image
image
1
»eku idee« Zivilgesellschaft
Ausgezeichnet mit 20.000 Euro
Grüne Liga Osterzgebirge e.V.
Mit Wiesendrusch Artenvielfalt im Osterzgebirge fördern. Aus der Region – für die Region!
Artenreiche und blütenbunte Bergwiesen prägen seit über 100 Jahren das Landschaftsbild des Osterzgebirges. Obwohl ihre Vorkommen aufgrund
landwirtschaftlicher Intensivierung weitgehend auf kleine Splitterflächen oder auf Schutzgebiete beschränkt sind, stellen sie den überwiegenden Teil
des regionaltypischen Arteninventars an Samenpflanzen, aber auch angepasster Insektenarten dar. Parallel dazu steigt aktuell für Ausgleichs- und
Wiederbegrünungsmaßnahmen das Interesse und die Nachfrage nach Saatgutmischungen regionaler Herkunft stetig an, zumal seit März 2020 nach
§40(1) BNatSchG deren ausschließliche Ausbringung in der freien Landschaft gesetzlich binden ist. Für viele der definierten Ursprungsgebiete kann
der Bedarf von Regiosaatgut nicht gedeckt werden. Neben der Methode der exakt auf die Empfängerfläche zugeschnittenen Saatgutmischung aus
artreinem Saatgut gibt es auch die Möglichkeit, das Arteninventar gesamter Flächen mittels ausbürstender Arbeitsverfahren als „Wiesendrusch“ zu
gewinnen und auf anderen Flächen wiederauszubringen. Diese Methode soll im Rahmen des Projektes mittels eines handgeführten
„Wiesensammlers“ modellhaft getestet, aufgezeigt und damit etabliert werden. Nach derzeitigem Wissensstand wird diese Methode in Sachsen

image
2
nirgends praktiziert. Die Gewinnung von Wiesendrusch-Saatgut mit vorausgehendem Artenmonitoring auf den Ernteflächen soll erstes
Vermehrungsgut liefern und die Effizienz der Technik prüfen. Zusätzlich gilt es, vorbereitend eine Reihe gesetzlicher Vorgaben
(Erntegenehmigungspflicht durch Untere Naturschutzbehörde, Erhaltungsmischungsverordnung, Zertifizierungsvorgaben) für die Region mit den
entsprechenden Stellen abzustimmen. Ziel des Projektes ist es, über diese Zwischenschritte die Methode im größeren Stil bei Landnutzern bekannt
zu machen und für den „Einstieg“ in die Wiesendrusch-Produktion auf artenreichen Bergwiesen des Osterzgebirges zu werben.
ASB Landesverband Sachsen e.V.
ASB Seniorenrikscha – Wir radeln hier und jetzt!
Als ASB Landesverband Sachsen verstehen wir uns laut Satzung als verantwortlich für die Förderung des gesamtgesellschaftlichen Wohlergehens.
Diese Aufgabe sehen wir nicht nur in der Hilfe am Menschen angesiedelt, sondern auch im Umwelt- und Klimaschutz. Wir sind uns unserer
Verantwortung dahingehen bewusst und möchten mit der „ASB-Seniorenrikscha“ einen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen, der Verbesserung
der Luftqualität durch die Reduktion von Klimagasen und dem Einsparen von knappen Ressourcen leisten. Aufgrund von körperlichen
Einschränkungen sind Bewohner von Altenpflegeheimen bei Ihren täglichen Erledigungen auf Fahrdienste angewiesen (ca. 8400km im Jahr pro
Einrichtung). Diese sind nicht nur kostenintensiv – 37% der Bewohner beziehen derzeit Sozialhilfe –, sondern bringen auch viele Abgase mit sich
(ca. 1,2t/CO2 im Jahr pro Einrichtung). Mit unserer Idee möchten wir zur finanziellen Entlastung der Bewohner und zum Natur- und Klimaschutz
beitragen. Wir möchten im Pilotprojekt zwei ASB Pflegeheime (Leipzig/Chemnitz) mit jeweils einer rollstuhlgerechten, elektrischen Fahrradrikscha
ausstatten. Pro Pflegeheim wird ein Bundesfreiwilliger eingestellt, der die Fahrdienste leistet. Allen Bewohnern – auch denen im Rollstuhl – wird mit
den Ausfahrten soziale Teilhabe an der frischen Luft ermöglicht. Die Idee an sich leistet einen Beitrag dazu, dass diese auch in Zukunft frisch bleibt.
Das Pilotprojekt mit zwei ASB-Seniorenrikschas soll perspektivisch sachsenweit als Innovations- und Markenmerkmal in allen ASB
Altenpflegeheimen etabliert werden. Im Sinne einer Vorbildwirkung soll es auch Träger anderer Altenpflegeheime zur Nachahmung in Bezug auf
Umwelt- und Klimaschutz, Reduktion von Luftverschmutzung, Ressourcenschonung und Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner anregen.

image
3
Da Altenpflegeheime vielfach mit finanziellen Engpässen zu kämpfen haben, wird in diesem Zusammenhang eine weitere Finanzierung angestrebt,
um das Projekt „ASB – Seniorenrikscha“ sachsenweit in die Breite zu bringen.
Bildungswerk für nachhaltige Entwicklung e.V.
NaturbauCampus - nachwachsend. nachhaltig. nordsächsisch.
Der NaturbauCampus bezeichnet ein Cluster, das sich um Forschung, Bildung und die Erhöhung der regionalen Wertschöpfung im Bereich
nachhaltiges Bauen“ kümmert. Im Landkreis Nordsachsen werden eine Reihe nachwachsender Rohstoffe angebaut, die zukünftig stärker in die
Wertschöpfungskette des ländlichen Bauens eingebracht werden sollen. Der NaturbauCampus soll auf dem Areal der Alten Filzfabrik in Oschatz
entstehen. Ein ca. 100 Jahre altes Holzhaus, das sich auf dem Fabrikgelände befindet, soll saniert und zu einem modernen Innovations-,
Forschungs- und Bildungszentrum umgebaut werden. Für die Umsetzung des Vorhabens haben sich Unternehmen der Baubranche, des Handels,
eine Forschungseinrichtung sowie Handwerk und Dienstleister zusammengeschlossen. Koordiniert werden die Aktivitäten vom Bildungswerk für
nachhaltige Entwicklung e.V., das für die operative Umsetzung und das Management des Projektvorhabens zuständig ist. Der NaturbauCampus
berücksichtigt die gesamte Bandbreite regionaler Rohstoffe, angefangen vom Holz, über Hanf bis hin zu Kaolin, Stroh und Lehm. Es entsteht ein
Schulungszentrum, in dem sich Mitarbeiter, Auszubildende, Neu- und Quereinsteiger qualifizieren und mit den regionaltypischen Baustoffen unter
fachlicher Anleitung auseinandersetzen können. Mit Hilfe der Forschungspartners HTWK Leipzig werden innovative Verfahren und Produkte
entwickelt, getestet und auf den Markt gebracht. Durch seine vielfältigen Aktivitäten wird der NaturbauCampus eine aktive Rolle als Impulsgeber für
innovationsgestützte und nachhaltige Regionalentwicklung in Nordsachsen (und darüber hinaus) einnehmen. Er dient gleichermaßen als Reallabor
an der Schnittstelle von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, als Kooperationsnetzwerk für angewandte Forschung, Wissenstransfer und
Weiterbildung, als Fachkräfteinitiative für die mitteldeutsche Bauindustrie, Land- und Forstwirtschaft sowie als Lernort für nachhaltige Entwicklung
im Sinne der Sächsischen Landesstrategie BNE.

image
4
Ausgezeichnet mit 15.000 Euro
Ernährungsrat Leipzig e.V. (gemeinnützig)
Akademie des guten Essens – Wertschöpfungsketten erleben, grüne Berufe entdecken
Im Projekt „Akademie des guten Essens – Wertschöpfungsketten erleben, grüne Berufe entdecken“ lernen junge Menschen anhand von
Lebensmittel-Wertschöpfungsketten grüne Berufe der Land- und Ernährungswirtschaft in der Stadt sowie dem Landkreis Leipzig und dem Landkreis
Nordsachsen kennen. Für ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Lebensmittelsystem werden Tätigkeitsfelder praktisch erprobt,
Berufswünsche gestärkt und neue Perspektiven aufgezeigt. Die Teilnehmenden im Alter von 16-25 Jahren besuchen an zwei Wochenend-
Akademien Betriebsstätten und werden von Praxis-Partner*innen aus Land- und Ernährungswirtschaft mit Unterstützung von BNE-Trainer*innen
vor Ort aktiv in die Betriebsabläufe eingebunden. Jedes Akademie-Wochenende widmet sich einer anderen Wertschöpfungskette (bspw. „Vom Korn
zum Brot“, „Vom Feld bis zur Ladentheke“). Die Anmeldung zu den Wochenenden erfolgt einzeln, so dass es den jungen Menschen möglich ist, sich
ihren Interessen entsprechend anzumelden. Durch eine Mischung aus Praxis- und Theorieteilen werden den jungen Menschen die
Herausforderungen eines nachhaltigen Lebensmittelsystems veranschaulicht und Zusammenhänge sichtbar gemacht. Zudem erhalten die
Teilnehmenden multimediale Dokumentationsaufträge, die frei wählbar sind. Diese regen auf der Metaebene Reflexionsprozesse über die
Wochenend-Akademien an. Die Teilnehmenden werden dazu aktiviert, sich selbst in die vorgestellten Berufsfelder hineinzudenken, diese praktisch
zu erproben und die Berufe zu erleben. Dadurch werden nachhaltige Lebensmittel-Wertschöpfungsketten für die Teilnehmenden erfahrbar gemacht,
ihre Selbstwirksamkeit gefördert und Interesse für zugehörige grüne Berufe geweckt. Sie werden dabei unterstützt, ihre beruflichen Stärken und
Talente auszuloten und werden durch Methoden der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) empowert die nachhaltige Entwicklung der Region
aktiv mitzugestalten.

image
5
Kleingärtnerverein „Flora 1” e.V.
Schwarzer Garten
In der Parzelle 65 des Kleingartenvereins „Flora I“ e. V. in Dresden-Striesen entsteht ein Schaugarten zum Thema "Kohlenstoffsequestrierung".
Öffentliche Feste und Workshops machen praktisch erlebbar, wie mit Pflanzenkohle der eigene Garten zu einem CO2-Speicher werden kann. Durch
Herstellung von Pflanzenkohle aus Gartenabfällen und deren Einbringen in den Boden wird Kohlenstoff langfristig aus der Atmosphäre entzogen
und zusätzlich mit Humusaufbau die Bodenfruchtbarkeit erhöht. Der Garten ist permanent geöffnet und lädt die Mitglieder des KGV „Flora I“ e. V.
und anderer Kleingartenvereine, Nachbar*innen und Passant*innen ein, sich über die Vorteile des Pflanzenkohle-Kreislaufs und seine Anwendung
im Gartenbau zu informieren. Die Stationen des Kreislaufs - ein Pyrolyseofen, ein Holzlager, ein Ort für die Kräuterjauche, ein Kompost und
bepflanzte Beete – werden durch Schautafeln erläutert. Die wissenschaftliche Begleitung durch das Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft der TU
Dresden ermöglicht die Anwendung und Vermittlung neuester Forschungen auf dem Gebiet. Der Schaugarten wird der deutschlandweit erste
Bildungsort zur Kohlenstoff-Speicherung im Privaten und ein Ort der Begegnung und des Diskurses sein. Die Pflanzenkohle wird aus dem
regelmäßig anfallenden Schnittholz hergestellt, welches Kleingärtner*innen in den Schwarzen Garten bringen. Zweimal im Jahr kommen alle
Interessierten zu einem Pyrolyse-Fest zusammen, bei dem dieses Holz verköhlert wird. Im Tausch für das Holz erhalten die Gärtner*innen die
entstandene Pflanzenkohle. In Workshops können Teilnehmende die Pyrolyse und das Beladen der Pflanzenkohle selber erproben. Ausleihbare
Pyrolyse-Öfen ermöglichen die Übertragung auf andere Kleingartenvereine. Der Schwarze Garten ist das Modell für den Einsatz von Pflanzenkohle
in Klein- und anderen Privatgärten und gibt Impulse für die Diskussion über das Potential von Pflanzenkohle im gewerblichen Gartenbau und in der
Landwirtschaft.

image
6
Initiative: Ernährungsrat Dresden und Region
Regional schmackhaft machen! Regio- Label zur Förderung regionaler und saisonaler Gerichte in der
Gastronomie
Für den Erfolg einer nachhaltigen Ernährungswende ist die Verwendung lokaler und saisonaler Produkte unverzichtbar. Obwohl regionale
Lebensmittel sich einer stetig wachsenden Beliebtheit erfreuen, gibt es gerade im Bereich der Gastronomie noch großen Handlungsbedarf. Bisher
werden nur in Ausnahmefällen Betriebe von regionalen Produzenten beliefert und bei der Produktauswahl hat die Saisonalität nur selten Priorität.
Der Fokus bisheriger Trends von angebotenen Gerichten liegt zumeist auf gesundheitlichen Blickpunkten, Qualität der Produkte (Bio) oder
veganen/vegetarischen Alternativen. Der Aspekt der kombinierten Regionalität und Saisonalität bleibt dabei bisher meist außen vor. Selbst wenn
entsprechende Produkte zugekauft werden, werden sie gegenüber der Kundschaft nicht kenntlich gemacht. In dem Pilotprojekt im Raum Dresden
soll diesem Problem mit einer gezielten Kampagne begegnet werden: kooperierende gastronomische Betriebe erhalten ein Regio-Label, indem sie
ein regio-saisonales Gericht im Menü anbieten. Die Aufgaben der geplanten Koordinationsstelle in den 2 Jahren Projektlaufzeit sind: (-) business-
to-business Vernetzung zw. Gastronomie und regionalen Produzenten (Umkreis max. 200 km), (-) Erstellung eines Zuliefer-und Logistikkonzepts, (-
) breit angelegte Werbe-und Crowdfunding-Kampagne, (-) Organisation und Evaluation eines Testlaufs. Ziel des Projekts ist ein gut fundiertes und
getestetes Konzept sowie der Aufbau eines Netzwerks zur längerfristigen Umsetzung. Durch das Vorhaben wird ein Mehrwert auf vielen Ebenen
hergestellt: (-) Erschließung innovativer Direktvermarktungswege für kleine und mittelgroße regionale Produzenten, (-) gastronomische Betriebe
profitieren von öffentlichkeitswirksamen Marketingkonzept, (-) Verbraucher werden durch das Angebot zu einer nachhaltigeren Ernährungsweise
motiviert, indem der Bezug zur Herkunft der Lebensmittel gestärkt wird und attraktive Verarbeitungsmöglichkeiten von saisonalen Produkten erlebbar
gemacht werden.

image
7
Initiative: Lößnitz Kulturhauptstadt 2025, Apfelgruppe
Lößnitz- Stadt der Apfelbäume
Lößnitz hat eine jahrhundertealte Tradition der bäuerlichen Streuobstwiesen. Besonders im Ortsteil Affalter- dem althochdeutschen Wort für
"Apfelbaum"- ist diese Tradition noch gut sichtbar, selbst im Ortswappen steht der Apfelbaum im Zentrum. Leider ist dies in den letzten Jahren mehr
und mehr in den Hintergrund getreten. Die Obstwiesen verlangen mit ihren alten Beständen viel Pflege, Wissen um Bäume, Sorten und Verarbeitung
und die Wertschätzung durch die Gesellschaft. Den veränderten Berufs- und Freizeitinteressen ist so mancher Baum, sind ganze Bestände zum
Opfer gefallen. Andererseits gibt es ein steigendes Interesse, die Apfelbäume in den Fokus zu rücken. Immer öfter werden von Privatleuten, aber
auch von der Stadt Lößnitz, Baumpflanzungen vorgenommen. Und noch etwas: Lößnitz ist regionaler Bestandteil der Kulturhauptstadt Chemnitz
2025. Und wir haben die ländliche Kultur der Apfelbäume als überregionales Alleinstellungsmerkmal gleichwertig neben die lange Geschichte des
Ortes gestellt, indem wir unter dem Motto "Äpfel und Schiefer" ein breites und von der bürgerlichen Basis initiiertes Kulturprogramm auf den Weg
bringen möchten. Dieses soll neben der zu erwartenden Hochkultur im Kulturhauptstadtjahr die eigene kulturelle Identität präsentieren. Das wird
verbunden sein mit neuen lokalen Strukturen, kultureller Einbindung, überregionalen Vernetzungen, einer europäischen Dimension und
grenzüberschreitenden Sichtweise. An dieser Stelle setzt das Projekt an: Bisher wenig angebundene Ortsteile, wie die Lößnitzer Neustadt
(Plattenbau- Siedlung), sollen zur Gestaltung des Umfeldes Apfelbäume als Obstwiese erhalten. Es ist ein "Apfelpfad" geplant, der sowohl über
verschiedene Themen informiert, als auch als Apfelallee alte heimische Obstsorten neu kultiviert. Schwerpunkt ist die Einbeziehung der Lößnitzer
Bevölkerung und die Vermittlung von Wissen und Können. Perspektivisch ist eine App / interaktive Karte geplant.

image
8
Stiftung "Ecken wecken"
Historische Handschwengelpumpen wiederbeleben - zur Rettung von Stadtbäumen, Klimaanpassung,
Erfrischung und mehr Aufenthaltsqualität in der Stadt
Leipzig verfügte einst über eine große Anzahl gusseiserner Handschwengelpumpen. Derzeit sind nur ca. 11 davon im Betrieb. Zusammen mit den
verantwortlichen Ämtern/Eigenbetrieben Leipzigs, mehreren Kooperationspartner:innen und ehrenamtlich Engagierten möchte das Projekt möglichst
viele davon sanieren und wieder in Betrieb nehmen. Ziele: Die Pumpen sollen zur dringend benötigten Bewässerungen von Stadtbäumen genutzt
werden, zur Klimaanpassung beitragen, für die Erfrischung von Leipziger Bürger:innen in heißen Sommern sorgen (z.B. für die Füsse, kein
Trinkwasser!) und mehr Aufenthaltsqualität in der Stadt schaffen. Zudem bringen wir damit ein schönes historisches Erbe unserer Stadt wieder in
Nutzung.
Arbeitsgruppe Naturschutzinstitut Region Dresden e.V.
Netzwerk Natur- und Umweltschutz auf Gast- und Bauernhöfen um Dresden
Bis zum Jahresende 2022 soll ein funktionierendes Netzwerk für mehr Natur- und Umweltschutz auf Gast- und Bauernhöfen im ländlichen Raum
rings um die Großstadt Dresden geschaffen werden und es sollen bis dahin viele lokale Einzelmaßnahmen im Arten-, Biotop- und Umweltschutz auf
den Betriebsflächen von gastronomischen und landwirtschaftlichen Betrieben umgesetzt werden bzw. sollen auf diesen Flächen die
Voraussetzungen für eine baldige Verbesserung der ökologischen Situation, den verstärkten Einsatz alternativer Energien und regionaler
Wirtschaftskreisläufe verbessert werden. Dazu erfolgt eine Intensivierung schon bestehender Kontakte zu landwirtschaftlichen Betrieben sowie eine
Kontaktaufnahme zu weiteren gastronomischen und landwirtschaftlichen Betrieben mit der Absicht, mit diesen gemeinsam Arten- und
Biotopschutzprojekte sowie je nach Bedarf und Möglichkeit weitere Umweltschutzprojekte durchzuführen. In einer "Koalition der besonders Willigen"
sollen Kooperationen für gemeinsame Projekte für nachhaltige Entwicklung und regionale Wirtschaftkreisläufe gebildet und umgesetzt werden. Mit
Ausstellungen, Ausstellungseröffnungen (mit Kunst- und Kulturschaffenden) und Faltblättern erfolgt eine öffentlichkeitswirksame Darstellung der

image
9
Aktivitäten der einzelnen Projektteilnehmer, was zu deren Bekanntheitsgrad in der Region und zur guten Multiplikationswirkung des Projektes und
seiner Ziele beiträgt. Die 2022 erzielten Teilerfolge werden publiziert und Schlussfolgerungen für die weitere Projektarbeit werden gezogen.
Ausgezeichnet mit 10.000 Euro
LEBENs(T)RÄUME e.V.
Bienenfreundliche Stadt: Bienenfutterautomaten und Lavendelwall
Unser Verein bemüht sich gemeinsam mit der Stadt, bienenfreundlich zu agieren, indem zum Beispiel Naturflächen erhalten bleiben,
bienenfreundliche Blumen gepflanzt und lang genug stehengelassen werden und das Bewusstsein der Bürger*innen vor Ort diesbezüglich zu
schärfen. Nun soll die Stadt bzw. unser ca. ein Hektar großes Gelände Dank eines Lavendelwalls noch bienenfreundlicher werden und die
Bewohner*innen sollen Dank der Bienenfutterautomaten einen leichten Zugang zu bienenfreundlichen Saatmischungen erhalten und damit zur
Verbreitung/Vermehrung bienenfreundlicher Flächen, auch im Privaten beitragen. Zudem möchten wir durch Bildung die Akzeptanz schaffen, warum
Wildwuchs gewollt und nötig ist. Vor kurzem fand bei uns eine Wildbienenzählung statt, bei der außergewöhnlich viele Wildbienenarten entdeckt
und gezählt wurden: Ganze 53 verschiedene, zum Teil gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Wildbienenarten! Dies ist für uns Beweis und
Ansporn zugleich, die Stadt bienenfreundlicher zu gestalten. Der Lavendelwall soll direkt auf unserem, frei zugängigem Gelände, auf der
sogenannten Bienenweide, entstehen. Die Blühmischungautomaten sollen an verschiedenen, öffentlichen und gut frequentierten Standorten
innerhalb der Stadt angebracht werden.

image
10
Initiative: BaumWege Grimma
BaumWege Grimma
Das Ziel unseres Projektes ist es, die 64 Ortschaften der Stadt Grimma und ihre Bewohner durch grüne Baumalleen und blühende Baumreihen
wieder miteinander zu verbinden. Gemeinsam mit den Einwohnern, wollen wir für jeden Einwohner einen Baum pflanzen. Wir möchten dafür ein
breites Bündnis schaffen aus tatkräftigen Bürgern und Unterstützern, Landeigentümern, Landwirten und Agrargenossenschaften, zukünftigen
Baumpaten, Fachleuten für Förderprogramme, Baumexperten und Baumschulen, (Heimat)-Vereine, Kindergärten und Schulen und zusammen mit
der Stadtverwaltung und den Behörden dieses Vorhaben auf konkrete Füße stellen.
NABU (Naturschutzbund Deutschland), Landesverband Sachsen e.V.
Naturschutzstationen fledermausfachlich ausstatten
Das sachsenweite NABU-Projekt "Quartierpaten für Fledermäuse gesucht!" ist nach über dreijähriger Laufzeit nunmehr in alle sächsischen
Landkreise vorgedrungen. Aktuell zählt das Projekt 93 Quartierpaten, die 142 Quartiere verschiedenster Art betreuen. Neben der Akquise und
Betreuung der Quartierpaten werden auch Exkursionen, Schulungen und Beratungen rund um das Thema Fledermausschutz durchgeführt. Das
Angebot stößt auf große Resonanz und die Nachfrage wächst stetig an. Da die lokale Betreuungsarbeit im Fledermausschutz somit immer größer
wird, beabsichtigt der NABU Sachsen mit dem Projekt -Naturschutzstationen fledermausfachlich ausstatten- einzelne Naturschutzstationen zum
Thema Fledermausschutz besser fachlich aufzustellen, damit diese später selbst Teilaufgaben des Quartierpaten-Projektes übernehmen können.
Dafür sollen die fledermauskundliche Ausstattung der Stationen verbessert (Erwerb von Detektoren, Schautafeln, Fledermaus-Unterrichtsmappe)
und Fledermausquartiere in unmittelbarer Nähe der Station geschaffen werden.

image
11
Leipziger Club- und Kulturstiftung
Vom Kohlekraftwerk zum grünen Kreativkraftwerk
Durch den Klimanotstandbeschluss der Stadt Leipzig wurde bewusst gemacht, dass jede:r Einzelne sein Verhalten überdenken muss, somit werden
auch die Gedankenspiele der nachhaltigen Kulturorte neuüberdacht und intensiviert. Ausgelöst durch die Verdrängung zweier Leipziger Clubs von
ihren Standorten ist ein ehemaliges Kohlekraftwerk der Bahn als neuer gemeinsamer Standort in den Fokus gerückt. Mit der Gründung der Leipziger
Club- und Kulturstiftung ist das Ziel, einen Ort für Musik, Kunst und Kreativität zu erschaffen. Dieser Ort soll durch innovativen Einsatz nachhaltiger
Energieerzeugungsformen nicht nur als grüner Energielieferant von Strom und Wärme für die Benutzer der Fläche dienen, sondern auch eine nicht
ausgehende Energiequelle für Innovation, Kreativität und Miteinander darstellen. Die Vision des Projektes ist, durch “alte” und neue Formen der
Erzeugung erneuerbarer Energien (z.B. Solar, Wärmerückgewinnung, Biomasse, Wasserstoff) ein grünes Kreativkraftwerk entstehen zu lassen. Der
Ausstieg aus der Kohleversorgung ist ein wichtiger Baustein zur Umsetzung des nationalen Klimaschutzplanes. Auch wir möchten uns hierzu mit
unserem einzigartigen Projekt “Gleisdreieck” beteiligen und dies als Modell für weitere Kulturorte in Leipzig und darüber hinaus etablieren. Zeitgleich
entsteht durch Green Culture Leipzig eine Kompetenzstelle für umweltfreundliche und klimaneutrale (Kultur-)Veranstaltungsorte. Um die relevanten
Aspekte einer klimaneutralen Kultur sichtbar zu machen, soll gemeinsam mit Vertreter:innen aus Wissenschaft und Forschung, ein
Nachhaltigkeitsleitfaden speziell für Kulturorte entstehen. Durch die Planung und Umsetzung von strategischen Energieeffizienzmaßnahmen soll
den Kulturorten so eine Möglichkeit zum Schutz vor dem Kostendruck bei steigenden Energiepreisen geboten werden. Im Kontext der Leipziger
Kulturorte sollen die Themen der Energie- und Ressourceneffizienz kommuniziert und klimabewusstes Leben in Leipzig unterstützt werden.
Gemeinschaftswerk Leben e.V.
Tür an Tür für ein gutes Leben. Kompetenzen und Synergien für nachhaltige Lebensstile
Begleitung der Nachhaltigkeitsentwicklung von Nachbarschaften und Gemeinschaften mit einer Nachhaltigkeitsentwicklungsumlage. Ende 2021
startet ein Pilotprojekt, bei dem eine Wohnungsgenossenschaft mit 30 Nachbar*innen mithilfe einer Nachhaltigkeitsentwicklungsumlage Schritt für

image
12
Schritt nachhaltige alltagstaugliche Lösungen für den Lebensstil der Anwohner*innen entwickelt. Mittels eines Aufschlags von ca. 5 % zur Kaltmiete
wird ein gemeinsames Budget geschaffen - die Nachhaltigkeitsentwicklungsumlage. Mit diesem Budget wird ein Prozess finanziert, bei dem Schritt
für Schritt die Konsumgewohnheiten der Anwohner*innen reflektiert werden, kostengünstige und anregende Angebote entwickelt werden sowie
individuelle und kollektive Umsetzungsmöglichkeiten und Blockaden identifiziert werden. Das Motto lautet: Nachhaltige Veränderung durch
Inspiration, in der eigenen Geschwindigkeit und in kontinuierlichen kleinen Schritten. Denn der Wandel der eigenen Gewohnheiten braucht Zeit,
Zuspruch und zielt in einen persönlichen Mehrwert an Lebensqualität. Der Verein GWL (Gemeinschafts-Werk-Leben) begleitet die Bunte eG i.G.
voraussichtlich ab Januar 2022 dabei, die Konsumgewohnheiten ihrer Mitglieder*innen systematisch Richtung ökologischer Nachhaltigkeit,
Kosteneffizienz und Lebensqualität weiterzuentwickeln. Denn am Ende muss ein nachhaltiger Lebensstil weder teuer, noch entbehrungsreich sein.
Ganz im Gegenteil: Der Wandel der Gewohnheiten wird nur nachhaltig, wenn sich das Resultat einfach besser anfühlt.
Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e.V.
Land-er-Leben in Pehritzsch
Das Projekt beinhaltet die Ausgestaltung eines kleinen Rundweges um die Ortschaft Pehritzsch mit Informationen zur Naturausstattung, zur Historie
sowie besonderer Plätze für kleine Ausflüge, Umweltbildungsmaßnahmen und Treffpunkte. Bevölkerung und Fahrradwanderer erhalten
Informationen zum Gebiet und zum Naturraum, was Natur und Landschaft begreifbar und erlebbar werden lässt. Die Gestaltung soll dabei nicht
statisch bleiben, sondern mit der Etablierung auch zu einer weiteren Entwicklung und Verbesserung beitragen. Unterstützung und Mitarbeit erfolgt
über die Gemeinde Jesewitz, ortsansässige Vereine, Jagdpächter und Landwirte der Flächen sowie dem Zweckverband Parthenaue. Gleichzeitig
ist eine Aufwertung der Landschaft durch die zusätzliche Einrichtung und Anlage von blütenreichen Flächen, Landschaftsstrukturelementen
(Streuobst, Hecken, Kopfweiden) und die Entwicklung eines natürlichen Gewässerabschnittes am Oberlauf des Lindelbaches geplant. Der
Umgebungsbereich wird attraktiver für die örtliche Bevölkerung und trägt durch die Vielfalt von Strukturelementen in der Landschaft zum Erhalt der
Biodiversität bei. In Kooperation mit dem ortsansässigen Verein "Terebinthia" soll eine Saftstraße in Anbindung an die offenen Werkstätten durch

image
13
Anschaffung einer mobil einsetzbaren Saftpresse auch zur Nutzung für andere Vereine und Privatpersonen entstehen, die die Nutzung und
Verwertung von regionalem Obst ermöglicht und dadurch kleine regionale Kreisläufe entstehen lässt. Der Verein Terebinthia e.V. bewohnt seit 2017
den Pfarrhof in Pehritzsch und bietet einen Austausch mit offenen Werkstätten zu handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten. Die Nutzung und
Verwertung von regionalem Obst und Gemüse soll dabei weiter in den Fokus ihrer Tätigkeiten rücken, wozu bereits ein Austausch mit der
Solidarischen Landwirtschaft im Raum Taucha sowie dem Allmende-Verein besteht. Im Verein sind auch Pilgerunterkünfte seit 2021 eingerichtet.
Lokale Agenda 21 für Dresden e.V.
Netzwerke für ein nachhaltiges Dresden
Kooperation, Vernetzung und Wissenstransfer sind die Schlüssel für die Umsetzung nachhaltiger Lösungen in der Stadt. Oftmals herrscht kein
Mangel an Wissen oder Motivation, sondern an der Zusammenarbeit zwischen entscheidenden Akteur:innen. Die Lokale Agenda Dresden agiert als
vermittelndes Bindeglied und Knotenpunkt zwischen Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Unternehmen und der Zivilgesellschaft. Basierend auf
unseren langjährigen Erfahrungen in der Initiative und Koordination des Netzwerkes kommunaler Mitgliedsunternehmen und städtischen
Tochtergesellschaften mit dem Schwerpunkt "Nachhaltiges Wirtschaften" möchten wir neue Netzwerke schaffen bzw. existierende Netzwerke
erweitern. Durch den koordinierten regelmäßigen Austausch und Foren zur kollegialen Beratung möchten wir weitere Kooperationen fördern und
somit Synergien für den nachhaltigen Wandel schaffen. Aufgrund der positiven Resonanz und steigenden Nachfrage unserer Expertise hinsichtlich
der Akteursvernetzung möchten wir die kommunale Zusammenarbeit insbesondere in den Bereichen "Nachhaltige und gemeinwohlorientierte
Technologien" stärken. Wir sehen dahin großes Anknüpfungspotential zu unseren bisherigen Kooperationen im Bereich nachhaltiges Wirtschaften
und nachhaltige Kultur. Neben der Akquise von Netzwerkmitgliedern organisieren wir quartalsweise Netzwerkformate für den offenen Austausch zu
aktuellen nachhaltigkeitsrelevanten Themen. Im Rahmen der Betreuung des Netzwerkes bereiten wir relevante Informationen auf und bieten
Workshops sowie Weiterbildungen zur Etablierung von Nachhaltigkeitsstrategien in Unternehmen an. Unter anderem werden dabei praxisnahe
Ansätze und Methoden zu Nachhaltigkeitskommunikation und nachhaltiger Beschaffung vermittelt. Die Bündelung der interdisziplinären

image
14
Netzwerkexpertise soll effektiv mit der lokalen Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele verknüpft werden. Die Erkenntnisse aus den Netzwerken
werden von uns aufbereitet und zunächst den Netzwerkmitgliedern zur Verfügung gestellt. Das langfristige Ziel ist die Bereitstellung einer Open-
Source-Plattform für den übergreifenden Austausch des generierten Wissens.
Verschenkekiste e.V.
Verschenkekiste - Umsonst- und Leihladen Leipziger Osten
Die "Verschenkekiste" ist ein Umsonstladen im Leipziger Osten und wird ehrenamtlich von den Aktiven des gleichnamigen Vereins betrieben. Die
grundlegende Motivation dahinter ist einerseits die "sharing is caring"-Idee, und andererseits vor allem der Kreislaufgedanke. In unserem
Umsonstladen kann nachbarschaftliche Kreislaufwirtschaft ganz niederschwellig gelebt werden: Die Einen geben nicht mehr benötigte Dinge (wie
bspw. Textilien, Alltagsgegenstände bis hin zu Lebensmitteln) bei uns ab. Andere nehmen jene Dinge wieder mit, weil sie dafür noch Verwendung
haben - kostenlos und ohne Tauschzwang. Perspektivisch möchten wir die Verschenkekiste als Institution des nachhaltigen Konsums im Leipziger
Osten etablieren. Mit unserem Laden soll ein Ort entstehen, wo wir gemeinsam mit anderen Initiativen, u.a. aus dem Leipziger Bündnis für
Abfallvermeidung, aber auch engagierten Bürger:innen, das Thema "Nachhaltiger leben" - im Sinne der Abfallvermeidung ("weitergeben statt
wegwerfen") und der Ressourcenschonung ("wiederverwenden statt neukaufen") - gestalten möchten. Dies werden wir realisieren, indem wir unser
Verschenke- um ein Verleihangebot ergänzen. Außerdem planen wir eine Erweiterung unseres Spektrums: von Nähcafés und Upcycling-Workshops
über Aufräumaktionen und Infoveranstaltungen bis hin zu Küfas (Küche für alle) aus geretteten Lebensmitteln. Unabhängig davon werden wir
unseren Aktionsradius erweitern und mit Bürger:innen aus dem Viertel die Betreuung eines Tauschschrankes im Lene-Voigt-Park organisieren. Um
auch bereits bei Kindern ein Bewusstsein für Ressourcenschonung und Abfallvermeidung zu schaffen, werden wir zudem mit Kindertagesstätten
und Schulen, vorerst im Leipziger Osten, in den Austausch gehen und die Etablierung von mindestens einem Verschenke-Regal pro
Bildungseeinrichtung anregen.

image
15
Ausgezeichnet mit 5.000 Euro
Förderverein Obere Schule e.V.
Mission Tierhotel Seifhennersdorf
Direkt an der Mandau steht ein alter Trafoturm – das neue „Tierhotel Seifhennersdorf“ für Großvögel, Kleinvögel, Säuger und Insekten.
Artenschutzgerecht ausgebaut kann das Objekt eine sogenannte ökologische Nische für freilebende Tierarten darstellen, sich als Winterquartier
oder Rückzugsort, Brutraum und Entwicklungsfläche für Moose und Flechten entwickeln. Bestimmte, bisher weiter verbreitete Tierarten werden
allgemein seltener. Dies liegt oftmals am Fehlen geeigneter Nistplätze. Der Trafoturm kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten, solchen Tierarten
Lebensraum zu schaffen. Weiter kann ggf. der Standort gleichsam als Treffpunkt für Menschen der Stadt angesehen werden. Eine Sitzgelegenheit
bietet Raum für Gespräche und zum Verweilen.
Soziales Arbeitsförderwerk e.V.
Ersteinrichtende Entwicklungsmaßnahmen in biotop-und artenschutzrelevanten Flächen der Stadt Plauen
und seines Umlandes
Das Soziale Arbeitsförderwerk e.V. ( SAW e.V.) arbeitet seit 1992 - seiner Satzung entsprechend - im Rahmen der Arbeitsförderung, der
Arbeitserprobung und Stabilisierung mit von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen, mit sozial Benachteiligten und Jugendlichen, überwiegend im
Umweltbereich in verschiedenen Projekten. Aufgrund der rückläufigen Entwicklung der Förderpolitik für Aufgaben des SAW e.V. an sich und
aufgrund der Verstärkung arbeitsmarktpolitischer und sozialer Probleme, ist es unser Ziel, weitere Aufgabengebiete zu erschließen. Damit sollen für
von Arbeitslosigkeit Betroffene sowie für alle Interessierten zusätzliche, sinnvolle Perspektiven und Betätigungsfelder erschlossen und damit auch
ein Fortbestand des Vereines gesichert werden.

image
16
Beschäftigung im Bereich des Natur- und Umweltschutzes scheinen uns, auch aufgrund der Erfahrung vergangener Jahre, geeignet, multiple
Probleme seitens des Personenkreises der Langzeitarbeitslosen und sozial Benachteiligten mit dringend notwendigen Maßnahmen auf
Biotopflächen in der Region langfristig zu verbinden. Im Vogtland gibt es aufgrund der erdgeschichtlichen Entstehung verschiedene, in
Zusammenhang stehende Kleinstflächen (Reste von Vulkanismus und Bergbau) die traditionell landwirtschaftlich nicht genutzt werden konnten,
lediglich als Wiesen-und Hutungsflächen dienten. In Zuge der Zusammenlegung von Flächen zur effektiven landwirtschaftlichen Nutzung, werden
diese Trittsteinbiotope, meist ohne direkte Zuwegung nicht genutzt, des droht eine Verbuschung und folglich ein Rückgang der Artenvielfalt. Die
Flächen sollten, als regionaltypisches Kulturgut verstanden und erhalten werden. Gewerblich ist dies aufgrund der beschwerlichen Zufahrt und
Kleinteiligkeit unwirtschaftlich.
Im Rahmen des Projektes sollen vorgelagerte Arbeiten erfolgen, um die Voraussetzung für eine weitere langfristige Pflege zu sichern sowie
projektbezogene Einsätze und Umweltbildung mit verschiedenen Interessen zu ermöglichen.
Initiative: Mitmachstadt Hoyerswerda// Arbeitsgruppe Mobilität
Programmierung einer App zur Radweganalyse für eine fahrradfreundliche Stadt
Für eine erfolgreiche Verkehrswende braucht es in Hoyerswerda (noch) mehr Radverkehr und eine alltagstaugliche Infrastruktur mit attraktiven,
leistungsfähigen und sicheren Fahrradwegen .Für eine Steigerung der Attraktivität des Radverkehrs in Hoyerswerda bedarf es des Umbaus der
bestehenden Radverkehrsinfrastruktur zu einer qualitativ hochwertigen Stufe. Die Vorteile einer fahrradfreundlichen Stadt sind z.B. nachhaltige
Vorteile für Einwohner, Gäste und Touristen, nachhaltige Vorteile für Natur, Umwelt und Gesundheit jedes Einzelnen, nachhaltige Marketing-Säule.
Vorrausetzung dafür ist eine systematische Zustandserfassung des bestehenden Radverkehrsnetzes (Ist-Zustand) bei dem jeder aktive Radfahrer
mitmachen kann. Jedoch stoßen wir als engagierte Bürgerinitiative bei der Erfassung der Daten des Ist-Zustands an personelle und technische
Grenzen. Unser Bestreben ist es, die Stadtverwaltung zu unterstützen und selbst die Daten-Erfassung des Ist-Zustands durch engagierte Bürger in
die Hand zu nehmen.

image
17
Die Lösungsidee für dieses Problem ist es, in Zusammenarbeit mit einem Programmierer eine Smartphone-App zur Digitalisierung von Live-
Informationen zu entwickeln. Mit Hilfe dieser App können Radfahrer ihre entsprechend den von uns vorgegebenen Bewertungsmaßstäben/ Kriterien
festgestellten verkehrlichen Kenngrößen während des Radfahrens in ihr Handy eintragen und zu einem öffentlich zugänglichen Server weiterleiten.
Diese Art der Vorverarbeitung der Daten führt zu einer qualitativ hochwertigen Datenbasis. Sie kann dann entsprechend ausgewertet und
aufgearbeitet und an die Verantwortlichen der Stadt und der Politik herangetragen werden und sie bei ihren Entscheidungsprozessen unterstützen.
ZAK - Zukunftsakademie Leipzig e.V. (gemeinnützig)
„Nur mal kurz die Welt retten!“ Interaktives Ausstellungsobjekt
Mit dem Projekt soll ein attraktives, kompaktes und doch auch flexibles Ausstellungsobjekt zu Themen des nachhaltigen und guten Lebens
entwickelt, hergestellt und im Einsatz erprobt werden. Das Objekt soll so beschaffen sein, dass es leicht transportiert und aufgebaut werden kann,
so dass es eine geringe Hemmschwelle gibt, es an vielen wechselnden Orten zu nutzen. Es soll so robust sein, dass es gut viele Ausstellungszyklen
übersteht. Es soll innovativ gestaltet sein bezüglich der Form und der interaktiven Möglichkeiten zur Ansprache des Publikums (ohne Einsatz von
elektronischer Technik). Damit soll für breite Bevölkerungsteile ein einfacher und anschaulicher Zugang zu den Herausforderungen für eine
nachhaltige Entwicklung geschaffen werden, der mit dem Aufzeigen konkreter Handlungsmöglichkeiten für jede:n Einzelne:n verbunden wird. Für
öffentliche Einrichtungen wie Museen, Bibliotheken, aber auch Foyers anderer gut frequentierter Einrichtungen - z.B. Sparkassen u. ä. wird damit
ein erster einfacher Einstieg und Anknüpfungspunkt für das Thema geschaffen, auf dem sich inhaltlich aufbauen lässt. Damit werden niedrigschwellig
breite Teile der Bevölkerung erreicht, die noch nicht zielgerichtet nach Anregungen für einen nachhaltigen Lebensstil gesucht haben. Ein ergänzend
zur Ausstellung entwickeltes Quiz stellt einen zusätzlichen interaktiven Anreiz dar, die Ausstellungsinhalte spielerisch zu erkunden. Der einfache
Transport und Aufbau des Objektes ermöglicht eine hohe Frequenz der Präsentation an wechselnden Orten, an denen jeweils unterschiedliche
Menschen erreicht werden können.

image
18
Wasser-Stadt-Leipzig e.V.
Umweltpädagogisches Konzept für die „Leipziger Wasserkiste“
Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie entstand als Alternative zum Leipziger Wasserfest eine „Kiste“, aus welcher die unterschiedlichen Aspekte
rund um das Thema Wasser in Leipzig bespielt werden können. Mit Hilfe einer NFC-Technik wurden erste verfügbare Beiträge rund um das Wasser-
Thema Gewässerschutz und Gewässernutzung zugänglich gemacht. Der Fokus lag zunächst nur auf der Umsetzung eines solchen Tools und noch
nicht auf der inhaltlich komplexen Ausstattung. Die Kiste selbst wurde als Upcycling-Objekt errichtet und ausgestattet. Nun soll das Projekt kinder-
und jugendtauglich durchgearbeitet und um weitere Beiträge ergänzt werden. Sowohl die aufgespielten Themen als auch das umweltpädagogische
Spielkonzept sollen Kinder und Jugendliche an ihre Gestaltungsmöglichkeiten einer nachhaltigen städtischen Umwelt an und in Leipziger Gewässern
heranführen. Durch die Experimente sollen Wirkungszusammenhänge für verschiedene Altersstufen erlebbar werden. Zum Gelingen des Projektes
soll die enge Kooperation mit Jugendhilfe und -fördervereinen sowie von Erfahrungsträger*innen zum Thema Daseinsvorsorge, Umweltforschung,
Umweltinformation sowie der Umweltverwaltung der Stadt Leipzig beitragen. Auf diese Weise sollen Aktionen angeschoben werden, die im Rahmen
Möglichkeiten, die Kinder und Jugendliche haben, einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Gewässerreinigungsaktionen, Schutz der
Gewässerufer, Aktivierung von Renaturierung, Upcycling zur Abfallvermeidung sind Aktionen, die durch dieses umweltpädagogische Konzept
angeregt werden können. Schritt für Schritt werden dann nicht mehr nur Erwachsene die Zusammenhänge erklären. Aufbauend auf ihre eigenen
Erfahrungen werden sich die Kinder und Jugendlichen die Zusammenhänge gegenseitig erklären können. So soll die gegenwärtige Übernutzung
der Leipziger Gewässer in eine nachhaltige Entwicklung umgesteuert werden.
NAHhaft e.V.
Klimaküche Sachsen
Regionale Wertschöpfung und standortangepasste Landwirtschaft erfordern angepasste Speisepläne. Hierbei kommt der Gemeinschafts-
verpflegung als Großabnehmer und Weiterverarbeiter von Lebensmitteln eine entscheidende Rolle zu. Um die Küchen bei dem Prozess zu

image
19
unterstützen, ihre Gerichte und Speisepläne klimafreundlicher und regionaler zu gestalten, ist eine Küchenberatung mit anschließenden Schulungen
und Kochworkshops geplant. Ziel ist es, Küchen dabei zu unterstützen, mehr pflanzliche und regionale (Bio)-produkte auf ihre Speisepläne zu
bringen und somit ein klimafreundlicheres Angebot zu schaffen. Damit soll einerseits die regionale Wertschöpfung gefördert, gleichzeitig
Treibhausgasemission reduziert und Speisepläne gesundheitsförderlicher zusammengestellt werden. Das Projekt ist somit als direkte Unterstützung
und individuelle Beratungsleistung für Küchen gedacht und soll diese befähigen, das Gelernte auch langfristig umzusetzen und auf dem Speiseplan
entsprechend zu etablieren. Es sollen erste Workshops und Küchenberatungen stattfinden. Langfristig soll das Projekt ausgebaut werden, um das
Angebot dauerhafter gewährleisten zu können und breitflächig Küchen zu erreichen. Die Umsetzung ist in Dresden und Leipzig geplant.
GeoWerkstatt Leipzig e.V. (gemeinnützig)
Home Sweet Home 2022 - Nisthilfen und Blühwiesen für unsere Stadt
Im Rahmen des Projektes baut die GeoWerkstatt Leipzig e.V. gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen an den unterschiedlichsten Standorten in
Leipzig und Umgebung Nisthilfen für hohlraumbesiedelnde Wildbienenarten. Die "Bienenhotels" entstehen dabei in den Schulgärten der
teilnehmenden Einrichtungen (Schulen, Kitas und andere Bildungseinrichtungen), aber auch andere, neue und alte Formate des urbanen Gärtnerns:
Schrebergärten, Streuobstwiesen, "urban gardening", "Essbare Stadt", etc. sollen mit neuen Bienenhotels bedacht werden bzw. partizipieren als
Projektpartner und -teilnehmer. Ziel des Projektes ist es, in einem immer stärker versiegelten, städtischen Raum neuen Lebensraum und
Nistplatzangebote für verschiedene Insekten- und v.a. Wildbienenarten zu schaffen, deren Anzahl seit Jahren dramatisch sinkt. Im Fokus steht dabei
eine intensive Auseinandersetzung der Teilnehmer mit den Themen Natur- und Artenschutz, Biodiversität, urbane Ökosysteme sowie
Ökosystemdienstleistungen. Die gemeinsame Umsetzung (Bau der Nisthilfen) hat vor allem für Kinder, Schüler und Jugendliche einen zusätzlichen
pädagogischen Wert. Die selbstständigen Arbeiten werden dabei von engagierten GeoWerkstatt-Mitgliedern angeleitet und inhaltlich begleitet.

image
20
NABU (Naturschutzbund Deutschland), Landesverband Sachsen e.V.
Artenvielfalt und Wohlbefinden - naturnahe Balkongestaltung in einer Seniorenwohnanlage
Stadtnatur leistet einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel. Insektenfreundliche, naturnahe Balkone sind einer der Bausteine, die
für eine grüne Infrastruktur sorgen. Sie machen unsere Städte und Gemeinden lebenswerter, tragen zur Lösung sozialer und ökologischer Probleme
bei und können die Gesundheit fördern. Zusätzlich zeigt sich, dass Balkone im letzten Pandemie-Jahr eine wichtige Rolle spielten. Menschen sind
mehr zu Hause – der Balkon wird der Ort, um sich einen kleinen Zufluchtsort zu schaffen, zu entspannen, frische Luft zu schnappen oder Gemüse
und Kräuter anzubauen. Vor allem Seniorinnen und Senioren litten und leiden unter der Pandemie und sind teils stark isoliert, so wird der kleine
Balkon ein wichtiger Ort um mit der Natur in Berührung zu kommen. Ferner haben viele Senioren einen großen Wissensschatz über Elemente des
Gärtnerns und Verarbeiten, der nicht verloren gehen darf. Aus diesem Grund möchte das geplante Projekt des NABU Sachsen sich spezifisch auf
diese Generation fokussieren. Innerhalb eines Jahres wird im Rahmen von drei Workshops auf relevante naturnahe Garten- und Balkonelemente
eingegangen und exemplarisch fünf Balkone eines seniorengerechten Wohnheims gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern umgestaltet.
Bei der Gestaltung handelt es sich konkret um Blühpflanzen für Bienen und Insekten, Nistkästen für Vögel und Fledermäuse, Vogeltränken sowie
Gemüsepflanzen und Kräuter. Abschließend wird ein seniorengerechter Flyer mit den wichtigsten Elementen für eine naturnahe Balkongestaltung
erarbeitet, der frei zugänglich ist. So sollen nachhaltig noch viele weitere Menschen angesprochen werden, ihre Balkone naturnah umzugestalten
und einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel zu leisten. Als exemplarischen Standort für die Durchführung des Projekts wählen
wir ein Seniorenheim in Borna im Landkreis Leipzig.
Umweltbildungshaus Johannishöhe e.V.
Bildung für Vielfalt - Sächsische Kulturpflanzen wiederentdecken
Mit diesem Projekt soll die Notwendigkeit der Sicherung der Kulturpflanzenvielfalt – als ein Teil der Biodiversität – in eine breitere Öffentlichkeit
getragen werden. Der nachhaltigste Weg zum Schutz einer traditionellen Sorte ist deren Nutzung: Was angebaut, gekauft und gegessen wird, bleibt

image
21
erhalten! Das gilt sowohl für den eigenen Anbau, z.B. im eigenen Garten, als auch für die Möglichkeit, erhaltenswerte Kulturpflanzen für den Verzehr
zu kaufen. Unser Projekt richtet sich an verschiedene Zielgruppen und möchte (-) Kenntnisse und Bewusstsein zur Kulturpflanzenvielfalt in der
breiteren Öffentlichkeit verankern; (-) ein geändertes Verbraucherverhalten erreichen, welches auch wirtschaftliches Potential für die Region
erschließt; (-) + zu eigenen Aktivitäten bezüglich des Anbaus und on-farm-Erhaltung von alten, traditionellen und seltenen Sorten z.B. in privaten
Gärten motivieren. In diesem Projekt wird die on-farm-Erhaltung mit einer darauf abgestimmten Bildungsarbeit verbunden und damit der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit Informationen und Geschmackserlebnissen im Gepäck reisen wir 2022 auf sächsische Festivals, laden zum
Tag der Kulturpflanzenvielfalt nach Tharandt ein und vermitteln Saatgut-Wissen u. a. in sächsischen Kleingartenvereinen, Gemeinschaftsgärten und
an Schulgartenlehrer_innen. Vom Kooperationspartner des Projektes, dem LWB Johannishöhe, werden über 20 Gemüsesorten der Roten Liste
Deutschland angebaut. Diese Gemüse werden zur Anschauung und zur Verkostung je nach Saison mit auf Reisen gehen.
Stiftung Kraftwerk Hirschfelde
Neues Land - Neue Nutzung - Neue Chancen
Neue Chancen braucht das Neu-Land! Die Lausitz befindet sich in einer aktiven Phase der Transformation, die sowohl mit den Auswirkungen des
Ausstiegs aus der Braunkohlenverstromung wie auch mit der Klimafolgeanpassung in enger Verbindung gesehen werden muss. Die
Auseinandersetzung mit den Hemmnissen, Wertschöpfung auf benachteiligten Böden zu realisieren, geht auf beide wesentlichen Faktoren zurück.
Bisher werden die Herausforderungen zumeist als krisenhafte Erscheinungen wahrgenommen und die einzelnen Anstrengungen, Wertschöpfung
zu etablieren, zu Förderung und zu vernetzen, führen nicht zusammen. Hier setzt das Vorhaben aktiv an und adressiert die Akteure des
Strukturwandels und die in der Region lebenden Menschen gleichermaßen als Zielgruppen. Statt die Landschaftstransformation der
Bergbaufolgelandschaften eher zu verstecken und als Makel zu sehen, wir damit aktiv gearbeitet und der Wert die gewonnenen Ergebnisse
herausgestellt. Wertschöpfungsketten müssen von der Basis her wachsen und sich als kleinräumige und resiliente Strukturen aufbauen, denen dann
ein nachhaltiges Entwicklungspotenzial innewohnt. Ohne den Unternehmergeist der Akteure vor Ort und die Bereitschaft der Bergbautreibenden,

image
22
diese aufzugreifen und sich flexibel zu zeugen, kann Entwicklung nicht gelingen. Gleichzeit ist die Herausforderung auch ein Lernprozess, der
Region als gemeinschaftliche Struktur zur Realisierung guter Lebensverhältnisse wieder in den Blick rückt und damit auch einen Lernprozess in
unterstützt, der die Bereitschaft aller Partner zur konstruktiven Kooperation und nachhaltigem Wirtschaften fördert. Es erwachsen neue Chancen,
diese müssen aber aktiv gefördert und Partner zusammengeführt werden.
NABU Freiberg e.V.
Waldwegetümpelketten - öffentlichkeitswirksam Biotope schaffen, vernetzen und Wasserhaushalt
verbessern
Der dramatische Einbruch der Amphibienbestände durch den Klimawandel (Frühjahrstrockenheit), Pilzkrankheiten (Salamanderfresser) und v. a.
Lebensraumverlust und -zerschneidung beunruhigte in den letzten Jahren nur zunehmend die Fachkreise. Getan wird bisher nicht viel. Mit dem
Pilotprojekt der Waldwegetümpelketten wollen wir speziell den Stress des Lebensraumverlustes bei den Amphibien vermindern, speziell bei
Grasfrosch und Bergmolch als systemrelevante „Allerweltsarten“. Leider sind gerade sie dabei, diesen Status zu verlieren – sie befinden sich bereits
inmitten eines dramatischen Bestandsrückganges. Mit wenigen Baggerbewegungen lassen sich in Gräben entlang von Forstwegen Kleinstgewässer
schaffen. So entstehen Kleinstgewässerketten, die oftmals isoliert liegende Amphibienpopulationen verbinden – eben die Waldwegetümpelketten.
Einfach, schnell und wirksam kann so eine Vielzahl von Kleinstgewässern geschaffen werden, die nicht zuletzt auch Wasser in der Landschaft halten
und damit zur Klimawandelresilienz beitragen. Die Waldwegetümpelketten sollen als leicht nachahmbares Pilotprojekt auch Außenwirkung entfalten,
Vorlagencharakter aufweisen und schnell auch überregional multipliziert werden. Entscheidend ist die Sensibilisierung der forstlichen Akteure, der
Naturschützer bzw. Feldherpetologen vor Ort und natürlich der Öffentlichkeit – für die Problematik, entscheidender aber: für die Lösung! Nicht zuletzt
entstehen schließlich auch leicht zugängliche Biotope, was Umweltbildung quasi am Wegesrand ermöglicht. Durch die angestrebte Stärkung der
Populationen werden die angesprochenen Arten wieder erlebbar, sie werden nicht mehr übersehen. Auch die Bedeutung des Wasserrückhalts in

image
23
der Landschaft, um klimawandelbedingtem Austrocknen entgegenzuwirken, kann vor Ort anschaulich vermittelt werden. Neu geschaffene
Gewässer, an den Klimawandel angepasst, sind die letzte Chance, eine Trendwende beim Amphibiensterben einzuleiten. Packen wir’s also an!
NABU (Naturschutzbund Deutschland), Landesverband Sachsen e.V.
Den Röderteichen auf der Spur
Der kleine und große Röderteich liegt am Rande Großharthaus. Die Teiche sind wertvoller Lebensraum für Amphibien, Fische und Wasservögel,
aber auch Erholungs- und Bildungsort für die Bürgerinnen und Bürger Großharthaus. Bis vor wenigen Jahren noch fischereiwirtschaftlich genutzt,
wurden die Teiche 2020/21 durch den NABU im Rahmen einer Förderung durch den Freistaat Sachsen (Natürliches Erbe) saniert. Die so erhaltenen
Teiche werden von der NABU-Ortsgruppe Bischofswerda unterhalten und in Umweltbildungsmaßnahmen mit Kinder- und Jugendgruppen involviert.
Ein Teichklassenzimmer soll zukünftig die Wissensvermittlung vor Ort ermöglichen. Dafür sind ein Teichlehrpfad mit 15 Tafeln zum Gebiet und seiner
Schutzwürdigkeit sowie zu interessanten und lehrplanrelevanten Themen rund um Stillgewässer als Lebensraum geplant. Weiterhin soll das
Teichklassenzimmer so ausgestattet werden, dass sowohl Schul- und Kindergartengruppen als auch Veranstaltungen der NABU-Ortsgruppe dieses
zur Vermittlung von Naturschutzthemen nutzen können. Mit dem Projekt "Den Röderteichen auf der Spur" sollen die Röderteiche in die
Bildungslandschaft der Region integriert werden und diese bereichern.
Naturschutzstation Osterzgebirge e.V.
Praxisseminar in Schellerhau
Die Naturschutzstation Osterzgebirge e.V. reagiert mit dem Projektvorhaben auf eine hohe Nachfrage der Studierenden nach der Beteiligung bei
praktischen Naturschutzarbeiten. Die unmittelbare Vorbereitung des "Praxisseminars in Schellerhau" wird ab Ende Juli beginnen, die Durchführung
erfolgt im Zeitraum von 20. bis 26. August im Ort Schellerhau und Umgebung. Bis Ende 2021 soll die Aufbereitung der Teilnehmerreflexionen für

image
24
eine Veröffentlichung abgeschlossen sein. Das „Praxisseminar in Schellerhau“ bietet Studierenden aus Sachsen: (-) eine Gelegenheit, praktische
Naturschutzarbeit in Verbindung mit wissenschaftlicher Debatte zu erleben. (-) eine erprobte Kombination (angelehnt an die langjährigen
Erfahrungen aus der Durchführung des „Schellerhauer Naturschutzpraktikums“), welche nicht nur den Austausch zwischen jungen Menschen mit
unterschiedlichen Erfahrungshorizonten fördert, sondern auch die Aufgeschlossenheit für ökologische Themen. (-) direkten Kontakt zu den regional
verankerten Naturschutzpraktikern des Ost-Erzgebirges. (-) ein abwechslungsreiches Programm, was auch auf die Entwicklung von
naturschutzstrategischen Denkansätzen für die Regionen des ost-Erzgebirges zielt – genauso wie für die Heimatregionen der Teilnehmer.
GEH8 Kunst Raum Ateliers gUG
Hängende Gärten. Fassadenbegrünung am Kunst- und Kulturzentrum GEH8
In den vergangenen Jahren hat die GEH8 diverse Maßnahmen ergriffen, um einen eigenen Beitrag in den Bereichen Nachhaltigkeit und Ökologie
zu leisten. Als Kunst- und Kulturzentrum versteht sich die GEH8 als Ideengeber und Entwicklungsstandpunkt, um maßgeblich Projekte mit
nachhaltigem Anspruch und ökologischem Nutzen umzusetzen. An dieses Selbstverständnis knüpft auch die geplante Begrünung der Ostfassade
des Gebäudes. Um den Bau der Fassadenbegrünung zu realisieren, soll in Kooperation mit dem Umwelt- und dem Hochbauamt der Stadt Dresden
ein bundesweiter Wettbewerb ausgeschrieben werden, der sich unter anderem auch an Hochschulen richtet. Dabei orientieren wir uns an einem
bereits erfolgreich durchgeführten Projekt, bei dem in einem vergleichbaren Wettbewerb der Bau eines Insektenhotels ausgelobt wurde. Ziel ist es,
das Projekt einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und so einerseits für die Nachhaltigkeitsthematik zu sensibilisieren und andererseits
die Auseinandersetzung damit auf die Tagesordnung zu bringen. Im Mittelpunkt steht die Idee, Nachhaltigkeit und gestalterischen Anspruch
zusammenzudenken, der Wettbewerb zielt also auf künstlerisch-gestalterische Entwürfe, die sich auch mit der GEH8 in ihrer Rolle als Kunst- und
Kulturzentrum auseinandersetzen. Im Rahmen des ausgeschriebenen Wettbewerbs werden Einsendungen aus dem gesamten Bundesgebiet
gesammelt, die anschließend von einer Fachjury gesichtet und bewertet werden. Die Preisträger/-innen sollen im Anschluss in Absprache mit einem
Architekturbüro vor Ort den Entwurf baulich umsetzen.

image
25
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Sachen e.V.
Waldweites Sachsen – eine Wald-Ausstellung
Wenn wir an den Wald denken, haben wir einen bunten, teils komplett gegensätzlichen Mix aus Assoziationen im Kopf: CO2-Speicher und
Brennstofflieferant, Erholung und dunkler Märchenort, Rohstofflieferant und Urwald, Biodiversitätshotspot und Monokultur. Unter all diesen Worten
ist er uns ein Begriff – und rückt dennoch fast immer nur dann ins Bewusstsein, wenn es ein Problem gibt: beim Waldsterben, gesperrten Wegen
oder steigenden Holzkosten. Unsere Ausstellung stellt die verschiedenen Facetten zum Thema Wald auf rund 10 Stelltafeln dar. Damit nicht „nur“
gelesen werden muss, laden interaktive Stationen dazu ein, den Wald auch sinnlich wahrzunehmen. Die Ausstellung ist nicht ortsfest, sondern soll
von Ausstellungsort zu Ausstellungsort (z.B. Bibliotheken, Gemeindehäuser, Umweltzentren, etc…) in Sachsen wandern – sodass sie von möglichst
vielen Menschen besucht werden kann. Der BUND Sachsen kümmert sich um die Konzeption und Produktion der Ausstellung und organisiert deren
Verleih an verschiedene Orte. Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei.
Kempe, Mica
Beuys Eichen / Generation Chemnitz
Als ich 1982 in der DDR eingeschult wurde, pflanzte Joseph Beuys zur 7. Documenta, im westdeutschen Kassel, den ersten Eichenbaum. 7000
Bäume, (nicht nur Eichen), verWALDeten die Stadtlandschaft der Documenta Stadt. Im kommenden Jahr jährt sich diese erste Baumpflanzung zum
vierzigsten mal. Heute sind die Baumjungchen mehr als augenscheinlich und tragen bereits Früchte. Baumfrüchte aus Kassel für weitere
Baumpflanzungen zu nutzen und im Sinne von Beuys die "soziale Skulptur" weiter wachsen zu lassen, ist meine Idee, Vision und ist mir ein tiefer
Herzenswunsch geworden. Mit zivilgesellschaftlichen Engagement ist das möglich! Da ich in Chemnitz lebe, sehe ich dieses Vorhaben hier verortet.
Ich möchte Privatpersonen wie Institutionen mit dieser Idee einladen und Impulsgeberin sein, Stadtgrün eigenverantwortlich gedeihen zu lassen.
Konkret möchte ich Baumfrüchte aus Kassel in Chemnitz zielgerichtet verteilen. Gleichzeitig möchte ich Joseph Beuys als Künstler und die
konsequente Kunstaktion "7000 Eichen" kommunizieren und streuen. Die Anzucht von Jungbäumen, Standortfindung für Pflanzungen und

image
26
nachhaltige Pflege sehe ich als eigenverantwortliches Angebot (und Herausforderung zugleich) für die gesamte Chemnitzer Bevölkerung, die ich
erreichen möchte. Auch als Bildungsprojekt hat diese Idee Potential z.B. in Kitas und Schulen. Der Erfolg von Kassel kann da nur Motivation sein.
Eine solche stadtweite Aktion kann langfristig eine Gemeinschaft hervorbringen, die mehr sein kann als eine Interessengruppe. Aktive
Selbstgestalter!
Kraut & Rüben e.V. (gemeinnützig)
Kraut & Rübchen im Gewächshaus
Als gemeinnütziger Verein im Bereich Natur- und Umweltschutz möchten wir eine alte Stadtgärtnerei in Zittau wieder zum LEBEN erwecken. Das
Objekt hält seit vielen Jahren ein Dornröschenschlaf und wartet darauf wieder zum blühen gebracht zu werden. Natürlich wünschen sich alle einen
reichlich gefüllten Korb mit Gemüse und Beeren am Ende der Saison, doch der Weg ist unser Ziel! Alle interessierten Mitglieder sind motiviert sich
ein ganzes Jahr der Herstellung und Verarbeitung von Gemüse in einem industriellen Gewächshaus zu widmen und dabei viel Erfahrungen und
Erlebnisse zu sammeln. Ein wichtige Rolle spielt dabei unser Kraut & Rüben Nachwuchs. Dieser sucht ständig neue Herausforderungen und freut
sich auf seinen neuen LERNORT. Die Kinder können hier mit all ihren Sinnen (Erde, Wasser, Kälte, Hitze, Umgraben, Naschen, etc.) die Welt der
Pflanzen und ihre Verwendung für sich entdecken und wachsen wortwörtlich mit ihren Aufgaben und Erfolgen. Mittelfristig ist geplant das Angebot
der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und damit einen neuen attraktiven Ort für den sozialen Austausch und der Möglichkeit der
Selbstversorgung zu schaffen. Wir freuen uns darauf! Mit dem Preisgeld wollen wir die ausgedienten Gewächshauser wieder Instand setzen und
die notwendige Infrastruktur (Strom, Toiletten, Anzuchthaus, Werkzeuge) verbessern um auch in Zukunft gemeinsam eine reichliche Ernte einholen
zu können.

image
27
KIB e.V. (gemeinnützig)
Pödelwitz lebt! - Leuchtturmprojekt für einen ökologischen nachhaltigen Strukturwandel
Das Projekt „Pödelwitz lebt!“ erarbeitet den Wandel von einem fast weggebaggerten Dorf in der Braunkohleregion zu einem nachhaltigen
Zukunftsmodellort. Der Widerstand gegen die Devastierung von Pödelwitz durch die Mitteldeutsche Braunkohle AG (MIBRAG) hat 2009 begonnen,
woraus die Bürgerinitiative „Pro Pödelwitz“ gegründet wurde. Seit der 2012 begonnenen Umsiedlung stehen 80% der Häuser leer und sind Eigentum
der MIBRAG. Wo einstig ein Wald war erstreckt sich nun direkt neben dem Dorf ein riesiges Loch. Immer stärkere Vernetzungen und
Öffentlichkeitsarbeit führten Ende 2019 dazu, dass die sächsische Landesregierung erklärte, dass Pödelwitz erhalten bleibt und dem Kohleabbau
nicht weichen muss. Leider steht Pödelwitz und Umgebung trotzdem nun für eine Region, in der erhebliche Schäden und Folgeschäden am
Ökosystem entstanden sind. Mit diesem Bewusstsein möchten wir einen turning point einleiten. Pödelwitz soll damit zu einem Modell für den dringend
benötigten und zukunftsorientierten Strukturwandel werden. Das geförderte Projekt umfasst Workshops zu Nachhaltigkeit im ökologischen,
wirtschaftlichen und sozialen Sinne und erstellt Konzepte, die von alten und neuen Bewohner*innen in Pödelwitz gezielt umsetzen werden können.
Ein Handbuch soll die Umgestaltung zu einem inklusiven und nachhaltigen Dorf dokumentieren und somit das zusammengetragene Wissen anderen
Dörfern und Interessierten zugängig machen. Schon jetzt werden biodiversitätssteigernden Maßnahmen, entsprechend den lokalen Bedürfnissen
des Dorfes und seiner Umgebung, umgesetzt. Das Projekt ist bürger*innenschaftlich selbstorganisiert und partizipativ und steht damit im Kontrast
zu herkömmlicher Strukturpolitik. Die Ermächtigung erfolgt aus einer Situation individueller Ohnmacht in eine kollektive Gestaltungsmacht. Wir
wünschen uns, dass es anderen Dörfern die Stärke und das Netzwerk geben kann, ihre eigene Zukunft zu gestalten.

image
28
Ausgezeichnet mit 2.500 Euro
Kraut & Rüben e.V. (gemeinnützig)
Unser grüner Dorfplatz
In den letzten Jahren haben wir einen „Dorfplatz“ zu einem grünen, kreativen und sozialen Treffpunkt ausgebaut. Er wird von vielen verschiedenen
Interessengruppen genutzt. Aufgrund der wachsenden Teilnehmerzahl und Verweildauer während Veranstaltungen und Projekten, möchten wir die
vorhandene Infrastruktur modernisieren und vor allem ausbauen. Der überdachte Außenbereich, muss dringend erneuert werden. Gleichzeitig
möchten wir das Dach nutzen, um mit einer Solaranlage Strom in einem vollautarken Inselnetz zu erzeugen. Dieser kann öffentlich frei genutzt
werden: Von den Radfahrern die auf den angrenzenden Radwegen unterwegs sind, den Einwohnern, sowie unserem Verein für die Vielzahl
verschiedener Aktionen. Gern möchten wir zudem eine Komposttoilette aufstellen. Diese bauen wir gern in Eigenleistung, benötigen jedoch etwas
finanzielle Unterstützung bei der Materialbeschaffung.
Landesverband Nachhaltiges Sachsen e.V.
Engagement für Nachhaltigkeit in allen Regionen sichtbarer machen
Der Landesverband Nachhaltiges Sachsen e.V. verfügt bereits über eine Datenbank, in die Akteure, Projekte, Veranstaltungen, Beratungsangebote
u.a. eingetragen und auf der Internetseite des Landesverbands angezeigt werden können. Durch die Programmierung eines Widgets soll vielen
regionalen Akteuren ein einfaches Instrument an die Hand gegeben werden, Daten aus dieser Datenbank auf ihren eigenen Internetseiten mit
Kartenfunktion und Filtermöglichkeiten darzustellen. Damit wird deren Sichtbarkeit deutlich erhöht und es wird ein starker Anreiz für alle Akteure
gegeben, ihre eigenen Aktivitäten ebenfalls in die Datenbank einzutragen. Dadurch können deutlich mehr Menschen, insbesondere in den ländlichen
Regionen Sachsens informiert und eingeladen werden, sich selbst für eine nachhaltige Entwicklung in Sachsen zu engagieren. Durch die Einbindung

image
29
auf die jeweils eigene Internetseite können außerdem Doppeleinträge vermieden und so Aufwand gespart werden. Zielgruppe für die Einbindung
des Widgets sind insbesondere solche Vereine, die sich in ihrer Region für eine Vernetzung engagieren oder selbst viele eigene Veranstaltungen
und Aktivitäten durchführen. Exemplarisch soll die Umsetzung dieser Lösung an einer neu zu schaffenden Internetseite für das Bürgerbündnis
Strukturwandel im Mitteldeutschen Braunkohlerevier umgesetzt werden. In diesem Netzwerk haben sich seit Anfang 2021 zahlreiche Vereine,
Initiativen und Einzelpersonen zusammengeschlossen, um die regionale Entwicklung im Strukturwandelprozess aktiv mitgestalten zu können. Ein
erhebliches Defizit besteht derzeit noch in der Transparenz der verschiedenen Strukturen und Prozesse im Rahmen des Strukturwandels. Mit der
Internetplattform für das Bürgerbündnis soll eine gut strukturierte Informationsbasis geschaffen werden, die allen Interessierten einen guten Überblick
über das Geschehen auf den unterschiedlichen Handlungsebenen bietet und einen besseren Einstieg zur Mitwirkung ermöglicht.
Marion Gringer
Mehr Grün für meine Region - Lebensräume für die heimische Tier- und Pflanzenwelt schaffen
Immer mehr Gehölze verschwinden aus unseren Dörfern. Sie werden entweder gar nicht oder mit Koniferen ersetzt. Ich möchte die Menschen in
meiner Region motivieren, mehr einheimische Gehölze auf ihren Grundstücken zu pflanzen. Es geht hierbei darum, Obstgehölze, heimische Bäume
und Sträucher in den Ortschaften Frankenau, Thalheim, Topfseifersdorf und Königshain-Wiederau bei Mittweida anzupflanzen. Idealerweise sollen
Heckenstrukturen, Solitärlaubbäume oder kleine Streuobstwiesen angepflanzt oder wieder aufgewertet werden. Diese bieten Lebensraum für viele
verschiedene Tierarten. Gemeinsame Pflanzaktionen sollen organisiert werden. Das stärkt den Gemeinschaftssinn im Dorf, regt zum Nachdenken,
zur Umweltbildung und hoffentlich zum Nachmachen an. Mein Ziel ist es, nachhaltige, dörfliche Strukturen zu erhalten. Die Sichtweisen verändern -
ein kurz geschorener Rasen muss nicht unbedingt schön aussehen, im Gegenteil. Dort wo es blüht, summt und zwitschert, ist Leben. Das gilt es zu
fördern. Bäume spielen dabei eine zentrale Rolle. In ihnen können sich sehr viele verschiedene Insekten entwickeln, das wiederum lockt größere
Tiere an, die Insekten erbeuten. Bäume dienen als Versteck und Schlafplatz. Das Obst aus Streuobst soll später auch geerntet und verwertet
werden. Vielleicht gelingt es, über Baumpatenschaften eine Obstwiese auch zu pflegen. Der Landeigentümer stellt den Grund zur Verfügung.

image
30
Menschen aus dem Dorf, welche kaum Grundstück besitzen, können ihren eigenen Baum pflanzen, ihn pflegen und das Obst ernten. Damit bilden
wir unsere Mitmenschen, erzielen einen nachhaltigen Nutzen für die Natur, die Lebensräume von Mensch und Tier. Und wir leisten einen wichtigen
Beitrag in der aktuellen Situation, Menschen für das Zusammenleben in und mit der Natur zu sensibilisieren und zu aktivieren.
Interkultureller Garten Coswig e.V.
Wegweiser klimaresiliente Pflanzungen - Bau eines Brunnens
In den vergangenen 6 Jahrzehnten hat die Anzahl der Tage ohne Niederschlag in der 1. Vegetationsperiode (März bis Mai) für jeweils 30-jährige
Mittelungsintervalle insbesondere im Nordosten Deutschlands (unsere Region Meißen-Coswig-Radebeul ausdrücklich eingeschlossen) stetig
zugenommen. Interessant auch für unseren Raum, dass wir inzwischen hinsichtlich der Tage mit Bodenwassergehalten < 50 % (Mai – Juli) und
damit suboptimaler Wasserversorgung zu der kritischsten Region im Osten Deutschlands gehören. Ganz deutlich und beispielhaft zeigt sich das
gegenwärtig anhand der 30-tägigen Regensummen in Deutschland. Es deuten sich also bereits klare Tendenzen an, in welche Richtung sich das
regionale Klima in Sachsen voraussichtlich entwickeln wird. Das Projekt will vor diesem Hintergrund ökologisch wertvolle und erprobte
Beispielpflanzungen sowie eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten zeigen, die in dieser Region gute Chancen haben, künftigen Trockenstress
zu überstehen. Anwendbar sind diese Pflanzungen in Wohngebieten, Privatgärten oder auch im Verkehrsraum. Im Fokus stehen Gehölz- und
Staudenpflanzungen, auch krautige Pflanzen werden mit einbezogen. Weitere trockenheitsresistente Begrünungsmöglichkeiten werden vorgestellt,
so eine Betonfläche nach dem Vorbild der Dachbegrünung sowie der Einsatz von Kletterpflanzen. Wir wollen zeigen, wie durch eine wellige oder
hügelige Modellierung des Bodens die Pflanzungen besser mit wenig Wasser und extremer Sonneneinstrahlung zurechtkommen. Auch die Anlage
von Wasserspeichern wie kleinen Teichen, das Einbringen von Totholz und Steinen sind Bestandteile des Projektes. Wir wollen weitere kleine
Wildnis-Räume anlegen und zeigen, wie wertvoll diese widerstandsfähigen Pflanzengemeinschaften sind. Voraussetzung für all diese Vorhaben ist
die Wasserversorgung. Bis jetzt gießen wir mit Trinkwasser und dem anfallenden Regenwasser (5%). Um die Ressource Trinkwasser zu schonen,
planen wir den Bau eines Brunnens für unsere Fläche.

image
31
Stiftung Wald für Sachsen
Kampagne: "Ein Baum für jeden Sachsen!"
82.000 Hektar oder 17 % der sächsischen Wälder sind durch Stürme, Dürre und Insektenkalamitäten geschädigt. Auf 7.500 Hektar sind Freiflächen
entstanden und werden ständig größer; diese müssen dringend wieder bewaldet werden.
Ein nachhaltiger Klima- und Umweltschutz ist ohne gesunde Wälder nicht möglich - neben den Ozeanen stellen sie die wichtigsten Kohlenstoffsenken
dar. Um die Bindung von ausreichend Kohlendioxid zu ermöglichen und in den kommenden Jahren zu steigern, ist es demnach dringend notwendig,
durch Maßnahmen wie Wiederbewaldung, Waldmehrung und Waldumbau gesunde, klimastabile und leistungsstarke Wälder zu erhalten bzw. zu
schaffen, die dem anhaltenden Klimawandel Einhalt gebieten können und die Waldfunktionen nachhaltig erfüllen. Die Stiftung Wald für Sachsen
plant deshalb mit der Kampagne „Ein Baum für jeden Sachsen!“ in den nächsten Jahren ca. 4 Millionen Bäume auf rund 1.000 ha Fläche in Sachsen
zu pflanzen. Hierfür sollen zahlreiche Teile der Gesellschaft aktiviert werden, um kostendeckend Spenden- und Sponsoringgelder i.H.v. insg. 15 bis
20 Millionen Euro zu akquirieren, um die o.g. Maßnahmen nachhaltig gewährleisten zu können.
Im vorliegenden Projekt soll mittels des eku.idee-Preisgeldes deshalb eine entsprechende Kampagne inkl. Entwicklung und Etablierung digitaler
Kanäle für die Akquise von Spendengeldern und einer intelligenten Medien- und Öffentlichkeitsarbeit entwickelt werden, welche in der Folge durch
die Aktivierung von Klein- und Großspendern die notwendigen finanziellen Ressourcen für die entsprechende Flächenvorbereitung, Bodenarbeiten,
Pflanzmaterial, Pflanzung, Kulturpflege und -schutz für insgesamt 4 Millionen Bäume ermöglichen soll.
NABU-Naturschutzstation Teichhaus Eschefeld Einrichtung des NABU-Landesverbandes Sachsen e.V.
Bats & Bytes
Quartierverlust und intensive Landwirtschaft führen in den letzten Jahrzehnten zum Rückgang von Fledermauspopulationen in Deutschland. Die
übermäßige Verwendung von Pestiziden führt nicht nur zu einer Anreicherung von Umweltgiften in den Fledermäusen selbst, sondern auch zu einer
Verminderung von nachtblühenden Pflanzenarten und deren Bestäubern, die für die Fledermäuse eine Schlüsselrolle als Nahrung spielen. In

image
32
Sachsen kommen heute noch 22 Fledermausarten vor – alle sind gefährdet. Ein effektiver Schutz dieser Arten wird durch ein Kartierungsdefizit im
Südraum von Leipzig erschwert. Die NABU-Naturschutzstation Teichhaus Eschefeld plant in enger Kooperation mit lokalen Schulen und
Fledermausschutz-ReferentInnen die Programmierung und den Bau von Fledermausdetektoren zur Kartierung und Analyse der örtlich vorhandenen
Populationen. Dabei steht das Projekt auf zwei zentralen Säulen: 1. Verbindung klassischer Naturschutz und digitale Methoden; 2. Vermittlung
naturschutzrelevanter Themen an informationstechnikaffine SchülerInnen. Oft sehr teure Geräte können mit der nötigen Expertise auch selbst
hergestellt werden. Das Projekt zielt durch einen interdisziplinären Lösungsvorschlag auf ein verbessertes Monitoring von Fledermäusen im Südraum
von Leipzig ab. Gemeinsam mit Schulen werden der Bau und die Programmierung der Ultraschalldetektoren vorgenommen. Ebenso tragen die die
Anbringung von Nisthilfen für Fledermäuse sowie das Anlegen von artgerechten Blühflächen zur Quartiersicherung für die bedrohten Arten bei.
Hierbei werden umweltschutzrelevante Themen für ein junges, zukunftstragendes Zielpublikum zugänglich gemacht.
Rottluff, Katja
Mitmach-Insektenheft für Grundschüler
Geplant ist die Gestaltung und Veröffentlichung eines Insektenheftes für Grundschüler. Diese sollen anhand des Schmetterlinges und Marienkäfers
die Welt der Insekten kennen lernen. Dabei bekleiden Sie den Zitronenfalter Rolf ein volles Jahr lang und lernen seinen besten Freund den
Marienkäfer kennen. Das Heft enthält viele Rätsel, Experimente und Ausmalbilder, wodurch die Wissensvermittlung zum Spaß wird.
Allmende Taucha e.V. (gemeinnützig)
NeSoLaSa - (Re-)Vitalisierung Landesvernetzung SoLawi in Sachsen
Das Projekt will die sachsenweite Vernetzung der verschiedenen Initiativen und Betriebe der Solidarischen Landwirtschaft (SoLawi) wiederbeleben
und intensivieren. Damit soll der Wissens- und Erfahrungsaustausch hinsichtlich sozial-ökologischer Wirtschaftsweisen befördert werden. Dazu

image
33
zählen neben Maßnahmen zum Klima-, Boden- & Gewässerschutz, die Förderung von Biodiversität, der Verzicht auf chemische Dünger und
Pestizide auch Aspekte, die demokratische Mitbestimmung, Offenheit und soziale Teilhabe betreffen. Das Innovationspotential von SoLawi für die
Nahrungsmittelproduktion aber auch Gesellschaft im Allgemeinen soll gestärkt und genutzt werden. Außerdem ist es Ziel die Sichtbarkeit und
öffentliche Wahrnehmung von SoLawi zu erhöhen sowie auf Landesebene eine ansprechbare Struktur zu etablieren. Mit thematischen Workshops
zu Themen, die über die reine landwirtschaftliche Produktion hinaus gehen, sollen Diskussionen angestoßen und fortgeführt werden. Dazu gehören
unter anderen die Themen geschlechtliche, kulturelle, soziale Vielfalt, Barrierefreiheit und demokratische Kultur. Diese Aspekte sind im Konzept der
Solidarischen Landwirtschaft bereits angelegt, die Praxis im Betriebsalltag lässt aber Defizite zu, die mit einer landesweiten Vernetzung mittelfristig
behoben werden sollen. Es sollen Kooperationen mit Organisationen aus verschiedenen Themenfeldern, wie Klimaanpassung/Klimagerechtigkeit,
Ausbau gemeinschafts-getragener Wertschöpfungsketten und Logistikstrukuren, Barrierefreiheit/ Diversität entstehen. Ausgangspunkt für das
Projekt bietet die inzwischen etwas eingeschlafene regionale Vernetzung der Mitgliederbetriebe des Bundesnetzwerk Solidarische Landwirtschaft,
sowie die Erfahrungen der Vernetzung und des Austauschs im SoLawi-Cluster Leipzig und Umland. Die SoLawi-Vernetzung Leipzig und Umland
wird seit 2020 durch den Allmende Taucha e.V. begleitet und ist als Arbeitsgruppe auch Teil des Leipziger Ernährungsrates.
Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V.
Discovering Grimma - die Tabletrallye für ein nachhaltiges Bewusstsein
Discovering Grimma ist eine tablet-geführte Stadtrallye, bei der die Spielenden für das Thema der nachhaltigen Entwicklung in der eigenen Stadt
sensibilisiert werden. Unsere Idee: Wir machen die Stadt zum Spielfeld! Die Spielenden treten gegeneinander an und gehen gleichzeitig unter dem
Motto „die SDGs vor der eigenen Haustür“ auf Entdeckungsreise durch den eigenen Lebensraum.
Angeleitet durch eine App lösen sie motivierende Aufgaben mit Challangecharakter, suchen bestimmte Orte auf und bekommen ein Verständnis für
globale sowie lokalen Herausforderungen zum Thema der Sustainable Development Goals (SDGs) der UN. Spielerisch setzten sie sich mit den

image
34
vielfältigen Nachhaltigkeitsthemen auseinander, werden über lokale Lösungsmöglichkeiten informiert, oder bewerten diese kritisch. Auch bietet die
Tour Raum für Austausch in der Gruppe und eigene Lösungsideen.
Louise-Otto-Peters-Schule Gymnasium der Stadt Leipzig
Mikroplastik und Chamäleons – poetische Expeditionen ins H
O | Interdisziplinäre Projektwoche zur
Plastikverschmutzung der Ozeane
Wie können wir Schüler*innen für eine der wichtigsten ökologischen Herausforderungen unserer Zeit sensibilisieren, die gleichzeitig eng mit der
Globalisierung und unserem ökonomischen „Fortschritt“ verknüpft ist? Wie können wir ihnen Konzepte an die Hand geben, mit denen sie ihre Haltung
zu natürlichen Ressourcen und Alltagsgegenständen überdenken, um ihre Rolle als Konsument mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung neu zu
bewerten? Die Projektwoche „Mikroplastik und Chamäleons – poetische Expeditionen ins H₂O“ bot 21 Schüler*innen der Louise-Otto-Peters-Schule
die Gelegenheit, sich diesem Thema an zwei außergewöhnlichen Lernorten – der Auwaldstation und dem Schülerlabor des Helmholtz-Zentrums für
Umweltforschung Leipzig – zu nähern. Aufhänger war ein spektakuläres Vorhaben aus der aktuellen Forschungspraxis zum Thema
Plastikverschmutzung: die 6-wöchige Wissenschaftsexpedition MICRO-FATE auf dem deutschen Forschungsschiff SONNE über den Pazifischen
Ozean von Vancouver nach Singapur (Mai-Juli 2019). Im UFZ-Schülerlabor erfuhren die Schüler*innen über die mannigfaltigen Facetten der
Plastikproblematik zunächst aus wissenschaftlicher Perspektive; dabei konnten sie selbst Makro- und Mikroplastikproben untersuchen und mit
Recyclingmethoden experimentieren. In einem Treffen mit den vom UFZ an der Expedition beteiligten Forscher*innen erfuhren sie dann aus erster
Hand, welche Fragen sie derzeit beschäftigen. Für die zweite Phase reiste die Gruppe in die Auwaldstation, wo sie sich unter der Leitung des
Künstlers Roman Kroke in einem mehrtägigen Workshop interdisziplinär mit der Thematik auseinandersetzte. Auf Grundlage von wissenschaftlichen,
philosophischen und literarischen Quellen standen die Schüler*innen vor der Herausforderung, zur Thematik ein Kollektivkunstwerk zu entwickeln.
Nun sind sie selbst zu aktiven Multiplikatoren geworden, die mit Ausstellungen im Marstall-Lützschena, dem UFZ und ihrer Schule erfrischend-
neuartig für das Thema sensibilisieren möchten.

image
35
Initiative: Essbarer Stadtteil Plauen
Stadtpfade – interaktive WebApp zur Förderung von achtsamer Stadtraumerkundung und nachhaltigem
Nanotourismus
Mit dem Projekt Stadtpfade werden die Stadtteile Dresdens zum Erkundungsort. Anhand einer kostenfreien und barrierearmen WebApp werden
stadtteilbezogene Spaziergänge zu einer krisensicheren, autonomen Freizeitgestaltung etabliert. Durch die niedrigschwelligen Bildungsaspekte im
Bereich Botanik, nachhaltige Ernährung, Kultur und Geschichte profitieren Menschen jeden Alters sowie Bildungsstandes. Im Rahmen des Projekts
werden in Kooperation mit stadtteilspezifischen Akteuren Spaziergangsrouten entwickelt, die neben Kultur- und Genussstandorten auch
Pflanzenstandorte integrieren und so die Teilnehmenden befähigen, ihre Umgebung in ihrer Vielfalt zu erleben und so eine Beziehung zur Stadtnatur
mit allen Sinnen aufzubauen. Mit dem Fokus auf nachhaltige Kultur- und Genussstandorte werden die Stadtteile aus einem neuen Blickwinkel
erlebbar, sowohl für Anwohnende als auch Besucher/Touristen. Die involvierten Akteure können von einem erweiterten Publikum profitieren,
regionale Projekte, Initiativen und nachhaltige Unternehmen werden untereinander vernetzt und durch neues Publikum gestärkt. Neben audio-
visueller Routenführung und Wissensvermittlung steht zudem die physische und psychische Gesundheitsförderung im Fokus. Durch geführte
Achtsamkeitsübungen im Audioformat wird dazu angeregt, ganz bewusst in den Stadtteilen sowie der Stadtnatur anzukommen und so eine aktive
Auszeit vom Alltag zu nehmen. Im Rahmen des Projektes wird ein bereits bestehender Prototyp weiterentwickelt, optimiert und einem breiten
Publikum zugänglich gemacht. Mit Erstellung eines Webassistenten wird erprobt, inwiefern die unabhängige Routeneinstellung und die App durch
externe Akteure realisierbar sind, um daraufhin ein Konzept zur Verstetigung und der sachsenweiten Übertragbarkeit zu entwickeln. Das Pilotprojekt
ermöglicht Dresden, als Modellstadt eine Vorreiterrolle für krisensichere und lokale Freizeitgestaltung einzunehmen und schafft ein zukunftsfähiges
Konzept für nachhaltigen Tourismus.

image
36
Freie Alternative Schule Dresden e.V.
Fahrradreperaturstation
Die PrimaKlimaAG der freien alternativen Schule Dresden baut eine Fahrradreperaturstation auf dem Schulgelände zur freien Benutzung durch alle
Schüler*innen und Eltern.
Natur- und Heimatverein Kraußnitz e.V. (gemeinnützig)
Bienenpark Kraußnitz
Ziel des Projektes Bienenpark Kraußnitz ist die Umgestaltung der bestehenden überalterten und geschädigten Parkanlage zu einem Blühparadies
für Insekten. Das ganze Jahr über sollen blühende Bäume, Sträucher und Stauden zu finden sein und ganzjährig ein attraktives Trachtband für
Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten geschaffen werden. Das Projekt soll die Etablierung eines attraktiven, klimastabilen Parks mit Bäumen
aller Altersklassen, Wuchshöhen und mit großer Biodiversität ermöglichen. Dadurch soll die ökologische, landschaftsästhetische und
umweltpädagogische Wirkung der Parkanlage Kraußnitz erhöht werden und durch die Einbeziehung der Einwohnerschaft bei Gestaltung und
Pflanzung der dörfliche Zusammenhalt gestärkt werden. Um das Ziel nachhaltig zu beleben, wollen wir die Dorfjugend mit einbeziehen – wie schon
bei den vorangegangen Bau- und Pflanzaktionen des Heimatvereins. Die Erstellung eines Bienen- und Insektenlehrpfades, auf dem auf Schautafeln
das Aussehen der Blüten, Blühzeitpunkte und Nektarwertigkeit der einzelnen Gehölze und Stauden dargestellt werden und die Aufstellung eines
Insektenhotels soll zu einer starken Verbundenheit mit dem Park führen. Für alle Beteiligten und zukünftigen Nutzer soll er ein Demonstrationsobjekt
für die Möglichkeiten des Engagements für praktischen Insektenschutz und die naturnahe Gartengestaltung geben. Der umweltpädagogische Wert
erhöht darüber hinaus die jetzt schon hohe Attraktivität der Parkanlage mit Spielplatz und einem für Feierlichkeiten genutzten Vereinsheim. Der Park
soll Ausgangspunkt sein für die weitere umweltpädagogische Erschließung der sich anschließenden abwechslungsreichen und naturschutzfachlich
wertvollen Landschaftselemente wie Streuobstwiese, Auenwald, Orchideenwiese und Teiche.

image
37
Initiative: Scheunenmädels Wildenhain
Aufwerten des Pfarrgartens in Wildenhain zum Treffpunkt für das dörfliche Gemeindeleben, als
Feiermöglichkeit und zum Naturerlebnis für alle Generationen
Der Pfarrgarten Wildenhain liegt in der Gemeinde Großenhain in direkter Nachbarschaft zur Kulturscheune Wildenhain, die im Jahre 2013 mit
LEADER-Fördermitteln saniert wurde und seither als Veranstaltungsort der Kirchgemeinde und des Dorfes sowie in Vermietung genutzt wird. Seit
vielen Jahren ist der Garten vernachlässigt und nicht mehr gepflegt, eigentlich ist er nur noch ab und zu durch die Gemeindeverwaltung gemäht
worden. Die zahlreichen Obstbäume sind viele Jahre nicht geschnitten worden und teilweise abgestorben. Von den Rändern ist der Garten
zugewachsen und verwildert. Wir „Scheunenmädels“, eine Gruppe von zur Zeit sieben Frauen aus der Gemeinde, treffen uns seit anderthalb Jahren
regelmäßig und erobern uns langsam den Garten zurück. Ziel der zahlreichen gemeinsamen Arbeitseinsätze ist zunächst die Entbuschung der
Ränder des Gartens gewesen. Nach der Corona-bedingten Pause der Aktivitäten soll nun neuer Schwung in das Projekt einziehen. Das Ziel der
Scheunenmädels ist die Schaffung einer Gartenidylle, die sich im Dorfkern gelegen als idealer Treffpunkt für das Dorf- und Gemeindeleben etablieren
soll. Das Areal soll in seiner Grundfunktion als ständig blühender und fruchtender Obstgarten wiederhergestellt werden und durch verschiedene
Elemente, wie z.B. Lehmbackofen, Barfußpfad und Spielgelegenheiten aufgewertet werden. Familien können sich dann treffen, Kinder spielen,
Ältere plauschen und alle zusammen miteinander im Garten spielen und arbeiten. Als direkter Nachbarort zur Kulturscheune kann das Gelände
Veranstaltungen verschiedener Art beherbergen, von Seminaren zum Thema Obstbaumschnitt und Obstverwertung über Regionalmärkte bis hin zu
Dorffesten und natürlich auch privaten Feiern.

image
38
Jugendchor Großenhain-Reinersdorf-Ebersbach (Ev.-Luth. Kirchgemeinde Ebersbach)
choirs for future goes on
Nach dem Erfolg des ersten Aufforstungsprojektes 2020/21 nehmen wir im November 2021 in Kooperation mit der Stadt Großenhain ein weiteres
in Angriff: ein Flurstück (ein ehemalige Deponie, 5590m²) bei Weßnitz. Die Aktivitäten sollen Basis für eine kleine Ausstellung bzw. auch für social
media content werden, die wir bei unseren Auftritten zeigen bzw. über unsere Kanäle verbreiten.
Gruppe: Maria Stamm und Tommy Preuß
Der Kippenkorb
Bei unserem Projekt handelt es sich um einen möglichen Lösungsvorschlag des Problems der Umweltverschmutzung durch Zigarettenstummel. Der
"Kippenkorb" ist ein kleiner Drahtkorb für die fachgerechte Entsorgung von Kippen mit einer Fläche zum Ausdrücken der noch glimmenden Stummel.
Er lässt sich einfach an Laternen sowie Schildern befestigen. Unsere Motivation für dieses Projekt sind die vielen herumliegenden, achtlos
weggeworfenen Zigaretten, welche nicht nur das Grundwasser verschmutzen, sondern auch oftmals von Tieren gefressen werden. Auch der Mangel
an Mülleimern und abgegrenzten Bereichen zur Beseitigung von Zigarettenresten ist ein ausschlaggebender Faktor für diese Idee gewesen. Durch
den "Kippenkorb" und die Nähe zur Entsorgungsmöglichkeit lassen sich Raucher und Raucherinnen möglicherweise überzeugen, den Stummel
fachgerecht und umweltfreundlich zu entsorgen, statt ihn auf den Boden zu werfen. Unsere Heimatstadt Torgau kann hierbei als Pilotprojekt dienen,
da hier im Jahr 2022 die Landesgartenschau stattfindet. Sollte sich der "Kippenkorb" durchsetzen, kann dieser landesweit Anwendung finden.

image
39
zukunftswerkstatt dresden gGmbH
„More than honey and more than bees“ oder „Wir sorgen für ein gutes Klima!“
Am Anfang gab es nur die Idee, eine Imkergruppe aus Schüler*innen und Lehrkräften am Evangelischen Schulzentrum in Radebeul zu etablieren.
Eigentlich! Denn in den ersten Ideensammelrunden zur Projektidee drehte sich auf einmal alles darum, dass die Honigbiene allein die Zukunft nicht
retten kann. Was ist mit den anderen Wildbienenarten - und den Insekten? Was können wir also auch für diese Gutes tun? Bei dieser und vielen
anderen Fragen und Gedanken stießen die Teilnehmer*innen dann auch noch auf die Herausforderung, wie sich ein insektenfreundlicher Garten
anlegen lässt, der gleichzeitig den momentanen und den perspektivisch auf uns zukommenden Klimaherausforderung gewachsen ist. Wie lassen
sich Bepflanzungen finden, die in einem Schulgarten, auf einem Schulhof oder auch auf oder an Schulgebäuden den Auswirkungen der
Klimaveränderungen, wie Starkregen oder längeren Dürreperioden, standhalten? Welche Ideen gibt es, die das Klima im Klassenzimmer besser
machen? Wie können wir mit kleinen und großen Aktionen Schritte gehen, die den Klimawandel ausbremsen oder sogar stoppen? „More than honey
and more than bees“ wird sich ab September 2021 in wöchentlichen nachmittäglichen Treffen genau diesen Fragen – und vielen anderen Fragen –
widmen. Unter Projektleitung der Zukunftswerkstatt Dresden werden interessierte Schüler*innen aus Grundschule und Oberschule des
Evangelischen Schulzentrums Radebeul in enger Zusammenarbeit mit dem Radebeuler Imkerverein auf Expert*innen aus verschiedenen Gebieten
treffen, um von ihnen zu lernen und gemeinsam nach neuen Ideen und Wegen zu suchen, um Klimaveränderungen im Kleinen (also im
Klassenzimmer, Schulgarten und Schulhof) und Großen (in der Umgebung, Stadt, …) zu begegnen. Dabei werden alle Ideen, Schritt e und
Ergebnisse auf einer projektbegleitenden Homepage in Film, Text und Fotos dokumentiert. Sie sollen dann für Präsentationen und Fortbildungen
genutzt werden und unter dem Motto „More than honey and more than bees“ auch zum Nachahmen anregen!

image
40
Initiative: primaklima
Grüner Campus - Nachhaltigkeit (er)leben an der HTW Dresden
An der HTW Dresden beschäftigen sich derzeit rund 4.000 Studierende mit Themen rund um Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, aber auch
viele „grüne“ und designorientierte Fachrichtungen sind vertreten. Als ehrenamtliche Initiative hat sich die Arbeitsgruppe „primaklima“ entwickelt, die
kleine Ideen aber auch strategische Prozesse anstoßen möchte, um einen Beitrag auf dem Weg zur klimagerechten Hochschule zu leisten.
Gegenstand der kommenden zwei Jahre soll es sein, die Zusammenarbeit kleiner Teams zu fördern, in denen sowohl Studierende als auch
Beschäftigte gemeinsam Projektpat:innen sind. Ziel ist es, je nach persönlichen Interessen als auch fachlicher Expertise neue Synergien zu schaffen
und den Campus der HTW Dresden um zahlreiche nachhaltige Projekte zu bereichern, die dann tagtägliche Begleiter werden. Das Hauptaugenmerk
liegt auf der Reduzierung oder Weiterverwendung von Ressourcen.
Konglomerat e.V.
Material zum Anfassen - Nachhaltige Entwicklung in der Bildung: Handreichungen für den sächsischen
Lehrplan
Die Praxis der Wiederverwendung bereits im Materialkreislauf befindlichen Materials muss neu gedacht und organisiert werden. Zündstoffe - Die
Materialvermittlung (MaVer) ist ein etabliertes Projekt in Dresden, das sich dem Thema Abfallvermeidung annimmt. Wir haben in den letzten zwei
Jahren eine Onlineplattform entwickelt, über die Ressourcen mit Künstlern, Kulturschaffenden und sozialen Verbänden geteilt werden können. Um
dies effektiv und nachhaltig zu gestalten, ist nun die Vernetzung mit Bildungsakteur_innen wichtig. Die positive Erfahrung des Materialaustauschs
soll darum im Rahmen des Projektes “Material zum Anfassen” für Lehr- und anderes pädagogisches Personal verschiedener Bildungseinrichtungen
aufbereitet und verfügbar gemacht werden. Erstellt werden soll ein digitaler Katalog mit pädagogischen Handreichungen, die sich an den Zielen des
sächsischen Lehrplanes ausrichten. Der Katalog klassifiziert verwendbares Material nach den Materialkategorien der sächsischen Abfallrichtlinie
und stellt niederschwellige Möglichkeiten zur fächerübergreifenden Integration von Themen der Abfallvermeidung in den Lehralltag vor. Das Angebot

image
41
soll kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Es erweitert das Repertoire der MaVer und lässt sie zu einem zentralen Bildungspartner für
Lehreinrichtungen in Sachsen werden. Interdisziplinären Erfahrungen ermöglichen es MaVer, die pädagogischen Bedürfnisse der Nutzenden und
die hybriden Lehr- und Lernumgebungen der heutigen Zeit zu berücksichtigen.
Naturschutzstation Osterzgebirge e.V.
Blühfläche fürs Tierhotel
An einem stillgelegten Trafohaus in Liebenau soll ein vielfältiges Tier- und Pflanzenrefugium entstehen – mit gepflegten Obstgehölzen, die mit ihren
Blüten und Früchten Insekten und größere Tiere anziehen, mit Blühpflanzen, die der ursprünglichen Wiesenflora in dieser Höhenlage des
Osterzgebirges entsprechen. Eine solche Anlage kann als Vorzeigebeispiel dienen, wie sich Naturschutzprojekte in eine dörfliche Umgebung
einfügen und so die Biodiversität dort erhöht wird. Die Dorfbevölkerung kann für eine Umsetzung auch im eigenen Umfeld sensibilisiert werden. Und
Blühflächen mit gebietsheimischen, osterzgebirgischen Pflanzen sind ein Augenschmaus! Das Trafohaus selbst wird in einem anderen Projekt
gleichzeitig als „Tierhotel“ fit gemacht. Die Blühflächen im Umfeld sind ein wichtiger Aspekt des Naturschutz-Gesamt-Projektes und Gegenstand
dieses Projektes, in dem die jetzt wenig naturschutzgerechte Fläche am Trafohaus umgearbeitet werden soll. Dabei sind eutrophierte
Bodenschichten abzutragen und zu entsorgen, Gehölze zu pflegen, heimische Blüh-/Pflanzen auszusuchen, zu pflanzen bzw. zu säen. Alle Arbeiten
werden von lokalen Unternehmen umgesetzt. Bildungsprogramme zum Thema Wiese mit Kindern/-einrichtungen aus dem Umfeld können an der
künftigen „Blühflache fürs Tierhotel“ zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung beitragen und den Dialog mit Einheimischen für Naturschutzthemen
ebnen.

image
42
Landesverband Sachsen/Thüringen der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall
e.V.
Netzwerk Klärschlamm
Die Klärschlammverwertung steht in Deutschland vor einem umfangreichen Wandel. Am 03.10.2017 trat die novellierte Verordnung über die
Verwertung von Klärschlamm, Klärschlammgemisch, Klärschlammkompost (Klärschlammverordnung – AbfKlärV) in Kraft. Die Novelle verfolgte
insbesondere das Ziel, die bodenbezogene Klärschlammverwertung zum Zweck einer weiteren Verringerung des Schadstoffeintrags in den Boden
deutlich einzuschränken und Phosphor (P) als ressourcenrelevanten Bestandteil des Klärschlamms umfassender als bisher in den
Wirtschaftskreislauf zurückzuführen. Die DWA begleitet diesen Wandel fachlich und politisch auf der Bundes- und Landesebene. Um diesen Wandel
für die Betreiber der Kläranlagen und alle anderen beteiligten Akteure gemeinschaftlich zu fördern, ist der DWA-Landesverband Sachsen/Thüringen
dabei, ein "Netzwerk Klärschlamm" zu gründen. Zweck des Netzwerkes ist es, gemeinsam lösungsorientierte Verwertungs- und
Organisationskonzepte für die künftige Klärschlammverwertung in den Regionen des Landesverbandes zu entwickeln und umzusetzen.
Naturschutzverein Grüne Aktion Westerzgebirge e.V.
Neuanlage Erntebestand gebietsheimischer Gehölze
Bisher kann die Nachfrage nach gebietsheimischen Gehölz-Pflanzgut nicht abgesichert werden. Mit dem Erntebestand soll hierfür eine notwendige
Voraussetzung geschaffen werden. Auf einem abgelegenen Quartier in der ehemaligen Forstbaumschule Beerheide werden Gehölze von geprüften
Beständen gepflanzt. Diese Pflanzen werden dann nach Saatgut-Bedarf regelmäßig beerntet. Das Saatgut wird dann Baumschulen und anderen
Anzuchtbetrieben bereitgestellt. Die Fläche der ehemaligen Forstbaumschule liegt isoliert in mitten eines Waldgebietes und damit geeignet, um
reines Saatgut zu produzieren. Von den verschiedenen Straucharten wie Schlehe, Rosen; Weißdorn, Hartriegel und andere sollen mindestens je 40
Pflanzen eingebracht werden. Damit kann die genetische Vielfalt der jeweiligen Art gesichert werden. Die Errichtung der Anlage erfolgt durch den
Naturschutzverein Grüne Aktion Westerzgebirge e.V. in Zusammenarbeit des FoB Eibenstock.

image
43
Freie Alternativschule Weißwasser e.V.
Die nachhaltige SchulSpinnRadflotte
Schulausflüge und Fahrten zu anderen Bildungsstätten sind für Schulen in der Region Weißwasser eine Herausforderung, da Öffentliche
Verkehrsmittel oft nicht ausreichend vorhanden sind. Vielfach wird auf PKW-Lösungen der Eltern zurückgegriffen.
Die Freie Alternativschule Weißwasser möchte mit der Anschaffung eines „Velotaxis“ alias "SpinnRad" der Firma BAYK hier eine alternative Lösung
praktizieren. In Kooperation mit dem Verein „Eine Spinnerei – vom nachhaltigen Leben e.V.“, welcher bereits über drei dieser Fahrzeuge verfügt,
kann damit eine ausreichend große Fahrzeugflotte (vier Fahrzeuge) dargestellt werden, über die auch Kindergruppen der Schule mobil sind (die
derzeitig drei Fahrzeuge in Kooperation reichen von der Anzahl nicht aus). Die einzelnen Fahrzeuge können mit Hilfe von Funkgeräten gut koordiniert
im Verkehr unterwegs sein. Ein Fahrtraining der Kinder ist ebenfalls unter entsprechender Anleitung möglich, da die Fahrzeuge als Fahrräder gelten
und keine Altersbeschränkung oder andere Anforderungen an die Führung haben. Im Projektrahmen der Schule, sowie im Angebot des
Kooperationspartners können ältere Kinder auch für schulische und außerschulische Bildungsprojekte mobil sein. Die eigenständige Mobilität von
älteren Kindern und Jugendlichen sehen wir als FAS Weißwasser als wichtiges Element an für die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und damit
einhergehende Übernahme von Verantwortung. Der Raum Weißwasser ist aufgrund des guten Radwegenetzes und dem flachen Geländecharakter
für derartige Fahrzeuge sehr gut geeignet. Die Ladung erfolgt mit Strom aus einer Photovoltaikanlage. Unterbringung, Wartung und Pflege würden
ebenfalls gemeinsam mit dem Kooperationspartner organisiert werden.
Naturpark - Verein Dübener Heide e.V.
Manches ist in bester Ordnung
Das Projekt will im Filmformat positive Situationen und menschliche Handlungen beleuchten und im Internet allen Interessierten zugänglich machen.
In einer Zeit, die-einmal mehr – von negativen Schlagzeilen in Medien und Presse überwuchert ist und die durch die Coronakrise zusätzlich von
Sorgen, Nöten bis hin zu Existenzängsten geprägt ist, braucht es, trotz all der Unsicherheiten, Hoffnung und positive Nachrichten. Und diese gibt es

image
44
zuhauf! Wir wollen einen rund 30-minütigen Film drehen, der die guten Taten der Menschen in der Region um die Dübener Heide dokumentiert. Der
Fokus liegt hierbei auf den positiven Situationen und auf jenen Begebenheiten, die für das allgemeine gesellschaftliche Zusammenleben unabdingbar
sind, aber leider keinen Nachrichtenwert haben.
Kita Sonnenschein des Volkssolidarität RV Freiberg e.V.
Umgestaltung des Spielplatzes in einen naturnahen Spielgarten
Unser Spielplatz ist derzeit von Pflasterflächen und wenig Grün, fehlenden Rückzugsräumen und wenig Natur geprägt. Die Umgestaltung soll eine
Hinzuziehung neuer Flächen, das Gestalten von Wildblumenecken als Insektenweide und die Formierung in Hügellandschaften beinhalten. So
wollen wir die Kinder wieder mehr an die Natur heranzuführen, sie damit vertrauter zu machen, sensibilisieren und zum Beobachten anregen. Was
Kinder kennen, schützen sie auch - auch später als Erwachsene.
Naturförderungsvereinigung "Naturschutzstation Weiditz" e.V.
Waldentdecker-Bauwagen
Wir wollen einen alten Bauwagen als Ausgangspunkt für Walderlebnisprojekte nutzen. Der Bauwagen steht derzeit ungenutzt im Außengelände der
Station und soll für die Bildungsarbeit, vorranging zum Thema Wald, umgebaut und modernisiert und danach wieder genutzt werden. Damit können
wir unser Umweltbildungsangebot aufwerten und erweiten. Im Bauwagen können die vorhandenen Anschauungsobjekte wie Präparate, Modellle
und Bilder auch bei ungünstiger Witterung präsentiert werden. Es sollen Sitzplätze entstehen, die ein regenunabhängiges Lernen ermöglichen. Der
Raum bietet den KIndern eine besondere Umgebung. In dieser können alle aus dem Wald geborgenen "Schätze" unter die Lupe genommen werden.
Bestimmungen von Blättern, Rinde, Früchten oder Untersuchungen des Waldbodens lassen sich dort gut umsetzen. Die Kinder erlangen mitten in
der Natur Kenntnisse über die Tiere des Waldes und deren Schutz. Der Bauwagen soll dirket am eigenen Wald stehen. Von dort aus geht es auf

image
45
Entdeckungsreise. Der Wagen dient als Basisation, als kleines Labor, als Unterschlupf und bietet Raum für Gespräche in kleinen Gruppen zur
Vertiefung des neu erwobenen Wissens. Die Innengestaltung soll dem Thema Wald entsprechen und so eine besondere Atmosphäre bieten. Die
Naturschutzstation arbeitet seit 25 Jahren auf dem Gebiet der Umweltbildung und ist bestrebt, immer wieder neue attraktive Angebote zu entwickeln.
Ziel der Arbeit ist es, vor allem Kinder für die Beobachtung der Natur zu begeistern und damit für Probleme und Aufgaben des Natur- und
Klimaschutzes zu sensibilisieren.
Susann Christoph
Denk mal Wiese!
Ich plane die Sanierung eines denkmalgeschützten Umgebindehauses als Gemeinschaftshaus mit einem separat vermietbarem „Denkraum“,
weiterhin psychologische Erfahrungsangebote in Verknüpfung mit Naturerleben, die Pflege einer 1,4 ha großen Wiese mit dem Fokus auf
Biodiversität, die Anlage alter Streuobstsorten und Biotopentwicklung. Das wird jeweils als Gemeinschaftsprojekt mit Kooperationspartnern der
Region angegangen als erlebbare Baustelle zur Vermittlung von Baukultur, zur Vernetzung mit regionalen Angeboten und mit Direktvermarktern.
KulturGut Linda e.V.
Wilde KulturGut Wiese
Der Verein Kulturgut Linda e.V. entwickelt in Linda, einem Ortsteil von Frohburg im Kohrener Land einen vom Verfall bedrohten denkmalgeschützten
Vierseithof zu einer Bildungs- und Begegnungsstätte. Im Jahr 2016 gegründet, arbeite er in rein ehrenamtlichen Strukturen und ist als Mitglied des
Paritätischen Wohlfahrtsverbandes anerkannter Träger der Jugendhilfe. Der Ort Linda liegt im Kohrener Land, 3 km entfern von Kohren-Sahlis und
1 km zum Lindenvorwerk. Das Kohrener Land ist eine Naherholungsregion seit über 100 Jahren. Besonders Tourist*innen aus den Oberzentren
Chemnitz, Altenburg und Leipzig besuchen die Region. Zu den vier Gebäuden des einstigen Bauerngutes gehört eine Grünfläche von ca. 7.000qm.

image
46
Diese wurde bisher durch eine Mutterkuhherde beweidet. Im Jahr 2020 begannen wir, die Fläche mit Schafen zu pflegen. Es fehlte jedoch an einem
Gesamtkonzept. Nachhaltige Entwicklung spielt bisher sowohl im Tourismus als auch und er Landwirtschaft des Kohrener Landes eine
untergeordnete Rolle. An dieser Stelle soll unser Vorhaben ansetzen und einen kleinen Baustein zu nachhaltiger Entwicklung beitragen. Das
Grünland soll mit Wildfruchtgehölzen gestaltet werden. Dazu zählen Schlehen, Weißdorn, Holunder, Hundsrosen, Haselnüsse, Kirschpflaumen,
Eberesche u.a. Für die Beweidung soll eine kleine Schafherde aufgebaut werden. In der Mitte der Fläche soll ein Rastplatz für Tagestouristen
entstehen. Wesentlicher Teil des Vorhabens ist die Entwicklung von Angeboten des Vereins zur Verarbeitung wilder Früchte und somit dem Erhalt
des Wissens zur Nutzung und letztlich der Artenvielfalt.
Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V. (gemeinnützig)
Abendveranstaltung "Klimagerechtigkeit" im Rahmen des bundesweiten Kongresses weltweitwissen2022
Zum Thema Klimaanpassung und -schutz finden in Sachsen viele Diskussionen statt und werden Handlungsmöglichkeiten finanziert. Wie jedoch
unser Handeln auf Menschen im Globalen Süden wirkt und was man unter Klimagerechtigkeit versteht, dazu mangelt es an öffentlichen Diskussion.
Wenngleich globale Zusammenhänge von großen Medien immer wieder thematisiert werden, müssen konkrete Gesprächsformate vor Ort
geschaffen werden, um alle gesellschaftlichen Schichten zu beteiligen. Das SDG Nr. 13 „Klimaschutz“ kann auf diesem Weg plastisch werden.
Mitglieder des Entwicklungspolitischen Netzwerks Sachsen (ENS) und weitere BNE-Akteure stellen globale Zusammenhänge zur Diskussion. Um
diese zu vernetzen und ihr Engagement für Klimagerechtigkeit weiterzutragen, organisiert das ENS gemeinsam mit dem Eine Welt-Landesnetzwerk
Sachsen-Anhalt (ENSA) vom 4.-6. Mai 2022 den bundesweiten Kongress weltweitwissen in Halle/Leipzig. 2007 prägte das ENS den Namen dieser
unter den Bundesländern aller zwei Jahre rotierenden Kongresse und veranstaltete damit im Sächsischen Landtag einen der ersten Kongresse
innerhalb des Konzepts Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)/Globales Lernen (GL). Im Rahmen des Kongresses weltweitwissen werden über
60 Eine-Welt-Vereine des ENS die Abendveranstaltung "Klimagerechtigkeit" am 5. Mai 2022 veranstalten und bewerben sich hiermit für den EKU-

image
47
Preis. Ressourcenschonend und innovativ, zum ersten Mal hybrid werden partizipativ Inhalte und Referenten ausgewählt sowie Exkursionen zu
nachhaltigen Projekten in und um Leipzig organisiert.
Hybrid findet der Abend „Klimagerechtigkeit“ auch deshalb statt, weil gerade in der Corona-Pandemie deutlich wurde, wie durch digitale Formate
mehr ehrenamtlich Engagierte aus den „ländlichen Räumen“ wie auch Stimmen aus dem Globalen Süden eingebunden werden konnten. Damit wird
weltweitwissen Vorbild für andere Regionen. Da in der Vorbereitung viele BNE-Akteure eingebunden sind, findet schon jetzt ein Wissenstransfer
digitaler Formate statt.
Ralf Kretschmar
Nachhaltigkeitszentrum "Planet Erde - Ressource Wald"
Das Nachhaltigkeitszentrum „PLANET ERDE – Ressource Wald“ setzt sich mit dem Thema Wald in seiner Gesamtheit auseinander. Hierbei wird
auf die globale Betrachtungsweise Wert gelegt. Somit steht der Schutz des tropischen Regenwaldes genauso im Mittelpunkt, wie die nachhaltige
Nutzung und Pflege heimischer Wälder. Durch Fragen wie: „Warum lohnt es sich den Wald zu bewahren?“ und „Wie bringen wir den Rohstoff Holz
wieder mehr in den Alltag?“, wird zum verantwortungsvollen und nachhaltigem Handeln aufgefordert und sensibilisiert. Ein großer Themenblock
befasst sich mit der CO2-Reduktion. Unter dem Titel „Holz statt Kunststoff“ oder „Holz statt Zement“ werden unter wissenschaftlicher Begleitung
Wege aufgezeigt, die in Zukunft unumgänglich sind. Zu den verschiedensten Fragestellungen im Umgang mit dem Ökosystem Wald sollen weltweit
Nachhaltigkeitszentren „PLANET ERDE- Ressource Wald“ entstehen, die zur Aufklärung dienen und positive Veränderungen bewirken. Bitte helfen
Sie mit!

image
48
Uni im Grünen e.V.
Teichrenaturierung und Biotopverbund am Hof Blumberg- einer Bildungsstätte des Uni im Grünen e.V.
Auf Hof Blumberg, einer Außenstelle des Uni im Grünen e.V., soll ein ca. 60m² großer trockengefallener Teich renaturiert werden. Damit wird nicht
nur ein Landschaftselement wiederhergestellt, welches das Erscheinungsbild des Hofes geprägt hat, sondern zugleich ein wertvolles Biotop. Wir
möchten ihn gern als Brutstätte für Insekten und Amphibien wiederbeleben und so einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Anlage von Biotopen,
Landschaftselementen und Biotopverbund leisten. Der Teich stellt einen wichtigen Bestandteil eines einstigen Biotopverbundes dar. Am Rande des
Grundstücks verläuft ein kleiner Bach und unweit fließt die Wiera vorbei. Diese Gewässer und auch der zukünftige Teich dienen verschiedenen
Arten der Flora und Fauna als Lebensraum, was wiederum die Biodiversität erhöht. Zudem befinden sich in unmittelbarer Umgebung ein
Permakulturlehrgarten und eine Streuobstwiese. Außerdem werden die Baumaßnahmen und die neu geschaffenen Biotope in die Bildungsarbeit
des Vereins eingebunden, wodurch Vorbildwirkung erzielt wird. Bereits während der baulichen Durchführung wird die Renaturierungsmaßnahme
Teil von Bildungsprogrammen im Rahmen von Camps, Workshops, Fortbildungen u.v.a.m. sein. Bestehende Angebote z.B. rund um das Thema
Biodiversität und ökologisches Gärtnern werden um gewässerökologische Themen, praktischen Naturschutz, Wasser- und Gewässernutzung
ergänzt. Das Projekt zeigt anschaulich, wie im Kleinen, sei es auf privaten Flächen oder auf öffentlichen, die Biodiversität erhöht und Biotope vernetzt
werden können. Es soll zum Nachmachen animieren, denn der Uni im Grünen e.V. wird seine Erfahrungen gerne mit Interessierten teilen.
NABU Regionalgruppe Südraum Leipzig als Verbandsmitglied des NABU Landesverband Sachsen e.V.
Was fliegt denn da? Vögel in der Tagebaulandschaft
Die NABU-Naturschutzstation Groitzsch (NSZ) mit der Regionalgruppe Südraum Leipzig ist Anlaufstelle für Schulen, Kindergärten und die
interessierte Öffentlichkeit in Groitzsch. Schwerpunkt sind der Schutz des Steinkauzes und die Lebensräume der umgebenden
Tagebaufolgelandschaft. Neben dem praktischen Naturschutz widmet sich das NSZ der Umweltbildung die eine wesentliche Grundlage des
nachhaltigen Naturschutzes bildet.

image
49
Die NABU-Naturschutzstation Groitzsch (NSZ) mit der Regionalgruppe Südraum Leipzig ist Anlaufstelle für Schulen, Kindergärten und die
interessierte Öffentlichkeit in Groitzsch. Schwerpunkt sind der Schutz des Steinkauzes und die Lebensräume der umgebenden
Tagebaufolgelandschaft. Neben dem praktischen Naturschutz widmet sich das NSZ der Umweltbildung die eine wesentliche Grundlage des
nachhaltigen Naturschutzes bildet. Es besitzt seit mehr als 30 Jahren Präparate von über 100 verschiedenen Vögeln. Vor allem Schulklassen nutzen
diese zur Veranschaulichung von heimischer Vogelfauna und artenspezifischen Merkmalen. Die Präparate werden zurzeit in improvisierten Vitrinen
aufbewahrt, die einer angemessenen Konservierung entgegenstehen. Teile der Sammlung weisen bereits Schäden auf und benötigen dringend eine
fachkundliche Aufarbeitung. Um die Präparate für die Umweltbildung zu erhalten, plant das NSZ in Zusammenarbeit mit dem Naturkundemuseum
Mauritianum Altenburg eine interaktive Dauerausstellung im Hauptgebäude der NSZ einzurichten. Die Präparate sollen in neue, dicht schließende
Vitrinen umgesiedelt und dort interaktiv präsentiert werden, um sowohl die Wirksamkeit des Bildungsauftrags zur erhöhen, als auch die nachhaltige
Aufbewahrung der einzigartigen Präparate sicherzustellen. Um den Bildungscharakter der Präparate zu erweitern, sollen einzelne Tiere mit
besonderem Bezug zum Lehrplan und relevanten Veranstaltungen in mobilen Einzelvitrinen aufbewahrt und z.B. in Exkursionen verwendet werden
und so aktiv zur Bewusstseinsbildung für naturschutzrelevante Themen von insbesondere Kindern und Jugendlichen beitragen. Die Präparate der
Dauerausstellung werden mit kurzen und prägnanten Informationen zur Art, des Habitats und ggf. des Schutzstatus und der Bedrohung versehen.
Eine Vernetzung mit der digitalen Datenbank der NABU-Vogelporträts ermöglicht zusätzlichen Zugriff auf artenspezifischen Informationen wie
Gesang, Größe oder Lebensraum.

image
50
Ausgezeichnet mit einem Sonderpreis (500 Euro)
Familie Gerber
Hilfe für Insekten und Wildbienen
Wir betreuen seit ca. fünf Jahren ein Kräuterbeet im Kloster der Gemeinde Grünhain-Beierfeld. Dafür wollen wir eine Insektenbehausung für
unterschiedliche Arten bauen und aufstellen und eine Tränke bauen. Weiterhin wollen wir Informationen für die Bevölkerung aushängen.
NABU Regionalverband Leipzig e.V.
Wildbienen Leipzig
Das globale Artensterben setzt sich trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse weiter fort. Mit der Webseite
www.wildbienen-leipzig.de,
welche im ersten
Quartal 2022 veröffentlicht wird, bietet der NABU Leipzig ein einfach verständliches Werkzeug, welches Zugang zu den in Leipzig nachgewiesenen
Wildbienenarten bieten soll, denn durch Umweltbildung und Aufklärung können Mechanismen gegen das Artensterben aktiviert werden. Auf der
Webseite können zahlreiche Filterfunktionen genutzt werden, um spielerisch einen Zugang zum Thema Wildbienen zu ermöglichen. Wildbienen
dienen dabei als Schirmart, denn durch die Informationen, welche über die Webseite zur Verfügung gestellt werden, können auch andere
Insektenarten gefördert werden. Die Webseite ist in einfacher, nichtwissenschaftlicher Sprache gehalten, um möglichst viele Interessierte für die
faszinierende Welt der bedrohten Bestäuber zu begeistern. Durch die Filterfunktionen können Flugzeiten, Nistweise und Spezialisierungen auf
bestimmte Pflanzenarten- oder Familien selektiert werden. Damit erschließt sich schnell, welche Wildbienen z.B. aktuell anzutreffen sind. Die
Webseite stellt keine Bestimmungsapp dar. Der ökologische Wert heimischer Kräuter wird jedoch anhand der Verknüpfungen zu den einzelnen
Wildbienenarten deutlich. Damit können Sensibilisierungsprozesse für Wildkräuter bei kommunalen Verwaltungen, Kleingärtnern, Hausmeistern und
Grünpflegefirmen angestoßen werden.

image
51
Herausgeber: Stand 26.11.2021
Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klima, Umwelt und Landwirtschaft, Referat 22: EU, internationale Zusammenarbeit, Querschnittsthemen,
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden