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I 01
STAATSBETRIEB IMMOBILIEN-
UND BAUMANAGEMENT
SIB
Landesfeuerwehrschule Sachsen
Neubau und Sanierung

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02 I

I 03
Inhalt
Einführung
1. Die Landesfeuerwehrschule Sachsen
Seite 05
Geschichte
Aufgabe
2. Planungsaufgabe
Seite 06
Standortbeschreibung / städtebauliche Einordnung
Gebäudestruktur / Architektonisches Konzept
Außenanlagen
Haustechnik
Tragwerk
3. Daten
Seite 14
Planungsdaten
Gebäudekenndaten
4. Projektbeteiligte
Seite 15
Bauherr
Planungsbüros
Ausführende Firmen
Impressum

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04 I
Optimale Ausbildungsbedingungen
für Lebensretter
Wie sich die Aufgaben der beruflichen und
freiwilligen Feuerwehren in den letzten
Jahren verändert haben!
Das Löschen von Feuer stellt nur noch einen
kleinen Teil der heutigen Aufgaben dar. Das
Bergen verunglückter Menschen, das Beseiti-
gen von Gefahrgut, Hilfe bei Unwettern und
Katastrophen und vieles mehr gehören zu
den heutigen Kernaufgaben der Feuerwehr.
Hierfür ist eine fundierte und praxisnahe
Ausbildung sowie ständige Weiterbildung
erforderlich. Dies übernimmt in Sachsen die
Landesfeuerwehrschule, die sich unweit von
Hoyerswerda in Nardt befindet.
Seit den 1970er Jahren werden in Nardt Feu-
erwehrleute aus- und weitergebildet. Damals
in baufälligen Gebäuden – als Internat dien-
ten beispielsweise Baracken. Seit 1990, als die
Schule den Status einer Landeseinrichtung
erhielt, sorgt der Freistaat Sachsen als Eigen-
tümer für die Verbesserung der Ausbildungs-
bedingungen. In den 90er Jahren ließ er die
vorhandenen Gebäude teilweise sanieren. Als
Neubau entstanden 1998 ein Steigerturm und
eine Atemschutzübungsanlage.
Mit dem Wandel der Aufgaben der Feuer-
wehren war auch eine Anpassung der Ausbil-
dungsschwerpunkte verbunden. Die Notwen-
digkeit einer grundlegenden liegenschaftlich
–baulichen Neuordnung der Landesfeuer-
wehrschule zeichnete sich Anfang der 2000er
Jahre immer deutlicher ab und mündete im
Sommer 2006 in den Beginn einer großen
Baumaßnahme. Alle Beteiligten – Nutzer und
Projektverantwortliche – standen vor einer
besonderen Herausforderung: Die Bauarbei-
ten fanden während der laufenden Ausbil-
dung statt.
Im ersten Bauabschnitt entstanden das
Hauptgebäude für Lehre und Verwaltung so-
wie eine Mensa. Dem schlossen sich die Er-
richtung eines Internatneubaus mit 100 Bet-
ten sowie ein Werkstattneubau an. In der ehe-
maligen Kantine befinden sich nach dem Um-
bau weitere Internatsplätze. Das Pfortenge-
bäude und die Großgarage präsentieren sich
im sanierten Zustand.
Die Landesfeuerwehrschule Nardt besitzt nun
einen modernen Ausbildungskomplex, der den
Auszubildenden auch Möglichkeiten für ihre
Freizeitgestaltung bietet.
Die Investitionen in Höhe von 16,3 Millio-
nen Euro finden im ersten Bauabschnitt mit
der Errichtung einer Lehrleitstelle ihren Ab-
schluss.
Für eine praxisnahe Ausbildung sind in einem
zweiten Bauabschnitt 17 weitere Ausbildungs-
stationen geplant. Ein Brandübungshaus und
eine Katastrophenschutzübungsstrecke wer-
den die anspruchsvollen Trainingsmöglich-
keiten ergänzen.
Im Namen aller am Projekt Beteiligten wün-
sche ich den Nutzern der Landesfeuerwehr-
schule Nardt viel Erfolg bei der Ausbildung
und bei der Bewältigung ihrer verantwor-
tungsvollen Tätigkeit für das Gemeinwohl
unseres Freistaates.
Professor Dieter Janosch
Geschäftsführer des
Staatsbetriebs Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement
Einführung

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I 05
1. Die Landesfeuerwehrschule Sachsen
Die Landesfeuerwehrschule in Nardt ist der-
zeit eine von insgesamt 19 Landesfeuer-
wehrschulen in Deutschland und die einzige
Bildungseinrichtung dieser Art in Sachsen.
Mit ihrem Leistungsspektrum bietet sie den
Freiwilligen Feuerwehren und Berufsfeuer-
wehren ca. 80 verschiedene Lehrgangsarten
zur Aus- und Fortbildung sowie zum Katas-
trophenschutz.
Das Gelände auf dem sich heute die Landes-
feuerwehrschule Nardt befindet, hat mit dem
Lager Elsterhorst einen bis in den 2. Welt-
krieg zurückreichenden geschichtlichen Hin-
tergrund. Im Jahr 1937 wurden viele Ort-
schaften Niederschlesiens umbenannt, um die
zweisprachigen Siedlungsgebiete der Wen-
den (sorbisch und deutsch) „einzudeutschen“.
Nardt erhielt den Namen Elsterhorst.
Im Jahr 1938 begann der Aufbau des
Lagers Elsterhorst als Kriegsgefangenen-
lager, welches nach 1945 bis zu seiner
endgültigen Auflösung als Umsiedlerlager
für Vertriebene genutzt wurde.
1973 gegründet, war die Feuerwehrschule
Nardt in der DDR für die Ausbildung der un-
teren Laufbahnen der Berufsfeuerwehr der
gesamten Republik verantwortlich.
Mit der Neugründung des Freistaates Sach-
sen bekam die Feuerwehrschule Nardt den
Status einer Landeseinrichtung und trägt
seit 1991 den Namen „Landesfeuerwehrschule
Sachsen“.
Durch die enormen Strukturänderungen in
der Wirtschaft, der immens angewachsenen
Verkehrsdichte und der damit verbundenen
steigenden Unfälle rückten für die Feuerwehr
Aufgaben in den Bereichen der technischen
Hilfestellung sowie der Bekämpfung von Um-
weltschäden in den Vordergrund.
Zu den Aufgaben der Landesfeuerwehr-
schule Sachsen in Nardt zählen heute:
z
Aus- und Fortbildung der Angehöri-
gen der Feuerwehren und des Katastro-
phenschutzes
z
fachliche
Beratung
des
Sächsischen
Staatsministeriums des Inneren, der Lan-
desdirektionen, der Landratsämter, Städte
und Gemeinden sowie Feuerwehren
z
Mitarbeit in Normenausschüssen
z
Mitwirkung in Arbeitskreisen und Fach-
ausschüssen auf Landes- und Bundes-
ebene
Geschichte und Aufgabe

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06 I
2. Planungsaufgabe
Standortbeschreibung / städtebauliche Einordnung
1
Die Landesfeuerwehrschule Sachsen befindet
sich an der nordöstlichen Landesgrenze des
Freistaates Sachsen im Bereich des heutigen
sorbischen Siedlungsgebietes am Übergang
der Oberlausitz zur Niederlausitz.
Tangiert wird das Areal der Landesfeuerwehr-
schule Sachsen von der Bundesstraße 96, die
hier zwischen Senftenberg und Hoyerswerda
verläuft. Über diese Straße ist der Komplex
an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden
und somit gut erreichbar.
Die innere Erschließung der Liegenschaft er-
folgt über eine tangential zu den Neubauten
verlaufende Bestandstraße. Zu beiden Seiten
dieser Erschließungsachse ordnen sich die
Hauptfunktionen der Landesfeuerwehrschule
an. Nördlich sind die technischen und lärmin-
tensiven Funktionen, südlich die verwalten-
den und sachlichen Funktionen angeordnet.
Parkplätze und Fahrradabstellmöglichkeiten
befinden sich in der Nähe des zentralen Ein-
gangsbereiches und im südlichen Bereich
zwischen Internatsgebäude und Mensa.
Für die Planungsaufgabe lobte der Freistaat
Sachsen einen Teilnahmewettbewerb mit
Lösungsvorschlag entsprechend der Verdin-
gungsordnung für freiberufliche Leistungen
(VOF) aus.
Als bester Entwurf ging unter Berücksichti-
gung der Ausschluss- und Auswahlkriterien,
der Auftragskriterien sowie gestalterischer,
funktionaler, wirtschaftlicher und ökologisch
nachhaltiger Gesichtspunkte der Lösungsvor-
schlag eines sächsischen Architekturbüros
hervor.
Durch die im Jahr 2006 begonnene und in
zwei Bauabschnitte unterteilte Baumaß-
nahme erhält das Areal der Landesfeuer-
wehrschule Sachsen eine grundlegend neue
Struktur. Die Landeseinrichtung kann nun
den Anforderungen an die Aufgabengebiete
der Aus- und Fortbildungen mit modernsten
und dem Stand der Technik entsprechenden
Unterrichtsräumen, Anlagen und Übungsge-
räten auf höchstem Niveau gerecht werden.
Damit sind die Voraussetzungen für eine
hohe Ausbildungsqualität gegeben.
Markantestes Gebäude der Landesfeuerwehr-
schule Sachsen ist das Verwaltungs- und
Lehrgebäude mit Mensa, welches sich aus
mehreren Teilbaukörpern zusammensetzt. Der
Hauptzugang zu diesem Gebäudekomplex ist
stirnseitig angeordnet und orientiert sich zur
Haupterschließungsachse. Die einzelnen Ge-
bäudeteile bilden u-förmige Grundrisse und
sind so gegeneinander versetzt, dass Frei-
räume unterschiedlicher Qualitäten mit viel-
fältigen Sichtbeziehungen und verschieden-
artigem Lichteinfall entstehen.
Die Internatsgebäude bilden den städtebau-
lichen Rahmen um die Liegenschaft.
Die zwischen dem Lehr- und Verwaltungs-
gebäude und den Internatsgebäuden ent-
stehenden Freiflächen stehen als Grünflächen
und Ruhezonen den Lehrgangsteilnehmern
und Bediensteten zur Verfügung.
Nördlich der Haupterschließungsachse ent-
standen der Neubau des Werkstattgebäudes
und das Lager für brennbare Flüssigkeiten.
Die Gebäude sind so angeordnet, dass sie
den Verwaltungs-, Lehr- und Internatsbereich
gegen mögliche Lärmbelästigungen von den
Übungsflächen und den Garagen abschirmen.
Unter Berücksichtigung der umzusetzenden
Funktionen wurde auf eine im Wesentlichen
auf Kompaktheit ausgerichtete Gebäude-
typologie geachtet.
Die Errichtung einer Solaranlage auf dem
Neubau des Internatsgebäudes zur Brauch-
wassererwärmung ist besonders hervorzu-
heben.

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I 07
1
2
4
3
5
6
7
1. Bauabschnitt
2. Bauabschnitt
5
Garagenkomplex
6
Löschteich
7
Ausstellung / Lager
1
Lehr- und Verwaltungsgebäude mit Mensa
2
Internat
3
Pforte
4
Werkstatt
Lageplan Landesfeuerwehrschule Nardt
1. und 2. Bauabschnitt

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08 I
2. Planungsaufgabe
Lehr- und Verwaltungsgebäude mit Mensa
Formen, Strukturen, Materialien, Oberflächen
und Farben haben eine große Wirkung auf die
Wahrnehmung jedes Einzelnen. Sie können
Stimmungen beeinflussen und zeigen, Signa-
le setzen, wegweisende und führende Funkti-
on übernehmen, anziehende oder abweisende
Reaktionen hervorrufen, Warnungen oder
Hinweise vermitteln. Sie helfen den Charakter
eines Gebäudes zu definieren, setzen Archi-
tekturtrends oder wecken Assoziationen.
Das Zusammenspiel verschiedenartiger For-
men, Strukturen, Materialien und Farben
wurde beim Lehr- und Verwaltungsgebäu-
de mit Mensa bewusst genutzt, um ein fas-
settenreiches Spiel mit Licht, Schatten und
Sichtbeziehungen hervorzurufen. Die Diffe-
renzierung der einzelnen Gebäudefunktionen
lässt sich an der Fassadengestaltung ablesen
und wiederfinden.
Die körnige Putzstruktur der Fassade in den
Farben Graublau und Hellgrau am Lehr- und
Verwaltungsgebäude stehen in einem visu-
ell harmonisierenden Kontrast zum warmen
Rotbraun der hinterlüfteten Fassadenplatten
der Mensa.
Internat
Der u-förmige, nicht unterkellerte, dreige-
schossige Baukörper wurde hauptsächlich
aus Kalksandsteinmauerwerk und Stahlbe-
ton errichtet. Das Farbenzusammenspiel vom
Hellgrau des Lehr- und Verwaltungsgebäudes
findet sich in der körnigen Putzstruktur der
Fassadengestaltung des Internates ebenso
wieder, wie das Graublau in den, die Fassade
gliedernden, Fensterbändern.
Gebäudestruktur und architektonisches Konzept
Der dreigeschossige, in Massivbauweise er-
richtete Baukörper ist mit horizontal ver-
laufenden Fensterbändern, die durch die
Glasfassade der Treppenhäuser und Erschlie-
ßungsachsen unterbrochen werden, geglie-
dert. Ein offener Treppenraum mit transpa-
renter Aufzuganlage schafft interessante
Blickbeziehungen zum Außenbereich und ei-
nen lichtdurchfluteten Eingangsbereich.
Neben Lehr- und Verwaltungsräumen ist in
diesem Gebäude eine Lehrleitstelle unter-
gebracht. An ihr sollen die Disponenten und
Führungskräfte der Feuerwehr realitätsnah
ausgebildet werden. Am südlichen Gebäude-
flügel des Lehr- und Verwaltungsgebäudes
befindet sich die eingeschossige Mensa mit
Speisesaal und Großküche. Die Mensa ist so-
wohl vom Lehr- und Verwaltungsgebäude als
auch über separate Eingänge über die Terras-
se zu erreichen und bietet damit auch eine
Nutzung außerhalb des Lehrbetriebes.

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I 09
Der die eigentliche Fassadenstruktur unter-
brechende Hauptzugang zum Internat erfolgt
vom zentral gelegenen Eingangsplatz aus.
Der großzügig ausgebildete, transparente
Eingangsbereich bildet das Kernstück des
Internates, von dem aus die Treppenhäuser,
Internatszimmer und Funktionsräume zu er-
reichen sind. Eine optimale Ausnutzung der
benötigten Hauptnutzflächen wurde durch
die Zweihüftigkeit des Gebäudes erreicht.
Der innenliegende Mittelflur ermöglicht die
beidseitige Erschließung der Unterkunfts-
räume. Raumhohe Verglasungen ermöglichen
verschiedene Blickbeziehungen zum Gelände
der Landesfeuerwehrschule. Das Internat ver-
fügt über 24 Einzel- und 41 Doppelzimmer
mit Nasszellen, einen Fitnessraum sowie Auf-
enthalts- und Gemeinschaftsräume.
Werkstattgebäude und Garagenkomplex
Ein weiterer Bestandteil des ersten Bauab-
schnittes ist die Errichtung eines eingeschos-
sigen Werkstattgebäudes. Es wird ebenerdig
erschlossen und besitzt neben dem Hauptein-
gang an der Südostseite noch weitere, durch
die spezielle Nutzung erforderliche Zugänge.
Der in Mischbauweise errichtete Baukörper
ist durch die funktionsbedingte Reihung von
Toren sowie die Anordnung der Türoberlichter
gegliedert. Eine Attika bildet den oberen Ge-
bäudeabschluss. Durch sie wird die Sicht auf
das Dach mit den haustechnischen Anlagen
kaschiert. Die Fassadengestaltung wird durch
eine farbliche Elementierung betont. Funktio-
nelle Abläufe werden so widerspiegelt.
Die Sanierung des bereits bestehenden Gara-
genkomplexes beinhaltete vor allem die In-
standsetzung der Dachkonstruktion und die
Neueindeckung des Daches. Durch den Ein-
bau von Brand- und Rauchschutztüren in den
Querwänden des Gebäudes sowie durch die
Anordnung von Fluchttüren wird der bauliche
Brandschutz sichergestellt.
Die Gebäudenutzung des Garagenkomplexes
ist in der Fassadengestaltung gut ablesbar.
Sie wird durch die Farbgebung in Blau- und
Grautönen unterstrichen.
Pfortengebäude
Die Sanierung des Pfortengebäudes beinhal-
tete die Instandsetzung der Fassade durch
Anbringen eines Wärmedämmverbundsys-
tems, den Austausch der Fenster, die Neuge-
staltung der Eingangsbereiche, eine umfas-
sende Dachsanierung sowie die Anpassung
des Gebäudeinneren an die Nutzung und den
heutigen Standard. Die Fassadengestaltung
ist auf das Lehr- und Verwaltungsgebäude
mit Mensa sowie das Internatsgebäude ab-
gestimmt.
Das Pfortengebäude wird wie bisher neben
der Zugangskontrolle des Objekts künftig
auch zur Unterbringung von Lehrgangsteil-
nehmern genutzt. Es verfügt über fünf Ein-
zelzimmer mit Nasszellen, ein Einzelzimmer
und 11 Doppelzimmer mit Nutzung von Ge-
meinschaftsnasszellen.

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10 I

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I 11
2. Planungsaufgabe
Löschwasserbecken und Sportplatz
Die Freianlagen auf dem Gelände der Landes-
feuerwehrschule vervollständigen mit einem
Löschwasserbecken, einem Sportplatz und
den Ausbildungsflächen mit Brandübungs-
haus das Angebot der Ausbildungsmöglich-
keiten. Sie ordnen sich östlich und westlich
dem Lehr- und Verwaltungsgebäude mit
Mensa sowie dem Internat an.
Das alte sanierungsbedürftige Löschwasser-
becken – ein Wasserreservoir für Lösch-
übungen – lag im Bereich des jetzigen Neu-
baus Lehr- und Verwaltungsgebäude mit
Mensa und musste diesem weichen.
Das neue Löschwasserbecken in den Abmes-
sungen von 6 x 21 Metern liegt nun zwischen
dem Garagenkomplex und dem Werkstatt-
neubau. Das Becken hat ein Fassungsvermö-
gen von ca. 450 m
3
. Es ist mit einem Geländer
versehen und erhält eine Überdachung, um
die Ausbildung auch bei schlechten Witte-
rungsverhältnissen durchführen zu können.
Die körperliche Ertüchtigung ist für die Mit-
glieder der Feuerwehren elementarer Be-
standteil der Aus- und Weiterbildung. Um
hierfür die Voraussetzungen zu schaffen,
wurde im Herbst 2009 mit den Arbeiten für
einen Sportplatzneubau mit einer 370 m lan-
gen Rundlaufbahn begonnen. Im Innern der
Schutzanzügen) Angst und Hemmungen bei
der direkten Brandbekämpfung nehmen soll.
Die bauseitige Schwierigkeit besteht darin,
dass das Brandübungshaus eine Vielzahl von
simulierten Bränden überstehen muss.
Die Katastrophenschutzübungsstrecke be-
steht aus einem viergeschossigen Gebäude
mit Unterkellerung aus Mauerwerk mit Ort-
betondecken ohne Fenster und Türen. An-
geschlossen wird eine Trümmerstrecke. Die
Übungsfläche soll den Eindruck nach einer
Explosion vermitteln und das Training ent-
sprechender Feuerwehreinsätze ermöglichen.
Außenanlagen
Rundlaufbahn werden verschiedene Klein-
sportfelder wie eine Beach-Sportanlage, ein
Kleinfeld für verschiedene Ballspielarten so-
wie eine Kraftsportfläche angeordnet.
Für den Bau des Sportplatzes waren auf einer
Fläche von 2.200 m
2
Erdbewegungen erfor-
derlich.
Ausbildungsfläche mit Brandübungshaus
Im geplanten zweiten Bauabschnitt sollen für
die praktische Ausbildung 17 Ausbildungs-
stationen entstehen. Dies sind beispielsweise
eine Drehleiterübungsfläche, ein Gerätetrai-
ningsplatz für den Umgang mit Löschfahr-
zeugen, eine Übungsfläche zum Brennschnei-
den, ein Ausbildungsbereich „Hydraulische
Rettungswege“ und eine Eisenbahnübungs-
anlage. Die beiden darüber hinaus geplanten
baulichen Anlagen – das Brandübungshaus
und die Katastrophenschutzübungsstrecke –
werden dabei aus dem Gelände herausragen.
Das Brandübungshaus, ein Rohbau aus
hitzebeständigem Stahlbeton, wird mittels
computergesteuerter Brandsimulation unter
höchstmöglichen
Sicherheitsaspekten
der
praxisnahen Ausbildung dienen. Es handelt
sich dabei um ein mehrstöckiges Gebäude
mit feuerwiderstandsfähigen Einrichtungsge-
genständen, das in brennendem (mit Gas be-
triebenen) Zustand den Auszubildenden (mit

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12 I
Die Landesfeuerwehrschule Sachsen ist mit
moderner Gebäudetechnik ausgerüstet.
Die neu sanierten und errichteten Gebäude
werden durch ein zentrales erdgasbetriebe-
nes Heizhaus mit Wärme versorgt. Die Warm-
wasserbereitung in den Gebäuden erfolgt dem
Bedarf entsprechend zentral bzw. dezentral.
Auf dem Dach des neuen Internates befindet
sich eine thermische Solaranlage zur Un-
terstützung der Gebrauchswarmwasserbe-
reitung. Für den hohen Warmwasserbedarf
der Duschen, die nach den praktischen Aus-
bildungen stark frequentiert werden, hat sich
die Solar-Unterstützung bewährt.
Lüftungstechnik kam insbesondere im Neu-
bau des Lehr- und Verwaltungsgebäudes mit
Mensa zum Einsatz. Die Geräte dienen der
Be- und Entlüftung der Kochküche und aus-
gewählter Unterrichtsräume, der Be- und Ent-
lüftung mit Wärmerückgewinnung der Mensa
sowie der Teilklimatisierung der Ausbildungs-
räume mit hoher technischer Ausstattung
(Lehrleitstelle) als Umluftkühlung. Im Neubau
des Werkstattgebäudes sorgt ein Zentrallüf-
tungsgerät mit Wärmerückgewinnung für die
Grundlüftung der KFZ-Abstellflächen, Werk-
stattbereiche und des Sanitärtrakts.
Druckluftnetze sichern im Werkstattneubau
und dem sanierten Garagenkomplex die
sofortige Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge.
Im Werkstattneubau wurden Hebezeuge so-
wie Abgasabsaugeinrichtungen für die Fahr-
zeuge eingebaut und ein Schweißarbeits-
platzes eingerichtet.
Haustechnik

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I 13
2. Planungsaufgabe
Die Gebäude des ersten Bauabschnittes be-
stehen aus einer Tragkonstruktion aus Stahl-
beton und Innenwänden aus Kalksandstein.
Tragwerk
Besonders hervorzuheben ist das Installa-
tionsbussystem,
welches
alle
wichtigen
Funktionen der Starkstromanlagen bedarfs-
gerecht steuert, wie z.B. den außen liegen-
den Sonnenschutz und die Beleuchtung in
den Fluren, Treppenhäusern und Unterrichts-
räumen. Teile der Gebäude werden durch eine
automatische Brandmeldeanlage mit direkter
Aufschaltung auf die Feuerwehr sowie durch
eine Einbruchmeldeanlage überwacht. Ein
mit moderner Medientechnik ausgestatteter
Planspielraum ermöglicht die realitätsnahe
Ausbildung auf der Basis von Planspielplat-
ten. Zur Schulung des Leitstellenpersonals
wird eine Lehrleitstelle mit vier Ausbildungs-
plätzen eingerichtet, die die zukünftigen
sächsischen Leitstellen nachbildet. Für die
Ausbildung wird moderne Präsentations- und
Schulungstechnik eingesetzt.
Das Lehr- und Verwaltungsgebäude mit Men-
sa ist mit einem Personenaufzug behinder-
tengerecht erschlossen.
Dabei wurden 235 Tonnen Bewehrungsstahl,
2.200 m
3
Beton und 420 m
3
Mauerwerk ver-
arbeitet sowie 1.300 m
3
Erdmassen bewegt.

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14 I
z
Neubau Lehr- und
Verwaltungsgebäude mit Mensa
Hauptnutzfläche 2.690 m
2
Nebennutzfläche 258 m
2
Verkehrsfläche 962 m
2
Bruttogeschossfläche 3.959 m
2
Bruttorauminhalt 16.156 m
3
z
Neubau und Sanierung Internat
Hauptnutzfläche 1.265 m
2
Nebennutzfläche 163 m
2
Verkehrsfläche 632 m
2
Bruttogeschossfläche 2.544 m
2
Bruttorauminhalt 7.597 m
3
z
Neubau Werkstatt
Hauptnutzfläche 1.095 m
2
Nebennutzfläche 827 m
2
Verkehrsfläche 97 m
2
Bruttogeschossfläche 2.210 m
2
Bruttorauminhalt 11.514 m
3
z
Sanierung Garagenkomplex
Nebennutzfläche 1.148 m
2
Bruttorauminhalt 7.309 m
3
Baukosten
z
1. Bauabschnitt 16,273 Mio. EUR
z
2. Bauabschnitt 7,937 Mio. EUR
3. Daten
1. Bauabschnitt
z
Genehmigung des Bauantrages:
19.04.2004
z
Genehmigung der Entwurfsunterlage
Bau (EW-Bau),
Erteilung Bauauftrag: 23.09.2005
z
Baubeginn:
01.03.2006
z
Richtfest Lehr- und
Verwaltungsgebäude mit Mensa:
29.11.2007
z
Fertigstellung / Inbetriebnahme
z
Sanierung Garagenkomplex:
22.11.2006
z
Neubau Lehr- und Verwaltungs-
gebäude mit Mensa und Sanierung
Pforte: 29.11.2007
z
Neubau / Sanierung Internat:
21.01.2009
z
Neubau Werkstatt /
Lager für brennbare Flüssigkeiten:
06.05.2010
2. Bauabschnitt
z
Genehmigung der Entscheidungs-
unterlage (ES), Planungsauftrag zur
Aufstellung EW-Bau:
17.09.2009
Planungsdaten
Gebäudekenndaten
Im 2. BA, der im Jahr 2013 fertig gestellt sein
soll, wird ein Ausbildungsgelände mit einer
Gesamtfläche von 81.450 m
2
mit dem Brand-
übungshaus, den Übungsflächen und dem
Sportplatz geschaffen.
Das Haus C soll zum Gedenken an das Lager
Elsterhorst erhalten bleiben und eine Dauer-
ausstellung erhalten.

I 15
Bauherr
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium
der Finanzen
Staatsminister der Finanzen
Prof. Dr. Georg Unland
Abteilungsleiter Landesvermögen und
Staatshochbau N.N.
Staatsbetrieb Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement (SIB)
Geschäftsführer Prof. Dieter Janosch
Unternehmensbereich
Planungs- und Baumanagement
Unternehmensbereichsleiter
Volker Kylau
Niederlassung Bautzen
Niederlassungsleiter Norbert Seibt
Hochbau/Projektleitung
Jaroslaw Golaszewski,
Knut Börner, Lutz Mocikat
Prüfbeauftragte
Birgit Junge
Betriebstechnik
Christiane Tiedt, Roland Grätz,
Thomas Franke, Benno Sende,
Andreas Wiatr
Ingenieurbau
Beate Müller, Gudrun Schlegel
Verträge / Vergabe
Bernd Neumann, Sibille Rentsch
Planungsbüros
Architekt / Bauüberwachung
Architekturbüro Z-Projekt, Zwickau
Architekt / Bauüberwa-
chung
Wörmann Architekten Cottbus, Cottbus
Freianlagenplanung
Dresdner Ingenieurconsult
Fichtner GmbH & Co.KG, Dresden
Tragwerksplanung
S & P Sahlmann Planungsgesellschaft
für Bauwesen mbH, Dresden
Prüfstatik
Dipl.-Ing. B. Borchert, Dresden
Planung Heizung und
Lüftung
Ingenieurbüro HKS, Bautzen
Planung Sanitär
Iproplan Planungsgesellschaft mbH,
Chemnitz
Planung ELT
Teamplan Ingenieure GmbH, Dresden
Planung Werkstatttechnik /
Absaugung
Technikplan Ingenieurbüro, Dresden
Planung Küche / Aufzug / Labortechnik
technik-plan Ingenieurbüro, Dresden
Planung Abbruch
M+S Umweltprojekt GmbH, Bernsdorf
Baugrund
Baugrund Institut Richter, Bautzen
Baugrund
WPW Geoconsult GmbH, Büro Baut-
zen
Achsabsteckung
Exner & Schramm Ingenieurgesellschaft, Bautzen
SiGe-Koordinator
IAH Ingenieurbüro Kursawe, Hoyerswerda
Brandschutzprüfung
Ingenieurbüro Herbst / Bauer,
Neustadt OT Langburkersdorf
Ausführende Firmen
Baustelleneinrichtung
Stübler Elektroanlagen und Sicherheitstechnik GmbH, Schmiedeberg
Rohbau und Innenputz
NYLA Baugesellschaft mbH, Niesky
Dachdeckerarbeiten
Dachdecker-
meister H. Wilsdorf, Ostrau, PEWA GmbH, Bernau
Gerüstbauarbeiten
BFL Gerüstbau GmbH
Geschäftsstelle Spreetal
Starkstrom / Leerverrohrung / Erdungsanlage
EAB Bautzen, Bautzen
Tiefbauleistungen für Rohrbau
Nadebor, Krauschwitz
Tiefbau / Medienverlegung im
Außenbereich
Nadebor, Krauschwitz
Sanitärinstallation
Gleisenberg GmbH, Weißenberg
W. Hellner, Wilthen
Heizungs- und Lüftungstechnik
HSKG moderne Haustechnik GmbH,
Kamenz
Lüftungstechnik
Gleisenberg GmbH, Weißenberg
Heizungstechnik
G. Weichelt,
Straßgräbchen
Gebäudeleittechnik
Sauter-Cumulus GmbH, NL Dresden, Dresden
Elektro-
akustische Anlagen und Gefahrenmeldeanlagen
Siemens Building Technologies, Dresden
Werkstatttechnik / Absaugung
HAWEKA Werkstatttechnik Glauchau GmbH, Glauchau
Trockenbauarbeiten
Innenausbau-Trockenbau C. Franke, Uhyst
,
Trockenbau Chemnitz GmbH,
Chemnitz
Stahlbauarbeiten
Paulick Kran- und Stahlbau GmbH, Sohland / Spree
Stahlbau-
und Schlosserarbeiten
Bauschlosserei Göbel, Reinhardtsgrimma
Schlosserarbeiten / Türen
und Fenster / Schließanlage
Sicherheitscenter Tino Walter, Weißwasser
Estricharbeiten
Elmas Bau GmbH, Landsberg OT Queis, Stockhorst & Söhne GmbH, Mühlenbeck,
Westsachsen Fließestrich GmbH, Zwickau
Sectionaltore
M. Helbing Tortechnik, Tennstedt
Putzarbeiten
Weier Bau, Weißwasser
Installationsboden
MERO-TSK International GmbH,
Büro Berlin, Berlin
Maler- und Bodenbelagsarbeiten
Malerbetrieb G. Mersiowsky, Görlitz
Malerarbeiten
Malermeister Busch, Ebersbach
Bodenbelagsarbeiten
Raumstudio Falter GmbH,
Dresden, Raumausstattung Mewes GbR, Havelberg
Tischlerarbeiten
Tischlerei Gröscho, Klitten
OT Zimpel, SDS Holz & Fenster GmbH, Neuseeland
Fassadenarbeiten
S. Schur Baubetrieb
GmbH, Boxberg, IMG Industriemontage Guteborn GmbH, Ruhland, SSYCKOR Massivhaus-Bau
GmbH, Uhyst
Aufzug
FB Aufzüge GmbH & Co. KG - Dresden, Dresden
Fliesenarbeiten
Son-
nek Fliesenlegermeisterbetrieb GmbH, Bautzen, Bau Wehner GmbH, Großröhrsdorf
Sonnen-
schutz
-
und Verdunklungsanlagen
Markisen- und Rollladenbau M. Keydel, Freital-Wurgwitz
Metallbauarbeiten
Beer & Lang Metallbau GmbH, Neunhofen, Metallbau Karsten Wolf,
Chemnitz
Schwachstrom
SysKom Kommunikationstechnik GmbH, Raschau
Gebäudereinigung
GBW Gebäudereinigung Weber, Bautzen
4. Projektbeteiligte

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16 I
Herausgeber:
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB)
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion:
SIB-Niederlassung Bautzen
Fotografie:
Werner Lieberknecht
Gestaltung und Satz:
rembrandt hennig, werbung + kommunikation
Druck:
dfd druckfabrik dresden
Redaktionsschluss:
Mai 2010
Auflage:
1000 Exemplare
Bezug:
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
SIB Niederlassung Bautzen
Fabrikstraße 48, 02625 Bautzen
Telefon 03591 582-0
Telefax 03591 582-109
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Verteilerhinweis
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