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Kennzahlenbericht
Integration Sachsen
4. Quartal 2017
Sächsisches Staatsministerium
für Soziales und Verbraucherschutz
Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration
Stand: 15. März 2018

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Inhaltsverzeichnis
1
Integrationsberichterstattung im Freistaat Sachsen
3
1.1 Kennzahlenbericht Integration Sachsen
4
1.2 Integrationsmonitoring der Länder und Länderauszug für den Freistaat
Sachsen
5
1.3 Integrationsbarometer für den Freistaat
6
2
Grunddaten zur ausländischen Bevölkerung in Sachsen
7
3
Integration durch Spracherwerb und Verständigung
9
3.1 Spracherwerbsangebote Bund
9
3.1.1 Integrationskurse
9
3.1.2 Bundesfinanzierte berufsbezogene Deutschsprachförderung
(Berufssprachkurse) (BMAS) nach § 45a AufenthG in Verbindung mit
der Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung
(DeuFöV)
10
3.1.3 ESF-BAMF-Programm (BMAS) berufsbezogene Sprachkurse
11
3.2 Spracherwerbsangebote Freistaat Sachsen
12
3.2.1 Wegweiserkurse/Erstorientierungskurse für Asylsuchende in
sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen
12
3.2.2 Landessprachkurse
13
4
Integration durch schulische Bildung
14
4.1 Abgänger / Absolventen der Schulen
14
4.2 Übersicht zur Anzahl der Schüler in den Vorbereitungsklassen aller
Schularten
16
4.3 Anzahl der Vorbereitungsklassen seit 2014
17
5
Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration
18
5.1 Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, arbeitsuchende und arbeitslose
Personen nach Staatsangehörigkeit
20
5.2 Gemeldete erwerbsfähige, arbeitsuchende und arbeitslose Flüchtlinge
22
5.3 Zahl der Arbeitslosen in Sachsen, nach Staatsangehörigkeit
23
5.4 Zahl der Beschäftigten in Sachsen, nach Staatsangehörigkeit
26
5.5 Aufenthaltserlaubnisse zum Zweck der Ausbildung / Erwerbstätigkeit
27
5.6 Arbeitslosenquote mit eingeschränkter Bezugsgröße, nach
Staatsangehörigkeit
29
5.7 Ausländische Auszubildende nach Kontinent und Ausbildungsbereichen
30
6
Ausländische Studierende
31
6.1 Ausländische Studierende, Studienanfänger und Absolventen der
Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK
31
6.2 Studienanfänger mit Fluchthintergrund
33
7
Soziale Betreuung von Flüchtlingen
34
8
Rückkehrberatung
35
8.1 Mobile Rückkehrberatung in Erstaufnahmeeinrichtungen
35
8.2 Rückkehrberatungen gefördert über die FRL „Soziale Betreuung“
36

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1 Integrationsberichterstattung im Freistaat Sachsen
Integrationspolitik benötigt Aussagen darüber, wie sich Integrationsprozesse vollziehen und
welche Maßnahmen die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund unterstützen.
Wie Integrationsprozesse beschrieben werden, welches die wesentlichen Handlungsfelder
sind und was als Erfolg bewertet werden kann, dazu gibt es auf europäischer, auf Bundes-,
Länder- und kommunaler Ebene unterschiedliche Auffassungen und folgerichtig mehrere
methodische Ansätze und Instrumente, die sich ihrerseits in ständiger Veränderung und Ver-
besserung befinden.
Eine der größten Herausforderungen Integrationserfolge „messbar zu machen“, liegt in der
Unterschiedlichkeit, mit der die Zielgruppe, um die es bei Integration geht, gefasst wird, bei
„wem“ man also Integrationserfolge messen will. So stellt der Sachverständigenrat deutscher
Stiftungen für Integration und Migration (SVR) fest, dass die Zielgruppe je nach Datenquelle
und Instrument immer unterschiedlich definiert und untergliedert ist. Damit ist eine Vergleich-
barkeit aller vorliegenden Monitorings, Studien und Statistiken im Integrationsbereich nur
bedingt möglich: „Ein stets wiederkehrendes Thema in allen Integrationsmonitorings ist, dass
die Zuwandererbevölkerung je nach Datenquelle unterschiedlich definiert ist: Im Mikrozensus
beispielsweise können seit 2005 Zuwanderer der ersten und der zweiten Generation identifi-
ziert und auch nach Herkunft unterschieden werden. Zahlreiche weitere Statistiken mit Aus-
nahme des SOEP [Sozio-oekonomische Panel] unterschieden dagegen zunächst nur zwi-
schen Deutschen und Ausländern.…“
1
Klärungsbedarf besteht auch hinsichtlich der Frage, „was“ und in welchem Bereich eigentlich
gemessen werden soll, wenn es um Integration geht. Hier bietet das Modell von Hartmut
Esser gute Orientierung, der strukturelle, kulturelle bzw. kognitive, soziale und
identifikatorische Aspekte der Integration unterscheidet.
2
Die strukturelle Integration bezieht
sich dabei auf die Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund in zentralen, für das
eigenständige Leben wesentlichen Bereichen, wie den Arbeits- und Wohnungsmarkt und die
Bildung sowie auf die rechtliche Situation der dieser Personengruppe. Der Aspekt der kultu-
rellen Integration fragt nach Spracherwerb und Verständigung sowie danach, inwieweit Nor-
men und Werte der aufnehmenden Gesellschaft handlungsleitend sind bzw. inwieweit Integ-
rationsprozesse durch Orientierung unterstützt werden. Unter dem Aspekt der sozialen Integ-
ration wird nach der Häufigkeit und der Art sozialer Kontakte mit der Mehrheitsbevölkerung
gefragt. Auch hier ist deutlich, dass positive Integrationsverläufe maßgeblich von der Bereit-
schaft der aufnehmenden Gesellschaft abhängig sind, solche Kontakte zu ermöglichen. Un-
ter dem Aspekt der identifikatorischen Integration wird danach gefragt, wie stark sich Men-
schen mit der aufnehmenden Gesellschaft identifizieren und ob sie sich zugehörig fühlen.
Derzeit gibt es in der Integrationsforschung noch kein Instrument, das in der Lage wäre, alle
vier Dimensionen von Integration für alle Gruppen, die man unter die Personen mit Migrati-
onshintergrund fassen könnte, abzubilden.
1
Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration 2017: Die Messung von In-
tegration
in
Deutschland
und
Europa.
Möglichkeiten
und
Grenzen
bestehender
Integrationsmonitorings, SVR-Bericht 2017-1. Berlin, S. 12
2
Esser, Hartmut 2001: Integration und ethnische Schichtung. Arbeitspapiere – Mannheimer Zentrum
für Europäische Sozialforschung, Nr. 40, Mannheim.

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Aus diesem Grund hat sich der Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration im Sächsi-
schen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz dazu entschieden, für seine
Integrationsberichterstattung auf verschiedene Instrumente zurückzugreifen, die je unter-
schiedliche Aufgaben erfüllen. Dazu zählen:
1. Der Kennzahlenbericht Integration Sachsen. Seine Aufgabe ist es, die vorhandenen
und regelmäßig vorliegenden Daten in übersichtlicher Form darzustellen.
2. Das Integrationsmonitoring der Länder und Länderauszug für den Freistaat Sachsen.
Hier liegt der Schwerpunkt auf der Messung der Teilhabelücke in wichtigen Bereichen
der strukturellen und kulturellen Integration.
3. Das Integrationsbarometer für den Freistaat Sachsen. Die repräsentative Befragung
gibt Auskunft über das Integrationsklima und bezieht sich im Wesentlichen auf kultu-
relle, soziale und identifikatorische Aspekte der Integration.
Zusätzlich werden gezielt wissenschaftliche Untersuchungen initiiert, die spezifische Frage-
stellungen betreffen.
3
1.1 Kennzahlenbericht Integration Sachsen
Der vorliegende Kennzahlenbericht Integration Sachsen bildet die einer gemeinsamen Ar-
beitsgruppe bestehend aus der Sächsischen Staatskanzlei, dem Sächsischen Staatsministe-
rium des Innern, dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, dem
Sächsischen Staatsministerium für Kultus, dem Sächsischen Staatsministerium für Wissen-
schaft und Kunst sowie dem Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration des Sächsi-
schen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz derzeit vorliegenden zentralen
Kennzahlen mit Bezug auf alle Gruppen ab, die unter die Gesamtheit der Personen mit Mig-
rationshintergrund fallen. Ziel des Kennzahlenberichtes Integration ist es, mehr Übersicht-
lichkeit zu schaffen. Er bezieht sich auf Datenquellen des Bundes ebenso wie auf Statistiken,
die im Auftrag einzelner Ressorts der Sächsischen Staatsregierung geführt werden. Die Da-
tenquellen wiederum beziehen sich auf verschiedene Gruppen, die zwar alle unter die Ge-
samtheit der Personen mit Migrationshintergrund
4
fallen, die aber je nach Quelle unter-
schiedlich definiert werden (z. B. Ausländer nach aufenthaltsrechtlichen Kategorien, Perso-
nen mit Fluchthintergrund, Personen mit Migrationshintergrund, Integrationskursteilnehmer
und Sprachkursteilnehmer in der jeweiligen, zur entsprechenden Fachstatistik gehörigen
Definition).
3
Hingewiesen werden soll ebenfalls auf das methodische Instrument des Kommunalen
Integrationsmonitorings nach dem Wiesbadener Modell. Kommunales Integrationsmonitoring ist ein
Instrument, mit dem der Verlauf der tatsächlichen Integration vor Ort beobachtet, gemessen und ein-
geschätzt werden soll. Das sog. „Wiesbadener Modell“ (2003) dient als Blaupause für viele Kommu-
nen in Deutschland, die den Stand des Integrationsprozesses in ihrer Kommune aufzeigen und inter-
pretieren wollen. Dabei werden durch regelmäßige Messungen (amtliche und kommunale Statistik)
und die Abbildung von Zeitreihen Entwicklungen kontinuierlich verfolgt und es wird sichtbar, in wel-
chen Bereichen Handlungsbedarf in den Kommunen besteht. Kommunales Integrationsmonitoring
nach diesem Modell soll die Aufgabe der Sensibilisierung und der Frühwarnung übernehmen sowie
eine unterstützende Funktion bei der Steuerung von Integrationsprozessen. Wie viele sächsische
Kommunen derzeit ein kommunales Integrationsmonitoring nutzen, ist nicht bekannt.
4
Zur Definition des Begriffs „Person mit Migrationshintergrund“ siehe die untenstehenden Ausführun-
gen zum Integrationsmonitoring der Länder.

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Methodisch muss berücksichtigt werden, dass sich die Daten der einzelnen Fachstatistiken
neben der jeweils unterschiedlichen Zielgruppendefinitionen
auf unterschiedliche Berichtszeiträume beziehen und
häufig zu unterschiedlichen Zeitpunkten (Stichtagen) erhoben werden.
Damit sind sie in der Regel nicht gemeinsam auszuwerten und auch nicht für Gesamtaussa-
gen aggregierbar. Zudem ist die Zuverlässigkeit der Daten unterschiedlich zu beurteilen.
Eine Angleichung von Zielgruppendefinitionen, Berichtszeiträumen und Stichtagen ist nicht
möglich, da die Fachstatistiken unterschiedlichen fachrechtlichen Regelungen sowohl auf
Bundes- als auch auf Landesebene folgen. Der Ansatz einer bundesweiten Angleichung von
notwendigen Kennzahlen bzw. Indikatoren zur Messung von Integrationserfolgen wird auf
Ebene des Integrationsmonitorings der Länder (s. u.) verfolgt.
Der Kennzahlenbericht Integration Sachsen bezieht sich neben Daten des Ausländerzentral-
registers auf Kennzahlen wesentlicher Bereiche der strukturellen Integration wie Spracher-
werb, Bildung und Arbeitsmarkt.
Zusätzlich informiert er über geförderte Maßnahmen des Freistaat Sachsen im Bereich
Spracherwerb, zur sozialen Betreuung von Geflüchteten sowie zur Rückkehrförderung.
Für jede Statistik werden die verwendete Zielgruppendefinition, der Berichtszeitraum sowie
der Stichtag der erhobenen Daten separat ausgewiesen.
Die Kennzahlen geben eine quantitative Darstellung der Ist-Situation, jedoch keine statistisch
gesicherten Rückschlüsse auf Integrationsprozesse oder Integrationsverläufe. Ebenso erlau-
ben sie keine Aussagen über die Wirkung von Integrationsmaßnahmen. Diese können nur im
Ergebnis wissenschaftlicher Wirkungsforschung getätigt werden.
Der Kennzahlenbericht Integration kann durch weitere relevante Fachstatistiken, die den
Ressorts der Sächsischen Staatsregierung vorliegen, fortlaufend ergänzt werden.
1.2 Integrationsmonitoring der Länder und Länderauszug für den
Freistaat Sachsen
Seit dem Nationalen Integrationsplan NIP 2008 werden länderabgestimmte Anstrengungen
unternommen, um die Datengrundlage im Integrationsbereich zu verbessern und vergleich-
bar darzustellen. Die 2. Integrationsministerkonferenz hat im gleichen Jahr die Entwicklung
eines gemeinsamen Integrationsmonitorings beschlossen.
Das Integrationsmonitoring der Länder zielt darauf, Integrationserfolge dahingehend mess-
bar zu machen, die Unterschiede in der Teilhabe in Kernbereichen der Sozialintegration von
Menschen mit und ohne Migrationshintergrund aufzuzeigen und die Offenheit der Gesell-
schaft sowie die Zugangschancen zu Institutionen abzubilden.
Für das Integrationsmonitoring der Länder werden Kennzahlen und Indikatoren verwendet,
die auf einer für alle Länder verlässlichen Datenbasis beruhen und die in der Regel differen-
ziert nach Migrationshintergrund vorliegen (ist das nicht möglich, wird auf Daten für Deutsche
und Nichtdeutsche zurückgegriffen).
Die Berichte zum Ländermonitoring Integration erscheinen aller zwei Jahre. Seit dem 3. Be-
richt werden erstmals auch einzeln ausgewiesene Daten für die neuen Bundesländer vorge-
legt.

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Das Integrationsmonitoring der Länder bezieht sich in der Berichterstattung zum überwie-
genden Teil auf Personen mit Migrationshintergrund. Damit geht es davon aus, dass die
Teilhabechancen von Menschen in Deutschland auch bei vollständiger rechtlicher Gleichstel-
lung (z. B. Eingebürgerte oder Personen in der zweiten Generation) auch davon abhängig
sind, ob diese einen Migrationshintergrund haben oder nicht.
Die Definition des Migrationshintergrundes bezieht sich gemäß Beschluss der 9. Sitzung der
Integrationsministerkonferenz auf die Definition des Zensus 2011. Demnach haben einen
Migrationshintergrund jene Personen, die
1. Ausländer/innen sind; oder
2. im Ausland geboren sind und nach dem 31.12.1955 nach Deutschland zugewandert
sind; oder
3. einen im Ausland geborenen und nach dem 31.12.1955 nach Deutschland zugewan-
derten Elternteil haben.
Der vierte und letzte Bericht, der im März 2017 vorgelegt wurde, umfasst den Zeitraum
2013 - 2015. Derzeit wird im Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration des SMS der
Länderauszug des Integrationsmonitorings für den Freistaat Sachsen erarbeitet (Vorlage
1. Quartal 2018). Der nächste Bericht zum „Integrationsmonitoring der Länder“ wird für 2019
erwartet.
1.3 Integrationsbarometer für den Freistaat
Das Integrationsbarometer des SVR ist eine repräsentative Bevölkerungsumfrage unter
Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland. Dazu werden in einer nach
wissenschaftlichen Kriterien konzipierten, bundesweiten telefonischen Befragung etwa
5.300 Personen mit und ohne Migrationshintergrund ab 15 Jahren in ganz Deutschland zu
demographischen und zu Integrationsindikatoren interviewt. Die Untersuchungsergebnisse
beziehen sich auf die Grundgesamtheit der Migrantinnen und Migranten in ganz Deutsch-
land. Repräsentativität bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich aus dieser Stichprobe
zutreffende Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit aller Migrantinnen und Migranten in
Deutschland ziehen lassen. Ein solcher repräsentativer Rückschluss lässt sich nicht auf die
in Sachsen lebenden Migrantinnen und Migranten ziehen, da hier
1. deutlich weniger Migrantinnen und Migranten leben als im Bundesdurchschnitt
(ca. 21 % im Bundesdurchschnitt 2015, ca. 6 %in Sachsen);
2. sich die migrantische Population in den neuen Bundesländern gegenüber den alten
Bundesländern sowohl in der geopolitischen Herkunft der Migranten (z. B. in Sachsen
mehr Migranten aus Vietnam und weniger aus der Türkei) als auch in der Zusam-
mensetzung nach Status und Generationszugehörigkeit (z. B. in Sachsen deutlich
weniger Migranten in der zweiten bzw. dritten Generation) und
3. es erhebliche Unterschiede in der Mehrheitsgesellschaft zwischen den alten und
neuen Bundesländern und hier besonders seit 2015 erhebliche Veränderungen gibt
(siehe z. B. „Mitte-Studie“ zu autoritären und rechtsextremen Einstellungen in
Deutschland, Leipzig 2016).
Diese Umstände ziehen andere Integrationsverläufe, andere Integrationserfahrungen und ein
deutlich anderes Integrationsklima in den neuen Bundesländern nach sich. Will man dieses
detailliert und mit der Bundesebene vergleichbar für Sachsen erheben, machen sich Nach-
erhebungen erforderlich, um auch für Sachsen repräsentative Ergebnisse zu erhalten. Damit
hat die StMGI den SVR beauftragt. Mit den Ergebnissen ist Ende 2018 zu rechnen

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2 Grunddaten zur ausländischen Bevölkerung in Sachsen
Zum Stichtag befanden sich insgesamt 195.227 Ausländer in Sachsen. Davon waren
41% Frauen und 59% Männer.
Die am stärksten vertretene Altersgruppe ist mit 53.467 Personen die der 25- bis 35-jährigen.
Dies entspricht einem Anteil von 27%. Der Anteil der unter 18-jährigen ausländischen Perso-
nen in Sachsen beläuft sich auf 18%.
EU-Bürger sind mit knapp 30% die größte Bevölkerungsgruppe, gefolgt mit knapp 15% von
Personen, die eine Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen
Gründen besitzen. Darunter fallen auch 24.872 anerkannte Asylbewerber (entspricht einem
Anteil von 13% der Ausländer in Sachsen).
Zielgruppendefinition:
In Sachsen lebende Ausländer
Berichtszeitraum:
Stand 31.12.2017
1. Staatsangehörigkeiten der Ausländer in Sachsen (TOP 20)
12%
8%
6%
5%
5%
4%
3%
3%
3%
3%
3%
3%
2%
2%
2%
2%
2%
1%
1%
1%
29%
Syrien, Arabische Republik
Polen
Russische Föderation
Afghanistan
Rumänien
Vietnam
Irak
Ukraine
China
Tschechische Republik
Ungarn
Indien
Türkei
Italien
Bulgarien
Pakistan
Griechenland
Libyen
Slowakische Republik
Iran, Islamische Republik
andere
Quelle: Ausländerzentralregister, SMI

Seite 8 von 36
2. Aufgliederung nach Grund des Aufenthalts (Grobgliederung)
26.612
14.269
28.205
17.383
1.210
8.836
2.484
54.862
13.604
6.212
21.550
-
10.000
20.000
30.000
40.000
50.000
60.000
Niederlassungserlaubnisse insgesamt
(einschl Daueraufenthalt EG)
Aufenthaltserlaubnis (AE) -
Ausbildung/Erwerbstätigkeit insgesamt
Aufenthaltserlaubnis (AE)- völkerrechtliche,
humanitäre oder politische Gründe
insgesamt
Aufenthaltserlaubnis (AE)-familiäre Gründe
insgesamt
Besondere Aufenthaltsrechte insgesamt
Sonstiges / Befreiungen
EU-Aufenthaltsrechte nach dem
FreizügG/EU insgesamt
EU/EWR-Bürger ohne erfassten
Aufenthaltsstatus
Ausländer mit Aufenthaltsgestattung
nach bisherige Rechtsgrundlagen
weitere Gründe
Quelle: Ausländerzentralregister, SMI
3. Altersstruktur der Ausländer in Sachsen
-
31.331
4.194
29.139
53.467
35.637
22.396
11.814
7.249
0
10.000
20.000
30.000
40.000
50.000
60.000
k.A.
bis 16
16 - 18
18 - 25
25 - 35
35 - 45
45 - 55
55 - 65
ab 65
Quelle: Ausländerzentralregister, SMI

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3 Integration durch Spracherwerb und Verständigung
3.1 Spracherwerbsangebote Bund
3.1.1 Integrationskurse
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) führt die Integrationskurse in Zusam-
menarbeit mit Ausländerbehörden, dem Bundesverwaltungsamt, Kommunen, Migrations-
diensten und Trägern der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II durch und
gewährleistet ein ausreichendes Kursangebot. Das BAMF lässt die Kurse in der Regel von
privaten oder öffentlichen Trägern durchführen.
Der Kurs dient der erfolgreichen Vermittlung von ausreichenden Kenntnissen der deutschen
Sprache und Alltagswissen sowie von Kenntnissen der Rechtsordnung, der Kultur und der
Geschichte Deutschlands, insbesondere auch der Werte des demokratischen Staatswesens
der Bundesrepublik Deutschland und der Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechti-
gung, Toleranz und Religionsfreiheit.
Zielgruppendefinition:
„Zielgruppe sind grundsätzlich alle Zuwanderinnen und Zuwanderer, die sich rechtmäßig und dauer-
haft in der Bundesrepublik aufhalten und die gemäß § 44 AufenthG zur Teilnahme am Integrations-
kurs berechtigt sind. 2015 sind die Integrationskurse für Asylbewerberinnen und Asylbewerber, bei
denen ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist (gute Bleibeperspektive), für Ge-
duldete gem. § 60a Abs. 2 Satz 3 AufenthG und für Zuwanderinnen und Zuwanderer mit einer Aufent-
haltserlaubnis gem. § 25 Abs. 5 AufenthG im Rahmen verfügbarer Kursplätze geöffnet worden, um
eine frühzeitige Vermittlung von Kenntnissen der deutschen Sprache zu ermöglichen.“
5
Berichtszeitraum:
Die Integrationskursstatistik wird halbjährlich bzw. quartalsweise für das zurückliegende Jahr veröf-
fentlicht. Aktuell liegt die Integrationskursgeschäftsstatistik des BAMF für den Freistaat Sachsen für
den Zeitraum vom 01.01.2017 bis 30.09.2017 vor.
Quelle:
BAMF, Integrationskursgeschäftsstatistik (Stand: 04.01.2018)
Bis zum Ende des 3. Quartals 2017 wurden in Sachsen insgesamt 8.460 Berechtigungen,
Verpflichtungen und Zulassungen zur Teilnahme an Integrationskursen ausgegeben. Zusätz-
lich wurden 2.473 Zulassungen für Kurswiederholer erteilt. Im gleichen Zeitraum gab es
7.269 neue Integrationskursteilnehmer sowie 6.734 Integrationskursaustritte. Es starteten
insgesamt 615 neue Kurse. Davon waren 206 Integrationskurse mit Alphabetisierung und
12 Jugendintegrationskurse.
5
Darstellung der Maßnahmen der Bundesregierung für die Sprachförderung und Integration von
Flüchtlingen, Hg.: BMAS, Stand: April 2017

Seite 10 von 36
3.1.2 Bundesfinanzierte berufsbezogene Deutschsprachförderung (Be-
rufssprachkurse) (BMAS) nach § 45a AufenthG in Verbindung mit
der Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung
(DeuFöV)
Die Durchführung der berufsbezogenen Deutschsprachförderung ist Aufgabe des Bundes-
amtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Zur Durchführung der berufsbezogenen
Deutschsprachförderung lässt das BAMF private und öffentliche Träger zu. Es berücksichtigt
die von der Bundesagentur für Arbeit und von den für die Durchführung der Grundsicherung
für Arbeitsuchende zuständigen Stellen ermittelten Bedarfe an berufsbezogener Deutsch-
sprachförderung. Die Berufssprachkurse dienen dem Spracherwerb, um die Chancen auf
dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu verbessern.
Zielgruppendefinition:
„Teilnahmeberechtigt sind neben anerkannten Schutzsuchenden auch Geduldete mit einer Duldung
nach § 60a Abs. 2 Satz 3 Aufenthaltsgesetz und Gestattete, bei denen ein rechtmäßiger dauerhafter
Aufenthalt zu erwarten ist (gute Bleibeperspektive). Die Zielgruppe entspricht derjenigen für die Integ-
rationskurse, um die Anschlussfähigkeit der berufsbezogenen Deutschsprachförderung zu gewährleis-
ten.“
6
Berichtszeitraum:
1. bis 4. Quartal 2017
687
795
1.234
1.124
271
343
515
550
653
704
968
842
0
200
400
600
800
1.000
1.200
1.400
1/2017
2/2017
3/2017
4/2017*
Berechtigungen
Verpflichtungen
Kurseintritte
Quelle: BAMF, Referat 332, *vorläufige Daten, da Werte aus Dezember 2017 noch nicht aktuell sind
In Sachsen stehen 2017 insgesamt 6078 Plätze in Berufssprachkursen zur Verfügung. Die
Nicht-Auslastung der zur Verfügung stehenden Plätze ist darin begründet, dass das System
und die Auswahl der Träger erst 2017 angelaufen ist.
6
Darstellung der Maßnahmen der Bundesregierung für die Sprachförderung und Integration von
Flüchtlingen, Hg.: BMAS, Stand: April 2017

Seite 11 von 36
3.1.3 ESF-BAMF-Programm (BMAS) berufsbezogene Sprachkurse
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bietet für Menschen mit Migrationshin-
tergrund, an vom BAMF ausgewählten Schulen, Kurse für berufsbezogene Sprachförderung
im ESF-BAMF-Programm an. Die Kurse verbinden Deutschunterricht, berufliche Qualifizie-
rung und die Möglichkeit, einen Beruf durch ein Praktikum näher kennenzulernen. Das
ESF-BAMF-Programm lief Ende 2017 aus und ging über in die bundesfinanzierte berufsbe-
zogene Deutschsprachförderung.
Zielgruppendefinition:
„Menschen mit Migrationshintergrund, die nach SGB II und SGB III leistungsberechtigt oder zumindest
arbeitsuchend oder ausbildungssuchend gemeldet sind, sowie Asylsuchende, die am Bundespro-
gramm „ESF-Integrationsrichtlinie Bund“ (Handlungsschwerpunkt „IvAF“) teilnehmen. Seit Juni 2016
ist die kostenfreie Förderung auf junge Menschen in Ausbildung oder als Teilnehmende an bestimm-
ten berufsvorbereitenden Maßnahmen erweitert worden.“
7
Berichtszeitraum:
Januar 2017 – Dezember 2017
Übersicht ESF-BAMF- Programm 2017
2017
Anzahl der
begonnenen
Kurse
Anzahl der
beendeten
Kurse
Teilnehmer von
begonnenen
Kursen
Teilnehmer von
beendeten
Kursen
Januar
6
5
113
115
Februar
0
5
0
88
März
9
13
177
238
April
7
10
139
190
Mai
10
10
181
207
Juni
6
6
105
110
Juli
3
5
57
87
August
2
1
36
26
September
7
7
129
128
Oktober
8
9
150
188
November
9
10
149
183
Dezember
3
6
53
103
Gesamt
70
87
1.289
1.663
Quelle: BAMF, Referat 332
Im 4. Quartal 2017 haben 352 Teilnehmer einen Sprachkurs begonnen und 474 Teilnehmer
einen Sprachkurs beendet.
7
Darstellung der Maßnahmen der Bundesregierung für die Sprachförderung und Integration von
Flüchtlingen, Hg.: BMAS, Stand: April 2017

Seite 12 von 36
3.2 Spracherwerbsangebote Freistaat Sachsen
3.2.1 Wegweiserkurse/Erstorientierungskurse
für
Asylsuchende
in
sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen
Nach Auslaufen der Modellprojektphase der „Wegweiserkurse“ werden ab September 2017
in Kooperation mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Erstorientierungskurse in
allen sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen für alle erwachsenen Asylsuchenden angebo-
ten. Das diesbezügliche Controlling befindet sich derzeit noch im Aufbau.
Zielgruppendefinition:
Der Freistaat Sachsen finanzierte von Dezember 2014 bis Juli 2017 Wegweiserkurse für Asylsuchen-
de in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen. Ab August 2017 wurde diese durch Erstorientierungs-
kurse ersetzt. Zur Teilnahme berechtigt sind erwachsene Asylsuchende.
Berichtszeitraum:
August 2017 – Dezember 2017
An den sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen gab es insgesamt 56 Kurse mit
1.239 Teilnehmern. Diese verteilten sich wie folgt:
Sprachen
Kurse
Teilnehmer
Farsi / Dari
3
49
Arabisch
11
281
Urdu
6
131
Englisch
6
169
Tigrinisch
2
49
Russisch
1
38
Weitere
27
522
Summe
56
1.239
Quelle: StMGI

Seite 13 von 36
3.2.2 Landessprachkurse
Mit dem dritten Teil der Förderrichtlinie (FRL) Integrative Maßnahmen begründet der Frei-
staat Sachsen ein eigenes Landessprachprogramm und ergänzt damit das Integrationskurs-
angebot des Bundes. Die Maßnahmen des Programms werden durch zertifizierte Träger der
Integrationskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) umgesetzt.
Zielgruppendefinition:
Der Freistaat Sachsen fördert seit August 2016 über die FRL Integrative Maßnahmen, Teil 3 den
Spracherwerb in Form von drei Kursangeboten. Zur Teilnahme berechtigt sind Personen mit Migrati-
onshintergrund, die nicht integrationskursberechtigt sind und in der Regel nicht aus sicheren Her-
kunftsstaaten stammen.
Berichtszeitraum:
Die Statistik wird durch StMGI geführt und erfasst alle seit Förderbeginn August 2016 bewilligten
Sprachkurse (Stand 31. Dezember 2017)
Deutsch
sofort
Alphabe-
tisierung
Deutsch
qualifiziert
Deutsch
Beruf
Gesamt pro
LK/KfS
Bautzen
19
2
8
0
29
Chemnitz
38
18
16
0
72
Dresden
76
8
46
0
130
Erzgebirge
12
0
1
0
13
Görlitz
16
0
2
0
18
Leipziger Land
11
11
6
0
28
Leipzig
70
28
37
1
136
Meißen
17
0
2
0
19
Mittelsachsen
12
0
4
0
16
Nordsachsen
2
0
0
0
2
Sächs. Schweiz-
Osterzgebirge
22
2
7
0
31
Vogtland
18
1
4
0
23
Zwickau
16
3
4
0
23
Gesamt Sachsen
329
73
137
1
540
durchschnittliche
Teilnehmerzahl
23
15
23
25
Gesamt-
teilnehmerzahl
7.567
1.095
3.151
25
11.838
Kurse
Landkreis/
kreisfreie Stadt
Quelle: StMGI
Seit Förderbeginn haben 11.838 Teilnehmer einen Sprachkurs begonnen.
Künftig werden in diesem Bereich auch die Daten zu erreichten Zertifikaten als Indikator für
Erfolg der Maßnahme erhoben.

image
Seite 14 von 36
4 Integration durch schulische Bildung
4.1 Abgänger / Absolventen der Schulen
Die Diagramme zeigen die Absolventen und Abgänger aus den Jahren 2015 und 2016 mit
und ohne Migrationshintergrund von allgemeinbildenden Schulen und Schulen des zweiten
Bildungsweges. Es wird unterschieden nach „Allgemeine Hochschulreife“, „Realschulab-
schluss“, „Hauptschulabschluss“ und „ohne Hauptschulabschluss“.
Zielgruppendefinition:
Schüler mit Migrationshintergrund sind jene, die zwei- und mehrsprachig aufwachsen und selbst oder
deren Eltern (bzw. ein Elternteil) oder Großeltern nach Deutschland zugewandert sind, ungeachtet
ihrer gegenwärtigen Staatsangehörigkeit und ungeachtet ihres Aufenthaltsstatus.
Die Anzahl der Abgänger/Absolventen wird im Rahmen der Amtlichen Schulstatistik des Statistischen
Landesamtes in Kamenz erhoben. Bei dieser Erhebung wird die o. a. Definition zugrunde gelegt. Die
Auswertungen zu den Abgängern/Absolventen werden sowohl dem Statistischen Bundesamt als auch
dem Sekretariat der Kultusministerkonferenz zur Verfügung gestellt; die Veröffentlichung der Angaben
erfolgt dort allerdings unter den Kategorien „Deutsche“ und „Ausländer“.
Berichtszeitraum
Jährlich
Abgänger 2015
ohne Migrationshintergrund
2.167
2.328
13.740
8.972
Quelle: SMK, StaLa
Abgänger 2015
mit Migrationshintergrund
187
169
565
335
Quelle: SMK, StaLa

image
Seite 15 von 36
Abgänger 2016
ohne Migrationshintergrund
2.316
2.262
14.911
9.249
Quelle: SMK, StaLa
Abgänger 2016
mit Migrationshintergrund
217
198
641
353
Quelle: SMK, StaLa

Seite 16 von 36
4.2 Übersicht zur Anzahl der Schüler in den Vorbereitungsklassen
aller Schularten
Innerhalb von drei Jahren hat sich die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in den Vorberei-
tungsklassen von 2.655 Schülern zum 17.10.2014 auf 8.175 Schülerinnen und Schüler
zum 11.12.2017 erhöht.
Zielgruppendefinition:
Schüler mit Migrationshintergrund sind jene, die zwei- und mehrsprachig aufwachsen und selbst oder
deren Eltern (bzw. ein Elternteil) oder Großeltern nach Deutschland zugewandert sind, ungeachtet
ihrer gegenwärtigen Staatsangehörigkeit und ungeachtet ihres Aufenthaltsstatus.
Berichtszeitraum
monatlich
2.655
4.999
8.915
9.114
9.458
9.484
9.695
9.785
9.625
9.586
9.641
9.442
8.175
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
Quelle: SMK

Seite 17 von 36
4.3 Anzahl der Vorbereitungsklassen seit 2014
Die Anzahl der Vorbereitungsklassen ist seit dem 19.09.2014 mit 174 Vorbereitungsklassen
auf 547 Vorbereitungsklassen zum 18.12.2017 erheblich angestiegen.
Zielgruppendefinition:
Schüler mit Migrationshintergrund sind jene, die zwei- und mehrsprachig aufwachsen und selbst oder
deren Eltern (bzw. ein Elternteil) oder Großeltern nach Deutschland zugewandert sind, ungeachtet
ihrer gegenwärtigen Staatsangehörigkeit und ungeachtet ihres Aufenthaltsstatus.
Berichtszeitraum
siehe Grafik
174
285
548
555
547
0
100
200
300
400
500
600
19.09.2014
04.09.2015
12.09.2016
18.09.2017
18.12.2017
Quelle: SMK

Seite 18 von 36
5 Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration
Zielgruppendefinition:
Gemeldete erwerbsfähige Personen:
Gemeldete erwerbsfähige Personen umfassen alle Personen, die bei einer Arbeitsagentur
oder einem Jobcenter gemeldet sind (ohne Ausbildungsbewerber), unabhängig davon, ob
sie die Kriterien der Arbeitsuche oder Arbeitslosigkeit erfüllen oder ob sie Leistungen be-
ziehen. Im Rechtskreis SGB III werden z. B. Asylbewerber, die noch dem 3-monatigen
Beschäftigungsverbot unterliegen und Teilnehmer an abschlussorientierten Weiterbil-
dungsmaßnahmen sind, nicht als Arbeitsuchende geführt. Im Rechtskreis SGB II sind hier
Personen zu nennen, die nicht zu den Arbeitsuchenden zählen, weil sie Kinder betreuen
oder zur Schule gehen. Die Zahl der gemeldeten erwerbsfähigen Personen im Rechts-
kreis SGB II entspricht weitgehend der Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in
der Grundsicherung für Arbeitsuchende; wegen unterschiedlicher Erhebungsverfahren
kommt es allerdings in den Ergebnissen zu Abweichungen.
Als erwerbsfähige Leistungsberechtigte gelten gemäß § 7 SGB II nur die Personen, die
das 15. Lebensjahr vollendet und die Altersgrenze nach § 7a SGB II noch nicht er-
reicht haben,
erwerbsfähig sind,
hilfebedürftig sind und
ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland haben.
Als erwerbsfähig gilt gemäß § 8 SGB II, wer nicht durch Krankheit oder Behinderung auf
absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Ar-
beitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Für die Zählung irrele-
vant ist der Arbeitslosigkeitsstatus des Leistungsberechtigten (arbeitslos, nicht arbeitslos,
arbeitsuchend, nicht arbeitsuchend).
Arbeitsuchende Personen:
Die statistische Berichterstattung über Flüchtlinge beginnt in einem ersten Schritt mit der
Statistik der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden. Die Status Arbeitsuche und Arbeitslosig-
keit werden nach den im Sozialgesetzbuch festgelegten Kriterien vergeben; danach wer-
den Personen als Arbeitsuchende geführt, wenn sie eine Beschäftigung als Arbeitnehmer
suchen, und als Arbeitslose, wenn sie darüber hinaus keine Beschäftigung haben, dem
Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und nicht an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme
teilnehmen. Arbeitslose bilden deshalb eine Teilmenge der Arbeitsuchenden.

Seite 19 von 36
Arbeitslose Personen:
Nach § 16 i. V. mit § 138 SGB III sind arbeitslos Personen, die
vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen oder nur eine weniger
als 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung ausüben (Beschäftigungslo-
sigkeit),
eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Be-
schäftigung suchen (Eigenbemühungen),
den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters zur Verfü-
gung stehen, also arbeiten dürfen, arbeitsfähig und -bereit sind (Verfügbarkeit),
in der Bundesrepublik Deutschland wohnen,
nicht jünger als 15 Jahre sind und die Altersgrenze für den Renteneintritt noch nicht er-
reicht haben,
sich persönlich bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter arbeitslos gemeldet
haben.
Die Verfügbarkeit als Voraussetzung für Arbeitslosigkeit ist nicht erfüllt, solange ein Aus-
länder keine Arbeitnehmertätigkeit in Deutschland ausüben darf. Fehlende deutsche
Sprachkenntnisse sind dagegen kein Tatbestand, der der Verfügbarkeit und damit der Ar-
beitslosigkeit entgegensteht.
Flüchtlinge:
Flüchtlinge umfassen Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaub-
nis Flucht oder einer Duldung. Die Bundesagentur für Arbeit verwendet in ihren statisti-
schen Analysen alternativ die Bezeichnung „Personen im Kontext von Fluchtmigration“.
EU-Osterweiterung:
Die Gruppe „EU-Osterweiterung“ umfasst Personen aus Bulgarien, Estland, Kroatien,
Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik
und Ungarn.
Nichteuropäische Asylherkunftsländer:
Die Gruppe „Nichteuropäische Asylherkunftsländer“ umfasst Personen aus nichteuropäi-
schen Ländern, aus denen in den letzten Jahren die meisten Asylerstanträge kamen. Die
Bundesagentur für Arbeit zählt hierzu Afghanistan, Eritrea, Irak, die Islamische Republik
Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia sowie die Arabische Republik Syrien.

Seite 20 von 36
5.1 Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, arbeitsuchende und ar-
beitslose Personen nach Staatsangehörigkeit
Zum Jahresende 2017 war in Sachsen etwa jeder zehnte Arbeitslose ein Ausländer. Wäh-
rend sich der Anteil an Arbeitslosen im Vergleich zur Jahresmitte nicht verändert hat, ist die
absolute Zahl der arbeitslosen Ausländer etwas zurückgegangen.
Über die Hälfte der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Ausländer kommen aus nichteuro-
päischen Asylherkunftsländern. Bei arbeitslosen Ausländern war der Anteil von Personen
aus nichteuropäischen Asylherkunftsländern rund 10 Prozentpunkte niedriger.
Berichtszeitraum:
Berichtsturnus und Aktualität: monatlich mit Daten jeweils zum Vormonat,
Stand Dezember 2017
36.771
34.516
14.432
194.062
210.188
115.090
0
50 000
100 000
150 000
200 000
250 000
300 000
erwerbsfähige
Leistungs-
berechtigte
SGB II 1)
arbeitsuchende
Personen
arbeitslose
Personen
Deutsche
Ausländer
1)
Grundsicherung nach SGB II, Stand September 2017
Quelle: Bundesagentur für Arbeit - Migrations-Monitor Arbeitsmarkt - Eckwerte (Monatszahlen)

Seite 21 von 36
Der Anteil der vorgenannten Ausländer verteilt sich wie folgt:
4.294
4.643
2.283
19.949
17.031
6.168
12.528
12.842
5.981
0
5 000
10 000
15 000
20 000
25 000
30 000
35 000
40 000
erwerbsfähige
Leistungs-
berechtigte
SGB II 1)
arbeitsuchende
Personen
arbeitslose
Personen
sonstige Herkunftsländer
nichteuropäische
Asylerhkunftsländer
EU-Osterweiterung
1)
Grundsicherung nach SGB II, Stand September 2017
Quelle: Bundesagentur für Arbeit - Migrations-Monitor Arbeitsmarkt - Eckwerte (Monatszahlen)

Seite 22 von 36
5.2 Gemeldete erwerbsfähige, arbeitsuchende und arbeitslose
Flüchtlinge
Die Zahl der Zu- und Abgänge von Flüchtlingen in/aus Arbeitslosigkeit ist im Jahresverlauf
angestiegen. Etwa 10 % der arbeitslosen Flüchtlinge konnten in Erwerbstätigkeit vermittelt
werden, rund 2 % in schulische, betriebliche / außerbetriebliche Ausbildung und rund 66 % in
sonstige Ausbildungsmaßnahmen (einschließlich Sprachkurse; Januar-Dezember 2017).
Berichtszeitraum:
Berichtsturnus und Aktualität: monatlich mit Daten jeweils zum aktuellen Monat
Bestand an gemeldeten erwerbsfähigen, arbeitsuchenden und arbeitslosen Flüchtlin-
gen, Monatswerte, Dezember 2017
Bestand an
Gesamt
nur SGB III
nur SGB II
Gemeldeten
erwerbsfähigen Personen
22.769
2.739
20.030
Arbeitsuchenden
17.714
2.435
15.279
Arbeitslosen
6.497
894
5.603
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Lagebild/aktuelle Daten zu Personen im Kontext Fluchtmigration; Migrationsmonitor „Perso-
nen im Kontext von Fluchtmigration“ (Monatszahlen)
Zu- und Abgänge an arbeitslosen Flüchtlingen, Jahresfortschrittswerte,
Dezember 2017
Zugang an Arbeitslosen
Gesamt
nur SGB III
nur SGB II
Insgesamt
26.899
5.553
21.346
Abgang an Arbeitslosen
Gesamt
nur SGB III
nur SGB II
Insgesamt
26.854
5.457
21.397
davon in Erwerbstätigkeit
2.643
789
1.854
davon in Ausbildung/
Studium u.ä.
17.460
2.735
14.725
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Lagebild/aktuelle Daten zu Personen im Kontext Fluchtmigration

Seite 23 von 36
5.3 Zahl der Arbeitslosen in Sachsen, nach Staatsangehörigkeit
Im Dezember 2017 war fast ein Drittel der arbeitslosen Ausländer 45 Jahre und älter. Bei
Flüchtlingen war der Anteil dieser Altersgruppe nur etwa halb so groß.
Ungefähr jeder vierte arbeitslose Ausländer hat keinen Hauptschulabschluss. Bei Flüchtlin-
gen ist es sogar etwa jeder Dritte.
Der überwiegende Teil arbeitsloser Ausländer und Flüchtlinge sucht auf dem Arbeitsmarkt
eine Beschäftigung im Helferbereich.
Berichtszeitraum:
Berichtsturnus und Aktualität: monatlich mit Daten jeweils zum aktuellen Monat
Bestand an Arbeitslosen nach Alter, Dezember 2017
7.092
2.105
1.605
25.679
4.274
2.457
22.162
3.650
1.374
26.211
2.789
776
33.941
1.610
281
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Deutsche
Ausländer
Flüchtlinge
55 Jahre und älter
45 bis unter 55 Jahre
35 bis unter 45 Jahre
25 bis unter 35 Jahre
15 bis unter 25 Jahre
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Lagebild/aktuelle Daten zu Personen im Kontext der Fluchtmigration/Arbeitslosenstatistik
nach Staatsangehörigkeit/Migrations-Monitor – Prozess- und Strukturkennzahlen

Seite 24 von 36
Bestand an Arbeitslosen nach Schulabschluss, Dezember 2017
13.966
3.547
2.337
34.929
2.441
670
49.932
2.286
553
5.221
618
209
9.239
3.477
1.679
1.803
2.063
1.049
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Deutsche
Ausländer
Flüchtlinge
ohne Angaben
Abitur/Hochschulreife
Fachhochschulreife
Mittlere Reife
Hauptschulabschluss
kein Hauptschulabschluss
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Lagebild/aktuelle Daten zu Personen im Kontext der Fluchtmigration/Arbeitslosenstatistik
nach Staatsangehörigkeit/Migrations-Monitor – Prozess- und Strukturkennzahlen
Bestand an Arbeitslosen nach Anforderungsniveau des Zielberufs, Dezember 2017
53.088
9.177
4.525
53.275
3.559
1.121
6.186
941
351
2.541
755
500
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Deutsche
Ausländer
Flüchtlinge
ohne Angaben
Experte
Fachkraft/Spezialist
Helfer
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Lagebild/aktuelle Daten zu Personen im Kontext der Fluchtmigration/Arbeitslosenstatistik
nach Staatsangehörigkeit/Migrations-Monitor – Prozess- und Strukturkennzahlen

Seite 25 von 36
Bestand an arbeitslosen Flüchtlingen nach Aufenthaltsstatus, Dezember 2017
5.587
672
238
Aufenthaltserlaubnis
Aufenthaltsgestattung
Duldung
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Lagebild/aktuelle Daten zu Personen im Kontext der Fluchtmigration

Seite 26 von 36
5.4 Zahl der Beschäftigten in Sachsen, nach Staatsangehörigkeit
Personen aus Asylherkunftsländern sind bisher nur wenig an der Beschäftigung beteiligt. Ihr
Anteil belief sich im Juni 2017 auf 0,3 % aller Beschäftigten in Sachsen (sozialversiche-
rungspflichtig und ausschließlich geringfügig Beschäftigte).
Berichtszeitraum:
Berichtsturnus und Aktualität: vierteljährlich mit Daten nach einer Wartezeit von 6 Monaten
Anteil ausländischer Beschäftigter an allen Beschäftigten
1)
in Sachsen (%)
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
4,0
4,5
Dez 11 Dez 12 Dez 13 Dez 14 Dez 15 Dez 16 Jun 17
Ausländer insgesamt
EU insgesamt
EU-Osterweiterung
Drittstaaten
Asylherkunftsländer
1)
sozialversicherungspflichtig und ausschließlich geringfügig Beschäftigte
Quelle: Bundesagentur für Arbeit - Beschäftigtenstatistik nach Staatsangehörigkeit (Quartalswerte), eigene Berechnung
Anteil ausschließlich geringfügig Beschäftigter an allen Beschäftigten
1)
in Sachsen,
differenziert nach der jeweiligen Herkunft (%)
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Dez 11
Dez 12
Dez 13
Dez 14
Dez 15
Dez 16
Jun 17
Ausländer
EU gesamt
EU-Osterweiterung
Drittstaaten
Asylherkunftsländer
Deutsche
1)
sozialversicherungspflichtig und ausschließlich geringfügig Beschäftigte
Quelle: Bundesagentur für Arbeit - Beschäftigtenstatistik nach Staatsangehörigkeit (Quartalswerte), eigene Berechnung
Daten für Dezember 2017 liegen noch nicht vor.

Seite 27 von 36
5.5 Aufenthaltserlaubnisse zum Zweck der Ausbildung / Erwerbstä-
tigkeit
Insgesamt 14.269 Ausländer waren zum Stichtag im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis zum
Zweck der Ausbildung oder einer Erwerbstätigkeit. Mit fast zwei Dritteln (64,2%) machten die
insgesamt 9.157 Studierenden dabei den größten Anteil aus.
Berichtszeitraum:
Stand: 31.12.2017
272
121
180
315
366
372
582
583
682
1.639
9.157
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
Sonstiges
freiberufliche Tätigkeit
Forscher
Arbeitsplatzsuche nach Studium
Sprachkurse, Schulbesuch
Blaue Karte EU, Regelberufe
keine qualifizierte Beschäftigung
sonstige betriebliche
Ausbildungszwecke
Blaue Karte EU, Mangelberufe
qualifizierte Beschäftigung
nach Rechtsverordnung
Studium
Quelle: Ausländerzentralregister
Zur Aufschlüsselung des Punktes „Sonstiges“ (Zusammenfassung aller Werte unter 100)
bitte nachfolgende Tabelle beachten.

Seite 28 von 36
Art des Aufenthaltstitels
Erläuterung
Anzahl
Personen
nach § 16 Abs. 1 AufenthG
Studium
9.157
nach § 16 Abs. 5 AufenthG
Arbeitsplatzsuche nach Studium
315
nach § 16 Abs. 6 AufenthG
bedingte Zulassung, Teilzeitstudium,
Studienvorbereitung ohne Zulassung
zum Studium
42
nach § 16 Abs. 6 AufenthG
innergemeinschaftlich mobiler Student
20
nach § 16 Abs. 7 AufenthG
Studienbewerbung
17
nach § 16b Abs. 1 AufenthG
Sprachkurse, Schulbesuch
366
nach § 17 Abs. 1 AufenthG
sonstige betriebliche
Ausbildungszwecke
583
nach § 17a Abs. 1 AufenthG
Durchführung einer Bildungsmaßnahme
37
nach § 17a Abs. 4 AufenthG
Arbeitsplatzsuche nach Anerkennung
ausländischer Berufsqualifikationen
1
nach § 17a Abs. 5 AufenthG
Ablegung einer Prüfung
2
nach § 17b Abs. 1 AufenthG
Studienbezogene Praktikanten EU
3
nach § 18 AufenthG
Beschäftigung
37
nach § 18 Abs. 3 AufenthG
keine qualifizierte Beschäftigung
582
nach § 18 Abs. 4 Satz 1 AufenthG
qualifizierte Beschäftigung nach
Rechtsverordnung
1.639
nach § 18 Abs. 4 Satz 2 AufenthG
qualifizierte Beschäftigung im öffentli-
chen Interesse nach Rechtsverordnung
36
nach § 18a Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe c)
AufenthG
qualifizierte Fachkraft, seit 3 Jahren un-
unterbrochen beschäftigt
1
nach § 18c AufenthG
Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsu-
che, Ausbildungszwecke
16
nach § 18d Abs. 1 AufenthG
europäischer Freiwilligendienst
5
nach § 19a AufenthG i.V.m. § 2 Abs. 1
Nr. 2 Bst. a) BeschV
Blaue Karte EU, Regelberufe
372
nach § 19a AufenthG i.V.m. § 2 Abs. 1
Nr. 2 Bst. b) oder § 2 Abs. 2 BeschV
Blaue Karte EU, Mangelberufe
682
nach § 20 Abs. 1 AufenthG
Forscher
180
nach § 20b Abs. 1 AufenthG
Mobiler Forscher
1
Gesamt
14.269
Quelle: Ausländerzentralregister

Seite 29 von 36
5.6 Arbeitslosenquote mit eingeschränkter Bezugsgröße, nach
Staatsangehörigkeit
Die Ausländer-Arbeitslosenquote mit eingeschränkter Bezugsgröße ist regional sehr unter-
schiedlich. Die Spreizung lag im Juni 2017 zwischen 25,6 % (LK Görlitz) und 18,5 %
(LK Mittelsachsen).
Berichtszeitraum:
Berichtsturnus und Aktualität: monatlich mit Daten nach einer Wartezeit von 6 Monaten
Arbeitslosenquote
mit
eingeschränkter,
aber
periodengleicher
Bezugsbasis*,
Juni 2017
7,5
5,8
6,3
5,8
6,2
6,5
6,5
9,7
6,9
5,8
7,4
6,5
8,2
6,8
23,7
23,9
18,5
25,1
21,9
20,0
21,5
25,6
20,3
23,0
22,5
23,1
22,0 22,0
0
5
10
15
20
25
30
Deutsche
Ausländer
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (2017), Migrations-Monitor Arbeitsmarkt – Ausländerarbeitslosenquote, Datenstand Juli 2017.
*) Arbeitslosenquote mit eingeschränkter, aber periodengleicher Bezugsbasis: Anstelle der
zivilen Erwerbspersonen werden bei der Berechnung der Arbeitslosenquote mit einge-
schränkter, aber periodengleicher Zuordnung nur die sozialversicherungspflichtig und gering-
fügig Beschäftigten erfasst. Die Einschränkung ist erforderlich, weil Angaben zu Selbständi-
gen, Beamten und Grenzpendlern zeitnah nicht oder nicht in der notwendigen Differenzie-
rung zur Verfügung stehen. Bei der Interpretation ist zu berücksichtigen, dass das Niveau
der Quote überzeichnet ist, weil insbesondere die Selbständigen in die ergänzende Berech-
nung nicht eingehen.

Seite 30 von 36
5.7 Ausländische Auszubildende nach Kontinent und Ausbil-
dungsbereichen
Der Zahl der ausländischen Auszubildenden hat in den letzten Jahren zugenommen. Reich-
lich 60 % der 1.165 ausländischen Auszubildenden (2016) werden im Bereich Indust-
rie/Handel ausgebildet, 30 % im Handwerk.
Berichtszeitraum:
Berichtsturnus und Aktualität: jährlich mit Daten jeweils vom Vorjahr
Ausländische Auszubildende nach Kontinent und Ausbildungsbereichen, 2016
Industrie/
Handel
Hand-
werk
Land-
wirtschaft
Öffentlicher
Dienst
Freie
Berufe
Haus-
wirtschaft
Europa
699
436
216
7
4
36
-
EU-Länder
477
298
152
5
2
20
-
übriges
Europa
222
138
64
2
2
16
-
Afrika
41
30
10
-
1
-
-
Amerika
27
14
9
-
-
4
-
Asien
355
233
96
1
3
22
-
Australien
4
4
-
-
-
-
-
Übrige*
39
12
18
7
-
2
-
Insgesamt
1.165
729
349
15
8
64
-
Kontinent
Gesamt
davon Ausbildungsbereich
*ohne Angabe einer ausländischen Staatsangehörigkeit, staatenlos
Entwicklung der Zahl ausländischer Auszubildender
0
200
400
600
800
1.000
1.200
1.400
2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen (2017), Statistischer Bericht: Auszubildende im Freistaat Sachsen, Ergebnisse der
Berufsbildungsstatistik 2016.
Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor.

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6 Ausländische Studierende
6.1 Ausländische Studierende, Studienanfänger und Absolventen
der Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK
An den Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK waren im Wintersemester 2016/17
insgesamt 104.524 Studierende immatrikuliert. Davon waren insgesamt 15.687 ausländische
Studierende. Dies entspricht einem Anteil von 15%, die meisten davon aus China (3.049)
und Österreich (1.590).
Zielgruppendefinition:
Die Anzahl der Studierenden, Studienanfänger und Absolventen wird im Rahmen der Amtlichen Sta-
tistik im Hochschulbereich durch das Statistische Landesamt in Kamenz erhoben. Die Auswertungen
erfolgen unter den Kategorien „Deutsche“ und „Ausländer“ bzw. sind entsprechend der erhobenen
Staatsangehörigkeit möglich.
Berichtszeitraum:
Jährlich
Anzahl der ausländischen Studierenden im Wintersemester 2016/2017 nach den 20 am
stärksten vertretenen Herkunftsländern an den Hochschulen im Geschäftsbereich des
SMWK.
3.049
1.590
1.225
758
609
493
386
350
344
325
320
312
282
274
273
236
223
202
192
131
China
Österreich
Indien
Russische Föderation
Vietnam
Ukraine
Italien
Polen
Korea, Republik
Iran, Islamische Republik
Spanien
Frankreich
Tschechische Republik
Pakistan
Syrien, Arabische Republik
Türkei
Bulgarien
Indonesien
Vereinigte Staaten
Kolumbien
Quelle: StaLa, SMWK

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Anteil der ausländischen Absolventen im Verhältnis zu den Absolventen insgesamt
Unter den insgesamt 21.143 Absolventen im Prüfungsjahr 2016 waren 2.700 ausländische
Staatsbürger. Dies entspricht einem Anteil von 12,8% oder anders formuliert: Ungefähr jeder
8. Absolvent an den SMWK-Hochschulen kommt aus dem Ausland mit steigender Tendenz.
Die Internationalisierung ist ein wichtiger Bestandteil der Profilierung der Hochschulen und
im Hochschulentwicklungsplan (HEP) des Freistaates Sachsen verankert.
20.988
21.614
21.660
21.162
21.143
1.932
2.063
2.191
2.380
2.700
9%
10%
10%
11%
13%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
-
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
2012
2013
2014
2015
2016
Absolventen gesamt
darunter Ausländer
prozentualer Anteil
Quelle: StaLa, SMWK
Absolventen an den Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK im Prüfungsjahr 2016
nach Fächergruppen in Prozent
Ein besonders hoher Anteil der ausländischen Absolventen macht seinen Abschluss in den
Bereichen Ingenieurswissenschaften sowie Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
Rund jeder zweite ausländische Studierende macht seinen Abschluss in einem MINT-Fach
(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik).
38%
34%
10%
9%
6%
2%
1%
0%
Ingenieurwissenschaften
Rechts-, Wirtschafts-und Sozialwissenschaften
Mathematik, Naturwissenschaften
Kunst, Kunstwissenschaft
Geisteswissenschaften
Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften
Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften,
Veterinärmedizin
Sport
Quelle: StaLa, SMWK

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6.2 Studienanfänger mit Fluchthintergrund
Zwei Jahre nach dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung ist die Zahl der Studienbewer-
bungen von Flüchtlingen an sächsischen Hochschulen angestiegen. Sie hat sich im Winter-
semester 2017/18 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Ursächlich für den deutli-
chen Anstieg ist vor allem, dass viele der 2015 und später angekommenen Flüchtlinge inzwi-
schen die Orientierungsphase durchlaufen und notwendige Sprachkompetenzen erworben
haben.
Mit Abstand die meisten Bewerbungen gehen an der Uni Leipzig ein, gefolgt von der
TU Dresden. An den anderen Hochschulen sind die Fallzahlen deutlich geringer. Wie viele
der Bewerbungen erfolgreich waren, kann allerdings nicht genau beziffert werden, da das
Merkmal „Fluchthintergrund“ für die Immatrikulation keine rechtliche Bedeutung hat und von
den Hochschulen deshalb nicht statistisch erfasst wird (siehe Zielgruppendefinition).
Zielgruppendefinition:
Von uni assist* an sächsische Hochschulen weitergeleitete Bewerbungen ausländischer Studieninte-
ressierter, in denen ein Hinweis auf einen Fluchthintergrund zu finden war (Weitergeleitet werden von
uni-assist nur fristgemäß eingereichte und den Anforderungen der Hochschulen entsprechende Be-
werbungen.) Wichtiger Interpretationshinweis: Die Bewerbungszahlen sind nicht gleichzusetzen mit
der Zahl der Immatrikulationen. Die Zahl der Immatrikulationen ist in der Regel geringer als die Zahl
der weitergeleiteten Bewerbungen, da die Hochschulen abschließend über die Zulassung entschei-
den.
*Die Arbeits- und Servicestelle für internationale Studienbewerbungen uni-assist e. V. ist eine von
über 180 Hochschulen in Deutschland getragene Einrichtung zur Vorprüfung internationaler Studien-
bewerbungen. In Sachsen nutzen die meisten Hochschulen, darunter alle vier Universitäten den Ser-
vice von uni-assist. Die meisten ausländischen Bewerber bewerben sich über uni-assist an den säch-
sischen Hochschulen.
Berichtszeitraum:
Halbjährlich
489
175
1.227
0
200
400
600
800
1.000
1.200
1.400
Wintersemester-Verfahren
2016/17
Sommersemester-Verfahren
2017
Wintersemester-Verfahren
2017/18
Quelle: uni-assist

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7 Soziale Betreuung von Flüchtlingen
Zuwendungsempfänger sind die Landkreise und Kreisfreien Städte als untere Unterbrin-
gungsbehörde nach § 2 des Sächsischen Flüchtlingsaufnahmegesetzes. In Sachsen sind die
Landkreise und Kreisfreien Städte für die Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern
zuständig, sobald diese von den staatlichen Erstaufnahmeeinrichtungen zugewiesen wer-
den. Die Mittel werden pauschal berechnet nach der Anzahl der in den Landkreisen / Kreis-
freien Städten untergebrachten Flüchtlinge. Die Weiterverteilung innerhalb der Landkreise
erfolgt über die Landkreisverwaltung. Finanziert werden 90% der Personalkosten und
10% Sachkosten. Daneben werden Mittel für die Finanzierung der Beratung zur freiwilligen
Rückkehr ins Herkunftsland bereitgestellt.
Zielgruppendefinition:
In sächsischen Kommunen untergebrachte Flüchtlinge (anerkannt und im Verfahren)
Zielgruppe der Förderung im Rahmen der Richtlinie Soziale Betreuung sind Flüchtlinge nach § 5 des
Sächsischen Flüchtlingsaufnahmegesetzes vom 25.Juni 2007 (SächsGVBl. S. 190). Zuwendungs-
empfänger sind die Landkreise und Kreisfreien Städte als untere Unterbringungsbehörden nach § 2
des Sächsischen Flüchtlingsaufnahmegesetzes.
Berichtszeitraum:
Stand 31. Dezember 2017
Fördermittel für Haushaltsjahr 2017
Zuwendungs-
empfänger
maximal zu
vergebende
Fördermittel
(lt. Verteiler-
schlüssel
vom 22.12.2016)
(11.623 Mio. €)
beantragte
Fördermittel
bewilligte
Fördermittel
ausgezahlte
Fördermittel
(31.12.2017)
Stadt Chemnitz
793.277,82 € 2.181.695,71 €
793.277,82 €
793.277,82 €
Erzgebirgskreis
958.004,82 € 1.537.114,67 €
958.004,82 €
958.004,82 €
Mittelsachsen
879.148,73 €
898.639,44 €
879.148,73 €
879.148,73 €
Vogtlandkreis
687.934,79 €
886.821,43 €
687.934,79 €
687.934,79 €
Zwickau
960.786,56 € 1.995.865,68 €
960.786,56 €
960.786,56 €
Stadt Dresden
1.485.203,79 € 4.030.179,92 € 1.485.203,79 € 1.485.203,79 €
Bautzen
885.921,64 € 2.830.746,19 €
624.812,26 €
624.812,26 €
Görlitz
709.221,09 €
735.222,85 €
709.221,09 €
709.221,09 €
Meißen
699.787,39 € 1.015.835,40 €
699.787,39 €
699.787,39 €
Sächs. Schweiz/
Osterzgebirge
710.793,38 €
973.846,00 €
710.793,38 €
710.793,38 €
Stadt Leipzig
1.511.448,84 € 2.758.470,98 € 1.511.448,84 € 1.511.448,84 €
Leipzig
749.979,54 €
881.621,31 €
749.979,54 €
749.979,54 €
Nordsachsen
600.491,60 €
437.288,84 €
437.288,84 €
437.288,84 €
gesamt
11.631.999,99 € 21.163.348,42 € 11.207.687,85 € 11.207.687,85 €
Quelle: StMGI

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8 Rückkehrberatung
8.1 Mobile Rückkehrberatung in Erstaufnahmeeinrichtungen
Die Kosten für die mobile Rückkehrberatung belaufen sich im Jahr 2017 auf
497.458,00 EUR. Diese Angabe steht unter dem Vorbehalt der noch ausstehenden ab-
schließenden Rechnungsprüfung durch die Landesdirektion Sachsen.
Im Jahr 2017 wurden insgesamt 1.825 Beratungen durchgeführt. Daraus resultierten
216 Anträge auf Förderung der Rückkehr nach dem REAG/GARP-Programm für insgesamt
357 Personen. Insgesamt sind 2017 268 Personen in ihre Heimatländer zurückgekehrt, die
vorher die Rückkehrberatung in der EAE in Anspruch genommen haben.
Zielgruppendefinition:
Asylbewerber und Flüchtlinge in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen
Berichtszeitraum:
Januar bis Dezember 2017
Anträge
Personen
Personen
REAG/GARP -
Bewilligungen
Januar
64
27
38
7
4
Februar
62
25
72
40
14
März
66
48
19
21
15
April
38
11
27
34
14
Mai
71
13
15
19
12
Juni
90
10
12
39
20
Juli
77
13
33
10
7
August
145
19
38
18
8
September
260
12
31
25
12
Oktober
389
10
15
6
5
November
384
13
26
16
6
Dezember
179
15
31
33
12
Gesamt
1.825
216
357
268
129
REAG/GARP-Anträge
Ausreisen
2017
Beratungen
Quelle: SMI

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8.2 Rückkehrberatungen gefördert über die FRL „Soziale
Betreuung“
Die Finanzierung der Beratung zur freiwilligen Rückkehr ins Herkunftsland wurde im
Jahr 2016 aufgestockt. Es sind zahlreiche neue Beratungsstellen entstanden. Grundlage der
Finanzierung ist die Richtlinie Soziale Betreuung Flüchtlinge. Im Jahr 2016 wurden einheitli-
che Erfassungskriterien definiert, so dass alle Landkreise und Kreisfreien Städte die Daten
nach den gleichen Maßgaben erfassen und damit vergleichbare Aussagen zustande kom-
men. Die freiwillige Rückehrberatung wird künftig an politischer Bedeutung gewinnen.
Zielgruppendefinition:
Kommunal untergebrachte rückkehrwillige Asylsuchende
Berichtszeitraum:
Stand 31. Dezember 2017
Landkreis/
kreisfreie
Stadt
Beratungs-
fälle
Anzahl
beratener
Personen
Aus-
reisen
Herkunftsländer
Stadt Chemnitz
49
75
48
k. A.
Stadt Dresden
232
417
109
Georgien, Libanon, Indien, Syrien,
Russland, Eritrea, Pakistan, Iran,
Irak, Albanien, Libyen
Stadt Leipzig
223
399
167
Brasilien, Libyen, Russland,
Albanien, Irak, Marokko, Syrien
Ukraine, Georgien, Serbien, Türkei,
Tunesien
Erzgebirgskreis
164
311
102
Venezuela, Afghanistan, Italien
(Somalier mit ital. Aufenthalts-titel),
Algerien, Georgien, Indien, Kosovo,
Libyen, Marokko, Serbien,
Albanien, Pakistan, China, Ungarn
Mittelsachsen
180
36
47
k. A.
Vogtlandkreis
176
221
46
Irak, Libyen, Eritrea (Dublin),
Kosovo, Georgien, Libanon, Nigeria
Zwickau
143
268
126
Georgien, Indien, Irak,
Tschetschenien, Armenien
Bautzen
204
307
59
Georgien, Indien, Iran, Lettland,
Äthiopien
Meißen
105
145
26
Libanon, Albanien
Sächs. Schweiz/
Osterzgebrige
187
300
44
Indien, Afghanistan, Pakistan,
Venezuela, Tschetschenien, Türkei,
Palästina
Görlitz
52
94
58
Libyen
Leipzig
315
494
125
Libyen, Tunesien, Pakistan,
Georgien, Irak
Nordsachsen
53
77
61
Albanien, Syrien, Pakistan, Kosovo,
Algerien, Georgien, Indien,
Russland
Quelle: StMGI