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1 | XX. Monat 2016 |
Name des Präsentators
Klimasteuerung für kompakte Pflanzen

2 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Ziele der Klimaführung im Gewächshaus
Kulturdauer!
Pflanzenqualität!
Pflanzengesundheit!
Wirtschaftlichkeit!
Maximales Wachstum
?
Energieeinsparung!

3 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
1. Nachtabsenkung
2. Drop = cool morning
3. (negative) diff
4. warm evening
5. Großer Abstand Heizungs-/Lüftungssollwert
Statische Strategien
...mit festen Sollwerten für Heizen/Lüften sowie Tag/Nacht

4 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Statische Strategien:
Nachtabsenkung
Prinzip:
Nachtabsenkung des Heizungssollwertes
um 2 bis 3 K
normaler Abstand Heizen-Lüften 2 bis 3 K
Beispiel:
Heizen Tag/Nacht
17/14°C
Lüften Tag/Nacht
19/17°C
Vorteile:
energetisch günstig
Nachteile:
stärkeres Längenwachstum
Luftfeuchteanstieg

5 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Statische Strategien:
Nachtabsenkung
0
5
10
15
20
25
00:00
04:00
08:00
12:00
16:00
20:00
00:00
Tageszeit
°C
Sollwert Heizen
Sollwert Lüften
Nacht
Nacht
Tag

6 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Statische Strategien:
drop = cool morning
Prinzip:
drastische Absenkung des Heizungssoll-
wertes am Morgen z. B. auf 8
°C
Beispiel:
Basis Heizen T/N
16/17°C,
Lüften T/N
18/19°C
Heizen ab 1 h vor Sonnenaufgang ↓ 8
°C
für 4 h
Energieschirm öffnen 0:45 h vor Sonnenaufgang
Lüften ab Sonnenaufgang ↓ 10
°C
für 2 h
Vorteile:
energetisch günstig
kompaktes Pflanzenwachstum
Nachteile:
witterungsabhängig
Kulturzeitverlängerung?

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7 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Optimierung Gewächshaussteuerung
Cool morning

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8 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Optimierung Gewächshaussteuerung
Cool morning

9 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Statische Strategien:
(negative) diff
Prinzip:
Nachtsollwert höher als Tagsollwert
Beispiel:
Heizen Tag/Nacht
14/17°C
Lüften Tag/Nacht
17/19°C
Vorteile:
kompaktes Pflanzenwachstum
Nachteile:
energetisch ungünstig
witterungsabhängig

10 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Statische Strategien:
(negative) diff
0
5
10
15
20
25
00:00
04:00
08:00
12:00
16:00
20:00
00:00
Tageszeit
°C
Sollwert Heizen
Sollwert Lüften
Nacht
Nacht
Tag

11 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Statische Strategien:
warm evening
Prinzip:
Erhöhung Lüftungssollwert am späten
Nachmittag zur besseren Speicherung von
Strahlungswärme
Vorteile:
Energieeinsparung 5 %
Nachteile:
Erhöhung Luftfeuchte
stärkeres Streckungswachstum
witterungsabhängig

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12 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Quelle:
https://www.hswt.de/forschung/forschungsprojekte/gartenbau/weihenstephaner-modell.html
Statische Strategien:
cool morning + warm evening = „Weihenstephaner Modell
ohne Absenkung
Heizungssollwert
zum cool morning!

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13 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Quelle:
https://www.hswt.de/forschung/forschungsprojekte/gartenbau/weihenstephaner-modell.html
Statische Strategien:
cool morning + warm evening = „Weihenstephaner Modell

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14 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Quelle:
https://www.hswt.de/forschung/forschungsprojekte/gartenbau/weihenstephaner-modell.html
Statische Strategien:
cool morning + warm evening = „Weihenstephaner Modell

15 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Statische Strategien:
Großer Abstand Heizungs-/Lüftungssollwert
Prinzip:
niedriger Heizungssollwert
großer Abstand Heizen-Lüften 4 bis 8 K
Beispiel:
Heizen Tag/Nacht 14/14
°C
Lüften Tag/Nacht 20/20
°C
Vorteile:
Energieeinsparung
Nachteile: starke Erhöhung Luftfeuchte
starkes Streckungswachstum
hohes Krankheitsrisiko
witterungsabhängig

16 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Dynamische Strategien
1. Außentemperaturkorrektur
2. Temperatursummenstrategien
3. Lichtkorrektur
4. Windkorrektur
5. Wetterprognosegestützte Steuerung
6. Lichtmengenabhängige Nachtkorrektur
7. Intelligrow
... mit veränderlichen, sich anpassenden Sollwerten

17 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Dynamische Strategien:
Außentemperaturkorrektur
Prinzip:
Korrektur des Heizungssollwertes nach der
Außentemperatur oder nach der Abwei-
chung der Außentemperatur vom lang-
jährigen Mittel
Beispiele:
Programmbaustein bei RAM, Zusatzsoftware von
Hempel+Rülcker; „Pillnitz-Box“ von C. Viole
Vorteile:
Energieeinsparung 10-20 %
keine Kulturzeitverlängerung
keine Qualitätseinbußen
Nachteile:
witterungsabhängig

18 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Dynamische Strategien:
Temperatursummenstrategien
Prinzip:
Wärmeintegration durch Korrektur des
Heizungssollwertes nach ein- und mehr-
tägigen Temperatursummen
häufig auch in Kombination mit anderen
Strategien
Vorteile:
Energieeinsparung
Sicherung Kulturdauer
Nachteile:
teilw. Erhöhung Luftfeuchte
Einschränkung Flexibilität

19 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Besser warme Kurzkultur als lange Kaltkultur?
Ventilatoren
Kulturabschnittsbezogene Temperatur
Energieschirmsteuerung
Sonstige „Strategien“

20 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Spekulation mit der Jahreswitterung!
Grundregel:
im Frühjahr
warme Kurzkultur besser als lange Kaltkultur,
da zunehmendes natürliches Energieangebot
im Herbst
kalte Langkultur besser als warme Kurzkultur,
da abnehmendes natürliches Energieangebot
Sonstige Strategien:
warme Kurzkultur oder lange Kaltkultur?

21 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Verschiebung Kulturbeginn Frühjahr
0
200
400
600
800
1000
1200
1400
1600
1800
2000
07.02.04
14.02.04
21.02.04
28.02.04
06.03.04
13.03.04
20.03.04
27.03.04
03.04.04
10.04.04
17.04.04
24.04.04
01.05.04
08.05.04
15.05.04
22.05.04
Temperatursumme in °C x d
0
20
40
60
80
100
120
140
Heizenergie in kWH je Netto-m²
Temperatursumme
Heizenergie
Satz KW 9, ca. 75 Tage, ca. 55 KWh/Netto-m
2
= 5 l Öl/Netto-m
2
Satz KW 4 ca. 95 Tage, ca. 110 KW/Netto-m
2
= 11 l Öl/Netto-m
2

22 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Immer für guten Start durch ausreichend Wärme für 7
bis 14 Tage nach dem Topfen sorgen!
In Hauptwachstumsphase kühl halten!
Verhältnis Lichtangebot – Temperatur berücksichtigen.
Kühl und hell fördert die Qualität!
In Blühphase spezifische Ansprüche berücksichtigen!
Zur Lagerung konsequent absenken!
Sonstige Strategien:
Kulturabschnittsbezogene Temperatur

23 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
für undichte Häuser ohne Energieschirm mit einfacher
Regelung:
• Nachtabsenkung
und/oder großer Abstand Heizungs-/Lüftungssollwert
• keine frühen Sätze
• möglichst später Kulturbeginn
• warme Startphase in anderem GWH?
• weniger wärmebedürftige Arten
• Luftfeuchte kontrollieren
• mehr chem. Wachstumsregulierung erforderlich
Empfehlungen Beet- und Balkonpflanzen

24 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
für dichte Häuser mit Energieschirm und einfacher
Regelungstechnik (Analogregler)
• nach warmem Start kühl weiter
• Nachtabsenkung 2 K, Lüften max. 3 K über Heizen
• evtl. cool morning möglich?
• Luftfeuchte kontrollieren
• mehr chem. Wachstumsregulierung erforderlich
• frühe Sätze und wärmebedürftige Arten möglich
• Nachrüsten mit „Pillnitz Box“ von C. Viole
(Außentemperaturkorrektur)
Empfehlungen Beet- und Balkonpflanzen

25 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
für dichte Häuser mit Energieschirm und
Computersteuerung:
• nach warmem Start mäßig warm weiter
• cool morning
• Nachtabsenkung 0 bis 2 K, Lüften max. 3 K über
Heizen
• Kombination mit Außentemperaturkorrektur ideal
• Licht- und Windkorrektur möglich
• frühe Sätze und wärmebedürftige Arten sinnvoll
• bei Belegung mit einem Satz: Temperatursummen-
kontrolle für genaue Terminisierung
Empfehlungen Beet- und Balkonpflanzen

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26 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Nichtchemische Wachstumsregulierung
Alle Wachstumsfaktoren und Bestandteile der Kultursysteme
lassen sich auch für die Wachstumsregulierung nutzen.
• Genotypen, Sortenwahl
• Mikroorganismen
• Mechanisch
• Lichtmenge
• Lichtrichtung
• Lichtqualität
• Tageslänge
• Bewässerung
• Nährstoffe, Düngung
• Topfgröße
• Standweite
• Pflanztermin, Jahreszeit
• Berührungsreize
• Klimasteuerung

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27 | 18. Oktober 2017 |
Stephan Wartenberg
Danke für Ihre Aufmerksamkeit!