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Im Netz der Neuen Medien
Handreichung für Lehrkräfte, Fachkräfte
in der außerschulischen Jugendarbeit und Polizei.
Sicherer Umgang mit Internet, Handy und Computerspielen

2
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
........................................................................................................................................5
1.
Chancen und Risiken bei der Vernetzung von Endgeräten
................................................................7
1.1
Ausgangssituation ...........................................................................................................................7
1.2
Tipps & Empfehlungen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte ................................................8
1.3
Tipps & Empfehlungen zur Weitergabe an Eltern .............................................................................8
1.4
Weiterführende Informationen und Links .........................................................................................9
2.
Zahlen, Daten, Fakten – Kinder und Jugendliche in der virtuellen Welt
...........................................13
2.1
Ausgangssituation .........................................................................................................................13
2.1.1
Computer, Internet und Handy gehören zum Alltag der Kinder ......................................................13
2.1.2
Technische „Vollversorgung“ bei Jugendlichen ...............................................................................13
2.1.3
Kommunikation von Jugendlichen in virtuellen Welten ..................................................................13
2.1.4
„Web 2.0“ – von der Informationsquelle zum Mitmach-Web .........................................................14
2.1.5
Online-Computerspiele bei Jungen beliebter als bei Mädchen ........................................................14
2.2
Internet, Handy & Co. – nützlich, aber auch mit Vorsicht zu genießen ............................................14
2.2.1
Jugendgefährdende Inhalte im Internet und Gefahr der Anonymität im Chat .................................14
2.2.2
Gewaltvideos auf Schülerhandys ....................................................................................................15
2.3
Nicht alles, was im Internet steht, stimmt .......................................................................................15
2.4
Rund um das Internet – wo Lehrkräfte Material finden ...................................................................17
2.5
Weitere Informationen und Links: Studien zum Nachlesen .............................................................18
3.
Jugendschutz in interaktiven Diensten und Kommunikationsplattformen
.......................................21
3.1
Ausgangssituation .........................................................................................................................21
3.2
Unterschiedliche Kommunikationsplattformen und -dienste im Internet .........................................21
3.3
Tipps & Empfehlungen für Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte
und zur Weitergabe an Eltern ........................................................................................................23
3.4
Tipps & Empfehlungen zur Weitergabe an Kinder und Jugendliche ................................................24
3.5
Vorgehensweise bei Problemen und institutionelle Ansprechpartner ...............................................24
3.6
Weiterführende Informationen und Links .......................................................................................25
4.
Jugendgefährdende Inhalte im Internet
..........................................................................................27
4.1
Ausgangssituation .........................................................................................................................27
4.2
Extremistische und rassistische Propaganda ....................................................................................27
4.3
Pornografische Inhalte ...................................................................................................................28
4.4
Gewaltverherrlichende Inhalte .......................................................................................................30
4.5
Verherrlichung von Magersucht und Suizid ....................................................................................31
4.6
Tipps & Empfehlungen für Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte
und zur Weitergabe an Eltern ........................................................................................................32
4.7
Vorgehensweise bei Problemen und institutionelle Ansprechpartner ...............................................32
4.8
Weiterführende Informationen und Links .......................................................................................33
Inhaltsverzeichnis

3
Inhaltsverzeichnis
5.
Urheber- und Persönlichkeitsschutz im schulischen Bereich
............................................................35
5.1
Ausgangssituation .........................................................................................................................35
5.2
Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch (heimliche) Bild- und Tonaufnahmen
und deren Veröffentlichung oder Verbreitung ................................................................................35
5.2.1
Rechtliche Bewertung ....................................................................................................................35
5.2.2
Tipps & Empfehlungen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte ..............................................36
5.2.3
Tipps & Empfehlungen zur Weitergabe an Eltern ...........................................................................36
5.2.4
Tipps & Empfehlungen zur Weitergabe an Kinder und Jugendliche ................................................36
5.2.5
Vorgehensweise bei Problemen und institutionelle Ansprechpartner ...............................................37
5.3
Verletzung von sonstigen Persönlichkeitsrechten und Urheberschutz ..............................................37
5.3.1
Rechtliche Bewertung und Verhaltensempfehlungen ......................................................................37
5.4
Weiterführende Informationen und Links .......................................................................................38
6.
Kinder und Jugendliche als Kunden: Werbung, Online-Handel
und kostenpflichtige Handyangebote
.............................................................................................41
6.1
Ausgangssituation ........................................................................................................................41
6.1.1
Werbung im Internet .....................................................................................................................41
6.1.2
Gratisdienste als Kostenfallen ........................................................................................................43
6.1.3
Vorschussbetrug durch falsche Gewinnbenachrichtigungen ...........................................................43
6.1.4
Online kaufen – mit Verstand .........................................................................................................43
6.1.5
Abzocke auf dem Handy ................................................................................................................45
6.2
Tipps & Empfehlungen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte ..............................................46
6.3
Tipps & Empfehlungen zur Weitergabe an Eltern ...........................................................................46
6.4
Vorgehensweise bei Problemen und institutionelle Ansprechpartner ...............................................47
6.5
Weiterführende Informationen und Links .......................................................................................48
7.
Computerspiele und die rechtlichen Regelungen
............................................................................51
7.1
Ausgangssituation .........................................................................................................................51
7.2
Indizierung, Alterskennzeichnungen und Abgabebeschränkungen .................................................51
7.2.1
Stufe 1 – Strafbarkeit: totales Verbreitungsverbot von Computerspielen .........................................51
7.2.2
Stufe 2 – Jugendgefährdung: Handelsbeschränkungen, Werbeverbote,
Abgabeverbote von Computerspielen an Jugendliche ....................................................................52
7.2.3
Stufe 3 – Jugendbeeinträchtigung: Handel ohne Werbebeschränkung,
Abgabe von Computerspielen an Minderjährige gemäß Altersfreigabe ..........................................53
7.3
Stand der Wirkungsforschung und Suchtpotenzial .........................................................................54
7.4
Technische Schutzvorkehrungen für reine Online-Spiele .................................................................55
7.5
Tipps & Empfehlungen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte ..............................................56
7.6
Tipps & Empfehlungen zur Weitergabe an Eltern ...........................................................................57
7.7
Vorgehensweise bei Problemen und institutionelle Ansprechpartner ...............................................57
7.8
Weiterführende Informationen und Links .......................................................................................58

4
Inhaltsverzeichnis
8.
Gefahren des Handys als Multifunktionsgerät
................................................................................61
8.1
Ausgangssituation .........................................................................................................................61
8.2
„Handy ohne Risiko?“ ...................................................................................................................61
8.2.1
Herunterladen von Gewaltvideos aus dem Internet .......................................................................62
8.2.2
Happy Slapping – „Fröhliches Schlagen“ ........................................................................................62
8.2.3
Handy-Mobbing – z. B. Versenden heimlich gefilmter Aufnahmen ..................................................62
8.2.4
Chatten mit dem Handy ................................................................................................................62
8.3
Tipps & Empfehlungen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte ..............................................63
8.4
Tipps & Empfehlungen zur Weitergabe an Eltern ...........................................................................63
8.5
Tipps & Empfehlungen zur Weitergabe an Kinder und Jugendliche ................................................63
8.6
Vorgehensweise bei Problemen und institutionelle Ansprechpartner ...............................................64
8.7
Weiterführende Informationen und Links .......................................................................................65
9.
Sicherheit im Datenverkehr
............................................................................................................67
9.1
Ausgangssituation .........................................................................................................................67
9.1.1
Arten und Wirkung von Schadsoftware .........................................................................................67
9.1.2
Spam-Mails ....................................................................................................................................67
9.1.3
Phishing .........................................................................................................................................67
9.2
Tipps & Empfehlungen ..................................................................................................................68
9.3
Weiterführende Informationen und Links .......................................................................................69
9.3.1
Literatur .........................................................................................................................................69
9.3.2
Technische Hilfen ...........................................................................................................................69
9.3.3
Software ........................................................................................................................................70
Impressum
.....................................................................................................................................72
Medienübersicht
............................................................................................................................73

 
5
Einleitung
Unser Alltag wird zunehmend durch elektronische
Me dien bestimmt. Sie dienen der Information, der
Kommunikation sowie der Unterhaltung und sind in
Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und in vielen ande-
ren Bereichen unverzichtbar geworden.
Medien sind auch „Miterzieher“: Neben Familie,
Freundeskreis, Schule oder Kirche beeinflussen sie
die Wertvorstellungen und Verhaltensweisen unse-
rer Kinder und Jugendlichen erheblich. Junge Men-
schen wachsen mit Medien auf. Umso mehr sind
Eltern, Lehrkräfte und Erziehungsverantwortliche in
der Pflicht, sich mit diesen im Interesse ihrer Kinder
auseinanderzusetzen.
Es gehört deshalb zu den grundlegenden Erzie-
hungsaufgaben, Kinder und Jugendliche zu einer
sachgerechten und umsichtigen Mediennutzung
zu befähigen. Diese Medienkompetenz muss wie
das Lesen und Schreiben gelernt werden. So wie
man Kinder nicht ohne Handlungsanweisungen am
Straßenverkehr teilnehmen lässt, müssen sie auf die
Möglichkeiten, Gefahren und Regeln der Medienwelt
vorbereitet werden. Doch nur wer sich selbst eini-
germaßen auskennt, kann diese Medienkompetenz
auch an Kinder und Jugendliche weitergeben.
In Ergänzung verschiedener Initiativen zur Förderung
der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendli-
chen haben Ver treter der Kultusministerkonferenz,
der Jugend- und Familienministerkonferenz und der
Innenministerkonferenz eine ressortübergreifende
Informations- und Fortbildungsinitiative erarbeitet,
die den Fokus auf die Gefahren des Internets für
Kinder und Jugendliche richtet. Die hier vorliegende
Handreichung ist ein zentra ler Baustein dieser Ini-
tiative. Sie dient als Einführung in das Thema und
beinhaltet Basisinformationen mit Prä ven tionstipps
zum Umgang mit jugendgefährdenden Inhalten im
Internet, auf Schülerhandys und in Computerspie-
len. Zielgruppen der Informationen sind Lehr kräfte,
Fachkräfte in der außerschulischen Jugendarbeit und
in der Polizei im Bereich der Jugendsachbearbeitung.
Fer ner beinhaltet der Reader ausgewählte Hinweise
auf weitere Materialien und qualifizierte Informa-
tionsquellen (z. B. einschlägige Merkblätter, kommen-
tierte Link samm lungen).
Jedes Kapitel enthält die Beschreibung der Ausgangs-
situation sowie der rechtlichen Aspekte und gibt Prä-
ventionstipps für verschiedene Zielgruppen. Dabei
handelt es sich zum einen um grundlegende Infor-
mationen und Hilfen eigens für die oben genannten
Zielgruppen, zum anderen aber auch um Tipps und
Empfehlungen für Eltern, Jugendliche und Kinder,
die zum Beispiel bei In formationsveranstaltungen, in
der Ju gend bildungsarbeit, bei Elternabenden oder
im Schulunterricht weitergegeben werden können.
Einleitung
Medienkompetenz =
Erziehungssache!

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6
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7
Chancen und Risiken bei der Vernetzung von Endgeräten
1.1 Ausgangssituation
Die vielerorts vorhandenen Multimedia-Geräte
werden mit unterschiedlicher Mo tivation und Ziel-
richtung verwendet: Vom Spielcomputer bis zum
ausschließlichen Arbeitsmittel, wobei Mischkombina-
tionen die Regel sein dürften. Durch Computerspiele
können Fertigkeiten für Schule, Ausbildung, Beruf
und Hobby erlernt und weiterentwickelt werden.
Das Interesse für diese Spiele wird durch den inter-
aktiven Einsatz sowie eine entsprechende Animation
geweckt. Lernprozesse können bei jungen Menschen
auf diese Weise positiv beeinflusst werden.
Prinzipiell ist zwischen Offline- und On line-Anwen-
dungen zu unterscheiden. Die Offlinenutzung des
PCs ist für Eltern noch relativ überschaubar – sie setzt
aber Know-how im Umgang mit dem Computer und
Kenntnis der bestehenden Programme voraus. Mitt-
lerweile sind die meisten Computer mit dem Internet
verbunden und werden als multimediale Schaltzen-
tralen genutzt. Musik empfangen, Bilder und Filme
anschauen sowie versenden ist dank der großen
Datenbandbreite kein Problem mehr. Hierzu muss der
Rechner schon längst nicht mehr nur zu Hause fest
installiert sein – die Vielfalt der Internetanwendungen
ist auch über mobile Endgeräte verfügbar. E-Mails,
(Video-)Chats, PC-Spiele oder Dateidownloads sind
überall abrufbar. Diese mobile Onlinenutzung ist aber
nicht so einfach zu kontrollieren.
So birgt insbesondere auch die Onlinenutzung des
Computers neue Gefahren: Beispielsweise können
sich Nutzer durch das Herunterladen von Musik-
dateien oder das Kopieren von lizenzierten Spielen
strafbar machen, weil sie damit gegen das Urheber-
rechtsgesetz verstoßen. Eine andere Gefährdungs-
situation entsteht mit der sorglosen Darstellung
oder Weitergabe von persönlichen Daten – etwa
dann, wenn Kinder beim Chatten dem anonymen,
womöglich pädokriminellen Gesprächspartner ihre
Adresse oder Schule mitteilen und dadurch eine reale
Kontaktaufnahme ermöglichen. Auch können Kin-
der und Jugendliche beim Recherchieren im Internet
in Kontakt mit Pornografie sowie gewaltverherr-
lichenden Inhalten kommen. Bei der Nutzung von
sog. Chaträumen oder von Newsgroups kann es zu
„verbalem Missbrauch“ – und sei es „nur“ in Form
von elektronischen Botschaften – kommen. Dane-
ben bestehen vermehrt Risiken bei Angeboten, die
die Unerfahrenheit und Leichtgläubigkeit von Kin-
dern und Jugendlichen ausnutzen und vermeintliche
Dienste gratis im Internet anbieten, die sich im Nach-
hinein doch als kostenpflichtig herausstellen.
Mit zunehmender Verbreitung der privaten Nutzung
des Internets und der Möglichkeit, auch von mobi-
len Endgeräten wie dem Smartphone oder Tablet-
PC, Daten aus dem Internet herunterzuladen oder
Daten zwischen den Geräten auszutauschen, häufen
sich Meldungen über Fälle, in denen Video-Aufzeich-
nungen von realen Gewalt- und Tötungshandlungen
oder pornografische Filmsequenzen auf Handys von
Kindern und Jugendlichen vorhanden sind.
Es kann nicht alleine zielführend sein, die Gefahren
von Online-Anwendungen (bzw. Internet) oder des
Smartphones gegenüber Kindern und Jugendlichen
durch Verbote oder durch den Einsatz von Filtersoft-
ware ausschließen zu wollen. Vor allem sind auch
die Anbieter und Betreiber von Internet-Angeboten
in der Pflicht, ihren Beitrag zum Schutz der Kinder
und Jugendlichen zu leisten. Darüber hinaus müssen
Kinder und Jugendliche auf die möglichen Gefahren
vorbereitet, ihre Fragen beantwortet und zu einem
sicherheitsbewussten Verhalten in der multimedialen
Welt hingeführt werden. Gemeinsam mit Eltern und
Lehrkräften sollte einerseits ihr Informationsbedarf
und ihre Neugierde befriedigt, und andererseits soll-
ten sie über die Gefahren des Internets gerade auch
bei der mobilen Nutzung und bei Computerspielen
aufgeklärt werden. Damit sie kompetent, selbstbe-
wusst und letztendlich vor allem sicher die neuen
Medienangebote zu nutzen wissen. Die Steigerung
ihrer Me di en kom petenz ist dabei als gesamtgesell-
schaftliche Aufgabe zu verstehen, die folglich die
Einbindung aller Verantwortlichen erfordert.
1. Chancen und Risiken bei der Vernetzung von Endgeräten
Zugriff aufs Internet und Austausch von multimedialen Inhalten ist mit
fast allen Endgeräten möglich.
Kinder und
Ju gend liche
müssen auf die
Gefahren vorbe-
reitet sein, damit
sie sicher und
selbstbewusst
Stellung beziehen
können.

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8
Chancen und Risiken bei der Vernetzung von Endgeräten
1.2 Für Lehrkräfte & pädagogische Fachkräfte
››
Halten Sie sich über die aktuellen Ent wicklungen
im Bereich elektronischer Medien auf dem Lau-
fenden und machen Sie sich insbesondere mit
der Nutzung der Neuen Medien vertraut.
››
Legen Sie verbindliche Standards für die Nut-
zung von Medien wie Internet und Handy an
Ihrer Schule oder in Ihrer Jugendeinrichtung fest
und informieren Sie über Konsequenzen bei
Nichtbeachtung. Achten Sie auf die Einhaltung
der Regeln und ziehen Sie die Konsequenzen bei
Übertretungen.
››
Für die medienpädagogische Arbeit ist es wich-
tig, Kindern und Jugendlichen immer wieder
deutlich zu machen, dass Me dien (insbesondere
auch Darstellungen im Internet) nicht die Rea-
lität abbilden. Vermitteln Sie den Kindern und
Ju gend li chen, Medieninhalte zu verstehen und
ein zuordnen. Unterrichten Sie sie über mögliche
Gefahren und deren Verhinderung.
››
Kinder und Jugendliche sind auf die Hilfestellung
von Erwachsenen bei der Auswahl und Einschät-
zung von Medien inhalten angewiesen. Klären
Sie beispiels weise bei Elternabenden über Chan-
cen und Risiken des Internets auf.
››
Vereinbaren Sie mit Ihren Kolleginnen und Kolle-
gen zum Beispiel jährlich einen Schwerpunkttag
zum Thema Me di en kompetenz. Beziehen Sie
dabei auch die Schüler- oder Jugendverwaltung
mit ein.
››
Nutzen Sie das kreative Potenzial der Kinder und
Jugendlichen zur Regelung ihres (Schul-)Alltags.
Binden Sie sie bei der Festlegung von Standards
und beim Lösen von Problemen aktiv ein.
››
Unterstützen Sie den Transfer des Themas
„Sicherheit und Jugendmedienschutz im Internet“
in den Unterricht oder in die Projektarbeit.
1.3 Zur Weitergabe an Eltern
››
Bleiben Sie mit Ihren Kindern im Gespräch und
zeigen Sie stets Interesse für ihr Freizeitverhalten.
Die Vermittlung von Medienkompetenz kann
nicht allei ne durch die Schule geschehen – auch
die Eltern sind gefordert, ihren Teil dazu beizu-
tragen.
››
Stellen Sie Regeln für den Umgang mit den
Medien auf (zeitlich und inhaltlich) und achten
Sie auf deren Einhaltung.
››
Seien Sie ein Vorbild im Umgang mit den
Medien.
››
Machen Sie sich gemeinsam mit Ih ren Kindern
mit der technischen Handhabung und Anwen-
dung von Medien vertraut. Zeigen Sie Bereit-
schaft, von Ihren Kindern zu lernen!
››
Nutzen Sie die Angebote öffentlicher Bibliothe-
ken, die neben Büchern inzwischen auch CDs,
PC-Spiele, Video-Filme sowie DVDs zur Ausleihe
anbieten.
››
Geben Sie Ihren Kindern möglichst vielfältige
Anregungen zu weiteren Freizeitmöglichkeiten
und fördern Sie ihre Umsetzung.
TIPPS & EMPFEHLUNGEN

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9
Chancen und Risiken bei der Vernetzung von Endgeräten
1.4 Weiterführende Informationen und Links
››
Der deutsche Bildungsserver ist der zentrale
Wegweiser zu Bildungsinformationen im Inter-
net und bietet eine Rubrik zur Medienkompe-
tenz an:
www.bildungsserver.de
››
Das Programm Polizeiliche Kriminal prä vention
der Länder und des Bundes (ProPK) verfolgt das
Ziel, die Bevölkerung, Multiplikatoren, Medien
und andere Präventionsträger über Erschei-
nungsformen der Kriminalität und Möglichkei-
ten zu deren Verhinderung aufzuklären. Dies
geschieht durch kriminalpräventive Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit und durch die Entwicklung
und Herausgabe von Medien, Maßnahmen und
Konzepten, die die örtlichen Polizeidienststellen
in ihrer Präventionsarbeit unterstützen.
www.polizei-beratung.de
››
Die Initiative „klicksafe“ ist ein Projekt im Rah-
men des „Safer Internet Programms“ der Euro-
päischen Union. klicksafe informiert umfassend
über Sicherheitsthemen im Internet und vernetzt
als Plattform Initiativen und Akteure auf bun-
desweiter Ebene. Es wird von einem von der
Landeszentrale für Medien und Kommunikation
(LMK) Rheinland-Pfalz koordinierten Konsortium
getragen. Diesem gehören neben der LMK die
Landesanstalt für Medien NRW sowie das Euro-
päische Zentrum für Medienkompetenz (ecmc)
GmbH an.
www.klicksafe.de
››
Ein Netz für Kinder – Surfen ohne Risiko?
www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/Publikationen/
publikationen.html
››
Auf der Webseite von SCHAU HIN! fin den Sie
Informationen rund um das Thema Medienkom-
petenz:
http://schau-hin.info/
››
Infoset „Medienkompetenz und Me di en -
pädagogik in einer sich wandelnden Welt“ des
Medienpädagogischen Forschungsverbunds
Südwest (MPFS). Mithilfe des Infosets können
wichtige Fragen von Eltern, Erzieherinnen und
Erziehern sowie allen anderen Interessierten
zum Me dienumgang von Kindern beantwortet
werden. Die Flyer stehen auf der folgenden
Homepage unter Materialien –> Info set zum
Download bereit:
www.mpfs.de

10
››
Der praktische Leitfaden „Handy ohne Risiko?“
ist als Download eingestellt unter
www.jugendschutz.net/eltern/handy/index.html
››
Spannende und vielfältige Themen werden in
dem geschützten Surfraum fragFINN speziell für
Kinder angeboten. Dort können sie ungehindert
in einem umfangreichen Angebot an Internet-
seiten surfen und somit ihre Medienkompetenz
gefahrlos erwerben. Ein Team von Medienpä-
dagogen überprüft und erweitert ständig das
Angebot an kindgerechten Internetseiten von
fragFINN. Im Erwachsenenbereich der Webseite
wird erklärt, wie Eltern die dort angebotene,
notwendige Kinderschutzsoftware installieren
und konfigurieren können, sodass die Kinder
nur noch auf den Seiten der fragFINN-Whitelist
(Positivliste) surfen:
www.fragfinn.de
››
Ein umfangreiches Glossar mit Erklärungen zu
den verschiedenen Be griffen rund ums Internet
und die Neuen Medien bietet das Internet-ABC
unter:
www.internet-abc.de/
››
www.klick-tipps.net
bietet geprüfte Links für
Kinder zu verschiedenen Themen, jede Woche
neu und aktuell. Klick-Tipps ist ein Projekt der
Stiftung Medienkompetenz Forum Südwest und
jugendschutz.net.
››
Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende
Medien bietet auf ihrer Webseite im Bereich
„Jugendmedienschutz: Medienerziehung“ unter
anderem Antworten auf folgende Fragen: „Wie
können Chancen von Medien genutzt und
Gefahren (übermäßige Mediennutzung/proble-
matische Medieninhalte) erkannt und vermieden
werden?“ oder „Wie kann Medienerziehung
Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung
stärken?“
www.bundespruefstelle.de
Chancen und Risiken bei der Vernetzung von Endgeräten

11
Notizen
Chancen und Risiken bei der Vernetzung von Endgeräten

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12
Lorem ipsum dolor dir

 
13
Zahlen, Daten, Fakten
2. Zahlen, Daten, Fakten – Kinder & Jugendliche in der
virtuellen Welt
2.1 Ausgangssituation
Sie sind längst drin in der virtuellen Welt: Bei Jugendli-
chen in unserer Gesellschaft herrscht inzwischen „Voll-
versorgung“ bei mobilen Endgeräten wie Smartpho-
nes und Tablet-PCs und beim Zugang zu Computern
und Internet. Das zeigen die jüngsten Studien über
den Umgang der 6- bis 19-Jährigen mit Medien. Laut
der ARD/ZDF-Online-Studie 2012 verbringen Jugend-
liche zwischen 14 und 19 Jahren mit 150 Minuten pro
Tag mehr Zeit im Internet als beim Fernsehen mit 138
Minuten pro Tag. Vor allem das Smartphone ist inzwi-
schen Teil der Jugendkultur und aus dem Alltag nicht
mehr wegzudenken. Somit hat das Internet in dieser
Altersgruppe das Fernsehen als Leitmedium längst
abgelöst. Lediglich bei Kindern zwischen 6 und 13
Jahren steht das Fernsehen laut der KIM-Studie 2012
1
immer noch an erster Stelle.
2.1.1 Computer, Internet und Handy
gehören zum Alltag der Kinder
Nahezu jedes zweite Kind von 6 bis 13 Jahren
besitzt ein eigenes Mobiltelefon, etwa jedes Fünfte
(21 Prozent) einen eigenen Computer. 15 Prozent
der Kinder haben einen eigenen Internetzugang im
Zimmer. Jedes zehnte Kind kann einen „Kindercom-
puter“ nutzen. Smartphones und Tablets sind mit 7
Prozent und 1 Prozent noch eine Ausnahme (KIM-
Studie 2012, S. 8).
Unabhängig davon, ob sie einen eigenen Compu-
ter besitzen oder den ihrer Eltern benutzen, haben
74 Prozent der befragten Kinder bereits Erfahrungen
mit dem Computer gesammelt. Betrachtet man die
Verteilung auf die verschiedenen Altersgruppen, so
zeigt sich, dass aber nur etwa ein Drittel der Jüngs-
ten (6- bis 7-Jährige) zumindest selten den Computer
nutzt, in der Altersgruppe der 12- bis 13-Jährigen
hingegen fast alle (95 Prozent).
Deutlich über die Hälfte (62 Prozent) der befragten
Kids zählen zu den Internetnutzern. Hier steigen die
Werte mit zunehmendem Alter ebenfalls an: Während
bei den Jüngsten nur jeder Fünfte Erfahrungen mit
dem Internet hat, ist dies bereits bei 93 Prozent der
12- bis 13-Jährigen der Fall (KIM-Studie 2012, S. 33).
Obwohl knapp die Hälfte (68 Prozent) der Haupter-
zieher der Meinung ist, das Internet sei gefährlich für
Kinder, lassen zwei von fünf der befragten Erwachse-
nen ihre Kinder täglich bis einmal die Woche alleine
surfen und drei von fünf ihre Kinder alleine Compu-
terspiele spielen.
2.1.2 Technische „Vollversorgung“ bei
Jugendlichen
Fast alle Haushalte mit Jugendlichen zwi schen
12 und 19 Jahren verfügen über einen Computer
oder ein Laptop und sind an das Internet ange-
schlossen. Dabei haben 82 Prozent der Jugendlichen
inzwischen ein eigenes Ge rät. Da 90 Prozent der
Haushalte über WLAN verfügen, können 87 Prozent
der Jugendlichen von ihrem eigenen Zimmer aus
mehr oder weniger unbeobachtet online gehen. Zu
diesem Er gebnis kommt der Medien päda go gische
For schungs ver bund Süd west (MPFS) 2012 in seiner
jährlich durchgeführten und repräsentativen Studie
„Ju gend, Information, (Multi-)Media“ (JIM).
Unabhängig davon, ob sie einen eigenen Internet-
zugang haben oder nicht, nutzen nur zwei Prozent
der Jugendlichen das Internet nie, dagegen surfen
91 Prozent mehrmals in der Woche und häufiger.
Die durchschnittliche Online-Zeit pro Tag summiert
sich nach eigener Einschätzung der Jugendlichen auf
131 Minuten (JIM-Studie 2012, S. 31f.).
Mit 96 Prozent besitzen fast alle Jugendlichen ein
eigenes Handy. Neu ist, dass immer mehr ein Smart-
phone bevorzugen – inzwischen hat fast jeder zweite
Jugendliche (47 Prozent) zwischen 14 und 17 Jahren
ein solches Mobiltelefon mit erweiterten Funktionen,
ähnlich denen eines Computers. Es besitzen mehr
Jungen als Mädchen ein solches Gerät. Bei den 12-
bis 13-Jährigen besitzt nur jeder Vierte ein Smart-
phone (JIM-Studie 2012, S.52).
2.1.3 Kommunikation von Jugendlichen
in virtuellen Welten
Das Internet schafft für Jugendliche die Möglichkeit,
den Kreis an Kontaktpersonen scheinbar unbegrenzt
zu erweitern. Ob im Chat, in Web-Foren oder in
1
Die KIM (Kinder und Medien)-Studie führt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (MPFS) seit 1999 durch. Untersucht wird der Umgang
von 6- bis 13-jährigen Kindern in Deutschland mit Medien. Neben den Kindern werden auch die „Haupterzieher“, also meist die Mütter, befragt.
Jugendliche nut-
zen das Internet
hauptsächlich zur
Kommunikation
mit anderen.

14
Zahlen, Daten, Fakten
sozialen Netzwerken – sie tun, was sie im realen
Le ben auch genießen: nach Gesprächs part nern
mit gleichen Interessen oder Hobbys suchen, nach
Gleichaltrigen, Freun den oder Freundinnen.
Die Kommunikation mit anderen steht als Motiv für
die Internetnutzung neben Suchmaschinen abso-
lut im Vordergrund: Von den Jugendlichen, die das
Internet nutzen, tauschen sich laut JIM-Studie 2012
78 Prozent mehrmals pro Woche über soziale Netz-
werke aus – damit ist das die häufigste Art des Infor-
mationsaustauschs. Soziale Netzwerke wie Facebook
gehören für die meisten der Jugendlichen zum Alltag.
Daneben sind das Schreiben von E-Mails (53 Pro-
zent) und die Nutzung von Chatrooms (44 Prozent)
relevant, während Instant Messanger inzwischen nur
noch von 24 Prozent der 12- bis 19-Jährigen genutzt
werden (2011: 48 Prozent). Jeder Fünfte (19 Prozent)
telefoniert regelmäßig per Internet, 12 Prozent tau-
schen sich im Zusammenhang mit Online-Spielen aus.
2.1.4 „Web 2.0“ – von der Informationsquelle
zum Mitmach-Web
Das weltweite Da tennetz dient auch zur Informati-
onsbeschaffung: 82 Prozent der Jugendlichen nutzen
Suchmaschinen, um nach Informationen zu suchen.
41 Prozent suchen nach Antworten auf alltagsrele-
vante Fragen, während 40 Prozent sich regelmäßig
für die Schule bzw. Ausbildung informieren (JIM-
Studie, S. 36 f.).
Das Internet ist durch technische Entwicklungen
inzwischen von der reinen Informationsquelle zu
einem „Mitmach-Web“ geworden. Die Einbahn-
straße beim Datentransfer hat sich zur interaktiven
Plattform gemausert, bei der jeder Nutzer problem-
los Inhalte einstellen und mit anderen austauschen
kann: Ob kurze Nachrichten oder längere Texte,
Fotos, Videos, Musik, selbst produzierte Podcasts –
wer will, kann in Echtzeit und welt weit mit anderen
kommunizieren.
Allerdings interessieren sich die meisten Jugendlichen
nur wenig für Web 2.0-Anwendungen: Nur ein Fünf-
tel der Jugendlichen erstellte 2012 regelmäßig eigene
Internetinhalte beispielsweise in Newsgroups oder
veröffentlichte Fotos. Die meisten jungen Menschen
beschränken sich dabei auf die Veröffentlichung von
Inhalten in Profilen von sozialen Netzwerken. Diese
Plattformen, wie Facebook oder Wer kennt wen, bie-
ten ihren Nutzern kostenlos an, eine eigene Seite
mit Benutzerprofil und Foto, Video oder Tagebuch
einzurichten. Die mit Abstand am meist genutzte
Community ist – laut Studie – Facebook (JIM-Studie
2012, S. 41).
2.1.5 Online-Computerspiele bei Jungen
beliebter als bei Mädchen
Neben der Kommunikation und der Informationsbe-
schaffung spielt die Möglichkeit, online bei Spielen
mitzumachen, nach wie vor eine wichtige Rolle bei
Jugendlichen: 29 Prozent der Jungen spielen min-
destens mehrmals die Woche alleine im Internet, bei
den Mädchen sind es nur 10 Prozent. Beliebter noch
bei den Jungen ist das Spielen gemeinsam mit ande-
ren Internetnutzern (31 Prozent). Nur ein Fünftel der
Jugendlichen spielt weder im Internet noch an der
Konsole. Dazu zählen vor allem Mädchen mit 31 Pro-
zent, bei den Jungen sind es nur sieben Prozent.
2.2 Internet, Handy & Co. – nützlich, aber
auch mit Vorsicht zu genießen
Ob des großen Angebots und der vielversprechenden
Möglichkeiten in der virtuellen Welt ist es gerade für
Kinder und Jugendliche wichtig, die Bodenhaftung
nicht zu verlieren und die Grenzen dieser neuen Welt
zu kennen. Sie brauchen Be gleitung und Orientie-
rungshilfen und, wo es nicht anders geht, manch-
mal auch Kontrolle, damit der Ausflug in die virtuelle
nicht zur Flucht aus der realen Welt wird. Die Infor-
mationsflut und die vielen Kommunikationsangebote
im Inter net machen es für Eltern und Erzieher schwie-
riger denn je, den Überblick zu be halten, zu wissen,
wo sich der Nachwuchs gerade „aufhält“ und womit
er oder sie sich gerade beschäftigt. Nachfolgend wer-
den einige Gefahren exemplarisch dargestellt und
mit Zahlen belegt, um aufzuzeigen, wie wichtig eine
Beschäftigung mit diesen Themenfeldern ist.
2.2.1 Jugendgefährdende Inhalte im Internet
und Gefahr der Anonymität im Chat
Sich selbst im Internet zu präsentieren und dabei mit
anderen zu kommunizieren, ist Jugendlichen wich-
tig. Doch es gibt dabei auch negative Seiten – wie
Cybermobbing. Es bezeichnet das Beleidigen und
Verunglimpfen anderer mit Hilfe moderner Kommu-
nikationsmittel. 15 Prozent der 12- bis 19-Jährigen
bestätigen, dass schon einmal beleidigende Bilder
Jugendliche lesen
nicht nur, son-
dern produzieren
selbst Inhalte im
Internet.

image
15
oder Videos über sie im Internet verbreitet wurden.
Jeder Vierte berichtet von Problemen im Freundes-
kreis, weil Beledigungen oder unvorteilhaftes Bildma-
terial im Netz veröffentlicht wurden. Mädchen sind
öfter betroffen (27 Prozent) als Jungen (20 Prozent).
Mit zunehmendem Alter tritt Cybermobbing häufiger
zu Tage. 27 Prozent der 16- bis 17-Jährigen berich-
ten davon, bei den 12- bis 13-Jährigen sind es 23
Prozent (JIM-Studie 2010, S. 48). Einen deutlichen
Unterschied gibt es auch beim Bildungshintergrund.
Hauptschüler sind deutlich öfter von Cybermobbing
betroffen als Gymnasiasten (JIM-Studie 2012, S. 39).
Bei Kindern von 6 bis 13 Jahren spielt die Kommu-
nikation mit anderen via Internet noch eine unter-
geordnete Rolle – sie suchen vorrangig nach Infor-
mationen oder spielen Online-Spiele alleine und
mit anderen. Aber immerhin chattet fast ein Viertel
der Kinder mindestens einmal pro Woche und ein
Drittel der Kids besitzt eine oder mehrere E-Mail-
Adressen. Gefragt, ob sie „im Internet schon einmal
Kinder und Jugendliche werden mit unseriösen An fragen, mit Gewalt
verherrlichenden oder pornografischen Inhalten konfrontiert.
auf Sachen gestoßen seien, die ihnen unangenehm
waren“, antworteten neun Prozent der Internetnut-
zer mit Ja (KIM-Studie 2012, S. 44), wobei es sich
um gewalthaltige Darstellungen oder um Erotik- und
Pornografie-Seiten handelte. Auch der Kotakt zu
Fremden im Internet kann Kinder ängstigen. Zehn
Prozent der befragten Kinder waren online mit
jemandem in Kontakt, der ihnen unangenehm war
oder sie belästigt hat. Dabei entsteht der Kontakt oft
über die eigene Online-Community: 31 Prozent der
Mädchen und Jungen sind auf Facebook belästigt
worden, 19 Prozent auf schülerVZ
2
und 16 Prozent
beim Chatten (KIM-Studie 2012, S. 45).
Gerade bei Kindern besteht die Gefahr, dass sie sol-
che Vorfälle den Eltern gegenüber verschwei gen.
Dies geschieht oftmals aus falscher Scham oder der
Angst, dass ihnen als Kon sequenz das Handy ent-
zogen oder der Internet-Zu gang ge sperrt wird. Hier
ist be sonders wichtig, Kindern und Ju gendlichen zu
er klären, dass sie keine Schuld trifft.
2.2.2 Gewaltvideos auf Schülerhandys
Etwa jeder fünfte der jugendlichen Handybesitzer
räumte nach Angaben der JIM-Studie 2012 ein, dass
in seinem Freundeskreis Fotos und Videos pornogra-
fischen oder gewalthaltigen Inhalts kursierten. Vier
Prozent gaben zu, selbst schon einmal solche Inhalte
zugeschickt bekommen zu haben.
Etwa jeder dritte Befragte konnte berichten, dass im
Bekanntenkreis schon einmal eine Prügelei mit dem
Handy aufgezeichnet wurde. Dieses Phänomen wird
irreführenderweise als „Happy Slapping“ bezeichnet
und meint das Aufzeichnen und Weiterversenden
von realen oder gestellten Prügeleien. Am häufigsten
berichteten Jugendliche mit geringerem Bildungshin-
tergrund davon.
2.3 Nicht alles, was im Internet steht, stimmt
Was im Internet steht, stimmt. Oder? Im Zweifelsfall
würden nur 11 Prozent der 12- bis 19-Jährigen dem
Internet vertrauen. Bei widersprüchlichen Meldungen
würde stattdessen jeder Zweite der Tageszeitung am
meisten glauben. Dies gilt für15 Prozent der Mäd-
chen aber nur für 7 Prozent der Jungen. Obwohl
die Tageszeitung gerade von den jüngeren Befragten
Zahlen, Daten, Fakten
2
Das Netzwerk schülerVZ wurde im Frühjahr 2013 eingestellt.

image
16
selten regelmäßig genutzt wird, schreiben diese ihr
am ehesten journalistische Qualität zu (JIM-Studie
2012, S. 16 f.). Diese Bedeutung hinsichtlich der
Glaubwürdigkeit einer Tageszeitung nimmt bei den
älteren Jugendlichen sogar noch zu.
Zwar kann man von einem blinden Vertrauen der
Jugendlichen gegenüber dem Internet nicht mehr
sprechen, trotzdem vermitteln viele Millionen
Internetseiten Informationen, die nur in wenigen
Fällen einer verlässlichen Kontrolle unterzogen
werden. Neutrale Kontrollinstanzen gibt es prak-
tisch nicht und selbst die Nachhaltigkeit des dar-
gestellten Wissens wie in Zeitungen, Zeitschriften
oder aber gedruckten Büchern, ist nicht vorhan-
den: Im Internet können Tex te und Bilder inner-
halb von Sekunden eingestellt, geändert oder
wieder ge löscht werden. Die Autoren des Ge schrie-
benen sind in vielen Fällen nicht erkennbar oder
geben gar – zum Beispiel in Foren, Chaträumen,
Weblogs oder virtuellen Welten wie „YouTube“ –
vor, eine andere Person zu sein als die, die sie im
realen Leben sind.
Die Frage für Eltern, Erzieher und Lehrer ist längst
nicht mehr ob und in welchem Umfang Kinder der
scheinbar grenzenlosen Multimediawelt ausgesetzt
sind, sondern wie: Auswahl sowie Bewertungsfähig-
keit sind gefragt und müssen gelernt werden, um die
Datenflut für den persönlichen Alltag sinnvoll nutzen,
Gefahren frühzeitig erkennen und abwehren zu kön-
nen. Das Gebot der Stunde ist: Informationsquellen
und Kontaktanfragen von anderen Personen kritisch
zu hinterfragen.
Der Wahrheitsgehalt von Aussagen, Darstellungen und Identitäten im Internet sollte immer geprüft werden.
Zahlen, Daten, Fakten

17
2.4 Rund um das Internet – wo Lehrkräfte
Material finden
Für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte gibt es
eine Reihe von Materialien für den Unterricht oder
für die Projektarbeit. Nachfolgend sind einige Bei-
spiele genannt:
Lehrer-Online ist ein Projekt von Schulen ans Netz
e. V. und unterstützt angehende sowie praktizierende
Lehrerinnen und Lehrer mit einem kostenfrei nutzba-
ren Internet-Service rund um den schulischen Einsatz
digitaler Medien. Im Mittelpunkt stehen dabei Unter-
richtseinheiten aus der Schulpraxis der verschiedenen
Schulformen und -stufen und Internet-Tools, die päd-
agogisch sinnvoll und ohne größere Vorbereitungen
im Unterricht eingesetzt werden können. Die Schwer-
punktbereiche Grundschule, Sekundarstufen I und II
sowie Berufsbildung werden durch nützliche Infor-
mationen zu den Themen Medienkompetenz und
Recht der Neuen Medien ergänzt:
www.lehrer-online.de
Das Portal „Medi@culture-Online“ der „Medienof-
fensive II“ des Landes Baden-Württemberg bietet
eine bunte Liste von Vorschlägen und Beispielen für
neue Formen der kreativen Unterrichtsgestaltung.
Diese reichen von einem am PC erstellten Bastel-
bogen zum Flächeninhalt von Drei eck oder Trapez
über die Umsetzung von Shakespeare-Sonetten als
Rap und selbst gemachte Podcasts bis hin zu einem
Projekt, bei dem das Gemälde „Der Garten der Lüste“
von Hieronymus Bosch virtuell zum Leben erweckt
wird. Weiterführen des unter:
www.lehrer-online.de
„Medienwelten. Kritische Betrachtungen zur Medien-
wirkung auf Kinder und Ju gendliche“ ist ein Hand-
buch für Eltern und Lehrkräfte, das leicht verständli-
che Informationen zu den Wirkungen, Möglichkeiten
und Gefahren der wichtigsten Medien gibt, mit dem
Ziel, für mögliche Probleme zu sensibilisieren. Der
Band wurde vom Bayerischen Staatsministerium
für Unterricht und Kultus herausgegeben und kann
im Internet als PDF-Datei heruntergeladen werden:
www.km.bayern.de
„Secure-it.nrw“ ist eine Landesinitiative des Ministe-
riums für Innovation, Wissenschaft, Forschung und
Technologie des Landes NRW. Die Initiative stellt
Arbeitsmaterialien für den Unterricht an Grundschu-
len und weiterführenden Schulen zu wesentlichen
jugendrelevanten Themen zur Verfügung. Diese
Medien sind unter
www.mbem.nrw.de/medien
abrufbar.
Die Landesmedienanstalten stellen für die interes-
sierte Öffentlichkeit zahlreiche Orientierungshilfen
bereit. Sie sind überwiegend adressiert an Multipli-
katoren aus der pädagogischen Arbeit. Die Arbeits-
Kompetent und kritisch die Inhalte hinterfragen
Wissenschaftler an der Cornell University in Ithaca,
New York, haben Kriterien erarbeitet, an Hand derer
beispielsweise die Verlässlichkeit von Inhalten und
Quellen auf Webseiten überprüft werden können. Die
vier wichtigsten Punkte sind hier zusammengefasst
und sind den Internetseiten der Cornell Universitäts-
bibliothek entnommen unter
www.library.cornell.edu
1. Identität des Verfassers:
Wer schrieb die Webseite? Ist ein Kontakt oder ein
Impressum vorhanden?
2. Hintergrund des Autors:
In welchem Umfeld wurde die Webseite veröffent-
licht? (z. B. Hochschule, Verwaltung, Unternehmen,
privat)
3. Objektivität:
Wie ist der Text geschrieben? Warum wurde der
Text geschrieben? Dieser Punkt setzt allerdings beim
Lesenden Hintergrundwissen zum Thema voraus, um
den entsprechenden Text beurteilen zu können. Hier
können Quellenangaben, weiterführende Links und
Zitate auf der Webseite helfen.
4. Aktualität:
Wie aktuell ist die Webseite? Wird sie regelmäßig
erneuert? Gibt es viele tote Links?
Quelle: klicksafe-Begleitmaterialien zur Lehrerfortbildung
„Sicherheit und Jugendmedienschutz im Internet“
Zahlen, Daten, Fakten
Die Landesme-
dienanstalten
geben Auskunft
über Initiativen
rund um das
Thema Medien-
kompetenz in
den Bundeslän-
dern.

18
gemeinschaft der Landesmedienanstalten ALM bietet
eine verlinkte Auflistung der Landesmedienanstalten
der Bundesländer unter
www.die-medienanstalten.de
an.
„klicksafe“-Lehrerhandbuch „Know-how für junge
User”: Aufbauend auf dem Konzept der „klicksafe“-
Lehrerfortbildungen bietet das „klicksafe“-Handbuch
für Pädagogen und Multiplikatoren eine Fülle von
Hilfestellungen und praxisbezogenen Tipps für den
Unterricht. Als Basiswissen für alle Fachrichtungen
und Schularten zum Thema Internet bietet das Leh-
rerhandbuch wichtige Grundlagen und Unterstüt-
zung im Unterricht mit Medien und Webdiensten.
Das Lehrerhandbuch kann beim „klicksafe“-Projekt-
büro für 10,- € zzgl. 5,- € Versandkosten bestellt, die
einzelnen Bausteine können auch als PDF-Dateien
auf der Webseite
www.klicksafe.de
heruntergeladen
werden. Das Lehrerhandbuch wird um die Themen
„Was tun bei Cyber-Mobbing“ und „Social Communi-
ties“ ergänzt. Auch diese Zusatzmodule können von
der Webseite heruntergeladen werden.
2.5 Weitere Informationen und Links:
Studien zum Nachlesen
››
KIM-und JIM-Studie
Der Medienpädagogische Forschungsver bund
Südwest ist ein Kooperationsprojekt der Landes-
anstalt für Kommunikation Baden-Württemberg
(LFK) und der Landeszentrale für Medien und
Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Stu-
dien „Kinder und Medien“ (KIM) und „Ju gend,
Information, (Multi-)Media“ (JIM) werden in
Zusammenarbeit mit der Südwestrundfunk
Medienforschung durchgeführt. Die Ergebnisse
der Studien können auf der folgenden Webseite
heruntergeladen werden:
www.mpfs.de
››
ARD/ZDF-Online-Studie
Die Entwicklung der Internetnutzung in Deutsch-
land sowie der Umgang der Nutzer mit den
Angeboten bilden seit 1997 die zentralen Frage-
stellungen der ARD/ ZDF-Online-Studien. Befragt
werden alle bundesdeutschen Jugendlichen und
Er wachsenen ab 14 Jahren. Die Ergebnisse der
Jugendschutz.net hat Unterrichtsmaterialien für
Lehrerinnen und Lehrer zum Thema Chatten entwi-
ckelt. Die Unterrichtseinheiten für Schülerinnen und
Schüler der Klassenstufen 4 bis 7: „Chatten ohne
Risiko? Lehrmodul mit Materialien 4.–7. Klasse”
sowie „Chatten ohne Risiko? Lehrmodul mit Mate-
rialien 7.–10. Klasse” für Schülerinnen und Schüler
der Klassenstufe 7 bis 10 sind unter
www.chatten-
ohne-risiko.net/erwachsene/service/die-broschuere
zum Download eingestellt.
jährlichen Studien gibt es zum Herunterladen
auf der folgenden Webseite:
www.ard-zdf-onlinestudie.de
››
Studie des Hans-Bredow-Instituts
Das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung
an der Universität Hamburg veröffentlichte 2007
den Endbericht ei ner Stu die zum Jugendschutz-
system im Be reich Video- und Computerspiele.
Der kom plette Bericht ist online abrufbar unter:
www.hans-bredow-institut.de
››
Konvergenzstudie des JFF
Die Studie „Web 2.0 als Rahmen für Selbst-
darstellung und Vernetzung Jugendlicher“
analysiert jugendnahe Plattformen anhand
ausgewählter Selbstdarstellungen von 14- bis
20-Jährigen. Sie wurde von der Bayerischen Lan-
deszentrale für Neue Medien (BLM) in Auftrag
gegeben und vom Institut für Medienpädago-
gik in Forschung und Praxis (JFF) durchgeführt.
Informati o nen und Ergebnisse sind abfragbar
unter:
www.jff.de
Zahlen, Daten, Fakten

19
Notizen
Zahlen, Daten, Fakten

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20
Lorem ipsum dolor dir

image
 
21
Jugendschutz in interaktiven Diensten
3. Jugendschutz in interaktiven Diensten und
Kommunikationsplattformen
3.1 Ausgangssituation
Kinder und Jugendliche begeistern sich im Internet
ganz besonders für Angebote und Dienste, über die
sie mit anderen kommunizieren können. Anonymität
und freie Zugänglichkeit ermöglichen einen spannen-
den und offenen Austausch – nicht nur mit Freun-
den, sondern auch mit Unbekannten. Jedoch bergen
diese Angebote erhebliche Risiken. Es kann dort zu
Beleidigungen und Beschimpfungen (sogenanntes
„Cyber-Mobbing“ oder auch „Cyber-Bullying“) und
zu sexuellen Belästigungen, z. B. durch Zusendung
pornografischen Materials, kommen. Pädokriminelle
Erwachsene versuchen, über Kommunikationsdienste
Kontakt mit Kindern anzubahnen und deren Ver-
trauen zu gewinnen („Grooming“), im schlimmsten
Fall mit dem Ziel eines realen sexuellen Missbrauchs.
Die Flüchtigkeit dieser Internetdienste macht ihre
Kontrolle und Regulierung besonders schwierig. Die
Betreiber fühlen sich häufig nicht verantwortlich für
Belästigungen und Übergriffe, obwohl sie durch gute
Moderation und weitere Sicherheitsmaßnahmen im
Vorfeld verhindert werden könnten. Wird ein Täter
bei der Polizei angezeigt, ist der Betreiber ggf. ver-
pflichtet, gesicherte Daten an die ermittelnde Stelle
weiterzugeben.
3.2 Unterschiedliche Kommunikations-
plattformen und -dienste im Internet
Chats
sind Webseiten oder Programme, die die Mög-
lichkeit bieten, sich mit anderen über Tastatur und
Bildschirm online zu unterhalten. Insbesondere in
großen und populären Chats, die sich an alle Alters-
gruppen richten, muss mit Belästigungen und Über-
griffen gerechnet werden. Häufig geschieht dies in
sogenannten Privatdialogen oder Separees. In den
meisten Chats kann jeder Chatter beispielsweise
durch Anklicken eines anderen Chatters einen Privat-
dialog eröffnen, in dem nur die beiden Chatpartner
schreiben und lesen können. Diese Dialoge werden
in der Regel von den Anbietern nicht überprüft, was
das Risiko von sexuellen Übergriffen erhöht.
Die Betreiber von Chaträumen sind für Belästigun-
gen zur Verantwortung zu ziehen, wenn sie Kennt-
nis hiervon erlangt haben. Es besteht dann für sie
eine gesetzliche Verpflichtung, solche Personen aus
dem Chatbereich auszusperren und eine weitere
Teilnahme im Chat möglichst zu verhindern. Dane-
ben kann von Betreibern gefordert werden, dass sie
vorbeugende Schutzmaßnahmen treffen, sodass
Übergriffe überhaupt nicht stattfinden oder zumin-
dest erschwert werden. Mit dem Betreiben eines
Chatraumes wird eine Gefahrenquelle eröffnet – ein
Umstand, der den Betreibern erhöhte Sorgfaltspflich-
ten abverlangt.
Instant Messenger:
Die Nachrichten („Messages“)
werden direkt von einem Nutzer zum anderen gesen-
det und laufen damit nicht wie beim Web-Chat über
die vermittelnde Plattform eines Chat-Betreibers.
Daher gibt es auch im Gegensatz zum Web-Chat nur
sehr eingeschränkte Möglichkeiten der Filterung und
Moderation durch den Anbieter. Entsprechend hoch
ist das Risiko unerwünschter Kontakte und Nach-
richten. Da man per Messenger auch sehr einfach
Daten, Fotos, Audio- und Video-Files versenden kann,
kommt es häufig zur Zusendung pornografischen
Materials. Das Risiko von Instant Messenger lässt sich
durch Sicherheitseinstellungen verringern, die jedoch
von Seiten des Anbieters zu Anfang immer auf der
niedrigsten Stufe eingestellt sind.
Bei der Kommunikation über Instant Messenger han-
delt es sich, ähnlich der Kommunikation per E-Mail,
um eine Privatkommunikation, was die Kontrollmög-
lichkeiten durch den Anbieter zusätzlich erschwert.
Communitys
oder
soziale Netzwerke
(auch: Social
Networks) wie MySpace oder Facebook sind soge-
nannte Web 2.0-Angebote, deren Inhalte hauptsäch-
lich durch die Nutzer gestaltet werden. Sie bieten
die Möglichkeit, Steckbriefe und kleine Homepages
(auch Profile genannt) anzulegen, Fotos und Videos
einzubinden, Blogs (eine Art Internet-Tagebuch) zu
führen, Gruppen und Foren zu gründen und sich
über diese Plattformen mit den Freunden zu vernet-
zen und auszutauschen. Das für Chats noch typi-
sche Prinzip der Anonymität ist dabei aufgehoben:
Hier soll der Nutzer authentisch agieren und mög-
lichst viele persönliche Daten und Fotos präsentie-
ren. Dabei bedenken Kinder und Jugendliche häu-
fig nicht, dass sie in den Community-Profilen ihre
Daten und Bilder einer breiten anonymen Öffent-
lichkeit preisgeben. Potenzielle Belästiger können auf
diesen Plattformen viele Informationen über Kinder
und Jugendliche sammeln (z. B. Kontaktdaten). Viele
Chatportale erweitern ihre Plattformen mittlerweile
Pädokriminelle
Erwachsene
suchen den Kon-
takt zu Kindern
und Jugendlichen
auch im Internet.

image
22
Jugendschutz in interaktiven Diensten
Kinder und Jugendliche veröffentlichen häufig ihre Adresse und Tele fon -
nummer im Internet.
um solche Community-An gebote. Da es sich bei
nahezu allen Inhalten dieser Plattformen um durch
die Nutzer selbst generierte Inhalte handelt, ist der
Anbieter für jugendgefährdende Inhalte erst dann
haftbar zu machen, wenn er Kenntnis davon erlangt.
Ein Anbieter einer Community, die sich speziell an
Kinder und Jugendliche richtet bzw. auch von diesen
besucht wird, sollte allerdings effektive Maßnahmen
zum Schutz von Kindern und Jugendlichen einrichten,
um Vorfälle bereits im Vorfeld zu verhindern, oder
zumindest sicherstellen, dass entsprechende Vorfälle
nicht wieder auftreten.

23
3.3 Für Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte
und zur Weitergabe an Eltern
››
Sicherheitsregeln vermitteln. Kinder und Jugend-
liche sollten darauf vorbereitet werden, dass der
Chatpartner oft nicht der ist, für den er sich aus-
gibt. Sie sollten den Kindern und Jugendlichen
altersge mäß erklären, was sie im Chat beachten
müssen, was ihnen begegnen kann und wie sie
bei Problemen verfahren sollen.
Die wichtigste Regel ist:
Kinder sollten sich niemals mit Chatpartnern tref-
fen, Jugendliche niemals alleine zu Treffen gehen
und das Treffen sollte immer an einem „sicheren“
Ort (z. B. im Jugendclub, Eiscafe oder Ähnlichem)
statt finden.
››
Chaträume kennenlernen.
Sie sollten die Chaträume, in denen sich Kinder
und Jugendliche bewegen, kennen. Zeigen Sie
Interesse an ihren Chataktivitäten, daran, was
sie dort tun, was sie da ran fasziniert und mit
wem sie sich unterhalten.
››
Sichere Chaträume vorschlagen.
Informieren Sie sich über die Risiken der Chats,
die die Kinder und Jugendlichen besuchen, und
schlagen Sie ggf. Chats vor, die eine sichere und
angenehme Atmosphäre bieten. Eine Übersicht
und Bewertung von zahlreichen Kinder- und all-
gemeinen Chats finden Sie unter:
www.chatten-
ohne-risiko.net
››
Probleme besprechen.
Kinder und Jugendliche nehmen Anfeindungen
im Chat oft sehr persönlich und können sich
nicht ausreichend distanzieren. Überfordert
sind sie besonders dann, wenn sie anzügliche
oder pornografische Darstellungen zugeschickt
bekommen. Verwirrung, Ekel und Schuldgefühle
sind normale Abwehr- und Schutzreaktionen.
Sie sollten die Erlebnisse der Kinder und Jugend-
lichen ernst nehmen und mit ihnen darüber
sprechen.
››
Sicherheits-Checks machen.
Checken Sie Chats, in denen sich die Kinder
und Jugendlichen aufhalten. Beobachten Sie, ob
und wie Probleme im Chat sanktioniert werden,
wie der Moderator agiert und ob es Hilfen wie
Alarm-Button bzw. Ignore-Funktionen gibt.
››
Chatzeiten beschränken.
Chatten ist eine Form von Medienkonsum.
Eltern sollten mit ihren Kindern altersgemäße
Vereinbarungen treffen, wie lange sie wo und
mit wem chatten dürfen. Chatfreunde dürfen
die Freunde im realen Leben nicht verdrängen
oder ersetzen.
››
Sicherheitseinstellungen einrichten.
Besonders bei Instant Messengern spielt es eine
große Rolle, sich mit den technischen Sicher-
heitseinstellungen vertraut zu machen und diese
einzurichten. Bei In stallation eines Messengers
sind die Einstellungen meist auf der niedrigsten
Stufe. Sie sollten so konfiguriert werden, dass
die Privatsphäre weitestgehend geschützt wird:
• Unerwünscht zugesandte Nachrichten unter-
drücken.
• Keine unaufgeforderten Kontakte zulassen
bzw. Kontaktanfragen unbekannter Teilneh-
mer ablehnen.
• Dateitransfer, Cam- und Voice-Funktionen
ausschalten bzw. Anfragen von Unbekannten
ablehnen.
• Absender lästiger Nachrichten auf eine Ignore-
Liste setzen. Das öffentliche Profil so anonym
wie möglich halten: nie den vollen Namen
angeben, keine detaillierten Angaben zu Alter,
Wohnort, Schule, Vereinen etc. Keine Bilder
einstellen, auf denen man gut erkennbar ist.
• Logfiles automatisch erstellen. So hat man bei
Belästigungen gleich alles dokumentiert, ohne
Screenshots erstellen zu müssen.
TIPPS & EMPFEHLUNGEN
Jugendschutz in interaktiven Diensten

image
24
3.5 Vorgehensweise bei Problemen und
institutionelle Ansprechpartner
Ist ein Vorfall dokumentiert, kann man sich an den
Chatbetreiber, eine Meldestelle oder an die Polizei
wenden, um Anzeige zu erstatten. Je schneller die
Ermittlungen beginnen, desto eher sind Aufzeich-
nungen des Chatgeschehens bei Betreiber und Pro-
vider noch vorhanden. Je mehr Daten zur Verfügung
gestellt werden können, desto höher sind die Erfolgs-
aussichten der Ermittlungen.
Folgende Angaben sollten notiert werden:
››
Datum, Uhrzeit, Beschreibung des Vorfalls, Nick-
name des Belästigers, ggf. weitere Daten des
Belästigers (Mail-Adresse etc.).
››
Screenshot des Geschehens: Durch gleichzeitiges
Drücken der „Alt + Druck“-Tasten ein Abbild
des Chatfensters erstellen. Dieses Abbild durch
„Strg + V“ in Word oder ein Grafikprogramm
einfügen und abspeichern.
››
Logfile: Den Text im Chatfenster mit der Maus
markieren, über Drücken der „Strg + C“-Tasten
eine Kopie erstellen und über Drücken der „Strg
+ V“-Tasten in Word einfügen und abspeichern.
Die Informationen in Kapitel 3 stammen aus der Broschüre „Chatten
ohne Risiko? Zwischen fettem Grinsen und Cybersex“, erstellt von ju-
gendschutz.net. Mehr Informationen unter
www.chatten-ohne-risiko.net
3.4 Zur Weitergabe an Kinder und Jugendliche
››
Am Anfang nicht alleine chatten.
Eltern oder ältere Geschwister sollten Chatan-
fängern helfen.
››
Den Chat checken.
Kinder und Ju gendliche sollten selbst überprü-
fen: Wie gehen hier die Chatter miteinander
um – wird geschimpft und beleidigt oder sind
alle nett zueinander? Gibt es Moderatoren? Wie
ignoriert man nervige Chatter? Kinder sollten in
einen kleinen Chat ge hen, in dem es Moderato-
ren gibt, die ihnen helfen und aufpassen, dass
alle freundlich sind.
››
Misstrauisch sein.
Am anderen Ende sitzt vielleicht ein Mensch, der
üble Absichten hat und ihm entgegengebrachtes
Vertrauen missbrauchen will. Man sollte nicht zu
viel Persönliches preisgeben – keine Adresse, Tele-
fonnummer oder andere persönliche Daten!
››
Einen guten Spitznamen ausdenken.
Der Benutzername („Nickname“) sollte reine Fan-
tasie sein: z. B. ein Name aus einem Lieblingsbuch
oder Lieblingsfilm. Der richtige Name („Real-
name“) sollte geheim bleiben. Nicknamen wie z. B.
Sexyhasi sollten vermieden werden, da dies ver-
stärkt zur sexuellen Anmache auffordern könnte.
››
Nicht in Chats für Erwachsene gehen.
In großen Chats ist das Risiko, belästigt zu wer-
den, am größten.
››
Nicht mit Leuten aus dem Chat treffen.
Kinder sollten sich niemals mit Chatpartnern
treffen, Jugendliche sollten sich höchstens in
Begleitung eines Erwachsenen mit Chatbekannt-
schaften treffen und das Treffen sollte immer an
einem „sicheren“ Ort (z. B. im Jugendclub, Eis-
cafe oder ähnlichem) stattfinden.
››
Vorkommnisse melden.
Unangeneh me Dialoge sollte man einfach been-
den. Moderatoren können Hilfestellung geben
und den Belästiger sperren. Bei sexuellen Über-
griffen mit den Eltern sprechen, damit sie den
Belästiger anzeigen.
TIPPS & EMPFEHLUNGEN
Jugendschutz in interaktiven Diensten

25
3.6 Weiterführende Informationen und Links
››
Informationen zu Chatrisiken
• Studie zur sexuellen Gewalt und Cybe r-
Bullying in Chats: Katzer, Catarina (2006):
Forschungsprojekt Chatgewalt.
www.chatgewalt.de
››
Informationen zu sicheren Chats und zur
Messengerkonfiguration
• Broschüre zu Chatrisiken mit einer Übersicht
und Bewertung von Kinder-, Jugend- und all-
gemeinen Chats: jugend schutz.net: „Chatten
ohne Risiko? Zwischen fettem Grinsen und
Cybersex“. 4. Auflage. Mainz 2009:
www.jugendschutz.net/eltern/chatten/index.html
• Website mit Kinder- und Erwachsenenbereich
und Tipps zum sicheren Chatten, zur Konfi-
guration von Messengern sowie Beschreibung
und Einschätzung diverser Chats:
www.chatten-ohne-risiko.net
››
Unterrichtsmaterial für Lehrkräfte
• Unterrichtseinheit für Schülerinnen und Schü-
ler der Klassenstufe 4 bis 7: „Chatten ohne
Risiko? „ Lehrmodule mit Materialien für 4. bis
7. Klasse oder 7. bis 10. Klasse. Mainz 2012.
www.chatten-ohne-risiko.net/erwachsene/rat-
geber/fuer-lehrkraefte
››
Informationen für pädagogische Fachkräfte
und Eltern
• „Grenzen achten“ Schutz vor sexuellem Miss-
brauch in Instutionen. Ein Handbuch für die
Praxis. Ursula Enders (Hg.) Kiepenheuer und
Witsch, 2012. Bestellbar unter:
www.zartbitter.de
• „Missbrauch verhindern!“ Broschüre der Poli-
zeilichen Kriminalprävention. Sie informiert
Eltern und Fachkräfte u.a. über das Handeln
im Verdachtsfall oder Missbrauch und Internet.
www.missbrauch-verhindern.de
• Faltblatt mit Informationen über soziale
Netzwerke „Sicher vernetzt in Communities“,
2010.
www.jugendschutz.net
• klicksafe bietet in seinem Elternflyer „Sicherer
in sozialen Netzwerken“ Tipps und Hinweise
zu sozialen Netzwerken und Gemeinschaf-
ten im Internet. Der Flyer kann in der Rubrik
„Materialien zum Bestellen“ angefordert wer-
den:
www.klicksafe.de/materialien/index.html
• Fachartikel zur Bedeutung und Faszination von
Chats: Schatz, T. (2003): Die individuelle Funk-
tion des Chattens bei Jugendlichen. In: merz.
medi en & er zie hung, 05, München: kopaed,
S. 76–86.
››
Informationen für Jugendliche
• Flyer „Das Netz vergisst nichts!“ von handy-
sektor.de mit Tipps für junge Internetnutzer.
Download unter:
www.polizei-beratung.de/medienangebot
• Kontakt und Informationsstelle gegen sexu-
ellen Missbrauch an Mädchen und Jungen:
www.zartbitter.de
• Informationen und Beratungsangebote zum
Thema sexueller Missbrauch unter:
www.hilfeportal-missbrauch.de/startseite.html
Jugendschutz in interaktiven Diensten

image
26
Lorem ipsum dolor dir

 
27
Jugendgefährdende Inhalte im Internet
4. Jugendgefährdende Inhalte im Internet
4.1 Ausgangssituation
Im Internet werden Kinder und Jugendliche gewollt
und ungewollt mit Angeboten konfrontiert, die sie
beeinträchtigen oder gefährden können. Die einfa-
che Verfügbarkeit unzulässiger Inhalte ist vor allem
durch die Vielfalt des Mediums und die Internatio-
nalität seines Angebots begründet – so sind Dienste
und eingestellte Texte, Bilder, Musikstücke und Filme
über alle Landesgrenzen hinweg verfügbar. Kinder
und Jugendliche müssen so gut wie möglich vor
ungeeigneten und gefährlichen Inhalten geschützt
werden. In Deutschland sind die Anbieter und ihre
Selbstkontrolleinrichtungen für die Berücksichtigung
des Jugendschutzes verantwortlich. jugendschutz.
net ist zuständig für die Kontrolle, die Kommission
für Jugendmedienschutz für die Durchsetzung der
gesetzlichen Bestimmungen. Im Vergleich zum Aus-
land gibt es hier gute Schutzregelungen, sie werden
aber noch nicht von allen Anbietern ausreichend
berücksichtigt. Im Ausland hingegen sind viele ras-
sistische, gewaltverherrlichende und pornografische
Darstellungen zulässig oder werden von den zuständi-
gen Stellen geduldet. Da im Ausland andere rechtliche
Regelungen gelten und ausländische Angebote auch
in Deutschland genutzt werden können, gibt es bisher
keine grenzüberschreitenden Jugendschutzstandards.
Nur Kinderpornografie ist weltweit geächtet.
Angesichts der Fülle der Verstöße sind die deutschen
Kontroll- und Aufsichtsinstanzen auf die Unterstüt-
zung von Nutzerinnen und Nutzern des Internets
an gewiesen. Auf jeden Fall sollten pädagogisch
Tätige die zuständigen Meldestellen über relevante
Fundstellen informieren, damit diese gegen Verstöße
vorgehen und Schutzmaßnahmen der Anbieter ein-
fordern können.
Aber auch gegen unzulässige ausländische Angebote
kann etwas unternommen werden. Je schwerer der
Verstoß ist, umso größer sind die Aussichten auf
seine Beseitigung:
››
Zuständige Stellen im Ausland können informiert
und um Hilfe gebeten werden. In vielen Ländern
gibt es bereits Ansprechpartner.
››
Viele Anbieter von Speicherplatz im Internet
(sogenannte Host-Provider) dulden keine Inhalte
mit rassistischem Hintergrund auf ihren Servern.
››
Jugendgefährdende Seiten (bspw. pornografi-
sche Websites) können durch die Bundesprüf-
stelle für jugendgefährdende Medien indiziert
werden. Die Indizierung erschwert ihre Auf-
findbarkeit, weil deutsche Suchmaschinen diese
Angebote aus ihren Indexen löschen.
››
Video-Plattformen entfernen pornografische
und rassistische Videos, die gegen ihre Terms of
Service verstoßen.
››
Betreiber von Foren-Plattformen löschen Pro-
Ana- oder Suizid-Angebote, wenn sie davon
Kenntnis erhalten.
Trotz aller Anstrengungen wird es nicht gelingen,
unzulässige Inhalte komplett aus dem Internet zu ver-
bannen. Daher ist es wichtig, Kinder und Jugendliche
auf eine mögliche Konfrontation mit diesen Inhalten
vorzubereiten, sie für den kompetenten Umgang zu
stärken und sie zu motivieren, gegen unzulässige
Angebote Stellung zu beziehen.
4.2 Extremistische und rassistische
Propaganda
Rechtsextreme Gruppen und Personen nutzen das
Internet seit etwa 15 Jahren, um rassistische Hetze
und neonazistische Propaganda zu verbreiten. Die
rechtsextreme Internetszene war von Beginn an sehr
gut vernetzt, sodass die Kenntnis einzelner Web-
Adressen den Zugriff auf das komplette Angebots-
spektrum eröffnet. Heute kennen viele Jugendliche
einschlägige Websites. Die rechtsextreme Webszene,
insbesondere Kameradschaften, zeichnet sich durch
zeitgemäße und professionell gestaltete Angebote
aus, um jugendliche Internetnutzer zu ködern:
››
Neonazistische Kameradschaften mobilisieren
auf ihren Websites für Aufmärsche und unter-
breiten Kontaktangebote.
››
Rechtsextreme Bands bewerben im Netz ihre
rassistische Musik, einschlägige Versandhändler
vertreiben neonazistische „Devotionalien“.
››
Rechtsextreme Parteien wie die NPD versuchen
Jugendliche mit Musik (z. B. Schulhof-CD) zu
ködern, die von ihren Websites heruntergeladen
werden kann.
Bisher gibt es
noch keine grenz-
überschreitenden
Standards im
Jugend schutz.

image
28
Jugendgefährdende Inhalte im Internet
Allerdings ist auch mit der Verfügbarkeit von Smart-
phones und Tablet-PCs auch für Jugendliche und
sogar Kinder der unkontrollierte Zugang zu porno-
grafischen Inhalten einfacher denn je. Jugendge-
fährdende Bilder, Videos und Live-Cams sind über
Suchmaschinen einfach zu finden. Pornografische
Videos kursieren inzwischen vielfach auch auf Handys
von Kindern:
››
Adressen und TGP-Linklisten
3
zu einschlägigen
Websites wie etwa Hardcore Adult Galleries wer-
den auch auf Schulhöfen ausgetauscht.
››
Pornografische Darstellungen sind auch mas-
senhaft über die Bildersuche (ausländischer)
Suchmaschinen zu finden, wenn der Familyfilter
4
ausgeschaltet wird.
››
Freizugängliche pornografische Videoplattfor-
men wie YouPorn sind bei Kindern und Jugend-
lichen bekannt und können frei angesteuert
werden.
››
Auch über Filesharing-Systeme und einschlägige
Newsgroups können Hardcore-Videos ausge-
tauscht und bezogen werden.
Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ist die Ver-
breitung von Pornografie in Deutschland verboten:
››
Das Zugänglichmachen „harter“ Pornografie wie
Gewalt-, Tier- und Kinderpornografie ist verboten.
››
Auch die Präsentation „einfacher“ Pornogra-
fie ist reglementiert. Sie ist nur zulässig, wenn
von Anbieterseite sichergestellt ist, dass sie nur
Erwachsenen zugänglich gemacht wird. Eine
sichere Identifizierung erwachsener Nutzer
(sogenannte Face-to-Face-Kontrolle) und ihre
verlässliche Authentifizierung bei jeder Nutzung
sind zwingend vorgeschrieben.
3
TGP = Thumbnail Gallery Post, dabei handelt es sich um werbefinanzierte Linklisten, die mit Hilfe von kleinen (zumeist selbst pornografischen)
Vorschaubildern auf pornografische Websites verweisen.
4
Familiyfilter= Browserfilter, der nicht jugendfreien Inhalte automatisch aus den Suchergebnissen entfernt.
››
Auch in Communities und Plattformen des Web
2.0 ist eine Vielzahl rechtsextremer Beiträge zu
finden. Mit Videos bei YouTube oder rechts-
extremen Einträgen in Social Networks sollen
Ju gendliche für rassistisches und neonazistisches
Gedankengut gewonnen werden.
Anders als in vielen anderen Ländern ist die Verbrei-
tung rechtsextremer Propaganda in Deutschland ver-
boten. Unzu lässig ist vor allem:
››
gegen Minderheiten zu hetzen oder zum Hass
gegen sie aufzurufen,
››
den Holocaust zu leugnen,
››
Nazi-Symbole zu verwenden und
››
das Nazi-Regime zu verherrlichen.
4.3 Pornografische Inhalte
Wer heute viel im Internet unterwegs ist, kann sich
der gelegentlichen Konfrontation mit sexualisierten
Inhalten kaum noch entziehen. Auch an die Wer-
bung oder PopUps mit teilweise pornografischen
Darstellungen hat sich der Vielsurfer bereits gewöhnt.
Die rechtsextreme Szene nutzt das Internet zur Verbreitung rassis ti schen
und neonazistischen Gedankenguts.
Pornografische
Inhalte sind im
Internet leicht zu
finden.

image
29
Informationen und Arbeitsmaterialien zum
Thema Rechtsextremismus
››
Publikation von jugendschutz.net: Erlebnis-
welt Rechtsextremismus
Entlarvt menschen ver-
achtende rechtsextreme
Botschaften und zeigt, wie
in der Bildungsarbeit mit
Jugendlichen der kritische
Blick auf den Rechts-
extremismus geschärft
werden kann.
www.jugendschutz.net
››
Website von stern und Amadeu Antonio
Stiftung: Mut gegen rechte Gewalt
Internet-Portal gegen rechte Gewalt mit einer
Sammlung mutmachender Projek te und einem
großen Servicebereich.
www.mut-gegen-rechte-gewalt.de
››
Website der Bundeszentrale für
politische Bildung
Informationen, Unterrichtsmaterialien und
Medien zu politischen und historischen The men,
u. a. zu Extremismus und Rassismus.
www.bpb.de
››
Medienpaket „Wölfe im Schafspelz –
Die besten Spots gegen Rechts!“
Im Rahmen eines Wettbewerbs haben Jugendli-
che Kurzfilme gegen Rechtsextremismus produ-
ziert. Das Medienpaket enthält neben den zehn
besten Spots didaktische Informationen für den
Unterricht und die Jugendarbeit.
www.polizei-beratung.de
/medienangebot
››
Website von Lehrer-Online:
Extremistische Inhalte
Informationen zu den Verbreitungsformen und
Strafvorschriften gegen rechtsextreme Inhalte.
www.lehrer-online.de/extremistische-inhalte.php
››
Broschüren des Verfassungsschutz:
Aufklärung über Rechtsextremismus
Verschiedene Broschüren zu Themen wie Anti-
semitismus, rechtsextreme Musik oder Symbole
und Zeichen des Rechtsextremismus zum Herun-
terladen.
www.verfassungsschutz.de
››
Website der TU Berlin: Nationalsozialismus
und Holocaust in Schule und Jugend arbeit
Unterrichtsmaterialien und Beratung für pädago-
gische Fachkräfte.
www.lernen-aus-der-geschichte.de
››
Schulprojekt: „Schule ohne Rassismus –
Schule mit Courage“
Anti-Rassismus-Projekt von und für Schülerinnen
und Schüler.
www.schule-ohne-rassismus.org
››
Website mit Argumenten gegen
Auschwitzleugner
Aspekte und Widerlegung der Holocaustleug-
nung.
www.h-ref.de
››
Broschüre der hessischen Landeszentrale
für politische Bildung und jugendschutz.net
Informationen zum Thema Rechtsextremismus
im Web und Vorschläge für Ge genmaßnahmen:
„Klickt‘s? Geh Nazis nicht ins Netz!“
www.hlz.hessen.de
Jugendgefährdende Inhalte im Internet

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30
4.4 Gewaltverherrlichende Inhalte
Bei Gewaltdarstellungen im Internet handelt es
sich häufig um Importe aus traditionellen Me dien
wie z. B. Horrorfilmen. Daneben finden sich im Netz
gewaltverherrlichende Inhalte in Form von realen
oder gestellten Tötungsvide os („Snuff“-Videos) bis
hin zur entwürdigenden Zurschaustellung von Unfall-
und Gewaltopfern. Politisch motivierte Angebote von
Anhängern einer gänzlich unbeschränkten freien
Meinungsäußerung setzen gezielt auf den Schock-
effekt, um mit drastischem Bildmaterial ihre Intention
zu fördern.
Besonders problematisch sind originäre Internet-For-
mate wie die „Tasteless“-Sites. Deren Zahl ist zwar
gering, aber sie besitzen dennoch eine sehr hohe
Jugendschutzrelevanz, da die Darstellungen ex trem
brutal und die Angebote bei Kindern und Jugendli-
chen sehr populär sind. Bezugsadressen und entspre-
chende Fund stellen werden vielfach auf Schulhöfen
getauscht.
››
Auf „Tasteless“-Sites sammeln Anbieter Bilder
und Videos von toten, teilweise schwer entstell-
ten Menschen.
››
„Snuff“-Videos sind über einschlägige Websites
und in Tauschbörsen verfügbar; sie können auch
von Handy zu Handy getauscht werden.
››
In Video-Portalen und (ausländischen) Such-
diensten sind Filme von realen Hinrichtungen,
Enthauptungen oder Steinigungen zu finden.
››
Auf ausländischen Websites von politischen
Parteien und Gruppierungen werden Bilder von
Kriegsopfern präsentiert, die gegen den deut-
schen Pressekodex verstoßen.
In Deutschland ist die Verbreitung bestimmter
Gewaltdarstellungen gesetzlich verboten. Dies bein-
haltet unter anderem:
››
die Verherrlichung von Gewalt,
››
die Verherrlichung des Krieges und
››
die Verletzung der Menschenwürde.
Web-Adressen mit Bildern/Videos von schwer entstellten Opfern werden
auf Schulhöfen getauscht.
Informationen und Arbeitsmaterialien zum
Thema Pornografie im Internet
››
Website von Lehrer-Online
Strafrechtliche Aspekte der Verbreitung von
pornografischen Inhalten: Übersicht zum neuen
Sexualstrafrecht, Verbote der öffentlichen Dar-
stellung von jugendgefährdenden und grob
anstößigen Inhalten.
www.lehrer-online.de/sexuelle-inhalte.php
››
Studie von Pro Familia
„Pornografie und Neue Medien – eine Studie
zum Umgang Jugendlicher mit sexuellen Inhal-
ten im Internet“
www.profamilia.de/fachpersonal.html
››
GEOkompakt Nr. 20 - 09/09
Liebe und Sex in Zeiten des Internets.
www.geo.de/GEO/heftreihen/geokompakt/sex-
im-internet-liebe-und-sex-in-zeiten-des-inter-
nets-62063.html?p=1
››
Medienkompetenz-Netzwerk NRW
Aufsätze und Handreichungen zum Thema
Intimität im Internet.
www.mekonet.de/
Jugendgefährdende Inhalte im Internet

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31
Informationen und Arbeitsmaterialien zum
Thema Gewaltverherrlichung
››
Website von Lehrer-Online:
Gewaltdarstellungen
Informationen und Beispiele für grausa me,
unmenschliche und verherrlichende Darstellun-
gen von Gewalt gegen Menschen oder
„menschenähnliche Wesen“.
www.lehrer-online.de/gewaltdarstellungen.php
››
Lexikoneintrag bei wikipedia.de:
Darstellung von Gewalt in Medien
Informationen zur kontroversen Diskussion in
der Wissenschaft, ob und unter welchen Bedin-
gungen Gewalt in Massenmedien aggressives
Verhalten des Rezipienten fördert.
www.de.wikipedia.org/wiki/Fiktionale_Gewalt
4.5 Verherrlichung von Magersucht und Suizid
Im Internet sind zunehmend mehr Angebote zu fin-
den, die selbstverletzendes oder selbstzerstörerisches
Verhalten propagieren. Magersucht und Bulimie
sind schwere psychische Krankheiten. Ge fährdete
Jugendliche, die im Internet nach Hilfe suchen, wer-
den durch sogenannte Pro-Ana-Angebote in ihrer
Krankheit bestätigt und erhalten Tipps zum Weiter-
machen statt dringend benötigter Hilfe.
››
Unterrichtseinheit bei Lehrer-Online: Medi-
enwirkungstheorien und mediale Gewalt
Unterrichtseinheit zu Medienwirkungstheorien
und medialer Gewalt unter:
www.lehrer-online.de/medienwirkungstheorien.
php
In seriösen Foren übernehmen Psychologen oder
qualifizierte Berater eine regulierende Moderatoren-
funktion. Gefährliche Angebote unterstützen Kinder
und Jugendliche in ihrem selbstzerstörerischen Ver-
halten, verherrlichen es als all einige Problemlösung
und propagieren konkrete Methoden für das weitere
Ab nehmen oder die Selbsttötung. Die Kontakte in
den Foren ersetzen oft den sozialen Umgang in Fami-
lie und Freundeskreis und können eine gefährliche
Verstärkerwirkung haben:
››
Essgestörte, die keine Therapie wollen, betreiben
Websites, mit denen sie junge Mädchen anspre-
chen und Magersucht als erstrebenswerten Life-
style propagieren.
››
Pro-Ana-Foren stellen Gewichtstagebücher und
Tipps zum Abnehmen vor. Sie zeigen Fotos aus-
gemergelter Frauen, die der „Thinspiration“ die-
nen sollen.
››
In Communities fühlen sich Betroffene ermutigt,
weiter an der Essstörung festzuhalten. Es wird
ein lebensgefährliches „Wir-Gefühl“ suggeriert,
das gerade psychisch Kranke von Therapien
abhält, zur Geheimhaltung animiert und immer
weiter in den Strudel der Krankheit hineintreibt.
››
Auf Video-Plattformen veröffentlichen mager-
süchtige Mädchen ihr Pro-Ana-Leben und
suchen nach Gleichgesinn ten.
Pro-Ana- oder Suizidforen sind jugendgefährdend,
wenn sie konkrete Anleitungen, Ankündigungen
oder Verabredungen zur Selbstverletzung oder
Selbsttötung präsentieren, Magersucht oder Sui-
zid glorifizieren oder gefährdete Jugendliche zu
weiterem Abnehmen oder suizidalen Handlungen
auffordern. Das Propagieren selbstverletzender und
selbstgefährdender Handlungsweisen ist geeignet,
eine gravierende sozialethische Desorientierung bei
Jugendlichen hervorzurufen, und kann durch die
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
indiziert werden.
Jugendgefährdende Inhalte im Internet
Jugendliche
suchen Rat im
Internet – Foren
mit kontrapro-
duktiven Tipps
verstärken Ess-
Störungen und
Selbstmordgefahr.

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32
4.6 Für Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte
und zur Weitergabe an Eltern
››
Besprechen Sie mit der Klasse die Hintergründe
der verschiedenen Themen, bspw. zeigen Sie
die Gefahren rechtsextremistischer Propaganda
auf und fördern Sie die Wertschätzung unserer
freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
››
Suizidgefahr entsteht meist nicht plötzlich und
unerwartet, sondern kündigt sich im Verhalten
des Betreffenden an. Sie sollten sensibel auf
solche Signale reagieren und beispielsweise
Fragen zum Thema Selbstmord oder Besuche
auf entsprechenden Internetseiten als denkbare
Hinweise auf eine eventuelle Gefährdung wahr-
nehmen.
4.7 Vorgehensweise bei Problemen und
institutionelle Ansprechpartner
jugendschutz.net
Zentrale Beschwerdestelle der Länder für Verstöße
in allen Diensten des Internets mit der Möglichkeit,
eine Einschätzung problematischer Inhalte zu bekom-
men. jugendschutz.net drängt darauf, dass Anbieter
Verstöße schnell beseitigen. Im Bedarfsfall wird die
Kommission für Jugendmedienschutz eingeschaltet,
die als zuständige Internetaufsicht Bußgelder bis zu
einer Höhe von 500.000 Euro verhängen kann.
www.jugendschutz.net/hotline/index.html
››
Binden Sie das Thema „jugendgefährdende
Inhalte im Internet – Rechtsextremismus, Porno-
grafie, Selbstmord- oder Magersuchtforen“ in
einen Elternabend ein und sensibilisieren Sie die
Eltern für diese Themen.
››
Technische Schutzmaßnahmen alleine reichen
nicht aus, um Kinder und Jugend liche vor
jugendgefährdenden Inhalten zu schützen. Viel-
mehr müssen sie auf die möglichen Gefahren
vorbereitet sein, um bei einer möglichen Kon-
frontation sicher und selbstbewusst reagieren zu
können.
››
Kinder und Jugendliche sollen ihre Eltern bezie-
hungsweise in der Schule ihre Lehrkräfte infor-
mieren, wenn sie unerwartet auf gefährliche
Seiten ge stoßen sind. Im Vorfeld sollte ihnen die
Angst genommen werden, dass sie bei Erstat-
tung einer Meldung selbst bestraft werden.
Internet-Beschwerdestelle
Die Hotline des Verbands der deutschen Internetwirt-
schaft e. V. und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multi-
media-Diensteanbieter e. V. (FSM) nimmt Beschwer-
den über verschiedene Internetdienste wie soziale
Netzwerke, Foren, E-Mail und Spam entgegen.
www.internet-beschwerdestelle.de
TIPPS & EMPFEHLUNGEN
Jugendgefährdende Inhalte im Internet

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33
Informationen und Arbeitsmaterialien zum
Thema Essstörungen
››
Beratungsserver zu Essstörungen
Beratung und Informationen zu Essstö rungen,
Ess-Brechsucht, Ess-Sucht und Fettleibigkeit.
http://ab-server.uni-leipzig.de
››
Kompetenznetz Depression
Professionelle Suizid-Präventionseinrichtungen,
die der Krisenbewältigung dienen und selbst-
mordgefährdeten Jugendlichen konkrete Bera-
tung anbieten. Näheres unter:
www.deutsche-depressionshilfe.de
››
„Wer ist Ana? Verherrlichung von
Essstörungen im Internet“
Faltblatt für Eltern und pädagogische Fachkräfte
über Pro-Ana-Angebote im Internet. Bezugs-
quellen unter:
www.jugendschutz.net
››
Unterrichtsmaterialien der Bundes-
zentrale für gesundheitliche Aufklärung:
Essstörungen
Sachinformationen und Vorschläge zur Behand-
lung des Themas im Unterricht.
www.bzga-essstoerungen.de/
››
Unterrichtsmaterialien von Magersucht-
Online: Essstörungen
Sachinformationen und Vorschläge zur Behand-
lung des Themas im Unterricht.
www.hungrig-online.de/
››
„Gegen Verherrlichung von Essstörungen im
Internet. Ein Ratgeber für Eltern, Fachkräfte
und Provider.“
Die Broschüre (Hrsg. Bundesministerium für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend) klärt
über Pro-Ana-Angebote im Internet auf, die
Essstörungen verharmlosen und als Lifestyle
glorifizieren. Mit Tipps für Angehörige und Inter-
netanbieter sowie einer Übersicht über Online-
Beratungsstellen.
www.bmfsfj.de
4.8 Weiterführende Informationen und Links
››
Gesetzliche Grundlage: Jugendmedien-
schutz-Staatsvertrag
Gesetzliche Grundlage für den Jugendschutz im
Internet mit einer Liste der unzulässigen Ange-
bote und den Schutzmaßnahmen, die Anbieter
ergreifen müssen, online unter:
www.lfk.de/recht.html
››
Lehrer-Online: Illegale Inhalte
Übersicht über unzulässige Inhalte im In ternet,
rechtliche Einschätzung, mit Beispielen aus der
Praxis unter:
www.lehrer-online.de/illegale-inhalte.php
››
Lehrer-Online: Jugendmedienschutz
Hintergrundinformationen zu pädagogischen,
technischen und rechtlichen As pek ten des The-
mas, Ideen zur Thematisierung im Unterricht
und Verweise auf weitere Quellen im Web unter:
www.lehrer-online.de/jugendmedienschutz.php
››
Website der Kommission für Jugend-
medienschutz: Kriterienraster
Kriterien für die Aufsicht in Rundfunk und
Telemedien. Download unter:
www.kjm-online.de/
Jugendgefährdende Inhalte im Internet

image
34
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35
Urheber- und Persönlichkeitsschutz
5. Urheber- und Persönlichkeitsschutz im schulischen Bereich
5.1 Ausgangssituation
Fast alle Handys verfügen mittlerweile über multi-
mediale Fähigkeiten wie z. B. über eine integrierte
Kamera zur Bild- oder Video-Aufnahme und über
ver schie dene Übertragungsmöglichkeiten, wie z. B.
Bluetooth oder MMS. Daneben bietet das Internet
eine bunte Vielfalt an Bil dern, Apps, Videos und
Musikstücken, die heruntergeladen werden können.
5.2 Verletzung von Persönlichkeitsrechten
durch (heimliche) Bild- und Tonaufnahmen
und deren Veröffentlichung oder Verbreitung
Mit der Nutzung dieser „Neuen Medien“ und Kom-
munikationsformen kommt es auch zu neuen Mög-
lichkeiten, (heimlich) Bild- oder Tonaufnahmen von
anderen Personen zu machen und diese zu veröf-
fentlichen oder zu verbreiten, andere zu beleidigen,
Gerüchte über sie zu streu en oder ihnen Angst zu
machen. Fälle von sogenanntem „Cybermobbing“
bzw. „Cyber-Bullying“ häufen sich an immer mehr
Schulen. Dabei sind sowohl Schülerinnen und Schüler
als auch Lehrkräfte betroffen. Mobbing wird als eine
Form von eher subtiler Gewalt gegen Personen über
längere Zeit mit dem Ziel der sozialen Ausgrenzung
definiert. Beim Bullying stehen sichtbare Aggressi-
onen und körperliche Gewalt im Vorder grund. Eine
klare Abgrenzung zwischen beiden Formen gibt es
jedoch nicht. In beiden Fällen nutzen Täterinnen und
Täter neue Kommunikations möglichkeiten, wie z. B.
Internet, E-Mail, SMS oder Chaträume, für solche
tyranni sierenden Handlungen.
Persönlichkeitsrechte werden immer dann verletzt,
wenn beispielsweise private Bilder- oder Filmaufnah-
men ohne die Zustimmung der abgebildeten Person
veröffentlicht oder verbreitet werden. Oftmals tau-
chen vormals freiwillig überlassene Aufnahmen (auch
intimer Art) plötzlich im Internet oder auf dem Han dy
auf. Dieser Ge fahr sind sich viele junge Men schen
nicht be wusst, wenn sie freiwillig Bilder von sich
an fertigen lassen oder ei gene Auf nahmen aus den
Händen geben.
5.2.1 Rechtliche Bewertung
Neben allgemeinen Straftatbeständen wie Beleidi-
gung oder Bedrohung kommen bei den überwiegend
bekannten Fällen insbesondere nachstehende Tatbe-
stände in Betracht:
Der § 201 a StGB stellt die Verletzung des höchst-
persönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen
unter Strafe. Allei ne schon das unbefugte Aufneh-
men von Bildern oder Filmsequenzen in besonders
gegen Einblick geschützten Räumen kann mit einer
Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe
bestraft werden. Dasselbe Strafmaß gilt dem, der
eine solche Aufnahme weiter verbreitet. Ein Klas-
senzimmer ist kein solch besonders geschützter
Raum, eine Umkleidekabine oder Toilette in jedem
Falle.
Nach § 201 StGB ist es strafbar, das nicht öffentlich
gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträ-
ger aufzunehmen oder die Aufnahme zu verbreiten.
Das Gesetz sieht dabei eine Freiheitsstrafe bis zu drei
Jahren oder eine Geldstrafe vor. Eine Schulklasse ist
ein abgegrenzter Personenkreis und somit nichtöf-
fentlich.
Nach § 22 Kunsturhebergesetz dürfen Bildnisse
nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet
oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Bei Ver-
stößen droht dasselbe Strafmaß wie beim § 201
StGB. Ausnahmen gibt es z. B. bei Personen aus der
Zeitgeschichte oder wenn diese nur als „Beiwerk“
erscheinen. Wird ein Lehrer während des Unterrichts
aufgenommen und diese Aufnahme verbreitet, so ist
in aller Regel der Tatbestand verwirklicht.
Beispiele
››
(Heimliche) Bild- oder Filmaufnahmen in der
Umkleidekabine oder Schultoilette sowie deren
Verbreitung
››
(Heimliche) Bild-, Film- oder Tonaufnahmen des
Unterrichts und deren Verbreitung
››
Diffamierungen und Beleidigungen von Lehr-
kräften in Chaträumen, Internet-Plattformen etc.
››
Einstellung intimer Aufnahmen der ehemaligen
Freundin oder des ehemaligen Freundes in Inter-
net-Foren oder auf Video-Plattformen
››
Bild- oder Filmaufnahmen von alkoholisierten
Freunden und deren Verbreitung
Mobbing und
Bullying gewin-
nen durch die
„Neuen Medien“
eine neue Dimen-
sion.
Wer Personen
ohne deren
Einverständnis
aufnimmt und
die Aufnahmen
verbreitet, macht
sich strafbar.

image
36
Urheber- und Persönlichkeitsschutz
5.2.2 Für Lehrkräfte und pädagogische
Fachkräfte
››
Vermitteln Sie mithilfe pädagogischer Maßnah-
men Werte im Umgang mit Me dien.
››
Sensibilisieren Sie die Kinder und Ju gendlichen,
dass eine einmal ins Internet eingestellte Auf-
nahme oder ein eingestelltes Video sich schnell
verbreitet und nicht mehr zurückgeholt bzw.
gelöscht werden kann.
››
Erkundigen Sie sich über Ihre länderspezifi-
schen Regelungen im Schulgesetz zur Nutzung
von Handys und digitalen Aufzeichnungs- und
Abspielgeräten.
››
Entwickeln Sie gemeinsam mit den Kindern und
Jugendlichen sowie den Eltern Handynutzungs-
regeln, verbunden mit umfassender Aufklärung
über typische Gefahren und Probleme beim Ein-
stellen oder Verbreiten von Bildern im Internet
oder per Handy. Siehe auch Kapi tel 8 zu Gewalt-
videos auf Schülerhandys.
››
Vereinbaren Sie, welche Sanktionen bei Verstö-
ßen angewandt werden und setzen Sie diese
konsequent um (z. B. Erziehungsmaßnahmen
wie Ermahnung oder zeitweise Wegnahme des
Gerätes, bei schwerwiegenden Verstößen Ord-
nungsmaßnahmen wie schriftlicher Verweis oder
Schulausschluss).
››
Schalten Sie die Polizei ein, wenn der Verdacht
einer Straftat besteht.
Grundsätzlich zu berücksichtigen ist, dass eine Straf-
mündigkeit erst ab Vollendung des 14. Lebensjahres
vorliegt. Ferner steht auch bei Jugendlichen in einem
Jugendstrafverfahren nicht die Bestrafung des Täters,
sondern der Erziehungsgedanke im Vordergrund. In
Be tracht kommen daher in erster Linie erzieherische
Weisungen und Auflagen im Sinne des Jugendge-
richtsgesetzes (JGG).
Wer Personen ohne deren Einverständnis aufnimmt und die Aufnahmen
verbreitet, macht sich strafbar.
5.2.3 Zur Weitergabe an Eltern
››
Eltern sollten Interesse zeigen, mit dem Kind
über konkrete Funktionen von Handys und digi-
talen Aufzeichnungs- und Abspielgeräten und
deren Nutzung zu sprechen. Dabei sollten aktu-
elle Problembereiche aufgegriffen werden.
››
Die Eltern sollten über Gefahren und rechtliche
Bestimmungen aufklären; häufig haben Kinder
im Umgang mit ei ge nen und fremden Bildern
oder Tonaufnahmen kein Unrechtsbewusstsein.
››
Die Eltern sollten auch Grenzen aufzeigen. Wer
Handlungen toleriert, die im strafbaren Bereich
liegen, verhält sich sei nen Kindern gegenüber
extrem unverantwortlich.
5.2.4 Zur Weitergabe an Kinder & Jugendliche
››
Kinder und Jugendliche sollten nicht direkt auf
beleidigende E-Mails oder SMS antworten, son-
dern Erwachsene (Eltern, Vertrauenspersonen)
informieren.
››
Sie sollten Beweismaterial aufbewah ren, z. B.
Bilder oder Daten abspeichern.
››
Die Aufnahmen (Bilder, Videos etc.) sollten auf
keinen Fall weiter verbreitet werden. Bilder und
Videos sollten stattdessen gelöscht werden. Die
Löschung kann über den Netzwerk-Betreiber
vorgenommen werden.
››
In schwerwiegenden Fällen sollten sie Anzeige
bei der Polizei erstatten.
TIPPS & EMPFEHLUNGEN

image
37
5.2.5 Vorgehensweise bei Problemen und
institutionelle Ansprechpartner
Internetforen oder Video-Plattformen haben in vielen
Fällen direkte Beschwerdewege über Online-Formu-
lare, die von der betroffenen Person bei konkreten
Persönlichkeits- oder Urheberrechtsverletzungen
genutzt werden können. Weitere Informationen
unter Kapitel 5.3.1.
5.3. Verletzung von sonstigen Persönlich-
keitsrechten und Urheberschutz
Das Internet bietet neben ort- und zeitunabhängiger
Kommunikation ebenso vielfältige Möglichkeiten der
Informationsrecherche. Mit einem Klick stehen nicht
nur mannigfaltige Textinformationen zur Verfügung,
sondern auch Bild- und Tonmaterial. Aber – einmal
veröffent lichte Daten können kaum mehr aus dem
weltweiten Netz entfernt werden.
Kinder und Jugendliche sind angesichts dieses riesi-
gen Datenbestands der Ver lockung ausgesetzt, auf
Vorhandenes zu zugreifen und illegale Download-
möglichkeiten, wie z. B. von Songs, zu nut zen.
Kinder und Jugendliche gehen oft leichtfertig mit Urheber- und Persön-
lichkeitsrechten um.
››
Entsprechende Veröffentlichungen dürfen
nur mit Einwilligung der betreffenden Person
geschehen. Diese Einwilligung sollte schrift-
lich erfolgen, bei Minderjährigen durch die
Erziehungs berechtigten.
Urheberrecht – Schutz des Urhebers als
Schöpfer eines Werkes:
››
Im Internet veröffentlichte Texte und Bilder sind
grundsätzlich urheberrechtlich geschützt und dür-
fen daher nicht ohne Weiteres für eigene Werke
oder Veröffentlichungen verwendet werden.
››
Alternativen: auf die Inhalte verlinken, die Ein-
willigung des Rechteinhabers zur Nutzung ein-
holen, Quellenangaben und Hinweise im Impres-
sum.
Beispiele
››
Veröffentlichung von Bildern oder personen-
bezogenen Daten auf der Schulhomepage oder
in der Schülerzeitung
››
Verwenden von Texten oder Bildern aus dem
Internet
››
Herunterladen von Musik-/Filmsequenzen
oder Kinofilmen aus sogenannten Internet-
Tauschbörsen
››
Tausch entsprechender Bild-, Film- oder Musik-
sequenzen, z. B. auf LAN-Partys
5.3.1 Rechtliche Bewertung und Verhaltens-
empfehlungen
Persönlichkeitsrecht – Schutz der Persönlich-
keit, Recht auf informationelle Selbstbestim-
mung (Datenschutz, Schutz der Intimsphäre):
››
Personenbezogene Daten wie Na men, Anschrif-
ten, Fotos sind insofern zu schützen, als jede
Person selbst entscheiden können muss, welche
Daten von ihr veröffentlicht werden.
Urheber- und Persönlichkeitsschutz
Die Vielfalt an
Bilder, Texten
und Musikdateien
im Internet ver-
lockt zu illegalen
Downloads.

38
Urheberrechtsverletzungen durch illegales Ein-
stellen und Herunterladen von Musikstücken,
Filmen, Bildern und Softwareprogrammen.
››
Nur der Urheber hat das Recht, sein Werk der
Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bei sog.
Tausch- oder Filesharing-Börsen ist diese „Öffent-
lichkeit“ grundsätzlich gegeben. Sowohl das
Einstellen von fremden Werken als auch das
Herunterladen von unrechtmäßig veröffentlichten
Inhalten stellt eine Urheberrechtsverletzung dar.
››
Da beim Herunterladen eine Kopie von einer
rechtswidrig hergestellten Vorlage erstellt wird,
sind auch reine Privatkopien nicht zulässig.
5.4 Weiterführende Informationen und Links
››
Rechtsportal von Lehrer-Online
www.lo-recht.de
• Ein Stichwortverzeichnis zu den Themen Belei-
digung, Ehrverletzung, Persönlichkeitsrecht,
Recht am eigenen Bild, Urheberrecht finden
Sie unter:
www.lehrer-online.de/stichwortverzeichnis-
recht.php
• Sie erhalten einen Überblick über Urheber-
rechte unter:
www.lehrer-online.de/recht.php
››
Broschüre „Nicht alles, was geht,
ist auch erlaubt“
Diese Broschüre informiert über Ur he ber- und
Persönlichkeitsrechte im Netz. Welche Fotos
und Filme darf ich bei Internet-Plattformen wie
MySpace, YouTube oder flickr hochladen? Was
ist er laubt und was nicht? Die Broschüre ist
kostenlos über klicksafe zu bestellen. Sie kann
heruntergeladen werden unter:
www.klicksafe.de
oder
www.irights.info
››
Bundesamt für Sicherheit in der
Informationstechnik
Hier werden Rechtsprobleme rund um Inter-
net, Handy & Co. erörtert und die passenden
››
Durch illegales Herunterladen entstehen zum
einen zivilrechtliche Unterlassungs- und Scha-
denersatzansprüche des Urhebers. Deren Durch-
setzung kann zu hohen Anwalts- und Gerichts-
kosten führen.
››
Zum anderen können entsprechende Verstöße
nach § 106 Urhebergesetz mit einer Freiheits-
strafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe
bestraft werden.
Alternativen: Softwareprogramme nutzen, die das
Aufzeichnen von Musikstücken aus Internetradios
ermöglichen; viele Bands stellen auch auf ihren
Webseiten einzelne Songs zum freien Download zur
Verfügung.
Ansprechpartner aufgeführt. Des Weiteren erhal-
ten Sie Antworten auf Fragen, wie z. B. „Wann
ist das Herunterladen von Daten aus dem Inter-
net verboten?“. Darüber hinaus werden Sie über
die wichtigsten Gesetze informiert:
www.bsi-fuer-buerger.de
››
Jugendliche, Musik und das Internet,
Childnet International, Broschüre für
Eltern und Pädagogen/-innen:
Hier werden Ihre Fragen zu Urheberrechten
beantwortet:
www.musikindustrie.de
››
Schutz der Privatsphäre im Internet,
Schulen ans Netz e. V., Arbeitsblätter
Hier finden Sie Informationen über eine Unter-
richtsgestaltung zum Thema „Schutz“ der Pri-
vatsphäre im Internet:
www.lehrer-online.de/privatsphaere.php
››
Unterrichtsmaterial zum Thema Raubkopieren
Diese Homepage beantwortet Fragen rund um das
Thema „Raubkopieren“. Des Weiteren enthält die
Webseite u. a. einen Bereich für Pädagogen:
www.respectcopyrights.de
Urheber- und Persönlichkeitsschutz
In Bezug auf
Urheberrechte
dominieren
Unkenntnis und
mangelndes
Unrechtsbewusst-
sein.

39
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››
Rechtsfragen von Multimedia und Internet
in Schulen
Hier werden unter der Rubrik „Schulgeschichten“
auftretende Fragen bei der Unterrichtsgestaltung
mit u. a. fremden Texten und den Urheberrech-
ten beantwortet:
http://remus-schule.jura.uni-saarland.de
››
Handreichung „Rechtsfragen in der
digitalen Welt auf einen Blick“
Die Handreichung von mekonet, dem Medien-
kompetenz-Netzwerk NRW, erläutert, welche
Bilder, Töne und Texte rechtlich geschützt sind
und wann das Agieren im Netz Persönlichkeits-
oder Urheberrechte verletzt. Das PDF-Dokument
aus der Reihe „mekonet kompakt“ kann auf
der nachfolgenden Webseite heruntergeladen
werden:
www.mekonet.de
Notizen
Urheber- und Persönlichkeitsschutz

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40
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image
 
41
6.1 Ausgangssituation
Das Einkaufen im Internet wird immer beliebter.
2011 haben laut dem Bundesverband Informa-
tionswirtschaft, Telekommunikation und Neue
Medien (BITKOM) neun von zehn Internetnutzern
in Deutschland im Web Waren oder Dienstleistun-
gen be stellt. Zum Vergleich: 2009 waren es noch
42 Prozent. Mehr als jeder zweite Internetnutzer
(56 Prozent) lässt sich bei seinen Kaufentscheidun-
gen durch Online-Werbung beeinflussen. Das trifft
laut dem Branchenverband vor allem auf jüngere
Menschen von 14 bis 29 Jahren zu: Zwei Drittel
(67 Prozent) haben sich von Online-Werbung über-
zeugen lassen. Wo Geschäfte abgewickelt werden,
er geben sich auch Möglichkeiten des Be trugs. Die
Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnete 2012
54.164 Fälle von Warenbetrug mittels Internet. Im
Jahr 2011 wurden noch 62.815 Fälle registriert.
Ein Phänomen, das von der steigenden Beliebtheit
des Internets als Handelsplattform profitiert, ist der
Identitätsdiebstahl. Hier versuchen Betrüger persön-
liche Informationen auszuspähen, um diese Daten
anschließend unberechtigt einzusetzen. Zum Identi-
täts dieb stahl im Internet, genannt Phish ing, zählt
das Ausspähen von Anmelde informationen (Benut-
zername, Kennwort), Account-Informationen (z. B.
Name, An schrift), Kreditkartendaten und Konten-
informa tio nen.
Abzocke und Betrug sind die Schattenseiten der
Internetnutzung. Laut der JIM-Studie 2012 ist es
11 Prozent der jugendlichen Internetnutzer schon
einmal passiert, dass er oder sie im Internet auf ein
unseriöses Angebot hereingefallen ist (S. 38).
6.1.1 Werbung im Internet
Für die Werbung zählen Kinder und Jugend liche zu
einer wichtigen Zielgruppe. Nach der KidsVerbrau-
cher Analyse 2013
5
haben bereits Kinder durch-
schnittlich über 27 Euro Taschengeld pro Monat,
hinzu kommen noch Geldgeschenke zu Weihnach-
ten, Geburtstag oder für gute Noten. Das meiste
Geld wird zwar gespart, trotzdem gelten Kinder als
potenzielle Käufer. D. h., sie verfügen nicht nur über
beträchtliche finanzielle Mittel, sondern sie werden
6. Kinder und Jugendliche als Kunden: Werbung,
Online-Handel und kostenpflichtige Handyangebote
Das Internet ist
mittlerweile eine
lukrative Werbe-
plattform für die
Wirtschaft.
auch in die Kaufentscheidung der Familie eingebun-
den. Ausgeprägte Produkt- und Markenkenntnisse
bewirken, dass Kinder vermehrt als eigenständige
Konsumenten mit individuellen Wünschen und Vor-
stellungen auftreten. In Bezug auf Werbung gilt, je
jünger die Kinder sind, umso schwerer fällt es ihnen,
zwischen redaktionellem Inhalt und kommerzieller
Werbung zu unterscheiden. Erst mit zunehmendem
Alter bildet sich die Fähigkeit, redaktionelle Inhalte
von Werbung zu unterscheiden.
Gerade Internet-Neulinge setzen Werbung ggf. mit
den Inhalten der Website, auf der sie sich gerade
befinden, in Beziehung und bekommen dadurch den
Eindruck, das beworbene Produkt würde vom Web-
seiten-Anbieter empfohlen. Bei anderen undurchsich-
tigen Werbeformen, wie beispielsweise der Sortierung
von Treffern in Suchmaschinen, war es in der Vergan-
genheit auch für Jugendliche und Erwachsene schwer,
den Einfluss der Werbung wahrzunehmen. So sortier-
ten manche Suchmaschinen in der Vergangenheit die
Treffer zu einem Begriff nicht nur nach der Relevanz,
sondern ließen sich die Platzierung eines bestimmten
Ergebnisses (einen Link auf eine Produktseite eines
Anbieters oder den Link auf ein Dienstleitungsange-
bot) von den jeweiligen Unternehmen auch bezah-
len. Dies war für den Suchenden nicht transparent
nachvollziehbar. Mittlerweile trennen seriöse Such-
maschinen die Darstellung der Treffer: Es gibt bei der
Ausgabe der Ergebnisse einen klar gekennzeichne-
ten Bereich mit bezahlten Treffern und eine Liste an
Ergebnissen, die nach Relevanz sortiert sind.
5
Seit 1993 untersucht die KidsVerbraucherAnalyse (KidsVA) das Medien- und Konsumverhalten von 1.588 Kindern im Alter zwischen 4 und 13 Jahren.
Die jüngste Studie ist von 2013, siehe auch
www.ehapamedia.de
Kinder und Jugendliche als Kunden

image
42
Kinder und Jugendliche als Kunden
Während Kinder im Internet eher nach Informatio-
nen suchen und sich mit Computerspielen beschäf-
tigen, überwiegt bei Jugendlichen die Nutzung als
Kommunikationsmedium mit Freunden
6
. Auf diese
Bedürfnisse geht auch die Werbung ein und richtet
ihre Werbemaßnahmen da nach aus. Viele Spielwa-
renhersteller bieten auf ihren Internetseiten unter-
haltsame Werbespiele, Preisausschreiben und Quiz
oder zusätzliche Downloads für Kinder an. Rund um
die Werbefigur oder Unternehmensmarke werden
ganze On lineauftritte geschaffen mit vielfältigen
Funktionen. Im Mittelpunkt steht da bei Spiel und
Spaß, wodurch versucht wird, eine Produktbindung
der Zielgrup pe zu erreichen.
Für Jugendliche bieten Unternehmen auf ihren
Webseiten vor allem verschiedene Kommunika-
tionsdienste an, wie beispielsweise die Möglichkeit,
elektronische Post karten an Freunde zu versenden,
eine ei gene Visitenkarte mit Tagebuchfunktion ein-
zurichten (sogenanntes Weblog) oder einen Klingel-
ton mit dem Marketingslogan der Firma kostenlos
herunterzuladen.
Viele Inhalte können allerdings erst nach der Angabe
von persönlichen Daten und Anlegen einer Benutzer-
kennung und eines Passwortes (Registrierung) von
der Webseite abgerufen werden. Dabei verlangt der
Betreiber die Angabe des Na mens und der E-Mail-
Adresse oder auch die postalische Adresse, Geburts-
datum und Handynummer. Er sendet den Zugangs-
code zur Fertigstellung der Regis trierung entweder
an die E-Mail-Adres se oder per Post und überprüft
damit, ob die angegebenen Daten stimmen. Diese
Angaben bieten Betreiber von Kommunikationsforen
die Möglichkeit, bei Verstoß eines Mitglieds gegen
die Nutzungsbedingungen den Zugang zu sper-
ren und eine neue Registrierung mit den gleichen
Adress- oder E-Mail-Daten zu verhindern. Das einge-
gebene Geburtsdatum kann da bei trotzdem falsch
sein (bspw. kann sich eine erwachsene Person bei
der Anmeldung zu einem Chat als 12- jähriger Junge
ausgeben – siehe auch Kapitel 3.2, Chat).
Nicht immer werden die Daten allerdings alleine für
Registrierungszwecke erhoben. Viele Firmen nutzen
die Möglichkeit, verbunden mit der Anmeldung auch
Der Online-Handel boomt und damit häufen sich auch die Betrugsfälle.
6
Siehe hierzu die Ergebnisse der JIM- und der KIM-Studien (Kapitel 2).

image
43
Vermeintliche Gratisdienste oder falsche Gewinnbenachrichtigungen –
immer wieder tauchen neue Betrugsmaschen auf.
7
Cookies sind kleine Dateien, die automatisch beim Lesen bestimmter Internetseiten vom Server auf die eigene Festplatte gespeichert werden.
Bei einem späteren Besuch der gleichen Internetseite, weiß der Server durch den entsprechenden Cookie unter anderem, dass man schon einmal
dort war.
8
In der aktuellen JIM-Studie 2012 wurden Zahlen für Einkäufe im Internet nicht erhoben, daher liegen dazu keine neuen Vergleichswerte vor.
die Eintragung des Jugendlichen in einen Werbe-
Newsletter zu forcieren oder die Handynummer in
einen Werbeverteiler aufzunehmen. Aus zusätzlich
abgefragten Angaben, wie persönliche Interessen,
können umfangreiche Konsumentenprofile werden.
Prinzipiell gilt, wer im Internet unterwegs ist, hin-
terlässt Spuren. In Cookies
7
wird gespeichert, wel-
che Seiten von welchen Nutzern besucht werden
und mithilfe von Programmen können aus allen
ge speicherten Daten, Muster und Zusammenhänge
herausgefiltert werden, um Verhaltensweisen von
Kunden vorherzusagen und Trends zu bestimmen.
Die Herausgabe persönlicher Daten birgt zudem
gerade für Kinder und Jugendliche das Risiko, dass
jeder mit ihnen in Kontakt treten kann.
6.1.2 Gratisdienste als Kostenfallen
Was früher Dialer waren, sind heute vermeintliche
Gratisdienste. Dabei handelt es sich um Internet-
dienste, die sich zu nächst als gratis tarnen und sich
dann tatsächlich als kostenpflichtig herausstellen. Es
wird der Eindruck erweckt, die Angabe von persön-
lichen Daten ist nur deshalb nötig, um die Inhalte
der Seite abzurufen, aber plötz lich ist man beispiels-
weise der Besitzer eines einjährigen, kostenpflich-
tigen Abon nements. Diese Dienste werden zwi -
schenzeitlich für nahezu alle Kategorien angeboten.
Es werden vermeintlich kos ten freie Bilder angebo-
ten, SMS-Dienste, Hausaufgabenhilfe, Lebens hilfe,
Ahnenforschung versprochen oder der Download
von Gedichten und Witzen angeboten.
6.1.3 Vorschussbetrug durch falsche
Gewinnbenachrichtigungen
Eine „Gewinnbenachrichtigung“ per E-Mail oder
als Pop-up auf einer Internetseite ist nur selten ein
Grund zum Ju beln. Dahinter stec ken oft windige
Be trüger, die ihre Opfer um deren Ersparnisse zu
erleichtern versuchen. Eine häufige Masche ist die
An kündigung einer hohen Gewinnsumme aus einer
angeblichen Lotterie teilnah me. Per E-Mail wird der
Em pfän ger aufgefordert, eine Art „Transfergebühr“
oder „Bearbeitungsgebühr“, meist zwischen 1.000
und 2.000 Euro, auf ein ausländisches Konto zu über-
weisen. Dieses Geld sieht man in der Regel allerdings
nie wieder. Die Masche der Lotteriebetrüger wird als
Vorschussbetrug bezeichnet. Immer wieder tauchen
neue Geschichten auf, die scheinbar schlüssig und
überzeugend sind, vor allem aber mit einer derart
at traktiven Gegenleistung locken, die die Opfer das
Risiko vergessen lässt. Objektiv betrachtet sind die
Versprechungen der Betrüger dabei meist völlig
abwegig. Im Internet kursieren seit Jahren E-Mails
der sogenannten Nigeria-Connection, die mit einer
ähnlichen Masche die Empfänger abzuzocken ver-
sucht. Ihnen werden Millionen von Dol lar verspro-
chen, dazu wird in rade brechen dem Deutsch oder
Englisch eine Geschichte von einer Erbschaft oder
Ähn lichem erzählt, für deren Transfer vom Ausland
Hilfe be nötigt wird. Ein versprochener Anteil an der
Sum me wird später nicht ausbezahlt.
6.1.4 Online kaufen – mit Verstand
Auch Jugendliche haben schon Erfahrung mit Online-
handel gesammelt. Nach Ergebnissen der JIM-Studie
2007 haben bereits zwei Drittel der jugendlichen
Internetnutzer zwischen 12 und 19 Jahren online
Waren erstanden
8
. Dabei handelt es sich um Kleidung
und Schuhe, Musik-CDs und DVDs sowie Bücher
und Computerzubehör. Darüber hinaus kaufen sie
auch Konzerttickets, MP3s oder Zugfahrkarten. Über
die Hälfte der Ju gendlichen bezahlen die bestellten
Waren auf Rechnung, ein Fünftel per Nach nahme
und etwa ein Viertel nutzt eine Kreditkarte – ent-
weder die eigene (8 Prozent) oder die Kreditkarte
der Eltern.
Kinder und Jugendliche als Kunden
Mit gezielter
Werbung versu-
chen Unterneh-
men, Kinder und
Jugendliche zu
begeistern und
Kundendaten zu
sammeln.

44
Beliebt bei Kindern und Jugendlichen ist auch das
Herunterladen von individuellen Klingeltönen und
Logos für das Handy. Die Bezahlung wird einfach per
Ab buchung vom Handyguthaben geregelt.
In einer gemeinsamen Kampagne „On line kau fen
– mit Verstand!“ klären die Polizeiliche Kriminalprä-
vention, der On line-Marktplatz eBay sowie der Bun-
desverband des Deutschen Versandhandels über die
Grundregeln für den sicheren Online-Kauf auf. Unter:
www.kaufenmitverstand.de
Regel 1: Wählen Sie sichere Passwörter und
ge ben Sie diese niemals an Dritte weiter.
Ideal ist eine Länge von mindestens acht Zeichen,
am besten eine Kombination aus Buchstaben, Zah-
len und Sonderzeichen. Wählen Sie keine Namen,
Begriffe aus Wörterbüchern oder solche, die einen
engen Bezug zu Ihrer Person haben und somit leicht
zu erraten sind. Wählen Sie für unterschiedliche Inter-
netanwendungen verschiedene Passwörter.
Regel 2: Achten Sie auf technische Sicherheit
bei der Datenübertragung.
Anbieter sollten eine verschlüsselte Datenübertra-
gung ermöglichen. Erkennbar ist dies in der Regel
an dem Kürzel https:// in der Adresszeile des Brow-
sers und weiteren visuellen Hinweisen, wie zum Bei-
spiel einem kleinen Schloss-Symbol in der unteren
Browser-Leiste.
Regel 3: Überprüfen Sie die Seriosität
des Anbieters.
Informieren Sie sich so gut es geht über den Verkäu-
fer. Achten Sie bei ge werb lichen Anbietern auf die
sogenann te Anbietertransparenz und vergewissern
Sie sich, dass beispielsweise Identi tät und Anschrift
des Anbieters, Garantie- und Gewährleistungsbe-
dingungen sowie Rückgabe- bzw. Widerrufsrecht
Geschäftsfähigkeit von Minderjährigen
Nach den rechtsgeschäftlichen Schutzvorschriften der §§ 104 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuchs sind Geschäfte
von Kindern, die noch nicht das siebte Lebensjahr erreicht haben, nichtig. Ältere Minderjährige sind beschränkt
geschäftsfähig und die Wirksamkeit ihrer Internetkäufe hängt von der Genehmigung des gesetzlichen Ver-
treters (in der Regel: die Eltern) ab, außer sie kaufen die Produkte oder Leistungen mit eigenen Mitteln
(Taschengeld) und die Käufe sind verhältnismäßig.
Viele Online-Handel-Plattformen erklären in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass sich Minderjäh-
rige nicht anmelden dürfen und somit auch keinen Zugang zum Online-Handel auf dieser Plattform haben.
leicht auffindbar und verständlich sind. Hilfreich bei
der Einschätzung des Anbieters können auch Bewer-
tungsprofile, wie sie bei Onlineauktionen üblich sind,
oder Gü te siegel sein. Achten Sie zum Bei spiel auf
das Siegel „Geprüfter Online-Shop“ oder andere von
der Initiative D21 der Bundesregierung empfohlene
Gütesiegel.
Regel 4: Prüfen Sie Artikelbeschreibung sowie
Versand- und Lieferbedingungen.
Lesen Sie vor dem Kauf die Beschreibung des Arti-
kels genau und vollständig durch und prüfen Sie die
Bilder der Ware sorgfältig. Achten Sie auch auf die
Lieferbedingungen und Versandkosten. Sind nicht
alle relevanten Details ausreichend erläutert oder
bestehen hinsichtlich der Beschreibung Unklarhei-
ten, sollten diese vor dem Kauf mit dem Verkäufer
geklärt werden. Kaufen Sie von einem Anbieter
außerhalb der EU, sollten Sie sich außerdem über
die Höhe möglicher Zusatzkosten wie Steuern oder
Zoll informieren.
Regel 5: Wählen Sie sichere Zahlungs-
methoden.
Dazu gehören beispielsweise die Zahlung per Rech-
nung und der Bankeinzug. Auch mit der Nutzung
eines Treuhandservices oder eines Online-Zahlungs-
services, wie zum Beispiel PayPal, wird ein hohes Maß
an Sicherheit erreicht. Ein Bargeld-Transferservice ist
hingegen kei ne geeignete Zahlungsmethode, wenn
Sie den Verkäufer nicht persönlich kennen. Tätigen
Sie niemals einen Online-Kauf, bei dem der Verkäufer
auf einen Bargeld-Transferservice als Zahlungsme-
thode besteht.
Regel 6: Achten Sie auf Ihr Widerrufsrecht bei
gewerblichen Anbietern.
Nach den Vorschriften für Fernabsatzverträge kann
ein Kaufvertrag, der zwischen einem gewerblichen
Kinder und Jugendliche als Kunden
Beim Online-
Handel sollten
sieben wichtige
Grundregeln
befolgt werden.

image
45
Fingierte SMS oder entgangene Anrufe verleiten Handybesitzer zu teuren Rückantworten.
Händler mit einem Verbraucher geschlossen wird,
innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Grün-
den widerrufen und der gekaufte Artikel wieder an
den Händler zurückgesandt werden. Die Zwei-Wo-
chen-Frist beginnt, nachdem dem Verbraucher die
Belehrung über sein Widerrufsrecht zugegangen ist
und er die Ware zu Hause erhalten hat. Wurde der
Verbraucher nicht ordnungsgemäß über sein Wider-
rufsrecht belehrt, verlängert sich die Frist.
Regel 7: Schützen Sie sich vor gefälschten
E-Mails (Phishing).
Misstrauen ist angebracht, wenn Sie per E-Mail auf-
gefordert werden, vertrauliche Daten wie Passwör-
ter oder Kreditkarteninformationen über einen Link
oder ein Formular einzugeben. Auch wenn solche
E-Mails aussehen als seien sie von vertrauenswür-
digen Unternehmen versandt worden – sie sind mit
hoher Wahrscheinlichkeit gefälscht. Seriöse Unter-
nehmen fragen solche Da ten niemals per E-Mail,
über einen Link oder ein Formular ab. Sie können
sich zu sätzlich vor solchem Datenklau – auch Phi-
shing genannt – schützen, indem Sie die Adresse
des gewünschten Anbieters immer manuell in die
Adresszeile Ihres Browsers eingeben.
6.1.5 Abzocke auf dem Handy
Auch das Handy ist Ziel verschiedener Betrugsma-
schen – ein Anruf mit nur einem Klingeln suggeriert,
dass jemand ver sucht Kontakt aufzunehmen und
weckt somit die Neugierde des Angerufenen. Oder
per SMS flattern Flirtangebote auf das Handy von
Personen, die vorgeben den Empfänger zu kennen.
Dadurch wird ein Rückruf oder eine SMS-Antwort
provoziert, was zu hohen Kosten führen kann. Vor
allem, wenn in dem Angebot ein Abonnement ver-
steckt ist, das den Handybesitzer längerfristig bindet.
Auch Werbung per SMS ist mittlerweile häufig anzu-
treffen – verbunden mit der Nachricht „Sie haben
einen Reisegutschein gewonnen. Melden Sie sich“.
Die angegebenen Rückrufnummern sind oftmals
teure Mehrwert- oder Auslandsnummern, die zwar
prinzipiell an der Vorwahl erkennbar sind, was aber
auf den ersten Blick nicht gleich wahrgenommen
wird.
Kinder und Jugendliche als Kunden

image
46
6.2 Für Lehrkräfte und pädagogische
Fachkräfte
››
Sprechen Sie mit den Kindern und Jugendlichen
über Ziele und Maßnahmen der Werbeindustrie
und untersuchen Sie exemplarisch an einigen
Beispielen die Ver zahnung von kommerzieller
Werbung und redaktionellem Inhalt im Internet.
››
Informieren Sie sich über werbe- und sponsoren-
freie Internet-Angebote für Kinder und Jugend-
liche und binden Sie diese in den Unterricht
oder im Rahmen eines Projektes ein (Beispiele
sind das Jugendangebot des Südwestrundfunks
www.dasding.de
, der Internet-Auftritt des Kin-
derkanals
www.kika.de
, die Kinderseite
www.internet-abc.de
oder der wöchentliche Bespre-
chungsdienst Klick-Tipps von jugendschutz.net
und MKFS,
www.klick-tipps.net
).
››
Thematisieren Sie aktuelle Betrugsmaschen im
Internet oder auf Handys und klären Sie über
Folgen auf.
6.3 Zur Weitergabe an Eltern
››
Bevor Ihre Kinder sich etwas aus dem Internet
herunterladen, sollten sie am besten immer
Sie bzw. andere Erwachsene ihres Vertrauens
fragen, ob das in Ordnung ist. Kinder können
oftmals noch nicht überblicken, wie lange man-
che Da teien brauchen, bis sie heruntergeladen
sind oder ob es sich bei den Daten eventuell um
schädliche Programme oder Vi ren handelt (siehe
auch Kapitel 9).
››
Erklären Sie Ihren Kindern, dass es Firmen gibt,
die mit dem Weiterverkauf von persönlichen
Daten Geld verdienen und nur deshalb ihre
Adresse und weitere Informationen haben
möchten. Bitten Sie Ihre Kinder, dass Sie Ihnen
vorher Bescheid sagen, bevor sie Formulare für
eine Anmeldung (auch kostenlose Angebote)
zu Klubs, Communities oder On line-Shops aus-
füllen, damit Sie sich an schauen können, wozu
diese Angaben dienen.
TIPPS & EMPFEHLUNGEN
Kinder und Jugendliche als Kunden

47
››
Schauen Sie sich Internetseiten mit Gratisange-
boten vor einer Registrierung oder einem Down-
load sehr genau an. Dies gilt insbesondere für
die allgemeinen Geschäftsbedingungen. Achten
Sie auf Fußnoten und Kleingedrucktes. Oft
werden Hinweise auf Kosten am Ende der Seite
platziert oder bei SMS-Angeboten ganz unten,
sodass man mehrere Seiten nach unten scrollen
muss, bevor das Kleingedruckte sichtbar wird.
››
Wenn Sie auf ein unseriöses, vermeint liches
Gratisangebot hereingefallen sind, können Sie
gegen eine unberechtigte Forderung Wider-
spruch einlegen. Entsprechende Musterschrei-
ben finden Sie bei den Verbraucherzentralen im
Internet.
››
Sichern Sie Beweise: Speichern oder drucken Sie
alle Informationen aus, die im Zusammenhang
mit dem vermeintlichen Gratisangebot vorliegen.
››
Lassen Sie sich insbesondere nicht durch Mah-
nungen oder Drohungen durch ein Inkassobüro
aus der Ruhe bringen. Suchen Sie ggf. Rat bei
einem Rechtsbeistand.
››
Vorsicht bei sogenannten Gewinnmitteilungen
und zwielichtigen Geschäfts angeboten auf
Internetseiten oder per E-Mail. Diese Nachrich-
ten sollten ignoriert und die E-Mails gelöscht
werden. Seriöse Lotteriegesellschaften erheben
im Vorfeld keine Gebühren für eine Gewinnaus-
zahlung – vor allem aber schüt ten sie keine
Gewinne an Personen aus, die gar nicht an
ihrem Spiel teilgenommen haben.
››
Falls Ihr Kind überhöhte Handyrechnungen hat,
versuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind zu
erarbeiten, welche Telefonate oder Dienste teuer
sind. Versuchen Sie, gemeinsam mit dem Kind
he rauszufinden, durch welche Ände run gen im
Verhalten oder auch durch einen Wechsel des
Telefontarifs in Zu kunft ho he Handy-Rechnun-
gen vermieden werden können.
››
Überprüfen Sie bei entgangenen An rufen,
bei SMS von unbekannten Personen oder bei
unverlangt erhaltener Werbung per SMS immer
zuerst die Rückrufnummer, ob es sich um eine
teure Auslands- oder Mehrwertnummer handelt,
bevor Sie anrufen oder per SMS antworten.
››
Kostenfalle Ausland: Anrufe mit dem Handy im
Ausland sind in der Regel teuerer als innerhalb
Deutschlands. Auch An rufe zu ausländischen
Nummern aus Deutschland führen in der Regel
zu ho hen Han dyrechnungen. Informieren
Sie sich ge mein sam mit Ihrem Kind vor einer
Urlaubsreise über die Tarife und besprechen
Sie verschiedene Möglichkeiten – schalten Sie
beispielsweise für die Dauer des Urlaubs die
Mailbox ab oder nutzen Sie die SMS-Funktion,
anstatt zu tele fo nie ren.
6.4 Vorgehensweise bei Problemen und
institutionelle Ansprechpartner
››
Verbraucherzentralen bieten Hilfe
Rat und Hilfe sowie konkrete Musterbriefe und
individuelle Rechtsberatung bieten die Verbrau-
cherzentralen vor Ort:
www.verbraucherzentrale.de
››
Die Bundesnetzagentur informiert
Sie informiert Verbraucher über allgemeine Fra-
gen zur Telekommunikation, aber auch speziell
zu Rufnummernmissbrauch, Spam und Dialern.
www.bundesnetzagentur.de
Kinder und Jugendliche als Kunden

48
6.5 Weiterführende Informationen und Links
››
Die Netcode-Initiative aus Erfurt vergibt Güte-
siegel an Webseiten, die den Qualitätsstandards
des Erfurter Netcodes, einem nationalen Richtli-
nienkatalog für gute Kinderseiten, entsprechen.
www.erfurter-netcode.de
››
Media Smart e. V. ist ein gemeinnütziger Verein
zur Förderung von Medien- und Werbekompe-
tenz bei Kindern. Die Initiative möchte Kinder
dazu anregen, Werbebotschaften und -absich-
ten kritisch zu hinterfragen und mit ihnen
um zugehen.
www.mediasmart.de
››
Das Mitmach-Jugendportal netzche ck ers.de bie-
tet aktuelle Formate wie Podcasts und Weblogs
sowie ein breit ge fächertes Themenspektrum
zur Information von und Interaktion zwischen
Ju gendlichen. Das Portal wird von verschiedenen
Partnern unterstützt, darunter die Bundesagen-
tur für Arbeit, das Bundesamt für Sicherheit
in der Informationstechnik sowie zahlreiche
Ju gend verbände. Ziel von netzcheckers.de ist es,
junge Menschen beim kritischen und kre ativen
Umgang mit Medien und Infor ma tionen zu
unterstützen. Näheres unter:
www.netzcheckers.de
››
In der Broschüre „12 goldene Suchmaschinen-
Regeln“ gibt klicksafe und die Landesanstalt für
Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) Tipps für die
zielgerichtete Suche im Internet. Die Broschüre
ist abrufbar in der Rubrik „Broschüren & Ratge-
ber” unter „Suchmaschinen”:
www.klicksafe.de/service/materialien
››
Faltblatt „Abzocke im Internet: Erst durchblicken
– dann anklicken“ gibt Hinweise zu Abzockme-
thoden im Internet. Herausgeber ist die Verbrau-
cherzentrale Nordrhein-Westfalen in Koopera-
tion mit der Initiative „klicksafe“. Das Faltblatt
kann abgerufen werden unter:
www.vz-nrw.de/mediabig/30612A.pdf
››
Das Bundesamt für Sicherheit in der
In formationstechnik bietet auf seinen Seiten
Informationen über Risiken und Ge fahren beim
Einsatz der Infor mati ons tech nik speziell für Bür-
ger. Weiteres unter:
www.bsi-fuer-buerger.de
››
Safety Card der Kampagne „Online Kaufen –
mit Verstand!“ mit den 7 goldenen Regeln für
den sicheren Online-Kauf – eine Kampagne der
Polizeilichen Kriminalprävention, dem Online-
Marktplatz eBay sowie dem Bundesverband des
Deutschen Versandhandels. Herunter zuladen
auf:
www.kaufenmitverstand.de
››
Ein „Fall des Monats“ bei Lehrer-Online beant-
wortet Fragen rund um vermeintliche Gratis-
dienste: Die 15-jährige Ann-Katrin registriert sich
über einen Schul-PC bei einem Online-Grußkar-
tendienst und bekommt kurz darauf eine Rech-
nung über 84 Euro geschickt. Muss sie zahlen?
Und welche Rolle spielt die Schule? Weiteres
unter:
www.lehrer-online.de/fall-des-monats-07-07.php
Kinder und Jugendliche als Kunden

49
Notizen
Kinder und Jugendliche als Kunden

image
50
Lorem ipsum dolor dir

 
51
Computerspiele und die rechtlichen Regelungen
7. Computerspiele und die rechtlichen Regelungen
7.1 Ausgangssituation
Bei Computerspielen handelt es sich um interaktive
Unterhaltungssoftware, die sowohl auf Computern,
stationären oder portablen Video-Spielkonsolen als
auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphones
gespielt werden kann. Dabei reicht die Spann breite
von empfehlenswerten Lern- und Rollenspielen bis
hin zu gewalthaltigen Computerspielen, die nach
entsprechender Prüfung als für Kinder und Jugend-
liche ungeeignet eingestuft worden sind. Vermark-
tet werden die Computerspiele über verschiedene
Wege. Je nach Vertriebsform der Spiele gelten un -
terschiedliche rechtliche Bestimmungen. Bei festge-
stellten Verstößen sind verschiedene Aufsichtsbehör-
den zuständig.
Grundsätzlich gilt:
››
Werden Spielinhalte mittels physischem Daten-
träger (z. B. CD, DVD) auf den Markt gebracht,
gelten hierfür die Regelungen des Jugendschutz-
gesetzes (JuSchG). Dies gilt zum Beispiel
auch für den postalischen Versand der Spiele
als Datenträger und die Werbung für das Spiel
im Internet. Bei Spielen auf Datenträgern gilt
grundsätzlich die Bewertung der Unterhaltungs-
software Selbstkontrolle (USK) als jugendschutz-
rechtlicher Bewertungs maßstab. Dies gilt auch
dann, wenn deren eigentliche Spielwelt kom-
plett im Internet generiert wird (z. B. World of
Warcraft).
››
Sind Spielinhalte nur über das Internet verfügbar
und gibt es keinen physischen Datenträger als
eine Art „Zugangsschlüssel“ zum Spiel, gelten
die Regelungen des Jugendmedienschutz-Staats-
vertrages (JMStV). Dies betrifft insbesondere
reine Onlinespiele, die direkt im Internet gespielt
werden und die Verbreitung von Spielen per
Daten download über das Internet.
7.2 Indizierung, Alterskennzeichnungen und
Abgabebeschränkungen
In Deutschland findet keine Zensur statt.Meinungs-,
Wissenschafts- und Kunstfreiheit sind grundgesetzlich
(Art. 5 Abs. 1 und Art. 3 GG) geschützt. Um diese
Freiheiten einerseits zu garantieren und andererseits
mit der ebenfalls im Grundgesetz verankerten Auf-
gabe des Kinder- und Jugendschutzes (Art. 5 Abs. 2
GG) in Einklang zu bringen, hat der Gesetzgeber ein
differenziertes Regelwerk geschaffen, das den unter-
schiedlichen Grad der Beeinträchtigung bzw. Gefähr-
dung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
berücksichtigt. Dabei wird ein dreistufiges Bewertungs-
verfahren verwendet – Verstöße gegen das Strafrecht,
Jugendgefährdung und Jugendbeeinträchtigung. Dies
folgt im Wesentlichen dem grundgesetzlichen Kernziel,
den Bürgerinnen und Bürgern Freiheit zu garantieren
und nur dort zu beschränken, wo dies im Interesse
der Allgemeinheit geboten ist und sich unmittelbar aus
dem Grundgesetz ableiten lässt.
7.2.1 Stufe 1 – Strafbarkeit: Totales Verbrei-
tungsverbot von Computerspielen
Computerspiele, die gegen Normen des Strafge-
setzbuches verstoßen, beispielsweise gewaltverherr-
lichende – oder verharmlosende Inhalte umfassen,
dürfen nach § 131 Strafgesetzbuch (StGB) weder
hergestellt noch verbreitet werden und können per
gerichtlichem Beschluss bundesweit beschlagnahmt
werden. Unter dem Jugendschutzaspekt ist u. a. das
An bieten, Überlassen oder Zugänglichmachen von
gewaltverherrlichenden und verharmlosenden Com-
puterspielen – insbesondere auch an Personen unter
18 Jahren – unter Strafe gestellt. Ein Verstoß gegen
dieses strafrechtliche Verbreitungs verbot kann mit
einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geld-
strafe be straft werden.
Zuständige Behörden:
››
Strafverfolgungsbehörden für die strafrechtliche
Verfolgung im Online- und Offline-Bereich,
››
jugendschutz.net und Kommission für Jugend-
medienschutz (KJM) für die medienrechtliche
Ahndung von Verbreitungsverstößen über das
Internet.
Beispiele für Geräte, auf denen
Computerspiele laufen:
››
stationäre Videospiel-Konsolen
(z. B. Playstation, X-Box, Game Cube)
››
portable Videospiel-Konsolen
(z. B. Game Boy, PSP, Tablet)
››
Endgeräte der Mobiltelefonie
(z. B. Handy, Smartphone)
Das Jugend-
schutzgesetz
greift bei Com-
puterspielen
auf physischem
Datenträger, der
Jugendmedien-
schutz-Staatsver-
trag bei reinen
Online-Spielen.
Das dreistufige
Bewertungsver-
fahren für
Computerspiele
umfasst Verstöße
gegen das Straf-
recht, Jugend-
gefährdung
(Indizierung)
und Jugend-
beeinträchti-
gung (Alters-
kennzeichnung).

image
52
Computerspiele und die rechtlichen Regelungen
Geltungsbereich:
››
Computerspiele auf Datenträger (z. B. Verkauf/
Vermietung von strafbaren Spielen im Ladenge-
schäft),
››
Computerspiele aus dem Internet (z. B. Verkauf
von strafbaren Spielen im Online-Versandhandel
oder über Auktionsplattformen; Zugänglichma-
chen reiner Online-Spiele mit strafbarem Inhalt
auf Spieleplattformen).
7.2.2 Stufe 2 – Jugendgefährdung: Handelsbe-
schränkungen, Werbeverbote, Abgabeverbote
von Computerspielen an Jugendliche
Computerspiele, die nicht gegen Normen des Straf-
gesetzbuches verstoßen, aber In halte umfassen, die
Kinder oder Jugendliche in ihrer Entwicklung gefähr-
den, dürfen gemäß Jugendschutzgesetz (JuSchG) nur
an Erwachsene abgegeben und nicht in der Öffent-
lichkeit beworben werden. Ob ein Computerspiel
jugendgefährdend ist, ergibt sich aus den Kriterien
der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
(BPjM), ihrer Spruchpraxis sowie der einschlägigen
Rechtsprechung hierzu.
Die Feststellung der Jugendgefährdung erfolgt durch
die BPjM und hat die Indizierung zur Folge. Das Indi-
zierungsverfahren unterliegt den sich verändernden
gesellschaftlichen und technischen Be dingungen:
So kann es sein, dass vormals indizierte Spiele nach
Jahren oder Jahrzehnten aus der Liste der indizier-
ten Me dieninhalte herausgenommen werden. Da
die Wirkung der Indizierung einen massiven Eingriff
in die Meinungs-, In formations- und Kunstfreiheit
darstellen kann, darf dies nur erfolgen, wenn die
Com puterspiele bereits auf dem Markt sind
9
.
In der Praxis führt dies dazu, dass solche Spiele nicht
im freien Handel verkauft oder verliehen und im
Internet nur im Rahmen einer ausreichend geschütz-
ten geschlossenen Benutzergruppe für Er wachsene
angeboten werden dürfen. Darüber hinaus darf die
Abgabe von Computerspielen an Erwachsene nur so
geschehen, dass Kinder und Jugendliche auf diese
Inhalte nicht zugreifen können. Faktisch führt dies
in der Praxis zu einschneidenden Vermarktungsbe-
schränkungen von Medienprodukten
10
.
Computerspiele mit jugendgefährdendem Inhalt werden auf Antrag durch die Bundesprüfstelle indiziert.
9
Gewaltbeherrschte Computerspiele unterhalb der Strafbarkeitsgrenze können den Verbreitungsbeschränkungen der Indizierung bereits automatisch
kraft Gesetzes unterliegen, ohne dass es der vorherigen Indizierung bedarf (schwere Jugendgefährdung).
10
Die großen Handelsketten vertreiben nur Filme und Spiele, die eine Alterskennzeichnung durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) oder
die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) aufweisen.
Strafbare
Computer-
spiele unter-
liegen einem
absoluten
Verbreitungs-
verbot auch
an Erwachse ne
und können
bun desweit
beschlag nahmt
werden.

53
Zuständige Behörden:
››
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
(BPjM) für die Indizierung,
››
Strafverfolgungsbehörden für die Ahndung von
Verbreitungsverstößen sowohl im Online- als
auch im Offline-Be reich,
››
jugendschutz.net und die Kommission für
Jugendmedienschutz (KJM) für die Ahndung der
Vermarktung von in dizierten Spielinhalten über
das Internet ohne ausreichenden Altersschutz.
Geltungsbereich:
››
Computerspiele auf Datenträger (z. B. Verkauf/
Vermietung indizierter Spiele im Ladengeschäft),
››
Computerspiele aus dem Internet (z. B. Verkauf
indizierter Spiele im Online-Versandhandel oder
über Auktionsplattformen, Zugänglichmachen
reiner Online-Spiele mit indiziertem Inhalt auf
Spieleplattformen).
7.2.3 Stufe 3 – Jugendbeeinträchtigung:
Handel ohne Werbebeschränkung, Abgabe
von Computerspielen an Minderjährige gemäß
Altersfreigabe
Spiele, die aufgrund ihres Inhalts nicht verboten oder
jugendgefährdend (indiziert) sind, erhalten auf Antrag
der Hersteller nach Prüfung bei der Unterhaltungs-
software Selbstkontrolle (USK) ein rechtsverbindliches
Alterskennzeichen. Die Alterskennzeichnung erfolgt
nicht durch die USK selbst. Vielmehr erteilt ein durch
die Obersten Landesjugendbehörden bestellter Stän-
diger Vertreter der Länder bei der USK auf Grundlage
der Prüfvoten der Prüfausschüsse bei der USK die Frei-
gabebescheinigung per Verwaltungsakt.
Für die Bewertung von Computerspielen wird dabei
insbesondere das Kriterium „Jugendschutzrelevanz“
herangezogen. Im Zentrum steht die Frage, ob ein
Spiel die Entwicklung junger Menschen einer Alters-
gruppe beeinträchtigen könnte. In den Bewertungs-
prozess gehen entwicklungspsychologische Einschät-
zungen zu Altersgruppen ebenso ein, wie u. a. eine
Bewertung der Spielinhalte, des Spieltempos, der
Visualisierung von Spielinhalten sowie der Sound-
gestaltung. Die Zugehörigkeit zu einem Spielgenre
spielt zunächst keine Rolle.
Man unterscheidet fünf Alterskennzeichen: „Frei-
gegeben ohne Altersbeschränkung“, „Freigegeben
ab sechs Jahren“, „Freigegeben ab zwölf Jahren“,
„Freigegeben ab sechzehn Jahren“ und „Keine Jugend-
freigabe“. Diese Alterseinstufung bildet die Grundlage
dafür, dass Kinder und Jugendliche nur Spielinhalte
mit einer altersgerechten Freigabe erhalten und Spiele
mit der Kennzeichnung „Keine Jugendfreigabe“ nur
an Erwachsene abgegeben werden.
Die Alterskennzeichnung schränkt den freien Handel
mit diesen Spielen bereits vor Markteintritt der Pro-
dukte ein (Ab gabe nur gemäß Altersfreigabe). Dies
ist aufgrund der verfassungsrechtlich ga ran tierten
Meinungs-, Informations- und Kunstfreiheit nur
dann möglich, wenn die Alterskennzeichnung auf
der Grundlage der Entscheidungen plural zusammen-
gesetzter Gremien erfolgt und sich hierin die gesell-
schaftliche Meinungsbildung manifestiert. Zudem
sollen die Selbstkontrollen die Unterstützung der
Wirtschaft haben
11
.
Zuständige Behörden:
››
Oberste Landesjugendbehörden für die Alters-
kennzeichnung der Spiele;
11
§ 14 Abs. 6 Satz 1 JuSchG.
Indizierte Com-
puterspiele
dürfen nicht
öffentlich
beworben und
nur an Erwach-
sene ab gegeben
werden.
Computerspiele, die nicht gegen das Strafrecht verstoßen und nicht
jugendgefährdend sind, erhalten auf Antrag ein rechtsverbindliches
Alterskennzeichen.
Computerspiele und die rechtlichen Regelungen

54
››
die zuständigen örtlichen Ausführungsbehörden
(Ordnungsämter) bei ordnungswidrigen Ver-
stößen gegen die Abgabebeschränkungen des
JuSchG, insbesondere nicht dem Alter entspre-
chendes Überlassen von Spielen;
››
die Polizei, soweit sie auch bzw. subsidiär für die
Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten zuständig
ist;
››
jugendschutz.net und die Kommission für
Jugendmedienschutz (KJM) für die Ahndung von
Abgabeverstößen von ge kennzeichneten Spielin-
halten über das Internet.
Geltungsbereich:
Die Alterskennzeichnung erstreckt sich grund-
sätzlich nur auf Computerspiele, die als Datenträ-
ger (z. B. CD, DVD) zur Prüfung vorgelegt wurden.
Soweit Computer spiele als Datenträger vorlagen
und eine Freigabe erhalten haben, erstreckt sich die
Freigabe gemäß § 12 JMStV (Ju gend me dienschutz-
Staatsvertrag) auch auf eine entsprechende Ver-
marktung über das Internet. Insbesondere gilt dort
auch für Computerspiele die Beschränkung des § 5
JMStV: Angebote, die ge eignet sind, eine Entwick-
lungsbeeinträchtigung bei Kindern und Jugendlichen
hervorzurufen, dürfen nicht mehr ohne technische
Schutzvorkehrungen (siehe Kapitel 7.4) im Internet
zugänglich gemacht werden.
7.3 Stand der Wirkungsforschung und
Suchtpotenzial
Die Frage nach den Wirkungen insbesondere von
gewalthaltigen Computerspielen auf junge Men-
schen spielt nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern
auch in der Medienforschung eine zentrale Rolle.
Wenngleich sich in den letzten Jahren zahlreiche
Studien mit der Wirkungsfrage befasst haben, sind
ihre Ergebnisse nicht einheitlich.
Häufig werden in der öffentlichen Diskussion
Befunde einzelner Studien überinterpretiert, auf
unzulässige Weise verallgemeinert, statistische
Zusammenhänge in Wirkungszusammenhänge um-
gedeutet oder pauschal auf andere Medienangebote
übertragen. Insgesamt zeichnet sich jedoch folgen-
des Bild zur Wirkung von gewalthaltigen Compu-
terspielen ab
12
.
››
In verschiedenen experimentellen Untersuchun-
gen wurde eine kurzfristige Wirkung der Nut-
zung gewalthaltiger Computerspiele festgestellt.
Dieser Wirkungszusammenhang ist aufgrund der
experimentellen Rahmenbedingungen jedoch
vorsichtig zu bewerten – und er gilt keineswegs
für Jugendliche insgesamt: Vor allem ein intaktes
soziales Umfeld, das gerade bei jungen Spielern
den Spielekonsum zu regulieren vermag, fördert
die Urteilsfähigkeit und stellt einen wichtigen
Schutzfaktor vor negativen Auswirkungen
gewalthaltiger Com puterspiele dar.
››
Die bisher vorliegenden Langzeitstudien ver-
weisen auf ein wechselseitiges Verhältnis von
Mediennutzung und Persönlichkeitsvariablen:
Personen mit ho her Aggressivität nutzen gerne
gewalthaltige Medienangebote, die sie wiede-
rum in ihrer aggressiven Grundhaltung bestäti-
gen bzw. bestärken. Gewalt in Computerspielen
wird vom spielbestimmenden Spieler anders
beurteilt als durch den (unbeteiligten) Zuschauer,
der das Spielgeschehen nur am Bildschirm ver-
folgt. Spieler „rahmen“ die Computer- und
Videospiele als eine Abfolge von Sze nen, in
denen sie angemessen handeln müssen, damit
ihr „Bleiberecht“ in der virtuellen Spielwelt
gewährleistet ist. Da der Spieler sich auf Spiel-
handlung, taktische Manöver oder kommunika-
tive Erlebnis se konzentriert, werden interaktive
Gewaltaspekte im Spiel von den Nutzern u. U.
weniger intensiv wahrgenommen.
››
Die Diskussion um das mögliche Suchtpotenzial
von Online-Computerspielen, das insbesondere
bei minderjährigen Spie lern vorhanden zu sein
scheint, gewinnt angesichts der Zunahme von
Spielformaten ohne definiertes Spielende an
Be deutung. Neben einer exzessiven Spiel dauer
ergibt sich eine mögliche Gefährdung junger
Computerspiele und die rechtlichen Regelungen
12
Angelehnt an die Feststellungen des Hans-Bredow-Instituts „Das deutsche Jugendschutzsystem im Bereich der Video- und Computerspiele“
(Endbericht, Mai 2007).
Über die Wirkun-
gen von gewalt-
haltigen Com-
puterspielen auf
junge Menschen
fehlt es bisher in
der Forschung
an eindeutigen
Ergebnissen

image
55
13
Bei einem Massen-Multiplayer-Online-Rollenspiel agieren viele Spieler gleichzeitig in einer auf einem Server verwalteten Spielewelt. Sie schlüpfen in
Rollen und erledigen gemäß den Spielregeln verschiedene Aufgaben. Das virtuelle Leben geht weiter, auch wenn der Spieler nicht online ist.
14
Z. B. unwiderstehliches Verlangen, am Computer zu spielen; verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich Beginn, Beendigung und Dauer des Computer-
spielens; Entzugserscheinungen (Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen) bei verminderter Computerspielnutzung; fortschreitende Vernachlässigung
anderer Vergnügen oder Interessen; anhaltendes exzessives Computerspielen trotz Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen (z. B. Übermüdung,
Leistungsabfall in der Schule, auch Mangelernährung).
15
§ 4 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 JMStV.
16
Strafbare Spielmodalitäten finden sich in der Praxis nicht in deutschen Angeboten.
17
Einzelheiten hierzu findet man auf der Website von jugendschutz.net.
Der Gefahr einer Spielsucht bei Kindern und Jugendlichen können Eltern
durch erzieherische Begleitung und technische Schutzmaßnahmen
begegnen.
Menschen auch dadurch, dass sie tief in virtuelle
Spielwelten eintauchen und darüber den Bezug
zur Realität verlieren können. Dies gilt insbeson-
dere für Multiplayer-Online-Rollenspiele
13
, wie
World of Warcraft. Diese zeichnen sich durch
eine hohe Spielbindung (sowohl ökonomisch als
auch sozial) aus, verbunden mit einem hohen
zeitlichen Einsatz. Eine Studie der Berliner Cha-
rité mit Kindern zwischen elf und 14 Jahren
zeigte, dass knapp zehn Prozent der be fragten
Kinder die Kriterien für exzessives Computer-
Spielverhalten
14
erfüllen. Für eine zeitliche
Beschränkung der Nutzung von Computerspie-
len sind in erster Linie die Eltern gefordert.
7.4 Technische Schutzvorkehrungen für
reine Online-Spiele
Spiele werden in zunehmendem Maße ausschließlich
online vertrieben oder zu gänglich gemacht. Insbe-
sondere vor dem Hintergrund eines möglichen Sucht-
potenzials für Minderjährige von Massen-Multiplayer-
Online-Rollenspielen wie World of Warcraft stellt sich
die Fra ge, wie Eltern auf das Konsumverhalten ihrer
Kinder durch technische Schutz vor kehrungen Ein-
fluss nehmen können. Die PC-Betriebssysteme Win-
dows Vista, 7 und 8 umfassen die Möglichkeit eines
Jugend schutz systems. Hier können z. B. für einzelne
Benutzerkonten Jugendschutz ein stellun gen vorge-
nommen werden, die neben der Frei schaltung von
Spielen be stimm ter Alters klassen auch die Begren-
zung der Nutzungsdauer ermöglichen.
Für die von Anbieterseite vorzunehmenden Schutz-
vorkehrungen gibt das Gesetz klare Vorgaben. Nach
den Bestimmungen des JMStV
15
muss sowohl beim
Download von indizierten Spielen
16
als auch bei der
Präsentation indizierter In halte im Internet sicherge-
stellt werden, dass nur Erwachsene darauf zugreifen
können.
Die Kommission für Jugendmedienschutz als Medien-
aufsicht im Internet hat Vorgaben für geschlossene
Benutzergruppen veröffentlicht. Danach sind zumin-
dest eine einmalige, sichere Identifizierung von
Erwachsenen unter Einbeziehung von amtlichen Aus-
weisdaten und eine verlässliche Authentifizierung bei
jedem Nutzungsvorgang erforderlich
17
.
Computerspiele und die rechtlichen Regelungen

image
56
18
§ 5 Abs. 1 i.V.m . Abs. 3 und 4 JMStV
19
Bei einer LAN-Party werden verschiedene private Computern über ein Netzwerk (Local Area Network) verbunden und die Teilnehmer spielen über
das Netzwerk Computerspiele.
Der Zugang zu Spielen mit für Kinder und Jugend-
liche entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten – in
der Regel Spiele mit einer Kennzeichnung „Freige-
geben ab 16 Jahre“ oder „Keine Jugendfreigabe“ –
muss so geschützt sein, dass sie von Minderjährigen
der betroffenen Altergruppen üblicherweise nicht
wahrgenommen werden. Der Anbieter kann dieser
gesetzlichen Verpflichtung nach dem JMStV durch
technische oder sonstige Mittel (z. B. Vorschaltung
eines Zu gangsschutzes) bzw. durch die Beachtung
von Zeitgrenzen (Online-Stellung nur zwischen
22:00/23:00 und 06:00 Uhr) nachkommen
18
.
7.5 Für Lehrkräfte und pädagogische
Fachkräfte
Computerspiele gehören heutzutage ge nauso in
den pädagogischen Bildungsalltag wie der PC und
das Internet. Nutzen Sie daher auch diese Medien
im Unterricht oder im Projekt, um die Kinder und
Jugendlichen in der Weiterentwicklung von Medi-
enkompetenz zu unterstützen.
››
Diskutieren Sie mit den Kindern und Jugendli-
chen über Computerspiele und ihre positiven
wie auch negativen Formen und schaffen Sie
Anreize für die Nutzung von empfehlenswerten
Lern- und Rollenspielen.
››
Nutzen Sie die Möglichkeit, anhand von Com-
puterspielen Medienkompetenz einmal anders
zu vermitteln und zum Beispiel im Rahmen eines
Schulfestes mit einer LAN-Party
19
eine ganz neue
Form von Informatikunterricht an Ihrer Schule zu
ge stalten.
››
Wichtige Tipps und Informationen für die Reali-
sierung finden Sie in der pädagogischen Hand-
reichung „LAN-Par ty an Schulen“, die auf der
Homepage von Lehrer-Online kostenlos als PDF-
Da tei heruntergeladen werden kann:
www.lehrer-online.de/lanparty-copy.php
››
Das Portal bietet darüber hinaus Informationen
über Computerspiele, ihre Rolle in der Lebenswelt
von Kindern und Jugendlichen sowie weitere
Möglichkeiten, diese in der Schule einzusetzen:
www.lehrer-online.de/computerspiele.php
››
Setzen Sie Grenzen dort, wo es notwendig ist.
Gewaltspiele und sonstige Computerspiele mit
Inhalten für Erwachsene gehören nicht in die
Hände von Kindern und Jugendlichen. Sofern
Sie auf dem Pausenhof oder in den Pausen
zwischen den Schulstunden feststellen, dass
Schülerinnen und Schüler CDs mit problema-
tischen Spielinhalten austauschen oder diese
von erwachsenen Schülerinnen und Schülern
an Jüngere abgegeben werden, stellen Sie die
Betroffenen zur Rede, nehmen Sie die Spiele
notfalls auch in Verwahrung und informieren Sie
die Eltern.
TIPPS & EMPFEHLUNGEN
Computerspiele und die rechtlichen Regelungen

57
7.6 Zur Weitergabe an Eltern
Kinder wachsen heute in einer Medienwelt auf, die
sich von der ihrer Eltern gravierend unterscheidet.
››
Wenn Sie im Gespräch mit Ihren Kindern bleiben
und sich für deren Beschäftigung mit Compu-
terspielen interessieren, gemeinsam Nutzungs-
regeln festlegen und vielleicht auch mit Ihren
Kindern öfter gemeinsam spielen, können Sie
selbst am besten einschätzen, welche Bedeu-
tung Computer und Multimedia haben.
››
Treffen Sie mit Ihren Kindern verbindliche Regeln
über die Zeitdauer der Nutzung von Computer-
spielen. Nähere Information hierzu finden Sie
beispielsweise auf der Homepage der Bundes-
prüfstelle im Bereich „Jugendmedienschutz:
Medienerziehung“ in der Rubrik „Computer
& Konsolenspiele“:
www.bundespruefstelle.de
7.7 Vorgehensweise bei Problemen und
institutionelle Ansprechpartner
Wenn Ihr Kind ein Spiel ohne eine Alterskenn-
zeichnung der USK mit nach Hause bringt oder
wenn Sie Zweifel daran haben (z. B. bei einer
mit nach Hause gebrachten selbst gebrannten
CD), ob das Spiel durch die USK freigegeben
wurde:
Spiele zu Informations-, Instruktions- oder Lehr-
zwecken, die offensichtlich nicht entwicklungsbe-
einträchtigend sind, dürfen vom Anbieter selbst mit
„Infoprogramm“ oder „Lehrprogramm“ gekennzeich-
net werden.
Sofern Sie Zweifel über die Jugendschutzrelevanz
der Spielinhalte haben, informieren Sie sich z. B. bei
der Jugendschutz-Hotline der Landesstelle Kinder-
und Jugendschutz AJS NRW in Köln unter Tel. 0221
921392-33 oder per E-Mail: auskunft@mail.ajs.nrw.de.
Darüber hinaus kön nen Sie sich auch direkt unter
Tel. 030 – 240 8866 0 oder per E-Mail: staendige.
vertreter@usk.de an den Ständigen Vertreter der Län-
der bei der USK wenden.
››
Kaufen Sie für Ihr Kind nur Spiele, die ein Alters-
kennzeichen durch die USK erhalten haben und
die für die entsprechende Altersgruppe Ihres
Kindes freigegeben wurden. Mehr Informatio-
nen über die Alterskennzeichen finden Sie auf
der Homepage der USK. Die USK führt auch
eine Datenbank, in der alle gekennzeichneten
Computerspiele erfasst sind. Dort können die
Spiele nach Altersfreigabe, Genre und Spielsys-
tem aufgerufen werden unter:
www.usk.de
››
Die Alterskennzeichnung ist kein Hin weis auf die
pädagogische Eignung eines Computerspiels!
Wenn Ihr Kind ein Spiel mit einer für ihn/für sie
ungeeigneten Altersfreigabe gekauft hat:
Geben Sie das Spiel im jeweiligen Ladengeschäft
zurück und stellen Sie den verantwortlichen
Geschäftsinhaber zur Rede. Falls dieser sich unein-
sichtig zeigt oder es sich um ein Spiel nur für Erwach-
sene handelt, informieren Sie das Ordnungsamt. Bei
dem Verkauf handelt es sich um eine Ordnungswid-
rigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden
kann.
Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind im Inter-
net an Netzwerkspielen für Erwachsene ohne
Alterskontrollen teilgenommen hat oder ein
solches Spiel in einem Online-Shop gekauft,
ersteigert oder heruntergeladen hat:
Sie können in diesen Fällen die gemeinsame Stelle
für den Jugendschutz im Internet über das Online-
Beschwerdeformular unter
www.jugendschutz.net
(dort in der Rubrik „Hotline“) kontaktieren oder schi-
cken Sie eine E-Mail an: hotline@jugendschutz.net
TIPPS & EMPFEHLUNGEN
Computerspiele und die rechtlichen Regelungen

58
7.8 Weiterführende Informationen und Links
››
Elternseite mit Rubrik „Rund ums Netz“
mit
Spieletipps und Suchfunktion nach Alter, Titel
oder Genre:
www.internet-abc.de
››
Suchfunktion nach einzelnen Spielen oder
Spielgenres:
www.spieleratgeber-nrw.de
››
Empfehlungen zu Kinder- und Lernsoft-
ware:
www.feibel.de
››
Die Datenbank Search & Play der Bundes-
zentrale für politische Bildung
informiert
über neu veröffentlichte Computerspiele aus
pädagogischer Sicht:
www.spielbar.de
››
Die Bundesprüfstelle für jugendgefähr-
dende Medien
bietet unter
www.bundes-
pruefstelle.de
im Bereich „Jugendmedienschutz:
Medienerziehung“ eine Rubrik „Computerspiele
& Konsolenspiele“ mit einer umfangreichen
Informations- und Linksammlung; u. a. eine Bro-
schüre „Computer- und Konsolenspiele: 10
Tipps für Erziehende“ mit Hilfestellungen für
Eltern und Erziehende. Die Broschüre kann unter
www.bundespruefstelle.de/bpjm/Jugendmedien-
schutz-Medienerziehung
als PDF heruntergela-
den oder per E-Mail angefordert werden.
››
Broschüre „Computerspiele – Fragen und
Antworten“
Im Zusammenhang mit der Nutzung von Com-
puterspielen stellen sich gerade für die Eltern
zentrale Fragen, wie zum Beispiel: „Welche
Spiele sind für mein Kind geeignet? Ab wann
soll ich mein Kind am Computer spielen las-
sen? Welche gesetzlichen Bestimmungen gibt
es im Handel?“ Antworten hierzu finden Sie
in einer durch die Arbeitsgemeinschaft Kinder-
und Jugendschutz der Landesstelle Nordrhein-
Westfalen zusammengestellten praxisbezogenen
Broschüre.
Download in der Rubrik Service -> Bestellungen
unter:
www.ajs.nrw.de
››
Broschüre „Spiel- und Lernsoftware pädago-
gisch beurteilt Band 16“
Broschüre mit pädagogischen Beurteilun gen von
Spiel- und Lernsoftware, Download in der Rubrik
Publikationen unter:
www.bmfsfj.de
››
Broschüre „Kinder und Jugendliche
schützen“
Die Alterskennzeichen der USK finden Sie auf
jeder Spielverpackung und auf jedem Datenträ-
ger. Die Broschüre zeigt Eltern, wie sie ihre Kin-
der vor beeinträchtigenden Spielinhalten schüt-
zen kön nen. Download unter:
www.usk.de
Die Datenbank für Computerspiele informiert über
erfolgte
Freigaben der USK:
www.zavatar.de
Computerspiele und die rechtlichen Regelungen

59
Notizen
Computerspiele und die rechtlichen Regelungen

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60
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61
Gefahren des Handys als Multifunktionsgerät
8. Gefahren des Handys als Multifunktionsgerät
8.1 Ausgangssituation
Heutzutage ist das Handy bzw. Smartphone eine
multimedi ale Kommunikationsplattform – und
gera de bei Kindern und Jugendlichen hat es sich zu
einem unverzichtbaren Be standteil des Alltags ent-
wickelt. In ihrer Lebenswelt hängt vom Besitz eines
„coolen“ Handys oftmals auch die Gruppenzuge-
hörigkeit, In-Sein und soziale Anerkennung durch
die Peergroup ab. Als festes Element der heutigen
Jugendkultur dient es zur Ko ordination des Tages-
ablaufs, zur Selbstinszenierung und als permanente
Verbindung zum Freundeskreis. Diese Handykultur
bringt oftmals aber auch Gefahren mit sich bis hin
zur Sorge um die Kostenfalle.
8.2 „Handy ohne Risiko?“
20
Die meisten neuen Handys sind nur noch mit zahl-
reichen Multimedia-Funktionen zu haben. Dabei
dient das Handy als Plattform für Fotografie, Video,
Spiele, Musik, Rundfunk und Internet. Mit den vielen
Funktionen steigen auch die Risiken: Über Internet
oder einen Bluetooth
21
-Empfang können Kinder sich
ge fährliche Inhalte, wie etwa gewalthalti ge Videos,
auf das Han dy laden.
Brisanz erhalten diese Risiken vor allem durch die
Mobilität des Handys: So können Kinder, egal wo sie
sich gerade aufhalten und ohne elterlichen Rückhalt,
mit Übergriffen oder ungeeigneten Inhalten konfron-
tiert werden.
Die wichtigsten Risiken, denen Kinder und Jugendliche
bei der Handynutzung ausgesetzt sind, lassen sich mit
den drei großen C (siehe Kasten) beschreiben:
Bei der Handynutzung sind gesetzliche Regelungen
zu beachten. Das gilt zum Beispiel für den Umgang
mit der integrierten Kamera oder mit Sex- und
Ge walt-Videos auf Handys von Jugendlichen.
Grundsätzlich sind Jugendliche ab 14 Jahren straf-
mündig und können zur Verantwortung gezogen
werden. Auch jüngere Kinder müssen bestehende
Ge setze einhalten, sie werden bei Missachtung aber
20
Das nachfolgende Kapitel 8.2 stammt aus dem Leitfaden „Handy ohne Risiko? Mit Sicherheit mobil – ein Ratgeber für Eltern“, herausgegeben vom
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; 1. Auflage 2007.
21
Bluetooth: Drahtlose Funkverbindung mit kurzer Reichweite (max. 100 m) zwischen zwei Handys oder Handy und Computer, Handy und Headset
usw., über die Daten gesendet werden können.
Content: ungeeignete Inhalte
Heute kann man mit fast jedem Handy auch im Inter-
net surfen. Dort stoßen Kinder und Jugendliche auf
viele unzulässige Inhalte. Handys werden aber auch
dazu genutzt, um problematische Film- oder Fotoauf-
nahmen zu erstellen, anzuschauen und zu verbreiten.
Contact: riskante Kontakte
Beliebte Internetdienste wie Soziale Netzwerke und
Instant Messenger (siehe auch Kapitel 3.2) werden
vorrangig mobil genutzt. Sie bergen Risiken wie sexu-
elle Belästigungen oder die Ausspähung persönlicher
Daten.
Commerce: Kostenrisiken
Telefonieren, SMS und MMS sowie viele Handydown-
loads kosten Geld. Hier besteht das Risiko, dass die
Unerfahrenheit von Kindern und Jugendlichen aus-
genutzt wird und sie die Kosten nicht mehr im Griff
haben.
nicht strafrechtlich verfolgt. Darüber hinaus haben
Mobilfunkanbieter Regelungen des Strafrechts oder
zum Jugendschutz zu beachten, zum Beispiel, wenn
sie jugendschutzrelevante Videos, Apps oder Spiele
anbieten.
Nach den Schulgesetzen der Länder haben Schullei-
tung und Lehrkräfte die Möglichkeit, Gegenstände,
mit denen der Unterricht gestört wird, einzubehalten.
Zulässig ist dies zumindest zeitlich befristet für die
Zeit des Unterrichts, bei mehrmaligen Verstößen auch
für ein bis zwei Tage. Ein Recht zur Untersuchung der
Inhalte des Handys gibt es jedoch nicht. Haben Schul-
leitung oder Lehrer konkrete Verdachtsmomente,
dass Schü ler mit Handys Straftaten begehen (zum
Beispiel durch Weitergabe Gewalt verherrlichender
Videos), können sie in der Regel Handys nur mit Ein-
willigung der Schüler konfiszieren. Deshalb ist es rat-
sam, in solchen Fällen zeitnah die Polizei hinzuzuzie-
hen, siehe auch
www.lehrer-online.de/537191.php
Das Handy ist
mittlerweile
unverzichtbarer
Bestandteil des All-
tags von Kindern
und Jugendlichen.

image
62
Gefahren des Handys als Multifunktionsgerät
Mit dem Handy können jugendgefährdende Inhalte verbreitet, riskante
Kontakte geknüpft und teure Angebote genutzt werden.
Besteht ein Anfangsverdacht, dass das Handy im
Zusammenhang mit einer Straftat steht, kann die
Polizei das Handy als Beweismittel sicherstellen und
bei Widerspruch beschlagnahmen und ggf. durch-
suchen. Die Entscheidung, ob das Handy dann end-
gültig eingezogen werden kann, obliegt den Staats-
anwaltschaften und Gerichten.
8.2.1 Herunterladen von Gewaltvideos aus
dem Internet
Auf Schulhöfen kursieren vermehrt Vi deos mit bru-
talen und pornografischen Inhalten, die Kinder und
Jugendliche auf ihren Handys gespeichert haben. Die
Dar stellungen reichen von „einfacher“ Pornografie
über „Tasteless“-Darstellungen (z. B. Nahaufnahmen
von Unfallopfern) und „Snuff-Videos“ (z. B. Enthaup-
tung) bis hin zu Tier- und Gewaltpornografie (z. B.
brutale Ver gewaltigungen).
Diese Inhalte, deren Verbreitung in der Regel strafbar
ist, werden meist über Tauschbörsen, Video-Plattfor-
men und einschlägige Websites aus dem Internet auf
den PC heruntergeladen, auf das Handy übertragen
und dann von Handy zu Handy getauscht.
8.2.2 Happy Slapping – „Fröhliches Schlagen“
Das Phänomen, dass Jugendliche Gewalttaten
begehen, um diese mit dem Handy zu filmen, wird
verharmlosend als „Happy Slapping“ („Fröhliches
Schlagen“) bezeichnet. Manchmal werden Mitschü-
ler auch zu erniedrigenden Handlungen gezwungen
(z. B. Zigaretten zu essen).
Insbesondere Mädchen werden häufig in peinlichen
Situationen gefilmt (z. B. auf der Schultoilette) oder
durch heimliche Aufnahmen sexuell erniedrigt (z. B.
bei sexuellen Aktivitäten mit ihren Freunden – teil-
weise unter Alkolholeinfluss). Diese Filme werden von
einem Teil der Jugendlichen als Trophäe gehandelt
und auch ins Netz gestellt.
8.2.3 Handy-Mobbing – z. B. Versenden
heimlich gefilmter Aufnahmen
Handyvideos werden auch dazu genutzt, Mitschüler
zu bedrohen oder zu erpressen. Konflikte werden
häufig durch Drohungen per SMS, demütigende Bil-
der per MMS oder gezielten Telefonterror fortgeführt.
Dieses Mobbing, das als Cybermobbing oder Cy ber-
Bullying bezeichnet wird, erreicht mit dem Handy
eine neue Qualität: Beleidigungen und Einschüch-
terungen verfolgen die Opfer in ihre Privatsphäre,
in der sie bisher geschützt waren. Die Erfahrungen
zeigen, dass Kinder meist nicht mit ihren Eltern oder
Lehrern darüber sprechen, weil sie sich nicht trauen
oder kaum Hilfe, sondern das Fortbestehen oder eine
Verschlimmerung ihrer Zwangs lage erwarten.
8.2.4 Chatten mit dem Handy
Das Chatten ist bei Kindern und Jugendlichen sehr
beliebt und weit verbreitet. In Internet-Chaträumen
oder über In stant Messenger pflegen sie Kontakt zu
ihren Freunden und lernen andere Menschen ken-
nen. Diese Kommunikationsformen bergen aber
auch Risiken: Sie reichen von Beschimpfungen über
Belästigungen bis hin zu sexuellen Übergriffen. Teil-
weise versuchen Erwachsene ferner, über harmlose
Dialoge das Vertrauen von Kindern zu gewinnen
(„Grooming“), um sie zu realen Treffen zu bewegen.
Ein sexueller Missbrauch kann die schlimme Folge
sein. Ausführliche Informationen dazu unter:
www.chatten-ohne-risiko.net
Die Chatkommunikation mittels Handy ist heute
Normalität. Dort kommt es regelmäßig zu sexuellen
Belästigungen, insbesondere von Mäd chen (etwa
durch Fragen nach dem Aussehen, nach sexuellen
Praktiken oder nach Telefonsex).
Obwohl die meisten WAP-Chats erst „ab 16“ frei-
gegeben sind, muss das Alter le diglich per Klick
be stätigt werden. Ein Zu gang ist auch für Minder-
jährige problemlos möglich. Von Sperrfunktionen, die
In halte und Dienste für Er wachsene blockieren, sind
Chats meist nicht betroffen.

63
8.3 Für Lehrkräfte und pädagogische
Fachkräfte
››
Machen Sie sich mit den Funktionen moderner
Handygeräte vertraut – speziell mit WLAN und
der Datenübertragung per Blue tooth.
››
Achten Sie auf entsprechende Vorkommnisse
in Ihrer Schule oder Ihrer Jugendfreizeiteinrich-
tung. Häufig sind derartige Videos und Bilder
Ge sprächs thema in den Pausen oder im Unter-
richt.
››
Sensibilisieren Sie Kinder und Ju gend liche im
Rahmen der Medienerziehung über die Auswir-
kungen und Folgen dargestellter Handynutzung
sowie über mögliche Straftatbestände (§ 131
StGB) und die daraus resultierenden Konsequen-
zen für den Einzelnen.
››
Vereinbaren Sie unter Einbindung der Eltern-
und Schülervertreter klare Regeln über die Nut-
zung von Handys an Ihrer Schule. Prüfen Sie die
Vereinbarkeit dieser Regeln mit dem jeweiligen
Schulgesetz Ihres Bundeslandes.
››
Gehen Sie konsequent gegen entsprechende
Verstöße gegen die Schul- und Hausordnung vor
und wenden Sie ggf. schulrechtliche Maßnah-
men an.
››
Informieren Sie die Eltern der Kinder und
Jugendlichen.
››
Informieren Sie die Polizei, wenn der Verdacht
einer Straftat vorliegt.
8.4 Zur Weitergabe an Eltern
››
Machen Sie sich mit den Funktionen moderner
Handygeräte vertraut – speziell mit WLAN und
der Datenübertragung per Blue tooth.
››
Prüfen Sie, welches Handy für Ihr Kind geeignet
ist und welche Funktionen wirklich sinnvoll sind.
››
Sprechen Sie mit den Kindern über die sinnvolle
Nutzung des Handys, thematisieren Sie mögliche
Gefahren und reduzieren Sie diese zum Beispiel
da durch, dass die Bluetooth-Funktion grund-
sätzlich abgeschaltet und nur bei Bedarf aktiviert
wird.
››
Informieren Sie sich bei Ihrem Mobilfunkprovider
über Jugendschutzmaßnahmen und Sperrfunkti-
onen. Unter der kostenfreien Hotline 22988 und
auf der Website jugend-und-handy.de erhalten
Sie weitere Informationen zu Jugendschutz auf
Handys.
8.5 Zur Weitergabe an Kinder und Jugendliche
››
Speziell für Kinder und Jugendliche gibt es einen
Handy-Spickzettel mit Tipps zur sicheren Han-
dynutzung. Dieser ist enthalten in der Broschüre
„Handy ohne Risiko? Mit Sicherheit mobil – ein
Ratgeber für Eltern“. Der Leitfaden wurde von
jugendschutz.net erstellt und herausgegeben
vom Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend.
Download unter
www.jugendschutz.net/eltern/
handy
oder Bestellung unter
www.bmfsfj.de
TIPPS & EMPFEHLUNGEN
Gefahren des Handys als Multifunktionsgerät

image
64
22, 23
Mit freundlicher Genehmigung des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest entnommen aus dem Infoset „Medienpädagogik in einer
sich wandelnden Welt – Handy & Co. 10 Antworten“. Neue Auflage unter:
www.mpfs.de/fileadmin/Infoset_neu/Infoset_Handy.pdf
8.6 Vorgehensweise bei Problemen und insti-
tutionelle Ansprechpartner
Im Rahmen einer Selbstverpflichtung haben die füh-
renden Mobilfunkunternehmen zusammen mit der
Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Dienstean-
bieter e. V. (FSM) kostenlose Informationen für Eltern,
Lehrer und Kinder zusammengestellt.
Alle beteiligten Mobilfunkunternehmen bieten dar-
über hinaus seit Herbst 2008 eine vertragsübergrei-
fende Sperrfunktion für den mobilen Internetzugang
an. Erkundigen Sie sich danach bei Ihrem Anbieter.
Die gemeinsam mit klicksafe und der Landesstelle
Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e. V. ein-
gerichtete Website
www.jugend-und-handy.de
bietet
zusätzliche Informationen.
Gegen problematische Inhalte oder Vorfälle in Chats
können Sie vorgehen, indem Sie sich bei Ihrem
Mobilfunkanbieter und bei der oder dem Jugend-
schutzbeauftragten beschweren, Anzeige bei der
Polizei erstatten oder Internetmeldestellen, wie z. B.
die gemeinsame Stelle der Länder für Jugendmedien-
schutz im Internet auf Verstöße im Netz hinweisen:
www.jugendschutz.net/hotline
Freiwillige Selbstkontrolle der Multimedia-Dien-
steanbieter (FSM)
Seit 2006 sind die großen Mobilfunkanbie-
ter der FSM beigetreten, um den im Jahr 2005
unterzeichneten Verhaltenskodex unter dem
Dach der FSM gemeinsam umzusetzen und wei-
tere Maßnahmen zur Verbesserung des Jugendschut-
zes im Bereich Mobilfunk anzugehen.
www.fsm.de/
selbstverpflichtungen/mobilfunk
Antworten auf die wichtigsten Fragen
Frage: Was mache ich, wenn ich den Verdacht
habe, dass Kinder über das Handy belästigt
werden oder selbst andere mit dem Handy
belästigen?
22
Wenn Sie einen solchen Verdacht haben, versuchen
Sie das sofort anzusprechen. Das Handy wird tat-
sächlich auch von Kindern und Jugendlichen dazu
genutzt, andere zu drangsalieren. Damit ist ein Kind
nicht einmal mehr zu Hause vor beleidigenden SMS
oder bedro henden Anrufen sicher. Sprechen Sie mit
den Täterkindern sowie deren Eltern und wenn Ihr
eigenes Kind zu den Tätern ge hört, unterbinden Sie
das. Nehmen Sie Kontakt zur Schule auf und wenden
Sie sich in schweren und nicht endenden Fällen an
professionelle Hilfe. Mehr Infos zu Gewaltprävention
unter
www.polizei-beratung.de
. Erklären Sie Kindern
und Jugendlichen, wie man Gewalt aus dem Weg
geht. Ein Handy oder MP3-Play er ist es nicht wert,
seine Gesundheit dafür zu riskieren. Ganz wichtig
ist es, die eige ne Handynummer nur vertrauenswür-
digen Personen zu geben. Beim
www.handysektor.de
gibt es zu dem Thema einige Tipps. Werfen Sie auch
mal einen Blick in den Einzelverbindungsnachweis.
Frage: Illegale Kopien, illegale Mitschnit te von
Unterrichtsstunden, Fotos aus der Umkleide-
kabine, Happy Slapping und Killer-Spiele auf
dem Handy – kann die Schule etwas dagegen
machen?
23
Wo sollen die Kinder und Jugendlichen den Umgang
mit Kommunikations-, Medien- und Informations-
technik lernen, wenn nicht in der Schule? Natürlich
steht den Schulen frei, den Gebrauch von Handys
und Co. per Schulordnung zu untersagen. Häufig
fehlt den Schülerinnen und Schülern aber erst ein-
mal das Unrechtsbewusstsein, z. B. bei der Verletzung
von Persönlichkeitsrechten oder der Weitergabe von
Gewaltvideos.
Gefahren des Handys als Multifunktionsgerät

65
8.7 Weiterführende Informationen und Links
››
Leitfaden „Handy ohne Risiko? Mit Sicher-
heit mobil – ein Ratgeber für Eltern“
Der Leitfaden wurde von jugendschutz.net
erstellt und vom Bundes ministerium für Fa milie,
Senioren, Frauen und Jugend heraus gegeben.
Download unter
www.jugendschutz.net/eltern/handy/
oder
Bestellung unter
www.bmfsfj.de
››
Flyer „Handy & Co. 10 Antworten“ des
Infosets „Medienkompetenz und Medi en -
pädagogik in einer sich wandelnden Welt“
des Medienpädagogischen Forschungsver-
bunds Südwest.
Mit dem Infoset werden Fragen von Eltern,
Erzieherinnen und Erziehern zum Medienum-
gang von Kindern beantwortet. Der Flyer und
das Infoset stehen auf der folgenden Homepage
unter Materialien -> Infoset zum Download
bereit:
www.mpfs.de
››
Dossier der Rubrik Medienkompetenz bei
Lehrer-Online
mit vielen Unterrichtseinheiten
für verschiedene Fä cher und Schulformen und
Links zu weiteren Hintergrundinformationen:
www.lehrer-online.de/handy.php
››
Informationsblatt „Gewaltvideos auf Schü-
lerhandys“
Herausgegeben von der Polizeilichen Kri mi-
nalprävention der Länder und des Bun des.
Download unter:
www.polizei-beratung.de/medienangebot
››
Das Online-Angebot handysektor informiert
über Risiken der mobilen Kommunikation und
Mediennutzung, beantwortet grundlegende
Fragen, er läutert technische Begriffe und gibt
alltagsnahe Tipps, wie Handys und mobile Netze
sicher genutzt werden können. Weiteres unter:
www.handysektor.de
››
Comic „Respekt und Würde“
Handys spielen bei Raubdelikten, Mobbing oder
der Verletzung von Persönlichkeitsrechten eine
immer größere Rol le. Der Flyer im Comicformat
von handysek tor.de greift diese Entwicklungen
auf. Kos tenlose Bestellung der gedruckten Ver-
sion bei redaktion@handysektor.de. Download
unter:
www.handysektor.de
oder
www.polizei-beratung.de/medienangebot
››
Informationen und Tipps für Eltern gibt die
Website der Aktion Jugendschutz, Landesstelle
Bayern e. V. unter:
www.handy-in-kinderhand.de
››
Informationen für Eltern und Fachkräfte zu
Chancen und Risiken der Handynutzung bietet
die Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sach-
sen-Anhalt e. V. unter:
www.handywissen.info
››
Technik und Geräte:
www.handywerte.de
››
Sicherheit und Kostenkontrolle:
www.verbraucherzentrale-nrw.de
Die Verbraucherzentrale bietet unter dem
Menüpunkt Medien und Telefon -> Mobilfunk
verschiede ne Merkblätter und Informationen
zum Thema Kostenkontrolle. Links zu den ein-
zelnen Verbraucherzentralen der Bundesländer
finden Sie auf:
www.verbraucherzentrale.de
Gefahren des Handys als Multifunktionsgerät

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66
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67
9. Sicherheit im Datenverkehr
9.1 Ausgangssituation
Mit der Verbreitung der Internetnutzung hat die
Gefährdung von Computersystemen durch Schad-
software („malware“) erheblich zugenommen. War
frü her noch ein Datenträgeraustausch oder eine
direkte Manipulation am Computer zum Einschleu-
sen schädlicher Programme erforderlich, genügt
heute bereits ein unbedachter Mausklick beim Surfen
auf einer infizierten Internetseite oder das Öffnen
einer E-Mail. Um das Schadensrisiko auf ein vertret-
bares Maß zu begrenzen, ist es zwingend erforderlich,
sich auf mögliche Gefahren einzustellen und wirk-
same Ab wehrtechniken anzuwenden.
9.1.1 Arten und Wirkung von Schad software
Computerviren
bestehen aus einem Programmcode,
der in ausführbare Dateien – z. B. in Anwendungs-
programme oder in Textdokumente mit Makros – ein-
gefügt wurde. Sie verbreiten sich, wenn die befalle-
nen Dateien über den Austausch von Datenträgern,
das Laden aus dem Internet oder das Versenden als
E-Mail-An hang auf Computersysteme übertragen
werden. Mit dem Starten eines infizierten Programms
wird das Virus aktiv: Es kopiert sich in andere auf der
Festplatte verfügbare Dateien und verursacht mög-
licherweise erhebliche Schäden durch das Löschen
oder Beschädigen von Anwendungsdaten oder Sys-
temdateien.
Würmer
ähneln in ihrer Wirkungsweise den Com-
puterviren. Sie benötigen zur Verbreitung allerdings
keine fremde Pro grammdatei als Wirt, sondern
können sich selbstständig kopieren und in E-Mail-
Anhängen versenden.
Trojaner
sind Programme, die in ihrer Funktion an
das historische Holzpferd er innern: Nachdem sie
wegen ihres scheinbaren Nutzens bewusst installiert
worden sind, werden mit ihnen eingeschleuste Viren
oder Spionagefunktionen aktiv.
Spyware
ist die in Trojanern verborgene oder von
Internetseiten ungewollt installierte Schadsoftware,
die Informationen über das Computersystem oder
sensible Benutzerdaten wie Passwörter und Konto-
nummern ausspäht und unbemerkt über die Inter-
netverbindung wei terleitet.
Rootkits
sind Softwarewerkzeuge, mit denen sich
ein Eindringling nach Einbruch in ein Computersys-
tem weitestgehende Rechte („Root“ = Administra-
tor) aneignen, Hintertüren („Backdoors“) für künftige
Angriffe öffnen und die Spuren seiner Aktivitäten
verbergen kann.
9.1.2 Spam-Mails
Internetnutzer werden oftmals von einer Flut uner-
wünschter E-Mails belästigt, die zu Werbezwecken
versandt werden. Da diese Praktik in Deutschland
verboten ist, werden die Spam-Mails über ausländi-
sche Server oder virenbefallene Computer verbreitet.
Der Begriff SPAM – ursprünglich der Produktname für
Frühstücksfleisch in Dosen (spiced pork and ham) –
hat durch die fortwährende Wiederholung in einem
Sketch der Gruppe „Monty Python’s Flying Circus“
seine aktuelle Bedeutung erhalten.
9.1.3 Phishing
Ein Großteil krimineller Handlungen im Internet wird
durch das Ausspähen von Zugangsdaten ermöglicht.
Dieses „Phish ing“ („Password Fishing“) erfolgt über
Spyware oder Eingabeformulare auf ge fälschten
Internetseiten
Sicherheit im Datenverkehr

68
Sicherheit im Datenverkehr
››
Überlegtes Handeln
• Öffnen Sie ausschließlich Dateien, E-Mail-
Anhänge und Internetseiten aus vertrauens-
würdigen Quellen.
• Beachten Sie, dass Schadsoftware nicht nur
über die Internetverbindung in den Computer
gelangen kann, sondern auch über Wechsel-
datenträger wie CDs, DVDs, USB-Sticks,
externe Festplatten und MP3-Player.
• Installieren Sie nur Programme seriöser Anbieter.
• Deaktivieren Sie in Anwendungsprogrammen
das automatische Herstellen einer Internetver-
bindung.
››
Webbrowser
• Verwenden Sie eine aktuelle Programm version,
um die Ausnutzung be kannter Sicherheitslü-
cken zu verhindern.
• Viele Internetseiten beinhalten verborgene
Programmteile (Java-Applets, ActiveX-Cont-
rols, JavaScript und VB-Script), die einen uner-
wünschten Zugriff auf das Computersystem
ermöglichen könnten. Deaktivieren Sie in den
Browsereinstellungen die Ausführung nicht
zwingend benötigter aktiver Inhalte.
• Bei der Internetnutzung werden oft automa-
tisch benutzerspezifische Informationen in
Textdateien („Cookies“) auf dem Computer
abgelegt. Auch wenn Cookies keine ausführ-
baren Programme sind und keine unmittelba-
ren Sicherheitsrisiken bergen, sind sie daten-
schutzrechtlich kritisch zu betrachten. Nutzen
Sie daher die Möglichkeiten mittels entspre-
chender Plug-Ins Ihres Browsers, Cookies zu
sperren und einzelfallbezogen zu berechtigen.
››
Firewall
• Installieren Sie ein Firewall-Programm zur
Überwachung des Datenverkehrs zwischen
Ihrem Computer und dem Internet. Wird die
Internetverbindung in einem lokalen Netz-
werk über einen zentralen Kommunikations-
server hergestellt, kann auf diesem Gerät ein
serverbasiertes Fire wall-Programm zur Absi-
cherung aller angeschlossenen Arbeitsplatz-
computer eingerichtet werden.
• Schützen Sie Ihren Computer in der Firewall-
konfiguration vor unberechtigten Zugriffen
aus dem Internet.
• Verhindern Sie das automatische Herstellen
einer Internetverbindung durch Programme,
für die ein Datenaustausch nicht zwingend
erforderlich ist.
››
Virenschutz
• Installieren Sie ein Virenschutzprogramm zum
Aufspüren, Deaktivieren und Löschen von
Computerviren.
• Halten Sie Ihr Virenschutzprogramm auf dem
neusten Stand, indem Sie regelmäßig die
Virensignaturen aktu alisieren, die zum Identifi-
zieren der Viren benötigt werden.
• Überprüfen Sie alle neuen Dateien vor dem
Öffnen auf Virenbefall. Dies gilt insbesondere
für Programme und Dokumente, die Sie als
E-Mail-Anhang erhalten oder von einer Inter-
netseite geladen haben.
• Deaktivieren Sie das Vorschaufenster in Ihrem
E-Mail-Programm.
››
Updates
• Aktualisieren Sie regelmäßig Ihr Betriebssystem
und Anwendungs program me um Sicherheits-
lücken schnellst möglich zu schließen.
9.2 TIPPS & EMPFEHLUNGEN

69
››
Passwörter
• Verwenden Sie sichere Passwörter mit min-
destens acht Zeichen (Groß- und Kleinbuch-
staben, Zahlen und Sonderzeichen). Namen
von Angehörigen oder Haustieren sollten nicht
verwendet werden.
• Geben Sie Ihre Passwörter niemals weiter.
• Speichern Sie Ihre Zugangsdaten nicht auf
Ihrem Computer.
• Eltern oder erwachsene Vertrauenspersonen
sollten über die Passwörter ihrer Kinder für
Notfälle informiert sein (z. B. Zugangsdaten in
einem verschlossenen Umschlag hinterlegen,
den die Eltern im Notfall öffnen können).
››
Abwehr von Spam-Mails
• Antworten Sie niemals auf eine Spam-Mail.
• Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse mit Bedacht weiter.
• Unterschreiben Sie bei Preisausschreiben und
Bestellungen nicht die meist sehr kleinge-
druckte Einverständniserklärung bezüglich der
Weitergabe persönlicher Daten zu Werbezwe-
cken und der Zusendung von E-Mails.
• Aktivieren Sie die Spam-Filter Ihres E-Mail-
Programms und des verwendeten E-Mail-
Dienstes.
9.3 Weiterführende Informationen und Links
9.3.1 Literatur
››
Lehrer-Online: Soziale Netzwerke im Unterricht
Artikel und Unterrichtskonzepte zum Thema
Risiken und Schutz beim Umgang mit sozialen
Netzwerken.
www.lehrer-online.de/soziale-netzwerke.php
››
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und
Kultus (Hrsg.) (2006): Medienwelten – Kritische
Betrachtung zur Medienwirkung auf Kinder und
Jugendliche, Seite 69 – 73; Download:
www.stmuk.bayern.de
››
Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen,
Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen
(Hrsg.) (2012): INTER NETSICHERHEIT AUF EINEN
BLICK; Download:
www.mekonet.de
9.3.2 Technische Hilfen
››
Bundesamt für Sicherheit in der Infor-
mationstechnik
• Wie bewege ich mich sicher im Netz?
www.bsi-fuer-buerger.de
• Anleitungen für die Einstellung von Filtern in
Suchmaschinen:
Familyfilter für Google, Bing und Yahoo:
www.dotcomblog.de/wp-content/uploads/
downloads/2010/10/howto_suchmaschinen_
filter.pdf
• SafeSearch-Einstellungen bei Google, YouTube
und Android
Mit SafeSearch werden Websites gefiltert, die
sexuell eindeutige Inhalte enthalten, und aus
den Suchergebnissen entfernt.
www.google.de/intl/de/goodtoknow/familysa-
fety/tools
››
Schulen ans Netz e. V.
• Lehrer-Online – Schülerinnen und Schüler
sicher ins Netz:
www.lehrer-online.de/it-sicherheit.php
• Viren, Würmer, Trojaner:
www.lehrer-online.de/viren-wuermer-trojaner
.php
››
Onlineangebot des gemeinnützigen
Vereins Internet-ABC
Sicherheit in Sozialen Netzwerken
Anwenderhilfen für Sicherheitseinstellungen in
StudiVZ, Facebook und Google+ -Accounts.
www.internet-abc.de/eltern/sicherheit-soziale-
netzwerke.php
Sicherheit im Datenverkehr

70
››
c‘t – Browsercheck
www.heise.de/security/
eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V.
Automatisierte Überprüfung der Aktualität des
Browsers und der Plug-Ins.
www.botfrei.de/browsercheck
9.3.3 Software
Die folgenden Schutzprogramme sind für die private
Nutzung kostenlos:
››
Kinderserver:
Schaltet PC und mobile Endgeräte in einen
sicheren und kindgerechten Surfmodus.
www.kinderserver-info.de
››
Virenschutz:
Avira AntiVir
®
PersonalEdition Classic
www.free-av.de
››
Firewall: ZoneAlarm
www.zonealarm.com
www.zonealarm.com/security/en-us/anti-virus-
spyware-free-download.htm
››
Spamfilter: Spamihilator
www.spamihilator.com
››
Schutz vor Spyware:
Spybot – Search & Destroy
www.spybot.info/de/index.html
››
Windows Sicherheits-Updates:
Microsoft
www.microsoft.com/germany/sicherheit/
default.mspx
Sicherheit im Datenverkehr

71
Notizen
Sicherheit im Datenverkehr

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72
Impressum
Die Handreichung ist ein Baustein der „Informations-
und Fortbildungsinitiative über Gefahren des Inter-
nets für Kinder und Jugendliche“. Sie ist kostenlos
und nicht zum Verkauf bestimmt.
Die Handreichung ist im Internet unter
www.polizei-
beratung.de/medienangebot.html
als PDF eingestellt
und kann kostenlos heruntergeladen werden.
Herausgeber:
Programm Polizeiliche Kriminalprävention
der Länder und des Bundes
Zentrale Geschäftsstelle,
Taubenheimstraße 85, 70372 Stuttgart
in Zusammenarbeit mit der Kultusministerkonferenz
Ansprechpartner: Hans-Jürgen Gorsler
Niedersächsisches Kultusministerium,
Schiffgraben 12, 30159 Hannover
und der Jugend- und Familienministerkonferenz
Für das im Jugendschutz federführende Land
Rheinland-Pfalz
Ansprechpartner: Martin Döring
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und
Kultur, Mittlere Bleiche 61, 55116 Mainz
Redaktion:
Yvonne Herzer, Viktoria Jerke, Rüdiger Kottmann,
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des
Bundes.
Stand: 4. aktualisierte Auflage 2013
Impressum
Wichtiger Vorbehalt: Die Beschreibung und Bewer-
tungen von Publikationen und Literaturempfehlun-
gen der Autorinnen und Autoren beziehen sich auf
Recherchen im Jahr 2012/2013. Das Internet und
die Neuen Medien sind einem schnellen Wandel
unterworfen. Daher stehen die Angaben unter Vor-
behalt und dienen der Orientierung für Pädagogen.
Die Autorinnen und Autoren übernehmen keine
Haftung für die inhaltliche Richtigkeit sowie für die
Vollständigkeit der in der Broschüre aufgeführten
Links.
Gestaltung:
Oscar Charlie GmbH
In Kooperation mit:
jugendschutz.net,
klicksafe,
Schulen ans Netz e. V.

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73
Medienübersicht
Medienübersicht: Auszug aus dem Medienangebot des Programms
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
Filmspot „Surfen. Aber sicher!“
Moderator Rudi Cerne gibt Eltern
Tipps zum Umgang mit gefährli-
chen Seiten im Internet.
Sammelmappe „Klicks-
Momente“ für erwachsene
Nutzer
Die Mappe enthält Faltblätter über
Gefahren bei der Nutzung der digi-
talen Medien und informiert über
Schutzmöglichkeiten.
Broschüre „Missbrauch
verhindern!“
Die Broschüre informiert Eltern
über sexuellen Kindesmissbrauch.
Schwerpunktthemen sind Handeln
im Verdachtsfall und Anzeigener-
stattung.
www.polizei-beratung.de
Das Internetportal bietet der Bevöl-
kerung, Kooperationspartnern in
der Prävention sowie interessier-
ten Fachleuten im Medienbereich
umfassende Informationen zu
einem breiten Spektrum an The-
men der Kriminalitätsvorbeugung
und des Opferschutzes.
Medienpaket „Abseits?!“
Arbeitsmaterial für Schulen zur
Gewaltprävention. Mit sechs Kurz-
filmen zu verschiedenen Formen
von Gewalt sowie Begleitheft.
Handreichung
„Herausforderung Gewalt“
Arbeitsgrundlage zur Gewaltprä-
vention an Schulen mit Erläute-
rungen von Erscheinungsformen
von Gewalt sowie Strategien der
Gewaltprävention.
Filme „Die besten Spots
gegen Rechts“
Zehn jeweils einminütige Spots
mit Botschaften gegen rechtsext-
remistisch oder fremdenfeindlich
gesinnte Einstellungen. Mit Filmbe-
gleitheft.
Medienpaket
„Weggeschaut ist mitgemacht“
Arbeitsmaterial zur Förderung von
Zivilcourage von jungen Menschen.
Mit Kurzfilmen, Filmbegleitheft,
Faltblatt und Infokarte.
Broschüren und Faltblätter
zu verschiedenen Themen
der Prävention sind kosten-
los bei jeder Polizeidienst-
stelle erhältlich. Alle anderen
Medien (Handreichungen
und Medienpakete) können
Sie kostenlos beim jewei-
ligen Landeskriminalamt
anfordern.

74
Notizen
Notizen

75
Notizen

(04V)60.2013.08
OSCAR CHARLIE
Mit freundlicher Empfehlung
HERAUSGEBER:
PROGRAMM POLIZEILICHE
KRIMINALPRÄVENTION
DER LÄNDER UND DES BUNDES
Zentrale Geschäftsstelle
Taubenheimstraße 85, 70372 Stuttgart
Wo Ihre nächstgelegene (Krimi-
nal-) Polizeiliche Beratungs-
stelle ist, erfahren Sie auf jeder
Polizeidienststelle. Darüber
hinaus können Sie sich an
folgende Stellen wenden:
Landeskriminalamt
Baden-Württemberg
Polizeiliche Kriminalprävention
Taubenheimstraße 85, 70372 Stuttgart
Tel.: 0711/5401-0, -3458
Fax: 0711/5401-3455
E-Mail: praevention@polizei.bwl.de
Internet:
www.polizei-bw.de
Bayerisches Landeskriminalamt
Polizeiliche Kriminalprävention
Maillingerstraße 15, 80636 München
Tel.:
089/1212-0, -43 89
Fax: 089/1212-4134
E-Mail: blka.sg513@polizei.bayern.de
Internet:
www.polizei.bayern.de
Der Polizeipräsident in Berlin
Landeskriminalamt
Polizeiliche Kriminalprävention
Platz der Luftbrücke 6, 12101 Berlin
Tel.:
030/4664-0, -9791 15
Fax: 030/4664-9791 99
E-Mail: lkapraev1@polizei.berlin.de
Internet:
www.polizei.berlin.de
Polizeipräsidium Brandenburg
Polizeiliche Kriminalprävention
Kaiser-Friedrich-Str. 143, 14469 Potsdam
Tel.:
03 31/2 83-02, -30 99
Fax:
03 31/2 83-31 52
E-Mail: polizeiliche.praevention@
polizei.brandenburg.de
Internet:
www.internetwache.
brandenburg.de
Polizei Bremen
Polizeiliche Kriminalprävention
Am Wall 195, 28195 Bremen
Tel.: 0421/362-0, -19003
Fax: 0421/362-19009
E-Mail: kriminalpraevention@polizei.
bremen.de
Internet:
www.polizei.bremen.de
Landeskriminalamt Hamburg
Polizeiliche Kriminalprävention
Bruno-Georges-Platz 1, 22297 Hamburg
Tel.:
0 40/42 86-50, -7 1210
Fax: 040/4286-71209
E-Mail: kriminalpraevention@polizei.
hamburg.de
Internet:
www.polizei.hamburg.de
Hessisches Landeskriminalamt
Polizeiliche Kriminalprävention
Hölderlinstraße 1–5, 65187 Wiesbaden
Tel.: 0611/83-0, -1609
Fax: 0611/83-1605
E-Mail: servicestelle.hlka@polizei.
hessen.de
Internet:
www.polizei.hessen.de
Landeskriminalamt
Mecklenburg-Vorpommern
Polizeiliche Kriminalprävention
Retgendorfer Straße 9, 19067 Rampe
Tel.: 03866/64-0, -6111
Fax: 03866/64-6102
E-Mail: praevention@lka-mv.de
Internet:
www.praevention-in-mv.de
Landeskriminalamt Niedersachsen
Polizeiliche Kriminalprävention
Am Waterlooplatz 11, 30169 Hannover
Tel.: 0511/26262-0, -3203
Fax: 0511/26262-3250
E-Mail: d32@lka.polizei.niedersachsen.de
Internet:
www.polizei.niedersachsen.de
Landeskriminalamt
Nordrhein-Westfalen
Polizeiliche Kriminalprävention
Völklinger Straße 49, 40221 Düsseldorf
Tel.: 0211/939-3205
Fax: 0211/939-3209
E-Mail: vorbeugung.lka@polizei.nrw.de
Internet:
www.lka.nrw.de
Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz
Polizeiliche Kriminalprävention
Valenciaplatz 1–7, 55118 Mainz
Tel.: 06131/65-0
Fax: 06131/65-2480
E-Mail: lka.dez45@polizei.rlp.de
Internet:
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Landespolizeipräsidium Saarland
Polizeiliche Kriminalprävention
Graf-Johann-Straße 25–29, 66121 Saarbrücken
Tel.: 0681/962-0
Fax: 0681/962-3765
E-Mail: lpp246@polizei.slpol.de
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Landeskriminalamt Sachsen
Polizeiliche Kriminalprävention
Neuländer Straße 60, 01129 Dresden
Tel.: 0351/855-0, -2309
Fax: 0351/855-2390
E-Mail: praevention.lka@polizei.
sachsen.de
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Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt
Polizeiliche Kriminalprävention
Lübecker Straße 53–63, 39124 Magdeburg
Tel. 0391/250-0, -2440
Fax: 0391/250-3020
E-Mail: praevention.lka@polizei.
sachsen-anhalt.de
Internet:
www.polizei.sachsen-anhalt.de
Landespolizeiamt Schleswig-Holstein
Polizeiliche Kriminalprävention
Mühlenweg 166, 24116 Kiel
Tel.: 0431/160-0, -65555
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Landespolizeidirektion Thüringen
Polizeiliche Kriminalprävention
Andreasstraße 38, 99084 Erfurt
Tel.:
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Fax: 0361/662-3109
E-Mail: praevention.lpd@polizei.
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Bundespolizeipräsidium
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Heinrich-Mann-Allee 103, 14473 Potsdam
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