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Bürgerbeauftragte Frau Karin Bernhardt
Fon 0351-2612-9002 ∙ Fax 0351-2612-1099
E-Mail karin.bernhardt@smul.sachsen.de ∙
http://www.smul.sachsen.de/lfulg
Kurzfassung MaP 213 „Teich- und Waldgebiete um Machern und Brandis“
1.
GEBIETSCHARAKTERISTIK
Das FFH-Gebiet (SCI) „Teich- und Waldgebiete um Machern und Brandis“ liegt im
Landkreis Leipzig zwischen den Orten Wurzen, Brandis und Machern. Das Gebiet hat
eine Fläche von 216,5 ha und besteht aus drei Teilflächen: (1) Nördlicher Tresen
(nordwestlich Machern): Größe 52,5 ha im Gebiet der Gemeinde Machern (Gemarkung
Plagwitz); (2) Zauchwald und Schulholz bei Zeititz: 135,4 ha im Gebiet der Gemeinde
Bennewitz (Gemarkung Zeititz) und (3) Hülsmannteiche zwischen Altenbach und
Neudeuben südlich der Bundesstraße 6: 28,6 ha im Gebiet der Gemeinde Bennewitz
(Gemarkung Deuben). Das SCI befindet sich innerhalb der Gemeinden Machern und
Bennewitz.
Das SCI liegt im Naturraum „Nordsächsisches Platten- und Hügelland“ und ist den
Untereinheiten Leipziger Land (Teilgebiete 1, 2 Nordhälfte und 3) sowie „Grimmaer
Porphyrhügelland“ (Teilgebiet 2 Südhälfte) zuzuordnen. Die gegenwärtige Form der
Landschaft wurde eiszeitlich überformt, dadurch kam es im Raum des SCI zur Ablagerung
glazifluviatiler Sedimente sowie zur Ausbildung von Mulde-Schotterterrassen und durch
Moränenbildung geprägter Landschaftselemente. Wegen ihrer periglaziären Überprägung
in der jüngeren Saale- und Weichselzeit bilden die Endmoränen der Saalezeit nur noch
flache Formen aus. Das Holozän trägt den Charakter einer Warmzeit des Pleistozäns, in
der sich das Inlandeis nach Skandinavien zurückzog und der Mensch als geologischer
Faktor in Erscheinung trat. Die Flüsse schnitten sich in ihre früheren Ablagerungen ein.
Später lagerte die Mulde 2-3 m mächtige Sand- und Kiesschichten ab, auf die Auelehm
mit einer Mächtigkeit von 1-3 m folgte. Dieser Lehm wurde in zahlreichen Gruben bei
Bennewitz abgebaut, wodurch u.a. die Hülsmannteiche (Teilgebiet 3) entstanden. Das
Gebiet weist nur ein geringes Relief auf.
Im SCI 213 befinden sich mehrere Fließ- und zahlreiche Stillgewässer. Unter den Fließ-
gewässern sind der Saubach und der Rote Graben (Teilgebiet 3), der Altenbacher
Saubach und die Kleine Zauche (Teilgebiet 2) sowie der Lübschützer Bach (Teilgebiet 1)
zu nennen. Die Fließgewässer besitzen nur ein geringes Gefälle, so dass sich niedrige
Fließgeschwindigkeiten ergeben. Gleichzeitig sind die Gewässer im Falle einer
Biberbesiedlung konfliktbehaftet, da Biberstauwerke schnell zu Vernässungen
umliegender Flächen führen können. Die meisten Stillgewässer befinden sich im
Teilgebiet 3. Bei den sogenannten Hülsmannteichen handelt es sich um ehemalige
Lehmgruben. Diese werden heute teilweise zur Fischzucht, überwiegend jedoch zur

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Erholung genutzt. Die Wasserspeisung der Lehmgruben erfolgt aus Niederschlägen,
Grund- und Sickerwasser sowie dem Saubach; die meisten dieser Gewässer sind nicht
ablassbar. Einige heutige Stillgewässer im Teilgebiet 2 entstanden aus ehemaligen
Kohlegruben.
Hauptnutzungsart im SCI ist mit etwa 93% Forstwirtschaft. Untergeordnet sind
fischereiliche und private Gewässernutzung sowie Grünlandnutzung. Die Waldflächen
befinden sich überwiegend in Privatbesitz. Die Stillgewässer befinden sich überwiegend in
Privatbesitz, wenige Stillgewässer sind in kommunalem Besitz.
Nach Naturschutzrecht sind im Gebiet folgende Schutzkategorien vorhanden:
- Das SPA 06 „Laubwaldgebiete östlich Leipzig“ überdeckt Teilgebiet 2 des SCI;
- das LSG „Lübschützer Teiche-Tresenwald“, welches das Teilgebiet 1 des SCI
überlagert;
- das LSG „Großsteinberg-Ammelshain“ überlagert das Teilgebiet 2 des SCI;
- 3 Flächennaturdenkmale („Weiher am Schwarzen Weg“, „Kleine Zauche“, „Wiese am
Iristeich“).
2.
ERFASSUNG UND BEWERTUNG
2.1
LEBENSRAUMTYPEN NACH ANHANG I DER FFH-RICHTLINIE
Als Ergebnis der Ersterfassung im Jahr 2009 wurden vier Lebensraumtypen (LRT) mit
einer Gesamtfläche von 104 ha kartiert (vgl. Tabelle 1). Hinzu kommen 8,7 ha
Entwicklungsflächen für die Flachland-Mähwiese (6510) und LRT Sternmieren-Eichen-
Hainbuchenwälder (9160). Der LRT Feuchte Hochstaudenfluren (6430), der im
Standarddatenbogen angegeben ist, konnte nicht nachgewiesen werden.
Tabelle 1: Lebensraumtypen im SCI 213.
Lebensraumtyp (LRT)
Anzahl der
Einzelflächen
Fläche
[ha]
Flächenanteil
am SCI [%]
3150
Eutrophe Stillgewässer
25
5,3
2,45
6410
Pfeifengras-Mähwiesen
1
0,4
0,20
9160
Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder
14
87,2
40,29
91E0* Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder
6
11,2
5,21
gesamt
46
104
48,15
*prioritärer Lebensraumtyp

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Der LRT Eutrophe Stillgewässer (3150) ist innerhalb des SCI „Teich- und Waldgebiete um
Machern und Brandis“ mit Ausnahme eines Teiches im Teilgebiet 2 nur im Teilgebiet 3
(Hülsmannteiche) westlich von Bennewitz bei Wurzen anzutreffen. Das Gebiet der
Hülsmannteiche besitzt insofern eine Besonderheit, da die Gewässer innerhalb der
Muldeaue nicht als Fischteiche angelegt wurden, sondern ehemalige Lehmgruben und
somit in der Regel nicht ablassbar sind. Von den ca. 50 Gewässern der Teilgebiete 2 und
3 erfüllen 25 die Kriterien des LRT 3150. Nur fünf der Eutrophen Stillgewässer sind in
einem guten Erhaltungszustand; die übrigen 20 Gewässer befinden sich aufgrund des
geringen Arteninventars in Verbindung mit Strukturarmut oder erheblichen
Beeinträchtigungen in einem schlechten Erhaltungszustand. Sie sind überwiegend durch
eine fortgeschrittene Verlandung beeinträchtigt.
Eine Fläche im Teilgebiet 1 (Iriswiese) befindet sich als LRT Pfeifengraswiese (6410) in
einem guten Erhaltungszustand. Pflegedefizite haben jedoch in der Vergangenheit zu
Verbrachungstendenzen geführt.
Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder (LRT 9160) nehmen im SCI einen flächenmäßig
großen Anteil ein. Alle 14 kartierten Flächen weisen einen guten Erhaltungszustand auf.
Trotz Defiziten bei Totholz und Biotopbäumen weisen fast alle Bestände eine gute
strukturelle Ausstattung (b) auf. Insbesondere jüngere Bestände zeigen jedoch auch
aufgrund ihres geringen Bestandesalters natürlicherweise Strukturdefizite.
Alle 6 kartierten LRT der Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder (91E0*) zeigen einen
günstigen Erhaltungszustand. Dabei sind keine Tendenzen zu einer besseren oder
schlechteren Bewertung erkennbar. Auch die Ausstattung der Flächen mit Alt- und
Totholz ist gut. Ihr Arteninventar ist durchschnittlich ausgeprägt; nur in zwei Flächen
kommen gesellschaftsfremde Baumarten vor. Beeinträchtigungen, die jedoch in keinem
Fall erheblich sind, bestehen in verjüngungshemmendem Verbiss sowie Schadstoffeintrag
entlang der Bahnlinie im Teilgebiet 2.
Somit befinden sich von den 46 LRT-Flächen des SCI „Teich- und Waldgebiete um
Machern und Brandis“ 26 in einem günstigen Erhaltungszustand (EHZ A oder B, vgl.
Tabelle 2).

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Tabelle 2: Erhaltungszustand der Lebensraumtypen im SCI 213
Lebensraumtyp (LRT)
Erhaltungszustand
A
B
C
Anzahl
Fläche
[ha]
Anzahl
Fläche
[ha]
Anzahl
Fläche
[ha]
3150
Eutrophe Stillgewässer
-
-
5
1,7
20
3,6
6410
Pfeifengras-Mähwiesen
-
-
1
0,4
-
-
9160
Sternmieren-Eichen-
Hainbuchenwälder
-
-
14
87,2
-
-
91E0*
Erlen-Eschen- und
Weichholzauenwälder
-
-
6
11,2
-
-
*prioritärer Lebensraumtyp
Im räumlichen Maßstab des Schutzgebietssystems NATURA 2000 spielt das SCI „Teich-
und Waldgebiete bei Machern und Brandis“ eine wichtige Rolle in Nordwestsachsen. In
verschiedener Hinsicht sichert das SCI die funktionale Kohärenz zwischen dem Muldetal
im Osten und Nordosten (SCI 65 E Vereinigte Mulde), den Laubwaldgebieten zwischen
Brandis und Grimma im Süden (SCI 52 E) sowie der Partheaue (SCI 212) im Westen.
Für den Lebensraumtyp Eutrophe Stillgewässer (3150) hat das SCI eine wichtige
Kohärenzfunktion zwischen der Vereinigten Mulde, der Partheaue und den
Laubwaldgebieten zwischen Brandis und Grimma. In allen genannten SCI spielen die
eutrophen Stillgewässer eine wichtige Rolle.
Für die beiden Grünland-LRT (Pfeifengras-Wiesen, 6410; Flachland-Mähwiesen, 6510) ist
die Kohärenzfunktion des SCI 213 bezogen auf das Netz NATURA 2000 eine eher
unbedeutende.
Sehr wichtig ist die Kohärenzfunktion jedoch für den LRT Sternmieren-Eichen-
Hainbuchenwälder (LRT 9160). Die beiden waldgeprägten Teilgebiete des SCI 213 sind
bedeutsame Waldflächen in der ansonsten offenen Landschaft Nordwestsachsens. LRT
9160 ist auch in allen umliegenden SCI präsent, allerdings ist die Kohärenz für diesen
Lebensraumtyp nach Norden hin dann nicht mehr gegeben, weil nördlich des
Tresenwaldes keine geeigneten Waldflächen mehr existieren. Ferner sind die Vorkommen
des LRT Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder (91E0*) auch gebietsübergreifend
wichtig, da der gleiche LRT ebenfalls in allen benachbarten SCI eine Rolle spielt.
Einschränkungen bestehen bezüglich der Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder
allerdings hinsichtlich der im Umfeld gegebenen standörtlichen Bedingungen.

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2.2
ARTEN NACH ANHANG II DER FFH-RICHTLINIE
Im SCI „Teich- und Waldgebiete um Machern und Brandis“ wurden Habitate von 5 Arten
des Anhangs II der FFH-Richtlinie ausgewiesen (vgl. Tabelle 3). Die Erfassung erfolgte in
den Jahren 2009 und 2010. Das aufgrund von Anliegerbeobachtungen vermutete
Vorkommen des Schlammpeitzgers (
Misgurnus fossilis
) sowie ein durch Altdaten
nachgewiesenes Vorkommen der Rotbauchunke (
Bombina bombina
) konnten nicht
bestätigt werden. Zusätzlich wurden 8 Entwicklungsflächen für Kammmolch,
Rotbauchunke, Biber und Fischotter mit insgesamt 240,7 ha ausgewiesen.
Tabelle 3: Habitatflächen der Anhang II - Arten im SCI 213
Anhang II – Art
Anzahl der
Habitate im
Gebiet
Fläche
[ha]
Flächen-
anteil im
SCI [%]
Name
Wissenschaftlicher
Name
Kammmolch
Triturus cristatus
1
45,1
20,8
Biber
Castor fiber
2
54,1
24,9
Fischotter
Lutra lutra
2
61,3
28,3
Großes Mausohr
Myotis myotis
1
199,9
92,3
Mopsfledermaus
Barbastella barbastellus
1
199,9
92,3
Im SCI „Teich- und Waldgebiete um Machern und Brandis“ wurde ein Habitat des
Kammmolchs ausgewiesen: im Teilgebiet 2 (Schulholz und Zauchwald) aufgrund der
Nachweise der Art in zwei kleinen Gewässern (Waldweiher und Weiher am Schwarzen
Weg). Die Bedingungen für den Kammmolch im SCI sind suboptimal. Es kommen nur
wenige geeignete Gewässer mit ausreichender Besonnung, gut ausgebildeter
Wasserpflanzenvegetation und Flachwasserzonen sowie keinem oder geringen
Fischbesatz vor. Die Fundortdichte der Art ist niedrig und die Entfernung zu den
Hauptverbreitungsgebieten der Art im Leipziger Auwald und der Muldeaue relativ groß.
Der Biber findet im SCI zumindest im Teilgebiet 3 (Hülsmannteiche) günstige
Habitatbedingungen vor: Das Habitat im Teilgebiet 3 ist bereits etwa seit dem Jahr 1996
besetzt, eine gelegentliche Reproduktion ist nachgewiesen. Am Tresenteich (Teilgebiet 1)
konnten 1990 erstmals Biberschnitte beobachtet werden, wobei dieses Habitat eher ein
Ausläufer von Biberrevieren außerhalb des SCI ist und innerhalb des SCI hinsichtlich

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seiner Gewässerausstattung (insbesondere für Biber ungünstige Ausbildung des
Lübschützer Baches) nur suboptimal ist. In Teilgebiet 1 stehen als Nahrungsgrundlage
auch nur eingeschränkt Weichhölzer zur Verfügung. Beide Habitate bieten gegenwärtig
eine gute Nahrungsgrundlage in Form von Weichhölzern und krautigen Pflanzen auf den
angrenzenden Feuchtwiesen. Im Teilgebiet 2 (Zauchwald und Schulholz) sind die
Habitatbedingungen wegen fehlender Weichhölzer als Nahrungsgrundlage ungünstig.
Beeinträchtigungen bestehen im Teilgebiet 1 durch periodisches Ablassen des
Tresenteiches und im Teilgebiet 3 die nahe gelegene Bundesstraße 6 (Gefahr von
Verkehrstod wegen fehlender Bermen an der Brücke des Saubaches). Eine weitere
Beeinträchtigung in Teilgebiet 1 besteht in Form von Störungen durch Anlieger der privat
genutzten Teiche (gelegentliche Zerstörung des Biberdammes). Zur Sicherung eines
ausreichenden Lebensraumangebotes für den Biber im nordwestsächsischen Raum auch
an den kleineren Fließgewässern westlich der Vereinigten Mulde kommt den Vorkommen
im SCI „Teich- und Waldgebiete um Machern und Brandis“ eine regionale Bedeutung zu.
Der Fischotter ist im SCI in den Teilgebieten 1 (Tresenteich) und 3 (Hülsmannteiche
nachgewiesen, jedoch stets ohne Reproduktionsnachweis. Es handelt sich wahrscheinlich
um Tiere, welche aus dem Gebiet der Mulde zugewandert sind. Der EHZ des Habitats in
den beiden Teilgebieten ist insgesamt gut. Im Teilgebiet 3 bestehen 46 z. T. naturnahe
Teiche, die durch Wechsel miteinander verbunden sind. Das Vorkommen des Fischotters
im SCI hat eine wichtige Brückenfunktion für den Biotopverbund der Art nach Südwesten
in das angrenzende Einzugsgebiet der Weißen Elster. Jedoch bestehen Einschränkungen
für die Migration durch die Straßenquerung der Bundesstraße 6 (Brücke über den
Saubach ohne Bermen) sowie die große Entfernung zu den nächsten Vorkommen.
Die Waldbestände im SCI „Teich- und Waldgebiete um Machern und Brandis“ werden von
der Mopsfledermaus im gesamten Gebiet als Nahrungs- und Quartierhabitat genutzt. Die
wald- und gehölzbestockten Flächen innerhalb der Teilflächen verfügen über einen sehr
guten Vorrat an Laub- und Laubmischwald. Der Flächenanteil der Althölzer mit einem
Bestandesalter über 80 Jahre und im Mittel mit mindestens 5 potentiellen Quartierbäumen
pro Hektar befindet sich bezogen auf den Vorrat an Laub- und Laubmischwald ebenfalls
in einem sehr guten Zustand. Jedoch ist die Ausdehnung jeder einzelnen Teilfläche zu
gering, um als abgegrenzter selbstständiger Lebensraum für die Mopsfledermaus zu
dienen. Deshalb kommt diesen Flächen nur eine Bedeutung im Zusammenhang mit den
umliegenden Teilflächen bzw. mit den außerhalb des SCI befindlichen Waldkomplexen
zu. Die Verbundstrukturen zwischen den Jagdhabitaten sind suboptimal vorhanden. Die-
ser Umstand beruht vor allem darauf, dass sich das Untersuchungsgebiet aus drei
räumlich voneinander unabhängigen Waldgebieten zusammensetzt. Als kritisch ist die
Zerschneidung des Gesamthabitates durch die Bundesstraßen B 6, B 107 und durch die
Eisenbahntrasse in Hinsicht auf das Gefahrenpotential durch Fahrzeug-/Zugkollisionen zu

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werten. In der Gesamtbewertung ergibt sich dennoch ein hervorragender
Erhaltungszustand der Art im SCI.
Die Waldflächen innerhalb des SCI 213 weisen einen günstigen Zustand als Habitat des
Großen Mausohrs auf. Es bestehen ausgedehnte, unterwuchsarme Waldbestände und
ein sehr gut ausgebildeter Vorrat an baumhöhlenträchtigen Altbeständen. Innerhalb der
Teilflächen bzw. den angrenzenden Waldgebieten sind die Jagdhabitate optimal
miteinander vernetzt. Jedoch ist die Ausdehnung jeder einzelnen Teilfläche auch für diese
Fledermausart zu gering, um als abgegrenzter selbstständiger Lebensraum für das Große
Mausohr zu dienen. Deshalb kommt diesen Flächen nur eine Bedeutung im
Zusammenhang mit den umliegenden Teilflächen bzw. mit den außerhalb des SCI
befindlichen Waldkomplexen zu. Die Verbundstrukturen zwischen den Jagdhabitaten sind
suboptimal vorhanden. Dieser Umstand beruht vor allem darauf, dass sich das Untersu-
chungsgebiet aus drei räumlich voneinander unabhängigen Waldgebieten
zusammensetzt. Geeignete artspezifische Vernetzungsstrukturen (z.B. gehölzbestandene
Gewässerläufe) zwischen den Teilgebieten sind aufgrund der umliegenden
Siedlungsräume und der ausgebauten Infrastruktur nur im sehr geringen Maße vorhanden
oder fehlen.
Tabelle 4: Erhaltungszustand der Habitatflächen im SCI 213
Anhang II – Art
Erhaltungszustand
A
B
C
Name
Wissenschaft-
licher Name
Anzahl
Fläche
[ha]
Anzahl
Fläche
[ha]
Anzahl
Fläche
[ha]
Kammmolch
Triturus cristatus
-
-
1
45,1
-
-
Biber
Castor fiber
-
-
2
54,1
-
-
Fischotter
Lutra lutra
-
-
2
61,3
-
-
Großes Mausohr
Myotis myotis
-
1
199,9
-
-
Mopsfledermaus
Barbastella
barbastellus
1
199,9
-
-
-
-

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3.
MAßNAHMEN
3.1
MAßNAHMEN AUF GEBIETSEBENE
Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen auf Gebietsebene sind für zum Erhalt eines
günstigen Erhaltungszustandes von LRT und Habitaten im SCI „Teich- und Waldgebiete
um Machern und Brandis“ nicht vorgesehen.
3.2
MAßNAHMEN IN BEZUG AUF LEBENSRAUMTYPEN NACH ANHANG I
Für die Eutrophen Stillgewässern (LRT 3150) wurden folgende Behandlungsgrundsätze
formuliert:
1. Nicht fischereilich genutzte Stillgewässer:
Erhaltung der Gewässer und ihrer Uferzonen als Lebensstätten und
Lebensräume für einheimische Tier- und Pflanzenarten.
Der Besatz mit nicht heimischen Fischarten ist grundsätzlich zu unterlassen.
Bei fortgeschrittener Verlandung der Gewässer sollten diese durch schonende
Entlandungsmaßnahmen in ihrem Erhalt langfristig gesichert werden.
2. Teichwirtschaftlich genutzte Stillgewässer:
Erhaltung der Nutzungs- und Bewirtschaftungsvielfalt (Intensitäts- und
Nutzungsdifferenzierung) in den teichwirtschaftlich genutzten Teichen im
Untersuchungsgebiet, sowie Erhalt ungenutzter Habitatteiche. Überwiegend
extensive Fischwirtschaft.
Naturschutzkonforme Durchführung notwendiger Pflege- und
Sicherungsarbeiten, wie Pflege der Wirtschaftswege, Damm- und
Böschungspflege soweit für den Bestandsschutz erforderlich, Grabenpflege
und -instandhaltung, Schilfschnitt in Absprache mit der Naturschutzbehörde,
Instandhaltung der Stauanlagen (soweit überhaupt vorhanden) und
Entschlammung der Fischgruben und Teichbinnengräben.
Sofern überhaupt relevant, Einsatz von Graskarpfen nur mit Zustimmung der
zuständigen Naturschutzbehörde.
Die Teiche sollten – soweit möglich – regelmäßig abgelassen werden. Zur
Mineralisierung der Teichböden können ggf. Winterungen, in ungenutzten
Teichen auch Sömmerungen durchgeführt werden. Bei den LRT-
Stillgewässern im TG 3 (Hülsmannteiche) ist das Ablassen vorher mit der
Naturschutzbehörde abzustimmen, um im Falle einer Biberbesiedlung eine
Kollision mit Artenschutzaspekten auszuschließen.

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Kein Biozideinsatz. Ausnahmen sind nur für notwendige Maßnahmen der
Fischkrankheitsbekämpfung nach fachlicher Indikation im gesetzlichen
Rahmen zulässig.
Konditionskalkungen nur per Boot als Wasserkalkung, wobei darauf zu achten
ist, dass die Kalkung ausschließlich auf der offenen Teichfläche außerhalb von
Verlandungs- und Röhrichtzonen durchgeführt wird.
3. Angelfischereilich genutzte Stillgewässer:
Bei der Ausübung der Fischerei sind die Gewässer und ihre Uferzonen als
Lebensstätten und Lebensräume für einheimische Tier- und Pflanzenarten zu
erhalten und zu fördern.
Der Fischbestand der Gewässer ist im Rahmen der angelfischereilichen
Bewirtschaftung (Besatz und Entnahme von Fischen) nachhaltig gesund und
zahlenmäßig so zu erhalten, dass sich dieser nicht negativ auf die Gewässer
auswirkt.
Der Besatz mit nicht heimischen Fischarten ist grundsätzlich zu unterlassen.
Bei fortgeschrittener Verlandung der Teiche sollten die Gewässer durch
schonende Entlandungsmaßnahmen in ihrem Erhalt langfristig gesichert
werden.
Ferner sind für die Eutrophen Stillgewässer (LRT 3150) folgende Erhaltungsmaßnahmen
erforderlich:
umfassende Instandsetzung eines Gewässers mit Dammsanierung,
Gehölzentfernung, Freilegen des Zulaufes;
Entschlammung von Gewässern (bzw. alternativ biologische Sanierung) mit hoher
Faulschlammschicht; soweit in Gewässern Rote-Liste-Arten vorkommen, nur
Teilentschlammung; bei zwei Gewässern bereits Teilentlandung;
Verbesserung der Ufergestaltung (Flachwasserbereich) zur Schaffung
sonnenexponierter Flachufer auf mindestens 25% der Uferlänge;
Gehölzfreistellungen an beschatteten Gewässern zur Verringerung des
Laubeintrages und Verbesserung der Besonnung.
Zur Sicherung des Lebensraumtyps Pfeifengras-Wiesen (6410) sind die regelmäßige
Nutzung/Pflege aufrecht zu erhalten, auf Neueinsaat von Grasarten des
Wirtschaftsgrünlandes zu verzichten sowie der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sowie
Bodenverdichtungen zu vermeiden.
Zur Schaffung einer Fläche mit dem Lebensraumtyp Flachlandmähwiese (6510) wird als
Entwicklungsmaßnahme vorgeschlagen, eine zweischürige Mahd mit einem Abstand von
mindestens 40 Tagen zwischen erster und zweiter Mahd, verbunden mit einem Verzicht
auf Stickstoffdüngung (entzugsorientierte P-/K-Düngung ist möglich) bis zum Erreichen

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eines guten Erhaltungszustandes vorzunehmen. Nach Überführung in einen guten
Zustand ist die zweischürige Mahd auf der „Zauchwiese“ entsprechend der obigen
Vorgaben fortzusetzen. Jedoch kann eine entzugsorientierte Düngung erfolgen, die sich
an folgenden Vorgaben orientiert: Stickstoffdüngung maximal im Rahmen des
tatsächlichen Entzuges, sowie bedarfsweise eine entzugsorientierte Phosphor- und
Kaliumdüngung.
Bei den LRT Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder (9160) und Erlen-Eschen- und
Weichholzauenwälder (91E0*) sind im Wesentlichen strukturverbessernde Maßnahmen
vorgesehen, außerdem Maßnahmen zugunsten des Arteninventars, als auch zur
Vermeidung von Beeinträchtigungen. Dazu gehören
das aktive Erhalten von Eiche (LRT 9160) bzw. Schwarzerle (LRT 91E0*),
die Förderung eines mehrschichtigen Bestandesaufbaus und eines mosaikartigen
Nebeneinanders verschiedener Waldentwicklungsphasen,
die Gewährleistung eines ausreichenden Eichenanteils in der Nachfolgegeneration
(LRT 9160),
das Anreichern bzw. Erhalten bereits vorhandener höherer Stückzahlen bei
starkem stehendem und liegendem Totholz bzw. bei Biotopbäumen,
die dauerhafte Beschränkung des Mischungsanteils gesellschaftsfremder
Baumarten auf max. 20% (LRT 9160) bzw. 10% (LRT 91E0*),
Beschränkung des Technikeinsatzes (keine flächige Befahrung, permanente
Feinerschließung anstreben, bodenschonende Rücketechnik anwenden, keine
tiefe Bodenbearbeitung; bei LRT 91E0* zusätzlich sensibelste, feuchteste
Standorte bei Befahrung aussparen, Rücken nur in Trockenperioden oder bei
Dauerfrost),
kein Neubau von Wegen in LRT-Flächen, sofern durch alternative Trassenlegung
vermeidbar,
die Begrenzung der Verbissbelastung durch Herstellung einer waldverträglichen
Schalenwilddichte und/oder Zäunung von Verjüngungsflächen.
3.3
MAßNAHMEN IN BEZUG AUF ARTEN NACH ANHANG II
Zur Erhaltung geeigneter Kammmolchreproduktionsgewässer werden
Behandlungsgrundsätze vorgeschlagen, die
den Verzicht auf Besatz mit nicht heimischen Fischarten,
schonende Entlandungsmaßnahmen bei fortgeschrittener Verlandung der
Gewässer,
die Erhaltung der Nutzungs- und Bewirtschaftungsvielfalt (Intensitäts- und
Nutzungsdifferenzierung) in den teichwirtschaftlich genutzten Teichen,
den Erhalt ungenutzter Habitatteiche,

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die Wiederbespannung bis spätestens Ende März (falls die Teiche abgelassen
werden),
die naturschutzkonforme Durchführung notwendiger Pflege- und
Sicherungsarbeiten, wie Pflege der Wirtschaftswege, Damm- und
Böschungspflege (soweit für den Bestandsschutz erforderlich),
die Durchführungen von Winterungen (bei ungenutzten Teichen
Sömmerungen) zur verbesserten Mineralisierung, sowie
die Erhaltung eines nachhaltig gesunden Fischbestandes in angelwirtschaftlich
genutzten Teichen, der sich nicht negativ auf die Gewässer auswirkt,
beinhalten.
Als Erhaltungsmaßnahme ist bei einem Gewässer das Auslichten der ufernahen
Gehölzbestände (50 % des Baumbestandes) mit dem Ziel der Verbesserung der
Besonnung und der Bewegung des Wasserkörpers durch Wind (Sauerstoffeintrag)
geplant. Bei weiteren Gewässern ist dies als Entwicklungsmaßnahme vorgesehen.
Als Entwicklungsmaßnahme wird ferner die Schaffung eines geeigneten Durchganges am
Saubach unter der Bundesstraße 6 vorgeschlagen.
Die für den Kammmolch empfohlenen Behandlungsgrundsätze und
Entwicklungsmaßnahmen gelten im Sinne von Entwicklungsmaßnahmen gleichermaßen
für die aktuell im Gebiet nicht nachgewiesene Rotbauchunke.
Über die für den Kammmolch benannten Behandlungsgrundsätze und
Entwicklungsmaßnahmen hinaus ist für Biber und Fischotter als weitere
Erhaltungsmaßnahme das nur kurzzeitige Ablassen des Tresenteiches (Teilgebiet 1) in
der frostfreien Zeit geplant. Als Entwicklungsmaßnahme ist ebenfalls die Schaffung eines
geeigneten Durchlasses an der B 6 (Saubach) geplant, um verkehrsbedingte Verluste an
der Bundesstraße zu vermeiden.
Als Erhaltungsmaßnahmen sind in den Jagdhabitaten der Mopsfledermaus die
nachfolgenden Behandlungsgrundsätze einzuhalten (Auszug):
Erhalt von mindestens 51% strukturreicher Laub- und Laubmischwaldbestände
bezogen auf den Gesamtwaldbestand der komplexen Habitatfläche, nach
Möglichkeit Erhalt des aktuellen Anteils in der Teilfläche 2 (83%),
Erhalt des aktuellen Anteils über 80 Jahre alter, quartierhöffiger Altbestände
mit im Mittel mind. 5 potenziellen Quartierbäumen pro ha Altholz auf
mindestens 31% der Laub- und Laubmischwaldbestände in der komplexen
Habitatfläche, nach Möglichkeit Erhalt des aktuellen Anteils in der Teilfläche 2
(74%) und in der Teilfläche 3 (100%);

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Bürgerbeauftragte Frau Karin Bernhardt
Fon 0351-2612-9002 ∙ Fax 0351-2612-1099
E-Mail karin.bernhardt@smul.sachsen.de ∙
http://www.smul.sachsen.de/lfulg
Erhalt und Förderung der Vernetzung geeigneter Jagdhabitate innerhalb der
komplexen Habitatfläche;
Schonung von Höhlen- bzw. Quartierbäumen entsprechend den
artenschutzrechtlichen Vorschriften;
nach Möglichkeit Fortführung des Waldumbaus durch Begründung von
standortgerechten Mischbeständen bei der Bestandesverjüngung unter
angemessener Beteiligung der heimischen Laubbaumarten;
Erhalt von im Mittel mindestens 5 potenziellen Quartierbäumen pro Hektar
Altholz der Laub- und Laubmischwaldbestände;
terrestrische Kontrolle zu fällender Bäume auf Quartiere, bekannte oder
ersichtliche Quartierbäume sowie sonstige höhlenreiche Einzelbäume
belassen, ggf. markieren;
kein flächiger Einsatz von Insektiziden (Ausnahme: bei Kalamitäten von
Forstschädlingen nach Rücksprache mit Forst- und Naturschutzbehörde
möglich).
Als Erhaltungsmaßnahmen sind in den Jagdhabitaten des Großen Mausohrs die
nachfolgenden Behandlungsgrundsätze einzuhalten (Auszug):
Erhalt von mindestens 10% strukturell geeigneter, unterwuchsarmer Bestände
bezogen auf den Gesamtwaldbestand der komplexen Habitatfläche, nach
Möglichkeit jedoch Erhalt des aktuellen Anteils (Teilfläche 1: 23% und
Teilfläche 2: 16%),
Erhalt des Anteils über 100 Jahre alter, baumhöhlenträchtiger Altbestände von
mindestens 5% bezogen auf den Gesamtwaldbestand der komplexen
Habitatfläche, nach Möglichkeit jedoch Erhalt des aktuellen Anteils in der
Teilfläche 2 (43%),
Erhalt und Förderung der Vernetzung geeigneter Jagdhabitate,
Schonung von Höhlen- bzw. Quartierbäumen entsprechend der
artenschutzrechtlichen Vorschriften
nach Möglichkeit Fortführung und Sicherung der ordnungsgemäßen
Forstwirtschaft,
Erhaltung und möglichst Förderung von Biotopbäumen, insbesondere Erhalt
von Höhlenbäumen,
kein flächiger Einsatz von Insektiziden (Ausnahme: bei Kalamitäten von
Forstschädlingen nach Rücksprache mit Forst- und Naturschutzbehörde
möglich).
Für beide Fledermausarten wird als Entwicklungsmaßnahme die Erhöhung des Anteils
alter, baumhöhlenträchtiger Waldbestände, insbesondere im Teilgebiet 1, vorgeschlagen.

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Tabelle 5: Erhaltungsmaßnahmen im SCI 213
Maßnahme-Beschreibung
Flächengröße
[ha]
Maßnahmeziel
LRT / Habitat
Pflege von Stillgewässern:
Verzicht auf aktiven Besatz mit nichtheimischen
Fischarten
Schlämmung verlandender Gewässer, Sanierung von
Teichdämmen
Verbesserung der Ufergestaltung, Schaffung teilweise
besonnter Flachufer
Gehölzfreistellung im Uferbereich
6,8
Erhalt von LRT und Habitaten in
einem günstigen EHZ
Gewässerverjüngung; Erhalt
oder Überführung in einen
günstigen EHZ
;
Sicherung des Laichhabitates für
den Kammmolch
Sicherung der Habitate von
Biber und Fischotter
Eutrophe Stillgewässer (3150)
;
Kammmolch
Biber
Fischotter
Verzicht auf das Ablassen des Tresenteiches im Winter.
2,2
Erhalt des Gewässers für Biber
und Fischotter
Biber
Fischotter
Auslichten dichter Gehölzbestände
0,5
Besonnung und Bewegung des
Wasserkörpers durch Wind zur
Sicherung und Verbesserung
der Habitateigenschaften
Kammmolch
Rotbauchunke
Beibehaltung der bisherigen Nutzungsform/ Maßnahmen:
Einschürige Mahd in der 2. Augusthälfte
0,4
Erhalt des LRT in einem
günstigen EHZ, Fortführung der
Aushagerung
;
Pfeifengraswiese (6410)

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Maßnahme-Beschreibung
Flächengröße
[ha]
Maßnahmeziel
LRT / Habitat
Belassen von Biotop-, Horst- und Höhlenbäumen; Totholzanteile
belassen
195,8
Sicherung der
Strukturparameter, Erhalt des
günstigen EHZ;
Sicherung der Habitate von
Großem Mausohr und
Mopsfledermaus
Sternmieren-Eichen
--
Hainbuchenwälder
(9160)
;
Erlen-Eschen- und
Weichholzauenwälder (91E0*)
;
Großer Abendsegler
Mopsfledermaus
Baumartenzusammensetzung: Schwarzerle bzw. Eiche aktiv
fördern
19,8
Sicherung des Arteninventars,
Erhalt des günstigen EHZ
Sternmieren-Eichen-
Hainbuchenwälder
(9160)
;
Erlen-Eschen- und
Weichholzauenwälder (91E0*)
Beseitigung von Müll und organischen Ablagerungen in
Waldflächen
45,1
Beseitigung von
Beeinträchtigungen
Sternmieren-Eichen
--
Hainbuchenwälder
(9160)
;
Erlen-Eschen- und
Weichholzauenwälder (91E0*)

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4.
FAZIT
Die Umsetzbarkeit der Maßnahmen wurde mit den Nutzern landwirtschaftlicher Flächen,
dem Teichwirt, den Wald-Eigentümern und mit Privateigentümern der Teiche im Teilgebiet
3 abgestimmt. Die geplanten Maßnahmen sind weitgehend umsetzbar, teilweise wurden
Kompromisse gefunden. Es verbleiben keine Konflikte.
5.
QUELLE
Der im Juni 2012 fertig gestellte Managementplan für das Gebiet Nr. 213 wurde vom
Institut für Vegetationskunde und Landschaftsökologie (IVL) aus Leipzig erarbeitet und
kann bei Interesse beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und
Geologie eingesehen werden.
ANHANG
Karte 1: Übersichtskarte Lebensraumtypen und Arten