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Lausitz-Sommer:
Ferien zu Hause
Seite 3
SONDERBEILAGE
Nachrichten aus der
Wirtschaftsregion Lausitz
Seite 2
Politische Weichenstellung
für die Strukturentwicklung
Seite 4
Es geht voran: Lausitzer
Unternehmen und Projekte
Seite 6
STRUKTURENTWICKLUNG
IM LAUSITZER REVIER
#002 - JUNI 2019
KOSTENFREI
FOTO: TOURISMUSVERBAND LAUSITZER SEENLAND E. V., NADA QUENZEL

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A
n die 100 Projektskiz-
zen erreichten die Wirt-
schaftsregion Lausitz
im zweiten Aufruf zur Umset-
zung des Regionalen Investi-
tionskonzeptes (RIK) Lausitz.
Gesucht wurden Konzepte in
den Themenfeldern Mobilität,
Verkehr, Bioenergie und Be-
rufsfrühorientierung.
Vor allem viele kleine innovative
Ansätze von Start-ups und Un-
ternehmen mit Geschäftsfeld-
erweiterung haben Interesse,
die Förderung von bis zu
200.000 Euro zu erhalten.
Nun werden die zahlreichen
Projektskizzen ausgewertet und
mit dem Regionalen Empfeh-
lungsgremium besprochen. Die
Gebietskörperschaften, kom-
munale Vertreter, Kirchen, Pla-
nungsverbände, Landesförder-
banken, Wirtschaftsförderun-
gen, Kammern, Gewerkschaf-
ten, Unternehmerverbände,
Hochschulen und regionale Un-
ternehmen haben sich dazu zum
beratenden Partner der Wirt-
schaftsregion Lausitz zusam-
mengeschlossen.
Die Bundesregierung zeigt sich
zufrieden mit dem Vorgehen in
der Lausitz. Das Bundesministe-
rium für Wirtschaft und Ener-
gie plant deshalb die Verdrei-
fachung der Projektmittel. Dann
hat die WR.Lausitz fünf Mio.
Euro jährlich an Fördermitteln
im „RIK Lausitz“ zur Verfügung.
E
s soll ein Bild für die Lau-
sitz von morgen zeich-
nen und den Rahmen
für die künftige Ausrichtung der
Regionalpolitik schaffen. Wich-
tig ist der „Zukunftswerkstatt”,
dass sich die Lausitzerinnen
und Lausitzer aktiv in das Ent-
wickeln des Leitbildes einbrin-
gen. Deswegen ist das Projekt-
team der „Zukunftswerkstatt”
in einer ersten Phase bis zum
8. Juli 2019 an 50 Orten in
der Region unterwegs: An
Info-Ständen suchen die Mitar-
beiter auf Märkten, an Bahnhö-
fen und auf Veranstaltungen das
Gespräch. Das Team erläutert
den Auftrag der „Zukunftswerk-
statt Lausitz”, zeigt, weshalb es
sich lohnt, am Leitbild mitzu-
wirken, und wie sich die Lau-
sitzer in den nächsten Monaten
beteiligen können.
Was sind Ihre Lausitzer
Schätze?
In den Gesprächen werden
die Lausitzer auch danach ge-
fragt, was die Lausitz in ihren
Augen ausmacht. Gesucht sind
die ganz persönlichen „Lau-
sitz-Schätze“. Diese können an
den Info-Ständen oder auch
online auf der Projekt-Webseite
der „Zukunftswerkstatt Lausitz
eingetragen werden. Die Teil-
nehmer qualifizieren sich für
ein Gewinnspiel.
Diskutieren Sie mit
Ab September 2019 startet der
Bürgerdialog der „Zukunfs-
werkstatt”. Dazu werden zufäl-
lig ausgewählte Lausitzer per-
sönlich eingeladen. Sie sollen
im Rahmen mehrerer Ver-
anstaltungen miteinander ins
Gespräch kommen und ent-
lang konkreter Fragestellun-
gen diskutieren. Ziel ist es,
Zukunftsbilder für die Lausitz
zusammenzutragen. Darauf
aufbauend sollen die aus Bür-
gersicht zentralen Zukunftsthe-
men herausgearbeitet werden.
Die Fragen, um die sich die Ver-
anstaltungen drehen, werden
auch auf der Projektseite der
„Zukunftswerkstatt” veröffent-
licht. Es ist geplant, dass auch
online mitdiskutiert werden
kann.
Bleiben Sie dran
Ab Winter 2019/20 wird der
Dialog entlang der Zukunftsthe-
men vertieft. Gemeinsam mit
Lausitzern und Fachleuten aus
der Region sollen konkrete Vor-
stellungen für die Lausitz von
morgen entwickelt werden.
Auch die Empfehlungen der
„Kommission für Wachstum,
Strukturwandel und Beschäfti-
gung” sowie wissenschaftliche
Studien werden einbezogen.
Alle Beiträge aus dem Bürger-
dialog – aus den Veranstaltun-
gen wie aus der Online-Beteili-
gung – fließen in die Ausarbei-
tung des Leitbildes ein.
Informationen zu den Beteili-
gungsangeboten:
www.zw-lausitz.de/beteiligung
2
|
Strukturentwicklung im Lausitzer Revier
EDITORIAL
LIEBE LAUSITZERINNEN
UND LAUSITZER,
Sie halten die aktuelle Revier-
zeitung W.I.R. in den Händen
– eine Zeitung, mit der wir Sie
regelmäßig über Neuigkeiten,
Fortschritte und Macher aus
der Lausitz informieren möch-
ten. W.I.R. steht dabei sowohl
für gemeinsame Entwicklung
wie auch für die „Wirtschaftsre-
gion Lausitz“, dem Herausgeber
von W.I.R.
In der zweiten Ausgabe geben
wir Ihnen einen Überblick zu
politischen Themen, bedeu-
tenden Unternehmen in der
Region, Fördermöglichkeiten
aber auch wie sich der Sommer
im Seenland gestalten lässt.
Liebe Leserinnen und Leser,
Sie können die Zukunft der
Lausitz mitgestalten und sich
aktiv an einem neuen Leitbild
einbringen. Sie haben ein groß-
artiges Projekt, über das wir
berichten sollen? Sie kennen
einen Macher mit neuen Ideen,
welcher die Lausitz voran-
bringt? Schreiben Sie uns an:
info@wirtschaftsregion-lausitz.de
Wir freuen uns über Ihre
Anregungen.
Die W.I.R.-Redaktion
Überwältigende Rückmeldung
im 2. Projektaufruf „RIK Lausitz
Warum leben Sie in der Lausitz? –
Beteiligungsprozess zur Entwicklung
des Lausitz-Leitbildes gestartet
FOTO: EUROPASTADT GÖRLITZZGOZELEC GMBH, PAUL GLASER
Torsten Pötzsch
Oberbürgermeister
Weißwasser / O.L.
und Sprecher
der Lausitz-
runde (sächs.
Teil)
„Intensive Kommunikation und
ein Miteinander aller Akteure
vor Ort stehen weiter im Mittel-
punkt der großen Aufgabe eine
erfolgreiche Zukunft nach dem
Ausstieg aus der Braunkohle-
verstromung aufzubauen.
Sichtbares müssen wir schaffen
und dies vor allem in den direkt
betroffenen Kommunen, um
Mut und Zuversicht zu fördern,
denn die Menschen sind von
den Strukturbrüchen in den
letzten Jahrzehnten noch
immer gezeichnet. Darüber sich
auszutauschen und gemein-
schaftlich neue Wege zu gehen,
zeigt aktuell die Erarbeitung
eines Zukunftsbildes durch die
Zukunftswerkstatt Lausitz.”
Die Wirtschaftsregion Lausitz hat mit ihrer „Zukunftswerkstatt” den Auftrag, bis Ende
2020 gemeinsam mit den Lausitzern ein länderübergreifendes Leitbild für die Region
zu erarbeiten. Anfang Juni starteten dazu die Gespräche mit den Bürgern. Bis zum
Herbst 2020 soll das Leitbild stehen.
Tolle Preise aus der
Lausitz zu gewinnen:
1. Preis:
Übernachtung
für zwei Personen im 4-
Sterne-Hotel „Insel der
Sinne” am Berzdorfer See
(inkl. Frühstück)
2. Preis:
Tagesticket für
zwei Personen im Tropical
Island
3. Preis:
Familien-Tages-
ticket für den Erlebnispark
Teichland bei Cottbus
4. - 10. Preis:
Kulinarische
Überraschungen aus der
gesamten Lausitz

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Strukturentwicklung im Lausitzer Revier
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3
Der Tag am Meer vor
der Haustür
Riesige Wasserflächen glitzern in
der Sonne. Radfahrer rollen ent-
spannt auf den Uferwegen.
Kinder planschen, Stand-Up-
Paddler gleiten lautlos über
den See und Boote schaukeln
im Hafen. Was heute im
Lausitzer Seenland Realität ist,
war vor wenigen Jahrzehnten
noch ein unendlich fern er-
scheinender Traum.
Aus den Mondlandschaften
einstiger Braunkohletagebaue
hat sich ein attraktives Reise-
ziel entwickelt. Mit mehr als
20 gefluteten Seen und schiffba-
ren Kanälen entsteht die größte
von Menschenhand geschaffe-
ne Wasserlandschaft Europas.
Ein neues Urlaubsidyll vor der
Haustür.
Das Lausitzer Seenland lässt
sich über zahlreiche mitein-
ander vernetzte und gut aus-
gebaute Radwege erkunden.
Die Rundwege führen meist
dicht um die Seen. So bieten
sich immer wieder einzig-
artige freie Blicke aufs Wasser.
Die Rundkurse lassen sich
miteinander kombinieren.
Für Radwanderfreunde gibt
es insgesamt sieben Fern- und
Themenradwege, die durch das
Lausitzer Seenland führen.
Auf der Seenland-Route, einem
191 Kilometer langen Fern-
radweg, sind alle Stadien der
Flutung – vom stillgelegten
Tagebau bis zum fertigen See
mit Jachthafen und hellen
Badestränden – zu sehen.
Maritimes Lebensgefühl in
der Lausitz
In den nächsten Jahren ent-
stehen schiffbare Kanäle, die
zehn Seen miteinander verbin-
den werden. Schon heute kön-
nen Freizeitkapitäne über den
Koschener Kanal vom Senften-
berger See zum Geierswalder
See fahren. Darüber hinaus
bietet das Lausitzer Seenland
Wasserportlern zahlreiche Mög-
lichkeiten zum Segeln, Surfen,
Motorboot fahren, Jetski- und
Wasserskifahren, Wakeboarden,
Rudern oder Paddeln. Bade-
strände an vielen Seen laden
zum Abkühlen im glasklaren
Nass. Wer über die neuen Hä-
fen am Senftenberger See oder
Großräschener See flaniert,
fühlt sich wie am Meer.
Nur die salzige Brise fehlt.
Dabei gibt es nicht nur viele
neue Seen zu entdecken.
Einige Industrieanlagen bleiben
als Zeitzeugen zurück und
sind heute Tourismusmagnete.
Sie erzählen Geschichten, die
andernorts längst vergessen
sind. An Orten, wie dem Be-
sucherbergwerk F60 oder der
Energiefabrik Knappenrode,
erfahren Besucher, wie Kohle
zu Energie wurde. Es sind Ge-
schichten, die zur Identität der
Region gehören.
Informationen zum touristischen
Angebot im Lausitzer Seenland:
www.lausitzerseenland.de
Lausitzer Seenland:
Ferien zu Hause
B
eim diesjährigen Ideenwett-
bewerb des „Sächsischen
Mitmach-Fonds“ sind 1.520
Projektideen für die Struktur-
entwicklung in der Lausitz
und in Mitteldeutschland ein-
gegangen. Darin enthalten sind
990 Projektvorschläge für das
Lausitzer Revier zur Förde-
rung des Miteinander und Zu-
sammenlebens, Projektideen für
Kinder und Jugendliche, Mo-
bilitätsideen und zur Förderung
der Zweisprachigkeit für die
sorbische Volksgruppe in der
Lausitz. Die große Resonanz
zeigt, dass sich Bürgerinnen
und Bürger, Vereine und Ver-
bände aktiv für ihre Region ein-
bringen möchten.
Zur Förderung der eingereich-
ten Ideen stehen in den Jahren
2019 und 2020 jeweils 1,5 Mio.
Euro aus dem Haushalt des
Freistaates in beiden Regio-
nen zur Verfügung. In der Lau-
sitz wurden zusätzlich Preis-
gelder in Höhe von 200.000
Euro pro Jahr zur Förderung
von Initiativen der sorbischen
Volksgruppe ausgelobt.
Der Ideenwettbewerb Sächsi-
sche Mitmach-Fonds wurde von
der Sächsischen Staatsregierung
initiiert. Die Umsetzung in
den Landkreisen Görlitz und
Bautzen erfolgt über den
Projektträger Wirtschaftsregion
Lausitz GmbH und für die Land-
kreise Leipzig, Nordsachsen
und die Stadt Leipzig über die
Metropolregion Mitteldeutsch-
land Management GmbH.
Informationen unter:
www.mitmachfonds-sachsen.de
Gemeinsam durchstarten für
eine lebenswerte Heimat
FOTO: KÓLESKO, GERALD SCHÖN
Ausflug auf dem Senftenberger See
Traditionelle Kindertracht aus Schleife
FOTO: TOURISMUSVERBAND LAUSITZER SEENLAND E. V., NADA QUENZEL

Hoyerswerda
Cottbus
Weißwasser
Lübben
Spremberg
Niesky
Zittau
Großräschen
Senftenberg
Elsterwerda
Schwarzheide
Bad
Liebenwerda
Bautzen
Ebersbach-
Neugersdorf
Bischofs-
werda
Wildau
Schönefeld
13
13
15
4
4
Lübbenau
Herzberg
Finsterwalde
Guben
Forst
(Lausitz)
Löbau
Kamenz
Görlitz
Lauchhammer
Radeberg
13
15
4
4
13
Dresden
Berlin
Königs Wusterhausen
10
13
Bernsdorf
Wilthen
BZ
GR
EE
OSL
SPN
LDS
B
asis für die Eckpunkte
sind die Empfehlungen
der Kommission „Wachs-
tum, Strukturwandel und Be-
schäftigung“ (WSB) vom
29. Januar. Die Ministerpräsi-
denten der vier Länder mit
Braunkohleförderung – Bran-
denburg, Nordrhein-Westfalen,
Sachsen und Sachsen-Anhalt –
haben den Beschluss in einer ge-
meinsamen Erklärung ausdrück-
lich begrüßt.
Jetzt ist eine zentrale Voraus-
setzung dafür gegeben, dass die
vom Kohleausstieg betroffenen
Regionen nachhaltige Perspekti-
ven für Wachstum und Beschäf-
tigung entwickeln können. Nun
folgt das Gesetzgebungsverfah-
ren, denn nur was Gesetz ist,
kann auch umgesetzt werden.
Die Landesregierungen werden
die anstehenden Schritte eng
begleiten und sich weiterhin für
eine Eins-zu-Eins-Umsetzung
der Empfehlungen der Kommis-
sion einsetzen.
Gemäß deren Empfehlung soll
bis zum Jahr 2038 die Braun-
kohleverstromung in Deutsch-
land beendet werden.
Die damit verbundenen indus-
triepolitischen, wirtschaftlichen
und arbeitsmarktpolitischen
Veränderungen müssen in der
Lausitz und den anderen Braun-
kohlerevieren abgefedert wer-
den. Dazu sind insbesondere
durch Mittel des Bundes erheb-
liche Investitionen vorgesehen.
Insgesamt handelt es sich um
etwa 40 Mrd. Euro bis zum Jahr
2038.
Von den jährlich etwa 2 Mrd.
Euro sollen 1,3 Mrd. Euro über
die jeweils fachlich zuständigen
Bundesministerien für Verkehrs-
infrastrukturprojekte und wei-
tere Maßnahmen des Bundes
wie die Ansiedlung von Bundes-
behörden oder von Forschungs-
einrichtungen zur Verfügung
gestellt werden. 700 Mio. Euro
sollen die vier Länder direkt er-
halten, um über eigene Förder-
programme Strukturentwick-
lung zu finanzieren. Für Bran-
denburg bedeutet das insgesamt
für Maßnahmen des Bundes
und der Länder jährlich etwa
515 Mio. Euro und für Sachsen
etwa 500 Mio. Euro.
Brandenburgs Ministerpräsi-
dent Dietmar Woidke:
„Es hat sich gelohnt zu kämpfen.
Jetzt muss auf Bundesebene
weiter zügig gearbeitet werden.
Das erwarten die Menschen zu
Recht. Politik muss jetzt liefern.
Dann sehen die Menschen,
dass wir handeln. Mit dem
Vorschlag der Kommission ist
ein wichtiger gesellschaftlicher
Kompromiss gefunden worden,
an den sich alle Beteiligten hal-
ten sollten. Unser Dank gilt
deshalb erneut der Kommission,
die eine hervorragende Arbeit
geleistet hat.“
Sachsens Ministerpräsident
Michael Kretschmer:
„Hinter uns allen liegt ein Pro-
zess, der viel Kraft und Arbeit
gekostet hat. Wir brauchen eine
positive und freundliche Bereit-
schaft, einen Kompromiss zu
schließen. Viele Menschen ha-
ben sich mit ihren Ideen für
eine gute Zukunft der Lausitz
eingebracht. Durch die Elektri-
fizierung der Eisenbahnstrecken
und den Neu- und Ausbau von
Straßenverbindungen schaffen
wir die Voraussetzungen, dass
sich neue Unternehmen ansie-
deln und gut bezahlte Arbeits-
plätze entstehen.“
4
|
Strukturentwicklung im Lausitzer Revier
Linie klar:
Strukturstärkung kommt
Bahn und Straße, Forschung und Wissenschaft, Kultur und Tourismus:
Am 22. Mai hat die Bundesregierung die Eckpunkte für das „Struktur-
stärkungsgesetz Kohleregionen“ beschlossen. Es geht dabei um
40 Mrd. Euro bis zum Jahr 2038. Damit wird die Unterstützung für die
Strukturentwicklung der Lausitz immer konkreter. Das Gesetz folgt auf
das im April vorgestellte Sofortprogramm des Bundes in Höhe von
240 Mio. Euro für die Jahre 2019 und 2020 für alle betroffenen Länder.
KARTE: ZUKUNFTSWERKSTATT LAUSITZ
Zweigleisiger Ausbau Bahn
Cottbus – Lübbenau
Elektrifizierung Bahn Cottbus –
Forst und Ausbau Bahnverbin-
dung Cottbus – Leipzig
Ausbau des Bahnhofs Königs
Wusterhausen
Bahninstandsetzung Cottbus
Sechsstreifiger Ausbau A 13
vom Autobahnkreuz Schöne-
feld zum Dreieck Spreewald
Medizinerausbildung Cottbus
Entwicklung hybrid-elektri-
scher Antriebssysteme für die
Luftfahrt
Errichtung von Terminals für
den Kombinierten Verkehr (KV)
in Schwarzheide und Schwarze
Pumpe
Umsetzung von 5-G-Projekten
(Digitalisierung)
Fernbahnstrecke Berlin –
Cottbus – Weißwasser – Görlitz
(– Breslau): 200 km/h
Verlängerung / Ausbau
und
Elektrifizierung der Bahnlinie
Dresden – Kamenz – Hoyers-
werda – Spremberg (Lausitzer
Seenland) mit Halt in Bernsdorf
Bau einer vierstreifigen Bun-
desfernstraße
zwischen
A 4
und A 15
Fertigstellung B 178
Bundesfernstraßenverbindung
Mitteldeutschland – Lausitz
(MiLau)
Eisenbahnstrecke Dresden –
Görlitz (Grenze D/PL) /– Zittau
via Wilthen – Eibau und ggf.
zus. GR – Zittau direkt
A 4
sechsstreifiger
Ausbau
AD Dresden-Nord – Bundes-
grenze Deutschland / Polen
Center for Advanced Systems
Understanding (CASUS) – Zen-
trum für digitale interdiszipli-
näre Systemforschung
Breitbandausbau (Graue Fle-
cken), Glasfasernetz- bzw.
5G-Ausbau entlang der neuen
Straßen- und Bahntrassen;
5G-Test- und Modellregion
Prioritäre Leuchtturmprojekte im bran-
denburgischen und sächsischen Teil der
Lausitz (Beispiele)
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1
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3
2
2

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U
m dies nach vorne
zu bringen, waren Bran-
denburgs Ministerpräsi-
dent Dietmar Woidke und
sein sächsischer Amtskollege
Michael Kretschmer Ende April
in Brüssel bei der EU-Kom-
mission. Dabei haben sie sich
für die EU-Unterstützung für
die vom Braunkohleausstieg
betroffenen Regionen Ost-
deutschlands stark gemacht und
dazu unter anderem mit dem
EU-Kommissionspräsidenten
Jean-Claude Juncker und dem
EU-Kommissar für Haushalt
Günther Oettinger gesprochen.
Ostdeutschland leistet mit dem
Braunkohleausstieg bis 2038
einen signifikanten Beitrag zur
Erfüllung der Klimaziele der
Europäischen Union. Die Lau-
sitz will den Nachweis erbrin-
gen, dass Wirtschaftswachstum
und Klimaschutz zugleich mög-
lich sind. Niemand kann ein
Interesse daran haben, dass die
Kohleregionen nach dem Aus-
stieg in ihrer Entwicklung zu-
rückgeworfen werden.
Deshalb ist der Vorschlag des
EU-Parlaments, im nächsten
mehrjährigen Finanzrahmen
einen Fonds für eine faire Ener-
giewende über 4,8 Mrd. Euro
aufzulegen, ein guter Ansatz.
Darüber hinaus benötigen die
betroffenen Regionen vor allem
Unterstützung durch einen ver-
besserten Beihilferahmen. Die
Ministerpräsidenten warben
ausdrücklich um Unterstützung
der EU bei der Umsetzung der
Vorhaben der „Kommission
Wachstum, Strukturwandel, Be-
schäftigung” (WSB).
Strukturentwicklung im Lausitzer Revier
|
5
Die Lausitz
Modellregion für Europa
In den EU-Staaten gibt es 41 Kohleregionen, die frü-
her oder später vom Ende der Kohleförderung betroffen
sein werden. Brandenburg und Sachsen wollen dafür
Vorbild sein und eine „Europäische Modellregion für Kli-
maschutz und Wirtschaftswachstum“ werden.
D
as Sofortprogramm
greift auf Projekte aus
dem Gesamtkatalog der
WSB zurück. Der Bund hat be-
reits für 25 Projektvorschläge
grünes Licht gegeben, die in
Brandenburg umgesetzt wer-
den sollen und für 24 in Sach-
sen. Sie werden zu einem ge-
ringen Teil von den Ländern
kofinanziert.
Dazu gehören in Branden-
burg:
+
Planungsarbeiten für den
zweigleisigen Ausbau der
Bahnstrecke
Cottbus –
Lübbenau, um eine deutlich
bessere Verbindung nach
Berlin und zum künftigen
Flughafen BER zu erreichen
+
Umbauarbeiten am Bahnhof
Königs Wusterhausen
+
Großterminal Schwarzheide
für kombinierten Verkehr
mit dem Ziel Anschluss an
die sogenannte Seidenstraße
+
Touristische Projekte wie
zum Beispiel Radwege am
entstehenden Ostsee bei
Cottbus und der Verbin-
dung Lausitzer Seenland mit
dem Spreewald
+
Schnelle Stärkung der
Wissenschaftslandschaft
in der Lausitz, von der
insbesondere die Bran-
denburgische Techni-
sche Universität (BTU)
Cottbus - Senftenberg
pro-
fitieren wird
Für Sachsen wurden insbe-
sondere folgende Maßnahmen
angemeldet:
+
Telemedizinische Angebote
für Parkinson-Patienten im
ländlichen Raum
+
Ansiedlung eines Instituts
für datenintensive interdis-
ziplinäre Systemforschung
in Görlitz (CASUS)
+
Testzentrum für Eisenbahn-
technik in Sachsen (TETIS)
+
Projekt „Starkes Handwerk
– starke Lausitz
+
Zukunftscluster „Lausitzer
Handwerk für sportliche
Höchstleistung“ und „Lau-
sitzer Holz“
Dank gilt den Ideengebern aus
den Lausitzer Kreisen und Städ-
ten, die dazu beigetragen ha-
ben, dass das Programm starten
kann. Diese ersten Projekte ste-
hen dafür, dass die Regionen
bei der weiteren Strukturent-
wicklung nicht alleine gelassen
werden.
Diese Investitionen sind wich-
tige Bausteine, um das eigent-
liche Ziel – wirtschaftliche
Stärke, gute Arbeitsplätze und
attraktive Lebensorte – zu er-
reichen.
FOTO: CHRISTIAN MENZEL
Das Sofortprogramm für die vom Kohleaus-
stieg betroffenen Bundesländer steht:
Es hat ein Volumen von 260 Mio. Euro, davon
trägt der Bund 240 Mio. Euro. Auf Branden-
burg entfallen etwa 80 Mio. Euro, auf Sachsen
etwa 75 Mio. Es ist der Einstieg in die
Strukturhilfen, für die die „Kommission für
Wachstum, Strukturwandel und Beschäfti-
gung” (WSB) insgesamt etwa 40 Mrd. Euro in
den vier betroffenen Bundesländern vorge-
schlagen hat.
Sofortprogramm:
Die Lausitz kann
durchstarten
Vom Sorgenkind zum Zu-
kunftslabor: Das einst von der
Schließung bedrohte Bahn-
werk Cottbus wird ausgebaut.
Auch das ist eine Konsequenz
aus der Strukturentwicklung
in der Lausitz. Verbesserun-
gen wird es auch beim Bahn-
angebot geben. Das gaben
Brandenburgs Ministerprä-
sident Dietmar Woidke und
DB-Infrastrukturvorstand
Ronald Pofalla Anfang Juni
bei einem Besuch im Bahn-
werk bekannt.
Dabei unterzeichneten sie
eine Erklärung zur Aufnahme
von Infrastrukturprojekten in
das „Strukturstärkungsgesetz
Kohleregion“. Die Deutsche
Bahn zeigt damit, dass sie bei
der Strukturentwicklung ein
starker Partner ist. Die Infra-
strukturprojekte und Investi-
tionen in die Instandhaltung
im DB-Werk sichern Arbeits-
plätze. Geplant ist, dass das
Werk in Cott-
bus moder-
nisiert wird
und 150 neue
Arbeitsplätze
entstehen.
Das DB-Werk
soll zur Um-
rüstung von
Diesel-Loko-
motiven auf
klimafreundliche Hybridan-
triebe ertüchtigt werden. Zu-
sätzlich sollen Kapazitäten für
die Instandhaltung elektrisch
betriebener Loks einschließ-
lich von ICE-Zügen aufgebaut
werden. Zudem soll ein klima-
neutrales Verwaltungs- und
Technologiegebäude zu Zu-
kunftslösungen für Hybrid-
antriebe auf der Schiene ent-
stehen.
Bahnwerk Cottbus:
Volle Fahrt voraus!
FOTO: RAINER WEISFLOG
Ministerpräsident Dietmar Woidke und
Ronald Pofalla von der Deutsche Bahn AG

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6
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Strukturentwicklung im Lausitzer Revier
D
avon sind Lutz und Dr.
Sascha Berger über-
zeugt und gehen als
Geschäftsführer der digades
GmbH mit gutem Beispiel vor-
an. Das Zittauer Familienunter-
nehmen ist Weltmarktführer in
dem Segment für maßgeschnei-
derte Elektroniklösungen und
investiert konsequent weiter
in den Standort im östlichsten
Zipfel Deutschlands. Etwa 180
Mitarbeiter an den Standorten
Zittau, Dresden und Nordhau-
sen entwickeln und fertigen für
die internationale Automobil-
und Motorradindustrie sowie
im Bereich Internet of Things
hochwertige Elektronik. Zur
Eröffnung des neuen Entwick-
lungszentrums kamen deshalb
250 Gäste, darunter auch der
sächsische Ministerpräsident
Michael Kretschmer.
„Der Bau des neuen Entwick-
lungszentrums ist ein klares
Bekenntnis von digades zur
Wirtschaftsregion Lausitz. Es
stellt für das Unternehmen,
die Mitarbeiter und die Region
die Weichen in Richtung Zu-
kunft. Die Investition fördert
Innovationen. Das stärkt das
Unternehmen und Sachsen als
modernes Technologie- und
Wissenschaftsland. Ich gra-
tuliere digades zur Eröffnung
und wünsche eine weitere er-
folgreiche Zukunft.“, sagte der
Politiker Kretschmer. „Wir in-
vestieren nicht nur in Gebäude
und optimale Arbeitsbedingun-
gen, um auch in Zukunft weiter
am Standort Zittau wachsen
zu können“, erklärt Dr. Sascha
Berger seine Strategie zur Stand-
ortstärkung und Mitarbeiterbin-
dung, „wir fördern auch bewusst
Sport und Kultur in der Region.“
Diese Herangehensweise teilt er
mit seinem Vater Lutz Berger,
der das Unternehmen auch mit
der Überzeugung aufgebaut hat,
dass eine lebenswerte Umge-
bung eine wichtige Rolle für die
Zufriedenheit der 180 Mitarbei-
ter spielt. Die Voraussetzungen
dafür sind gut, nutzen doch
Urlauber aus ganz Deutschland
die Naherholungsqualitäten des
Dreiländerecks. Das digades
die Region als einen grenzüber-
schreitenden Raum an-
sieht, spiegelt sich neben
mehreren Mitarbeitern
aus Tschechien und Polen
auch in der erfolgreichen
Kooperation des Unter-
nehmens mit der Uni-
versität im benachbarten
tschechischen Liberec.
Thomas Zenker, Ober-
bürgermeister der Stadt
Zittau, sieht in der Inves-
tition in das neue Ent-
wicklungszentrum ein
klares Zeichen für das
Wachstumspotential sei-
ner Stadt: „Digades ist für
die Menschen in Zittau
und Umgebung ein Be-
griff für steten Entwick-
lungswillen, für Erfinder-
geist, Kreativität und High-Tech.
Es freut mich sehr, wie sich das
Unternehmen auch mit einer
gewissen Risikobereitschaft im-
mer wieder neu positioniert.“
Der junge Politiker, der sich
nach einigen Jahren in Berlin be-
wusst für die Rückkehr in seine
Heimat entschieden hat, ist sich
sicher: „Bei Digades glaubt man
an Zittau, an die Oberlausitz
und das Dreiländereck. Dafür
meinen ausdrücklichen Dank!“
Informationen zur digades GmbH:
www.digades.de
D
ie noch junge Ge-
schichte der Papierpro-
duktion in der Lausitz
lässt sich in verschiedensten
Varianten erzählen. Sie steht für
beste Standortqualitäten und
gute Nachbarschaft. Sie steht für
unternehmerisches Geschick
und wirtschaftlichen Erfolg.
Und sie steht dafür, dass die
strukturelle Entwicklung der
Lausitz nicht erst seit der Kohle-
ausstiegs-Diskussion engagiert
vorangetrieben wird.
Schon als die Papierfabrik der
österreichischen Prinzhorn-
Gruppe 2005 im Industriepark
Schwarze Pumpe feierlich ein-
geweiht wurde, sprach der
damalige Ministerpräsident
Matthias Platzeck von einem
„wichtigen Beitrag für den un-
verzichtbaren Strukturwandel“.
Seinerzeit freute sich die Region
über 300 zukunftssichere Ar-
beits- und Ausbildungsplätze.
Bis Anfang 2019 hat sich die
Zahl der Beschäftigten auf
620 mehr als verdoppelt.
„Das ist noch nicht das Ende“,
betont Werkleiter Arno Liendl.
Er verweist auf die zweite Papier-
maschine, die sich derzeit im
Bau befindet. Für die 370 Mio.
Euro-Investition erfolgte im
Herbst 2018 der erste Spaten-
stich. „Wenn wir die Maschine
im zweiten Quartal 2020 in
Betrieb nehmen, werden wir
hier am Standort über 770 Be-
schäftigte in der Papierindustrie
haben.“
Im Zentrum der Papierindustrie
in Schwarze Pumpe steht
Hamburger Rieger mit der
Herstellung von Wellpappen-
rohpapier. Das Ausgangs-
material ist zu 100 Prozent
Altpapier, berichtet Werkleiter
Liendl. Mehr als 900 Tonnen
Papier produziert das Unterneh-
men – am Tag! Das Papier wird
weltweit zu Wellpappen und
Wellpappenverpackungen wei-
terverarbeitet. Den kürzesten
Weg haben die Papierrollen da-
bei direkt ins Nachbarhaus, zu
Dunapack, einem Wellpappen-
werk aus der eigenen Prinzhorn
Gruppe.
Die Abfälle der Papierproduk-
tion wiederum gehen neben
Ersatzbrennstoffen in das eigens
errichtete Ersatzbrennstoffkraft-
werk, das für die Papierproduk-
tion die erforderlichen Wärme-
und Dampfmengen liefert.
„Schwarze Pumpe ist für uns
eine echte Erfolgsgeschichte“,
sagt Liendl: „Die Geschäfte
laufen gut. Das Miteinander im
Industriepark passt. Die Bezie-
hungen zu den Kommunen und
den Anwohnern sind erfreulich.
Und vom Land bekommen wir
jede mögliche Unterstützung.“
Letzteres zeigte sich bei der
Investitionsentscheidung zur
zweiten Papiermaschine mit
einem Fördermittelbescheid in
Höhe von 34 Mio. Euro..
Informationen zum Unternehmen:
www.hamburger-containerboard.com
Es wird Zeit aufzuhören,
unsere Region kleinzureden!
TEXT: MARKUS FÜLLER, FOTO: HAMBURGER RIEGER GMBH
FOTO: PAVEL SOSNOWSKI
Erfolgreiche Lausitzer
Papierproduktion
Ministerpräsident Michael Kretschmer mit Geschäftsführer Lutz Berger
und Oberbürgermeister Thomas Zenker bei der Eröffnung des neuen
Entwicklungszentrums im März 2019
Es geht voran: Ein Blick auf die Baustelle der Papierfabrik im Industriepark Schwarze Pumpe

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7
D
ie Brikettfabrik Wer-
minghoff ging 1918 als
eine der modernsten Fa-
briken Europas in Betrieb. 100
Jahre später ist die Brikettfabrik
das einzige noch derart erhalte-
ne Zeitzeugnis der Braunkohle-
verarbeitung in der Oberlausitz.
Es ist damit gleichsam ein tech-
nisches Denkmal mit überre-
gionaler Bedeutung. Die Fabrik
als Museum und die Siedlung
Knappenrode als Wohnort
sollen die Industriekultur er-
lebbar machen. Mit ihrem
industriekulturellen Erbe und
ihrer Architektonik ist sie
mittlerweile ein zentraler An-
kerpunkt im Lausitzer Seen-
land. Das Museum wird durch
den Zweckverband Sächsisches
Industriemuseum betrieben
und soll in Zukunft nicht nur die
Geschichte der Fabrik, sondern
auch die Geschichte der Men-
schen, die hier gearbeitet oder
gelebt haben, erzählen.
Heute wird der Standort zu
einem modernen, kulturellen
und touristischen Highlight aus-
gebaut. Dabei stehen Erhalt und
Aufwertung des Denkmalkom-
plexes sowie der vorhandenen
Infrastruktur und die Umge-
staltung der Bauten sowie Frei-
anlagen im Fokus der Arbeiten.
Darüber hinaus soll eine bes-
sere regionale Anbindung von
Knappenrode als Teil der Stadt
Hoyerswerda an den Graurei-
hersee erfolgen. Diese Ziel-
stellungen waren und sind mit
umfangreichen Herausforde-
rungen verbunden.
Das aktuelle Projekt „Die Ener-
giefabrik Knappenrode - ein In-
dustriedenkmal und Werkssied-
lung auf Kurskorrektur“ zählt
zu den national bedeutsamen
Standorten des Städtebaus in
Deutschland. Der Landkreis
Bautzen als Eigentümer der
Energiefabrik Knappenrode in-
vestiert fast 14 Mio. Euro in den
Standort. Insgesamt gliedert
sich das Vorhaben der Energie-
fabrik in mehrere große Teilpro-
jekte.
Durch Fördermittel von Bund
und Freistaat Sachsen wird die-
ses Projekt nun realisiert. Ein
wichtiger Beitrag stammt dabei
auch aus dem sogenannten So-
fortprogramm des Bundes zur
Umsetzung von Strukturwan-
delvorhaben in den Braunkohle-
revieren. Insofern ist die Ener-
giefabrik Knappenrode auch ein
Symbol für die nun anbrechen-
de neue Phase des Strukturwan-
dels in der Region.
Strukturentwicklung im Lausitzer Revier
Industriedenkmal auf
Kurskorrektur
Die Energiefabrik und Werkssiedlung Knappenrode
werden neu präsentiert.
D
ie Filmkritik ist ein-
hellig begeistert. Mit
„Gundermann“ hat Ost-
deutschlands kreativster Regis-
seur Andreas Dresen („Halbe
Treppe“, „Sommer vorm Bal-
kon“) sein bislang bestes Werk
vorgelegt. „In ‚Gundermann’
gräbt Dresen sich in die Erde
eines verschwundenen Landes“,
schreibt etwa der „Spiegel“.
„Und was er dabei zutage fördert,
ist ziemlich aufregend.“
Ein Riesenerfolg – und zugleich
eine Riesenüberraschung! Denn
wer hätte es für möglich gehal-
ten, dass ausgerechnet die
Lebensgeschichte eines
Arbeiters und Lieder-
machers aus Spreetal im
Lausitzer Kohlerevier auf
gesamtdeutscher und inter-
nationaler Ebene derartig
einschlagen könnte?
In Ostdeutschland, in der
Lausitz, war Gerhard Gun-
dermann schon lange ein
Begriff. In den schwierigen
neunziger Jahren gewann er
eine treue Anhängerschaft.
Mit seinen Liedern brachte
der bodenständige Sänger
in Fleischerhemd und Ho-
senträgern das Lebens-
gefühl der bedrängten ostdeut-
schen Industrieregionen zum
Ausdruck. Als „Springsteen des
Ostens“ verlieh er den Sorgen,
Ängsten und Hoffnungen der
ganz normalen Menschen im
Land seine Stimme – Menschen
wie Gundermann selbst, die mit
den schweren wirtschaftlichen
Umbrüchen nach dem Mauer-
fall klarkommen mussten.
Dass „Gundi“ in den neunzi-
ger Jahren trotz wachsender
musikalischer Erfolge weiter
seien Beruf als Baggerfahrer im
Tagebau ausübte, machte ihn
so besonders glaubwürdig.
Auch dass er in der DDR zu-
gleich SED-Genosse und Re-
bell gewesen war, Stasi-Spitzel
und Stasi-Opfer, passte ins
widersprüchliche Bild: In sei-
ner eigenen Zerrissenheit ver-
körperte Gundermann die
Zerrissenheit seines Landes in
zerrissener Zeit. Auch darum er-
kannten sich so viele Menschen
im Osten in Gundermann und
seinen melancholischen Lie-
dern wieder.
In Westdeutschland blieb
Gundermann weitgehend un-
bekannt. Es ist das Verdienst
des Films, dass sich das gera-
de ändert und dabei auch von
starken, selbstbewussten Frau-
en erzählt wird. Schauspieler
Alexander Scheer hat für sei-
ne Rolle als „Gundi“ nicht nur
den Lausitzer Dialekt gelernt,
sondern auch Gundermanns
stärkste Songs neu eingesungen.
„Dieser Film musste einfach
gemacht werden, diese Ge-
schichte musste erzählt werden“,
sagt Scheer.
„Hier bin ich geboren“, sang
Gundermann. Er starb 1998
mit nur 43 Jahren in
Spreetal an den Folgen
eines Schlaganfalls.
Andreas Dresens Film
setzt nicht nur dem
singenden Baggerfahrer
ein bleibendes Denk-
mal, sondern ist zu-
gleich eine einfühlsame
Liebeserklärung an die
Lausitzer Heimat – in
all ihrer Vielfalt und Wi-
dersprüchlichkeit. Die
Menschen hier in der
Region können sich da-
rüber nur freuen. Und
wer „Gundermann“
noch nicht gesehen hat:
Unbedingt hingehen.
„Gundermann“ macht die
Lausitz in ganz Deutschland
bekannt
FOTO: PETER RADKE
FOTO: PANDORA FILM, PETER HARTWIG
BRANDENBURG
Kleine Projekte mit
großer Wirkung
Seit 1. Mai unterstützt die
Brandenburger Landesre-
gierung lokale Projekte für
die Strukturentwicklung in
der Lausitz. Dafür stehen
in diesem Jahr insgesamt
500.000 Euro zur Verfü-
gung. Gefördert werden
Ideen u. a. von Kommunen,
Vereinen und Verbänden. An-
träge können gestellt werden,
die sich auf Arbeitsmarkt-,
Weiterbildungs-, kulturelle, in-
novative oder soziale Vorhaben
beziehen. Die Maximalförde-
rung je Einzelvorhaben
beträgt 50.000 Euro. Die Pro-
jektträger müssen in der Regel
einen Eigenanteil aufbringen
und die Gesamtfinanzierung
nachweisen.
Alle Informationen unter:
www.lausitz-brandenburg.de
Was für ein Triumph! Bei der Vergabe des deutschen
Filmpreises konnte „Gundermann“ am 3. Mai
in
Berlin auf ganzer Linie abräumen und „Lolas“ ein-
sammeln. Gleich sechsmal hatte der Streifen über
die singende Lausitz-Legende diesmal die Nase vorn:
Bester Spielfilm, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bester
Hauptdarsteller, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümbild.
FOTO: HARALD FUHR EVENTPRESS
Die stillgelegte Brikettfabrik Knappenrode steht inzwischen
unter Denkmalschutz

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10
2
17.
großer Industriepark in Spremberg (Schwarze …)
18.
Band aus Bautzen („Irgendwas bleibt”, „Leichtes
Gepäck”)
19.
Nationale Minderheit in der Lausitz
20.
Namensgeber für den Park in Bad Muskau
21.
langjähriger Trainer von Energie Cottbus
22.
größte tropische Urlaubswelt Europas
(… Island)
23.
Rennstrecke im Landkreis Oberspreewald-
Lausitz
24.
Abkürzung der Brandenburgischen
Technischen Universität Cottbus-Senftenberg
25.
Name für Görlitz bei Filmfans
26.
das grüne Venedig
27.
Lausitzer Liedermacher und Bergmann
28.
Schloss- und Landschaftspark bei Cottbus
29.
Abkürzung Gerhart-Hauptmann-Theater
Zittau/Görlitz
30.
„unentschiedener” Fluss
31.
Kfz-Kennzeichen Landkreis Spree-Neiße
32.
östliches Nachbarland
33.
Kfz-Kennzeichen Landkreis Elbe-Elster
34.
Kfz-Kennzeichen Landkreis Oberspreewald-
Lausitz
35.
Textiles Ausstellungsstück in der Zittauer
Kreuzkirche
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8
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Strukturentwicklung im Lausitzer Revier
IMPRESSUM
Herausgeber:
Wirtschaftsregion Lausitz GmbH
Am Turm 14
03046 Cottbus
Telefon: +49 355 28890402
E-Mail: info@wirtschaftsregion-
lausitz.de
Geschäftsführer: Torsten K. Bork
Mit Unterstützung der Staatskanzlei
Brandenburg und der Sächsischen
Staatskanzlei
Redaktion:
V.i.S.d.P. Torsten K. Bork
Florian Engels, Brandenburg
Stephan Gößl, Sachsen
Jeannine Schadel, WR.Lausitz
Frank Müller, Zukunftswerkstatt
Lausitz, Projekt der WR.Lausitz
Layout und Produktion:
chairlines medienagentur
www.chairlines.de
Stand:
Mai 2019
Änderungen und Irrtümer vorbehalten.
Auflage:
582.000 Exemplare
Gefördert aus Mitteln des Bundes, des
Freistaates Sachsen und des Landes
Brandenburg im Rahmen der Ge-
meinschaftsaufgabe „Verbesserung der
regionalen Wirtschaftsinfrastruktur“.
Ihre Auszeit auf der
Lausitzer Insel
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1
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1.
Name der Eishockeymannschaft aus Weißwasser
2.
Name für einen Vogel und einen Lausitzer Fluss
3.
Erfinder des Computers aus Hoyerswerda
4.
berühmter Autor aus Spremberg
5.
Abkürzung für Sächsische Zeitung
6.
Tageszeitung aus Cottbus (Lausitzer …)
7.
Erfolgreiche Brüder im Diskuswerfen aus
Cottbus (Robert und Christoph …)
8.
Lausitzer Olympiasiegerin 1976 im Hochsprung
(Rosi …)
9.
DDR-Sportreporterlegende aus Cottbus
10.
sagenumwobener Räuberhauptmann aus der
südlichen Oberlausitz
11.
berühmter Dichter aus Kamenz
(Nathan der Weise)
12.
Kreisstadt des Landkreises Spree-Neiße
13.
größte Stadt der Lausitz
14.
Kfz-Kennzeichen von Senftenberg
15.
sorbische Sagenfigur und gleichnamiger Film
16.
Chemie-Unternehmen in Schwarzenberg
Lösungswort:
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FOTO: PAUL GLASER
Hotel der Sinne mit Blick vom Südstrand
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