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DIE BEDEUTUNG DER MOORE IM ERZGEBIRGE
Dr. Kristina Brust, Dr. Andreas Wahren, Karin Keßler

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16.05.2018 - 11. Annaberger Klimatage
Kristina Brust
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Einführung
Moore
Naturräume mit vielen Gesichtern – Existenz stark gefährdet
außergewöhnliche Lebensräume - nicht ganz Wasser und nicht ganz Land
Torfwachstum
Positive Stoffbilanz
Wasserhaushalt: Steuergröße für den Prozess des
Moorwachstums
Lebensräume für speziell angepasste Arten (Rote
Liste – Arten), Artenreichtum
Ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstregulation
CO
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– Senken: 30 % des gesamten weltweiten
Kohlenstoffs ist auf 3 % der Landoberfläche - in
Mooren - gespeichert

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Einführung
Moorkomplexe Sachsen

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Einführung
Moorkomplexe sächsischer Naturregionen
Flächenanteile
Torfmächtigk. >30cm
Fortschritt Moorschutz
Ökotopprognose für alle Moorflächen im Landeswald (Lößgefilde und
Bergland)
inklusive Nebelniederschlag

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Einführung
Moore im Erzgebirge
Sachsen 7.200 - 48.600 ha Moorfläche, Erzgebirge 9.800 ha
ca. 150 Moor- und Torfstandorte (Sauer-Armmoore [regenwasserbeeinflusst]
und Sauer- Zwischenmoore [zusätzl. Oberflächenwasserbeeinflusst])
nur rund 4 % naturnah bis gering zerstört
Moorentwicklung abhängig von Standortfaktoren:
Klima, Boden, Hydrologie, Relief
Kammlagen: hohe Niederschläge und geringe Temperaturen
Hochmoore: Niederschlag > Verdunstung
Nebelauskämmung stellt erhebliche Komponente der Speisung dar

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Einführung
Moore im Erzgebirge
ausgedehnteste Moore auf flachen, eingemuldeten Hochebenen > 700 m
4.000 bis 6.000 km Gräben in Mooren des sächsischen Erzgebirges
Nutzung seit 18. Jhr.
Entwässerung, Torfabbau, Forstliche Nutzung
einhergehend zunehmende Bewaldung
Bewaldung meist Folge und nicht Ursache von Trockenheit

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Moore im Erzgebirge
Heimat von hochspezialisierten Tieren und Pflanzen (oft ohne
Ausweichmöglichkeit)
Moore konservieren Zeugnisse der regionalen Kultur-, Klima- und
Vegetationsgeschichte
Konservierte Lebewesen und Pflanzenreste geben
Auskunft über vergangene Jahrtausende
Speicherung von CO
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Erosionsrückhalt bei Starkregenereignissen
Einführung

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Torfbildung/ Relief
Vegetation
Wasser
Moorhydrologie

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Moorhydrologie
Hydromorphologisch ungestörte,
ursprüngliche Mooroberfläche
Topografie: geneigte Moore
durch Entwässerung
Mineralisierungs- und
Abbauprozesse
Schrumpfung und Sackung

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Entwässerung bewirkt
Veränderungen der Vegetation
Veränderungen der Bodenphysik
Torfschwund in Grabennähe und damit neues Relief
Torfverlust bei flachen Torfauflagen
Verstärkte Entwässerung in der Fläche mit der Zeit
Wiedervernässung
Wasser muss an die Oberfläche für Akrotelmbildung
Analyse der Relief-Störungen und Wasserflüsse
Berechnung des Potenzials bei optimaler Grabenverfüllung
Hydromorphologische Analyse
Moorhydrologie

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Hydromorphologische Analyse (nach EDOM & GOLUBCOV 1996)
Zeigt das Potenzial zur Wiedervernässung anhand des Wasserhaushaltes und
des Reliefs
Abschätzung der Entwicklungsrichtung der Vegetation nach
Wiedervernässung
Identifikation gut wiedervernässbarer Moore oder Moorbereiche
Wasserflüsse und deren Störungen für das Moor und sein Einzugsgebiet
Revitalisierungsplanung
Hydromorphologie
Prognostizierte Ökotoptypen (LRT)
bei aktuellem Relief und langfristig
ungestörter Entwicklung
(d.h. Beseitigung aller anthropogenen
Störungen)

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Standort-
Wasserhaushalt
Profildurchfluss
Transmissivität
Hangwasseranteil
DGM
+
Hydromorphologie

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+
+
Transmissivität
Hangwasseranteil
Torfmächtigkeit
Ökotopprognose
Hydromorphologie

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Beispiel: Brandhübelmoor
im Moorkomplex Deutscheinsiedel
Brandhübelmoor
EZG 81 ha
Moorfläche 33 ha
P 1100 mm/a
Torfmächtigkeit
bis 4 m

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Brandhübelmoor
Nebelniederschlag in Sachsen

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Klimatische Wasserbilanz (1981 – 2010)
Brandhübelmoor
KWB
500 - 600 mm/a
KWB + Nebel
200 – 300 mm/a Nebeldeposition
Nebelauskämmung nicht zu vernachlässigende Komponente der Wasserspeisung

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Brandhübelmoor
Profildurchfluss
Transmissivität
Hangwasseranteil
Hydromorphologie
Wasserverteilung/
Abflussbahnen
Zufluss aus EZG
Ableitung über künstl.
Grabenstruktur
Maß für Feuchtigkeit
Vernässbare Bereiche für
Maßnahmenplanung
Maß für Trophie
Hoher Anteil an Hangwasser

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Brandhübelmoor
Profildurchfluss
Transmissivität
Hangwasseranteil
Hydromorphologie
Wasserverteilung/
Abflussbahnen
Zufluss aus EZG
Ableitung über künstl.
Grabenstruktur
Maß für Feuchtigkeit
Vernässbare Bereiche für
Maßnahmenplanung
Maß für Trophie
Hoher Anteil an Hangwasser

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Ökotopprognose
Aktueller Zustand
Brandhübelmoor

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Ökotopprognose
Aktueller Zustand
Aktueller Zustand
+Nebelniederschlag
Brandhübelmoor
3,2 % Zunahme
moortypischer LRT‘s

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Ökotopprognose
Aktueller Zustand
Brandhübelmoor

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Ökotopprognose
Aktueller Zustand
Mit zusätzlichen Stauen
Brandhübelmoor
4,7 % Zunahme Moor-LRT‘s

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Fazit
Hydromorphologie als Werkzeug zur Ökotopprognose
Flächenbezogene Maßnahmenplanung
EZG über 700 m Höhe
200 - 300 mm/a Nebeldeposition
Nebelniederschlag hat Anteil von ca. 20 % an Gesamtniederschlag
Einfluss auf Entwicklungsfähigkeit eines Moorstandortes
mit Nebelniederschlag: Erhöhung der Güte von Ökotopprognose
Fazit und Ausblick
Aber:
anthropogene Einflüsse durch
Entwässerung schwerwiegender
Grabenentwässerung und Zufluss aus
EZG - größerer Einfluss auf
Moorwasserhaushalt

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Fazit
Klimawandel: sommerliche Trockenphasen und Temperaturerhöhung
Beschleunigte Austrocknung der Moore?
Kompensation durch Moorrevitalisierung
Fazit und Ausblick
Ausblick
Waldumbau
Einfluss auf Moorwasserhaushalt?
Moor Hühnerhaide: Validierung Nebelniederschlag auf Mooreinzugsgebiet
Ökotopprognose für alle Moorflächen im Landeswald inkl. Nebeldeposition
Aktiver
Moorschutz
Artenschutz
Klimaschutz
Erosionsschutz
Biotopschutz
Handlungsbedarf

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Danksagung:
Staatsbetrieb Sachsenforst (Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft)
Landesdirektion Sachsen Chemnitz, Umweltschutz
VIELEN DANK!