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Impressum
Bergbau in Sachsen, Band 8
Die polymetallische Skarnlagerstätte Pöhla-Globenstein
Titelbild:
Turm und Halde des Schurfschachtes 24 Pöhla
Foto: G. Hösel, 1963
Herausgeber:
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Öffentlichkeitsarbeit
Zur Wetterwarte 11, D-01109 Dresden
E-Mail: Abteilung2@lfug.smul.sachsen.de
Sächsisches Oberbergamt
Kirchgasse 11, D-09599 Freiberg
Autor:
Dr. Günter Hösel
Franz-Kögler-Ring 14, D-09599 Freiberg
Redaktion:
Dr. P. Wolf
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Abteilung Boden und Angewandte Geologie
Referat Rohstoffgeologie
Halsbrücker Strasse 31a, D-09599 Freiberg
E-Mail: Abteilung6@lfug.smul.sachsen.de
Redaktionsschluss:
Juni 2001
Gestaltung:
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Abteilung Geologische Landesaufnahme
Referat Deckgebirgskartierung, Kartographie
E-Mail: Abteilung7@lfug.smul.sachsen.de
Werbeagentur Friebel
Pillnitzer Landstr. 37, D-01326 Dresden
Druck:
Union Druckerei Dresden
Prießnitzstr. 39, D-01099 Dresden
Versand:
Sächsische Druck- und Verlagshaus AG
Tharandter Str. 23-27, D-1159 Dresden
Fax: 0351/4203186 (Versand)
E-Mail: versand@sdv.de
Auflage:
400
Bezugsbedingungen:
Diese Veröffentlichung kann von der Sächsischen Druck- und
Verlagshaus AG gegen 12.50 EUR bezogen werden.
Hinweis:
Diese Veröffentlichung wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit
des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie sowie
des Sächsischen Oberbergamtes herausgegeben. Sie darf weder
von Parteien noch von Wahlhelfern im Wahlkampf zum Zwecke
der Wahlwerbung verwendet werden. Auch ohne zeitlichen Bezug
zu einer bevorstehenden Wahl darf die Druckschrift nicht in einer
Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Ämter zugun-
sten einzelner Gruppen verstanden werden kann. Den Parteien ist
es gestattet, die Druckschrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder
zu verwenden.
Copyright:
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rech-
te, auch die des Nachdrucks von Auszügen und der fotomechani-
schen Wiedergabe, sind den Herausgebern vorbehalten.
Gedruckt auf 100 % Recyclingpapier
Dezember 2002
Artikelnummer: L VI-4-1/8
Das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie ist im Internet
(www.umwelt.sachsen.de/lfug).

Die polymetallische Skarnlagerstätte
Pöhla-Globenstein
Günter Hösel
unter Mitarbeit von Wolfgang BÜDER, Erich FRITSCH,
Dietmar LEONHARDT und Werner SCHUPPAN
Freiberg, Januar 2003

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Vorwort
Vorwort
Die Einstellung des Erzbergbaues am Ende des Jahres 1991
bedeutete eine tiefe Zäsur in der Bergbaugeschichte Sach-
sens. Jedoch nicht nur für den Bergbau selbst, auch die
geologische und bergmännische Erkundung auf Erzlager-
stätten, die bis zur politischen Wende in bedeutendem Um-
fange betrieben wurde, war damit zu Ende. Die Standorte
mit aktivem Bergbau und Bergbaufolgegewerken wurden
zu Altlasten.
Für die Erkundung und Bewertung der bergbaulichen Alt-
lasten und vielmehr noch für die Sanierung und Revitalisie-
rung der ehemaligen Bergbaugebiete sind die Daten und
Fakten der letzten Bergbauperiode und der Lagerstättener-
kundung von unschätzbarem Wert, zumal der überwiegen-
de Teil der Informationen unveröffentlicht ist und ihre
Aufarbeitung Insiderwissen voraussetzt.
Mit den „Bergbaumonographien“, von denen hiermit der
achte Band vorgelegt wird, erhalten vor allem Fachleute
aus Ingenieur- und Planungsbüros wichtige Sachinformati-
onen für ihre Tätigkeit bei der Sanierung- und Wiedernutz-
barmachung von bergbaulich geprägten Flächen und Räu-
men. Andererseits sind es wissenschaftlich und historisch
bedeutsame geologisch-bergbauliche Abschlussdokumenta-
tionen über Lagerstätten, die auf absehbare Zeiten nicht
wieder erkundet oder abgebaut werden.
Mit
der
vorliegenden
Bergbaumonographie
„Pöhla-
Globenstein“ wird nach „Niederschlag“ und „Königstein“
eine weitere Lagerstätte aus dem Zuständigkeitsbereich der
ehemaligen SDAG Wismut vorgestellt.
Es ist erfreulich, dass die Autoren, die sowohl dem Sächsi-
schen Landesamt für Umwelt und Geologie (LfUG) als
auch der Wismut GmbH entstammen, ihre in langjähriger
Tätigkeit gesammelten Kenntnisse und Erfahrungen verar-
beitet und zum Gelingen dieses Bandes beigetragen haben.
0Prof. Reinhard Schmidt
Präsident des Sächsischen Oberbergamtes
Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Kinze
Präsident des Sächsischen Landesamtes
für Umwelt und Geologie

Inhalt
3
Inhaltsverzeichnis
Seite
Zusammenfassung ....................................................................................................................................................................5
Summary...................................................................................................................................................................................5
1
Einleitung (G. HÖSEL) .............................................................................................................................................7
2
Überblick (G. HÖSEL) ..............................................................................................................................................7
2.1
Geographische Lage ................................................................................................................................................7
2.2
Bergbaugeschichte...................................................................................................................................................7
3
Aufschlussverhältnisse (G. HÖSEL) .........................................................................................................................9
3.1
Untertägige Aufschlüsse ..........................................................................................................................................9
3.2
Übertägige Aufschlüsse .........................................................................................................................................10
4
Geologische Verhältnisse (G. HÖSEL) ...................................................................................................................10
4.1
Regionalgeologische Position................................................................................................................................10
4.2
Lithostratigraphie und Petrographie der Metamorphite.........................................................................................12
4.2.1
Lithostratigraphische Gliederung...........................................................................................................................12
4.2.2
Petrographische Kennzeichnung............................................................................................................................15
4.3
Magmatite..............................................................................................................................................................18
4.3.1
Metabasite..............................................................................................................................................................18
4.3.2
Granite ...................................................................................................................................................................18
4.3.3
Ganggesteine..........................................................................................................................................................23
4.3.3.1
Basische Ganggesteine ..........................................................................................................................................23
4.3.3.2
Saure Ganggesteine................................................................................................................................................24
4.4
Tektonik.................................................................................................................................................................25
5
Metasomatose und Mineralisation (G. HÖSEL, W. SCHUPPAN, W. BÜDER) ...........................................................27
5.1
Prozessablauf.........................................................................................................................................................27
5.2
Metasomatite .........................................................................................................................................................29
5.2.1
Skarne ....................................................................................................................................................................29
5.2.2
Greisen...................................................................................................................................................................34
5.2.3
Mittel- und niedrigthermale Metasomatite ............................................................................................................34
5.3
Schichtgebundene Mineralisationen......................................................................................................................35
5.4
Gangförmige Mineralisationen..............................................................................................................................43
5.4.1
Variszische Gangmineralisationen.........................................................................................................................43
5.4.2
Postvariszische Gangmineralisationen...................................................................................................................44
6
Spezielle Lagerstättenbeschreibung.......................................................................................................................47
6.1
Allgemeines (G. HÖSEL, D. LEONHARDT)..............................................................................................................47
6.2
Lager 3 (G. HÖSEL, W. SCHUPPAN, W. BÜDER).....................................................................................................47
6.2.1
Aufschlussverhältnisse...........................................................................................................................................47
6.2.2
Geologische Situation............................................................................................................................................48
6.2.3
Lagerstättencharakteristik ......................................................................................................................................49
6.3
Lager 4 (G. HÖSEL, W. SCHUPPAN, W. BÜDER).....................................................................................................50
6.3.1
Aufschlussverhältnisse...........................................................................................................................................50
6.3.2
Geologische Situation............................................................................................................................................52
6.3.3
Lagerstättencharakteristik......................................................................................................................................52
6.4
Lager 5 (G.
HÖSEL, E. FRITSCH) ............................................................................................................................54
6.4.1
Aufschlussverhältnisse...........................................................................................................................................54

Inhalt
4
6.4.2
Geologische Situation............................................................................................................................................ 54
6.4.3
Lagerstättencharakteristik ..................................................................................................................................... 55
6.5
Genetische Betrachtungen (G. HÖSEL).................................................................................................................. 57
7
Rohstoffcharakteristik (G. HÖSEL) ........................................................................................................................ 59
7.1
Allgemeines........................................................................................................................................................... 59
7.2
Skarnerze............................................................................................................................................................... 59
7.3
Greisenerze............................................................................................................................................................ 60
7.4
Schiefererze........................................................................................................................................................... 61
7.5
Zersatzerze ............................................................................................................................................................ 62
8
Hydrogeologie (G. HÖSEL).................................................................................................................................... 62
8.1
Hydrogeologische Verhältnisse............................................................................................................................. 62
8.2
Hydrochemische Verhältnisse............................................................................................................................... 63
9
Ingenieurgeologie (G. HÖSEL)............................................................................................................................... 65
10
Bergtechnische Angaben (G. HÖSEL).................................................................................................................... 67
10.1
Erkundungsmethodik, Aus- und Vorrichtung ....................................................................................................... 67
10.2
Abbauverfahren..................................................................................................................................................... 68
10.3
Aufbereitung.......................................................................................................................................................... 68
10.4
Verwahrung........................................................................................................................................................... 72
11
Bergwirtschaftliche Angaben (G. HÖSEL) ............................................................................................................. 72
11.1
Bemusterung.......................................................................................................................................................... 72
11.2
Abbau .................................................................................................................................................................... 74
11.3
Vorratssituation ..................................................................................................................................................... 74
12
Umweltbelastung und –sanierung (W. SCHUPPAN) ............................................................................................... 76
12.1
Altlasten ................................................................................................................................................................ 76
12.2
Verwahrung........................................................................................................................................................... 77
12.3
Rekultivierung....................................................................................................................................................... 78
13
Literatur (G. HÖSEL).............................................................................................................................................. 78
Abbildungsverzeichnis ........................................................................................................................................................... 81
Tabellenverzeichnis................................................................................................................................................................ 82
Abkürzungsverzeichnis .......................................................................................................................................................... 82
Nachwort ................................................................................................................................................................................ 84
Bildanhang ............................................................................................................................................................................. 85

Zusammenfassung
5
Zusammenfassung
Die polymetallische Skarnlagerstätte Pöhla-Globenstein
wurde, abgesehen von zahlreichen Altbergbauversuchen,
erst nach dem Zweiten Weltkrieg wirklich entdeckt und in
mehreren Etappen durch zahlreiche Übertage-Bohrungen
(Gesamtbohrmeterumfang: 112.545,7 m) sowie bergmän-
nisch auf vier Sohlen erkundet.
Regionalgeologisch gehört die Lagerstätte Pöhla-Globen-
stein zur Südvogtländisch-Westerzgebirgischen Querzone.
Sie befindet sich im SO-Teil der Schwarzenberger Kuppel
und ist an Metakarbonatgesteins-/Skarnlager der tief-
kambrischen Raschauer Folge gebunden.
Zwischen Deformation, Magmatismus und Mineralisation
bestehen enge genetische Beziehungen. Von Bedeutung für
den gesamten Prozessablauf, der sich in mehreren Etappen
und Stadien vollzieht, ist die räumliche Position der Lager-
stätte: Kreuzungsbereich der NW-SO-streichenden Tiefen-
störungszone Gera-Jáchymov und der NO-SW bis ONO-
WSW-streichenden Mittelerzgebirgischen Tiefenstörung.
Mit der spätmagmatischen Etappe sind metasomatische
Prozesse im Endo- und Exokontakt verbunden. Im Exokon-
takt werden dem Prägreisen-Stadium Primär- (Verskarnung
I) und Sekundärskarne (Verskarnung II) zugeordnet. Zu
weiteren metasomatischen Bildungen kommt es im nach-
folgenden Greisen-Stadium, mit dem auch die Zinn- und
Wolframvererzung verknüpft ist.
Die im Revier Pöhla-Globenstein auftretenden schichtge-
bundenen Mineralisationen sind stratiform-epigenetische
Bildungen und beruhen auf infiltrationsmetasomatischen
Vorgängen in Karbonatgesteins-/Skarnlagern. Zu den
schichtgebundenen
Mineralisationen
zählen
Magnetit,
Ludwigit, Fluorit, Kassiterit, Scheelit und Sulfide.
Die gangförmigen variszischen Mineralisationen, insbe-
sondere Gänge der Zinn-Wolfram-Assoziation, werden
tektonisch durch NO-SW bis ONO-WSW streichende
Trümerzüge kontrolliert. Gänge der überwiegend N-S-
streichenden Quarz-Uran-Assoziation erlangen im Revier
Pöhla-Globenstein nur untergeordnete Bedeutung. Postva-
riszische Gangmineralisationen sind an N-S- und NW-SO-
streichende Gänge gebunden und lassen sich mehreren As-
soziationen zuordnen.
Die spezielle Lagerstättenbeschreibung beschränkt sich auf
die Erzlager 3, 4 und 5. Dargelegt werden Aufschlussver-
hältnisse, geologische Position und Lagerstättencharakte-
ristik.
Die Rohstoffe werden nach Erztypen (Skarnerze, Greisen-
erze, Schiefererze, Zersatzerze) und Erzvarietäten be-
schrieben. Die Einteilung der Erzsorten geschieht nach
Metallgehalten.
Bei den Grubenwässern lassen sich Kluft-Spalten-, Kluft-
Schicht- und Kluft-Karst-Schichtwässer unterscheiden.
Tiefere Wässer gehören hydrochemisch hauptsächlich zum
Sulfat-Hydrogenkarbonat-Kalzium-Magnesium-(Natrium-)
Typ.
Ingenieurgeologisch bereiten Zersatzgesteine, die fast 50 %
des angetroffenen Gebirges ausmachen, für einen späteren
Abbau Probleme. Sandig-tonige oder grusig-tonige Um-
wandlungsprodukte des Ausgangsgesteins neigen aufgrund
der starken Wassersättigung beim Anfahren zu Fließ- und
Rutscherscheinungen.
Die Aufbereitbarkeit der Magnetit-, Zinn- und Wolframer-
ze wurde an zahlreichen technologischen Klein- und Groß-
proben untersucht. Die erzielten Aufbereitungsergebnisse
werden in Tabellenform mitgeteilt.
Alle aufgeschlossenen Lagerstättenbereiche wurden inten-
siv bemustert und der Analyse zugeführt. Vorratsberech-
nungen erfolgten auf der Grundlage vorgegebener Konditi-
onsparameter. Die danach berechneten Vorräte sind be-
trächtlich.
Zu einem planmäßigen Abbau der Zinn- und Wolframerze
kam es jedoch nicht. Lediglich Magnetiterz wurde kurzfris-
tig (1965/66) abgebaut. Die Gewinnung von Uranerz ge-
schah lediglich punktuell im Rahmen der Vortriebsarbei-
ten.
Summary
The polymetallic skarn deposit of Pöhla-Globenstein was
discovered as late as after World War II although some
historical mining attempts were known from the area. The
deposit was then explored in detail by numerous drill holes
from surface (totalling 112.545 drill metres) and from four
levels underground.
Concerning
the
regional
geological
setting,
Pöhla-
Globenstein belongs to the Vogtland-Westerzgebirge
transverse structural zone. The deposit is located in the
southeastern part of the Schwarzenberg dome and is bound
to metacarbonates and skarns of the early Cambrian Ra-
schau formation.
Deformation, magmatism, and mineralization are closely
related. For the whole process, which took place in several
stages and phases, the location of the deposit is crucial: the

Zusammenfassung
6
intersection of the NW-SE Gera-Jáchymov and the NE-SW
Mittelerzgebirge lineaments.
In the late magmatic stage, metasomatism occurred at the
endocontact and exocontact. At the exocontact, primary (I)
and secondary (II) skarns are linked to the pre-greisen sta-
ge. Further metasomatism occurs during the succeeding
greisen-stage to which the tin and tungsten mineralization
belongs.
The stratabound mineralizations of the Pöhla-Globenstein
mining district are stratiform-epigenetic due to metasoma-
tism by infiltration into metacarbonates and skarns. Strata-
bound mineralization includes magnetite, ludwigite, fluori-
te, cassiterite, scheelite, and sulfides.
The vein type Variscan (Hercynian) mineralizations, in
particular veins of the tin-tungsten-association, are struc-
turally controlled by stringer zones which strike NE-SW to
ENE-WSW. N-S striking veins of the quartz-uranium asso-
ciation are of minor importance in the Pöhla-Globenstein
district. Mineralization of post-Variscan (post-Hercynian)
age is bound to N-S striking veins and can be assorted into
several associations.
The detailed description of the deposit confines to orebod-
ies 3, 4, and 5. Outcrop, geological position, and typical
features of the deposit are delineated.
The ore is described according to types (skarn-ore, greisen-
ore, shist-ore, ore of hydrothermal decomposition) and ore
varieties. Classification follows grades.
Mine waters can be differentiated into joint and fissure
waters, joint and formation waters, and joint-karst-
formation water. Deep waters are hydrochemically mainly
of SO
4
-HCO
3
-K-Mg-(Na) type.
Altered rocks, which amount to 50 per cent of all wall rock,
are causing problems for future mining engineering. Rocks
altered to sandy-clayey material or clayey grit tend to flow
and creep when encountered underground because they are
water-saturated.
The dressing process for the magnetite, tin, and tungsten
ore has been scrutinized by treatment of numerous small
and large technological samples. The results of benefica-
tion tests are presented in a table.
All exposed parts of the deposit were extensively sampled
and assayed. Reserves were calculated on the basis of set
conditions. The calculated reserves are substantial.
Tin and tungsten ore was never extracted systematically.
Merely magnetite was mined for a short time (1965/66).
Uranium ore was extracted only locally during exploration.

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Einleitung/Überblick
7
1
Einleitung
Abgesehen von zahlreichen Altbergbauversuchen auf
Skarnerze im Raum Pöhla wurde die Skarnlagerstätte Pöh-
la-Globenstein erst nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckt
und aufgeschlossen. Bei den intensiven Such- und Erkun-
dungsarbeiten Über- und Untertage, die in mehreren Etap-
pen durchgeführt wurden, fielen große Mengen von geolo-
gischen Daten an, die aber alle der strikten Geheimhaltung
unterlagen. Erst seit der politischen Wende 1989 ist die
Möglichkeit gegeben, die in den vergangenen 35 Jahren
gewonnenen Erkenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit
zugänglich zu machen.
Für die Erlaubnis, die Ergebnisse der umfangreichen Arbei-
ten an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen, danken die
Verfasser in erster Linie der Wismut GmbH und dem Säch-
sischen Landesamt für Umwelt und Geologie.
2
Überblick
2.1
Geographische Lage
Die Gemeinde Pöhla (1 400 Einwohner) liegt im Pöhlwas-
sertal, einem Seitental der „Großen Mittweida“. Geogra-
phisch wird Pöhla zum Westerzgebirge gerechnet. Morpho-
logisch stellt sich das Gebiet als welliges Berg- und Hügel-
land
dar.
Zu
beiden
Seiten
des
Pöhlwassertales
(564 m bei Globenstein, 543 m am nördlichen Ortsausgang
von Pöhla) steigt das Gelände bis über 600 m: Pauluskno-
chen 594,2 m, Hohes Rad 637,9 m, Hahnel 611,4 m, Zi-
geuner 689,0 m. Der Tiefschurf bzw. Schurfschacht 24, auf
einem Höhenrücken zwischen Luchs- und Kalbenbach ge-
legen, hat eine Höhenlage von 536,5 m (Rasenhängebank).
Abb. 1:
Übersichtskarte Freistaat Sachsen
Pöhla gehört verwaltungsmäßig zum Landkreis Aue-
Schwarzenberg des Regierungsbezirkes Chemnitz im Frei-
staat Sachsen (Abb. 1) und ist über die B 101 und dann
über eine untergeordnete Landstraße (S 271) zu erreichen
(Abb. 2). Die nächstgelegene Autobahnauffahrt zur A 72
ist Hartenstein, zu erreichen über Raschau-Schwarzenberg-
Aue. Pöhla besitzt keinen Bahnanschluss. Die ehemalige
Schmalspurbahn Grünstädtel-Rittersgrün wurde 1971 ein-
gestellt und demontiert. Ein Bahnanschluss (Normalspur)
mit Gütergleis und Laderampe der Nebenstrecke 536 An-
naberg-Schwarzenberg befindet sich im 7,5 km entfernten
Schwarzenberg.
Abb. 2:
Übersichtskarte
2.2
Bergbaugeschichte
In der Umgebung von Pöhla gibt es zahlreiche alte Berg-
bauspuren, die sich z. T. bis in das 17. Jh. zurückverfolgen
lassen. Alter Bergbau ging sowohl auf Erzlagern als auch
auf Erzgängen um. Erzlager, d. h. Skarnerze, wurden mit
folgenden Grubenbauen angefahren und z. T. abgebaut
(Abb. 3):
- am Magnetenberg
Sechs Brüder Stolln
Weinstock Stolln
Enderleins Erinnerung Stolln
Kessel-Schacht (lagemäßig nicht
zuordenbar)
- östlich Globenstein Frisch Glück Fdgr.
- am Rattenberg
Hohneujahr Fdgr.
Silberschnur Fdgr.
Himmelfürst Fdgr.
- nordöstlich Pöhla
Engelsburg Fdgr.
Neue Silberhoffnung Fdgr.
St. Johannes Fdgr.

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Bergbaugeschichte
8
- am Zigeunerberg
Fridolin Fdgr.
Heilige Drei Könige Fdgr.
Morgenstern Fdgr.
Der größte Teil der genannten Gruben findet Erwähnung
bei MÜLLER (1859), SCHALCH (1885) und BECK (1902). In
den lagemäßig nicht zuordenbaren Gruben „Glück mit
Freuden Fdgr.“, „Gott mit uns Fdgr.“, „Heinrichs Fdgr.“,
„Moses Fdgr.“ und „Müllers Hoffnung Fdgr.“ wurde „Ei-
sensteinflöße“, d. h. Karbonatgestein gewonnen.
Hydrothermale Gänge wurden in den alten Grubenbauen
„Goldene Rose“, „Segen Gottes“, „Unverhofft Glück“ und
„Trau auf Gott“ aufgefahren (Abb. 3). Lagemäßig nicht
zuordenbar sind mehrerer alte Gruben „an der Sauwiese“
bei Globenstein, die offenbar alle auf NW-SO-streichenden
Eisensteingängen vom Typ „Rothenberger Gangzug“ ge-
baut haben. Genannt werden in alten Bergamtsakten:
„Achtzehn Lehne Fdgr.“, „St. Andreas Fdgr.“, „Augusta-
Fdgr.“, „Beharrlichkeit Fdgr.“, „St. Georgen Fdgr.“, „Got-
tes Hoffnung Fdgr.“ bzw. „Hoffnung Gottes Fdgr.“, „Hilfe
Gottes Fdgr.“, „Himmelfahrt Fdgr.“, „Neuerfunden Glück
Fdgr.“, „Seegen Gottes Vereinigt Feld Fdgr.“, „Vier Lehne
Fdgr.“, „Vier Gesellen Fdgr.“ und „Vierzehn Lehne Fdgr.“.
Abb. 3:
Bergbaukarte
(nach Unterlagen der
Wismut GmbH)
1
Unterer Weinstock Stolln
2
Sechs Brüder Stolln
3
Stolln 5
4
Enderleins Erinnerung Stolln
5
Unverhofft Glück Stolln
6
Krugs Stolln
7
Frisch Glück Tagesschacht
8
Friedefürst Maaßen Stolln
9
Oberer Friedefürst Stolln
10 Unterer Friedefürst Stolln
11 Stolln 11
12 Stolln 10
13 Stolln 9
14 Tiefer Gottes Geschick Stolln
15 Oberer Gottes Geschick Stolln
16 Hoffnung Gottes Stolln
17 Oberer Zigeuner Stolln
18 Goldene Rose Stolln
19 Himmelsfürst Schacht
20 Silberschnur Schacht
21 Hohneujahr Schacht
22 Silberschnur Stolln
23 Himmelsfürst Stolln
24 Schererz Stolln
25 Trau auf Gott Stolln
26 Tiefer Engelsburg Stolln
27 Engelsburg Stolln
28 Oberer Neu Silberhoffnung Stolln
29 Tiefer Neu Silberhoffnung Stolln
30 Neu Silberhoffnung Kunst-Schacht
31 Neu Silberhoffnung Masch.-Schacht
32 Neu Silberhoffnung Schacht
33 Unbekannter Stolln
34 St. Johannes Tagesschacht
35 St. Johannes Schacht
36 Segen Gottes Stolln
37 Stolln 8
38 Stolln 7
39 Stolln 6
40 Giftzeche
41 Unterer Morgenstern Stolln
42 Oberer Morgenstern Stolln
43 Schurf 37
44 Trau auf Gott Stolln
45 Schurf 22
46 Schurf 25
47 Schurf 26
48 Fridolin Stolln
49 Heilige Drei Könige Stolln
50 Schurf 78
51 Schurf 17
52 Schurf 18
53 Schurf 94
54 Schurf 98
55 Schurf 40
Revier Pöhla-Globenstein
Ortslage
410 m-Sohle
Schurf-Schacht 24 und
Stollnsohle Pöhla
Schacht
Schurf
Stolln

Bergbaugeschichte
9
Weitere alte Gruben, die auf Gängen verschiedener Streich-
richtungen bauten, befinden sich an der „Drachenleithe“
(„Gottes Geschick Fdgr.“), am „Rattenberg“ („Himmels-
fürst Fdgr.“, „Silberschnur Fdgr.“) und am „Zigeuner“
(„Hilfe Gottes Erbstolln“, „Neue Hoffnung gev. Fdgr.“).
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es durch die SAG bzw.
SDAG Wismut zu umfangreichen bergmännischen Auffah-
rungen im Raum Pöhla-Erla-Crandorf. Am linken Pöhl-
wasserhang wurden im Bereich der Drachenleithe 1950
drei Stolln (9, 10, 11) angelegt. Sie gehören zum Schacht-
gebiet 306. Im Steinbruch Globenstein wurde 1957 der
Stolln 19 angefahren, vom dem aus später der Blindschacht
12 abgeteuft wurde. Südlich vom Siegelhof begann man im
November 1957 mit dem Abteufen des Schurfschachtes 24.
Am Zigeuner kamen bereits 1951 sechs Flachschürfe, im
Gebiet südöstlich vom Tiefschurf bzw. Schurfschacht 24
vier weitere Flachschürfe zur Durchführung. Der 1967 er-
folgte Anschuß des Stollns Pöhla war der Beginn des unter-
tägigen Aufschlusses der weiter südlich gelegenen Gruben-
reviere Hämmerlein und Tellerhäuser. Der Stolln Pöhla
erreichte eine Gesamtlänge von 7,8 km und führte fast bis
zur tschechischen Grenze.
Der Schurfschacht 24 kann in der kurzen Zeit seines Beste-
hens auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken:
1957-1960
Erkundung auf 3 Sohlen (+410, +350,
+290 m) durch die SDAG Wismut;
Nasskonservierung 1960
1961-1964
Sümpfung, Aufwältigung und Magne-
titskarnerkundung auf 2 Sohlen (+410,
+350 m) durch den VEB Schachtbau
Nordhausen und den VEB Geologische
Erkundung Süd Freiberg
1965-1966
Eisenerzabbau durch den VEB Maxhütte
Unterwellenborn
1966-1974
Nasskonservierung
1974-1977
Sümpfung und Zinnerkundung im 3.
Skarnlager auf der 410 m-Sohle durch
die SDAG Wismut
1977-1982
Nasskonservierung
1982-1984
Sümpfung und Rekonstruktion bis zur
350 m-Sohle durch die SDAG Wismut
1984-1988
Erkundungsarbeiten (Zinn, Wolfram) auf
der 410 m-, 350 m- und 315 m-Sohle
durch die SDAG Wismut
ab 01.04.1988
Verwahrung (Demontage, Nasskonser-
vierung und Einbringen einer Beton-
plombe im Schacht).
3
Aufschlussverhältnisse
3.1
Untertägige Aufschlüsse
Die Lagerstätte Pöhla-Globenstein ist durch den Schurf-
schacht 24 und den Stolln 19 erschlossen. Vom Stolln 19
wurde der Blindschacht 12 (Teufe 158,3 m) abgeteuft, von
dem aus auf der 410 m-Sohle eine Verbindung zum
Schurfschacht 24 hergestellt wurde. Der Schurfschacht 24
erreichte eine Teufe von 254,7 m. Während der Untersu-
chungsetappe 1957-1960 wurden drei Sohlen (410 m,
350 m, 290 m) aufgefahren. Die 315 m-Sohle wurde wäh-
rend der Erkundungsetappe 1984-1988 angelegt. Die Um-
fänge bergmännischer Arbeiten in den einzelnen Erkun-
dungsetappen sind in Tab. 1 aufgelistet.
Tab. 1:
Erkundungsumfänge Untertage
Untersuchungsetappe
Aufschlussart
1957-1960
1961-1964
1965-1966
1975-1976
1984-1988
Schachtabteufen
254,7 m
158,3 m*
-
-
-
-
Horizontale Auffahrungen
2061,2 m
2360,7 m*
3439,7 m
ca. 520 m ****
1134,0 m
6802,0 m
Vertikale Auffahrungen
201,3 m
14,5 m*
175,5 m
ca. 160 m ****
-
14,7 m
Kammern
1615,0 m³
2674,0 m³*
678,5 m³
-
-
1248,00m³
Abbau
454,5 kg
Uranerz
-
34 106 t
Eisenerz
130,6 kg
Uran
4136 t Zinnerz
8079 t Wolframerz
GP1-Bohrungen
1055,5 m
1549,9 m*
1427,6 m **
1975,4 m ***
-
2886,0 m
46344,2 m
Horizontale Bohrungen (Typ
SIF)
218,3 m
-
-
-
-
*
Bereich Globenstein
*** Bemusterungsbohrungen
**
geologische Bohrungen
**** infolge Aktenverlustes keine genauen Angaben möglich

Aufschlussverhältnis
10
Der Erkundungsmethodik entsprechend (querschlägige
Durchörterung eines Skarnlagers mit anschließender Unter-
suchung oberhalb und unterhalb der betreffenden Sohle
durch Schrägbohrungen) nehmen Bohrungen eine beträcht-
lichen Anteil der untertägigen Aufschlüsse ein.
3.2
Übertägige Aufschlüsse
Die Lagerstätte Pöhla-Globenstein weist eine überaus hohe
Aufschlussdichte durch Bohrungen von Übertage auf. Auf
einer Fläche von 3,8 km² wurden im Verlauf mehrerer Er-
kundungsetappen insgesamt 438 Bohrungen mit einem
Gesamtbohrmeterumfang von 112 545,7 m niedergebracht.
Die Such- und Erkundungsetappe 1957-1960 war lediglich
auf Uranerz ausgerichtet. Die 1963 vom damaligen VEB
Geologische Erkundung Süd Freiberg im Rahmen der
Magnetitskarnerkundung
durchgeführten
Bohrungen
schlossen die Teile des 4. und 5. Lagers auf, die zu dem
Zeitpunkt mit bergmännischen Auffahrungen vom Schurf-
schacht 24 aus nicht erreicht werden konnten.
Seit Ende 1973 fanden umfangreiche Bohrarbeiten in meh-
reren Etappen im Rahmen der staatlich finanzierten Zinn-
/Wolframerkundung im Gebiet von Pöhla-Globenstein
durch die SDAG Wismut statt (vgl. Tab. 2). Die Methodik
der Arbeiten basierte auf Gutachten und Empfehlungen
führender sowjetischer Zinnspezialisten (LUGOV 1974,
BUTKEVIC 1978). Es kamen Bohrnetze von 100 m x 100 m
bis 100 m x 50 m zur Anwendung. Im Bereich des Lagers 5
wurden die Bohrpunkte auf 25 m, teilweise sogar auf
12,5 m verdichtet.
4
Geologische Verhältnisse
4.1
Regionalgeologische Position
Die Lagerstätte Pöhla-Globenstein befindet sich im SO-
Teil der Schwarzenberger Kuppel und gehört zur Südvogt-
ländisch-Westerzgebirgischen Querzone, einer Teilstruktur
des Erzgebirgsantiklinoriums (Abb. 4). Der Kern der
Schwarzenberger Kuppel wird von einem grobflasrigen
Augengneis gebildet, dem Gesteine der Niederschlager,
Keilberg- (Klinovec), Joachimsthaler (Jáchymov) und
Thumer Gruppe auflagern (Abb. 5).
Tab. 2:
Erkundungsumfänge Übertage
Erkun-
dungs-
etappe
Bohrungen
Schurf-
gräben
(m³)
An-
zahl*
Bezeichnung**
Bohrme-
terum-
fang (m)
1956
24
110/56-113/56, 119/56-
131/56, 134/56, 138/56-
142/56, 200/56-201/56
3014,4
-
1957-
1960
20
216/57-219/57, 221/57,
245/59, 249/59-252/59,
252A/60, 258/59-
259/59, 341/58, 342/58,
345/58, 351/58-353/59
8348,0
1915,8
1963
8
1/63-7/63
2505,6
-
1973-
1975
247
Z 1/73-Z 5/74, Z 10/74,
Z 12/74-Z 19/74,
Z 21/74-Z 48/75,
Z 50/74-Z 72/74,
Z 74/74-Z 153/74,
Z 156/74-Z 157/75,
Z 181/74-199/74,
Z 303/74-Z 305/74,
Z 311/74, Z 314/75-
Z 317/75, Z 319/75-
Z 326/75, Z 328/75-
Z 332/74, Z 339/75-
Z 340/75, Z 343/75,
Z 346/75-Z 348/75,
Z 354-355/75, Z 361/75
-Z 363/75, Z 370/75-
Z 382/75, Z 385/75-
390/75
74084,1
-
1977-
1978
64
W 806/78-W 811/78, W
820/77-W 823/77, W
832/78-W 845/78, W
847/78-W 854/78, W
856/78-W 863/78, W
865/78-W 880/78
13 313,6 -
1982
26
W 551/82-W 559/82, W
561/82, W 563/82-W
564/82, W 566/82-W
571/82
5441,6
-
1983-
1986
40
D 2/85-D 10/85,
D 12/85-D 20/85,
D 23/85-D 26/85,
D 28/85-D 32/86,
D 34/86-D 42/86
3459,7
-
1986-
1988
9
W 572/88-W 577/86
2378,7
-
Ge-
samt
438
112545,7 1915,8
*
einschließlich A-Bohrungen (Wiederholungsbohrungen auf-
grund technischer Havarien bzw. ungenügenden Kernge-
winns)
** ohne Extra-Bezeichnung der A-Bohrungen

image
Geologische Verhältnisse
11
Abb. 4:
Regionalgeologische Position
Die unterschiedliche Sedimentation der proterozoisch-
kambrischen Niederschlager Gruppe und der kambroordo-
vizischen Keilberg-, Joachimsthaler und Thumer Gruppe
weist auf einen signifikanten Wechsel in der paläographi-
schen Situation und im Klima hin. Eine zeitliche Lücke
zwischen beiden Sedimentationen ist ziemlich sicher
(LORENZ 1989). Zahlreiche Karbonatgesteinslager an der
Basis der Keilberg (Klinovec)-Gruppe sind räumlich an
den Flankenbereich des proterozoischen mittelerzgebirgi-
schen Gneiskomplexes gebunden und lassen die Deutung
eines dolomitischen Riffgürtels im Bereich einer prä-
kambrischen Schwelle zu. Der sich rasch ändernde fazielle
Charakter in den Sedimenten der Keilberg- und Joachims-
thaler Gruppe, lateral wie vertikal, weist auf ein Flachwas-
sermilieu mit kleinen Erhebungen und Senken hin.
Die erzgebirgische Regionalmetamorphose beginnt mit der
Wende Präkambrium/Kambrium und erreicht ihren thermi-
schen Höhepunkt an der Grenze Kambrium/Ordovizium
(K
RENTZ 1982). Mit diesem Ereignis steht die Ausbildung
der Hauptkristallisationsschieferung in Verbindung.
Für die magmatische und tektonische Entwicklung des Ge-
bietes ist die räumliche Position zur Tiefenstörung Gera-
Joachimsthal (Jáchymov) ausschlaggebend. Die große Tie-
fenreichweite dieser Struktur ist nicht nur aufgrund tiefen-
seismischer Daten anzunehmen (B
ANKWITZ & BANK-WITZ
1991),
sondern
auch
durch
mehrere
Lamprophyr-
Generationen belegt. Besonders im Kreuzungsbereich mit
der Mittelerzgebirgischen Tiefenstörung und untergeordne-
ten Parallelstrukturen sind variszisch-postkinematische
Granite intrudiert. Die Tiefenstörung Gera-Joachimsthal
(Jáchymov) war über einen langen Zeitraum aktiv bzw.
wurde mehrfach aktiviert. Die mehrfache Aktivierung
drückt sich in einer ausgeprägten Bruchtektonik aus, mit
der wiederum mehrere Mineralisationsetappen verbunden
sind.

image
Geologische Verhältnisse
12
Abb. 5:
Geologische Karte der Schwarzenberger Kuppel
1 – Granit
2 – Halbmeiler Folge
3 – Herolder Folge
4 – Breitenbrunner Folge
5 – Grießbacher Folge mit Metarhyolithoiden
6 – Fichtelberg-Folge
7 – Obermittweidaer Folge
8 – Raschauer Folge
9 – Niederschlager Gruppe
10 – Schwarzenberger Augengneis
11 – Störung
4.2
Lithostratigraphie und Petrographie der Me-
tamorphite
4.2.1
Lithostratigraphische Gliederung
Basierend auf den Prinzipien einer lithostratigraphischen
Gliederung
metamorpher
Komplexe
im
Erzgebirge
(LORENZ & HOTH 1964; LORENZ 1979, LORENZ & HOTH
1989) lassen sich im Gebiet der Schwarzenberger Kuppel
mehrere charakteristische Folgen unterscheiden.
Das Zentrum der Schwarzenberger Kuppel wird vom
Schwarzenberger Augengneis
gebildet, der von P
IETZSCH
(1962) in die Gruppe der „Gneise unsicherer Stellung“ ein-
geordnet wird. Die geologische Position des Schwarzen-
berger Augengneises lässt auch eine Interpretation als Or-
thogneis mit einer Intrusion in der Nähe der Grenze Preß-
nitzer Gruppe/Keilberg-Gruppe zu. Ergebnisse zirkonstatis-
tischer Untersuchungen (SCHÜTZEL, KUTSCHKE, WILDNER
1963) unterstützen die Deutung als Orthogestein. Neuere
Untersuchungsergebnisse von FRISCHBUTTER (1990), das
Fehlen von Kontakterscheinungen und der Nachweis einer
gleitenden Entwicklung aus Glimmerschiefern über Gneis-
glimmerschiefer und Gneisen zum Schwarzenberger Au-
gengneis sprechen gegen eine intrusive Platznahme als
Orthogestein. Nach FRISCHBUTTER (1990, S. 39) erfolgt die
Augengneisentwicklung im Kern einer quergefalteten,
NW-SO-streichenden Antiform, unterstützt durch eine ka-
limetasomatische Überprägung des Scheitelbereiches. Die
Kalimetasomatose stellt ein relativ spätes Stadium im For-
mungsprozess des Schwarzenberger Augengneises dar. Als
stoffliche Quellen der Kalimetasomatose kommen sowohl
granitische Intrusionen als auch retrograde Metamorphose-
Ereignisse in Betracht.
Tab. 3:
Schwarzenberger Augengneis und „Erlan“,
Hauptelemente in Masse-%.
Lfd. Nr.
1
2
3
4
Gestein
Schwar-
zenberger
Augen-
gneis
Schwar-
zenberger
Augen-
gneis
Erlanfels
(Ne-
benskarn)
Erlanfels
(Ne-
benskarn)
Proben-
herkunft
Ehem.
Steinbruch/
Straße
Grünstäd-
tel-
Schwar-
zenberg
unbekannt
Pauluskno-
chen
Hoher
Hahn
SiO
2
56,8
68,6
53,2
54,5
TiO
2
0,5
0,6
n. b.
0,2
Al
2
O
3
22,3
15,7
14,0
14,0
Fe
2
O
3
3,4
0,7
n. b.
5,8
FeO
1,0
4,0
7,2
2,9
MnO
0,1
0,1
0,1
0,4
MgO
1,2
1,2
5,4
5,1
CaO
2,6
1,2
14,4
11,4
Na
2
O
5,5
2,2,
2,6
1,7
K
2
O
4,3
3,2
n. b.
3,7
P
2
O
5
0,4
0,2
n. b.
0,0
H
2
O
+
1,8
1,0
n. b.
0,7
H
2
O
-
0,1
0,2
n. b.
0,2
GV
n. b.
n. b.
0,6
0,0
100,0
98,9
97,5
100,6
1 Pietzsch (1963)
2 Schützel (1967)
3 und 4 Schützel (1970)

image
Geologische Verhältnisse
13
Die Kalksilikatfelslagen vom „Hohen Rad“ und vom „Pau-
lusknochen“
werden
von
BREITHAUPT
(1849)
und
SCHALCH (1882) nicht als Skarne, sondern als Erlane be-
zeichnet. Es handelt sich bei diesen Gesteinen genetisch
um verskarnte Glimmerschiefer. Zu diesem Ergebnis
kommt bei seinen Untersuchungen auch SCHÜTZEL (1970).
Er bezeichnet die oben genannten Kalksilikatfelse als Ne-
benskarne. Durch das Fehlen von Karbonatgesteinen und
mit ihnen verbundener echter Skarne ist eine lithostra-
tigraphische Parallelisierung der Erlane bzw. Nebenskarne
mit Skarnen des Skarnhorizontes von Mĕdĕnec (Kupfer-
berg) nicht gegeben.
Die im Hangenden davon ausgebildeten, ca. 100 m mächti-
gen Schichten bestehen aus feldspat- und granatführenden
Glimmerschiefern mit einzelnen quarzitischen, z. T. gneis-
artigen sowie amphibolitischen Einlagerungen. Diese
Schichtenfolge wird der Niederschlager Gruppe zugeordnet
(PR4
N
) aufgrund ihrer lithostratigraphischen Position im
Liegenden des Karbonatgesteins-/Skarnhorizontes der Ra-
schauer Folge. Der in der Regel zwischen proterozoischen
und paläozoischen Schichten zu beobachtende petrofazielle
Wechsel von der Gneis- zur Glimmerschieferfazies fehlt
hier. Der Gneisanteil der als Niederschlager Serie bezeich-
neten Schichtenfolge ist relativ gering und auch die quarzi-
tischen Gesteine sind untypisch.
Quarzglimmerschiefer, deutlich granatführend,
seltener vorwiegend feinschiefrige Feldspat-
glimmerschiefer, Besonders unten und oben
mit mächtigen Bänken von Quarzit und
Quarzitschiefer.
Zweiglimmerparagneis, vorwiegend mittel-
blastisch, seltener Feldspatzweiglimmerschiefer.
Im gesamten Profil, gehäuft jedoch im mittleren
Teil, mit mächtigen Verbänden von klein- bis
feinkörnigem Zweiglimmergneis (Metagrauwacke),
mehrfach mit geröllführenden Abschnitten.
Zahlreiche, z. T. mächtigere Amphibolitlinsen, süd-
östlich Raschau mit Quarzschiefereinschaltungen
Nahe der Basis Gm-Gneislagen, Marmor und
graphitführende Feldspatglimmerschiefer
(Niveau goldener Regenbogen).
Muskowitglimmerschiefer bis Quarzglimmer-
schiefer, meist deutlich granatführend und
Quarzitschiefer (Emmler-Quarzit), mehrfach
auch Feldspatglimmerschiefer bis Zwei-
glimmerparagneis (z. B. Hahnel); im Norden mit
Dolomitlager Raschau-Oberscheibe (max. 200 m)
im Süden mit Marmor-/Kalksilikatfelslagern 1 bis 5,
einzelne Amphibolitniveaus (z. B. Siegelhof). Im
unteren Teil häufiger feldspatführende Glimmer-
schiefer bis Zweiglimmerparagneis.
Abb. 6:
Lithostratigraphisches Normalprofil Raum Pöhla (Legende siehe Abb. 7)

image
Geologische Verhältnisse
14
Nach dem Charakter und der Häufigkeit quarzitischer, kar-
bonatischer, rhyolithischer, basischer oder sapropelitischer
Einlagerungen lässt sich die kambrische Schichtenfolge des
Westerzgebirges in drei Gruppen gliedern, die in grober
Näherung das tiefere, das mittlere und das höhere Kambri-
um repräsentieren: Keilberg-(Klinovec-), Joachimsthaler
(Jáchymov-) und Thumer Gruppe. Im Bereich der Schwar-
zenberger Kuppel sind im wesentlichen Schichten der
Keilberg- und Joachimsthaler Gruppe ausgebildet.
Die
Keilberg-(Klinovec-)Gruppe
besteht aus einer lie-
genden Raschauer, einer mittleren Obermittweidaer und
einer hangenden Fichtelberg-Folge (vgl. Abb. 6). Die
Ra-
schauer Folge (
Є
Ra
)
wird durch granatführende Musko-
wit- bis Quarzglimmerschiefer, feldspatführende Zwei-
glimmerschiefer bis Feldspatglimmerschiefer sowie zwei
bis drei Karbonatgesteins-/Skarnhorizonte charakterisiert
(detaillierte Beschreibung siehe Kap. 6.1).
Abb. 7:
Geologische Karte Pöhla-Globenstein (L
EONHARDT 1999)

Geologische Verhältnisse
15
Die Mächtigkeit der einzelnen Lager schwankt außeror-
dentlich, sie reicht von 1 Meter bis 70 Meter. Im Gebiet
von Raschau wird sogar eine Karbonatgesteinsmächtigkeit
von 230 m erreicht. Nicht minder stark sind fazielle Ver-
zahnungen im Nebengestein ausgeprägt. Obwohl die ein-
zelnen Glimmerschiefervarietäten im Streichen und Einfal-
len rasch wechseln, kann festgestellt werden, dass im SO,
O und NO der Schwarzenberger Kuppel die sandige Fazies
(Emmler-Quarzit), im übrigen Gebiet die tonige Fazies
überwiegt. Im hangenden Bereich der Raschauer Folge sind
geringmächtige Amphiboliteinlagerungen, zumindest im
Gebiet Pöhla-Globenstein, verbreitet. Die Raschauer Folge
erreicht im Bereich der Schwarzenberger Kuppel eine Ge-
samtmächtigkeit von 300-600 Meter.
Die
Obermittweidaer Folge (
Є
Om
)
ist vor allem durch
feldspatporphyroblastische Glimmerschiefer gekennzeich-
net. Nahe der Basis treten geringmächtige Einlagerungen
von Gm-Gneis und Karbonatgestein auf. Charakteristisch
sind ferner Einschaltungen von klein- bis feinkörnigen
Zweiglimmergneisen (Metagrauwacken), die z. T. geröll-
führend sind (z. B. 250 m südwestlich vom Ephraimhaus).
Geringmächtige Amphibolitlinsen sind im gesamten Profil
verbreitet. Die Obermittweidaer Folge umfasst insgesamt
250-350 Meter.
Die
Fichtelberg-Folge (
Є
Fi
)
setzt sich überwiegend aus
Granatglimmerschiefer zusammen. Feldspatglimmerschie-
fer kommt seltener vor. Besonders charakteristisch sind
Bänke von Quarzit und Quarzitschiefer. Die Fichtelberg-
Folge ist besonders im S- und SO-Teil der Schwarzenber-
ger Kuppel entwickelt. In nordwestlicher Richtung nimmt
die 250-350 Meter mächtige Folge ab und keilt im Norden
aus (Abb. 5).
Die
Joachimsthaler (Jáchymov-) Gruppe
stellt sich als
lithologisch sehr bunter Abschnitt dar. Charakteristisch
sind mehrere Karbonatgesteins-/Skarnhorizonte, relativ
niveaukonstante Metabasit- und Quarzitanhäufungen, ab-
sätzige Graphitführung nahe der Basis und mächtige rhyo-
lithoide Metaextrusiva (Gm-Gneise). Die Gruppe wird in
zwei Folgen gegliedert, in eine liegende
Grießbacher Fol-
ge (
Є
Gb
)
und in eine hangende
Breitenbrunner Folge
(
Є
Bb
).
Die Verbreitung dieser beiden Folgen im Gebiet
der Schwarzenberger Kuppel zeigt Abb. 5. Aus Abb. 5 und
7 geht hervor, dass im Lagerstättengebiet Pöhla-Globen-
stein im wesentlichen nur Schichten der Raschauer Folge
vertreten sind.
4.2.2
Petrographische Kennzeichnung
Zwischen Quarzglimmerschiefer und Feldspatschiefer be-
stehen alle Übergänge. Die am häufigsten auftretenden
Varietäten
sind
Quarz-Muskowit-,
Quarz-Muskowit-
Granat- und Feldspatschiefer. Quarzglimmerschiefer und
Quarz-Muskowit-Glimmerschiefer sind im Hangenden der
Karbonatgesteins-/Skarnlager,
dunkle
Zweiglimmer-
Feldspat-schiefer im Liegenden derselben verbreitet. Gra-
nat (Almandin) tritt in allen Glimmerschiefervarietäten und
in stark wechselnden Anteilen (akzessorisch bis 15 %) und
Größen (<1 mm bis 0,8 cm) auf. Quarzglimmerschiefer
lassen teilweise Übergänge zu Quarzitschiefer erkennen,
vereinzelt wurden geringmächtige (0,2 m) Quarzitbänke im
Quarzglimmerschiefer beobachtet (Tafel 2, Bild 2).
Zweiglimmer-Feldspatschiefer enthalten neben Plagioklas
(Albit-Oligoklas) ganz vereinzelt auch Kalifeldspat. Biotit
und Granat sind häufig chloritisiert. In relativ quarzarmen
Lagen kommt hin und wieder grüner Amphibol dazu. Stär-
kere,
metasomatisch
bedingte
Mineralum-
und
neubildungen treten am Kontakt zu Skarnen und im Be-
reich von Trümern und Gängen auf.
Die im Raum Pöhla auftretenden Metakarbonatgesteine
sind durchweg relativ reine Dolomite (Abb. 8). Stellenwei-
se kommen schwach kalzitische Dolomite vor. Dolomiti-
sche Kalksteine sind äußerst selten (vgl. Tab. 5). In den
Dolomiten sind Glimmereinlagerungen streifen- bis bän-
derförmig angeordnet. Die Glimmerstreifung bzw. –
bänderung bewirkt gleichzeitig eine gute Spaltbarkeit der
Gesteine parallel dazu. Glimmereinlagerungen können
auch boudinartig zerschert sein (Tafel 3, Bild 3). Unterge-
ordnet ist ein flasriges Gefüge im Dolomit zu beobachten.
Je nach der Menge der Verunreinigungen lassen sich
makroskopisch ziemlich reine, hell- bis weißgraue, rosafar-
bene und schwach gelbbraune bis schwach bräunlichgraue,
feinkörnige (zuckerkörnige) sowie schwach hell-/dunkel-
grau gebänderte und stark hell-/dunkelgraubraun gebänder-
te, feinkörnige Varietäten unterscheiden (Tafel 1, Bild 1-3).
Die Korngrößen der Dolomitkristalle liegen im allgemei-
nen zwischen 0,1 und 0,5 mm. Das Gestein ist überwiegend
gleichkörnig (granoblastisch) ausgebildet. Das unterschied-
liche Auftreten von Biotit, Muskowit und Chlorit bedingt
verschiedene Farbeffekte, die durch sekundäre Mineral-
umwandlungen und –neubildungen verstärkt werden. Prob-
lematisch bleibt, ob der Dolomit ein primäres Sediment ist,
oder erst sekundär aus einem durch Mg-Metasomatose ver-
änderten Kalkstein hervorgegangen ist.
Umkristallisierte Dolomite zeichnen sich durch Kornver-
gröberungen (bis 1,0 mm) aus. Diese Dolomitkristalle zei-
gen weitgehend Idiomorphietendenz. Auffällig sind in der-
artigen Dolomitpartien Roteisenbildungen in Form in-
tergranularer Beläge und kleiner Flitter.

image
Geologische Verhältnisse
16
Abb. 8:
Chemismus der Karbonatgesteine von Pöhla-Globenstein (HÖSEL 1994)
Tab. 4:
Glimmerschiefer, Hauptelemente in Masse-%
Lfd. Nr.
1
2
3
4
5
6
Gestein
Quarzglimmer-
schiefer
Feldspatführender
Glimmerschiefer
Feldspatglimmer-
schiefer
(Mittel-
wert aus 2 Anal.)
Feldspatführender
Glimmerschiefer
im Hangenden
eines Skarnlagers
Feldspatisierter
Glimmerschiefer am
Kontakt zum lie-
genden Skarnlager
Feldspatführender
Glimmerschiefer
im Liegenden
eines Skarnlagers
Proben-
herkunft
nicht angegeben
nicht angegeben
nicht angegeben
Schurfschacht 24
Pöhla
Schurfschacht
24
Pöhla
Schurfschacht 24
Pöhla
SiO
2
86,1
65,9
57,2
65,8
65,2
66,6
TiO
2
0,22
0,71
0,74
0,4
0,5
0,3
Al
2
O
3
6,0
15,4
18,55
18,3
11,9
16,4
Fe
2
O
3
0,27
1,6
0,86
3,8
1,4
4,4
FeO
3,9
3,0
3,1
3,0
3,1
3,4
MnO
0,1
0,05
0,1
0,1
0,2
0,1
MgO
1,5
2,1
2,9
1,3
3,6
1,9
CaO
0,79
1,7
3,8
1,1
4,0
1,5
Na
2
O
0,96
1,9
4,75
1,5
1,0
1,5
K
2
O
1,6
3,2
2,65
2,0
6,9
1,8
P
2
O
5
0,16
0,14
0,14
0,0
0,2
0,0
CO
2
0,4
0,35
0,42
n. b.
n. b.
n. b.
H
2
O
0,1
0,21
0,17
2,1
0,5
1,8
GV
1,4
3,1
3,0
n. b.
n. b.
n. b.
S
<0,1
0,12
<0,1
0,4
0,0
0,4
F
n. b.
0,45
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
103,6
98,93
98,48
99,9
98,7
100,1
1-3 KAUFMANN, SCHUPPAN, LINKERT u. a. (1988)
4-6 SCHÜTZEL (1967)

Geologische Verhältnisse
17
Im Bereich durchsetzender hydrothermaler Gänge kann es
im Dolomit bis zur völligen Silifizierung kommen. Die
durch Silifizierung entstandenen jaspisähnlichen Hornstei-
ne treten in blassrötlichen, blassgrünen, bläulichgrauen und
blassvioletten Farbabstufungen auf (Tafel 1, Bild 4).
Im Gegensatz dazu kann durch hydrothermale Beeinflus-
sung des Dolomits ein sandig-grusiger Gesteinszersatz mit
einer stark herabgesetzten Verbandsfestigkeit entstehen.
Weiterhin kann es unter bestimmten Bedingungen im Do-
lomit zur Karstbildung kommen. Die Karsthohlräume sind
entweder mit Wasser oder mit sandigem Material gefüllt.
Tab. 5:
Metakarbonatgesteine, Hauptelemente in Masse-%
Lfd. Nr.
1
2
3
4
5
6
7
Gestein
Dolomit,
ziemlich
rein
Dolomit,
schwach glim-
merstreifig
Dolomit,
glimmerstrei-
fig bis
-bändrig
Dolomit, glimmer-
streifig
Dolomit, schwach
kalzitisch
Kalkstein,
dolomitisch
Dolomit,
schwach
kalzitisch
Proben-
herkunft
Strecke
114, bei
8 m
Strecke 114, 1-12
m (Mittelwert
aus 4 Anal.)
Strecke 114,
bei 12 m
Qu. 112, bei 19
und 24 m (Mittel-
wert aus 2 Anal.)
Bemusterungsbohrun-
gen 5. Sohle (Mittel-
wert aus 5 Anal.)
Brg. 6/63,
326,4-
329,3 m
Brg. 3/63,
303,1-
322,6 m
SiO
2
1,7
4,3
14,5
9,05
3,9
9,3
3,7
TiO
2
0,2
0,2
0,2
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
Al
2
O
3
<0,1
0,4
2,0
2,2
0,96
0,4
0,6
Fe
2
O
3
4,8
1,8
8,2
0,44
0,34
0,3
0,12
FeO
n. b.
1,99
n. b.
2,04
2,1
1,2
1,6
MnO
0,14
0,31
0,33
0,19
0,13
0,17
0,22
MgO
21,6
20,45
17,2
17,95
16,58
9,6
16,5
CaO
27,5
27,25
22,8
26,05
32,72
39,0
33,0
Na
2
O
0,2
0,3
0,1
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
K
2
O
0,1
0,4
0,3
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
P
2
O
5
0,03
0,02
0,08
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
GV
44,4
42,7
32,7
41,6
42,08
38,8
44,1
H
2
O
-
0,13
0,2
0,65
0,9
0,14
0,09
0,1
100,8
100,32
99,06
100,42
98,95
98,86
99,94
Fortsetzung Tab. 5:
Metakarbonatgesteine, Hauptelemente in Masse-%
Lfd. Nr.
8
9
10
11
12
13
14
Gestein
Dolomit, mit
linsig-streifi-
ger Magnetit-
vererzung
Dolomit
Dolomit,
schwach kalzi-
tisch
Dolomit, sehr
schwach kalzi-
tisch
Dolomit
Dolomit, mit
streifiger
Magnetitverer-
zung
Dolomit
Proben-
herkunft
Brg. 4/63
298,3-300,4 m
Brg. 4/63,
313,4-328,0 m
(Mittelwert aus
3 Analysen)
Brg. 5/63,
381,4-397,4 m
Brg. 6/6,
313,3-333,8 m
(Mittelwert aus
3 Analysen)
Brg. 2/63, 54,2-
82,8 m (Mittel-
wert aus 2 Ana-
lysen)
Brg. 7/63,
13,4-25,6 m
(Mittelwert aus
6 Analysen)
Brg. 7/63,
31,4-38,3 m
(Mittelwert aus
2 Analysen)
SiO
2
8,4
4,1
7,4
4,5
2,1
2,98
4,25
TiO
2
0,30
0,2
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
Al
2
O
3
7,7
0,28
0,4
0,37
0,4
0,32
0,1
Fe
2
O
3
8,7
1,05
0,5
0,43
<0,1
7,6
0,45
FeO
n. b.
1,33
1,2
2,2
1,0
6,4
1,15
MnO
0,90
0,18
0,12
0,31
0,13
1,98
0,33
MgO
13,6
19,0
16,4
17,2
20,15
16,1
19,0
CaO
20,9
29,4
30,6
31,0
30,45
25,88
28,6
Na
2
O
0,2
0,2
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
K
2
O
0,1
0,1
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
P
2
O
5
0,04
0,06
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
GV
37,6
44,4
42,1
43,1
46,15
38,68
45,3
H
2
O
-
1,0
0,37
0,06
0,2
0,2
0,21
0,17
99,44
100,67
98,78
99,31
100,58
100,15
99,35

Geologische Verhältnisse
18
Fortsetzung Tab. 5:
Metakarbonatgesteine, Hauptelemente in Masse-%
Lfd. Nr.
15
16
17
18
19
20
Gestein
Dolomit, glimmer-
streifig
Dolomit
Dolomit
Dolomit, ver-
kieselt
Dolomit, ver-
kieselt
Dolomit, ver-
kieselt
Proben-
herkunft
Brg. 7/63,
38,3-61,0 m (Mittel-
wert aus 3 Analysen)
Brg. 4/63,
101,5-107,6 m
Brg. 4/63
117,8-120,6 m
Brg. 1/63
257,1-259,2 m
Brg. 1/63
259,2-262,0 m
Brg. 4/63
293,0-296,4 m
SiO
2
7,1
5,3
5,6
65,0
76,2
63,4
TiO
2
n. b.
n. b.
0,2
0,5
0,3
0,8
Al
2
O
3
0,73
0,5
0,1
11,5
6,8
16,8
Fe
2
O
3
0,57
1,1
3,2
4,4
2,6
4,2
FeO
1,6
2,16
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
MnO
0,49
0,62
0,43
0,07
0,07
0,10
MgO
18,4
18,4
17,9
1,3
1,2
0,3
CaO
27,4
28,4
28,1
5,0
4,9
2,3
Na
2
O
n. b.
n b.
0,3
6,9
3,6
7,7
K
2
O
n. b.
n. b.
0,2
0,4
0,2
0,5
P
2
O
5
n. b.
n. b.
0,05
0,05
0,06
n. b.
GV
43,5
43,8
43,2
3,4
2,7
2,8
H
2
O
-
0,14
0,2
0,29
0,13
0,15
1,98
99,93
100,48
99,47
98,65
98,78
100,88
1-20 Archiv LfUG; Akte 2270/6 Eisen Pöhla
4.3
Magmatite
4.3.1
Metabasite
Die im Raum Pöhla-Globenstein auftretenden dunkelgrü-
nen bis grauen Amphibolite sind feinkörnig bis dicht und
bestehen im wesentlichen aus Plagioklas, Amphibol und
Biotit, dazu kommen untergeordnet Quarz und Granat. Die
Mächtigkeiten der Amphibolitkörper schwanken zwischen
wenigen Dezimetern und 30 Metern, im Streichen lassen
sie sich von wenigen Metern bis zu einigen hundert Metern
verfolgen. Sedimentäres Ausgangsmaterial liegt zwei-
felsohne bei geringmächtigen amphibolitoiden Lagen mit
höheren Quarz- und Biotitgehalten vor, die mit granat- und
feldspatreichen
Glimmerschiefern
wechsellagern.
Die
mächtigen Amphibolitkörper stellen offenbar Orthogestei-
ne dar. Spezielle Angaben zum Edukt können nicht ge-
macht werden.
(Auf die Beschreibung der rhyolithoiden Metaextrusiva
(Gm-Gneise) kann hier verzichtet werden, da diese Gestei-
ne nicht im unmittelbaren Lagerstättenbereich auftreten.)
4.3.2
Granite
Im Raum Schwarzenberg treten zwei unterschiedliche Gra-
nittypen auf. Die Granite von Schwarzenberg, Aue, Lauter
und Erla sind Vertreter des älteren variszisch-postkinema-
tischen
Intrusivkomplexes,
die
Granite
von
Pöhla-
Globenstein und Antonsthal werden dagegen zum jüngeren
variszisch-postkinematischen Intrusivkomplex gestellt.
Neuerdings werden die Massive und Stöcke des Schwar-
zenberger Raumes zu den low-F Zweiglimmergraniten vom
Typ Bergen und der Granit von Pöhla-Globenstein zu den
high-F, high P
2
O
5
Lithiumglimmergraniten vom Typ Ei-
benstock gestellt (FÖRSTER & TISCHENDORF 1995).
Während im Schwarzenberger Granit mehrere Intrusivpha-
sen nachweisbar sind, wurde aus dem Grubenrevier Pöhla-
Globenstein bisher nur die Hauptintrusivphase des Ei-
benstocker Granits bekannt. In neueren Bohrungen im Ge-
biet zwischen Pöhla und Tellerhäuser konnten auch jüngere
Phasen des Eibenstocker Granits nachgewiesen werden.
Die Hauptintrusivphase des Schwarzenberger Granits wird
durch den Gleesberg-Granit und den Granit von Auerham-
mer repräsentiert. Zu den jüngeren Phasen gehören die
Granite von Lauter, Schwarzenberg, Neuwelt und Erla.

Geologische Verhältnisse
19
Tab. 6:
Modale Zusammensetzung der Granite
Intrusiv-
Typ
Gefüge
Mineral
Herkunft
Autor
komplex
Quarz
Plag.
Kalif.
Dun-
kelgl.
Hellgl.
Topas
Akzess.
Eibenstock
(Hauptintru-
sivphase)
grobkörnig,
serialporphy-
risch
36,5
18,9
35,1
5,7
1,1
2,6
0,2
Verbindungsstre-
cke
Pöhla-
Globenstein
Herrmann
Jüngerer
1967
Intrusiv-
komplex
Eibenstock
(Hauptintru-
sivphase)
grobkörnig,
serialporphy-
risch
39,9
21,7
30,4
4,9
1,6
1,3
0,2
Mittelwert aus 7
Modalanalysen
Gebiet
Pöhla-
Antonsthal
Herrmann
1967
Schwarzen-
berg (Gang-
granite, Apli-
te jüngste
Phase)
feinstkörnig
31,9
37,6
17,7
0,9
11,6
0,1
0,3
Mittelwert aus 4
Modalanalysen,
Raum
Schwar-
zenberg
Herrmann
1967
Schwarzen-
berg (jüngere
Intrusivpha-
se, 2. Phase)
klein-
bis
feinkörnig
32,3
36,1
22,1
3,1
6,0
-
0,5
Mittelwert aus 4
Modalanalysen,
Raum
Schwar-
zenberg
Herrmann
1967
Schwarzen-
berg (jüngere
Intrusivpha-
se, 1. Phase)
klein-
bis
feinkörnig
32,5
33,3
25,2
7,2
1,0
-
0,7
Mittelwert aus 8
Modalanalysen,
südlich Erla
Herrmann
1967
Älterer
Intrusiv-
komplex
Schwarzen-
berg (Haup-
tintrusivpha-
se)
mittelkörnig-
porphyrartig
28,6
36,4
24,5
8,4
1,3
-
0,9
Mittelwert aus 6
Modalanalysen,
Raum
Auer-
hammer,
Schle-
ma
Herrmann
1967
Tab. 7:
Granite, Hauptelemente in Masse-%
Lfd. Nr.
1
2
3
4
5
6
7
8
Intrusiv-
komplex
Älterer Intrusivkomplex
Jüngerer Intrusivkomplex
Typ
Schwarzenberg 1
Schwarzenberg 2
Eibenstock 1
Gefüge
kk-mk
mk (-gk)
mk (-gk)
kk-mk
fk-kk
mk
gk
gk
Probenher-
kunft
Ehem. Stbr.
Pochmann
(Mittelwert aus
4 Analysen
Auflässiger Stbr. in Schwarzen-
berg Südstadt, nahe Schule
Ehem. Stbr. an
der Straße
Erla-
Bermsgrün
Baugrube am Naturtheater
Schwarzenberg, am Rockelmann
Klippe am
Schwarzwas-
ser, westlicher
Ortsausgang
Breitenbrunn
Brg. 3011/83
bei 1096 m,
4 km nordöstl.
Ehrenzipfel
SiO
2
72,6
73,7
73,9
73,0
76,2
75,0
75,6
75,1
TiO
2
0,38
0,13
0,13
0,15
0,06
0,05
0,11
0,13
Al
2
O
3
14,4
14,4
14,43
14,9
14,1
14,34
13,35
13,0
Fe
2
O
3
0,4
1,12
1,14
0,2
0,63
0,67
1,51
1,66
FeO
1,6
n. b.
n. b.
0,8
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
MnO
0,04
0,031
0,034
0,03
0,026
0,037
0,026
0,030
MgO
0,7
0,3
0,3
0,8
0,11
0,11
0,15
0,15
CaO
1,2
0,51
0,55
0,6
0,28
0,33
0,47
0,54
Na
2
O
3,5
3,46
3,61
3,4
3,92
4,13
3,08
3,07
K
2
O
3,9
4,72
4,55
4,0
3,84
3,64
4,43
4,43
P
2
O
5
0,27
0,263
0,244
0,4
0,15
0,18
0,29
0,261
H
2
O
+-
0,5
0,88
0,89
0,7
0,79
0,77
0,64
0,75
H
2
O
-
0,2
n. b.
n. b.
0,2
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
CO
2
<0,1
0,17
0,15
<0,1
0,19
0,09
0,17
0,21
F
0,09
0,092
n. b.
0,085
0,097
0,105
n. b.
0,684
S
0,03
n. b.
n. b.
0,05
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
F = O
2
n. b.
0,039
0,0
n. b.
0,041
0,044
0,0
0,288
99,81
99,81
99,93
99,31
100,43
99,50
99,83
100,3

Geologische Verhältnisse
20
Fortsetzung Tab. 7:
Granite, Hauptelemente in Masse-%
Lfd. Nr.
9
10
11
12
13
14
15
16
Intru-
sivkomplex
Jüngerer Intrusivkomplex
Typ
Eibenstock 1
Eibenstock 1-2
Eibenstock 3
Eibenstock 3-4
Eibenstock 4
Gefüge
gk
gk
gk-mk
kk-fk porphyr.
fk
fk
fk
fk
Probenher-
kunft
Brg. 3011/83
bei 1121 m
Raum An-
tonsthal-Pöhla
(Mittelwert aus
6 Analysen)
Brg. 3002/83
bei 794 m, 5
km WNW von
Tellerhäuser
Brg. 3027/84
bei 970 m, 2
km NO Ehren-
zipfel
Brg. 3024/83
bei 895 m, 500
m SO von
Tellerhäuser
Brg. 3029/83
bei 1324 m,
4 km SO Stolln
Pöhla
Brg. 3029/83
bei 1315 m
4 km SO
Stolln Pöhla
Klippe am
Schwarzwas-
ser, westlicher
Ortsausgang
Breitenbrunn
SiO
2
75,0
74,0
75,3
74,6
74,6
73,8
73,8
72,8
TiO
2
0,11
0,1
0,09
0,04
0,03
0,05
0,04
0,03
Al
2
O
3
13,4
14,2
13,3
13,9
14,1
14,4
14,5
15,4
Fe
2
O
3
1,41
0,3
1,39
1,24
1,04
1,06
1,01
1,22
FeO
n. b.
1,0
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
MnO
0,026
0,03
0,026
0,026
0,031
0,036
0,030
0,024
MgO
0,12
0,17
0,1
0,09
0,07
0,03
0,04
0,08
CaO
0,56
0,42
0,45
0,41
0,38
0,4
0,47
0,67
Na
2
O
3,08
3,08
3,67
3,24
3,4
3,72
3,76
3,67
K
2
O
4,86
4,5
4,72
4,54
4,58
4,28
4,24
3,76
P
2
O
5
0,278
0,33
0,304
0,39
0,286
0,43
0,419
0,4
H
2
O
+-
0,7
0,3
0,58
0,56
0,8
0,39
0,45
0,75
H
2
O
-
n. b.
0,1
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
CO
2
0,15
<0,1
0,25
0,15
0,24
0,12
0,14
0,18
F
n. b.
0,34
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
0,829
1,226
S
n. b.
0,04
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
F = O
2
n. b.
n. b.
0,0
0,0
0,0
0,0
0,349
0,516
99,69
99,63
100,18
99,19
99,56
98,72
100,08
100,73
1, 4 und 10:
LÄCHELT, TISCHENDORF u. a. (1970)
2, 3, 5-9, 11-16: FÖRSTER & TISCHENDORF (1995)
Charakteristisch für den
Schwarzenberger Granit
ist eine
Abnahme des perthitisch entmischten Albits, des Biotits
und der Akzessorien sowie eine Zunahme des Muskowits
von der ältesten zur jüngsten Phase (Tab. 6 und 7). Die
Korngrößen nehmen von der älteren zu jüngsten Phase ab.
An Akzessorien treten vor allem Apatit, Zirkon und opake
Minerale auf. Vereinzelt wurde auch Andalusit und Cordie-
rit nachgewiesen (HERRMANN 1967). Die dunkle Farbe ist
auf
Mg-Fe-Biotit
bzw.
Li-Fe-Biotit
zurückzuführen
(LANGE u. a. 1972).
Die Hauptintrusivphase des
Eibenstocker Granits
zeich-
net sich durch hohe Anteile perthitisch entmischten Albits
aus (teilweise bis 50 %). Der Plagioklasanteil ist im Ver-
gleich zu den Granitphasen des Schwarzenberger Granits
wesentlich geringer, der Quarzanteil dagegen größer (Tab.
6). Die Dunkelglimmer gehören zur Gruppe der Li-
Siderophyllite und Protolithionite. Charakteristisch sind
relativ hohe Topasgehalte (Topas fehlt in den Schwarzen-
berger Graniten nahezu ganz), während andere Akzessorien
(im wesentlichen Fluorit und Apatit) sehr selten sind.
Entsprechend der Klassifikation von STRECKEISEN (1966)
sind die Granite des Raumes Schwarzenberg überwiegend
als Monzogranite einzustufen. Obwohl aufgrund der weni-
gen Proben eine statistische Sicherheit nicht gegeben ist,
lässt sich sowohl in den Schwarzenberger als auch in den
Eibenstocker Granittypen ein
geochemischer Entwick-
lungstrend
erkennen (Tab. 8). In den Graniten beider
Intrusivkomplexe nehmen die Gehalte der Elemente Y, Zr,
Pb und Ba von älteren zu jüngeren Granittypen ab. Bei dem
Element Sr ist diese Tendenz nicht so deutlich ausgeprägt.
Im Gegensatz dazu ist bei den Elementen Li, Rb und Sn,
weniger deutlich auch bei Nb, eine Anreicherung festzu-
stellen.
Auch im
Verteilungsmuster der SEE
kommt in den Gra-
niten der beiden Intrusivkomplexe ein gleich verlaufender
Entwicklungstrend zum Ausdruck (Abb. 9). Sowohl im
Schwarzenberger als auch im Eibenstocker Granit weisen
die älteren Granite deutlich höhere SEE-Gehalte auf als die
jüngeren Granittypen.
Zum
absoluten Alter
der Granite liegen keine neuen Daten
vor. Die in den 60er Jahren durchgeführten absoluten Al-
tersbestimmungen nach der K/Ar-Methode ergaben für den
Schwarzenberger Granit (OIC) eine Schwankungsbreite
von 350 bis 366 Ma und für den Eibenstocker Granit (JIC)
eine Schwankungsbreite von 265 bis 337 Ma (vgl. HAAKE
1972),
wenn
man die
älteren Werte
(1959) von
V
INOGRADOV unberücksichtigt lässt. Neuere Rb/Sr-Datie-
rungen von GERSTENBERGER u. a. (1984) bestätigen zwar

Geologische Verhältnisse
21
Tab. 8:
Granite, Spurenelemente in ppm
Lfd. Nr.
1
2
3
4
5
6
7
8
Intrusiv-
komplex
Älterer Intrusivkomplex
Jüngerer Intrusivkomplex
Typ
Schwarzenberg 1
Schwarzenberg 2
Eibenstock 1
Gefüge
kk-mk
mk (-gk)
mk (-gk)
kk-mk
fk-kk
mk
gk
gk
Proben-
herkunft
Mittelwerte
aus 12 Ana-
lysen
Auflässiger Stbr. in Schwar-
zenberg Südstadt, nahe
Schule
Ehem. Stbr.
an der Straße
Erla-
Bermsgrün
(2 Analysen)
Baugrube am Naturtheater
Schwarzenberg, am Rockel-
mann
Klippe am
Schwarzwas-
ser, westli-
cher Orts-
ausgang
Breitenbrunn
Brg. 3011/83
bei 1096 m, 4
km nordöstl.
Ehrenzipfel
Ba
450
169
192
250
16
25
68
61
Cs
n. b.
32
n. b.
n. b.
31
59
n. b.
n. b.
Ga
18
20
23
20
28
28
27
27
Li
100
80
n. b.
70
n. b.
112
n. b.
n. b.
Nb
20
14
13
20
24
22
19
19
Pb
35
26
n. b.
26
7
9
6
19
Rb
280
384
355
430
484
479
798
602
Sn
8
15
n. b.
18
n. b.
21
n. b.
26
Sr
150
47
47
50
6
8
13
25
Th
n. b.
7
n. b.
n. b.
4
4
n. b.
15
U
n. b.
9
n. b.
n. b.
10
23
n. b.
35
Y
n. b.
12
n. b.
n. b.
7
6
n. b.
21
Zn
n. b.
37
39
n. b.
23
31
41
48
Zr
160
62
61
40
24
25
74
80
Fortsetzung Tab. 8:
Granite, Spurenelemente in ppm
Lfd. Nr.
9
10
11
12
13
14
15
16
Intru-
sivkom-
plex
Jüngerer Intrusivkomplex
Typ
Eibenstock 1
Eibenstock 1-2
Eibenstock 3 Eibenstock 3-
4
Eibenstock 4
Gefüge
gk
gk
gk-mk
kk-fk
porphyr.
fk
fk
fk
fk
Proben-
herkunft
Brg. 3011/83
bei 1121 m
Raum An-
tonsthal-
Pöhla (Mit-
telwert aus 6
Analysen)
Brg. 3002/83
bei 794 m,
5 km WNW
von Teller-
häuser
Brg. 3027/84
bei 970 m,
2 km NO
Ehrenzipfel
Brg. 3024/83
bei 895 m,
500 m SO
von Teller-
häuser
Brg. 3029/83
bei 1324 m,
4 km SO
Stolln Pöhla
Brg. 3029/83
bei 1315 m
4 km SO
Stolln Pöhla
Klippe am
Schwarzwas-
ser, westli-
cher Ortsaus-
gang Brei-
tenbrunn
Ba
79
110
75
14
n. b.
n. b.
7
16
Cs
49
n. b.
n. b.
61
n. b.
32
114
66
Ga
27
28
28
33
35
n. b.
34
44
Li
191
360
n. b.
282
n. b.
n. b.
615
800
Nb
19
<20
17
24
12
26
29
41
Pb
18
11
13
9
n. b.
10
6
6
Rb
615
940
743
842
693
1073
1122
1325
Sn
26
30
27
27
73
72
74
26
Sr
20
<30
n. b.
18
13
14
7
45
Th
13
n. b.
n. b.
7
n. b.
n. b.
5
3
U
32
n. b.
30
38
18
34
30
7
Y
17
n. b.
17
8
n. b.
n. b.
7
3
Zn
42
n. b.
50
53
54
42
45
68
Zr
80
~30
52
38
30
26
34
27
1, 4 und 10:
LÄCHELT, TISCHENDORF u. a. (1970)
2, 3, 5-9, 11-16: FÖRSTER & TISCHENDORF (1995)

image
Geologische Verhältnisse
22
Abb. 9:
Relative SEE-Verteilungsmuster in den Graniten (nach Daten von FÖRSTER & TISCHENDORF 1995 und SEIFERT
1998)
die Existenz zweier Intrusivkomplexe mit einem Alter zwi-
schen 311 und 332 Ma, führten aber zu dem überraschen-
den Ergebnis, dass die Schwarzenberger Granite (332
±
4
Ma) und die Eibenstocker Granite (323
±
1 Ma bis 325
±
7
Ma) keine gravierenden Altersunterschiede aufweisen.
Im Verbindungsquerschlag Globenstein ist Granit vom Typ
Eibenstock auf ca. 250 m Länge aufgeschlossen. Der nord-
östliche Granitkontakt streicht 155° und fällt 20-30° nach
NO ein, im SW wird der Granit von der Schwarzenberger
Störungszone abgeschnitten. Granitapophysen verlaufen s-
parallel zum Nebengestein. Im Liegenden des Kontaktes ist
der Granit aplitisch ausgebildet. Es folgt ein 10-20 Zenti-
meter mächtiger Stockscheider mit Palisadenfeldspäten von
mehreren Zentimeter Länge. Im mittel- bis grobkörnigen
serialporphyrischen Granit kommen vereinzelt Turmalin-
Sonnen bis 10 cm Durchmesser vor, die von einem 1 bis 2
Zentimeter breiten, glimmerarmen und gebleichten Saum
umgeben werden.
Die
Granitmorphologie
(Abb. 10) wird ganz wesentlich
durch NW-SO-verlaufende Strukturelemente (Tiefenstö-
rung Gera-Jáchymov) bestimmt. Eine Großfaltung um
NW-SO- bis NNW-SSO-streichende Achsen schuf den
Raum für die Platznahme der spätvariszischen Granitintru-
sionen. Im Gebiet der Schwarzenberger Kuppel sind meh-
rere Granite des älteren Intrusivkomplexes (Schwarzenber-
ger Granit) an der Oberfläche angeschnitten. Der Granit
fällt nach beiden Seiten, d. h. in NO- und SW-Richtung,
steil ein. Die NO-Flanke des zum jüngeren Intrusiv-
komplex zählenden Eibenstocker Granitmassivs ist eben-
falls NW-SO orientiert. Für die NO-Flanke ist ein steiles
Einfallen charakteristisch. Im SO-Teil des an der Oberflä-
che angeschnittenen Eibenstocker Granitmassivs ist eine
Granithochlage mit NO-SW-Erstreckung erkennbar, deren
höchste Teile südwestlich von Globenstein an der Oberflä-
che angeschnitten sind.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Kon-
figuration der einzelnen Granitmassive zum überwiegenden
Teil durch NW-SO und zum kleinen Teil auch durch NO-
SW-verlaufende Strukturen tektonisch kontrolliert wird.

image
Geologische Verhältnisse
23
Abb. 10: Granitisolinienkarte
4.3.3
Ganggesteine
4.3.3.1
Basische Ganggesteine
Lamprophyr
gänge sind im Grubenrevier Pöhla-Globen-
stein häufig anzutreffen. Die dunkelbraunen bis schwarz-
grauen Gesteine sind feinkörnig und bestehen aus den
Hauptbestandteilen Biotit und Plagioklas (Andesin). Dazu
kommen untergeordnet Aktinolith und Augit sowie Titanit
und Apatit. Petrographisch handelt es sich um Kersantite.
Im Skarn oder am Kontakt zum Dolomit aufsetzende Ker-
santitgänge (Tafel 8, Bild 1 und 2) sind oft fleckig schmut-
ziggrau gebleicht. Mikroskopisch ist eine weitgehende
Veränderung des Mineralbestandes zu beobachten. Die
durch hochthermale Einflüsse veränderten Lamprophyre
weisen dann folgenden Mineralbestand auf: Chlorit, Serizit,
Quarz, Karbonate, Talk, Fluorit, z. T. Epidot in wesentli-
chen Mengen. Plagioklas wird albitisiert. In den veränder-
ten Lamprophyren wurde auf Klüften vereinzelt auch
Skarngranat nachgewiesen.
Die Lamprophyrgänge streichen überwiegend NNW-SSO
und NW-SO, untergeordnet auch NO-SW, O-W und
WNW-OSO. Das Einfallen liegt im Durchschnitt bei 60-
70° (Tafel 7, Bild 1). Im Bereich der Dolomit-/Skarnlager
liegen die Lamprophyrgänge z. T. konkordant im Gesteins-
verband (Tafel 8, Bild 1), häufig durchschlagen sie Lager
und Nebengestein spitzwinklig (Tafel 6, Bild 2; Tafel 7,
Bild 3). Lamprophyrgänge ändern auf kurze Entfernung
Streichen und Einfallen (Tafel 6, Bild 3), tun sich auf, kei-
len aus und werden an Klüften und kleinen Störungen ver-
setzt (Tafel 7, Bild 1). Besonders bizarre Gangstrukturen
treten in den plastisch reagierenden Dolomiten (Tafel 7,
Bild 2) auf. Die Lamprophyre folgen vorgezeichneten tek-
tonischen Strukturen (Zerr- und Scherspalten). Bei Reakti-
vierung solcher Strukturen kann es zur Ausbildung einer
intensiven Klüftung kommen (Tafel 6, Bild 1), die den
Eindruck eines geschieferten Ganges erweckt.
Die Verbandsverhältnisse der Lamprophyrgänge zum Gra-
nit sind im Grubenrevier Pöhla-Globenstein nicht aufge-
schlossen. Im benachbarten Grubenfeld des Schachtes 235
(Weißer Hirsch, Antonsthal) werden Lamprophyrgänge
vom Granit abgeschnitten. Auch die Lamprophyrgänge von
Pöhla-Globenstein sind mit großer Wahrscheinlichkeit älter
als der dort aufgeschlossene Granit. Auf jeden Fall werden
sie von hochthermalen Trümern durchschlagen und verän-
dert. In einem Lamprophyrgang (Qu. 13) wurde ein Granit-
Xenolith festgestellt. Der von KRAMER (1976) untersuchte
Lamprophyr vom Ottenstein bei Schwarzenberg weist ein
K-Ar-Alter von 359 Ma (Gesamtalter) bzw. 350 Ma (Bioti-
talter) auf.
Die Spurenelementgehalte der Kersantite von Pöhla-
Globenstein (Tab. 10 und 11) sind vergleichbar mit den
Kersantiten von Ehrenfriedersdorf (HÖSEL u. a. 1994), die
von Graniten des jüngeren Intrusivkomplexes abgeschnit-
ten werden. Vor allem die Be-, Cs-, Rb- und Zr-Gehalte
weisen eine gute Übereinstimmung mit den von SEIFERT
(1997) für kersantitische Lamprophyre angegebenen Wer-
ten auf. Diese sog. LD1 Kersantite sind älter als die Li-F-
Sn-spezialisierten Granite. Im vorliegenden Fall wird da-
durch indirekt bestätigt, dass die Kersantite von Pöhla-
Globenstein älter sind als der Eibenstocker Granit.

Geologische Verhältnisse
24
Tab. 9:
Lamprophyre, Hauptelemente in Masse-%
Lfd. Nr.
1
2
3
4
5
Gestein
Kersantit Kersantit Kersantit Kersantit Kersantit
Proben-
herkunft
Otten-
stein,
Schwar-
zenberg
Schurf-
schacht
24 Pöhla
Schurf-
schacht
24 Pöhla
Schurf-
schacht
24 Pöhla
Otto-
Stolln
Breiten-
brunn
SiO
2
54,4
52,9
45,94
47,44
49,8
TiO
2
1,3
1,1
1,43
1,11
1,3
Al
2
O
3
15,7
16,0
16,49
14,61
15,4
Fe
2
O
3
0,2
1,5
8,13
7,71
9,3
FeO
6,8
4,4
n. b.
n. b.
n. b.
MnO
0,1
0,13
0,28
0,23
0,23
MgO
7,6
8,0
8,19
10,52
9,4
CaO
5,1
6,2
11,03
11,19
7,6
Na
2
O
2,4
2,9
1,63
1,22
1,8
K
2
O
3,7
2,1
3,38
2,65
2,7
P
2
O
5
0,46
0,4
0,56
0,38
0,50
GV
n. b.
2,5
}
}
n. b.
H
2
O
-
0,4
n. b.
}
}
n. b.
H
2
O
+
1,6
0,35
} 2,17
} 3,47
n. b.
CO
2
0,5
1,2
}
}
n. b.
S
n. b.
<0,1
n. b.
100,26
99,68
99,23
100,53
98,0
1
KRAMER (1976)
2
KAUFMANN, SCHUPPAN, LINKERT u. a. (1988)
3+4 SEIFERT (1998)
5
GALILÄER, LANGE, LAUER (1967)
Tab. 10: Lamprophyre, Spurenelementgehalte in ppm
Lfd. Nr.
1
2
3
Gestein
Kersantit
Kersantit
Kersantit
Probenher-
kunft
Element
Ottenstein,
Schwarzenberg
Schurfschacht
24 Pöhla
Schurfschacht
24 Pöhla
B
n. b.
n. b.
n. b.
Ba
1550
n. b.
n. b.
Be
9
n. b.
n. b.
Co
50
n. b.
n. b.
Cr
280
n. b.
n. b.
Cu
26
n. b.
n. b.
Cs
n. b.
71,49
41,03
Ga
21
23
18
Ge
n. b.
2,2
3,4
In
n. b.
0,7
0,3
Li
140
n. b.
n. b.
Mo
n. b.
0,80
0,01
Nb
n. b.
26,17
13,82
Ni
120
n. b .
n. b.
Pb
16
47
30
Rb
280
203,21
203,28
Sn
10
59,7
42,6
Sr
n. b.
n. b.
n. b.
V
140
n. b.
n. b.
Y
n. b.
26
25
Zr
260
282
205
1
KRAMER (1974)
2+3 SEIFERT (1998)
Im Verteilungsmuster der SEE kommt sowohl bei den Ker-
santiten als auch bei den Graniten beider Intrusivkomplexe
ein gleich verlaufender Entwicklungstrend zum Ausdruck
(Abb. 9). Die im Gegensatz zu den Graniten deutlich höhe-
ren SEE-Gehalte der Kersantite weisen auf eine Mantel-
herkunft letzterer hin.
Tab. 11: Lamprophyre, SEE in ppm
Lfd. Nr.
1
2
Gestein
Kersantit
Kersantit
Probenherkunft
Element
Schurfschacht
24 Pöhla
Schurfschacht
24 Pöhla
La
87,78
55,85
Ce
170,09
116,14
Pr
15,573
11,319
Nd
58,11
44,29
Sm
9,65
7,64
En
2,050
1,767
Gd
6,42
5,30
1+2 SEIFERT (1998)
4.3.3.2
Saure Ganggesteine
Die sauren Ganggesteine beschränken sich auf feinkörnige
porphyrische Mikrogranite und feinkörnige Aplite.
Die wenigen in der Region übertage anstehenden
porphy-
rischen Mikrogranite
wurden von LAI (1978) erfasst und
bearbeitet (vgl. Tab. 12 und 13). Im Gebiet von Pöhla-
Globenstein sind porphyrische Mikrogranite im gesamten
Grubenfeld verbreitet und z. T. durch bergmännische Auf-
fahrungen, hauptsächlich aber durch Bohrungen aufge-
schlossen worden. Es handelt sich um hellgraue, z. T. hell-
rötliche Gesteine mit rhyolithischem Habitus. Die Grund-
masse ist feinkörnig ausgebildet und besteht hauptsächlich
aus Plagioklas, Kalifeldspat und Quarz. Porphyrische
Einsprenglinge von Quarz, Feldspat und seltener Glimmer
(Muskovit) erreichen Korngrößen bis 3 mm. Der Anteil der
Einsprenglinge liegt etwa bei 10 %. Die porphyrischen
Mikrogranite streichen im Grubenbereich generell NO-SW,
im Bereich der Störung Globenstein und südöstlich davon
wurde ein konkordanter Verlauf in Bezug zum Nebenge-
stein beobachtet. Die Mächtigkeit beträgt in der Regel we-
nige Meter und kann bis zu 10 Meter anschwellen. Die
Gänge verzweigen sich oft und bilden z. T. Apophysen.
Die Verbandsverhältnisse zum Granit sind im Grubenbe-
reich Pöhla-Globenstein nicht aufgeschlossen. Im benach-
barten Grubenfeld 235 (Weißer Hirsch) wird ein Mikrogra-
nitgang vom Granit Typ Eibenstock (Ei 1-2) abgeschnitten
(SCHWARZE, HARLASS 1960). Demzufolge müssten die
porphyrischen Mikrogranite des Gebietes entweder zur
älteren Phase des Jüngeren Intrusivkomplexes (Granit Typ

Geologische Verhältnisse
25
Eibenstock) oder sogar zur jüngsten Phase des Älteren
Intrusivkomplexes (Granit Typ Schwarzenberg) gehören.
Nach den Spurenelementgehalten (Tab. 13) ist beides
denkbar, wobei eine Zuordnung zum Jüngeren Intrusiv-
komplex wahrscheinlicher ist.
Tab. 12: Porphyrische Mikrogranite in Masse-%
Lfd. Nr.
1
2
3
4
5
Gestein
Porphyr.
Mikro-
granit
Porphyr.
Mikro-
granit
Porphyr.
Mikro-
granit
Porphyr.
Mikro-
granit
Porphyr
Mikro-
granit
Proben-
herkunft
Anthons-
thal, 300
m SW-
lich
P. 690
Hirsch-
stein,
700 m
N-lich
P. 690
Pöhla,
500 m
N-lich
P. 612,3
Erla, ca.
300 m
SW-lich
P. 598,4
Pöhla,
Schurf-
schacht
24
SiO
2
73,6
71,1
72,0
77,4
73,6
TiO
2
0,3
0,3
0,3
0,1
0,1
Al
2
O
3
13,6
13,2
13,0
11,6
14,4
Fe
2
O
3
0,97
0,92
0,92
2,06
0,28
FeO
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
0,29
MnO
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
0,05
MgO
0,10
0,10
0,20
0,20
0,41
CaO
0,47
0,59
0,51
0,17
0,47
Na
2
O
5,00
4,90
4,60
0,23
2,9
K
2
O
3,51
3,53
3,47
5,18
3,9
P
2
O
5
0,11
0,11
0,09
0,03
0,12
H
2
O
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
0,31
CO
2
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
0,52
GV
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
1,7
97,66
94,75
95,09
96,97
99,05
1-4
LE THI LAI (1978)
5
KAUFMANN, SCHUPPAN, LINKERT u. a. (1988)
Feinkörnige Aplite
treten hauptsächlich in Granitnähe auf
(z. B. im Verbindungsquerschlag Globenstein). Die Mäch-
tigkeiten der Aplitgänge liegen meist im Zentimeter- und
Dezimeter-, vereinzelt im Meterbereich. Hauptgemengetei-
le sind Plagioklas, Kalifeldspat und Quarz. Untergeordnet
treten Apatit, Topas und Kassiterit auf. Zur chemischen
Zusammensetzung und Spurenelementführung liegen keine
Untersuchungen vor.
4.4
Tektonik
Die Hauptgefügeprägung erfolgte im Rahmen der Regio-
nalmetamorphose. Die im Ergebnis der Hauptgefügeprä-
gung entstandenen Haupttexturflächen haben im Schwar-
zenberger Raum ein umlaufendes Streichen, d. h. sie bilden
eine flach gewölbte, in NW-SO-Richtung gestreckte Kup-
pelstruktur ab (vgl. Abb. 5). Diese deutlich ins Auge fal-
lende und regional zu verfolgende Hauptkristallisations-
schieferung stellt nach L
ORENZ (1988, S. 788) eine kristal-
loblastische Gefügeentwicklung dar. Neben der Hauptkris-
tallisationsschieferung ist noch eine ältere Kristallisations-
Tab. 13: Porphyrische Mikrogranite,
Spurenelemente in ppm
Lfd. Nr.
1
2
3
4
5
Gestein
Porphyr.
Mikro-
granit
Porphyr.
Mikro-
granit
Porphyr.
Mikro-
granit
Porphyr.
Mikro-
granit
Porphyr
Mikro-
granit
Proben-
herkunft
Anthons-
thal, 300
m SW-
lich
P. 690
Hirsch-
stein,
700 m
N-lich
P. 690
Pöhla,
500 m
N-lich
P. 612,3
Erla, ca.
300 m
SW-lich
P. 598,4
Mittel-
werte 1-
4
B
22
22
21
19
21
Ba
40
40
125
165
(100)
Be
21
16
7
6
13
Co
2
2
2
3
2
F
1000
1000
500
700
800
Ga
20
20
19
18
19
Li
40
39
17
59
39
Mn
480
325
285
40
280
Mo
2
2
1
3
2
Nb
46
22
18
7
23
Ni
4
4
6
7
5
Pb
27
51
24
16
30
Rb
425
385
345
615
555
Sn
35
32
32
12
28
Sr
10
10
10
30
<30
Ti
<100
<100
<100
673
<100
V
<1
<1
<1
5
<1
W
3
3
3
10
5
Zn
45
15
40
15
<40
Zr
10
10
10
10
<30
1-4
LE THI LAI (1978)
schieferung und eine jüngere rupturelle Schieferung ausge-
bildet, die allerdings nicht überall erkennbar ist.
Die ältere Kristallisationsschieferung s
k1
verläuft in den
Bahnen der jüngeren Hauptkristallisationsschieferung s
k2
und ist eng, z. T. isoklinal gefältelt. Anhand des im Gestein
erkennbaren Materialwechsels muss angenommen werden,
dass die ursprüngliche Schichtung (ss) und die ältere
Kristallisationsschieferung (s
k1
) parallel verlaufen. Eine
„ss- mit -s
k1
-Faltung“ ist nach FRISCHBUTTER (1990, S. 37)
in der Schwarzenberger Kuppel im Handstückbereich „all-
gegenwärtig“.
An der SO-Flanke der Schwarzenberger Kuppel, im Gru-
benfeld Pöhla-Globenstein, lässt sich die ältere Kristallisa-
tionsschieferung (s
k1
) ebenfalls nachweisen. Dabei ergeben
sich interessante Abhängigkeiten von der Lithologie. In
relativ monoton ausgebildeten Quarzglimmerschiefern ist
die ältere Kristallisationsschieferung nur schwer erkennbar
(Tafel 2, Bild 1). Die jüngere Hauptkristallisationsschiefe-
rung ist das vorherrschende Gefügeelement. Quarzitische
Gesteine sind deutlich isoklinal gefaltet (Tafel 2, Bild 2).

Geologische Verhältnisse
26
Die Faltenachsen streichen NO-SW und fallen sehr flach
(10°) nach SW ein. Im Bereich der Isoklinalfalten ist die
Hauptkristallisationsschieferung makroskopisch nicht er-
kennbar. Muskowitglimmerschiefer sind bereichsweise
intensiv disharmonisch verfaltet (Tafel 2, Bild 3). Diese
Faltung bzw. Fältelung wird in den Achsenebenen von der
jüngeren Hauptkristallisationsschieferung s
k1
geschient. Im
Dolomit sind teilweise recht deutliche s
k1
-Falten erkennbar,
aber auch die jüngere Hauptkristallisationsschieferung ist
deutlich sichtbar (Tafel 3, Bild 1). Demgegenüber stehen
Dolomite, die eine ausgeprägte Glimmerstreifung und
–bänderung aufweisen, wo die Hauptkristallisationsschiefe-
rung s
K1
das beherrschende Gefügeelement ist. Auch die
Faltenformen im Dolomit sind mannigfaltig. Zwischen
flachwelligen Verbiegungen (Tafel 3, Bild 1) und ausge-
prägten Biegescherfalten bestehen alle Übergänge.
FRISCHBUTTER (1990, S. 38) wies bei seinen Untersuchun-
gen im Schwarzenberger Raum auch eine Faltung der jün-
geren Kristallisationsschieferung (s
k2
) um NW-SO- bis
NNW-SSO-streichende Achsen nach. Die Wellenlängen
dieser Faltung liegen im km-Bereich. Die Faltung schuf
den Raum für die spätere variszische Granitintrusion
(Schwarzenberger Granit).
Kleinfalten, die sich auf den zuletzt genannten Faltungs-
prozess zurückführen lassen, sind im Lagerstättengebiet
Pöhla-Globenstein nicht nachweisbar. Auffällig sind dage-
gen Verformungsdiskontinuitäten im Kontaktbereich kom-
petenter und inkompetenter Schichten bzw. Gesteine. Be-
sonders der Kontakt Dolomit/Glimmerschiefer ist gestört.
Die dort auftretende Verformungsdiskontinuität lässt sich
als penetrative Scherung im Sinne von EISBACHER (1991)
definieren. Im ersten Stadium entstehen je nach Kompe-
tenzkontrast kleine Biegegleitfalten mit unterschiedlicher
Orientierung und unterschiedlichen Formen (Tafel 4, Bild
2). Verformungsdiskontinuitäten sind auch im Dolomit
selbst, speziell an Glimmereinlagerungen zu beobachten.
Hier kommt es bei penetrativer Scherung zu boudinartigen
Formen der Glimmerstreifen und –bänder (Tafel 3, Bild 3).
Die genannten Verformungsdiskontinuitäten können im
Zusammenhang mit der oben erwähnten Faltung der jünge-
ren Kristallisationsschieferung um NW-SO bei NNW-SSO-
streichende Achsen im Zusammenhang stehen.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die präva-
riszisch bis frühvariszisch einengende Deformation zur
Ausbildung der Haupttexturflächen im Schwarzenberger
Raum führte. Die mit den variszisch-postkinematischen
Granitintrusionen verbundenen Ausweitungsbewegungen
führten als erstes zu Schervorgängen am Kontakt kompe-
tenter mit inkompetenten Gesteinen. Bei noch stärkerer
Dilatation kommt es schließlich zur Ausbildung von
Bruchstörungen. Diese NO-SW- und NW-SO-streichenden
Scherstrukturen werden von entsprechenden Fiederstruktu-
ren begleitet. Die Mehrphasigkeit der Dilatationsbewegun-
gen führt zu einer mehrfachen Reaktivierung der Bruch-
strukturen.
Im Grubenbereich Pöhla-Globenstein lassen sich NO-SW-
streichende, NW-SO-streichende und schieferungsparallel
verlaufende Bruchstörungen unterschieden.
Die
Arnoldshammer-Störung
gehört zum System der 65°
streichenden Bruchstörungen. Sie fällt mit 80° nach SO ein
und besteht aus zwei subparallelen Hauptstörungen, die 70-
80 Meter voneinander entfernt sind. Kennzeichnend für sie
sind lettige Bestege der Ränder. Im Zentrum sind sie häufig
mit Quarz ausgefüllt, der Nebengesteinsbruchstücke bis
Dezimetergröße umschließt. Gelegentlich lassen sich in
den Störungen mehrere Meter mächtige Lagen und Linsen
von Nebengestein beobachten. Die Mächtigkeit der nördli-
chen Teilstörung schwankt zwischen 5 und 15 Meter, die
südliche Teilstörung wird 3-5 Meter mächtig. An der nörd-
lichen Teilstörung wurden Verwerfungsbeträge von 20-40
Meter, an der südlichen von 10-15 Meter festgestellt.
Der bedeutendste Vertreter der 40°-streichenden Störungen
ist die
Globensteiner Störung
. Sie fällt 55-60° nach SO
ein. Das Störungsmaterial besteht aus zerbrochenem und
zerriebenem Nebengestein. Die Mächtigkeit bewegt sich
lediglich im Dezimeterbereich. Als Verwerfungsbetrag
wurden 10-20 Meter registriert.
Die genannten Hauptstörungen werden von untergeordne-
ten Parallelstörungen und teilweise von mineralisierten
Gängen und Trümern begleitet.
Von den NW-SO-streichenden Bruchstörungen erlangen
die Schwarzenberger Störung und die Störungen Luchs-
bach und Luchsbach 1 die größte Bedeutung.
Die
Schwarzenberger Störung (Sonnenberg-Störung)
befindet sich am Westrand der Lagerstätte. Sie fällt mit 60-
80° nach SW ein und besteht aus zwei Teilstörungen, die
30 bzw. 8 Meter mächtig sind. Die Störung wird von toni-
gem Material mit Granit- und Glimmerschieferbrekzien
ausgefüllt. Die beiden Teilstörungen haben einen Abstand
von ca. 100 Meter.
Die Störungen
Luchsbach
und
Luchsbach 1
sind rund 250
Meter voneinander entfernt. Sie streichen 310° und fallen
mit 55-60° nach SW ein. Die Mächtigkeit liegt im Dezime-
terbereich und beträgt im Mittel 0,5 Meter. Die Störungen
sind kaum mineralisiert und bestehen im wesentlichen aus
zerriebenem Gesteinsmaterial. Als Verwerfungsbeträge
werden 10-15 Meter angegeben.
330-350° streichende und fast seiger einfallende Störungen
werden als Fiederspalten zu den Störungen Luchsbach und

Mineralisation und Metasomatose
27
Luchsbach 1 interpretiert. Mächtigkeit und streichende
Erstreckung sind gering, die Verwerfungsbeträge liegen bei
1-2 Meter. Im Bereich der Skarne sind sie mineralisiert.
Schieferungsparallele Störungen treten oft am Kontakt
Karbonatgestein/Glimmerschiefer auf. Sie äußern sich
teilweise nur in einer intensiven Klüftung. Mit zerriebenem
Gesteinsmaterial ausgefüllte Störungen werden 10-30 Zen-
timeter mächtig.
5
Mineralisation und Metasoma-
tose
5.1
Prozessablauf
Wie im gesamten Erzgebirge, bestehen auch im Gebiet
Pöhla-Globenstein zwischen Deformation, Magmatismus
und Mineralisation enge genetische Beziehungen (vgl. Tab.
14). Entscheidend für den gesamten Prozessablauf ist die
räumliche Position der späteren Lagerstätte im Kreuzungs-
bereich der NW-SO-streichenden Tiefenstörungszone Ge-
ra-Jáchymov
und
der
NO-SW-
bis
ONO-WSW-
verlaufenden Mittelerzgebirgischen Tiefenstörung.
In einer
ersten Deformationsphase
(NW-SO-Einengung)
wurden die Schichten um NO-SW-streichende Achsen ge-
faltet.
Eine
zweite
Deformationsphase
(NO-SW-
Einengung) führte zu einer Großfaltung um NW-SO bis
NNW-SSO-streichende Achsen (FRISCHBUTTER 1990).
Diese Faltung bereitete die Raumschaffung für die Platz-
nahme spätvariszischer Granitintrusionen vor. Die
dritte
Deformationsphase
(NO-SW-Ausweitung) kontrolliert im
wesentlichen das magmatische Geschehen. Sowohl Granite
des älteren als auch des jüngeren variszisch-postkinemati-
schen Intrusivkomplexes intrudierten offenbar auf vorwie-
gend NW-SO und teilweise NO-SW (Mikrogranitgänge)
gerichteten, tiefreichenden Zerrungsstrukturen. Auf fieder-
artig dazu angeordneten, tiefreichenden Zerrungsstrukturen
(NNW-SSO bis N-S und O-W bis WNW-OSO) konnten
basische Gesteinsgänge (Lamprophyre) aufdringen.
Granite des älteren Intrusivkomplexes sind im Lagerstät-
tengebiet Pöhla-Globenstein nicht aufgeschlossen und
demzufolge nicht bekannt. Nachweisbar sind Granite des
jüngeren Intrusivkomplexes. Nach Chemismus, Modalbe-
stand und Textur handelt es sich bei dem in Globenstein
aufgeschlossenen Granit um die Hauptintrusivphase des
Eibenstocker Granits, vergleichbar mit dem Typ B des Mit-
telerzgebirgischen Teilplutons (HOTH u. a. 1991). Der Gra-
nit zeichnet sich durch eine geringe Fraktionierung des
granitischen Magmas aus, denn aplitische Randgranite und
mit diesen verknüpfte pegmatitische Stockscheiderbildun-
gen (Palisadenfeldspäte bis 10 Zentimeter mit eingelager-
ten Dunkelglimmerrhythmiten) sind nur in kleinen Dimen-
sionen ausgebildet (15-30 Zentimeter). Das vorherrschende
Gestein
ist
ein
mittel-
bis
grobkörniger,
serial-
porphyrischer
Kalifeldspat-Albit-Granit.
Aplitgranit,
Stockscheider und Aplitgänge (letztere auf Fiederstruktu-
ren oder parallel zum Granitkontakt, d. h. N-S- oder NW-
SO-Streichen) gehören zur spätmagmatischen Etappe des
magmatischen Stadiums.
Mit der spätmagmatischen Etappe sind metasomatische
Prozesse im Endo- und Exokontakt verbunden. Im Endo-
kontakt äußert sich die Metasomatose als Autometasomato-
se in Form einer Kalifeldspatisierung I und Albitisierung I
des Granits. Die Albitisierung wird durch einen hohen An-
teil des perthitisch entmischten Albits erkennbar.
Im Exokontakt wird die Verskarnung den metasomatischen
Prozessen der spätmagmatischen Etappe zugerechnet. Die
Metasomatose der Gesteine des Exokontakts wird durch
hochgespannte Fluide und wässrige Lösungen verursacht
und verläuft in mehreren Etappen. Die gebildeten Metaso-
matite haben entsprechend ihrem unterschiedlichen Edukt
(Glimmerschiefer, Dolomit-Marmor) und aufgrund von
Chemismusänderungen der Lösungen sowie wechselnder
pT-Bedingungen eine unterschiedliche mineralische Zu-
sammensetzung. Neben der stofflichen Kontrolle unterlie-
gen die Metasomatite auch einer tektonischen Kontrolle.
Aufgrund des unterschiedlichen mechanischen Verhaltens
der verschiedenen Gesteine auf tektonische Beanspruchung
(Spaltenbildung) sowie unterschiedlicher Porosität und
Permeabilität ergeben sich auch unterschiedliche metaso-
matische Strukturen und Erscheinungsbilder. Im Exokon-
taktbereich wird die Verskarnung von vielen Faktoren be-
einflusst, die ineinander greifen, sich überlagern, verstär-
ken oder abschwächen, so dass die Variationsbreite der
Verskarnungserscheinungen relativ groß ist.
Primärskarne
sind
im
Lagerstättenbereich
Pöhla-
Globenstein nur reliktisch erhalten. Sie repräsentieren die
Verskarnung I. Sekundärskarne (= Verskarnung II) haben
eine große Verbreitung. Zwischen Turmalinisierungser-
scheinungen im Endokontakt (einzelne Turmalinsonnen bis
10 cm Größe [SCHWARZE, HARLASS 1960]) und Bormine-
ralisationen (Ludwigitbildung) im Exokontakt bestehen
offenbar zeitlich und genetisch Zusammenhänge. Da die
Turmalinisierung generell der Greisenbildung vorgeschaltet
ist (RADKEVIČ 1968, MANNING 1986), müssen Turmalini-
sierung/Ludwigitbildung und die geringfügig ältere Magne-
titbildung sowie große Teile der Sekundärskarne als Bil-
dungen der spätmagmatischen (oder frühpostmagmati-
schen) Etappe des Prägreisen-Stadiums angesehen werden.

image
Mineralisation und Metasomatose
28

Mineralisation und Metasomatose
29
Alle Bildungen des hochthermalen Bereichs (eigentliche
postmagmatische Etappe) gehören zum Greisen-Stadium.
Die Mineralisationen des Greisen-Stadiums, aber auch die
Mineralisationen des Prägreisen-Stadiums (Magnetitbil-
dung) lassen eine tektonische Kontrolle durch NO-SW bis
ONO-WSW-streichende Strukturen erkennen. Sie belegen
eine
vierte Deformationsetappe
(NW-SO-Ausweitung).
Die Quelle des beträchtlichen Zinn-/Wolframpotentials des
Greisen-Stadiums ist in dem unterlagernden Sn-F speziali-
sierten Granit zu suchen, der selbst kaum Anzeichen einer
Vergreisenung und Vererzung erkennen lässt. Für gesicher-
te Aussagen reicht der Aufschlussgrad im Granit allerdings
nicht aus. Nach den vorliegenden Fakten muss angenom-
men werden, dass Fluide und wässrige Lösungen über tek-
tonische Strukturen quantitativ aus dem Granit in das dar-
über liegende Deckgebirge entweichen konnten. Die tekto-
nischen Strukturen treten, wie in den anderen Gebieten des
Erzgebirges mit potentieller Zinnvererzung, auf erzgebir-
gisch streichenden, staffelförmig bis kulissenartig angeord-
neten Zonen mit hoher Klüftungsintensität auf.
Die
fünfte Deformationsetappe
(NO-SW-Ausweitung)
umfasst mit Ausnahme der Quarz-Sulfid-Assoziation alle
Bildungen des mittel- bis tiefthermalen Bildungsbereiches,
d. h. alle Gangmineralisationen, angefangen von der Quarz-
Hämatit-Folgengruppe des variszischen Mineralisations-
zyklus bis hin zur Karbonat-Sulfarsenid-Folgengruppe des
postvariszisch-saxonischen
Mineralisationszyklus.
Alle
Mineralisationen folgen im wesentlichen NNW-SSO-
verlaufenden Scherstrukturen mit dem dazugehörigen NW-
SO- und WNW-OSO-streichenden Fiederstrukturen. Der
beherrschende Einfluss der Tiefenstörungszone Gera-
Jáchymov kommt hier klar zum Ausdruck.
5.2
Metasomatite
5.2.1
Skarne
Die Skarne des Grubenreviers Pöhla-Globenstein sind
räumlich an lithologische (Dolomit/Schiefer) und tektoni-
sche Kontakte (NO-SW- bis ONO-WSW-streichende und
s-parallele Strukturen) gebunden. Die Skarnbildung wird
verursacht durch hochgespannte Si-, Fe-, F-, B-, Sn- und
W-haltige Lösungen. Der Metalltransport in den Lösungen
erfolgt in Chlorid- und Fluorid-Komplexen. Die Bildung
der Skarn- und Erzminerale ist abhängig von der Tempera-
tur, dem Druck und der O- und H-Fugazität. Das chemi-
sche Gleichgewicht der Lösungen wird durch Reaktion mit
dem Nebengestein, durch Abkühlung, Lösungsänderungen,
Oxidation und Reduktion beeinflusst. Bei der Reaktion mit
dem Nebengestein spielen Permeabilität und Porosität des-
selben eine Rolle.
In einem ersten Stadium der Skarnbildung (Primärskarne)
werden dem Edukt entsprechend
Magnesium-Skarne
ge-
bildet. Vertreter des ersten (progressiven) Stadiums der
Skarnbildung im Raum Pöhla-Globenstein sind monomine-
ralische Pyroxen-Skarne und meist nur noch reliktisch am
unmittelbaren Kontakt zum Dolomit erhaltene Forsterit-
Spinell-Kalzit-Assoziationen (vgl. Tab. 15). Unter be-
stimmten Druck-/Temperaturbedingungen sind folgende
Mineralbildungen möglich:
3 CaMg (CO
3
)
2
+ 3 H
2
O + 9 SiO
2
+ 3 FeCl
2
= 3 CaFeSi
2
O
3
+ 3 MgSiO
4
+ 3 CO
2
+ 6 HCl
Dolomit
Lösung
Hedenbergit
Forsterit
3 CaMg (CO
3
)
2
+
H
2
O + 4 SiO
2
+ 3 FeCl
2
= Mg((OH)
2
Si
4
O
10
)
+ 3 CaCO
3
+ CO
2
+ FeCl
Dolomit
Lösung
Talk
Kalzit
Mg
3
((OH)
2
SiO
10
)
+ 3 CaCO
3
+ SiO
2
= 3 CaMg (Si
2
O
6
) + 3 CO
2
+ H
2
O
Talk
Kalzit
Quarz
Diopsid
Die Pyroxenbildung ist theoretisch aus dem Dolomit direkt
oder über die Zwischenstufe Talk denkbar.
Pyroxen
ist das
häufigste Skarnmineral. Er bildet radialstrahlige Verwach-
sungen prismatischer Kristalle und kleinkörniger Aggrega-
te. Die Korngrößen schwanken von 0,01 bis 2 mm. Nach
der chemischen Zusammensetzung ist der Pyroxen relativ
eisenarm (3,4 – 5,0 Masse-%) und gehört der Mischungs-
reihe Diopsid-Hedenbergit an. Umgelagerte Pyroxene in
Magnetitskarnen weisen Eisengehalte bis 12 Masse-% auf.
Pyroxen wurde im wesentlichen vor der Eisenzufuhr gebil-
det; dabei blieb das ursprünglich CaO/MgO-Verhältnis des
Ausgangsgesteins Dolomit unverändert erhalten (mittlerer
MgO-Gehalt 12,9 Masse-%, mittlerer CaO Gehalt 17,8
Masse-%).
Der frühen Pyroxenbildung (magmatisches Stadium) ent-
sprechend enthalten die Pyroxene kaum Zinnbeimengun-
gen. In einer monomineralischen Probe wurden lediglich
0,02 % Sn ermittelt.

Mineralisation und Metasomatose
30
Tab. 15: Mineralabfolge (generalisiert) (HÖSEL 1995)
Mineral
Primärskarne
Sekundärskarne
Prägreisen-Stadium
Greisen-Stadium
Meso- bis tiefthermal überprägte
Skarne
Forsterit
Mg-Spinell
Pyroxen
Kalzit
Granat
Magnetit
Klinohumit
Chondrodit
Phlogopit
Serpentin
Talk
Fluorit
Fe-Amphibol
Epidot
Vesuvian
Ludwigit
Turmalin
Biotit
Muskowit/Serizit
Chlorit
Quarz
Albit
Kassiterit
Scheelit
Wolframit
Arsenopyrit
Sphalerit
Chalkopyrit
Pyrit
Pyrrhotin
Siderit
Hydroglimmer
Tonminerale
Chalcedon
Opal
Fe-Oxide
Fe-Hydroxide
Verbreitung:
sehr häufig
häufig
selten
Forsterit, Mg-Spinell, Pyroxen und Kalzit sind mit Sicher-
heit Bildungen des 1. Stadiums der Skarnbildung.
Granat
verdrängt Pyroxen und ist jünger als dieser. Während
Magnetit eindeutig jünger als Pyroxen ist, sind die Alters-
verhältnisse von Magnetit und Granat nicht einheitlich,
d. h. Granat ist größtenteils älter als Magnetit, teilweise
wird Magnetit auch von Granat verdrängt.
Die Granate bilden mehr oder weniger idiomorphe, oft zo-
nar gebaute Kristalle von 0,1 bis 22 Millimeter, im Durch-
schnitt 2-3 Millimeter Größe, die chemisch nicht einheit-
lich sind und Mischungen mehrerer Glieder der Granatrei-
he darstellen (vgl. Tab. 16). Die im Grubenrevier Pöhla-
Globenstein auftretenden Granate lassen sich grob in zwei
Gruppen untergliedern (Abb. 11):
1. Granate mit einem Grossularanteil zwischen 50 und
70 %.
2. Granate mit einem Andraditanteil zwischen 70 und
85 %.

image
Mineralisation und Metasomatose
31
Tab. 16: Chemismus der Skarngranate (Hauptelemente in Masse-%)
Lfd. Nr.
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Granat,
hellgrün
Granat,
hellbraun
Granat,
hellgelb-
lichbraun
Granat,
hellbraun
Granat,
hellgelb-
grün
Granat,
hellbraun
Granat,
graugrün
Granat,
hellbraun
Granat,
braun
Granat,
rotbraun
Proben-
herkunft
Schurf-
schacht
24,
Str. 113
bei 111 m
Schurf-
schacht
24,
Str. 103
bei 130 m
Schurf-
schacht
24,
Str. 103
bei 275 m
Schurf-
schacht
24,
Str. 103
bei 55 m
Schurf-
schacht
24,
Str. 103
bei 125 m
Schurf-
schacht
24,
Str. 103
bei 159 m
Schurf-
schacht
24,
Qu. 127
bei 10 m
Brg. Pöh-
la 1/63
bei 289 m
Brg. 4/62
Neue
Silberh.
bei 136 m
Schurf-
schacht 24
SiO
2
34,0
34,8
36,6
36,9
37,2
35,6
36,7
36,5
33,4
34,3
TiO
0,5
1,0
1,0
0,6
0,8
0,5
0,8
0,2
0,2
n. b.
Al
2
O
3
4,5
14,5
12,0
10,4
8,3
5,3
4,2
12,5
4,1
4,0
Fe
2
O
3
24,3
12,0
11,3
12,0
6,7
24,0
15,3
10,3
25,8
24,0
FeO
0,8
0,7
0,1
0,9
0,6
0,2
0,6
0,6
0,5
0,7
MnO
0,6
0,7
0,7
0,5
0,3
0,4
0,5
0,9
0,6
0,2
MgO
0,2
0,2
1,0
2,5
4,0
0,5
3,0
1,5
0,1
0,6
CaO
33,8
34,5
35,2
34,1
36,6
34,5
34,6
34,5
34,1
32,1
Na
2
O
1,3
0,9
0,2
0,2
0,3
0,3
0,3
0,3
0,9
0,1
K
2
O
0,1
0,1
0,1
0,1
0,1
0,1
0,1
0,2
0,1
0,2
H
2
O
+
<0,1
0,3
0,6
0,4
0,8
0,1
0,6
0,4
<0,1
n. b.
GV
n. b.
n. b.
1,6
0,9
2,4
0,4
2,7
1,0
n. b.
n. b.
CO
2
n. b.
n. b.
0,8
0,4
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
100,1
99,7
101,2
99,9
98,1
101,9
99,4
98,9
99,7
96,2
1-9 HAAKE & OSSENKOPF (1966)
10 SCHÜTZEL (1970)
Abb. 11: Zusammensetzung der Granate von Pöhla-
Globenstein
Grossular-reiche Granate treten zum größten Teil in einiger
Entfernung (wenige Meter bis mehrere Dekameter) vom
Magnetitskarn auf, Andradit-reiche Granate kommen in der
Regel zusammen mit Magnetit vor. Untersuchungen von
HAAKE & OSSENKOPF (1966) haben weiterhin ergeben,
dass Andradit-reichere Granate jünger als Grossular-
reichere sind. Zum gleichen Ergebnis kommt auch
SCHÜTZEL (1970). Im Dünnschliff wurde beobachtet, wie
Grossular-reichere Granate durch Andradit-reichere ver-
drängt werden. Andradite sind häufig zonar gebaut. Die
Granatbildung reicht zeitlich offenbar vom Prägreisen- bis
zum Greisenstadium. In einem Fluid, reich an H
2
O und
relativ CO
2
-frei, entsteht Andradit bei <400°C. Wird der
Stabilitätsbereich des Granats unterschritten, setzt eine
Chloritisierung ein. Solche Granatpseudomophoren sind
häufig mit Fluorit, Quarz und Karbonaten vergesellschaftet.
Die Farbe der Granate ist größeren Schwankungen unter-
worfen und gestattet keine Rückschlüsse auf den Chemis-
mus. Sie hängt im wesentlichen vom Ti- und Mn-Gehalt
ab. Ti-reiche Granate weisen dunklere Farben auf. Auf-
grund der Altersstellung zum Pyroxen und aufgrund der
relativ hohen Zinngehalte des Granats (im Durchschnitt
0,23 %), muss angenommen werden, dass die Granatbil-
dung bereits zur Etappe der Sekundärskarne gehört und
überwiegend dem Prägreisenstadium zugeordnet werden
muss. Nach den Ergebnissen elektronenmikroskopischer
Untersuchungen ist das Element Zinn im Granat dispers
verteilt (Abb. 12).

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Mineralisation und Metasomatose
32
Abb. 12: Rasterbilder der Elementverteilung (Sn, Fe, Ca) im Granat, Vergrößerung 350 x (aus: KAUFMANN, SCHUPPAN,
LINKERT u. a. 1988)
Die primären Magnesia-Skarne werden im Raum Pöhla
zum überwiegenden Teil durch sekundäre Skarnbildungen
verdrängt. Sekundärskarne werden in der Literatur unter-
schiedlich bezeichnet: retrograde Skarne (EINAUDI, MEI-
NERT, NEW BERRY 1981), Aposkarne (russ. Literatur), Bil-
dungen des Stadiums der sauren Auslaugung (KORSHINSKIJ
1965), Bildungen des II. Stadiums der Verskarnung (KWAK
1978). Zur Gruppe der Sekundärskarne gehören OH-reiche
und B- und/oder F-führende Skarnassoziationen.
Sekundäre
Magnesia-Skarne
werden durch die Assoziati-
on Klinohumit, Chondrodit, Phlogopit, Serpentin gekenn-
zeichnet. In dieser Assoziation tritt auch Magnetit auf.
Se-
kundäre Kalk-Skarne
werden durch die Assoziation
Amphibol, Epidot, Vesuvian, Chlorit vertreten. Die
Hauptmenge des Magnetits ist an letztere Assoziation ge-
bunden.
Sekundärskarne
zeichnen sich durch F-, B- und OH-

Mineralisation und Metasomatose
33
reiche Minerale aus, wobei die Beziehungen F-/B-reicher
und OH-reicher Assoziationen zueinander oft unklar sind.
B-reiche retrograde Skarnminerale (Ludwigit) gehören
offensichtlich zum Prägreisen-Stadium. Ludwigit tritt im-
mer zusammen mit Magnetit auf. Im Endokontakt werden
als äquivalente Bildungen die Quarz-Turmalin-Sonnen
angesehen. F-reichere retrograde Skarnminerale kommen
sowohl im Prägreisen-Stadium (Klinohumit, Chondrodit,
Fluorit) als auch im Greisen-Stadium (Fluorit) vor. Typi-
sche
Greisenminerale im Skarn
sind Serizit, Chlorit und
Fluorit, z. T. auch Biotit. An das Greisen-Stadium sind die
Hauptminerale Kassiterit, Scheelit, Arsenopyrit und Spha-
lerit gebunden. Diese und andere Sulfide sind jedoch auch
in Bildungen des mesothermalen Bereiches zu finden. Zu
den meso- bis niedrigthermalen sekundären Skarnminera-
len gehören Hydroglimmer, Tonminerale, Chalcedon,
Opal, Fe-Oxide und Fe-Hydroxide.
Die Intensität der Verskarnung ist in den einzelnen Lagern
unterschiedlich. Häufig ist nur das Liegende und/oder das
Hangende eines Karbonatgesteinslagers verskarnt. Eine
völlige Verskarnung des gesamten Lagers ist seltener. Die
Grenzen zwischen Skarn und Dolomit sind scharf, jedoch
nicht generell s-parallel. Vielmehr sind unregelmäßige
Ausstülpungen (Tafel 9, Bild 2) häufig zu beobachten. Die
ungleichmäßige Verskarnung des dolomitischen Aus-
gangsgesteins wird durch zahlreiche nicht verskarnte schol-
lenartige Dolomitrelikte im Skarnkörper (Tafel 9, Bild 3
und Tafel 10, Bild 1 und 2; Tafel 11, Bild 1; Tafel 15 Bild
3) verdeutlicht. Sie sind Belege für eine Infiltrationsmeta-
somatose. Größere Skarnmächtigkeiten am Kontakt tekto-
nischer Strukturen belegen die tektonische Kontrolle der
Verskarnung (Tafel 10, Bild 3).
Im Glimmerschiefer ist die Verskarnung auf wenige Meter
im Liegenden und Hangenden des Dolomitlagers be-
schränkt und meist fleckig oder linsig-streifig, seltener
kompakt. In der Regel ist eine tektonische Kontrolle der
Verskarnung erkennbar (Tafel 16, Bild 1-3). Dem Edukt
entsprechend ist die Skarnassoziation durch Pyroxen, Gra-
nat, Plagioklas, Quarz, Biotit, Vesuvian und Epidot ge-
kennzeichnet, wobei Plagioklas, Quarz und Biotit zum Alt-
bestand gehören. Diese Skarne werden häufig auch als Ne-
benskarne bezeichnet (SCHÜTZEL 1970).
Tab. 17: Skarne, Hauptelemente in Masse-%
Lfd. Nr.
1
2
3
4
5
6
7
Gestein
Chondrodit-
Skarn
Phlogopit-
Ludwigit-
Skarn
Granat-Skarn
Pyroxen-
Granat-Skarn
Pyroxen-Skarn
Pyroxen-
Plagioklas-
Skarn
Amphibol-
Skarn
Probenher-
kunft
Schurfschacht
24,
Pöhla
Schurfschacht
24,
Pöhla
Schurfschacht
24,
Pöhla
Schurfschacht
24,
(Mittelwert aus
2 Anal.)
Schurfschacht
24,
(Mittelwert aus
2 Anal.)
Schurfschacht
24,
Pöhla
Schurfschacht
24,
Pöhla
SiO
2
6,64
30,5
34,4
36,9
50,8
46,9
37,6
TiO
2
0,12
0,2
0,5
0,42
0,14
0,34
0,62
Al
2
O
3
1,6
5,5
4,0
8,1
1,6
17,0
9,6
Fe
2
O
3
74,5
17,0
26,0
12,6
2,14
5,67
3,6
FeO
n. b.
8,56
1,5
2,4
2,04
3,7
11,6
MnO
0,5
0,4
0,8
0,81
0,18
0,38
0,46
MgO
11,9
26,8
0,5
3,6
17,9
2,74
12,2
CaO
0,57
0,42
29,5
27,9
20,72
14,56
14,0
Na
2
O
0,15
0,12
<0,1
<0,1
0,3
3,92
1,1
K
2
O
0,2
3,1
<0,1
0,15
0,72
0,88
1,0
P
2
O
5
<0,02
<0,02
<0,1
<0,1
<0,1
0,2
<0,1
CO
2
0,12
0,27
1,6
3,65
0,37
0,64
0,49
H
2
O
-
0,14
0,1
0,21
0,23
0,12
0,1
0,18
GV
0,73
2,45
2,3
5,1
1,72
1,45
4,5
B
2
O
3
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
S
<0,05
<0,05
<0,1
<0,1
<0,1
<0,5
0,43
Sn
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
As
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
97,21
95,46
101,41
101,96
98,85
98,73
97,38

Mineralisation und Metasomatose
34
Fortsetzung Tab. 17:
Skarne, Hauptelemente in Masse-%
Lfd. Nr.
8
9
10
11
12
13
Gestein
Magnetit-
Skarn
Pyroxen-
Granat-Skarn
Magnetit-
Ludwigit-
Skarn
Magnetit-
Skarn
Magnetit-
Skarn
Magnetit-
Skarn
Probenher-
kunft
Schurfschacht
24,
Pöhla
Schurfschacht
24,
BB 227,
7,1-8,15 m
Schurfschacht
24,
SB 26,
11,4-13,2 m
Schurfschacht
24,
BB 171,
0-0,8 m
Schurfschacht
24,
Str. 14
bei 55 m
Schurfschacht
24,
BB 101
1,65-3,05 m
SiO
2
5,6
42,3
2,3
26,1
15,6
8,8
TiO
2
0.58
0,2
0,2
0,1
0,3
0,2
Al
2
O
3
2,5
3,7
0,6
2,7
3,5
0,7
Fe
2
O
3
60,2
28,0
39,9
46,2
67,8
80,5
FeO
19,1
n. b.
14,7
n. b.
n. b.
n. b.
MnO
0,65
0,86
n. b.
0,11
0,46
0,31
MgO
5,5
8,3
20,2
14,9
5,2
0,9
CaO
1,0
15,6
1,1
8,6
2,2
5,6
Na
2
O
<0,1
0,5
0,1
0,2
0,2
0,2
K
2
O
<0,1
0,6
0,2
1,8
0,9
0,5
P
2
O
5
<0,1
n. b.
0,03
n. b.
0,03
n. b.
CO
2
0,88
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
n. b.
H
2
O
-
0,1
0,35
0,22
0,17
0,84
0,04
GV
2,9
0,1
5,8
0,5
1,9
1,9
B
2
O
3
n. b.
n. b.
12,5
n. b.
n. b.
n. b.
S
<0,1
1,5
0,2
0,5
0,1
0,32
Sn
n. b.
0,07
0,39
0,03
0,60
0,07
As
n. b.
1,09
0,16
0,81
0,05
0,02
99,02
103,17
98,6
102,72
99,68
100,06
1-8 KAUFMANN, SCHUPPAN, LINKERT u. a. (1988)
9-13 HÖSEL, PFEIFFER, GALILÄER (1965)
5.2.2
Greisen
Der Prozess der Vergreisenung (Greisen-Stadium; vgl. Tab.
14) ist an Lösungen mit hoher F- und B-Fugazität gebun-
den und wird tektonisch durch NO-SW- bis ONO-WSW-
streichende Gang-/Trümerzüge kontrolliert, die vor allem
im Bereich der Arnoldshammer- und Globensteiner-
Störung konzentriert sind. Bei den Trümern, von denen
metasomatische Veränderungen des Nebengesteins ausge-
hen, lassen sich drei Mineralassoziationen unterscheiden:
1.
Quarz-(Albit)-Kassiterit
2.
Quarz-Fluorit-Scheelit
3.
Quarz-Sulfide-Wolframit
Von der Vergreisenung erfasst werden alle anstehenden
Gesteine, d. h. Skarne, Dolomite, Glimmerschiefer und
Kersantite. Die Intensität und Mächtigkeit der Vergreise-
nung ist in den einzelnen Gesteinen unterschiedlich und
von mehreren physiko-chemischen Faktoren abhängig. Sie
reicht von einer geringmächtigen Salbandvergreisenung
(Tafel 17, Bild 1-3) bis zur Vergreisenung größerer Berei-
che (Tafel 21, Bild 1).
Helle Salbandgreisen
im Glimmer-
schiefer (Tafel 17, Bild 1) zeigen eine Verquarzung, z. T.
eine Feldspatisierung oder eine Serizitisierung an,
dunkle
Salbandgreisen
(Tafel 17, Bild 2; Tafel 18, Bild 1) weisen
auf hohe Chloritanteile hin. Skarne werden von einer
Vergreisenung am stärksten betroffen. Dabei werden die
ursprünglich vorhandenen Skarne nahezu vollständig in
Muskowit bzw. Serizit, Fluorit und Chlorit umgewandelt.
Örtlich auftretende Quarzgehalte sind gering. Der Chlorit-
und Serizitanteil in den Skarnen variiert in weiten Grenzen.
Im Dolomit äußert sich eine Vergreisenung durch die Bil-
dung von
Fluoritmetasomatiten
. Glimmerschiefer werden
durch Vergreisenung in
Quarz-Serizit-Fluorit-Metaso-
matite
umgewandelt (Tafel 21, Bild 1). Bei der Vergreise-
nung von Kersantiten kommt es zur Bildung von Chlorit
und Serizit, die Plagioklase werden albitisiert.
Mit dem Greisen-Stadium ist unmittelbar die Zinn- und
Wolframvererzung verknüpft.
5.2.3
Mittel- bis niedrigthermale Metasomatite
Im Bereich mittel- bis niedrigthermaler Trümer-/Gangzo-
nen, namentlich der Quarz-Uran-, Hämatit-Baryt- und

Mineralisation und Metasomatose
35
Tab. 18: Greisen, Hauptelemente in Masse-%
Lfd. Nr.
1
2
3
4
5
Gestein
Glimmergreisen
Glimmergreisen
Glimmergreisenzer-
satz
Glimmergreisenzer-
satz
Fluoritgreisen
Probenherkunft
Schurfschacht 24,
Pöhla
Schurfschacht 24,
Pöhla
Schurfschacht 24,
(Mittelwert aus 2
Anal.)
Schurfschacht 24,
(Mittelwert aus 4
Anal.)
Schurfschacht 24,
(Mittelwert aus 9
Anal.)
SiO
2
39,0
45,1
47,15
26,42
34,8
TiO
2
0,52
0,38
0,1
0,58
0,17
Al
2
O
3
6,0
7,5
6,1
6,28
5,68
Fe
2
O
3
12,0
3,9
7,36
19,28
0,38
FeO
10,5
7,5
7,86
11,2
0,53
MnO
0,3
0,41
0,61
1,77
0,07
MgO
17,0*
13,6*
4,26
2,33
1,61
CaO
3,3*
8,2*
15,14
8,9
1,82
Na
2
O
<0,1
0,15
0,11
<0,1
<0,1
K
2
O
2,1
1,8
0,84
0,38
0,67
P
2
O
5
<0,1
<0,1
0,22
0,1
0,12
CO
2
1,8
2,4
3,36
8,05
2,27
H
2
O
-
0,72
0,89
n. b.
2,71
1,05
GV
6,4
7,4
n. b.
16,08
-
S
0,53
1,6
<0,1
1,02
<0,1
F
1,1
1,4
4,98
4,26
-
CaF
2
-
-
-
-
47,03
101,37
102,23
98,09
109,36
96,3
* Die MgO- und CaO-Werte sind wahrscheinlich vertauscht, die Primärdaten aber nicht mehr zugänglich.
1-5 KAUFMANN, SCHUPPAN, LINKERT u. a. (1988)
Baryt-Fluorit-Folgengruppe, kommt es zu einer intensiven
Chloritisierung
der Glimmerschiefer und teilweise zur
Rotfärbung
des Dolomits (Tafel 20, Bild 1-3). An anderen
hydrothermalen Trümern ist lediglich eine geringmächtige
Silifizierung im Dolomit (Tafel 17, Bild 3) oder eine Chlo-
ritisierung im Dolomit und Skarn (Tafel 18, Bild 3) zu be-
obachten.
Eine relativ große Verbreitung haben
tonig-sandige
Gesteinszersätze
. Die Zonen intensiver Zersetzung werden
tektonisch durch NW-SO-streichende Bruchstörungen kon-
trolliert. Von der intensiven Zersetzung werden Skarne,
Dolomite, Glimmerschiefer und Kersantite, insbesondere
vergreiste Partien erfasst (Tafel 21, Bild 2-3; Tafel 22, Bild
1-3). Selbst Magnetitskarne liegen als mulmartiger Zersatz
vor. Charakteristische Minerale sind Hydroglimmer, Ton-
Minerale (Montmorillohit, Kaolin), Siderit, Opal, Chalce-
don sowie Fe-Oxide und –Hydroxide. Im Bereich NW-SO-
streichender Gang- und Störungszonen (Str. 108) kommt es
teilweise zur Ausbildung rotbrauner hornsteinartiger
Jaspi-
lite
(Tafel 5, Bild 1). Wahrscheinlich stehen
silifizierte
Dolomite
(Tafel 1, Bild 4 und Tab. 5) genetisch ebenfalls
mit NW-SO-streichenden hydrothermalen Gangzonen im
Zusammenhang.
5.3
Schichtgebundene Mineralisationen
Die im Gebiet Pöhla-Globenstein auftretenden schichtge-
bundenen Mineralisationen sind stratiform-epigenetische
Bildungen und beruhen auf infiltrationsmetasomatischen
Vorgängen in Karbonatgesteins-/Skarnlagern. Zu den
schichtgebundenen
Mineralisationen
zählen
Magnetit,
Ludwigit, Fluorit, Kassiterit, Scheelit und Sulfide.
Das ältestes Erzmineral in den Skarnen ist
Magnetit
. Er
verdrängt Karbonate und die in den älteren Etappen gebil-
deten Skarnminerale Pyroxen, Granat, Chondrodit und Kli-
nohumit. Teilweise ist der Granat auch jünger als der
Magnetit. Sehr häufig tritt Magnetit in Vergesellschaftung
mit Amphibolen und Chlorit sowie Glimmer und Karbona-
ten auf.
Magnetit bildet sich offenbar aus eisen- und fluorreichen
Fluiden und Lösungen, die über Spalten zugeführt werden
(Tafel 19, Bild 2). Mehrfache Spaltenöffnungen führten zu
±
rhythmischen Ausfällungen von Magnetit, Fluorit und
Kalksilikaten. Die Fluide und Lösungen dringen sowohl
auf diskordant als auch auf konkordant zum Gesteinsver-
band verlaufenden Spalten vor. Letztere, d. h. die s-paralle-
len Spalten, werden verursacht durch das unterschiedliche
mechanische Verhalten von Dolomit, Skarn und Glimmer-

image
image
Mineralisation und Metasomatose
36
Abb. 13
Abb. 13: Metasomatische Verdrängung von Dolomit durch Magnetit
Foto: LfUG
schiefer auf tektonische Beanspruchung. Aus diesem
Grund entstehen sehr unterschiedliche und vielgestaltige
Verdrängungstexturen
(Tafel 11-15 und Abb. 13), die
außerdem durch die Permeabilität und Porosität der betrof-
fenen Gesteine weiter beeinflusst werden. Neben den aus-
geprägten Verdrängungstexturen konnten auch regelrechte
Magnetitgänge (Tafel 15, Bild 1 und 2) festgestellt werden,
die möglicherweise eine jüngere Generation darstellen und
einen weiteren Beleg für die Eisenzufuhr über Spalten bil-
den (vgl. auch Tafel 14, Bild 1 und 2).
Magnetit tritt in unterschiedlicher Konzentration auf: im-
prägnativ bis massig-kompakt. Er bildet
einzelne Körner
(Abb. 14, unterer Teil), unregelmäßig geformte
Kornag-
gregate
(Abb. 15, 16) und Nester (Abb. 17), unregelmäßi-
ge
Lagen
(Tafel 13, Bild 1 und 2) und
kompakte Erzkör-
per
von unterschiedlicher Größe, Form und Mächtigkeit
(Abb. 18). Der größte Magnetiterzkörper erreicht eine
streichende Länge von 300 Meter mit einer durchschnittli-
chen Mächtigkeit von 6,0 Meter (maximale Mächtigkeit
9,0 Meter). Die Magnetitskarne weisen in der Regel scharfe
Kontakte zum angrenzenden Dolomit auf (Tafel 12, Bild 1-
3; Tafel 13, Bild 1-2; Tafel 14, Bild 1-3).
Abb. 14: Kontakt Dolomit (unten)/Magnetitskarn (oben)
mit einzelnen Magnetitkörnern und –aggregaten
im unteren Teil (Fluidkanal)
Foto: LfUG

image
image
Mineralisation und Metasomatose
37
Abb. 15:
Unregelmäßig
angeordnete
Magnetitaggregate (tektonisch
kontrollierte Infiltrationsmeta-
somatose)
Foto: LfUG
Abb. 15
Abb. 16
Abb. 16:
Unregelmäßig
angeordnete
Magnetitaggregate
und
streifen im primär verfalteten
dolomitischen Edukt (Infiltrati-
onsmetasomatose)
Foto: LfUG
Als
Magnetitskarn
werden Skarne mit einem Fe-Gehalt
über 15 % bezeichnet. In den Magnetitskarnen schwanken
die Fe-Gehalte je nach dem Magnetitanteil in weiten Gren-
zen (Abb. 19, 20). Neben schwächer vererzten Skarnen
sind häufig auch unvererzte Dolomitrelikte im Magne-
titskarn zu beobachten (Tafel 11, Bild 1). Der durchschnitt-
liche Fe-Gehalt des in Pöhla erkundeten Magnetitskarns
liegt bei 37 %, das entspricht einem Fe
3
O
4
-Gehalt von 50
%. Der höchste im Magnetitskarn ermittelte Fe-Gehalt be-
trug 68,5 %, das entspricht einem Fe
3
O
4
-Gehalt von 94,6
%.

image
image
image
Mineralisation und Metasomatose
38
Abb. 17:
Magnetitnester im Skarn
Foto: LfUG
Abb. 18:
Formen der Magnetiterzkörper
von Pöhla-Globenstein
a:
350 m-Sohle, Qu. 121,
SW-Stoß
b:
350 m-Sohle, Str. 113
c:
Steigort 1 oberhalb
Feldstrecke 2
(HÖSEL, PFEIFFER, GALILÄER
1965)
Magnetit ist in der Regel verwachsen mit Skarnmineralen,
z. T. mit Ludwigit und Sulfiden (Arsenopyrit, Sphalerit,
Chalkopyrit). Charakteristisch ist eine häufig zu beobach-
tende
Martitisierung des Magnetits
auf Korngrenzen und
Spaltrissen (Tafel 25, Bild 1 und 2). Der
Zinngehalt
des
Magnetits ist bedeutend. Diese Tatsache ist physiko-
chemisch begründet. Da die Ausfällung des Zinns als
Sn(OH)
4
bei steigender Basizität des Milieus (bis pH 8)
erfolgt, ist die Zinnvererzung bei Anwesenheit von Magne-
tit im wesentlichen auf Magnetitskarn als eine auf Sn(OH)
4
ausfällend wirkende Substanz beschränkt. Der Zinngehalt
liegt im Durchschnitt bei 0,27 %. Nach dem Verteilungs-
schema von Zinn im Magnetit (Abb. 21) wird vermutet,
dass Zinn als Kassiterit in Form submikroskopischer
Einsprenglinge und als isomorphes Zinn in disperser Ver-
teilung auftritt.
Ludwigit
tritt in Pöhla generell mit Magnetit und häufig
mit Phlogopit zusammen auf. Im frischen Zustand hat der
Ludwigit eine rabenschwarze Farbe und bildet seidenglän-
zende, fasrig-büschelige bzw. radialstrahlige Aggregate bis
20 Millimeter Länge. Ludwigit ist ziemlich verbreitet, aber
nicht durchgängig vorhanden. Er bildet in der Regel ein-
zelne Aggregate, seltener kommt es zu größeren Anhäu-
fungen, die dann meist auf randliche Partien des Magne-
titskarnkörpers beschränkt sind. Borgehalte von 1 % im
Magnetitskarn sind verbreitet, Einzelwerte erreichen ma-
ximal 12,5 %, sind aber selten. Reine Ludwigitkörper wur-
den nicht bekannt. Neben Ludwigit treten in geringen
Mengen auch die Borminerale Danburit, Fluoborit und
Szaibelyit auf.

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Mineralisation und Metasomatose
39
Abb. 19: Zusammensetzung der Magnetitskarne
Abb. 20: Zusammensetzung der Magnetitskarne
MgO : CaO : FeO-Verhältnis
SiO
2
+ Al
2
O
3
: MgO + CaO : FeO-Verhältnis
(HÖSEL, PFEIFFER, GALILÄER 1965)
(HÖSEL, PFEIFFER, GALILÄER 1965)
SN
Abb. 21: Rasterbilder der Elementverteilung (Sn, Fe) im
Magnetit, Vergrößerung 1200 x
(aus: KAUFMANN, SCHUPPAN, LINKERT u. a. 1988)
Darstellung in absorbierten Elektronen
Fe

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