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Geschäftsbericht 2020

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Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort des Staatsministers der Finanzen ....................................................................................................5
2.
Vorwort
der
Geschäftsführung
...........................................................................................................................7
3. Der Staatsbetrieb SIB
..............................................................................................................................................9
4. Jahresergebnisse 2020 im Überblick
..............................................................................................................11
5. Die Geschäftsentwicklung 2020
..................................................................................................................... 13
Planen und Bauen
................................................................................................................................................13
Immobilienmanagement
.................................................................................................................................... 22
Zentrales Flächenmanagement
....................................................................................................................... 27
Shared Service Center
......................................................................................................................................... 34
6. Die Standorte
..........................................................................................................................................................37
› Niederlassung Bautzen ‹
.................................................................................................................................. 37
› Niederlassung Chemnitz ‹
............................................................................................................................... 39
› Niederlassung Dresden I ‹
................................................................................................................................41
› Niederlassung Dresden II ‹
.............................................................................................................................. 43
› Niederlassung Leipzig I ‹
..................................................................................................................................45
› Niederlassung Leipzig II ‹
................................................................................................................................47
› Niederlassung Zwickau ‹
.................................................................................................................................. 49
7. Organisation und Aufsicht
.................................................................................................................................51

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Insgesamt wurden durch Baumaßnahmen des
Freistaates Sachsen, des Bundes und Dritter
rund 577 Millionen Euro unter der Projektlei-
tung des SIB investiert, das höchste Niveau
der vergangenen zehn Jahre.
Zahlreiche eindrucksvolle Projekte konnten im
Bereich der Wissenschaft und Forschung im
Jahr 2020 erfolgreich abgeschlossen werden,
wenngleich auch aufgrund der Corona-Pande-
mie nicht jeder Bauabschluss wie sonst üblich
gebührend begangen werden konnte.
Die Würdigung der Leistung schmälert es kei-
nesfalls, wenn ich beispielsweise an die Fertig-
stellung des Umbaus der Alten Aktienspinnerei
in Chemnitz zur hochmodernen zentralen Uni-
versitätsbibliothek der TU Chemnitz denke. Mit
einem Gesamtbauvolumen von rund 53 Milli-
onen Euro wurde das städtebaulich wertvolle
Gebäude aufwändig saniert und macht regel-
recht Lust auf Lesen und Lernen. Aber auch
die Universität Leipzig konnte neue Räume
beziehen, unter anderem für die Theologische
Fakultät. Und natürlich wurde ebenfalls an
unseren anderen Universitäten und Hochschu-
len weitergebaut, für noch bessere Lehr- und
Lernbedingungen.
Für Kultur und Tourismus entstehen durch die
Bauprojekte des Freistaates immer wieder neue
Attraktionen. Mit der Wiederherstellung des
Langen Gangs in seiner historischen Fassung
von 1730 ist eine weitere wichtige Etappe beim
Wiederaufbau des Dresdner Residenzschlosses
erreicht. Künftig zeigt hier die Rüstkammer der
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden rund
500 Feuerwaffen aus dem Besitz der sächsi-
schen Kurfürsten, was die historische Nutzung
aufgreift.
Direkt gegenüber auf der anderen Elbseite wur-
de das historische Dresdner Blockhaus völlig
entkernt, um im Inneren moderne Räume für
das Archiv der Avantgarden zu schaffen.
1. Vorwort des Staatsministers der Finanzen
05 |
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
wenn man trotz weltweiter Pandemie auf eine
echte Erfolgsbilanz für die sächsische Bau- und
Liegenschaftsverwaltung blicken kann, spricht
das für den guten Umgang mit den durch die
Corona-Pandemie erschwerten Rahmenbedin-
gungen. Dass enge Zeitpläne trotz Reisebe-
schränkungen für Lieferanten und Baufirmen
eingehalten werden konnten, beeindruckt eben-
so wie das schnelle und sichere Umsetzen von
Sicherheits- und Hygienekonzepten. Hier waren
schnelles Reagieren, Flexibilität und vor allem
eine große Einsatzbereitschaft aller Beteiligten
gefragt. Fast 500 Millionen Euro haben wir
im Bau-Rekordjahr 2020 für den Landes- und
Hochschulbau investieren können. Das verdient
besonderen Respekt und Anerkennung. Durch
kluges Agieren kam es kaum zu größeren Ver-
zögerungen bei der Sanierung und den Neu-
bauten unter der Leitung des Staatsbetriebes
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
(SIB). Auch in der Liegenschaftsverwaltung wur-
de schnell, besonnen und durchdacht auf die
Pandemie reagiert.
Für insgesamt 477,4 Millionen Euro hat der
Freistaat Sachsen im vergangenen Jahr Bau-
maßnahmen im Bereich Landes- und Hoch-
schulbau realisiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist
das eine Steigerung um rund 30 Millionen Euro.
An regionale Unternehmen wurden durch den
SIB rund 80 Prozent der Aufträge vergeben.
Damit hat der Freistaat Sachsen, gerade in Kri-
senzeiten, seine Verlässlichkeit als Auftragge-
ber der sächsischen Bauwirtschaft noch einmal
unterstrichen.
Einen wichtigen Beitrag hat mit einem Umsatz
in Höhe von 43 Millionen Euro auch der Bun-
desbau im Freistaat Sachsen geleistet. Durch
Aufträge für Projekte wie beispielsweise das
Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ)
in Leipzig profitierten vor allem regionale Un-
ternehmen.
Hartmut Vorjohann
Staatsminister der Finanzen

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Auf der Zielgeraden befindet sich auch die Sa-
nierung der Bogengalerie L im Dresdner Zwin-
ger, wo die multimediale Ausstellung »Zwinger
Xperience« der Staatlichen Schlösser, Burgen
und Gärten einzieht und die Ausstellungs-
vielfalt im Zwingerareal bereichern wird.
Eine Verbindung aus Wissenschaft, Lehre und
Sammlung entsteht bis Sommer 2024 für das
Görlitzer Senckenberg Museum für Naturheil-
kunde. In sanierten Denkmälern und Neubauten
halten künftig alle Wissenschaftsbereiche mit
ihren Sammlungen und Laboren sowie die uni-
versitäre Lehre unter einem Dach Einzug.
Für die sächsische Polizei und die Justiz schaf-
fen wir weiterhin mit unseren Investitionen
moderne Rahmenbedingungen. Mit dem wach-
senden Campus der Hochschule der Sächsischen
Polizei in Bautzen und den Erweiterungen für
die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutz-
schule in Nardt tragen wir dazu bei, dass Aus-
bildung unter besten Bedingungen stattfinden
kann. Mit einem neuen Kriminalwissenschaft-
lichen und -technischen Institut Dresden er-
halten 2022 auch unsere Kriminalspezialisten
ein neues, modernes Arbeitsumfeld.
Den größten Abschnitt im Lebenszyklus einer
Liegenschaft nimmt jedoch die Unterhaltung
und Betreibung der Immobilie ein. Um eine
zweckmäßige, effiziente und reibungslose Nut-
zung sicherzustellen, bauen wir auf das breite
Fachwissen, Engagement und die Weitsicht
der Kolleginnen und Kollegen. Schließlich ist der
Bereich Immobilienmanagement ein wesent-
liches Fundament für die Einsatz- und Leistungs-
fähigkeit der staatlichen Verwaltung, indem er
für die Behörden und Landeseinrichtungen gute
Arbeitsbedingungen schafft.
Der SIB übernimmt auch ökologische Verant-
wortung. Der Geschäftsbereich Zentrales Flä-
chenmanagement ist als Ökoflächenagentur
anerkannt und leistet mit den von ihm ge-
planten Ökomaßnahmen einen wichtigen Beitrag
zum Umweltschutz.
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, dass
der SIB als Bauherren- und Eigentümervertre-
tung des Freistaates trotz Corona so gut weiter-
arbeiten konnte, ist eine großartige Leistung
aller Beteiligten. Das Wissen und die Erfahrung
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der
Schlüssel, um solche komplexen Aufgaben zu
bewältigen. Ihnen allen gilt mein Dank für ihre
gute Arbeit. Ebenso danke ich den Mitgliedern
des Verwaltungsrats für ihr Engagement und
ihre Unterstützung.
Mit dem SIB ein verlässlicher Partner der Bau-
wirtschaft sein zu können, ist für den Freistaat
Sachsen Verantwortung und Verpflichtung
gleichermaßen. Der Doppelhaushalt für die
Jahre 2021/2022 sichert diese Stabilität weiter
ab und lässt uns weiter erfolgreich an Sachsens
Zukunft bauen.
Hartmut Vorjohann
Sächsischer Staatsminister der Finanzen
Staatliche Kunstsammlungen Dresden – Umbau des Dresdner Blockhauses zum Archiv der Avantgarden

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Eigentum verpflichtet, das gilt umso mehr in
Krisenzeiten. Als wichtigem Auftraggeber des
Baugewerbes in Sachsen kommt dem Staats-
betrieb Sächsisches Immobilien- und Bauma-
nagement (SIB) dabei eine wesentliche Rolle
zu. Die etwa 27 000 durch den SIB geschlos-
senen Bauaufträge mit einem Gesamtvolumen
von über 600 Millionen Euro untermauern dies
eindrucksvoll. Hierbei wurden etwa 81 Prozent
der Aufträge an sächsische Firmen vergeben.
Schaut man auf das Jahr 2020 zurück, so ist
festzuhalten, dass sich der SIB im schwierigen
Umfeld der Covid-19-Pandemie wieder als ver-
lässlicher Partner für Nutzer und Firmen be-
währt hat. Der Betrieb der betreuten Infrastruk-
tur blieb zu jedem Zeitpunkt gewährleistet und
die Fortführung von Baumaßnahmen wurde
nur wenig beeinträchtigt. Mittels angepasster
Prozesse und Arbeitsabläufe sowie umfassen-
der Hygienemaßnahmen konnten wichtige Bau-
projekte, wie beispielsweise an den sächsi-
schen Universitäten, den Gerichten oder für
die Polizei, fortgesetzt werden.
Trotz der alles andere als optimalen Bedingun-
gen konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr viel
erreicht werden. So ist seit Anfang 2020 das
Zentrale Flächenmanagement Sachsen (ZFM)
dem SIB als fachlich eigenständiger Geschäfts-
bereich angegliedert. Unter dem Dach des SIB
sind hier die Aufgaben zur Steuerung des staat-
lichen Grundvermögens, der Fiskalerbschaften,
die Veräußerung entbehrlicher Grundstücke
sowie das Management von Ökoflächen für
Kompensationsverpflichtungen bei Bauvorha-
ben vereint. Beispielhaft für die Arbeit des ZFM
ist der strategische oder bedarfsbezogene Er-
werb von rund 81 600 Quadratmetern an Grund-
stücksflächen zu nennen. Im Fachgebiet Ver-
kauf wurde mit 292 Verkaufsfällen insge samt
ein Kaufvertragsvolumen von rund 19,6 Mil-
lionen Euro erzielt. Bei den Fiskalerbschaften
bewegen sich die Zugänge weiterhin auf einem
sehr hohen Niveau, 952 Erbfälle wurden im
Jahr 2020 abgeschlossen.
2. Vorwort der Geschäftsführung
07 |
Im Bau- und Planungsmanagement konnte der
SIB für den Freistaat Sachsen, den Bund und
für Dritte insgesamt 2 356 Baumaßnahmen mit
einer Bauleistung in Höhe von 576,7 Millio-
nen Euro realisieren. Seit der Gründung des
Staatsbetriebs 2003 bedeutet dies einen der
höchsten Ausgabenstände.
Unter den Baufertigstellungen sticht dabei
das Bauvorhaben »Alte Aktienspinnerei« in
Chemnitz hervor. Das denkmalgeschützte Ge-
bäude, einst Ikone der industriellen Revolution,
wurde für die zentrale Universitätsbibliothek
der TU Chemnitz aufwändig saniert und um-
gebaut. Zu erwähnen ist auch der derzeitige
Umbau des Dresdner Blockhauses zum Archiv
der Avantgarden. Das bekannte Barockge-
bäu de am Ufer der Elbe wird künftig als Ort der
Forschung und als Ausstellungshaus für die
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dienen.
Weiterhin konnte auf dem Campus der Hoch-
schule der Sächsischen Polizei in Bautzen der
Grundstein für die neue Mensa gelegt werden.
Im Zuwendungsbau wurden 85 Förder- / Än-
derungs- und Mehrkostenanträge mit einem
Bauvolumen von 396 Millionen Euro baufach-
lich geprüft. In Baubegleitung betreute der
SIB insgesamt 164 Maßnahmen und prüfte
61 Verwendungsnachweise. Beispielhaft für das
breite Spektrum dieser Maßnahmen stehen der
Neubau des Internistischen Zentralgebäudes
am Klinikum St. Georg in Leipzig oder die
Sanierung des Schlosses Hartenfels in Torgau.
Im Dezember 2020 erfuhr die Zwingerbau-
hütte im SIB eine große Ehrung. Sie wurde,
gemeinsam mit 18 Bauhütten aus fünf euro-
päischen Ländern, als einzige weltliche Hütte
von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe
der Menschheit erklärt. Eine Würdigung, die
uns sehr stolz macht, denn die Bewahrung der
Schönheit des Dresdner Zwingers ist wesent-
lich auf den unentwegten Einsatz und das
hand werkliche Können der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Zwingerbauhütte zurück-
zuführen.
Oliver Gaber und Volker Kylau

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von Fragen und Unsicherheiten bei den Nut-
zern, gerade in der Pandemiezeit, wurde mit
hohem Sachverstand, viel Engagement und
Fingerspitzengefühl gelöst.
Rund 5,5 Millionen Quadratmeter Nettoraum-
fläche mit etwa 3 000 Gebäuden zeigen deut-
lich das immense zu bewirtschaftende und zu
verwaltende Portfolio. Im Geschäftsjahr 2020
wurden in der Immobiliensteuerung unter-
schiedliche Projekte mit vielschichtigen Facet-
ten begleitet. Hierzu zählen die Koordination
der neuen Regierungsunterbringung als Er-
geb nis der Landtagswahlen 2019 oder auch
die Unterbringung des Forschungscampus
»Smart Rail Connectivity Campus« (SRCC) der
TU Chemnitz in Annaberg-Buchholz.
Hinsichtlich der Weiterentwicklung effizienter
Prozesse innerhalb des SIB und mit seinen Part-
nern spielt Digitalisierung eine zentrale Rolle.
Im Jahr 2020 wurde ein wichtiger Schritt zur
Digitalisierung der Planungs-, Bau- und
Facilitymanagement-Prozesse in der sächsi-
schen Bau- und Liegenschaftsverwaltung mit
der Fortführung der Implementierung eines
Im Zuge der Lebenszyklusbetrachtung einer
Immobilie nimmt Nachhaltigkeit einen hohen
Stellenwert ein. In diesem Zusammenhang ins-
talliert der SIB für die flächendeckende Nut-
zung von elektrischen Dienst-Kfz im Freistaat
Sachsen derzeit eine einheitliche Ladeinfra-
struktur mit bis zu 700 zusätzlichen Ladesta-
tionen in Behörden, Hochschulen sowie weite-
ren Einrichtungen des Freistaates Sachsen.
Darüber hinaus übernimmt der SIB im Immo-
bilienmanagement für unsere Nutzer zahlreiche
Dienstleistungen und entlastet bei infrastruk-
turellen, technischen und kaufmännischen Auf-
gaben, sodass diese sich auf ihre Kernaufga-
ben konzentrieren können. Bedingt durch die
Covid-19-Pandemie galt es, große Herausfor-
derungen bei der Bewirtschaftung der Liegen-
schaften zu meistern. Höchste Priorität hatte
die Gewährleistung eines reibungslosen Ob-
jektbetriebes. Ein besonderer Fokus lag dabei
auf der Durchführung von Reinigungsmaß-
nah men. Herausforderungen gab es aber auch
bei dem Betrieb der Anlagentechnik sowie der
ge nerellen Dienstleistungserbringung in teil-
weise geschlossenen Objekten. Eine Vielzahl
TU Chemnitz – Institut für Strukturleichtbau, Zentrum für Leichtbautechnologien / Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (MERGE)
Projektmanagement-Systems vollzogen. Diese
webbasierte Projektplattform steht nun allen
an der Planung und am Bau Beteiligten sowie
unseren Nutzern für die Zusammenarbeit zur
Verfügung, wodurch der Datenaustausch we-
sentlich effizienter erfolgt.
Wie anfangs erwähnt, stellte das Jahr 2020
eine noch nicht dagewesene Herausforderung
dar. Nicht zuletzt möchten wir daher auch ei-
nen großen Dank an unsere Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Shared Service Center
rich ten, die während der Lockdowns den rei-
bungslosen Betrieb für alle Beschäftigten des
SIB gewährleistet haben. Wir danken zudem
unseren Partnern und Nutzern für die vertrau-
ensvolle und zielgerichtete Zusammenarbeit.
Oliver Gaber
Kaufmännischer Geschäftsführer
Volker Kylau
Technischer Geschäftsführer

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Sinne einer ganzheitlichen und nachhaltigen
Lebenszyklusbetrachtung werden bereits hier
nutzungs- und funktionsbezogene Grund-
stücks- und Gebäudedaten bereitgestellt.
Sofern eine Unterbringung in landeseigenen
Objekten nicht möglich ist, werden auf Basis
bestehender Marktkenntnisse und -gegeben-
heiten geeignete Objekte recherchiert, Miet-
verträge verhandelt und abgeschlossen und,
sobald sich Bedarfe oder Rahmenbedingungen
ändern, angepasst.
Das vom SIB verwaltete Immobilienportfolio
umfasst neben Bürogebäuden, Polizeidienst-
stellen und Gerichten auch historisch bedeu t-
same Bauten, Lehr- und Schulungsgebäude
sowie hochtechnisierte Laborgebäude. Die An-
forderungen an die zu betreuenden Liegen-
schaften sind so unterschiedlich wie deren Nut-
zer. Die daraus resultierende, breit gefächerte
Aufgabenerledigung wird im Gebäude- bzw.
Facility Management (FM), als weitere Säule im
Immobilienmanagement, gebündelt. Die spe-
zifischen technischen und infrastrukturellen
Dienstleistungen, wie beispielsweise Wartung,
Instandhaltung und -setzung, Reinigung und
Außenanlagenpflege, inklusive deren termin-
gerechter und qualitativer Erfüllung, werden
hier abgestimmt. Rechtliche und wirtschaft-
liche Aspekte finden dabei ebenso Berück-
sichtigung. Darüber hinaus werden Störun-
gen, die den Dienst- und Betriebsprozess der
Nutzer und deren Aufgaben beeinträchtigen,
minimiert.
In der Nutzungsphase einer Liegenschaft ist der
im SIB dafür zuständige Objektmanager zen-
traler Ansprechpartner für den jeweiligen Nut-
zer. Alle Aufgaben im Zusammenhang mit der
Erfüllung der damit verbundenen Dienstleis-
tungen laufen hier zusammen. Zu den Dienst-
leistungen gehören die Beschaffung infrastruk-
tureller und technischer FM-Leistungen, die
Über wachung und Steuerung der Leistungs-
erbringung sowie deren Qualitätssicherung und
Optimierung. Anhand von Kosten- und Ver-
brauchsanalysen werden zudem Maßnahmen
zur Kostenoptimierung systematisch erfasst
Struktur des SIB
im Geschäftsjahr 2020
Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement (SIB) verwaltet einen Groß-
teil der Immobilien im Eigentum des Freistaates
Sachsen. Er steuert professionell deren ge sam-
ten Lebenszyklus und optimiert den Bestand
sowie die Nutzungsstruktur der staatlichen
Lie genschaften. Der SIB besteht aus einer Zen-
trale sowie sieben Niederlassungen und gliedert
sich in die Bereiche Planen und Bauen sowie
Immobilienmanagement. Seit 1. Januar 2020
ist dem SIB das Zentrale Flächenmanagement
Sachsen (ZFM) als fachlich eigenständiger Ge-
schäftsbereich angegliedert. Die Querschnitts-
aufgaben sind in Shared Service Centern orga-
nisiert.
Planen und Bauen
Stellvertretend für den Freistaat Sachsen nimmt
der Bereich Planen und Bauen die Aufgaben
des Bauherrn wahr. Hierzu zählen hauptsäch-
lich die Entwicklung und die Steuerung von
Bauvorhaben sowie die Beauftragung der Pla-
nungs- und Ausführungsleistungen. Der SIB
legt zudem Qualitäts- und Handlungsziele für
das staatliche Bauen fest und definiert die
Grundsätze der Bauausführung.
Der Bereich Planen und Bauen steuert die Bau-
projekte und zeichnet sich für die Bestimmung
und Einhaltung der Projektziele, Qualität, Ter-
mine und der Projektfinanzierung verantwor t-
lich. Zum Aufgabenspektrum gehören zudem
die Abstimmungen mit dem Nutzer, die grund-
sätzliche Vertretung der Bauherreninteressen
sowie eine adressatengerechte Kommunikation
und Information.
Die frühe Phase einer baulichen Maßnahme –
von der Bedarfsqualifizierung bis zur Erstellung
der Projektunterlage – steuert der Bereich Pro-
jektentwicklung. Die Bedarfsbemessung, bau-
liche Machbarkeitsuntersuchungen, Wirtschaft-
l ichkeitsuntersuchung und Kostenermittlung
sind hier gebündelt. Auf dieser Basis können
Bauprojekte termingerecht, in der erforderli-
chen Qualität und mit hoher Kostensicherheit
fertiggestellt werden.
Die Entwicklung und Durchführung eines Bau-
vorhabens erfolgt unter einem ganzheitlichen
und nachhaltigen Ansatz, welcher gesamtwirt-
schaftliche, funktionale, gestalterische und öko-
logische Faktoren berücksichtigt. Die gezielte
Auswertung nutzungsbezogener Daten von
baulichen Anlagen während der Nutzungsphase
hilft dabei, Erkenntnisse für künftige Bauvor-
haben zu gewinnen und diese dadurch weiter
zu optimieren.
Mit seiner Fachkompetenz als baufachlicher
Berater steht der SIB den nutzenden Behörden
und Einrichtungen des Freistaates Sachsen zur
Seite. Die breit gefächerten Aufgaben erstre-
cken sich von Bauten für Hochschulen, Justiz
und Verwaltung bis hin zum Kulturbau und der
baulichen Pflege des reichen kulturellen Erbes
Sachsens. Der SIB realisiert hierbei nicht nur
Bauprojektn des Freistaates Sachsen, sondern
nimmt auch die Projektleitung für Bauvorha-
ben des Bundes sowie von Dritten (wie bei-
spielsweise für die Sächsischen Krankenhäuser)
wahr. Zum erweiterten Aufgabenbereich des SIB
gehören zudem die gutachtlichen Beratungs-
und Prüftätigkeiten im Rahmen des Zuwen-
dungsbaus.
Immobilienmanagement
Das Immobilienmanagement verwaltet, bewirt-
schaftet und optimiert nach wirtschaftlichen
Gesichtspunkten die Liegenschaften und Ge-
bäude des Freistaates Sachsen, welche der
Unterbringung von Landesbehörden und -ein-
richtungen dienen. Im Rahmen eines aktiven
Standort- und Flächenmanagements wird das
zur Unterbringung der Behörden und sonstigen
Einrichtungen des Freistaates Sachsen bereit-
zustellende Immobilienportfolio nachhaltig und
fortwährend gesteuert. Bereits in der Planungs-
phase unterstützt das Immobilienmanagement
das Projekt- und Baumanagement bei der Un-
ter bringung in landeseigenen Immobilien. Im
3. Der Staatsbetrieb SIB

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tet dabei mit den beiden anderen Grundver-
mögensverwaltern, der Staatsforstverwaltung
und der Straßenbauverwaltung zusammen.
Eine Kernfunktion des ZFM ist es, staatliche Ein-
richtungen sowie rechtlich selbstständige Ein-
richtungen, an denen ein staatliches Interesse
besteht, mit betriebsnotwendigen Immobilien
zu versorgen. Das ZFM überlässt beispielsweise
Immobilien an den Bereich Immobilienmana-
gement des SIB für die räumliche Unterbrin-
gung der Landesbehörden, an die Landestal-
sperrenverwaltung des Freistaates Sachsen für
die Aufgaben des Hochwasserschutzes, der Ge-
wässerunterhaltung und der Trinkwasserversor-
gung sowie an die Sächsischen Kranken häuser,
die Universitätsklinika, die staatliche Schlösser-
verwaltung, Forschungsgesell schaften wie die
Max-Planck-Gesellschaft, die Fraunhofer-Gesell-
schaft, Institute der Helmholtz-Gemeinschaft
oder Leibniz-Institute, die Stiftung Sächsische
Gedenkstätten und viele mehr.
Weiterhin vertritt das ZFM den Freistaat
Sachsen als gesetzlicher Erbe und wickelt die
sogenannten Fiskalerbschaften ab. Bei der Be-
wertung des staatlichen Grundvermögens ist
das ZFM als Grundstückseigentümervertreter
des Freistaates Sachsen als Träger öffentlicher
Belange in zahlreichen Raumordnungs- und
Planungsverfahren tätig. Dies gilt auch bei der
Ausübung gesetzlicher Vorkaufsrechte. Dabei
sichert das ZFM immobiles Landesvermögen
im Bereich der Vermögenszuordnung und bei
offenen Vermögensfragen.
Zum Aufgabenbereich gehört zudem die Öko-
flächenagentur des Freistaates Sachsen. In
und eingeleitet. Dies können Anlagenoptimie-
rung, die Anpassung der Servicelevel oder die
Bündelung von Dienstleistungsverträgen sein.
Im Bereich der Energieversorgung werden Emp-
fehlungen zum Einbau ressourcenschonen der
Anlagentechnik und zum Anlagenbetrieb gege-
ben. Weiterhin obliegt dem Immobilien ma na-
ge ment, in Wahrnehmung der Betreiberver ant-
wortung, neben dem Störungs management
die Kontrolle der Wartungs- und Prüfleistun-
gen sowie die Prüfung des Instandhaltungs-
bedarfs der Anlagentechnik. Die Erledigung der
Aufgaben erfolgt nach einheitlichen Standards,
die nach bewährten und optimierten Methoden
entwickelt wurden und einem kontinuierlichen
Verbesserungsprozess unterliegen.
Ein weiterer Schwerpunkt in der Betreuung der
Immobilien liegt im Bauunterhalt, der die lau-
fende Erhaltung und Bewahrung der Gebäude
und sonstiger baulicher Anlagen der Liegen-
schaften zum Ziel hat. Das Immobilienmana-
gement organisiert und überwacht die Fest-
stellung der erforderlichen Maßnahmen und
fungiert als koordinierende Schnittstelle zum
Bereich Planen und Bauen.
Zentrales Flächenmanagement
Der fachlich selbstständige Geschäftsbereich
Zen trales Flächenmanagement Sachsen (ZFM)
vertritt den Freistaat Sachsen als Grund-
stücks eigentümer und steuert den landeseige-
nen Immobilienbestand. Zu diesem Zweck kauft,
tauscht und verkauft das ZFM für den Freistaat
Sachsen Grundstücke und ist für die Erfas-
sung des gesamten Immobilienbestandes des
Freistaates Sachsen zuständig. Das ZFM arbei-
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Justizzentrum Leipzig – 1. Bauabschnitt, Staatsanwaltschaft
dieser Funktion kompensiert das ZFM Eingriffe
in die Natur durch die ökologische Aufwertung
und langfristige naturschutzkonforme Hege von
Immobilien. Dies erfolgt anlassbezogen, also
mit Bezug auf einen konkreten Eingriff (bei-
spielsweise bei Baumaßnahmen), oder im Vor-
aus als sogenannte Ökokontomaßnahme. Bei
Ökokontomaßnamen erhält das ZFM »Öko-
punkte«, welche als Kompensation für künftige
staatliche Eingriffe in Natur und Landschaft
(zum Beispiel Hochbaumaßnahmen, Infrastruk-
turmaßnahmen wie Straßenbau und Hochwas-
serschutz) eingelöst oder an kompensations-
pflichtige Bauherren verkauft werden können.
Als Ökoflächenagentur des Freistaates Sach-
sen kann das ZFM Kompensationspflichten
schuldbefreiend übernehmen. Das heißt, dass
sich kompensationspflichtige Bauherren von
ihren Pflichten durch den Abschluss einer
Vereinbarung mit dem ZFM verbindlich und
dauerhaft »befreien« können.
Shared Service Center
Die internen Verwaltungsaufgaben des SIB wer-
den zentral durch die Shared Service Center
(SSC) zusammengefasst. Die SSC unterstützen
bei bereichsübergreifenden oder fachbeglei-
tenden Aufgaben und gewährleisten, dass die
Fachbereiche ihre Kernaufgaben jederzeit sach-
und qualitätsgerecht erfüllen können. Das viel-
fältige Aufgabenspektrum erstreckt sich von
organisatorischen Aufgaben des Dienstbetriebs
über juristische Beratung, das Personalmana-
gement, das Vergabe- und Vertragsmanagement
sowie das Rechnungswesen bis hin zur Be-
reitstellung und Instandhaltung der notwen-
digen Informationstechnik.

11 |
4. Jahresergebnisse 2020 im Überblick
Wirtschaftsplan
Der kaufmännische Jahresabschluss des SIB
für das Geschäftsjahr 2020 ist durch die
CONNEX.M&P AUDIT Wirtschaftsprüfungsge-
sellschaft geprüft und uneingeschränkt tes-
tiert worden.
Die Ertragslage ist gemäß Gewinn- und Ver-
lustrechnung durch einen Jahresfehlbetrag
von 871 Tsd. Euro (Vorjahr Jahresüberschuss
von 54 Tsd. Euro, ohne Geschäftsbereich ZFM)
gekennzeichnet.
Als wichtigste Einnahmeposition weist der
SIB im Geschäftsjahr 2020 Umsatzerlöse aus
Verwaltungskostenerstattungen in Höhe von
18,3 Mio. Euro (Vorjahr 15,8 Mio. Euro) aus.
Im Rahmen der Zuschussfinanzierung durch
den Freistaat Sachsen wurden durch den SIB die
im Geschäftsjahr erhaltenen Zuweisungen für
die Finanzierung der laufenden Geschäftstä tig-
keit sowie der Investitionen in Höhe von ins-
gesamt 68,7 Mio. Euro (Vorjahr 61,4 Mio. Euro,
ohne Geschäftsbereich ZFM) im Rahmen einer
sparsamen und zweckent spre chenden Haus-
haltsführung ordnungsgemäß verwendet.
Für das Geschäftsjahr 2020 sind im Überblick
folgende Jahresergebnisse hervorzuheben:
Staatlicher Hochbau und
Liegenschaften
In Wahrnehmung des Planungs- und Bauma-
nagements für die Baumaßnahmen des Frei-
staates Sachsen, des Bundes und Dritter gelang
es, insgesamt 2 356 Baumaßnahmen (Vor jahr
2 345) mit einer Bauleistung im Wert von
576,7 Mio. Euro (Vorjahr 528,6 Mio. Euro) zu
realisieren. Dabei entfielen 468,0 Mio. Euro
(Vorjahr 436,1 Mio. Euro) auf den Landes- und
Hochschulbau – ohne sonstiger Bauausgaben,
wie Erhaltung von Bestandsgebäuden oder Be-
seitigung von Hochwasserschäden. Im Bundes-
bau wurde ein Volumen von 53,0 Mio. Euro
(Vorjahr 49,7 Mio. Euro)
sowie 46,1 Mio. Euro
(Vorjahr 34,3 Mio. Euro) im Landesbau für Dritte
realisiert.
Die Gesamtausgaben im Liegenschaftsbereich
be laufen sich im Geschäftsjahr 2020 auf
274,7 Mio. Euro (Vorjahr 256,8 Mio. Euro).
Landesbau inkl. sonstiger Bauausgaben
(wie Erhaltung von Bestandsgebäuden
oder Beseitigung von Hochwasserschäden)
Hochschulbau
Landesbau für Dritte
Bundesbau
Anmietung
Bewirtschaftung
sonstige Bewirtschaftungskosten
Bau- und Liegenschaftshaushalt – Ergebnisse 2020 (in Mio. Euro)
300,1
177,6
46,1
53,0
56,2
302,9
14,5
Immobilienvermögen
Das Portfolio des Geschäftsbereichs ZFM
umfasste zum Stichtag 31. Dezember 2020
einen Bestand von 34 487 Flurstücken (Vor-
jahr 34 031) mit einer Fläche von 33 952 ha
(Vorjahr 33 650 ha) sowie 4 360 Gebäuden
(Vor jahr
4
423).
Fiskalerbschaften
Im Geschäftsjahr 2020 sind dem Staatsbetrieb
ZFM 1 157 Fiskalerbschaftsfälle (Vorjahr 1 152)
zugegangen. 952 Fiskalerbschaftsfälle konnten
abgeschlossen werden, der Bestand beträgt
zum 31. Dezember 2020 damit 4 248 Fälle.
Kompensation
Im Geschäftsjahr 2020 konnten rd. 1 431 660 Öko-
punkte (Vorjahr 1 203 500) in einem Gesamt-
wert von 678 Tsd. Euro (Vorjahr 658 Tsd. Euro)
veräußert werden.

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Polizeidirektion Zwickau - Sanierung und Umbau

13 |
Bauaktivitäten
Im Geschäftsjahr 2020 realisierte der SIB Bau-
leistungen in Höhe von 576,7 Millionen Euro.
Davon entfielen 477,4 Millionen Euro auf den
Einzelplan 14 des sächsischen Landeshaus-
hal tes. Das Bauvolumen im Einzelplan 14 liegt
damit rund 7 Prozent über dem des Vorjahres
von 444,4 Millionen Euro.
Das Bauvolumen 2020 verteilt sich auf fol-
gende Bereiche: 50 Prozent entfallen auf den
allgemeinen Landesbau (290,4 Millionen Euro),
31 Prozent auf den Hochschulbau (177,6 Mil-
lionen Euro), 9 Prozent auf den Bundesbau
(53,0 Millionen Euro), 8 Prozent auf das Bauen
für Dritte (46,1 Millionen Euro) und 2 Prozent
auf Aufwendungen für sonstige Baumaßnah-
men (9,4 Millionen Euro), beispielsweise den
Erhalt von Bestandsgebäuden.
Insgesamt wurden 2020 in 2 356 Baumaß-
nahmen (Vorjahr 2 345) Leistungen erbracht.
Hiervon entfallen 518 Maßnahmen (22 Prozent)
auf Große Baumaßnahmen, 447 auf soge-
nannte Kleine Baumaßnahmen (19 Prozent) und
1 391 auf Bauunterhaltsmaßnahmen (59 Pro-
zent). Der Bauunterhalt hat den Erhalt der bau-
lichen Substanz zum Ziel, ohne den Bestand
grundsätzlich zu ändern. Große Baumaßnah-
men (GBM) und Kleine Baumaßnahmen (KBM)
dienen im Gegensatz dazu, Gebäude und bau-
liche Anlagen zu schaffen oder sie wesentlich
zu ändern. Als Kleine Baumaßnahmen werden
Bauprojekte mit Gesamtbaukosten bis 1,5 Mil-
lionen Euro bezeichnet. Zu Großen Baumaß-
nahmen zählen die Projekte mit Gesamtbau-
kosten von über 1,5 Millionen Euro. Mit Wirkung
vom 15. Januar 2021 wurde die Wertgrenze für
Kleine Baumaßnahmen nach RLBau Sachsen,
Abschnitt D auf 2,0 Millionen Euro erhöht.
5. Die Geschäftsentwicklung 2020
Planen und Bauen
Bauausgaben 2020 nach Bereichen
Hochschulbau: 177,6 Mio. Euro
sonstige Bauausgaben (z. B. Erhalt von
Bestandsgebäuden): 9,4 Mio. Euro
Landesbau für Dritte: 46,1 Mio. Euro
Bundesbau: 53,0 Mio. Euro
Landesbau: 290,4 Mio. Euro
9 %
31 %
50 %
8 %
2 %
Angaben in Millionen Euro
2020
Vorjahr
Landesbau
290,4
256,6
davon für
Große Baumaßnahmen
213,9
188,0
Kleine Baumaßnahmen
25,4
24,0
Bauunterhalt
49,1
44,3
Planung
2,0
0,3
Hochschulbau
177,6
179,5
davon für
Große Baumaßnahmen
131,2
132,3
Kleine Baumaßnahmen
10,5
16,4
Bauunterhalt
34,2
30,2
Planung
1,6
0,6
Erhalt von
Bestandsgebäuden
9,4
8,3
Hochwasser 2013,
Schadensbeseitigung
0,3
0,6
Landesbau für Dritte
46,1
34,3
Bundesbau
53,0
49,7
606
431
416
446
515
Entwicklung des Bauvolumens 2010 bis 2020
Angaben in Mio. Euro
0
100
200
300
400
500
600
700
569
568
482
525
529
577
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

image
Universität Leipzig - Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung, iDiV, Neubau Forschungsgebäude

15 |
Baumaßnahmen 2020
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Amtsgericht Borna, Umbau und Sanierung, EE-EFRE
15,7 Mio. €
11/17 – 11/20
JVA Torgau, Neubau Sporthalle, EE-EFRE
6,1 Mio. €
08/18 – 11/20
Sächsische Staatskanzlei, Mediazentrum
2,1 Mio. €
11/19 – 10/20
TU Chemnitz, Zentrale Unibibliothek (Alte Aktienspinnerei), Umbau und Sanierung, EE-EFRE
53,4 Mio. €
06/15 – 03/20
TU Chemnitz, Institut für Strukturleichtbau, Zentrum für Leichtbautechnologien / Strukturleichtbau und
Kunststoffverarbeitung (MERGE), 2. BA, Neubau Labore, Infrastruktur-EFRE
14,5 Mio. €
06/18 – 07/20
Universität Leipzig, Theologische Fakultät, Umbau und Sanierung
6,5 Mio. €
09/17 – 08/20
Universität Leipzig, Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung, iDiV, Neubau Forschungsgebäude
33,9 Mio. €
04/18 – 03/20
Staatliche Studienakademie Riesa, 2. BA, Neubau Laborgebäude
5,7 Mio. €
07/18 – 08/20
TU Bergakademie Freiberg, Schlossplatzquartier, 2. BA, Neubau Hörsaal und Seminarräume
11,0 Mio. €
10/16 – 05/20
TU Bergakademie Freiberg,
Zentrum für effiziente Hochtemperatur-Stoffumwandlung, ZeHs, Neubau – gefördert nach §91b GG
34,2 Mio. €
07/17 – 06/20
LfULG Pillnitz,
Fachschule für Agrartechnik und Gartenbau,
Sanierung Wohnheim und Außenanlagen
4,2 Mio. €
07/18 – 09/20
(ohne komplette
Außenanlagen)
Polizeidirektion Leipzig,
Maßnahmen i. Z. mit EU-China-Gipfel 2020 in Leipzig, Führungsstab / Besondere Aufbauorganisation (BAO)
5,7 Mio. €
09/19 – 07/20
Polizeidirektion Leipzig,
Maßnahmen i. Z. mit EU-China-Gipfel 2020 in Leipzig, Modernisierung Führungs- und Lagezentrum
1,9 Mio. €
02/19 – 07/20
Polizeidirektion Leipzig,
Maßnahmen i. Z. mit EU-China-Gipfel 2020 in Leipzig, Technischer Stab
1,9 Mio. €
11/19 – 07/20
Großer Garten Dresden, Erneuerung Beleuchtungsanlage, EE-EFRE
1,9 Mio. €
03/18 – 12/20
Residenzschloss Dresden, Langer Gang, Wiederherstellung Historische Raumfassung Gewehrgalerie
10,76 Mio. €
07/15 – 08/20
Fertigstellungen
Fertigstellungen Landes- und Hochschulbau sowie Kulturbau
Fertigstellungen Bundesbau
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum Leipzig, Neubau Technikum
46,3 Mio. €
06/16 – 09/20
Flugphysiologisches Trainingszentrum Königsbrück, Umbau Truppenküche
4,4 Mio. €
07/16 – 12/20

| 16
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Semperoper Dresden, Unterbringung Verwaltung, Sanierung Alte Spedition
4,7 Mio. €
04/18 – 12/2021
Amtsgericht und Polizeirevier Freiberg
24,7 Mio. €
08/18 – III/22
Justizzentrum Leipzig, 1. BA, Staatsanwaltschaft, EE-EFRE
41,1 Mio. €
10/17 – 01/21
Amtsgericht Plauen, Sanierung
8,3 Mio. €
04/18 – 02/22
JVA Torgau Hafthaus für Sozialtherapie
45,1 Mio. €
10/18 – 2027
JVA Leipzig mit Krankenhaus, Neubau Krankenhaus
21,5 Mio. €
08/17 – 05/21
Sächsischer Rechnungshof Döbeln, EE-EFRE
19,7 Mio. €
02/19 – Mitte 22
JVA Zwickau, Neubau
235,3 Mio. €
05/19 – 06/24
TU Bergakademie Freiberg, Clemens-Winkler-Bau, Laborflügel Mitte und Süd, Neubau, Infrastruktur-EFRE
52,9 Mio. €
06/19 – 12/22
TU Bergakademie Freiberg, Bibliothek und Hörsaalzentrum, Neubau
44,4 Mio. €
02/19 – 04/22
Universität Leipzig, Medizinische Fakultät,
Umbau und Modernisierung des Institutsgebäudes Liebigstraße 27 zum zentralen Studienzentrum, 3. BA
36,2 Mio. €
12/14 – 04/22
Westsächsische Hochschule Zwickau, Hochtechnologiezentrum, Neubau und Sanierung, Infrastruktur-EFRE
41,1 Mio. €
09/19 – 12/22
TU Dresden, Mensa Bergstraße
29,7 Mio. €
01/18 – 02/24
TU Dresden, Sanierung und Umbau Beyer-Bau, EE-EFRE
50,7 Mio. €
09/18 – 12/23
TU Dresden, Sanierung und Umbau Fritz-Förster-Bau, EE-EFRE
47,4 Mio. €
06/14 – 08/21
TU Dresden, Neubau Institut für Energietechnik, Infrastruktur-EFRE
16,3 Mio. €
09/19 – 04/22
TU Dresden, Hochleistungsrechner/ Speicherkomplex (HRSK II), 2. Ausbaustufe
50,9 Mio. €
2014 – 12/21
TU Dresden, Institut für Automobiltechnik Dresden (IAD), Sanierung Halle 125 + 127, Infrastruktur-EFRE
30,8 Mio. €
01/19 – 11/22
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Neubau Lehr- und Laborgebäude, EE-EFRE
63,4 Mio. €
04/19 – 10/23
Polizeidirektion Chemnitz, Polizeirevier Döbeln – Neuunterbringung
8,5 Mio. €
III/19 – I/22
Finanzamt Annaberg-Buchholz, Neue Unterbringung, 1. Bauabschnitt Sanierung »Alte Post«
9,7 Mio. €
09/18 – 12/21
Polizeifachschule Schneeberg, Umbau und Sanierung von Ausbildungs-, Versorgungs- und Verwaltungsgebäuden
46,6 Mio. €
03/15 – IV/22
Polizeidirektion Zwickau, Sanierung und Umbau
37,3 Mio. €
06/17 – IV/22
Landeskriminalamt, Kriminalwissenschaftliches und -technisches Institut (KTI), EE-EFRE (BNB-Gold-Standard)
54,4 Mio. €
05/19 – 12/22
Staatsbetrieb Sachsenforst, Errichtung einer zentralen forstlichen Ausbildungsstätte in Bad Reiboldsgrün
24,5 Mio. €
07/19 – 09/22
Hochschule der Sächsischen Polizei, Fortbildungszentrum Bautzen, Neubau Pforte
4,2 Mio. €
II/19 – II/21
Hochschule der Sächsischen Polizei, Fortbildungszentrum Bautzen, Neubau Mensa
7,5 Mio. €
IV/19 – II/22
Hochschule der Sächsischen Polizei, Rothenburg | 1. TBM Erweiterung Mensa
6,9 Mio. €
04/19 – 02/21
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Nossen,
Neuunterbringung Förderzentrum | 1. TBM Errichtung Förderzentrum | 2. TBM Stellplätze
TBM 1
9,6 Mio. €
TBM 1
09/19 – III/22
Blockhaus Dresden, Umbau zum Archiv der Avantgarden
25,2 Mio. €
09/19 – 07/22
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz,
konzentrierte Unterbringung der Sammlungen, Labore und Wissenschaftsbereiche
56,0 Mio. €
12/19 – 07/24
Zwinger Dresden, Bogengalerie L, Pavillon G
14,3 Mio. €
11/18 – 01/21
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Truppenübungsplatz Oberlausitz, Neubau Feuerwache
9,0 Mio. €
08/19 – 10/22
Wettiner Kaserne Frankenberg, Neubau Dienstgebäude 14
6,6 Mio. €
01/18 – 10/22
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Sächsisches Krankenhaus Arnsdorf, Haus am Karswald, Sanierung und Erweiterung
14,7 Mio. €
03/18 – 06/21
Sächsisches Krankenhaus Arnsdorf, Neubau B4N und Sanierung B3
30,3 Mio. €
12/15 – 03/25
Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz, Haus 19/20/21, Sanierung und Erweiterung
22,7 Mio. €
01/18 – 02/22
Baufortführungen
Baufortführungen Landes- und Hochschulbau, Kulturbau
Baufortführungen Bundesbau
Baufortführungen für Dritte

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17 |
Baubeginne
Baubeginne Landes- und Hochschulbau, Kulturbau, Dritte
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Universität Leipzig, Fakultät für Physik und Geowissenschaften, Institut für Meteorologie,
Neuunterbringung, Neubau Institutsgebäude, EE-EFRE
13,4 Mio. €
10/20 – 12/22
Universität Leipzig, Fakultät Erziehungswissenschaften, Teilmaßnahme 6, Sanierung Haus 7
3,7 Mio. €
11/20 – 07/22
TU Chemnitz, Institut für angewandte Bewegungswissenschaften,
Ersatzneubau Sporthalle, Ersatzneubau Thüringer Weg, 1. BA, EE-EFRE
14,4 Mio. €
12/20 – 12/22
TU Bergakademie Freiberg, Kegel-Rammler-Bau, 2. BA Neubau Hallenkomplex, Infrastruktur-EFRE
29,0 Mio. €
02/20 – 08/23
Westsächsische Hochschule Zwickau, Campus Innenstadt, Technikum, Neubau, Infrastruktur-EFRE
30,2 Mio. €
05/20 – 03/23
Staatliche Studienakademie Plauen, Campus Amtsberg, 2. BA Multifunktionsgebäude
8,1 Mio. €
04/20 – 08/22
Polizeiverwaltungsamt Dommitzsch, Sanierung / Neubau Hs. 11, Sportsaal, Kantine
4,5 Mio. €
IV/20 – IV/22
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft Brandis, Um- und Ausbau Fachbereich 31/34
2,3 Mio. €
06/20 – II/22
Polizeirevier Werdau, Erweiterung
9,7 Mio. €
09/20 – III/22
Zwinger Dresden, Sanierung Zwingerhof
9,8 Mio. €
11/20 – 12/24
Sächsisches Krankenhaus Rodewisch, Neubau B22
11,8 Mio. €
04/20 – 06/22
Baubeginne Bundesbau
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Graf-Stauffenberg-Kaserne Dresden, Neubau Unterkunftsgebäude 027 und 034
17,9 Mio. €
07/20 – 01/24
Westsächsische Hochschule Zwickau - Hochtechnologiezentrum, Visualisierung Arge RBZ – LD
Die Baumaßnahmen werden mitfinanziert durch Steuermittel auf der
Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Die Baumaßnahmen werden gefördert aus Mitteln
des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

| 18
Förderprogramm
EE-EFRE
(Förderperiode 2014 – 2020)
Im Rahmen des Programmes Energieeffizienz-
EFRE 2014 – 2020 (EE-EFRE), welches Ende 2023
abschließt, wurden im Jahr 2020 insgesamt
38 Baumaßnahmen zur Förderung der Energie-
effizienz, des intelligenten Energiemanage-
ments und der Nutzung erneuerbarer Energien
an Hochschul- und Landesliegenschaften des
Freistaates Sachsen betreut. Durch das Förder-
programm EE-EFRE werden Maßnahmen zur
Einsparung von CO
2
-Emissionen mit 159,4 Mil-
lio nen Euro
*
unterstützt. Nahezu alle Anträge
zur Aufnahme in das Programm EE-EFRE liegen
der Bewilligungsstelle vor oder wurden vorab-
gestimmt. Ende 2020 erfolgte die Umsetzung
von 43 Prozent der bereitgestellten Fördermittel.
Von den zehn fertiggestellten Baumaßnahmen
liegen acht Verwendungsnachweise vor, da-
von sind sechs Projekte von der Bewilligungs-
behörde abschließend geprüft und ohne Be-
anstandungen festgestellt.
Die durch EE-EFRE geförderten Kosten betru-
gen im Berichtsjahr 2020 etwa 19,9 Millionen
Euro. Im Jahr 2020 wurden durch EE-EFRE bei-
spielsweise die innovativen Pilotvorhaben mit
BNB-Gold-Standard, der Neubau des Kriminal-
wissenschaftlichen und -technischen Instituts
(KTI) des Landeskriminalamtes in Dresden mit
5,5 Millionen Euro und der Neubau des Lehr-
und Laborgebäudes an der Hochschule für
Tech nik und Wirtschaft Dresden mit 2,3 Mil-
lionen Euro, gefördert. Weiterhin flossen je-
weils etwa 1,5 Millionen Euro Fördermittel in
die Bauvorhaben »energetische Sanierung und
Umbau Amtsgericht Borna« und »Neubau einer
Sporthalle der Justizvollzugsanstalt Torgau
im Plus-Energie-Standard«.
*
(siehe Finanzplan über EFRE-Mittel nach
3. Änderungs antrag, Stand 07.05.2020)
Förderprogramm
Infrastruktur-EFRE
(Förderperiode 2014 – 2020)
Der Infrastrukturfond im Freistaat Sachsen
fördert Maßnahmen zur Verbesserung der bau-
lichen Infrastruktur an Hochschulen.
Im Programm Infrastruktur-EFRE wird damit ge-
rechnet, mit 11 Maßnahmen insgesamt 283,7 Mil-
lionen Euro förderfähige Kosten umsetzen zu
können.
Für beide Programme startet am 1. Januar 2021
die neue Förderperiode 2021 – 2027. Die Vor-
bereitungen erfolgen in enger Abstimmung mit
dem Sächsischen Staatsministerium der Finan-
zen und den Bewilligungsstellen.
Projektentwicklung
Im Geschäftsjahr wurden im Bereich der Be-
darfsprüfung innerhalb des Referates Pro-
jekt entwicklung insgesamt 46 förmliche und
52 vereinfacht förmliche Bedarfsanmeldungen
zur Behördenunterbringung bearbeitet und
ent schieden. An die Bedarfsprüfung schließt
sich eine Bewertung von Unterbringungs-
mög lichkeiten, in aller Regel durch eine Wirt-
schaft lich keitsuntersuchung
verschiedener
Unter brin gungs varianten an. Der SIB erstellte
2020 insgesamt 26 Wirtschaftlichkeitsunter-
suchungen.
Beispielhaft zu erwähnen ist die Qualifizierte
Bedarfsanmeldung (QBedan) für die Errichtung
eines Reservelagers für Schutzausstattung des
Sächsischen Polizeiverwaltungsamtes (Stand-
ort Leipzig) sowie begleitend eine Wirtschaft-
lichkeitsuntersuchung für dessen interimis-
tische Unterbringung, welche im Fachgebiet
Bedarfsprüfung des Referates Projektent-
wicklung im Geschäftsjahr 2020 innerhalb kür-
zester Zeit erstellt wurde. In ähnlicher Weise
wurden für die Technische Universität Chemnitz
für den »Smart Rail Connectivity-Campus« (SRCC)
am Standort Annaberg-Buchholz eine Quali-
fizierte Bedarfsanmeldung für die Errichtung
des Teilbereichs »Büro« innerhalb kurzer Zeit mit
begleitender Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
für die Unterbringungsentscheidung erstellt.
In den Fachgebieten Hochbau des Referates
Projektentwicklung waren im Betrachtungsjahr
12 Entscheidungsunterlagen (ES) in Bearbei-
tung, acht Unterlagen wurden abgeschlossen.
In der fortlaufenden Bearbeitung werden die
Maßnahmen nach »alter« Fassung der RLBau
Sachsen stetig abgelöst und in das neue Ver-
fahren nach RLBau Sachsen überführt. Im
Jahr 2020 waren 43 QBedAn in Bearbeitung,
davon konnten neun fertiggestellt werden. Für
2021 wird eine wesentlich höhere Anzahl von
ab geschlossenen QBedAn erwartet. Im Rah-
men der Aufstellung von Konzepten zur Behör-
denunterbringung war die Projektentwicklung
an zahlreichen Zielplanungen / Machbarkeits-
studien / Bauleitplanungen beteiligt.
Grundsatzarbeit
Das Referat Grundsatz Bau (GB) ist in die
Bereiche Hochbau, Technik/Ingenieurbau/
Umweltschutz, Datenmanagement sowie
Nachhaltigkeit gegliedert. Es befasst sich mit
allgemeinen und übergreifenden baufachli-
chen Themen. Zudem erfolgt ein wesentlicher
Bestandteil der Tätigkeit maßnahmenbe-
zogen, z. B. mit fachtechnischen Stellungnah-
men im Rahmen der baufachlichen Geneh-
migung von Baumaßnahmen. Das Referat
Grundsatz Bau ist Dienstleister für die Nie-
derlassungen sowie die anderen Referate im
Bereich Planen und Bauen des SIB.

19 |
zu etablieren. Hieraus ergeben sich folgende
Ansatzpunkte:
interdisziplinäres Arbeiten in digitalen
Modellen,
digitale Modelle als Informations-
datenbank rund um das Bauwerk,
digitale Modelle als eine verlässliche
Quelle für Entscheidungen während des
gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks.
Da bislang nur auf wenige Grundlagen für die
Umsetzung der neuen BIM-Methode zurück-
gegriffen werden kann, erarbeitet der SIB seit
2018 diese eigenverantwortlich und schafft
gleichzeitig die notwendigen technischen Vo-
raussetzungen für eine BIM-Pilotierung.
Anhand von vier Pilot-Projekten (zwei Maßnah-
men im Bundesbau, zwei Maßnahmen im Lan-
desbau), wovon zwei Pilotprojekte im Jahr 2020
gestartet sind, wird die Arbeitsweise getestet
und im Anschluss die erarbeiteten Vorgaben
evaluiert und für die Einführung zur Anwen-
dung im SIB vorbereitet.
Leitfaden zur Erstellung, Prüfung und
Genehmigung von Bauunterlagen
Der Leitfaden zur Prüfung und Genehmigung
von Bauunterlagen (Leitfaden Bauunterlagen)
wurde an die novellierte RLBau 2018 angepasst
und grundlegend überarbeitet. Er präzisiert
die formalen und inhaltlichen Anforderungen
zur Erstellung, Prüfung und Genehmigung von
Bauunterlagen gemäß Abschnitt E der RLBau
Sachsen. Der Leitfaden definiert außerdem
Schnittstellen zwischen den am Verfahren Be-
teiligten und deren Verantwortlichkeiten und
dient der verstärkten Betrachtung des gesam-
ten Lebenszyklus eines Gebäudes im Planungs-
prozess. Neben redaktionellen Anpassungen
wurden folgende Themen neu aufgenommen:
Risikovorsorge, Interimsunterbringung zur Ge-
währleistung der Baufreiheit während einer
GBM sowie Vorgaben für Stellungnahmen. Der
Leitfaden Bauunterlagen wurde zur verbind-
lichen Anwendung im SIB eingeführt.
Schwerpunkte
im Geschäftsjahr 2020 waren:
Einführung Projektmanagementsystem
(PM-System)
Der SIB führte am 1. September 2020 mit der
Geschäftsanweisung »Einführung und Anwen-
dung des digitalen Projektmanagementsystems
PlanNet / PlanTeamSpace sowie Einführung und
Anwendung der CAD / FM-Dokumentationsricht-
linie für Baumaßnahmen im staatlichen Hoch-
bau« eine internetbasierte Projektplattform
und die dazu erforderliche Richtlinie für die
Zusammenarbeit aller an der Planung und am
Bau Beteiligten ein.
Verbindlich ist das PM-System seitdem für alle
Großen und Kleinen Neubaumaßnahmen (GBM
und KBM) zu nutzen.
Das Etablieren einer digitalen Projektplattform
schafft im SIB die Voraussetzungen für die
Vereinheitlichung der Projektabwicklung sowie
für ein durchgängig digitales Daten- und Doku-
mentenmanagement von der Planung über
die Ausführung bis zur Bewirtschaftung. Die
Kommunikation, die Zusammenarbeit und der
Datenaustausch zwischen allen Beteiligten wird
damit transparenter und effizienter.
Der SIB leistet mit der Einführung des Projekt-
managementsystems einen wichtigen Schritt
zur Digitalisierung der Planungs-, Bau- und
Facilitymanagementprozesse in der sächsischen
Bau- und Liegenschaftsverwaltung.
Vorbereitung BIM-Implementierung
(BuildingInformationModeling)
Der SIB folgt der Aufforderung des Sächsi-
schen Staatsministeriums der Finanzen (SMF)
(Koalitionsvertrag 2018) sowie dem Stufen-
plan Digitales Planen und Bauen des Bundes-
ministeriums für Verkehr und digitale Infra-
struktur von 2017, mittels der BIM-Methode
neue Arbeitsweisen im Planungs-, Bau- sowie
Facilitymanagementprozess zu erproben und
Leitfaden Barrierefrei Planen und Bauen
Im September 2020 konnte der Leitfaden
Barrierefreiheit fertiggestellt und dem SMF
zur Einführung übergeben werden. Der Leit-
faden ist durch das Referat Grundsatz Bau und
eine Arbeitsgruppe entwickelt worden, in der
vorwiegend Beschäftigte mit einer Zusatz-
qualifikation »Barrierefreiheit« aus SIB-Zent-
rale und SIB-Niederlassungen mitwirkten. Die-
ser Leitfaden gilt als Vollzugsvorgabe zu §18
des Sächsischen Inklusionsgesetzes (Sächs-
InklusG) und entspricht den Zielsetzungen,
welche im Aktionsplan der Sächsischen Staats-
regierung zur Umsetzung der UN-Behinderten-
rechtskonvention (SLAP) vereinbart sind. Mit
der anstehenden Einführung des Leitfadens
werden dann erstmals der Geltungsbereich, die
baulichen Standards, der Verfahrensablauf so-
wie die Zuständigkeiten zur Barrierefreiheit von
Bauvorhaben des SIB verbindlich geregelt sein.
E-Akte in der Justizverwaltung
Die niederlassungsübergreifende Baumaß-
nahme ist mit der Erteilung von Planungs-
aufträgen angelaufen. Für die Zielstellung der
Nutzung der E-Verfahrensakte während der
Verhandlung im Gerichtssaal wurde die beim
Sächsischen Staatsministerium der Justiz und
für Demokratie, Europa und Gleichstellung an-
gelegte Erarbeitung von Leitlinien durch den
SIB fachtechnisch unterstützt. Die Leitlinien
bilden als Aufgabenstellung und Bedarfsun-
tersetzung die Grundlage für die bauliche und
technische Ertüchtigung der betroffenen Jus-
tizgebäude. Darüber hinaus wurden die Planun-
gen für die Pilotmaßnahmen sowie teilweise
deren Realisierung begonnen.

image
| 20
gelang es den Beschäftigten im Bundesbau die
coronabedingten Schwierigkeiten in den GBM
durch erhöhte Bauleistungen im Bereich des
Bauunterhalts weitgehend zu kompensieren.
Der Neubau des Technikums des Deutschen
Biomasseforschungszentrums war 2020 mit
4,3 Millionen Euro Bauleistungen ein Schwer-
punkt im Bundesbau (Gesamtbaukosten:
46,3 Millionen Euro). Derzeit befinden sich
zahlreiche Maßnahmen in der Planungsphase,
zum Beispiel die Unterbringung des Umwelt-
bundesamtes Bad Elster sowie der Neubau
des Dienst- und Lehrsaalgebäudes 36 in der
Graf-Stauffenberg-Kaserne in Dresden.
Ein neuer Arbeitsschwerpunkt im Bundesbau
ist der Auslandsbau. 2020 wurden die Vorberei-
tungsarbeiten für die Sanierung der Deutschen
Botschaft in Brasilia (Brasilien), zur Neuunter-
bringung der Deutschen Botschaft in Wilna
(Litauen) und des Generalkonsulats in Edinburgh
(Schottland) begonnen.
Bundesbau
Im Jahr 2020 wurden für die Bauaufgaben
im Auftrag des Bundes 52,6 Millionen Euro
verausgabt (Vorjahr 49,7 Millionen Euro). Der
An teil der Baukosten belief sich dabei auf
43,1 Millionen Euro und die Aufwendungen für
frei beruflich Tätige (fbT) auf 9,5 Millionen Euro.
Schwierige Rahmenbedingungen infolge der
Einschränkungen durch die Corona-Pandemie
prägten das Jahr 2020. In einigen Maßnahmen
kam es zu Verzögerungen des Bauablaufs und
Verringerung des geplanten Mittelumsatzes. So
waren aufgrund der eingestellten Arbeiten der
Kampfmittelräumdienste in Sachsen im Früh-
jahr 2020 keine erdberührten Arbeiten mög lich.
Betroffen davon war u. a. die GBM Neubau Ge-
bäude 14 in der Wettiner Kaserne Frankenberg.
Zu den Gebäuden der militärischen Liegenschaft
Materiallager Zeithain erhielten Baufirmen zeit-
weise keinen Zugang, mindestens fünf Maß-
nahmen in der Liegenschaft waren davon be-
troffen. Zu Verzögerungen in der Fertigstellung
kam es darüber hinaus auch durch fehlende
Material lieferungen wegen Werksschließun-
gen des Lieferanten, z. B. in der Baumaßnahme
Neubau Technikum des Deutschen Biomasse-
forschungs zentrums. Mit großem Engagement
Hauptzugang der Deutschen Botschaft in Brasilia (Brasilien)
Zuwendungsbau
Der SIB ist für alle Ressorts und Bewilligungs-
stellen der baufachliche Prüfer für Hochbau-
maßnahmen, die vom Freistaat Sachsen mit
Landes-, Bundes- oder EU-Mitteln gefördert
werden. Mit Bausachverstand unterstützt und
berät der SIB Richtliniengeber, Bewilligungs-
stellen und Zuwendungsempfänger bei großen
Fördervorhaben während der Planung, Aus-
führung und Abrechnung sowie zum Nachweis
der Mittelverwendung. Im Jahr 2020 wurden
85 Förder- / Änderungs- und Mehrkostenan-
träge mit einem Bauvolumen von 396 Millio-
nen Euro baufachlich geprüft. In Baubegleitung
und Verwendungsnachweisprüfung wurden ins-
gesamt 164 Maßnahmen betreut und 61 Ver-
wendungsnachweise geprüft. Beispielhaft für
das breite Spektrum geprüfter und baubeglei-
teter Maßnahmen stehen neben dem Neubau
des Internistischen Zentralgebäudes am Klini-
kum St. Georg in Leipzig die Errichtung des
Lern- und Gedenkortes »Kaßberg-Gefängnis«
in Chemnitz, die Sanierung und Erweiterung
des Kurmittelhauses in Bad Schlema, die Sa-
nierung des Schlosses Hartenfels in Torgau oder
die Sanierung und brandschutztechnische
Ertüchtigung des Hauptgebäudes der Sport-
schule des DFB »Egidius Braun« in Leipzig.

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Wettbewerb
Justizzentrum Leipzig
Bedarfsgerechte Unterbringung,
3. Bauabschnitt Fachgerichte (FGZ),
Nichtoffener Realisierungswettbewerb
Für den Neubau des Fachgerichtszentrums
Leipzig wurde durch die SIB-Niederlassung
Leipzig I ein Architekturwettbewerb durchge-
führt. Das Wettbewerbsgebiet befindet sich in
unmittelbarer Nähe zum Amtsgericht Leipzig
und dem Neubau der Staatsanwaltschaft Leipzig.
Die Wettbewerbsaufgabe bestand darin, die
drei Fachgerichtsbarkeiten und einen Teil der
Staatsanwaltschaft an einem Standort zu
konzentrieren.
Eine fachkundige Jury ermittelte am 8. und
9. Juli 2020 unter dem Vorsitz von Prof. Jörg
Springer die Preisträger des Architekturwett-
bewerbes. Das neunköpfige Preisgericht aus
freien Architekten, Vertretern der Verwaltung
und der Stadt Leipzig sowie des SIB entschied,
den Entwurf des Büros Weinmiller Großmann
Architekten PartnerschaftsGmbB
aus Berlin auf
Platz 1 zu setzen.
Das Preisgericht charakterisiert den Sieger-
entwurf unter anderem wie folgt: »Durch die
beiden gleichwertigen, ausgewogenen Bau-
körper wird eine optimale Ausnutzung des
Baufeldes erreicht. Dabei fügt sich die Bau-
masse harmonisch in die umgebende Bebau-
ung ein und nimmt in der Höhenentwicklung
die Staffelung von Wohnbebauung zum Amts-
gericht auf. [...] Der äußere Ausdruck ist ange-
messen klar und zurückhaltend. Die Innenhöfe
sind großzügig dimensioniert und schaffen
neben der Belichtung auch interessante Auf-
enthaltsbereiche auf verschiedenen Ebenen. [...]«
Weitere Preisträger sind die ArGe Gina Barce-
lona Architects + Behet Bondzio Lin Architek-
ten Leipzig, Barcelona und FRICK KRÜGER
NUSSER PLAN2 – Architekten Generalplaner
GmbH München, jeweils mit einem 3. Platz.
Neben fünf gesetzten Teilnehmern hatten sich
32 Bewerber aus mehreren europäischen Län-
dern für diese Planungsaufgabe beworben. Im
Rahmen eines Auswahlverfahrens wurden ins-
gesamt 20 Büros zur Teilnahme aufgefordert –
19 Arbeiten wurden eingereicht.
Erster Platz – Entwurf Neubau Fachgerichtszentrum Leipzig von Weinmiller Großmann Architekten

| 22
Immobilienmanagement
Immobilienmanagement
Im Geschäftsjahr 2020 verwaltete und bewirt-
schaftete der Bereich Immobilienmanagement
zum Stichtag 31. Dezember 2020 einen Immo-
bi lienbestand von 2 960 Gebäuden mit einer
Netto raumfläche von rund 5,5 Millionen Quadrat-
metern. Im Vergleich zum Vorjahr 2019 ist ein
Zuwachs von circa 1,85 Prozent des zu verwal-
tenden, respektive bewirtschaftenden Gebäude-
bestandes zu verzeichnen.
Der SIB verwaltete 2 130 Gebäude, mit einer Netto-
raumfläche von circa 4,7 Millionen Quadrat-
metern, die sich im Eigentum des Freistaates
Sachsen befinden. Die anderen 830 Gebäude mit
circa 0,8 Millionen Quadratmetern Nettoraum-
fläche gehören Dritten.
Gebäude Eigentum FS | 4 655 985 m
2
NRF
Gebäude Eigentum Dritter | 837 508 m
2
NRF
verwaltete Nettoraumfläche (NRF) gesamt:
5 493 493 m
2
Verwaltete Nettoraumfläche (NRF)
Anzahl: 830
Anzahl: 2 130
Der überwiegende Teil der verwalteten Flächen
wird durch die Hochschulen des Freistaates Sach-
sen genutzt, gefolgt von den Behörden und Ein-
richtungen des Sächsischen Staatsministeriums
des Innern und des Sächsischen Staatsministe-
riums der Justiz und für Demokratie, Europa und
Gleichstellung.
Die Verteilung der Flächenanteile auf die ein zelnen Ressorts stellt sich wie folgt dar:
3,56 %
1,05 %
0,95 %
0,32 %
0,42 %
0,56 %
Universitäten / Hochschulen (ohne Uniklinika)
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Sächsisches Staatsministerium der Justiz
und für Demokratie, Europa und Gleichstellung
Sächsisches Staatsministerium
für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
Sammelansatz Landeseinrichtungen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Sächsisches Staatsministerium
für Energie, Klimaschutz und Landwirtschaft
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Sächsisches Staatsministerium
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Sächsisches Staatsministerium für Soziales
und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Sächsischer Landtag
Sächsisches Staatsministerium für
Regionalentwicklung
Sächsischer Rechnungshof
Sächsische Staatskanzlei
Sächsischer Datenschutzbeauftragter
5,46 %
13,23 %
20,98 %
33,17 %
4,94 %
0,25 %
0,01 %
5,73 %
9,37 %
Immobiliensteuerung
Ein maßgebliches Aufgabengebiet des Berei-
ches Immobilienmanagement ist die Immobi-
liensteuerung. Mit diesem Aufgabenfeld sind
im Wesentlichen Planungen, Verhandlungen
und Abstimmungen mit Dritten und anderen
Bereichen des SIB im Vorfeld von Behörden-
unterbringungen verbunden, die im Ergebnis
ent weder zur Unterbringung in landeseigenen
Immobilien oder in Anmietungen führen.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden dabei unter-
schiedliche Projekte mit vielschichtigen Facet-
ten begleitet. Beispielhaft zu erwähnen sind
hier unter anderem Maßnahmen für die Be-
treibung des Versorgungszentrums im Rahmen
des Neubauvorhabens der Zentralen Forstli-
chen Ausbildungsstätte Bad Reiboldsgrün oder
auch die Unterbringung des Forschungscam-
pus »Smart Rail Connectivity Campus« (SRCC)
der TU Chemnitz in Annaberg-Buchholz.
Ein weiterer Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2020
war die Begleitung des Rahmenvertrags-
abschlus ses mit der DFMG Deutsche Funk-
turm GmbH. Auf Basis dieses Vertrages kön-
nen der DFMG Grundstücke und Gebäude des
Freistaates Sachsen für die Errichtung und den
Betrieb von Funkstationen sowie zugehöriger
technischer Einrichtungen zum Aufbau einer
flächendeckenden leistungsfähigen Mobil-
funk infrastruktur im gesamten Gebiet des Frei-
staa tes Sachsen vermietet werden. Die das
Jahr 2020 prägende Covid-19-Pandemie stellte
den Bereich Immobilienmanagement vor zu-
sätzliche Herausforderungen. So konnte der
Bereich andere Ressorts beispielsweise mit der
Recherche von Unterbringungsmöglichkeiten
für Opfer häuslicher Gewalt sowie bei der Mit-
wirkung zur Errichtung eines sogenannten Pan-
demielagers des Freistaates Sachsen umfang-
reich unterstützen.

23 |
Insgesamt wurden dafür 56,2 Millionen Euro
(ohne Interimsanmietungen) aufgewandt. Im
Vergleich zum Vorjahr 2019 (53,4 Mio. Euro),
stiegen die tatsächlichen Mietausgaben insge-
samt um rund 2,8 Millionen Euro.
Allein im Bereich der Hochschulen und Univer-
sitäten erhöhten sich 2020 die Mietausgaben
um etwa 1,0 Millionen Euro, gefolgt von den
Dienststellen und sonstigen staatlichen Ein-
richtungen des Innenministeriums und des
Staats ministeriums der Justiz und für Demo-
kratie, Europa und Gleichstellung mit je circa
0,5 Millionen Euro höheren Mietkosten als im
Vorjahr.
8,8 %
5,3 %
12,5 %
36,4 %
5,5 %
6,3 %
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Universitäten / Hochschulen
Sächsisches Staatsministerium der Justiz
und für Demokratie, Europa und Gleichstellung
Sächsisches Staatsministerium
für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
übrige Ressorts
25,2 %
Mietausgaben je Ressort
Das Jahr 2020 war wesentlich von der Um-
setzung der Unterbringung der neuen Staats-
regierung geprägt. So wurden Mietverträge
unter anderem für die Unterbringung eines
Bereiches des Sächsischen Staatsministeriums
für Wissenschaft, Kultur und Tourismus oder
auch des Sächsischen Staatsministerium für
Regionalentwicklung verhandelt und abge-
schlos sen. Im Zusammenhang mit der Neuun-
terbringung der Staatsregierung musste auch
für die Zentrale des Staatsbetriebes Sächsi-
sches Immobilien- und Baumanagement eine
geeignete Immobilie auf dem Mietmarkt ge-
funden werden. Aufgrund der Komplexität und
des Umfangs der Unterbringungsmaßnahmen
für die gesamte Staatsregierung, die teil weise
mit erheblichen Umbaumaßnahmen verbun-
den sind, gestalteten sich die Vorbereitun gen
und Vertragsverhandlungen sehr zeitaufwen-
dig und erforderten ein hohes Engagement auf
allen Seiten. Die Unterbringungsmaßnahmen
werden auch in 2021 intensiv fortgeführt.
Mit der Vermietung und Verpachtung landes-
eigener Gebäude und Flächen wurden im
Geschäftsjahr 2020 Einnahmen in Höhe von
5,15 Millionen Euro erzielt.
Aufgrund der Covid-19-Pandemie und der
damit einhergehenden behördlich angeordne-
ten Schließungen und wirtschaftlichen Ein-
schrän kungen von Mietern und Pächtern wur-
den Miet- und Pachtzahlungen gestundet bzw.
erlassen. Das führte im Geschäftsjahr 2020
vor allem im Bereich der Wohnheimplatzver-
mietungen zu geringeren Miet- und Pacht-
einnahmen als im Jahr 2019.
Integriertes
Facility Management
Im Lebenszyklus einer Immobilie nimmt die
Nutzungsphase den größten Zeitanteil ein. Zu-
dem fallen in dieser Phase die meisten Kosten
an. Die Immobilien sind mit Strom, Wärme und
teilweise auch Kälte zu versorgen, technische
und bauliche Anlagen sind instand zu halten
Anmietung / Vermietung
Behörden und sonstige staatliche Einrichtun-
gen des Freistaates Sachsen sind überwiegend
in landeseigenen Immobilien untergebracht. Die
Anmietung von Immobilien erfolgt nur dann,
wenn sich diese Unterbringungsvariante im Rah-
men des Bedarfsdeckungsverfahrens als die wirt-
schaftlichere erweist und geeignete landesei-
gene Immobilien nicht zur Verfügung stehen.
Der Aufgabenbereich des Immobilienmanage-
ments umfasst alle mit der Anmietung von
Objekten verbundenen Tätigkeiten. Dazu gehö-
ren im Vorfeld die Abstimmung der Rahmen-
bedingungen mit dem Nutzer und die sich an-
schließenden Mietmarktrecherchen. Bis zum
Abschluss eines Mietvertrages sind vielfach
sehr zeitintensive Vertragsverhandlungen mit
den potenziellen Vermietern zu führen. Nach
Abschluss eines Mietvertrages erfolgen das
Ver tragscontrolling, die Prüfung und Bearbei-
tung der Rechnungen und die Nebenkosten-
abrechnungen.
Für die Behördenunterbringung werden in der
Regel Miet- und Pachtverträge mit langfristi-
gen Laufzeiten abgeschlossen.
Neben den langfristigen Anmietungen werden
auch kurzzeitige Anmietungen bzw. zusätzli-
che dauerhafte Anmietungen mit nur stunden-
weiser Nutzung getätigt. Weiterhin werden
Immobilien für Interimsunterbringungen von
Behörden während Baumaßnahmen gemietet,
wenn keine geeigneten landeseigenen Immo-
bilen zur vorübergehenden Nutzung zur Ver-
fügung stehen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 wurden
insgesamt 1 572 Miet- und Pachtverträge ein-
schließlich Kurzzeitanmietungen und Interims-
anmietungen verwaltet – davon 276 im Hoch-
schulbereich.

| 24
und zu prüfen. Ebenso werden infrastruktu-
relle Dienstleistungen zum Beispiel zur Pflege
der Außenanlagen sowie zur Reinigung der
Gebäude erbracht. Die Sicherstellung dieser
Aufgaben erfolgt durch den Bereich Immobi-
lienmanagement. Wesentliche Zielstellung da-
bei ist die wirtschaftliche, rechtssichere und
werterhaltende Immobilienbewirtschaftung. Da-
zu sind neue Leistungen zu beschaffen sowie
bestehende zu steuern und zu optimieren. An
die Aufgabenerledigung werden seitens der
Nutzer, des Gesetzgebers sowie des Haushalts
hohe Anforderungen gestellt, die teilweise in
einem Spannungsfeld zueinander und auch
zu weiteren äußeren Rahmenbedingungen, wie
beispielsweise dem zunehmenden Fachkräf-
temangel im Dienstleistungssekto,r stehen.
Mit der Covid-19-Pandemie und den damit
verbundenen Einschränkungen des Betriebs der
Objekte in Zuständigkeit des SIB gab es im
Haushaltsjahr 2020 große Herausforderun-
gen im Zusammenhang mit deren Bewirt-
schaf tung. Ein besonderer Fokus lag dabei auf
der Durchführung von Reinigungsmaßnah-
men. Aus wirkungen gab es aber auch auf den
Betrieb der Anlagentechnik sowie die gene-
relle Dienstleistungserbringung in teilweise ge-
schlos senen
Objekten.
Im Jahr 2020 sind für die laufenden Aufwen-
dungen zum Betrieb der verwalteten Grund-
stücke und Gebäude Haushaltsmittel in Höhe
von 203,9 Millionen Euro abgeflossen (Wert
umfasst Betriebskostenausgaben und -einnah-
men). Im Vergleich zum Vorjahr 2019 (195,1 Mil-
lionen Euro) bedeutet dies eine Erhöhung um
insgesamt 4,5 Prozent.
Der Anstieg der Kosten fällt ähnlich hoch aus
wie bereits im letzten Geschäftsjahr 2019 (plus
6,5 Prozent). Der deutliche Kostenanstieg ist
im Wesentlichen auf einen höheren Mittelab-
fluss im Bereich der Stromversorgung, für die
Komplettvergabe von Betreiberaufgaben an
Dritte sowie bei den infrastrukturellen Dienst-
leistungen Objektbewachung und Reinigung
zurückzuführen.
4 %
17 %
52 %
13 %
5 %
Medienversorgung
Entsorgung
Reinigung und Pflege von Gebäuden
Reinigung und Pflege von Außenanlagen
Bedienung, Inspektion, Wartung
Sicherheits- und Überwachungsdienste
Betriebkosten, sonstiges
4 %
Verteilung der Betriebskosten*
5 %
*sonstige Betriebskosten abzüglich Einnahmen
Wie in den Jahren zuvor nahm die Medien-
versorgung mit 52 Prozent den größten Anteil
an den Betriebskosten für die Liegenschaften
in Zuständigkeit des SIB ein. Die wesentlichen
Kostenblöcke innerhalb der Medienversorgung
und auch der Gesamtbetriebskosten sind da-
bei die Stromversorgung mit rund 66,7 Milli-
onen Euro (dies entspricht etwa 33 Prozent
der Gesamtbewirtschaftungskosten) sowie die
Wärmeversorgung mit circa 35 Millionen Euro
(rund 17 Prozent der Gesamtbewirtschaf -
tungskosten). Darüber hinaus umfassen die
Medienkosten die erforderlichen Haushalts-
mittel für die Versorgung der Liegenschaf ten
in Zuständigkeit des SIB mit Wasser, Kälte
sowie sonstigen Medien. Diese sind, aufgrund
ihres gegenüber der Strom- und Wärmever-
sorgung geringen Anteils an den Gesamtme-
dienkosten, in diesem Bericht unter der sons-
tigen Versorgung zusammengefasst.
Kosten Medienversorgung 2020
2019
2020
Angaben in Mio. Euro
0
10
20
30
40
50
60
70
Strom
Wärmeversorgung
sonst. Versorgung (z. B. Wasser)

image
25 |
Die Reinigung und Pflege von Gebäuden stellte
mit Kosten in Höhe von 34,8 Millionen Euro im
Geschäftsjahr 2020 analog der Vorjahre nach der
Wärme- und Stromversorgung den zweit größ-
ten Kostenblock dar. Gegenüber dem Jahr 2019
(32,3 Millionen Euro) war ein deutlicher Kosten-
anstieg von rund 8 Prozent zu ver zeich nen.
Dieser ist im Wesentlichen auf die Maß nah men
des SIB zur Anpassung von Reini gungs leis-
tungen in Zusammenhang mit der Covid-19-
Pandemie und auf tarifliche Lohnsteigerungen
Aufgrund des hohen Anteils an den Gesamt-
bewirtschaftungskosten sowie der Spezifik für
die Kostenzusammensetzung widmet der SIB
der Medienversorgung ein gesondertes Be-
richts wesen, in dem die Kosten und die dazu-
gehörigen Verbräuche analysiert sowie die
Grundlagen geschaffen werden, um Ver-
brauchs- und Kostensteigerungen entgegen-
zuwirken. Für weitere Details wird auf den
Energieeffizienzbericht 2019 verwiesen. Dieser
ist unter
www.sib.sachsen.de
abrufbar.
Gegenüberstellung Betriebskosten 2019 und 2020
2019
2020
Angaben in Mio. Euro
Medienversorgung
Entsorgung
Reinigung und Pflege
von Gebäuden
Reinigung und Pflege
von Außenanlagen
Bedienung,
Inspektion, Wartung
Sicherheits- und
Überwachungsdienste
Betriebskosten,
sonstiges
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
110
120
Die Stromkosten stiegen im Geschäftsjahr 2020
gegenüber dem Vorjahr 2019 um etwa 9,5 Pro-
zent. Der deutliche Kostenanstieg ist unter an-
derem auf einen Anstieg des Lieferpreises für
die Stromversorgung sowie auf die gegen-
über dem Vorjahr höheren gesetzlichen Um-
lagen zurückzuführen. Zudem wurde 2020 das
Projekt zur Umstellung der monatlichen Strom-
rechnungen auf Jahresrechnungen (zur Ver-
ringerung des Verwaltungsaufwandes) weiter-
geführt. Wie bereits 2019 hatte dies eine
zeit liche Verschiebung von Rechnungsein-
gängen und somit einen temporär höheren
Mittelabfluss zur Folge, der sich jedoch in den
Folgejahren wieder ausgleichen wird.
Gegenüber der Stromversorgung war im Be-
reich der Wärmeversorgung (Fernwärme, Erd-
gas, Heizöl) im Jahr 2020 eine Reduzierung
der Kosten zum Vorjahr um etwa 4 Prozent zu
verzeichnen. Die Hauptursache dafür war der
gesunkene Arbeitspreis für die Gaslieferungen.
Dies wirkte sich auch auf die Preisentwicklung
für den Fernwärmebezug aus, da sie sich am
Gasmarkt orientiert. Die Kosten im Bereich der
sonstigen Versorgung zeigen keine wesentlichen
Veränderungen. Die Höhe der Ausgaben bewegt
sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 auf
dem Vorjahresniveau.
Die Instandhaltung technischer Anlagen ist Teil des Integrierten Facility Managements

| 26
Die Hauptursache für die Mehrausgaben ist die
steigende Anzahl von kostenintensiven Kom-
plettvergaben der Betreibung an Dritte. In die-
sem Dienstleistungssegment stiegen im Ge-
schäftsjahr 2020 die Kosten im Vergleich zum
Vorjahr 2019 um circa 1,0 Millionen Euro, von
1,6 Millionen Euro auf 2,6 Millionen Euro.
Bauunterhalt
Zum Bauunterhalt gehören alle Instandhal-
tungs maßnahmen, welche während der Nut-
zungsdauer zur Erhaltung des bestimmungsge-
mäßen Gebrauchs der baulichen und technischen
Anlagen (Betriebstechnik) und Außenanlagen
sowie zur Beseitigung baulicher und sonstiger
Mängel (Instandsetzung) durchgeführt wer-
den müssen. Ein weiterer Bestandteil des Bau-
unterhaltes ist die Umsetzung von Maßnahmen
zur Überwachung des Zustandes und der bau-
lichen Sicherheit der Gebäude und baulichen
Anlagen des Freistaates Sachsen.
zurückzuführen. Mit der zweiten Tarifanpas-
sung im Dezember 2020 wurde nun mehr die
Ost-West-Angleichung der Löhne vollzogen.
Bei den Sicherheitsdienstleistungen war eben-
falls ein deutlicher, wenn auch gegenüber dem
letzten Berichtsjahr etwas weniger starker An-
stieg zu verzeichnen. Die Ausgaben für Sicher-
heitsdienstleistungen stiegen im Geschäfts-
jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr 2019 um
0,7 Millionen Euro bzw. rund 8 Prozent. Vom
Jahr 2018 zum Jahr 2019 betrugen die Mehr-
kosten noch 1,0 Millionen Euro. Die Kosten-
steigerung resultiert ähnlich wie bei der Rei-
nigung aus höheren Lohnkosten, aber auch
aus dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis der
Nutzer, welches entsprechende Vergaben für
Bewachungsleistungen nach sich zieht.
Bei der Reinigung und Pflege von Außenanla-
gen sanken im Geschäftsjahr 2020 die Kosten
gegenüber dem Vorjahr 2019 um rund 13 Pro-
zent. Dies ist vordergründig durch den milden
und schneearmen Winter 2019/2020 zu be-
gründen. Allein beim Winterdienst sanken die
Kosten um etwa 44 Prozent auf rund 1,5 Mil-
lionen Euro (Vorjahr 2019 circa 2,7 Millionen
Euro). Zudem sanken die Kosten für die Baum-
pflege im Jahr 2020 wieder auf das Niveau
der Jahre bis 2018. Im Jahr 2019, in dem in-
folge von Extremwetterlagen viele Baumschä-
den zu verzeichnen waren, lagen die Kosten
noch circa 0,4 Millionen Euro höher.
Die Dienstleistungen im Bereich des techni-
schen Facility Managements verursachten im
Geschäftsjahr 2020 anteilig etwa 13 Prozent
der Gesamtbetriebskosten. Somit stellen die
Leistungen für die Bedienung, Wartung und
Prüfung technischer Anlagen den drittgröß-
ten Kostenblock der Betriebskosten dar. Der
Trend der stetig steigenden Kosten aus den
Vorjahren in diesem Dienstleistungsbereich
setzte sich auch im Geschäftsjahr 2020 fort,
wenn auch etwas geringer als im Vorjahr. Ge-
genüber dem Vorjahr 2019 (24,8 Millionen Euro)
ist eine Kostensteigerung von rund 5,5 Prozent
auf 26,2 Millionen Euro zu verzeichnen.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden für die bauliche
und technische Instandhaltung der Liegen-
schaften rund 83,3 Millionen Euro verausgabt.
Im Vergleich zum Vorjahr 2019 bedeutet dies
einen Anstieg um etwa 11,8 Prozent.
Von den im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020
verausgabten Bauunterhaltsmitteln entfallen
41 Prozent (etwa 34,2 Millionen Euro) auf den
Hochschulbau und 59 Prozent (etwa 49,1 Mil-
lionen Euro) auf den Bereich Landesbau. Dem-
nach stiegen zum Vorjahr 2019 die Ausgaben
für Bauunterhaltsmaßnahmen in beiden Be-
reichen gleichermaßen.
2020 wurden circa 1 030 Maßnahmen im Rah-
men des Bauunterhaltes realisiert. Dies ent-
spricht in etwa dem Vorjahresniveau. Die er-
höhten Ausgaben im Bauunterhalt sind wie in
den vorangegangenen Jahren auf die Preis-
steigerungen im Baugewerbe zurückzuführen.
Weiterhin wurde im abgelaufenen Geschäfts-
jahr 2020 mit der Umsetzung bereits geplan-
ter, umfassenderer und ausgabenintensiverer
Maßnahmen zur Gebäudeinstandhaltung be-
gonnen.
Bauunterhalt
Angaben in Mio. Euro
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90

27 |
Ein Großteil der Portfoliobearbeitung betrifft
immobilienbezogene Aufgaben im Zusam men-
hang mit der Überlassung von landeseigenen
Flächen an freistaateigene Organisationsein-
heiten sowie auch Dritte und die Wahrneh-
mung der Eigentümerfunktion für den Freistaat
Sachsen.
Das Fachgebiet Portfoliosteuerung verant-
wor tet auch die Fachadministration für das
Geodateninformations- und Auskunftssystem
Cardo, welches über den Geschäftsbereich ZFM
hinaus auch wesentliche Basis für die weite-
ren vielfältigen Aufgabenerfüllungen im gesam-
ten SIB ist.
Darüber hinaus tätigt das Fachgebiet Port-
foliosteuerung die Bearbeitung von Vorkaufs-
rechtsanfragen und die Ausübung des ge-
setz lichen Vorkaufsrechts nach § 99a Wasser-
haushaltsgesetz (WHG) sowie nach dem
Sächsischen Denkmalschutzgesetz (SächsD-
SchG). Im Jahr 2020 stand die Entwicklung
eines elektronischen Tools zur Abfrage der
Vorkaufsrechtsbefangenheit von Grundstücken
nach § 99a WHG für Notare im Blickpunkt,
mit welchem beispielsweise auch automati-
sche Anfragen an das ZFM generiert werden.
Mit Wirkung vom 1. Januar 2020 ist der bishe-
rige Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanage-
ment Sachsen als Geschäftsbereich dem SIB
angegliedert worden. Das bedeutet, dass ZFM
weiterhin fachlich selbstständig sein breites
Auf gabenspektrum bearbeitet, die Marke wei-
terführt und eine eigene Organisationsstruktur
aufweist, sich aber der Shared Service Bereiche
des SIB bedient. Damit werden Synergien ge-
hoben und die Effizienz des Gesamtbetriebes
gesteigert. Fachliche Schnittstellen, die zwischen
ZFM und SIB bestehen, werden noch zielgerich-
teter und erfolgsorientierter gemeinsam betreut.
Zum 1. August 2020 hat sich ZFM intern reor-
ganisiert. Der Geschäftsbereich wird durch eine
»Doppelspitze«, den Leiter und seinen stän di-
gen Vertreter geführt. Die neue Ebene der Fach-
gebiete bildet die sechs Kernaufgabenbe reiche
des ZFM ab. Die Fachgebiete Ländlicher Raum,
Siedlungsgebiete, Fiskalerbschaften und Verkauf
haben in den Außenstellen ihre Entsprechung
in den Fachbereichen. Die Fachgebiete Portfolio-
steuerung
und
K
ompensation
/
Öko
flächen
agen
-
tur beschränken sich auf die Zentrale.
Fachgebiet Portfoliosteuerung
Maßgeblich für den Geschäftserfolg des ZFM
ist die zentrale Bündelung aller notwendigen
Fachinformationen im Fachgebiet Portfolio-
steuerung. Herzstück für die Arbeit im Fachge-
biet Portfoliosteuerung ist die in den letzten
zwei Jahren etablierte und neu geschaffene
zentrale Liegenschafts- und Vertragsdatenbank.
In ihr werden nicht nur die Liegenschaftsbe-
stände, sämtliche Verträge einschließlich Rech-
nungslegung sowie -controlling erfasst, sondern
mit frei konfigurierbaren Auswer tungs tools ist
die Datenbank auch direkte Basis für vielfältige
Recherchen, passgenaue Berichte und Analysen
sowie grundlegende strategische Entschei-
dun gen. Die besondere Systemflexibilität er-
möglicht unter anderem auch eine kontinu-
ierliche Fortschreibung und Implementierung
von bisher noch dezen tral geführten Daten-
informationen.
Im Geschäftsjahr 2020 betreute ZFM insgesamt
circa 34 500 Flurstücke – wovon sich 31 000
im Freistaat befinden – ganz unterschiedlicher
Prägung und Bestimmung mit einer Gesamt-
fläche von etwa 34 000 ha. In den vergangenen
Jahren wuchs das zu verwaltende Immobilien-
portfolio kontinuierlich an, beispielsweise auf-
grund des Zugangs zu Grundstücken aus Erwerb
und Fiskalerbschaften.
Fachgebietsübergreifend stellt sich das Immo-
bilienportfolio im Geschäftsbereich ZFM mit dem
Abschluss des Geschäftsjahres 2020 nach der
Fläche wie folgt dar:
1 370
2 700
200
80
450
Gesamtportfolio Geschäftsbereich ZFM
500
überlassen an Staatsbetrieb Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement (SIB)
überlassen an Staatliche Schlösser,
Burgen und Gärten Sachsen gGmbH
überlassen an Sächsische Krankenhäuser
überlassen an außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen
stehende Gewässer / Teiche
sonstige Flächen ZFM
überlassen an Sonstige (z. B. Stiftungen,
Studentenwerke, Landkreise, Kirchen)
10 800
15 400
3 000
Angaben in ha
überlassen an Landestalsperrenverwaltung
des Freistaates Sachsen (LTV)
landwirtschaftliche Nutzfläche
Zentrales Flächenmanagement

image
| 28
Wesentliche Aufgabe ist die rechtzeitige Be-
reit stellung geeigneter Grundstücke. So war
das Geschäftsjahr 2020 geprägt von mehreren
Grund stücksankäufen mit erheblichem Finanz-
und Flächenvolumen. Die wesentlichen Grund-
stückskaufverträge stellen sich wie folgt dar:
Gesamt
Bedarfserwerbe
Strategische
Erwerbe
76 580 m²
42 280 m²
34 300 m²
66,7 Mio. €
55,6 Mio. €
11,1 Mio. €
Fachgebiet Siedlungsgebiete
Das Portfolio des Fachgebietes Siedlungsge-
biete umfasst derzeit 2 962 Flurstücke mit ei-
ner Fläche von etwa 3 930 ha. Die Nutzung stellt
sich wie folgt dar:
Fachbereich Siedlungsgebiete
Überlassung an Staatsbetrieb Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement (SIB), 2 700 ha
Betriebsverpachtungsvertrag Staatliche Schlösser,
Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, 450 ha
Überlassung an Sächsische Krankenhäuser, 80 ha
außeruniversitäre Forschungseinrichtungen,
200 ha
Sonstige (z. B. Stiftungen, Studentenwerke,
Landkreise, Kirchen), 500 ha
Anzahl Flurstücke
258
48
31
1 843
782
Mit der aktuellen Entwicklung der Innenstadt-
bereiche, insbesondere in den Ballungszentren,
werden die am Markt verfügbaren Grundstücke
immer knapper. Gleichzeitig werden die städte-
baulichen Anforderungen immer höher. Sowohl
die Akteure der Wirtschaft als auch der öffent-
lichen Bereiche müssen zur Verwirklichung
ihrer Ziele und Interessen über Alternativen zu
den bisherigen Methoden nachdenken. Mit der
Umsetzung eines städtebaulich sehr interes-
santen Projekts entsteht am Fritz-Löffler-Platz
ein moderner Hybridbau, der Lebensmittel-
han del und universitäre Nutzungen (6 400 m²
Nutzfläche für die Fakultät Erziehungswissen-
schaften TU Dresden) kombiniert.
Hybridbau für Lebensmittelhandel und universitäre Nutzungen am Fritz-Löffler-Platz in Dresden
Das Fachgebiet nimmt die Eigentümerfunktion
für sämtliche Grundstücke des Portfolios wahr.
Damit verbunden ist die enge Zusammenarbeit
mit den Nutzern der Grundstücke, denn das
Fachgebiet versteht sich hier als Dienstleister.

29 |
Die Verpachtung der Landwirtschaftsflächen
(verpachtet werden derzeit etwa 7 000 ha
land wirtschaftliche Nutzfläche) erfolgt nach
landesweit einheitlichen Verpachtungsgrund-
sätzen und aufgrund der strategischen Be-
deutung der Flächen fast aus schließlich für
mittelfristige Zeiträume. ZFM be rücksichtigt
bei der Verpachtung auch die agrar struk tu-
rellen Belange seiner Pächter. Hierfür wurden
im letzten Jahr, gemeinsam mit dem Sä chsi-
schen Landesbauernverband abgestimmte,
neue Ver pachtungsgrundsätze veröffentlicht.
Mit der Verpachtung der Landwirtschaftsflä-
chen wurden im Geschäftsjahr 2020 mit einer
Anzahl von rund 1 500 Landpachtverträgen
Pachterlöse in Höhe von insgesamt circa 2,2 Mil-
lionen Euro erzielt.
Dem Fachgebiet Ländlicher Raum obliegt au-
ßerdem die Vergabe und Verpachtung von
Fische reiausübungsrechten und bewirtschaf-
teten Anlagen an den landeseigenen Gewäs-
sern, Fließgewässern sowie Teichen und Seen.
Dabei agieren als Pächter nicht nur Fischer oder
Fischereibetriebe, sondern auch Anglerverbände
und Vereine. Mit insgesamt 140 Pachtverträ-
gen im Bestand wurden im Jahr 2020 Einnah-
men in Höhe von rund 380.000 Euro erzielt.
Fachgebiet Ländlicher Raum
In der Verantwortung des Fachgebietes Länd-
licher Raum steht die Betreuung des gesamten
landeseigenen Immobilienportfolios des Frei-
staates Sachsen im Ländlichen Raum. Dabei
handelt es sich vor allem um landwirtschaftliche
Nutzflächen (mit Stand zum 31. Dezember 2020
insgesamt etwa 10 800 ha mit 9 796 Flurstücken),
Naturschutzflächen sowie auch landeseigene
Teiche, Seen und Fließgewässer.
Insbesondere die landeseigenen Landwirt-
schafts flächen im Bestand des ZFM (der Frei-
staat Sachsen besitzt lediglich 0,8 Prozent aller
Landwirtschaftsflächen im Freistaat Sachsen)
sind von großer Bedeutung für die Erfüllung
von Landesauf gaben, beispielsweise im Zu-
sam menhang mit Flächen bereitstellungen für
öffentliche Infra struktur vorhaben (vor allem
Straßen bau-
und
Hoch wasserschutz maß nah-
men) oder für Auf gaben im Rahmen der Um-
setzung von Naturschutzmaßnahmen. Aufgrund
dieser mittel- und lang fristigen Bedarfe han-
delt es sich um Land wirt schaftsflächen von
strategischer Be deutung, welche grundsätz-
lich nicht für eine Veräußerung vorgesehen
sind und bis zu einer im Lan desinteresse ste-
henden Verwendung zur land wirtschaftlichen
Nutzung verpachtet werden.
Darüber hinaus koordiniert das Fachgebiet
sämt liche Grundstücksangelegenheiten im Zu-
sammenhang mit der Bereitstellung betriebs-
notwendiger Flächen an die Landestalsperren-
verwaltung (LTV) (mit Stand zum 31. Dezem ber
2020 insgesamt 19 053 Flurstücke mit einer
Fläche von etwa 15 410 ha), unter anderem für
die Erfüllung von Aufgaben des Hochwasser-
schutzes bei Fließgewässern, Talsperren, Stau-
anlagen, Hochwasserschutzdeichen sowie
Über flutungsflächen und damit verbundener
Infrastrukturmaßnahmen. Außerdem unter-
stützte das Fachgebiet Ländlicher Raum bei Stra-
ßenbauvorhaben des Landesamtes für Stra-
ßenbau und Verkehr (LaSuV), insbesondere bei
der Grundstückssicherung und -beschaffung.
Im internen Zusammenspiel der vielfältigen
Aufgabenerfüllung im Geschäftsbereich ZFM
agiert das Fachgebiet unter anderem auch als
Akquisiteur für die Bereitstellung und Siche-
rung von Flächen für Kompensations- und Öko-
flächen maßnahmen und übernimmt auch Flä-
chenüberlassungen.

image
| 30
Fachgebiet Verkauf
Im Fachgebiet Verkauf werden alle Liegen-
schaften vermarktet, die nicht (mehr) zur Er-
füllung der staatlichen Aufgaben benötigt wer-
den und daher entbehrlich sind. Dies können
ehemalige Immobilien der Behördenunterbrin-
gung, Immobilien aus Fiskalerbschaften oder
auch herrenlose Immobilien mit oder ohne Be
-
bauung wie zum Beispiel Mehr- und Einfami-
lienhäuser, Offenland- und Industrie brachen,
kleinere Gewerbegrundstücke (zum Beispiel
auch Mühlengrundstücke) oder Erho lungs-
gärten sein.
Zu den Aufgaben des Fachgebietes gehört nicht
nur die reine Verkaufsabwicklung, sondern auch
die intelligente Steuerung und stra tegische
Entwicklung des gesamten Verkaufs portfolios
im Bestand, einschließlich der Bewirtschaftung
der Immobilien bis zur Veräußerung und der
Wahrnehmung von Verkehrssicherungspflich-
ten bei risikobehafteten Verkaufsimmobilien.
Die Priorisierung der einzelnen Liegenschaf-
ten des Verkaufsportfolios erfolgt mit einem
Scoring-Modell. Dies garantiert, bei der Viel-
zahl der Liegenschaften, ein schlüssiges, markt-
und zielorientiertes Handeln. Dabei findet eine
objektive Bewertung der Wertbeständigkeit
der Immobilie, des Aufwands der Objektverwal-
tung, der Marktgängigkeit und des erzielbaren
Ertrages statt.
Eng abgestimmt mit dem Fachgebiet Siedlungs-
gebiete eruiert der Verkauf dabei ebenso Po-
tenziale im Verkaufsportfolio, beispielsweise
durch Tausch oder Arrondierung von Immo-
bilien für potenzielle staatliche Bedarfe.
Darüber hinaus kümmern sich die Spezialisten
im Fachgebiet Verkauf bei zahlreichen Immo-
bilien um die Herstellung der Verkehrsfähigkeit
und Verwertungsreife. Dies umfasst die Kon-
taktaufnahme und Verhandlung mit den Gläu-
bigern bei Überschuldung der Immobilie zur
Herbeiführung einer Einigung als auch die Er-
mittlung etwaiger Miteigentümer zur Initiierung
Obergut Zschortau bei Leipzig
des Verkaufs. Bei den Aneignungsrechten bei
herrenlosen Grundstücken (zum 31. Dezember
2020 waren 788 herrenlose Flurstücke im Be-
stand) vermittelt der Verkauf deren Abtretung
oder Veräußerung an Kommunen und Dritte.
Im Jahr 2020 konnte durch das Fachgebiet
Ver kauf mit 292 Verkaufsfällen insgesamt ein
Ver tragsvolumen von 19,6 Millionen Euro rea-
lisiert werden. Zu erwähnen sind beispiels-
weise der Verkauf des Obergutes Zschortau,
eines ehema ligen spätbarocken Herrensitzes
mit Landschafts garten und See, der Verkauf
des Verwal tungsgebäudes Stephanplatz 3 in
Chemnitz sowie das Immobilientauschpaket
Packhofareal / Ostra-Allee in Dresden.
Kaufvertragsvolumen
Angaben in T Euro
2016
2017
2018
2019
2020
0
5 000
10 000
15 000
20 000
13 504
6 332
6 951
8 728
19 593

31 |
auf die Zahl der Erben aus. Im Ergebnis führt
diese häufig zur Ausschlagung von Nachlässen
durch die Erben.
Ein Abschluss der Fälle durch den Freistaat
Sachsen gestaltet sich überwiegend schwierig.
Bei der Mehrzahl der Fälle sind im Rahmen der
Abwicklung
notwendigerweise
Nachlass in sol-
venzverfahren zu beantragen. Zudem fallen
dem Freistaat häufig sogenannte »Problem-
immobilien« (überschuldete Liegenschaften und
Schrottliegenschaften) zu. Diese Immobilien
sind schwer zu veräußern. Im Jahr 2020 konn-
ten 952 Erbfälle abgeschlossen werden.
Mit Stand zum 31. Dezember 2020 gibt es 4 248
»schwebende« Fiskalerbschaftsfälle im Bestand.
Die Einnahmen aus der Abwicklung von Fiskal-
erbschaften betragen für 2020 rund 4,8 Millio-
nen Euro. Diese werden meist durch die Ein-
ziehung noch vorhandener Bankguthaben, die
Veräußerung von Grundstücken oder den Ver-
kauf von Nach lassgegenständen erzielt.
Fachgebiet Fiskalerbschaften
Existiert zum Zeitpunkt eines Erbfalls kein
Verwandter, Ehegatte oder Lebenspartner des
Erblassers oder wird das Erbe ausgeschlagen,
erbt das Bundesland, in dem der Erblasser zur
Zeit des Erbfalls seinen letzten Wohnsitz oder,
wenn ein solcher nicht feststellbar ist, seinen
gewöhnlichen Aufenthalt hatte.
Die Bearbeitung der aus diesem Grund an den
Freistaat Sachsen zufallenden Erbschaften (so-
genannte Fiskalerbschaften) obliegt dem Fach-
gebiet Fiskalerbschaften. Mit dem Zugang von
1 157 neuen Fällen im Jahr 2020 bewegen sich
diese zwar weiterhin auf einem sehr hohen
Niveau, doch ist seit 2018 eine leichte Stagna-
tion gegenüber jeweils dem Vorjahr erkennbar.
Die hohe Zahl der dem Freistaat Sachsen zu-
fallenden Erbfälle hängt unter anderem mit der
demografischen und strukturellen Entwicklung
im Land zusammen. In den betroffenen Regi-
onen wirkt sich zum Beispiel die Abwanderung
Demgegenüber stehen im Jahr 2020 Ausgaben
von rund 2,3 Millionen Euro. Diese entstehen
in der Haup tsache durch die Auszahlung des
Nachlasses an Insolvenzverwalter, die Befrie-
digung von Nach lassgläubigern, die Bestat-
tungskosten sowie die baulichen Verkehrs-
sicherungsmaßnahmen.
Die Ausgaben für Personal- und Sachkosten
betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr rund
2,1 Millionen Euro.
Das Fachgebiet Fiskal sichert zudem das Landes-
vermögen unter anderem im Bereich der Ver-
mögenszuordnung für den Freistaat Sachsen.
Im Jahr 2020 konnten 106 Flurstücke im Rah-
men der Vermögenszuordnung für den Freistaat
Sachsen gesichert werden. Derzeit sind noch
161 Anträge auf Vermögenszuordnung sowie
114 Anträge auf Zuteilung ehemaligen Boden-
reformlandes für den Freistaat Sachsen offen.
Abwicklung von Fiskalerbschaften
Zugang
Abgang
Bestand
* Bestandszahlen aufgrund von Datenberichtigungen korrigiert
0
1 000
2 000
3 000
4 000
3 444
978
3 245
985
3 289
973
3 275
3 343
1 025
957
1 025
1 156
4 325*
1 186
4 360
1 163
1 128
4 043
1 152
1 469
4 248
1 157
830
818
941
919
889
872
753
847
952
3 493*
3 896
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

| 32
Fachgebiet Kompensation /
Ökoflächenagentur
Sofern eine Beeinträchtigung durch Eingriffe
in Natur und Landschaft nicht vermieden wer-
den kann, ist diese durch Ausgleichs- und Er-
satzmaßnahmen vom Verursacher zu kompen-
sieren. Rechtsgrundlagen hierfür finden sich
unter anderem in den Eingriffsregelungen im
Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), in den
Vorgaben für das Europäische Schutzgebiets-
system NATURA2000, in Regelungen zum Arten-
schutz, dem Waldgesetz und an vielen weiteren
Stellen.
Um die Beschaffung und Bereitstellung von
Kom pensationsflächen im Freistaat Sachsen
zu bündeln, wurde seit Oktober 2017 die Or-
ganisationseinheit »Kompensation und Öko-
flä chenagentur« aufgebaut und 2020 in das
Fach gebiet
Kompensation
/
Ökoflächenagentur
überführt.
Dem Fachgebiet obliegen funktional zwei Auf-
gabenschwerpunkte, einerseits gemäß § 9 Abs. 2
Sächsisches Verwaltungsorganisationsgesetz
(SächsVwOrgG) die Erfüllung der ihm zuge-
wiesenen Aufgaben im Zusammenhang mit der
Realisierung eines landesweiten Kompensati-
onsmanagements und zum anderen die Auf-
gaben als Ökoflächenagentur Sachsen.
Wesentlicher Teil des landesweiten Kompen-
sationsmanagements ist ein aktives Flächen-
management, bei dem sehr eng mit dem Fach-
gebiet Ländlicher Raum zusammengearbeitet
wird. Dabei geht es unter anderem um die Iden-
tifizierung für die Kompensation geeigne ter,
naturschutzfachlich aufwertbarer Flächen und
deren Sicherung für die Entwicklungsvorhaben
des Freistaates Sachsen oder für Eingriffsvor-
haben im Staatsinteresse. Bewerkstelligt wird
dies u. a. durch ein geschicktes Vertragsma-
nagement im Rahmen der Verpachtung von
Landwirtschaftsflächen, bei Flächenerwerben,
dem Flächentausch sowie bei Flächenarron-
dierungen in der ländlichen Neuordnung.
Als Ökoflächenagentur Sachsen fungiert das
Fachgebiet im ZFM auch als Anlaufstelle für
weitere »Eingreifer« im Freistaat Sachsen, etwa
für Kommunen, den Bund oder sonstige Dritte.
In dieser Funktion ist ZFM mit dem Aufbau
eines freistaatweiten Ökoflächenpools und ei-
nes Ökokontos beauftragt.
Dabei setzt man im ZFM einen Schwerpunkt auf
Abriss- und Entsiegelungsmaßnahmen, mit de-
nen einerseits eine Beseitigung von »Problem-
immobilien« (wie aus dem Immobilienport folio
des Fachgebietes Verkauf) und andererseits
eine ökologische Aufwertung landeseigener
Flächen erreicht werden kann.
Einen besonderen Mehrwert schafft die Öko-
flächenagentur darüber hinaus auch durch
die standardisierte Prüfung von herrenlosen
Grundstücken und Fiskalerbschaften in der
Verwaltung des Freistaates hinsichtlich einer
Entwicklung zu attraktiven Kompensations-
flächen.
1104 266
1986 368
1142 590
461 235
678 073
426 175
657 947
zugeordnete Maßnahmebestandteile bei SLS GmbH 2008–10/2017
zugeordnete Maßnahmebestandteile ZFM 10/2017–12/2018
zugeordnete Maßnahmebestandteile ZFM 2019
zugeordnete Maßnahmebestandteile ZFM 2020
bestehende Reservierungen (71 unterzeichnete Freistellungsverträge)
aktuelle Angebote ohne Verträge
interne Reservierung (ÖKM Dohma, ÖKM Mosel)
o ene Maßnahmebestandteile zum Verkauf
Vermarktungsstand Ökokontomaßnahmen
Stand 31. Dezember 2020
Angaben in Euro
1342 128

image
image
33 |
Aus dem Verkauf von Ökopunkten konnten ste-
tig steigende Einnahmen von rund 393 T Euro
(2018) bis 678 T Euro (2020) generiert werden.
Noch nicht umsatzwirksam sind Reservierungen
und Angebote sowie interne Reservierungen für
Großvorhaben. Zum Verkauf stehen aktuell Öko-
punkte mit einem Wert von etwa 1,14 Millio-
nen Euro.
Ein Beispiel zur Tätigkeit des Fachgebietes
Kom pensation / Ökoflächenagentur im Jahr
2020: Abriss und Entsiegelung Stallanlage
Mosel (Landkreis Zwickau)
Umsetzung einer Kompensationsmaßnahme
(schwachgebundenes Asbest,
radioaktiver Schotter im Unterbau)
Planungsbegleitende Umsetzung für die
Erweiterung des VW-Werkes Zwickau / Mosel
im Bebauungsplanverfahren der Stadt
Zwickau und in Kooperation mit dem
Landkreis Zwickau
Vollständige Refinanzierung durch den
Verkauf von Ökopunkten

| 34
Fortbildung
Der SIB hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Be-
diensteten durch Fortbildungsmaßnahmen ein
hohes Niveau an beruflicher und persönlicher
Qualifizierung zu ermöglichen. So gab es im
Geschäftsjahr 2020 insgesamt 970 Fortbildungs-
teilnahmen, das entspricht 1 539 Fortbildungs-
tagen. Im Ver gleich zum Vorjahr erfuhren die
Fortbildungs teilnahmen einen Rückgang um
56 Prozent. Die Anzahl der Fortbildungstage
hat sich im Vergleich zum Jahr 2019 mit einem
Rückgang um 52 Prozent mehr als halbiert.
Dieser starke Rückgang ist auf die Covid-19-
Pandemie seit März 2020 und die damit ein-
hergehenden um fassenden Kontaktbeschrän-
kungen zurück zuführen. In deren Folge wurden
zahlreiche Semi nare, die üblicherweise in Prä-
senzform stattfinden, seitens der Veranstalter
ersatzlos abgesagt. Zudem ruhte der Fort-
bildungsbetrieb am Fortbildungszentrum der
Hoch schule Meißen (FH) für mehrere Monate.
Einige Semi naranbieter sowie das Fortbil-
dungszentrum stellten sich ab Herbst 2020
auf die veränderte Situation ein und boten
ihre Fortbildungen teilweise online an, sodass
die Fortbildungsteilnahmen der Bediensteten
des SIB ab dem 4. Quartal 2020 wieder zu-
nahmen.
Auch der SIB stellte seine Inhouse-Schulungen
sukzessive auf Onlineveranstaltungen um. So
war es trotz der schwierigen Umstände mög-
lich, insgesamt 46 Inhouse-Schulungen zu rea-
lisieren. Besondere Schwerpunkte bildeten die
Schulungen zur / zu
Schriftgutverwaltung in VIS.SAX (Online-
schulung) mit 18 Veranstaltungen an
insgesamt 48 Fortbildungstagen und mit
insgesamt 98 Teilnehmern;
PlanTeamSpace (Onlineschulung) mit
13 Veranstaltungen an insgesamt
13 Fortbildungstagen und mit insgesamt
82 Teilnehmern;
Shared Service Center Personal
Personalbestand
Im SIB waren im Geschäftsjahr 2020 gesamt-
durchschnittlich 1 163 Bedienstete tätig. Hinzu
kommen im Durchschnitt 60 Bedienstete, wel-
che aus verschiedenen Gründen beurlaubt waren,
sowie durchschnittlich acht Nachwuchskräfte,
die während ihrer Ausbildung betreut wurden.
Der durchschnittliche aktive Personalbestand
erhöhte sich im Vergleich zum Geschäftsjahr
2019 um 160, was insbesondere mit der An-
gliederung des Geschäftsbereiches Zentrales
Flächenmanagement (ZFM) im Zusammenhang
steht. Daneben wurde versucht, alle bestehen-
den Stellenbesetzungsmöglichkeiten frühzeitig
zu nutzen und einer Besetzung zuzuführen.
So sollten insbesondere Altersabgänge flankie-
rend (überschneidend) mit dem Nachfolger
besetzt werden, um den Wissenstransfer zu
sichern. Dies führte ebenso zur Erhöhung des
aktiven Personalbestandes.
Im Jahr 2020 war festzustellen, dass die Fluk-
tuation auf gleichbleibendem Niveau geblie-
ben ist, was zu einer Vielzahl von Stellennach-
besetzungen führte. So waren im SIB im
Rah men der Umsetzung der Personal- und
Stellenplanung sowie im Zusammenhang mit
der erforderlichen Deckung von unvorherge-
sehen entstandenen Personalbedarfen insge-
samt 202 Dienstposten zu besetzen, davon
149 unbefristet und 53 befristet. Letztere er-
folgten insbesondere zur Abdeckung von Eltern-
zeit- oder Krankheitsvertretungen. Daneben soll-
ten sechs Ausbildungsplätze besetzt werden.
Für all dies wurden unter anderem 174 Stellen-
ausschreibungen veröffentlicht.
Bis zum Ablauf des Geschäftsjahres konnten
152 Stellenbesetzungsverfahren abgeschlos-
sen werden. Von den avisierten sechs Ausbil-
dungsstellen wurden vier besetzt.
Shared Service Center
Spartacus (Onlineschulung) mit 10 Veran-
staltungen an insgesamt 24 Fortbildungs-
tagen und mit insgesamt 67 Teilnehmern,
vorwiegend aus dem Bereich Immobilien-
management;
DIALux Evo (Onlineschulung) mit
5 Veranstaltungen an insgesamt
7 Fortbildungstagen und mit insgesamt
31 Teilnehmern.
Ausbildung
Im Jahr 2020 wurde ein Referendar in den Vor-
bereitungsdienst für die zweite Einstiegs ebe ne
der Laufbahngruppe 2 in der Fachrichtung
Na turwissenschaft und Technik mit dem fach-
lichen Schwerpunkt Hochbau (Architektur)
eingestellt. Für den Vorbereitungsdienst für den
technischen Verwaltungsdienst der ersten Ein-
stiegs ebene der Laufbahngruppe 2 konnten
zwei Anwärter gewonnen werden, die ab dem
1. Januar 2021 ihre Ausbildung in der Fach-
richtung Hochbau bzw. Maschinenwesen im
Freistaat Bayern absolvieren. Überdies fun-
gierte der SIB weiterhin als Praxispartner für
drei Studenten der Berufsakademie Sachsen.
Die Berufsausbildung der Steinmetze wurde
fortgesetzt.

35 |
Auftragnehmer nicht an erkannt wor den sind.
In diesen beiden Schlich tungsverfahren
konnte leider kein Zahlungsvorschlag unter-
breitet werden.
Digitalisierung im Bereich Vergabe- und
Vertragsmanagement
Aufgrund der erforderlichen Anpassungen an
die Auswirkungen der Corona-Pandemie muss-
te der SIB die Ausweitung der vollständigen
Elektronischen Vergabe (E-Vergabe) auf den
Bereich unterhalb der Schwellenwerte (natio-
nale Vergaben) sehr kurzfristig umsetzen. Die
Umstellung auf »100 % E-Vergabe« bei Bau-
sowie Liefer- und Dienstleistungen im März 2020
verlief bei allen Beteiligten reibungslos.
Seit September 2020 werden die in der Außen-
stelle (ASt) Chemnitz der Zentralen Vergabe-
stelle (ZVSt) eröffneten Angebote ausschließ-
lich digital an die freiberuflich Tätigen (fbT) zum
Prüfen und Werten übergeben. Mit Einführung
der Honorarordnung für Architekten und In-
genieure 2021 werden sich auch im Bereich
der Architekten- und Ingenieurverträge Mög-
lichkeiten ergeben, Vergabe- und Vertrags-
vorgänge durchgehend digital zu gestalten.
Shared Service Center IT und
Organisation
Im Bereich Informationstechnik wurde im
Jahr 2020 die neue hyperkonvergente Infra-
struktur (HCI) in Betrieb genommen. Die HCI
versteht sich als ein IT-System, welches Re-
chenleistung, Speicher, Netzwerk und Virtua-
lisierung vereint und eine Vielzahl an Vorteilen
für den SIB bietet (hierzu zählen hohe Flexi-
bilität, Automatisierung und Standardisierung).
Auch wurde in 2020 die neue Oracle Database
Appliance X7 2M in der Zentrale in Betrieb
genommen, welche die produktiven Oracle
Datenbanken wichtiger SIB-Applikationen ent-
hält. Ebenfalls im Jahr 2020 erfolgte SIB-weit
der Wechsel auf Microsoft Office 2016 sowie
die Migration auf das Client-Betriebssystem
Windows 10. Ferner wurden alle Postfächer des
SIB im laufenden Betrieb auf den zentralen
Mail-Cluster im Ressort verschoben. Zusätz-
lich, und von den Bediensteten des SIB wenig
wahrnehmbar, wurden im Berichtszeitraum
vergleichsweise viele Maßnahmen zur Verbes-
serung der Informationssicherheit in Abstim-
mung mit der Staatskanzlei realisiert.
Neben den laufenden Aufgaben galt es im
Berichtsjahr 2020 pandemiebedingte Heraus-
forderungen zu bewältigen. So mussten das
mobile Arbeiten der Beschäftigten ermöglicht
Vergabe- und Vertragsmanagement
2020
2019
Anzahl Verträge und Nachträge gesamt
27 010
28 652
Auftrags- / Nachtragsvolumen gesamt
604,1 Mio. EUR
459,9 Mio. EUR
davon Anteil der Beauftragung
sächsischer Unternehmen
81 %
82 %
Auftrags- / Nachtragsvolumen
Vergaben > 10.000 EUR
529,9 Mio. EUR
385,7 Mio. EUR
davon Anteil offener Verfahren /
öffentlicher Ausschreibungen
77 %
75 %
Shared Service Center Vergabe-
und Vertragsmanagement
Insgesamt hat der SIB mehr als 27 000 Bau-
auf- und Nachträge mit einem Gesamtvolumen
von über 600 Millionen Euro abgeschlossen.
Davon wurden Vergabe- und Vertragsvorgänge
mit einem Bauvolumen von rund 530 Millio-
nen Euro durch das SSC VVM bearbeitet. Der
Anteil offener Verfahren und öffentlicher Aus-
schreibungen im Verhältnis zur Anzahl aller
Vergabeverfahren betrug 77 Prozent.
Der Markt im Bereich der Bauleistungen hat
sich beruhigt: Im Vergleich zum Vorjahr liegen
die Angebotspreise nicht nur wieder näher bei-
einander, sondern auch wieder deutlich dichter
an den vom SIB geschätzten Auftragswerten. Die
Anzahl der Angebote bei offenen Verfahren und
öffentlichen Ausschreibungen nahm zu. Fach-
liche Schwerpunkte stellten das Nachforderungs-
management und die Eignungsprüfung dar.
Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen
Die Entwicklung der Bewerberlage und auch
die Anzahl der Angebote in offenen Verfahren
und öffentlichen Ausschreibungen gestalteten
sich stabil, in beiden Kriterien war ein leichter
Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zu verzeich-
nen. Arbeitsschwerpunkte stellten Bieteranfra-
gen zu Mindestlohn- und Tariflohnproblemen
und deren Auswirkungen auf das Kalkulations-
verhalten der Unternehmer, die Anwendung
der Lohngleitklausel sowie die Erfüllung von
Eignungsanforderungen dar.
Verträge mit freiberuflich Tätigen (fbT)
Das SSC VVM sah sich im Bereich der Architek-
ten- und Ingenieurleistungen zunehmend mit
zusätzlichen Honoraransprüchen aus Bauzeit-
verlängerungen konfrontiert. Die Standpunkte
zu diesem Problem sind zwischen Auftrag-
nehmern und dem SIB sehr unterschiedlich aus-
geprägt, die Bearbeitung der Meinungsverschie-
denheiten bindet erhebliche Ressourcen. Die
Suche nach geeigneten Planungsbüros gestal-
tet sich schwieriger, was teilweise auf die gute
Auslastung, aber durchaus auch auf die ge-
stiegenen Anforderungen auf Seiten des öf-
fentlichen Auftraggebers zurückzuführen ist.
Vertragsmanagement
Im dezentralen Vertragsmanagement lag der
Schwerpunkt auf der Aufarbeitung der Nach-
tragsangebote hinsichtlich der Anforderungen
aus dem Vergabe- und Vertragshandbuch des
Bundes. Im Geschäftsjahr 2020 wur den sechs
Schlichtungsverfahren abge schlos sen, in deren
Folge zwei Schlichtungsbescheide durch die
Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen
2020
2019
Anzahl Verträge gesamt
3 300
3 234
Auftragsvolumen gesamt
47,2 Mio. EUR
81,9 Mio. EUR
(1)
davon Anteil der Beauftragung
sächsischer Unternehmen
84 %
62 %
davon Anteil offener Verfahren /
öffentlicher Ausschreibungen
85 %
84 %
(1)
2019: höheres Auftragsvolumen aufgrund Energielieferverträge
Verträge mit freiberuflich Tätigen (fbT)
2020
2019
Anzahl Verträge und Nachträge
3 134
3 073
Auftrags- / Nachtragsvolumen
85,1 Mio. EUR
103 Mio. EUR
davon Anteil des Auftragsvolumens
sächsischer Unternehmen
94 %
91 %

| 36
und gleichzeitig die Anforderungen an die In-
formationssicherheit im SIB weiter garantiert
und sogar erhöht werden. Beschafft wurden
dafür 900 UD-Pocket-Sticks. Zeitgleich wurde
jedem Bediensteten auch ein Headset zur Ver-
fügung gestellt, um die Softphone-Funktio-
nalität im Home-Office zu ermöglichen. Des
Weiteren wurde pro Niederlassung mindestens
ein Videokonferenzsystem in Betrieb genommen.
Für das Jahr 2021 sind in Dresden innerhalb
kürzester Zeit unter anderem der Umzug des
zentralen Serverraumes der Wilhelm-Buck-
Straße 4 in das Landesrechenzentrum an der
Stauffenberg allee sowie der Client-Umzug in
die Riesaer Straße 7 geplant. Ferner sind wei-
tere, sehr um fangreiche Maßnahmen zur Stär-
kung der Informationssicherheit vorgesehen.
So werden unter anderem die elektronische Sig-
natur und Verschlüsselung für E-Mails ein ge-
führt und die Maßnahmen im Zusammenhang
mit dem Schwachstellenscann mittels Vulnera-
bility Scanner erhöht. Zu den weiteren Themen
ge hört die Prüfung der SIB-weiten Einführung
von Videotelefonie und Live-Sessions.
Im Bereich der Fachverfahren wurde 2020 das
Projektmanagementsystem als zentrale Platt-
form für die Abwicklung investiver Baumaß-
nahmen um eine BIM-Komponente erweitert
und die ersten nach der BIM-Methode geplan-
ten Maßnahmen eingerichtet.
Im CAFM-System des SIB erfolgte 2020 die
Inbetriebnahme der Funktionalitäten des Stö-
rungsmanagements in den meisten Nieder-
lassungen. Damit verbunden ist die Nutzung
eines Webtools durch die Dienststellen des
Freistaates Sachsen zur Erfassung von Stör-
meldungen zu ihren genutzten Objekten, wel-
che dann im SIB weiterbearbeitet werden.
Im zentralen DV-System des Geschäftsberei-
ches ZFM »com.LIVIS« (Liegenschafts- und Ver-
tragsdatenbank) wurde ein Budgetierungsmo-
dul implementiert, welches zum Jahresbeginn
2021 eingeführt wird.
Die Annahmemöglichkeit von elektronischen
Rechnungen startete pünktlich zum 18. April
2020. Seit Jahresende gehen deutlich mehr
Rechnungen auf diesem Weg ein.
Im Bereich Organisation wurden die Ausschrei-
bungen für arbeitsmedizinische und sicher-
heitstechnische Leistungen sowie die Prüfung
der ortsveränderlichen elektrischen Geräte für
die kommenden drei Jahre ausgeschrieben und
vergeben, sodass die Betreuung dieser Leis-
tungen für den gesamten SIB weiterhin gewähr-
leistet ist.
Shared Service Center
Rechnungswesen
Die Umsetzung der Kernaufgaben des SIB für
den Freistaat Sachsen und die materiell-tech-
nische Sicherung seines laufenden Geschäfts-
betriebes bedürfen einer bedarfsgerechten
jährlichen Haushaltsmittelbereitstellung und
-steuerung. Hierfür arbeitet das SSC Rech-
nungswesen eng mit allen Bereichen und Nieder-
lassungen des SIB zusammen und stellt das
Bindeglied zur Haushaltsführung des Sächsi-
schen Staatsministeriums der Finanzen dar.
Im Zuge der zum 1. Januar 2020 erfolgten
Angliederung des Staatsbetriebes Zentrales
Flächenmanagement (ZFM) als fachlich eigen-
ständiger Geschäftsbereich des SIB wurde
auch das Rechnungswesen des ZFM dem SSC
Rech nungs wesen
organisatorisch
angegliedert.
Im Gegensatz zur dezentralen Aufbauorgani-
sation des SSC Rechnungswesen des SIB war
das Rechnungswesen des ZFM zentral organi-
siert. Es war sicherzustellen, dass die Aufgaben
des Geschäftsbereichs ZFM lückenlos weiter-
geführt werden konnten.
Das Aufgabengebiet umfasst einerseits die Koor-
dinierung von Planung und Vollzug des Ein-
zelplans 14 und des Sondervermögens Grund-
stock des Freistaates Sachsen, andererseits
die Planung, Budgetierung und Aussteuerung
der Wirtschaftspläne des SIB und des Ge-
schäftsbereichs ZFM. Dabei bildet der Wirt-
schaftsplan des ZFM neben Ausgaben für Per-
sonal- und Sachkosten auch die Ausgaben
und Einnahmen für die Umsetzung der Fach-
aufgaben des Geschäftsbereichs ab (ohne
Grund stock). Auf dem Gebiet der Wirtschafts-
pläne wird gemeinsam mit den Niederlassungen
und Außenstellen das kaufmännische Rech-
nungswesen gewährleistet. Für das Geschäfts-
jahr 2020 wird ein konsolidierter handelsrecht-
licher Jahresabschluss für den Staatsbetrieb
erstellt. Darüber hinaus trägt das SSC Rech-
nungswesen die Verantwortung für die Erfül-
lung der steuerlichen Verpflichtungen des SIB.
Shared Service Center Recht
Das Shared Service Center Recht deckt zentral
den juristischen Beratungsbedarf des SIB ab.
Für eine standortnahe Betreuung waren im
Jahr 2020 neben der Leitung in der Zentrale
acht Justiziare des SSC Recht auch vor Ort in
den SIB-Niederlassungen und im Geschäfts-
bereich ZFM tätig. Sie standen den fachlich
zuständigen Bediensteten im Bau- und Immo-
bilienmanagement sowie im ZFM mit Rat und
Tat zur Seite. Neben dem Schwerpunkt des au-
ßergerichtlichen Beratungsgeschäfts wurden
im abgeschlossenen Geschäftsjahr durch das
SSC Recht rund 85 laufende gerichtliche Rechts-
streite mit SIB-Beteiligung mit Streitwerten
im vierstelligen bis hohen achtstelligen Be-
reich betreut. Die eigentliche gerichtliche Ver-
tretung erfolgte dabei überwiegend durch
das Landesamt für Steuern und Finanzen als
Vertretungsbehörde bzw. über Rechtsanwälte.
Im Jahr 2020 konnten 12 Rechtsstreite abge-
schlossen werden. Coronabedingt ergaben sich
Einschränkungen in den Abläufen der Justiz,
sodass sich Rechtsstreite verzögerten.
Die zentrale Vertretung vor der Vergabekam-
mer erfolgt ebenfalls durch das SSC Recht. Im
Ge schäftsjahr 2020 wurde mit 12 Vergabe-
nachprüfungsverfahren oberhalb der Schwel-
lenwerte – davon drei auch mit sofortiger
Be schwerde beim Oberlandesgericht – eine er-
hebliche Steigerung (konzentriert vor allem in
der 2. Jahreshälfte) gegenüber den Vorjahren
verzeichnet. Von daraus acht abgeschlossenen
Verfahren hat der SIB in sechs Verfahren obsiegt.
Neben dem allgemeinen Beratungsgeschäft im
Bau- und Immobilienmanagement berät das
SSC Recht in der SIB-Zentrale die anderen
Shared Service Center, Stabsstellen und die
Geschäftsführung in Grundsatzfragen sowie
zu SIB-internen Regelungen der Aufbau- und
Ablauforganisation im SIB. Weiterhin hat das
SSC Recht auch in 2020 die Strukturände run-
gen im SIB mit Regelungsvorschlägen und -ent-
würfen begleitet.

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37 |
6. Die Standorte
Senckenberg Museum
für Naturkunde Görlitz
Neubau und Sanierung
Planungsaufgabe
Das Bauvorhaben hat die konzentrierte Unter-
bringung der Sammlungen, Labore und Wis-
senschaftsbereiche des Senckenberg Museums
für Naturkunde Görlitz am Standort Bahnhof-
und Jakobstraße in Görlitz zum Ziel.
Auf dem Baufeld standen zum Teil denkmal-
geschützte Gebäude. Das Speichergebäude an
der Jakobstraße blieb als einziges erhalten. Es
wird gestalterisch sowie funktionell in das neu
entstehende Gebäudeensemble integriert.
Nutzungskonzept
Die bisher über das Stadtgebiet in einzelnen
Standorten verteilten Funktionen sollen im
neu en Komplex auf 7 400 m² Nutzfläche zu-
sammengeführt werden. Dieser beinhaltet die
Sammlungen, Labore, Wissenschaftsbereiche,
Werkstätten sowie einen Verwaltungsbereich.
Ergänzt wird die Nutzung durch eine halb-
öffentlich zugängliche Bibliothek mit zuge-
hörigen Magazin- und Arbeitsräumen sowie
durch einen Vortragssaal für Veranstaltungen
und Lehr- / Seminarräume für die studentische
Ausbildung. Im Erdgeschoss des Speicherge-
bäudes ist eine Kantine mit Ausgabeküche vor-
gesehen.
Die Freianlagen im Innenhof dienen der inter-
nen Erschließung aller Gebäudeteile, nehmen
den ruhenden Verkehr auf und bieten Platz
für einen Themen- und einen Versuchsgarten.
Entwurfskonzept
Intention des Entwurfes ist es, den Neubau
unter Wahrung des historischen Charakters
am Standort als integralen Teil der Bestands-
gebäude zu begreifen und Schnittstellen zwi-
schen Alt und Neu herauszustellen. Die neuen
Baukörper schließen den Blockrand des Quar-
tiers ab und definieren mit ihrer östlichen und
südlichen Kernbebauung die Fassung des Areals.
Dabei werden die Trauf- und Firsthöhen der
angrenzenden Bestandsbauten aufgenommen.
Der Haupteingang zum Gebäude liegt an der
Bahnhofstraße und ist auf die gegenüber lie-
gen de »Alte Post« ausgerichtet.
Neben dem großen Neubau an der Bahnhof-
und Jakobstraße werden die zu erhaltenden
(Speicher) oder wieder zu errichtenden Gebäu-
deteile (Pferdestall) sowohl räumlich als auch
funktional in das Gesamtensemble einbezogen.
Das Bauen für heutige Bedürfnisse in einer ge-
wachsenen städtischen Struktur bestimmt das
Erscheinungsbild des neuen Ensembles für das
Senckenberg Museum – zeitgenössische Bau-
teile mit unverwechselbarer Identität ergänzen
den historischen Bestand.
Abb.: städtebauliche Isometrie, Urheber: RBZ GP mbH, Dresden
› Niederlassung Bautzen ‹
Niederlassung Bautzen
Niederlassungsleitung
Jaroslaw Golaszewski (Stand 31.12.2020)
Kontakt
Fabrikstraße 48 | 02625 Bautzen
Telefon +49 3591 582-0
Telefax +49 351 4510992100
E-Mail poststelle-b@sib.smf.sachsen.de
Die Niederlassung Bautzen ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen
innerhalb der Landkreise Bautzen und
Görlitz und
in Teilen des Landkreises
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
sowie baufachlich für Baumaßnahmen
des Bundes und Dritter und Zuwendungs-
baumaßnahmen.

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| 38
Der Gebäudeteil A schließt den Blockrand ent-
lang der Bahnhofstraße. Der Gebäudeteil B ist
als Verbindungsbau zwischen den blockrand-
schließenden Baukörpern entlang der Bahnhof-
straße und der Jakobstraße anzusehen. Der Ge-
bäudeteil C schließt den Blockrand entlang der
Jakobstraße. Weiterhin ist das denkmalge-
schützte Speichergebäude als Gebäudeteil D
über ein verbindendes Treppenhaus an das Bau-
teil C angeschlossen. Der ehemalige Pferdestall
wird als Ersatzneubau in seiner ursprünglichen
Kubatur wiedererrichtet und erhält auf der
Südseite eine Fassade aus Klinkermauerwerk
nach historischem Vorbild.
Die Hülle des Gebäudes wird straßenseitig aus
einer Vormauerschale mit robustem und lang-
lebigem Sichtmauerwerk gebildet. Infolge der
horizontalen Mauerwerksschichtung in dezen-
ten Naturfarben, welche die »Geschossigkeit«
abbildet und im Ergebnis ein eigenständiges
Erschei nungs bild generiert, entsteht ein har-
monisches, sich in die umgebene Bebauung
einfügendes Aussehen. Die stehenden Fens-
terelemente aus Aluminium nehmen hinsicht-
lich der Proportion einen Bezug zur Quartiers-
bebauung auf und erfüllen gleichzeitig die
hohen Anforderungen an Schall-, Wärme- und
Einbruchschutz. Einen besonderen Blickfang
stellen die geschossweise versetzt angeordne-
ten Metallblenden mit Motivlochung dar.
Informationen
Bauzeit
12/2019 – 11/2023
Baukosten
genehmigte Gesamtbaukosten
rund 56 Millionen Euro
Die Innenhoffassaden nehmen den Grundan-
satz der Fassadengestaltung der Straßenfassa-
den auf, jedoch mit veränderter Materialität.
Hier ist eine hinterlüftete Vorhangfassade aus
versetzt zueinander angeordneten Metall-
Pa neelen vorgesehen. Die Fassade des Spei-
chergebäudes wird nach dem historischen Vor-
bild instand gesetzt. Der wieder zu errichtende
Pferdestall erhält als Ersatzneubau auf der Süd-
seite eine Vormauerschale, diese wird aus dem
nach dem Abbruch eingelagerten Klinkerma-
terial, einschließlich Rollschichten und Korb-
bögen, bestehen.
Das gestalterische Konzept der Straßenfas sa-
den mit natürlichen Materialien und natur-
nahen Farben setzt sich durch einen Kanon aus
Beton, Holz, Metall, Glas und Kautschuk im
Innenraum fort und bestimmt dessen Ästhetik.
Fassadenansicht des künftigen Gebäudes,
Urheber: RBZ GP mbH, Dresden

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39 |
Geschichte der »Alten Aktienspinnerei«
Die im Baustil des historischen Eklektizismus in
Chemnitz errichtete Aktienspinnerei entstand
von 1857 bis 1859 infolge der Gründung einer
Aktiengesellschaft als damals größte Spinnerei
Sachsens mit 60 000 Spindeln. Abweichend
von früheren Spinnereien hatte der Architekt
Friedrich Theodor Roschig das Gebäude vor al-
lem wegen der Brandgefahr ganz aus Eisen und
Stein projektiert. Der Spinnereibetrieb endete
1914. Bereits 1905 ging das Areal in das Eigen-
tum der Stadt Chemnitz über. Im Zweiten Welt-
krieg wurde das Gebäude schwer beschädigt
und verlor sein Dach und das oberste Geschoss.
In den nachfolgenden Jahrzehnten schloss sich
eine wechselvolle Nutzung an – unter anderem
als Essenausgabe, Provisorium für das zerstörte
Opernhaus, Kaufhaus, Stadtbibliothek, Bürohaus
und Puppentheater, zuletzt wurde es als Ga-
lerie genutzt. Seit 2011 ist das Gebäude Eigen-
tum des Freistaates Sachsen. Mitte 2015 be-
gann der Umbau zur Universitätsbibliothek der
TU Chemnitz, ab Juni 2020 konnten die bishe-
rigen drei Bibliotheksstandorte und deren Ma-
gazine im Gebäude der Alten Aktienspinnerei
zusammengelegt werden.
Wettbewerb
Zur Umsetzung der Maßnahme wurde ein Wett-
bewerb in zwei Kategorien durchgeführt: Zum
einen gab es einen städtebaulichen Ideenwett-
bewerb zur Entwicklung eines neuen Innen-
stadt campus unter Einbeziehung der Alten
Ak tienspinnerei und zum anderen einen Reali-
sierungsteil für das Programm »Zentrale Uni-
versitätsbibliothek im denkmalgeschützten
Ge bäude der Alten Aktienspinnerei«. Der
Wett bewerb fand in der zweiten Jahreshälfte
2012 statt. Im Januar 2013 stand das Ergebnis
fest. Der Entwurf der Bürogemeinschaft Siegmar
Lungwitz Architekt BDA und Heine, Mildner
Architekten aus Dresden sowie Thomas Rabe
Architekt aus Berlin zur baulichen Umsetzung
der Maßnahmen wurde mit dem ersten Platz
ausgezeichnet und daraufhin baulich umge-
setzt. Für den städtebaulichen Ideenteil konnte
sich Ferdinand Heide aus Frankfurt am Main
mit dem ersten Platz durchsetzen.
Bauprogramm
Die Bauarbeiten begannen im April 2014 mit
dem Rückbau leerstehender Gebäude rund um
das Hauptgebäude. Ab Oktober 2014 wurden
die Seitenflügel beräumt, von allen Einbauten
Technische Universität
Chemnitz
Alte Aktienspinnerei -
Zentrale Universitätsbibliothek
Umbau und Erweiterung
Bauaufgabe
Die Universitätsbibliothek der Technischen Uni-
versität Chemnitz, deren Magazine und das Uni-
versitätsarchiv waren bisher auf verschiedene
Standorte verteilt. Durch die Errichtung einer
Zentralbibliothek in unmittelbarer Nähe des
Hauptgebäudes der Universität wird diese un-
zureichende, zersplitterte Unterbringung auf-
gelöst, um für Lehre und Forschung optimale
Be dingungen zu schaffen. Die Verortung in der
Innenstadt sollte zudem zur Belebung des in-
nerstädtischen Umfeldes beitragen und den In-
nenstadtcampus weiterentwickeln. Als geeig-
neter Standort wurde daher das Gebäude der
»Alten Aktienspinnerei« für die Zentralbibliothek
ausgewählt. Das Grundstück befindet sich in-
nenstadtnah zwischen der Straße der Nationen
und der Karl-Liebknecht-Straße in unmittelbarer
Nähe zum Universitätshauptgebäude und ist
über öffentliche Verkehrseinrichtungen und -ver-
bindungen sehr gut erreichbar. Die Bibliothek
soll 24 Stunden täglich einen Anlaufpunkt für
Universitätsangehörige und für an wissenschaft-
lichen Informationen interessierte Bürger bieten.
Lesebereich am Großen Lesesaal
› Niederlassung Chemnitz ‹
Niederlassung Chemnitz
Niederlassungsleitung
Peter Voit (Stand 31.12.2020)
Kontakt
Brückenstraße 12 | 09111 Chemnitz
Telefon +49 371 457-0
Telefax +49 351 4510993100
E-Mail poststelle-c@sib.smf.sachsen.de
Die Niederlassung Chemnitz ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen
innerhalb der Stadt Chemnitz,
im Landkreis Mittelsachsen und
in Teilen des Erzgebirgskreises
sowie baufachlich für die Baumaßnahmen aller
Ressorts des Freistaats in diesem Gebiet, für
den Bundesbau darüber hinaus für den gesamten
Erzgebirgskreis, den Vogtlandkreis und Zwickau.

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| 40
Ein Anbau nördlich des Mittelbaus schafft Raum
sowie die erforderlichen Traglasten für das
Magazin. Die Geschosshöhe im Erdgeschoss
erlaubt das Aufstellen eines Rollregallagers über
zwei Ebenen, was entscheidend zur Optimie-
rung der Magazinflächen beiträgt. Im Erdge-
schoss werden außerdem die Anlieferung und
Räume für das Verpacken und Reinigen der
Buch medien sowie ein Sortierraum mit direk-
ter Anbindung an die Buchtransportanlage und
an die Rückgabeautomaten untergebracht.
Dem Typus der bestehenden Gebäudestruktur
folgend wurden in den seitlichen Gebäude-
flügeln die Freihandbereiche der Bibliothek an-
geordnet. Der Mittelteil wurde mit zentralen
Funktionen wie Eingangshalle, Haupterschlie-
ßung und Lesesaal besetzt. Die Verwaltung ist
an den Giebelseiten im Osten und Westen und
im Mittelbau untergebracht.
Als Herausforderung erwies sich der extrem
schlechte Baugrund. Dieser musste verstärkt
und die Deckenkonstruktionen stellenweise um-
fangreich saniert sowie teilweise erneuert wer-
den. Insgesamt wurden rund 330 Stahlfenster
eingebaut, etwa 185 Kilometer Kabel verlegt und
allein im Freihand-Bereich rund 22 000 Regal-
meter aufgebaut.
In die neue Bibliothek zogen rund 1,2 Millionen
Bücher und Zeitschriften um. Die Universität
verfügt über ein Lern- und Kommunikations-
zentrum mit mehr als 700 Arbeitsplätzen für
diverse Arten des Lernens und Arbeitens: von
stillen Einzelarbeitsplätzen und Lesekabinen über
befreit und in den Rohbauzustand versetzt.
Dabei wurden etwa 6 500 Tonnen Bauschutt
zum großen Teil in Handarbeit aus dem Ge-
bäude gebracht. Das wertvolle gusseiserne Trag-
werk mit gemauerten Kappengewölben wurde
wieder sichtbar gemacht. Im Juli 2015 begann
die Komplettentkernung des Mittelbaus. Die
Außenwände wurden parallel dazu statisch ge-
sichert und im Anschluss die Baugrube für den
Mittelbau und den Magazinanbau hergestellt.
Insgesamt wurden etwa 21 500 Tonnen Abbruch-
materialien beseitigt.
Das historische Gebäude der Alten Aktienspin-
nerei bestand vor dem Zweiten Weltkrieg aus
einem zentralen fünfgeschossigen Mittelbau mit
Zierbekrönung sowie zwei langgestreckten
viergeschossigen Seitenflügeln mit Satteldach
und markanten Ecktürmen. Aufgrund der Um-
nutzung des historischen Industriegebäudes zur
Bibliothek und der heutigen komplexen Anfor-
derungen an ein modernes Gebäude waren um-
fangreiche Anpassungen des Bestandes er-
f orderlich. Die beiden Seitenflügel wurden
weit gehend
erhalten.
Die Kubatur sowie die Fassadengestaltung der
historischen Aktienspinnerei wurden in ihrer
ursprünglichen Form wiederhergestellt. Die
Fens ter erhielten ihre alten Formate mit Bögen,
Sandsteingesimsen und -gewänden zurück.
Im Erdgeschoss wurde der Bossenputz wieder-
hergestellt. Der Mittelbau sowie die äußeren
Giebelfelder der Seitenflügel wurden entkernt
und in ihrer inneren Struktur der neuen Nut-
zung durch die Bibliothek angepasst.
Klare und zeitlose Formensprache prägt die Fassade des ehemaligen Industriebaus
Informationen
Bauzeit
04/2014 – 06/2020
Baukosten
53 Millionen Euro, 13,6 Millionen Euro
davon stammen aus dem Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung (Energieeffizienz-EFRE).
Die Baumaßnahme wird gefördert
durch den Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung (EFRE).
die gemeinschaftlich genutzten Arbeitsplätze im
zentralen Lesesaal bis zu Plätzen im Lern- und
Kommunikationsbereich für Gruppenarbeit. Im
Erdgeschoss entstand ein attraktiver Ort für
Veranstaltungen. Zudem ermöglicht ein Lese-
garten hinter dem Gebäude Lernen im Freien.
Insgesamt entstanden im Gebäude 12 354 Qua-
dratmeter Nutzfläche.

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41 |
Dresdner Zwinger
Sanierung Bogengalerie L und
Französischer Pavillon
Standortbeschreibung
Die Maßnahme umfasst den französischen
Pavillon und die Bogengalerie L sowie das Un-
ter geschoss und den über dem Französischen
Pavillon liegenden Marmorsaal des Dresdner
Zwingers. Ferner sind der Bereich des »Pirna-
Saals« in der Liegenschaft der Gemäldegalerie
Alte Meister sowie der darüber liegende Ter-
rassenbereich mit dem Verbindungsbau aus der
Zeit des Wiederaufbaus in die Maßnahme
eingeschlossen. Der 1719 fertiggestellte fran-
zösische Pavillon und die Bogengalerie L sind
Teil der barocken Festarchitektur »Dresdner
Zwinger« und dienten ursprünglich der Reprä-
sentation des kurfürstlichen Machtanspruchs
Friedrich August I., auch August der Starke ge-
nannt. Der Ausbau des Innenraums zum fest-
lichen Repräsentationsraum wurde 1719 ab-
geschlossen, sodass dieser erstmalig im Rahmen
der Vermählungsfeierlichkeiten des Kronprin-
zen mit der Erzherzogin Maria-Josepha genutzt
werden konnte. Der Französische Pavillon ver-
bindet im Ensemble des Zwingers zusammen
mit der Bogengalerie den Wallpavillon und
die Sempergalerie.
Fußbodenheizung in der Bogengalerie L
› Niederlassung Dresden I ‹
Bauausführung
Mit der Baumaßnahme sollte die Nutzung als
Besucherzentrum und die durch die Staatliche
Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemein-
nützige GmbH (Schlösserland) entwickelte Aus-
stellung zur Zwingerhistorie umgesetzt werden.
Im Zuge der Maßnahme galt es, die barriere-
freie Erschließung für alle Ebenen des Fran-
zösischen Pavillons durch den Einbau eines
Aufzugs bei gleichzeitiger Erschließung des
Zwingerwalls vom Zwingerhof aus herzustel-
len. Zur Neuordnung des Entrée-Bereiches des
Französischen Pavillons mussten bestehende
Einbauten auf den ursprünglichen Zustand der
Erbauungszeit zurückgebaut werden. Zwei
Raummöbel (Gastronomie und Kasse) werden
die benötigten Funktionen des Entrées bedie-
nen. Zwei Wanddurchbrüche zum ehemaligen
Pirna-Saal erschließen den Durchgang zum
Aufzug und der Gemäldegalerie sowie einem
neu entstandenen Lager / Nebenraum. Ziel war
es, neben der Unterbringung von Shop / Kasse
und Gastronomie ein repräsentatives Entrée
zu schaffen, welches auch Reisegruppen und
Führungen komfortabel aufnehmen kann.
Niederlassung Dresden I
Niederlassungsleitung
Dr. Ulf Nickol (Stand 31.12.2020)
Kontakt
Königsbrücker Straße 80 | 01099 Dresden
Telefon +49 351 809-30
Telefax +49 351 4510994100
E-Mail poststelle-d1@sib.smf.sachsen.de
Die Niederlassung Dresden I ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen
innerhalb der Landeshauptstadt Dresden,
im Landkreis Meißen und
in Teilen des Landkreises
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
sowie baufachlich für alle Behörden und Einrich-
tungen der Staatsverwaltung, des Landtags und
der Staatskanzlei, für Kulturbauten des Sächsi-
schen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur
und Tourismus sowie der Staatlichen Schlösser,
Burgen und Gärten Sachsen gGmbH.

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| 42
Um die Projektionen im multimedialen Aus-
stellungsbereich in der Bogengalerie nicht zu
beeinträchtigen, galt es, den Tageslichteinfall
auf ein Minimum zu reduzieren. In einer Bepro-
bung vor Ort hat sich die Verdunkelung mit
textilen Screens mit einem Durchlassgrad von
einem Prozent als bestmögliche Lösung erge-
ben. Im Untergeschoss wurden die Sanitäran-
lagen komplett zurückgebaut und anschlie-
ßend neu errichtet.
Zum Umfang der Gesamtmaßnahme gehörte die
Sanierung der wallseitigen Bauteile der Bo gen-
galerie L, des rückwärtigen Kollektorgangs
und der Freitreppe (Perron). Weiterhin werden
sämtliche Balustraden des Treppenaufgangs,
der Vorterrasse und der Terrasse der Galerie
Alte Meister demontiert, gereinigt, entsalzt und
neu versetzt.
Im Untergeschoss der Exedra (nischenartiger
Raum, der sich zum Hof öffnet) des Französi-
schen Pavillons galt es, neue Technikflächen zu
schaffen. Mittig in Verlängerung des Kriech-
ganges unter dem Nymphenbad befindet sich
ein historischer Kanal aus dem 18. Jahrhundert,
der im Rahmen der Voruntersuchungen freige-
legt wurde. Für den Ausbau waren größere Ein-
griffe in tragende Bauteile und die bestehende
Bausubstanz
notwendig
(Abbruchmaß
nah men,
Unterfangungen, Kernbohrungen, Durchbrüche,
Auskofferungen). Der historische Kanal blieb
erhalten, hier entstanden die Technik räume.
Zudem wurde ein Neubau des Verbindungsbaus
zur Sempergalerie / Gemäldegalerie Alte Meis-
ter errichtet. Während der Maßnahme erfolg-
te der Rückbau aller nicht denkmalrelevanten
Einbauten im Marmorsaal (Obergeschoss des
Französischen Pavillons) als Vorleistung für
die spätere Restauration.
Des Weiteren wurden in der Bogengalerie L die
baulichen Voraussetzungen zur musealen Nut-
zung für die Ausstellung zur Zwinger-Historie
sowie der Ausbau von Technikflächen im Un-
tergeschoss umgesetzt. Der bestehende Boden-
belag wurde zur Herstellung einer Fußboden-
heizung komplett aufgenommen und danach
wiederverwendet. Wand- und Deckenober-
flächen wurden erneuert und die Fenster ana-
log der Fenster in der Bogengalerie am Mathe-
ma tisch-physikalischen Salon als bodentiefe
Fens ter neu ausgeführt.
Im Zuge der Sanierung galt es, unter Feder-
füh rung der Zwingerbauhütte, die Fassaden
mit ihrem reichen plastischen Schmuck am
Französischen Pavillon und der Bogengalerie L
um fassend zu restaurieren. Zusätzlich werden
im Bereich der Fassaden konstruktive Siche-
rungs maßnahmen und Risssanierungen im
Ziegel- und Sandsteinmauerwerk durchgeführt.
Alle Fenster und Außentüren galt es zu erneu-
ern. Die Kupfereindeckung des Daches erfor-
derte eine nur stellenweise Ausbesserung und
Verstärkung der Horizontalfalze.
Aufwändige Sanierung des Französischen Pavillons, außen wie innen
Informationen
Bauzeit
11/2018 – Ende 2021 (Abschluss der Sanierung
der abgewandten Fassaden)
Baukosten
rund 14,3 Millionen Euro

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43 |
Sanierung/ Umbau von Räumen in Haus 2
(nach Fertigstellung und Umzug in Haus 6)
Erweiterung des Laborbereiches für den
Studiengang Labor- und Verfahrenstechnik
Erweiterung Parkplatz (17 Stellplätze)
Die Errichtung der zusätzlichen Flächen ist für
den Studienstandort Riesa ein wichtiger Bau-
stein zur Zukunftsfähigkeit des Standortes Riesa
der BA Sachsen. Somit werden die Vorausset-
zungen geschaffen, neue Studienangebote um-
zusetzen und die Bedingungen bestehender
Studienangebote zu verbessern. Die Maßnahme
dient weiterhin der Optimierung der Arbeits-
abläufe innerhalb der Staatlichen Studienaka-
demie Riesa.
Architektur / Bauausführung
Haus 6
Der Neubau ergänzt die Campusbebauung der
teilweise denkmalgeschützten Bestandsbauten
(Ensembleschutz) an der nordwestlichen Ecke
des Campus. Der Neubau fügt sich in das Ge-
samtensemble zurückhaltend ein, unterschei-
det sich allerdings in Formensprache und
Materialität. Die Eingangssituation und Aus-
richtung orientiert sich an den angrenzenden
Häusern 3 und 4.
Der kompakte, zweigeschossige Baukörper misst
25 mal 22 Meter und ist als Massivbau in
Stahlbetonbauweise errichtet. Sein Eingang
nimmt Bezug auf die bestehende Wegeführung
von Haus 2 und 4. Die Außenhaut der vorge-
hängten hinterlüfteten Fassade besteht aus
feuerverzinkten Stahlplatten, als Reminiszenz
an den ehemaligen Stahlhüttenstandort Riesa.
Im Zuge der Baumaßnahme wird am Hauptein-
gang ein kleiner Vorplatz errichtet. In unmittel-
barer Nähe werden im Außenbereich Sitzmög-
lichkeiten und Fahrradabstellmöglichkeiten
angeboten. Teil der Maßnahme ist zudem die
Erweiterung des Parkplatzes.
Im Gebäude sind 560 Quadratmeter Haupt-
nutzfläche untergebracht, es ist barrierefrei
durch einen Aufzug erschlossen. Das Dach ist
teilweise begrünt (dient der Wasserrückhaltung
und Minimierung der Abflussspitzen bei Stark-
regenereignissen). Im Erdgeschoss stehen nun
Fachkabinette und Seminarräume sowie ein
Sanitärbereich zur Verfügung. Im Obergeschoss
Moderne Seminarräume im Haus 6 bieten optimale Lehrbedingungen
Berufsakademie Sachsen
Erweiterung Standort Riesa –
Teilbaumaßnahme 2
Bauaufgabe
Zur Unterbringung von zusätzlichen Labor-/
Personalflächen für die Staatliche Studienaka-
demie Riesa (BA) galt es, rund 1 000 Quadrat-
meter Nutzfläche zu schaffen. Im Jahr 2014
wurden bereits 280 Quadratmeter im ersten
Teil der Gesamtmaßnahme mit Hilfe von EFRE-
Mitteln (Europäischer Fond für regionale Ent-
wicklung) und der Mitfinanzierung durch den
Freistaat Sachsen im Bestandsgebäude Haus 4
umgesetzt.
Im zweiten Bauabschnitt werden ergänzend die
restlichen 720 Quadratmeter Nutzfläche in ei-
n em Neubau (Haus 6) und durch Umstruktu-
rierung / Sanierung der Bestandsgebäude Haus 2
und 4 realisiert. Die Baumaßnahme gliedert sich
in vier Teilbereiche:
Neubau Haus 6 mit Freianlagen auf dem
Campus:
Erweiterung der Fachkabinette für den
Studiengang Maschinenbau,
Schaffung von Seminar- und Büroräumen
Sanierung / Umbau Haus 4
Erweiterung des Energie-Kompetenz-
zentrums für den Studiengang
Energie- und Umwelttechnik
› Niederlassung Dresden II ‹
Niederlassung Dresden II
Niederlassungsleitung
Elke Mühlbauer (Stand 31.12.2020)
Kontakt
Ostra-Allee 23 | 01067 Dresden
Telefon +49 351 4735-90
Telefax +49 351 4510995100
E-Mail poststelle-d2@sib.smf.sachsen.de
Die Niederlassung Dresden II ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen
innerhalb der Landeshauptstadt Dresden und
im Landkreis Meißen sowie
in Teilen des Landkreises
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Dies betrifft Einrichtungen im Sinne des Gesetzes
über die Hochschulen im Freistaat Sachsen für den
Direktionsbezirk Dresden, Bildungseinrichtungen
der Sächsischen Staatsministerien des Innern,
für Kultus sowie für Wissenschaft, Kultur und
Tourismus Baumaßnahmen des Bundes und Dritter
und Zuwendungsbaumaßnahmen.

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| 44
Zur Verbesserung der Energiebilanz erhielten
die Dächer der Anbauten eine Wärmedämmung.
Für die Inbetriebnahme von Haus 6 (Neubau)
war die Fertigstellung der gemeinsam genutz-
ten Technikräume in Haus 4 notwendig.
Haus 2
Das Haus 2 auf dem Campus der BA Riesa ist
ein Bestandsgebäude in massiver Bauweise
und steht unter Denkmalschutz. Das dreige-
schossige Gebäude ist unterkellert und wurde
Mitte der 1950er-Jahre errichtet. Im Gebäude
sind hauptsächlich Labore und Fachkabinette
untergebracht. Im Zuge der Maßnahme wer-
den die Flä chen umstrukturiert. Insgesamt
werden da durch circa 200 Quadratmeter
Hauptnutzfläche (PC-Pool und Seminarräu-
me) im Neubau Haus 6 untergebracht. In der
zweiten Teilbaumaßnahme erfolgt der Einbau
von neuen Kabinett- und Laborräumen im
Erd- und ersten Obergeschoss. Zudem wer-
den Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen
sowie elektrische Leitungen erneuert und um-
gebaut. Die Arbeiten umfassen weiterhin den
Innenausbau mittels neuer Unterdecken,
Raumtrennungen und neuer Bodenbeläge.
sind Verwaltungsräume und ein PC-Pool an-
geordnet. Die innenliegenden Räume werden
durch einen kleinen Lichthof natürlich belich-
tet und belüftet.
Haus 4
Das Haus 4 gehört ebenfalls zu den denkmal-
geschützten Gebäuden des Campus aus der
Mitte der 1950er-Jahre. Das teilweise auch noch
heute als Maschinenhalle genutzte Gebäude
ist eingeschossig und nicht unterkellert. Hier
wurden bereits in der ersten Teilbaumaßnahme
rund 280 Quadratmeter Haupt
nutzfläche aus
der Bedarfsanmeldung untergebracht. Aus der
zweiten Teilbaumaßnahme kamen nochmals
circa 170 Quadratmeter Flächen hinzu. Dazu
zählt die Unterbringung eines Fachkabinetts
und einer Teeküche. Zum Bauprogramm gehört
weiterhin der Umbau / die Nachinstallation
von Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik,
die Neuinstallation elektrischer Anlagen, die
Herstellung von Deckendurchbrüchen und neu-
en Unterdecken (teilw. als Akustikdecken) oder
die Raumtrennung durch Leichtbauwände.
Ebenso war die Sanierung von rund 60 Qua-
dratmetern der fremd genutzten Fläche (VFUP
– Verein zur Förderung der Umform- und Pro-
duktionstechnik) notwendig.
Informationen
Bauzeit
Haus 6: 08/2018 – 06/2020
Freianlagen 08/2020 – 10/2020
Haus 4: 09/2018 – 07/2020
Haus 2: 07/2020 bis voraussichtlich 09/2021
Baukosten
rund 5,7 Millionen Euro
Der Neubau (Haus 6) zeichnet sich durch eine zurückhaltende Fassadengestaltung aus

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45 |
malgeschützten Gebäudekomplex, der als
»Königlich-Sächsisches Lehrerseminar« in meh-
reren Abschnitten Ende des 19. Jahrhunderts /
Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurde.
Der östliche, bereits sanierte Gebäudeteil, in
dem sich das Vermessungsamt des Landkrei-
ses Leipzig befindet, wurde einschließlich des
zugehörigen Grundstücksanteils verkauft und
war nicht Gegenstand der Baumaßnahme.
Die bauliche Trennung der Gebäudeteile er-
folgte im Rahmen der aktuellen Baumaßnahme.
Der Gebäudekomplex gliedert sich wie folgt:
Amtsgericht Borna. Hierzu zählen der
Anbau (»Verbinder«) mit Aula, stilistisch
an das Hauptgebäude angelehnt (von
1886, erweitert 1896), sowie der Schul-
anbau im Reformstil, mit asymmetrisch
gegliederter Fassade und geometrischen
Gliederungselementen (1911 / 1912).
Vermessungsamt (Hauptgebäude – nicht
Bestandteil der Maßnahme): ursprünglich
Königlich-Sächsisches Lehrerseminar,
palaisartiger Mauerwerksbau mit elegan-
ter Putzgliederung in spätklassizistischen
Formen (1862 /1863)
Ausgangspunkt für die Planungen (Architekt:
Eßmann | Gärtner | Nieper, Leipzig) zum Um-
bau des Gebäudekomplexes ist die Änderung
der Erschließung des Gebäudes. Aufgrund
der Grundstücksteilung besteht die historische
We gebeziehung durch den Park zum ehema-
ligen Haupteingang auf der Ostseite nicht mehr.
Der Zugang zum Gebäude musste daher auf
die zum Parkplatz orientierte Rückseite verlegt
werden.
Die Gestaltung der Außenanlagen soll hier
die Auffindbarkeit des Eingangs unterstützen.
Das planerische Konzept für das Gebäude zielte
auf eine denkmalverträgliche Neuordnung der
Raumstruktur ab, sodass die historische Bau-
substanz weitgehend erhalten werden konnte.
Fassaden, Eingangsbereich und Haupttreppen-
haus, Flure sowie das Herzstück der Anlage,
eine aufwendig gestaltete Aula, die künftig
als Sitzungssaal dienen wird, wurden nach
denkmalpflegerischen Vorgaben saniert und
restauriert. Das Farbkonzept nimmt Bezug auf
die historischen Befunde.
Die Aula dient als Sitzungssaal
Amtsgericht Borna
Konzentrierte Unterbringung –
mit Grundbuchamt
Bauaufgabe
Das Amtsgericht Borna mit Hauptstandort und
Außenstelle inklusive der Abteilungen Grund-
buchamt, Familie, Nachlass sowie Sozialer
Dienst war bisher auf drei Standorte aufgeteilt.
Ziel der Baumaßnahme war die gemeinsame
Unterbringung aller Abteilungen des Amts-
gerichts am neuen Standort in der Leipziger
Str. 67 a in Borna und die Ablösung der beste-
henden Anmietungen.
Für das Amtsgericht Borna mit 76 Mitarbei-
tern sollte eine Nutzfläche von rund 2 900 Qua-
dratmetern entstehen. Diese beinhaltet im We-
sentlichen Büroräume, vier Sitzungssäle und
vier Besprechungsräume, das Grundbuchamt,
Archivflächen sowie zwei Vorführzellen. Bei der
Gestaltung der Außenanlagen sollten zudem
die Zuwegung und der Vorbereich zum Eingang,
70 Stellplätze für PKW (davon zwei barriere-
frei), zwei Ladestationen für E-Mobilität, ein
Stellplatz für Kleinbusse (Gefangenenzuführung)
sowie 32 Fahrradabstellplätze errichtet werden.
Architektur
Für die konzentrierte Unterbringung des Amts-
gerichts Borna wurde das ehemalige Pestalozzi-
Gymnasium in Borna als geeigneter Standort
festgelegt. Das Gebäude gehört zu einem denk-
› Niederlassung Leipzig I ‹
Niederlassung Leipzig I
Niederlassungsleitung
Jan-Peter Krieger (Stand 31.12.2020)
Kontakt
Schongauerstraße 7 | 04328 Leipzig
Telefon +49 341 2555-000
Telefax +49 351 4510996100
E-Mail poststelle-l1@sib.smf.sachsen.de
Die Niederlassung Leipzig I ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen
innerhalb der Stadt Leipzig sowie
in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen.
Dies betrifft Einrichtungen und Behörden der
Staatsverwaltung, des Sächsischen Rechnungs-
hofs, der Staatlichen Schlösser, Burgen und
Gärten Sachsen gGmbH, Bund und Dritte sowie
Zuwendungsbau.

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| 46
Kunst am Bau
Das in einem Wettbewerb ausgewählte Werk
»Justitia« der Künstlerin Helga Franz soll, an-
geordnet auf einer Grünfläche an der Grund-
stückseinfahrt, zur besseren Sichtbarkeit des
Amtsgerichts vom öffentlichen Straßenraum
(Raumakzent) beitragen. Bei dem Entwurf
handelt es sich um eine Installation aus zwei
miteinander verbundenen Glasscheiben, die
mit einer Folie verbunden sind. Aus den Lan-
desfarben entwickelt die Künstlerin das Motiv
der Justitia, das die Umrisslinie eines Gesich-
tes mit verbundenen Augen zeigt. Die Reali-
sierung erfolgt bis Juli 2021.
Außenanlage
Das Thema Umwelt- und Artenschutz hat in
der sächsischen Bau- und Liegenschaftsver-
waltung einen hohen Stellenwert. Ziel ist es
daher, die Grünfläche entlang der hinteren süd-
lichen Grundstücksgrenze als artenreiche
Blühwiese (Lebensräume für Insekten, Vögel
und weitere Tiere) anzulegen. Zusätzlich wird
ein Insektenhotel aufgestellt, um die Entwick-
lung der Insektenpopulationen noch weiter zu
fördern.
Bauausführung
Die Baudurchführung war aufgrund des un-
erwartet schlechten Zustands der Bausubstanz
sehr aufwendig. Anhand der sichtbaren Scha-
densbilder war dies im Vorfeld nicht zu vermu-
ten und auch in den Voruntersuchungen und
Gutachten nicht feststellbar. Es waren umfang-
reiche statische Reparaturen am Tragwerk bis
hin zum Deckenaustausch erforderlich.
Besonderheiten
Die Gestaltung der Aula basiert auf der 2. Fas-
sung des Raumes, in der eine Erweiterung 1896
um eine Fensterachse erfolgte. Bei den Gold-
akzenten an der Decke handelt es sich um so-
genanntes Streichgold bzw. Goldbronze (Farbe
mit Metallanteil). Im Rahmen der Baumaß-
nahme wurde der Orgelprospekt im Zusammen-
hang mit der Wandvertäfelung restauriert. Die
Orgel ist nicht funktionsfähig.
Aufgrund des coronabedingten Notbetriebs
des Kampfmittelbeseitigungsdienstes muss-
ten die Erdarbeiten für die Außenanlagen für
etwa zwei Monate unterbrochen werden. Auf-
grund dieses Verzugs und des Wintereinbruchs
können die Außenanlagen erst im März 2021
fertiggestellt werden. Im Einvernehmen mit
dem Amtsgericht Borna wurde dennoch an
der geplanten Übergabe Ende 2020 festgehal-
ten. Hierdurch konnten auch die bestehenden
Mietverhältnisse zum 31. Dezember 2020 auf-
gegeben werden.
Das Amtsgericht ist in einem ehemaligen Gymnasium untergebracht
Informationen
Bauzeiten
11/2017 – 11/2020,
(Restleistungen / Außenanlagen 03-04/2021)
Baukosten
Gesamtkosten: rund 15,6 Millionen Euro
davon Anteil EFRE (Energieeffizienz):
rund 4,53 Millionen Euro
Die Baumaßnahme wird gefördert
durch den Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung (EFRE).

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47 |
Baudurchführung
Das Haus ist ein Eckgebäude mit zwei Treppen-
häusern. Das repräsentative Haupttreppenhaus 1
endete im dritten Obergeschoss. Um den ge-
forderten zweiten baulichen Rettungsweg in
das vierte und fünfte Obergeschoss herzustel-
len, wurde der Treppenlauf verlängert. Dadurch
wurde auch der Zugang zur Lüftungszentrale
und zu den Technikräumen im Dachgeschoss
neu hergestellt. Das verlängerte Treppenhaus
wurde dem historischen angepasst und mit
Granitbelag sowie einem Nachbau des vorhan-
denen Holzgeländers ausgestattet. Die Außen-
abdichtung des Gebäudes erfolgte im Gehweg-
bereich mit Verbau. Aufgrund der schwierigen
Bodenverhältnisse konnte die Abdichtung nur
abschnittsweise im sogenannten Pilgerschritt-
verfahren durchgeführt werden, was eine
längere Bauzeit zur Folge hatte. Die Planung
sah vor, im Keller überwiegend Technik und
Lagerflächen unterzubringen. Während der Sa-
nierung des Fußbodens kam es zu einem
massiven Grundwassereinbruch in Folge eines
Starkregens. Da das Gebäude in einem hoch-
wassergefährdeten Gebiet steht, wurden die
Technikräume nunmehr im Dachboden unter-
gebracht.
Die Fassade befand sich in einem guten Zu-
stand, der Putz wurde instand gesetzt und
der Anstrich überholt. Das Dach wurde nach
der Zerstörung im Krieg aus Beton errichtet.
Somit musste die Dacheindeckung erneuert
und eine Dämmung aufgebracht werden. Im
Andachtsraum
Universität Leipzig
Theologische Fakultät
Geschichte
Das Gebäude an der Ecke Beethovenstraße 25
und Ferdinand-Rhode-Straße in Leipzig wurde
1925 bis 1926 nach einem Entwurf des Archi-
tekten Max Steinmüller erbaut und als Verwal-
tungsgebäude des Verbandes Deutscher Ver-
edlungsanstalten für baumwollene Gewebe e. V.
genutzt. Es ist heute als Kulturdenkmal in der
Denkmalliste der Stadt Leipzig eingetragen.
In den Jahren 1944 / 45 wurden die oberen Ge-
schosse durch Kriegseinwirkung bis einschließ-
lich der Decke über dem zweiten Obergeschoss
teilzerstört und 1945 wiederaufgebaut und
instand gesetzt. Bis zum Sanierungsbeginn
hat das Haus die Landesuntersuchungsanstalt
ge nutzt. Für die neue Nutzung des Gebäudes
mussten daher die umfangreichen Laborein-
bauten zurückgebaut und entsorgt werden.
Nutzung
Die Theologische Fakultät ist so alt wie die
Universität Leipzig. Beide wurden 1409 gegrün-
det. In den letzten Jahren musste die Fakultät
mehrfach in Interims umziehen. Durch die Sa-
nierung des repräsentativen Gebäudes an der
Beethovenstraße fand die Theologische Fakul-
tät einen dauerhaften Sitz, der adäquate Be-
dingungen für den Lehrbetrieb bietet.
› Niederlassung Leipzig II ‹
Niederlassung Leipzig II
Niederlassungsleitung
Petra Förster (Stand 31.12.2020)
Kontakt
Tieckstraße 2 | 04275 Leipzig
Telefon +49 341 2175-0
Telefax +49 351 4510997100
E-Mail poststelle-l2@sib.smf.sachsen.de
Die Niederlassung Leipzig II ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen
innerhalb der Stadt Leipzig sowie
in dem Landkreis Leipzig und Nordsachsen.
Dies betrifft Einrichtungen der Sächsischen
Staatsministerien für Wissenschaft, Kultur und
Tourismus, für Soziales und Verbraucherschutz,
für Kultus, Sächsische Krankenhäuser und im
Rahmen von Geschäftsbesorgungsverträgen das
dem Uni versitätsklinikum Leipzig.

image
| 48
Außenansicht des Gebäudes an der Ecke Beethovenstraße und Ferdinand-Rhode-Straße
Im Zuge der Maßnahme wurden die WC-An-
lagen zum Teil neu geordnet und dem Bedarf
angepasst sowie im Erdgeschoss durch ein
barrierefreies WC ergänzt. Jede Etage erhielt
zudem eine Teeküche. Im Hörsaal des ersten
Obergeschosses ist zur Sicherstellung der be-
nötigten Raumanforderungen an Luftqualität
und Raumtemperatur eine raumlufttechnische
Anlage integriert. Der vorhandene Aufzug
wurde erneuert und an die aktuellen Regeln
für Sicherheit und Brandschutz angepasst. Der
Aufzug gewährleistet nun den barrierefreien
Zugang zu den Etagen und ist von außen über
eine Rampe vor dem Haupteingang erreichbar.
Außenanlagen
Die im Hof befindlichen alten Gebäude (Gara-
gen, Lager etc.) wurden im Zuge der Baumaß-
nahme abgebrochen. Gemäß den denk mal-
schutz rechtlichen Anforderungen erfolgte
eine Teilrekonstruktion der historischen Einfrie-
dung im Bereich Beethovenstraße. Es wur den
PKW- Stellflächen und Fahrradbügel sowie eine
E-Ladestation angeordnet sowie groß zügige
Grünflächen und eine Sitzecke angelegt.
fünften Obergeschoss wurden die Dachgauben-
fenster vergrößert, sodass ein höherer Tages-
lichteinfall in diesen Räumen gewährleistet
wird. Durch die neue universitäre Nutzung
muss ten im Gebäude Seminarräume und ein
Hörsaal geplant werden. Im ersten Obergeschoss
entstand ein Hörsaal mit rund 98 Quadrat-
metern Fläche. In den darüberliegenden Eta-
gen 2 bis 4 befinden sich nun Seminarräume.
Durch die neue Nutzung erfüllten die vor-
handenen Decken nicht die Anforderungen an
die notwendige Verkehrslast. Die alten Acker-
manndecken in diesen Bereichen einschließ-
lich der Flure (Rettungswege) wurden abge-
brochen und durch neue Decken ersetzt – dieser
Prozess gestaltete sich logistisch aufwendig.
Eine weitere Herausforderung waren die holz-
vertäfelten Räume in der ersten Etage. Der
vorhandene Stuck und die Holzvertäfelungen
wurden fachgerecht aufgearbeitet oder wie-
derhergestellt. Im zweiten Obergeschoss ist in
dem großen Eckzimmer ein Andachtsraum
vorgesehen. Die Deckengestaltung und die
Integration von Kunst am Bau waren eine wei-
tere Herausforderung. Der Diplomglasgestalter
Günter Grohs entwarf bunte Glaselemente,
welche vor den Fenstern des Andachtsraumes
installiert wurden. Durch den wechselnden
Lichteinfall und ein Beleuchtungskonzept er-
geben sich dadurch ständig neue Eindrücke.
Informationen
Bauzeit
09/2017 – 08/2020
Baukosten
6,5 Millionen Euro

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49 |
Leitausstellung zur
4. Landesausstellung, Zwickau
Deutsches Hygienemuseum
Zielstellung
Die Leitausstellung der 4. Landesausstellung
mit dem Titel »Boom. 500 Jahre Industriekultur
in Sachsen« fand 2021 in Zwickau statt. Für die
temporäre Ausstellung wurde der »Audi-Bau«
angemietet, umgebaut sowie ein Empfangs-
gebäude errichtet. Die barrierefreie Erschlie-
ßung stand im Fokus der Maßnahme.
Die Niederlassung Zwickau des SIB übernahm
die Projektkoordinierung für die Baumaßnah-
men und stellte Dienstleistungen für den Aus-
stellungsbetrieb bereit. Die Durchführung und
Gestaltung der Ausstellung oblag der Stiftung
Deutsches Hygiene-Museum (DHM).
Rahmenbedingungen
Es galt, die Nutzerforderungen an eine hoch-
wertige Ausstellung mit minimalen Mitteln auf
zwei Geschossen mit rund 5 700 Quadratmeter
im alten Industriebau und Außenflächen um-
zusetzen. Die vorhandenen Maschinen mussten
in andere Gebäudeteile verlegt werden. Die
eigentliche Ausstellung in Verantwortung des
DHM wurde im Obergeschoss untergebracht.
Im Souterrain stellten sich verschiedene Bil-
dungseinrichtungen und Firmen der Öffent-
lichkeit vor. Nach dem Ausstellungsende soll
das Mietobjekt in den ursprünglichen Zustand
zurückversetzt werden. Den Betrieb der ein
Geschoss darüber verorteten Bildungseinrich-
tung galt es nicht zu beeinträchtigen.
Für die temporäre Ausstellung stand nur eine
sehr kurze Vorplanungszeit zur Verfügung, zu-
dem galt es, die Umnutzung einer Werkhalle
zu einem gestalterisch und technisch an-
spruchs vollen Ausstellungsort zu meistern und
den Vorgaben des Denkmalschutzes Rechnung
zu tragen. In den Planungen mussten weiter-
hin folgende Punkte berücksichtigt werden:
schlechte Bausubstanz, Feuchte,
desolate Sanitäranlagen
keine Planunterlagen, daher waren
Aufmaß und Vermessung erforderlich
der zu verlagernde Maschinenpark
des Ausbildungsträgers innerhalb der
Anmietfläche
kein vorliegendes Brandschutzkonzept
seit Langem ungenutzte Aufzüge,
kein Internetanschluss
Umsetzung
Für das Empfangsgebäude und die Erschließung
wurde ein Architektenauswahlverfahren durch-
geführt. Gegenstand der Entwurfsaufgabe war
die Herrichtung des Bestandsgebäudes auf
zwei Etagen für die Unterbringung der Leitaus-
stellung, die Museumspädagogik und weitere
ergänzende Funktionseinheiten für den Aus-
stellungsbetrieb sowie die Errichtung des
Empfangsgebäudes. Unter Zeitdruck mussten
die Vorstellungen der Ausstellungsmacher, die
Ideen der Architekten, die baulichen Voraus-
setzungen und die im Mietvertrag festgeschrie-
benen Vereinbarungen in Übereinstimmung ge-
bracht werden.
Die kurze Nutzungsdauer führte zu einem un-
konventionellen Ansatz: Im Audi-Bau wurden
störende Trennwände entfernt, sodass der
Industriecharakter in einem großen Raum über
die gesamte Etage spürbar wurde. Vorhande-
ne Installationen und die gesamten betriebs-
technischen Anlagen verblieben im Gebäude.
Die für die Ausstellung notwendige Medien-
versorgung wurde separat und leicht rückbau-
bar hinzugefügt. Die zentrale Zu- und Abluft-
anlage mit Wärmerückgewinnung wurde für
300 Personen ausgelegt und die Kälteerzeu-
gung über ein Miet-Gerät realisiert.
Die Klinkerfassade des Industriebaus ist geprägt durch eine klare Ästhetik
› Niederlassung Zwickau ‹
Niederlassung Zwickau
Niederlassungsleitung
Heike Krenkel (Stand 31.12.2020)
Kontakt
Dr.-Friedrichs-Ring 2a | 08056 Zwickau
Telefon +49 375 28369-0
Telefax +49 351 4510999100
E-Mail poststelle-z@sib.smf.sachsen.de
Die Niederlassung Zwickau ist zuständig für
Liegenschaften des Freistaats Sachsen
innerhalb des Landkreises Zwickau und
des Vogtlandkreises sowie
in Teilen des Landkreises Erzgebirgskreis.

image
| 50
Polycarbonatplatten auf Gerüsttraversen bil-
deten das Dach des See container-Gebäudes.
Sie wurden wie die Con tainer und Teile der
Technik angemietet. Die Materialität der ver-
bauten Seecontainer stand dabei im Kontrast
zur Ziegelfassade des Altbaus – dennoch wirk-
te das so entstandene Gebäudeensemble an
der Audistraße wie aus einem Guss. Zur Ver-
sorgung der Besucher wurde im Souterrain eine
kleine Cafeteria ein gebaut. Bei schönem Wetter
stand auch der Außenbereich zur Verfügung.
Die Ausstattung folgte dem Gedanken des
»Upcyclings«. Ausgesonderte Sichtlagerkästen
dienten als Schließfächer oder Kassentresen.
Säcke zum Transport von Baumaterialien wur-
den als Garderoben für Besuchergruppen ge-
nutzt, Altreifen dienten als Ruhebänke.
Die außergewöhnliche Ästhetik des gesamten
Ensembles mit Industriealtbau und neuem Emp-
fangsgebäude erhielt im September 2020 eine
Auszeichnung des ArchitekturForums Zwickau.
Bewirtschaftung
Hinsichtlich der Bewirtschaftung durch den SIB
erfolgten eine enge Zusammenarbeit mit dem
Bau und intensive Abstimmungen mit dem Ver-
mieter sowie den Fremdmietern. Zum Aufga-
benspektrum gehörten weiterhin Reinigungs-
und Bewachungsleistungen, Winterdienst sowie
die Erstellung eines Betreibungs- und Sicher-
heitskonzepts. Des Weiteren wurde die Rück-
bau-Verhandlung mit dem Vermieter geführt.
Unter Nutzung des vorhandenen Gebäudean-
schlusses musste eine neue Elektro-Unterver-
teilung installiert werden. Die Aus stel lungs-
be leuchtung und die notwendigen Elektroan-
schlüsse erhielten ein modernes Strom-
schienensystem unterhalb der vorhandenen
Installationsebene. Die vorhandene Heizungs-
installation blieb erhalten, die Beheizung der
Ausstellungsflächen erfolgte über neu instal-
lierte Umlufterhitzer.
Eine besondere Herausforderung war der Brand-
schutz. Da im Mietobjekt noch ein weite rer
Mieter untergebracht war und die Flucht wege
teilweise gemeinschaftlich genutzt wurd en,
kam eine Brandmeldeanlage mit flächende-
cken der Überwachung einschließlich der obe-
ren fremdgenutzten Etage zur Ausführung.
Da das Raumprogramm nicht vollständig im
his torischen Industriebau untergebracht wer-
den konnte, wurde ergänzend ein Empfangsge-
bäude sowie eine Erschließungsrampe errich-
tet – sämtliche Anforderungen eines modernen
Aus stellungsbetriebs wurden somit erfüllt.
Zuguns ten eines barrierefreien Zugangs er-
folgte die Erschließung über Rampen. Diese
verbanden das Empfangsgebäude mit dem
Audi-Bau und die Ausstellungsetagen unter-
einander. Für Empfangsgebäude und Rampen
wurden 46 anthra zitfarbene Seecontainer
montiert und rund 85 Kubikmeter Beton und
etwa 28 Tonnen Stahl für Fundamente und
Stützkonstruktion verbaut. Handelsübliche
Informationen
Bauzeit
02/2019 – 04/2020
Ausstellungsdauer
(coronabedingt verkürzt)
Juli bis Oktober 2020
Kosten
rund 4,9 Millionen Euro
Empfangsgebäude neben dem historischen Industriebau
Stilles Ende
Leider konnte aufgrund der Corona-Pandemie
die Landesausstellung »Boom. 500 Jahre Indus-
triekultur in Sachsen« nicht im gesamten ge-
planten Zeitraum vollständig geöffnet wer-
den. Seit Anfang November 2020 waren die
zentrale Schau im Zwickauer Audi-Bau und die
Begleitausstellungen andernorts geschlossen.
Eine neuerliche Verlängerung der Zentralaus-
stellung im Folgejahr war nicht vorgesehen.
Rückbau
Der Startschuss zum Rückbau erfolgte am
1. Dezember 2020. Seit diesem Zeitpunkt wur-
den umfangreiche Verhandlungen mit dem
neuen Eigentümer geführt. Es musste geklärt
werden, welche Anlagen und Einbauten vom
Eigentümer übernommen und welche Rück-
bauleistungen vom Freistaat Sachsen ausge-
führt werden. Im Ergebnis wird nur die Ram-
penanlage zurückgebaut, alles andere verbleibt.

51 |
Der Verwaltungsrat des
Staatsbetriebes Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement
setzte sich während des
Geschäftsjahres 2020 wie folgt
zusammen:
Dirk Diedrichs,
Vorsitzender des Verwaltungsrates,
Amtschef im Sächsischen Staatsministerium
der Finanzen, Dresden
Matthias Zier,
Ministerialrat im Sächsischen
Staatsministerium der Finanzen, Dresden
Dr. Ulrich Reusch,
Ministerialdirigent im Sächsischen
Staatsministerium für Regionalentwicklung,
Dresden
Klaus-Dieter Schwensen,
KDS Immobilien-Beratung, Dortmund
Nannette Seidler,
Vorsitzende des Hauptpersonalrats des
Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen,
Dresden
7. Organisation und Aufsicht

image
Herausgeber:
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement SIB
Riesaer Straße 7 h, 01129 Dresden
www.sib.sachsen.de
Im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion:
Geschäftsführung SIB
Redaktionsschluss:
Juli 2021
Realisierung:
Ö GRAFIK agentur für marketing und design
Fotos:
Till Schuster (Titelbild und Rückseite, Alte Aktienspinnerei – TU Chemnitz; S. 24, 38, 39) |
Jo Zeitler (S. 4) | Christoph Reichelt (S. 5) | David Nuglisch (S. 6, 11, 48, 49) | Christian Sünderwald (S. 7) |
Steffen Spitzner (S. 9) | Depenbrock Bau GmbH & Co. KG (S. 13) | SIB (S. 19) | Blaurock & Nuglisch (S. 29) |
ZFM (S. 32) | Prof. Jörg Schöner (S. 40, 41) | Petra Steiner (S. 42, 43) | Michael Moser (S. 44, 45) |
Steffen Junghans (S. 46, 47)
Architekten:
TU Chemnitz , Umbau und Sanierung Alte Aktienspinnerei – Zentralbibliothek, ARGE Aktienspinnerei
Chemnitz Lungwitz Dresden, Heine Mildner Dresden, Rabe Berlin | Universität Leipzig, Staatliche
Kunstsammlungen Dresden, Umbau Blockhaus zum Archiv der Avantgarden, Nieto Sobejano Arquitectos |
Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), Neubau Büro- und Laborgebäude –
Depenbrock Bau GmbH & Co. KG | TU Chemnitz – Institut für Strukturleichtbau, Zentrum für
Leichtbautechnologien/Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (MERGE), Sweco GmbH, Berlin |
Justizzentrum Leipzig, 1. Bauabschnitt Staatsanwaltschaft – kister scheithauer gross, architekten und
stadtplaner GmbH, Leipzig | Dresdner Zwinger, Sanierung Bogengalerie L und Französischer Pavillon,
ALEXANDER POETZSCH ARCHITEKTEN BDA | Berufsakademie Sachsen, Erweiterung Standort Riesa,
Teilbaumaßnahme 2, dd1 architekten | Amtsgericht Borna, Konzentrierte Unterbringung mit Grundbuch-
amt, Eßmann | Gärtner | Nieper Architekten GbR, Leipzig | Universität Leipzig, Theologische Fakultät –
Eßmann Gärtner Nieper Architekten GbR, Leipzig | 4. Sächsischen Landesausstellung Zwickau,
Neubau Empfangsgebäude – AFF Architekten, Berlin und GEORGI architektur + stadtplanung
Druck:
Druckerei Thieme Meißen GmbH
Auflage:
1 600 Exemplare
Verteilerhinweis:
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mäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit herausgegeben. Sie darf weder von Parteien
noch von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke
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die Ver teilung auf Wahlver anstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Ein legen,
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