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Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Februar 2009
Abt. Natur, Landschaft, Boden
Arbeitsmaterialien zur Erstellung von FFH-Managementplänen
Kartier- und Bewertungsschlüssel für Offenland-Lebensraumtypen
des Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richtlinie)
Teil II (Gewässer & Moore)
Inhaltsverzeichnis
3130 Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer....................................................................................... 2
3140 Oligo- bis mesotrophe, kalkhaltige Stillgewässer.................................................................... 8
3150 Eutrophe Stillgewässer ......................................................................................................... 12
3160 Dystrophe Stillgewässer ....................................................................................................... 18
3260 Fließgewässer mit Unterwasservegetation........................................................................... 22
3270 Flüsse mit Schlammbänken.................................................................................................. 27
7110* Lebende Hochmoore............................................................................................................ 31
7120 Regenerierbare Hochmoore ................................................................................................. 37
7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore .................................................................................. 43
7150 Torfmoor-Schlenken.............................................................................................................49
7210* Kalkreiche Sümpfe ............................................................................................................... 53
7220* Kalktuffquellen ...................................................................................................................... 56
7230 Kalkreiche Niedermoore ....................................................................................................... 60

3130 Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer
2
3130 Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer
Oligo- bis mesotrophe, stehende Gewässer mit Vegetation des Littorelletea uniflorae und/oder der Isoëto-
Nanojuncetea
Oligotrophic to mesotrophic standing waters with vegetation of the Littorelletea uniflorae and/or Isoeto-
Nanojuncetea
Ausbildungen:
1) Teiche mit Vegetation der Littorelletea (Subtyp (BfN) 3131)
2) Sonstige Stillgewässer mit Vegetation der Littorelletea (Subtyp (BfN) 3131)
3) Teiche mit Vegetation der Isoëto-Nanojuncetea (Subtyp (BfN) 3132)
4) Sonstige Stillgewässer mit Vegetation der Isoëto-Nanojuncetea (Subtyp (BfN)
3132)
Zuordnung zum LRT
Definition
Oligotrophe bis mesotrophe basenarme Stillgewässer (Teiche, Weiher, Tümpel, Altwasser,
Abgrabungsgewässer) die
±
ausgedehnte flache, zeitweilig trockenfallende Bereiche mit submersen bis
amphibischen Strandlingsgesellschaften (Littorelletea) aufweisen und/oder saisonal ganz austrocknen und
von einjährigen Zwergbinsen-Gesellschaften (Isoëto-Nanojuncetea) besiedelt sind. Beide
Vegetationseinheiten können sowohl gemeinsam als auch separat auftreten. Die Vegetation im
Wechselwasserbereich ist charakterisiert durch kurzlebige und niederwüchsige Pflanzen.
Stillgewässer mit Vegetation der Littorelletalia
(Ausbildungen 1, 2 – Subtyp (BfN) 3131)
Die Strandling-Flachwassergesellschaften (Littorelletalia) siedeln ganz oder zeitweilig untergetaucht in
klarem oligo- bis meosotrophen Wasser auf sandig-kiesigen, auch lehmig-tonigen bis anmmorigen Böden im
Uferbereich von Stillgewässern (z. B. Heideweihern) oder auf flachen Teichböden. Pflanzensoziologisch
lassen sich die Bestände in die überwiegend mitteleuropäisch-östlich (subozeanisch-subkontinental)
verbreiteten Nadelsumpfsimsengesellschaften (Eleocharion acicularis) und die (sub)atlantisch verbreiteten
Strandlingsgesellschaften bzw. Wassernabel-Igelschlauchgesellschaften (Hydrocotylo-Baldellion)
differenzieren. Typisch für die atlantischen Strandlingsgesellschaften ist auch die Besiedlung von
Sekundärstandorten mit Pioniercharakter (Tagebaurestgewässer, Kleingewässer auf
Truppenübungsplätzen).
Stillgewässer mit Vegetation der Isoëto-Nanojuncetea
(Ausbildungen 3, 4 – Subtyp (BfN) 3132)
Zwergbinsengesellschaften siedeln auf sandig bis schluffigen, mehr oder weniger nährstoffarmen,
unbeschatteten und vegetationsarmen Böden von Altwässern, Teichen, Weihern und Tümpeln. Die
Bestände aus konkurrenzschwachen, kurzlebigen Arten weisen eine hohe Veränderungsneigung auf. Die
floristische Zusammensetzung hängt von Zeitpunkt und Dauer des Trockenfallens und vom
Witterungsverlauf ab und kann von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich sein.

3130 Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer
3
Vegetationseinheiten
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
Ausbildungen 1,2 – Subtyp 3131
Gewässer mit Vegetation der Littorelletea
5.1.0.1
ZEh
Juncus bulbosus-Littorelletalia-Gesellschaft
inkl. UE 5.1.0.1.1. AF von Luronium natans
p.p.
5.1.1
V
Eleocharition acicularis
5.1.1.1
Ass
Littorello-Eleocharitetum acicularis
inkl. UE 5.1.1.1.1 AF von Coleanthus subtilis
und UE 5.1.1.1.2 AF von Luronium natans
v
5.1.1.1.3
ZEh Eleocharis acicularis-Eleocharition-Gesellschaft
p.p.
5.1.2 V Hydrocotylo-Baldellion
5.1.2.1
Ass
Pilularietum globuliferae
v
5.1.2.2 Ass Eleocharitetum multicaulis v
5.1.2.3 Ass Scirpidielletum fluitantis v
5.1.2.4 Ges Apium inundatum-Gesellschaft p.p.
5.1.2.5
Ges
Potamogeton polygonifolius-Gesellschaft
inkl. 5.1.2.5.1 AF von Luronium natans
p.p.
Ausbildungen 3,4 – Subtyp 3132
Gewässer mit Vegetation der Isoëto-Nanojuncetea
11.0.1 ZEh Juncus bufonius-Isoeto-Nanojuncetea-Gesellschaft p.p.
11.0.2 ZEh Centaurium pulchellum-Isoeto-Nanojuncetea-Gesellschaft p.p.
11.0.3 ZEh Elatine hexandra-Isoeto-Nanojuncetea-Gesellschaft v
11.0.4 ZEh Juncus capitatus-Isoeto-Nanojuncetea-Gesellschaft p.p.
11.1.0.1 ZEh Peplis portula-Cyperetalia-Gesellschaft p.p.
11.1.1 V Elatino-Eleocharition ovatae
11.1.1.1
Ass
Eleocharito ovatae-Caricetum bohemicae
v
11.1.1.1.1 ZEh Eleocharis ovatus-Elatino-Eleocharition-Gesellschaft v
11.1.1.1.2 ZEh Carex bohemica-Elatino-Eleocharition-Gesellschaft inkl.
11.1.1.1.2.1 AF von
Coleanthus subtilis
v
11.1.1.2
Ass
Cypero fusci-Limoselletum aquaticae
p.p.
11.1.1.2.1 ZEh Cyperus fuscus-Elatino-Eleocharition-Gesellschaft p.p.
11.1.1.2.2 ZEh Limosella aquatica-Elatino-Eleocharition-Gesellschaft inkl.
11.1.1.2.2.1 AF von
Coleanthus subtilis
p.p.
11.1.1.3 Ass Elatino alsinastri-Juncetum tenageiae p.p.
11.1.1.4 Ges Elatine triandra-Elatine hydropiper-Gesellschaft v
11.1.2 V Radiolion linoides
11.1.2.1 Ass Cicendietum filiformis
p.p.
11.1.2.1.1
UE
Cicendietum filiformis i.e.S.
v
11.1.2.2
Ass
Spergulario rubrae-Illecebretum verticillati
p.p.
11.1.2.3 Ass Cyperetum flavescentis
p.p.
11.1.2.4
Ass
Junco bufonii-Gypsophiletum muralis
p.p.
11.1.2.5
Ass
Stellario uliginosae-Isolepidetum setaceae
p.p.
p.p. = nur teilweise (partiell) im LRT enthalten
Hinweise zur Einordnung in den LRT
Zum LRT 3130 gehören alle basenarmen Stillgewässer mit Vorkommen der o.g. Vegetationseinheiten, also
Schlammlingsfluren und Zwergbinsenrasen, in denen oligo- bis mesotrophe Verhältnisse vorliegen. Bei
oligo-mesotrophen Sedimenten / Bodensubstraten kann der Wasserkörper u. U. auch schwach eutroph sein,
insbesondere in Fischteichen. Bestände der genannten Vegetationseinheiten außerhalb von oligo- bis
mesotrophen Stillgewässern des oben beschriebenen Typus bzw. ihren Uferbereichen sind ausgeschlossen
(z. B. Vorkommen an Ufern von
Fließgewässern
, in
Talsperren
und
Speicherbecken
oder auf
feuchten
Äckern
). Nadelsumpfsimsenbestände in eutrophen Stillgewässern gehören ebenfalls nicht zum LRT.
In der Regel wird das ganze Gewässer mit seinen aquatischen und amphibischen Bereichen in die
Abgrenzung einbezogen. Eine separate Erfassung von Gewässerteilen ist nur an großen Gewässern in

3130 Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer
4
begründeten Fällen zulässig (z.B. bei teilweiser Verbauung des Gewässer oder wenn die wertgebende
Vegetation aufgrund der standörtlichen Gegebenheiten nur in einem Gewässerbereich vorkommt).
Verlandungsvegetation
in Form von Röhrichten, Seggenrieden oder Hochstaudenfluren ist für die Zuordnung
zum LRT 3130 nicht ausschlaggebend, wird bei Vorhandensein aber mit einbezogen.
Bei der Erfassung muss (soweit möglich) anhand der Vegetation und des Gewässertyps eine
Unterscheidung der vier Ausbildungen vorgenommen werden. Wenn Vegetation der Littorelletea und der
Isoëto-Nanojuncetea in einem Gewässer auftritt, kann eine flächenscharfe Abgrenzung der betreffenden
Ausbildungen wegen zu enger Verzahnung nicht möglich sein. In diesen Fällen erfolgt die Zuordnung zum
flächenmäßig dominierenden Typ.
Der LRT ist in der Regel ab einer Größe von 500 m² zu erfassen.
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
Die Abgrenzung gegenüber dem LRT 3140 erfolgt anhand der dort kalk- und/oder basenreichen
Standortsverhältnisse, die sich indirekt an den vorkommenden Armleuchteralgen-Arten ablesen lassen.
Eine Abgrenzung zum
eutrophen Stillgewässer
(LRT 3150) erfolgt für Gewässer, die sowohl Schwimmblatt-
und Unterwasservegetation als auch Strandlings- oder Zwergbinsen-Gesellschaften aufweisen, anhand der
kennzeichnenden Vegetation. Überwiegen Arten meso- bis schwach eutropher Gewässer erfolgt eine
Zuordnung zum LRT 3130. Dominieren Eutrophierungszeiger wird das gesamte Gewässer einschließlich der
Uferbereiche zum LRT Eutrophes Stillgewässer (3150) gestellt.
Die Abgrenzung gegenüber
Dystrophen Stillgewässern
des LRT 3160 erfolgt anhand der kennzeichnenden
Vegetation oder des Huminsäuregehalts des Wassers.
An das Gewässer grenzende flächige
Bruch-
oder
Moorwälder
werden nicht einbezogen, Moorwälder sind
ab einer Größe von 0,3 ha als eigener FFH-LRT zu erfassen.
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Teichbodengesellschaften können sich zwischen Frühjahr und Herbst nach dem Ablassen eines Teiches
rasch ausbilden; zur Erfassung der kennzeichnenden Vegetation kann deshalb eine mehrmalige Begehung
der Standorte erforderlich sein.
Ausbildungen 1,2: Juni-August
Ausbildungen 3,4: Spätsommer bis Herbst

3130 Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer
5
Bewertung des LRT 3130 Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
Ausbildungen 1,3: Teiche:
Strandlings- und
Zwergbinsengesellschaften
mindestens zeitweise großflä-
chige Vorkommen
(zeitweise) mehr oder weniger
ausgedehnte Vorkommen
fragmentarisch ausgebildet
Unterwasser- und
Schwimmblattvegetation
(Makrophyten, Characeen,
Wassermoose)
mindestens zeitweise gut
strukturiertes Vorkommen in
typischer Ausprägung
wenig strukturiertes,
kleinflächiges Vorkommen
typischer Vegetation
sehr vereinzeltes Vorkommen
oder fehlend
sonstige Verlandungsvegetation
(Groß- und Kleinseggenriede,
Groß- und Kleinröhrichte)
reich strukturierte Ausprägung
der Verlandungsvegetation
wenig strukturierte Verlan-
dungsvegetation
fragmentarisch oder fehlend
Ausbildungen 2 und 4 sonstige mesotrophe ausdauernde Gewässer mit Vegetation der Litorelletea und der Isoeto-Nanojuncetea
Bei der Ausbildung 4 - sonstige mesotrophe Gewässer mit Vegetation der Isoeto-Nanojuncetea – kann in Abhängigikeit von der Gewässermorphologie
das Potential für Habitatstrukturen gering sein (z. B. bei temporären Gewässern oder Sukzessionsgewässern in der Bergbaufolgelandschaft). Deshalb
werden die Parameter „Unterwasser- und Schwimmblattvegetation“ und „Sonstige Vegetationsstrukturelemente der Verlandungsvegetation“ bei der
Bewertung der Habitatstrukturen in der Regel nicht berücksichtigt. Ist das Potential für diese Strukturen gegeben, kann eine Berücksichtigung bei der
Bewertung erfolgen. Eine gutachterliche Abweichung bei der Gesamtbewertung des Erhaltungszustandes ist dann möglich. Diese gutachterliche
Abweichung vom Bewertungsverfahren ist in den Erhebungsbögen im Feld „Bemerkungen zur Bewertung“ in jedem Fall
zu erläutern!
Strandlings- und
Zwergbinsengesellschaften
strukturierte bzw. mehrschichti-
ge Bestände
mehr oder weniger ausgedehn-
tes Vorkommen, wenig Struktu-
riert
fragmentarisch ausgebildet (un-
typisch ausgebildete Vegetati-
onsstrukturen)
Bedeckungsgrad des
besiedelbaren
Gewässerbereiches mit
Strandlings-
/Zwerbinsenvegetation
massenhaft > 50 %
10-50%
fragmentarisch, mindestens
Einzelpflanzen
nur Ausbildung 2
Unterwasser- und
Schwimmblattvegetation
(Characeenrasen,
Schwebematten,
Schwimmblattrasen)
gut strukturiertes Vorkommen,
mindestens 2 typisch
ausgebildete
Vegetationselemente
vorhanden
wenig strukturiertes, mehr oder
weiniger kleinflächiges
Vorkommen, 1 typisch
ausgebildetes
Vegetationselement
sehr vereinzeltes Vorkommen
oder fehlend
nur Ausbildung 2
sonstige Vegetationsstruktur-
elemente der Verlandungsvege-
tation (Klein- und
Großseggenriede, Schilf und
Kleinröhrichte).
mindestens 2 typisch
ausgebildete Vegetations-
strukturelemente
1 typisch ausgebildete
Vegetationsstrukturelemente
fehlend oder fragmentarisch
ausgebildet
Lebensraumtypisches Arteninventar
Pflanzen
Vorkommen von mind. 7
kennzeichnenden Arten, davon
mind. 1 Art der RL Sachsen aus
Kat. R, 1 oder 2
Vorkommen von 4-6
kennzeichnenden Arten
Vorkommen von 2-3
kennzeichnenden Arten
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar voll-
ständig, Dominanzverteilung
charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom
LR-typischen Arten- und Domi-
nanzgefüge
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
nur Ausbildungen 1 und 3 –
Teiche:
Bespannungsregime
Bespannungsregime auf wert-
gebende Vegetation ausgerich-
tet
(relativ) günstiges Bespan-
nungsregime
ungünstiges Bespannungsre-
gime (z. B. zu hoher Aufstau,
Dauerstau, zu kurze Trockenle-
gungsphasen)

3130 Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer
6
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Nährstoffeintrag
Müllablagerung:
Schadstoffeintrag
Eintrag anderer Stoffe
vor allem durch Nutzungen im
Umland (Landwirtschaft,
Siedlungsabwässer, Industrie,
Tourismus)
nicht erkennbar
schwach bis mäßig
stark, keine Pufferzonen vor-
handen
nur Ausbildungen 2 und 4:
anthropogen bedingte
Wasserstandsschwankungen
bzw. Wasserstandsanhebungen
oder -absenkungen (z. B.
bergbaubedingt)
keine
leichte Beeinträchtigung durch
anthropogen bedingte
Wasserstandsänderungen
stärkere Beeinträchtigung des
Gewässers bzw. der
wertgebenden Vegetation durch
anthropogen bedingte
Wasserstandsänderungen
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Nährstoffzeiger (hier
Eutrophierungszeiger)/
Versauerungszeiger/
sonstige Störzeiger
keine Eutrophierungszeiger,
Versauerungszeiger und/oder
sonstige Störzeiger in geringem
Umfang vorhanden
Eutrophierungszeiger,
Versauerungszeiger bzw.
sonstige Störzeiger überwiegen
(> 50% der Wasserpflanzen-
vegetationsschicht)
Störungen an der Vegetationsstruktur:
Schädigung der Vegetation des
Gewässers und Uferbereiches
(u. a. durch Landwirtschaft, Tou-
rismus, Wassersport, Baumaß-
nahmen, Jagd, Wild)
nicht erkennbar
leichte Schädigung der Uferbe-
reiche oder der Verlandungs-
vegetation in Teilbereichen des
Gewässers
stärkere touristische (Badebe-
trieb, Wassersport, Angeln)
und/oder landwirtschaftliche
Nutzung (Viehtränke) bzw.
sonstigen Nutzungen , verbun-
den mit stärkerer Beeinträchti-
gung der Uferbereiche oder
Verlandungsvegetation
Sonstiges
:
punktuelle Uferverbauungen
(Bootsanleger, Stege, Boots-
häuser)
keine
in geringem Umfang vorhan-
den, damit verbundene Beein-
trächtigungen gering
erhebliche Beeinträchtigungen
durch Uferverbauungen
Beschattung (durch Aufforstun-
gen, Gehölzanpflanzungen im
Uferbereich)
keine oder gering
mäßige Beschattung, dadurch
eingeschränkte Vegetations-
entwicklung in Teilbereichen
des Gewässern
> 75% des Gewässerbereiches
stark beschattet, dadurch stark
eingeschränkte Ausbildung der
aquatischen Vegetation
Begängnis, Frequentierung des
Teiches und Uferbereiches
(Landwirtschaft/Tourismus/Jagd/
Wassersport)
keine Beeinträchtigung fest-
stellbar
schwache bis mäßige touristi-
sche Nutzung, höchstens
schwache bzw. punktuelle Be-
einträchtigung des Gewässers
erkennbar
stärkere touristische (Badebe-
trieb, Wassersport, Angeln),
jagdliche und/oder landwirt-
schaftliche Nutzung verbunden
mit stärkeren Störungen
sonstige Beeinträchtigungen
nicht vorhanden
gering bis mäßig
erheblich
Nutzung/Bewirtschaftung
:
(nur Ausbildungen 1 und 3- Teiche:)
Teichpflege Teichpflege (einschließlich
Maßnahmen der Teichentlan-
dung bzw. –entschlammung)
auf Erhaltung der Habitatstruk-
turen und Förderung der wert-
gebenden Vegetation (Chara-
ceae) voll ausgerichtet
ausreichende Teichpflege zur
Erhaltung der wertgebenden
Vegetation (einschließlich an-
gemessene Maßnahmen der
Teichentlandung bzw. –
entschlammung)
stärkere Beeinträchtigung der
wertgebenden Vegetation und
Habitatstrukturen durch unan-
gemessene Teichpflegemaß-
nahmen
Bewirtschaftungsintensität der
Teichbewirtschaftung
Naturschutzgerechte, extensive
Bewirtschaftung, (keine Zufütte-
rung bzw. mäßige Getreidezu-
fütterung bei ausgeglichener
Nährstoffbilanz, keine Dün-
gung).
Naturschutzgerechte
Bewirtschaftung bei der
aufgrund von übermäßiger
Zufütterung (evtl. auch von
Teichdüngung)
Eutrophierungseffekte nicht
ausgeschlossen werden
können.
Keine naturschutzgerechte
Teichbewirtschaftung, bei der
es durch übermäßige Zufütte-
rung und Düngung zu deutli-
chen Eutrophierungseffekten
kommt.

3130 Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer
7
Lebensraumtypische Pflanzenarten
Art RL SN
3130 allg.
3131
3132
Art RL SN
3130 allg.
3131
3132
Anagallis minima
2
x
Algen*:
Carex bohemica
3
x
Chara contraria
0
x
Centaurium pulchellum
2
x Nitella capillaris
D x
Coleanthus subtilis
R
x
Nitella flexilis
V x
Cyperus fuscus
3
x
Nitella gracilis
2
x
Deschampsia setacea
1
x
Nitella mucronata
D x
Elatine hexandra
2
x
Nitella syncarpa
2
x
Elatine hydropiper
3
x
Nitella translucens
R
x
Elatine triandra
2
x
Eleocharis acicularis
-
x
Eleocharis multicaulis
1
x
Moose:
Eleocharis ovata
3
x
Archidium alternifolium
2
x
Gnaphalium uliginosum
-
x
Bryum cyclophyllum
2
x
Gypsophila muralis
3
x
Micromitrium tenerum
1
x
Hypericum humifusum
-
x
Physcomitrella patens
3
x
Illecebrum verticillatum
2
x Physcomitrium eurystomum 3
x
Isolepis setacea
3
x
Physcomitrium sphaericum
3
x
Juncus bufonius
-
x
Pseudephemerum nitidum
-
x
Juncus bulbosus
-
x
Riccia canaliculata
1
x
Juncus capitatus
1
x
Riccia cavernosa
3
x
Juncus tenageia
1
x
Riccia huebeneriana
2
x
Limosella aquatica 3 x
Lindernia procumbens
R
x
Littorella uniflora
2
x
Luronium natans
1
x
Lythrum hyssopifolia
1
x
Myriophyllum alterniflorum
2
x
Nymphaea candida
1
x
Peplis portula
3
x
Pilularia globulifera
1
x
Potamogeton gramineus
2
x
Potamogeton polygonifolius
2
x
Radiola linoides
1
x
Sparganium natans
2
x
Spergularia rubra
-
x
Veronica scutellata
3
x
* Eine offizielle Rote Liste Sachsen existiert nicht; verwendet wurden die Angaben aus DOEGE (2001)

3140 Oligo- bis mesotrophe, kalkhaltige Stillgewässer
8
3140 Oligo- bis mesotrophe, kalkhaltige Stillgewässer
Oligo- bis mesotrophe, kalkhaltige, stehende Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen
Hard oligo-mesotrophic waters with benthic vegetation of Chara spp.
Zuordnung zum LRT
Definition
Oligo- bis mesotrophe, basen- und i.d.R. auch kalkreiche (pH > 7,5) Stillgewässer mit dauerhafter oder
temporärer Wasserführung mit untergetauchten Armleuchteralgenbeständen (
Characeae
). In natürlichen
Gewässern (Tümpel, Weiher), naturnahen Teichen oder aufgelassenen Abgrabungsgewässern. Wasser klar
(sommerliche Sichttiefe i.d.R. 3 m und mehr, sofern diese Gewässertiefe erreicht wird). Untergrundsubstrat
sind i.d.R. Kalk- oder Sandmudden über Kalk.
Vegetationseinheiten
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
2.2.1 V Charion fragilis
2.2.1.1 Ass Charetum hispidae
v
2.2.2 V Charion vulgaris
2.2.2.1
Ass
Charetum vulgaris
p.p.
2.2.2.2
Ass
Charo-Tolypelletum intricatae
p.p.
p.p. = teilweise (partiell) im LRT enthalten
Hinweise zur Einordnung in den LRT
Zum LRT gehören oligo- bis mesotrophe, ausdauernde oder temporäre Gewässer mit kalk- oder wenigstens
basenreichem Wasser und gleichzeitig mit Vorkommen von Armleuchteralgen-Beständen der o.g. Einheiten.
Dabei reicht das Vorkommen von einzelnen Characeenpflanzen nicht aus, vielmehr muss wenigstens
kleinflächig ein dichtwüchsiger Unterwasserrasen ausgebildet sein und/oder die Characeen sich auch in
größere Wassertiefen (>4 m, sofern vorhanden) erstrecken. In flacheren Gewässerbereichen treten
regelmäßig weitere Zeigerarten nährstoffarmer Verhältnisse auf, z.B.
Potamogeton gramineus
. Weitere
Submers- oder Ufervegetation kann vorhanden sein oder fehlen.
Auch wenn Characeen nur in Teilbereichen auftreten, wird das ganze Gewässer inkl. freiem Wasserkörper
und zeitweilig trocken fallenden Uferbereichen in die Abgrenzung einbezogen.
Verlandungsvegetation
in
Form von Röhrichten, Seggenrieden oder Hochstaudenfluren ist für die Zuordnung zum LRT 3140 nicht
ausschlaggebend und oft nur spärlich entwickelt, wird bei Vorhandensein aber mit einbezogen.
Feuchtgebüsche
und
Einzelbäume
am Ufer werden in die Abgrenzung des LRT eingeschlossen. An das
Gewässer grenzende
Feuchtwälder
werden nicht einbezogen.
Zum Lebensraumtyp werden auch
eutrophierte Characeengewässer
gestellt, wenn eine Rückführung in
einen mesotrophen Zustand möglich erscheint.
Stark verbaute
oder
technische Gewässer
werden nicht dem
LRT zugeordnet.
Der LRT ist in der Regel ab einer Größe von 500 m² zu erfassen.

3140 Oligo- bis mesotrophe, kalkhaltige Stillgewässer
9
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
Aufgrund der besonderen Seltenheit und der schwierigen Ansprache des LRT ist jede Verdachtsfläche ans
LfULG zu melden. Eine Expertengruppe sichtet die vorliegenden Informationen bzw. veranlasst spezielle
Erfassungen und entscheidet abschließend über das Vorkommen.
Die Abgrenzung gegenüber dem LRT 3130 erfolgt anhand deren basenarmen Standortsverhältnissen, die
an den vorkommenden Armleuchteralgen-Arten kenntlich werden.
Vorkommen von Characeen (z. B.
Chara vulgaris, Chara globularis
) in eutrophen oder basenarmen
Stillgewässern gehören nicht zum LRT. Daraus darf nicht der Umkehrschluss gezogen werden, dass Vor-
kommen in basenreichen Gewässern in jedem Fall dazu gehören.
Flache, kleinflächige Schlenken mit Characeen-Vorkommen in Übergangs- und Zwischenmooren oder in
Kalkflachmooren werden dem LRT 7140 bzw. 7230 zugeordnet und nicht als eigener LRT erfasst.
Quelltümpel
mit Vorkommen der o.g. Armleuchteralgen-Bestände werden dem LRT 7220 zugeordnet, wenn
Kalktuffbildung vorliegt, andernfalls erfolgt eine Zuordnung zum LRT 3140.
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Mai bis September; in Gewässern mit Freizeitnutzung (Bootsverkehr, Baden) können Characeen in
Flachwasserbereichen im Sommer oft bereits wieder verschwunden sein.
Eine Kartierung vom Boot oder Tauchgänge können erforderlich werden. Die korrekte Bestimmung der
Characeen-Arten ist für die exakte Zuordnung zum LRT unverzichtbar, ggf. sind Belege zu sammeln und die
Artzugehörigkeit ist durch Spezialisten zu prüfen. Bei der Sammlung von Belegen ist darauf zu achten, dass
nach Möglichkeit fertile Exemplare entnommen werden.
Alle vorkommenden Characeen-Arten sind zu erfassen. Sofern es sich nicht um lebensraumtypische Arten
der Liste handelt, sind die Angaben zu den Arten im Feld „Bemerkungen“ einzutragen. (In der Datenbank
ggf. Feld „zusätzliche Arten“ verwenden!).

3140 Oligo- bis mesotrophe, kalkhaltige Stillgewässer
10
Bewertung
des LRT 3140 Oligo- bis mesotrophe, kalkhaltige Stillgewässer
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
Unterwasser- und
Schwimmblattvegetation
Vorkommen in typischer
Ausprägung
wenig strukturiertes,
kleinflächiges Vorkommen
sehr vereinzeltes Vorkommen
oder fehlend
Bedeckungsgrad des
besiedelbaren
Gewässerbereiches mit
Characeen
Characeen bedecken über die
Hälfte des besiedelbaren
Gewässergrundes in wüchsigen
Beständen
Characeenrasen bedecken
größere Teile (10-50 %) des
besiedelbaren
Gewässergrundes
Characeenrasen nur
kleinflächig entwickelt (< 10%
des besiederbaren
Gewässergrundes)
nur bei natürlichen Gewässern
und Teichen:
sonstige Vegetationsstruktur-
elemente der Verlandungsvege-
tation
(Sumpfgebüsch, Moor-/Sumpf-
Bruchwald, Wasserried, schütte-
res Wasserröhricht mit Grundra-
sen)
> 3 typisch ausgebildete
Vegetationsstrukturelemente
2–3 typisch ausgebildete
Vegetationsstrukturelemente
fragmentarisch ausgebildet
oder max. 1 typisch aus-
gebildetes Vegetationsstruktur-
element
Lebensraumtypisches Arteninventar
Pflanzen
mind. 4 kennzeichnende Arten
vorhanden, davon mind. 1
Characeen-Art
2-3 kennzeichnende Arten
vorhanden, davon mind. 1
Characeen-Art
Vorkommen von 1
kennzeichnenden Characeen-
Art bzw. Vorkommen von
mehreren kennzeichnenden
Arten in wenigen Exemplaren
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar voll-
ständig, Dominanzverteilung
charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom
LR-typischen Arten- und Domi-
nanzgefüge
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Nährstoffeintrag
Müllablagerung:
Schadstoffeintrag
Eintrag anderer Stoffe
z. B. durch Nutzungen im Umland
(Landwirtschaft,
Siedlungsabwässer, Industrie),
Tourismus oder teilweise Verfüllung
des Gewässers
nicht erkennbar
schwach bis mäßig
stark, keine Pufferzonen vorhan-
den
anthropogen bedingte
Wasserstandsschwankungen auch
Wasserstandsanhebungen oder -
absenkungen (z. B.
bergbaubedingt)
keine
leichte Beeinträchtigung durch
anthropogen bedingte
Wasserstandsänderungen
stärkere Beeinträchtigung des
Gewässers bzw. der
wertgebenden Vegetation durch
anthropogen bedingte
Wasserstandsänderungen
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Nährstoffzeiger (hier
Eutrophierungszeiger)
sonstige Störzeiger
keine Eutrophierungszeiger und/oder
sonstige Störzeiger in geringem
Umfang vorhanden
Eutrophierungszeiger bzw.
sonstige Störzeiger überwiegen
(> 50% der Wasserpflanzen-
vegetationsschicht)
nur bei tiefen Gewässern:
untere Makrophytengrenze
> 8 m
4-8 m
< 4 m

3140 Oligo- bis mesotrophe, kalkhaltige Stillgewässer
11
Beeinträchtigungen
A - keine/geringe Beeinträch-
tigungen
B - stärkere Beeinträchtigun-
gen
C - erhebliche Beeinträchti-
gungen
Störungen der Vegetationsstruktur:
Schädigung der Vegetation des
Gewässers und Uferbereiches (u. a.
durch Badebetrieb, Tourismus,
Wassersport)
1)
nicht erkennbar
leichte Schädigung der Uferberei-
che oder der Verlandungsvegeta-
tion in Teilbereichen des Gewäs-
sers
stärkere touristische (Badebe-
trieb, Wassersport, Angeln)
und/oder landwirtschaftliche Nut-
zung (Viehtränke) bzw. sonstigen
Nutzungen , verbunden mit stär-
kerer Beeinträchtigung der Ufer-
bereiche oder Verlandungsvege-
tation
Sonstiges:
punktuelle Uferverbauungen
(Bootsanleger, Stege, Bootshäuser)
keine
in geringem Umfang vorhanden,
damit verbundene Beeinträchti-
gungen gering
erhebliche Beeinträchtigungen
durch Uferverbauungen
Beschattung (durch Aufforstungen,
Gehölzanpflanzungen im Uferbe-
reich)
keine oder gering
mäßige Beschattung, dadurch
eingeschränkte Vegetationsent-
wicklung in Teilbereichen des
Gewässern
> 75% des Gewässerbereiches
stark beschattet, dadurch stark
eingeschränkte Ausbildung der
aquatischen Vegetation
Begängnis, Frequentierung des
Gewässers und Uferbereiches
(Tourismus, Badebetrieb, Wasser-
sport)1)
nicht erkennbar
schwache bis mäßige touristische
Nutzung, höchstens schwache
bzw. punktuelle Beeinträchtigung
des Gewässers erkennbar
stärkere touristische (Badebe-
trieb, Wassersport), und/oder an-
dere Nutzung verbunden mit stär-
keren Störungen
sonstige Beeinträchtigungen
nicht vorhanden
gering bis mäßig
erheblich
nur bei Teichen:
Nutzung/Bewirtschaftung:
Teichpflege
Teichpflege (einschließlich Maß-
nahmen der Teichentlandung
bzw. –entschlammung) auf Erhal-
tung der Habitatstrukturen und
Förderung der wertgebenden Ve-
getation (Characeae) voll ausge-
richtet
ausreichende Teichpflege zur Er-
haltung der wertgebenden Vege-
tation (einschließlich angemesse-
ne Maßnahmen der Teichentlan-
dung bzw. –entschlammung)
stärkere Beeinträchtigung der
wertgebenden Vegetation und
Habitatstrukturen durch unange-
messene Teichpflegemaßnahmen
Bewirtschaftungsintensität der
Teichbewirtschaftung
Naturschutzgerechte, extensive
Bewirtschaftung, (keine Zufütte-
rung bzw. mäßige Getreidezu-
fütterung bei ausgeglichener
Nährstoffbilanz, keine Dün-
gung).
Naturschutzgerechte
Bewirtschaftung bei der
aufgrund von übermäßiger
Zufütterung (evtl. auch von
Teichdüngung)
Eutrophierungseffekte nicht
ausgeschlossen werden
können.
Keine naturschutzgerechte
Teichbewirtschaftung, bei der
es durch übermäßige Zufütte-
rung und Düngung zu deutli-
chen Eutrophierungseffekten
kommt.
1)
Bei Förderung kennzeichnender und wertgebender Arten (z. B: Tolyptella glomerata) durch den Badebetrieb ist dieser nicht als
Beeinträchtigung zu werten.
Lebensraumtypische Pflanzenarten
Art
RL SN
Art
RL SN
Armleuchteralgen:
Gefäßpflanzen:
Chara aspera
1
Najas marina s.l.
1
Chara hispida
2
Potamogeton gramineus
2
Chara intermedia
1
Nitella mucronata
2
Moose:
Nitella opaca
2
Campylium polygamum
2
Nitella syncarpa
2
Scorpidium scorpioides
1
Nitella tenuissima
0
Sphagnum contortum
1
Tolypella glomerata
2

3150 Eutrophe Stillgewässer
12
3150 Eutrophe Stillgewässer
Naturnahe, eutrophe, stehende Gewässer mit einer Vegetation des Magnopotamion oder Hydrocharition
Natural eutrophic lakes with Magnopotamion or Hydrocharition-type vegetation
Ausbildungen: 1) Teiche (Staugewässer),
2) Abgrabungsgewässer,
3) Altarme/Altwasser,
4) ephemere Gewässer.
Zuordnung zum LRT
Definition
Natürliche und naturnahe eutrophe Seen, Weiher, Teiche, ausdauernde und periodisch austrocknende
Kleingewässer, Altwasser, nicht durchströmte Altarme und ältere Abgrabungsgewässer mit
freischwimmender Wasservegetation oder Beständen submerser Laichkräuter einschließlich ihrer
unmittelbar vom Wasserkörper beeinflussten Ufervegetation. Wesentlich für die Zuordnung ist das
Vorkommen kennzeichnender Vegetation. Gewässer schwach sauer bis basenreich (pH-Wert > 6).
Gewässergrund aus Sand oder organischen Mudden (z.T. auch Faulschlammablagerungen).
Vegetationseinheiten
(viele der genannten Gesellschaften können in allen Ausbildungen angetroffen werden, angegeben sind die
Schwerpunktvorkommen)
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
1 Teiche
2 Abgrabungs-
gewässer
3 Altarme
4 Ephemere
Gewässer
1.1.1 V Lemnion minoris
1.1.1.1 Ass Lemno minoris-Spirodeletum polyrhizae p.p. x x
1.1.1.2 Ass Lemnetum gibbae
p.p. x x
1.1.1.3
Ass
Wolffietum arrhizae
p.p.
x
x
1.1.1.4 Ass Lemnetum trisulcae p.p. x x
1.1.1.5
Ass
Riccietum fluitantis
p.p.
x
x
1.1.1.6
Ass
Ricciocarpetum natantis
p.p.
x
x
1.1.1.7 Ass Spirodelo-Salvinietum natantis p.p. x x x
1.2.1 V Hydrocharition
1.2.1.1 Ass Stratiotetum aloidis
p.p.
1.2.1.1.1
UE
Stratiotetum aloidis, AF von Stratiotes aloides
p.p.
x
x
1.2.1.1.2
UE
Stratiotetum aloidis,
AF von Hydrocharis morsus-ranae
p.p. x x x
1.2.1.2
Ass
Lemno-Utricularietum vulgaris
p.p.
x
x
1.2.1.3 Ass Lemno-Utricularietum australis p.p. x x
3.1.1 V Potamion pectinati
3.1.1.1
Ass
Potametum trichoidis
p.p.
x
x
3.1.1.2
Ass
Potametum alpini
p.p.
x
x
3.1.1.3
Ass
Potametum lucentis
p.p.
x
x
x
3.1.1.4 Ass Potamogeto-Zannichelletum tenuis p.p. x x x
3.1.1.5 Ass Najadetum marinae p.p. x
3.1.1.6 Ges Potamogeton pectinatus-Gesellschaft p.p. x x x
3.1.1.7 Ges Potamogeton gramineus-Gesellschaft p.p. x x
3.1.1.8 Ges Potamogeton perfoliatus-Gesellschaft p.p. x x x
3.1.1.9
Ges
Potamogeton obtusifolius-Gesellschaft
p.p.
x
x
x
3.1.1.10 Ges Potamogeton acutifolius-Gesellschaft p.p. x x x

3150 Eutrophe Stillgewässer
13
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
1 Teiche
2 Abgrabungs-
gewässer
3 Altarme
4 Ephemere
Gewässer
3.1.1.11 Ges Potamogeton compressus-Gesellschaft p.p. x
3.1.1.12 Ges Potamogeton pusillus-Gesellschaft p.p. x x x
3.1.1.13 Ges Potamogeton berchtoldii-Gesellschaft p.p. x x
3.1.1.15 Ges Ceratophyllum demersum-Gesellschaft p.p. x x x
3.1.1.16 Ges Ceratophyllum submersum-Gesellschaft p.p. x
3.1.1.17 Ges Ranunculus circinatus-Gesellschaft p.p. x
3.1.2
V
Nymphaeion albae
3.1.2.1
Ass
Myriophyllo-Nupharetum luteae
p.p.
x
x
x
3.1.2.1.1
UE
Myriophyllo-Nupharetum, AF eutropher Gewässer
p.p.
x
x
x
3.1.2.1.2
UE
Myriophyllo-Nupharetum, AF von Nymphaea alba var.
minor
p.p. x
3.1.2.2
Ass
Trapetum natantis
p.p.
x
x
3.1.2.3
Ges
Polygonum amphibium-Potamogeton natans-Gesellschaft
p.p.
x
x
x
x
3.1.2.4 Ges Hippuris vulgaris-Gesellschaft p.p. x x x
3.1.3 V Ranunculion aquatilis
3.1.3.2
Ass
Ranunculetum peltati
p.p.
x
x
x
x
3.1.3.3
Ass
Hottonietum palustris
p.p.
x
x
p.p. = nur teilweise (partiell) im LRT enthalten
Hinweise zur Einordnung in den LRT
Gewässer, die periodisch abgelassen werden oder auf natürliche Weise trocken fallen (Teiche, Tümpel)
werden dann als LRT 3150 erfasst, wenn sie bei Wasserführung eine gut ausgebildete Vegetation der o.g.
kennzeichenden Einheiten enthalten, d.h. die Vegetation das Trockenfallen überdauern kann.
Langsam fließende Gewässer oder technische Stillgewässer (Talsperren, Wasserspeicher) mit Vorkommen
der o.g. Vegetation sind ausgeschlossen..
Auch Gewässer mit stark verbauten Ufern, stark anthropogen überformten Uferbereichen und/oder einem
offensichtlich überwiegend künstlich eingebrachten Bestand an Wasserpflanzen werden nicht dem LRT
3150 zugeordnet. Poly- bzw. hypertrophe Gewässer der Ausbildungen 1, 2, und 4 gehören in der Regel nicht
zum LRT. Das trifft vor allem auf polytrophe Kleingewässer zu, in denen ausschließlich Wasserlinsendecken
mit
Lemna minor
und/oder
Lemna gibba
bzw.
Spirodela polyrhiza
ausgebildet sind. Polytrophe Gewässer
(anthropogen bedingt) können zum LRT gestellt werden, wenn kennzeichnende Vegetation für den LRT
(fragmentarisch) vorhanden ist und eine Wiederherstellung des eutrophen Zustandes möglich erscheint. In
der Regel wird das
gesamte Gewässer
einschließlich der Verlandungvegetation im Uferbereich
(Annuellenfluren, Röhrichte, Seggenrieder, feuchte Hochstaudenfluren) in die Abgrenzung einbezogen, auch
wenn die kennzeichende Vegetation nicht in allen Gewässerbereichen ausgebildet sind. Eine Beschränkung
der Abgrenzung auf Gewässerteile ist nur in gut begründeten Fällen zulässig (große Gewässer mit deutlich
unterschiedlicher Ausprägung in Teilbereichen, z.B. stark verbaute Ufer in einem Uferabschnitt bei
ansonsten naturnaher Uferstruktur oder Gewässerbereiche mit unterschiedlicher Trophie).
Bei der Erfassung und Bewertung ist eine Unterscheidung folgender Ausbildungen vorzunehmen: Teich,
Altarm/Altwasser (mit dauerhafter Wasserführung), Abgrabungsgewässer (mit dauerhafter Wasserführung),
ephemere Gewässer.
Der LRT ist in der Regel ab einer Größe von 500 m² zu erfassen.

3150 Eutrophe Stillgewässer
14
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
Mesotrophe bis schwach eutrophe Gewässer, mit Strandlings- oder Zwergbinsen-Gesellschaften gehören
zum LRT 3130 (
Oligo- bis mesotrophe, kalkarme Stillgewässer)
. Mesotrophe bis schwach eutrophe,
kalhaltige Gewässer mit Characeen-Arten werden zum LRT 3140 gestellt.
Feuchtwälder
des LRT 91E0* und
Ufer-Hochstaudenfluren tieferer Lagen
(LRT 6431) sind ggf. als
gesonderter LRT zu erfassen (vgl. dort). An ein Fließgewässer angebundene Altarme mit
Unterwasservegetation, die eine deutliche Durchströmung aufweisen, werden als LRT 3260 erfasst.
Mesotrophe Verlandungszwischenmoore an Teichen gehören zum LRT 7140.
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Aufgrund der Häufigkeit des LRT in Sachsen (Teiche) muss in der Regel die Aufnahme und Bewertung
durch Ablaufen der Uferbereiche (ggf. mit Greifer) erfolgen. Bei großen Gewässern mit unzugänglichen
Uferbereichen kann eine Befahrung mit dem Boot (ggf. mit Greifer) erforderlich sein. Da Unterwasser-
vegetation der o.g. Einheiten sich oft erst im Laufe des Sommers ausbildet, sollte eine Erfassung zwischen
Juni und August erfolgen.

3150 Eutrophe Stillgewässer
15
Bewertung des LRT 3150 Eutrophe Stillgewässer
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
Ausbildung 1 / Gewässertyp: Teich
(wertgebende) Unterwasser- und
Schwimmblattvegetation
mindestens zeitweise üppige,
reich strukturierte Vorkommen
von submersen
Wasserpflanzen und
freischwimmenden
Wasserpflanzen oder
Schwimmblattpflanzen
größere, strukturierte
Vorkommen von Unterwasser-
und/oder freischwimmenden
Wasserpflanzen bzw.
wurzelnden
Schwimmblattvegetation
zeitweise vorhanden
fragmentarisch ausgebildet
oder massenhaftes Vorkommen
einer Art (> 80% der
Gewässerfläche)
sonstige Verlandungsvegetation
(Teichbodenvegetation,
Röhricht, Seggenriede,
Staudenfluren, Sumpfgebüsch,
Bruchwald)
strukturierte Ausprägung der
Verlandungsvegetation,
ausgewogenes Verhältnis
zwischen freier Wasserfläche
und Verlandungsvegetation
(Röhricht nimmt weniger als
50% der Gewässerfläche ein)
wenig strukturierte Verlan-
dungsvegetation oder Röhrichte
nehmen >50% der
Gewässerfläche ein
Verlandungsvegetation nicht bis
fragmentarisch ausgebildet
oder nahezu gesamtes
Gewässer (>80 % der
Gewässerfläche) mit Röhricht
bestanden
angrenzende teichbeeinflusste
Biotope
Gewässer ausgedehnt von
Feuchtbiotopen (z. B. Bruch-
und Sumpfwälder, Feucht-
wiesen und -gebüsche, feuchte
Staudenfluren) umgeben
Gewässer teilweise von
Feuchtbiotopen umgeben
keine Anbindung des
Gewässers an Feuchtbiotope
Uferlinie/Uferformen
vielgestaltige Uferlinie und
Uferformen (gegliederte und
ausgedehnte Flachufer,
teilweise auch unbewachsen)
mäßige Vielgestaltigkeit der
Uferbereiche, ausgedehnte
Flachufer vorhanden
Flachufer nur kleinflächig
vorhanden oder fehlend,
überwiegend Steilufer
Ausbildung 2 bis 4 / Sonstige eutrophe Stillgewässer (Altarm/Altwasser/Abgrabungsgewässer/ephemere Gewässer)
(wertgebende) Unterwasser- und
Schwimmblattvegetation
Vegetationsstrukturelemente:
Characeenrasen, untergetauchte
Laichkrautgesellschaften,
Schwimmblattrasen, ein- und
mehrschichtige
Wasserschweberdecken
üppige, reich strukturierte und
typisch ausgebildete
Vorkommen der wertgebenden
Vegetation, mindestens 4
typisch ausgebildete
Vegettationsstrukturelemente
(mindestens zeitweise)
größere, gut srukturierte
Vorkommen der wertgebenden
Vegetation, 2-3 typisch
ausgebildete Vegetations-
strukturelemente
fragmentarisch ausgebildet
bzw. 1 typisch ausgebildetes
Vegetationsstrukturelement
sonstige Vegetationsstruktur-
elemente der Verlandungsvege-
tation im Gewässer inkl.
Wechselwasserzone (Klein- und
Großseggenriede, Groß- und
Kleinröhrichte, Annuellenfluren,
Flutrasen, Staudenfluren,
Sumpfgebüsch, Bruchwald)
mindestens 3 typisch
ausgebildete Vegetations-
strukturelemente
1-2 typisch ausgebildete
Vegetationsstrukturelemente
fehlend oder fragmentarisch
ausgebildet
Lebensraumtypisches Arteninventar
Wasserpflanzen
Vorkommen von mindestens 8
kennzeichnenden Arten, davon
mind. 1 RL-Art
Vorkommen von mindestens 5-
7 kennzeichnenden Arten
Vorkommen von <5 kenn-
zeichnenden Arten
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar voll-
ständig, Dominanzverteilung
charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom
LR-typischen Arten- und Domi-
nanzgefüge

3150 Eutrophe Stillgewässer
16
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Nährstoffeintrag
Müllablagerung:
Schadstoffeintrag
Eintrag anderer Stoffe
vor allem durch Nutzungen im
Umland (Landwirtschaft,
Siedlungsabwässer, Industrie)
oder teilweise Verfüllung des
Gewässers, z. B. mit Bauschutt
nicht erkennbar
schwach bis mäßig
stark, keine Pufferzonen vorhan-
den
nur Ausbildungen 2 bis 4:
Anthropogen bedingte
Wasserstandsschwankungen
auch Wasserstandsanhebungen
oder -absenkungen (z. B.
bergbaubedingt)
keine
leichte Beeinträchtigung durch
anthropogen bedingte
Wasserstandsänderungen
stärkere Beeinträchtigung des
Gewässers bzw. der
wertgebenden Vegetation durch
anthropogen bedingte
Wasserstandsänderungen
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Nährstoffzeiger (hier
Hypertrophierungszeiger, z. B.
Lemna gibba, Ceratophyllum
demersum
)
sonstige Störzeiger
keine Hypertrophierungszeiger
und/oder sonstige Störzeiger in
geringem Umfang vorhanden
Eutrophierungszeiger bzw.
sonstige Störzeiger überwiegen (>
50% der Wasserpflanzen-
vegetationsschicht)
nur Ausbildungen 2 bis 4
Fischbesatz
kein Fischbesatz
geringe bis mäßige
Beeinträchtigung durch
Fischbesatz
erhebliche Beeinträchtigung der
Gewässerfauna z. B. durch
Verdrängung autochtoner Arten
Störungen der Vegetationsstruktur:
Schädigung der Vegetation des
Gewässers und Uferbereiches
(u. a. durch Landwirtschaft,
Tourismus, Wassersport, Bau-
maßnahmen, Jagd, Wild)
nicht erkennbar
leichte Schädigung der Uferbe-
reiche oder der Verlandungs-
vegetation in Teilbereichen des
Gewässers
stärkere touristische (Badebetrieb,
Wassersport, Angeln) und/oder
landwirtschaftliche Nutzung (Vieh-
tränke) bzw. sonstigen Nutzungen,
verbunden mit stärkerer Beein-
trächtigung der Uferbereiche oder
Verlandungsvegetation
Sonstiges:
punktuelle Uferverbauungen
(Bootsanleger, Stege, Boots-
häuser)
keine
in geringem Umfang vorhan-
den, damit verbundene Beein-
trächtigungen relativ gering
erhebliche Beeinträchtigungen
durch Uferverbauungen
Beschattung (durch Aufforstun-
gen, Gehölzanpflanzungen im
Uferbereich)
keine oder gering
mäßige Beschattung, dadurch
eingeschränkte Vegetations-
entwicklung in Teilbereichen
des Gewässern
>75% des Gewässerbereiches
stark beschattet, dadurch stark
eingeschränkte Ausbildung der
aquatischen Vegetation
Begängnis, Frequentierung des
Gewässers und Uferbereiches
(Landwirtschaft/Touris-
mus/Wassersport/Badebetrieb)
nicht erkennbar
schwache bis mäßige touristi-
sche Nutzung, höchstens punk-
tuelle oder keine Beeinträchti-
gung des Gewässers erkennbar
stärkere touristische (Badebetrieb,
Wassersport, Angeln), jagdliche
und/oder landwirtschaftliche Nut-
zung verbunden mit stärkeren
Störungen
sonstige Beeinträchtigen
nicht vorhanden
gering bis mäßig
erheblich

3150 Eutrophe Stillgewässer
17
Nutzung/Bewirtschaftung:
nur Ausbildung 1 - Teiche
Bewirtschaftungsintensität der
Teichbewirtschaftung:
keine Zufütterung oder mäßige
Getreidezufütterung bei ausge-
glichener Nährstoffbilanz,
in der Regel keine Düngung
Eutrophierungseffekte durch
übermäßige Zufütterung oder
Düngung wahrscheinlich
keine ausgeglichene Nährstoffbi-
lanz ( erhebliche Eutrophierung-
seffekte durch übermäßige Zufüt-
terung oder Düngung)
hohe Besatzdichte Desinfektions-
kalkung
Teichpflege Teichpflege (einschließlich
Maßnahmen der Teichentlan-
dung bzw. –entschlammung)
auf Erhaltung der Habitatstruk-
turen und Förderung der wert-
gebenden Wasservegetation
voll ausgerichtet
ausreichende Teichpflege zur
Erhaltung der wertgebenden
Vegetation (einschließlich an-
gemessene Maßnahmen der
Teichentlandung bzw. –
entschlammung)
stärkere Beeinträchtigung der
wertgebenden Vegetation und Ha-
bitatstrukturen durch unangemes-
sene Teichpflegemaßnahmen oder
(fast) vollständige Verlandung des
Teiches mit Röhrichtvegetation
durch fehlende oder unzureichen-
de Teichpflege
Lebensraumtypische Pflanzenarten
Art RL
SN
Art RL
SN
Art RL
SN
Callitriche palustris agg.
-
Potamogeton gramineus
2
Moose:
Ceratophyllum demersum
-
Potamogeton lucens
3
Fontinalis antipyretica
3
Ceratophyllum submersum
-
Potamogeton natans
-
Riccia fluitans
3
Elodea canadensis
-
Potamogeton obtusifolius
3
Ricciocarpos natans
3
Hippuris vulgaris
2
Potamogeton pectinatus
-
Hottonia palustris
3
Potamogeton perfoliatus
1
Armleuchteralgen*:
Hydrocharis morsus-ranae
2
Potamogeton pusillus
3
Chara braunii
3
Lemna gibba
-
Potamogeton trichoides
2
Chara contraria
0
Lemna minor
-
Ranunculus aquatilis agg.
2)
Chara globularis
V
Lemna trisulca
3
Ranunculus circinatus
2
Chara vulgaris
3
Myriophyllum spicatum
-
Salvinia natans
1
Myriophyllum verticillatum
2
Spirodela polyrhiza
-
Chara div. spec.
-
Najas marina (s.l.)
1
Stratiotes aloides
1
Nuphar lutea
-
Trapa natans
1
Nitella flexilis
V
Nymphaea alba
-
Utricularia australis
1)
-
Nitella div. spec.
-
Persicaria amphibia
-
Utricularia vulgaris
1)
1
Characeae (sonstige Arten)
Potamogeton acutifolius
2
Wolffia arrhiza
1
Potamogeton alpinus
3
Zannichellia palustris
-
Potamogeton berchtoldii
3
Potamogeton crispus
-
*
1)
Eine
Erfassung
offizielle
als
Rote
Utricularia
Liste Sachsen
vulgaris agg.
existiert
möglich
nicht; verwendet wurden die Angaben aus D
OEGE (2001)
2)
Bei Erfassung als Kleinart Ranunculus aquatilis, Ranunculus peltatus oder Ranunculus trichophyllus ist ein Hinweis im Feld
Bemerkungen möglich.

3160 Dystrophe Stillgewässer
18
3160 Dystrophe Stillgewässer
Dystrophe stehende Gewässer
Natural dystrophic lakes and ponds
Zuordnung zum LRT
Definition
Nährstoffarme natürliche oder naturnahe, dauerhaft wasserführende Stillgewässer mit Auftreten freier
Huminsäuren; mit oder ohne Unterwasserpflanzen und i.d.R. mit typischer Verlandungsvegetation aus
Torfmoosschwingdecken. Vorkommen in Mooren (natürliche Moorgewässer, Torfstiche), nährstoffarmen
Sandgebieten, extensiv genutzten Teiche sowie Heideweihern, außerdem Gewässer in Wäldern (z.B.
Eichenwälder), die auf Grund von Fallaubeintrag freie Huminsäuren enthalten.
Oligo- bis mesotroph, sauer (pH-Wert zwischen 3 und 6); auf oder in direktem Kontakt zu sauren
Torfsubstraten; i.d.R. tritt eine mehr oder weniger deutliche bräunliche Färbung des Wassers durch
Huminsäuren auf.
Vegetationseinheiten
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
1.2.1 V Hydrocharition
1.2.1.3
Ass
Lemno-Utricularietum australis
p.p.
3.1.1 V Potamion pectinati
3.1.1.7 Ges Potamogeton gramineus-Gesellschaft p.p.
4.1.1 V Scorpidio-Utricularion minoris
4.1.1.1
Ass
Scorpidio-Utricularietum intermediae
p.p.
4.1.2 V Sphagno-Utricularion minoris
4.1.2.1 Ass Sphagno-Utricularietum minoris p.p.
4.1.2.2
Ass
Sphagno-Utricularietum ochroleucae
p.p.
4.1.2.3 Ass Utriculario-Sparganietum minimi p.p.
14.0.1
ZEh
Sphagnum fallax-Eriophorum angustifolium-
Scheuchzerio-Caricetea fuscae-Gesellschaft
p.p.
14.0.2 ZEh Sphagnum cuspidatum-Scheuchzerio-Caricetea fuscae-
Gesellschaft
p.p.
14.1.1 V Rhynchosporion albae
14.1.1.1 Ass Sphagno-Rhynchosporetum albae p.p.
14.1.1.2 Ass Caricetum limosae
p.p.
p.p. = teilweise (partiell) dem LRT zuzuordnen

3160 Dystrophe Stillgewässer
19
Hinweise zur Einordnung in den LRT
Zum LRT gehören dystrophe Gewässer natürlichen Ursprungs (Kleingewässer, Moorkolke, Randlagg,
Weiher) sowie naturnah entwickelte ehemalige Torfstiche und Teiche. Unterwasservegetation der o.g.
Pflanzengesellschaften kann vorhanden sein oder fehlen. Huminsäurereiche Waldgewässer werden
ebenfalls diesem LRT zugeordnet. Junge Torfstiche ohne naturnahe Vegetation sowie Entwässerungs-
gräben in Mooren werden nicht als LRT 3160 erfasst.
Temporär trockenfallende, vegetationsarme Flächen am Gewässerufer werden in die Abgrenzung
einbezogen.
Der LRT ist in der Regel ab einer Größe von 500 m² zu erfassen (bei Moorschlenken 10 m², s. unten).
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
Die Abgrenzung gegenüber
Nährstoffarmen Stillgewässern
des LRT 3130 erfolgt anhand der bräunlichen
Verfärbung des Wassers durch Huminsäuren, der Untergrund ist in der Regel grob organisch und wenig
zersetzt, die pH-Werte liegen unter 6, oft unter 5.
Dystrophe Gewässer, die in größere
Hochmoor
- oder
Übergangsmoor
-Komplexe eingebettet sind, werden
ab einer Größe von ca. 10 m² als eigener LRT 3160 ausgegrenzt. Sind sie kleiner, werden sie dem LRT
7110, 7120 bzw. 7140 oder 7150 zugeordnet.
Dystrophe Gewässer in Kontakt mit Vegetation des
Rhynchosporion
werden als eigener LRT 3160 erfasst,
wenn ein offener Wasserkörper ausgebildet ist und das Gewässer mehr oder weniger dauerhaft Wasser
führt. Bei dominantem Auftreten von
Rynchospora
-Arten und kaum ausgebildetem offenem Wasserkörper
erfolgt eine Zuordnung zum LRT 7150.
Rhynchosporion-Vegetation und Verlandungsvegetation der Übergangs- und Schwingrasenmoore an
dystrophen Gewässern können in der Regel (v.a. bei starker Verzahnung) als Komplex unter dem LRT 3160
erfasst werden, wenn die Gesamtfläche des Biotopkomplexes kleiner als 500 m² ist.
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Mai bis August. Bei größeren Gewässern kann zur Erfassung der Unterwasservegetation eine Kartierung mit
Greifer und/oder vom Boot aus erforderlich werden.
Eine Bestimmung der vorkommenden Moosarten (v. a.
Sphagnum
-Arten) ist für die Bewertung des LRT
erforderlich.

3160 Dystrophe Stillgewässer
20
Bewertung des LRT 3160 Dystrophe Stillgewässer
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
Gewässervegetation
(
Sphagnum-Drepanocladus
-
Unterwasserrasen, Torfmoos-
Wasserschlauchgesellschaften,
Zwiebelbinsen-Unterwasser-rasen)
mindestens zwei Vegetations-
typen sind in großen Teilen der
geeigneten Gewässerbereiche in
guter Ausprägung vorhanden
mindestens einer der
Vegetationstypen in größeren
Bereichen und guter Ausprägung
vorhanden oder mehrere der
Vegetationstypen in verarmter
Ausprägung, aber großflächig
vorhanden
Vegetationstyp(en) nur in
verarmter Ausprägung und/oder
kleinflächig vorhanden oder
fehlend
Ufervegetation
(
Sphagnum
-Bulten-
Schlenkenbestände
Kleinseggenried, Großseggenried,
Horstgräser, Binsenried)
lebensraumtypische
Ufervegetation in guter bis sehr
guter Ausprägung vorhanden (z.
B. lockere Seggenrieder)
lebensraumtypische
Ufervegetation über größere
Uferbereiche in guter Ausprägung
zu finden
lebenraumtypische
Ufervegetation verarmt und/oder
nur in kleineren Teilbereichen
ausgebildet
Uferlinie/Uferformen
(Flachwasserbereiche,
amphibische Bereiche, Flachufer,
vielfältige Uferlinie,
vegetationsfreie Bereiche)
Flachwasser- und Uferbereiche
sehr gut strukturiert
Flachwasser- und Uferbereiche
mäßig gut strukturiert
Flachwasser- und Uferbereiche
wenig strukturiert
sonstige Gewässermerkmale
(dystropher Charakter)
dystropher Charakter deutlich
ausgeprägt
dystropher Charakter mäßig
deutlich ausgeprägt
dystropher Charakter nur
schwach ausgeprägt
Lebensraumtypisches Arteninventar
Pflanzen
Vorkommen von mind. 6
kennzeichnenden Arten
Vorkommen von mind. 4-5
kennzeichnenden Arten
Vorkommen von 2-3
kennzeichnenden Arten
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar voll-
ständig, Dominanzverteilung
charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom
LR-typischen Arten- und Domi-
nanzgefüge
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Entwässerung keine Entwässerungsmaßnahmen
/ Wasserstandsabsenkung
erkennbar
Entwässerungsmaßnahmen /
Wasserstandsabsenkung in der
Umgebung des LRT in geringem
Umfang durchgeführt
entwässernde Maßnahmen in
größerem Umfang durchgeführt /
deutliche Wasserstands-
absenkung erkennbar
(Grund-) wasseranstieg durch
Stauhaltung bzw.
Anstaumaßnahmen
(bergbaubedingt; durch unsach-
gemäße Anstaumaßnahmen)
nicht erkennbar
Wasserstand zeitweilig / leicht
überhöht oder Anstieg zu
erwarten
Wasserstand deutlich überhöht
Nährstoffeintrag (Kirrungen,
Wegbefestigung, angrenzend
Intensivgrünland, Acker, eutropher
Fischteich; belasteter
Wasserzufluss)
keine punktuellen Eintragsquellen
keine intensiv genutzten Flächen
angrenzend
punktuelle Eintragsquellen (Kir-
rungen, Wegbefestigung)
vorhanden oder intensiv genutzte
Flächen in kleinen Bereichen
angrenzend
Eintragsquellen flächenhaft
vorhanden oder intensiv genutzte
Flächen in größerem Umfang
angrenzend
Müllablagerung
Schadstoffeintrag
Eintrag anderer Stoffe
keine Beeinträchtigungen fest-
stellbar
schwache bis mäßige Beeinträch-
tigungen
starke Beeinträchtigungen

3160 Dystrophe Stillgewässer
21
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Nährstoffzeiger (hier
Eutrophierungszeiger:
Wasserpflanzen, Ufervegetation;
z.B. Land-Reitgras, Schilf)
nicht vorhanden
vereinzelt vorhanden
in größerem Umfang vorhanden
Entwässerungszeiger im
Uferbereich (z.B. Kiefer, Birke,
Fichte)
nicht vorhanden
vereinzelt vorhanden
in größerem Umfang vorhanden
Störungen an der Vegetationsstruktur:
Schädigung der Vegetation des
Uferbereiches (z.B. Trampel-
pfade, Badestellen am Ufer) und
des Gewässers (Baden,
Bootsverkehr)
höchstens punktuell vorhanden
kleinflächig vorhanden
in größerem Umfang vorhanden
Sonstiges:
punktuelle Uferverbauungen
(Bootsanleger, Stege, Boots-
häuser)
keine
in geringem Umfang vorhan-
den, damit verbundene Beein-
trächtigungen gering
erhebliche Beeinträchtigungen
durch Uferverbauungen
Begängnis, Frequentierung des
Gewässers und Uferbereiches
(Badebetrieb/Tourismus/
Jagd/Wassersport)
keine Beeinträchtigung
erkennbar
Beeinträchtigungen punktuell
oder inTeilbereiche, geringe bis
mäßige Beinträchtigung der
Habitatfunktionen
flächenhafte Beeinträchtigung,
erhebliche Einschränkung der
Habitatfunktionen
sonstige Beeinträchtigen
nicht vorhanden
gering bis mäßig
erheblich
Lebensraumtypische Pflanzenarten
Art RL
SN
Art RL
SN
Carex lasiocarpa
2
Moose:
Carex limosa
1
Sphagnum cuspidatum
2
Carex rostrata
Sphagnum denticulatum
-
Drosera intermedia
2
Sphagnum fallax
-
Drosera longifolia
1
Warnstorfia fluitans
-
Drosera rotundifolia
2
Eleocharis multicaulis
1
Juncus bulbosus
-
Potamogeton polygonifolius
2
Rhynchospora alba
2
Rhynchospora fusca
1
Sparganium natans
2
Utricularia intermedia
1)
1
Utricularia ochroleuca
1)
1
(Utricularia stygia
1)
)
-
Utricularia minor
2
1)
Erfassung als Utricularia intermedia agg. möglich

3260 Fließgewässer mit Unterwasservegetation
22
3260 Fließgewässer mit Unterwasservegetation
Fließgewässer der planaren und montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des
Callitricho-Batrachion
Water courses of plane to montane levels with the Ranunculion fluitantis and Callitricho-Batrachion
vegetation
Ausbildungen:
1) Bergbach und Bergfluß
2) Flachlandbach und Flachlandfluss
3) naturnaher Graben/Kanal
Zuordnung zum LRT
Definition
Natürliche und naturnahe Fließgewässer und Fließgewässerabschnitte der Ebene und des Berglands mit
untergetauchter oder flutender Wasserpflanzenvegetation (Vegetation des Ranunculion fluitantis, flutende
Wassermoose), schwacher bis mäßig starker Strömung, natürlicher Sedimentation und wenig verbauten
Uferzonen. Je nach Fließgewässerregion im Rhithral oder Potamal; außerdem zählen durchströmte Altarme,
naturnahe, ständig wasserführende Gräben oder Kanäle mit Fließgewässercharakter , See-/Teichausflüsse,
Quelltöpfe/-abflüsse sowie Wasserfälle zum LRT.
Vegetationseinheiten
(Vorkommensschwerpunkte)
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
Rhithral Potamal
3.1.1 V Potamion pectinati
3.1.1.2 Ass Potametum alpini
p.p. x
3.1.1.8 Ges Potamogeton perfoliatus-Gesellschaft p.p. x
3.1.3 V Ranunculion aquatilis
3.1.3.1 Ass Ranunculetum aquatilis p.p. x
3.1.3.2
Ass
Ranunculetum peltati
p.p.
x
3.1.3.3 Ass Hottonietum palustris p.p. x
3.1.4 V Ranunculion fluitantis
3.1.4.1 Ass Ranunculetum fluitantis v x
3.1.4.1.1 UE Ranunculetum fluitantis, HF von Callitriche
hamulata des Berglands
v x
3.1.4.1.2 UE Ranunculetum fluitantis, HF des Tieflands v x
3.1.4.2 Ass Callitricho-Ranunculetum penicillati v x
3.1.4.3 Ass Callitricho-hamulatae-Myriophylletum alterniflori p.p. x
3.1.4.4
Ass
Sparganio emersi-Potametum pectinati
v
x
12.1.1.11 Ass
Sagittario sagittifoliae-Sparganietum emersi Tx. 1953
p.p.
x
Moosgesellschaften
99.9.2* V Fontinalion antipyreticae
99.9.2* Ass Fontinalietum antipyreticae p.p. x x
99.8.2*
Ass
Leptodictyo-Fissidentetum crassipedis
p.p.
x
99.9.1* V Racomitrion acicularis p.p. x
99.9.1* Ass Scapanietum undulatae p.p. x
99.9.3* Ass Hygrohypnetum ochracei p.p. x
99.9.5* V Platyhypnidion rusciformis p.p. x
99.9.5* Ass Oxyrrhynchietum rusciformis p.p. x
p.p. = teilweise (partiell) im LRT enthalten
* Gesellschaft bei Böhnert et al. (2001) nicht aufgenommen

3260 Fließgewässer mit Unterwasservegetation
23
Hinweise zur Einordnung in den LRT
Zum LRT 3260 gehören natürliche und naturnahe, i.d.R. wenig belastete Fließgewässer und
Fließgewässerabschnitte der Ebene und des Berglands mit untergetauchter oder flutender
Wasserpflanzenvegetation (Gefäßpflanzen, Wassermoose, Rotalgen). Voraussetzung ist neben der
Unterwasservegetation eine zumindest im überwiegenden Teil naturnahe Gewässersohlen- und Uferstruktur
sowie eine Gewässergüte der Klasse II-III oder besser. Nicht zum LRT gehören voll oder teilverbaute
Abschnitte und jährlich vollständig beräumte Gräben. Fließgewässerabschnitte mit Reinbeständen von
Elodea canadensis, Potamogeton pectinatus
oder anderen anspruchslosen Arten werden bei alleinigem
Auftreten ebenfalls nicht dem LRT 3260 zugeordnet.
Unterwasservegetation
der o.g. Gesellschaften ist oft nur in Teilbereichen des Gewässers gut ausgeprägt (je
nach Strömung, Wassertiefe, Schwebstoffanteil, Beschattung). In naturnahen Oberläufen mit starker
Beschattung, hoher Fließgeschwindigkeit und geringem Nährstoffgehalt ist die Unterwasservegetation oft nur
punktuell oder fragmentarisch entwickelt oder besteht nur aus Moosen. Diese Vorkommen sind in den LRT
eingeschlossen. Kleinflächige Vorkommen von flutender submerser Vegetation sind nicht einzeln und
punktgenau zu erfassen, sondern möglichst zu größeren Gewässerabschnitten zusammenzufassen und von
Abschnitten abzugrenzen, in denen die kennzeichnende Vegetation fehlt. Längere Abschnitte (ab 100 m bei
Bächen, 200 m bei Flüssen) weitgehend ohne Unterwasserpflanzen sind nicht mehr als LRT 3260 zu
erfassen, sondern auszugrenzen..
Gewässerabschnitte mit umfangreicherer Sohl- oder Uferverbauung (technischer Ausbau) oder mit
schlechterer Gewässergüte und jährlich vollständig beräumte Abschnitte (Sohl- und Uferberäumung) werden
ab einer Länge von 100 m (Bäche) bzw. 200 m (Flüsse) grundsätzlich nicht dem LRT 3260 zugeordnet;
kürzere Abschnitte werden nicht ausgegrenzt. Gleiches gilt für Abschnitte oberhalb von Stauhaltungen, die
einen eindeutigen Stillgewässercharakter aufweisen.
Neben dem eigentlichen Fließgewässer sollen auch dessen Ufer mit der Ufervegetation (Röhrichte,
Hochstaudenfluren) in die Abgrenzung einbezogen werden, soweit sie nicht als eigener LRT zu erfassen
sind. Eine Differenzierung in Rhithral (Ausbildung 1) und Potamal (Ausbildung 2) kann anhand der
Leitfischarten (Rhithral = Salmoniden- und Äschenregion, Potamal = Barben- und Bleiregion) erfolgen. Das
Rhithral ist durch deutlich turbulente Strömung (Oberflächenwellen, Strudel) charakterisiert, während das
Potamal überwiegend von ruhig strömendem Wasser dominiert wird.
Als LRT sind in der Regel Gewässerabschnitte ab einer Länge von 100 m bzw. einer Breite des
Gewässerbettes von 1,5 m zu erfassen.
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
Altarme
sind nur dem LRT 3260 zuzuordnen, wenn sie neben Unterwasservegetation eine deutliche
Strömung aufweisen, i.d.R. gehören sie zum LRT Eutrophe Stillgewässer (3150).
Kleinflächige Schlammbänke werden dem LRT 3260 zugeordnet. Größerflächige Ausprägungen in größeren
Flüssen mit der kennzeichenden Vegetation werden als LRT 3270 erfasst. Naturnahe Gehölzbestände an
Gewässern sind ggf. als eigene LRT zu erfassen (Erlen-Eschenwälder, Weich- und Hartholzauwälder, LRT
91E0 bzw. 91F0).
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Viele der o.g. Wasserpflanzengesellschaften unterliegen ausgeprägten saisonalen Schwankungen und
bilden sich erst im Laufe des Sommers aus. Um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten und weil ein Teil der

3260 Fließgewässer mit Unterwasservegetation
24
Arten am besten im blühenden Zustand zu bestimmen ist, sollte eine Erfassung nicht vor Juni erfolgen.
Aufgrund der Häufigkeit des LRT muss die Aufnahme im Regelfall vom Ufer aus erfolgen (ggf. mit Greifer).
Bewertung des LRT 3260 Fließgewässer mit Unterwasservegetation
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
Gewässervegetation
(Unterwasservegetation,
Schwimmblattvegetation,
Wassermoose, Rotalgen)
Vegetation der genannten
Typen in
±
allen standörtlich
geeigneten Abschnitten und
in sehr guter Ausprägung
vorhanden
Vegetation der genannten
Typen in großen Teilen der
standörtlich geeigneten
Abschnitte und in guter
Ausprägung vorhanden
Vegetation der genannten Typen
nur in kleineren Teilen der stand-
örtlich geeigneten Abschnitte
vorhanden, Ausprägung verarmt
Ufervegetation
(Kleinröhricht, Großseggenried,
Großröhricht, feuchte
Hochstaudenflur, Gehölzsaum,
Auenwald)
standorttypische
Ufervegetation der genannten
Typen auf dem größten Teil
der Fließstrecke vorhanden
standorttypische
Ufervegetation der genannten
Typen auf größeren
Abschnitten vorhanden
standorttypische Ufervegetation der
genannten Typen nur in kleineren
Abschnitten vorhanden
Gewässerstruktur natürlicher Fließgewässer (Ausbildungen 1, 2):
Die Bewertung der Gewässerstruktur orientiert sich bei natürlichen Fließgewässern am potentiell natürlichen Zustand des Gewässers. In
Sachsen kommen folgende Typen bzw. Ausprägungen von natürlichen Fließgewässern vor (K
ÜHNAPFEL 2001):
Bergbach: Klammtal-, Kerbtal-, Muldental- und Sohlentalbach
Flachlandbach: Kies-, Sand-, Lehmbach und organischer Bach
Bergfluß: Klammtal-, Kerbtal-, Muldental- und Sohlentalfluß
Flachlandfluß
Laufentwicklung
(Laufkrümmung,
Krümmungserosion,
Längsbänke, besondere
Laufstrukturen)
entspricht (nahezu) dem
potentiell natürlichen Zustand
entspricht weitgehend dem
potentiell natürlichen Zustand,
geringe anthropogene
Veränderung / Einschränkung
der Laufentwicklung
starke anthropogene
Veränderung/Einschränkung der
Laufentwicklung
Längsprofil
(Strömungsdiversität,
Tiefenvarianz, Querbänke,
Querbauwerke)
entspricht (nahezu) dem
potentiell natürlichen Zustand
entspricht überwiegend dem
potentiell natürlichen Zustand,
keine Querbauwerke mit starker
Barrierewirkung
Strömungs- und Strukturdiversität
stark eingeschränkt, Querbauwerke
mit starker Barrierewirkung (Wehre,
hohe stufenförmige Sohlabstürze
vorhanden)
Querprofil (Profiltyp, Profiltiefe,
Breitenerosion, Breitenvarianz)
das Gewässerbett entspricht
dem potentiell natürlichen
Zustand (Naturprofil)
entspricht weitgehend dem
potentiell natürlichen Zustand,
geringe bzw. punktuelle
anthropogene Veränderungen
erkennbar
stärkere anthropogene Überformung
des Gewässerbettes (Veränderung
und Festlegung der Uferböschungen
und/oder Vertiefung des
Gewässerbettes)
Sohlenstruktur (Sohlensubstrat,
Substratdiversität, besondere
Sohlenstrukturen)
1)
Art, Struktur und Diversität des
Sohlensubstrates entsprechen
dem potentiell natürlichen
Zustand, besondere
Sohlenstrukturen in typischer
Anzahl und Ausprägung
vorhanden, kein Verbau
Sohlenstruktur entspricht
überwiegend dem potentiell
natürlichen Zustand, besondere
Sohlenstrukturen nur in
Ansätzen oder in geringer
Anzahl vorhanden
stärkere anthropogene Veränderung
der Sohlenstruktur (Verschlammung,
Einbringung von künstlichem
Sohlendeckwerk z. B.
Steinschüttungen)
Kriterien der Gewässerstrukturkartierung
Uferstruktur (Uferbewuchs,
besondere Uferstrukturen)
1)
entspricht (nahezu) dem
potentiell natürlichen Zustand,
besondere Uferstrukturen in
typischer Anzahl und
Ausprägung vorhanden
naturnahe krautige
Ufervegetation oder
standorttypische Ufergehölze,
besondere Uferstrukturen nur in
Ansätzen oder in geringer
Anzahl vorhanden
überwiegend naturferne
Ufervegetation (standortfremde
Gehölze, Böschungsrasen)
bei Vorliegen einer
Gewässerstrukturgütekartierung
(Detailkartierung) kann die detaillierte
Bewertung der 5 vorgenannten
Kriterien unterbleiben:
Güteklasse 1-2
Güteklasse 3
Güteklasse 4
(oder schlechter)
Künstliche Fließgewässer:
In Sachsen können folgende Typen unterschieden werden:
Naturnaher Graben: Kies-, Sand-, Lehmgraben und organischer Graben
Naturnaher Kanal
Bei künstlichen Fließgewässern gehen nur die Parameter Sohlenstruktur und Uferstruktur in die Bewertung ein. Bei der Gewässerstruktur ist
maximal eine B-Bewertung möglich.

3260 Fließgewässer mit Unterwasservegetation
25
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypisches Arteninventar
Charakteristische Pflanzenarten
2 Arten der flutenden
Wasservegetation und mind.
3 weitere für den
Fließgewässertyp
charakteristische Arten
vorhanden
1 Art der flutenden Wasser-
vegetation sowie mind. 2
weitere für den Fließgewäs-
sertyp charakteristische Arten
vorhanden
mind. 1 Art der flutenden
Wasservegetation vorhanden
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar
vollständig, Dominanzvertei-
lung charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom LR-
typischen Arten- und Dominanzge-
füge
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Grundwasserabsenkung
Entwässerung im Einzugsgebiet
nicht erkennbar
leichte Auswirkungen
vorhanden
stärkere Auswirkungen
Gewässerverrohrung/-verlegung/-
begradigung/-verbau:
begradigte, verlegte oder verrohrte
Fließgewässerabschnitte ober- oder
unterhalb der LRT-Fläche
anschließend
nicht vorhanden
derartige angrenzende
Abschnitte haben teilweise
isolierende Wirkung
derartige angrenzende Abschnitte
haben vollständig isolierende
Wirkung
Wasserentnahme/Wasseraus-
leitung (Bewässerung,
Energiegewinnung)
nicht vorhanden
Wasserentnahme zeitweise /
in kleinerem Umfang
Wasserentnahme in größerem
Umfang
Biologische Gewässergüte
Güteklasse I / I-II
Güteklasse II
Güteklasse II-III
sonstige chemische, biochemische
oder thermische Belastungen
keine bzw. nicht nachweisbar
in geringem Umfang
vorhanden
stärkere Belastungen nachweisbar
Nährstoffeintrag
Müllablagerung
Schadstoffeintrag
durch nicht standortgerechte
Nutzung der Uferbereiché bzw.
Nutzungen im Umland
(Landwirtschaft, Teichwirtschaft,
Siedlungsabwässer, Industrie,
Kirrungen), Tourismus, Schifffahrt
nicht erkennbar
zeitweise / geringe sichtbare
Beeinträchtigung der
Wasserqualität (z. B. leichte
Trübung) bzw. geringen
Beeinträchtigungen durch
Müllablagerungen im
Gewässer- und Uferbereich
vorhanden
mäßige bis stärkere
Beeinträchtigung der
Wasserqualität (z. B. Trübung,
Schaumbildung) bzw. stärkere
Beeiträchtigungen durch
Vermüllung des Gewässers und der
Uferbereiche
Versauerung
nicht erkennbar
leichte Versauerung
vorhanden
stärkere Versauerung
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Ufer-Neophyten (z.B.
Impatiens
glandulifera
,
Rudbeckia
spec
.
,
Helianthus tuberosus
,
Reynoutria
spec
.
)
nicht vorhanden
vereinzelt / in kleineren
Abschnitten vorhanden
in größeren Abschnitten vorhanden,
teilweise Dominanzbestände
Nährstoffstoffzeiger
(Eutrophierungszeiger)
nicht vorhanden
Anteil höchstens 10%
Anteil über 10%
Versauerungszeiger nicht vorhanden Anteil höchstens 10% Anteil über 10%
Fischbesatz mit LR-untypischen
Arten (z. B. Regenbogenforelle)
kein Fischbesatz
geringe bis mäßige
Beeinträchtigung durch
Fischbesatz
erhebliche Beeinträchtigung der
Gewässerfauna z. B. durch
Verdrängung autochtoner Arten
sonstige Störzeiger (für den
Gewässertyp untypische Arten)
nicht vorhanden
Anteil höchstens 10%
Anteil über 10%

3260 Fließgewässer mit Unterwasservegetation
26
Störungen an der Vegetationsstruktur:
Schädigung der Vegetation (z. B.
Ufervertritt)
höchstens punktuell
vorhanden
kleinflächig vorhanden
in größeren Uferabschnitten
vorhanden
Sonstiges
:
Beschattung
(durch nicht standortgerechte
Gehölze, z. B: Fichten, im Ufer-
bzw. Auenbereich)
keine Beeinträchtigung
Habitatfunktionen
geringe bis mäßige
Beeinträchtigung der
Habitatfunktionen ducrh
Beschattung
erhebliche Beeinträchtigung der
Habitatfunktionen durch übermäßig
starke Beschattung
Begängnis/Frequentierung der
Uferbereiche
keine
Störungen/Schädigungen
geringe
Störungen/Schädigungen
regelmäßig / in größeren
Abschnitten stärkere
Störungen/Schäden
sonstige Beeinträchtigungen
keine
gering bis mäßig
erheblich
Nutzung/Bewirtschaftung:
Gewässerunterhaltung
(Beräumung)
keine feststellbaren Schäden
gelegentlich / in kleineren
Abschnitten, ohne erhebliche
Vegetationsschäden
regelmäßig / in größeren
Abschnitten, mit erheblichen
Vegetationsschäden
1)
Besondere Ufer- und Sohlenstrukturen sind im Erhebungsbogen im Feld „Bemerkungen“ (zur Gewässerstruktur) anzugeben!
Lebensraumtypische Pflanzenarten
Art
RL SN Art
RL SN
Berula erecta
3
Moose:
Butomus umbellatus (var. vallisneriifolia =
flutende Form)
3 Amblystegium fluviatile -
Callitriche hamulata
3
Brachythecium rivulare
-
(Callitriche palustris agg.)
Chiloscyphus polyanthos (f. rivularis)
Ceratophyllum demersum
-
Fissidens crassipes
3
Elodea canadensis
-
Fontinalis antipyretica
3
Glyceria fluitans agg.
- Fontinalis squamosa
2
Hottonia palustris
3
Hygrohypnum ochraceum
-
Myriophyllum alterniflorum
2
Leskea polycarpa
-
Myriophyllum spicatum
-
Octodiceras fontanum
3
Nasturtium officinale agg.
2/R
Plathypnidium riparioides
-
Nuphar lutea
-
Porella cordaeana
2
Potamogeton acutifolius
2
Racomitrium aciculare
-
Potamogeton alpinus
3
Scapania undulata
-
Potamogeton berchtoldii
3
Tortula latifolia
3
Potamogeton crispus
-
Potamogeton lucens
3
Potamogeton natans
-
Potamogeton pectinatus
-
Potamogeton perfoliatus
1
Potamogeton trichoides
2
Ranunculus aquatilis agg.
-
Ranunculus fluitans
2
Sagittaria sagittifolia (flutende Form)
-
Sparganium emersum
-
Veronica anagallis-aquatica
3
Veronica beccabunga
-
Zannichellia palustris
-

3270 Flüsse mit Schlammbänken
27
3270 Flüsse mit Schlammbänken
Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri p.p. und des Bidention p.p.
Rivers with muddy banks with Chenopodion rubri p.p. and Bidention p.p. vegetation
Zuordnung zum LRT
Definition:
Größere, langsam fließende Flüsse mit natürlichen oder naturnah belassenen Ufern mit Schlamm- oder
teilweise schlammigen Sand- bzw. Kiesbänken sowie schlammigen Ufer im Wechselwasserbereich und
relativ ungestörtem Abflussverhalten (größere saisonale Wasserstandsschwankungen,
Feinsedimentumlagerungen bei Mittel- und Hochwasser). I.d.R. sind die Standorte bis zum Frühsommer
überflutet und vegetationsfrei und werden erst beim spätsommerlichen Trockenfallen von einjährigen,
nitrophytischen Vegetationsbeständen der Verbände Chenopodium rubri und Bidention besiedelt. V.a. im
Potamal, in der planaren bis collinen Stufe, Sedimente nährstoff-, v.a. stickstoffreich.
Vegetationseinheiten
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
10.1.1 V Bidention tripartitae
10.1.1.1
Ass
Bidenti tripartitae-Polygonetum hydropiperis
p.p.
10.1.2 V Chenopodion glauci
10.1.2.1
Ass
Polygono brittingeri-Chenopodietum rubri
v
10.1.2.2
Ass
Xanthio albini-Chenopodietum rubri
v
10.1.2.3 Ass Rorippo-Corrigioletum litoralis v
10.1.2.4 Ass Chenopodietum rubri
p.p.
10.1.2.5.1 ZEh Inula-britannica-Aliium schoenoprasum-Chenopodion
glauci-Gesellschaft
p.p.
10.1.2.5.2 ZEh Eragrostis albensis-Chenopodion glauci-Gesellschaft p.p.
10.1.2.5.3 ZEh Atriplex prostrata-Chenopodion glauci-Gesellschaft p.p.
10.1.2.5.4 ZEh Pulicaria vulgaris-Chenopodion glauci-Gesellschaft p.p.
11.1.1 V Elatino-Eleocharition ovatae
11.1.1.2.
Ass
Cypero fusci-Limoselletum aquaticae
p.p.
11.1.1.2.2 ZEh Limosella aquatica-Elatino-Eleocharition-Gesellschaft p.p.
p = teilweise (partiell) im LRT enthalten
Hinweise zur Einordnung in den LRT
Vorkommen dieses LRT sind nur an größeren Flüssen zu erwarten, hierzu zählen v.a. Elbe, Große Röder
(ab Mündung Kleine Röder), Mulde (inkl. Freiberger Mulde ab Zschopaumündung und Zwickauer Mulde ab
Rochlitz), Neiße ab Ostritz, Pleiße, Schwarze Elster ab Wittichenau, Spree nördlich von Bautzen sowie ab
Neustadt, Weiße Elster ab Leipzig sowie Zschopau ab Waldheim.
Zum LRT gehören Abschnitte größerer Flüsse mit zeitweilig trockenfallenden Schlamm- und Sandflächen auf
denen wenigstens zeitweise und/oder stellenweise Vegetation der o.g. Einheiten vorkommt. Entsprechende
Abschnitte von Altarmen, die an das Fließgewässer angebunden sind und die o.g. Vegetation aufweisen,
gehören ebenfalls zum LRT. Auch Komplexe und Durchdringungen mit eutrophen Zwergbinsengesell-
schaften (Isoëto-Nanojuncetea) und zeitweise vegetationsfreie Flächen werden in den Lebensraumtyp
eingeschlossen. Landseitig erfolgt die Abgrenzung entsprechend der Ausdehnung der kennzeichnenden
Vegetation. Da der Lebensraumtyp durch deutliche saisonale und auch kurzfristige Veränderungen von
Wasserstand und Strömungsverhältnissen charakterisiert ist, kann sich die Lage der Schlammflächen und

3270 Flüsse mit Schlammbänken
28
ihr Überflutungszustand rasch verändern. Bei der Abgrenzung kann daher der gesamte
Fließgewässerbereich mit potenziellem Auftreten trockenfallender Schlammbänke erfasst werden, in dem die
entsprechende Vegetation mehr oder weniger regelmäßig auftritt. Vorkommen der kennzeichnenden
Vegetation an teilweise verbauten Fließgewässern (Buhnenfelder) gehören noch zum Lebensraumtyp.
Bestände der genannten Vegetationseinheiten außerhalb von Flüssen (z. B. an Teichufern) oder an
vollständig verbauten Gewässerabschnitten sowie ober- und unterhalb von Stauhaltungen sind nicht dem
LRT zuzuordnen. Auch völlig vegetationsfreie Schlammflächen an Fließgewässern sind ausgeschlossen.
Als LRT sind in der Regel Abschnitte an Flüssen ab einer Länge von 100 m zu erfassen.
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
Kleinere Flüsse mit Schlamm- und Kiesbänken und mit flutender Unterwasservegetation werden in der Regel
zum LRT 3260 gerechnet. An das Fließgewässer angrenzende feuchte Hochstaudenfluren und
Auwaldbereiche werden bei entsprechender Ausprägung Größe als FFH-LRT 6431 und 91E0 bzw. 91F0
getrennt erfasst.
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Da der LRT durch spätsommerliches Trockenfallen der Schlammflächen charakterisiert ist und sich erst
dann die für die Zuordnung relevante Vegetation entwickelt, kann eine Erfassung in der Regel erst ab Juli
erfolgen. Bei überdurchschnittlicher Wasserführung (Hochwasser) kann keine Erfassung erfolgen, da dann
die Schlammflächen überflutet und nicht erkennbar sind.

3270 Flüsse mit Schlammbänken
29
Bewertung des LRT 3270 Flüsse mit Schlammbänken
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
saisonal trockenfallende Schlamm-
, Sand- und Kiesflächen mit
wertgebender Vegetation
(einjähriger nitrophytischer
Vegetation der Flußufersäume)
großflächig auf Sand-, Kies-,
und Schlammbänken und im
Uferberreich vorhanden
ausgedehntere Flächen (meist
im Uferbereich, auch im
Bereich von Buhnenfeldern)
vorhanden
nur kleinflächig im Uferbereich
vorhanden
Uferstruktur (Uferverbau bzw. -
ausbau, Uferbewuchs, besondere
Uferstrukturen)
entspricht (nahezu) dem
potentiell natürlichen
Zustand, besondere
Uferstrukturen in typischer
Anzahl und Ausprägung
vorhanden, kein oder
höchstens punktueller
Uferverbau
naturnahe krautige
Ufervegetation oder
standorttypische Ufergehölze,
besondere Uferstrukturen nur in
Ansätzen oder in geringer
Anzahl vorhanden, Uferverbau,
ausbau oder in Teilbereichen
vorhanden (<30% der
Uferlänge)
überwiegend naturferne
Ufervegetation (standortfremde
Gehölze, Böschungsrasen),
Uferverbau, -ausbau oder
Buhnen in größeren Bereichen
sonstige Gewässerstruktur-
merkmale
(Laufentwicklung/Längsprofil./.
Querprofil/Sohlenstruktur)
entspricht nahezu dem
potentiell natürlichem
Zustand
entspricht weitgehend dem
potentiell natürlichem Zustand,
geringe antropogene
Einschränkung des
Gewässerlaufes und
Veränderung des
Gewässerprofiles
relativ starke anthropogene
Veränderung Gewässerlaufes
und -profiles gegenüber dem
potentiell natürlichem Zustand
Lebensraumtypisches Arteninventar
Pflanzen
typische Florenelemente und
Vegetationseinheiten
verbreitet vorkommend
typische Florenelemente und
Vegetationseinheiten auf
Teilflächen vorkommend
typische Florenelemente
und/oder Vegetationseinheiten
nur sehr vereinzelt und/oder
fragmentarisch vorkommend
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar
vollständig, Dominanzvertei-
lung charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom
LR-typischen Arten- und Domi-
nanzgefüge
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Grundwasserabsenkung
Entwässerung im
Einzugsgebiet
nicht erkennbar
leichte Auswirkungen
vorhanden
stärkere Auswirkungen
Gewässerverrohrung/-verlegung/-
begradigung/-verbau:
begradigte, verlegte oder verrohrte
Fließgewässer-abschnitte ober-
oder unterhalb anschließend
nicht vorhanden
derartige angrenzende
Abschnitte haben teilweise
isolierende Wirkung
derartige angrenzende
Abschnitte haben vollständig
isolierende Wirkung
Wasserentnahme (Bewässerung,
Energiegewinnung)
nicht vorhanden
Wasserentnahme gelegentlich
oder in kleinerem Umfang
Wasserentnahme in größerem
Umfang
Stauhaltung (Abflussregulierung)
keine Stauhaltung
Stauhaltung beeinflusst kleinere
Teilabschnitte
Stauhaltung beeinflusst größere
Teilabschnitte
Sohlbauwerke, Buhnen,
Querbauwerke
Sedimentdynamik durch
Bauwerke nicht
eingeschränkt
Sedimentdynamik durch
Bauwerke eingeschränkt,
Querbauwerke bis 50 cm Höhe
vorhanden
Sedimentdynamik durch
Bauwerke in größeren
Abschnitten stark eingeschränkt
oder Querbauwerke über 50 cm
Höhe vorhanden
sonstige chemische, biochemische
oder thermische Belastungen
keine bzw. nicht nachweisbar
in geringem Umfang vorhanden stärkere Belastungen
nachweisbar

3270 Flüsse mit Schlammbänken
30
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Nährstoffeintrag
Müllablagerung
Schadstoffeintrag
durch nicht standortgerechte
Nutzung der Uferbereiche bzw.
Nutzungen im Umland (Land- oder
Teichwirtschaft, Siedlungs-
abwässer, Industrie, Kirrungen),
Tourismus, Schifffahrt
nicht nachweisbar
zeitweise / geringe sichtbare
Beeinträchtigung der
Wasserqualität nachweisbar
bzw. leichte Beeinträchtigung
durch Müllablagerung
mäßige bis stärkere
Beeinträchtigung der
Wasserqualität
(Schaumbildung,
Geruchsbelastung)
nachweisbar bzw. stärkere
Beeinträchtigung durch
Vermüllung des Gewässers und
des Uferbereiches
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Neophyten (z.B.
Impatiens glan-
dulifera
,
Rudbeckia
spec
.
,
Heli-
anthus tuberosus
,
Reynoutria
spec
.
)
nicht vorhanden
vereinzelt / in kleineren
Abschnitten vorhanden
in größeren Abschnitten
vorhanden, teilweise
Dominanzbestände
Störungen der Vegetationsstruktur:
Schädigung der Vegetation (z. B.
Ufervertritt)
höchstens punktuell
vorhanden
kleinflächig vorhanden
in größeren Uferabschnitten
vorhanden
Sonstiges:
Begängnis/Frequentierung des
Gewässers und des Uferbereiches
(Bootsverkehr, Schiffahrt,
Wassersport, Jagd, sonstige
Freizeitaktivitäten)
keine Störungen oder andere
Schäden
kleinere Störungen oder andere
Schäden erkennbar
größere Störungen oder andere
Schäden
sonstige Beeinträchtigungen
keine
gering bis mäßig
erheblich
Nutzung/Bewirtschaftung:
Gewässerunterhaltung
(Beräumung, Vertiefung der
Fahrrinne bei Wasserstraßen)
nicht vorhanden
gelegentlich / in kleineren
Abschnitten
regelmäßig / in größeren
Abschnitten
Lebensraumtypische Pflanzenarten
Da Unterwasser- und Schwimmblattpflanzen im LRT nur unbeständig vorkommen, lässt sich hierfür ein
Arteninventar nicht benennen. Die folgende Liste enthält deshalb nur Pflanzen der Ufer und Schlammbänke.
Art
RL SN Art
RL SN
Allium schoenoprasum
-
Lindernia procumbens
R
Alopecurus aequalis
-
Persicaria hydropiper
-
Atriplex prostrata
-
Persicaria lapathifolia
-
Bidens connata
-
Persicaria minor
-
Bidens frondosa
-
Persicaria dubia
-
Bidens radiata
-
Persicaria maculosa
Bidens tripartita
-
Potentilla norvegica
-
Brassica nigra
-
Pulicaria vulgaris
2
Butomus umbellatus
3
Ranunculus sceleratus
-
Chenopodium album agg.
-
Rorippa amphibia
-
Chenopodium ficifolium
-
Rorippa palustris
-
Chenopodium glaucum
-
Rorippa sylvestris
-
Chenopodium polyspermum
-
Rumex maritimus
-
Chenopodium rubrum
-
Rumex palustris
2
Corrigiola litoralis
3
Spergularia echinosperma
1
Cyperus fuscus
3
Veronica anagallis-aquatica
3
Eragrostis albensis
-
Xanthium albinum
-
Inula britannica
-
Xanthium strumarium
1
Limosella aquatica
3

7110* Lebende Hochmoore
31
7110* Lebende Hochmoore
Lebende Hochmoore
Active raised bogs
Zuordnung zum LRT
Definition
Natürliche und naturnahe, torfmoosreiche Moorvegetation auf Torfsubstraten mit weitgehend ombrotrophem
Nährstoffhaushalt, durch aktives Moorwachstum über den Grundwasserspiegel hinaus gewachsen. Je nach
Standort als Gehänge-, Quellmulden-, Wasserscheiden-, Beidhang- oder Talsohlenmoor ausgebildet. Neben
der typischen Artenzusammensetzung ist ein (weitgehend) ungestörter Torfkörper ausschlaggebend.
Hohe Niederschläge und geringe Verdunstung bilden die Voraussetzung für die Torfbildung (daher nur in
den höheren Lagen des Erzgebirges); Mächtigkeit der Torfschicht i.d.R. über 1 m. pH-Wert bis unter 4,
extreme Nährstoffarmut (v.a. Stickstoff) durch kontinuierliche Nährstoffestlegung im Zuge der Torfbildung.
Die sächsischen Hochmoore befinden sich derzeit nicht nur aufgrund anthropogener Beeinträchtigungen,
sondern auch klimatisch bedingt in einer Stillstandsphase ohne deutliches Moorwachstum und sind daher
von Ausnahmen abgesehen größtenteils mit Krummholzgebüschen und Moorfichtenwäldern bestanden.
Zum Hochmoorkomplex gehören sowohl die zentrale Moorfläche wie auch Randlagg und Randgehänge mit
ihren typischen Biotoptypen und Strukturen (Bulte, Schlenken, offene Torfmoos- und Wollgrasflächen,
Rüllen, erosionsbedingte vegetationarme Flächen, kleinere dystrophe Gewässer (Kolke, Blänken u.a.) sowie
Moorgehölze und –wälder [nur lichte, kleinflächige
Moorgehölze und –wälder werden in den LRT 7110
integriert, ansonsten gesonderte Erfassung, s.u.]). Für die Zuordnung ist das Vorhandensein einer ombro-
trophen, offenen, nicht gehölzdominierten Moorfläche mit Bult-Schlenken-Mosaik Voraussetzung.
Vegetationseinheiten
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
4.1.2 V Sphagno-Utricularion minoris
4.1.2.1 Ass Sphagno-Utricularietum minoris p.p.
14.0.1
ZEh
Sphagnum fallax-Eriophorum angustifolium-
Scheuchzerio-Caricetea fuscae-Gesellschaft
p.p.
14.0.2 ZEh Sphagnum cuspidatum-Scheuchzerio-Caricetea fuscae-
Gesellschaft
p.p.
14.0.5 ZEh Eriophorum angustifolium-Molinia coerulea-Scheuchzerio-
Caricetea fuscae-Gesellschaft
p.p.
14.0.6 ZEh Carex-nigra-Scheuchzerio-Caricetea fuscae-Gesellschaft p.p.
14.1.1 V Rhynchosporion albae
14.1.1.2 Ass Caricetum limosae
p.p.
14.1.1.3.1
ZEh
Lycopodiella inundata-Rhynchosporion-Gesellschaft
p.p.
15.2.1 V Sphagnion magellanici
15.2.1.1 Ass Sphagnetum magellanici
v
15.2.1.2
Ges
Sphagnetum magellanici pinetosum
v
35.1.1 V Betulion pubescentis
35.1.1.1
Ass
Vaccinio uliginosi-Betuletum pubescentis
p.p.
35.1.1.2 Ass Vaccinio uliginosi-Pinetum sylvestris p.p.
35.1.1.3
Ass
Vaccinio uliginosi-Pinetum rotundatae
p.p.
35.1.1.4 Ass Vaccinio uliginosi-Piceetum p.p.
* Cladina-Sphagnum nemoreum-Gesellschaft p.p.
p.p. = teilweise (partiell) dem LRT zuzuordnen
* Gesellschaft bei Böhnert et al. (2001) nicht aufgenommen

7110* Lebende Hochmoore
32
Weitere Pflanzengesellschaften der Feuchtheiden, der nährstoffarmen Sümpfe, der Feuchtwälder und des
Grünlandes können in Hochmooren an bestimmten Standorten (z.B. auf Bulten, im Lagg oder entlang von
Wasserläufen) vorkommen. Sie werden hier nicht im Detail aufgezählt, da sie ihren Verbreitungsschwerpunkt
nicht in Hochmooren, sondern in anderen Biotoptypen haben.
Hinweise zur Einordnung in den LRT
Vorkommen des LRT Lebendes Hochmoor sind in Sachsen v. a. in den bekannten Hochmooren im Erzge-
birge (Mothäuser Heide, Kleiner und Großer Kranichsee, Weiters Glashütte, Kriegswiese, Friedrichsheider,
Georgenfelder und Jägersgrüner Hochmoor) zu erwarten.
Zum LRT 7110 gehört der gesamte Lebensraumkomplex aus zentraler Moorfläche, Randlagg und
Randgehänge mit ihren typischen Biotoptypen und Strukturen (Bulte, Schlenken, offene Torfmoos- und
Wollgrasflächen, Rüllen, erosionsbedingte vegetationarme Flächen, kleinere dystrophe Gewässer [Kolke,
Blänken u.a.] sowie lichte, kleinflächige
Moorgehölze und -wälder).
Ist im größeren Teil des Moorkomplexes weitgehend unbeeinträchtigte Hochmoorvegetation (Wachstums-
oder Stillstandskomplexe) vorhanden, so wird das ganze Moor auch dann als LRT 7110 (
Lebendes
Hochmoor
) erfasst, wenn kleinere durch Entwässerung beeinträchtigte Teilflächen vorhanden sind, deren
Vegetation für sich allein genommen dem LRT 7120 (
Geschädigtes Hochmoor
) zuzuweisen wäre. Wenn
auch in den zentralen Bereichen bereits Beeinträchtigungen erkennbar sind (u.a. Aufkommen von
mooruntypischen Gehölzen, Dominanz von Zwergsträuchern und/oder Vergrasung) oder in größeren
Teilbereichen eine Abtorfung stattgefunden hat, so erfolgt eine Erfassung des ganzen Komplexes als LRT
7120.
Falls in einem Moorkomplex sowohl größere, weitgehend unbeeinträchtigte Bereiche als auch größere
abgetorfte oder durch Entwässerung wesentlich beeinträchtigte Bereiche zu finden sind, so werden die
Flächen mit weitgehend unbeeinträchtigter Hochmoorvegetation dem LRT 7110, die abgetorften bzw. durch
wesentliche Entwässerung stärker beeinträchtigten Flächen, sofern noch regenerierbar, dem LRT 7120
zugeordnet.
Vegetation der
Torfmoorschlenken
(Rhynchosporion) und
Wasserschlauch-Moortümpel-Gesellschaften
(Utricularetea intermedia-minoris) werden in Verbindung mit anderen Hochmoorgesellschaften immer in die
Abgrenzung des LRT-Komplexes 7110 einbezogen.
Dystophe Stillgewässer werden nur bis zu einer Größe von ca. 10 m² als Teil des Moorkomplexes dem LRT
7110 zugeordnet. Größere Wasserflächen sind als eigener LRT 3160 zu erfassen.
Bestände der o.g. Einheiten, die durch separat erfasste Moorwälder (s.u.) von der zentralen Moorfläche
getrennt werden, sind ab einer Größe von 0,1 ha noch als LRT 7110 zu erfassen. Kleinere Flächen werden
dem LRT Moorwald bzw. anderen angrenzenden Lebensraumtypen (z.B. 7120, 7140) zugeordnet.
Moorwälder (Kiefer, Fichte, Birke, Moorkiefer)
werden in den LRT 7110 einbezogen, wenn sie nicht mehr als
0,3 ha zusammenhängende Moorwaldfläche aufweisen. Größerflächige Moorwälder werden als eigener LRT
91D0 erfasst; Hauptkriterium zur Ansprache als Wald ist neben den Arten des Unterwuchses der
Deckungsgrad der Baumschicht (Details zur Abgrenzung siehe dort).

7110* Lebende Hochmoore
33
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
Zur Abgrenzung gegenüber Regenerierbaren Hochmooren (LRT 7120) und gegenüber Moorwäldern (LRT
91D0) s.o.
Die Abgrenzung der Hochmoorvegetation zum
Übergangs- und Schwingrasenmoor
erfolgt anhand der
jeweils charakteristischen Pflanzenarten bzw. ihrer Dominanzverhältnisse; die Übergänge sind i.d.R. sehr
unscharf ausgeprägt und schwierig exakt zu erfassen. Stellt auch das Moorzentrum aufgrund der
Artenzusammensetzung einen Übergang zum Niedermoor dar (Auftreten von Mineralbodenwasserzeigern
wie z.B.
Lysimachia
,
Menyanthes
,
Carex lasiocarpa
,
C. echinata
,
Crepis paludosa
; vgl. auch Artenliste zum
LRT 7140), wird der gesamte Moorkomplex als LRT 7140 erfasst.
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Mai bis Anfang Oktober. Eine Bestimmung der Torfmoose (
Sphagnum
spec.) ist zur sicheren
pflanzensoziologischen Ansprache unumgänglich. Ggf. sind Belege zur Bestimmung durch Experten zu
sammeln.
Zur Beurteilung der Frage, ob ein größeres Gehölzaufkommen in der Moorfläche natürlich ist oder als
Beeinträchtigung gelten muss, können Untersuchungen zum Wasserhaushalt und zur Moorgeschichte
wertvolle Hinweise geben.
Bewertung des LRT 7110* Lebende Hochmoore
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
Vegetationsstruktur im Zentralbereich: im Zentralbereich: im Zentralbereich:
hochmoortypisches Vegetations-
mosaik (Bulte, Schlenken)
weitgehend insgesamt
hochmoortypisches
Vegetationsmosaik
flächendeckend vielfältig und
charakteristisch ausgeprägt,
flächige Torfmoos(
Sphagnum
)-
Vegetation mit Bulten und
Schlenken
weitgehend hochmoortypisches
Vegetationsmosaik auf >60%
der Fläche ausgeprägt
hoher Anteil weitgehend
hochmoortypischen
Vegetationsmosaiks (auf unter
60% der Fläche ausgeprägt)
Hochmoortypisches Vegetationsmosaik muß wenigstens mit B bewertet sein, um insgesamt einen
günstigen Strukturzustand zu ergeben.
lebensraumtypische
Zwergsträucher
mit geringer Deckung
vorhanden, aber nur im
Übergang zum Moorrand
Dominanzbestände aufbauend
mit höherer Deckung
vorhanden, aber im Zentrum
nur vereinzelt kleine
Dominanzbestände aufbauend
vorhanden, zerstreute mehrere
kleine bis mittlere
Dominanzbestände aufbauend
Das Vorkommen lebensraumtypischer Zwergsträucher muß wenigstens mit B bewertet sein, um
insgesamt einen günstigen Strukturzustand zu ergeben.
lebensraumtypische Grasartige
(v. a. Seggen und Wollgras-
Arten)
in geringer Deckung
vorhanden, keine großen,
wenigartigen Dominanz-
bestände aufbauend
in geringer Deckung
vorhanden, nur selten größere,
wenigartige Dominanzbestände
aufbauend
vorhanden, etliche größere,
wenigartige Dominanzbestände
aufbauend

7110* Lebende Hochmoore
34
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Gehölzstrukturen, moortypische
Arten
Gehölze nur spärlich und
extrem schwachwüchsig
Gehölze vereinzelt
vorkommend, schwachwüchsig
(<10% Deckung)
Gehölze schwachwüchsig, mit
höherer Deckung (>10%
Deckung)
im Randbereich: im Randbereich: im Randbereich:
Randstruktur Moorwald
naturraumtypischer Moorwald
am Randgehänge bzw.
naturnaher Moorrand
vollständig vorhanden
naturraumtypischer Moorwald
am Randgehänge bzw.
naturnaher Moorrand in weiten
Bereichen (>70%) vorhanden
naturraumtypischer Moorwald
am Randgehänge bzw.
naturnaher Moorrand nur in
kleineren Teilbereichen noch
vorhanden
Randlagg
Randlagg und angrenzende
Niedermoorbereiche vorhanden
und nicht durch Nutzung
überprägt
Randlagg und angrenzende
Niedermoorbereiche auf über
70% der Grenzlinie vorhanden;
nicht oder nur gering durch
Nutzung überprägt
Randlagg z.T. fehlend,
angrenzende Niedermoor-
bereiche (soweit vorhanden)
durch Grünlandnutzung
überprägt
Das Randlagg geht nur in die Bewertung ein, soweit Moorwald zwischen Hochmoor-Zentrum und
Randlagg nicht als eigener LRT erfaßt wird.
moorfremde Vegetationstypen
auch in Randbereichen fehlen
nährstoffliebende Vegetations-
typen weitgehend
in den Randbereichen können
vereinzelt (<10%) nährstoff-
liebende moorfremde Vegeta-
tionstypen auftreten
in den Randbereichen treten
moorfremde Vegetationstypen
auf (<30%)
Wasserhaushalt
Wasserstand auf ganzer Fläche
lebensraumtypisch hoch
überwiegend lebensraum-
typisch hoch, in trockenen
Perioden z. T. abgesenkt (z. T.
trockene Schlenken)
nur teilweise lebensraumtypisch
hoch, in trockeneren Perioden
deutlich abgesenkt (trockene
Schlenken)
künstliche Höhenunterschiede
keine künstlichen Höhenunter-
schiede, z.B. durch Handtorf-
stiche
künstliche Höhenunterschiede,
z.B. durch Handtorfstiche, auf
nur sehr kleinen Flächen
(<10%)
künstliche Höhenunterschiede,
z. B. durch Handtorfstiche,
bedeutender (>10% der Fläche)
weitere Strukturen
(Nassstellen, kleinflächige offene
(Torf-)Schlammflächen,
natürliche Gewässer, z. B.
Kolke, kleinere Verheidungs-
oder Erosionsstrukturen)
Strukturen sind in ausgewoge-
nem Verhältnis und auf dem
größten Teil der Fläche
vorhanden
Strukturen sind in ausgewoge-
nem Verhältnis auf >50% der
Fläche vorhanden
oder Strukturen sind großteils
vorhanden, einzelne jedoch
fehlend oder in unausgewoge-
nem Verhältnis
Strukturen sind in ausgewoge-
nem Verhältnis nur auf 25 bis
<50% der Fläche vorhanden
oder nur teilweise vorhanden,
mehrere fehlen oder in sehr
unausgewogenem Verhältnis
Lebensraumtypisches Arteninventar
Gefäßpflanzen Arten-Inventar in standörtlich
guter Ausprägung und
ausgewogenen Anteilen
vorhanden (Vorkommen jeweils
mehrerer Arten aus den
Gruppen der Cyperaceae und
Ericaceae)
Arten-Inventar in standörtlich
mittlerer Ausprägung
vorhanden, einzelne Arten
fehlen oder nicht in
ausgewogenen Anteilen
vorhanden
Arten-Inventar in verarmter
Ausprägung und/oder stark
verschobenen Anteilen
vorhanden
Moose/Flechten Bult- und Schlenken-Sphagnen
bzw. sonstige Moose und
Flechten trockenerer
Moorbereiche in großer
Artenvielfalt und Deckung
vorhanden
überwiegend artenreich, z. T.
wenigartige Bereiche vorkom-
mend
teilweise verarmte Kryptoga-
mengemeinschaften
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar voll-
ständig, Dominanzverteilung
charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom
LR-typischen Arten- und Domi-
nanzgefüge

7110* Lebende Hochmoore
35
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Grundwasserabsenkung
(z. B. Rohrstoffabbau im
größeren Umfeld)
keine Auswirkung erkennbar
oder zu erwarten
Teilflächen des LRT geringfügig
beeinträchtigt
Beeinträchtigung des LRT auf
größeren Teilflächen
Entwässerung (Gräben,
Torfstiche)
keine entwässernden Gräben
im LRT oder seiner Umgebung
schwach entwässernde Gräben
höchstens randlich vorhanden
schwach entwässernde Gräben
auf weniger als 50% der Fläche
des LRT vorhanden
(Grund-) Wasseranstieg durch
Stauhaltung / anthropogene
Anstaumaßnahmen
keine Auswirkung erkennbar
oder zu erwarten
zeitweise zu hoher
Wasserstand in kleineren
Bereichen
zeitweise zu hoher
Wasserstand in größeren
Teilbereichen
Nährstoffeintrag (N, P)
keine Auswirkung erkennbar
oder zu erwarten
punktuelle Eintragsquellen mit
geringer Nährstoffbelastung
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in kleineren
Teilflächen
punktuelle Eintragsquellen mit
stärkerer Nährstoffbelastung
bzw. flächige Eintragsquellen
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in größeren
Teilbereichen
Müllablagerung (anorg. Stoffe)
keine
geringe punktuelle
Ablagerungen, kleinere
Teilflächen beeinträchtigt
mehrere (punktuelle)
Ablagerungen, größere
Teilbereiche des LRT
beeinträchtigt
Schadstoffeintrag (Öl, PAK,
Ruß, Stäube, PSM, Salze)
keine
geringe punktuelle Einträge in
kleinere Teilflächen
mehrere punktuelle
Eintragsquellen oder Einträge
in größere Teilbereiche
Abbau / Materialentnahme (Torf) auf ganzer Fläche nicht
erkennbar oder punktuell,
unbedeutend
nur randlich / punktuell deutlich
erkennbar
in Teilbereichen erfolgt
(kleinflächige Handtorfstiche
auf weniger als 25% der
Fläche)
Nährstoffmobilisierung im
Sediment
keine
(hoher Wasserstand verhindert
Mineralisierung)
Nährstoffmobilisierung in
Teilbereichen erkennbar
erhebliche Nährstoff-
mobilisierung auf größeren
Teilflächen
Eintrag anderer Stoffe
(einschl. Fremdstoffe zur
Wegebefestigung)
keine
geringe Störung in
Randbereichen bzw. auf
kleineren Teilflächen
erhebliche Störung größerer
Teilflächen
Veränderungen des Torfkörpers
(Sackung, Verdichtung,
Zersetzung, Mineralisation)
auf ganzer Fläche nicht
erkennbar oder punktuell,
unbedeutend
nur randlich / punktuell
erkennbar
randlich / punktuell gravierend,
vor allem in Randbereichen
häufiger Veränderungen des
Torfkörpers
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Neophyten
nicht vorhanden (bzw. nicht im
LRT)
im Moorkern in geringem
Umfang vorhanden
im Moorkern auf größeren
Teilflächen vorhanden
Nährstoffzeiger
höchstens randlich vorhanden
auch im Moorkern in geringem
Umfang vorhanden
auch im Moorkern auf größeren
Teilflächen vorhanden
sonst Störzeiger
(Ruderalisierungszeiger)
höchstens randlich vorhanden
auch im Moorkern in geringem
Umfang vorhanden
auch im Moorkern auf größeren
Teilflächen vorhanden
Entwässerungszeiger (z.B.
Calamagrostis epigeios
,
Molinia
,
Calluna vulgaris-
Dominaz))
im Moorzentrum fehlend,
höchstens randlich in geringem
Umfang vorhanden
im Moorkern in geringem
Umfang vorhanden, in
Randbereichen z.T. häufiger,
jedoch nicht dominant
im Moorkern vorhanden, jedoch
nicht prägend, in
Randbereichen stellenweise zur
Dominanz gelangend

7110* Lebende Hochmoore
36
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Störungen an der
Vegetationsstruktur:
direkte Schädigung von
Vegetation (z.B. Trampelpfade,
Skiloipen etc.)
nicht erkennbar
in geringem Ausmaß vorhan-
den
auch in zentralen Bereichen
vorhanden oder mehrfach
punktuell erhebliche Schäden
vorhanden
Verbuschung / Gehölzaufwuchs
mit lebensraumuntypischen
Arten bzw. Wald-Gehölzarten
des Moorrandes (z. B. Kiefer,
Birke, Fichte u.a.)
lebensraumtypisch in geringem
Umfang vorhanden, dabei im
Moorkern weitgehend fehlend
im Moorkern vorhanden, jedoch
schlechtwüchsig (< 10%
Deckung)
im Moorkern vorhanden,
hochwüchsig (> 10% Deckung)
Sonstiges:
Begängnis / Frequentierung
(Anwesenheit von Menschen)
keine bzw. gelgentliche,
geringe Störwirkung ohne
erhebliche Auswirkungen auf
Habitatfunktionen
Störwirkung in Teilbereichen
des LRT deutlich, dadurch
Habitatfunktionen
eingeschränkt
starke andauernde oder häufige
Störwirkung in kritischen
Zeiträumen (z. B. während der
Reproduktionszeit)
Zerschneidung
keine oder geringe
Beeinträchtigung des
funktionalen
Moorzusammenhangs
Beeinträchtigung des
funktionalen
Moorzusammenhangs
erkennbar
erhebliche Beeinträchtigung
des funktionalen
Moorzusammenhangs (z. B.
mehrseitige Trassen im
Moorrandbereich)
sonstige Beeinträchigungen
keine
gering bis mäßig
erheblich
Nutzung / Bewirtschaftung:
Aufforstung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
kleinflächig oder randlich
vorhanden
Beweidung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
kleinflächig oder randlich
vorhanden
Lebensraumtypische Pflanzenarten
Art
RL SN Art
RL SN
Andromeda polifolia
2
Moose:
Betula nana
-
Aulacomnium palustre
3
Betula pubescens
-
Calypogeia sphagnicola
2
Calluna vulgaris
-
Cephalozia connivens
3
Carex limosa
1
Odontoschisma sphagni
1
Carex pauciflora
1
Polytrichum commune
-
Drosera longifolia
1
Polytrichum strictum
3
Drosera rotundifolia
2
Sphagnum capillifolium
3
Empetrum nigrum
3
Sphagnum cuspidatum
2
Eriophorum angustifolium
3
Sphagnum fallax
-
Eriophorum vaginatum
3
Sphagnum fuscum
1
Pinus rotundata
3
Sphagnum imbricatum ssp. affine
2
Vaccinium oxycoccos
3
Sphagnum magellanicum
1
Vaccinium uliginosum
3
Sphagnum papillosum
3
Sphagnum rubellum 2

7120 Regenerierbare Hochmoore
37
7120 Regenerierbare Hochmoore
Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore
Degraded raised bogs still capable of natural regeneration
Zuordnung zum LRT
Definition
Im Wasserhaushalt beeinträchtigte oder teilabgetorfte Hochmoore, in denen hochmoortypische Pflanzen
noch wesentliche Teile der Vegetation ausmachen und die zumindest teilweise innerhalb der nächsten 30
Jahre regenerierbar sind. Abgesehen von der Beeinträchtigung gilt die gleiche Definition wie für den LRT
7110 Lebende Hochmoore.
Vegetationseinheiten
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
4.1.2 V Sphagno-Utricularion minoris
4.1.2.1 Ass Sphagno-Utricularietum minoris p.p.
14.0.1
ZEh
Sphagnum fallax-Eriophorum angustifolium-
Scheuchzerio-Caricetea fuscae-Gesellschaft
p.p.
14.0.2 ZEh Sphagnum cuspidatum-Scheuchzerio-Caricetea fuscae-
Gesellschaft
p.p.
14.0.5 ZEh Eriophorum angustifolium-Molinia caerulea-Scheuchzerio-
Caricetea fuscae-Gesellschaft
p.p.
14.0.6 ZEh Carex-nigra-Scheuchzerio-Caricetea fuscae-Gesellschaft p.p.
14.2.1 V Caricion fuscae
14.2.1.1
Ass
Carici canescenti-Agrostietum caninae
p.p.
14.1.1 V Rhynchosporion albae
14.1.1.2 Ass Caricetum limosae
p.p.
14.1.1.3.1 ZEh Lycopodiella inundata-Rhynchosporion-Gesellschaft p.p.
15.0.1 ZEh Eriophorum-vaginatum-Oxycocco-Sphagnetea-
Gesellschaft
p.p.
15.0.2
ZEh
Vaccinium oxycoccos-Molinia coerulea-Oxycocco-
Sphagnetea-Gesellschaft
p.p.
15.2.1 V Sphagnion magellanici
15.2.1.1 Ass Sphagnetum magellanici
v
15.2.1.2
Ges
Sphagnetum magellanici pinetosum
v
35.1.1 V Betulion pubescentis
35.1.1.1
Ass
Vaccinio uliginosi-Betuletum pubescentis
p.p.
35.1.1.2 Ass Vaccinio uliginosi-Pinetum sylvestris p.p.
35.1.1.3
Ass
Vaccinio uliginosi-Pinetum rotundatae
p.p.
35.1.1.4 Ass Vaccinio uliginosi-Piceetum p.p.
* Cladina-Sphagnum nemoreum-Gesellschaft p.p.
p.p. = teilweise (partiell) dem LRT zuzuordnen.
Weitere Pflanzengesellschaften der Feuchtheiden, der nährstoffarmen Sümpfe, der Feuchtwälder und des
Grünlandes können in Hochmooren an bestimmten Standorten (z.B. auf Bulten, im Lagg oder entlang von
Wasserläufen) vorkommen. Sie werden hier nicht im Detail aufgezählt, da sie ihren Verbreitungsschwerpunkt
nicht in Hochmooren, sondern in anderen Biotoptypen haben.

7120 Regenerierbare Hochmoore
38
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Vorkommen des LRT Regenerierbares Hochmoor sind in Sachsen außerhalb der bekannten Hochmoore im
Erzgebirge (Mothäuser Heide, Kleiner und Großer Kranichsee, Weiters Glashütte, Kriegswiese, Friedrichs-
heider, Georgenfelder und Jägersgrüner Hochmoor) nur in gut begründbaren Fällen als LRT 7120 zu
erfassen.
Als LRT 7120 Regenerierbares Hochmoor werden Hochmoore erfasst, die aufgrund von Entwässerung
und/oder Teilabtorfung wesentlich beeinträchtigt, aber noch regenerierbar sind. Neben verbliebener primär
entstandener, degenerierter Hochmoorvegetation kann auch neu beginnendes Moorwachstum in
verlandenden Torfstichen und auf teilweise abgetorften Flächen mit entsprechender Vegetation als - dann
sekundärer - Hochmoorkern gewertet werden. Hochmoortypische Pflanzen müssen (noch) einen
wesentlichen Anteil an der Gesamtdeckung und am Arteninventar ausmachen. Einzelne hochmoortypische
Vegetationstypen fehlen in der Regel oder kommen im Vergleich zum ungestörten Zustand in Anteilen vor.
Bei der Abgrenzung wird der ganze Lebensraumkomplex aus zentraler Moorfläche, Randlagg und
Randgehänge mit ihren typischen Biotoptypen und Strukturen (Bulte, Schlenken, offene Torfmoos- und
Wollgrasflächen, Rüllen, erosionsbedingte vegetationarme Flächen, kleinere dystrophe Gewässer (Kolke,
Blänken u.a.) sowie lichte, kleinflächige Moorgehölze und -wälder) einbezogen.
Als beeinträchtigt gilt das Hochmoor, wenn auch in den zentralen Bereichen Degenerationszeiger auftreten
(kenntlich u.a. am vermehrten Aufkommen von Gehölzen und Zwergsträuchern) oder in größeren
Teilbereichen eine Abtorfung stattgefunden hat. Bei Hochmooren, in denen keine Abtorfung stattgefunden
hat (einzelne Handtorfstiche können dabei vernachlässigt werden) und die im überwiegenden Teil der
Fläche noch weitgehend unbeeinträchtigte Hochmoorvegetation aufweisen, wird der ganze Moorkomplex
einschließlich der Vegetation, die allein dem LRT 7120 zuzuweisen wäre, als LRT 7110 erfasst. Falls in
einem Moorkomplex sowohl größere, weitgehend unbeeinträchtigte Bereiche als auch größere abgetorfte
oder durch Entwässerung wesentlich beeinträchtigte Bereiche zu finden sind, so werden die Flächen mit
weitgehend unbeeinträchtigter Hochmoorvegetation dem LRT 7110, die abgetorften bzw. durch wesentliche
Entwässerung stärker beeinträchtigten Flächen, sofern noch regenerierbar, dem LRT 7120 zugeordnet.
Als regenerierbar ist ein Hochmoor zu betrachten, wenn ein oberflächennaher Wasserstand, der ein
flächiges Torfmooswachstum ermöglicht, wenigstens in größeren Teilflächen eingestellt werden und
innerhalb von maximal 30 Jahren der Beginn eines neuen natürlichen Torfwachstums erwartet werden kann
oder dieses bereits erkennbar ist (z.B. Bultinitialen, Hochmoorsphagnen in Torfstichen).
Sehr trockene Degenerationsstadien mit starker Dominanz von
Molinia caerulea
und Zwergsträuchern (u. a.
Calluna vulgaris
und
Vaccinium myrtillus
), dicht mit Gehölzen bewachsene, stark abgetorfte Flächen
(flächige Abtorfung, Abtorfung bis zum mineralischen Untergrund) sowie Entwicklungsstadien mit erheblicher
Einwanderung nitrophytischer Stauden (z.B.
Galeopsis tetrahit
u.a.) sind als irreversibel geschädigt
anzusehen und werden nicht mehr als LRT 7120 erfasst. Meliorierte Bereiche mit landwirtschaftlicher
Nutzung werden ebenfalls ausgeschlossen.
Vegetation der
Torfmoorschlenken
(Rhynchosporion) und
Wasserschlauch-Moortümpel-Gesellschaften
(Utricularetea intermedia-minoris) werden in Verbindung mit anderen Hochmoorgesellschaften immer in die
Abgrenzung des LRT-Komplexes 7120 einbezogen.
Dystophe Stillgewässer werden nur bis zu einer Größe von ca. 10 m² als Teil des Moorkomplexes dem LRT
7120 zugeordnet. Größere Wasserflächen sind als eigener LRT 3160 zu erfassen.
Bestände der o.g. Einheiten, die durch separat erfasste Moorwälder (s.u.) von der zentralen Moorfläche
getrennt werden, sind ab einer Größe von 0,1 ha noch als getrennt zu erfassen. Kleinere Flächen werden
dem LRT Moorwald zugeordnet.

7120 Regenerierbare Hochmoore
39
Moorwälder (Kiefer, Fichte, Birke)
werden in den LRT 7120 einbezogen, wenn sie nicht mehr als 0,3 ha
zusammenhängende Moorwaldfläche aufweisen. Größerflächige Moorwälder werden als eigener LRT 91D0
erfasst; Hauptkriterium zur Ansprache als Wald ist neben den Arten des Unterwuchses der Deckungsgrad
der Baumschicht (Details zur Abgrenzung siehe dort).
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
Zur Abgrenzung vom LRT Lebendes Hochmoor (7110) und gegenüber Moorwäldern (LRT 91D0) s.o.
Die Abgrenzung der Hochmoorvegetation zum
Übergangs- und Schwingrasenmoor
erfolgt anhand der
jeweils charakteristischen Pflanzenarten bzw. ihrer Dominanzverhältnisse; die Übergänge sind i.d.R. sehr
unscharf ausgeprägt und schwierig exakt zu erfassen. Stellt bereits der Moorkern aufgrund der
Artenzusammensetzung einen Übergang zum Niedermoor dar (Auftreten von Mineralbodenwasserzeigern
wie z.B.
Lysimachia
,
Menyanthes
,
Carex lasiocarpa
,
C. echinata
,
Crepis paludosa
; vgl. auch Artenliste zum
LRT 7140), wird der gesamte Moorkomplex als LRT 7140 erfasst.
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Mai bis Anfang Oktober. Eine Bestimmung der Torfmoose (
Sphagnum
spec.) ist zur sicheren
pflanzensoziologischen Ansprache unumgänglich. Ggf. sind Belege zur Bestimmung durch Experten zu
sammeln.
Zur Beurteilung der Frage, ob eine Regenerierbarkeit des Wasserhaushalts und damit der Hochmoor-
vegetation möglich ist, können hydrologische Untersuchungen wertvolle Hinweise geben; in vielen Fällen
werden sie unverzichtbar sein.

7120 Regenerierbare Hochmoore
40
Bewertung des LRT 7120 Regenerierbare Hochmoore
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
Vegetationsstruktur
hochmoortypische
Regenerationsstadien
auf >50% der Fläche
ausgeprägt: d. h. flächige torf-
bildende Vegetationseinheiten
auf größeren Flächen
vorhanden, Differenzierung in
Bulten und Schlenken
auf 10-50% der Fläche
ausgeprägt,
Hochmoorwachstum in Initialen
vorhanden (z.B. Verlandung
von Torfstichen fortgeschritten,
jedoch noch keine Differenzie-
rung in Bulten und Schlenken)
nur auf geringem Flächenanteil
(<10%) ausgeprägt,
Hochmoorwachstum kaum
erkennbar (z.B. Torfstiche
weisen größere offene Wasser-
flächen auf, Moosbesiedlung
spärlich, geschlossene Torf-
moosdecken selten)
hochmoortypische Regenerationsstadien müssen wenigstens mit B bewertet sein, um insgesamt
einen günstigen Strukturzustand zu ergeben.
Anteil hochmoortypischer
Vegetationstypen
Wollgras- oder von
hochmoortypischen
Zwergsträuchern dominierte
Bereiche prägend,
Pfeifengras- oder Calluna-
dominierte Flächen
unbedeutend
Wollgras- oder von
hochmoortypischen
Zwergsträuchern dominierte
Bereiche prägend,
Pfeifengras- oder Calluna-
dominierte Flächen <50%
größere gras- oder
zwergstrauchdominierte
Bereiche vorhanden
Gehölzdeckung,
hochmoortypische Arten
Gehölzdeckung <10%
Gehölzdeckung 10-25%
Gehölzdeckung >25%
Wasserhaushalt
Wasserstand
auf >75% der Fläche
lebensraumtypisch (intaktes
Hochmoor) hoch, selbst in
trockeneren Perioden einzelne
nasse Schlenken
auf 25-75% der Fläche
lebensraumtypisch (intaktes
Hochmoor) hoch, in
trockeneren Perioden i.d.R.
keine nassen Schlenken
auf <25% der Fläche
lebensraumtypisch (intaktes
Hochmoor) hoch, selbst in
feuchten Perioden kaum nasse
Schlenken
Höhenunterschiede künstliche Höhenunterschiede
nur vereinzelt so groß, daß
höhere Teilflächen am
Regenerationsprozeß
teilnehmen (können),
Höhenunterschiede <0,5m
künstliche Höhenunterschiede
häufig so groß, daß höher
gelegene Teilflächen kaum am
Regenerationsprozeß
teilnehmen (können),
Höhenunterschiede 0,5-1m
künstliche Höhenunterschiede
i.d.R. so groß, daß höher
gelegene Teilflächen zur Zeit
nicht am Regenerationsprozeß
teilnehmen (können),
Höhenunterschiede ≥1m
weitere Strukturen
(Nassstellen, kleinflächige offene
(Torf-)Schlammflächen,
natürliche Gewässer,
Gehölzinseln)
typische Moorstrukturen in den
Regenerationsflächen in
günstiger Verteilung vorhanden
typische Moorstrukturen in den
Regenerationsflächen
vorhanden, wobei
Schlenkenstrukturen bzw.
Zwergstrauchstadien
überwiegen
typische Moorstrukturen sind
nur punktuell oder sehr
kleinflächig vorhanden
ein Teil fehlt ganz
Lebensraumtypisches Arteninventar
Gefäßpflanzen lebensraumtypisches Arten-
inventar weitgehend vorhan-
den, wenigstens einige Arten in
größeren Beständen, manche
Arten ggf. nur in geringen
Beständen
Arteninventar teilweise vorhan-
den, einige wichtige lebens-
raumtypische Arten fehlen,
wenigstens einzelne Arten in
größeren Beständen, die
meisten Arten nur in geringen
Beständen
nur wenige Arten des lebens-
raumtypischen Arteninventars
vorhanden, alle diese Arten nur
in geringen Beständen
Moose/Flechten Bult- oder Schlenken-Sphagnen
bzw. sonstige Moose und
Flechten trockener oder
nasser
Hochmoorflächen mit jeweils
mehreren typischen Arten
vertreten
Bult- oder
Schlenken-Sphagnen
bzw. sonstige Moose und
Flechten trockener oder
nasser
Hochmoorflächen mit wenigen
Arten vertreten
Bult- oder
Schlenken-Sphagnen
bzw. sonstige Moose und
Flechten trockener oder
nasser
Hochmoorflächen mit stark
verarmten Kryptogamen-
gemeinschaften
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar voll-
ständig, Dominanzverteilung
charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom
LR-typischen Arten- und Domi-
nanzgefüge

7120 Regenerierbare Hochmoore
41
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Grundwasserabsenkung
(z. B. Rohrstoffabbau im
größeren Umfeld)
keine größeren
Wasserstandsabsenkungen
z.B. durch Torfabbau
Wasserstandsabsenkungen nur
in geringem Umfang
Wasserstandsabsenkungen in
erheblichem Umfang
Entwässerung (Gräben,
Torfstiche)
entwässernde Gräben
höchstens randlich vorhanden
entwässernde Gräben in
kleinen Teilflächen vorhanden
entwässernde Gräben in
größeren Teilflächen vorhanden
(Grund-) Wasseranstieg durch
Stauhaltung /
Anstaumaßnahmen
keine Auswirkung erkennbar
oder zu erwarten
zeitweise zu hoher
Wasserstand in kleineren
Bereichen
zeitweise zu hoher
Wasserstand in größeren
Teilbereichen
Nährstoffeintrag (N, P)
keine Auswirkung erkennbar
oder zu erwarten
punktuelle Eintragsquellen
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in kleineren
Teilbereichen
flächige Eintragsquellen
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in größeren
Teilbereichen
Müllablagerung (anorg. Stoffe)
keine oder geringe punktuelle
Einträge
mehrere punktuelle
Ablagerungen oder
Teilbereiche des LRT
beeinträchtigt
mehrere punktuelle oder
flächige Ablagerungen, große
Teile des LRT beeinträchtigt
Schadstoffeintrag (Öl, PAK,
Ruß, Stäube, PSM, Salze)
keine oder geringe punktuelle
Einträge
mehrere punktuelle
Eintragsquellen oder Einträge
in Teilbereiche
Einträge in größere
Teilbereiche bzw. die gesamte
Fläche
Abbau / Materialentnahme (Torf) kleinere Beeinträchtigungen
durch manuellen oder
kleinflächigen maschinellen
Torfabbau
Beeinträchtigungen durch
maschinellen Torfabbau
vorhanden
Beeinträchtigungen durch
großflächigen maschinellen
Torfabbau in wichtigen
Teilbereichen
Nährstoffmobilisierung im
Sediment
keine
(hoher Wasserstand verhindert
Mineralisierung)
Nährstoffmobilisierung in
Teilbereichen deutlich
erkennbar
erhebliche
Nährstoffmobilisierung auf
größeren Teilflächen
Eintrag anderer Stoffe
(einschl. Fremdstoffe zur
Wegebefestigung)
keine bis punktuelle Einträge
geringe Störung in
Randbereichen bzw. auf
Teilflächen
erhebliche Störung größerer
Flächen
Veränderungen des Torfkörpers
(Sackung, Verdichtung,
Zersetzung, Mineralisation)
nur kleinflächige / punktuelle
Veränderungen
kleinere Teilflächen erheblich
verändert
größere Teilflächen erheblich
verändert
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Neophyten
höchstens randlich vorhanden
auch in den Regenerations-
bereichen in geringem Umfang
vorhanden
auch in den Regenerations-
bereichen häufig
sonst Störzeiger
(Ruderalisierungszeiger)
höchstens randlich vorhanden
auch in den Regenerations-
bereichen in geringem Umfang
vorhanden
auch in den Regenerations-
bereichen häufig
Nährstoffzeiger (z. B. Calthion-
und Filipendulion-Arten)
in den Regenerationsbereichen
fehlend
in den Regenerationsbereichen
in geringem Umfang zu finden
(auf < 10 % der Fläche)
auch in den Regenerations-
bereichen häufig
Entwässerungszeiger (z.B.
Calamagrostis epigeios
,
Molinia
caerulea
,
Carex elata, Juncus
effusus, Phragmites australis,
Frangula alnus, Bidens cernua)
)
in den Regenerationsbereichen
fehlend
in den Regenerationsbereichen
in geringem Umfang zu finden
(auf < 10 % der Fläche)
auch in den Regenerations-
bereichen häufig

7120 Regenerierbare Hochmoore
42
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Störungen an der Vegetationsstruktur:
direkte Schädigung von
Vegetation (z.B. Trampelpfade,
Skiloipen etc.)
in geringem Ausmaß vorhan-
den
auch in zentralen Bereichen
vorhanden bzw. kleinflächig
erhebliche Schäden vorhanden
größere Flächen mit erheb-
lichen Schäden vorhanden
Verbuschung / Gehölzaufwuchs
mit hochmooruntypischen Arten
(z. B.
Pinus sylvestris, Betula
pubescens, Betula pendula,
Picea abies, Populus tremula,
Salix sp.
) u. a. Gehölzarten des
Moorrandes bzw. lr.fremden
Arten
in geringem Umfang vorhanden
(vorwiegend randlich,
schlechtwüchsig, < 10%
Deckung)
bis in den Moorkern vorhanden,
dort jedoch wenigstens
zurücktretend und
schlechtwüchsig ( 10 – 25%
Deckung)
in gesamter Moorfläche
vorhanden und erheblich (bis
über 25%)
Pflegedefizite (relevant soweit
Pflege erforderlich, sonst A)
erforderliche Pflege mehr oder
weniger auf Gesamtfläche
gegeben (oder nicht
erforderlich)
erforderliche Pflege wenigstens
wichtiger Teilflächen gegeben
erforderliche Pflege max. nur
auf kleineren Teilflächen
gegeben
Sonstiges:
Begängnis / Frequentierung
(Anwesenheit von Menschen)
keine bzw. gelegentliche,
geringe Störwirkung ohne
erhebliche Auswirkungen auf
Habitatfunktionen
Störwirkung in Teilbereichen
des LRT deutlich, dadurch
Habitatfunktionen
eingeschränkt
starke andauernde oder häufige
Störwirkung in kritischen
Zeiträumen (z. B. während der
Reproduktionszeit)
Zerschneidung
keine oder geringe
Beeinträchtigung des
funktionalen
Moorzusammenhangs
Beeinträchtigung des
funktionalen
Moorzusammenhangs
erkennbar
erhebliche Beeinträchtigung
des funktionalen
Moorzusammenhangs (z. B.
mehrseitig angrenzende
bedeutende Trassen)
sonstige Beeinträchgigungen
keine
gering bis mäßig
erheblich
Nutzung / Bewirtschaftung:
Aufforstung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
starke Verzahnung mit
Aufforstungsflächen
Beweidung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
Beweidungsumfang erheblich
und mit gravierenden
Moorschaden
Lebensraumtypische Pflanzenarten
Art
RL SN Art
RL SN
Andromeda polifolia
2
Moose:
Betula nana
-
Calypogeia sphagnicola
2
Betula pubescens
-
Cephalozia connivens
3
Calluna vulgaris
-
Odontoschisma sphagni
1
Carex limosa
1
Polytrichum commune
-
Carex pauciflora
1
Polytrichum strictum
3
Drosera longifolia
1
Sphagnum compactum
2
Drosera rotundifolia
2
Sphagnum cuspidatum
2
Empetrum nigrum
3
Sphagnum fallax
-
Eriophorum angustifolium
3
Sphagnum imbricatum ssp. affine
2
Eriophorum vaginatum
3
Sphagnum fuscum
1
Pinus rotundata
3
Sphagnum magellanicum
1
Salix repens
3
Sphagnum papillosum
3
Vaccinium oxycoccos
3
Sphagnum rubellum
2
Vaccinium uliginosum
3
Sphagnum tenellum
1

7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore
43
7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore
Übergangs- und Schwingrasenmoore
Transition mires and quaking bogs
Ausbildungen: 1) Übergangsmoore mit Gesellschaften der Übergangsmoore
2) Übergangsmoore mit Gesellschaften der Niedermoore
3) Schwingrasen
Zuordnung zum LRT
Definition
Übergangsmoore und Schwingrasen sind Lebensraumtyp auf Torfsubstraten mit torfbildender Vegetation
und minerotrophem Wasserhaushalt: auf relativ nährstoffarmen (dystroph, oligo- bis mesotroph), sauren (bis
teilweise basenreich), grundwasserbeeinflussten (oberflächennah bis anstehend) Standorten, auf
Torfsubstrat, als Schwimmdecke oder als Unterwasservegetation in flachen Moorgewässern; Ausbildung als
Quellmoor, Verlandungsmoor, Durchströmungsmoor oder Hangmoor; Schwingrasenvorkommen auch in
nährstoffarmen Teichen oder Tagebau-Restseen.
In idealer Ausprägung ein Biotopkomplex verschiedener syntaxonomischer Einheiten, der durch einen
Randlagg begrenzt wird. Ebenfalls zum LRT zählen Verlandungsvegetation oligo- bis mesotropher
Gewässer mit
Carex rostrata
(als Schwingrasen oder als Carex rostrata-Caricion lasiocarpae-Gesellschaft),
Wasserschlauch-Moortümpel-Gesellschaften sowie Schlenkenvegetation in Übergangs- und Flachmooren.
Vegetationseinheiten
(Vorkommensschwerpunkte, viele der Gesellschaften der Schwingrasen kommen auch in Schlenken der
Übergangsmoore vor)
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit Ausbildung
1/2
Übergangsmoore
3
Schwingrasen
4.1.1 V Scorpidio-Utricularion minoris
4.1.1.1 Ass Scorpidio-Utricularietum intermediae p.p. x
4.1.2 V Sphagno-Utricularion minoris
4.1.2.1 Ass Sphagno-Utricularietum minoris p.p. x
4.1.2.2 Ass Sphagno-Utricularietum ochroleucae p.p. x
4.1.2.3 Ass Utriculario-Sparganietum minimi p.p. x
12.1.2 V Magnocaricion elatae
12.1.2.4
Ass
Caricetum vesicariae
p.p.
x
12.1.2.12.1
ZEh
Carex-rostrata-Magnocaricion -Gesellschaft
p.p.
x
14.0.1
ZEh
Sphagnum fallax-Eriophorum angustifolium-
Scheuchzerio- Caricetea fuscae-Gesellschaft
p.p. x
14.0.2
ZEh
Sphagnum cuspidatum- Scheuchzerio-Caricetea fuscae-
Gesellschaft
p.p. x
14.0.4 ZEh Potentilla palustris-Menyanthes trifoliata-Scheuchzerio-
Caricetea fuscae-Gesellschaft
p.p. x
14.0.6
ZEh
Carex nigra-Scheuchzerio- Caricetea fuscae-Gesellschaft
p.p.
x
x
14.1.1 V Rhynchosporion albae
14.1.1.1 Ass Sphagno-Rhynchosporetum albae p.p. x x
14.1.1.2 Ass Caricetum limosae
p.p. x x
14.1.1.3.1 ZEh Lycopodiella inundata-Rhynchosporion -Gesellschaft p.p. x
x
14.1.1.3.2 ZEh Drosera intermedia-Juncus bulbosus-Rhynchosporion-
Gesellschaft
p.p. x x

7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore
44
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit Ausbildung
1/2
Übergangsmoore
3
Schwingrasen
14.1.2 V Caricion lasiocarpae
14.1.2.1 Ass Caricetum lasiocarpae
v x x
14.1.2.2 Ass Caricetum diandrae
v
14.1.2.4.1 ZEh Carex-rostrata-Caricion-lasiocarpae-Gesellschaft v x x
14.2.1 V Caricion fuscae
14.2.1.1
Ass
Carici canescenti-Agrostietum caninae
p.p.
x
15.0.1
ZEh
Eriophorum vaginatum-Oxycocco-Sphagnetea -
Gesellschaft
p.p. x
15.0.2
ZEh
Vaccinium oxycoccos-Molinia-caerulea -Oxycocco-
Sphagnetea - Gesellschaft
p.p. x
15.1.1.1 Ass Ericetum tetralicis
p.p. x
p.p. = teilweise (partiell) dem LRT zuzuordnen
Hinweise zur Einordnung in den LRT
Als LRT 7140 sind Biotope zu erfassen, die sich aufgrund ihrer Artenausstattung als Gesellschaften der
Nieder- und Übergangsmoore
sowie
Schlenkengesellschaften
(Scheuchzerio-Caricetea fuscae) einordnen
lassen. Die Scheuchzerio-Caricetea fuscae beinhalten jedoch auch Gesellschaften, die nicht zum LRT
zuzurechnen sind (Caricetalia fuscae, Ausnahme s. 2. unten). Insofern lassen sich drei Möglichkeiten
unterscheiden, die zusammen die Summe der zu erfassenden Biotope ergeben:
Übergangsmoore:
1. Moore, deren Zentren von Gesellschaften der Übergangsmoore (Scheuchzerietalia) geprägt werden
oder
2. durch Niedermoorgesellschaften geprägte Moore, in denen gleichzeitig typische Hochmoorarten (z.B.
Sphagnum magellanicum
,
Sph. papillosum
,
Polytrichum strictum
) auftreten;
Schwingrasen:
3. Schwingrasen an verlandenden Gewässern.
Bei größeren Biotopkomplexen (Ausbildungen 1 und 2) sind Moorkern, gesamter Torfkörper, Kleingewässer,
Bulte, Schlenken, Rhynchosporion-Vegetation und Randlagg dem LRT zuzuordnen, sofern nicht andere LRT
in nennenswerten Flächen eigenständig abgrenzbar sind (z.B. LRT 3160, 4010, 7150). In vielen
Gesellschaften treten Torfmoose (
Sphagnum
spp.), teilweise auch Braunmoose, bestandsbildend auf und
stellen den größten Teil der torfbildenden Arten.
Neben den typischen o.g. Pflanzengesellschaften treten in Moorkomplexen randlich / kleinflächig weitere
Einheiten v.a. der Feuchtheiden, der nährstoffarmen Sümpfe, der Feuchtwälder und des Grünlandes auf, die
bei funktionalem Zusammenhang in die Abgrenzung des LRT einbezogen werden.
Wasserschlauch-Moortümpel-Gesellschaften
werden bei kleinflächiger Ausbildung und enger Verzahnung
mit weiteren hier genannten syntaxonomischen Einheiten dem LRT 7140 zugeordnet. Treten sie in oligo- bis
mesotrophen Gewässern auf, die größer als 500 m² sind, bzw. in dystrophen Gewässern, die größer als 10
m
2
sind, so werden sie mit dem ganzen Gewässer als eigenständiger LRT 3130 bzw. 3160 erfasst. Analog
gilt das für Rhynchosporion-Vegetation (LRT 7150), sofern sie kartenmäßig abgrenzbar ist.

7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore
45
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
Zur Abgrenzung der Übergangsmoore von
Hochmooren
kann der Nährstoffhaushalt herangezogen werden:
Übergangsmoore sind immer minerotroph, d.h. Mineralbodenwasserzeiger kommen auch im Zentrum des
Moores vor (z.B. verschiedene
Carex
-Arten,
Menyanthes trifoliata
,
Epilobium palustre
), diese Arten fehlen in
Hochmooren. Die typischen Torfbildner der Hochmoore (
Sphagnum magellanicum
,
S. rubellum
,
S. papillo-
sum
,
S. fuscum
) können in Übergangsmooren bereits auftreten und zeigen den Unterschied zum
Niedermoor an, sie sind jedoch nicht allein bestandsbildend (in der relevanten Schicht). In Regeneration
befindliche ehemalige Hochmoorstandorte, deren Vegetation aktuell einen Übergangsmoorcharakter
aufweist, werden zu den regenerierbaren Hochmooren (LRT 7120) gestellt. Zu beachten ist, dass eine
Zuordnung zum LRT 7110/7120
Hochmoor
nur in den bekannten sächsischen Hochmooren in Frage kommt
(Details vgl. dort).
Die Unterscheidung gegenüber
Kalkflachmooren
(LRT 7230) kann i.d.R. anhand deren Kennarten
problemlos erfolgen (s. dort).
Eine Abgrenzung zu
Moorwäldern
(LRT 91D0) ist anhand folgender Kriterien möglich: In Übergangsmooren
sind die Bäume (Birken, Kiefern, Fichten) im Regelfall nur subvital, der Wasserstand ist ganzjährig hoch, der
Anteil der Moose (Torfmoose u.a.) ist hoch, die Krautschicht ist aufgrund der Nährstoffarmut eher lückig
ausgebildet. Auch der Deckungsgrad der Baumschicht und das Auftreten differenzierender Arten kann
herangezogen werden (Details s. dort).
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Mai bis September. Eine Bestimmung der Moose (v.a.
Sphagnum
spec.) ist zur sicheren Abgrenzung
gegenüber Hochmoorgesellschaften unumgänglich. Ggf. sind Belege zur Bestimmung durch Experten zu
sammeln.
Zur Beurteilung der Frage, ob ein größeres Gehölzaufkommen in der Moorfläche natürlich ist oder als
Beeinträchtigung gelten muss, können Untersuchungen zum Wasserhaushalt wertvolle Hinweise geben.
Bewertung des LRT 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore
Bewertung des
Erhaltungszustand
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
Vegetationsstruktur
standorttypisches
Vegetationsmosaik
vielfältig und im größten Teil
der Fläche ausgeprägt
auf >50% der Fläche
ausgeprägt
einzelne Typen fehlen oder
Typen kommen in ungleich-
mäßigem Verhältnis vor
auf <50% der Fläche
ausgeprägt
mehrere Typen fehlen oder
Typen kommen in sehr un-
gleichmäßigem Verhältnis vor
Rasigkeit Vegetationsstruktur aufgrund
der Nährstoffarmut lockerrasig,
keine nennenswerte dichtere
und höhere Vegetation
vorhanden
Vegetationsstruktur aufgrund
der Nährstoffarmut überwie-
gend lockerrasig, vereinzelt
dichtere und höhere Vegetation
(Schilf, Großseggen) vorhan-
den auf <10% der Fläche
Vegetationsstruktur aufgrund
der Nährstoffarmut überwie-
gend lockerrasig, dichtere und
höhere Vegetation (Schilf,
Großseggen) auf >10% der
Fläche
Gehölzaufwuchs, moortypische
Arten
Ausbildungen 1 und 2:
in zentralen Bereichen häufig
fehlend. Gehölze, sofern
vorhanden, nur jung und sehr
vereinzelt, in Randbereichen
können lockere Gehölzbestän-
de auftreten. (Deckung < 10%)
Ausbildungen 1 und 2:
nur sehr locker ausgebildet
(Deckung < 25%)
Ausbildungen 1 und 2:
locker ausgebildet (Deckung
25 - 50%)

7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore
46
Bewertung des
Erhaltungszustand
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Schwingdecken Ausbildung 3:
abgesehen von vereinzelten
Keimlingen gehölzfrei
Ausbildung 3:
zeigen gelegentlich einzelne
Gehölzjungpflanzen (< 70 cm,
< 10% Deckung)
Ausbildung 3:
zeigen vereinzelt Gehölzjung-
pflanzen (< 70 cm, < 25%
Deckung)
Torfmoos(
Sphagnum
)- oder
Braunmoos-Polster
Ausbildungen 1 und 2:
ausgedehnte, standortgerecht
entwickelte artenreiche Moos-
polster und Torfbildung im
größten Teil der Fläche
ausgeprägt
Ausbildung 3:
ausgedehnte flutende Moos-
rasen aus mehreren standort-
typischen Moosarten flächig
vorhanden (Torf- und/oder
Braunmoose)
Ausbildungen 1 und 2:
ausgedehnte, standortgerecht
entwickelte Moospolster auf >
70% der Fläche ausgeprägt
Ausbildung 3:
ausgedehnte flutende Moos-
rasen aus standorttypischen
Moosarten vorhanden (Torf-
und/oder Braunmoose)
Ausbildungen 1 und 2:
standortgerecht entwickelte
Moospolster auf über 50% der
Gesamtfläche ausgeprägt
Ausbildung 3:
flutende Moosrasen vorhanden
(Torf- und/oder Braunmoose),
aber Bestand z.T. aus Wurzel-
filz dominanter Grasartiger
Wasserhaushalt
(hoher Wasserstand, saures,
dystrophes Gewässermilieu,
Nährstoffarmut)
Wasserhaushalt ganzjährig und
auf ganzer Fläche natürlich
Ausbildungen 1 und 2:
ausgeprägte Oligotrophie im
Moorkern
Ausbildung 3:
verlandendes Gewässer
ausgesprochen nährstoffarm
ausgeprägte Oligotrophie in
großen Teilen des
Schwingrasens
Wasserhaushalt nicht überall,
aber auf >70% der Fläche
weitgehend natürlich
Ausbildungen 1 und 2:
künstlich geschaffene
Höhenunterschiede, z.B. durch
Handtorfstiche, nur auf sehr
kleinen Flächen (<10%)
Ausbildung 3:
verlandendes Gewässer nicht
extrem nährstoffarm,
vereinzelte Nährstoffzeiger
vorhanden, im Schwingrasen
jedoch nie Dominanzbestände
Wasserstand auf weniger als
50% der Fläche durch
Entwässerung geringfügig
beeinträchtigt, Wasserhaushalt
in großen Teilen noch natürlich
Ausbildungen 1 und 2:
künstlich geschaffene
Höhenunterschiede, z.B. durch
Handtorfstiche, nur auf kleinen
Flächen (<30%)
Ausbildung 3:
verlandendes Gewässer
nährstoffarm, vereinzelte
Nährstoffzeiger im
Schwingrasen vorhanden,
jedoch nur kleinflächige
Dominanzbestände aufbauend
Lebensraumtypisches Arteninventar
Gefäßpflanzen Arteninventar in standörtlich
guter Ausprägung und
ausgewogenen Anteilen
vorhanden
Arteninventar in standörtlich
mittlerer Ausprägung vorhan-
den, einzelne lebensraum-
typische Arten fehlen oder nicht
in ausgewogenen Anteilen
vorhanden
Arteninventar in verarmter
Ausprägung vorhanden
Moose
große Vielfalt an typischen
Braun- und Torfmoosen, nicht
durch euryöke Arten, z.B. der
Feuchtwiesen, überprägt
mehrere Arten an typischen
Braun- und Torfmoosen,
überwiegend die Moosschicht
aufbauend, in Teilbereichen
können auch euryöke Arten
erhebliche Deckung erreichen
eine bis mehrere typische
Braun- und Torfmoosarten
deutlich am Aufbau der
Moosschicht beteiligt, die
überwiegend jedoch von
euryöken Arten geprägt wird
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar voll-
ständig, Dominanzverteilung
charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom
LR-typischen Arten- und Domi-
nanzgefüge

7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore
47
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Grundwasserabsenkung
(z. B. Rohrstoffabbau im
größeren Umfeld)
keine Auswirkung erkennbar
oder zu erwarten
Teilflächen des LRT erkennbar
beeinträchtigt
erhebliche Beeinträchtigung
des LRT auf größeren
Teilflächen
(nur Ausbildungen 1 u. 2)
Entwässerung (Gräben,
Torfstiche)
keine entwässernden Gräben
im LRT oder seiner Umgebung
schwach entwässernde Gräben
höchstens randlich vorhanden
schwach entwässernde Gräben
auf weniger als 50% der Fläche
des LRT vorhanden
(Grund-) Wasseranstieg durch
Stauhaltung /
Anstaumaßnahmen
keine Auswirkung erkennbar
oder anzunehmen
randlich / in der Umgebung
wirksam oder anzunehmen
zu hoher Wasserstand in
größeren Teilbereichen
Nährstoffeintrag (N, P)
keine Auswirkung erkennbar
oder zu erwarten
punktuelle Eintragsquellen
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in kleineren
Teilbereichen
flächige Eintragsquellen
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in größeren
Teilbereichen
Müllablagerung (anorg. Stoffe)
keine
geringe punktuelle
Ablagerungen oder kleinere
Teilfächen beeinträchtigt
mehrere punktuelle
Ablagerungen oder größere
Teilfbereiche des LRT
beeinträchtigt
Schadstoffeintrag (Öl, PAK,
Ruß, Stäube, PSM, Salze)
keine
punktuelle Eintragsquellen oder
Einträge in Teilbereiche
Einträge in größere
Teilbereiche bzw. die gesamte
Fläche
(nur Ausbildungen 1 u. 2)
Abbau / Materialentnahme (Torf)
nicht erfolgt
nur randlich / in kleinem
Umfang erfolgt
auf erheblichen Teilflächen
erfolgt (auf mehr als 25% der
Fläche)
Nährstoffmobilisierung im
Sediment
keine
Nährstoffmobilisierung in
Teilbereichen erkennbar
erhebliche
Nährstoffmobilisierung auf
größeren Teilflächen
Eintrag anderer Stoffe
(einschl. Fremdstoffe zur
Wegebefestigung)
keine
geringe Störung in
Randbereichen bzw. auf
Teilflächen
erhebliche Störung größerer
Flächen
(nur Ausbildungen 1 u. 2)
Veränderungen des Torfkörpers
(Sackung, Verdichtung,
Zersetzung, Mineralisation)
auf ganzer Fläche nicht
erkennbar oder punktuell,
unbedeutend
nur randlich / punktuell
erkennbar
größere Teillächen bis gesamte
Fläche erheblich verändert
Wasserstandsschwankungen
(anthropogen)
keine Auswirkung erkennbar
oder anzunehmen
randlich / in der Umgebung
wirksam oder anzunehmen
starke Schwankungen mit
erkennbarer Beeinträchtigung
größerer Teilflächen
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Neophyten (z. B.
Prunus
serotina
)
nicht vorhanden
höchstens vereinzelt vorhanden in Teilbereichen prägend
sonst Störzeiger
(Ruderalisierungszeiger)
höchstens randlich vorhanden,
schlechtwüchsig
höchstens vereinzelt
vorhanden, schlechtwüchsig
im ganzen Bestand vorhanden,
teilweise höherwüchsig (bis
über 40% Deckungsgrad)
Nährstoffzeiger (z. B.
Calamagrostis epigejos
)
keine oder nur vereinzelt
(auf < 5% der Fläche)
in geringem Umfang
vorhanden, in Randbereichen z.
T. häufiger
auf größeren Teilflächen
vorhanden
Entwässerungszeiger (z.B.
Calamagrostis epigeios
,
Urtica
dioica, Zwergsträucher, Birke,
Kiefer, Fichte)
)
lr-typisch in geringem Umfang
vorhanden
auf kleineren Teilflächen
vorhanden, schlechtwüchsig
auf größeren Teilflächen
vorhanden, teilweise
höherwüchsig (bis über 40%
Deckungsgrad)

7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore
48
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Störungen an der Vegetationsstruktur:
direkte Schädigung von
Vegetation (z.B. Trampelpfade,
Skiloipen etc.)
höchstens punktuelle Schäden
kleinflächige Schäden
größere Schäden
Verbuschung / Gehölzaufwuchs
mit lebensraumuntypischen
Arten (z.B. Hänge-Birke, Fichte
u.a.)
kein Gehölzaufwuchs
geringer Gehölzaufwuchs
(≤ 10 % Deckung)
starker Gehölzaufwuchs
(>10 % Deckung)
(nur Ausbildungen 1 u. 2)
Pflegedefizite (relevant soweit
Pflege erforderlich, sonst A)
nicht erkennbar
in Teilbereichen, aber nicht
großflächig vorhanden
auf einem großen Teil der
Fläche vorhanden
Sonstiges:
Begängnis / Frequentierung
(Anwesenheit von Menschen)
keine bzw. gelegentliche,
geringe Störwirkung ohne
erhebliche Auswirkungen auf
Habiatfunktionen
Störwirkung in Teilbereichen
des LRT deutlich, dadurch
Habitatfunktionen
eingeschränkt
starke andauernde oder häufige
Störwirkung in kritischen
Zeiträumen (z. B. während der
Reproduktionszeit)
(nur Ausbildungen 1 u. 2)
Zerschneidung
keine oder geringe
Beeinträchtigung des
funktionalen
Moorzusammenhangs
Beeinträchtigung des
funktionalen
Moorzusammenhangs
erkennbar
erhebliche Beeinträchtigung
des funktionalen
Moorzusammenhangs (z. B.
mehrseitig angrenzende
bedeutende Trassen)
sonstige Beeinträchtigung
keine
gering bis mäßig
erheblich
Nutzung / Bewirtschaftung:
(nur Ausbildungen 1 u. 2)
Aufforstung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
starke Verzahnung mit
Aufforstungsflächen
(nur Ausbildungen 1 u. 2)
Beweidung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
Beweidungsumfang erheblich
und mit gravierenden
Moorschäden
Lebensraumtypische Pflanzenarten
Art RL SN Ausbild. Ausbild.
1/2 3
Art RL SN
1/2 3
Agrostis canina
-
x
Moose:
Calamagrostis stricta
2
x
Aulacomnium palustre
3
x
x
Carex canescens
-
x
x
Calliergon stramineum
-
x
Carex echinata
-
x
x
Calliergonella cuspidata
-
x
Carex lasiocarpa
2
x
x
Drepanocladus spec.
-
x
Carex limosa
1
x
x
Drepanocladus vernicosus
1
x
x
Carex rostrata
-
x
Plagiomnium elatum
3
x
Carex vesicaria
-
x
Plagiomnium ellipticum
3
x
Drosera intermedia
2
x
x
Scorpidium scorpioides
1
x
Drosera rotundifolia
2
x
x
Sphagnum cuspidatum
2
x
Eriophorum angustifolium
3
x
x
Sphagnum fallax
-
x
x
Eriophorum vaginatum
3
x
Sphagnum palustre
-
x
Hydrocotyle vulgaris
-
x
Sphagnum teres
3
x
Juncus bulbosus
-
x
Sphagnum div. spec. (weitere)
x
x
Ledum palustre
3
x
weitere Arten vgl. 7110
x
x
Lycopodiella inundata
1
x
x
Menyanthes trifoliata
3
x
x
Potentilla palustris
3
x
x
Rhynchospora alba
2
x
x
Rhynchospora fusca
1
x
x
Utricularia div. spec.
/
x
x
Vaccinium oxycoccos
3
x
x

7150 Torfmoor-Schlenken
49
7150 Torfmoor-Schlenken
Torfmoor-Schlenken (Rhynchosporion)
Depression on peat substrates of the Rhynchosporion
Zuordnung zum LRT
Definition
Niedrigwüchsige, gehölzfreie Vegetation als Moor-Pionierstadium auf Rohböden am Rande oligo- bis
mesotropher und dystropher Stillgewässer, auf Nassstellen innerhalb von Feuchtheiden sowie als
Regenerationsstadium auf nährstoffarmen, sauren und feuchten bis nassen Rohboden-Standorten
(Torfschlämme, geringmächtige Torfe in Torfstichen u.a. Abtorfungsflächen ehemaliger Hochmoore).
Vorkommen in der Bergbaufolgelandschaft sind vom Standort her möglich, bisher aus Sachsen aber nicht
belegt.
Vegetationseinheiten
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
14.1.1 V Rhynchosporion albae
14.1.1.1 Ass Sphagno-Rhynchosporetum albae p.p.
14.1.1.3.1 ZEh Lycopodiella inundata-Rhynchosporion-Gesellschaft p.p.
14.1.1.3.2 ZEh Drosera intermedia-Juncus bulbosus-
Rhynchosporion-Gesellschaft
p.p.
p.p. = teilweise (partiell) dem LRT zuzuordnen
Hinweise zur Einordnung in den LRT
Zum LRT gehören Vegetationsbestände mit Vorkommen der o.g. Pflanzengesellschaften, die als Pionier-
oder Regenerationsstadien von Moorvegetation auftreten.
Oft ist die Vegetation des Rhynchosporion nur kleinflächig ausgebildet, z.B. an Gewässerufern, in
Torfstichen oder in Senken. Auch wenn nur Teile eines geeigneten Standorts mit Rhynchosporion-
Vegetation bestanden sind, wird die gesamte Senke bzw. Rohbodenfläche als potenzieller Rhynchosporion-
Standort dem LRT zugeordnet, so lange die Vegetation in Teilbereichen typisch ausgeprägt und nicht nur als
Initiale zu bewerten ist und keine anderen LRT angrenzen. Kartenmäßig abgrenzbare Rhynchosporion-
Bestände sind jedoch auch dann eigenständig zu erfassen, wenn sie im Kontakt mit anderen LRT stehen
(z.B. 4010, 7140). Mehrfache punktuelle, räumlich eng benachbarte Vorkommen mit gleicher Ausstattung
und Bewertung (z.B. in andere LRT eingebettet) können ggf. zusammengefasst werden.
Bei Vorkommen im Kontakt mit
dystrophen Gewässern
(LRT 3160) wird das Gewässer dem LRT 7150 nur
dann zugeordnet, wenn es weniger als 10 m² umfasst.
An Rhynchosporion-Vegetation angrenzende Flächen mit dichtem Gehölzbewuchs oder Fichtenforste
werden nur dann in die Abgrenzung einbezogen, wenn eine Regeneration noch möglich ist.

7150 Torfmoor-Schlenken
50
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
Zur Abgrenzung gegenüber
Dystrophen Stillgewässern
,
Feuchtheiden
und
Übergangsmoor
-Vegetation s.o.
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Mai bis August
Bewertung des LRT 7150 Torfmoor-Schlenken
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
Vegetationsstruktur
lebensraumtypische Vegetation
in guter bis sehr guter
Ausprägung und großflächig
(> 500 m²) vorhanden
lebensraumtypische
Vegetationsstruktur weniger
vielfältig ausgebildet, teilweise
höherwüchsig, kleinflächigere
Ausbildung (< 500 m²)
lebensraumtypische Vegeta-
tionsstruktur fragmentarisch /
verarmt vorhanden, in großen
Teilen höherwüchsig; sehr
kleinflächige Ausbildung
(< 250 m²)
Rhynchospora-Vorkommen
Pflanzen vital und blühend/
fruchtend
Pflanzen nur teilweise vital und
blühend/fruchtend
Pflanzen steril und teilweise
subvital
Torfmoose gut ausgebildete vitale
Moosschicht
mäßig gut ausgebildete
Moosschicht
Moosschicht lückig und/oder
subvital
Lebensraumtypisches Arteninventar
Gefäßpflanzen Arteninventar in standörtlich
guter Ausprägung und
ausgewogenen Anteilen
vorhanden
Arteninventar in standörtlich
mittlerer Ausprägung vorhan-
den, einzelne Arten fehlen oder
nicht in ausgewogenen Anteilen
vorhanden
Arteninventar in verarmter
Ausprägung und ggf. stark
verschobenen Anteilen
vorhanden
Moose
lebensraumtypische Arten mit
sehr hohem Deckungsgrad
vorhanden
mehrere Arten vorhanden,
einige lebensraumtypische
Arten fehlen jedoch oder treten
nur vereinzelt auf
verarmtes Artenspektrum
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar voll-
ständig, Dominanzverteilung
charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom
LR-typischen Arten- und Domi-
nanzgefüge
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Grundwasserabsenkung
(im größeren Umfeld)
keine Auswirkung erkennbar
oder anzunehmen
Teilflächen des LRT erkennbar
beeinträchtigt
erhebliche Beeinträchtigung im
Bestand
Entwässerung
keine entwässernden Gräben
im LRT oder seiner Umgebung
schwach entwässernde Gräben
höchstens randlich vorhanden
schwach entwässernde Gräben
auf weniger als 50% der Fläche
des LRT vorhanden
(Grund-) Wasseranstieg durch
Stauhaltung / anthropogene
Anstaumaßnahmen
keine Auswirkung erkennbar
oder anzunehmen
randlich / in der Umgebung
wirksam oder anzunehmen
zu hoher Wasserstand im
Bestand
Nährstoffeintrag (N, P)
keine Auswirkung erkennbar
oder anzunehmen
punktuelle Eintragsquellen mit
geringer Nährstoffbelastung
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in kleineren
Teilbereichen
punktuelle Eintragsquellen mit
stärkerer Nährstoffbelastung
bzw. flächige Eintragsquellen
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in größeren
Teilbereichen
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen

7150 Torfmoor-Schlenken
51
Müllablagerung (anorg. Stoffe)
keine
punktuelle Ablagerungen oder
Teilereiche des LRT
beeinträchtigt
erhebliche Teile des LRT
beeinträchtigt
Schadstoffeintrag (Öl, PAK,
Ruß, Stäube, PSM, Salze)
keine oder geringe punktuelle
Einträge
mehrere punktuelle
Eintragsquellen oder Einträge
in Teilbereiche
Einträge in größere
Teilbereiche bzw. die gesamte
Fläche
Abbau / Materialentnahme (Torf) nicht erkennbar
nur randlich / punktuell
erkennbar
flächig erkennbar
Nährstoffmobilisierung im
Sediment
keine
Nährstoffmobilisierung in
Teilbereichen erkennbar
erhebliche
Nährstoffmobilisierung im
Bestand
Eintrag anderer Stoffe
(einschl. Fremdstoffe zur
Wegebefestigung)
keine
geringe Störung in
Randbereichen bzw. vereinzelt
im Bestand
erhebliche Störung im Bestand
Veränderungen des Torfkörpers
(Sackung, Verdichtung,
Zersetzung, Mineralisation)
nicht erkennbar oder
unbedeutend
nur randlich / punktuell
erkennbar
flächig erkennbar
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Neophyten
keine oder nur vereinzelt
(auf < 5% der Fläche)
in größerem Umfang, aber nicht
dominierend
(auf
30 % der Fläche)
prägend / dominierend
(auf > 30 % der Fläche)
sonst Störzeiger
(Ruderalisierungszeiger)
keine oder nur vereinzelt
(auf < 5% der Fläche)
in größerem Umfang, aber nicht
dominierend
(auf
30 % der Fläche)
prägend / dominierend
auf > 30 % der Fläche)
Nährstoffzeiger
keine oder nur vereinzelt
(auf < 5% der Fläche)
in größerem Umfang, aber nicht
dominierend
(auf
30 % der Fläche)
prägend / dominierend
(auf > 30 % der Fläche)
Entwässerungszeiger (z. B.
Calamagrostis epigeios
,
Molinia
caerulea
)
keine oder nur vereinzelt
(auf < 5% der Fläche)
in größerem Umfang, aber nicht
dominierend
(auf
30 % der Fläche)
prägend / dominierend
(auf > 30 % der Fläche)
Störungen an der Vegetationsstruktur:
direkte Schädigung von
Vegetation (z.B. Trampelpfade,
Skiloipen etc.)
höchstens punktuelle Schäden
kleinflächige Schäden
größere Schäden
Verbuschung / Gehölzaufwuchs
(z.B. Zwergsträucher, Kiefer,
Birke, Fichte u.a.)
kein Gehölzaufwuchs
Gehölzaufwuchs gering
(≤ 10 % Deckung)
starker Gehölzaufwuchs
(> 10 % Deckung)
Pflegedefizite (relevant soweit
Pflege erforderlich, sonst A)
nicht erkennbar
Pflege in Teilen des Bestandes
keine Pflege erkennbar
Sonstiges:
Beschattung
(lr-untypischem Umfang)
nicht relevant
deutliche Beschattung in
Teilbereichen
erhebliche Beschattung der
Fläche, z.B. durch
wuchskräftige Stauden oder
gepflanzte Gehölze
Begängnis / Frequentierung
(Anwesenheit von Menschen)
geringe bzw. gelegentliche
Störwirkung ohne erhebliche
Auswirkungen auf
Habiatfunktionen
starke Störwirkung in
Teilbereichen des LRT,
dadurch Habitatfunktionen
eingeschränkt
starke andauernde oder häufige
Störwirkung in kritischen
Zeiträumen (z. B. während der
Reproduktionszeit)
sonstige Beeinträchtigungen
keine
gering bis mäßig
erheblich
Nutzung / Bewirtschaftung:
Aufforstung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
starke Verzahnung mit
Aufforstungsflächen.
Beweidung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
Beweidungsumfang erheblich
und mit gravierenden
Moorschäden
Lebensraumtypische Pflanzenarten

7150 Torfmoor-Schlenken
52
Art
RL SN Art
RL SN
Andromeda polifolia
2
Moose:
Carex limosa
Cephalozia connivens
3
Drosera longifolia
1
Cladopodiella fluitans
2
Drosera intermedia
2
Gymnocolea inflata
-
Drosera rotundifolia
2
Sphagnum cuspidatum
3
Eriophorum angustifolium
3
Sphagnum fallax
-
Eriophorum vaginatum
3
Warnstorfia fluitans
Juncus bulbosus
-
Lycopodiella inundata
1
Rhynchospora alba
2
Rhynchospora fusca
1

7210* Kalkreiche Sümpfe
53
7210* Kalkreiche Sümpfe
Kalkreiche Sümpfe mit Cladium mariscus und Arten des Caricion davallianae
Calcareous fens with Cladium mariscus and species of the Caricion davallianae
Zuordnung zum LRT
Definition
Von der Binsen-Schneide (
Cladium mariscus
) dominierte Röhrichte in der Uferzone mesotropher kalkreicher
Stillgewässer, am Rand von Moorkomplexen (kalk- oder zumindest basenreiche Sumpfquellen) sowie in
ehemaligen Torfstichen (für Sachsen sind lediglich derartige Vorkommen bekannt). Wärmebegünstigte
Standorte mit dauerhaft hohem Grundwasserstand (10 cm unter bis 50 cm über Flur). In Sachsen bisher nur
auf oberflächlich versauerten Standorten mit Übergangsmoorcharakter nachgewiesen, hier dann mit
suboptimaler Vitalität der Cladium-Pflanzen.
Vegetationseinheiten
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
14.1.2 V Caricion lasiocarpae
14.1.2.3 Ass Cladietum marisci
v
Hinweise zur Einordnung in den LRT
Cladium mariscus
ist aktuell in Sachsen nur aus zwei Gebieten in der Dübener Heide bekannt (Wildenhainer
Bruch, Sprottabruch). Vom Standort her mögliche Vorkommen im Bereich von Tagebaurestseen konnten
bisher nicht nachgewiesen werden.
Zum LRT 7210 gehören von der Binsen-Schneide dominierte Röhrichte; das vereinzelte Auftreten von
Cladium
(Einzelpflanzen oder individuenschwache Vorkommen) reicht für eine Zuordnung zum LRT nicht
aus, wenngleich alle neuen Kleinvorkommen aufgrund der extremen Seltenheit unbedingt zu registrieren
sind.
Bei der Abgrenzung wird neben dem konkreten Cladium-Bestand auch die nähere Umgebung (potenzieller
Cladium
-Standort) einbezogen, soweit hier ähnliche Standortbedingungen herrschen, die z.B. am
Vorkommen entsprechender Braunmoose und Torfmoose kenntlich werden.
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
Der LRT tritt an den bekannten Vorkommen in Kontakt mit Übergangs- und Niedermoorgesellschaften sowie
Erlenbrüchen auf. Weitere am natürlichen Standort zu erwartende Kontaktbiotope sind Characeen-Rasen,
Schwimmblattgesellschaften, feuchtes Extensivgrünland, Röhrichte, Großseggenriede und kalkreiche
Sickerquellen. Gegenüber allen ist eine eindeutige Abgrenzung anhand des Auftretens von
Cladium
möglich.
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Mai bis September.

7210* Kalkreiche Sümpfe
54
Bewertung des LRT 7210* Kalkreiche Sümpfe
Bewertung des
Erhaltungszustand
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
Vegetationsstruktur
Flächenausdehnung großflächige Ausbildung
(>500 m²)
weniger großflächige
Ausbildung (>200 m²)
kleinflächige Ausprägung
(<200 m²)
Fertilität von
Cladium mariscus
≥50% der Pflanzen
10-50% der Pflanzen
<10% der Pflanzen
Polster von Braunmoosen,
Torfmoosen
artenreiche, vitale Moospolster
in großen Teilen des Bestandes
Moospolster aus mehreren
Arten, nur teilweise vital
verarmte Moosvegetation mit
verminderter Vitalität
Strukturaufbau
durch Cladium auf mehr als
90% der Fläche bzw. Beteili-
gung anderer Röhrichtarten
(z.B. Phragmites) am Aufbau
der Vertikalstruktur des
Röhricht auf weniger als 10%
der Fläche bedeutend
durch Cladium auf 50-90% der
Fläche bzw. Beteiligung
anderer Röhrichtarten (z.B.
Phragmites) am Aufbau der
Vertikalstruktur des Röhricht
auf 10-50% der Fläche
bedeutend
durch Cladium auf weniger als
50% der Fläche bzw. Beteili-
gung anderer Röhrichtarten
(z.B. Phragmites) am Aufbau
der Vertikalstruktur des
Röhricht auf mehr als 50% der
Fläche bedeutend
Wasserhaushalt
(kleine offene Wasserflächen,
hoher Grundwasserstand
(nasser Standort))
(ganzjährig) hoher
Grundwasserstand, z.T. offene
Wasserflächen
(ganzjährig) hoher
Grundwasserstand, ohne
offene Wasserflächen
Grundwasserstand zeitweilig
unter 30 cm (Standort nur
feucht statt nass)
Lebensraumtypisches Arteninventar
Pflanzen
soweit keine (optimalen)
Cladium-Reinbestände, bildet
typische Begleitvegetation den
gesamten Vegetationsbestand
soweit keine (optimalen)
Cladium-Reinbestände, bildet
typische Begleitvegetation
überwiegend (>50% Deckung)
den Vegetationsbestand
soweit keine (optimalen)
Cladium-Reinbestände, sind
typische Arten lediglich
beigemischt
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar voll-
ständig, Dominanzverteilung
charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom
LR-typischen Arten- und Domi-
nanzgefüge
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Grundwasserabsenkung
(im größeren Umfeld)
keine Auswirkung erkennbar
oder anzunehmen
Teilflächen des LRT erkennbar
beeinträchtigt
erhebliche Beeinträchtigung
des LRT auf größeren
Teilflächen
Entwässerung
keine entwässernden Gräben
im LRT oder seiner Umgebung
schwach entwässernde Gräben
höchstens randlich vorhanden
schwach entwässernde Gräben
auf weniger als 50% der Fläche
des LRT vorhanden
Nährstoffeintrag (N, P)
keine Auswirkung erkennbar
oder anzunehmen
punktuelle Eintragsquellen mit
geringer Nährstoffbelastung
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in kleineren
Teilbereichen
punktuelle Eintragsquellen mit
stärkerer Nährstoffbelastung
bzw. flächige Eintragsquellen
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in größeren
Teilbereichen
Müllablagerung (anorg. Stoffe)
keine oder geringe punktuelle
Ablagerungen
mehrere punktuelle
Ablagerungen oder
Teilbereiche des LRT
beeinträchtigt
erhebliche Teile des LRT
beeinträchtigt
Schadstoffeintrag (Öl, PAK,
Ruß, Stäube, PSM, Salze)
keine oder geringe punktuelle
Einträge
mehrere punktuelle
Eintragsquellen oder Einträge
in Teilbereiche
Einträge in größere
Teilbereiche bzw. die gesamte
Fläche
Abbau / Materialentnahme
(Torf), da die bekannten
Vorkommen in verlandeten
Torfstichen liegen, ist der
historische Torfabbau für die
Einstufung nicht zu
berücksichtigen
auf ganzer Fläche keine
aktuelle Torfentnahme
erkennbar
nur randlich / punktuell
erkennbar
flächig erkennbar

7210* Kalkreiche Sümpfe
55
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Nährstoffmobilisierung im
Sediment
keine
Nährstoffmobilisierung in
Teilbereichen erkennbar
erhebliche
Nährstoffmobilisierung im
Bestand
Eintrag anderer Stoffe
(einschl. Fremdstoffe zur
Wegebefestigung)
keine
geringe Störung in
Randbereichen bzw. auf
Teilflächen
erhebliche Störung im Bestand
Veränderungen des Torfkörpers
(Sackung, Verdichtung,
Zersetzung, Mineralisation)
nicht erkennbar oder
unbedeutend
nur randlich / punktuell
erkennbar
flächig erkennbar
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Neophyten
nicht vorhanden
höchstens vereinzelt vorhanden im ganzen Bestand vorhanden
Nährstoffzeiger
auf < 5% der Fläche
auf 5-20 % der Fläche
auf >20 % der Fläche
sonst Störzeiger
(Ruderalisierungszeiger)
nicht vorhanden
höchstens vereinzelt vorhanden im ganzen Bestand vorhanden
Entwässerungszeiger
auf < 5% der Fläche
auf 5-20 % der Fläche
auf >20 % der Fläche
Störungen an der Vegetationsstruktur:
direkte Schädigung von
Vegetation (z.B. Trampelpfade)
nicht erkennbar
vereinzelt Schäden (v.a. im
Randbereich)
größere Schäden prägend auf
erheblichen Flächenanteilen
Verbuschung / Gehölzaufwuchs
(z. B. Weide, Faulbaum, Birke)
< 10% Deckung
10-25 % Deckung
>25 % Deckung
Pflegedefizite keine erkennbar in Teilbereichen, aber nicht
großflächig
insgesamt fehlende Pflege
(oder zu häufige Mahd)
Sonstiges:
Beschattung
nicht relevant
deutliche Beschattung in
Teilbereichen
erhebliche Beschattung der
Fläche, z.B. durch
wuchskräftige Stauden oder
gepflanzte Gehölze
Begängnis / Frequentierung
(Anwesenheit von Menschen)
geringe bzw. gelegentliche
Störwirkung ohne erhebliche
Auswirkungen auf
Habiatfunktionen
starke Störwirkung in
Teilbereichen des LRT,
dadurch Habitatfunktionen
eingeschränkt
starke andauernde oder häufige
Störwirkung in kritischen
Zeiträumen (z. B. während der
Reproduktionszeit)
sonstige Beeinträchtigungen
keine
gering bis mäßig
erheblich
Nutzung / Bewirtschaftung:
Beweidung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
Beweidungsumfang erheblich
und mit gravierenden
Sumpfschäden
Lebensraumtypische Pflanzenarten
Cladium mariscus
Arten der Scheuchzerietalia, anteilig Phragmitetea (Ausbildung mit Caricion davallianae-Arten fehlt in
Sachsen nach derzeitigem Kenntnisstand, ist aber theoretisch möglich)

7220* Kalktuffquellen
56
7220* Kalktuffquellen
Kalktuffquellen (Cratoneurion)
Petrifying Springs with tufa formation (Cratoneurion)
Zuordnung zum LRT
Definition
Dauerhafte oder temporäre Sicker-, Sturz- oder Tümpelquellen und Quellbäche mit kalkhaltigem Wasser und
Kalktuffbildungen. Im Wald oder im Offenland; der Austritt karbonatgesättigten Quellwassers ist standörtliche
Voraussetzung für diesen LRT. Die Vegetation - sofern vorhanden - wird i.d.R. von
±
kalkverkrusteten
Moosüberzügen des
Cratoneurion
gebildet.
Vegetationseinheiten
Hinweis: Das Vorhandensein von Vegetation ist keine zwingende Voraussetzung für die Zuordnung zum LRT.
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
13.2.1
V
Cratoneurion commutati
13.2.1.1 Ass Cratoneuretum commutati
p.p.
*
Barbula tophacea – Gesellschaft
p.p.
* Eucladietum verticillati p.p.
p.p. = teilweise (partiell) im LRT enhalten
* Gesellschaft bei B
ÖHNERT et al. (2001) nicht enthalten
Hinweise zur Einordnung in den LRT
Entscheidendes Kriterium für die Zuordnung zum LRT ist das Vorkommen von Kalktuffbildungen. Die
Abgrenzung umfasst neben diesen auch den Wasserkörper des Quelltopfs (inkl. ggf. vorhandene
Submersvegetation wie z.B. Armleuchteralgen) sowie die zum Quellbereich gehörende Vegetation mit Arten
des Cratoneurion. Auch andere Vegetation innerhalb des Sicker- und Spritzwasserbereichs (z.B.
Kleinseggenriede) wird in die Abgrenzung einbezogen. Ein ggf. anschließender Bach wird soweit dem LRT
zugeordnet wie Arten der Cratoneurion-Vegetation sich am Ufer entlang ziehen.
Eine rein vegetationskundliche Abgrenzung gegenüber Silikat-Quellfluren des Cardamino-Montion an
Weichwasserquellen ist wegen der häufigen floristischen Verarmung der Gesellschaften vielfach unmöglich;
auch hier kann aber eine eindeutige Unterscheidung immer anhand des Vorhandenseins oder Fehlens der
Kalktuffbildung getroffen werden. Ergänzend können Vorkommen von
Cardamine amara
,
Carex remota
,
Chrysosplenium
spec. und
Montia fontana
als Hinweise auf silikatischen Charakter gewertet werden.
Kleinflächig oder fragmentarisch ausgebildete
Kalkflachmoorvegetation
in der Umgebung der Quelle wird in
die Abgrenzung einbezogen; bei guter Ausprägung oder ab einer Fläche von 25 m² wird sie als
eigenständiger LRT 7230 erfasst.

7220* Kalktuffquellen
57
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
Innerhalb von
Kalkflachmooren
(LRT 7230) werden Quellen mit Kalktuffbildungen bei schlechter Ausprägung
(fragmentarische Kalktuffbildung) und einer Fläche unter 4 m² diesem LRT zugeordnet. Gut ausgeprägte
Kalktuffquellen und Bestände über 4 m² werden dagegen immer als eigener LRT 7220 erfasst.
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
März bis Oktober
Bewertung des LRT 7220* Kalktuffquellen
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
Vegetationsstruktur
standorttypische Moose
in reichlichen, deckenden
Polstern, an Sintertreppen ggf.
bandförmig
in einzelnen ansehnlichen
Polstern bis 0,5 m², an
Sintertreppen auch bandförmig
nur spärlich vorhanden, kleine
Polster, größere Polster aus
unspezifischen Arten
Krautschicht-/Gehölzdeckung unbedeutend
kleinere Teilbereiche (<30% der
Fläche) mit höherer Kraut-
schicht- oder Gehölzdeckung
(>20%)
größere Teilbereiche (>30% der
Fläche) mit höherer Kraut-
schicht- oder Gehölzdeckung
(>20%)
Wasserhaushalt
Überrieselung
Überrieselung des überwiegen-
den Teils des aktuellen (und
historischen) Versinterungs-
bereiches ohne Anzeichen
häufiger zumindest partieller
Austrocknungsphasen (z.B. bei
Gehölzjungwuchs anzuneh-
men)
Überrieselung eines
signifikanten Teiles (10-50%),
randlich meist Anzeichen
partieller Austrocknungsphasen
nur kleinflächige Rieselflächen
oder Überrieselungsbereich
ganz fehlend (nur Quellbereich
mit Sinterbildung), häufig nur
eng umgrenzt dauerfeucht
Kalksinterbildung
historische und rezente
Sinterbildung deutlich
erkennbar, zumeist gut
ausgebildete Sinterterrassen
oder -bänke
natürliche Morphologie
rezente Sinterbildung deutlich
erkennbar (Kalkkrusten, stark
verkrustete Moospolster),
Sintergesteinsbildung nur
undeutlich oder fehlend
Sinterbildung nur undeutlich,
Moospolster nur schwach
inkrustiert
Lebensraumtypisches Arteninventar
standorttypische Moose und
höhere Pflanzen
mindestens 5 Arten,
mindestens teilweise dominant
mindestens 3 Arten reichlich
vorhanden
nur spärlich vorhanden oder
vegetationslose Ausbildungen
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar voll-
ständig, Dominanzverteilung
charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom
LR-typischen Arten- und Domi-
nanzgefüge
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Grundwasserabsenkung
(im größeren Umfeld)
keine Auswirkung erkennbar
oder anzunehmen
Teilflächen des LRT erkennbar
beeinträchtigt
erhebliche Beeinträchtigung
des LRT auf größeren
Teilflächen
Gewässerverbau (Quellfassung)
keine
Quelle teilweise gefasst,
dadurch Schäden an
Kalkbildungen
Quelle eingefasst, natürliche
Bildung von Kalksinterterrassen
dadurch weitgehend
unterbunden

7220* Kalktuffquellen
58
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Wasserentnahme
keine bzw. geringe Mengen
ohne erkennbare Auswirkungen
Teilflächen des LRT erkennbar
beeinträchtigt, Fläche aber im
wesentlichen hydrologisch
intakt
erhebliche Beeinträchtigung
des LRT auf größeren
Teilflächen
Nährstoffeintrag (N, P)
keine Auswirkung erkennbar
oder anzunehmen
punktuelle Eintragsquellen mit
geringer Nährstoffbelastung
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in kleineren
Teilbereichen
punktuelle Eintragsquellen mit
stärkerer Nährstoffbelastung
bzw. flächige Eintragsquellen
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in größeren
Teilbereichen
Müllablagerung (anorg. Stoffe)
keine
punktuelle Ablagerungen oder
Teilereiche des LRT
beeinträchtigt
erhebliche Teile des LRT
beeinträchtigt
Schadstoffeintrag (Öl, PAK,
Ruß, Stäube, PSM, Salze)
keine
geringe punktuelle Einträge in
Teilbereiche
mehrere punktuelle
Eintragsquellen oder Einträge
im Gesamtbestand
Abbau / Materialentnahme
auf ganzer Fläche nicht
erkennbar oder unbedeutend
nur randlich / punktuell deutlich
erkennbar
randlich / punktuell erfolgt
Eintrag anderer Stoffe
(einschl. Fremdstoffe zur
Wegebefestigung)
nicht erkennbar
geringe Störung in
Randbereichen bzw. auf
Teilflächen
erhebliche Störung im Bestand
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Neophyten
nicht vorhanden
höchstens vereinzelt vorhanden im ganzen Bestand vorhanden
Nährstoffzeiger nicht vorhanden höchstens vereinzelt vorhanden im ganzen Bestand vorhanden
sonst Störzeiger
(Ruderalisierungszeiger)
nicht vorhanden
höchstens vereinzelt vorhanden im ganzen Bestand vorhanden
Entwässerungszeiger
nicht vorhanden
höchstens vereinzelt vorhanden im ganzen Bestand vorhanden
Störungen an der Vegetationsstruktur:
direkte Schädigung von
Vegetation (z.B. Trampelpfade)
nicht erkennbar
vereinzelt Schäden (v.a. im
Randbereich)
größere Schäden prägend auf
erheblichen Flächenanteilen
Verbuschung / Gehölzaufwuchs
(z. B. Weide, Faulbaum, Birke)
< 10% Deckung
10-25 % Deckung
>25 % Deckung
Sonstiges:
Beschattung
nicht vorhanden
deutliche Beschattung in
Teilbereichen
erhebliche Beschattung der
Fläche, z.B. durch
wuchskräftige Stauden oder
gepflanzte Gehölze
sonstige Beeinträchtigungen
keine
gering bis mäßig
erheblich
Nutzung / Bewirtschaftung:
Aufforstung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
kleinflächig oder randlich
vorhanden
Beweidung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
kleinflächig oder randlich
vorhanden

7220* Kalktuffquellen
59
Lebensraumtypische Pflanzenarten
Art
RL SN Art
RL SN
Pinguicula vulgaris
2
Moose:
Arten der Kalkflachmoore
Barbula tophacea
3
(vgl. 7230)
Brachythecium rivulare
-
Bryum pseudotriquetrum 3
Amblystegium compactum
Conocephalum conicum -
Cratoneuron commutatum
2
Cratoneuron decipiens 2
Cratoneuron filicinum -
Drepanocladus revolvens 1
Eucladium verticillatum 4
Gymnostomum aeruginosum 3
Leiocolea bantriensis 1
Pellia endiviifolia -
Philonotis calcarea 2

7230 Kalkreiche Niedermoore
60
7230 Kalkreiche Niedermoore
Kalkreiche Niedermoore
Alkaline Fens
Zuordnung zum LRT
Definition
Kalkreiche (selten kalkarme), immer basenreiche, oligo- bis mesotrophe Flach- oder Niedermoore und
Sümpfe mit meist niedrigwüchsiger Seggen- und Binsenvegetation sowie Braunmoosen auf quelligen
Standorten (zumindest zeitweilig nass) oder im Verlandungsbereich kalkreicher Gewässer. Oft sehr
kleinflächig ausgebildet, ohne Nutzung oder extensive Grünlandnutzung.
Vegetationseinheiten
Nr. Rang Pflanzensoziologische Einheit
14.2.1 V Caricion fuscae
14.2.1.2 Ass Parnassio-Caricetum fuscae v
14.3.1 V Caricion davallianae
14.3.1.1 Ass Caricetum davallianae
v
14.3.1.2 Ass Juncetum subnodulosi
v
14.3.1.3.1 ZEh Equisetum palustre-Carex lepidocarpa-Caricion
davallianae-Gesellschaft
v
14.3.1.3.2 ZEh Equisetum variegatum-Caricion davallianae-Gesellschaft v
18.1.2 V Calthion palustris
18.1.2.5.9 ZEh Juncus subnodulosus-Calthion-Gesellschaft p.p.
Hinweise zur Einordnung in den LRT
Voraussetzung für die Zuordnung zum LRT ist das Vorkommen von o.g. Gesellschaften der basiphytischen
Braunseggensümpfe und Kalkquellmoore mit ihren charakteristischen Arten. Die Bestände sind oft nur
kleinflächig ausgebildet und mit Arten anderer Gesellschaften (z.B.
Übergangsmoore
,
Pfeifengraswiesen
)
durchsetzt oder eng verzahnt. Sie werden als LRT 7230 erfasst, solange im Kern die Kennarten der o.g.
Gesellschaften dominieren.
In die Bestände eingebettete
Schlenken mit Characeenrasen
werden bei der LRT-Abgrenzung einbezogen.
Kalkflachmoorvegetation in der Umgebung von
Quellen mit Kalktuffbildungen
wird bei guter floristischer
Ausprägung oder ab einer Fläche von 25 m² als eigenständiger LRT 7230 erfasst. Ist sie nur kleinflächig
oder fragmentarisch ausgebildet, so wird sie gemeinsam mit der Quelle dem LRT 7220 zugeordnet.
Juncus
subnodulosus
-Bestände um quellige Bereiche herum ohne Bindung zum Caricion davallianae werden als
Fragmente ehemaliger Kalkflachmoore mit erfaßt.
Hinweise zur Abgrenzung von anderen LRT
In die Kalkflachmoorvegetation eingebettete
Quellen mit Kalktuffbildungen
werden grundsätzlich gesondert
erfasst.

7230 Kalkreiche Niedermoore
61
Die Abgrenzung gegenüber
Pfeifengraswiesen
(ggf. LRT 6410) erfolgt anhand deren Kennarten (z.B.
Cirsium tuberosum
,
Galium boreale, Serratula tinctoria
u.a.).
Auch die Abgrenzung gegenüber anderen häufig auftretenden naturnahen Kontaktbiotopen, wie Quellfluren,
Großseggenriedern, Röhrichten, extensiv genutzten Feuchtwiesen und Feuchtgebüschen ist anhand deren
Kennarten und der Kennarten der Kalkniedermoore gut möglich.
Hinweise zu Kartierzeitpunkt/Methode
Mai bis Mitte September.
Bewertung des LRT 7230 Kalkreiche Niedermoore
Bewertung des
Erhaltungszustands
A - hervorragend
B - gut
C - mittel-schlecht
Lebensraumtypische Strukturen
Vegetationsstruktur
niedrigwüchsige Seggen- und
Binsenvegetation
niederwüchsige Seggen- und
Binsenvegetation auf ≥75% der
Fläche
niederwüchsige Seggen- und
Binsenvegetation auf 50-75%
der Fläche
niederwüchsige Seggen- und
Binsenvegetation auf unter 50%
der Fläche
flächige Moospolster
lebensraumtypische Moose in
ganzer Fläche und dominant
vertreten, Moosdecke überall
durch große Moospolster
prägend
lebensraumtypische Moose
zumindest in Teilbereichen
dominant vertreten, teilweise
große Moospolster
lebensraumtypische Moose
vorhanden, nur kleinflächige
Moospolster
Wasserhaushalt
(hoher Grundwasserstand,
Nährstoffarmut)
Schlenken- und/oder
Quellbereiche deutlich und
reichlich
Schlenken- und/oder
Quellbereiche vorhanden
(zumindest in feuchten
Perioden)
Schlenken- und/oder
Quellbereiche fehlen
Lebensraumtypisches Arteninventar
Gefäßpflanzen lebensraumtypische Arten mit
hoher Artenzahl und auf der
überwiegenden Fläche
dominierend
lebensraumtypische Arten nur
teilweise dominierend oder
wenigartige Dominanzfazies
lebensraumtypische Arten nur
kleinflächig / mosaikartig
prägend
Moose
lebensraumtypische Arten mit
hoher Artenzahl und auf der
überwiegenden Fläche
dominierend
lebensraumtypische Arten nur
teilweise dominierend oder
wenigartige Dominanzfazies
lebensraumtypische Arten nur
kleinflächig / mosaikartig
prägend
Fauna
Bewertung analog Flora auf der Basis einer Untersuchung vollständiger Artengruppen (entspre-
chend der gebietsspezifischen Vorgabe des LfULG).
- bei Artengruppenunter-
suchungen
LR-typisches Arteninventar voll-
ständig, Dominanzverteilung
charakteristisch
Arteninventar und Dominanz-
verteilung weitgehend LR-
typisch
erhebliche Abweichung vom
LR-typischen Arten- und Domi-
nanzgefüge
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
Boden, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt:
Grundwasserabsenkung
(im größeren Umfeld)
keine Auswirkung erkennbar
oder zu erwarten
Teilflächen des LRT erkennbar
beeinträchtigt, Fläche aber im
wesentlichen hydrologisch
intakt
erhebliche Beeinträchtigung
des LRT auf größeren
Teilflächen
Entwässerung
keine entwässernden Gräben
im LRT oder seiner Umgebung
schwach entwässernde Gräben
höchstens randlich vorhanden
schwach entwässernde Gräben
auf weniger als 50% der Fläche
des LRT vorhanden
Wasserentnahme
keine bzw. geringe Mengen
ohne erkennbare Auswirkungen
Teilflächen des LRT erkennbar
beeinträchtigt, Fläche aber im
wesentlichen hydrologisch
intakt
erhebliche Beeinträchtigung
des LRT auf größeren
Teilflächen

7230 Kalkreiche Niedermoore
62
Beeinträchtigungen A - keine/geringe
Beeinträchtigungen
B - stärkere
Beeinträchtigungen
C - erhebliche
Beeinträchtigungen
(Grund-) Wasseranstieg durch
Stauhaltung /
Anstaumaßnahmen
keine Auswirkung erkennbar
oder zu erwarten
zeitweise zu hoher
Wasserstand in kleineren
Bereichen
zeitweise zu hoher
Wasserstand in größeren
Teilbereichen
Nährstoffeintrag (N, P)
keine Auswirkung erkennbar
oder zu erwarten
punktuelle Eintragsquellen
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in kleineren
Teilbereichen
flächige Eintragsquellen
vorhanden oder randliche
Eutrophierung in größeren
Teilbereichen
Müllablagerung (anorg. Stoffe)
keine oder geringe punktuelle
Ablagerungen
mehrere punktuelle
Ablagerungen oder
Teilbereiche des LRT
beeinträchtigt
flächige Ablagerungen, große
Teile des LRT beeinträchtigt
Schadstoffeintrag (Öl, PAK,
Ruß, Stäube, PSM, Salze)
keine oder geringe punktuelle
Einträge
mehrere punktuelle
Eintragsquellen oder Einträge
in Teilbereiche
Einträge in größere
Teilbereiche bzw. die gesamte
Fläche
Abbau / Materialentnahme (Torf) auf ganzer Fläche nicht
erkennbar oder punktuell
unbedeutend
nur randlich / punktuell deutlich
erkennbar
in Teilbereichen erfolgt
(kleinflächige Handtorfstiche
auf weniger als 25% der
Fläche)
Nährstoffmobilisierung im
Sediment
keine Nährstoffmobilisierung
Nährstoffmobilisierung am
Rand bzw. in Teilbereichen
erkennbar
erhebliche
Nährstoffmobilisierung auf
größeren Teilfächen
Eintrag anderer Stoffe
(einschl. Fremdstoffe zur
Wegebefestigung)
keine
geringe Störung in
Randbereichen bzw. auf
Teilflächen
erhebliche Störung größerer
Flächen
Veränderungen des Torfkörpers
(Sackung, Verdichtung,
Zersetzung, Mineralisation)
auf ganzer Fläche nicht
erkennbar oder punktuell
unbedeutend
nur randlich / punktuell
erkennbar
randlich / punktuell gravierend
erfolgt; vor allem in
Randbereichen häufiger
Veränderungen des Torfkörpers
LR-untypische Arten / Dominanzen:
Neophyten
nicht vorhanden
randlich oder vereinzelt
vorhanden
im ganzen Bestand vorhanden
Nährstoffzeiger
auf < 5% der Fläche
auf 5-20 % der Fläche
auf >20 % der Fläche
sonst Störzeiger
(Ruderalisierungszeiger)
höherwüchsige, untypische
Arten (Störungszeiger)
weitgehend fehlend
höherwüchsige, untypische
Arten (Störungszeiger)
höchstens in Teilbereichen
höherwüchsige, untypische
Arten (Störungszeiger) z. T.
prägend
Entwässerungszeiger
auf < 5% der Fläche
auf 5-20 % der Fläche
auf >20 % der Fläche
Störungen an der Vegetationsstruktur:
direkte Schädigung von
Vegetation (z.B. Viehtritt,
Trampelpfade, Angelplatz/
Badestelle am Ufer)
nicht erkennbar bzw. nicht
signifikant
Schäden in Teilbereichen (v.a.
im Randbereich) erheblich
größere Schäden prägend auf
erheblichen Flächenanteilen;
Vegetation insgesamt gestört
Verbuschung / Gehölzaufwuchs
(z. B. Weide, Faulbaum, Birke)
< 10% Deckung
10-25 % Deckung
>25 % Deckung
Pflegedefizite keine erkennbar in Teilbereichen, aber nicht
großflächig
Verfilzung (z.B. wegen
fehlender Mahd) oder zu
häufige / zu frühe Pflege
Sonstiges:
sonstige Beeinträchtigungen
keine
gering bis mäßig
erheblich
Nutzung / Bewirtschaftung:
Aufforstung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
kleinflächig oder randlich
vorhanden
Beweidung
nicht vorhanden
nur sehr kleinflächig oder
randlich vorhanden
kleinflächig oder randlich
vorhanden

7230 Kalkreiche Niedermoore
63
Lebensraumtypische Pflanzenarten
Art
RL SN Art
RL SN
Carex davalliana (Wiederfund 2003)
0a
Moose:
Carex flacca
3
Bryum pseudotriquetrum
3
Carex flava
2
Calliergon giganteum
2
Carex hartmanii
2
Campylium stellatum
3
Carex lepidocarpa
2
Cratoneuron commutatum
2
Carex panicea
-
Cratoneuron filicinum
-
Carex pulicaris
1
Drepanocladus revolvens
1
Dactylorhiza incarnata
1
Drepanocladus vernicosus
1
Eleocharis quinqueflora
1
Fissidens adianthoides
3
Epipactis palustris
2
Homalothecium nitens
1
Eriophorum latifolium
1
Hypnum pratense
2
Gymnadenia conopsea
1
Paludella squarrosa
1
Juncus alpinus
2
Philonotis calcarea
2
Juncus subnodulosus
1
Plagiomnium elatum
3
Menyanthes trifoliata
3
Scorpidium scorpioides
1
Molinia caerulea
-
Sphagnum teres
3
Parnassia palustris
2
Sphagnum warnstorfii
1
Pedicularis palustris
1
Pinguicula vulgaris
2