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Gutachten zu
besonders geschützten Arten im Sinne
des § 44 BNatSchG
- Artenschutzgutachten -
zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan V028
„Wohnanlage Freiberger Garten“
Lessingstraße / Johanna-Römer-Straße
in 09599 Freiberg
Auftraggeber (AG):
Wohnungsgenossenschaft Freiberg eG
Siedlerweg 1
09599 Freiberg
Auftragnehmer (AN):
Volkmar Kuschka
Gutachten
*
Fachberatung
*
Umweltbildung
*
Ausstellungen
Talstraße 10
D-09557 Flöha
Bearbeiter:
Dr. Volkmar Kuschka
Inge Kreller
Bearbeitungszeitraum:
02.05. - 29.08.201 9
Flöha, den 29.08.1 9
Dr. V. Kuschka
Telefon: 0 37 26 - 71 1 3 76
Fax: 03 21 2 – 71 1 3 76 0
e-mail: VolkmarKuschka@web.de
Homepage:
https://www.nature-foto.com
Steuer-Nr.: 220/242/04492

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Volkmar Kuschka, Talstraße 1 0, D-09557 Flöha
Inhaltsverzeichnis
1 . Anlass und Aufgabenstellung..............................................................................................3
2. Rechtsgrundlagen................................................................................................................5
3. Untersuchungsraum und Methodik.....................................................................................7
4. Vorkommen geschützter Arten..........................................................................................1 0
4.1 Vögel...........................................................................................................................1 0
4.2 Fledermäuse................................................................................................................1 1
5. Vorhaben und mögliche Auswirkungen auf geschützte Arten..........................................1 4
6. Schlussfolgerungen und Hinweise....................................................................................1 6
6.1 . Naturschutzrechtliche Bewertung..............................................................................1 6
6.2. Naturschutzfachliche Bewertung...............................................................................1 8
6.3. Maßnahmevorschläge................................................................................................1 9
7. Zusammenfassung............................................................................................................21
8. Quellen...............................................................................................................................22
8.1 Planunterlagen............................................................................................................22
8.2 Literatur.......................................................................................................................22
Anlagen:
Anlage 1 : Nistplätze im Untersuchungsgebiet, Lagepläne
Blatt 1 : Übersichtslageplan
Blatt 2: Lage der festgestellten Nistplätze und Batlogger-Standorte
Anlage 2: Ergebnisse der bioakustischen Fledermauserfassung
Anlage 3: Fotodokumentation
Artenschutzgutachten B-Plan „Wohnanlage Freiberger G arten“ in Freiberg
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1. Anlass und Aufgabenstellung
Die Wohnungsgenossenschaft Freiberg eG beabsichtigt, im Plangebiet des vorhabensbezogenen
Bebauungsplanes V028 „Wohnanlage Freiberger G arten“ Lessingstraße / Johanna-Römer-Straße
in 09599 Freiberg auf eigenen G rundstücken den Bau von mehrgeschossigen Mehrfamilien-
häusern. Diese G rundstücke sind teilweise (im Ostteil) bebaut (Wohnblock Lessingstraße 44,
Bürohaus Lessingstraße 46 - leer stehend, Postverteilerstation, alte Umformstation - ungenutzt,
ehemaliges Trafohaus - als Schuppen genutzt). Mit Ausnahme des Wohnblocks Lessingstraße 44
sollen alle G ebäude abgerissen wurden, um Platz für den Neubau zu schaffen. Die unbebauten
G rundstücke sind bisher Rasen, teils mit G ehölzgruppen, Einzelbäumen und Sträuchern
bewachsen, oder Parkplatz (westlichstes Flurstück).
Die zuständige Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Mittelsachsen wies den Auftraggeber
darauf hin, dass dieses Vorhaben Artenschutzbelange berühren kann und deshalb zur Erteilung der
Baugenehmigung ein Artenschutzgutachten vorzulegen ist. Nach überschlägiger Einschätzung der
Behörde (Frau Müller) sind von dem Vorhaben möglicherweise gebäudebewohnende und
baumbewohnende Tierarten betroffen und zu prüfen.
Inhalt des G utachtens ist der Nachweis aller Nist-, Brut-, Wohn- und Zufluchtsstätten besonders
und streng geschützter Tierarten auf dem G rundstück (insbesondere Vogel- und Fledermausarten)
nach Art, Anzahl und Ort. Dazu sind alle zugänglichen G ebäudeteile, einschließlich Keller,
Dachböden, Nebenräume, eingehend auf deren Vorkommen zu untersuchen. Des Weiteren ist das
Freigelände auf dem G rundstück auf Fortpflanzungs- und Ruhestätten dieser Arten zu untersuchen.
Die Beseitigung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten besonders und streng geschützter Arten
verletzt artenschutzrechtliche Verbote des § 44, Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG ),
sogenannte Zugriffsverbote. Im Einzelfall kann die Untere Naturschutzbehörde eine Befreiung von
diesen Verboten erteilen. Eine Befreiung kann nur gewährt werden, wenn die Belange des
Naturschutzes gewahrt bleiben. Dazu müssen im G utachten mit dem Bauherrn abgestimmte
Vorschläge für Ersatzmaßnahmen enthalten sein.
Zur Begutachtung dieser Artenschutzbelange sind insbesondere die nachfolgenden Leistungen
erforderlich:
1 . Bestandsaufnahme Vögel und Fledermäuse, insbesondere
1 .1 vollständige Begehung der G ebäude und Dokumentation anwesender Tiere sowie von
Anwesenheitsspuren im und am G ebäude;
1 .2 Kontrolle auf in G ebäude einfliegende Vögel sowie Brut anzeigenden Verhaltens im Freigelände
an mindestens 3 Terminen;
Artenschutzgutachten B-Plan „Wohnanlage Freiberger G arten“ in Freiberg
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Volkmar Kuschka, Talstraße 1 0, D-09557 Flöha
1 .3 Präsenz- und Ausflugkontrolle der Fledermäuse mit bioakustischer Erfassung an mindestens 3
Terminen.
2. Prüfung der Verletzung von Verbotstatbeständen des § 44 BNatSchG durch das Vorhaben;
3. Vorschlag von Vermeidungs- und funktionserhaltenden Ausgleichsmaßnahmen, insbesondere
von Ersatznist- und Ruhestätten, Fledermaus-Ersatzquartieren etc.;
4. Prüfung der Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG
oder einer Befreiung von den Verboten des § 44 BNatSchG nach § 67 BNatSchG für
unvermeidbare Verbotsverletzungen.
Artenschutzgutachten B-Plan „Wohnanlage Freiberger G arten“ in Freiberg
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2. Rechtsgrundlagen
Der spezielle Artenschutz wird insbesondere durch
§ 44 Bundesnaturschutzgesetz
(BNatSchG :
Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten) geregelt.
Der Abriss und die Errichtung von G ebäuden können unter bestimmten Umständen gegen die
Zugriffsverbote des Absatzes 1 verstoßen:
"Es ist verboten,
1. wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu
verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu
beschädigen oder zu zerstören,
2. wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während
der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu
stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand
der lokalen Population einer Art verschlechtert,
3. Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten
aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,...".
G emäß § 44, Absatz 5 BNatSchG gilt weiterhin: "
Für nach § 15 zulässige Eingriffe in Natur und
Landschaft
sowie für Vorhaben im Sinne des § 18 Absatz 2 Satz 1, die nach den Vorschriften
des Baugesetzbuches zulässig sind,
gelten die Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote nach
Maßgabe der Sätze 2 bis 5. Sind in Anhang IV Buchstabe a der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführte
Tierarten, europäische Vogelarten oder solche Arten betroffen, die in einer Rechtsverordnung nach
§ 54 Absatz 1 Nummer 2 aufgeführt sind, liegt ein Verstoß gegen das Verbot des Absatzes 1
Nummer 3 und im Hinblick auf damit verbundene unvermeidbare Beeinträchtigungen wild lebender
Tiere auch gegen das Verbot des Absatzes 1 Nummer 1 nicht vor, soweit die ökologische Funktion
der von dem Eingriff oder Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen
Zusammenhang
weiterhin erfüllt
wird
." Mit der G enehmigung
des vorhabensbezogenen
Bebauungsplanes Nr. V 028 wird dieser ein nach den Vorschriften des Baugesetzbuches (gemäß §
1 3a BauG B) zulässiges Vorhaben im Sinne des § 1 8 BNatSchG . Dies schränkt die Anwendung der
Zugriffsverbote auf Arten des Anhanges IV der FFH-Richtlinie (hier vor allem Fledermäuse),
europäische Vogelarten und ggf. weitere national streng geschützte Arten ein.
Sollte das Vorhaben die artenschutzrechtlichen Verbote verletzen können, dann kann durch
geeignete, ggf. vorgezogen umzusetzende Kompensationsmaßnahmen diese Verbotsverletzung
noch vermieden werden. Falls dies nicht möglich ist und die Verbotsverletzung damit unvermeidbar
eintritt, kann die zuständige Untere Naturschutzbehörde gemäß § 67, Abs. 2 BNatSchG auf Antrag
Befreiung von den Zugriffsverboten des § 44 BNatSchG gewähren, "wenn die Durchführung der
Artenschutzgutachten B-Plan „Wohnanlage Freiberger G arten“ in Freiberg
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Volkmar Kuschka, Talstraße 1 0, D-09557 Flöha
Vorschriften im Einzelfall zu einer unzumutbaren Belastung führen würde." G emäß § 67, Abs. 3
BNatSchG kann diese Befreiung mit Nebenbestimmungen versehen werden, die sicher stellen,
dass die Abweichung mit den Belangen des Naturschutzes vereinbar ist. Da der Bauherr ein
privater Investor ist und das Vorhaben nicht vorwiegend öffentlichen Interessen dient, liegt kein in §
45, Abs. 7 BNatSchG geregelter Fall für eine Ausnahme vor.
Artenschutzgutachten B-Plan „Wohnanlage Freiberger G arten“ in Freiberg
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3. Untersuchungsraum und Methodik
Der Untersuchungsraum ist im Lageplan (Anlage 1 , Blatt 1 ) dargestellt. Er entspricht dem
Plangebiet des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. V 028 „Wohnanlage Freiberger G arten“.
Folgende Flurstücke in der G emarkung Freiberg sind betroffen:
Fst. 2270/1 53: bebaut mit einer ungenutzten Postverteilerstation
Fst. 2270/38: Parkplatz mit Sträuchern am Rand
Fst. 2270/1 79: unbebautes Rasengrundstück
Fst. 2270//1 54: unbebaut, Rasen mit G ehölzgruppen
Fst. 2275/5: bebaut mit Wohnblock Lessingstraße 44
Fst. 2275/3: bebaut mit Büroblock Lessingstraße 46, einer alten Umformstation und einem
ehemaligen Trafohaus.
Das ca. 1 ,1 5 ha große und langgestreckte Baufeld ist geprägt durch seine Hanglage in Ost-West-
Richtung mit einem Höhenunterschied von ca. 1 0 m. Der Untersuchungsraum befindet sich im
Innenbereich (Stadt Freiberg 201 9) und ist vor allem duch die vorhandene Bebauung und
versiegelte Flächen (Parkplätze) geprägt. Im westlichen Teil befinden sich zwei Rasenflächen.
Besonders der südliche Rand des G ebietes und teils der Saum westlich der ehemaligen
Postverteilerstation und der Böschungsbereich westlich der früheren Umformstation sind von
G ehölzen (Sträucher, Pioniergehölze wie Salweiden, Espen und Birken, einzelne Fichten) bestockt.
Teils wurden diese G ehölzbestände im Winter 201 8/1 9 bereits aufgelichtet.
Entsprechend der überschlägigen Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde und der
gegebenen Habitatausstattung des G ebietes waren die Bestandserfassungen vor allem auf Vögel
und Fledermäuse und räumlich auf die abzubrechenden G ebäude fokussiert. Das größte dieser
G ebäude ist der fünfgeschossige Block Lessingstraße 46, der bis kurze Zeit vor der Begutachtung
als Bürogebäude genutzt wurde. Dieser Block ist über ein Zwischengebäude mit dem Wohnblock
Lessingstraße 44 (bleibt erhalten) verbunden. Mit Ausnahme zweier offener Fenster und einer
Beschädigung, die unmittelbar nach der Begehung verschlossen wurden, ist das Innere dieses
G ebäudes nicht für streng geschützte Arten zugänglich. Die Innenräume entsprechen dem Aufbau
eines typischen Plattenbaues und sind überwiegend mit glatten Wänden und Decken ohne
besondere Strukturen ausgestattet. Dieser Block trägt ein Flachdach mit Teerpappeeindeckung,
das an den Seiten übersteht und hier durch eine Blechkante abgeschlossen wird. Im Bereich dieser
Kante sind Spalten vorhanden, die Fledermäusen Zugang in den Dachbereich ermöglichen. Die
Fassade ist mit einer Außendämmung ausgestattet, in die Spechte zahlreiche Löcher, besonders
im Bereich des Westgiebels, gehackt haben (Bild 1 , 2). Westlich des Blockes steht das G ebäude
einer ehemaligen Umformstation seit längerem leer und ungenutzt. Dieses G ebäude ist durch
Artenschutzgutachten B-Plan „Wohnanlage Freiberger G arten“ in Freiberg
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zahlreiche Öffnungen, besonders eine offene Flanke auf der Westseite, für geschützte Arten leicht
zugänglich. Den überwiegenden Teil dieses G ebäudes bildet eine große Halle. Daneben ist im
Nordteil etwa ein Viertel der G rundfläche in zwei Etagen aufgeteilt. Die Decke im G ebäude ist mit
Unterhangdecken versehen. Durch Beschädigungen haben insbesondere Fledermäuse zu den
dahinter befindlichen Hohlräumen Zugang. Das G ebäude trägt ein gering geneigtes Satteldach.
Weiter nördlich befindet sich ein kleineres G ebäude mit Satteldach, das als Fahrrad- und
Abstellraum genutzt wird. Zugang für geschützte Tiere besteht hier über die Lüftung. Im Westen
des Flurstücks 2275/3 steht ein ehemaliges Trafohaus. Dieses G ebäude ist gegen das Eindringen
von Tieren abgedichtet und weist auch an der Fassade kaum potentielle Nistplätze oder Quartiere
auf.
Brutvögel in G ehölzen finden hier weniger geeigneten Lebensraum und wurden deshalb vor allem
durch die Dokumentation von Beobachtungen im Untersuchungsgebiet sowie systematische
Untersuchung von Starkbäumen auf Baumhöhlen und Nester erfasst. Die G ebäude bewohnenden
Arten wurden durch Inspektion der abzubrechenden G ebäude von innen (am 03.05.201 9) und
außen zur Feststellung von Anwesenheitsspuren bzw. Nistplätzen und durch jeweils drei Ein- und
Ausflugkontrollen in der Abenddämmerung bzw. ersten Nachthälfte erfasst. Bei der Inspektion der
G ebäude wurde deutlich, dass insbesondere am Block Lessingstraße 46 in der Fassade potentielle
Nistplätze vorhanden sind. Besonders am Westgiebel, aber auch teils an der Nord- und
Südfassade dieses G ebäudes sind Spechthöhlen und -löcher in der Außendämmung vorhanden,
die besonders geeignete Nistplätze darstellen. Um die Nutzung dieser Nistplätze beurteilen zu
könen und ggf. unerkannte weitere Nistplätze (besonders des Mauerseglers, der kaum
Präsenzspuren hinterlässt) zu finden, wurden bei den Einflugkontrollen zwei Beobachter so postiert,
dass (mit Ausnahme eines Teilbereiches der Südfassade) Einflüge von Vögeln in Nistplätze am
gesamten G ebäude beobachtet werden konnten. Dabei wurden auch Feldstecher (Zeiss 1 0 X 50)
zu Hilfe genommen.
Die Erfassung von Fledermäusen, die möglicherweise G ebäude als Quartier nutzen, erfolgte
vorwiegend durch abendliche Ausflugkontrolle. Diese zielte auf die optische und besonders
bioakustische
Erfassung von aus
dem Quartier
zur Jagd ausfliegenden Individuen.
Zur
automatischen Aufzeichnung von Fledermausrufen wurden Batlogger der Firma Elekon AG Luzern
(Firmware Version 2.4.6) verwendet. Die G eräte wurden so im Untersuchungsgebiet postiert
(Anlage 1 , Plan 1 ), dass aus den abzubrechenden G ebäuden ausfliegende Individuen möglichst
aufgezeichnet werden. Dabei wurden die bei der Begehung am 03.05.1 9 an den G ebäuden
festgestellten möglichen Ausflugbereiche berücksichtigt. Am Batlogger wurde ein Elektret-Mikrofon
FG -Black eingesetzt. Dieses Mikrofon hat eine kugelförmige Richtcharakteristik. Das Mikrofon
nimmt Frequenzen von 1 0 kHz bis 1 50 kHz auf; die untere Triggerfrequenz (Frequenz, bei der sich
Artenschutzgutachten B-Plan „Wohnanlage Freiberger G arten“ in Freiberg
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die Aufnahme einschaltet) beträgt 1 5 kHz. Diese Batlogger zeichnen mit einer Amplitudenauflösung
von 1 6 bit auf. Um einzelne Ruffolgen unterscheiden zu können, wurden Aufnahmepausen von
1 .000 ms nach einer Rufaufnahme (Posttrigger time) und 500 ms vor der nächsten Aufnahme
(Pretrigger time) einprogrammiert. Durch Einstellung eines speziellen Aufnahmemodus (CrestAdv)
wird gewährleistet, dass die Rufe von Fledermäusen von anderen G eräuschen in dem Aufnahme-
Frequenzbereich unterschieden und weitgehend nur erstere aufgenommen werden.
Tabelle 1 : Untersuchungen zur Erfassung geschützter Arten
Die Auswertung dieser Aufzeichnungen erfolgte mit der Software BatExplorer (Version 1 .1 1 .4.0) für
Windows®. Diese Software ermöglicht eine automatische und manuelle Bestimmung der
aufgezeichneten Rufe. Die Bestimmung der Fledermäuse erfolgt nach statistischen Verfahren, die
auf der automatischen Vermessung von Sonagrammen der aufgezeichneten Rufe und dem
Vergleich mit Referenzrufen basieren. Wesentliche Merkmale der Rufe sind die mittlere Peak-
Frequenz [kHz] (Frequenz mit dem höchsten Schalldruck), mittlere Maximal-Frequenz [kHz],
mittlere Minimal-Frequenz [kHz], mittlere Ruflänge [ms], mittlerer Abstand zwischen zwei Rufen
[ms] und die Form der Frequenzverteilung des Rufes. Eine für die Bestimmung der Rufe
ausreichende Qualität der Aufzeichnung voraus gesetzt, schlägt das Programm pro Aufzeichnung
zumeist mehrere Arten vor, die mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit die Rufer waren. Die
Zuordnung zu einer Art erfolgt dann manuell. Dieses Verfahren ist mit einer Restunsicherheit der
Artbestimmung behaftet und unterliegt der allgemeinen Problematik akustischer Verfahren, dass
einige Fledermausarten nicht sicher an Hand ihrer Rufe unterscheidbar sind (SKIBA 2003, G ERDING &
RUNKEL 201 6). Weiterhin wurde ein Batdetektor (Pettersson D240X) benutzt, um Fledermausrufe
hörbar zu machen. Mit diesem Detektor wurden der Bereich östlich von Block Lessingstraße 46
(Zufahrtbereich) besonders überwacht und weiterhin die Südseite dieses Blocks sowie der
Umformstation als Transekt begangen.
Artenschutzgutachten B-Plan „Wohnanlage Freiberger G arten“ in Freiberg
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Datum
Uhrzeit
Witterung
Methode
03.05.19 9:30 - 11:30
25.05.19 19:30 - 21:00
Einflugskontrolle Vögel Lessingstr. 46
20:45 - 22:22
Batlogger A (B3)
20:45 - 22:25
Batlogger M (B2), Detektor (D1)
27.06.19 20:00 - 21:00 heiter, ca. 24 °C, schwacher Wind
Einflugskontrolle Vögel Lessingstr. 46
21:00 - 23:12 heiter, 19 °C - 18 °C, windstill
Batlogger M (B1); Detektor (D1)
21:00 - 23:13
Batlogger A (B2)
21:00 - 23:10
Batlogger A (B3)
18.07.19 20:15 - 21:15 heiter, 25 °C - 20 °C, windstill
Einflugskontrolle Vögel Lessingstr. 46
21:00 - 23:14 heiter, 22 °C - 19 °C, windstill
Batlogger M (B1)
20:45 - 23:04
Batlogger A (B2); Detektor
20:45 - 23:01
Batlogger A (B3)
bedeckt, kalt: ca. 12 °C, mäßiger Wind
Kontrollbegehung der Gebäude von
innen
gering bewölkt, ca. 20 °C - 15 °C, schwacher
Wind
gering bewölkt, ca. 15 °C - 13 °C, schwacher
Wind

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Volkmar Kuschka, Talstraße 1 0, D-09557 Flöha
4. Vorkommen geschützter Arten
4.1 Vögel
Insgesamt wurden im Untersuchungsgebiet 1 4 Arten heimischer (europäischer) Vögel beobachtet.
Ein Brutnachweis bzw. Brutverdacht bezüglich des Untersuchungsgebietes wurde für fünf dieser
Arten erbracht (nachfolgend als Brutvögel bezeichnet). Weitere Arten brüten im Umfeld und
beziehen Teilflächen des Untersuchungsgebietes in ihre Reviere ein, haben hier aber keinen
Nistplatz (z. B. Amsel). Mit Ausnahme der Kohlmeise (
Parus major
- Baumhöhle in Baum Nr. 28)
brüten alle Brutvögel an G ebäuden. Der Hausrotschwanz (
Phoenicurus ochruros
) hatte ein als
vorjährig beurteiltes Nest in der Umformstation (Bild 6). Ein weiterer Brutplatz lag wahrscheinlich in
einer Nische auf dem Dach des Zwischenbaues. Alle anderen Brutnachweise erfolgten am Block
Lessingstraße 46 (vgl. Anlage 1 , Blatt 2).
Tabelle 2: Vogelarten, die im Untersuchungsgebiet festgestellt wurden (Brutvögel gelb hinterlegt)
Art
Kontrolle
Beobachtung
deutsch
wissenschaftlich
25.5. 27.6. 18.7.
Amsel
Turdus merula
X
Futter tragend am südlichen Zaun hinter
Block Lessingstraße 46
Bachstelze
Motacilla alba
X
Nahrungssuche im Einfahrtsbereich
Blaumeise
Parus caeruleus
X
Nahrungssuche in G ehölzen
Buntspecht
Dendrocopos major
X
X
X
an Westgiebel Block 46, Weibchen
nächtigt in Spechtloch, Männchen
inspiziert mehrere Spechtlöcher
Eichelhäher
Garrulus glandarius
X
X
fliegt in Birke neben Fahrradschuppen
G rauspecht
Picus canus
X
inspiziert Loch am Westgiebel Block 46
Hausrotschwanz
Phoenicurus ochruros
X
X
in der Umgebung singend, Nest in
Umfornstation, Brutverdacht auf
Zwischengebäude
Haussperling
Passer domesticus
X
X
am Block 46 fütternd, Nistplatz ist
Spechtloch
Kohlmeise
Parus major
X
beflogene Höhle in Birke Nr. 28, singend
Mauersegler
Apus apus
X
X
X
mind. 1 2 jagend, Einflug in G ebäude
Lessingstr. 48 außerhalb
Singdrossel
Turdus philomelos
X
singend im G ebüsch
Star
Sturnus vulgaris
(X)
am 3.5. drei besetzte Bruthöhlen am
Block Lessingstr. 46
Wacholderdrossel
Turdus pilaris
X
X
Nahrungssuche auf dem Rasen auf Fst.
2270/1 54
Zilpzalp
Phylloscopus collybita
X
singend im G ehölz südlich Block
Lessingstr. 46, überwiegend außerhalb
Artenschutzgutachten B-Plan „Wohnanlage Freiberger G arten“ in Freiberg
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Volkmar Kuschka, Talstraße 1 0, D-09557 Flöha
Die Nistplätze an diesem Block wurden wohl alle vom Buntspecht (
Dendrocopos major
) hergestellt,
der Löcher bzw. Höhlen in die Außendämmung gehackt hat (Bild 1 - 5). Mindestens eines dieser
Spechtlöcher am Westgiebel wurde auch als Nistplatz von dieser Art genutzt (Bild 3), ein weiteres
als Ruhestätte, indem die Vögel darin nächtigten (Bild 5). Am 1 8.07.201 9 gelang weiterhin eine
Beobachtung des G rauspechtes (
Picus canus
) am G iebel, die darauf hindeutet, dass auch diese
Art Spechthöhlen in der Dämmung als Ruhestätte (vielleicht auch als Fortpflanzungsstätte) nutzt. In
solchen Spechthöhlen befinden sich außerdem drei Nistplätze von Staren (
Sturnus vulgaris
) und
ein Nistplatz des Haussperlings (
Passer domesticus
) (vgl. Anlage 1 , Blatt 2, Bild 3).
4.2 Fledermäuse
Insgesamt wurde mit bioakustischen Methoden die Präsenz von bis zu 1 3 Fledermausarten im
Untersuchungsgebiet dokumentiert. Sichere Nachweise liegen für zehn Arten vor (Tabelle 3).
Tabelle 3: Fledermausarten, die im Untersuchungsgebiet festgestellt wurden (
unsicher bestimmte Arten)
Artenschutzgutachten B-Plan „Wohnanlage Freiberger G arten“ in Freiberg
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Art
Anmerkung
deutsch
wissenschaftlich
Nordfledermaus
Eptesicus nilssonii
B1
1
Breitflügelfledermaus
Eptesicus serotinus
B1, B2
8
vorwiegend auf mittlerer Wiese jagend
Bechsteinfledermaus
Myotis bechsteinii
B2
1
Großes Mausohr
Myotis myotis
B2
2
vorüber fliegend
Kleine Bartfledermaus
Myotis mystacinus
B2
1
Fransenfledermaus
Myotis nattereri
B1, B2
3 (4)
Kleiner Abendsegler
Nyctalus leisleri
B3
1
Großer Abendsegler
Nyctalus noctula
8
Rauhautfledermaus
Pipistrellus nathusii
10
Zwergfledermaus
Pipistrellus pipistrellus
Mückenfledermaus
Pipistrellus pygmaeus
B1, B2
8
Braunes Langohr
Plecotus auritus
B1, B2
4
Zweifarbfledermaus
Vespertilio murinus
B3
1
Standort(
e)
Aufnahmen/
Überflüge
nicht sicher von Breitflügelfledermaus
zu unterscheiden
Verwechslung mit Fransenfledermaus
möglich, Vorkommen dieser Art ist
unwahrscheinlich
am Standort B2 evtl. mit Bechstein-
fledermaus verwechselt
bioakustische Unterscheidung vom
B1, B2,
Großen Abendsegler schwierig
B3
B1, B2,
B3
D1, B1,
B2, B3
916 aufge-
zeichnet
Ausflug aus Haus Lessingstr. 44 (Da-
chkante) gesichert, Ausflug aus Um-
formstation möglich
Ausflug aus Haus Lessingstr. 44 mög-
lich
bioakustisch nicht vom selteneren
Grauen Langohr zu unterscheiden
unsicher bestimmte Art
(Abendsegler?)

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Volkmar Kuschka, Talstraße 1 0, D-09557 Flöha
Als unsicher bestimmt sind insbesondere solche Arten anzusehen, deren Rufe nicht eindeutig von
ähnlich rufenden Arten unterschieden werden oder die leicht mit solchen Arten verwechselt werden
können. Dies betrifft das Artenpaar Breitflügel- / Nordfledermaus (
Eptsicus serotinus / nilssonii
), die
Langohren (
Plecotus auritus / austriacus
) und das Artenpaar G roßer Abendsegler / Kleinabend-
segler (
Nyctalus noctula / leisleri
). Die häufigeren Arten Breitflügelfledermaus, Braunes Langohr
und G roßer Abendsegler sind sicher nachgewiesen (erstere Art auch optisch). Die Nordfledermaus
kommt in Freiberg vor und nutzt G ebäudequartiere. Es ist daher nicht auszuschließen, dass die
Bestimmung der Rufe bei dieser Art korrekt war. Der Kleinabendsegler ist hingegen eine Waldart,
die eher im wärmebegünstigen Tief- und Hügelland in Sachsen vorkommt (HAUER et al. 2009). Ein
Vorkommen dieser Art im Untersuchungsgebiet ist daher unwahrscheinlich. Zumindest ist dies
keine Art, die regelmäßig mit einer Quartiernutzung von G ebäuden im G ebiet in Verbindung zu
bringen ist. Die Bechsteinfledermaus (
Myotis bechsteinii
) ist eine seltene Art, die vorwiegend in
älteren, strukturreichen und großflächigen Waldgebieten vorkommt (HAUER et al. 2009). Ihre Rufe
können mit denen der häufigeren und auch G ebäude als Quartier nutzenden Fransenfledermaus
(
Myotis nattereri
) verwechselt werden, die ebenfalls hier nachgewiesen wurde. In diesem Kontext
muss die, als Bechsteinfledermaus bestimmte, Rufaufzeichnung wohl eher der Fransenfledermaus
zugeordnet werden. Westlich der ehemaligen Postverteilerstation wurde ein Ruf aufgezeichnet, der
sowohl Merkmale eines Rufs des G roßen Abendseglers als auch der Zweifarbfledermaus
(
Vespertilio murinus
) hat. Letztere Art nutzt Spalten an G ebäuden als Ruhestätte und kommt in
Freiberg vor. Eine Zuordnung dieses Rufs zur Zweifarbfledermaus ist insofern nicht abwegig. Die
genaue Artbestimmung hat hier allerdings nur akademische Relevanz, da dieser Ruf nicht auf einen
Ausflug aus einem Quartier zu beziehen ist, sondern eher als Vorüberflug zu interpretierten ist.
Von den sicher nachgewiesenen Arten nutzen Breitflügelfledermaus, G roßes Mausohr, Kleine
Bartfledermaus, Zwergfledermaus und Mückenfledermaus regelmäßig G ebäude bzw. Bauwerke als
Quartiere. Eine fakultative Quartiernutzung von G ebäuden ist weiterhin vom G roßen Abendsegler,
der Fransenfledermaus, der Wasserfledermaus, der Rauhautfledermaus und dem Braunen Langohr
bekannt (HAUER ET AL. 2009 & RICHARZ 201 2). Eine direkte Ausflugbeobachtung gelang für die
Zwergfledermaus (
Pipistrellus pipistrellus
), die aus einem Spaltenquartier unter der Dachkante des
Westgiebels vom Block Lessingstraße 46 am 25.05. und 27.06. ausfliegend beobachtet wurde.
Zahlreiche Rufaufzeichnungen im Umfeld (auch am Standort B2) gehen wohl auf dieses Individuum
zurück, da es über längere Zeit nach dem Ausflug um den Block herum (bevorzugt im Bereich von
G ehölzbeständen und im Schein der Beleuchtung an der Zufahrt) und auch um die Umformstation
jagte. Weiterhin wurde am 1 8.07. gegen 21 :20 Uhr beobachtet, dass aus einem Fassadenbereich
der Umformstation zwei kleine Fledermäuse ausflogen (wohl Zwergfledermäuse, ggf. war ein
Individuum eine Rauhautfledermaus, die zeitgleich hier mit Rufen aufgezeichnet wurde). Der
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Ausflugbereich konnte allerdings in der Dunkelheit nicht so genau lokalisiert werden. In der
Folgezeit wurden mehrfach Ein- und Ausflüge dieser kleinen Fledermäuse in dieses G ebäude von
der offenen Flanke her beobachtet. Es ist nicht ausgeschlossen, dass einzelne Individuen auch im
Inneren dieses G ebäudes Hohlräume (z. B. hinter Unterhangdecken) als Quartiere nutzen.
Die zeitliche Verteilung der Rufaufzeichnungen ermöglicht auch Rückschlüsse auf das Verhalten
der nachgewiesenen Fledermäuse. Bei Quartieren mit kopfstarken Fledermausgemeinschaften
(Wochenstuben, Männchenquartiere) ist eine zeitlich auf die arttypische Ausflugzeit konzentrierte
Aufzeichnung vieler Rufe in einem Bereich zu erwarten. So etwas wurde nicht festgestellt (vgl.
Anlage 2). Besonders viele Rufaufzeichnungen gelangen vor allem von der Zwergfledermaus und
besonders am Batlogger-Standort B2 (Böschung westlich der Umformstation). Wie auch durch
direkte Beobachtungen am 1 8.07.201 9 nachgewiesen wurde, sind diese Aufzeichnungen auf
Individuen (hier mindestens zwei Individuen gleichzeitig) zurückzuführen, die eine westlich
angrenzende Rasenfläche und die G ehölzsäume als Jagdhabitat nutzen. Ähnlich sind die
besonders
am 27.06.201 9 am westlichen Saum
neben der Postverteilerstation erfolgten
Aufzeichnungen zu interpretieren, die wohl von Individuen verursacht wurden, die auf der
angrenzenden Rasenfläche jagten. Jagdverhalten konnte auch bei einer Breitflügelfledermaus am
1 8.07.201 9 auf der Rasenfläche westlich der Umformstation beobachtet werden. Es gibt bezüglich
dieser relativ früh aus ihrem Quartier ausfliegenden Art keine Hinweise darauf, dass sie Quartiere in
den G ebäuden im Untersuchungsgebiet nutzt. Die Aufzeichnungen der Rufe des Abendseglers sind
zeitlich weit gestaffelt und betreffen in der Regel nur eine Rufreihe (einen Überflug). Sie sind auf
vermutlich
unweit
aber
außerhalb
des
Untersuchungsgebietes
ansässige
Individuen
zurückzuführen. Auch die beiden Überflüge des G roßen Mausohrs am 1 8.07.201 9 (Batlogger-
Standort B2) stehen nicht mit Quartieren im Untersuchungsgebiet im Zusammenhang. Dagegen ist
ein Ausflug aus der Umformstation für die am 1 8.07.201 9 aufgezeichneten Arten Braunes Langohr
(
Plecotus auritus
) und Kleine Bartfledermaus (
Myotis mystacinus
) möglich. Bei den anderen,
zumindest fakultativ G ebäude bewohnenden, Arten (Fransen-, Wasser-., Mückenfledermaus) kann
eine
Quartiernutzung
im
Untersuchungsgebiet
nach
den
vorliegenden
Ergebnissen
nicht
ausgeschlossen werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass nur der Block Lessingstraße 46
und die Umformstation Fledermausquartiere beherbergen, die übrigen G ebäude jedoch nicht.
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5. Vorhaben und mögliche Auswirkungen auf geschützte Arten
Die Wohnungsgenossenschaft Freiberg eG ist Eigentümer der in Kapitel 3 aufgeführten
G rundstücke zwischen
Lessing-, Johanna-Römer und Friedeburger Straße und möchte darauf
mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser errichten. Ziel ist es, am Standort bezahlbare Wohnungen
für Familien und barrierefreie Kleinwohnungen in einem ausgewogenen Mix aus 2-, 3- und 4-
Raumwohnungen in jeweils unterschiedlichen G rößen anzubieten. Erschlossen werden die
G rundstücke durch einen neuen privaten Wohnweg in Verlängerung der Johanna-Römer- Straße,
der die komplette Medienerschließung aufnimmt. An diesem Wohnweg wird die neue Bebauung
aus vier gereihten und gestaffelten 4- bis 5-geschossigen Terrassenhäusern geplant. Durchgänge
über zweieinhalb G eschosse verbinden den Wohnweg mit dem Freiberger G arten. Auf der Süd-und
Nordseite werden Freiflächen für eine G artengestaltung freigehalten. Auf dem Flurstück 2270/38
(derzeit Parkplatz) soll ein siebengeschossiger Wohnturm (ggf. als 2. Bauabschnitt) errichtet
werden. Die Stellplätze für die neu entstehenden Wohnungen befinden sich in dem bestehenden
Parkdeck an der Johanna-Römer-Straße. Zusätzlich werden an der Lessingstraße und an der
Johanna-Römer Straße jeweils Besucher- und Kurzzeitparkplätze angeboten. Das G rundstück wird
mit Erschließung nur zu 38% überbaut.
Zur höhen- und lagemäßigen Neuordnung des G rundstücks ist es erforderlich, vorhandene
bauliche Strukturen abzubrechen sowie Vegetationsstrukturen (30 Bäume und Sträucher) zu roden.
Ein Teil der vorhandenen Bäume (36 Bäume) soll jedoch in die geplanten Freianlagen integriert
werden und zum angestrebten grünen Bild der Freiberger G ärten beitragen (Plan drei
Landschaftsarchitektur G mbH 201 8). Als Ergänzung der Bestandsbäume sollen weitere lose
gestreute Neupflanzungen raumbildender Bäume erfolgen. "An den südlich gelegenen Terrassen
ist eine Stauden- und G räsermischpflanzung angelagert. Der Zugang zu den halböffentlichen
G rünflächen erfolgt hier über Trittplatten in den Pflanzflächen. Die Pflanzung soll den erforderlichen
Abstand/Sichtschutz zur G emeinschaftsfläche des Hauses schaffen. Diese Pflanzungen finden sich
auch als Rahmen in den, den Eingängen angrenzenden Nebenflächen wieder. Als räumliche
Trennung hausnaher privater Bereiche sowie zur Untergliederung der G emeinschaftsflächen sollen
Heckenpflanzungen
in
Nord-Süd-Richtung
fungieren."
Böschungen
werden
mit
Stauden-
mischpflanzungen und einzeln eingestreuten Solitärgehölzen begrünt. "Im Anschluss zu den
Nachbargrundstücken
im
Süden
sowie
an
die
öffentlichen
Bereiche
werden
flächige
G ehölzpflanzungen
in
den
Böschungen
vorgesehen.
Einzelflächen
sind
zudem
mit
Frühjahrsblühern bestückt um im Frühjahr einen ersten Blühaspekt zu erzeugen. Die Rasenflächen
auf dem G rundstück werden mit G ebrauchsrasen angesät." (Plan drei Landschaftsarchitektur
G mbH 201 9).
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Der Bau soll laut Bauablaufplan in folgenden Abschnitten ausgeführt werden:
1 . Baumfällungen 02. - 20.1 2.201 9;
2. G ebäudeabriss 03.02. - 30.04.2020;
3. Bauausführung Tiefbau, Erschließung 04.05. - 30.1 0.2020;
4. Bauausführung G ebäude, Hülle und Ausbau ab 02.1 1 .2020;
5. G estaltung Freianlagen nachfolgend.
Bezüglich der im G ebiet vorkommenden geschützten Arten hat dieses Vorhaben insbesondere die
folgenden Auswirkungen:
1 . Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten (Nistplätzen, Fledermaus-Quartieren)
durch Abbruch von G ebäuden (insbesondere dem Block Lessingstraße 46 und der
Umformstation);
2. Tötung oder Verletzung von Fledermäusen und von Vögeln während der Brut und Aufzucht,
falls der Abbruch der G ebäude Lessingstraße 46 und Umformstation während ihrer
Anwesenheit geschieht;
3. Zerstörung eines Nistplatzes durch Fällung der Birke mit einer Baumhöhle (Baum Nr. 28);
4. Beschädigung von Brutrevieren und von Nahrungshabitaten von Fledermäusen durch
Entfernung von G ehölzen und durch Überbauung, Versiegelung sowie Nutzungsänderung
von Rasenflächen.
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6. Schlussfolgerungen und Hinweise
6.1. Naturschutzrechtliche Bewertung
Die beschriebenen Auswirkungen des Vorhabens verletzen teilweise die Zugriffsverbote des § 44,
Abs. 1 BNatSchG . Es ist verboten:
"
1. wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu
verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu
beschädigen oder zu zerstören".
Dieses Tötungsverbot kann vor allem durch Entkernungs- und Abbrucharbeiten verletzt werden, die
Fledermäuse (insbesondere Zwergfledermaus) in ihrem Quartier während der sommerlichen
Anwesenheit (März - November) treffen. Sollten Nistplätze in diesen G ebäuden ab März 2020
wieder besetzt sein und dann abgebrochen werden, dann kann dieses Verbot auch bezüglich
Vögeln verletzt werden.
3. Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten
aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören".
Durch den Abbruch des Blocks Lessingstraße 46 und der Umformstation werden unvermeidbar
Fortpflanzungsstätten von Buntspecht, Haussperling, Hausrotschwanz und Star sowie Ruhestätten
von Fledermäusen (Zwergfledermaus, ggf. weiterer Arten; insbesondere Spaltenquartiere im und
am G ebäude) von Buntspecht und ggf. weiterer Vogelarten zerstört. Weiterhin zerstört die Fällung
der Birke Nr. 28 in Form der Baumhöhle eine Fortpflanzungsstätte der Kohlmeise. Die
Beschädigung von Brutrevieren (als Teil der Fortpflanzungsstätten von Vögeln, deren Nester
außerhalb liegen) oder von Nahrungshabitaten der Fledermäuse haben keine artenschutzrechtliche
Relevanz, da ein Teil des G ehölzbestandes im Plangebiet erhalten bleibt und nach Fertigstellung
der Außenanlagen durch G ärten und Neupflanzungen eine entsprechende Habitateignung wieder
hergestellt wird. Da nur häufige Brutvogelarten davon betroffen sind und die Nahrungshabitate nicht
essentiell für die lokalen Populationen sind, bleibt der günstige Erhaltungszustand gewahrt.
Unabhängig von möglichen Kompensationsmaßnahmen, sind vermeidbare Verletzungen dieser
Verbote grundsätzlich zu vermeiden. Das Vorhaben ist selbst unvermeidbar, weil die Vorhabens-
ziele nicht auf anderem Wege als dem Abbruch der G ebäude erreicht werden können. Deshalb
können die Verletzungen artenschutzrechtlicher Verbote nur zum Teil vermieden werden. Mögliche
Verletzungen des Tötungsverbotes nach § 44, Abs. 1 , Nr. 1 BNatSchG durch Abbrucharbeiten im
Bereich von Fledermaus-Quartieren oder Nistplätzen können vermieden werden, indem diese
Arbeiten hier während der winterlichen Abwesenheit der Tiere ausgeführt werden und indem ggf.
das Risiko der Tötung oder Verletzung durch eine ökologische Baubegleitung vermindert wird, die
bei schonender Öffnung der möglichen Quartiere bzw. Prüfung potentieller Nistplätze vor dem
Abbruch sicher stellt, dass sich hier keine Fledermäuse oder Vögel aufhalten (vgl. Abschnitt 6.3).
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Eine weitere Möglichkeit der Vermeidung von Verbotsverletzungen ergibt sich aus dem § 44, Abs.5
BNatSchG :
"Für nach § 15 zulässige Eingriffe in Natur und Landschaft sowie für Vorhaben im Sinne des § 18
Absatz 2 Satz 1,
die nach den Vorschriften des Baugesetzbuches zulässig sind
, gelten die
Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote nach Maßgabe der Sätze 2 bis 5. Sind in Anhang IV
Buchstabe a der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführte Tierarten, europäische Vogelarten oder solche
Arten betroffen, die in einer Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 1 Nummer 2 aufgeführt sind,
liegt ein Verstoß gegen das
Verbot des Absatzes 1 Nummer 3
und im Hinblick auf damit
verbundene unvermeidbare Beeinträchtigungen wild lebender Tiere auch gegen das Verbot des
Absatzes 1 Nummer 1
nicht vor,
soweit die ökologische Funktion der von dem Eingriff oder
Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang
weiterhin erfüllt wird.
Soweit erforderlich, können auch
vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen
festgesetzt werden."..."Sind andere besonders geschützte Arten betroffen, liegt bei Handlungen
zur Durchführung eines Eingriffs oder Vorhabens kein Verstoß gegen die Zugriffs-, Besitz- und
Vermarktungsverbote vor."
(für das Vorhaben besonders relevante Passagen im Text fett).
Die Zulässigkeit des Bauvorhabens wird mit der Baugenehmigung durch die Stadt Freiberg erreicht.
Mögliche Verletzungen artenschutzrechtlicher Zugriffsverbote, die durch die genehmigten Bau-
bzw. Abrissarbeiten verursacht werden, können somit auf der G rundlage des § 44, Abs. 5
BNatSchG vermieden werden. Alle betroffenen Fledermausarten sind in Anhang IV Buchstabe a
der Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richtlinie) aufgeführt und die betroffenen Vogelarten
sind
europäische (also einheimische) Vogelarten. Nachfolgend ist naturschutzfachlich zu bewerten,
unter welchen Maßgaben die ökologische Funktion der von dem Vorhaben betroffenen
Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt wird. Die
Möglichkeit, dies durch vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen sicherzustellen, wird in Abschnitt 6.3
erörtert.
Unvermeidbar ist, unter Berücksichtigung vorgezogener Ausgleichsmaßnahmen, nur die Verletzung
des Verbotes Nr. 3 bezüglich des Buntspechtes. Die am Bürohaus vorhandenen Fortpflanzungs-
und Ruhestätten dieser Art können nicht kompensiert werden. Deshalb ist eine Befreiung von
diesem Verbot nach § 67, Abs. 2 BNatSchG einzuholen. Diese Befreiung kann auf Antrag im
Einzelfall erteilt werden, weil die Anwendung der Verbote für den Bauherren unzumutbar ist, da die
Erhaltung der betroffenen Fortpflanzungs- und Ruhestätten letztlich nur durch eine Erhaltung des
abzubrechenden G ebäudes möglich ist. Dies würde jedoch das Vorhaben selbst undurchführbar
machen.
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6.2. Naturschutzfachliche Bewertung
Der Abbruch des Blockes Lessingstraße 46 ist mit der Beseitigung von ca. 1 5 Spechthöhlen bzw. -
löchern in seiner Fassde verbunden. Dies führt zur Zerstörung von einer Fortpflanzungs- und Ruhe-
stätte des Buntspechts, einer Fortpflanzungsstätte des Haussperlings und von drei Fortpflanzungs-
stätten des Stars. Durch den Abbruch des Zwischenbaues zwischen den Blöcken Lessingstraße 44
und 46 und der Umformstation verliert der Hausrotschwanz (
Phoenicurus ochruros
) insgesamt zwei
Nistplätze. Die von Nistplatzverlust betroffenen Vogelaten sind allgemein verbreitet und häufig. Ihre
Populationen sind in Sachsen in einem günstigen Erhaltungszustand (LFULG 201 7a). Eine G efähr-
dung dieser Arten ist nicht zu erkennen (STEFFENS ET AL. 201 3). Haussperling, Hausrotschwanz und
Star nehmen geeignete neue Nistplätze sehr rasch und mit guter Erfolgsprognose an. Die ökologi-
sche Funktion der Fortpflanzungsstätte wäre für diese Arten dann ohne zeitliche Unterbrechung
aufrecht erhalten, wenn ein Ersatznistplatz bis zum Beginn der nächsten Brutsaison, Mitte März
2020 (BAUER et al. 201 2) zur Verfügung steht. Im Rahmen des geplanten Bauablaufes ist es nicht
möglich, diese Ersatznistplätze an neu zu errichtenden G ebäuden anzubringen, da diese frühes-
tens Anfang 2021 verfügbar sind. Für den ununterbrochenen Ersatz kommen deshalb nur Be-
standsgebäude in Betracht (vorgeschlagen wird der Block Johanna-Römer-Straße 2 - 1 0). Für den
Star kann Ersatz durch die Aufhängung von Nistkästen an zu erhaltenden Starkbäumen geschaffen
werden.
Die Schaffung von Ersatz für die verloren gehenden Fortpflanzungs- und Ruhestätten des Bunt-
spechts ist hingegen nicht möglich, da diese Art künstliche Bruthöhlen nur in Ausnahmefällen an-
nimmt. Für mindestens zwei durch den Abriss des Blocks Lessingstraße 46 verloren gehende
Spechthöhlen ist eine Befreiung von dem Verbot Nr. 3 des § 44, Abs. 1 BNatSchG zu beantragen.
Alle heimischen Fledermausarten stehen unter strengem Schutz. Die im Plangebiet vorkommenden
und von dem Vorhaben betroffenen Arten sind in unterschiedlichem Maße in ihrem Bestand
gefährdet. Über die G röße der lokalen Populationen liegen keine Daten vor. Die Zwergfledermaus
(
Pipistrellus pipistrellus
) ist die zweithäufigste Art in Sachsen. Der Erhaltungszustand ihrer
sächsischen Population gilt als günstig und sie ist nur auf der Vorwarnliste zur Roten Liste
aufgeführt (LfULG 201 7b). Ein Ersatz geeigneter Spaltenquartiere (mind. 2 Quartiere) ist daher
erforderlich. Dieser kann auch der nahe verwandten Mückenfledermaus (
Pipistrellus pygmaeus
)
zugute kommen, die potentiell Ruhestätten verlieren kann. Die ersatzweise Schaffung von
Spaltenquartieren ist ebenso geeignet, den Verlust von Ruhestätten weiterer potentiell vom Verlust
ihrer Spaltenquartiere betroffenen Arten (Fransen-, Wasser-., Kleine Bartfledermaus, Braunes
Langohr) zu kompensieren.
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6.3. Maßnahmevorschläge
Primär sind Maßnahmen zu prüfen, die zur Vermeidung der Verletzungen von Zugriffsverboten des
§ 44, Abs. 1 BNatSchG führen.
1 . Die Tötung oder Verletzung von Fledermäusen oder Vögeln kann vermieden werden, indem
Eingriffe in die identifizierten oder möglichen Quartiere am Block Lessingstraße 46 (Dachbereich)
und der Umformstation erst ab Mitte / Ende November erfolgen und bis März abgeschlossen
werden oder indem nachweislich unbesetzte Nistplätze vor der Brutzeit so verschlossen werden,
dass keine Vögel eindringen können.
2. Abbrucharbeiten in den genannten Bereichen mit möglichen Fledermausquartieren während der
Zeit von März - November sollen unter ökologischer Baubegleitung erfolgen, um evtl. hier ruhende
Fledermäuse oder Vögel und deren G elege oder Brut bergen zu können. Potentielle Quartiere sind
unter Hinzuziehung von fledermauskundigem Fachpersonal vorsichtig zu öffnen. Mögliche
Nistplätze sind während der Brutzeit zu untersuchen (ggf. unter Einsatz einer Endoskop-Kamera),
um G elege, Jungtiere oder brütende Altvögel feststellen zu können. Der Abbruch darf erst nach
Feststellung der Unbedenklichkeit, d. h. dass sich in dem Bereich keine Fledermäuse oder Vögel
aufhalten, erfolgen.
3. Vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen im Sinne des § 44, Abs. 5 BNatSchG dienen ebenfalls der
Vermeidung von Verbotsverletzungen, indem Fortpflanzungs- und Ruhestätten vor der nächsten
Brutsaison bzw. der nächsten Quartiernutzung in räumlicher Nähe ersetzt werden, so dass deren
ökologische Funktion ohne zeitliche Unterbrechung erhalten bleibt. Diese Möglichkeit besteht für
die am G ebäude verloren gehenden Nistplätze von Hausrotschwanz (2), Haussperling (1 ) und Star
(3) sowie für hier zu beseitigende Fledermaus-Spaltenquartiere (etwa 2 Quartiere). Eine zeitliche
Unterbrechung kann dann vermieden werden, wenn dieser Ersatz an vorhandenen G ebäuden
(vorgeschlagen wird der Block Johanna-Römer-Straße 2 - 1 0) angebracht werden kann. Für den
Hausrotschwanz sowie den Haussperling können z. B. durch Halbhöhlen von Schwegler® oder
durch Nischenbrüterkästen von Strobel Ersatznistplätze geschaffen werden. Der Ersatz der
Quartiere für Spaltenbewohner, wie die Zwergfledermaus u.a., kann am einfachsten durch die
Anbringung von Fledermausbrettern (ca. 50 cm breit und 1 m lang) erfolgen, die mit einem Abstand
von 1 ,5 - 2,5 cm wie ein Fassadenelement vor die Außenwand gehängt werden (RICHARZ & HORMANN
2008). Alternativ können auch handelsübliche Flachkästen (z. B. Schwegler Fassaden-Flachkästen
2 FTH) an der Fassade angebracht oder in die Fassade eingebaut werden. Eine Kompensation der
Quartiere für ein breiteres Artenspektrum ist beispielsweise durch das Fledermaus-Universal-
Sommerquartier 1 FTH von Schwegler® oder den Fledermaus-Einbaustein von Strobel möglich. Die
drei verloren gehenden Nistplätze des Stars können adäquat durch die Aufhängung von drei
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Staren-Nistkästen (z. B. Starenhöhle 3S von Schwegler®) an zu erhaltenden Starkbäumen auf dem
G rundstück oder auf Nachbargrundstücken im Eigentum des Auftraggebers kompensiert werden.
Für die durch Baumfällung verloren gehende Nisthöhle des Kohlmeise ist in gleicher Weise Ersatz
durch einen geeigneten Nistkasten möglich (z. B. Nisthöhle 2M mit 32 mm Flugloch von
Schwegler®).
Für die verloren gehenden Fortpflanzungs- und Ruhestätten des Buntspechtes kann indes kein
künstlicher Ersatz geschaffen werden. Dieser Art ist nur durch die Erhaltung alter Bäume (auch mit
Totholz) gedient, die allerdings im Siedlungsraum aus G ründen der G ewährleistung der
Verkehrssicherheit schwer umsetzbar ist.
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7. Zusammenfassung
Die Wohnungsgenossenschaft Freiberg eG beabsichtigt, im Plangebiet des vorhabensbezogenen
Bebauungsplanes V028 „Wohnanlage Freiberger G arten“ Lessingstraße / Johanna-Römer-Straße
den Bau von mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern. Diese G rundstücke sind teilweise bebaut.
Mit Ausnahme des Wohnblocks Lessingstraße 44 sollen alle G ebäude abgerissen wurden, um
Platz für den Neubau zu schaffen. Die unbebauten G rundstücke sind bisher Rasen, teils mit
G ehölzgruppen, Einzelbäumen und Sträuchern bewachsen, oder Parkplatz. Die zuständige Untere
Naturschutzbehörde im Landratsamt Mittelsachsen wies den Auftraggeber darauf hin, dass dieses
Vorhaben Artenschutzbelange, insbesondere die Zugriffsverbote des § 44, Abs. 1 BNatSchG ,
berühren kann und deshalb zur Erteilung der Baugenehmigung ein Artenschutzgutachten
vorzulegen ist.
Im Ergebnis der Bestandsaufnahme wurde festgestellt, dass fünf Arten Brutvögel im Plangebiet
sind. Buntspecht, Haussperling und Star nutzen vor allem Spechtlöcher an der Fassade des
Büroblockes Lessingstraße 46 als Nistplätze, erstere Art weiterhin als Ruhestätte. Im Dachbereich
des Zwischenbaues zwischen den Blocks Lessingstraße 44 und 46 und in der früheren
Umformstation liegen Nistplätze des Hausrotschwanzes. Die Kohlmeise brütete in der Baumhöhle
einer Birke. Weitere 9 Vogelarten kommen im Umfeld vor und nutzen das Plangebiet teils als
Nahrungshabitat oder als Teilfläche ihres Brutreviers. Vor allem mit bioakustischen Methoden
wurden bis zu 1 3 Arten Fledermäuse im Plangebiet nachgewiesen, davon zehn Arten sicher. Von
diesen Arten nutzen fünf regelmäßig und weitere fünf Arten fakultativ auch G ebäude als
Ruhestätte. Durch Ausflugbeobachtung wurde festgestellt, dass die Zwergfledermaus ein Quartier
unter
der
Dachkante
vom
Block
Lessingstraße
46
nutzt.
Weiterhin
wurden
Ausflüge
(Zwergfledermaus, ggf. weitere Arten) aus der Umformstation beobachtet. Insgesamt sechs der
festgestellten Fledermausarten können die genannten G ebäude auch als Quartier (zumindest als
Einzeltier) nutzen. Die übrigen Arten wurden hier nur vorüber fliegend oder bei der Jagd registriert.
Das Vorhaben kann insbesondere durch den Abbruch der G ebäude und teils durch Baumfällung
Fortpflanzungs- und Ruhestätten von Vögeln und Fledermäusen zerstören und im Falle der
Durchführung der Abbrucharbeiten während deren Anwesenheit auch Tiere töten oder verletzen.
Diese verbotenen Auswirkungen sind durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden. Die Zerstörung
von Fortpflanzungs- und Ruhestätten kann auch durch die Schaffung von Ersatz vor der nächsten
Brut- bzw. Aktivitätsperiode von Hausrotschwanz, Haussperling, Star, Kohlmeise und der
Fledermäuse vermieden werden. Für den Buntspecht ist dies nicht möglich. Deshalb ist ein Antrag
auf Befreiung vom Verbot der Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten des Buntspechtes
gemäß § 67, Abs. 2 BNatSchG zu stellen.
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8. Quellen
8.1 Planunterlagen
Plan drei Landschaftsarchitektur G mbH (201 8): Baumfällplan. Stand: 23.07.201 8.
Plan drei Landschaftsarchitektur G mbH (201 9): Planung und Realisierung der Wohnanlage an der
Friedeburger Straße in Freiberg “Freiberger G ärten“. Vorplanung/ Leistungsphase 2 -
Vorentwurfserläuterung Freianlagen. Stand: 08.01 .201 9.
Schettler Architekten (201 9): Bauablaufplan vom 1 2.07.201 9.
Stadt Freiberg, Stadtverwaltung, Referat Stadtentwicklung (201 9): Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. V
028 gemäß § 1 3a BauG B „Wohnanlage Freiberger G arten“ Lessingstraße / Johanna-Römer-Straße.
Vorplanung mit Erläuterungsbericht, Stand Februar 201 9.
8.2 Literatur
BAUER, H-G ., BEZZEL, E., FIEDLER, W. (201 2): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Sonderausgabe. AULA-
Verlag Wiebelsheim.
BERNOTAT, D. & DIERSCHKE, V. (201 6): Übergeordnete Kriterien zur Bewertung der Mortalität wildlebender Tiere
im Rahmen von Projekten und Eingriffen – 3. Fassung – Stand 20.09.201 6, 460 Seiten.
BUND/LÄNDERARBEITSG EMEINSCHAFT NATURSCHUTZ, LANDSCHAFTSPFLEG E UND ERHOLUNG (LANA) (2009): Vollzugshinweise
zum Artenschutzrecht. beschlossen in der 93. Sitzung der LANA am 29. Mai 2006 (aktualisierte Fassung,
Stand 1 3.3.2009).
DIETZ, C., VON HELVERSEN, O., NILL, D. (201 6) Handbuch der Fledermäuse Europa und Nordwestafrika. Franckh-
Kosmos Verlags- G mbH & Co. KG Stuttgart.
EUROPÄISCHE KOMMISSION G D UMWELT (2007): Leitfaden zum strengen Schutzsystem für Tierarten von
gemeinschaftlichem Interesse im Rahmen der FFH-Richtlinie 92/43/EWG . endgültige Fassung, Februar
2007.
G ELLERMANN, M. & SCHREIBER, M. (2007): Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen in staatlichen Planungs- und
Zulassungsverfahren. Leitfaden für die Praxis. Schriftenreihe Natur und Recht , Band 7.
G ERDING , G ., RUNKEL, V. (201 6): Akustische Erfassung, Bestimmung und Bewertung von Fledermausaktivität
Edition Octopus Verlag Monsenstein& Vannerdat OHG Münster.
G RÜNEBERG , C.; BAUER, H.-G .; HAUPT, H.; HÜPPOP, O.; RYSLAVY, T. & SÜDBECK, P. (201 5): Rote Liste der Brutvögel
Deutschlands, 5. Fassung, 30. November 201 5. Berichte zum Vogelschutz 52: S. 1 9-67.
HAUER, S.; ANSORG E, H.; ZÖPHEL, U. (2009): Atlas der Säugetiere Sachsens. Herausgegeben vom Sächsischen
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und G eologie Dresden.
LÄNDERARBEITSG EMEINSCHAFT NATURSCHUTZ (LANA) (2009): Hinweise zu zentralen unbestimmten Rechtsbegriffen
des Bundesnaturschutzgesetzes.
LOUIS, H. W. (2009): Die Zugriffsverbote des § 42 Abs. 1 BNatSchG im Zulassungs- und Bauleitplanverfahren –
unter Berücksichtigung der Entscheidungen des BVerwG zur Ortsumgehung Bad Oeyhausen. NuR 31 : 91 -
1 00.
NIETHAMMER, J. & Krapp, F. (2001 ): Handbuch der Säugetiere Europas Band 4 Fledertiere Teil I: Chiroptera I
Wiebelsheim. Aula-Verlag
NIETHAMMER, J. & Krapp, F. (2004): Handbuch der Säugetiere Europas Band 4 Fledertiere Teil II: Chiroptera II
Wiebelsheim. Aula-Verlag
NILL, D. & SIMERS, B. (2000): Fledermäuse- Das Praxisbuch. München. BLV Verlagsgesellschaft mbH.
RICHARZ, K. (201 2): Fledermäuse in ihren Lebensräumen. Erkennen und Bestimmen. Quelle & Meyer Verlag
Wiebelsheim. 1 34 S.
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Volkmar Kuschka, Talstraße 1 0, D-09557 Flöha
RICHARZ, K. & HORMANN, M. (2008): Nisthilfen für Vögel und andere heimische Tiere. Aula-Verlag, Wibelsheim.
SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT, LANDWIRTSCHAFT UND G EOLOG IE - LfULG - (201 4): Bericht nach Artikel 1 7 FFH-
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Artenschutzgutachten B-Plan „Wohnanlage Freiberger G arten“ in Freiberg
23 (23)

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Volkmar Kuschka, Talstraße 10, D-09557 Flöha
Blatt 2: Lage der festgestellten Nistplätze und Batlogger-Standorte
Legende: Standorte der bioakustischen Fledermausüberwachung (Fledermaussymbol): B1 bis B3 - Standorte der Batlogger
D1 - Detektorüberwachung
Nistplätze von Vögeln: Bs - Buntspecht H - Haussperling
Hr - Hausrotschwanz (Nistplatz im Gebäude umrandet) K - Kohlmeise (Baum, grün umrandet)
S - Star
Fledermaus-Quartier:
Fl
- Ausflug einer Zwergfledermaus (unter der Dachkante)
Artenschutzgutachten: B-Plan „Wohnanlage Freiberger Garten“ in Freiberg, Anlage 1

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Volkmar Kuschka, Talstraße 10, D-09557 Flöha
Anlage 2: Ergebnisse der bioakustischen Fledermauserfassung
Tabelle 1: Übersicht zur Rufaktivität an den Erfassungsstandorten
Standort
Datum
Artenzahl
Aufnah-
men/
Überflüge
Rufaktivität/h
D1
Ostgiebel & Südseite des Hauses
Lessingstr. 46
25.05.2019
1
ca. 30
min
k. A.
27.06.2019
1
ca. 47
min
k. A.
B1
Westgiebel des Hauses Lessingstr. 46
27.06.2019
3
35
15,9
18.07.2019
7
117
52
B2
Westböschung an der Umformstation
25.05.2019
5
73
43,7
27.06.2019
1
208
93,8
18.07.2019
8
199
85,9
B3
Westfassade der Postverteilerstation
25.05.2019
2 (4)
20
12,4
27.06.2019
1
200
92,2
18.07.2019
2
113
50,2
Artenschutzgutachten: B-Plan „Wohnanlage Freiberger Garten“ in Freiberg, Anlage 2
1 (7)

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Volkmar Kuschka, Talstraße 10, D-09557 Flöha
Standort D1 (Detektorerfassung):
Datum
Uhrzeit
Artdiagnose
Beobachtung
25.05.2019
21:20 - 21:50
Zwergfledermaus
Ausflug aus Block 46 unterm Dachblech
Westgiebel rechts, danach um den Block
(bevorzugt Südseite Gehölz, Ostgiebel)
27.06.2019
21:53 - 22:40
Zwergfledermaus
Ausflug aus Block 46 unterm Dachblech
wie 25.05., Jagd um den Block vor allem
Südseite
Standort B1 Westgiebel des Hauses Lessingstr. 46:
Datum
Uhrzeit
Artdiagnose
Beobachtung
27.06.2019
21:53 - 22:06
Zwergfledermaus
8 Überflüge (inkl. Ausflug aus Gebäude)
22:18 - 22:42
Zwergfledermaus
22 Überlüge
22:33
Wasserfledermaus
1 Überflug
22:49
Nordfledermaus
1 Überflug
22:56 - 23:03
Zwergfledermaus
3 Überflüge
18.07.2019
21:18 - 22:11
Zwergfledermaus
80 Überflüge
21:52 - 21:53
Breitflügelfledermaus
2 Überflüge
21:53
Großer Abendsegler
1 Überflug
22:02 - 22:04
Fransenfledermaus
2 Überflüge
22:14
Fransenfledermaus
1 Überflug
22:26 - 23:11
Zwergfledermaus
20 Überflüge
22:39
Rauhautfledermaus
1 Überflug
22:41 - 22:56
Mückenfledermaus
5 Überflüge
23:06 - 23:13
Braunes Langohr
3 Überflüge
23:10
Mückenfledermaus
2 Überflüge
Artenschutzgutachten: B-Plan „Wohnanlage Freiberger Garten“ in Freiberg, Anlage 2
2 (7)

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Volkmar Kuschka, Talstraße 10, D-09557 Flöha
markierte Arten
:
Pa
- Braunes Langohr
Pn
- Rauhautfledermaus
Md
- Wasserfledermaus
En
- Nordfledermaus
Es
- Breiflügelfledermaus
blaue Linie: Temperatur (°C, linke Skala)
Säulen: Anzahl Rufe (rechte Skala)
Artenschutzgutachten: B-Plan „Wohnanlage Freiberger Garten“ in Freiberg, Anlage 2
3 (7)

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Volkmar Kuschka, Talstraße 10, D-09557 Flöha
Standort B2 Westböschung an der Umformstation:
Datum
Uhrzeit
Artdiagnose
Beobachtung
25.05.2019
21:17
Großer Abendsegler 1 Überflug
21:20 - 21:52
Zwergfledermaus
67 Überflüge (Jagd)
21:35
Großer Abendsegler 1 Überflug
22:00
Breitflügelfledermaus 1 Überflug
22:02
Rauhautfledermaus 1 Überflug
22:04
Bechsteinfledermaus 1 Überflug
22:09
Zwergfledermaus
1 Überflug
27.06.2019 21:48 - 23:11
Zwergfledermaus
208 Überflüge mit kurzen Unterbrechungen (Jagd)
18.07.2019 21:13 - 22:10
Zwergfledermaus
156 Überflüge (Jagd)
21:20 - 21:21
Großes Mausohr
2 Überflüge
21:21 - 21:22 Breitflügelfledermaus 2 Überflüge
21:21 - 21:26
Rauhautfledermaus 5 Überflüge
21:37
Breitflügelfledermaus 2 Überflüge
21:49
Großer Abendsegler 1 Überflug
22:05
Breitflügelfledermaus 1 Überflug
22:06
Braunes Langohr
1 Überflug (Ausflug aus Gebäude?)
22:19 - 22:42
Zwergfledermaus
18 Überflüge (Jagd)
22:40
Kleine
Bartfledermaus
1 Überflug (Ausflug aus Gebäude?)
22:52
Mückenfledermaus
1 Überflug
22:54 - 23:03
Zwergfledermaus
9 Überflüge (Jagd)
markierte Arten:
Es
- Breitflügelfledermaus
Pn
- Rauhautfledermaus
Mb
- Bechsteinfledermaus
blaue Linie: Temperatur (°C, linke Skala)
Säulen: Anzahl Rufe (rechte Skala)
Artenschutzgutachten: B-Plan „Wohnanlage Freiberger Garten“ in Freiberg, Anlage 2
4 (7)

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Volkmar Kuschka, Talstraße 10, D-09557 Flöha
markierte Arten
:
Pa
- Braunes Langohr
Pn
- Rauhautfledermaus
Mm
- Großes Mausohr
Mmy
- Kleine Bartfledermaus
blaue Linie: Temperatur (°C, linke Skala)
Säulen: Anzahl Rufe (rechte Skala)
Artenschutzgutachten: B-Plan „Wohnanlage Freiberger Garten“ in Freiberg, Anlage 2
5 (7)

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Volkmar Kuschka, Talstraße 10, D-09557 Flöha
Standort B3 Westfassade der Postverteilerstation:
Datum
Uhrzeit
Artdiagnose
Beobachtung
25.05.2019
21:21 - 21:30
Zwergfledermaus
13 Überflüge (Jagd in der Nähe)
21:32
Großer Abendsegler/
Zweifarbfledermaus
1 Überflug
21:38
Zwergfledermaus
1 Überflug
21:54
Kleinabendsegler
1 Überflug
22:03
Großer Abendsegler
2 Überflüge
27.06.2019
21:55 - 22:57
Zwergfledermaus
186 Überflüge (Jagd)
23:08 - 23:10
Zwergfledermaus
4 Überflüge (Jagd)
18.07.2019
21:20
Zwergfledermaus
3 Überflüge
21:24
Rauhautfledermaus
1 Überflug
21:34 - 22:09
Zwergfledermaus
88 Überflüge (Jagd in der Nähe)
22:18 - 22:57
Zwergfledermaus
24 Überflüge mit Unterbrechungen (Jagd)
Artenschutzgutachten: B-Plan „Wohnanlage Freiberger Garten“ in Freiberg, Anlage 2
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Volkmar Kuschka, Talstraße 10, D-09557 Flöha
blaue Linie: Temperatur (°C, linke Skala)
Säulen: Anzahl Rufe (rechte Skala)
Artenschutzgutachten: B-Plan „Wohnanlage Freiberger Garten“ in Freiberg, Anlage 2
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