rationalisierung.
Die ständigen familienfremden Arbeitskräfte* und die Vollbe-
schäftigung ging in der Folge zurück. Die Zahl der Familien-
arbeitskräfte sowie der dort vollbeschäftigten Personen hat
sich dagegen weniger verändert.
1.6
Arbeitskräftesituation
Ständige Arbeitskräfte
sind Personen, die in einem unbefristeten oder auf mindestens 3
Monate abgeschlossenen Arbeitsverhältnis zum Betrieb stehen.
*
Entwicklung der
Tierbestände seit 1989
(Anzahl in 1.000 Stück)
Quelle: Statistisches Landesamt
0
500
1000
1500
2000
1989
1990
1991
1993
1995
1997
1999
2001
2003
2005
2006
1.262
459
174
1.109
405
138
719
256
63
615
246
57
644
618
568
220
55
535
208
54
512
204
53
497
197
51
484
191
51
1.978
1.494
789
682
563
247
49
582
250
52
633
635
640
632
632
Rinder
darunter Milchkühe
Schweine
darunter Sauen (trächtig)
13
STRUKTUR DER SÄCHSISCHEN LANDWIRTSCHAFT

image
1
29 % aller Beschäftigten waren 2005 ständige Familienar-
beitskräfte, 49 % waren ständige familienfremde Arbeits-
kräfte, 22 % nichtständige Arbeitskräfte bzw. Saisonkräfte.
Von den 32.460 ständig Beschäftigten arbeiteten rund 43 %
in juristischen Personen, 12 % in Personengesellschaften
und 45 % in Einzelunternehmen. In den Einzelunternehmen
ist etwa die Hälfte im Nebenerwerb tätig. Bei den Haupter-
werbsbetrieben setzt sich die ständige Beschäftigung aus
zwei Dritteln Familienarbeitskräfte (4.740 Personen) und
reichlich einem Drittel ständige familienfremde Arbeitskräfte
(2.590 Personen) zusammen.
Auch der durchschnittliche Arbeitskräftebesatz sank in allen Be-
trieben leicht. Er lag 2006 bei 2,28 Arbeitskräften/100 ha LF.
Zwischen den Betriebsformen gibt es aber größere Unter-
schiede. So wirtschaften Ackerbaubetriebe mit durchschnitt-
lich 1,16 Arbeitskräften/100 ha. Die arbeitsintensiveren Futter-
baubetriebe benötigen hingegen 3,18 Arbeitskräfte/100 ha.
Verbundbetriebe liegen mit durchschnittlich 2,39 Arbeitskräf-
ten erwartungsgemäß dazwischen.
Arbeitskräfte und
Arbeitsleistung in den
landwirtschaftlichen
Betrieben Sachsens
Mit betrieblichen Arbeiten beschäftigte
Personen insgesamt
dar. vollbeschäftigte
Personen
AK-Einheiten
2001
2003
2005
2001
2003
2005
2001
2003
2005
Familienarbeitskräfte*)
11.539
12.614
11.941
2.730
3.108
3.107
4.880
5.269
5.173
ständige familienfremde Arbeitskräfte
21.034
21.091
20.518
18.115
16.738
16.441
19.755
19.090
18.538
nichtständige familienfremde Arbeitskräfte
9.141
9.040
9.400
x
x
x
1.282
1.317
1.494
insgesamt
41.714
42.745
41.859
20.845
19.847
19.547
25.917
25.676
25.205
*) ohne Familienangehörige, die nur im Haushalt des Betriebsinhabers arbeiten
Quelle: Statistisches Landesamt 2005
Arbeitskräfte in
landwirtschaftlichen
Betrieben des Freistaa-
tes Sachsen 2005 nach
Rechtsformen
Quelle: Statistisches Landesamt
* einschl. Familienarbeitskräfte in Einzelunternehmen
Insgesamt
Juristische Personen
Personengesellschaften
dav. Nebenerwerbsbetriebe
dav. Haupterwerbsbetriebe
Einzelunternehmen
Zusammen
davon ständig
beschäftigt*
davon nicht ständig
beschäftigt
41.860
18.690
17.020
6.150
7,640
9.380
32.460
13.980
14.650
3.830
7.320
7.330
9.400
4.710
2.370
2.320
320
2.050
14

image
Arbeitskräftebesatz
nach Rechts- und Be-
triebsformen (AK/100
ha LF)
Rechtsform
Juristische
Personen
Personen-
gesellschaften
Haupterwerbs-
betriebe
alle
Rechtsformen
Betriebsform
2005
2006
2005
2006
2005
2006
2005
2006
Betriebe gesamt
2,54
2,43
1,62
1,50
1,94
1,89
2,36
2,28
Ackerbaubetriebe
1,31
1,27
0,96
0,89
1,04
1,01
1,20
1,16
Futterbaubetriebe
3,33
3,14
2,55
2,19
3,05
3,02
3,34
3,18
Verbundbetriebe
2,43
2,39
1,52
1,57
2,12
2,21
2,39
2,39
Veredlungsbetriebe
11,05
9,17
2,49
2,74
6,67
6,05
8,38
6,82
Dauerkulturbetriebe
8,27
7,54
8,39
7,57
13,79
16,38
9,34
8,91
Quelle: LfL, Agrarförderung
Ein besonderes Problem ist der Überalterungsprozess in den
landwirtschaftlichen Betrieben. Der Anteil der unter 35-Jäh-
rigen sank von 30 % (1995) auf 24 % im Jahr 2003. Dagegen
stieg der Anteil der über 60-Jährigen im gleichen Zeitraum
von 9 % auf 13 % an. Das sind über 4.100 Beschäftigte, die
in den nächsten Jahren altersbedingt ausscheiden.
Die landwirtschaftlichen Unternehmen treten dem Problem
eines drohenden Nachwuchs- und Fachkräftemangels entge-
gen und erhöhen ihre Ausbildungsbereitschaft. Die Zahl der
neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge stieg von 1.481 im
Jahr 2004 auf 1.512 im Jahr 2005. Weitere Ausführungen dazu
sind unter Punkt 6. Aus-, Fort- und Weiterbildung zu finden.
Altersstruktur der
ständigen Arbeitskräfte
in sächsischen Land-
wirtschaftsbetrieben
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen 2005
0%
10%
20%
30%
15 – 20
20 – 25
25 – 35
35 – 45
45 – 55
55 – 60
60 – 65
über 65
Jahre
2003
1995
5
4
6
6
13
20
26
25
29
25
9
11
7
5
6
4
15
STRUKTUR DER SÄCHSISCHEN LANDWIRTSCHAFT

image
Grundstück- und
Landpachtverkehr
2
Auf Grund des strukturell bedingten hohen Anteils an Pachtflächen von 83 % hat die Entwicklung der Kauf- und
Pachtpreise für die Landwirtschaftsbetriebe nach wie vor eine besondere Bedeutung. Deshalb wurde die Auswer-
tung der bei den Ämtern für Landwirtschaft vorliegenden Daten für den Grundstück- und Landpachtverkehr auch in
den Jahren 2005 und 2006 fortgeführt.
Im Jahr 2006 wurden in Sachsen insgesamt ca. 7.259 ha LF
(2005: 7.555 ha) veräußert. Veräußerungen wurden, wie in
den Vorjahren, maßgeblich durch die Aktivitäten der Boden-
verwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) bestimmt.
Diese umfassen ca. 2.521 ha LF (2005: 2.184 ha). Da diese
Verkäufe jedoch größtenteils zu vergünstigten Konditionen
(Beihilfeintensität 35 % des Verkehrswerts) nach dem Ent-
schädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz (EALG) er-
folgten und damit nicht direkt im Zusammenhang mit der
allgemeinen Preisgestaltung auf dem landwirtschaftlichen
Grundstücksmarkt stehen, wurde auch in diesjährigem Be-
richt in der weitergehenden Betrachtung auf eine Einbezie-
hung von BVVG-Veräußerungen verzichtet.
Neben dem BVVG-Geschäft wurden im Jahr 2006 in Sach-
sen noch ca. 4.738 ha LF (2005: 5.372 ha) mit einer Flächen-
größe von über 0,5 ha veräußert – ca. 12 % weniger als im
Vorjahr. Die zwischenzeitlich im Zuge der GAP-Reform er-
folgten Flächenzukäufe der Agrarbetriebe zur Sicherung von
Zahlungsansprüchen in 2004/2005 sind wieder auf ein durch-
schnittliches Kauflevel der Vorjahre zurückgefallen.
Mit dem Nachfragerückgang ist auch das Kaufpreisniveau im
Jahr 2006 nach zwischenzeitlichen Spitzenwerten in 2005
wieder gefallen und orientiert sich auf dem durchschnitt-
lichen Niveau der Jahre 2003/2004. Offensichtlich ist ein
tendenziell zunehmendes Angebot am Bodenmarkt, nicht
zuletzt auch durch die seit 2004 angewandten neuen so
2.1
Grundstückverkehr
Pachtverhältnisse von
landwirtschaftlichen
Betrieben 2005
Quelle: SMUL, LfL FB 2
0
200
400
600
800
1000
Pachtfläche in %
Ø Pachtfläche in ha
Juristische
Personen
Personen-
gesellschaften
darunter
Haupterwerb
Einzel-
unternehmen
Insgesamt
83
161
67,5
44
70,3
85
84,3
324
89,9
851
16

image
genannten Flexibilisierungsregelungen* am BVVG-Boden-
markt, der weiterhin angespannten Liquiditätslage und der
damit verbundenen Investitionszurückhaltung. Hinzu kommt
die neue wirtschaftliche Situation mit der EU-Agrarreform,
deren langfristige Auswirkungen erst jetzt klarer erkennbar
sind, sowie die mit der endgültigen Altschuldenregelung
(Ablösungs- und Nachbesserungsangebote) einhergehenden
schwierigeren Entscheidungslage für einen Großteil von
Agrarunternehmen.
1998
1999
2000
2001*
2002*
2003*
2004*
2005*
2006*
0
1.000
2.000
3.000
4.000
6.000
5.000
Chemnitz
* ohne BVVG-Veräußerungen
Regierungsbezirk
Leipzig
Dresden
Sachsen
2.817
3.561
3.003
3.238
3.442
4.579
3.544
3.943
3.792
4.799
3.831
4.279
3.643
5.068
3.582
4.122
4.205
5.277
3.600
4.395
3.557
4.789
3.488
3.898
3.074
4.361
3.120
3.524
3.757
4.904
3.329
4.017
3.639
4.663
3.127
3.786
Veräußerungen von LF
(Ø Kaufpreis EUR/ha)
Quelle: SMUL, LfL FB 2
Flexibilisierungsregelung
beinhaltet u. a. die begrenzte jährliche Ausschreibung nicht für
den EALG-Erwerb von dem Pächter benötigten BVVG-Flächen zur Verpachtung bzw. Verkauf
zum Höchstgebot für 2004 – 2006. Diese Regelungen werden in einem neuen Privatisierungs-
konzept ab 2007 fortgeschrieben (
www.bvvg.de
).
*
Veräußerung von LF
in 2006 nach Amts-
bezirken (ohne BVVG)
Amt für Landwirtschaft
Ø Kaufpreis in
/ha
Bodenpunkte je Amt gewichtet
Ø Preis pro BP in
/ha
Plauen
3.547
32
111
Zwickau
4.694
44
107
Zwönitz
3.244
30
108
Zug
2.274
39
58
Mittweida *
3.543
52
68
Mockrehna
4.269
48
89
Rötha
5.982
59
101
Wurzen *
4.381
54
81
Döbeln
4.562
62
74
Großenhain
3.658
51
72
Pirna
3.310
42
79
Kamenz *
2.696
37
73
Niesky
2.568
39
66
Löbau
3.024
47
64
Sachsen
3.786
46
83
* AfL - Außenstelle
Quelle: SMUL, LfL FB 2
17
GRUNDSTÜCK- UND LANDPACHTVERKEHR

2
Nach den bei den Ämtern für Landwirtschaft angezeigten
Pachtverträgen sind Ende 2006 im Freistaat Sachsen insge-
samt 750.071 ha LF verpachtet. Damit ist erneut ein leichter
Rückgang von 1,6 % der verpachteten Flächen gegenüber
dem Vorjahr festzustellen. Ursachen sind die weiteren nicht
vollkommen vermeidbaren Umwidmungen landwirtschaft-
licher Flächen zu nichtlandwirtschaftlichen Zwecken sowie
der steigende Eigentumsanteil durch Flächenzukauf (z. B.
BVVG-Flächenprivatisierung). Aber auch eine stärkere Eigen-
nutzung des Bodens durch den zwischenzeitlichen Einstieg
von Bodeneigentümern als Verpächter in die Nebenerwerbs-
landwirtschaft (Sicherung von Zahlungsansprüchen aus der
GAP-Reform) wird deutlich.
Die durchschnittlichen Pachtpreise konnten das im Vorjahr
erreichte Niveau (111 EUR/ha) mit 110 EUR/ha fast wieder
erreichen. Es war der dritthöchste Wert der letzten neun Jah-
re. Bei der Neupacht von Ackerland wurde mit 124 EUR/ha
im Landesdurchschnitt ein nur um 3 % geringerer Pacht-
zins als im Vorjahr vereinbart. Die Pachtpreise für Grünland
stiegen weiter an und erreichten mit vorerst 55 EUR/ha das
höchste Niveau seit 1998. Die langfristige Sicherung der Prä-
mienrechte nach der EU-Agrarreform über Flächennutzungs-
rechte sowie der Anstieg der Werte der Grünlandzahlungs-
ansprüche bis 2013 lässt einen weiteren Pachtpreisanstieg
insbesondere für neue Grünlandpachtverträge erwarten.
2.2 Landpachtverkehr
Beim Vergleich der Kaufpreise bezogen auf den natürlichen
Ertragswert der Böden fällt auf, dass in den Amtsbereichen
Zwickau, Zwönitz und Plauen mit 107 bis 111 EUR/BP wie-
derum die höchsten Werte erzielt wurden. In den Amtsbe-
reichen Löbau und Niesky lag der Wert trotz zum Teil besse-
rer Bodenqualitäten nur bei 64 bzw. 66 EUR/BP. Der Durch-
schnittswert für Sachsen liegt mit 83 EUR/BP rund 4,0 %
unter dem Vorjahreswert.
Der absolute Kaufpreis pro Hektar erhöht sich mit steigender
Bodengüte. Die höchsten Bodenpreise wurden folglich auch
in 2006 mit über 4.500 bis fast 6.000 EUR/ha in den Amts-
bereichen Döbeln und Rötha nach wie vor auf den besseren
Böden erzielt. Der höchste Preisanstieg von 4.741 EUR/ha
(2005) auf 5.982 EUR/ha (2006) ist im so genannten „Speck-
gürtel“ um Leipzig zu verzeichnen. Dies entspricht einer
Kaufpreissteigerung von 26,2 %.
*
Neuverpachtungen und Vertragsänderungen
** Jeweils nur von den Verträgen, mit denen ausschließlich Ackerland oder Grünland verpachtet wurde.
*** Der Anteil der abgeschlossenen Verträge mit einer Laufzeit über 12 Jahre beträgt 84,5 % (Vorjahr 78,0 %).
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
0
50
100
130
110
124
55
111
128
52
106
124
49
106
121
49
111
128
50
102
119
47
101
110
49
98
108
40
87
97
44
alle Verträge
durchschnittlicher Pachtpreis in ?/ha **
dar. Ackerland
dar. Grünland
Werte in Klammern:
durchschnittlicher Pacht-
preis in /BP
(1,93)
(2,12)
(2,17)
(2,21)
(2,37)
(2,30)
(2,33)
(2,40)
(2,39)
Pachtpreisentwicklung*
im Freistaat Sachsen
seit 1998
Quelle: SMUL, LFL FB 2
18

image
Insgesamt ging die Zahl der Neuverpachtungen und Pacht-
vertragsänderungen gegenüber dem letzten Jahr in Sachsen
um rund 4 % zum Vorjahr zurück. Lediglich im Regierungsbe-
zirk Dresden war eine leichte Erhöhung zu erkennen, jedoch
konnte auch hier das Niveau der zurückliegenden Jahre nicht
mehr erreicht werden. Begleitet wurde der Trend von einem
Rückgang der durchschnittlichen Pachtpreise. Dem Rückgang
der Neuverpachtungen in den Regierungsbezirken Chemnitz
und Leipzig lag hingegen ein Anstieg der durchschnittlichen
Pachtpreise gegenüber.
Pachtpreisentwicklung
nach Regierungsbezir-
ken seit 1998
Jahr
Regierungsbezirk
Chemnitz
Leipzig
Dresden
Neuverpach-
tung in ha
Durchschn. Pacht-
preis in
/ha
Neuverpach-
tung in ha
Durchschn. Pacht-
preis in
/ha
Neuverpach-
tung in ha
Durchschn. Pacht-
preis in
/ha
1998
74.950
84
48.852
124
66.561
70
1999
67.989
88
51.168
131
55.830
78
2000
45.055
88
43.763
135
38.925
78
2001
45.576
89
40.061
133
42.520
85
2002
42.185
91
35.143
144
32.944
100
2003
48.743
96
25.762
140
30.572
96
2004
42.769
88
31.660
142
32.158
94
2005
37.355
92
29.578
147
23.073
95
2006
35.820
93
25.918
153
24.904
89
Quelle: SMUL, LFL FB 2
19
GRUNDSTÜCK- UND LANDPACHTVERKEHR

image
Wirtschaftliche
Situation in der
Landwirtschaft
3
Die wirtschaftliche Lage der sächsischen Landwirtschaft hat sich im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2005/06 gegenü-
ber dem außerordentlich guten Wirtschaftsjahr 2004/05 zwar verschlechtert, ihre Entwicklung über mehrere Jahre
hinweg betrachtet ist jedoch stabil. Gründe für die schlechteren Ergebnisse sind geringere Ernteerträge im Jahr
2005, anhaltende Erzeugerpreisrückgänge bei Milch und Getreide und höhere Aufwendungen für Treib- und Schmier-
stoffe. Positiv auf die Ertragslage der Landwirtschaftsbetriebe wirkten hingegen gestiegene Erlöse für Schweine,
Rinder und Kartoffeln sowie erneut gesunkene Aufwendungen für Futtermittel. Durch weitere Milchleistungsstei-
gerungen konnten die Erlösrückgänge durch geringere Milchpreise zu einem großen Teil ausgeglichen werden.
Die Einkommenssituation in den unterschiedlichen Produktionsrichtungen entwickelte sich gegenläufig. Während
sich die Einkommen in den Ackerbaubetrieben drastisch verschlechterten, gab es Verbesserungen im arbeitsinten-
siven Bereich Futterbau, u. a. auch durch die wirksam gewordene Umschichtung der Betriebsprämien zugunsten der
Grünlandstandorte. Das Einkommensniveau zwischen Acker- und Futterbau hat sich damit angenähert, die neuen
Betriebsprämien kommen den Futterbaubetrieben eher zugute als die bisherigen gekoppelten Prämienzahlungen.
Das Wirtschaftsjahr 2005/06 kann insgesamt unter Beachtung der jährlich stattfindenden Schwankungen als ein
durchschnittliches Jahr gewertet werden, auch wenn die sehr guten Vorjahresergebnisse nicht erreicht werden
konnten.
1992/
1993/
1994/
1995/
1996/
1997/
1998/
1999/
2000/
2001/
2002/
2003/
2004/
2005/
2006/
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
30.000
25.000
20.000
15.000
10.000
5.000
0
EUR/AK
*
12.862
16.287
19.085
17.435
17.460
19.688
20.273
21.368
22.281
24.439
20.408
20.575
24.969
22.833
24.000
Trend
Prognose
Langfristige Einkom-
mensentwicklung
(Ordentl. Ergebnis zzgl.
Personalaufwand)
Quelle: LfL
20

image
3.1
Wirtschaftliche Entwicklung der Rechtsformen
Vergleich der
wirtschaftlichen
Entwicklung land-
wirtschaftlicher
Unternehmen über 3
Wirtschaftsjahre
(identische Betriebe
nach Rechtsformen)
Maßeinheit
2003/04
2004/05
2005/06
Einzelunternehmen, Haupterwerb
Anzahl Betriebe
377
377
377
Anteil Ackerbau
%
31
31
31
Anteil Futterbau
%
41
41
41
Anteil Verbundbetriebe
%
15
15
15
Landwirtschaftlich genutzte Fläche
ha/Betrieb
152
155
157
Arbeitskräftebesatz
AK/100 ha LF
1,6
1,6
1,6
Viehbesatz
VE/100 ha LF
53
53
53
Gewinn
/ha LF
251
323
248
Ordentliches Ergebnis (nachhaltiger Gewinn)
/ha LF
210
302
216
Ordentliches Ergebnis + Personalaufwand
/AK
19.620
25.892
20.617
Eigenkapitalrentabilität
%
-5,3
2,3
-6,0
Personengesellschaften
Anzahl Betriebe
101
101
101
Anteil Ackerbau
%
22
22
22
Anteil Futterbau
%
38
38
38
Anteil Verbundbetriebe
%
30
30
30
Landwirtschaftlich genutzte Fläche
ha/Betrieb
364
368
367
Arbeitskräftebesatz
AK/100 ha LF
1,7
1,7
1,7
Viehbesatz
VE/100 ha LF
53
52
51
Gewinn
/ha LF
262
339
301
Ordentliches Ergebnis (nachhaltiger Gewinn)
/ha LF
202
306
261
Ordentliches Ergebnis + Personalaufwand
/AK
23.541
29.746
26.880
Eigenkapitalrentabilität
%
3,3
14,6
9,1
Juristische Personen
Anzahl Betriebe
224
224
224
Anteil Ackerbau
%
9
9
9
Anteil Futterbau
%
20
20
20
Anteil Verbundbetriebe
%
57
57
57
Landwirtschaftlich genutzte Fläche
ha/Betrieb
1.347
1.343
1.341
Arbeitskräftebesatz
AK/100 ha LF
2,5
2,5
2,5
Viehbesatz
VE/100 ha LF
69
67
66
Jahresüberschuss
/ha LF
17
102
42
Ordentliches Ergebnis (nachhaltiger Gewinn)
/ha LF
-23
68
17
Ordentliches Ergebnis + Personalaufwand
/AK
20.365
24.714
22.752
Eigenkapitalrentabilität
%
-1,9
3,1
0,2
Quelle: LfL, Stand: Feb. 2007
21
WIRTSCHAFTLICHE SITUATION IN DER LANDWIRTSCHAFT

3
Die Datenverfügbarkeit von Nebenerwerbsbetrieben ist äu-
ßerst gering. Die wirtschaftliche Entwicklung kann nur für 12
der insgesamt über 4.000 Betrieben dargestellt werden. Eine
statistische Sicherheit ist deshalb nicht gegeben. Bei den hier
abgebildeten Betrieben handelt es sich ausgehend von ihrer
Flächenausstattung um relativ große Betriebe. Die Betriebs-
größe eines durchschnittlichen Nebenerwerbsbetriebes in
Sachsen liegt nur bei 14 ha. Auf eine weitergehende Auswer-
tung wird insofern verzichtet.
Einzelunternehmen im Haupterwerb hatten den stärksten
Rückgang des nachhaltig verfügbaren Einkommens*. Mit
20.600 EUR/Arbeitskraft sank es gegenüber dem Vorjahr
um 20 % auf den niedrigsten Wert der betrachteten Rechts-
formen.
Die Umsatzerlöse aus der Pflanzenproduktion gingen in
dieser Betriebsgruppe am stärksten zurück, obwohl ein
durchschnittliches Ertragsniveau erreicht wurde. Die Einzel-
unternehmen realisierten mit 50 % unter dem sächsischen
Durchschnitt die geringsten Getreidepreise. Dies kann als
Indiz für Qualitäts- und Vermarktungsprobleme gewertet
werden. Die vereinnahmten Zulagen und Zuschüsse sowie
die Umsatzerlöse aus der Tierproduktion und aus Nebenbe-
trieben lagen auf Vorjahresniveau. Der Gewinn verringerte
sich um 11.200 EUR/Betrieb (22 %). Eine Verzinsung des
eingesetzten Kapitals war damit nicht gegeben, die Produk-
tionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden konnten nur zu 81 %
entlohnt werden.
Das nachhaltig verfügbare Einkommen ging bei den Perso-
nengesellschaften um 2.900 EUR/Arbeitskraft (10 %) auf
26.900 EUR/Arbeitskraft zurück. Sie erreichten damit aber
auch in diesem Jahr wieder das beste Ergebnis im Rechts-
formvergleich. Neben rückläufigen Umsatzerlösen sowohl
in der Pflanzen- als auch Tierproduktion gingen auch die Zu-
lagen und Zuschüsse zurück. Daraus resultierend sank der
Unternehmensertrag insgesamt um 2 %. Trotz des enormen
Gewinnrückgangs um knapp 14.000 EUR/Betrieb (11 %) er-
reichten diese Betriebe eine Eigenkapitalverzinsung von 9 %.
Die relative Faktorentlohnung lag über 100 %. Die Produkti-
onsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden konnten demnach voll
entlohnt werden.
Die Verschlechterung der Einkommenssituation fiel bei den
juristischen Personen am Geringsten aus. Das nachhaltig ver-
fügbare Einkommen verringerte sich um knapp 2.000 EUR
(8 %) auf 22.800 EUR/Arbeitskraft. Die Umsatzerlöse aus der
Pflanzenproduktion gingen bei diesen Betrieben weniger stark
zurück als bei anderen. Ursachen sind vor allem die geringeren
Erlöse im Ölsaatenverkauf. Die juristischen Personen mussten
eine Rapspreisverschlechterung von über 10 % verkraften.
Die geringeren Erträge und Preise bei Getreide kompensier-
ten diese Betriebe durch höhere Verkaufsmengen, so dass die
Umsatzerlöse des Vorjahres wieder erreicht werden konnten.
Aus der vorherigen Ernte stammende Lagerbestände wurden
aufgelöst bzw. das für die eigene Fütterung nicht mehr benö-
tigte Getreide verkauft. Die Umsatzerlöse aus der Tierproduk-
tion konnten trotz Milchpreisrückgang um 2 % gesteigert wer-
den. Dies ist auf die höheren Rind- und Schweinefleischpreise,
aber auch auf die Milchleistungssteigerung von knapp 300 kg
auf 8.400 kg/Kuh zurückzuführen. Den entgegen dem Trend
gestiegenen Umsatzerlösen stehen geringere Zulagen und Zu-
schüsse gegenüber. Diese lagen um 30 EUR/ha LF unter dem
Vorjahreswert. Eine Ursache kann sein, dass die Nachzahlung
der Betriebsprämie (ca. 20 % im Mai 2006) bei Kalenderjah-
resbetrieben nicht mit im Jahresabschluss 2005 erfasst wur-
de. Erreicht wurde eine leichte Verzinsung des eingesetzten
Kapitals. Die Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital
konnten jedoch nur zu 92 % entlohnt werden.
Verfügbares Einkommen:
Ordentliches Ergebnis zzgl. Personalaufwand je Arbeitskraft.
*
Einzelunternehmen im Haupterwerb
››
Juristische Personen
››
Personengesellschaften
››
Einzelunternehmen im Nebenerwerb
››
22

image
Im Ackerbau kam es zu einer deutlichen Verschlechterung
der Einkommenssituation gegenüber dem Vorjahr. Mit der
Ernte 2005 wurden nur durchschnittliche Naturalerträge ge-
genüber dem Rekordertragsniveau des Vorjahres erzielt. Der
in den Ackerbaubetrieben erreichte Getreideertrag lag bei
66 dt/ha und damit 8 dt/ha (11 %) unter dem Vorjahreswert.
Stärkste Ertragseinbrüche waren mit 20 % bei Sommergers-
te und Triticale festzustellen. Die Kartoffelerträge konnten
demgegenüber um 21 dt/ha LF (6 %) gesteigert werden.
Aufgrund der nach wie vor durch die Rekordernte 2004 be-
dingten übersättigten Märkte im Zeitraum 2005/06 und
noch immer vollen Lager sanken alle Preise für Marktfrüch-
Einzelunternehmen
im Nebenerwerb
– Entwicklung der
Wirtschaftlichkeit
2004/05 und 2005/06
Bezeichnung
Maßeinheit
2004/05
2005/06
Betriebe
Anzahl
12
12
Landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF)
ha/Betrieb
38,8
40,8
Arbeitskräftebesatz
AK/100 ha LF
2,10
1,85
Viehbesatz
VE/100 ha LF
49,9
46,0
Getreideertrag (ohne Körnermais)
dt/ha
56
48
Getreideerlös (netto, ohne Körnermais)
/dt
8,85
8,65
Umsatzerlöse
/ha LF
468
410
dar. landwirtschaftliche Pflanzenproduktion
/ha LF
257
205
dar. Tierproduktion
/ha LF
182
179
dar. Rinder
/ha LF
116
116
Zulagen und Zuschüsse
/ha LF
471
380
Materialaufwand
/ha LF
372
387
Personalaufwand
/ha LF
20
6
Sonst. betriebl. Aufwand
/ha LF
348
245
Unternehmensertrag
/ha LF
1.009
864
Unternehmensaufwand vor Steuern
/ha LF
978
857
Gewinn/Jahresüberschuss vor Steuern
/Betrieb
1.180
268
Gewinn + Personalaufwand
/AK
2.426
670
Ordentliches Ergebnis + Personalaufwand
/AK
1.734
1.000
Quelle: LfL, Stand: Feb. 2007
Stärker als die Rechtsformen differieren die Betriebsformen
in der Wirtschaftlichkeit. Deshalb soll ein Überblick über die
Entwicklung der wichtigsten (Ackerbau, Futterbau, Veredlung
und Verbundbetriebe) in den letzten 2 Jahren gegeben wer-
den. Die Betriebsformen in den einzelnen Rechtsformen wei-
sen zwischen natürlichen Personen (Einzelunternehmen und
Personengesellschaften) und juristischen Personen abwei-
chende Betriebsstrukturen auf. Acker- und Futterbau werden
von den natürlichen Personen dominiert, bei den Verbundbe-
trieben überwiegen die juristischen Personen.
3.2 Wirtschaftliche Entwicklung der Betriebsformen
Ackerbau
››
23
WIRTSCHAFTLICHE SITUATION IN DER LANDWIRTSCHAFT

image
te, außer für Kartoffeln. Die Getreidepreise gaben in den
Ackerbaubetrieben durchschnittlich um 0,25 EUR/dt (3 %)
nach. Der stärkste Preisrückgang war bei der Sommergers-
te mit 1,10 EUR/dt (10 %) festzustellen. Der erzielte Preis
für Kartoffeln hingegen konnte mit über 9 EUR/dt (Vorjahr
5,20 EUR/dt) nahezu verdoppelt werden.
Der aus den geringeren Erträgen und niedrigeren Preisen
resultierende Rückgang der Umsatzerlöse in der Pflanzen-
produktion in Höhe von 46 EUR/ha LF (7 %) konnte nur zum
Teil durch höhere Umsatzerlöse aus der Schweineproduktion
und aus Nebenbetrieben ausgeglichen werden, sodass sich
die Umsatzerlöse insgesamt um knapp 30 EUR/ha LF (3 %)
verringerten.
3
An Zulagen und Zuschüssen erhielten die Betriebe 10 %
(42 EUR/ha) weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zu den
Futterbau- und Verbundbetrieben ist das Förderniveau der
Ackerbaubetriebe mit 377 EUR/ha LF das geringste. Die Ur-
sache liegt in der mit der GAP-Reform gewollten stärkeren
Umschichtung der Prämienzahlung zugunsten von Grün-
landsstandorten.
Neben den stark reduzierten finanziellen Unternehmens-
erträgen verblieb der Unternehmensaufwand auf Vorjahres-
niveau. Die höheren Materialaufwendungen, bedingt durch
einen höheren Treib- und Schmierstoffaufwand (massive Re-
duzierung der Gasölbeihilfe), wurden durch geringere Perso-
nal- und Unterhaltungsaufwendungen ausgeglichen.
Das nachhaltig verfügbare Einkommen verringert sich um
knapp 8.000 EUR/Arbeitskraft (22 %) auf 28.100 EUR/Ar-
beitskraft, liegt damit aber immer noch über dem säch-
sischen Durchschnitt (+ 23 %). Der Abstand zu den Futter-
bau- und Verbundbetrieben verringerte sich jedoch deutlich.
Den stärksten Einkommensrückgang mussten Ackerbauun-
ternehmen, die als Einzelunternehmen im Haupterwerb wirt-
schaften, hinnehmen.
Die Ackerbaubetriebe erreichten eine Eigenkapitalverzinsung
in Höhe von unter 1 % (Vorjahr 11 %). Die relative Faktorent-
lohnung sank unter 100 %, also konnten selbst die Acker-
baubetriebe ihre Produktionsfaktoren nicht mehr in ausrei-
chendem Maße entlohnen.
Im Gegensatz zu den früheren Jahren haben sich für den
Ackerbau die Bedingungen im Kampf um eine ausreichende
Wirtschaftlichkeit durch die EU-Agrarreform und die damit
verbundene Entkopplung der Direktzahlungen bei ungüns-
tiger Ertrags- und Marktlage verschlechtert. Der Betriebs-
zweig Ackerbau allein ist kein Garant mehr für gute bis sehr
gute Betriebsergebnisse. Ein effektives Kostenmanagement
und die Suche nach alternativen bzw. effektiven Vermark-
tungsmöglichkeiten gewinnen immer mehr an Bedeutung.
Entwicklung des
nachhaltig verfügbaren
Einkommens (EUR/AK)
in Ackerbaubetrieben
nach Rechtsformen
Quelle: LfL, Stand: Feb. 2007
Ackerbau
Einzel-
Personen-
Juristische
insgesamt
unternehmen
gesellschaften
Personen
0
20.000
40.000
60.000
2004/2005
2005/2006
36.000
28.100
-22%
36.600
23.200
-37%
41.900
34.100
-19%
33.700
29.100
-14%
24

image
Ackerbau insgesamt
und Vergleich nach
Rechtsformen
Bezeichnung
Maßeinheit
Alle Ackerbaube-
triebe
Einzelunternehmen
im Haupterwerb
Personengesell-
schaften
Juristische
Personen
2004/05
2005/06
2004/05
2005/06
2004/05
2005/06
2004/05
2005/06
Betriebe
Anzahl
162
162
119
119
22
22
20
20
Landw. genutzte Fläche (LF)
ha/Betrieb
472,0
472,8
232,5
234,1
616,3
613,3
1.743,5
1.739,9
Arbeitskräftebesatz
AK/100 ha LF
1,11
1,08
0,93
0,93
0,99
0,97
1,30
1,26
Viehbesatz
VE/100 ha LF
15,4
15,5
10,0
10,0
12,9
12,4
20,9
21,3
Getreideertrag (ohne
Körnermais)
dt/ha
74
66
74
65
77
68
73
67
Getreideerlös (netto, ohne
Körnermais)
/dt
9,83
9,58
9,59
9,22
9,64
9,85
10,16
9,76
Veralterungsgrad abnutz-
bares Anlagenverm.
%
35
34
40
39
35
32
31
31
Bruttoinvestitionen
/ha LF
202
202
200
215
150
124
223
221
Nettoinvestitionen
/ha LF
53
48
34
45
22
7
80
65
Umsatzerlöse
/ha LF
910
882
826
744
889
831
984
1.016
dar. landwirtschaftl.
Pflanzenprod.
/ha LF
709
663
748
660
771
696
650
653
dar. Tierproduktion
/ha LF
142
151
49
52
99
112
234
248
Zulagen und Zuschüsse
/ha LF
419
377
409
364
428
376
423
389
Materialaufwand
/ha LF
521
535
455
454
493
489
586
618
Personalaufwand
/ha LF
191
185
64
65
133
123
317
306
Sonst. betriebl. Aufwand
/ha LF
333
313
302
294
352
343
351
319
dar. Unterhaltung
/ha LF
85
78
80
75
101
89
83
76
Unternehmensertrag
/ha LF
1.440
1.353
1.314
1.188
1.437
1.336
1.542
1.495
Unternehmensaufwand vor
Steuern
/ha LF
1.219
1.213
1.016
1.009
1.112
1.088
1.425
1.431
Gewinn/Jahresüberschuss
vor Steuern
/ha LF
221
140
298
180
326
248
118
64
Ordentliches Ergebnis
/ha LF
208
120
276
150
281
208
123
60
Ordentliches Ergeb. +
Personalaufwand
/AK
36.036
28.144
36.599
23.177
41.887
34.120
33.725
29.127
Relative Faktorentlohnung
%
114,0
94,7
108,6
78,3
131,4
114,5
111,8
100,0
Gesamtkapitalrentabilität
%
5,8
2,4
5,0
0,4
10,4
6,4
5,3
2,9
Eigenkapitalrentabilität
%
11,2
0,6
9,3
-10,9
23,7
13,2
9,0
3,5
Kapitaldienst
/ha LF
161
160
176
208
172
118
146
139
Langfristige Kapitaldienst-
grenze
/ha LF
148
53
196
44
113
48
122
61
Mittelfristige Kapitaldienst-
grenze
/ha LF
178
81
222
69
128
60
161
98
Kurzfristige Kapitaldienst-
grenze
/ha LF
282
190
345
198
231
157
249
196
Eigenkapitalveränderung,
bereinigt
/ha LF
118
25
160
11
95
30
93
34
Quelle: LfL, Stand: Feb. 2007
25
WIRTSCHAFTLICHE SITUATION IN DER LANDWIRTSCHAFT

3
Futterbau insgesamt
und Vergleich nach
Rechtsformen
Bezeichnung
Maßeinheit
Alle Futterbau-
betriebe
Einzelunternehmen
im Haupterwerb
Personengesell-
schaften
Juristische
Personen
2004/05
2005/06
2004/05
2005/06
2004/05
2005/06
2004/05
2005/06
Betriebe
Anzahl
237
237
153
153
38
38
45
45
Landw. genutzte Fläche (LF)
ha/Betrieb
293,3
296,6
97,5
99,1
232,6
233,0
1.016,0
1.027,4
Arbeitskräftebesatz
AK/100 ha LF
3,31
3,24
2,51
2,44
2,80
2,87
3,67
3,57
Viehbesatz
VE/100 ha LF
106,7
105,4
107,2
104,6
101,8
101,0
107,5
106,5
Getreideertrag (ohne
Körnermais)
dt/ha
60
54
54
51
59
55
62
55
Milchleistung (4 % Fett)
kg/Kuh
7.941
8.080
7.434
7.475
7.971
7.972
8.113
8.312
Getreideerlös (netto, ohne
Körnermais)
/dt
10
10
9
9
10
10
11
10
Milcherlös (netto bei 4 %
Fett)
/dt
28,89
28,15
28,55
27,75
28,81
27,77
29,01
28,36
Veralterungsgrad abnutz-
bares Anlagenverm.
%
40
38
44
41
47
47
37
35
Bruttoinvestitionen
/ha LF
330
306
391
439
449
371
287
250
Nettoinvestitionen
/ha LF
26
21
2
53
186
85
3
-2
Umsatzerlöse
/ha LF
1.932
1.922
1.563
1.512
1.874
1.875
2.064
2.067
dar. landwirtschaftl.
Pflanzenprod.
/ha LF
217
191
96
82
237
230
253
219
dar. Tierproduktion
/ha LF
1.537
1.530
1.441
1.405
1.621
1.580
1.553
1.563
Zulagen und Zuschüsse
/ha LF
451
485
406
472
406
513
475
484
Materialaufwand
/ha LF
1.055
1.047
727
735
976
982
1.178
1.162
Personalaufwand
/ha LF
558
552
153
148
306
308
740
732
Sonst. betriebl. Aufwand
/ha LF
451
472
433
460
413
493
465
473
dar. Unterhaltung
/ha LF
159
162
151
159
119
127
169
169
Unternehmensertrag
/ha LF
2.576
2.587
2.113
2.144
2.458
2.549
2.751
2.740
Unternehmensaufwand vor
Steuern
/ha LF
2.399
2.415
1.741
1.779
2.014
2.111
2.690
2.683
Gewinn/Jahresüberschuss
vor Steuern
/ha LF
177
172
371
365
444
438
61
57
Ordentliches Ergebnis
/ha LF
150
151
352
342
419
409
31
39
Ordentliches Ergeb. +
Personalaufwand
/AK
21.365
21.725
20.155
20.124
25.890
24.998
20.981
21.591
Relative Faktorentlohnung
%
95,4
95,4
84,1
83,0
115,4
113,0
95,3
96,0
Gesamtkapitalrentabilität
%
1,8
1,9
0,5
0,4
5,2
5,0
1,8
2,1
Eigenkapitalrentabilität
%
1,4
1,4
-2,1
-2,7
11,4
9,7
1,2
1,6
Kapitaldienst
/ha LF
250
260
281
257
219
210
246
271
Langfristige Kapitaldienst-
grenze
/ha LF
90
98
139
107
178
201
57
75
Mittelfristige Kapitaldienst-
grenze
/ha LF
186
177
241
209
248
271
157
149
Kurzfristige Kapitaldienst-
grenze
/ha LF
375
366
510
477
434
472
320
309
Eigenkapitalveränderung,
bereinigt
/ha LF
43
47
86
54
127
149
13
26
Quelle: LfL, Stand: Feb. 2007
26

image
Futterbau
››
Im Gegensatz zu den Ackerbaubetrieben konnten die Fut-
terbaubetriebe ihr nachhaltig verfügbares Einkommen um
2 % auf 21.700 EUR/Arbeitskraft verbessern. Zwar muss-
ten auch in diesen Betrieben Umsatzerlöseinbrüche in der
Pflanzenproduktion verkraftet werden, diese konnten teil-
weise durch höhere Umsatzerlöse aus der Schlachtrinderpro-
duktion ausgeglichen werden. Das Vorjahresniveau wurde
wieder erreicht. Der erzielte Milchpreis reduzierte sich um
0,74 EUR/dt Milch (3 %). Die Milchleistungssteigerung von
durchschnittlich 140 kg/Kuh reichte nicht aus, um den Preis-
rückgang auszugleichen. Die Umsatzerlöse Milch gingen in
der Folge um 30 EUR/ha LF zurück.
Trotz der stark reduzierten Gasölbeihilfe erhielten die Futterbau-
betriebe 485 EUR/ha LF Zulagen und Zuschüsse (+ 34 EUR/ha LF
gegenüber dem Vorjahr). Das Betriebsprämienniveau ist dem-
zufolge heute höher als die entfallenen bisherigen produktge-
koppelten Zahlungen und Prämien für Flächenstilllegung.
Vorteilhaft auf die Wirtschaftlichkeit wirkten sich die geringe-
ren Futtermittelpreise aus. Die Aufwendungen für Futtermit-
tel gingen um 32 EUR/ha LF zurück und glichen die erhöhten
Aufwendungen für Energie sowie Treib- und Schmierstoffe
aus. Den Futterbaubetrieben gelang es, trotz der geringeren
Erträge und Preise im Pflanzenbau und den geringeren Milch-
preisen, ihre Wirtschaftlichkeit leicht zu verbessern.
In Verbundbetrieben ist der Anteil der Wertschöpfung aus
dem Ackerbau höher als in den Futterbaubetrieben. Die Ver-
luste im Betriebszweig Ackerbau führten zu einer Einkom-
mensverschlechterung von 2.600 EUR/Arbeitskraft (10 %).
Die Verbundbetriebe erreichten ein nachhaltig verfügbares
Einkommen in Höhe von 22.700 EUR/Arbeitskraft, etwas
über dem Niveau der Futterbaubetriebe, aber deutlich unter
dem der Ackerbaubetriebe.
Im Gegensatz zu den Acker- und Futterbaubetrieben resul-
tierte der Rückgang der Umsatzerlöse in der Pflanzenproduk-
tion nicht aus dem Getreide-, sondern aus dem Ölsaatenver-
kauf. Die Umsatzerlöse beim Getreide verblieben sogar auf
Vorjahresniveau, da noch aus der vorherigen Ernte stammen-
de Lagerbestände aufgelöst bzw. für die eigene Futterpro-
duktion bestimmtes Getreide verkauft wurde.
Quelle: LfL, Stand: Feb. 2007
Entwicklung des
nachhaltig verfügbaren
Einkommens (EUR/AK) in
Futterbaubetrieben nach
Rechtsformen
2004/2005
2005/2006
Futterbau
Einzel-
Personen-
Juristische
insgesamt
unternehmen
gesellschaften
Personen
0
15.000
30.000
21.400
21.700
+2%
20.200
20.100
±0%
25.900
25.000
-3%
21.000
21.600
+3%
Verbundbetriebe
››
27
WIRTSCHAFTLICHE SITUATION IN DER LANDWIRTSCHAFT

3
Verbundbetriebe ins-
gesamt und Vergleich
nach Rechtsformen
Bezeichnung
Maßeinheit
Alle Verbund-
betriebe
Einzelunternehmen
im Haupterwerb
Personengesell-
schaften
Juristische
Personen
2004/05
2005/06
2004/05
2005/06
2004/05
2005/06
2004/05
2005/06
Betriebe
Anzahl
212
212
55
55
30
30
127
127
Landw. genutzte Fläche (LF)
ha/Betrieb
969,6
966,0
167,5
170,2
410,2
407,3
1.449,1
1.442,6
Arbeitskräftebesatz
AK/100 ha LF
2,44
2,40
1,65
1,64
1,67
1,65
2,53
2,49
Viehbesatz
VE/100 ha LF
66,7
65,6
59,1
58,9
51,9
50,5
68,0
66,9
Getreideertrag (ohne
Körnermais)
dt/ha
70
62
63
57
66
60
71
62
Milchleistung (4 % Fett)
kg/Kuh
8.109
8.403
7.546
7.543
7.638
7.669
8.164
8.486
Getreideerlös (netto, ohne
Körnermais)
/dt
10
10
9
9
10
9
10
10
Milcherlös (netto bei 4 %
Fett)
/dt
28,86
28,36
28,48
27,75
28,89
28,11
28,87
28,40
Veralterungsgrad abnutz-
bares Anlagenverm.
%
37
35
41
38
44
40
36
35
Bruttoinvestitionen
/ha LF
297
258
295
202
360
172
293
266
Nettoinvestitionen
/ha LF
46
8
54
-31
163
-46
38
14
Umsatzerlöse
/ha LF
1.550
1.569
1.128
1.068
1.246
1.227
1.592
1.618
dar. landwirtschaftl.
Pflanzenprod.
/ha LF
468
450
399
346
450
409
472
458
dar. Tierproduktion
/ha LF
935
959
697
680
763
733
958
989
Zulagen und Zuschüsse
/ha LF
459
429
417
392
464
434
461
430
Materialaufwand
/ha LF
896
907
597
608
689
673
925
938
Personalaufwand
/ha LF
523
515
112
115
219
212
564
555
Sonst. betriebl. Aufwand
/ha LF
416
408
350
350
395
363
420
414
dar. Unterhaltung
/ha LF
125
121
101
104
124
101
126
124
Unternehmensertrag
/ha LF
2.232
2.163
1.677
1.579
1.792
1.746
2.289
2.220
Unternehmensaufwand vor
Steuern
/ha LF
2.101
2.108
1.333
1.336
1.547
1.503
2.177
2.187
Gewinn/Jahresüberschuss
vor Steuern
/ha LF
131
55
344
243
245
243
113
33
Ordentliches Ergebnis
/ha LF
93
30
327
210
217
193
73
10
Ordentliches Ergeb. +
Personalaufwand
/AK
25.263
22.656
26.570
19.902
26.136
24.631
25.181
22.661
Relative Faktorentlohnung
%
99,3
90,9
103,4
81,0
103,7
99,3
99,0
90,9
Gesamtkapitalrentabilität
%
2,8
1,1
3,1
0,1
3,9
3,2
2,8
1,0
Eigenkapitalrentabilität
%
3,2
-0,3
5,0
-5,9
7,7
3,7
3,1
-0,3
Kapitaldienst
/ha LF
199
195
173
170
214
251
199
193
Langfristige Kapitaldienst-
grenze
/ha LF
95
31
148
16
75
66
93
29
Mittelfristige Kapitaldienst-
grenze
/ha LF
164
100
207
75
110
104
166
101
Kurzfristige Kapitaldienst-
grenze
/ha LF
305
243
377
236
262
262
304
243
Eigenkapitalveränderung,
bereinigt
/ha LF
56
-5
112
-15
25
13
55
-5
Quelle: LfL, Stand: Feb. 2007
28

image
Aussagen zur Wirtschaftlichkeit von Veredlungsbetrieben*
wurden aus Buchführungsergebnissen von 15 Schweine-
mast- bzw. -zuchtbetrieben in der Rechtsform juristischer
Personen abgeleitet. Diese Betriebe halten durchschnittlich
2.065 Vieheinheiten** (VE) Schweine je Betrieb und verfü-
gen über eine sehr geringe Flächenausstattung.
Die Betriebe konnten im Wirtschaftsjahr 2005/06 den Jah-
resüberschuss um 5.500 EUR/Betrieb (7 %) steigern. Ursa-
chen sind die günstige Preissituation bei Schweinefleisch
und höhere zeitraumfremde Erträge. Die Umsatzerlöse aus
der Schweineproduktion stiegen um knapp 200 EUR/VE
(18 %). Aufgrund der hohen Schweinepreise verteuerte sich
aber auch der Tierzukauf. Niedrige Kraftfutterpreise konnten
das Defizit nicht ausgleichen. In der Folge stieg der Materi-
alaufwand um knapp 150 EUR/VE (14 %). Gleichzeitige hö-
here Personalaufwendungen (es wurden mehr Arbeitskräfte
beschäftigt) zehrten die höheren Umsatzerlöse zu einem
großen Teil wieder auf.
Das Ordentliche Ergebnis verschlechterte sich um knapp
7.000 EUR/Betrieb, das nachhaltig verfügbare Einkommen
ging in der Folge um knapp 1.700 EUR (6 %) auf 28.300 EUR/
Arbeitskraft zurück. Das erreichte Einkommensniveau liegt
allerdings über dem der Ackerbaubetriebe. Die Veredlungs-
betriebe stellen im Betriebsformvergleich die erfolgreichste
Gruppe. Sie waren aufgrund der guten Rentabilitätssituation
in der Lage, alle ihre Produktionsfaktoren vollständig zu ent-
lohnen.
Die Verbundbetriebe schafften insgesamt eine Erhöhung ihrer
Umsätze durch höhere Erlöse in der Milch-, Schlachtrinder-,
aber auch Schweineproduktion. Die Milchleistung konnte um
300 kg auf 8.400 kg/Kuh gesteigert werden. Damit wurde
dem Milchpreisrückgang erfolgreich entgegengewirkt.
Das Niveau der Zulagen und Zuschüsse verringerte sich durch
die EU-Agrarreform und die reduzierte Gasölbeihilfe um 31 EUR/
ha LF (7 %) auf 429 EUR/ha LF und wirkte dem positiven Effekt
der höheren Umsatzerlöse bei gleichbleibendem Aufwandsni-
veau entgegen. Die hauptsächlichen Ursachen der Einkommens-
verschlechterung sind insofern in den geringeren Zulagen und
Zuschüssen sowie negativen Bestandsänderungen, die mit dem
Verkauf des eingelagerten Getreides einhergehen, zu sehen.
Im Gegensatz zu den anderen Betriebsformen wurden in die-
sen Betrieben keine Eigenkapitalbildung und somit auch kei-
ne Eigenkapitalverzinsung erreicht. Die relative Faktorentloh-
nung lag bei 91 %, dem niedrigsten Wert im Betriebsform-
vergleich der Landwirtschaftsbetriebe.
Vieheinheit:
Umrechnung ver-
schiedener Tierarten nach dem
Bewertungsgesetz.
**
Veredlungsbetrieb:
Betrieb, der sich auf die Wei-
terverarbeitung pflanzlicher Produkte zu tierischen
Nahrungsmitteln spezialisiert hat, z. B. Schweine-
und Geflügelverarbeitungsbetriebe.
*
Entwicklung des
nachhaltig verfügbaren
Einkommens (EUR/AK)
in Verbundbetrieben
nach Rechtsformen
Quelle: LfL, Stand: Feb. 2007
Verbundbetriebe
Einzel-
Personen-
Juristische
gesamt
unternehmen
gesellschaften
Personen
0
10.000
20.000
30.000
2004/2005
2005/2006
25.300
22.700
-10%
26.600
19.900
-25%
26.100
24.600
-6%
25.200
22.700
-10%
Veredlungsbetriebe
››
29
WIRTSCHAFTLICHE SITUATION IN DER LANDWIRTSCHAFT

image
3
Veredlungsbetriebe
– Wirtschaftlichkeit
2004/05 und 2005/06
Bezeichnung
Maßeinheit
2004/05
2005/06
Betriebe
Anzahl
15
15
Landw. genutzte Fläche (LF)
ha/Betrieb
126
132
Arbeitskräfte insgesamt
AK/Betrieb
10
12
Viehbesatz Schweine
VE/Betrieb
2.199,4
2.064,9
Veralterungsgrad abnutzbares Anlagenverm.
%
47
45
Bruttoinvestitionen
/VE
139
99
Nettoinvestitionen
/VE
80
38
Umsatzerlöse
/VE
1.287
1.458
dar. Schweine
/VE
1.035
1.223
dar. Nebenbetr., Handel, Dienstleist.
/VE
228
215
Zulagen und Zuschüsse
/VE
50
45
Materialaufwand
/VE
1.028
1.172
dar. Tierzukauf
/VE
315
450
dar. Futtermittelzukauf
/VE
422
412
Personalaufwand
/VE
111
136
Sonst. betriebl. Aufwand
/VE
106
100
dar. Unterhaltung
/VE
34
30
Unternehmensertrag
/VE
1.372
1.568
Unternehmensaufwand vor Steuern
/VE
1.335
1.526
Jahresüberschuss vor Steuern
/Betrieb
81.662
87.150
Jahresüberschuss vor Steuern
/VE
37
42
Ordentliches Ergebnis
/VE
30
29
Ordentliches Ergeb. + Personalaufwand
/AK
29.946
28.285
Relative Faktorentlohnung
%
105,5
103,1
Gesamtkapitalrentabilität
%
4,5
4,4
Eigenkapitalrentabilität
%
5,3
4,6
Kapitaldienst
/VE
85
86
Langfristige Kapitaldienstgrenze
/VE
48
48
Mittelfristige Kapitaldienstgrenze
/VE
76
79
Kurzfristige Kapitaldienstgrenze
/VE
104
113
Eigenkapitalveränderung, bereinigt
/VE
17
12
Quelle: LfL, Stand: Feb. 2007
Die Einkommenssituation der Gartenbaubetriebe hat sich im Ver-
gleich zum Vorjahr leicht verbessert. In diesen Betrieben wurde
ein nachhaltig verfügbares Einkommen in Höhe von 16.400 EUR/
Arbeitskraft erzielt. Es lag damit um 500 EUR/Arbeitskraft (3 %)
über dem Vorjahresniveau. Den Gartenbaubetrieben gelang es,
insbesondere im Zierpflanzenbau, ihre Umsatzerlöse um 2 % zu
steigern. Demgegenüber verfügten sie um 38 % weniger Zula-
gen und Zuschüsse als im Vorjahr. Ursachen sind auch hier die re-
duzierte Gasölbeihilfe und geringere Investitionszuschüsse. Trotz
höherer Materialaufwendungen, besonders für Düngemittel so-
wie Treib- und Schmierstoffe und der geringeren Zulagen und
Zuschüsse, reichten die höheren Umsatzerlöse aus, den Gewinn
leicht (1 %) und das Ordentliche Ergebnis deutlicher (8 %) zu ver-
bessern. Das höhere Ordentliche Ergebnis resultierte aus hohen
zeitraumfremden Aufwendungen, um die der Gewinn bei der Be-
rechnung des Ordentlichen Ergebnisses bereinigt wurde.
Gartenbaubetriebe
››
30

Die wirtschaftliche Situation der Gartenbaubetriebe ist trotz
ihrer leicht verbesserten Wirtschaftlichkeit als kritisch ein-
zuschätzen. Es ist keine Kapitalverzinsung vorhanden, die
Faktorentlohnung liegt bei nur 85 %. Die Gartenbaubetriebe
verzehrten aufgrund der angespannten Situation in hohem
Maße ihr Eigenkapital. Dass im Gartenbau jedoch auch sehr
gute wirtschaftliche Ergebnisse möglich sind, zeigen die
erfolgreicheren Betriebe. Diese Betriebe schafften eine Ver-
zinsung ihres Gesamtkapitals in Höhe von knapp 10 % und
ihre Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden konnten
sie mit 126 % mehr als vollständig entlohnen.
Gartenbaubetriebe
- Wirtschaftlichkeit
2004/05 und 2005/06
Bezeichnung
Maßeinheit
2004/05
2005/06
Betriebe
Anzahl
49
49
Grundfläche Gartenbau (GG)
ha GG/Betrieb
5,0
5,0
Arbeitskräftebesatz
AK/100 ha LF
1,14
1,14
Veralterungsgrad abnutzbares Anlagenverm.
%
37,43
35,19
Bruttoinvestitionen
/ha GG
4.057
4.993
Nettoinvestitionen
/ha GG
-2.082
-1.693
Umsatzerlöse
/ha GG
54.057
55.246
dar. Gemüse (Freiland + Gewächshaus)
/ha GG
13.180
12.638
dar. Zierpflanzen (Freiland + Gewächshaus)
/ha GG
23.619
26.220
Zulagen und Zuschüsse
/ha GG
1.081
672
Materialaufwand
/ha GG
24.574
26.132
Personalaufwand
/ha GG
12.431
12.586
Sonst. betriebl. Aufwand
/ha GG
8.379
9.966
dar. Unterhaltung
/ha GG
2.203
2.221
Unternehmensertrag
/ha GG
58.850
61.649
Unternehmensaufwand vor Steuern
/ha GG
53.084
55.805
Gewinn/Jahresüberschuss vor Steuern
/Betrieb
28.999
29.365
Gewinn/Jahresüberschuss vor Steuern
/ha GG
5.781
5.844
Ordentliches Ergebnis
/ha GG
5.645
6.064
Ordentliches Ergeb. + Personalaufwand
/AK
15.862
16.390
Relative Faktorentlohnung
%
83,6
85,0
Gesamtkapitalrentabilität
%
-2,1
-1,9
Eigenkapitalrentabilität
%
-7,9
-7,4
Kapitaldienst
/ha GG
4.890
5.349
Langfristige Kapitaldienstgrenze
/ha GG
2.080
728
Mittelfristige Kapitaldienstgrenze
/ha GG
4.047
2.659
Kurzfristige Kapitaldienstgrenze
/ha GG
8.100
6.320
Eigenkapitalveränderung, bereinigt
/ha GG
624
-688
Quelle: LfL, Stand: Feb. 2007
31
WIRTSCHAFTLICHE SITUATION IN DER LANDWIRTSCHAFT

3
Die Ausgleichszahlungen und die staatlichen Zuwendungen
nehmen einen großen Teil an den finanziellen Erträgen der
landwirtschaftlichen Unternehmen ein. Sie haben eine wich-
tige, die Einkommen stabilisierende Wirkung. Im Wirtschafts-
jahr 2005/06 wurde der größte Teil der EU-Direktzahlungen
von der Produktion entkoppelt. So wurde erstmals die Be-
triebsprämie ausgezahlt, die die Prämien für Flächenstillle-
gung und die Beihilfen der Pflanzen- und Tierproduktion fast
vollständig ersetzte. Eine weitere für den Auswertungszeit-
raum zutreffende Besonderheit bei der Entwicklung der Zula-
gen und Zuschüsse stellt die Begrenzung der Agrardieseler-
stattung auf max. 10.000 l je Betrieb dar.
Im Durchschnitt aller sächsischen Landwirtschaftsbetriebe
ging das Niveau der Ausgleichszahlungen und staatlichen
Zuwendungen im Vergleich zum Vorjahr um ca. 5 % bzw.
22 EUR/ha LF zurück. Die EU-Direktzahlungen sind zwar
durch die 2. Stufe der Milchprämienregelung gestiegen, die
stärkere Prämienkürzung um 3 % im Rahmen der Modula-
tion und die Reduzierung der Agrardieselerstattung haben
aber den Anstieg der EU-Prämien kompensiert. Die Entkopp-
lung der Direktzahlungen führte gleichzeitig zu einer gewoll-
ten Umschichtung der Prämien hin zu den arbeitsintensiven
Futterbaubetrieben. So hatte das neu ausgestaltete Prämien-
system zum Teil größere einzelbetriebliche Auswirkungen.
3.3 Ausgleichszahlungen und staatliche Zuwendungen
Ausgleichszahlungen
und staatliche Zuwen-
dungen 2004/05 und
2005/06
Bezeichnung
Maß-
einheit
Alle Betriebe
Natürliche Personen
Juristische Personen
2004/05
2005/06
Veränd.
2004/05
2005/06
Veränd.
2004/05
2005/06
Veränd.
Betriebe
Anzahl
704
704
480
480
224
447
Landw. genutzte Fläche
(LF)
ha/Betrieb
564
564
0
200
202
1
1.343
1.341
-2
Zulagen und Zuschüsse
/ha LF
450
428
-22
422
414
-5
458
433
-26
dar. betriebsbezogene
Zahlungen
/ha LF
106
398
291
95
382
287
110
403
293
dav. Prämien für
Flächenstillegung
/ha LF
25
0
-25
25
0
-25
25
0
-25
dav. entkoppelte
Betriebsprämie
/ha LF
0
311
311
0
310
310
0
312
312
dav. Ausgleichszulage
€/ha
LF
18
20
2
14
15
0
20
22
2
dav. für umweltge-
rechte Agrarproduktion
/ha LF
59
62
4
52
55
3
61
65
4
dav. sonstige Zu-
schüsse
/ha LF
1
1
0
2
1
-1
1
1
0
dar. produktbezogene
Zahlungen
/ha LF
303
11
-292
288
4
-284
307
13
-294
dav. Beihilfen pflanzl.
Produktion
/ha LF
252
6
-247
244
2
-241
255
7
-248
dav. Prämien Tierpro-
duktion
/ha LF
50
5
-45
44
2
-42
52
6
-46
dar. aufwandsbezogene
Zahlungen
/ha LF
41
20
-21
40
29
-11
41
17
-24
dav. Agrardieseler-
stattung
/ha LF
23
3
-20
20
8
-12
24
1
-23
dav. Investitionszu-
schüsse
/ha LF
11
12
1
12
17
5
11
10
0
Quelle: LfL, Stand: Feb. 2007
32

image
Förderung/
Direktzahlungen
4
Die sächsische Landwirtschaft ist in ein umfassendes Netzwerk von Fördermaßnahmen integriert. Die Förderpolitik
hat das Ziel, eine wettbewerbsfähige, qualitäts- und verbraucherorientierte sowie unternehmerische Landwirtschaft
zu entwickeln – d. h. eine Landwirtschaft, die umwelt- und tiergerecht wirtschaftet, die qualitative Nahrungsmittel
erzeugt, die konkurrenzfähig ist. Die Agrarförderung beschränkt sich nicht allein auf die Landwirtschaft. Sie berührt
die begleitenden Wirtschaftsbereiche ebenso wie die Entwicklung in ländlichen Regionen und ihren Gemeinden. So
vielfältig wie die Aufgaben der Landwirtschaft selbst sind auch die Förderinstrumente. Die Europäische Union (EU),
die Bundesrepublik Deutschland und die Länder haben dafür die verschiedensten Förderprogramme aufgelegt.
Agrarförderung
Europäische Agrarförderung
Nationale Agrarförderung
Europäischer Ausrichtungs- und
Garantiefonds für die Landwirtschaft
Abteilung Ausrichtung (EAGFL-A)
Europäischer Ausrichtungs- und
Garantiefonds für die Landwirtschaft
Abteilung Garantie (EAGFL-G)
Gemeinschaftsaufgabe
„Verbesserung der Agrarstruktur
und des Küstenschutzes“
Gemeinsame
Marktorganisation
(GMO)
Flankierende
Maßnahmen
4.1
Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union
Der EAGFL ist Teil des Gesamthaushaltsplans der EU und wurde
im Jahr 1962 eingerichtet. Er tritt jedoch niemals als „ein“ Fonds
in Erscheinung, sondern immer in Gestalt seiner beiden Abtei-
lungen Garantie und Ausrichtung, die jede für sich einen selbstän-
digen „Fonds“ darstellen. Sie finanzieren eigenständige Politik-
bereiche, die Marktordnungspolitik und die Agrarstrukturpolitik.
Mit der neuen Finanzperiode 2007 bis 2013 treten an die Stelle des
EAGFL zwei neue Fonds zur Finanzierung der Agrarausgaben. Zum ei-
nen der Europäische Fonds für Landwirtschaft (EGFL), der im Wesent-
lichen die Ausgaben zur Regulierung der Agrarmärkte und die Direkt-
zahlungen finanziert. Zum anderen der Europäische Landwirtschafts-
fonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER) mit dem die
Entwicklungsprogramme der Regionen in Europa finanziert werden
(siehe auch „Umsetzung ELER in Sachsen ab 2007“ unter Pkt 4.1).
Der Europäische Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL)
››
Zwei neue Fonds ab 2007
››
33

image
4
Gemäß der 2003 beschlossenen Reform der Gemeinsamen Agrar-
politik wurden ab 2005 die bisherigen flächen- und tierbezo-
genen EU-Ausgleichszahlungen von der Produktion entkoppelt,
d. h. in Form einer jährlichen Betriebsprämie (BP) gewährt. Auf
Basis der landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen zum
17.05.2005 und unter Anrechnung der im Bezugszeitraum
2000 - 2002 einzelbetrieblich erhaltenen Tierprämien wurden
im Erstfestsetzungsjahr 2005 Zahlungsansprüche (ZA) zugeteilt.
Dabei bekamen 8.991 sächsische Landwirte 911.141,40 Zah-
lungsansprüche (darunter 59.350,53 Stilllegungs-Zahlungsan-
sprüche, 12.566,37 Zahlungsansprüche mit OGS-Genehmigun-
gen, 117,00 besondere Zahlungsansprüche) mit einem Gesamt-
wert in Höhe von 298,464 Mio. EUR. Für den Erhalt der Betriebs-
prämie sind die Zahlungsansprüche durch Antragstellung jährlich
zum 15.05. zu aktivieren. Die Zahlungsansprüche werden in einer
zentralen Datenbank nach Merkmalen in Intervallen gespeichert.
Sie können auf andere Landwirte endgültig oder befristet übertra-
gen werden (Pacht, Kauf) und sind bei Missachtung bestimmter
Regeln von Amts wegen wieder in die nationale Reserve ein-
zuziehen. Im Antragsjahr 2006 erfolgten Werterhöhungen der
Zahlungsansprüche aufgrund der Vorschriften in der VO (EG) Nr.
1782/2003 in den Sektoren Milch, Tabak und Zucker. Außerdem
konnten Landwirte in besonderer Lage sowie Neueinsteiger die
Zuteilung aus der nationalen Reserve beantragen.
Die Aktivierung von Zahlungsansprüchen im Rahmen der Betriebs-
prämie erfolgt in der Regel mit einer entsprechenden beihilfefähigen
Fläche, unabhängig davon, ob diese einer Acker- oder Grünlandbe-
wirtschaftung unterliegt. Besondere Zahlungsansprüche erfordern
für deren Aktivierung die Beibehaltung der im Bezugszeitraum aus-
geübten Tierhaltung (ausgedrückt in Großvieheinheiten) im Umfang
von mindestens 50 %. Alle Direktzahlungen (gekoppelte und ent-
koppelte Zahlungen) wurden, unabhängig von der Höhe der einzel-
nen Zahlung, um einen Modulationsbetrag (2005: 3 %, 2006: 4 %)
gekürzt. Da aber die ersten 5.000 EUR je Betrieb von der Modulation
ausgenommen sind, wird jedem Betriebsinhaber der diesbezügliche
Modulationsbetrag (2006 – max. 200 EUR) als so genannter „zu-
sätzlicher Beihilfebetrag“ zurückerstattet. Der zusätzliche Beihilfebe-
trag wird nach Gewährung aller Direktzahlungen ausgezahlt, ohne
dass dafür ein eigener Antrag gestellt werden muss, und unterliegt
einer Obergrenze. Ihre Überschreitung innerhalb Deutschlands führt
zu einer Verringerung des zusätzlichen Beihilfebetrages. Im Jahre
2005 gab es keine Überschreitung.
EAGFL – Abteilung Garantie
Direktzahlungen
››
Betriebsprämien
Festsetzung und Verwaltung der Zahlungsansprüche für die Beantragung der Betriebsprämie
Entkoppelte Prämien
34

image
Entkoppelte Prämien
2005 und 2006
Zahl der Antragsteller
1)
Betrag in EUR (gerundet)
Betriebsprämie
2005
8.849
287.699.130
2006
8.124
307.173.300
zusätzlicher Beihilfebetrag
2005
8.295
713.800
2006
Zahlung erfolgt erst im September 2007
1)
Zahlfälle
Quelle: SMUL, Agrarförderung 2006
Gekoppelte Prämien / Produktspezifische
Zahlungen
Für die Prämie für Eiweißpflanzen und die Beihilfe für Ener-
giepflanzen wurde jeweils eine garantierte Höchstfläche in-
nerhalb der EU festgelegt. Entsprechend der Überschreitung
kann es zu einer anteiligen Kürzung der Antragsfläche für den
einzelnen Betrieb kommen. In den Jahren 2005 und 2006
gab es keine Überschreitungen. 2006 wurden 0,755 Mio.
EUR Prämien für Eiweißpflanzen und 0,725 Mio. EUR Beihil-
fen für Energiepflanzen ausgezahlt.
Bei der Beihilfe für Stärkekartoffeln handelt es sich um eine
nur noch teilweise gekoppelte Beihilfe (40 % entkoppelt,
60 % gekoppelt). Die Beihilfezahlung erfolgt mengenbezo-
gen pro Tonne Stärkekartoffeläquivalent. 2006 belief sie sich
auf 0,228 Mio. EUR.
Gekoppelte Prämien
2005 und 2006
Anzahl Antragsteller
1)
Fläche in Hektar
Betrag in EUR
(gerundet)
Prämie für Eiweißpflanzen Beihilfebetrag:
55,57€/ha
2005
809
18.657
1.000.630
2006
586
14.095
755.481
Beihilfe für Energiepflanzen Beihilfebetrag:
45
€/ha
2005
338
17.388
747.610
2006
306
17.589
725.354
Beihilfe für Stärkekartoffeln Beihilfebetrag:
66,32
€/t
Stärke
2005
20
670
367.950
2006
19
530
228.411
1)
Zahlfälle
Quelle: SMUL, Agrarförderung 2006
35
FÖRDERUNG/DIREKTZAHLUNGEN

image
4
Flankierende Maßnahmen
››
Programm „Umweltgerechte Landwirtschaft“ (UL)
Der Freistaat Sachsen hat seit 1993 mit seinem Programm „Um-
weltgerechte Landwirtschaft“ (UL) vielen Landwirten einen
Einstieg in eine umweltfreundliche und auf Nachhaltigkeit ausge-
richtete Produktion ermöglicht. Das Programm honoriert die nicht
über den Markt entlohnten Umweltleistungen. Mit der Verordnung
(EG) Nr. 1257/1999 wurden von der EU die Rahmenbedingungen
geschaffen, die Agrarumweltmaßnahmen in der Förderperiode
von 2000 – 2006 in bewährter Form umzusetzen.
Gegenwärtig wird die aktuelle Förderperiode 2007 – 2013 für den
Freistaat Sachsen vorbereitet. Zu berücksichtigen war dabei, dass
mit den entkoppelten Direktzahlungen und den damit verbunde-
nen Cross-Compliance-Verpflichtungen (CC-Verpflichtungen) be-
reits die Einhaltung ökologischer Mindeststandards abgesichert
wurde.
Wesentliche Neuerungen sind:
der Wegfall der Grundförderungen der „alten“ Förderperiode,
da inzwischen eine gute fachliche Praxis erreicht wurde bzw. mit
CC-Verpflichtungen ein hoher Mindeststandard gewährt wird,
die Konzentration der Förderung auf besonders wichtige
Schwerpunkte:
– Umsetzung von EU-Vorgaben (NATURA 2000, Wasserrah-
menrichtlinie),
– Förderung des Ökolandbaus,
die räumlich zielgerichtete Konzentration der Fördermaßnahmen
zur Umsetzung von EU-Vorgaben auf Gebietskulissen,
der Wegfall der Anreizkomponente,
der Landwirt erhält durch das Erbringen von Gemeinwohlleistun
-
gen (Beitrag zum Umweltschutz) ein aufwandsneutrales Entgelt
zum Ausgleich des damit verbundenen Mehraufwandes sowie
entstandener Mindererträge. Er ist damit Dienstleister für die
Gesellschaft und kein Subventionsempfänger mehr! Das bis-
herige Programm „Umweltgerechte Landwirtschaft“ wird
bis Ende 2008 im Wesentlichen abgeschlossen sowie ab-
finanziert sein und durch die neue Förderrichtlinie „Agrar-
umweltmaßnahmen und Waldmehrung - AuW“ ersetzt.
Bestandteile des Programms „Umweltgerechte Landwirt-
schaft“ waren:
der Umweltgerechte Ackerbau (UA),
die Extensive Grünlandwirtschaft (KULAP),
der Umweltgerechte Gartenbau, Weinbau und Hopfenan-
bau (UGA),
die Erhaltung genetischer Ressourcen (ER),
der Naturschutz und Erhalt der Kulturlandschaft (NAK).
Die EU beteiligt sich an der Finanzierung des bisherigen Pro-
gramms an den erstattungsfähigen Höchstbeträgen bis 2005
mit 75 % und 2006 mit 85 %. Betriebswirtschaftliche Un-
tersuchungen ergaben, dass das Programm UL – wie beab-
sichtigt – in etwa einkommensneutral ist. Neben umweltrele-
vanten Zielen strebt das Programm Marktentlastungen an.
Für den Schwerpunkt „Umweltgerechter Ackerbau“ konnten im
Wirtschaftsjahr 2005/2006 Zuwendungen in Höhe von insgesamt
27,650 Mio. EUR gewährt werden. Davon wurden 654.210 ha
nach den Grundsätzen des integrierten Landbaus und 11.417 ha
nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus gefördert. Auf
109.496 ha wurden umweltentlastende Maßnahmen (Reduzierung
der N-Düngung, Verzicht auf den Einsatz von Wachstumsregula-
toren) durchgeführt. Die bodenschonenden Maßnahmen wurden
durch die Mulchsaaten* bestimmt, deren Flächen mit 241.354 ha
immerhin 47 % der sächsischen Ackerfläche einnehmen.
Ursa-
che für den 47 %igen Rückgang der Grundförderung gegen-
über dem Wirtschaftsjahr 2004/2005 ist der Wegfall dieser
Maßnahme ab Herbst 2004 aufgrund der Fortentwicklung
der guten fachlichen Praxis.
Mulch:
Organisches Material wie Pflanzenreste, Stroh oder Zwischenfrüchte, das auf der Bo-
denoberfläche verteilt wird. Durch Mulchen wird das Aufkommen von Unkräutern vermindert,
Bodenerosion verhindert und gleichzeitig das Bodenleben verbessert.
*
Umweltgerechter Ackerbau (UA)
36

image
Im Jahr 2006 nahmen 2.446 Antragsteller:
am Teilprogramm „Extensive Grünlandwirtschaft“ nach
Richtlinie 73/2000 sowie
an den langfristigen Maßnahmen „Umwandlung von
Ackerland in extensives Grünland“ und „20-jährige Acker-
stilllegung für Zwecke der Biotopentwicklung“ nach den
Richtlinien 73/94 und 73/99 mit einer Fläche von insge-
samt 94.130 ha, darunter 93.957 ha Grünland, teil.
Die Zuwendungen für das KULAP im Jahr 2006 betrugen ins-
gesamt 12,155 Mio. EUR.
Anwendungsumfang
des Teilprogramms
„Umweltgerechter
Ackerbau“ im Wirt-
schaftsjahr 2005/2006
Maßnahmen
Richtlinie 73/2000, Teil A
Anzahl der Zuwendungsempfänger
Maßnahmefläche (ha)
Integrierter Ackerbau*
1.198
654.210
Grundförderung
920
267.848*
Zusatzförderung I (umweltentlastende Maßnahme)
501
109.496
Zusatzförderung II (bodenschonende Maßnahmen)
Zwischenfruchtanbau
507
33.550
Untersaaten / Untersaaten in Mais
48
1.767
Mulchsaaten im Herbst
820
212.652
Mulchsaaten im Frühjahr
371
28.702
Maßnahmekombinationen
10
195
Ökologischer Ackerbau
180
11.417
Insgesamt
1.388
665.627
Quelle: SMUL; LfL FB 2
*2004/2005 noch 509.219 ha
Anwendungsumfang
der „Extensiven Grün-
landwirtschaft“, der
langfristigen Maßnah-
men „Umwandlung von
Ackerland in exten-
sives Grünland“ und
„20jährige Ackerstill-
legung für Zwecke der
Biotopentwicklung“
2006
Maßnahmen
Anzahl der Zuwendungsempfänger
Fläche (ha)
Umweltgerechte Grünlandwirtschaft
Grundförderung (reduzierter Mitteleinsatz)
2.148
88.622
ökologische Grünlandwirtschaft
163
4.786
Umwandlung von Ackerland in Grünland
1)
101
549
Zusatzförderung I – Extensivierungsmaßnahmen
Verzicht auf chem.-synth. N-Düngemittel
1.834
47.897
extensive Weide
1.455
35.504
extensive Wiese
813
8.475
Naturschutzgerechte Bewirtschaftungsweisen
20-jährige Ackerstilllegung
1)
34
173
Insgesamt
2.446
94.130
1)
einschließlich der langfristigen Maßnahmen „Umwandlung von Ackerland in extensives Grünland“ und „20-jährige Ackerstilllegung
für Zwecke der Biotopentwicklung“ nach Richtlinie 73/99
Quelle: SMUL; LfL FB 2
Integrierter Ackerbau:
Anbau- und Produktionsverfahren der Bodenproduktion, in der ökolo-
gischen und ökonomischen Erfordernissen Rechnung getragen wird. Außerdem hat der inte-
grierte Pflanzenbau das Ziel, typische Landschaftselemente zu erhalten und biologische Schäd-
lingsbekämpfung zu begünstigen.
*
Extensive Grünlandwirtschaft (KULAP)
37
FÖRDERUNG/DIREKTZAHLUNGEN

4
Umweltgerechter Gartenbau,
Weinbau und Hopfenanbau (UGA)
Über das Teilprogramm „Umweltgerechter Gartenbau, Wein-
bau und Hopfenanbau” werden sowohl integrierte als auch
ökologische Anbauverfahren im Gemüse-, Obst- und Wein-
bau und integrierte Verfahren im Hopfenanbau gefördert.
Insgesamt sind 192 landwirtschaftliche Unternehmen Ver-
pflichtungen für 9.221,9 ha gärtnerisch genutzte Fläche ein-
gegangen. Hierfür wurden im Jahr 2006 Zuwendungen in
Höhe von 2,735 Mio. EUR ausgezahlt.
Anwendungsumfang
des Teilprogramms
„Umweltgerechter Gar-
tenbau, Weinbau und
Hopfenanbau“ 2006
Maßnahmen
Anzahl der
Zuwendungsempfänger
Fläche (ha)
Integrierter Anbau
Gemüse, Heil- und Gewürzpflanzen
Grundförderung
84
3.379,2
Grundförderung – Gemüse unter Glas/Folie
13
8,9
Zusatzförderung – Gemüse unter Glas/Folie
11
5,1
Baumschulproduktion
Grundförderung
9
228,2
Obstbau
Grundförderung
52
3.807,9
Zusatzförderung – Prognoseverfahren
47
3.751,4
Zusatzförderung – Biotechnische Maßnahmen
10
284,6
Zusatzförderung – Herbizidverzicht
2
19,9
Weinbau
Grundförderung
18
194,2
Zusatzförderung – Biotechnische Maßnahmen
3
29,7
Zusatzförderung – Herbizidverzicht
6
40,8
Zusatzförderung – Erosionsschutz
16
184,0
Hopfenanbau
Grundförderung
10
407,6
Zusatzförderung
9
353,8
Ökologischer Anbau
Gemüsebau, Heil- und Gewürzpflanzen
31
849,1
Obstbau / Baumschulproduktion
16
347,9
Weinbau
1
7,8
Insgesamt
192
9.221,9
Quelle: SMUL; LfL FB 2
38

image
Im Programm „Naturschutz und Erhalt der Kulturlandschaft“
wurden Verpflichtungen für 32.334 ha Fläche eingegangen,
davon 23.444 ha im Teil „Naturschutzmaßnahmen“ und
8.891 ha im Teil „Erhaltung bedrohter, kulturhistorisch wert-
voller Teiche“. Insgesamt wurden im Jahr 2006 für NAK
Zuwendungen in Höhe von 11,964 Mio. EUR ausgezahlt.
Das Programm NAK berücksichtigte in besonderem Maße
die Aspekte des Naturschutzes gegenüber den bisher ange-
botenen Agrarumweltprogrammen. Schwerpunkte sind die
Wiederaufnahme bzw. Fortführung naturschutzgerechter
Bewirtschaftungsweisen und die extensive Nutzung der Puf-
fer- und Randzonen von Schutzgebieten und geschützten Bi-
otopen. Mit diesem entwicklungsbetonten Ansatz wird der
Weg zu einer die Naturschutzanforderungen integrierenden
Landnutzung fortgesetzt.
In der kommenden Förderperiode von 2007 – 2013 wird im
Rahmen der flächenbezogenen Agrarumweltmaßnahmen ein
Nachfolgeprogramm angeboten.
FÖRDERUNG/DIREKTZAHLUNGEN
Anwendungsumfang
des Teilprogramms
„Erhaltung existenzge-
fährdeter Haustierras-
sen“ für das Jahr 2006
Maßnahmen
Anzahl Tierhalter
Tiere (GVE)
Rotvieh Zuchtrichtung Höhenvieh
16
84,8
Sächsisch-Thüringisches Kaltblutpferd
24
42,0
Ziegen und Schafe insgesamt
27
42,5
darunter: Erzgebirgsziege
2
0,3
Thüringer Wald Ziege
4
11,3
Leineschaf
9
11,1
Skudde
13
19,8
Sattelschwein
9
6,3
Insgesamt
67
175,6
Quelle: SMUL, LfL FB 2
Erhaltung genetischer Ressourcen (ER)
Mit dem Aussterben von Tier- und Pflanzenarten gehen ge-
netische Ressourcen unwiederbringlich verloren. Das be-
trifft nicht nur Arten, deren Lebensräume zerstört oder be-
einträchtigt werden, sondern auch Kulturpflanzenarten und
Haustierrassen, deren Züchtung aus verschiedenen Grün-
den, vor allem wegen des geringeren Leistungspotenzials,
aufgegeben wird.
Da alte Haustierrassen auch aus landschaftspflegerischer
Sicht wegen ihrer Anpassung an regionale Bedingungen für
extensive Bewirtschaftungsformen Bedeutung haben und
oftmals in traditionellem Bezug zur Landschaft und Region
stehen, sind sie gleichzeitig auch erhaltenswertes Kulturgut.
Aus den genannten Gründen wird für die Bestandssicherung
solcher Rassen im Rahmen des Teilprogramms „Erhaltung
existenzgefährdeter Haustierrassen“ eine Beihilfe gewährt.
Im Jahr 2006 waren das insgesamt 31.557 EUR.
Naturschutz und Erhalt der Kulturlandschaft (NAK)
39

Im Rahmen des EAGFL-G wird seit dem 01.01.2001 die
Richtlinie zur Förderung des Vorruhestands in der Landwirt-
schaft im Freistaat Sachsen umgesetzt. Der einen Betrieb
abgebende Landwirt muss das 55. Lebensjahr vollendet ha-
ben und seinen Betrieb strukturverbessernd an einen ande-
ren Landwirt, der im Haupterwerb tätig ist, weitergeben und
4
Anwendungsumfang
des Teilprogramms
„Naturschutz und
Erhalt der Kulturland-
schaft“ für das Jahr
2006
Maßnahmen
Anzahl der Zuwendungsempfänger
Fläche (ha)
Naturschutzmaßnahmen
2.719
23.444
Umwandlung von Ackerland in naturschutzgerecht bewirtschaftetes Grünland
90
552
Naturschutzgerechte Beweidung
472
8.949
Naturschutzgerechte Wiesennutzung
643
8.091
a) Frischwiese
466
4.937
b) Feuchtwiese
238
1.818
c) Bergwiese
165
1.336
Anlage von Ackerrandstreifen
13
111
- Normale Saatstärke
5
68
- Verringerte Saatstärke
9
43
Langfristige Stilllegung landwirtschaftlicher Nutzfläche zur Biotopentwicklung
57
189
a) auf Ackerflächen
28
87
b) auf Grünland
36
102
Anlage von Zwischenstreifen auf Ackerland
69
236
Hüteschafhaltung
42
2.857
Nasswiesenpflege
246
976
Pflege aufgegebener landwirtschaftlicher Flächen
9
28
Offenhalten der Landschaft durch geeignete Pflegemaßnahmen
4
6
a) Mahd
2
3
b) Mahd in besonders schwierigen Lagen
3
3
Pflege, Mahd, Abtransport und Entsorgung des Mähgutes
6
21
Pflege von Streuobstwiesen
1.781
1.129
Erhalt historischer Merkmale auf landwirtschaftlichen Flächen
38
54
Naturschutzgerechte Ackerbewirtschaftung
39
272
a) Aufwuchs ggf. verwertbar
30
142
b) Aufwuchs als Nahrungs- und Brutvogelhabitat
12
130