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Medieninformation
05 / 2014
Staatsbetrieb Sachsenforst, Geschäftsleitung
Ihr/-e Ansprechpartner/-in
Daniel Thomann
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Daniel.Thomann@
smul.sachsen.de
Graupa, 3. April 2014
Sachsenforst „produziert“ Wissen für die Forstpraxis
Beim Tag von Sachsenforst präsentierte sich das Kompetenzzentrum
Wald und Forstwirtschaft von Sachsenforst als Leistungserbringer für
die forstliche Praxis
„Unser Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft als ein integraler
Bestandteil von Sachsenforst erbringt Leistungen für die forstliche Praxis.
Sowohl unser Forstbetrieb im Landeswald als auch die sächsischen
Waldbesitzer profitieren von der Grundlagenarbeit unserer
Forschungseinrichtung und können die forstliche Bewirtschaftung den
neusten Erkenntnissen anpassen. Sachsenforst ist somit ein
Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft mit einem
angeschlossenen Forstbetrieb“, stellte der Geschäftsführer von
Sachsenforst, Prof. Dr. Hubert Braun in seinem Resümee fest, das er vor
über 200 Tagungsteilnehmern beim Tag von Sachsenforst gestern (02.
April 2014) in Dresden-Pillnitz zog.
Neben dem sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft,
Frank Kupfer, konnte Professor Braun auch zahlreiche private,
körperschaftliche und staatliche Waldbesitzer sowie Vertreter von
Naturschutzverbänden, der Holzwirtschaft und von Universitäten sowie
forstlichen Forschungseinrichtungen begrüßen.
Der Klimawandel ist existent und die staatlichen, privaten und
körperschaftlichen Waldbesitzer müssen darauf reagieren und die richtigen
Konsequenzen für die Waldbewirtschaftung ziehen. „Das zum
Staatsbetrieb Sachsenforst zugehörige Kompetenzzentrum Wald und
Forstwirtschaft legt die Grundlagen dafür, dass wir dem Ziel, ökologisch
stabile und leistungsfähige Wälder aufzubauen, täglich einen Schritt näher
kommen“, so Braun weiter. Forstminister Kupfer bezeichnete das
Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft als effizientes Bindeglied
zwischen der forstlichen Ressortforschung und der Waldbewirtschaftung
aller Eigentumsarten.
Hausanschrift:
Staatsbetrieb Sachsenforst
Geschäftsleitung
Bonnewitzer Str. 34
01796 Pirna OT Graupa
www.sachsenforst.de
Sprechzeiten:
Mo - Fr: 9.00 - 16.00 Uhr
Bankverbindung:
Ostsächsische Sparkasse
Dresden
Kto.-Nr. 320 0022 310
BLZ 850 503 00
Umsatzsteuer-Identnummer:
DE 813 256 956
Verkehrsverbindung:
Buslinie G (Pirna-Graupa)
Buslinie 63 (Pillnitz-Graupa)
* Kein Zugang für elektronisch signierte
sowie für verschlüsselte elektronische
Dokumente
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Staatsbetrieb Sachsenforst, Geschäftsleitung
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Dr. Rainer Petzold (Referent Standorterkundung im Kompetenzzentrum Wald und
Forstwirtschaft) referierte über den aktuellen Stand der Standortkartierung in Sachsen.
Die Standortkartierung ist die Grundlage für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und
dient dem Erhalt, der Steuerung und Verbesserung von Ökosystemleistungen
(Multifunktionalität des Waldes). Die Waldböden, vor allem aber die Klimabedingungen
unterliegen einem deutlichen Veränderungsprozess. Wichtig ist, dass forstliche
Standortbedingungen als dynamische Faktoren in die waldbaulichen Planungen und
Modellierungen einbezogen werden.
Martin Baumann (Referent Waldschutz, Waldbau im Kompetenzzentrum Wald und
Forstwirtschaft) stellte die Waldentwicklungstypen als Grundlage für eine dynamische
Waldbaustrategie vor. Sie schaffen die Verbindung zwischen einem vorhandenen
Ausgangszustand und dem langfristigen waldbaulichen Ziel. Die Richtlinie zu den
Waldentwicklungstypen besteht aus zwei Teilen. Teil 1 enthält neben den
standörtlichen Grundlagen und Begriffsbestimmungen auch Grundsätze zur
Verjüngung sowie eine Beschreibung der waldbaulichen Entwicklungsziele
(Zielzustände). Teil 2 wird sich mit Behandlungskonzepten für die Ausgangszustände
und darauf aufbauend mit den spezifischen Maßnahmen für die
Waldentwicklungstypen befassen. Die Richtlinie zu den Waldentwicklungstypen wird
das waldbauliche Handeln der nächsten Jahre im sächsischen Staatswald maßgeblich
beeinflussen.
Dr. Wolfgang Beck (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Thünen-Institut für
Waldökosysteme in Eberswalde) hat ausländische und einheimische Fichten-
Provenienzen hinsichtlich herkunftstypischer Zuwachsreaktionen auf Witterungsstress
verglichen und präsentierte gestern wesentliche Ergebnisse seiner
Forschungsarbeiten. Die von ihm untersuchten Fichtenbestände befinden sich nach
einer immissionsbedingten Wachstumsdepression in den 1970er und 80er Jahren seit
etwa 20 Jahren in einer Zuwachshochphase. Es ist aber davon auszugehen, dass
Fichtenbestände mit zunehmender Erwärmung vermehrt trockenheitsbedingten
Stressphasen ausgesetzt sind und insbesondere in den unteren Mittelgebirgslagen und
im Tiefland einen Waldumbauschwerpunkt in Sachsen darstellen.
Karina Hoffmann (Referentin Fernerkundung, Waldmonitoring im Kompetenzzentrum
Wald und Forstwirtschaft) hat die Dienstleistungen der Fernerkundung für die forstliche
Praxis vorgestellt. Die Anwendung von Luftbildern und Geländemodellen im Rahmen
von geographischen Informationssystemen (GIS) sind für die forstliche Praxis
inzwischen selbstverständlich. Auf dem Gebiet der Fernerkundung wurden in der
Vergangenheit jedoch große Fortschritte erzielt. Insbesondere die Erfassung von
Waldzustandsdaten (z. B. Baumhöhen und Baumarten)) sowie die Erfassung von
Schadereignissen (z. B. Sturmwurf oder Insektenkalamitäten) im Wald sind aktuell und
zukünftig von großer Bedeutung. Mit den neuen Methoden der Fernerkundung wird
eine ganz neue Datenbasis und Datenqualität für alle Waldeigentumsarten geschaffen.

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Insbesondere im sächsischen Privatwald können die Fernerkundungsdaten die
Informationslage und damit die Beratungsqualität entscheidend verbessern.
Dr. Heino Wolf (Referatsleiter Forstgenetik, Forstpflanzenzüchtung im
Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft) erläuterte die umfangreichen
Maßnahmen, die Sachsenforst gemeinsam mit zahlreichen Partnern unternimmt, damit
der Bestand der Schwarz-Pappel in Sachsen wieder zunimmt. Es ist ein gemeinsames
Anliegen der Forstwirtschaft und des Naturschutzes, die Schwarz-Pappel als einen
natürlichen Bestandteil der flussbegleitenden Auenwälder stärker zu schützen, zu
pflegen und zu entwickeln. Die Schwarz-Pappel ist ein Bestandteil der natürlichen
Auenvegetation, besitzt Pionierbaumeigenschaften, ist ein schnellwachsender
Biomasse- und Stammholzproduzent und sollte auch in den Waldbaukonzepten stärker
berücksichtigt werden.
Die fünf Fachvorträge vermittelten eindrucksvoll, dass forstliche Theorie und forstliche
Praxis unmittelbar zusammengehören. Der Wissenstransfer verläuft nicht als
Einbahnstraße, sondern funktioniert in Sachsen in beide Richtungen. Nur so wird auch
gewährleistet, dass die Ergebnisse der forstlichen Ressortforschung unmittelbar durch
die Forstpraktiker zur Anwendung gelangen. Für diesen Wissenstransfer ist das
Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft als integraler Bestandteil von
Sachsenforst von großer Bedeutung.
Die Fachvorträge werden im Internet unter
www.sachsenforst.de
zur Verfügung
gestellt.
Daniel Thomann
Pressesprecher