image
Bausteine der Beruflichen
Orientierung für Schulen
mit dem Förderschwerpunkt
geistige Entwicklung in Sachsen
in Zusammenarbeit des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus
und der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen
April 2019

2
Vorbemerkungen
Die Bausteine der Beruflichen Orientierung (BO-Bausteine) sind Arbeitshilfen zur Entwicklung,
Umsetzung und Überprüfung des schuleigenen Konzepts zur Beruflichen Orientierung (BO-
Konzept) im Rahmen der Schulprogrammarbeit.
Die BO-Bausteine beschreiben Möglichkeiten für Aktivitäten, Angebote und Maßnahmen der
Beruflichen Orientierung als Querschnittsaufgabe einer Schule und ihrer Partner. Einige BO-
Bausteine sind gängige Schulpraxis. Andere beinhalten wenig verbreitete Umsetzungsideen für
Inhalte der Beruflichen Orientierung, die weiterempfohlen werden sollen.
Für die Erarbeitung des schuleigenen BO-Konzepts können Bausteine schulintern ausgewählt, mit
der Agentur für Arbeit und weiteren Partnern abgestimmt und zielführend kombiniert werden. Die
Grundlage und den roten Faden für ein systematisch aufgebautes schuleigenes BO-Konzept
bilden die Kernziele der Beruflichen Orientierung.
Mithilfe der BO-Bausteine kann ein vorhandenes BO-Konzept zudem überprüft und modifiziert
werden. Dabei ist zu prüfen, ob die Kernziele mit den gegenwärtigen Konzeptinhalten gut
umgesetzt werden, ob weitere BO-Bausteine hinzukommen und/oder vorhandene Angebote
modifiziert werden sollten.
Bei Fragen zum schuleigenen BO-Konzept und/oder zu den BO-Bausteinen steht Ihnen der
Berater/die Beraterin Schule-Wirtschaft im Landesamt für Schule und Bildung zur Verfügung.
Er/sie freut sich auch über Informationen und Erfahrungen zu weiteren Umsetzungsmöglichkeiten
der Beruflichen Orientierung, die zukünftig ebenfalls als BO-Baustein aufbereitet werden sollten.

3
Inhaltsverzeichnis
1
1.1
1.2
2
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
3.
3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
3.6
3.7
3.8
3.9
3.10
3.11
3.12
3.13
3.14
3.15
3.16
3.17
3.18
Kernziele der Beruflichen Orientierung
Abkürzungsverzeichnis
BO-Bausteine zur Konzeptarbeit
Schuleigenes Konzept zur Beruflichen Orientierung
Arbeit mit dem „Ordner Leben und Arbeit“
BO-Bausteine für die Oberstufe
Betriebserkundungen
Dokumentierte Selbst- und Fremdeinschätzung
Schülerfirma
„Schnupperpraktikum“ in der Werkstufe
Berufe-Rallye
BO-Bausteine für die Werkstufe
Auftaktelternabend zur Beruflichen Orientierung
Einführung des „Ordners Leben und Arbeit“
Dokumentierte Selbst- und Fremdeinschätzung
Betriebserkundungen
Schulinterne Praxiserfahrungen
Praktika in Werkstätten für behinderte Menschen
Praktika in Unternehmen und Einrichtungen
Schülerfirma
Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit stellt sich vor
Elternabend zum Übergang Schule-Arbeitsleben
Kooperation mit einer berufsbildenden Schule
Werkstatt-Rallye
Vertiefte Maßnahmen der Beruflichen Orientierung durch die Integrationsfachdienste
Erstgespräch im beruflichen Reha-Verfahren
Persönliche Dokumentation zur Beruflichen Orientierung
Mobilitätstraining
Erfahrungsberichte aus dem Arbeitsleben
Verfahren „Praxisbaustein in WfbM“

4
Kernziele der Beruflichen Orientierung für die
Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
Stufe
Kernziele
sensibilisieren
Oberstufe
eigene Neigungen und Begabungen entdecken
eigene Stärken und Fähigkeiten einschätzen
Einblicke in die Arbeitswelt erhalten
Zukunftsvorstellungen entwickeln
eine positive Einstellung und Motivation zum Arbeiten
entwickeln
sich mit Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten
auseinandersetzen
das eigene Handlungsrepertoire im praktischen Tun
erweitern
reflektieren
Werkstufe
eigene Stärken und Fähigkeiten einschätzen
den individuellen und gesellschaftlichen Wert des Arbeitens
erkennen
grundlegende Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt
kennen
Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten kennen
und sich entsprechend verhalten
sich mit beruflichen Tätigkeiten, Berufsbereichen und
Arbeitsabläufen auseinandersetzen und Praxiserfahrungen
reflektieren
Arbeitsprozesse im außerschulischen Kontext bewältigen
Informations- und Unterstützungsangebote zur BO kennen
und nutzen
sich mit Perspektiven nach der Schule auseinandersetzen
und den persönlichen Berufsweg planen
realistische berufliche Wünsche entwickeln
den persönlichen Lebensweg, Stärken, Fähigkeiten und
Praxiserfahrungen dokumentieren und präsentieren
die eigene Mobilität erweitern
grundlegende Kompetenzen für die Teilhabe am Arbeitsleben*
*Teilhabe am Arbeitsleben kann Beschäftigung in der WfbM mit ihren unterschiedlichen Bereichen,
Beschäftigung in Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes, tagesstrukturierende Maßnahmen von
Pflegeeinrichtungen sowie Maßnahmen der AA umfassen. Sie ist nicht zwingend an Leistungserbringung
gebunden.

5
Abkürzungsverzeichnis
AA
Agentur für Arbeit
BB
Reha-Beratung der Agentur für Arbeit, Berufsberatung
BG
Beratungsgespräch mit Berufsberater/in der Agentur für Arbeit
BiZ
Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit
BO
Berufliche Orientierung
BPS
Berufspsychologischer Service der Agentur für Arbeit
Eltern*
Eltern bzw. Personensorgeberechtige bzw. gesetzlicher Betreuer
FB
Fachberater/in
FL
Fachlehrer/in
FSP
Förderschwerpunkt
FU
Fachorientierter Unterricht
GU
Grundlegender Unterricht
IFD
Integrationsfachdienst
KL
Klassenleiter/in
KSV Sachsen
Kommunaler Sozialverband Sachsen
LaSuB
Landesamt für Schule und Bildung
Lehrkraft BO
Verantwortliche Lehrkraft für Berufliche Orientierung
LB
Lernbereich
OLA
Portfolio „Mein Ordner Leben und Arbeit“
OLA, Teil …
einzuheften in den bezeichneten Teil des OLA
PFK
Pädagogische Fachkraft im Unterricht
RD Sachsen
Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit
SMK
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
SMS
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
SL
Schulleitung
SuS
Schülerinnen und Schüler
WfbM
Werkstätten/Werkstatt für behinderte Menschen

6
Konzeptarbeit
1.1 Schuleigenes Konzept zur Beruflichen
Orientierung
Ziel und Inhalt
Die Schule verfügt über eine abgestimmte Arbeitsgrundlage für eine
systematische und zielführende BO als pädagogische Querschnitts-
aufgabe. Die Schule verfügt über ein schuleigenes BO-Konzept, das an
den Kernzielen der BO ausgerichtet ist und in dem die Fachinhalte und
Projekte zur BO abgestimmt zusammengeführt sind. (siehe Schul-
ordnung Förderschulen § 23a, Leistungsbeschreibung der Schule mit
dem FSP gE)
Konzept-
erstellung
Bildung einer BO-Arbeitsgruppe
Zusammentragen der Fachinhalte, Projekte und Maßnahmen zur BO
in der Oberstufe und in der Werkstufe
stufenbezogenes Ordnen und Zuordnen zu den Kernzielen der BO
Untersetzung mit Lernzielen/Kompetenzen der SuS sowie mit
Verantwortlichkeiten zur Umsetzung
nach Konzepterstellung Einholung des Beschlusses der
Schulkonferenz
Materialien
Konzepterstellung: siehe Handreichung zum OLA, 4. Auflage 2019,
S.13ff
www.berufswahlpass-sachsen.de
,
Materialpool, Schlagwort:
OLA
Konzeptstruktur
: Orientierung möglich an: siehe Handreichung zum
OLA S. 16 und/oder an der Tabelle 1.3 im Fragebogen zum
Qualitätssiegel für Berufliche Orientierung:
http://www.bildung.sachsen.de/5501.htm
Kernziele der Beruflichen Orientierung
siehe Seite 4
Nachbereitung
Evaluation am Ende jedes Schuljahres
ggf. Modifizierung des Konzepts
Veröffentlichung der Konzeptschwerpunkte auf der Schulwebsite

7
Konzeptarbeit
1.2 Arbeit mit dem „Ordner Leben und Arbeit“
Ziel und Inhalt
Der OLA ist als Lern- und Arbeitsinstrument für SuS in der Werkstufe
konzipiert und im Lehrplan verankert. Der Einsatz ist auch schon in der
Oberstufe möglich. Die Arbeit mit dem Portfolio OLA wird als pädago-
gische Querschnittsaufgabe geplant und durchgeführt. Im Zeitverlauf
wird mit den SuS eine persönliche Dokumentation erarbeitet, in der
Wünsche und Vorstellungen zu Arbeit und Leben, Stärken, Fähigkeiten
und Praxiserfahrungen sowie wichtige lebenspraktische Informationen
zusammengefasst werden. Damit entsteht ein individuelles Ergebnis,
das den SuS und den Unterstützenden eine solide Grundlage für den
Übergang von der Schule in das Arbeitsleben bietet. Die lebens-
praktischen Informationen im OLA sind für die jungen Erwachsenen
auch über die Schulzeit hinaus von Nutzen.
Vorbereitung
Die Entscheidung, ob der OLA an der Schule eingeführt wird, trifft die
Schulleitung in Absprache mit den Pädagogen. Die Arbeit mit dem OLA
ist eine grundsätzliche Entscheidung, deshalb ist eine Vorlaufzeit für
Planungen und die Information aller wichtigen Partner notwendig. Die
Planung des Einsatzes des OLA erfolgt durch eine Arbeitsgruppe auf
Grundlage des schuleigenen Konzepts zur BO.
Handreichung zum OLA*
*
www.berufswahlpass-sachsen.de
,
Materialpool, Schlagwort: OLA
Information von
Lehrern, Eltern*,
SuS,
Schulpartnern
Information aller Pädagogen zur Arbeit mit dem OLA
Power-Point-Präsentation zur Lehrerinformation*
Vorstellung des OLA zum Elternabend
Power-Point-Präsentation zum Elternabend*
Einführung mit den SuS im Unterricht
Information der Schul- und Praxispartner in Gesprächen
*
www.berufswahlpass-sachsen.de
,
Materialpool, Schlagwort: OLA
Nachbereitung
regelmäßige Überprüfung des geplanten Einsatzes
Information der nachschulischen Einrichtungen (z. B. WfbM) und
Kooperationspartner der Region über die Mit- und
Nachnutzungsmöglichkeiten des OLA
Bestellung/Kosten
Der OLA ist ein Projektergebnis und wird durch die LSJ Sachsen als
gemeinnütziger Verein zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt.
Die Bestellung sollte bis Ende Mai eines Jahres erfolgen. Für Schulen
mit dem FSP geistige Entwicklung in Sachsen besteht grundsätzlich die
Möglichkeit, den OLA aus dem durch den Schulträger zugewiesenen
Budget für Lernmittel zu finanzieren. Der Preis des OLA wird regelmäßig
unter Berücksichtigung von Bestellzahlen und Kosten kalkuliert und
beträgt ca. 10 EUR.
Alle Infos:
www.berufswahlpass-sachsen.de
,
Bestellung

8
Oberstufe
2.1 Betriebserkundungen
Kernziele
Einblicke in die Arbeitswelt erhalten
sich mit Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten
auseinandersetzen
eine positive Einstellung und Motivation zum Arbeiten entwickeln
Inhalt
Die SuS besichtigen im Rahmen von Exkursionen regionale
Unternehmen und Einrichtungen. Sie erhalten Informationen zu deren
Produkten und Leistungen sowie Einblicke in berufliche Tätigkeiten.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL, FL
GU: Sachunterricht
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
mehrstündig, ggf. ganztägig (Projekttag, Tagesexkursion)
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
gewinnen Einblick in regionale Unternehmen/Einrichtungen und
berufliche Tätigkeiten
gewinnen Einblick in grundlegende Anforderungen des
Arbeitslebens
gewinnen Einblick in die Notwendigkeit und persönliche
Bedeutsamkeit von Arbeit
Dokumentation/
Ergebnissicherung
schuleigene Arbeitsblätter
OLA-Arbeitsblätter „Ein Betrieb stellt sich vor.“
Vorbereitung
Recherche zu den Unternehmen und Einrichtungen
Absprache Termin, Inhalt, Umfang, Lernvoraussetzungen der SuS
Recherche zur Bewältigung der Wege
Exkursionsantrag an SL, Information der Eltern*
Information und Motivation der SuS
Erarbeitung von Erkundungsaufträgen und entsprechenden
Arbeitsblättern
Nachbereitung
Auswertung in der Klasse, z. B. Erstellen von Erkundungsberichten
(mündlich, schriftlich, mit Bildern)
Nutzen der Websites der Unternehmen und Einrichtungen
Materialien/
Medien
OLA, Websites der Unternehmen und Einrichtungen
Kosten
ggf. Fahrtkosten

9
Oberstufe
2.2 Dokumentierte Selbst- und Fremdeinschätzung
Kernziele
eigene Neigungen und Begabungen entdecken
eigene Stärken und Fähigkeiten einschätzen
sich mit Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten
auseinandersetzen
Inhalt
Die SuS setzen sich mit ihren Stärken und Schwächen auseinander.
Dafür werden Fragebögen und Gespräche genutzt. Die SuS schätzen
sich selbst ein und werden von anderen eingeschätzt. Es folgt ein
individueller Abgleich zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung.
Stärken und Schwächen werden dokumentiert.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL, FL
GU: Wahrnehmung, Denken, Bewegung, Kommunikation;
Persönlichkeit und soziale Beziehungen
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
wiederkehrend, mind. 1x im Schuljahr
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
kennen die Kriterien, nach denen die jeweilige Einschätzung erfolgt
lernen mit Einschätzungsbögen umzugehen
gewinnen Einblick in Zusammenhänge zwischen Selbstbild und
Fremdbild
entwickeln ihre Reflexions- und Kritikfähigkeit
sind in der Lage, ihre Stärken und Schwächen zu benennen
Dokumentation/
Ergebnissicherung
schuleigene, individuell abgestimmte Einschätzungsbögen zu
Stärken und Schwächen
OLA-Arbeitsblätter „Meine Stärken und meine Schwächen. Ich
schätze mich ein.“, „Eine andere Person schätzt mich ein.“
Vorbereitung
Festlegung von Formen der Dokumentation (Gesten, Piktogramme,
Bilder, Schrift)
Festlegung von Kriterien, die die individuelle Entwicklung der SuS
berücksichtigen
Erstellung/Auswahl der Einschätzungsbögen
Nachbereitung
individuelle Auswertungsgespräche
individuelle Förderplanung
Materialien/
Medien
Bereitstellung von Piktogrammen, Smileys, Tokensystemen
schuleigene Einschätzungsbögen, OLA
Kosten
keine

10
Oberstufe
2.3 Schülerfirma
Kernziele
eigene Neigungen und Begabungen entdecken
eine positive Einstellung und Motivation zum Arbeiten entwickeln
sich mit Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten
auseinandersetzen
das eigene Handlungsrepertoire im praktischen Tun erweitern
Inhalt
Die SuS setzen im Rahmen eines Schulprojekts, das ähnlich einer
realen Firma strukturiert und organisiert ist, eine Geschäftsidee um. Sie
stellen Produkte her und/oder bieten Dienstleistungen an. Sie setzen
sich praktisch mit Aufgaben wie Verkauf, Abrechnung, Bestellung und
Werbung sowie situativen Anforderungen, z. B. Bewerbung und
Kundengespräch, auseinander.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
verantwortliche Lehrkraft
GU: Mathematik, Deutsch
FU: Hauswirtschaft, Werken, Kunst
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
in Abhängigkeit von der Geschäftsidee und der Organisationsstruktur
kontinuierlich im Laufe eines Schuljahres bzw. mehrerer Schuljahre
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
kennen Arbeitsbereiche und Tätigkeiten in der Schülerfirma
bringen sich in die Planung und Gestaltung von Arbeitsbereichen
ein
setzen sich mit beruflichen Tätigkeiten und Arbeitsabläufen
auseinander
sind in der Lage, in guter Qualität Produkte herzustellen und/oder
Dienstleistungen auszuführen
entdecken Neigungen und Begabungen im praktischen Tun
können sich angemessen in Anforderungssituationen einer
Schülerfirma (z. B. Kundengespräch) verhalten
können ihre praktischen Erfahrungen reflektieren
Dokumentation/
Ergebnissicherung
Zertifikat
OLA, Teil 2
Vorbereitung
Absprachen zwischen verantwortlicher Lehrkraft, SL, Kollegium und
ggf. Kooperationspartnern
Erstellung/Fortschreibung des schuleigenen
Schülerfirmenkonzeptes
Recherche von Finanzierungsmöglichkeiten
Nachbereitung
Reflektieren der praktischen Erfahrungen
Ableitung von Handlungsschritten
Materialien/
Medien
Handreichung und Materialien für Schülerfirmen:
http://lsj-sachsen.de/verein/veroeffentlichungen/
Zertifikatsvorlage:
www.berufswahlpass-sachsen.de
,
Materialpool,
Schlagwort: OLA
Kosten
evtl. Startkapital für die Schülerfirma

11
Oberstufe
2.4 „Schnupperpraktikum“ in der Werkstufe
Kernziele
eigene Neigungen und Begabungen entdecken
eigene Stärken und Fähigkeiten einschätzen
Zukunftsvorstellungen entwickeln
sich mit Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten
auseinandersetzen
das eigene Handlungsrepertoire im praktischen Tun erweitern
Inhalt
SuS, die im Folgejahr in die Werkstufe wechseln, nehmen für einen
vorher vereinbarten Zeitraum am Unterricht der Werkstufe teil. Das
„Schnupperpraktikum“ wird anschließend mit den SuS ausgewertet.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
Team Oberstufe, Team Werkstufe
GU: Persönlichkeit und soziale Beziehungen, Berufsorientierung
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
im letzten Schulbesuchsjahr der Oberstufe, möglich als:
Blockpraktikum
stundenweise über einen längeren Zeitraum
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
können soziale Beziehungen aufbauen und aktiv gestalten
kennen Unterrichtsstruktur und praktische Tätigkeiten in der
Werkstufe
beteiligen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an Arbeitsprozessen
können sich im veränderten Umfeld angemessen verhalten
können notwendige Wege selbstständig oder mit Unterstützung
zurücklegen
Dokumentation/
Ergebnissicherung
OLA-Arbeitsblätter „Mein Praktikum. Ich schätze mich selbst ein.“,
„Eine andere Person schätzt mich ein.“
schuleigene Einschätzungsbögen OLA
Vorbereitung
Konferenz der Teams der Oberstufe und Werkstufe zur Auswahl
geeigneter SuS und Festlegung der Dauer des „Schnupper-
praktikums“
Vorbereitungsgespräch mit SuS der Werkstufenklassen
Planung von Schülerpatenschaften
Einschätzungsbögen für SuS und Lehrer
Elterninformation (Brief oder Elternversammlung)
Nachbereitung
Konferenz der Teams der Oberstufe und Werkstufe
Auswertung der Ergebnisse (Evaluationsbogen)
Festlegung, ob das „Schnupperpraktikum“ für die jeweiligen SuS
fortgeführt werden sollte
Materialien/
Medien
schuleigene Einschätzungsbögen, OLA
Kosten
keine

12
Oberstufe
2.5 Berufe-Rallye
Kernziele
Einblicke in die Arbeitswelt erhalten
sich mit Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten
auseinandersetzen
eine positive Einstellung und Motivation zum Arbeiten entwickeln
Inhalt
Die SuS erkunden ein abgegrenztes Gebiet (z. B. die Schulumgebung,
ein Gewerbegebiet) bezüglich der dort angesiedelten Unternehmen und
Einrichtungen. Sie befragen Mitarbeiter/innen zu Produkten/Leistungen
und beruflichen Tätigkeiten.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL, FL
GU: Persönlichkeit und soziale Beziehungen, Berufsorientierung
Zeitlicher Rahmen mehrstündig, ggf. Projekttag, Tagesexkursion
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
gewinnen Einblick in regionale Unternehmen/Einrichtungen und
berufliche Tätigkeiten
können sich in Befragungssituationen und bei sozialen Kontakten
angemessen verhalten
Dokumentation/
Ergebnissicherung
schuleigene Arbeitsblätter, Fragebögen
Flyer, Bilder der Unternehmen/Einrichtungen
OLA-Arbeitsblatt „Ein Betrieb stellt sich vor.“
Vorbereitung
Recherche zu den Unternehmen/Einrichtungen im festgelegten
Gebiet
ggf. Vorinformation der Unternehmen/Einrichtungen per E-Mail
Erstellung von Erkundungsaufträgen, Fragebögen
Nachbereitung
Auswertung in der Klasse, z. B. Anfertigung von Plakaten
Materialien/
Medien
Flyer, Bilder der Unternehmen/Einrichtungen
Kosten
ggf. Fahrtkosten

13
Werkstufe
3.1 Auftaktelternabend zur Beruflichen Orientierung
Ziele
Die Eltern*
sind hinsichtlich des Themas BO und ihrer Rolle im Berufswahl-
prozess ihres Kindes sensibilisiert
haben einen Überblick über die Angebote der Schule und ihrer
Partner
wissen, wie sie die BO ihres Kindes und ggf. die BO-Angebote der
Schule unterstützen können
können die vertieften Maßnahmen der BO gemäß § 48 SGB III des
IFD in den Prozess der BO einordnen
Inhalte
Information der Eltern* über
das Werkstufenkonzept (inklusive BO-Konzept)
Gestaltung des Überganges Schule-Arbeitsleben
Perspektiven für ihr Kind nach der Schule
Informations- und Unterstützungsangebote zur BO
vertiefte Maßnahmen der BO gemäß § 48 SGB III des IFD
die Arbeit mit dem OLA
Verantwortung/
Bezug
BO-Lehrer, SL, KL, ggf. BB, IFD
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
zu Beginn der Werkstufe
ca. 60 min.
Dokumentation
ggf. schuleigenes Informationsmaterial für Eltern*
Vorbereitung
Abstimmung der Lehrer mit Partnern
Einladung an die Eltern*
Klärung räumlicher und technischer Voraussetzungen
Bereitstellung von Materialien (z. B. Werkstufen-/BO-Konzept)
Nachbereitung
Informationsmaterial für nicht anwesende Eltern*
Materialien/
Medien
Ablaufplan und Präsentationen in gemeinsamer Verantwortung der
Schule und Partner,
Power-Point-Präsentation zum OLA für Eltern*
www.berufswahlpass-sachsen.de
,
Materialpool, Schlagwort: OLA
Kosten
keine

14
Werkstufe
3.2 Einführung des „Ordners Leben und Arbeit“
Kernziel
den persönlichen Lebensweg, Stärken, Fähigkeiten und Praxis-
erfahrungen dokumentieren und präsentieren
Inhalt
Die SuS lernen den OLA als Ordner kennen, mit dem sie Themen zur
persönlichen Lebensplanung und BO bearbeiten und die Ergebnisse
aus verschiedenen Bereichen des Lehrplans und Projekten sichern
können. Sie erhalten ihren eigenen OLA und bearbeiten erste Inhalte
zu ihrer Person.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
Lehrkraft BO in Zusammenarbeit mit KL
GU: Berufsorientierung
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen 2-3 Unterrichtseinheiten
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
kennen den OLA und wissen, wie er aufgebaut ist
wissen, wie sie den OLA in der Werkstufe nutzen werden
setzen sich mit ihrer Person auseinander
Dokumentation/
Ergebnissicherung
OLA-Arbeitsblätter „Das bin ich“, „Über mich“
Vorbereitung
schulinterne Entscheidung über die längerfristige Arbeit mit dem
OLA im Werkstufen-Team herbeiführen
Organisation der benötigten Stückzahl an OLA für die Klasse (siehe
Baustein 1.2)
Nachbereitung
Nutzung des OLA in verschiedenen Bereichen des Lehrplans und
Projekten auf Grundlage des schuleigenen BO-Konzepts
Materialien/
Medien
Handreichung zum OLA:
www.berufswahlpass-sachsen.de
,
Materialpool, Schlagwort: OLA
Kosten
siehe Baustein 1.2

15
Werkstufe
3.3 Dokumentierte Selbst- und Fremdeinschätzung
Kernziele
eigene Stärken und Fähigkeiten einschätzen
sich mit beruflichen Tätigkeiten, Berufsbereichen und Arbeitsabläufen
auseinandersetzen und Praxiserfahrungen reflektieren
den persönlichen Lebensweg, Stärken, Fähigkeiten und Praxiserfahrungen
dokumentieren und präsentieren
realistische berufliche Wünsche entwickeln
Inhalt
Die SuS setzen sich mit den Anforderungen an berufliche Tätigkeiten und
Sozialkompetenzen im Kontext der Arbeitswelt auseinander. Arbeitsblätter zur
Selbst- und Fremdeinschätzung für Praktika und Praxistage werden eingeführt
und angewendet. Es folgt die individuelle Auswertung im Vergleich von Selbst-
und Fremdeinschätzung und die Ableitung eigener Stärken und Fähigkeiten.
Die Ergebnisse setzen die SuS in Beziehung zu ihrer beruflichen
Zukunftsplanung, d. h. es werden konkrete Handlungsschritte vereinbart.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL, Praktikumsbeauftragter, Praktikumsverantwortliche in der WfbM
und in Betrieben
GU: Berufsorientierung, FU: Arbeit und Beruf
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
immer wiederkehrender Einsatz in Zusammenhang mit Praxiserfahrungen
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
kennen die Kriterien, nach denen die jeweilige Einschätzung erfolgt
können mit Einschätzungsbögen umgehen
gewinnen Einblick in Zusammenhänge zwischen Selbstbild und Fremdbild
entwickeln ihre Reflexions- und Kritikfähigkeit
sind in der Lage, ihre Stärken und Schwächen zu benennen
können eigene Stärken und Fähigkeiten in Beziehung zu beruflichen
Anforderungen setzen
Dokumentation/
Ergebnissicherung
schuleinheitliche Einschätzungsbögen (mit individuellen Anpassungs-
möglichkeiten)
OLA Teil 2
OLA-Arbeitsblätter: „Mein Praktikum. Ich schätze mich selbst ein.“/“Eine
andere Person schätzt mich ein.“
ggf. Einschätzungsbögen z. B. von WfbM, Unternehmen
OLA Teil 2
Vorbereitung
Festlegung von Formen der Dokumentation (Gesten, Piktogramme, Bilder,
Schrift)
Festlegung von Kriterien, die die individuelle Entwicklung des SuS
berücksichtigen und Erstellung/Auswahl von Einschätzungsbögen
Abstimmung der Dokumentation mit WfbM, Unternehmen und
Einrichtungen
Nachbereitung
individuelle Auswertungsgespräche
individuelle Förderplanung
Materialien/
Medien
Bereitstellung von Piktogrammen, Smileys, Tokensystemen
OLA, ggf. schuleigene Einschätzungsbögen
Kosten
keine

16
Werkstufe
3.4 Betriebserkundungen
Kernziele
den individuellen und gesellschaftlichen Wert des Arbeitens
erkennen
grundlegende Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt kennen
sich mit beruflichen Tätigkeiten, Berufsbereichen und
Arbeitsabläufen auseinandersetzen
realistische berufliche Wünsche entwickeln
Inhalt
Die SuS besichtigen im Rahmen von Exkursionen Unternehmen und
Einrichtungen. Sie erhalten Informationen zu Produkten und Leistungen
sowie Einblicke in berufliche Tätigkeiten.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL, FL
GU: Berufsorientierung, Sachunterricht LB 4
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen mehrstündig, ggf. ganztägig (Projekttag, Tagesexkursion)
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
gewinnen Einblick in Leistungen und Aufgaben von Unternehmen
und Einrichtungen
setzen sich mit verschiedenen beruflichen Tätigkeiten auseinander
entwickeln zunehmend realistische berufliche Vorstellungen und
Wünsche
erkennen die Notwendigkeit sowie die persönliche und
gesellschaftliche Bedeutung von Arbeit
Dokumentation/
Ergebnissicherung
schuleigene AB, Flyer, Bilder OLA Teil 2
OLA-Arbeitsblatt „Ein Betrieb stellt sich vor“
Vorbereitung
Recherche zu den Unternehmen und Einrichtungen
Absprache Termin, Inhalt, Umfang, Lernvoraussetzungen der SuS
Recherche zur Wegbewältigung
Exkursionsantrag an SL, Information der Eltern*
Information und Motivation der SuS
Erarbeitung von Erkundungsaufträgen und entsprechenden AB
Nachbereitung
Auswertung in der Klasse, z. B. erstellen von Exkursionsberichten
mündlich, schriftlich, mit Bildern
Materialien/
Medien
OLA, Websites der Unternehmen und Einrichtungen
Kosten
ggf. Fahrtkosten

17
Werkstufe
3.5 Schulinterne Praxiserfahrungen
Kernziele
sich mit beruflichen Tätigkeiten, Berufsbereichen und Arbeitsabläufen
auseinandersetzen und Praxiserfahrungen reflektieren
eigene Stärken und Fähigkeiten einschätzen
Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten kennen und sich
entsprechend verhalten
den individuellen und gesellschaftlichen Wert des Arbeitens erkennen
Inhalt
Die SuS machen ohne Begleitung durch FL oder PFK erste Praxiserfahrungen
außerhalb des Klassenverbandes, jedoch im geschützten Rahmen der Schule.
Sie lernen Arbeitsbedingungen und betriebliche Abläufe z. B. beim Haus-
meister oder im Sekretariat kennen. Sie werden je nach Möglichkeiten in
laufende Arbeitsprozesse eingebunden.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL, FL
GU: Berufsorientierung, FU: Arbeit und Beruf
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
verschiedene Varianten möglich, von wöchentlich bis Blockpraktikum
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
erfahren im Rahmen der Schule aktive Einbindung in Arbeitsprozesse
kennen Anforderungen und können sich anforderungsgemäß verhalten
erweitern ihre Sozialkompetenzen
erfahren, dass positive Arbeitsergebnisse und -erlebnisse die eigene
Selbstzufriedenheit stärken
können ihre Stärken und Fähigkeiten einschätzen
erweitern ihre Mobilität
wenden Problemlösestrategien an
Dokumentation/
Ergebnissicherung
Belehrung, Dokumentation der Arbeitsinhalte und Ergebnisse
Praktikumsmappe und/oder OLA Teil 2
OLA-Arbeitsblätter: „Mein Praktikum. Ich schätze mich selbst ein.“, „Eine
andere Person schätzt mich ein.“, „Das muss ich zum Arbeitsschutz
beachten.“, „Meine Packliste für die Arbeitstasche“
Praktikumseinschätzung OLA Teil 2
Vorbereitung
Benennung eines Praktikumsbetreuers
Gewinnung von Partnern in der Schule (z. B. Hausmeister, Küchenkraft,
Sekretärin, Bibliothekarin, Reinigungskraft)
Absprachen zu Tätigkeiten, Zeitumfang, Dokumentationsform etc.
Abstimmung mit dem Stundenplan
Nachbereitung
siehe Handreichung Betriebspraktika, SMK 2014, S. 12/13
Auswertungsgespräch zwischen KL und Praktikumsbetreuer und
Ableitung von nächsten Schritten
Auswertung von Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung
Materialien/
Medien
Handreichung Betriebspraktika, SMK 2014 (Aktualisierung geplant in
2019)
Handreichung zum OLA:
www.berufswahlpass-sachsen.de
,
Materialpool,
Schlagwort: OLA
Kosten
keine

18
Werkstufe
3.6 Praktika in Werkstätten für behinderte
Menschen
Kernziele
Arbeitsprozesse im außerschulischen Kontext bewältigen
grundlegende Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt kennen
Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten kennen und sich
entsprechend verhalten
eigene Stärken und Fähigkeiten einschätzen
den individuellen und gesellschaftlichen Wert des Arbeitens erkennen
realistische berufliche Wünsche entwickeln
sich mit Perspektiven nach der Schule auseinandersetzen und den
persönlichen Lebensweg planen
Inhalt
Die SuS lernen Arbeitsbedingungen und betriebliche Abläufe in WfbM kennen
und beteiligen sich im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten an Arbeits-
prozessen. Schwerstmehrfachbehinderten SuS werden entsprechende
Erfahrungen im Förder- und Betreuungsbereich der WfbM vermittelt.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL, Lehrkraft BO, PFK, Verantwortliche in den WfbM
GU: Berufsorientierung, FU: Arbeit und Beruf
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
siehe § 23a SOFS
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
kennen ausgewählte Berufsbereiche und berufliche Tätigkeiten in WfbM
kennen konkrete Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten in
WfbM und verhalten sich entsprechend
können ihre Stärken bzgl. praktischer Tätigkeiten benennen
entwickeln zunehmend realistische berufliche Vorstellungen und Wünsche
erfahren aktive Einbindung in Arbeitsprozesse
erfahren, dass gelungene Arbeitsergebnisse und positive Erlebnisse in der
Arbeitswelt die eigene Selbstzufriedenheit stärken
Dokumentation/
Ergebnissicherung
Praktikumsvertrag, Belehrung, Dokumentation der Arbeitsinhalte und -
ergebnisse Praktikumsmappe und/oder OLA Teil 2
OLA-Arbeitsblätter „Übersicht über meine Praktika“, „Mein Praktikum. Ich
schätze mich selbst ein./Eine andere Person schätzt mich ein.“ „Das muss
ich zum Arbeitsschutz beachten.“, „Meine Packliste für die Arbeitstasche“
werkstatteigenes Material OLA Teil 2
Vorbereitung
siehe Handreichung Betriebspraktika, SMK 2014 S. 11 ff
Nachbereitung
siehe Handreichung Betriebspraktika, SMK 2014, S. 12/13
Auswertungsgespräch zwischen Schule, WfbM, SuS und Eltern* und
Ableitung von nächsten Schritten
Auswertung von Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung
Materialien/
Medien
Handreichung Betriebspraktika:
www.publikationen.sachsen.de
(Aktualisierung geplant in 2019)
Kosten
evtl. Fahrtkosten

19
Werkstufe
3.7 Praktika in Unternehmen und Einrichtungen
Kernziele
Arbeitsprozesse im außerschulischen Kontext bewältigen
grundlegende Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt kennen
Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten kennen und sich
entsprechend verhalten
den individuellen und gesellschaftlichen Wert des Arbeitens erkennen
realistische berufliche Wünsche entwickeln
sich mit Perspektiven nach der Schule auseinandersetzen und den
persönlichen Lebensweg planen
die eigene Mobilität erweitern
Inhalt
Die SuS lernen Arbeitsbedingungen und betriebliche Abläufe in Unternehmen
und Einrichtungen des allgemeinen Arbeitsmarktes kennen und sind im
Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten in Arbeitsprozesse eingebunden.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL, Lehrkraft BO, PFK, Verantwortliche in den Unternehmen und
Einrichtungen, Eltern*
GU: Berufsorientierung, FU: Arbeit und Beruf
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
siehe § 23a SOFS
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
kennen ausgewählte Berufsbereiche und berufliche Tätigkeiten
lernen verschiedene Arbeitsabläufe kennen
wissen sich an außerschulischen Lernorten angemessen zu verhalten und
Unterstützung einzufordern
erfahren aktive Einbindung in Arbeitsprozesse
können sich in Teams einbringen
lernen ihre Stärken und Fähigkeiten einzuschätzen
erfassen und reflektieren Anforderungen von beruflichen Tätigkeiten
erfahren, dass gelungene Arbeitsergebnisse und positive Erlebnisse in der
Arbeitswelt die Selbstzufriedenheit stärken
können notwendige Wege zu und von außerschulischen Lernorten
selbständig zurücklegen
Dokumentation/
Ergebnissicherung
Praktikumsvertrag, Belehrung, Dokumentation der Arbeitsinhalte und -
ergebnisse Praktikumsmappe und/oder OLA Teil 2
OLA-Arbeitsblätter „Übersicht über meine Praktika“, „Mein Praktikum. Ich
schätze mich selbst ein./Eine andere Person schätzt mich ein.“ „Das muss
ich zum Arbeitsschutz beachten.“, „Meine Packliste für die Arbeitstasche“
Vorbereitung
Akquise geeigneter Unternehmen und Einrichtungen für Praktika
Wegetraining
Absprachen zur Organisation
Vorstellung des jeweiligen Berufsfeldes im GU Berufsorientierung, siehe
Handreichung Betriebspraktika, SMK 2014 S. 11 ff
Nachbereitung
Auswertungsgespräch zwischen Schule und Unternehmen/Einrichtung und
Ableitung von nächsten Schritten Gesprächsprotokoll
Auswertung von Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung
Materialien/
Medien
Handreichung Betriebspraktika:
www.publikationen.sachsen.de
(Aktualisierung geplant in 2019)
OLA
Kosten
ggf. Fahrtkosten

20
Werkstufe
3.8 Schülerfirma
Kernziele
grundlegende Zusammenhänge in der Berufs- und Arbeitswelt kennen
Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten kennen und sich
entsprechend verhalten
eigene Stärken und Fähigkeiten einschätzen
den individuellen und gesellschaftlichen Wert des Arbeitens erkennen
sich mit beruflichen Tätigkeiten, Berufsbereichen und Arbeitsabläufen
auseinandersetzen und Praxiserfahrungen reflektieren
Inhalt
Die SuS setzen im Rahmen eines Schulprojekts, das ähnlich einer realen
Firma strukturiert und organisiert ist, eine Geschäftsidee um. Sie stellen
Produkte her und/oder bieten Dienstleistungen an. Sie setzen sich praktisch
mit Aufgaben wie Verkauf, Abrechnung, Bestellung und Werbung und mit
Anforderungen wie Bewerbung und Kundengespräch auseinander.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
verantwortliche Lehrkraft
GU: Berufsorientierung, Mathematik, Deutsch
FU: Hauswirtschaft, Werken, Kunst
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
in Abhängigkeit von der Geschäftsidee und Organisationsstruktur kontinuierlich
im Laufe eines Schuljahres bzw. der Werkstufe
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
kennen Aufgabenbereiche und Tätigkeiten in der Schülerfirma
bringen sich in die Planung und Gestaltung von Tätigkeitsbereichen ein
sind in der Lage, Tätigkeiten zur Herstellung von Produkten oder für
Dienstleistungen in guter Qualität auszuführen
lernen persönliche Begabungen und Neigungen kennen
verhalten sich angemessen in Anforderungssituationen einer Schülerfirma
(z. B. Kundengespräch)
setzen sich mit beruflichen Tätigkeiten und Arbeitsabläufen auseinander
können ihre Praxiserfahrungen reflektieren
Dokumentation/
Ergebnissicherung
Zertifikat
OLA Teil 2
Vorbereitung
Absprachen der verantwortlichen Lehrkraft mit Schulleitung, Kollegium und
ggf. Kooperationspartnern
Erstellung/Fortschreibung des schuleigenen Schülerfirmenkonzeptes
Recherche von Fördermöglichkeiten
Nachbereitung
Reflektieren der praktischen Erfahrungen
Ableitung von Handlungsschritten
individuelle Gespräche zu persönlichen Stärken und beruflichen
Wünschen
Materialien/
Medien
Handreichung und Materialien für Schülerfirmen:
http://lsj-sachsen.de/verein/veroeffentlichungen/
Zertifikatsvorlage:
www.berufswahlpass-sachsen.de
, Materialpool,
Schlagwort: OLA
Kosten
evtl. Startkapital für die Schülerfirma

21
Werkstufe
3.9 Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit
stellt sich vor
Kernziel
sich mit Perspektiven nach der Schule auseinandersetzen
Informations- und Unterstützungsangebote zur BO kennen und
nutzen
Inhalt
Die SuS lernen ihren Ansprechpartner und die AA als Institution der
Reha-Beratung kennen. Sie erhalten einen Einblick in die Beratungs-
und Unterstützungsangebote der Berufsberatung der AA. Sie erhalten
weiterhin Informationen zu WfbM, zu berufsvorbereitenden Maß-
nahmen und zur Unterstützten Beschäftigung. Sie machen sich mit dem
Übergang Schule - Arbeitsleben, inklusive der Möglichkeiten des ersten
Arbeitsmarktes als Alternative zur WfbM/anderen Leistungsanbietern
vertraut.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
BB, Lehrkraft BO, KL
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
ca. 90 min.
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
kennen ihren Ansprechpartner der AA
kennen ihre Möglichkeiten des Übergangs Schule-Arbeitsleben
wissen, dass die Beratungs- und Unterstützungsangebote der AA in
ihrem OLA dokumentiert sind
Dokumentation/
Ergebnissicherung
Arbeits- und Infoblätter
OLA, Teil 2 und Teil 5
OLA-Arbeitsblatt „Der Reha-Berater stellt sich vor.“
Vorbereitung
Abstimmung zwischen BB, Lehrkraft BO und KL
Nachbereitung
Nachbereitung in der Klasse und in Einzelgesprächen
Exkursion zur AA
Materialien/
Medien
OLA-Arbeitsblatt „Der Reha-Berater stellt sich vor“
www.berufswahlpass-sachsen.de
,
Materialpool, Schlagwort: OLA
Flyer der AA
Kosten
keine

22
Werkstufe
3.10 Elternabend zum Übergang Schule -
Arbeitsleben
Ziele
Die Eltern*
kennen Informations- und Unterstützungsangebote zur BO
setzen sich mit Perspektiven nach der Schule auseinander
kennen den Prozess des Übergangs Schule-Arbeitsleben
wissen, wofür sie und die anderen Akteure (Schule, BB, IFD)
verantwortlich sind
wissen, welche Dokumente zum Erstgespräch mitzubringen sind
Inhalt
Die Eltern* lernen die AA und die BB kennen. Sie erhalten Informa-
tionen zu WfbM, zu berufsvorbereitenden Maßnahmen und zur Unter-
stützten Beschäftigung. Sie machen sich mit den Möglichkeiten im
Übergang Schule-Arbeitsleben vertraut. Darin eingeschlossen sind
auch die Möglichkeiten des ersten Arbeitsmarktes als Alternative zur
WfbM bzw. zu anderen Leistungsanbietern. Der Ablauf des beruflichen
Reha-Verfahrens, das mit einem Erstgespräch beginnt, wird konkret
erläutert.
Verantwortung/
Bezug
Hauptverantwortung: BB
BO-Lehrer, KL, ggf. IFD
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
zu Beginn des letzten Werkstufenjahres
ca. 60 min.
Dokumentation/
Ergebnissicherung
Übersicht zum beruflichen Reha-Verfahren
Übersicht zu notwendigen Dokumenten für das Erstgespräch
Vorbereitung
Abstimmung zwischen BB und Schule
Einladung über die SuS an die Eltern*
Klärung räumlicher und technischer Voraussetzungen
Bereitstellung von Materialien
Nachbereitung
Elternbrief und ggf. Infomaterial für nicht anwesende Eltern* den SuS
mitgeben
Materialien/
Medien
o. g. Übersichten
Ablaufplan und Präsentationen in gemeinsamer Verantwortung der
Schule und des BB
Kosten
keine

23
Werkstufe
3.11 Kooperation mit einer berufsbildenden Schule
Kernziele
sich mit Perspektiven nach der Schule auseinandersetzen und den
persönlichen Berufsweg planen
sich mit beruflichen Tätigkeiten, Berufsbereichen und Arbeitsabläufen
auseinandersetzen und Praxiserfahrungen reflektieren
realistische berufliche Wünsche entwickeln
die eigene Mobilität erweitern
Inhalt
Die Förderschule verlagert den Lernort für praxisorientierte Lerninhalte an eine
berufsbildende Schule. Die Kooperationspartner können Projekte zur
Förderung des gemeinsamen Lernens entwickeln. SuS erhalten durch die
Lernortverlagerung Einblicke in ausgewählte Berufsbereiche und setzen sich
mit möglichen Berufswegen auseinander.
Beispiel: 6 Unterrichtseinheiten pro Woche an einer berufsbildenden Schule,
Vor- und Nachbereitung im Rahmen des GU Berufsorientierung,
zusätzlich gemeinsame Projekttage, ggf. Vertiefungspraktikum für SuS
Verantwortung/
Lehrplanbezug
schulartübergreifendes Lehrerteam
Bereiche GU: Berufsorientierung, Selbstständige Lebensführung
Bereiche FU: Arbeit und Beruf, Hauswirtschaft, Werken
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
Werkstufe
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
gewinnen Einblicke in die Vielfalt beruflicher Tätigkeiten
erfassen und reflektieren Anforderungen von beruflichen Tätigkeiten
erwerben elementares Wissen über Ausbildungsinhalte in verschiedenen
Berufsbereichen
übernehmen im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten Verantwortung
für ihr Handeln
können Beziehungen aufbauen und aktiv gestalten
können sich an außerschulischen Lernorten angemessen verhalten
können sich am veränderten Lernort orientieren und ggf. Unterstützung
einfordern
Dokumentation/
Ergebnissicherung
schuleigene Arbeitsblätter
OLA Teil 2
Vorbereitung
Kontaktaufnahme zu berufsbildender Schule und Sensibilisierung dieser
für das Kooperationsanliegen,
Abstimmung zwischen den Schulleitungen unter Einbeziehung der/des
Schulträger(s) und des LaSuB
fachlicher Austausch zwischen den beteiligten Lehrkräften (z. B.
gegenseitige Hospitationen, gemeinsame Fortbildungen)
Kooperationsvereinbarung zwischen den Schulen mit gemeinsamer Zeit-
und Arbeitsplanung, Festlegungen zu Verantwortlichkeiten und
räumlichen, sächlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen
in der Oberstufe ggf. Schnuppertag oder/und Projekt mit ausgewählten
SuS, um sich mit den Lernort berufsbildende Schule vertraut zu machen
Nachbereitung
gemeinsame Evaluation durch die Kooperationspartner
Materialien/
Medien
OLA
Kosten
evtl. Sachkosten, Fahrkosten

24
Werkstufe
3.12 Werkstatt-Rallye
Kernziele
sich mit beruflichen Tätigkeiten, Berufsbereichen und Arbeits-
abläufen auseinandersetzen und Praxiserfahrungen reflektieren
sich mit Perspektiven nach der Schule auseinandersetzen und den
persönlichen Berufsweg planen
realistische berufliche Wünsche entwickeln
Inhalt
Die SuS erkunden WfbM und deren Arbeitsbereiche. Sie befragen
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Produkten und/oder
Dienstleistungen sowie zu beruflichen Tätigkeiten.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL, Lehrkraft BO
GU: Berufsorientierung, FU: Arbeit und Beruf
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen mehrstündig, Projekttag, Tagesexkursion
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
kennen WfbM und deren Arbeitsbereiche
wissen, welche beruflichen Tätigkeiten es dort gibt
sind in der Lage, das Erlebte in Bezug zu ihren beruflichen
Wünschen zu setzen und ggf. weitere Schritte abzuleiten
verhalten sich angemessen bei Befragungen
Dokumentation/
Ergebnissicherung
OLA-Arbeitsblätter „Was ich arbeiten möchte“, „Ein Betrieb stellt
sich vor.“
schuleigene Arbeitsblätter, Werkstatt-Flyer, Bilder
OLA, Teil 2
Vorbereitung
Recherche zu den Arbeitsbereichen der WfbM
Absprachen mit der WfbM
Erkundungsaufträge/Fragebögen, auch unter Berücksichtigung der
individuellen beruflichen Wünsche der SuS
Nachbereitung
orientierende Gespräche bzgl. künftiger Praktika
Ergebnisse mit Eltern* kommunizieren
Materialien/
Medien
OLA, Werkstatt-Flyer
Kosten
ggf. Fahrtkosten

25
Werkstufe
3.13 Vertiefte Maßnahmen der Beruflichen
Orientierung durch die Integrationsfachdienste
Kernziele
sich mit Perspektiven nach der Schule auseinandersetzen und den
persönlichen Berufsweg planen
Informations- und Unterstützungsangebote zur BO kennen und nutzen
eigene Stärken und Fähigkeiten einschätzen
sich mit beruflichen Tätigkeiten, Berufsbereichen und Arbeitsabläufen
auseinandersetzen und Praxiserfahrungen reflektieren
Arbeitsprozesse im außerschulischen Kontext bewältigen
Inhalt
Auf der Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung zwischen RD Sachsen der
BA, KSV Sachsen, SMK und SMS führen die IFD aufeinander aufbauende
vertiefte Maßnahmen der BO gemäß § 48 SGB III mit anschließender Über-
gangsbegleitung durch. Das sind: Potenzialanalyse, Etablierung eines Unter-
stützerkreises, Praxistage und Praktika vorwiegend in Betrieben/Unternehmen
des allgemeinen Arbeitsmarktes, gemeinsame Praxisauswertung und
Fallberatung sowie Übergangsbegleitung.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
IFD, SL, KL, Lehrkraft BO, BB
vertiefte, ergänzende Maßnahmen zum GU Berufsorientierung und FU
Arbeit und Beruf
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
Werkstufe
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
kennen den IFD und sein Angebot
entwickeln realistische berufliche Vorstellungen
planen den Berufsweg zielstrebig und konsequent
kennen ausgewählte Berufsbereiche und berufliche Tätigkeiten
lernen verschiedene Arbeitsabläufe kennen
wissen sich an außerschulischen Lernorten angemessen zu verhalten und
Unterstützung einzufordern
erfahren aktive Einbindung in Arbeitsprozesse und bringen sich in Teams
ein
können ihre Stärken und Fähigkeiten benennen
können notwendige Wege selbständig zurücklegen
Dokumentation/
Ergebnissicherung
Infos zum IFD OLA Teil 5
Ergebnisse der Potenzialanalyse, Ergebnisse und Erfahrungen aus den
Praktika mit IFD
OLA Teil 2
Vorbereitung
siehe „Leistungsbeschreibung zur Durchführung vertiefter Maßnahmen der BO
für SuS mit FSP geistige Entwicklung
Nachbereitung
siehe „Leistungsbeschreibung zur Durchführung vertiefter Maßnahmen…“
Ergebnissicherung durch IFD
Materialien/
Medien
„Leistungsbeschreibung zur Durchführung vertiefter Maßnahmen der BO für
SuS mit FSP geistige Entwicklung
https://www.bildung.sachsen.de/5495.htm
Kosten
keine (vollständige Finanzierung über die Maßnahme)

26
Werkstufe
3.14 Erstgespräch im beruflichen Reha-Verfahren
Ziele
realistische berufliche Wünsche entwickeln und den persönlichen
Berufsweg planen
Informations- und Unterstützungsangebote zur BO kennen und
nutzen
Inhalt
Es findet ein individuell vereinbartes Gespräch zwischen Schüler/in, BB
und Eltern* statt. Die Beteiligung der Schule ist sinnvoll. Die BB erfasst
persönliche Daten und individuelle Voraussetzungen des Schülers/der
Schülerin und leitet Bedarfe für die ärztliche und berufspsychologische
Begutachtung ab. Die BB erläutert berufliche Möglichkeiten und
vereinbart abschließend mit den Teilnehmenden ein Folgegespräch.
Verantwortung/
Bezug
BB
Zeitlicher Rahmen
ca. 60 min.
Dokumentation/
Ergebnissicherung
Die Gesprächsteilnehmer
haben einen Überblick zum regionalen Ausbildungs- und
Arbeitsmarkt sowie über die regionalen WfbM
lernen berufliche Alternativen und Überbrückungsmöglichkeiten
kennen
kennen die Unterstützungsmöglichkeiten der AA
Vorbereitung
Informationsblatt AA OLA Teil 5
ggf. Informationen zu beruflichen Möglichkeiten OLA Teil 2
Nachbereitung
Vorbereitung der SuS durch die Schule
persönliche
Dokumentation (siehe Baustein 3.15) und Üben der
entsprechenden Kommunikation
Einladung des Schülers/der Schülerin und der Eltern*
Einleitung einer ärztlichen und ggf. berufspsychologischen
Begutachtung durch BB
Reflexion des Gesprächs mit dem Schüler/der Schülerin durch die
Schule
Materialien/
Medien
Materialien der BB
Kosten
keine

27
Werkstufe
3.15 Persönliche Dokumentation zur Beruflichen
Orientierung
Kernziel
den persönlichen Lebensweg, Stärken, Fähigkeiten und
Praxiserfahrungen dokumentieren und präsentieren
sich mit beruflichen Tätigkeiten, Berufsbereichen und
Arbeitsabläufen auseinandersetzen und Praxiserfahrungen
reflektieren
Inhalt
Im Verlauf der Werkstufe dokumentieren die SuS ihre Vorstellungen zu
Arbeit und Leben sowie ihre Ergebnisse bezüglich Stärken, Fähigkeiten
und Praxiserfahrungen individuell in einem für sie geeigneten Medium.
Sie setzen sich mit ihrem BO-Prozess und ihren beruflichen
Möglichkeiten auseinander und üben die Präsentation von Ergebnissen.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL, FL
GU: Berufsorientierung, Persönlichkeit und soziale Beziehungen,
Deutsch, FU: Arbeit und Beruf
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
immer wiederkehrende Anwendung in praxisorientierten Lernbereichen
und im Kontext von Praktika und Praxistagen außerhalb der Schule
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
können ihre Ergebnisse bezüglich Stärken, Fähigkeiten und
Praxiserfahrungen individuell dokumentieren
können für sich Möglichkeiten und Grenzen einer weitgehend
selbständigen Lebensführung einschätzen
sind in der Lage, individuelle Ergebnisse zu präsentieren
Dokumentation/
Ergebnissicherung
z. B. als Ich-Buch oder im Form des OLA
Vorbereitung
Bereitstellung der Materialien und Medien: Piktogramme, Fotos,
Tablet, Materialien für Geräte der Unterstützten Kommunikation,
Arbeitsblätter
individuelle Dokumentationsformen und deren Inhalte vereinbaren
und mit den Beteiligten kommunizieren (z. B. Eltern*, FL, IFD)
Nachbereitung
Nutzung der BO-Dokumentation für die Zusammenarbeit mit AA,
IFD und nachschulischen Einrichtungen
ggf. Verwendung für die Gestaltung einer vereinfachten
Bewerbungsmappe
Materialien/
Medien
elektronische Kommunikationshilfen (z. B. Talker)
nichtelektronische Kommunikationshilfen (z. B. Fotos)
OLA
schulinterne Arbeitsmaterialien
Kosten
keine

28
Werkstufe
3.16 Mobilitätstraining
Kernziele
die eigene Mobilität erweitern
eigene Stärken und Fähigkeiten einschätzen
Anforderungen an das Arbeits- und Sozialverhalten kennen und sich
entsprechend verhalten
Inhalt
Die SuS lernen verschiedene Möglichkeiten zur Bewältigung von Wegen
kennen. Sie erhalten Gelegenheit, Wege zu anderen Lernorten und zu Praktika
zu trainieren. Sie erhöhen dabei systematisch ihre Selbstständigkeit und ihre
Eigenverantwortung. Dazu nutzen sie Hilfsmittel wie Fahrpläne oder Telefon
und fordern ggf. Unterstützung ein. Die SuS erleben, dass das Bewältigen von
Wegen ein entscheidender Faktor für den Zugang zu einer geeigneten
Beschäftigung ist.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL, FL, PFK
GU: Selbstständige Lebensführung (LB 8: Mobilität), Mathematik, Deutsch
FU: Arbeit und Beruf
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen
regelmäßig in lebensnahen Situationen (z. B. bei Exkursionen, auf dem
Schulweg, auf dem Weg ins Praktikum) oder
über einen längeren Zeitraum als Intensivtraining oder im GU
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
verfügen über grundlegende Kompetenzen im Straßenverkehr
lesen Fahrpläne und planen Wege
setzen erlernte Handlungsstrategien zur Bewältigung von Wegen und im
ÖPNV ein (Umgang mit Zeit und Geld)
bewältigen Wege zunehmend selbstständig (z. B. zu Fuß, mit dem
Rollstuhl und/oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln)
schätzen ihre Handlungsmöglichkeiten realistisch ein
kennen mögliche Gefahren im Straßenverkehr und Verhaltensregeln für
Notfallsituationen
Dokumentation/
Ergebnissicherung
OLA-Arbeitsblätter „So komme ich zu wichtigen Orten“, „Freizeitangebote
in meiner Nähe“
Checkliste zum Stand der Kompetenzen bzgl. Mobilität
Vorbereitung
Erarbeiten einer Checkliste zum Stand der Kompetenzen bzgl. Mobilität
Planen der Wege, Zeiten, Verkehrsmöglichkeiten und evtl. Kosten
Besorgen aktueller Fahrpläne
Einholen des Einverständnisses der Eltern*
Besprechen von Handlungsstrategien und Alternativen in Notsituationen
ggf. Organisieren einer Begleitperson
Austausch von Telefonnummern für den Notfall
ggf. Telefontraining
ggf. Kooperation mit Verkehrsbetrieben (z. B. „Busschule“)
Nachbereitung
individuelle Auswertungsgespräche
individuelle Förderplanung
Wegetraining durch die Eltern* und andere Bezugspersonen
Materialien/
Medien
Checkliste zum Stand der Kompetenzen bzgl. Mobilität
Kosten
evtl. Fahrkosten

29
Werkstufe
3.17 Erfahrungsberichte aus dem Arbeitsleben
Kernziele
sich mit Perspektiven nach der Schule auseinandersetzen und den
persönlichen Lebensweg planen
sich mit beruflichen Tätigkeiten, Berufsbereichen und
Arbeitsabläufen auseinandersetzen und Praxiserfahrungen
reflektieren
grundlegende Zusammenhänge in der Berufs- und Arbeitswelt
kennen
Inhalt
Eltern* und/oder ehemalige SuS der Schule stellen ihre beruflichen
Tätigkeiten vor und berichten über ihren Werdegang und Arbeitsalltag.
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL
GU: Berufsorientierung, Deutsch
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen von einer Unterrichtseinheit bis zu einem Projekttag möglich
Lernziele/
Kompetenzen der
SuS
gewinnen Einblicke in konkrete berufliche Tätigkeiten und
Werdegänge
können sich selbstbestimmt (ggf. mit Unterstützung) Informationen
beschaffen
wenden entsprechend ihren Möglichkeiten
Kommunikationsstrategien an
setzen ihre Stärken und Fähigkeiten in Beziehung zu beruflichen
Anforderungen
Dokumentation/
Ergebnissicherung
Fragekatalog OLA Teil 2
OLA-Arbeitsblätter: „Was ich arbeiten möchte“, „Wo ich arbeiten
möchte“
Vorbereitung
Abfrage zur Bereitschaft und Erfassung der beruflichen
Tätigkeiten/Berufe sowie benötigte Materialien und Medien
Einladung zur Veranstaltung durch SuS oder Lehrkräfte
Erarbeitung eines Fragekatalogs mit den SuS
Training der Interviewsituation
Nachbereitung
Auswertung mit SuS, weiterführende Recherchen
Materialien/
Medien
Fragekatalog, ggf. benötigte Technik/Medien (z. B. Medien der
Unterstützten Kommunikation)
Kosten
keine

30
Werkstufe
3.18 Verfahren „Praxisbaustein in WfbM“
Kernziele
realistische berufliche Wünsche entwickeln
sich mit beruflichen Tätigkeiten, Berufsbereichen und
Arbeitsabläufen auseinandersetzen und Praxiserfahrungen
reflektieren
sich mit Perspektiven nach der Schule auseinandersetzen und den
persönlichen Berufsweg planen
Inhalt
SuS besuchen den Berufsbildungsbereich und nach Möglichkeit auch
den Arbeitsbereich in WfbM, befragen ehemalige SuS und aktuell
Teilnehmende sowie Bildungsbegleitende, die für das Verfahren
„Praxisbaustein“ zugelassen sind. Die SuS erhalten Einblick in fach-
praktische und theoretische Inhalte und vergleichen sie mit regulären
Ausbildungsberufen.
(In vielen WfbM strukturiert sich der Berufsbildungsbereich um. Viele WfbM
bieten sachsenweit mit „Praxisbaustein“ ein standardisiertes und anerkanntes
Verfahren der beruflichen Bildung. Die Inhalte sind anerkannten Ausbildungs-
berufen entnommen. Die Teilnehmenden erhalten nach erfolgreich abgelegter
Leistungsfeststellung ein Zertifikat der zuständigen Stellen, z. B. IHK, HWK.)
Verantwortung/
Lehrplanbezug
KL, Lehrkraft BO
GU: Berufsorientierung
schuleigenes BO-Konzept
Zeitlicher Rahmen mehrstündig, Tagesexkursion
Lernziele/
Kompetenzen
der SuS
besitzen Einblick in das nachschulische Lernen in der WfbM
setzen sich mit beruflichen Tätigkeiten auseinander
sind in der Lage, ihren Berufswunsch zu ihren Möglichkeiten in
Beziehung zu setzen und zu begründen
Dokumentation/
Ergebnissicherung
individuell gestaltetes Ergänzungsblatt (Berücksichtigung der Angebote
der WfbM im Lebensumfeld der SuS)
OLA Teil 2
Vorbereitung
Kontaktherstellung zu den WfbM im Lebensumfeld der SuS
Analysieren der Qualifizierungsstruktur
Erarbeiten von Erkundungsaufträgen und Fragestellungen für
Befragungen
Information der Eltern*
Nachbereitung
Auswertung der Exkursion und der Befragung
Abgleich mit der persönlichen Berufswegplanung der SuS
Berücksichtigung in Gesprächen mit Agentur für Arbeit
Materialien/
Medien
alle Informationen z. B. Übersicht zu den „Praxisbausteinen“ und
Übersicht über zugelassene WfbM für das Verfahren unter
https://www.praxisbaustein.de/
Informationsmaterial der jeweiligen WfbM
Kosten
ggf. Fahrtkosten

31
Impressum
Herausgeber
:
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Carolaplatz 1
01099 Dresden
Bürgertelefon: +49 351 564 651 22
E-Mail:
buerger@bildung.sachsen.de
www.bildung.sachsen.de
www.bildung.de/blog
Twitter: @Bildung_Sachsen
Autorenteam:
Leitung: Dr. Antje Finke (LSJ Sachsen e. V.)
Mitglieder: Ingrid Stier (Anne-Frank-Schule Radebeul), Heike Weber (Dr.-Friedrich-Wolf-Schule
Hoyerswerda), Martin Walter (Dr.-Pienitz-Schule Pirna), Ute Schreiber (Sächsisches Staats-
ministerium für Kultus), Bettina Trogisch (Landesamt für Schule und Bildung), Dorit Reichermeier
(Agentur für Arbeit Dresden), Isabel Brummer (Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für
Arbeit)
Redaktionsschluss: 11. April 2019
Fotonachweis:
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