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Bauherr
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Staatsminister der Finanzen, Dr. Matthias Haß
Abteilungsleiter Vermögen, Landesbau und
Fachaufsicht Bundesbau, Bernd Engelsberger
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Technischer Geschäftsführer, Prof. Dieter Janosch
Kaufmännischer Geschäftsführer, Oliver Gaber
SIB Niederlassung Leipzig II
Niederlassungsleiterin
Petra Förster
Projektleitung
Ingo Fischer, Annett Koefer, Anita Reise
Technik
Ronny Hilscher, Bianco Neuber, Sebastian Hiß,
Martin Jäger, Mario Betka
Ingenieurbau
Christiane Sachse
Projektbeteiligte
Generalplanung
agn niederberghaus & partner gmbH, Halle
Prüfstatik
Statikbüro Lochas-Forner GmbH, Leipzig
Brandschutz und Fachbauleitung Brandschutz
HHP West Beratende Ingenieure GmbH, Bielefeld
Brandschutzprüfung
Dipl.-Ing. (FH) Marco Schmöller, Thale
Vermessung
Kunze & Schmidt Partnerschaft, Leipzig
Baugrundgutachten
Hubert Beyer Umwelt Consult, Leipzig
Erdbaulabor Leipzig GmbH
Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator
DEKRA Automobil GmbH, Leipzig
Planungskenndaten
Gesamtbaukosten: 25.300.000 Euro
Nutzfläche: 5.819 m²
Verkehrsfläche: 2.564 m²
Funktionsfläche: 846 m²
Bruttogrundfläche: 11.083 m²
Bruttorauminhalt: 46.487 m³
Planungsauftrag EW-Bau: 08/2014
Baubeginn: 11/2015
Baufertigstellung: 06/2018
Feierliche Übergabe: 28.09.2018
Herausgeber
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion
SIB Niederlassung Leipzig II
Gesamtherstellung Gestaltung
MEDIEN PROFIS grafische Produktionen Leipzig
www.medienprofis-leipzig.de
Fotografie
Michael Moser, Leipzig
Coverabbildungen / Abbildungen 4-7
Druck
Fritsch Druck GmbH, Leipzig
Redaktionsschluss
September 2018
Auflage
1500 Exemplare
Bezug
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Niederlassung Leipzig II
Tieckstraße 2
04275 Leipzig
Telefon: + 49 341 2175 0
Telefax: +49 341 2175 222
E-Mail: poststelle-l2@sib.smf.sachsen.de
Verteilungshinweis:
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen
Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen
Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit her-
ausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von de-
ren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von sechs
Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwer-
bung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen.
Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf
Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Par-
teien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben
parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Un-
tersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zur Verwen-
dung bei der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen
Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorlie-
gende Druckschrift nicht so verwendet werden, dass
dies als Parteinahme des Herausgebers zu Gunsten ein-
zelner politischer Gruppen verstanden werden könnte.
Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Ver-
triebsweg, also unabhängig davon, auf welchem Wege
und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem
Empfänger zugegangen ist. Erlaubt ist jedoch den Par-
teien, diese Informationsschrift zur Unterrichtung ihrer
Mitglieder zu verwenden.
Copyright
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt.
Alle Rechte, auch die des Nachdruckes von Auszügen
und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Her-
ausgeber vorbehalten.
Universität Leipzig
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Neubau Bildungswissenschaftliches Zentrum
STAATSBETRIEB IMMOBILIEN-
UND BAUMANAGEMENT
SIB

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Geschichte und Städtebau
Der Neubau des Bildungswissenschaftlichen
Zentrums für die Erziehungswissenschaftliche
Fakultät der Universität Leipzig wurde auf dem
Campus Jahnallee errichtet. Auf dem Areal leh-
ren die Sportwissenschaftliche Fakultät und die
Leipzig Graduate School of Management. Das
neu für die Erziehungswissenschaften sanierte
Gebäude Haus 3 hat die Fakultät bereits 2016
in Bezug genommen.
Das Erscheinungsbild des Campus wird maß-
geblich durch die neoklassizistischen Bauten
der 1950er Jahre geprägt. Basierend auf einem
Wettbewerbsentwurf aus dem Jahr 1951 wur-
den die ersten Gebäude am Elsterflut becken
und an der Jahnallee in den 1950er Jahren
errichtet. Städtebauliches Leitbild war eine
nahezu vollständig geschlossene, vierflügelige
Anlage mit einer Betonung von Achsen und
Symmetrie. Mit dem Neubau konnte eine
städtebauliche Lücke entlang der Marschner-
straße geschlossen werden. Der Entwurf orien-
tiert sich städtebaulich und architektonisch
an den Bestandsbauten der 1950er Jahre.
Mit dem Neubau soll dem Gedanken der Sym-
metrie, der Einheitlichkeit und der Ensemble-
wirkung Rechnung getragen werden. Seine
gestalterischen Vorgaben bezieht das Gebäu-
de aus den kammartigen Strukturen, den In-
nen hofanordnungen und den Höhensprüngen
der Bestandsgebäude am Elsterflutbecken.
Nutzungskonzept
Die Nutzung des Gebäudes besteht im Wesent-
lichen aus einem Bibliotheksbereich im nörd-
lichen Gebäudeteil, den Institutsflächen mit
Büro-, Funktions- und Therapieräumen und der
Forschungskindertagesstätte im südlichen erd-
geschossigen Ring.
Der großzügige Lesebereich der Bibliothek be-
findet sich im Erdgeschoss, Gruppenarbeits-
räume und ein Innenhof laden zum Zurück-
ziehen oder Lernen im Obergeschoss ein. Dem
Foyer schließt sich ein Hörsaal für 350 Perso-
nen an sowie Seminarraumflächen.
Ein Geothermiesondenfeld mit 19 Sonden ver-
sorgt zwei Wärmepumpen. Eine Wärmepumpe
speist die Warmwasserbereitung und Fußbo-
denheizung des Kitabereiches und die zweite,
reversible Wärmepumpe wird zur Heizung oder
Kühlung einzelner Verbraucher eingesetzt.
Kunst am Bau
Zur künstlerischen Gestaltung des Gebäudes
wurde ein beschränkter Einladungswettbe-
werb ausgelobt. Die Jury empfahl dem Aus-
lober, die Wettbewerbsarbeit „Laufbilder“ des
Künstlers Christoph Ruckhäberle aus Leipzig
zu realisieren.
Der Entwurf besteht aus linearen begehba-
ren Bildern, die als Flachreliefe in drei über-
ein anderliegenden Fluren auf den Boden in
Linoleum übertragen wurden. Die Boden-
reliefe mit unterschiedlichen Farbräumen je
Flur
strukturieren die langen Gänge und sol-
len dem Gehen, der Fortbewegung, dem
Erreichenwollen eine weitere Dimension ge-
ben.
Die 500 Qudratmeter große Kunst am Bau
lädt Kinder, Erwachsene, Nutzer sowie Be-
sucher zu physischem Spiel und körperlich-
geistiger Interaktion ein.
Das Ornament wurde in eine Abfolge aus ei-
nem Plattenraster (2 m × 2,35 m) aufgeteilt und
verlegt. Die Linoleumplatten wurden nach
Entwurf aus mit Wasserstrahl geschnittenen
Teilen zusammengesetzt und über ihrer An-
sichtsfläche mit einer abziehbaren Folie für
den Transport verklebt.
Architektur
Das Bildungswissenschaftliche Zentrum be-
steht aus zwei dreigeschossigen riegelförmigen
Baukörpern, welche durch zweigeschossige
Gebäudeteile verbunden werden. Nach Süden
bindet ein eingeschossiger Bereich ringartig
mit einer teilweisen Überbauung an. Das Bau -
werk wird über ein in der Mitte gelegenes
Foyer erschlossen, welches die Haupteingänge
campus- und straßenseitig miteinander ver-
bindet.
Das denkmalgeschützte ehemalige Trafo ge-
bäude wurde erhalten und instandgesetzt. Das
Gebäude hält einen angemessenen Abstand
zum Neubau, erfährt eine Aufwertung und
schafft gemeinsam mit dem Bildungswissen-
schaftlichen Zentrum eine neue Adresse und
Eingangssituation zur Marschnerstraße.
Mit der vorgehängten Sichtbetonfassade wer-
den die neoklassizistischen Bestandsgebäude
interpretiert. Die Lochfassaden folgen einem
strengen Grundmuster. In Anlehnung an die
Höhendifferenzierung der Bestandsfassaden
wurden im Neubau die Fensterhöhen ge-
schossweise unterschiedlich ausgebildet.
Trotz der unterschiedlichen Nutzungen und
Funktionen wurde die Fassadenausbildung
über das gesamte Gebäude gleichartig ge-
plant. In Bereichen, in denen keine Fenster
mög lich oder sinnvoll sind, wurden Blind-
fenster gesetzt.
Der Innenraum wurde farblich zurückhaltend
gestaltet. Das Foyer dient zur Verteilung der
Verkehrsströme und als Informationsquelle. Für
eine Wandseite wurde ein schlichter Sichtbeton
gewählt, die gegenüberliegende Seite besteht
aus einer beschichteten Wandverkleidung in
Holzoptik. Das Gebäude, eine Stahlbetonkon-
struktion, wurde bedingt durch die Baugrund-
verhältnisse auf 265 Bohrpfählen gegründet.
Coverabbildungen:
Innenhof Bibliothek
Ansicht Westseite
Abb. 2:
Kita-Innenhof
Abb. 3:
Lageplan
Abb. 4:
Foyer 1. Obergeschoss
Abb. 5:
Bibliothek-Lesebereich
Abb. 6:
Foyer Erdgeschoss
Abb. 7:
Hörsaal
Abb. 8: Kunst am Bau
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Linoleumboden 2018 © Entwurf Christoph Ruckhäberle, Produktion Michael Grzesiak, Foto Uwe Walter