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Projektgebiet mit den drei Fokusgebieten
Zájmové území a jeho pilotní modelové lokality
Kam teče voda?
Geht uns das Wasser aus?
Projektziel und Projektgebiet
Das Grundwasser bewegt sich in Gesteinsschichten
unterhalb der Erdoberfläche, die sich über Länder -
grenzen hinaus erstrecken. Um die grenzübergreifenden
Bewegungen des Grundwassers im Untergrund nachzu-
vollziehen, wurden drei repräsentative Fokusgebiete im
sächsisch-böhmischen Kreidebecken definiert. Auf
Grundlage neu interpretierter Gebietseigenschaften er-
folgte eine Modellsimulation zur optimierten und nach-
haltigen Grundwassernutzung.
Cíl projektu a zájmové území
Podzemní voda se pohybuje pod zemským povrchem
bez ohledu na státní hranice. Cílem projektu je pochopit
zákonitosti jejího pohybu včesko-saském pohraničí. Na
třech pilotních lokalitách byly vypočteny strategické
zdroje podzemní vody v přeshraniční křídové pánvi a
modelovými simulacemi byly navrženy a ověřeny opti-
mální způsoby využívání, odpovídající zájmům obou
států.
Projektdetails
ResiBil - Wasserressourcenbilanzierung und
-resilienzbewertung im Ostteil des sächsisch-
tschechischen Grenzraumes
EU-Programm
INTERREG V A 2014-2020
Projektlaufzeit
07/2016 bis 06/2020
Projektpartner
Sächsisches Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie
Tschechischer Geologischer Dienst
Wasserforschungsinstitut
T. G. Masaryk
Popis projektu
ResiBil - Bilance vodních zdrojů ve východní
části česko-saského pohraničí a hodnocení
možnosti jejich dlouhodobého užívání
Program EU
INTERREG V A 2014-2020
Doba realizace
07/2016 až 06/2020
Partneři
Saský zemský úřad pro životní
prostředí, zemědělství a geologii
Česká geologická služba
Výzkumný ústav vodohospodářský
T. G. Masaryka
www.resibil.sachsen.de

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Lausitzer Überschiebung
Die Lausitzer Überschiebung ist eine bedeutende geologische Störungszone (tektonische Bruchstelle im
Gestein) im Ostteil Sachsens, die verschiedene Gesteinsschichten gegeneinander versetzt. Mit der Bildung
der Alpen wurde das nördlich gelegene Lausitzer Granitmassiv in mehreren Etappen auf die kreidezeit-
lichen Sandsteine im Süden aufgeschoben. Der heute noch sichtbare Versatz liegt bei 200 bis 600 Metern,
betrug jedoch ursprünglich wahrscheinlich mehrere tausend Meter.
Geologische Übersichtskarte
Geologie
Im Rahmen des Projektes wurde eine grenzüberschreitende geologische Karte
erstellt, die länderübergreifend kreidezeitliche Ablagerungen des sächsischen
und böhmischen Kreidebeckens darstellt. Die kristallinen Gesteine unterhalb der
Kreidesedimente (in 500 bis 1.000 Metern Tiefe) wurden in einer separaten
Karte bearbeitet (oben rechts).
Im Projektgebiet treten vor allem drei verschiedene Gesteinstypen auf, die
anhand ihres Alters und ihre Entstehung unterschieden werden. Die ältesten
Gesteine (480 bis 540 Mio. Jahre) sind
granitoide
Gesteine der Lausitz, überwie-
gend in
roten
Farben dargestellt. Die
kreidezeitlichen Sedimente
(65 bis
100 Mio. Jahre) sind vorrangig in verschiedenen
grünen
Farben abgebildet.
Violette
Farben repräsentieren die jüngsten,
vulkanisch
entstandenen Ge-
steine des Tertiärs (5 bis 30 Mio. Jahre).
Die Kreidesedimente und die granitischen Gesteine werden durch eine markante
Störung, die
Lausitzer Überschiebung
, getrennt.
Autoren: Krentz O., Rommel A., Mlčoch B., Mrázová Š., Nádaskay R., Tomanová Petrová P., Valečka J.
Geologischer Profilschnitt
Lausitzer Massiv
Erzgebirge
Elbtalschiefer-
gebirge
Česká Kamenice
Becken
Riesengebirgs- und
Isergebirgskristallin

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Gravimetrische Messung
Detaillierte Schweremessungen (Gravimetrie) geben Informationen über die Dichte der einzelnen Gesteinstypen,
die sich unter der Erdoberfläche befinden. Für das Projekt ResiBil wurden deutsche und tschechische Daten ein-
heitlich aufbereitet und eine gravimetrische Karte des Grenzgebiets zwischen der Tschechischen Republik und
dem Freistaat Sachsen erstellt. Die Verteilung von Gesteinen mit höherer Dichte (z.B. Gneise, Granitoide) wird
durch
gelbe
und
rote
Farben darge-
stellt. Sedimentgesteine mit niedrige-
rer Dichte (z.B. Sandstein, Tonstein)
sind
grün
dargestellt. Wenn sie in
größerer Mächtigkeit auftreten, er-
scheinen sie in
blauen
Farben. Mar-
kante Farbübergänge kennzeichnen
häufig Gesteinsgrenzen oder tektoni-
sche Störungen (schwarze Linien).
Mit der Karte kann z.B. der Rand
des Kreidebeckens entlang der Lau-
sitzer Überschiebung deutlich abge-
bildet werden.
Seismische Sondierung
Bei der seismischen Erkundung wird Energie z.B. durch eine Explosion oder den Aufschlag eines schweren Ge-
wichts in den Erdboden induziert. In Form von seismischen Wellen durchdringt die Energie die Umgebung, wird
an den Grenzflächen von Gesteinsschichten reflektiert und an die Erdoberfläche zurückgeleitet. Jedes Gestein
weist dabei eine spezifische Geschwindigkeit der Ausbreitung von seismischen Wellen auf. Durch Schwingungs-
messgeräte (Geophone) werden die Geschwindigkeiten aufgezeichnet und durch weitere Verarbeitungsprozesse,
sogenannte „Seismische Profile“, erstellt. Aus diesen Abbildungen kann anschließend die Tiefe der einzelnen
Grenzflächen und ihre Lagerungsform bestimmt werden. Weiterhin sind Störungen im Gestein erkennbar. Für das
Projekt ResiBil wurden z.B. seismische Vermessungen durchgeführt, um die geologischen Lagerungsverhältnisse
entlang der Lausitzer Überschiebung zu ermitteln.
Messfahrzeug mit einem 300 kg
schweren Fallgewicht
Gerät zur Messung und Aufzeichnung
des Widerstands von Gesteinen
(geoelektrisches Verfahren)
Geoelektrische Erkundung
Mit der Geoelektrik wird der elektrische Widerstand von einzelnen Gesteinen gemessen. Dieser ist häufig vom
Wassergehalt abhängig. Mittels Elektroden wird ein schwacher elektrischer Strom in den Boden induziert und
die Änderung des elektrischen Feldes aufgezeichnet. Feste und trockene Gesteine (z.B. Granit) besitzen einen
hohen Widerstand. Einen niedrigen Widerstand zeigen poröse Gesteine (z.B. Sandstein) und wassergesättigte
Sedimente, Klüfte und Störungen. Mit dieser Methode können beispielsweise Grenzen von Lockergestein über
Festgestein ermittelt und tektonische Störungen lokalisiert werden.
Geophysik
Seismisches Profil mit den Kreide- und Tertiärsedimenten über dem Grundgebirge. Beide Einhei-
ten werden durch die Lausitzer Überschiebung ca. 100 m versetzt (schwarz-weiß: Position re-
flektierender Oberflächen; Farbwerte: Ausbreitungsgeschwindigkeiten der seismischen Wellen)
Geoelektrisches Widerstandsprofil (ERT): Hohe Widerstände sind rot bis violett, niedrige
Widerstände sind grün bis blau; Messung an der Lausitzer Übersch iebung
Gravimetrische Karte des Projektgebiets
ResiBil
Lausitzer Überschiebung
Autoren: Krentz O., Rommel A., Skácelová Z.
S
N

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Geologie
Bohrkerne von Grundwassermessstellen - ein Blick in die Erde
Um ein Bild von geologischen Strukturen zu erhalten, wenden Geologen häufig indirekte Methoden der Er-
kundung an. Diese Methoden nutzen meist unterschiedliche physikalische Eigenschaften von Gesteinen, wie
die Porosität oder die Wasserleitfähigkeit. Solche geophysikalische Verfahren sind z.B. gravimetrische
Messungen, geoelektrische Erkundungen oder seismische Sondierungen. Das Erbohren von Kernen dient
wiederum zur direkten Gewinnung von Gesteinsproben. Bohrungen werden aus unterschiedlichen Gründen
abgeteuft: zur wissenschaftlichen Erkundung des Untergrundes, für Baugrunduntersuchungen oder für die
Einrichtung von Grundwassermessstellen und Brunnen. Die erbohrten Gesteinsproben gewähren einen Ein-
blick in den geologischen Aufbau. Die Proben werden zwischen einzelnen Bohrlöchern verglichen (korreliert)
und nach Auswertung mit Hilfe von Computerprogrammen in 3D-Modellen aufbereitet. Das Ergebnis ist eine
dreidimensionale Darstellung der geologischen Struktur.
Geologische 3D Modellierung
Um die Grundwasserströmung berechnen zu können, wurde ein mehrschichtiges geologisches 3D -Modell anhand
von geologischen Bohrungen und geophysikalischen Erkundungen erstellt. Die Abbildung zeigt die Oberfläche des
Grundgebirges, welche die unterste Modelleinheit ist. Das Grundgebirge besteht aus kristallinen Gesteinen des
Erzgebirges und des Elbtalschiefergebirges, aus den Granodioriten des Lausitzer Massivs und den Sedimenten
und Vulkaniten des oberen Paläozoikums. Es formt eine Senke, in der sich das sächsisch -böhmische Kreidebe-
cken ausgebildet und verschiedene Sedimente aus der Kreidezeit abgelagert haben. Die Hauptgrundwasservor-
kommen im Projektgebiet konzentrieren sich auf diese abgelagerten Schichten. In dem 3D-Modell ist die Lausitzer
Überschiebung, welche die
Granodiorite im Norden von
der Beckenstruktur im Süden
abtrennt, deutlich erkennbar.
Das Becken wird von weite-
ren Störungen begrenzt, z.B.
dem Erzgebirgsabbruch, der
Děčin-Doubice Störung oder
der Česká Kamenice Störung.
Bohrkern aus der geologischen Einheit:
Sandstein B (Grundwasserleiter); Mittel-
bis Grobsandstein mit verschiedenen Ab-
lagerungsmustern; gelbe Farbe
Bohrkern aus der geologischen Einheit:
Labiatus Pläner (Grundwasserstauer);
Kalkiger Schluffstein-Feinsandstein; bio-
turbat, lokal kohlig; graue Farbe
Bohrplatz im Nassen Grund in der Sächsi-
schen Schweiz: Mit dem Bohrgerät wurde
etwa 330 Meter tief durch die Kreideab-
lagerungen gebohrt
Bohrkern mit fossilen Muschelschalen
Geologisches 3D-Modell
(Grundgebirge) des Projektgebiets
Foto: LfULG, Burkhard Lehmann 2019
m ü. Meeresspiegel
Autoren: Krentz O., Rommel A., Mlčoch B., Mrázová Š., Skácelová Z.

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Hydrogeologie
Grundwasserleiter – Was ist das eigentlich und welche
Unterschiede gibt es?
Ein Grundwasserleiter (GWL) ist ein Gesteinskörper, der Hohlräume wie Poren oder Klüfte enthält. Durch diese
miteinander verbundenen Hohlräume kann unterirdisches Wasser fließen, wobei die Bewegung ausschließlich
durch die Schwerkraft bestimmt wird. Diese Leiter werden durch nicht oder schlecht leitende Gesteinsschichten,
sogenannte Grundwasserstauer, begrenzt. Grundwasserleiter werden grundlegend unterschieden in:
Porengrundwasserleiter
bestehen aus Lockergesteinen (Sande und Kiese), deren feine und feinste Hohl-
räume - sogenannte Poren - nur geringe Fließgeschwindigkeiten erlauben. In
Kluftgrundwasserleitern
wird das
Wasser durch Risse und Spalten des Festgesteins wie durch ein dreidimensionales Kanalsystem transportiert.
Das Grundwasser kann hier deutlich rascher fließen, ist aber auch anfälliger für Schwankungen.
Karstgrund-
wasserleiter
sind eine besondere Art der Kluft-GWL, deren kalkhaltiges Festgestein wasserlöslich ist. Die
Risse werden dadurch vom Grundwasser mit der Zeit ausgespült und vergrößern sich. Im Projektgebiet sind aus-
schließlich Poren- und Kluftgrundwasserleiter verbreitet, welche durch Grundwasserneubildung aufgefüllt werden.
Karstgrundwasserleiter sind für die Untersuchungen nicht relevant.
Poren-GWL
Kluft-GWL
Karst-GWL
© Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
Hydrogeologische Modellierung
Ein hydrogeologisches Modell entsteht aus einem geologischen
Modell eines Gebietes, indem die vorhandenen geologischen
Einheiten nach ihrer Wasserleitfähigkeit beurteilt und in ein Mo-
dell mit wasserleitenden sowie -stauenden Schichten überführt
werden. Die Wasserleitfähigkeiten gehen gleichermaßen wie
auch mögliche oberirdische Zu- oder Abflüsse des betrachteten
Gebietes in das Modell ein.
Was verstehen wir
unter Grundwasser-
neubildung?
Als Grundwasserneubildung wird
der Vorgang bezeichnet, bei dem
Wasser (Niederschlagswasser oder
Wasser aus oberirdischen Ge-
wässern wie Bäche, Seen, Flüsse)
in den Boden eindringt, versickert
und zu Grundwasser wird.
Um die Menge an Grundwasser-
neubildung bestimmen zu können,
werden hydrogeologische Modelle
eingesetzt.
Das hydrogeologische Modell lässt sich nun in ein mathema-
tisches (numerisches) Modell umwandeln. Innerhalb eines
Gitternetzes, das über dem Gebiet liegt, wird für jeden Gitter -
knotenpunkt eine Gleichung für den Wasserstand berechnet.
Über das gesamte Gebiet und im Verlauf der Zeit wird somit ein
genaues Bild über Höhe und Verteilung des Grundwasserstan -
des ermöglicht. Die somit aus der Modellierung abgeleiteten,
nutzbaren Wassermengen (Dargebote) sind für Bewirtschaf-
tungspläne der Wasserversorger vor Ort von großem Nutzen.
Im Projekt wurden für ausgewählte Trinkwasserversorgungs -
gebiete und verschiedene Grundwasserneubildungsannahmen
Grundwasserdargebote ermittelt.
Autoren: Mihm F., Mittag S., Pohle M., Eckhardt P., Hrkal Z., Rozman D.
Hydrogeologisches Modell Zittauer Gebirge
Phonolith
Blockschutt
Tertiärbecken
Grundwasserleiter D
Grundwasserstauer C/D
Grundwasserleiter BC
Grundwasserstauer A/B
Grundwasserleiter A
Grundgebirge
Hochwald
Lausche

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(Hydro)geologie
Schematisches geologisch-hydrogeologisches Profil
Im Sächsisch-Böhmischen Kreidebecken gibt es 4 Grundwasserleiter (GWL/
Aquifer) – z. B. Quarzsandsteine (
Abb. links oben und unten
) – die natürliche
Grundwasserspeicher darstellen. Grundwasserleiter werden von Grundwas-
serstauern (Aquiclude/Aquitard) begrenzt. Diese Stauer bestehen aus un-
durchlässigen oder sehr schlecht durchlässigen Gesteinen (z. B. Tonstein
und Schluffstein;
Abb. rechts oben
), durch die aufgrund ihrer geringen Poro-
sität kein bzw. nur sehr wenig Grundwasser fließen kann. Durch offene Ris-
se und Klüfte, welche die Sedimentgesteine durchziehen, kann das Grund-
wasser dennoch zwischen den Gesteinen zirkulieren.
Die Sedimente zeigen eine komplexe räumliche Entwicklung im Projektge-
biet. Lokal erreichen die Ablagerungen eine maximale Mächtigkeit von bis zu
1000 m. Das unten dargestellte Profil veranschaulicht die Lagerungsverhält-
nisse der Sedimentkörper. So sind die Sedimente im westlichen Teil
(Děčínský Sněžník) relativ geringmächtig ausgebildet. Es treten nur die drei
untersten GWL A, B und C auf. GWL D fehlt vollständig, ist dafür in den re st-
lichen Gebieten ausgebildet. Im Gebiet der Sächsisch-Böhmischen Schweiz
konnten die unteren stauenden Schichten nicht gefunden werden. Die GWL
B und C bilden somit einen zusammenhängenden Aquifer BC. Der oberste
Aquifer D besteht aus Sandstein mit tonigen Anteilen (
Abb. rechts unten
)
und besitzt dadurch eine nur geringe Relevanz für die Grundwasserversor-
gung im Projektgebiet. Ein bis zu 100 m mächtiger Aquitard trennt diesen
GWL D vom darunter liegenden Aquifer BC. In Richtung Osten (Zittauer Ge-
birge) verringert sich die Mächtigkeit der isolierenden Einheit C/D so stark,
dass sich ein zusammenhängender GWL BCD ausbildet. Dieser etwa 500 m
mächtige Aquifer stellt eine wichtige Einheit für die Grundwasserversorgung
in dem Gebiet dar.
Autoren: Rommel A., Nádaskay R., Valečka J.
Mikroskopaufnahme von
grobkörnigem Sandstein;
die Körner bestehen fast
ausschließlich aus dem
Mineral Quarz
Grober Sandstein mit kie-
sigen Komponenten, die
eine erosive Basisfläche
aufweisen
Aus kalkhaltigem Schluff-
stein bestehender Bohr-
kern mit Ichnofossilien
(Bewegungsspuren von
Organismen)
Feinkörniger
Sandstein
mit tonigen Anteilen. Im
oberen Bereich ist das
Fossil einer Muschel
(Inoceramus) zu erkennen
Schematisches geologisches Profil mit Bezeichnung der tschechischen (schwarze Schrift) und deutschen Formationen (grüne Schrift) der drei
Fokusgebiete und Angaben der hydrogeologischen Korrelationen der Einheiten

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Hydrogeologie
Hydrogeologische Feldarbeiten
Ziel der hydrogeologischen Feldarbeiten war es, Informationen für die Erstellung der hydraulischen Modelle zu
sammeln, mit deren Hilfe die zukünftige Entwicklung des Grundwasserregimes und dessen Beurteilung erfolgen
soll. An zwei bisher unbeobachteten Standorten im unmittelbaren Grenzbereich wurden hydrogeologische Boh-
rungen getätigt und mit geophysikalischen Messmethoden untersucht. Die Bohrungen lieferten Informationen über
die hydrogeologischen Verhältnisse bis zu einer Tiefe von 100 m. Die Brunnen wurden mit automatischen Sonden
ausgestattet und dienen als Grundwassermessstellen zur kontinuierlichen Messung des Grundwasserspiegels.
Untersuchung der Quellen im Projektgebiet
Eine detaillierte Bestandsaufnahme der Quellen wurde in den drei Fokusgebieten durchgeführt. Für die
gefundenen Quellen wurden die Quellschüttung (austretendes Wasservolumen), die Wasserleitfähigkeit
sowie die aktuelle Wasser- und Lufttemperatur gemessen. Die erhaltenen Daten lieferten wichtige Infor-
mationen zum Zustand und zu Veränderungen der hydrogeologischen Umgebung, wie Entwässerungs-
punkte oder Übergänge zwischen Grundwasserleitern und -stauern.
Interaktion zwischen Oberflächenwasser und Grundwasser
In niederschlagsfreien Perioden, während derer die Fließgewäs-
ser fast ausschließlich durch Quellen gespeist werden, fanden
regelmäßige Durchflussmessungen statt. Basierend auf dem
Messverfahren der graduellen Längsprofilierung konnten so
einzelne Zu- und Abflüsse aus dem Gebiet ermittelt werden.
Autoren: Mihm F., Mittag S., Eckhardt P., Hrkal Z., Rozman D.
Grundwassermessstelle
RE001 bei Sněžník
Die Grundwassermessstelle RE001 zeigt deutlich die Abnahme des Grundwasserspiegels im Fokus-
gebiet Děčínský Sněžník im Zeitraum von November 2017 bis April 2019
Gefasste Quelle im Fokusgebiet Děčínský Sněžník
Darstellung der kartierten Quellen im Fokusgebiet Děčínský Sněžník
Links: Durchfluss-
messung am Fluss
Biela
Rechts: Übersicht
der Durchflussmess-
stellen mit ermittel-
ten Durchflussraten
(Liter/Sek.) im Fo-
kusgebiet Děčínský
Sněžník

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Klima
Klimawandel
Das
Intergovernmental Panel on Climate Change
(IPCC; dt. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klima-
änderungen) fasst die wissenschaftlichen Forschungen zum Klimawandel in sogenannten Sachstandsberichten
zusammen. Die Emissionsszenarien des 4. IPCC-Sachstandsberichtes dienten als Grundlage für die möglichen
Klimaveränderungen, die im Rahmen des KliWES-Projektes für den Freistaat Sachsen bis in das Jahr 2100
simuliert wurden.
Die Prognosen der Entwicklung des
Klimas sagen höhere Temperaturen
und damit eine höhere Verdunstung
voraus. Es kommt vermehrt zu Dür-
reperioden, die den Boden austrock-
nen lassen. Zusätzlich wird eine Ab-
nahme der Niederschlagssummen
und gleichzeitig eine Zunahme von
Starkregen prognostiziert. Der aus-
getrocknete Boden kann das Was-
ser so schnell nicht aufnehmen. Es
fließt oberirdisch direkt in Flüsse
und Seen ab, anstatt in den Unter-
grund zu versickern, und steht für
die Neubildung des Grundwassers
demnach nicht zur Verfügung. Eine
stetige Abnahme des Grundwasser-
standes ist eine potentielle Folge.
Mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Grundwasser-
stände in den Fokusgebieten
Ausgehend von den verfügbaren KliWES-
Szenarien, wird eine Selektion von Reali-
sierungen ausgewählt und als Antrieb für
die (Boden-)Wasserhaushaltsmodellierung
innerhalb des Projektgebietes ResiBil ver-
wendet. Die Untersuchungen im Rahmen
des KliWES-Projektes weisen auf eine all-
mähliche Absenkung der Grundwasserneu-
bildungsraten, verstärkt durch den Klima-
wandel, für die drei Fokusgebiete hin. Eine
Absenkung um etwa 1 mm pro Jahr ist dem-
nach möglich. Im Zeitraum 2000 bis 2100
würde dies eine Absenkung der Grundwas-
serneubildung um etwa 10 cm bedeuten.
Prognostizierte Entwicklung der Grundwasserneubildung bis in das Jahr
2100 für die jeweiligen Fokusgebiete
Links: Globale Multimodell-Mittel und geschätzte Bandbreiten für die Erwärmung an der Erdo berfläche für das 20. Jahrhundert (relativ zu
1980-1999) für verschiedene Emissionsszenarien; Rechts: Änderungen der Erdoberflächentemperatur im Vergleich zum Referenzzeitraum
© Bernd März
© IPCC 2007: Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger. In: Klimaänderung 20 07: Wissenschaftliche Grundlagen.
Autoren: Mihm F., Mittag S., Hrkal Z., Rozman D.

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Wasserwirtschaft
Wasserwirtschaftliche Ziele des Projekts
Die Trinkwasserversorgung der Fokusgebiete erfolgt hauptsächlich aus dem vorhandenen Grundwasservorkommen. Das
Grundwasser ist ein zu schützendes Gut und sollte nachhaltig genutzt werden. Das Ziel des Projekts ResiBil ist es, die
Wasserversorger für diese Thematik zu sensibilisieren, damit solch eine nachhaltige Nutzung für die Zukunft möglich wird.
Dafür wurden folgende Schwerpunkte der Zielerreichung gesetzt:
Ressourcenbilanzierung und Resilienzbewertung des Grundwassers für die Fokusgebiete
Ableitung zuverlässiger Aussagen zu Grundwasserdargeboten, deren Sensitivitä t gegenüber Klimawandel,
ihren Nutzungsmöglichkeiten und Anpassungsmaßnahmen hinsichtlich eines sich verändernden Land-
schaftswasserhaushaltes
Erstellung langfristiger Strategien zur grenzüberschreitenden Bewirtschaftung der Grundwasserressourcen
und Ableitung von Handlungsoptionen (u.a. Bereitstellung eines Leitfadens)
Autoren: Mihm F., Mittag S., Rozman D.
Problematik
Insofern die heute projizierten klimatischen Verände-
rungen eintreten (Temperaturanstieg), wird sich auch
der Wasserhaushalt entsprechend anpassen. Sehr
wahrscheinlich wird darunter besonders die Grund-
wasserneubildung zu leiden haben, wodurch sich das
nutzbare Grundwasserdargebot im Untersuchungsge-
biet verringert.
Maßnahmen zur Entscheidungsunterstützung für Wasser -
versorger, Wasserbehörden und Entscheidungsträger
Handlungsempfehlungen
Auf Projektergebnissen basierende gebietsspezifische An-
passungsmaßnahmen
Errichtung neuer Brunnen je nach Wasserrecht und Erkun-
dungsgrad
Integration in Fernwasserverband SDIER
Ertüchtigung der bestehenden Entnahmeeinrichtungen
Wiederinbetriebnahme stillgelegter Brunnen
Prüfung auf Nutzung vorhandener und bisher nicht ge-
nutzter Ressourcen (Uferfiltration, Grundwasseranreiche-
rung)
Leitfaden zur Ermittlung des Dargebots
Anleitung zur eigenständigen Abschätzung des nutzbaren
Grundwasserdargebots
Abbildung der modelltechnischen Möglichkeiten zur In-
tegration essenzieller Grundlagendaten und Randbedin-
gungen
Berücksichtigung gesetzlicher Vorgaben
Hinweise zu Ansprechpartnern
Bestimmung des Grundwasserdargebots
Fragestellung
Auch im Hinblick auf die Vorgaben der
EU-Wasserrahmenrichtlinie stellt sich die
Frage, ob angesichts sinkender Grund-
wasserstände auch zukünftig eine nach-
haltige Grundwassernutzung zur Siche-
rung der Daseinsvorsorge (Trinkwasser-
versorgung) gewährleistet werden kann.
Daher sind besonders die Wasserversor-
ger an einer Abschätzung des Dargebots
und dessen Entwicklung interessiert.
?
Darstellung des mittleren Grundwasserstandes zweier Refe-
renzzeiträume (1971-2000 und 1989-2019) im Vergleich mit
dem Trockenjahr 2019
Dargebots-
abschätzung
Geologie
Klima
Grundwasser-
entnahmen
Hydrogeologie
Wasser-
haushalt
Werkzeuge
Mit dem Ziel der Dargebotsabschätzung wurde eine
Modell-Kaskade erstellt, welche neben den Fachge-
bieten Hydrologie, Geologie, Klima und Wasserhaus-
halt auch eine mögliche Entwicklung der Grundwas-
serentnahmen berücksichtigt. Darauf basierend wur-
den Aussagen zur potentiellen Entwicklung der Grund-
wasserstände innerhalb der Fokusgebiete getroffen.