2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2011 I
11
2
Gesamtüberblick
2.1
Bekannt gewordene Fälle
(Vgl. Tabelle 01 im Tabellenanhang)
2.1.1
Kriminalität insgesamt
Tabelle 9: Häufigkeitszahlen der Bundesländer
Die im Freistaat Sachsen registrierte
Kriminalität nahm zu. Die Dienststel-
len der Landespolizei und der Bun-
despolizei bearbeiteten zusammen
293 895 Straftaten, 3 248 Fälle bzw.
1,1 Prozent mehr als 2010.
Rechnerisch entfielen auf jeweils
100 000 Einwohner 7 083 Fälle, 111
mehr als 2010. Die Kriminalitätsbe-
lastung der sächsischen Bevölkerung
lag 3,3 Prozent unter der durch-
schnittlichen Belastung der Bundes-
bürger.
Im Vergleich der neuen Bundeslän-
der war die Bevölkerung Thüringens
und Sachsens am wenigsten durch
Kriminalität gefährdet.
Auf jeden Quadratkilometer des Frei-
staates kamen statistisch gesehen
16 Straftaten. Die durchschnittliche
Kriminalitätsdichte im Bund lag bei 17
Fällen pro km².
Tabelle 10: Zeitreihe zur Bevölkerungs- und Straftatenentwicklung in Sachsen
Jahr
Bevölkerung
bekannt gewordene Straftaten
Einwohner
Änderung
Fälle
Änderung
Gesamt-
Änderung
am 31.12. des
zum Vorjahr
zum Vorjahr
häufig-
zum Vorjahr
Vorjahres
in Prozent
in Prozent
keitszahl
in Prozent
2002
4 384 192
- 0,9
336 632
-
4,3
7 678
-
3,4
2003
4 349 059
- 0,8
352 866
+
4,8
8 114
+
5,7
2004
4 321 437
- 0,6
335 763
-
4,8
7 770
-
4,2
2005
4 296 284
- 0,6
318 166
-
5,2
7 406
-
4,7
2006
4 273 754
- 0,5
307 841
-
3,2
7 203
-
2,7
2007
4 249 774
- 0,6
308 106
+
0,1
7 250
+
0,7
2008
4 220 200
- 0,7
295 817
-
4,0
7 010
-
3,3
2009
4 192 801
- 0,6
279 467
-
5,5
6 665
-
4,9
2010
4 168 732
- 0,6
290 647
+
4,0
6 972
+
4,6
2011
4 149 477
- 0,5
293 895
+
1,1
7 083
+
1,6
1
Bei einigen Ländern, gibt es minimale Differenzen zwischen den aggregierten Daten des BKA und dem jeweiligen Land.
Bundesland
1
Straftaten 2011
je 100 000 Einwohner
Berlin
14 286
Bremen
14 077
Hamburg
12 812
Nordrhein-Westfalen
8 470
Sachsen-Anhalt
8 021
Brandenburg
7 896
Mecklenburg-Vorpommern
7 820
Schleswig-Holstein
7 751
Sachsen
7 083
Niedersachsen
6 974
Rheinland-Pfalz
6 861
Saarland
6 807
Hessen
6 541
Thüringen
6 128
Baden-Württemberg
5 420
Bayern
4 970
Bund gesamt
7 328

2.1 Bekannt gewordene Fälle
12
I LKA Sachsen PKS 2011
0
50 000
100 000
150 000
200 000
250 000
300 000
350 000
2007
2008
2009
2010
2011
- 5,5 %
+ 4,0 %
+ 1,1 %
-4,0 %
erfasste
Fälle
Aufgrund des Wegfalls stationärer Grenzkontrollen zu Polen und Tschechien beinhaltet die Gesamtkrimi-
nalität Sachsens nur noch einen geringen Anteil (1,1 %) ausländerspezifischer Delikte. 2011 ging die Zahl
der registrierten Verstöße gegen das Aufenthalts-, das Asylverfahrens- und das Freizügigkeitsgesetz/EU
um 239 Fälle bzw. 6,9 Prozent zurück. Klammert man diese Straftaten aus der Gesamtbetrachtung aus,
lag die Zahl der erfassten Fälle 2011 bei 290 647. Das sind 3 487 Delikte (+ 1,2 %) mehr als 2010.
Der Kriminalitätsanstieg des Jahres 2011 betraf fünf von acht Straftatenobergruppen, am stärksten die
Obergruppe Diebstahl unter erschwerenden Umständen (+ 4 562 Fälle bzw. 7,7 %). Zunahmen gab es
auch in der Rauschgift-, Computer- und Umweltkriminalität.
Abbildung 4: Entwicklung der registrierten Gesamtkriminalität
Jede fünfte Straftat war ein
Diebstahl unter erschwerenden
Umständen. 2011 wurden 4 562
Fälle mehr (+ 7,7 %) registriert
als 2010. Die Zahl beim einfa-
chen Diebstahl stieg im Be-
richtsjahr
um
2 302
Fälle
(+ 4,2 %). Bei Vermögens- und
Fälschungsdelikten verlief die
Statistik speziell im Betrugs-
bereich sehr unterschiedlich.
Den größten absoluten Zu-
wachs gab es bei Erschleichen
von Leistungen sowie beim An-
lagebetrug. Die Abnahme in der
Gruppe der sonstigen Straftaten
nach dem StGB resultiert ins-
besondere durch weniger Fälle
bei
Sachbeschädigung.
Die
Zahl der Straftaten nach straf-
rechtlichen
Nebengesetzen
stieg gegenüber 2010 um 9,1
Prozent an. Die größte absolute
Zunahme gab es bei Rausch-
giftdelikten (BtMG).
Tabelle 11: Kriminalitätsanteile der Straftatenobergruppen und Summenschlüssel
Schl.-
Straftatengruppe
Anteil an allen Straftaten in %
zahl
Sachsen
Bund gesamt
2011
2010
2011
000000 Straftaten gegen das Leben
0,0
0,1
0,1
100000 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
0,7
0,7
0,8
200000 Rohheitsdelikte, Straft. gg. d. persönliche Freiheit
10,2
10,6
13,0
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
19,5
18,9
21,5
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
21,7
20,4
18,6
500000 Vermögens- und Fälschungsdelikte
21,4
21,6
19,2
600000 Sonstige Straftatbestände nach dem StGB
20,8
22,6
20,1
700000 Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze
5,6
5,2
6,7
891000 Rauschgiftkriminalität
2,8
2,5
4,0
892000 Gewaltkriminalität
2,3
2,4
3,3
893000 Wirtschaftskriminalität
2,4
3,0
1,3
897000 Computerkriminalität
1,1
1,0
1,4
899000 Straßenkriminalität
20,8
22,3
23,1

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2011 I
13
Abbildung 5: Anteile der Obergruppen an der Gesamtkriminalität
Diebstähle machten weniger als
die Hälfte der Gesamtkriminalität
aus. Etwa jede vierte bis fünfte
Straftat war ein Vermögens- und
Fälschungsdelikt. Unter ihnen do-
minierte Betrug (83,7 %) vor Un-
terschlagung
(7,4 %),
Urkun-
denfälschung (3,9 %) und Ver-
untreuung (3,8 %). Die Gruppe
der sonstigen Straftatbestände
nach dem StGB wurde vom Anfall
der
Sachbeschädigungen
be-
herrscht (61,0 %). Bei Straftaten
gegen strafrechtliche Nebenge-
setze überwogen die Rauschgift-
delikte (49,1 %) vor ausländer-
rechtlichen Verstößen (19,7 %)
und Straftaten gegen das Waf-
fengesetz (9,7 %).
Abbildung 6:
Prozentanteile
ausgewählter Deliktsgruppen
Mit 1,1 Prozent nahmen aus-
länderrechtliche Verstöße nur
noch einen geringen Anteil an
der
Gesamtkriminalität
ein.
Bundespolizei
und
Landes-
polizei bearbeiteten in Sachsen
u. a. 1 588 unerlaubte Aufent-
halte, 724 unerlaubte Einreisen
und 132 sonstige Verstöße ge-
gen das Aufenthaltsgesetz. Au-
ßerdem wurden 156 Fälle des
Einschleusens von Ausländern
gemäß AufenthG sowie 253
Straftaten gegen das Asylver-
fahrensgesetz erfasst.
Rauschgiftkriminalität verzeichnete einen Zuwachs um 994 Fälle auf 8 167 Delikte (+ 13,9 %). Die Ge-
waltkriminalität sank um 150 Fälle (- 2,2 %) auf 6 746 Delikte. Im Rahmen der Wirtschaftskriminalität wur-
den 7 062 Straftaten registriert, 1 744 Fälle weniger als 2010 (- 19,8 %). Computerkriminalität stieg um
350 Straftaten auf 3 208 Fälle (+ 12,2 %). In der Umweltkriminalität wurden 836 Fälle registriert, das wa-
ren 28 Straftaten (+ 3,5 %) mehr als 2010. Straßenkriminalität ist um 3 100 Straftaten auf 61 168 Delikte
gesunken (- 4,8 %).
Tabelle 12: Häufigkeitszahlen ausgewählter Straftaten(gruppen)
Schl.-
Straftat/
erfasste
Häufigkeitszahl
zahl
Straftatengruppe
Fälle Sachsen
Bund
010000+020000
Mord und Totschlag
86
2
3
111000
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
112
3
9
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
756
18
15
... Fortsetzung
Straftaten gg. das Leben und die
sex. Selbstbestimmung 0,8 %
Rohheitsdelikte, Straftaten
gg. die persönl.Freiheit
10,2 %
Diebstahl ohne
erschwerende
Umstände
19,5 %
Diebstahl unter
erschwerenden
Umständen
21,7 %
Vermögens- und
Fälschungsdelikte
21,4 %
sonstige
Straftatbestände
nach StGB
20,8 %
Verstöße gegen
strafrechtliche Nebengesetze
5,6 %
ausländerrechtliche
Verstöße 1,1 %
alle übrigen
Straftaten
24,4 %
einfacher Ladendienbstahl
6,9 %
Betrug (ohne Erschleichen von Leistungen)
12,3 %
Sachbe-
schädigung
12,7 %
Diebstahl unter
erschwerenden
Umständen
21,7 %
sonstiger einfacher Diebstahl
12,6 %
Erschleichen
von Leistungen
5,7 %
Rauschgiftdelikte (BtMG)
2,8 %

2.1 Bekannt gewordene Fälle
14
I LKA Sachsen PKS 2011
Fortsetzung Tabelle 12
Schl.-
Straftat/
erfasste
Häufigkeitszahl
zahl
Straftatengruppe
Fälle Sachsen
Bund
210000
Raub, räuberische Erpressung und räuberischer
1 885
45
59
Angriff auf Kraftfahrer
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
4 651
112
170
224000
(vorsätzliche leichte) Körperverletzung
13 090
315
458
232000
Nachstellung (Stalking), Freiheitsberaubung, Nötigung,
8 772
211
232
Bedrohung
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
57 182
1 378
1 579
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
63 762
1 537
1 362
****00
Diebstahl insgesamt
120 944
2 915
2 940
darunter
***100
von Kraftwagen einschl. unbefugter Gebrauch
3 531
85
50
***200
von Mopeds/Krafträdern einschl. unbefugter Gebrauch
1 403
34
46
***300
von Fahrrädern einschl. unbefugter Gebrauch
15 221
367
402
*25*00
in/aus Kiosken, Geschäften, Schaufenstern, Schaukästen
25 343
611
570
und Vitrinen
*35*00
in/aus Wohnungen
6 301
152
229
*50*00
in/aus Kraftfahrzeugen
9 266
223
297
*55000
an Kraftfahrzeugen
6 192
149
151
510000
Betrug
52 713
1 270
1 144
520000
Veruntreuung
2 418
58
36
530000
Unterschlagung
4 655
112
129
540000
Urkundenfälschung
2 486
60
83
620000
Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straftaten
6 634
160
149
gegen die öffentliche Ordnung
630000
Begünstigung, Strafvereitelung (ohne Strafvereitelung
896
22
35
im Amt), Hehlerei und Geldwäsche
640000
Brandstiftung und Herbeiführen einer Brandgefahr
1 470
35
28
650000
Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte
408
10
6
671000
Verletzung der Unterhaltspflicht
534
13
13
673000
Beleidigung
9 119
220
258
674000
Sachbeschädigung
37 315
899
842
676000
Straftaten gegen die Umwelt
233
6
16
710000
Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze auf
1 247
30
30
dem Wirtschaftssektor
725000
Straftaten gegen das AufenthG, AsylVfG, FreizügG/EU
3 248
78
96
726000
Straftaten gegen das Sprengstoff-, das Waffen- und das
2 332
56
47
Kriegswaffenkontrollgesetz
730000
Rauschgiftdelikte (BtMG)
8 096
195
289
Tabelle 13: Rangfolge der häufigsten Straftaten/Straftatengruppen nach ihrem Prozentanteil an der
Gesamtkriminalität
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
erfasste Fälle
%-Anteil
zahl
2011
2011
2010
****00
Diebstahl insgesamt
120 944
41,2
39,3
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
63 762
21,7
20,4
500000
Vermögens- und Fälschungsdelikte
62 979
21,4
21,6
600000
sonstige Straftatbestände nach StGB
61 153
20,8
22,6
... Fortsetzung

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2011 I
15
Fortsetzung Tabelle 13
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
erfasste Fälle
%-Anteil
zahl
2011
2011
2010
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
57 182
19,5
18,9
510000 Betrug
52 713
17,9
18,0
670000 alle sonstigen Straftaten gemäß StGB
51 237
17,4
19,1
674000 Sachbeschädigung
37 315
12,7
14,0
200000 Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit
30 037
10,2
10,6
*25*00
Diebstahl in/aus Kiosken, Geschäften, Schaufenstern,
25 343
8,6
8,5
Schaukästen und Vitrinen insgesamt
325*00 einfacher Diebstahl in/aus Kiosken, Geschäften,
21 861
7,4
7,4
Schaufenstern, Schaukästen und Vitrinen
*26*00
Ladendiebstahl insgesamt
21 462
7,3
7,1
326*00 einfacher Ladendiebstahl
20 175
6,9
6,7
220000 Körperverletzung
19 221
6,5
6,7
517000 sonstiger Betrug
18 179
6,2
7,1
515000 Erschleichen von Leistungen
16 610
5,7
5,0
700000 strafrechtliche Nebengesetze
16 493
5,6
5,2
***300
Diebstahl von Fahrrädern insgesamt einschließlich
15 221
5,2
4,8
unbefugter Gebrauch
674300 sonstige Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen, Plätzen
13 308
4,5
5,2
*40*00
Diebstahl in/aus Boden-, Kellerräumen und
13 259
4,5
3,6
Waschküchen insgesamt
4**3
schwerer Diebstahl von Fahrrädern
13 120
4,5
4,1
224000 (vorsätzliche leichte) Körperverletzung
13 090
4,5
4,6
511000 Waren- und Warenkreditbetrug
13 037
4,4
4,8
440*00 schwerer Diebstahl in/aus Boden-, Kellerräumen und
11 696
4,0
3,1
Waschküchen
674100 Sachbeschädigung an Kfz
10 279
3,5
3,7
*50*00
Diebstahl in/aus Kfz insgesamt
9 266
3,2
3,3
673000 Beleidigung
9 119
3,1
3,3
230000 Straftaten gegen die persönliche Freiheit
8 931
3,0
3,2
232000 Nachstellung, Freiheitsberaubung, Nötigung, Bedrohung
8 772
3,0
3,2
511200 sonstiger Warenkreditbetrug
8 642
2,9
3,0
730000 Rauschgiftdelikte (BtMG)
8 096
2,8
2,4
*10*00
Diebstahl in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt-
7 921
2,7
2,7
und Lagerräumen insgesamt
450*00 schwerer Diebstahl in/aus Kfz
7 708
2,6
2,9
720000 Straftaten gegen sonstige strafrechtliche Nebengesetze
6 859
2,3
2,2
620000 Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straftaten gegen
6 634
2,3
2,3
die öffentliche Ordnung
***500
Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln insgesamt
6 548
2,2
2,2
731000 allgemeine Verstöße nach § 29 BtMG
6 307
2,1
1,9
*35*00
Diebstahl in/aus Wohnungen insgesamt
6 301
2,1
2,0
*55000 Diebstahl an Kraftfahrzeugen insgesamt
6 192
2,1
2,2
410*00 schwerer Diebstahl in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-,
5 840
2,0
2,0
Werkstatt und Lagerräumen
518900 sonstige weitere Betrugsarten
5 620
1,9
2,0
517800 (sonstiger) Sozialleistungsbetrug
5 549
1,9
1,7
3**500
einfacher Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln
5 318
1,8
1,8
355000 einfacher Diebstahl an Kraftfahrzeugen
4 731
1,6
1,7
530000 Unterschlagung
4 655
1,6
1,5
222000 gefährliche und schwere Körperverletzung
4 651
1,6
1,6

2.1 Bekannt gewordene Fälle
16
I LKA Sachsen PKS 2011
Unter den 293 895 registrierten Delikten des Jahres 2011 befanden sich 21 478 mit Strafe bedrohte Ver-
suchshandlungen. Der Anteil der unvollendeten Straftaten stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent-
punkte auf 7,3 Prozent.
Deutlich über dem Durchschnitt lagen die Versuchsanteile bei Mord und Totschlag, Erpressung sowie
Diebstahl von Kraftwagen einschließlich unbefugten Gebrauchs. Der relativ hohe Anteil unvollendeter
Diebstähle unter erschwerenden Umständen kann u. a. als Zeichen erfolgreicher Vorbeugemaßnahmen
gewertet werden.
Tabelle 14: Anteil der Versuchshandlungen bei ausgewählten Straftaten(gruppen)
Schl.-
Straftat/
erfasste
darunter Versuche
zahl
Straftatengruppe
Fälle
Anzahl
in %
010000+020000
Mord und Totschlag
86
62
72,1
111000
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
112
8
7,1
112000
sonstige sexuelle Nötigung
372
74
19,9
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
756
44
5,8
210000
Raub, räuberische Erpressung und räuberischer
1 885
302
16,0
Angriff auf Kraftfahrer
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
4 651
584
12,6
230000
Straftaten gegen die persönliche Freiheit
8 931
171
1,9
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
57 182
1 175
2,1
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
63 762
14 466
22,7
****00
Diebstahl insgesamt
120 944
15 641
12,9
darunter
***100
von Kraftwagen einschl. unbefugter Gebrauch
3 531
1 036
29,3
***200
von Mopeds/Krafträdern einschl. unbef. Gebrauch
1 403
112
8,0
***700
von/aus Automaten
653
124
19,0
*10*00
in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt-
7 921
2 010
25,4
und Lagerräumen
*15*00
in/aus Gaststätten, Kantinen, Hotels und Pensionen
2 812
396
14,1
*25*00
in/aus Kiosken, Geschäften, Schaufenstern, Schau-
25 343
1 365
5,4
kästen und Vitrinen
*35*00
in/aus Wohnungen
6 301
1 246
19,8
*40*00
in/aus Boden-, Kellerräumen und Waschküchen
13 259
2 942
22,2
*45*00
auf Baustellen
2 705
280
10,4
*50*00
in/aus Kraftfahrzeugen
9 266
1 379
14,9
510000
Betrug
52 713
3 115
5,9
darunter
511100
betrügerisches Erlangen von Kfz
90
7
7,8
516300
mittels rechtswidrig erlangter Debitkarten mit PIN
798
80
10,0
516400
mittels rechtswidrig erlangter Kreditkarten
247
22
8,9
517100
Leistungsbetrug
1 285
285
22,2
517400
zum Nachteil von Versicherungen und Versicherungs-
158
58
36,7
missbrauch
518300
Kontoeröffnungs- und Überweisungsbetrug
610
178
29,2
542000
Fälschung zur Erlangung von Betäubungsmitteln
34
10
29,4
610000
Erpressung
315
115
36,5
633000
Geldwäsche
191
37
19,4
641000
vorsätzliche Brandstiftung/Herbeiführen e. Brandgefahr
924
70
7,6
675200
Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion
83
8
9,6
676100
Gewässerverunreinigung
70
3
4,3
725100
unerlaubte Einreise gemäß AufenthG
724
40
5,5
731900
allgemeine Verstöße mit sonstigen Betäubungsmitteln
27
3
11,1

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2011 I
17
2.1.2
Fallentwicklung der Straftaten(gruppen)
(Vgl. Tabelle A2 im Tabellenanhang)
2011 wurden 144 Straftaten gegen das Leben registriert, 21 Fälle weniger als 2010. Im Einzelnen handel-
te es sich um 14 vollendete sowie 20 versuchte Morde, 10 vollendete sowie 42 Fälle des versuchten Tot-
schlags/der versuchten Tötung auf Verlangen, 55 fahrlässige Tötungen sowie ein vollendeter und zwei
versuchte Schwangerschaftsabbrüche. Die Gefahr, Opfer einer Straftat gegen das Leben zu werden, lag
in Sachsen genau so niedrig wie im Bundesdurchschnitt.
Die Gesamtzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist um 46 Fälle bzw. 2,2 Prozent ge-
stiegen. Insbesondere beim sexuellen Missbrauch bearbeitete die Polizei 211 Fälle mehr als 2010. Dage-
gen ging die Zahl bei Verbreitung pornographischer Schriften um 67 Fälle zurück. Auf 100 000 Einwohner
kamen insgesamt 52 Sexualdelikte. Damit lag Sachsen leicht unter dem Durchschnitt des Bundes.
Mit 30 037 Fällen lag die Gesamtzahl der Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit 823
Fälle bzw. 2,7 Prozent niedriger als 2010. Die Zahl der Bedrohungen sank im Berichtsjahr um 339 Fälle,
die Zahl der (vorsätzlichen leichten) Körperverletzungen um 309 Fälle, die Zahl der Raubdelikte um 59
Fälle. Im Gegenzug dazu stieg die Zahl der fahrlässigen Körperverletzungen um 37 Fälle, die Zahl Entzie-
hung Minderjähriger um 18 Fälle sowie die Zahl der Raubüberfälle auf Tankstellen um fünf Fälle an. Auf
100 000 Einwohner kamen 45 Raubdelikte, 463 Körperverletzungen, 78 Nötigungen und 95 Bedrohungen.
Sachsen registrierte bei gefährlicher wie schwerer Körperverletzung eine niedrigere Belastung als alle an-
deren Bundesländer.
Diebstahl ohne erschwerende Umstände machte 19,5 Prozent der registrierten Gesamtkriminalität aus.
2011 verzeichnete dieser Deliktbereich eine Zunahme um 4,2 Prozent. Ausschlaggebend waren mehr La-
dendiebstähle (+ 699 Fälle), Diebstähle in/aus Kraftfahrzeugen (+ 328 Fälle), Diebstähle in/aus Wohnun-
gen (+ 207 Fälle), Diebstähle von unbaren Zahlungsmitteln (+ 173 Fälle), Diebstähle in/aus Boden- Keller-
räumen bzw. Waschküchen (+ 100 Fälle), Diebstähle von Fahrrädern einschließlich unbefugten Ge-
brauchs (+ 86 Fälle) und Diebstähle auf Baustellen (+ 82 Fälle).
Charakteristisch für die Kriminalitätsstruktur ist der hohe Anteil an Diebstahl unter erschwerenden Um-
ständen. 2011 verzeichnete der Freistaat Sachsen in diesem Deliktbereich eine höhere Belastung als im
Bundesdurchschnitt.
Abbildung 7:
Diebstahl unter erschwerenden Um-
ständen seit 2007
Verstärkte Anstrengungen zur Bekämp-
fung der Kfz-Kriminalität zeigten Erfolg:
Diese Vorkehrungen wirkten sich 2011
speziell bei Diebstahl in/aus Kraftfahr-
zeugen (- 586 Fälle bzw. 7,1 %) und von
Kraftwagen (- 517 Fälle bzw. 14,0 %)
aus. Aber auch Mopeds, Motorräder, Au-
tomaten sowie unbare Zahlungsmittel
waren tendenziell weniger von schweren
Diebstählen betroffen. Trotzdem sind bei
Diebstahl in/aus Boden-, Kellerräumen,
Waschküchen (+ 2 603 Fälle), Fahrrad-
diebstahl (+ 1 235 Fälle), Diebstahl auf
Baustellen (+ 326 Fälle), Wohnungsein-
bruchsdiebstahl (+ 247 Fälle), Laden-
diebstahl (+ 234 Fälle) und Diebstahl
in/aus Gaststätten/Hotels (+ 209 Fälle)
noch weitere Bemühungen erforderlich.
0
10 000
20 000
30 000
40 000
50 000
60 000
70 000
2007 2008 2009 2010 2011
von Kraftwagen
in/aus Kfz
von Fahrrädern
sonstige
Diebstahl unter
erschwerenden
Umständen...
Fälle

2.1 Bekannt gewordene Fälle
18
I LKA Sachsen PKS 2011
Abbildung 8: Entwicklung der Fallzahlen ausgewählter Straftaten(gruppen) im Jahr 2011
- 378
- 551
+ 1 321
+ 2 703
+ 1 962
- 2 387
+ 1 615
Sachbe-
schädigung
Waren-
und
Waren-
kredit-
betrug
Anlage-
betrug
Diebstahl
in/aus
Boden-,
Keller-
räumen
und
Waschküchen
Leistungs-
betrug
Diebstahl
von
Fahrrädern*
Körper-
verletzung
Er-
schleichen
von
Leistungen
Rauschgift-
delikte
(BtMG)
Diebstahl
von
Kraftwagen*
+ 1 053
* einschließlich unbefugter Gebrauch
- 844
- 3 490
2011 umfasste der Bereich Vermögens- und Fälschungsdelikte 62 979 Straftaten, 279 Fälle bzw. 0,4 Pro-
zent mehr als im Vorjahr. Die größten Zunahmen gab es bei Erschleichen von Leistungen (+ 1 962 Fälle),
Anlagebetrug (+ 1 615 Fälle), sonstigem Sozialleistungsbetrug (+ 654 Fälle), Betrug mittels rechtswidrig
erlangter Debitkarten ohne PIN [Lastschriftverfahren] (+ 393 Fälle) sowie Computerbetrug (+ 213 Fälle).
Bei Leistungsbetrug (- 2 387 Fälle), Waren- bzw. Warenkreditbetrug (- 844 Fälle), Fälschungen von Zah-
lungskarten mit oder ohne Garantiefunktion, Schecks, Wechseln (- 479 Fälle) sowie Kontoeröffnungs- und
Überweisungsbetrug (- 387 Fälle) gab es die stärksten Rückgänge. Die Polizeiliche Kriminalstatistik zählte
4 655 Unterschlagungen (+ 239 Fälle), 2 418 Veruntreuungen (- 93 Fälle), 2 486 Urkundenfälschungen
(+ 356 Fälle), 478 Insolvenzstraftaten nach dem StGB (- 72 Fälle) und 229 Fälschungen von Geld, Wert-
zeichen, Zahlungskarten, Schecks bzw. Wechseln (- 497 Fälle).
Die Gruppe der sonstigen Straftaten nach StGB wies 2011 eine Abnahme um 4 470 Fälle auf und um-
fasste 61 153 Delikte. Den größten Rückgang verzeichnete die Statistik vor allem bei Sachbeschädigung.
Insgesamt wurden 37 315 Fälle registriert, 3 490 weniger als 2010. Zu 35,7 Prozent handelte es sich um
sonstige Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen oder Plätzen (- 1 898 Fälle) und zu 27,5 Prozent um
Sachbeschädigung an Kfz (- 525 Fälle). Relativ deutliche Zunahmen gab es bei Hausfriedensbruch (+ 153
Fälle bzw. 4,4 %), beim Ausspähen, Abfangen von Daten einschließlich Vorbereitungshandlungen (+ 101
Fälle bzw. 34,4 %), bei Beleidigung auf sexueller Grundlage (+ 82 Fälle bzw. 8,2 %), sonstiger Hehlerei
(+ 67 Fälle bzw. 16,3 %) und Geldwäsche (+ 62 Fälle bzw. 48,1 %).
Straftaten nach strafrechtlichen Nebengesetzen lagen mit 16 493 Delikten um 1 373 Fälle höher als 2010
(+ 9,1 %). Vor allem die Zahl der allgemeinen Verstöße mit Amphetamin/Methamphetamin und deren De-
rivate in Pulver- oder flüssiger Form (+ 989 Fälle) nahm stark zu. Desweiteren stieg die Anzahl insbeson-
dere bei Erschleichen eines Aufenthaltstitels gemäß AufenthG (+ 97 Fälle). Weniger Straftaten wurden
speziell bei unerlaubten Einreisen gemäß AufenthG (- 231 Fälle) registriert. Abschließend bearbeitete die
Polizei insgesamt 8 096 Rauschgiftdelikte (+ 1 053 Fälle), 1 608 Straftaten nach dem Waffengesetz (- 117
Fälle), 1 247 Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze auf dem Wirtschaftssektor (- 65 Fälle), 703
Straftaten gegen das Sprengstoffgesetz (+ 21 Fälle) und 291 Straftaten gegen strafrechtliche Nebenge-
setze auf dem Umweltsektor (+ 7 Fälle).

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2011 I
19
2.1.3
Räumliche Verteilung der Kriminalität
2.1.3.1 Kriminalität nach Gemeindegrößenklassen
(Vgl. Tabelle A3 im Tabellenanhang)
Auf die Gemeindegrößenklassen verteilte sich die Gesamtkriminalität wie folgt:
Gemeinden unter 20 000 Einwohner:
83 826 Fälle
28,5 %
Gemeinden 20 000 bis unter 100 000 Einwohner:
70 328 Fälle
23,9 %
Gemeinden 100 000 bis unter 500 000 Einwohner:
21 415 Fälle
7,3 %
Gemeinden 500 000 und mehr Einwohner:
117 987 Fälle
40,1 %
Tatort unbekannt:
339 Fälle
0,1 %
Zum Vergleich: Der Bevölkerungsanteil der Gemeinden mit weniger als 20 000 Einwohnern lag 2011 bei
48,9 Prozent. In der Gemeindegrößenklasse „20 000 bis unter 100 000 Einwohner“ lebten 20,1 Prozent
der sächsischen Bevölkerung, in der Klasse „100 000 bis unter 500 000 Einwohner“ 5,9 Prozent sowie in
der Gemeindegrößenklasse „500 000 und mehr Einwohner“ 25,2 Prozent.
Abbildung 9: Bevölkerungs- und Straftatenanteile nach Gemeindegrößenklassen
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
Straf tatenanteil
Bevölkerungsanteil
Prozent
Gemeinden mit einer Einwohnerzahl ...
unter 20 000
von 20 000 bis
unter 100 000
von 100 000 bis
unter 500 000
von 500 000
und mehr
Tabelle 15: Häufigkeitszahlen nach Gemeindegrößenklassen
Gemeindegrößenklasse
Straftaten je 100 000 Einwohner
Einwohnerzahl ... 2011
unter 20 000
4 133
20 000 bis unter 100 000
8 451
100 000 bis unter 500 000
8 804
500 000 und mehr
11 280
Straftaten gegen die Umwelt wurden vorwiegend im ländlichen Bereich registriert. Relativ hoch lagen hier
unter anderem auch die Anteile bei Hehlerei von Kfz, Verletzung der Unterhaltspflicht, Brandstiftung/Her-
beiführen einer Brandgefahr, Straftaten gegen das Waffengesetz, Straftaten gegen die persönliche Frei-
heit, Inverkehrbringen von Falschgeld, Veruntreuung und Beleidigung. 42,5 Prozent aller in Sachsen be-
gangenen sonstigen Straftaten im Amt entfielen auf die Größenklasse „20 000 bis unter 100 000 Einwoh-
ner“. Taschendiebstähle, Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln und Diebstahl in/aus Kraftfahrzeugen
wurden zu über 50 Prozent in den Großstädten Leipzig und Dresden (500 000 und mehr Einwohner) fest-
gestellt.

2.1 Bekannt gewordene Fälle
20
I LKA Sachsen PKS 2011
Tabelle 16: Tatortverteilung ausgewählter Delikte nach Gemeindegrößenklassen
1
Schl.-
Straftat/
Prozentanteil der Gemeindegrößenklasse
zahl
Straftatengruppe
unter
20 000 bis 100 000 bis
500 000
20 000 u. 100 000
u. 500 000 und mehr
... Einwohner
010000+020000
Mord und Totschlag
43,0
18,6
10,5
27,9
111000
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
30,4
21,4
4,5
43,8
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
41,3
24,9
7,5
26,3
210000
Raub, räuberische Erpressung und
18,5
23,9
7,8
49,8
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
216000
Handtaschenraub
10,7
24,7
5,3
59,3
220000
Körperverletzung
35,0
26,0
6,8
32,2
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
31,5
23,9
7,5
37,1
224000
(vorsätzliche leichte) Körperverletzung
35,3
27,2
6,6
30,9
230000
Straftaten gegen die persönliche Freiheit
39,0
25,9
6,6
28,4
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
27,1
25,7
7,2
40,0
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
25,3
21,6
5,4
47,7
****00
Diebstahl insgesamt
26,2
23,5
6,2
44,0
***100
Diebstahl von Kraftwagen einschließlich
28,5
20,6
4,8
46,0
unbefugter Gebrauch
***300
Fahrraddiebstahl einschl. unbefugter Gebrauch
18,3
25,4
4,3
52,0
***500
Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln
15,5
15,2
5,9
63,4
*10*00
Diebstahl in/aus Boden-, Kellerräumen und
34,5
21,3
5,9
38,3
Waschküchen
*26*00
Ladendiebstahl
19,8
30,7
8,3
41,2
*50*00
Diebstahl in/aus Kraftfahrzeugen
22,7
15,8
6,8
54,6
*55000
Diebstahl an Kraftfahrzeugen
36,8
24,7
6,0
32,4
*90*00
Taschendiebstahl
10,5
11,6
10,0
68,0
510000
Betrug
21,1
21,2
7,6
49,6
520000
Veruntreuung
38,9
21,1
8,9
31,1
530000
Unterschlagung
29,2
26,2
7,3
37,3
540000
Urkundenfälschung
31,9
30,4
7,1
30,4
552000
Inverkehrbringen von Falschgeld
29,1
16,4
11,2
43,3
620000
Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straf-
29,5
28,2
7,5
34,7
taten gegen die öffentliche Ordnung
630000
Begünstigung, Strafvereitelung (ohne Strafver-
34,3
30,2
5,7
29,5
eitelung im Amt), Hehlerei und Geldwäsche
631000
Hehlerei von Kfz
63,5
27,0
3,2
6,3
640000
Brandstiftung und Herbeiführen einer
49,9
18,6
6,8
24,8
Brandgefahr
650000
Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte
23,0
35,3
9,3
32,4
671000
Verletzung der Unterhaltspflicht
46,4
26,6
9,0
18,0
673000
Beleidigung
39,3
26,8
6,3
27,5
674000
Sachbeschädigung
33,2
24,7
8,3
33,8
676000
Straftaten gegen die Umwelt
65,7
20,2
3,0
11,2
710000
Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze
35,4
15,5
7,8
41,2
auf dem Wirtschaftssektor
725000
Straftaten gg. AufenthG, AsylVfG, FreizügG/EU
24,0
20,1
32,9
22,6
726200
Straftaten gegen das Waffengesetz
38,9
29,9
6,0
25,1
891000
Rauschgiftkriminalität
30,4
29,3
9,0
31,3
892000
Gewaltkriminalität
28,0
23,8
7,6
40,6
893000
Wirtschaftskriminalität
27,6
24,0
7,3
41,0
897000
Computerkriminalität
29,9
22,6
7,9
36,3
898000
Umweltkriminalität
55,4
17,7
5,3
21,7
899000
Straßenkriminalität
26,8
21,8
6,7
44,6
- - - - - -
Straftaten insgesamt
28,5
23,9
7,3
40,1
1
Zeilensummen unter 100 Prozent sind durch Straftaten mit unbekanntem Tatort bedingt.

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2011 I
21
Tabelle 17: Häufigkeitszahlen ausgewählter Delikte nach Gemeindegrößenklassen
Schl.-
Straftat/
Häufigkeitszahl der Gemeindegrößenklasse
zahl
Straftatengruppe
unter
20 000 bis 100 000 bis
500 000
20 000 u. 100 000
u. 500 000 und mehr
... Einwohner
010000+020000
Mord und Totschlag
2
2
4
2
111000
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
2
3
2
5
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
15
23
23
19
210000
Raub, räuberische Erpressung und
17
54
60
90
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
216000
Handtaschenraub
1
4
3
9
220000
Körperverletzung
331
600
539
592
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
72
133
144
165
224000
(vorsätzliche leichte) Körperverletzung
228
428
355
387
230000
Straftaten gegen die persönliche Freiheit
172
278
243
242
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
764
1 765
1 688
2 187
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
796
1 655
1 415
2 906
****00
Diebstahl insgesamt
1 560
3 420
3 104
5 093
***100
Diebstahl von Kraftwagen einschließlich
50
88
69
155
unbefugter Gebrauch
***300
Fahrraddiebstahl einschl. unbefugter Gebrauch
137
464
268
757
***500
Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln
50
120
159
397
*10*00
Diebstahl in/aus Boden-, Kellerräumen und
135
202
193
290
Waschküchen
*26*00
Ladendiebstahl
209
791
736
845
*50*00
Diebstahl in/aus Kraftfahrzeugen
104
176
261
483
*55000
Diebstahl an Kraftfahrzeugen
112
184
153
192
*90*00
Taschendiebstahl
11
30
87
138
510000
Betrug
549
1 345
1 651
2 499
520000
Veruntreuung
46
61
88
72
530000
Unterschlagung
67
147
139
166
540000
Urkundenfälschung
39
91
73
72
552000
Inverkehrbringen von Falschgeld
2
3
6
6
620000
Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straf-
96
225
204
220
taten gegen die öffentliche Ordnung
630000
Begünstigung, Strafvereitelung (ohne Strafver-
15
33
21
25
eitelung im Amt), Hehlerei und Geldwäsche
631000
Hehlerei von Kfz
2
2
1
0
640000
Brandstiftung und Herbeiführen einer
36
33
41
35
Brandgefahr
650000
Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte
5
17
16
13
671000
Verletzung der Unterhaltspflicht
12
17
20
9
673000
Beleidigung
177
293
234
240
674000
Sachbeschädigung
611
1 106
1 266
1 207
676000
Straftaten gegen die Umwelt
8
6
3
2
710000
Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze
22
23
40
49
auf dem Wirtschaftssektor
725000
Straftaten gg. AufenthG, AsylVfG, FreizügG/EU
38
79
439
70
726200
Straftaten gegen das Waffengesetz
31
58
39
39
891000
Rauschgiftkriminalität
122
287
303
244
892000
Gewaltkriminalität
93
193
210
262
893000
Wirtschaftskriminalität
96
204
213
277
897000
Computerkriminalität
47
87
105
111
898000
Umweltkriminalität
23
18
18
17
899000
Straßenkriminalität
809
1 605
1 692
2 608
- - - - - -
Straftaten insgesamt
4 133
8 451
8 804
11 280

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
22
I LKA Sachsen PKS 2011
Außer in den Großstädten Sachsens ließen sich überdurchschnittliche Belastungen im Umfeld von Leipzig
und Dresden, in Gemeinden mit Stadtcharakter sowie in Grenzgemeinden zu Tschechien und Polen fin-
den. Andererseits gab es Regionen mit geringer Kriminalitätsgefährdung. Rund ein Fünftel der 470 säch-
sischen Gemeinden waren „helle Flecken“ mit weniger als 2 000 Delikten auf 100 000 Einwohner. Alle
Straftaten zusammengenommen, bewegte sich die Häufigkeitszahl
in 124 Gemeinden (26,4 %) von
0 bis 2 000, in 28 Gemeinden (6,0 %) von 6 001 bis
8 000,
in 197 Gemeinden (41,9 %) von 2 001 bis 4 000, in 26 Gemeinden (5,5 %) von 8 001 bis 10 000,
in 86 Gemeinden (18,3 %) von 4 001 bis 6 000, in 9 Gemeinden (1,9 %) über
10 000.
Abbildung 10: Straftaten insgesamt je 100 000 Einwohner nach Gemeinden
Fälle auf 100 000 Einwohner
bis 2 000
2 001 bis 4 000
4 001 bis 6 000
6 001 bis 8 000
8 001 bis 10 000
mehr als 10 000
am höchsten belastete Gemeinden
HZ
am niedrigsten belastete Gemeinden
HZ
Görlitz, Stadt
13 060
Hartmannsdorf-Reichenau
442
Leipzig, Stadt
12 379
Puschwitz
740
Rathen, Kurort
12 121
Pobershau
745
Zittau, Stadt
12 098
Crostwitz
748
Bad Gottleuba-Berggießhübel, Stadt
11 396
Mühlental
832
Bad Schandau, Stadt
10 408
Ebersbach (Landkreis Mittelsachsen)
853
Borna, Stadt
10 387
Crinitzberg
909
Meißen, Stadt
10 201
Mildenau
921
Dresden, Stadt
10 182
Amtsberg
972
Torgau, Stadt
9 986
Frankenthal
1 001
Schkeuditz, Stadt
9 946
Hartmannsdorf b. Kirchberg
1 041
Glaubitz
9 921
Mochau
1 062
Bautzen, Stadt
9 620
Dorfchemnitz
1 067
Markkleeberg, Stadt
9 368
Großnaundorf
1 079
Annaberg-Buchholz, Stadt
9 244
Tannenberg
1 089

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2011 I
23
2.1.3.2 Kriminalität nach Polizeidirektionen
Die Anteile der PD-Bereiche an der Gesamtkriminalität des Freistaates wurden in erster Linie durch deren
Größe, die Struktur der zugehörigen Gemeinden und die Lage zur sächsischen Außengrenze geprägt.
Sowohl bei der Zahl der erfassten Fälle als auch in der Änderung zum Vorjahr gab es von Polizeidirektion
zu Polizeidirektion beträchtliche Unterschiede.
Die Großstadtbereiche der Polizeidirektionen Leipzig und Dresden waren der mit Abstand höchsten Kri-
minalitätsbelastung ausgesetzt. In der Region der PD Oberes Elbtal-Osterzgebirge wurden die wenigsten
Straftaten registriert. Berücksichtigt man die Zahl der Einwohner, lebten die Bürger im Bereich der PD
Südwestsachsen am sichersten. Den deutlichsten Zuwachs der Fallzahl verzeichnete die PD Dresden.
Tabelle 18: Erfasste Fälle nach Zuständigkeitsbereichen der Polizeidirektionen
Dienstbereich
erfasste
Fälle
Anteil an allen
Fällen im
Häufig-
keitszahl
Entwicklung der Fallzahl
gegenüber 2010
Freistaat in %
absolut
in %
PD Chemnitz-Erzgebirge
47 847
16,3
5 460
-
3 669
7,1
PD Dresden
53 259
18,1
10 182
+
5 856
12,4
PD Leipzig
64 728
22,0
12 379
+
4 194
6,9
PD Oberes Elbtal-Osterzgebirge
28 178
9,6
5 576
-
945
3,2
PD Oberlausitz-Niederschlesien
37 934
12,9
6 339
-
1 228
3,1
PD Südwestsachsen
29 229
9,9
5 023
-
15
0,1
PD Westsachsen
32 381
11,0
5 980
-
1 114
3,3
Freistaat Sachsen
293 895
100,0
7 083
+
3 248
1,1
(einschließlich unbekannter Tatorte)
Tabelle 19: Kriminalitätsdichte der Polizeidirektionen
Polizei-
direktion
Chemnitz-
Erzgebirge
Dresden
Leipzig Oberes Elbtal-
Osterzgebirge
Oberlausitz-
Niederschlesien
Südwest-
sachsen
West-
sachsen
Fälle/km²
13
162
218
9
8
11
8
Die Zunahme im Zuständigkeitsbereich der PD Dresden betraf vor allem den Diebstahl in/aus Boden-,
Kellerräumen bzw. Waschküchen (+ 1 736 Fälle), sonstigen Sozialleistungsbetrug (+ 1 447 Fälle), Dieb-
stahl von Fahrrädern einschließlich unbefugter Gebrauch (+ 638 Fälle), das Erschleichen von Leistungen
(+ 606 Fälle) sowie den Diebstahl in/aus Kfz (+ 401 Fälle). Insbesondere bei Sachbeschädigung (- 390
Fälle) und Waren- bzw. Warenkreditbetrug (- 362 Fälle) wurden weniger Delikte registriert.
Im Gebiet der PD Leipzig wurden besonders mehr Diebstahlsdelikte (+ 1 631 Fälle) und Betrugshandlun-
gen (+ 1 625 Fälle) registriert. Speziell die Zahl der Diebstähle in/aus Kfz unter erschwerenden Umstän-
den (- 621 Fälle) ging zurück.
Die auffällige Kriminalitätsabnahme im Gebiet der PD Chemnitz-Erzgebirge resultiert hauptsächlich aus
Leistungsbetrug (- 2 454 Fälle), Sachbeschädigung (- 1 261 Fälle) und Diebstahl insgesamt (- 823 Fälle).
Bei Warenbetrug (+ 524 Fälle) und Erschleichen von Leistungen (+ 495 Fälle) nahmen die Fahlzahlen zu.
Im Bereich der PD Oberlausitz-Niederschlesien wurden hauptsächlich weniger Warenbetrugshandlungen
(- 1 016 Fälle) und Sachbeschädigungen (- 604 Fälle) erfasst.
Zu den Veränderungen hinsichtlich der Straftatbestände gehörten in der PD Westsachsen vorrangig der
Rückgang der Sachbeschädigung (- 715 Fälle) und des sonstigen Betrugs (- 392 Fälle).
Ausschlaggebend für die positive Entwicklung in der PD Oberes Elbtal-Osterzgebirge war der Rückgang
der sonstigen Betrugshandlungen (- 416 Fälle) und der Sachbeschädigungen (- 351 Fälle).

2.1 Bekannt gewordene Fälle
24
I LKA Sachsen PKS 2011
Die Abnahme der Fallzahlen im Bereich der PD Südwestsachsen betrafen vor allem die Sachbeschädi-
gung (- 430 Fälle) sowie den sonstigen Betrug (- 244 Fälle). Die Zahl der Diebstahlsdelikte (+ 749 Fälle)
stieg an.
Abbildung 11: Fälle auf 100 000 Einwohner je PD-Bereich
Die
Anzahl
der
Verstöße gegen das
Aufenthalts-,
das
Asylverfahrens- und
das
Freizügigkeits-
gesetz/EU hat sich
gegenüber dem Vor-
jahr landesweit ver-
ringert (- 239 Fälle
bzw. 6,9 %), regional
am stärksten im Be-
reich der PD Oberes
Elbtal-Osterzgebirge
(- 144 bzw. 21,4 %).
Anders in der PD
Dresden: Sie regist-
rierte mehr auslän-
derrechtliche
Ver-
stöße
(+ 25 Fälle
bzw. 6,8 %).
Abbildung 12: Straftatenanfall insgesamt nach Polizeidirektionen
PD Leipzig
PD Westsachsen
PD Südwest-
sachsen
PD Chemnitz-
Erzgebirge
PD Dresden
PD Oberlausitz-
Niederschlesien
PD Oberes Elbtal-
Osterzgebirge
1 Punkt entspricht 10 Fällen.
5 460
10 182
12 379
5 576
6 339
5 023
5 980
5 327
10 107
12 314
5 471
6 230
5 007
5 969
C-E
DD
L
OE-OE
OL-NSL
SWS
WS
Straftaten
insgesamt
ohne
ausländer-
rechtliche
Verstöße
POLIZEIDIREKTION

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2011 I
25
2.1.3.3 Kriminalität nach Kreisen
Sieben der 10 sächsischen Landkreise verzeichneten einen Kriminalitätsrückgang. Nur die Landkreise
Zwickau, Meißen und Nordsachsen registrierten mehr Straftaten als im Vorjahr. Die Zahl der Fälle auf
100 000 Einwohner streute von 7 626 (Landkreis Görlitz) bis 3 683 (Erzgebirgskreis). Der Landkreis Gör-
litz lag als einziger Kreis über der durchschnittlichen Häufigkeitszahl des Freistaates Sachsen.
In den kreisfreien Städten Dresden und Leipzig nahmen die Fallzahlen zu. Die Kriminalitätsbelastung lag
deutlich höher als in den Landkreisen. Leipzig, die am dichtesten besiedelte Stadt Sachsens, erwies sich
auch 2011 als absoluter Kriminalitätsschwerpunkt.
Tabelle 20: Erfasste Fälle und Kriminalitätsentwicklung nach Kreisen
Kreisfreie Stadt/Landkreis
erfasste Fälle
Veränderung 11/10
Häufigkeitszahl
Direktionsbezirk
2011
2010
absolut
in %
2011
2010
Chemnitz, Stadt
21 415
21 682
-
267
1,2
8 804
8 919
Erzgebirgskreis
13 559
13 588
-
29
0,2
3 683
3 649
Mittelsachsen
14 226
17 444
-
3 218
18,4
4 333
5 250
Vogtlandkreis
12 478
12 794
-
316
2,5
5 106
5 176
Zwickau
19 121
18 589
+
532
2,9
5 592
5 386
Direktionsbezirk Chemnitz
80 799
84 097
-
3 298
3,9
5 295
5 461
Dresden, Stadt
53 259
47 403
+
5 856
12,4
10 182
9 168
Bautzen
16 816
17 470
-
654
3,7
5 230
5 375
Görlitz
21 118
21 692
-
574
2,6
7 626
7 717
Meißen
13 936
13 851
+
85
0,6
5 507
5 443
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
14 242
15 272
-
1 030
6,7
5 645
6 016
Direktionsbezirk Dresden
119 371
115 688
+
3 683
3,2
7 337
7 091
Leipzig, Stadt
64 728
60 534
+
4 194
6,9
12 379
11 667
Leipzig
16 030
17 534
-
1 504
8,6
5 995
6 501
Nordsachsen
12 628
12 624
+
4
0,0
6 123
6 050
Direktionsbezirk Leipzig
93 386
90 692
+
2 694
3,0
9 371
9 095
Freistaat Sachsen
293 895
290 647
+
3 248
1,1
7 083
6 972
(einschließlich unbekannter Tatorte)
In der Rangfolge der 38 bundesdeutschen Großstädte mit mehr als 200 000 Einwohnern belegte Leipzig
2011 nach den am höchsten belasteten Städten Frankfurt/M., Düsseldorf, Köln, Berlin, Bremen, Dort-
mund, Hannover, Hamburg und Lübeck den 10. Platz. Dresden nahm Platz 22 ein, Chemnitz Platz 34.
In der Landeshauptstadt Dresden gab es deutlich mehr Straftaten beim Diebstahl in/aus Boden-, Keller-
räumen bzw. Waschküchen (+ 1 736 Fälle =ˆ 69,2 %), sonstigen Sozialleistungsbetrug (+ 1 447 Fälle
=ˆ 111,0 %), Diebstahl von Fahrrädern einschließlich unbefugter Gebrauch (+ 638 Fälle =ˆ 23,5 %), Er-
schleichen von Leistungen (+ 606 Fälle =ˆ 13,1 %) sowie beim Diebstahl in/aus Kfz (+ 401 Fälle =ˆ 34,3 %).
Insbesondere bei Sachbeschädigung (- 390 Fälle =ˆ 6,3 %) und Waren- bzw. Warenkreditbetrug (- 362
Fälle =ˆ 17,5 %) wurden weniger Delikte registriert.
Die Kreisfreie Stadt Leipzig verzeichnete vor allem mehr Diebstahlsdelikte (+ 1 631 Fälle =ˆ 5,7 %) sowie
Betrugshandlungen (+ 1 625 Fälle =ˆ 13,8 %).
Vom Kriminalitätsrückgang in der Stadt Chemnitz waren hauptsächlich die Sachbeschädigung (- 439 Fälle
=ˆ 12,5 %) und der Diebstahl unter erschwerenden Umständen (- 359 Fälle =ˆ 9,4 %) betroffen.
Deutlich abweichend vom Landesdurchschnitt (Kriminalitätszunahme um 1,1 %) verlief die Entwicklung in
den Landkreisen Mittelsachsen (- 18,4 %) sowie Leipzig (- 8,6 %) und in der Stadt Dresden (+ 12,4 %).

2.1 Bekannt gewordene Fälle
26
I LKA Sachsen PKS 2011
Abbildung 13: Kriminalitätsbelastung nach Kreisen
Die größten Rückgänge im Landkreis Mittelsachsen gab es beim Leistungsbetrug (- 2 454 Fälle =ˆ
96,8 %)
1
und bei Sachbeschädigung (- 518 Fälle ˆ
= 18,5 %). Im Landkreis Leipzig gingen speziell der Be-
trug (- 609 Fälle =ˆ 23,7 %) und die Sachbeschädigung (- 498 Fälle =ˆ 20,3 %) zurück. Die Abnahme im
Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge betraf insbesondere den sonstigen Betrug (- 446 Fälle =ˆ
24,7 %), Diebstahl insgesamt (- 264 Fälle =ˆ 5,1 %) und den unerlaubten Aufenthalt gemäß AufenthG
(- 154 Fälle =ˆ 70,0 %). Innerhalb des Landkreises Bautzen erfolgten deutlich weniger Sachbeschädigun-
gen (- 340 Fälle =ˆ 12,0 %) sowie sonstige Betrugshandlungen (- 264 Fälle =ˆ 22,8 %) als 2010. Im Land-
kreis Görlitz wurden gegenüber dem Vorjahr vor allem bei Warenbetrug (- 1 169 Fälle =ˆ 86,8 %)
2
weniger
Fälle registriert. Den größten Rückgang im Vogtlandkreis gab es beim sonstigen Betrug (- 263 Fälle =ˆ
27,0 %). Im Erzgebirgskreis fielen insbesondere weniger Sachbeschädigungen (- 294 Fälle =ˆ 12,9 %) an.
Die Zahl der Diebstahlshandlungen stieg in den Landkreisen Nordsachsen (+ 603 Fälle =ˆ 12,6 %) und
Meißen (+ 269 Fälle =ˆ 5,5 %) an. Die Zunahme im Landkreis Zwickau betraf speziell Warenbetrug
(+ 580 Fälle =ˆ 218,0 %)
3
.
1
Der Rückgang der Fallzahlen im Leistungsbetrug begründet sich in einem umfangreichen Ermittlungskomplex mit Tatort Oede-
ran, in welchem für das Jahr 2010 insgesamt 2 447 Fälle aufgeklärt wurden. Der Tatverdächtige versteigerte von 2006 bis 2008
in einzelnen Internetauktionen Hotel-Gutscheine, die der Herausgeber auf Grund von Insolvenz nicht mehr begleichen konnte.
2
Der Rückgang ist u. a. im Abschluss eines Großverfahrens im Bereich des Landkreises Görlitz aus dem Jahr 2010 begründet,
bei dem die Beschuldigten über Internet (eBay) verschiedene urheberrechtlich geschützte Software zum Verkauf anboten, je-
doch keine oder nur minderwertige Ware (z. B. Raubkopien) lieferten. Insgesamt wurden durch die 6-köpfige internationale Tä-
tergruppe bundesweit etwa 20 000 Bürger geschädigt.
3
Der Beschuldigte bot mit seinem Einzelunternehmen in Glauchau über mehrere eBay-Auktionen u. a. Xenonlampen und dazu-
gehörige Gutachten (Allgemeine Betriebserlaubnis für spezielle Fahrzeugteile = ABE) für verschiedene Fahrzeuge an. Bei die-
sen ABE's und den weiteren mitgelieferten Unterlagen handelte es sich um Totalfälschungen, welche den Käufern vortäuschten
keine weiteren Sachverständigengutachten vornehmen zu müssen, was jedoch nicht den Bestimmungen des KBA entspricht.
Somit kam es im Tatzeitraum von 2008 bis 2010 zu über 600 betrügerischen Verkaufshandlungen, welche als Warenbetrug
gemäß § 263 StGB in Tateinheit mit Urkundenfälschung gemäß § 267 StGB erfasst wurden.
bis 4 000
4 001 bis 5 000
5 001 bis 6 000
6 001 bis 7 000
7 001 bis 8 000
mehr als 8 000
Fälle 2011 auf 100 000 Einwohner
Leipzig,
Stadt
Nordsachsen
Vogtlandkreis
Chemnitz,
Stadt
Dresden,
Stadt
Görlitz
Bautzen
Leipzig
Mittelsachsen
Zwickau
Erzgebirgskreis
Meißen
Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2011 I
27
2.1.4
Schusswaffenverwendung
Insgesamt wurden 514 Straftaten registriert, bei denen die Täter Schusswaffen verwendeten. Das waren
45 weniger als 2010. In 231 Fällen (44,9 %) wurde mit der Schusswaffe gedroht, in 283 Fällen (55,1 %)
geschossen. Die Zahl der Drohungen nahm gegenüber 2010 um 39 Fälle ab (- 14,4 %). Die Anzahl der
Delikte, bei denen Schüsse abgegeben wurden, fiel um sechs Fälle (- 2,1 %). 92,6 Prozent der Fälle, bei
denen mit der Schusswaffe gedroht wurde, betrafen die Straftatengruppen „Raub, räuberische Erpres-
sung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer“ oder „Nachstellung, Freiheitsberaubung, Nötigung und Be-
drohung“. Von den 283 Fällen, in denen geschossen wurde, standen u. a. 98 Fälle (34,6 %) im Zusam-
menhang mit Sachbeschädigung, 57 Fälle (20,1 %) im Zusammenhang mit gefährlicher/schwerer Körper-
verletzung und 49 Fälle (17,3 %) im Zusammenhang mit Straftaten gegen das Waffengesetz.
Tabelle 21: Schusswaffenverwendung bei ausgewählten Delikten
Schl.-
Straftat/
erfasste
darunter mit Schusswaffe ...
zahl
Straftatengruppe
Fälle
gedroht
geschossen
gesamt
Fälle
in %
Fälle
in %
010000+020000
Mord und Totschlag
86
-
-
4
4,7
210000
Raub, räuberische Erpressung und
1 885
100
5,3
2
0,1
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
darunter
211000
auf Geldinstitute, Postfilialen u. -agenturen
14
10
71,4
-
-
212000
auf sonstige Zahlstellen und Geschäfte
110
51
46,4
-
-
darunter
212100
auf Spielhallen
9
5
55,6
-
-
212200
auf Tankstellen
17
10
58,8
-
-
217000
sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen
818
16
2,0
-
-
oder Plätzen
219000
Raubüberfälle in Wohnungen
188
10
5,3
-
-
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
4 651
3
0,1
57
1,2
darunter
222100
auf Straßen, Wegen oder Plätzen
2 390
1
0,0
34
1,4
232000
Nachstellung (Stalking), Freiheitsberaubung,
8 772
114
1,3
12
0,1
Nötigung und Bedrohung
620000
Widerstand gegen die Staatsgewalt und
6 634
7
0,1
2
0,0
Straftaten gegen die öffentliche Ordnung
darunter
621000
Widerstand gegen die Staatsgewalt
978
-
-
2
0,2
674000
Sachbeschädigung
37 315
-
-
98
0,3
darunter
674100
Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen
10 279
-
-
28
0,3
- - - - - -
Straftaten insgesamt
293 895
231
0,1
283
0,1
Abbildung 14:
Entwicklung des Anteils der Fälle mit Schuss-
waffenverwendung
Der Anteil der Delikte, bei denen mit der Schuss-
waffe gedroht oder geschossen wurde, blieb auch
gegenüber 2010 unverändert. Das Verhältnis der
Schusswaffenverwendungen zur Gesamtzahl der
Straftaten lag 2011 mit 0,2 Prozent in der Höhe des
langjährigen Bundesmittelwertes.
0
1
2
2007
2008
2009
2010
2011
gedroht
gesch.
Anzahl der Fälle je 1 000 Straftaten

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
28
I LKA Sachsen PKS 2011
2.1.5
Opfer
(Vgl. Tabelle 91 im Tabellenanhang)
Die Polizeiliche Kriminalstatistik versteht unter einem Opfer eine natürliche Person, gegen die sich eine
mit Strafe bedrohte (versuchte oder vollendete) Handlung unmittelbar richtete. Nicht jeder durch eine
Straftat Geschädigte zählt als Opfer. Opfer werden nur bei bestimmten, im Straftatenkatalog mit „O“ ge-
kennzeichneten Delikten erfasst.
2011 wurden im Freistaat Sachsen 37 515 Opfer registriert, 961 mehr als 2010. Der Anstieg der Opferan-
zahl resultiert vordergründig daraus, dass der Straftatenkatalog ab dem Berichtsjahr 2011 für die Strafta-
ten unter dem Schlüssel 621020 (Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte) die Opfererfassung zwingend
vorschreibt. Damit wurden erstmalig im Jahr 2011 Vollstreckungsbeamte (1 814 Personen) als Opfer re-
gistriert.
Insgesamt gliederten sich die Opfer in
22 512 männliche Personen (60,0 Prozent),
3 324 Kinder
(8,9 Prozent),
15 003 weibliche Personen
(40,0 Prozent),
2 886 Jugendliche
(7,7 Prozent),
3 137 Heranwachsende
(8,4 Prozent),
28 168 Erwachsene
(75,1 Prozent).
Tabelle 22: Opfergefährdung nach Personengruppen
Nach Straftatbeständen waren die Risiken
der
Bevölkerungsgruppen
differenziert
ausgeprägt. Jugendliche und Heranwach-
sende wurden relativ häufig als Opfer von
Raubdelikten, Körperverletzung, Nötigung
und Bedrohung registriert, stellten bei die-
sen Straftaten aber auch einen hohen An-
teil der Tatverdächtigen. Eine überdurch-
schnittliche Gefährdung weiblicher bzw.
älterer Personen lässt sich pauschal nicht
bestätigen.
Abbildung 15: Opfer insgesamt nach Alter und Geschlecht
Personengruppe
Opfer je 100 000 Einwohner
2011
2010
Gesamtbevölkerung
904
877
männliche Bevölkerung
1 108
1 055
weibliche Bevölkerung
708
706
Kinder
739
704
Jugendliche
2 986
3 120
Heranwachsende
2 986
2 895
Erwachsene insgesamt
805
763
Erwachsene ab 60 Jahre
194
189
0
5 000
10 000
15 000
20 000
25 000
30 000
35 000
40 000
Anzahl der Opfer
weiblich
männlich
insgesamt
Kinder
Jugendliche Heranwachsende Erwachsene

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2011 I
29
Tabelle 23: Opfer nach Alter und Geschlecht bei ausgewählten Delikten
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
Opfer
männ- weib- Kinder Jugend- Heran-
Er-
zahl
gesamt
lich
lich
liche
wach-
wach-
sende
sene
010000 Mord
vollendet
14
10
4
1
-
3
10
versucht
35
23
12
1
-
-
34
020000 Totschlag und Tötung
vollendet
11
4
7
5
-
-
6
auf Verlangen
versucht
52
31
21
8
5
-
39
030000 fahrlässige Tötung (nicht
vollendet
56
25
31
5
-
-
51
in Verbindung mit einem
Verkehrsunfall)
111000 Vergewaltigung und
vollendet
106
6
100
5
23
15
63
sexuelle Nötigung
versucht
8
-
8
-
3
1
4
112000 sonstige sexuelle
vollendet
299
19
280
7
69
39
184
Nötigung
versucht
74
4
70
2
16
10
46
131000 sexueller Missbrauch
vollendet
843
228
615
843
-
-
-
von Kindern
versucht
65
28
37
65
-
-
-
132000 exhibit. Handlg., Erreg.
vollendet
354
56
298
-
39
27
288
öffentl. Ärgernisses
210000 Raub, räub. Erpressung,
vollendet
1 777
1 232
545
85
173
179
1 340
räub. Angriff auf Kraftf.
versucht
337
204
133
34
39
13
251
darunter
211000 - auf Geldinstitute, Post-
vollendet
16
3
13
-
-
1
15
filialen und -agenturen
versucht
5
1
4
-
1
-
4
212000 - auf sonstige Zahlstellen
vollendet
95
21
74
-
-
2
93
und Geschäfte
versucht
35
3
32
-
-
-
35
216000 - Handtaschenraub
vollendet
120
8
112
-
-
1
119
versucht
33
1
32
-
-
1
32
217000 - sonstige Raubüberfälle
vollendet
764
647
117
74
145
113
432
auf Straßen, Wegen
versucht
157
127
30
31
32
8
86
oder Plätzen
219000 - Raubüberfälle in Woh-
vollendet
191
149
42
-
3
18
170
nungen
versucht
21
13
8
-
-
1
20
221000 Körperverletzung mit
vollendet
7
4
3
1
-
-
6
Todesfolge
222000 gefährliche und schwere
vollendet
4 982
3 875 1 107
322
494
642
3 524
Körperverletzung
versucht
729
516
213
45
38
46
600
223100 Misshandlung von
vollendet
272
147
125
272
-
-
-
Kindern
versucht
-
-
-
-
-
-
-
224000 (vorsätzliche leichte)
vollendet
13 567
8 228 5 339
918
1 183
1 352 10 114
Körperverletzung
versucht
454
298
156
25
19
27
383
232000 Nachstellung (Stalking),
vollendet
9 655
4 969 4 686
386
524
676
8 069
Freiheitsberaubung,
versucht
171
80
91
11
9
15
136
Nötigung und Bedrohung
892000 Gewaltkriminalität
vollendet
6 904
5 138 1 766
419
690
839
4 956
versucht
1 161
774
387
88
85
60
928
gesamt
8 065
5 912 2 153
507
775
899
5 884
Straftaten, bei denen Opfer
vollendet
35 550 21 306 14 244
3 118
2 742
3 020 26 670
erfasst wurden, insgesamt
versucht
1 965
1 206
759
206
144
117
1 498
gesamt
37 515 22 512 15 003
3 324
2 886
3 137 28 168

2.1 Bekannt gewordene Fälle
30
I LKA Sachsen PKS 2011
Die Statistik 2011 beinhaltet 86 Opferdelikte mit tödlichem Ausgang. Unter den registrierten 88 Toten be-
fanden sich 12 Kinder im Alter unter 6 Jahre und sowie 38 Personen im Alter ab 60 Jahre. Im Vorjahr
waren es 95 Delikte mit 96 Todesopfern. Durch vollendete gefährliche und schwere Körperverletzung ka-
men 4 982 Personen zu Schaden (2010: 5 034). 37,4 Prozent aller Opfer wurden im Zusammenhang mit
vorsätzlicher leichter Körperverletzung erfasst.
Tabelle 24: Opferstruktur bei ausgewählten Delikten in Prozent
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
Gesamt- und zwar in Prozent
zahl
zahl der männ- weib-
Kin-
Ju- Heran-
Er-
Opfer
lich
lich
der gend- wach- wach-
liche sende sene
110000 Straftaten gegen die sexuelle Selbst-
530
7,4
92,6
2,6
27,2
12,8
57,4
bestimmung unter Gewaltanwendung
oder Ausnutzen eines Abhängigkeits-
verhältnisses
131000 sexueller Missbrauch von Kindern
908
28,2
71,8 100,0
-
-
-
210000 Raub, räuberische Erpressung,
2 114
67,9
32,1
5,6
10,0
9,1
75,3
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
222000 gefährliche und schwere Körperver-
5 711
76,9
23,1
6,4
9,3
12,0
72,2
letzung
224000 (vorsätzliche leichte) Körperverletzung
14 021
60,8
39,2
6,7
8,6
9,8
74,9
232000 Nachstellung, Freiheitsberaubung,
9 826
51,4
48,6
4,0
5,4
7,0
83,5
Nötigung und Bedrohung
892000 Gewaltkriminalität
8 065
73,3
26,7
6,3
9,6
11,1
73,0
Straftaten, bei denen Opfer erfasst wurden,
37 515
60,0
40,0
8,9
7,7
8,4
75,1
insgesamt
Nach dem Ergebnis polizeilicher Ermittlungen standen fast zwei Fünftel aller Opfer in keinerlei Vorbezie-
hung zu dem bzw. den Tatverdächtigen. Verwandtschaft oder nähere Bekanntschaft zwischen Opfern und
Tatverdächtigen wurden bei 37,5 Prozent registriert, flüchtige Vorbeziehungen mit 11,7 Prozent. Bei 10,4
Prozent konnte die Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung nicht geklärt werden. Mord und Totschlag ge-
schahen zu 49,1 Prozent unter Verwandten bzw. näheren Bekannten. Gefährliche und schwere Kör-
perverletzung wurde zu ca. 30 Prozent in diesem Tatverdächtigenkreis registriert, vorsätzliche leichte Kör-
perverletzung zu 46 Prozent. Sexueller Missbrauch von Kindern erfolgte bei jedem 4. registrierten Opfer
ausschließlich durch Verwandte, aber auch bei jedem 3. Opfer durch Personen ohne Vorbeziehung.
Tabelle 25: Opfer nach ihren Beziehungen zu den Tatverdächtigen
Beziehung zum Tatverdäch-
männliche Opfer
weibliche Opfer
Opfer insgesamt
tigen aus Sicht des Opfers
Anzahl
in Prozent
Anzahl
in Prozent
Anzahl
in Prozent
Verwandtschaft
1 768
7,9
4 933
32,9
6 701
17,9
Bekanntschaft
4 042
18,0
3 343
22,3
7 385
19,7
Landsmann
138
0,6
20
0,1
158
0,4
flüchtige Vorbeziehung
2 894
12,9
1 502
10,0
4 396
11,7
keine Vorbeziehung
10 818
48,1
4 162
27,7
14 980
39,9
ungeklärt
2 852
12,7
1 043
7,0
3 895
10,4
Mädchen und Frauen wurden mit 55,2 Prozent nachweislich häufiger Opfer von Tatverdächtigen aus der
Verwandtschaft oder Bekanntschaft als männliche Opfer mit 25,8 Prozent. Bedingt ist dies vor allem
durch Straftaten mit sexuellem Hintergrund, teils auch durch vorsätzliche leichte Körperverletzungen bzw.
Nachstellung, Freiheitsberaubung, Nötigung und Bedrohung.

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2011 I
31
Tabelle 26: Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung absolut
Schl.-
Straftat/
Opfer
Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung
zahl
Straftatengruppe
gesamt
Ver-
Be-
Lands- flüchtige
keine unge-
wandt- kannt-
mann
Vorbe-
Vorbe-
klärt
schaft schaft
ziehung ziehung
010000 Mord
49
9
2
1
1
29
7
020000 Totschlag und Tötung auf
63
38
6
1
5
10
3
Verlangen
111000 Vergewaltigung und sexuelle
114
26
41
-
18
23
6
Nötigung
112000 sonstige sexuelle Nötigung
373
75
139
-
43
100
16
113000 sexueller Missbrauch von
43
21
9
-
6
4
3
Schutzbefohlenen pp.
131000 sexueller Missbrauch von Kin-
908
215
296
-
82
260
55
dern
210000 Raub, räub. Erpressung, räube-
2 114
40
202
9
157
1 382
324
rischer Angriff auf Kraftfahrer
darunter
219000
Raubüberfälle in Wohnungen
212
21
68
1
34
43
45
222000 gefährliche und schwere Kör-
5 711
647 1 052
50
678
2 464
820
perverletzung
223100 Misshandlung von Kindern
272
221
28
-
7
10
6
224000 (vorsätzliche leichte) Körper-
14 021
3 384 3 109
65
1 775
4 501 1 187
verletzung
232000 Nachstellung, Freiheitsberau-
9 826
1 773
2160
27
1 394
3 272 1 200
bung, Nötigung und Bedrohung
Straftaten, bei denen Opfer erfasst
37 515
6 701 7 385
158
4 396
14 980 3 895
wurden, insgesamt
Tabelle 27: Verwandte und nähere Bekannte als Tatverdächtige in Prozent
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
Verwandt- Bekannt-
Verwandtschaft
zahl
schaft
schaft
oder Bekanntschaft
010000
Mord
18,4
4,1
22,4
020000
Totschlag und Tötung auf Verlangen
60,3
9,5
69,8
111000
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
22,8
36,0
58,8
112000
sonstige sexuelle Nötigung
20,1
37,3
57,4
113000
sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen pp.
48,8
20,9
69,8
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
23,7
32,6
56,3
210000
Raub, räuberische Erpressung, räuberischer
1,9
9,6
11,4
Angriff auf Kraftfahrer
darunter
219000
Raubüberfälle in Wohnungen
9,9
32,1
42,0
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
11,3
18,4
29,7
223100
Misshandlung von Kindern
81,3
10,3
91,5
224000
(vorsätzliche leichte) Körperverletzung
24,1
22,2
46,3
232000
Nachstellung, Freiheitsb., Nötigung, Bedrohung
18,0
22,0
40,0
Straftaten, bei denen Opfer erfasst wurden, insgesamt
17,9
19,7
37,5

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
32
I LKA Sachsen PKS 2011
122
,
8,3
2.1.6
Schaden
(Vgl. Tabelle 07 im Tabellenanhang)
Schaden im Sinne der PKS ist der in Euro ausgedrückte Geldwert (Verkehrswert) des rechtswidrig er-
langten Gutes zur Tatzeit. Er wird nur bei bestimmten
1
vollendeten Straftaten erfasst. Im Zusammenhang
mit der Tat entstehende Sach- und Folgeschäden bleiben unberücksichtigt. Ebenfalls ohne Bedeutung ist
zum Beispiel, ob entwendetes Gut wiederbeschafft oder durch Versicherungsleistungen ersetzt wurde.
Der in der Summe aller Schadensdelikte ermittelte Gesamtschaden betrug 369,5 Mio. €. 2010 lag er bei
415,9 Mio. €. 40,7 Prozent des Gesamtschadens sind das Ergebnis von Insolvenzstraftaten im Bereich
der Wirtschaftskriminalität. 26,7 Prozent entstanden durch Diebstahlshandlungen und 4,5 Prozent durch
Veruntreuungen.
Tabelle 28: Prozentanteile der Schadensklassen
31,4 Prozent (33 070 Fälle) der 105 303 vol-
lendeten Diebstähle des Jahres 2011 be-
wegten sich in der Schadenshöhe unter 50 €.
Bei Ladendiebstahl betrug der Anteil dieser
Schadensklasse 79,5 Prozent (16 790 Fälle).
57,3 Prozent der Ladendiebstähle wurden mit
weniger als 15 € Schaden registriert.
Abbildung 16: Fälle nach der Schadenshöhe
0
5 000
10 000
15 000
20 000
25 000
30 000
35 000
40 000
45 000
50 000
2010
2011
Anzahl der vollendeten Fälle
unter 15
bzw. nicht
feststellbar
2 500
bis unter
5 000
5 000
bis unter
25 000
25 000
bis unter
50 000
50 000
und mehr
50
bis unter
250
250
bis unter
500
500
bis unter
2 500
Schaden in Euro
15
bis unter
50
86 274 vollendete Schadensdelikte wurden aufgeklärt. Die Tatverdächtigen haben sich für einen Schaden
von insgesamt 282,0 Mio. € zu verantworten. Zu den restlichen 47,7 Prozent der vollendeten Delikte mit
einer registrierten Schadenssumme von 87,6 Mio. € konnten keine Tatverdächtigen ermittelt werden.
1
Schadensdelikte sind im Straftatenkatalog mit „S“ gekennzeichnet.
Schadensklasse
2011
2010
unter 50 €
37,4
35,9
50 bis unter 500 €
38,4
39,9
500 bis unter 5 000 €
19,3
19,5
5 000 bis unter 50 000 €
4,5
4,3
50 000 € und mehr
0,5
0,5

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2011 I
33
Tabelle 29: Durch Straftaten verursachter Schaden bei ausgewählten Delikten
Schl.-
Straftat/
voll-
davon mit einem Schaden von ... Schadens-
zahl
Straftatengruppe
endete
unter
50
500
5 000 50 000
summe in
Fälle
50
bis u.
bis u.
bis u.
und
Mio. €
500
5 000 50 000
mehr
210000 Raub, räub. Erpressung und
1 583
661
691
207
22
2
0,8
räub. Angriff auf Kraftfahrer
darunter
211000
auf Geldinstitute, Post-
10
5
-
4
-
1
0,1
filialen und -agenturen
212000
auf sonstige Zahlstellen
80
9
39
23
9
-
0,2
und Geschäfte
217000
sonstiger Raubüberfall auf
684
292
318
69
5
-
0,2
Straßen, Wegen, Plätzen
3***00
Diebstahl ohne erschwe-
56 007 26 165 23 432
5 941
452
17
17,3
rende Umstände
darunter
4***00
Diebstahl unter erschwe-
49 296
6 905 22 581 16 518
3 132
160
81,3
renden Umständen
darunter
4**100
von Kraftwagen
2 148
97
40
420
1 487
104
32,0
4**700
von/aus Automaten
493
112
193
172
15
1
0,5
410*00
in/aus Dienst-, Büro-,
3 884
603
1 155
1 597
499
30
12,1
Werkstatt-, Fabrikations-
und Lagerräumen
425*00
in/aus Kiosken, Geschäften,
2 453
475
1 270
599
106
3
2,5
Schaufenstern, -kästen und
Vitrinen
435*00
Wohnungseinbruch
2 285
283
632
1 144
212
14
5,4
450*00
in/aus Kraftfahrzeugen
6 359
828
3 085
2 286
158
2
5,7
*55000 Diebstahl an Kfz insgesamt
5 958
1 815
3 317
735
91
-
2,4
510000 Betrug
49 590 25 436 14 299
6 799
2 804
252
91,2
darunter
511000
Waren-/Warenkreditbetrug
12 578
4 482
6 592
1 337
151
16
7,1
515000 Erschleichen von Leistungen
16 600 16 047
549
3
1
-
0,2
520000 Veruntreuung
2 418
344
294
1 315
416
49
16,4
530000 Unterschlagung
4 631
1 424
2 032
852
289
34
9,8
893200 Insolvenzstraftaten
1 088
472
17
92
258
249
150,5
Schadensdelikte insgesamt
165 079 61 706 63 412 31 789
7 401
771
369,5
Tabelle 30: Prozentuale Verteilung der Fälle auf die Schadensklassen
Schl.-
Straftat/
%-Anteil der Fälle mit einem Schaden von ...
zahl
Straftatengruppe
unter
50 bis
500 bis
5 000 bis
50 000
50 €
u. 500
u. 5 000
u. 50 000
und mehr
210000 Raub, räub. Erpressung und räuberischer
41,8
43,7
13,1
1,4
0,1
Angriff auf Kraftfahrer
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
46,7
41,8
10,6
0,8
0,0
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
14,0
45,8
33,5
6,4
0,3
510000 Betrug
51,3
28,8
13,7
5,7
0,5