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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE
FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
(GRENZÜBERSCHREITENDEN VERFLECHTUNGSRAUM)
September 2019

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
2
ERSTELLT DURCH
Instytut Rozwoju Terytorialnego
[Institut für Territoriale Entwicklung, IRT]
ul. Dawida 1a
50-527 Wrocław
DIREKTOR
Dr. Maciej Zathey
STELLVERTRETENDE DIREKTOREN
Dr. habil. Ing. Arch. Magdalena Belof
Dipl.-Ing. Przemysław Malczewski
KOORDINATION DER BEARBEITUNG
Dr. Wojciech Maleszka

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
3
INHALTSVERZEICHNIS
1 DEMOGRAPHIE ___________________________________________________________________________ 5
1.1
BEVÖLKERUNGSSTAND _______________________________________________________________ 5
1.2
BEVÖLKERUNGSSTRUKTUR NACH GESCHLECHT UND ALTER _________________________________ 10
1.3
NATÜRLICHE BEWEGUNG UND MIGRATIONEN DER BEVÖLKERUNG ___________________________ 23
1.4
ENTWICKLUNGSPOTENZIALE UND -BARRIEREN IN DER DEMOGRAPHIE ________________________ 32
2 GESELLSCHAFT ___________________________________________________________________________ 34
2.1
BILDUNGSEINRICHTUNGEN UND AUSBILDUNG DER BEVÖLKERUNG ___________________________ 34
2.2
GESUNDHEITS- UND SOZIALVERSORGUNG _______________________________________________ 37
2.3
WOHNSITUATION, __________________________________________________________________ 40
2.4
LEBENSSTANDARD __________________________________________________________________ 43
2.5
KULTUR UND TOURISMUS ____________________________________________________________ 44
2.6
POTENZIALE UND BARRIEREN IM BEREICH SOZIALE INFRASTRUKTUR __________________________ 48
3 WIRTSCHAFT ____________________________________________________________________________ 50
3.1
MAKROÖKONOMISCHE FAKTOREN _____________________________________________________ 50
3.2
ARBEITSMARKT ____________________________________________________________________ 52
3.3
WIRTSCHAFTSSTRUKTUR UND UNTERNEHMERTUM _______________________________________ 61
3.4
WIRTSCHAFT: ENTWICKLUNGSPOTENZIALE UND ENTWICKLUNGSBARRIEREN ___________________ 74
4 RAUMORDNUNG _________________________________________________________________________ 76
4.1
SIEDLUNGSNETZ ____________________________________________________________________ 76
4.2
VERKEHRSNETZ UND VERKEHRLICHE ERREICHBARKEIT _____________________________________ 80
4.3
RAUMORDNUNG: ENTWICKLUNGSPOTENZIALE UND ENTWICKLUNGSBARRIEREN _______________ 86
5 ZUSAMMENFASSUNG _____________________________________________________________________ 87

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
4

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
5
1 DEMOGRAPHIE
1.1 BEVÖLKERUNGSSTAND
Im Jahr 2016 wohnen auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums
1
1 228,7 Tsd. Personen
– darunter: auf polnischer Seite 665,7 Tsd. Einwohner (dieser Bestand stellte 19,6 % der gesamten
Bevölkerung der Wojewodschaft Niederschlesien und 9,6 % der gesamten Bevölkerung der Wojewodschaft
Lubuskie dar) und auf deutscher Seite 563,0 Tsd. Personen (13,8 % der gesamten Bevölkerung Sachsens). Zu
den größten Landkreisen im Hinblick auf die Einwohnerzahl (über 80 Tsd. Personen) gehörten: Bautzen
(304,7 Tsd. Einwohner, d. s. 24,8 % der gesamten Bevölkerung des Grenzraums), Görlitz (258,3 Tsd.,
21,0 %), Żarski (97,8 Tsd., 8,0 %), Zgorzelecki (91,3 Tsd., 7,4 %), Bolesławiecki (90,2 Tsd., 7,3 %) und Stadt
Jelenia Góra (80,5 Tsd., 6,6 %). Demgegenüber waren die Landkreise: Kamiennogórski (44,3 Tsd., 3,6 %),
Złotoryjski (44,4 Tsd., 3,6 %) und Lwówecki (46,5 Tsd., 3,8 %) durch die niedrigste Einwohnerzahl (unter 50
Tsd. Personen) gekennzeichnet; (Tabelle 1.1).
Die Bevölkerungsdichte auf dem Untersuchungsgebiet lag 2016 bei 107 Personen pro 1 km
2
und war
niedriger als der Durchschnitt der Europäischen Union
2
(118 Personen pro 1 km
2
). Dieser Wert variierte
beiderseits der Grenze – der deutsche Teil war dichter besiedelt (125 Personen pro 1 km
2
) als der polnische
Teil (96 Personen pro 1 km
2
). Es ist anzumerken, dass sowohl der sächsische als auch der niederschlesische
Grenzraum durch eine deutlich niedrigere Bevölkerungsdichte als die Regionen, zu denen sie gehören, d. h.
Sachsen (221 Personen pro 1 km
2
) und Wojewodschaft Niederschlesien (146 Personen pro 1 km
2
),
gekennzeichnet sind. Der niedrige Wert des gegenständlichen Faktors vor dem Hintergrund der Region ist
ein Indiz für den peripheren Charakter des Grenzgebiets gegenüber den wichtigsten Wachstumspolen – d.
h. den dicht besiedelten urbanen Gebieten von Legnica, Breslau, Dresden und Leipzig. Die am dichtesten
besiedelten Landkreise auf dem analysierten Gebiet (über 120 Personen pro 1 km
2
) waren: Stadt Jelenia
Góra (739), Lubański (129), Bautzen (127) und Görlitz (122). Durch die niedrigste Bevölkerungsdichte (unter
80 Personen pro 1 km
2
) waren hingegen die Landkreise: Lwówecki (66), Bolesławiecki (69), Żarski (70)
i Złotoryjski (77) gekennzeichnet; (Tabelle 1.1).
Der sächsisch-niederschlesische Grenzraum zeichnet sich durch eine ausgeprägte räumliche Vielfalt der
Bevölkerungszahlen aus - der nördliche Teil des Gebietes ist viel weniger besiedelt als der südliche Teil. Die
höchste Bevölkerungsdichte (mehr als 250 Personen pro 1 km
2
) verzeichneten die städtischen Gemeinden –
auf polnischer Seite: Zgorzelec (1 943), Bolesławiec (1 632), Lubań (1 338), Złotoryja (1 323), Jawor (1 235),
Żary (1 153), Kamienna Góra (1 085), Jelenia Góra (739), Zawidów (710) und Kowary (302), und auf
deutscher Seite: Görlitz (828), Radeberg (620), Ebersbach-Neugersdorf (600), Bautzen (599), Zittau (385),
Hoyerswerda (351), Wilthen (295), Kamenz (285), Pulsnitz (281), Weißwasser/O.L. (263) und Schirgiswalde-
Kirschau (260), sowie die im südlichen Teil des Grenzraums liegenden Gemeinden: Ottendorf-Okrilla (385),
Olbersdorf (326) und Oppach (299). Es ist zu beobachten, dass die polnischen städtischen Gemeinden, die
in Bezug auf den analysierten Faktor führend sind, durch eine viel höhere Besiedlung gekennzeichnet sind,
als die deutschen Gemeinden. Am dünnsten besiedelt (unter 46 Personen pro 1 km
2
) waren die im
nördlichen Teil des Grenzraums gelegenen Gemeinden – auf polnischer Seite: Brody (14), Osiecznica (17),
1
Der sächsisch-niederschlesische Grenzraum umfasst insgesamt 12 Landkreise (10 Landkreise im polnischen Teil und 2
Landkreise im deutschen Teil). Den niederschlesischen Teil des Grenzraums (sog. niederschlesischer Grenzraum) bilden 9
Landkreise, die zur Wojewodschaft Niederschlesien gehören: Bolesławiecki, Jaworski, Jeleniogórski, Kamiennogórski, Lubański,
Lwówecki, Zgorzelecki, Złotoryjski und die Stadt Jelenia Góra sowie der Landkreis Żarski, der zur Wojewodschaft Lubuskie
gehört. Der sächsische Teil des Grenzraums (sog. sächsischer Grenzraum) besteht aus 2 Landkreisen: Bautzen und Görlitz.
2
Zur Analyse wurde der Wert für die Europäische Union der 28 Staaten (EU-28) herangezogen.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
6
Przewóz (18), Gromadka (20), Węgliniec (25), Męcinka (34), Trzebiel (35), Lipinki Łużyckie (37), Paszowice
(39), städtische Gemeinde Żary (42), Pielgrzymka (44), Zagrodno (44) und Wądroże Wielkie (45), und auf
deutscher Seite: Spreetal (17), Boxberg/O.L. (21), Hähnichen (25), Weißkeißel (27), Kreba-Neudorf (27),
Elsterheide (28), Trebendorf (29), Laußnitz (29), Krauschwitz (33), Rietschen (35), Quitzdorf am See (36),
Neißeaue (36), Lohsa (40), Mücka (40), Waldhufen (41), Neukirch (41), Hohendubrau (42), Horka (43) und
Schwepnitz (45), sowie die polnische Gemeinde Platerówka (34) im Landkreis Lubański (Karte 1.1).
Tabelle 1.1. Grundkennzahlen des Bevölkerungsstands auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen
Grenzraums [2016].
Gebietseinheit
Fläche [km
2
]
Bevölkerungszahl
[Personen]
Bevölkerungsanteil
[%]
3
Bevölkerungsdichte
[Personen/km
2
]
GRENZRAUM NS-SN
11 471
1 228 752
100,0
107,1
GRENZRAUM NS
6 964
665 724
54,2
95,6
Powiat Bolesławiecki
1 304
90 180
7,3
69,2
Powiat Jaworski
582
51 176
4,2
87,9
Powiat Jeleniogórski
627
64 395
5,2
102,7
Powiat Kamiennogórski
396
44 262
3,6
111,8
Powiat Lubański
428
55 238
4,5
129,1
Powiat Lwówecki
710
46 527
3,8
65,5
Powiat Zgorzelecki
839
91 258
7,4
108,8
Powiat Złotoryjski
576
44 381
3,6
77,1
Stadt Jelenia Góra
109
80 524
6,6
738,8
Powiat Żarski
1 393
97 783
8,0
70,2
GRENZRAUM SN
4 507
563 028
45,8
124,9
Landkreis Bautzen
2 396
304 691
24,8
127,2
Landkreis Görlitz
2 111
258 337
21,0
122,4
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes – Lokaldatenbank
(https://bdl.stat.gov.pl)
sowie des
Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen
(https://www.statistik.sachsen.de).
Bezeichnungen: NS-SN – sächsisch-niederschlesischer Grenzraum, NS- niederschlesischer Teil des Grenzraums, SN – sächsischer Teil des
Grenzraums.
In den Jahren 2006-2016 kam es im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum zu einem erheblichen
Rückgang der Bevölkerungszahlen. Über einen Zeitraum von 10 Jahren wurden es 82,5 Tsd. Personen
weniger, was 6,3 % der Gesamtbevölkerung darstellte (in der Wojewodschaft Niederschlesien wurde ein
Anstieg der Bevölkerungszahl um 0,7 % und in Sachsen ein Einwohnerrückgang um 4,0 % verzeichnet).
Diese ungünstige Bevölkerungsdynamik zeichnete sich sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite
des Untersuchungsraums ab, wobei eine unterschiedliche Intensität des Phänomens hervorzuheben ist – im
niederschlesischen Teil war der Bevölkerungsrückgang relativ geringer (der Einwohnerstand ging um
14,6 Tsd. Personen zurück, was 2,1 % der Gesamtbevölkerung ausmachte) als im sächsischen Teil (67,9 Tsd.
weniger Personen, was 10,8 % dieser gesamten Population ausmachte); (Abbildung 1.1).
3
Gegenüber der Gesamtbevölkerung des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
7
Karte 1.1.
Bevölkerungsdichte auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums [2016].
Abbildung 1.1. Veränderung der Einwohnerzahl auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums
[2006-2016, 2017-2030].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
Darüber hinaus machten sich im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum starke Disparitäten bei der
Veränderung der Bevölkerungszahlen im Stadt-Land-Vergleich bemerkbar. In den Städten war der Rückgang
76
78
80
82
84
86
88
90
92
94
96
98
100
102
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
Zmiana liczby ludności
[2006 r. = 100%]
Lata
pogranicze DŚ-SN
pogranicze DŚ
pogranicze SN

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
8
der Einwohnerzahlen fast doppelt so hoch (um 7,6 %) wie im ländlichen Raum (um 4,2 %). Es ist darauf
hinzuweisen, dass das Phänomen in bestimmten Teilen des Grenzraums eine unterschiedliche Entwicklung
nahm. Auf polnischer Seite wurde ein Bevölkerungswachstum im ländlichen Raum (um 2,0 %),
insbesondere in den Vorstadtgebieten der Städte: Bolesławiec, Jelenia Góra, Zgorzelec und Żary
verzeichnet,
was
mit
intensiv
voranschreitendem Suburbanisierungsprozess
verbunden
ist,
bei
gleichzeitigem Bevölkerungsverlust in den Städten (um 4,6 %). Der deutsche Teil war hingegen durch einen
sehr ähnlichen Rückgang der Bevölkerungszahl in den Städten (um 10,9 %) und im ländlichen Raum (um
10,5 %) gekennzeichnet; (Abbildung 1.2).
Abbildung 1.2. Veränderung der Bevölkerungszahlen im Stadt-Land-Vergleich auf dem Gebiet des sächsisch-
niederschlesischen Grenzraums [2006-2016].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
Lokal gesehen, waren im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum die Bevölkerungsveränderungen von
einem rückläufigen Trend geprägt - 151 Gemeinden (88 % aller Gemeinden des Grenzraums) verzeichneten
einen Rückgang der Bevölkerung. Es ist hervorzuheben, dass auf der niederschlesischen Seite eine
günstigere Situation bei den Bevölkerungsveränderungen im Untersuchungsgebiet beobachtet wurde, als
auf der sächsischen Seite. Im deutschen Teil des Grenzraums verzeichneten alle Gemeinden einen
Rückgang ihres Bevölkerungsbestands; die größten Einwohnerverluste (von mindestens -14,5 %) betrafen
die Gemeinden insbesondere im nördlichen Teil der Landkreise Görlitz und Bautzen: Mücka (-20,3 %), Stadt
Weißwasser/O.L. (-20,0 %), Stadt Hoyerswerda (-19,3 %), Boxberg/O.L. (-17,7 %), Groß Düben (-17,6 %),
Stadt Rothenburg/O.L. (-17,3 %), Kreba-Neudorf (-16,7 %) und Spreetal (-14,8 %) sowie in Gemeinden im
südöstlichen Teil des sächsischen Grenzraums: Oppach (-18,4 %), Stadt Seifhennersdorf (-17,9 %), Stadt
Ebersbach-Neugersdorf (-17,4 %), Schönau-Berzdorf a. d. Eigen (-17,1 %), Stadt Ostritz (-16,9 %), Schönbach
(-16,7 %), Dürrhennersdorf (-15,6 %), Stadt Bernstadt a. d. Eigen (-15,3 %), Stadt Löbau (-15,2 %) und
Bertsdorf-Hörnitz (-15,1 %), sowie in den Gemeinden: Großharthau (-17,1 %), Puschwitz (-16,9 %), Stadt
Kamenz (-15,9 %) und Stadt Wilthen (-15,8 %). Hingegen wurden die geringsten Rückgänge der
Einwohnerzahl (über -4,6 %) in den im westlichen Teil gelegenen Gemeinden beobachtet: Arnsdorf (-0,2 %),
Stadt Radeberg (-0,7 %), Ottendorf-Okrilla (-1,2 %), Neschwitz (-3,8 %), Ohorn (-3,8 %), Panschwitz-Kuckau
(-4,0 %), Stadt Bautzen (-4,3 %), Stadt Königsbrück (-4,5 %) und Wachau (-4,5 %) sowie in der Stadt Görlitz (-
2,1 %). Im polnischen Teil des Grenzgebiets war ein Bevölkerungszuwachs in Gemeinden zu verzeichnen,
die ländliche oder städtisch-ländliche Gemeinden rund um folgende urbane Gebiete gelegen sind: von
-11
-10
-9
-8
-7
-6
-5
-4
-3
-2
-1
0
1
2
3
pogranicze DŚ-SN
pogranicze DŚ
pogranicze SN
Zmiana liczby ludności [%]
ogółem
miasta
wieś

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
9
Jelenia Góra – Gemeinden: Jeżów Sudecki (14,3 %), Janowice Wielkie (6,9 %), Podgórzyn (5,8 %), Lubomierz
(3,8 %), Mysłakowice (2,9 %) und Stara Kamienica (2,1 %); von Bolesławiec – Gemeinden: Bolesławiec
(13,3 %), Warta Bolesławiecka (9,2 %), Osiecznica (5,9 %) und Nowogrodziec (3,6 %); von Lubań und
Zgorzelec – Gemeinden: Zgorzelec (5,7 %), Sulików (3,2 %), Lubań (0,8 %) und Siekierczyn (0,1 %); von Jawor
und Złotoryja - Gemeinden: Męcinka (4,4 %), Paszowice (4,0 %), Mściwojów (2,4 %) und Złotoryja (0,7 %);
von Żary – Gemeinden: Żary (6,9 %) und Lipinki Łużyckie (3,0%) sowie von Kamienna Góra – Gemeinde
Kamienna Góra (3,8 %). Die größten Bevölkerungsverluste (von -8,2 % bis -4,6 %) wurden in Gemeinden im
südlichen Teil des polnischen Grenzraums verzeichnet: städtische Gemeinde Kamienna Góra (-8,2 %),
Platerówka (-7,6 %), Świeradów-Zdrój (-6,9 %), Jelenia Góra (-6,9 %), Wojcieszów (-5,9 %), Bogatynia (-
5,6 %), Szklarska Poręba (-5,4 %), Kowary (-5,1 %), städtische Gemeinde Zgorzelec (-5,0 %) und Karpacz
(4,8 %); (Karte 1.2).
Karte 1.2.
Veränderung der Einwohnerzahl auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums
[2006-2016].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
Die demografische Prognose für den sächsisch-niederschlesischen Grenzraum zeigt, dass sich die in den
Jahren 2006-2016 beobachteten Trends der Bevölkerungsentwicklung bis 2030 noch weiter verstärken. In
den Jahren 2017-2030 wird die Einwohnerzahl des Untersuchungsgebiets um 123,7 Tsd. Personen
zurückgehen, was 10,1 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Im polnischen Teil der Grenzregion wird es zu
einem Bevölkerungsrückgang um 53,7 Tsd. Einwohner (d. h. um 8,1 %) und im deutschen Teil um 70,0 Tsd.
Personen kommen. (d. h. um 12,4 %); (Abbildung 1.1). Nur noch 8 Gemeinden im polnischen Teil des
Grenzraums bleiben in einer günstigen demographischen Situation. In 7 ländlichen Gemeinden in
Vorstadtzonen wird ein Anstieg der Einwohnerzahl erwartet: Jeżów Sudecki (um 11,1 %), Bolesławiec
(11,0 %), Warta Bolesławiecka (7,0 %), Zgorzelec (5,6 %), Żary (4,3 %), Paszowice (0,9 %) und Kamienna
Góra (0,4 %) sowie in der städtisch-ländlichen Gemeinde Nowogrodziec (0,4 %). Es ist hervorzuheben, dass

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
10
die Zahl der sich entvölkernden Gemeinden erheblich zunehmen wird, was das Vorkommen von
Übergangszonen zwischen den jeweiligen Ballungsräumen insbesondere im niederschlesischen Grenzraum
noch stärker verdeutlichen wird. Der Entvölkerungsprozess im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum
wird nicht nur einen globalen Charakter haben, sondern dazu noch in seinem Ausmaß zunehmen. In einigen
Gemeinden, insbesondere auf der sächsischen Seite der Grenze, wird ein Bevölkerungsverlust von mehr als
13,6 % prognostiziert - das sind Gemeinden: Stadt Hoyerswerda (-23,7 %), Stadt Reichenbach/O.L. (-18,8 %),
Stadt Niesky (-18,3 %), städtische Gemeinde Kamienna Góra (-17,4 %), Oderwitz (-17,2 %), Szklarska Poręba
(-16,3 %), städtische Gemeinde Zgorzelec (-15,8 %), Świeradów-Zdrój (-15,2 %), Großschönau (-14,9 %),
Stadt Weißwasser/O.L. (-14,8 %), Stadt Ebersbach-Neugersdorf (-14,4 %), Neukirch/Lausitz (-14,2 %), Stadt
Zittau (-14,1 %), Stadt Löbau (-14,0 %), Kottmar (-14,0 %) und Kowary (-13,8 %); (Karte 1.3).
Karte 1.3.
Prognostizierte Veränderung der Einwohnerzahl auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen
Grenzraums [2017-2030].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
Hinweise: im sächsischen Teil des Grenzraums wurden im Hinblick auf fehlende statistische Daten lediglich die Gemeinden mit mehr als 5 Tsd.
Einwohnern berücksichtigt.
1.2 BEVÖLKERUNGSSTRUKTUR NACH GESCHLECHT UND ALTER
Die in den Jahren 2006-2016 beobachteten und für 2017-2030 prognostizierten Veränderungen der
Bevölkerungszahlen im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum tragen zu erheblichen Veränderungen in
der Bevölkerungsstruktur bei und werden dazu weiterhin beitragen. Das untersuchte Gebiet war
hinsichtlich der Bevölkerungsstruktur nach Geschlecht 2016 durch einen Überschuss an Frauen gegenüber
Männern gekennzeichnet - die Feminisierungsquote
4
lag bei 105,0 Frauen auf 100 Männer (in der
4
Feminisierungsquote – Zahl der Frauen auf 100 Männer.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
11
Europäischen Union 104,6). Dieser Indikator gestaltete sich jedoch auf beiden Seiten der Grenze
unterschiedlich - im polnischen Teil war der Frauenüberschuss viel höher (die Feminisierungquote erreichte
106,5, verglichen mit 108,0 in der Wojewodschaft Niederschlesien) als im deutschen Teil (die
Feminisierungsquote betrug 103,2, in Sachsen 103,1). Eine noch größere Differenzierung des Phänomens ist
im Stadt-Land-Vergleich zu beobachten. Sowohl im niederschlesischen als auch im sächsischen Teil des
Grenzraums überwogen in städtischen Gebieten eindeutig Frauen gegenüber Männern, wobei im
polnischen Teil des Untersuchungsgebietes die Geschlechterdisparität in der Bevölkerungsstruktur deutlich
größer war als im deutschen Teil (110,5 Frauen auf 100 Männer in polnischen Städten und 100,5 Frauen im
ländlichen Raum, während in deutschen Städten die Feminisierungsquote 105,5 und im ländlichen Raum
99,8 betrug).
Lokal gesehen, macht sich eine relativ große Differenzierung der Feminisierungsquote bemerkbar. Die
überwiegende Mehrheit der im polnischen Teil des Grenzgebiets liegenden Gemeinden (77 %) war durch
einen Überschuss an Frauen gegenüber Männern gekennzeichnet. Lediglich 14 Gemeinden, die in den
meisten Fällen Gemeinden mit einer dominanten landwirtschaftlichen Funktion sind, verzeichneten einen
Überschuss der Männer gegenüber Frauen: Paszowice (die Feminisierungsquote lag bei 95,3 Frauen auf 100
Männer), Pielgrzymka (95,6), Platerówka (95,6), Janowice Wielkie (97,0), Lubań (98,0), Osiecznica (99,1),
ländliche Gemeinde Zgorzelec (99,3), Sulików (99,4), Marciszów (99,5), Świerzawa (99,6), Mściwojów (99,7),
ländliche Gemeinde Kamienna Góra (99,7), Siekierczyn (99,7) und Gromadka (99,9). Hingegen waren durch
die höchsten Werte der Feminisierungsquote (über 107,0) im polnischen Grenzraum Gemeinden
gekennzeichnet, die überwiegend städtische Gemeinden sind: Szklarska Poręba (115,7), Jelenia Góra
(114,7), Karpacz (112,9), Świeradów-Zdrój (112,5), Bolesławiec (112,4), Zgorzelec (111,2), Żary (111,0),
Lubań (110,8), Złotoryja (110,6), Kowary (110,1), Zawidów (109,3), Piechowice (109,1), Jawor (108,6),
Kamienna Góra (108,3) sowie die städtisch-ländliche Gemeinde Gryfów Śląski (107,3); (Karte 1.4).
Karte 1.4.
Feminisierungsquote auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums [2016].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
12
Im deutschen Teil des Grenzraums war die Zahl der Gemeinden, in denen die Dominanz von Frauen
gegenüber Männern beobachtet wurde, etwas höher als die Zahl der Gemeinden mit männlicher Dominanz
- sie machten 54 % aller Gemeinden aus. Die höchsten Werte des analysierten Indikators (mehr als 107,0
Frauen auf 100 Männer) erreichten die Gemeinden: Kurort Jonsdorf (109,9), Panschwitz-Kuckau (109,9),
Stadt Weißwasser/O.L. (109,2), Stadt Bischofswerda (109,1), Stadt Wilthen (108,4), Stadt Hoyerswerda
(108,0), Oppach (107,9), Stadt Görlitz (107,7), Rietschen (107,6), Großschönau (107,6) und Olbersdorf
(107,4), unterdessen wurde die niedrigste Feminisierungsquote (unter 97,0 Frauen auf 100 Männer) in
folgenden Gemeinden beobachtet: Ralbitz-Rosenthal (85,1), Großschweidnitz (90,5), Weißkeißel (91,2),
Oßling (91,9), Arnsdorf (92,5), Hähnichen (92,8), Markersdorf (93,2), Groß Düben (93,9), Stadt Weißenberg
(93,9), Schönteichen (94,8), Nebelschütz (94,8), Waldhufen (95,0), Burkau (95,1), Wachau (95,2), Kubschütz
(95,5), Schwepnitz (95,8), Mittelherwigsdorf (95,8), Laußnitz (96,2), Dürrhennersdorf (96,3),
Steinigtwolmsdorf (96,6), Horka (96,8), Doberschau-Gaußig (96,8) und Rosenbach (96,9).
Im Jahr 2016 stellte die Bevölkerung im Vorerwerbsalter im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum 13,2 %
aller Einwohner (in der Europäischen Union 15,6 %) dar, die Bevölkerung im Erwerbsalter zählte 65,2 % der
Population (in der Europäischen Union 65,3 %) und die Bevölkerung im Nacherwerbsalter machte 21,5 %
der Einwohner aus (in der Europäischen Union 19,1 %)
5
. Die Altersstruktur der Bevölkerung im
untersuchten Gebiet kann daher vor dem europäischen Hintergrund als ungünstig angesehen werden.
Denn sie ist gekennzeichnet durch einen relativ hohen Anteil der alten Bevölkerung (über 65 Jahre),
während der Anteil der jungen Bevölkerung (0-14 Jahre) relativ gering ist; (Abbildung 1.3).
Abbildung 1.3. Struktur der Bevölkerung nach Altersgruppen auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen
Grenzraums [2006, 2016, 2030].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
5
Bevölkerung nach Altersgruppen – Bevölkerung im Vorerwerbsalter (0-14 Jahre), Bevölkerung im Erwerbsalter (15-64 Jahre)
und Bevölkerung im Nacherwerbsalter (65 Jahre und mehr).
13,0
13,2
12,1
15,3
13,7
12,4
10,4
12,7
11,8
68,8
65,2
58,0
71,6
69,7
62,4
65,8
59,9
52,5
18,2
21,5
29,9
13,1
16,6
25,2
23,8
27,4
35,8
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
80,0
90,0
100,0
2006
2016
2030
2006
2016
2030
2006
2016
2030
pogranicze DŚ-SN
pogranicze DŚ
pogranicze SN
Struktura ludności wg grup wieku [%]
0-14 lat
15-64 lata
65 i więcej lat

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
13
Es ist zu beachten, dass das untersuchte Phänomen auf beiden Seiten der Grenze unterschiedlich war.
Durch eine deutlich schlechtere Altersstruktur der Bevölkerung war der deutsche Teil des Grenzraums
gekennzeichnet, in dem ein relativ hoher Anteil der Bevölkerung im Nacherwerbsalter, d. h. 27,4 % der
Population (im polnischen Teil stellte diese Gruppe 16,6 % aller Einwohner, d. h. sogar um 10,8 PP weniger,
dar; zum Vergleich: in Sachsen 25,5 % und in der Wojewodschaft Niederschlesien 17,0 %) und ein relativ
niedriger Anteil der Bevölkerung im Erwerbsalter, d. h. 59,9 % (im polnischen Teil umfasste diese Gruppe
69,7 % der Population, d. h. um 9,8 PP mehr; in Sachsen 61,5 % und in der Wojewodschaft Niederschlesien
68,9 %), bei gleichzeitig geringem Anteil der Bevölkerung im Vorerwerbsalter, d. h. 12,7 % der Einwohner
(im polnischen Teil 13,7 %; in Sachsen 12,9 % und in der Wojewodschaft Niederschlesien 14,1 %),
verzeichnet wurde.
Die sich verschlechternde demographische Situation im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum zeigt sich
in signifikanten Veränderungen der Zahlenstärke der einzelnen Altersgruppen der Bevölkerung, deren
negative Folgen auch in Zukunft sichtbar werden. In den Jahren 2006-2016 war ein deutlicher Rückgang der
Bevölkerungszahl im Erwerbsalter um 11,1 % (im polnischen Teil um 4,7 % und im deutschen Teil sogar um
18,7 %) zu verzeichnen; (Abbildung 1.5). Damit einher ging ein Anstieg der Bevölkerungszahl im
Nacherwerbsalter um 10,6 % (im polnischen Teil sogar um 23,9 % und im deutschen Teil um 2,6 %);
(Abbildung 1.6). Auf dem Untersuchungsgebiet gestaltete sich die Richtung der Veränderung der Zahl
junger Bevölkerung (0-14 Jahre) unterschiedlich. Im niederschlesischen Teil wurde ein ungünstiges
Phänomen beobachtet - ein Rückgang der Bevölkerungszahl in dieser Gruppe um 12,7 %, während im
sächsischen Teil eine positive Wende eintrat - ein Anstieg der Bevölkerungszahl im Vorerwerbsalter um
8,9 %. Im gesamten Grenzraum sank die Zahl der Bevölkerung im Alter von 0-14 Jahren um 4,4 %
(Abbildung 1.4) .
Abbildung 1.4. Veränderung der Einwohnerzahl im Alter von 0-14 Jahren auf dem Gebiet des sächsisch-
niederschlesischen Grenzraums [2006-2016, 2017-2030].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
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2028
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2030
Zmiana liczby ludności w wieku 0-14 lat
[2006 r. = 100%]
Lata
pogranicze DŚ-SN
pogranicze DŚ
pogranicze SN

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
14
Abbildung 1.5. Veränderung der Einwohnerzahl im Alter von 15-64 Jahren auf dem Gebiet des sächsisch-
niederschlesischen Grenzraums [2006-2016, 2017-2030].
Abbildung 1.6. Veränderung der Einwohnerzahl im Alter von 65 und mehr Jahren auf dem Gebiet des sächsisch-
niederschlesischen Grenzraums [2006-2016, 2017-2030].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
Die demographische Prognose für das Gebiet des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums geht von einer
Vertiefung ungünstiger Tendenzen aus. Es wird prognostiziert, dass die Bevölkerungszahl im Erwerbsalter in
den Jahren 2017-2030 sogar um 20,1 % zurückgehen und nur 58,0 % der Gesamtbevölkerung ausmachen
wird (im polnischen Teil ein Rückgang um 17,7 % - 62,4 % der Gesamtbevölkerung, im deutschen Teil ein
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Zmiana liczby ludności w wieku 15-64 lata
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2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
Zmiana liczby ludności w wieku 65 lat i więcej
[2006 r. = 100%]
Lata
pogranicze DŚ-SN
pogranicze DŚ
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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
15
Rückgang um 23,3 % - 52,5 % der Gesamtbevölkerung); (Abbildung 1.3 und Abbildung 1.5). Gleichzeitig wird
es im Untersuchungszeitraum zu einem signifikanten Anstieg der Zahl der alten Bevölkerung (über 65 Jahre)
um 25,1 % kommen, was bis zu 29,9 % der Gesamtbevölkerung ausmacht (im polnischen Teil ein Anstieg
um 39,8 % - 25,2 % der Gesamtbevölkerung, im deutschen Teil ein Anstieg um 14,6 % - 35,8 % der
Gesamtbevölkerung); (Abbildung 1.3 und Abbildung 1.6). Zusätzlich wird die Bevölkerungszahl im
Vorerwerbsalter um 17,8 % zurückgehen und nur 12,1 % der Gesamtbevölkerung ausmachen (im
polnischen Teil ein Rückgang um 17,0 % - 12,4 % der Gesamtbevölkerung; im deutschen Teil ein Rückgang
um 18,9 % - 11,8 % der Gesamtbevölkerung); (Abbildung 1.3 und Abbildung 1.4).
Die Disparitäten in der Bevölkerungsstruktur nach Alter zeichnen sich noch deutlicher zwischen den
jeweiligen Gemeinden beiderseits der Grenze ab. Im Jahr 2016 waren die Gemeinden im polnischen Teil des
Grenzgebiets durch eine günstigere demographische Situation gekennzeichnet, was den Anteil der 0-14-
Jährigen an der Gesamtbevölkerung betrifft, als die deutschen Gemeinden. Die höchsten Werte des
analysierten Indikators (über 14,5 % der Bevölkerung im Vorerwerbsalter an der Gesamtbevölkerung) auf
der polnischen Seite des Grenzgebiets wurden von ländlichen bzw. städtisch-ländlichen Gemeinden
verzeichnet, insbesondere im nördlichen Teil des Gebietes - ländliche Gemeinden: Osiecznica (17,9 %),
Lipinki Łużyckie (16,8 %), Męcinka (16,0 %), Warta Bolesławiecka (16,0 %), Żary (15,9 %), Brody (15,9 %),
Bolesławiec (15,6 %), Mściwojów (15,3 %), Wądroże Wielkie (15,3 %), Pielgrzymka (15,2 %), Lubań (15,1 %),
Złotoryja (15,0 %) und Trzebiel (14,9 %) sowie die städtisch-ländliche Gemeinde Lubsko (14,6 %) und die
städtische Gemeinde Łęknica (16,1 %). Darüber hinaus wurde ein relativ großer Anteil der Bevölkerung im
Alter von 0-14 Jahren in mehreren Gemeinden (ländlich bzw. städtisch-ländlich) im südlichen Teil des
Gebiets verzeichnet: Nowogrodziec (16,2 %), Kamienna Góra (15,7 %), Sulików (15,6 %), Jeżów Sudecki
(15,2 %) und Lubomierz (14,8 %). Hingegen wurde der niedrigste Anteil der Bevölkerung im Vorerwerbsalter
(unter 12,5 %) in den Gemeinden im südlichen Teil des Territoriums verzeichnet: Szklarska Poręba (10,5 %),
Karpacz (11,0 %), städtische Gemeinde Zgorzelec (11,5 %), Jelenia Góra (12,1 %), Gryfów Śląski (12,1 %),
städtische Gemeinde Lubań (12,2 %) und Podgórzyn (12,5 %); (Karte 1.5).
Im sächsischen Grenzraum war durch den höchsten Anteil der jungen Bevölkerung (über 14,5 %)
Gemeinden im zentralen Teil des Gebietes, insbesondere westlich von Bautzen gekennzeichnet: Ralbitz-
Rosenthal (19,3 %), Nebelschütz (19,3 %), Räckelwitz (16,8 %), Crostwitz (16,8 %), Radibor (16,4 %),
Frankenthal (15,8 %), Rammenau (15,8 %), Doberschau-Gaußig (15,7 %), Lichtenberg (15,7 %), Neschwitz
(15,7 %), Ohorn (15,6 %), Wachau (15,5 %), Stadt Wittichenau (15,5 %), Panschwitz-Kuckau (15,4 %),
Ottendorf-Okrilla (15,2 %), Burkau (15,2 %) und Steina (15,0 %) sowie die Gemeinden: Rosenbach (16,3 %),
Hohendubrau (16,2 %), Königshain (15,9 %), Kodersdorf (15,3 %), Markersdorf (15,2 %), Stadt Weißenberg
(15,1 %), Hähnichen (15,1 %) und Malschwitz (14,6 %). Unterdessen verzeichneten den niedrigsten Anteil
der Bevölkerung im Vorerwerbsalter (unter 11,4 %) die Gemeinden, die peripher in den Landkreisen Görlitz
und Bautzen gelegen sind – im Norden: Stadt Hoyerswerda (9,7 %), Weißkeißel (10,0 %), Spreetal (10,1 %),
Schleife (10,7 %), Stadt Lauta (10,8 %), Stadt Niesky (10,9 %), Boxberg/O.L. (11,0 %), Kreba-Neudorf
(11,1 %), Stadt Weißwasser/O.L. (11,2 %), Mücka (11,2 %) und Lohsa (11,2%) sowie im Süden: Oybin
(10,3 %), Stadt Seifhennersdorf (10,5 %), Stadt Wilthen (10,8 %), Großschweidnitz (10,8 %), Kurort Jonsdorf
(10,8 %), Kottmar (10,8 %), Stadt Ebersbach-Neugersdorf (11,0 %), Großschönau (11,2 %), Cunewalde
(11,3 %), Stadt Bernstadt a. d. Eigen (11,3 %) und Oderwitz (11,3 %); (Karte 1.5).
In den Jahren 2006-2016 gestaltete sich die dominierende Richtung der Veränderungen der
Bevölkerungszahl im Alter von 0-14 Jahren im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum unterschiedlich - in
den meisten deutschen Gemeinden (74 % aller Gemeinden) kam es zu einem Anstieg der Bevölkerungszahl
in der analysierten Altersgruppe, während die Mehrheit der polnischen Gemeinden (gar 93 % aller
Gemeinden) einen Rückgang der Zahl junger Bevölkerung verzeichnete. Auf deutscher Seite wurden die

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
16
Karte 1.5.
Anteil der Bevölkerung im Alter von 0-14 Jahren an der Gesamtbevölkerung auf dem Gebiet des
sächsisch-niederschlesischen Grenzraums [2016].
Karte 1.6.
Veränderung der Einwohnerzahl im Alter von 0-14 Jahren auf dem Gebiet des sächsisch-
niederschlesischen Grenzraums [2006-2016].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
17
höchsten Zuwächse der Bevölkerungszahl im Alter von 0-14 Jahren (über 20,0 %) in den insbesondere im
zentral-westlichen Teil des Gebiets liegenden Gemeinden verzeichnet: Räckelwitz (40,8 %), Ohorn (37,0 %),
Stadt Königsbrück (33,3 %), Demitz-Thumitz (32,4 %), Schwepnitz (30,0 %), Rammenau (29,2 %), Wachau
(28,4 %), Ottendorf-Okrilla (28,1 %), Großnaundorf (27,3 %), Lichtenberg (26,5 %), Arnsdorf (24,5 %),
Burkau (24,4 %), Radibor (24,3 %), Nebelschütz (24,3 %), Neschwitz (24,0 %), Steina (23,7 %), Stadt
Radeberg (22,5 %), Hochkirch (22,0 %), Haselbachtal (20,5 %) und Doberschau-Gaußig (20,2 %) sowie in den
Gemeinden: Stadt Görlitz (27,2 %), Elsterheide (23,5 %), Rosenbach (23,1 %) und Gablenz (21,9 %). Durch
den größten Bevölkerungsschwund (über -10,0 %) waren hauptsächlich im Landkreis Görlitz liegende
Gemeinden gekennzeichnet: Schönau-Berzdorf a. d. Eigen (-31,6 %), Mücka (-17,3 %), Stadt Bernstadt
a. d. Eigen (-11,6 %) und Waldhufen (-10,5 %) sowie in der Gemeinde Spreetal (-17,9 %) im Landkreis
Bautzen. Auf polnischer Seite zeichneten sich nur vier Gemeinden (mit dem Status ländlicher Gemeinden)
mit dem Zuwachs der Zahl junger Bevölkerung aus: Jeżów Sudecki (5,2 %), Warta Bolesławiecka (4,9 %),
Janowice Wielkie (4,3 %) und Lipinki Łużyckie (2,0 %). In den übrigen Gemeinden wurde ein Rückgang der
Bevölkerung in der analysierten Altersgruppe verzeichnet; dabei trat der größte Schwund (unter -20,0 %) in
Gemeinden, die sich hauptsächlich in den folgenden Landkreisen befinden, auf: Lubański – Gemeinden:
Platerówka (-29,0 %), Leśna (-21,4 %) und Olszyna (-20,8 %); Lwówecki – Gemeinden: Gryfów Śląski (-
24,4 %) und Mirsk (-21,5 %) sowie Żarski – Gemeinden: Przewóz (-26,5 %) und Łęknica (-24,6 %) sowie in
den Gemeinden: Kamienna Góra (-21,9), Karpacz (-21,3 %) und Zawidów (-21,2 %); (Karte 1.6).
Der sächsisch-niederschlesische Grenzraum war 2016 auf beiden Seiten der Grenze durch sehr große
Disparitäten beim Anteil der Bevölkerung im Erwerbsalter gekennzeichnet. Fast alle deutschen Gemeinden
(mit Ausnahme von Großschweidnitz) waren durch einen geringeren Anteil der Bevölkerung im Alter von
15-64 Jahren (schwankend zwischen 53,1 % und 66,5 % der Gesamtbevölkerung) als polnische Gemeinden
(diese Bevölkerung machte zwischen 67,0 % und 73,0 % der Gesamtbevölkerung aus) gekennzeichnet. Der
höchste Anteil der Bevölkerung der analysierten Altersgruppe (über 72,0 %) wurde in polnischen
Gemeinden mit dem Status ländlicher Gemeinden verzeichnet: Zgorzelec (73,0 %), Bolesławiec (72,7 %),
Lubań (72,5 %), Stara Kamienica (72,4 %), Żary (72,3 %), Brody (72,3 %), Złotoryja (72,2 %), Przewóz (72,2 %)
und Pielgrzymka (72,0 %), und der niedrigste Anteil (unter 58,0 %) in Gemeinden im südlichen Teil des
sächsischen Grenzraums: Oybin (53,1 %), Kurort Jonsdorf (54,4 %), Stadt Ebersbach-Neugersdorf (55,0 %),
Großschönau (56,2 %), Olbersdorf (56,3 %), Stadt Seifhennersdorf (56,3 %), Stadt Ostritz (56,4 %), Oderwitz
(56,9 %), Stadt Wilthen (57,4 %), Leutersdorf (57,5 %), Stadt Zittau (57,5 %), Stadt Neusalza-Spremberg
(57,7 %), Cunewalde (57,8 %) und Kottmar (57,9 %), sowie in Gemeinden: Stadt Hoyerswerda (55,8 %) und
Quitzdorf am See (57,6 %); (Karte 1.7).
Darüber hinaus machte sich im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum in den Jahren 2006-2016 eine sehr
große Differenzierung der Größenordnung der Veränderungen der Bevölkerungszahlen im Erwerbsalter
bemerkbar. Alle Gemeinden im deutschen Teil des Grenzraums verzeichneten einen Rückgang der
Bevölkerung in der analysierten Altersgruppe und die Intensität dieser Veränderungen war erheblich größer
als in den Gemeinden auf polnischer Seite (sogar bis zu -31,9 %). Durch den höchsten Rückgang der
Bevölkerungszahl im Alter von 15-64 Jahren (unter -23,0 %) waren sächsische peripher gelegene
Gemeinden gekennzeichnet – im Norden: Stadt Weißwasser/O.L. (-31,9 %), Stadt Hoyerswerda (-30,2 %),
Groß Düben (-26,8 %), Boxberg/O.L. (-25,3 %), Gablenz (-25,2 %), Mücka (-24,9 %), Stadt Kamenz (-24,7 %)
und Stadt Rothenburg/O.L. (-23,7 %) sowie im Süden: Oybin (-28,6 %), Kurort Jonsdorf (-28,5 %), Oppach (-
28,0 %), Stadt Wilthen (-26,8 %), Stadt Ebersbach-Neugersdorf (-26,2 %), Stadt Seifhennersdorf (-25,3 %),
Großharthau (-24,9 %), Schönbach (-24,8 %), Stadt Ostritz (-24,7 %), Olbersdorf (-24,1 %), Dürrhennersdorf
(-23,9 %) und Leutersdorf (-23,5 %). Lediglich ein Teil der im polnischen Teil des Grenzraums liegenden
Gemeinden verzeichnete einen Anstieg der Bevölkerungszahlen im Erwerbsalter, wovon sich mit den
höchsten Zuwächsen (über 5,0 %) die ländlichen Gemeinden auszeichneten:

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
18
Karte 1.7.
Anteil der Bevölkerung im Alter von 15-64 Jahren an der Gesamtbevölkerung auf dem Gebiet des
sächsisch-niederschlesischen Grenzraums [2016].
Karte 1.8.
Zmiana liczby ludności w wieku 15-64 lat na obszarze pogranicza dolnośląsko-sakońskiego [2006-
2016].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
19
Bolesławiec (13,6 %), Jeżów Sudecki (13,6 %), Żary (8,6 %), Warta Bolesławiecka (8,1 %), Osiecznica (7,5 %),
Męcinka (6,3 %), Kamienna Góra (6,3 %), Paszowice (6,0 %) und Janowice Wielkie (5,1 %); (Karte 1.8).
Das Ausmaß der im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum beobachteten demographischen Probleme
wird auch durch den Wandel in der Bevölkerungsgruppe im Nacherwerbsalter bestätigt. Im Jahr 2016
machten sich in den Gemeinden beiderseits der Grenze erhebliche Disparitäten im Hinblick auf den Anteil
der Bevölkerung im Alter von 65 und mehr Jahren bemerkbar. Generell war der Anteil der älteren
Bevölkerung an der Gesamtpopulation in deutschen Gemeinden deutlich höher (er lag bei 15,8 % bis
36,6 %) als in polnischen Gemeinden (von 11,7 % bis 21,3 %). Diese Tatsache deutet auf ein
fortgeschritteneres Stadium des Alterungsprozesses der Gesellschaft im sächsischen Teil des Grenzgebietes
hin. Der Anteil der Bevölkerung im Nacherwerbsalter überstieg in einigen deutschen Gemeinden sogar
30,0 %, so wurde ein ungewöhnlich hoher Stand der Hochaltrigkeit erreicht. Diese Situation kann riesige
Arbeitskräftemängel auf lokalen Arbeitsmärkten verursachen. Durch den höchsten Anteil der Bevölkerung
im Alter von 65 und mehr Jahren waren die insbesondere im Süden des Landkreises Görlitz liegenden
Gemeinden gekennzeichnet: Oybin (36,6 %), Kurort Jonsdorf (34,8 %), Stadt Ebersbach-Neugersdorf
(34,0 %), Stadt Seifhennersdorf (33,2 %), Großschönau (32,6 %), Oderwitz (31,8 %), Olbersdorf (31,6 %),
Kottmar (31,3 %), Stadt Ostritz (30,9 %), Stadt Zittau (30,7 %), Leutersdorf (30,2 %) und Stadt Neusalza-
Spremberg (30,0 %) sowie die Gemeinden: Stadt Hoyerswerda (34,5 %), Stadt Wilthen (31,9 %)
und Cunewalde (30,9 %). In der günstigsten Situation auf sächsischer Seite waren die hauptsächlich in der
Vorstadtzone von Bautzen liegenden Gemeinden, die durch einen Anteil älterer Bevölkerung von unter
21,0 % gekennzeichnet waren: Ralbitz-Rosenthal (15,8 %), Nebelschütz (17,1 %), Puschwitz (19,7 %),
Schönteichen (20,7 %), Neschwitz (20,8 %), Panschwitz-Kuckau (20,8 %) und Stadt Wittichenau (21,0 %)
sowie die Gemeinden: Rosenbach (20,5 %), Arnsdorf (21,0 %) und Großschweidnitz (21,0 %); (Karten 1.9).
Auf polnischer Seite des Grenzraums war die günstigste Situation (der Anteil der Bevölkerung im
Nacherwerbsalter lag bei max. 14,5 %) in ländlichen bzw. städtisch-ländlichen Gemeinden im nördlich-
zentralen Teil des Gebietes: Osiecznica (11,7 %), Bolesławiec (11,7 %), Żary (11,8 %), Brody (11,8 %), Lubań
(12,3 %), Warta Bolesławiecka (12,5 %), Zgorzelec (12,6 %), Nowogrodziec (12,7 %), Sulików (12,7 %),
Złotoryja (12,8 %), Pielgrzymka (12,8 %), Przewóz (13,3 %), Lipinki Łużyckie (13,6 %), Paszowice (13,9 %),
Lubomierz (14,1 %), Gromadka (14,2 %), Męcinka (14,2 %), Siekierczyn (14,3 %) und Świerzawa (14,5 %)
sowie in Gemeinden: Łęknica (12,3 %), ländliche Gemeinde Kamienna Góra (12,4 %), Platerówka (12,8 %),
Jeżów Sudecki (13,0 %), Stara Kamienica (14,0 %) und Bogatynia (14,4 %) gegeben. Hingegen waren durch
den höchsten Anteil der alten Bevölkerung (von 16,5 % bis 21,0 %) insbesondere die im südlichen Teil des
polnischen Grenzraums gelegenen Gemeinden: Jelenia Góra (21,0 %), städtische Gemeinde Bolesławiec
(19,9 %), städtische Gemeinde Kamienna Góra (19,5 %), städtische Gemeinde Lubań (19,5 %), Szklarska
Poręba (18,8 %), Świeradów-Zdrój (18,2 %), Piechowice (18,0 %), Kowary (17,9 %), Gryfów Śląski (17,5 %),
Podgórzyn (17,1), Karpacz (16,9 %) und Lubawka (16,6 %) sowie die Gemeinden: Bolków (16,9 %), Jawor
(16,9 %) und städtische Gemeinde Żary (16,9 %) gekennzeichnet; (Karte 1.9).
Die in den Jahren 2006-2016 im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum eingetretenen Veränderungen der
Bevölkerungszahlen im Nacherwerbsalter bestätigen den voranschreitenden Alterungsprozess der
Gesellschaft. Auf dem Untersuchungsgebiet wurde eine starke räumliche Differenzierung bei Fortschreitung
dieses Prozesses beobachtet. Während nur ein Teil deutscher Gemeinden (59 % aller Gemeinden) einen
Zuwachs der Bevölkerungszahlen im Alter von über 65 Jahren verzeichnete, waren alle polnischen
Gemeinden durch einen Anstieg der Bevölkerungszahlen in dieser Altersgruppe gekennzeichnet. Dies ergibt
sich aus der Tatsache, dass der Alterungsprozess der Bevölkerung im deutschen Teil des Grenzraums viel
früher als im polnischen Teil eingesetzt hatte und derzeit mit einer geringeren Intensität verläuft.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
20
Karte 1.9.
Bevölkerung im Alter von 65 und mehr Jahren an der Gesamtbevölkerung auf dem Gebiet des
sächsisch-niederschlesischen Grenzraums [2016].
Karte 1.10. Veränderung der Einwohnerzahl im Alter von 65 und mehr Jahren auf dem Gebiet des sächsisch-
niederschlesischen Grenzraums [2006-2016].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
21
Der höchste Anstieg der Bevölkerungszahl im Nacherwerbsalter (über 25 %) wurde in den polnischen
städtischen Gemeinden: Łęknica (61,8 %), Jawor (43,5 %), Złotoryja (41,5 %), Lubań (39,7 %), Żary (34,3 %),
Bolesławiec (34,0 %), Zgorzelec (29,6 %), Zawidów (29,1 %), Piechowice (27,3 %) und Świeradów-Zdrój
(25,2 %) sowie in den in der Nähe urbaner Zentren gelegenen ländlichen Gemeinden: von Bolesławiec –
Gemeinden: Bolesławiec (40,3 %), Osiecznica (36,9 %); von Jelenia Góra – Gemeinden: Stara Kamienica
(34,0 %), Podgórzyn (33,7 %), Jeżów Sudecki (32,1 %); von Zgorzelec – Gemeinde Zgorzelec (33,8 %), sowie
in Gemeinden: Lubsko (28,5 %) und Bogatynia (25,6 %) beobachtet. Hingegen waren durch den größten
Schwund alter Bevölkerung (über 5,0 %) die nördlich von der Stadt Görlitz liegenden deutschen Gemeinden:
Hähnichen (-13,7 %), Horka (-10,3 %), Kreba-Neudorf (-9,9 %), Waldhufen (-9,0 %), Mücka (-8,7 %) und
Neißeaue (-7,9 %) sowie die westlich von der Stadt Bautzen gelegenen Gemeinden: Puschwitz (-21,5 %),
Räckelwitz
(-15,6 %),
Frankenthal
(-9,4 %),
Demitz-Thumitz
(-7,7 %), Neukirch (-7,6 %), Großnaundorf (-6,7 %), Nebelschütz (-6,6 %), Arnsdorf (-5,8 %), Göda (-5,6 %)
und Steina (-5,1 %) sowie städtische Gemeinden: Stadt Ostritz (-6,3 %), Stadt Seifhennersdorf (-5,6 %)
gekennzeichnet; (Karte 1.10).
Den Fortschritt und die Weiterentwicklung des Alterungsprozesses der Bevölkerung im sächsisch-
niederschlesischen Grenzraum veranschaulichen deutlich auch die Werte des Altersindex
6
. Im Jahr 2016
betrug dieser analysierte Indikator für das gesamte Gebiet 162 (in der Europäischen Union 123) und
unterschied sich erheblich beiderseits der Grenze – im deutschen Teil verzeichnete er einen fast doppelt so
hohen Wert (215) wie im polnischen Teil (121); (Abbildung 1.7). Zum Vergleich: in der Wojewodschaft
Niederschlesien erreichte er den Wert von 120 und in Sachsen 198.
Abbildung 1.7. Altersindex auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums [2006, 2016, 2030].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
Lokal gesehen zeichneten sich mit dem höchsten Altersindex (über 260) deutsche städtische Gemeinden:
Stadt Hoyerswerda (354), Stadt Seifhennersdorf (315), Stadt Ebersbach-Neugersdorf (308), Stadt Wilthen
6
Altersindex – Zahl der Personen im Alter von 65 und mehr Jahren auf 100 Personen im Alter von 0–14 Jahren (Zahl der
Großeltern auf 100 Enkel).
0
25
50
75
100
125
150
175
200
225
250
275
300
325
2006
2016
2030
2006
2016
2030
2006
2016
2030
pogranicze DŚ-SN
pogranicze DŚ
pogranicze SN
Indeks starości

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image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
22
(296), Stadt Niesky (271), Stadt Lauta (270) und Stadt Weißwasser/O.L. (263) sowie peripher im Süden des
sächsischen Teils des Grenzraums gelegene Gemeinden: Oybin (354), Kurort Jonsdorf (322), Großschönau
(292), Kottmar (289), Oderwitz (282) und Cunewalde (275) aus. Den niedrigsten Altersindex (unter 90)
verzeichneten hingegen polnische ländliche bzw. städtisch-ländliche Gemeinden, insbesondere im zentral-
nördlichen Teil des Grenzraums: Osiecznica (65), Żary (74), Brody (74), Bolesławiec (75), Nowogrodziec (78),
Warta Bolesławiecka (78), Lipinki Łużyckie (81), Pielgrzymka (84), Złotoryja (85), Zgorzelec (88) und Męcinka
(89) sowie die Gemeinden: Łęknica (76), ländliche Gemeinde Kamienna Góra (79), Sulików (81), ländliche
Gemeinde Lubań (82) und Jeżów Sudecki (85) sowie zwei deutsche Gemeinden im Landkreis Bautzen:
Ralbitz-Rosenthal (82) und Nebelschütz (88); (Karte 1.11).
Karte 1.11.
Altersindex auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums [2016].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
Auf den fortschreitenden Alterungsprozess der Gesellschaft des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums
deuten die Veränderungen des Werts des Altersindex hin. In den Jahren 2006-2016 nahm der Index in dem
Untersuchungsgebiet um 15,6 % zu, wobei beiderseits der Grenze differierende Veränderungsrichtungen
beobachtet wurden. In dem niederschlesischen Teil des Grenzraums wurde ein Anstieg des Altersindex gar
um 42,0 % verzeichnet, hingegen kam es im sächsischen Teil zu seinem Rückgang um 5,7 % (Abbildung 1.7).
Zusätzlich machten sich im polnischen Teil des Grenzraums bedeutende Disparitäten in der Höhe der
Wertveränderungen des Index zwischen städtischen und ländlichen Gebieten bemerkbar – in den Städten
war der Anstieg des Altersindex fast doppelt so hoch (um 49,3 %) als auf dem Lande (um 28,8 %). Im
deutschen Teil des Grenzraums war die Höhe der Wertveränderungen des Index angeglichen – in den
Städten wurde ein Rückgang um 5,4 % und auf dem Lande ein Rückgang um 6,3 % verzeichnet (Abbildung
1.8). Es wird darüber hinaus vorhergesagt, dass sich der Alterungsprozess der Bevölkerung im Grenzgebiet
in den Jahren 2017-2030 weiter vertiefen wird. Sowohl im deutschen als auch im polnischen Teil wird der
Altersindex steigen, aber das Ausmaß der Transformation wird unterschiedlich sein - im sächsischen

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
23
Grenzraum wird der Altersindex voraussichtlich um 41,3 % (auf 303) und im niederschlesischen Grenzgebiet
sogar um 68,4 % (auf 204) steigen. Diese Fakten veranschaulichen die hohe Intensität des Verlaufs des
Alterungsprozesses der Bevölkerung im polnischen Teil des Untersuchungsgebiets sowie die Petrifikation
des Phänomens auf deutscher Seite (Abbildung 1.7).
Abbildung 1.8. Veränderung des Altersindex im Stadt-Land-Vergleich auf dem Gebiet des sächsisch-
niederschlesischen Grenzraums [2006-2016].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
1.3 NATÜRLICHE BEWEGUNG UND MIGRATIONEN DER BEVÖLKERUNG
Von der sich verschlechternden Bevölkerungssituation im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum zeugt
u.a. die zurückgehende natürliche Bevölkerungsentwicklung. In den Jahren 2006-2016 wurde in dem
Untersuchungsgebiet ein Rückgang dieses Koeffizienten (von -2,5 ‰ auf -4,3 ‰) verzeichnet. Dieses
Phänomen hatte auf beiden Seiten der Grenze die gleiche Richtung der Veränderung - im polnischen Teil
sank die natürliche Bevölkerungsentwicklung von -0,8 ‰ auf -2,7 ‰ und im deutschen Teil ging sie
von -4,4 ‰ auf -6,2‰ zurück. Wichtig ist, dass sowohl in städtischen Gebieten (der Koeffizient sank von -
3,3 ‰ auf -5,1 ‰) als auch in ländlichen Gebieten (Rückgang von -1,2 ‰ auf -3,0 ‰) sowie unabhängig von
der Lage des Gebietstyps gegenüber der Grenze ein Abwärtstrend zu beobachten war. Die Städte im
polnischen Teil waren durch einen Rückgang des Indikators von -1,6 ‰ auf -3,5 ‰ und im deutschen Teil
durch einen Rückgang von -5,2 ‰ auf -7,0 ‰ gekennzeichnet, hingegen ging die natürliche
Bevölkerungsentwicklung im ländlichen Raum auf niederschlesischer Seite von 0,6 ‰ auf -1,4 ‰ und auf
sächsischer Seite von -3,0 ‰ auf -4,9 ‰ zurück. Die aufgeführten Daten weisen darauf hin, dass nur die
ländlichen Gebiete auf polnischer Seite des Grenzraums am Anfang des untersuchten Zeitraums (2006-
2010) durch eine positive natürliche Bevölkerungsentwicklung gekennzeichnet waren (Abbildung 1.9).
Im analysierten Zeitraum lag die natürliche Bevölkerungsentwicklung im sächsisch-niederschlesischen
Grenzraum im Jahresdurchschnitt bei -3,5 ‰ (in der Europäischen Union bei 0,6 ‰). Hervorzuheben ist,
dass der Wert des Koeffizienten auf beiden Seiten der Grenze räumlich stark variiert - im deutschen Teil war
er mehr als dreimal niedriger (-5,5 ‰; in Sachsen -3,5 ‰) als im polnischen Teil (-1,8 ‰; in der
Wojewodschaft
Niederschlesien
-0,9
‰)
.
-10
-5
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
pogranicze DŚ-SN
pogranicze DŚ
pogranicze SN
Zmiana indeksu starości
[%]
ogółem
miasta
wieś

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
24
Abbildung 1.9. Natürliche Bevölkerungsentwicklung auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen
Grenzraums [2006-2016].
Karte 1.12.
Natürliche Bevölkerungsentwicklung auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums
[2006-2016].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
-8
-7
-6
-5
-4
-3
-2
-1
0
1
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Współczynnik przyrostu naturalnego
[‰]
Lata
DŚ-SN - ogółem
DŚ - ogółem
SN - ogółem
DŚ-SN - miasto
DŚ - miasto
SN - miasto
DŚ-SN - wieś
DŚ - wieś
SN - wieś

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
25
Lokal gesehen trat der natürliche Bevölkerungsrückgang in den meisten Gemeinden sowohl im sächsischen
(in 99 Gebietskörperschaften, was 89 % aller Gemeinden ausmachte) als auch im niederschlesischen Teil (in
48 Körperschaften, 79 % aller Gemeinden) auf. Die ungünstigste Situation in der natürlichen
Bevölkerungsentwicklung (mit dem Wert von unter -8,0 ‰) wurde insbesondere in den peripher im Süden
des Grenzraums liegenden deutschen Gemeinden: Oderwitz (-16,3 ‰) Stadt Ostritz (-13,6 ‰),
Stadt Seifhennersdorf (-11,6 ‰), Stadt Neusalza-Spremberg (-11,1 ‰), Stadt Bischofswerda (-10,7 ‰),
Kottmar (-10,3 ‰), Großschönau (-9,5 ‰), Stadt Ebersbach-Neugersdorf (-9,4 ‰), Oppach (-9,2 ‰), Oybin
(-8,5 ‰) und Sohland a. d. Spree (-8,4 ‰) sowie in den Gemeinden: Crostwitz (-14,5 ‰), Stadt
Rothenburg/O.L. (-11,4 ‰), Boxberg/O.L. (-9,6 ‰), Rietschen (-8,7 ‰), Stadt Pulsnitz (-8,6 ‰), Stadt Bad
Muskau (-8,6 ‰), Quitzdorf am See (-8,3 ‰), Königswartha (-8,2 ‰) und Stadt Hoyerswerda (-8,2 ‰)
verzeichnet. Auf polnischer Seite kam das Problem des natürlichen Bevölkerungsrückgangs im größten
Maße insbesondere in den in Sudeten und im Sudetenvorland liegenden Gemeinden zum Vorschein, in
denen die natürliche Bevölkerungsentwicklung zwischen -5,3 ‰ und -3,2 ‰ variierte: Karpacz (-5,3 ‰),
Szklarska
Poręba
(-4,7
‰),
Mirsk
(-4,6
‰),
Platerówka
(-4,3 ‰), Jelenia Góra (-4,1 ‰), Gryfów Śląski (-4,0 ‰), städtische Gemeinde Kamienna Góra (-4,0 ‰),
Kowary (-3,7 ‰), Piechowice (-3,6 ‰), Bolków (-3,3 ‰), Świeradów-Zdrój (-3,3 ‰), Wleń (-3,2 ‰),
Podgórzyn (-3,2 ‰) sowie in den Gemeinden: Olszyna (-3,9 ‰), städtische Gemeinde Zgorzelec (-3,6 ‰)
und Wądroże Wielkie (-3,2 ‰). Von einer positiven natürlichen Bevölkerungsentwicklung waren lediglich 24
Gemeinden des Grenzraums gekennzeichnet (je 12 auf deutscher und polnischer Seite), wovon die
höchsten Werte (über 1,5 ‰) die westlich der Stadt Bautzen liegenden deutschen Gemeinden: Ralbitz-
Rosenthal (3,8 ‰), Nebelschütz (3,0 ‰), Panschwitz-Kuckau (2,2 ‰), Wachau (2,0 %) sowie die im
Landkreis Bolesławiecki gelegenen Gemeinden: ländliche Gemeinde Bolesławiec (2,8 ‰), Osiecznica (2,8
‰) und Nowogrodziec (2,3 ‰) sowie die Gemeinde Łęknica (3,1 ‰) verzeichneten; (Karte 1.12).
Erhebliche räumliche Disparitäten im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum traten auch im Bereich des
Migrationssaldos auf. In den Jahren 2006-2016 kam es in dem Untersuchungsgebiet zu einem Anstieg des
Migrationssaldos (von -5,7 ‰ auf -0,6 ‰). Auch in den Teilgebieten (d. h. beiderseits der Grenze) war
dieses Phänomen durch die Wachstumstendenz gekennzeichnet, obwohl mit unterschiedlicher Intensität –
im
polnischen
Teil
stieg
der
Migrationssaldo
unerheblich
(von
-2,2 ‰ auf -1,6 ‰), hingegen wurde im deutschen Teil ein erheblicher Anstieg seines Werts (von -9,5 ‰ auf
0,6 ‰) beobachtet. Darüber hinaus kamen zwischen den jeweiligen Raumtypen (städtische und ländliche
Räume) gleiche Veränderungsrichtungen des analysierten Koeffizienten zum Vorschein – in urbanen
Gebieten stieg dieser Koeffizient von -7,5 ‰ auf 0,2 ‰ und nahm in ländlichen Räumen
von -2,8 ‰ auf -1,8 ‰ zu. Allerdings sind Unterschiede hinsichtlich der Veränderungsrichtung des
Migrationssaldos zwischen städtischen und ländlichen Räumen beiderseits der Grenze zu beobachten.
Während in urbanen Gebieten sowohl im niederschlesischen als auch im sächsischen Grenzraum der
Migrationssaldo zunahm (auf niederschlesischer Seite von -5.0 ‰ auf -2.5 ‰ und auf sächsischer Seite von
-10.2 ‰ auf 3.4 ‰), wurden in ländlichen Gebieten umgekehrte Veränderungstrends beobachtet - im
polnischen Teil sank der Migrationssaldo von 2.5 ‰ auf -0.1 ‰, während er im deutschen Teil von -8.3 ‰
auf -3.8 ‰ anstieg (Abbildung 1.10).
Trotz der 2006-2016 beobachteten günstigen Veränderungen des Migrationssaldos blieb der Wert des
Koeffizienten im Jahresdurchschnitt sowohl im gesamten Grenzgebiet (-3,1 ‰; in der Europäischen
Union 2,4 ‰) als auch in seinen einzelnen Teilen negativ - auf polnischer Seite betrug er -2,2 ‰ (0,2 ‰
in der Wojewodschaft Niederschlesien) und auf deutscher Seite fast doppelt so niedrig, nämlich -4,1 %
(1,5 ‰ in Sachsen).

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
26
Abbildung 1.10. Migrationen auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums [2006-2016].
Karte 1.13.
Migrationen auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums [2006-2016].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
-12
-10
-8
-6
-4
-2
0
2
4
6
8
10
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Współczynnik salda migracji
[‰]
Lata
DŚ-SN - ogółem
DŚ - ogółem
SN - ogółem
DŚ-SN - miasto
DŚ - miasto
SN - miasto
DŚ-SN - wieś
DŚ - wieś
SN - wieś

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
27
Lokal gesehen, ähnlich wie bei der natürlichen Bevölkerungsentwicklung, verzeichnete die Mehrheit
der Gemeinden im niederschlesischen Teil (42 Gebietskörperschaften, was 69 % aller Gemeinden
ausmachte) und im sächsischen Teil (99 Körperschaften, d. h. 89 % aller Gemeinden) negative Werte
des Migrationssaldos. Die ungünstigste Situation hinsichtlich des analysierten Phänomens (der
Migrationssaldo lag unter -10.0 ‰) herrschte vor allem in deutschen Gemeinden im nördlichen und
zentralen Teil des Gebiets: Trebendorf (-11,9 ‰), Weißwasser/O.L., Stadt (-11,9 ‰), Mücka (-11,2 ‰),
Neukirch (-10,0 ‰) Groß Düben (-10,7 ‰), Hähnichen (-10,6 ‰), Radibor (-10,6 ‰), Puschwitz (-10,6
‰), Stadt Hoyerswerda (-10,5 ‰), Ralbitz-Rosenthal (-10,3 ‰), Schönteichen (-10,3 ‰) und Kreba-
Neudorf (-10,1 ‰) sowie in den Gemeinden: Schönau-Berzdorf a. d. Eigen (-13,6 ‰), Frankenthal (-
13,0 ‰), Bertsdorf-Hörnitz (-11,1 ‰) und Dürrhennersdorf (-10,9 ‰). Im polnischen Teil kam der
negativste Migrationssaldo (zwischen -9,1 ‰ und -3,2 ‰) insbesondere in den städtischen
Gemeinden: Łęknica (-9,1 ‰), Kamienna Góra (-7,3 ‰), Świeradów-Zdrój (-6,6 ‰), Jawor (-5,3 ‰),
Szklarska Poręba (-5,1 ‰), Zawidów (-4,9 ‰), Zgorzelec (-4,5 ‰), Kowary (-4,2 ‰), Żary (-4,2 ‰),
Złotoryja (-4,1 ‰) sowie in einigen ländlichen und städtisch-ländlichen Gemeinden: Bogatynia (-6,5
‰), Zagrodno (-5,2 ‰), Węgliniec (-5,0 ‰), Pielgrzymka (-4,1 ‰), Gromadka (-4,1 ‰) und Jasień (-4,1
‰) zum Vorschein. Nur 31 Gemeinden des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums verzeichneten
einen positiven Migrationssaldo (19 auf polnischer Seite und 12 auf deutscher Seite), wovon sich mit
den höchsten Werten des untersuchten Koeffizienten (über 5,0 ‰) polnische Gemeinden, die rund um
folgende Ballungsräume gelegen sind: von Jelenia Góra – Gemeinden: Jeżów Sudecki (14,6 ‰),
Podgórzyn (6,3 ‰), Janowice Wielkie (3,9 ‰), Mysłakowice (3,6 ‰) und Stara Kamienica (3,3 ‰); von
Bolesławiec – Gemeinden: Bolesławiec (6,9 ‰) und Warta Bolesławiecka (6,5 ‰); von Zgorzelec –
Gemeinde Zgorzelec (6,2 ‰); von Żary – Gemeinde Żary (4,0 ‰), von Jawor – Gemeinde Paszowice
(3,6 ‰) und von Kamienna Góra – Gemeinde Kamienna Góra (3, 3‰) sowie deutsche städtische
Gemeinden: Stadt Görlitz (5,2 ‰) und Stadt Radeberg (3,8 ‰) sowie die Gemeinden: Oderwitz (5,4 ‰)
und Crostwitz (3,6 ‰) auszeichneten. Diese Daten sind ein Indiz dafür, dass im polnischen Teil des
Grenzraums in stadtnahen Gebieten intensive Suburbanisierungsprozesse voranschreiten.
Die Bevölkerungsentwicklung gesamt wird sowohl von der natürlichen Bevölkerungsentwicklung als auch
vom Migrationssaldo beeinflusst. Betrachtet man die Faktoren der Bevölkerungsveränderungen im
sächsisch-niederschlesischen Grenzraum in den Jahren 2006-2016, so lässt sich feststellen, dass der
Bevölkerungsrückgang auf dem gesamten Gebiet mehr durch die negative natürliche
Bevölkerungsentwicklung (-3,5 ‰) als durch den negativen Migrationssaldo (-3,1 ‰) generiert wurde.
Abbildung 1.11. Bevölkerungsentwicklung auf dem Gebiet des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums [2006-
2016].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
-10
-9
-8
-7
-6
-5
-4
-3
-2
-1
0
1
pogranicze DŚ-SN
pogranicze DŚ
pogranicze SN
Współczynnik przyrostu rzeczywistego
/ przyrostu naturalnego / salda migracji
[‰]
przyrost rzeczywisty
przyrost naturalny
saldo migracji

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
28
Unterschiedliche Beziehungen zwischen der natürlichen Bevölkerungsentwicklung und dem
Migrationssaldo zeichneten sich auf beiden Seiten der Grenze ab - im niederschlesischen Teil war der
Hauptfaktor der negativen Bevölkerungsbilanz der Migrationssaldo (-2,2 ‰), der niedriger als die natürliche
Bevölkerungsentwicklung (-1,8 ‰) war, hingegen generierte im sächsischen Teil die natürliche
Bevölkerungsentwicklung (-5,5 ‰) im größeren Maße den Bevölkerungsrückgang als der Migrationssaldo
(4,1 ‰). Allerdings ist hervorzuheben, dass in den oben genannten Fällen keiner der Faktoren einen
dominanten Charakter hatte (Abbildung 1.11).
Auf der Grundlage der J.W.- Webb-Methode (1963) wurde eine Typologie der Bevölkerungsentwicklung in
den Gemeinden des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums in den Jahren 2006-2016 vorgenommen, die
die Gebietskörperschaften in 8 verschiedene Typen der Bevölkerungsentwicklung einteilt, je nach dem
Verhältnis zwischen der natürlichen Bevölkerungsentwicklung und dem Migrationssaldo
7
(Tabelle 1.2):
Entwicklungstypen (aktiv) – positive Bevölkerungsentwicklung (Anstieg der Bevölkerungszahl):
A – der negative Migrationssaldo wird von der positiven natürlichen Bevölkerungsentwicklung
überschritten;
B – die positive natürliche Bevölkerungsentwicklung ist höher als der positive Migrationssaldo;
C – die positive natürliche Bevölkerungsentwicklung ist niedriger als der positive
Migrationssaldo;
D – der positive Migrationssaldo kompensiert mit Überschuss die negative natürliche
Bevölkerungsentwicklung;
regressive Typen (inaktiv) – negative Bevölkerungsentwicklung (Rückgang der Bevölkerungszahl):
E – die negative natürliche Bevölkerungsentwicklung wird durch den positiven Migrationssaldo
nicht kompensiert;
F – der Rückgang der Bevölkerungszahl ist im größeren Maße auf die negative natürliche
Bevölkerungsentwicklung als auf den negativen Migrationssaldo zurückzuführen;
F – der Rückgang der Bevölkerungszahl ist im größeren Maße auf den negativen Migrationssaldo
als auf die negative natürliche Bevölkerungsentwicklung zurückzuführen;
H – der negative Migrationssaldo wird von der positiven natürlichen Bevölkerungsentwicklung
nicht kompensiert.
Tabelle 1.2.
Typologie der demographischen Entwicklung der Gemeinden nach Webb auf dem Gebiet des
sächsisch-niederschlesischen Grenzraums [2006-2016].
Entwicklungstypen – demographisch aktiv
Typ A: NBE+ > |MS-|
Typ B: NBE+ > MS+
Typ C: NBE+ < MS+
Typ D: |NBE-| < MS+
Nowogrodziec (m-w)
Lipinki Łużyckie (w)
Bolesławiec (w)
Janowice Wielkie (w)
Lubań (w)
Kamienna Góra (w)
Jeżów Sudecki (w)
Warta Bolesławiecka (w) Męcinka (w)
Złotoryja (w)
Mysłakowice (w)
Żary (w)
Paszowice (w)
Podgórzyn (w)
Stara Kamienica (w)
Sulików (w)
Zgorzelec (w)
Crostwitz
Radeberg, Stadt
7
Herangezogen wurden Jahresdurchschnittswerte der natürlichen Bevölkerungsentwicklung und des Migrationssaldos für
2006-2016.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
29
Regressive Typen – demographisch inaktiv
Typ E: |NBE-| > MS+
Typ F: |NBE-| > |MS-|
Typ G: |NBE-| < |MS-|
Typ H: NBE+ < |MS-|
Wądroże Wielkie (w)
Bolków (m-w)
Bogatynia (m-w)
Brody (w)
Piechowice (m)
Gryfów Śląski (m-w)
Bolesławiec (m)
Łęknica (m)
Siekierczyn (w)
Jelenia Góra (m)
Gromadka (w)
Osiecznica (w)
Arnsdorf
Karpacz (m)
Jasień (m-w)
Pielgrzymka (w)
Bad Muskau, Stadt
Mirsk (m-w)
Jawor (m)
Doberschau-Gaußig
Bautzen, Stadt
Olszyna (m-w)
Kamienna Góra (m)
Großnaundorf
Görlitz, Stadt
Platerówka (w)
Kowary (m)
Lichtenberg
(Landkreis
Bautzen)
Großschweidnitz
Wleń (m-w)
Leśna (m-w)
Nebelschütz
Königsbrück, Stadt
Wojcieszów (m)
Lubań (m)
Neschwitz
Oderwitz
Bischofswerda, Stadt
Lubawka (m-w)
Panschwitz-Kuckau
Ohorn
Cunewalde
Lubomierz (m-w)
Ralbitz-Rosenthal
Ottendorf-Okrilla
Elstra, Stadt
Lubsko (m-w)
Rammenau
Pulsnitz, Stadt
Großröhrsdorf, Stadt
Lwówek Śląski (m-w)
Wachau
Königswartha
Marciszów (w)
Königshain
Lauta, Stadt
Mściwojów (w)
Markersdorf
Neukirch/Lausitz
Pieńsk (m-w)
Rosenbach
Obergurig
Przewóz (w)
Sohland a. d. Spree
Szklarska Poręba (m)
Boxberg/O.L.
Świeradów-Zdrój (m)
Ebersbach-Neugersdorf,
Stadt
Świerzawa (m-w)
Gablenz
Trzebiel (w)
Großschönau
Tuplice (w)
Herrnhut, Stadt
Węgliniec (m-w)
Jonsdorf, Kurort
Zagrodno (w)
Kottmar
Zawidów (m)
Krauschwitz
Zgorzelec (m)
Lawalde
Złotoryja (m)
Mittelherwigsdorf
Żary (m)
Neusalza-Spremberg,
Stadt
Beiersdorf
Niesky, Stadt
Bernsdorf, Stadt
Olbersdorf
Bernstadt a. d. Eigen,
Stadt
Oppach
Bertsdorf-Hörnitz
Ostritz, Stadt
Burkau
Oybin
Demitz-Thumitz
Quitzdorf am See
Dürrhennersdorf
Reichenbach/O.L., Stadt
Elsterheide
Rietschen
Frankenthal
Rothenburg/O.L., Stadt
Göda
Seifhennersdorf, Stadt
Groß Düben
Weißkeißel
Großdubrau
Zittau, Stadt
Großharthau
Großpostwitz/O.L.
Hähnichen
Hainewalde
Haselbachtal
Hochkirch
Hohendubrau

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
30
Horka
Hoyerswerda, Stadt
Kamenz, Stadt
Kodersdorf
Kreba-Neudorf
Kubschütz
Laußnitz
Leutersdorf
Löbau, Stadt
Lohsa
Malschwitz
Mücka
Neißeaue
Neukirch
Oßling
Puschwitz
Räckelwitz
Radibor
Schirgiswalde-Kirschau,
Stadt
Schleife
Schmölln-Putzkau
Schönau-Berzdorf
a.
d.
Eigen
Schönbach
Schönteichen
Schöpstal
Schwepnitz
Spreetal
Steina
Steinigtwolmsdorf
Trebendorf
Vierkirchen
Waldhufen
Weißenberg, Stadt
Weißwasser/O.L., Stadt
Wilthen, Stadt
Wittichenau, Stadt
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
Bezeichnungen: (1) gelb – polnische Gemeinden, grün – deutsche Gemeinden; (2) m – städtische Gemeinde, w – ländliche Gemeinde, m-w –
städtisch-ländliche Gemeinde.
Unter den Gemeinden des sächsisch-niederschlesischen Grenzraums wurden sogar 153 Körperschaften (d.
s. 89 % aller Gemeinden des analysierten Gebiets) in die demographisch inaktiven (regressiven) - sich
entvölkernden (Typ E, F, G, H) und die übrigen 19 Gemeinden in die demographisch aktiven - sich
bevölkernden (typ A, B, C, D) eingestuft. Allerdings ist hervorzuheben, dass sich beiderseits der Grenze
signifikante Unterschiede in dem Umfang der analysierten Typologie bemerkbar machten. Im polnischen
Teil des Grenzraums wurden 17 Gemeinden (28 % aller polnischer Gemeinden) in die Entwicklungstypen (A-
D), die sich durch das Wachstum der Bevölkerungszahl kennzeichnen, und 44 Gemeinden in die regressiven
Typen (E-H) eingestuft. Zu den Entwicklungstypen gehörten neben der städtisch-ländlichen Gemeinde
Nowogrodziec nur ländliche Gemeinden. Überwiegend vertraten sie den Typ C (5 Gemeinden) und Typ D (9

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
31
Gemeinden), in denen hauptsächlich der positive Migrationssaldo einen Einfluss auf die Besiedlung hatte.
Deutlich schwächer repräsentiert war der Typ A (1 Gemeinde) und der Typ B (2 Gemeinden). Die
demographisch aktiven Körperschaften stellten in den meisten Fällen die die wichtigsten Stadtgebiete:
Bolesławiec, Jawor, Jelenia Góra, Kamienna Góra, Lubań, Zgorzelec, Złotoryja und Żary umgebenden
Gemeinden dar. Von den 44 zu den regressiven Typen zugeordneten Gemeinden gehörten eindeutig die
meisten Gemeinden (28 Körperschaften) zum Typ G. Im Gegensatz zu den sich bevölkernden Gemeinden,
bildeten die Gemeinden mit regressivem Charakter keine charakteristischen räumlichen Cluster.
Anders gestaltete sich die Situation im deutschen Teil des Grenzraums. Von den analysierten 111
Gemeinden hatten nur 2 Gemeinden einen Entwicklungscharakter – dies waren die Gemeinden: Crostwitz
und Stadt Radeberg (beide gehörten zum Typ D), in denen der Zuwachs der Bevölkerungszahl auf einen
positiven Migrationssaldo zurückzuführen war, der eine negative natürliche Bevölkerungsentwicklung
kompensierte. Die übrigen 109 Gemeinden (98 % aller deutschen Gemeinden) wurden in die Typen
regressiven Charakters, insbesondere Typ G (55 Körperschaften) und Typ F (32 Körperschaften) eingestuft;
(Karte 1.14)
Karte 1.14.
Typologie der demographischen Entwicklung der Gemeinden nach Webb auf dem Gebiet des
sächsisch-niederschlesischen Grenzraums [2006-2016].
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der Daten des Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass der sächsisch-niederschlesische Grenzraum ein demographisch
regressives Gebiet darstellt, das eine deutliche Entvölkerungstendenz aufweist. In den meisten Gemeinden
erreichen sowohl die natürliche Bevölkerungsentwicklung als auch der Migrationssaldo negative Werte (Typ
F und Typ G). Vor diesem Hintergrund zeichnen sich nur die zu den Entwicklungstypen eingestuften
polnischen Gemeinden aus, die rund um die größten Städte des Untersuchungsgebiets gelegen sind, was
hauptsächlich mit dem sich vollziehenden Suburbanisierungsprozess zusammenhängt.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
32
1.4
ENTWICKLUNGSPOTENZIALE UND -BARRIEREN IN DER DEMOGRAPHIE
ENTWICKLUNGSPOTENZIALE:
1)
bedeutende Bevölkerungsbestände
des Grenzraums im regionalen Maßstab, konzentrieren im
polnischen Teil 1/5 der Einwohner der Wojewodschaft Niederschlesien und im deutschen Teil
1/7 der Bevölkerung Sachsens;
2)
Entwicklung suburbaner Stadtgebiete
im polnischen Teil des Grenzraums, u. a. von
Bolesławiec, Jelenia Góra, Zgorzelec und Żary – Etablierung städtischer Funktionsräume;
3)
Anstieg des Migrationssaldos
in beiden Teilen des Grenzraums mit relativ großer Intensität
auf sächsischer Seite, wo sogar eine positive Bilanz der Wanderungsbewegung verzeichnet
wurde.
ENTWICKLUNGSBARRIEREN:
1) Relativ
niedrige Bevölkerungsdichte
– deutlich niedrigere Bevölkerungsdichte des jeweiligen
(niederschlesischen und sächsischen) Teils des Grenzraums als die Regionen, zu denen sie
gehören, und niedriger als der europäische Durchschnitt, was auf den peripheren Charakter
des Grenzraums gegenüber den sich entwickelnden städtischen Gebieten, u. a. von Wrocław,
Legnica, Dresden und Leipzig, hindeutet;
2) deutliche
Disparitäten in der Besiedlung
– der nördliche Teil des Grenzraums ist durch eine
erheblich niedrigere Bevölkerungsdichte gekennzeichnet als der südliche Teil;
3) fortschreitender
Entvölkerungsprozess
mit relativ großer Intensität, insbesondere im
sächsischen Teil des Grenzraums;
4) höherer
Rückgang der Einwohnerzahl in städtischen
als in ländlichen Gebieten, was von dem
„schrumpfenden” Bevölkerungspotenzial der Städte zeugt;
5) starke
Disparitäten in der Bevölkerungsstruktur nach Geschlechtern in Städten
, die durch
den Überschuss der Frauen gegenüber Männern, insbesondere im polnischen Teil des
Grenzraums zum Vorschein kommen;
6)
ungünstige Bevölkerungsstruktur nach Alter
vor dem europäischen und regionalen
Hintergrund (im Verhältnis zur Wojewodschaft Niederschlesien und zum Freistaat Sachsen),
die durch einen relativ hohen Anteil alter Bevölkerung (über 65 Jahre) insbesondere im
sächsischen Teil des Grenzraums sowie durch einen relativ niedrigen Anteil junger Bevölkerung
(0-14 Jahre) gekennzeichnet ist;
7) deutlicher
Rückgang der Bevölkerungszahl im Erwerbsalter
, der insbesondere im sächsischen
Teil des Grenzraums zum Vorschein kommt und sich durch mögliche Arbeitskräftemängel auf
lokalen Arbeitsmärkten auswirkt;
8) voranschreitender intensiver
Alterungsprozess der Bevölkerung
des Grenzraums, der sich in
einen ungewöhnlich hohen Stand der Hochaltrigkeit niederschlägt, dessen Höhepunkt
negativer Folgen sich in Zukunft manifestieren wird, insbesondere im niederschlesischen Teil
des Grenzraums; der sächsische Teil ist durch eine fortgeschrittenere Phase der Alterung der
Gesellschaft gekennzeichnet;
9) stärkerer
Alterungsprozess der Stadtbevölkerung
als der Landbevölkerung im polnischen Teil
des Grenzraums;
10) prognostizierte
ungünstige Umwandlungen der Bevölkerungsstruktur nach Alter
in beiden
Teilen des Grenzraums, die sich durch einen deutlichen Rückgang der Zahl reifer Bevölkerung

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
33
(im Alter von 15-64 Jahren) und junger Bevölkerung (0-14 Jahre), bei gleichzeitigem Anstieg
der Zahl alter Bevölkerung (über 65 Jahre) manifestiert;
11)
negative natürliche Bevölkerungsentwicklung
(im Jahresdurchschnitt) mit Werten, die von
den regionalen (in der Wojewodschaft Niederschlesien und im Freistaat Sachsen
verzeichneten) Durchschnittswerten sowie vom europäischen Durchschnitt eindeutig
abweichen; insbesondere relativ niedrige natürliche Bevölkerungsentwicklung im sächsischen
Teil des Grenzraums;
12)
Rückgang der natürlichen Bevölkerungsentwicklung
in beiden Teilen des Grenzraums;
13) weiterhin
negativer Migrationssaldo
(im Jahresdurchschnitt) – deutlich niedriger als das
Niveau in den Regionen (in der Wojewodschaft Niederschlesien und im Freistaat Sachsen)
sowie als das europäische Niveau; insbesondere relativ niedriger Migrationssaldo im
sächsischen Teil des Grenzraums.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
34
2 GESELLSCHAFT
2.1
BILDUNGSEINRICHTUNGEN UND AUSBILDUNG DER BEVÖLKERUNG
2016 lebten in der Wojewodschaft Niederschlesien 67 567 Kinder im Alter zwischen 3 und 5 Jahren und
89 807 Kinder zwischen 3 und 6 Jahren, die Kindertagesstätten besuchten. Im Zeitraum 2010-2016 wird
ein deutlicher Anstieg der Zahl von Kindern in Kindertagesstätten (Kinder zwischen 3 und 5 um 29,7%)
und (Kinder zwischen 3-6 Jahren um 21,7%) verzeichnet. In Kinderkrippen (Kinder bis 3 Jahre) wurden
in Niederschlesien 2016 10 112 Kinder betreut. Damit betrug die Steigerung gegenüber 2010 144,1%
(Bezugsgröße: 4 143); (Abbildung 2.1).
Im Untersuchungszeitraum entfielen in der Wojewodschaft Niederschlesien 0,9 Kinder (zwischen 3 und
5 Jahre) auf einen Kita-Platz. Die höchsten Indexwerte wurden in den Landkreisen Jeleniogórski (1,4),
Lwówecki (1,3), Złotoryjski (1,2) und Jaworski (1,2) verzeichnet. Am besten entwickelten sich die Werte
für den Stadtkreis Jelenia Góra (0,7) und den Landkreis Lubański (0,8). In den Jahren 2010-2016
zeichnete sich im niederschlesischen Teil der Grenzregion mit dem Rückgang des Indikatorwertes um
durchschnittlich etwa 30% eine günstige Entwicklung ab. Die größten Rückgänge verzeichneten der
Landkreis Złotoryjski (mit über 60%) sowie die Landkreise Bolesławiecki und Lubański (mit über 45%).
2016 wurden in Sachsen 55.657 Kinder unter 3 Jahren und 103.412 Kinder zwischen 3 und 6 Jahren in
einer Kita betreut. Im Jahr 2010 wurden in Sachsen 43.836 Kinder unter 3 Jahren und 93.139 Kinder
zwischen 3 und 6 Jahren betreut. Die Kinderzahl veränderte sich in der jüngsten Altersgruppe (bis 3
Jahre) in den Jahren 2010-2016 um 27,0%, während die Änderung der Zahl von Kindern im
Vorschulalter (3-6 Jahre) 11,0% betrug; (Abbildung 2.1).
Abbildung 2.1.
Kinder in Kinderkrippen (0-3 Jahre) und Kindertagesstätten (3-6 Jahre) in Niederschlesien und Sachsen [2010,
2016].
Quelle: Eigenberechnung auf der Grundlage von Daten des polnischen Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
2016 lernten 141.355 Schüler und Schülerinnen niederschlesicher Grundschulen Englisch und 20.651
Deutsch. Zwischen 2010 und 2016 stieg die Zahl der Schüler im Englischunterricht (um 111 453),
während die Zahl der Schüler im Deutschunterricht (um 34 805) zurückging; (Abbildung 2.2). Im
Untersuchungsgebiet nahmen 2016 im polnischen Teil der Grenzregion 11.931 Kinder am
Deutschunterricht (gegenüber 16.499 im Jahr 2010) teil, wobei sich die Zahl der Kinder im
Englischunterricht (24.997 Schüler) mehr als verdoppelte (Der Ausgangswert lag 2010 bei 19.282). In
einem Landkreis lernten im Untersuchungsgebiet 2010 im Durchschnitt 1 928 Schüler Englisch und 1
650 Deutsch. Im Jahr 2016 betrugen die Zahlen 2.500 Schüler für Englisch und 1.193 für Deutsch. In
Sachsen lernten 2016 70 401 Grundschüler Englisch. Polnisch lernten nur 1 031 Schüler und
Schülerinnen an Schulen im Landkreis Görlitz. Im Landkreis Bautzen fand kein Polnischunterricht in
4134
10112
73788
89807
2010
2016
0
20 000
40 000
60 000
80 000
100 000
Niederschlesien
0-3 Jahre
3-6 Jahre
43836
55657
83139
103412
2010
2016
0
20 000
40 000
60 000
80 000
100 000
Sachsen
0-3 Jahre
3-6 Jahre

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
35
Schulen statt. In sächsischen Grundschulen lernten 2010 63 617 Schüler und Schülerinnen Englisch und
nur 840 Polnisch (Abbildung 2.2).
In niederschlesischen Schulen nahmen 2016 insgesamt 66.235 Schüler und Schülerinnen der
Sekundarstufe I am Englischunterricht und 54.621 am Deutschunterricht teil. Die Zahl der Schüler, die
beide Sprachen lernten, ist im Vergleich zu 2010 von 69.990 (Englisch) und 56.848 (Deutsch) gesunken;
(Abbildung 2.2). Auf der polnischen Seite lernten im Untersuchungsgebiet 15.419 Schüler Englisch und
14.148 Deutsch. Zu den Landkreisen mit den höchsten Zahlen von Schülern, die Englisch lernten,
zählten der Landkreis Bolesławicki (2 451 Schüler), Żarski (2 404) und Zgorzelecki (2 042). Ein ähnliches
Bild zeigte sich auch für den Deutschunterricht mit den Landkreisen Żarski (2.313 Schüler),
Bolesławiecki (2.297) und Zgorzelecki (1.948). In Sachsen lernten 96 086 Gymnasiasten Englisch (davon
7 227 im Landkreis Bautzen und 5 107 im Landkreis Görlitz). Am Polnischunterricht nahmen 517
Schüler und Schülerinnen (davon 307 im Landkreis Görlitz) teil. 2010 lernten 82.480 Schüler Englisch
und 414 Polnisch (Abbildung 2.2).
In niederschlesischen Schulen lernten in der Sekundarstufe II 2016 68.748 Schüler und Schülerinnen
Englisch und 60.177 Deutsch. Im Jahr 2010 nahmen 81.917 Schüler und Schülerinnen am Englisch- und
75.026 am Deutschunterricht teil (Abbildung 2.2). Im polnischen Teil der Grenzregion lernten 15 879
Schüler Englisch, die meisten davon in dem Stadtkreis Jelenia Góra (3 482) und den Landkreisen Żarski
(2 719) und Bolesławiecki (2 532), während der Deutschunterricht von einer nur ein wenig kleineren
Zahl von Schülern, 15 116 besucht wurde. Die meisten Schüler lernten Deutsch im Landkreis Żarski (2
751), der Stadt Jelenia Góra (2 624) und dem Landkreis Bolesławiecki (2 192).
Abbildung 2.2.
Schüler, die in Niederschlesien und Sachsen eine Fremdsprache lernen, aufgeschlüsselt nach Schultyp [2010,
2016].
Niederschlesien
Sachsen
Quelle: Eigenberechnung auf der Grundlage von Daten des polnischen Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Abkürzungen: en - Englisch, de - Deutsch, pl - Polnisch.
In Sachsen lernten in der Sekundarstufe II im Untersuchungsjahr 106 880 Schüler und Schülerinnen
Englisch, während nur 300 Schüler (ausschließlich im Landkreis Görlitz) Polnischunterricht besuchten.
Im Landkreis Bautzen lernten 9 188 und im Landkreis Görlitz 7 578 Schüler Englisch (7 379 bzw. 6 532
111453
34805
69990
56848
81917
75026
1413552065166235546216874860177
en
de
en
de
en
de
0
20 000
40 000
60 000
80 000
100 000
120 000
140 000
GrundschulenSekundarstufeISekundarstufeII
2010
2016
63617
840
82480
414
84213
221
70401
1031
96086
517
106880
300
en
pl
en
pl
en
pl
0
20 000
40 000
60 000
80 000
100 000
120 000
140 000
GrundschulenSekundarstufeISekundarstufeII

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
36
Schüler im Jahr 2010). Im Jahr 2010 stellte sich die Situation wie folgt dar: in Sachsen lernten insgesamt
84 213 Schüler Englisch und nur 221 Schüler Polnisch (davon 202 im Landkreis Görlitz); (Abbildung 2.2).
Im Jahr 2016 existierten in der Wojewodschaft Niederschlesien insgesamt 174 Berufsschulen, davon
befanden sich 47 Schulen im polnischen Teil der Grenzregion. Im untersuchten Jahr haben diese
Schulen 3.688 Absolventen verlassen, davon 1.018 Schüler im niederschlesischen Grenzgebiet
(Abbildung 2.3). In den Jahren 2010-2016 wurde ein deutlicher Rückgang der Zahl von Berufsschulen
im polnischen Teil des Untersuchungsgebietes beobachtet (von 55 auf 47), der im Landkreis Żarski mit
2 Schulschließungen am stärksten ausfiel. Der Landkreis Lwówecki war die einzige Gebietskörperschaft,
die einen Anstieg der Zahl von Berufsschulen (von 6 auf 7) verzeichnete. Der Rückgang der Zahl von
Berufsschulen wirkte sich natürlich auch negativ auf die Zahl der Absolventen aus. Den größten
Rückgang verzeichneten in den Jahren 2010-2016 die Landkreise Jelenia Góra (89,5%) und
Bolesławiecki (59,6%).
In Sachsen existierten 2016 105 Berufsschulen mit 49 830 Schülern. Im Landkreis Bautzen befanden
sich 11 und im Landkreis Görlitz 5 Schulen. Im untersuchten Jahr haben 13.805 Schüler die sächsischen
Berufsschulen verlassen (Abbildung 2.3). Im Landkreis Bautzen waren es 668 und im Landkreis Görlitz
679 Absolventen. Ähnlich wie auf der polnischen Seite wurde in den Jahren 2010-2016 auch im
deutschen Teil der Grenzregion ein Rückgang der Zahl von Berufsschulabsolventen beobachtet. Die
Zahl der Absolventen nahm in dem Untersuchungszeitraum in Sachsen um durchschnittlich 45,7%, im
Landkreis Bautzen um 51,1% und im Landkreis Görlitz um 47,0% ab. Interessant ist, dass die Zahl der
Berufsschulen in den untersuchten deutschen Landkreisen nicht gesunken ist. Im Landkreis Bautzen ist
die Zahl der Schulen sogar von 8 (2010) auf 11 (2016) gestiegen. Im Landkreis Görlitz blieb sie
unverändert.
Abbildung 2.3.
Berufsschulen und ihre Absolventen in Niederschlesien und Sachsen [2010, 2016].
Quelle: Eigenberechnung auf der Grundlage von Daten des polnischen Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Im Jahr 2016 existierten in der Wojewodschaft Niederschlesien 571 Mittelschulen [Sekundarstufe II]
(davon 149 im polnischen Teil der Grenzregion). Im untersuchten Jahr haben in der Region 24.994
Schüler und Schülerinnen diese Schulen abgeschlossen. Im niederschlesischen Grenzgebiet waren es
5.994 Schüler. Zwischen 2010 und 2016 wurde ein deutlicher Rückgang der Zahl von Mittelschulen
verzeichnet. Von 791 Schulen, die 2010 in der Region existierten, blieben nur 571. Im polnischen Teil
der Grenzregion ging die Zahl der Schulen um über 30% (von 225 auf 149) zurück. Die Zahl der
Absolventen von Mittelschulen nahm ebenfalls deutlich ab (in der Region um durchschnittlich 22,9%).
Im polnischen Teil der Grenzregion ging die Zahl um 26,9%, am stärksten in den Landkreisen:
Złotoryjski (-43,5%) und Jaworski (-34,4%) zurück.
2016 existierten in Sachsen 347 Mittel-/Oberschulen, die von 106 975 Schülern und Schülerinnen
besucht wurden. Im deutschen Teil der Grenzregion existierten im Landkreis Bautzen 37 Mittel-
/Oberschulen (9188 Schüler) und im Landkreis Görlitz 28 (7580 Schüler). Zwischen 2010 und 2016 stieg
179
174
5526
3688
2010
2016
0
2 000
4 000
6 000
Niederschlesien
Schulen
Absolventen
120
105
25424
13805
2010
2016
0
10 000
20 000
30 000
Sachsen
Schulen
Absolventen

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
37
die Zahl der Mittel- und Oberschulen in Sachsen leicht von 339 auf 347. Eine ähnliche positive
Entwicklung ist im Landkreis Bautzen (von 36 auf 37) und im Landkreis Görlitz (von 26 auf 28) zu
beobachten.
2.2
GESUNDHEITS- UND SOZIALVERSORGUNG
Im Jahr 2016 arbeiteten insgesamt 1.188 Ärzte im polnischen Teil der Grenzregion, während im
deutschen Teil des Untersuchungsgebietes 1.870 Ärzte tätig waren. Die meisten Ärzte arbeiteten in der
Region im Stadtkreis Jelenia Góra (292) und den Landkreisen Zgorzelecki (191), Żarski (177) und
Bolesławiecki (169). Im Landkreis Bautzen waren 999 und im Landkreis Görlitz 871 Ärzte tätig. In den
Jahren 2010-2016 stieg die Zahl der Ärzte am stärksten in den Landkreisen Żarski (um 55%) und
Lwówecki (um 49%). Nur 2 polnische Landkreise, Jeleniogórski (25%) und Jaworski (26%) verzeichneten
einen Rückgang der Ärztezahl. Insgesamt ist die Zahl der Ärzte in den Jahren 2010-2016 im polnischen
Teil des Untersuchungsgebietes um 25% und im deutschen Teil nur um 7% gestiegen.
2016 entfielen im polnischen Teil der Grenzregion 1,8 Ärzte auf 10 000 Einwohner, während der
Prozentsatz im deutschen Teil der Region fast doppelt so hoch ausfiel (3,3). Es ist festzustellen, dass die
untersuchte Entwicklung im Allgemeinen in der niederschlesisch-sächsischen Grenzregion sowohl im
Vergleich mit den jeweiligen Regionen (in Niederschlesien entfielen 2,3 und in Sachsen 4,0 Ärzte auf 10
000 Einwohner) als auch mit der Europäischen Union (3,6 Ärzte) wesentlich schwächer ausfällt. Am
niedrigsten waren die Werte in den Landkreisen Jaworski und Jeleniogórski mit jeweils 0,8 und 0,9
Ärzten auf 10 000 Einwohner. Die höchsten Zahlen verzeichneten der Stadtkreis Jelenia Góra (3,6) und
die Landkreise Görlitz (3,4) und Bautzen (3,3).
2016 arbeiteten im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet insgesamt 671 Zahnärzte. 77% der
Zahnärzte praktizierten im deutschen Teil des Untersuchungsgebietes (277 im Landkreis Bautzen und
236 im Landkreis Görlitz). Die meisten Zahnärzte waren im polnischen Teil des Untersuchungsgebietes
im Landkreis Żarski (51), der Stadt Jelenia Góra (30) und dem Landkreis Bolesławiecki (23) tätig. Die
wenigsten Zahnärzte praktizierten in den Landkreisen Kamiennogórski, Lwówecki und Jaworski, wo in
jedem Landkreis jeweils nur 5 Zahnärzte tätig waren. In den Jahren 2010-2016 ist die Zahl der
Zahnärzte in den Landkreisen Jeleniogórski (um 140%, von 5 auf 12) und in der Stadt Jelenia Góra (um
114,3%, von 14 auf 30) gestiegen. Dagegen verzeichnete der Landkreis Lubański die stärkste negative
Entwicklung von 27,3%. Interessant ist, dass auch in den deutschen Landkreisen die Zahl der Zahnärzte
im Landkreis Bautzen um 4,2% und im Landkreis Görlitz um 5,2% zurückgegangen war.
Im polnischen Teil der Grenzregion entfielen 2016 im Durchschnitt 0,2 Zahnärzte auf 10 000 Einwohner,
während der Prozentsatz mit 0,9 Zahnärzten auf 10 000 Einwohner im deutschen Teil mehr als viermal
so hoch ausfiel. Unter den polnischen Landkreisen war der Prozentsatz im Landkreis Żarski (0,5), der
Stadt Jelenia Góra (0,4) und im Landkreis Bolesławiecki (0,3) am höchsten, während er in den beiden
deutschen Landkreisen (Bautzen und Görlitz) 0,9 erreichte.
2016 waren 262 Apotheken und Apothekenstellen im niederschlesischen Grenzgebiet tätig. Auf der
polnischen Seite funktionierten die meisten Apotheken in den Landkreisen Żarski (44 ), Zgorzelecki (39)
und in der Stadt Jelenia Góra (37). Im deutschen Teil der Region wurden insgesamt 126 Apotheken und
Apothekenstellen 64 im Landkreis Bautzen und 62 im Landkreis Görlitz registriert.
Im niederschlesischen Grenzgebiet entfielen 2016 durchschnittlich 2.541 Personen auf eine Apotheke
oder Apothekenstelle, während es im sächsischen Grenzgebiet 4.468 Personen waren. Die wenigsten
Einwohner entfielen auf eine Apotheke oder eine Apothekenstelle auf polnischer Seite in der Stadt
Jelenia Góra (2 176). Auf deutscher Seite waren die Werte doppelt so hoch wie im polnischen Teil des

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
38
Untersuchungsgebietes. Im Landkreis Bautzen lagen sie bei 4 761 und im Landkreis Görlitz bei 4 167
Einwohnern pro Apotheke.
2016 gab es im polnischen Teil der Grenzregion 3 718 Betten in Allgemeinkrankenhäusern, während im
deutschen Teil 3 538 Betten bereitstanden. Die wenigsten Betten standen in Allgemeinkrankenhäusern
im polnischen Teil der Grenzregion in den Landkreisen Jaworski (84 Betten) und Bolesławiecki (173) zur
Verfügung, während der Landkreis Jeleniogórski (777), die Stadt Jelenia Góra (636) und der Landkreis
Zgorzelecki (579) die meisten Betten vorhielten. Im Landkreis Bautzen standen 1.720 und im Landkreis
Görlitz 1.818 Betten bereit. Die größte Veränderung der Bettenzahl wurde zwischen 2010 und 2016 auf
der polnischen Seite der Grenze im Landkreis Żarski (um 98%, von 183 auf 362) beobachtet. Dagegen
verzeichneten 6 Landkreise eine Verringerung der Krankenhausbetten, darunter waren beide
deutschen Landkreise. Der stärkste Rückgang der Bettenzahl wurde in den Landkreisen Lubański (um
14%, von 301 auf 258), Görlitz (um 11%, von 2 037 auf 1 818) und Złotoryjski (um 9,6%, von 260 auf
235) registriert.
2016 standen in den Krankenhäusern in der niederschlesischen Grenzregion fast 56 Betten pro 10.000
Einwohner zur Verfügung, im sächsischen Grenzgebiet waren es fast 63. Die Bettenzahlen pro
Einwohner fielen im Grenzgebiet deutlich niedriger als der Durchschnitt in den Regionen aus, wo in
der Wojewodschaft Niederschlesien 79 und in Sachsen 85 Betten auf 10 000 Einwohner entfielen (zum
Vergleich liegt die Zahl der Betten pro Einwohner in der Europäischen Union bei 52).
Karte 2.1.
Anzahl der Betten in Allgemeinkrankenhäusern im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet[2010-2016].
Quelle: Eigenberechnung auf der Grundlage von Daten des polnischen Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
39
Die höchste Bettenzahl pro 10.000 Einwohner hatten im Untersuchungsgebiet der Landkreis
Jeleniogórski (152 Betten), die Stadt Jelenia Góra (143) und der Landkreis Zgorzelecki (124). Die
wenigsten Betten hielt der Landkreis Jaworski vor, wo auf 10 000 Einwohner 10 Betten zur Verfügung
standen (Karte 2.1).
2016 existierten auf der polnischen Seite der Grenze 32 soziale Einrichtungen. Die meisten
Einrichtungen waren im Landkreis Jeleniogórski (7), und jeweils 5 in den Landkreisen Zgorzelecki
und Żarski tätig. Der einzige Landkreis, in dem es keine sozialen Einrichtungen gab, war der Landkreis
Złotoryjski. Im deutschen Teil der Grenzregion existierten 162 Einrichtungen, davon 73 im Landkreis
Bautzen und 89 im Landkreis Görlitz. Zwischen 2010 und 2016 gab es im niederschlesischen Teil des
untersuchten Gebietes nur wenige Änderungen bei der Zahl der sozialen Einrichtungen, während in
Sachsen eine deutliche Steigerung der Zahl von Einrichtungen von 117 2010 auf 162 2016 zu
verzeichnen war.
Auf 10 000 Einwohner entfielen auf der polnischen Seite des Grenzgebiets 0,5 Einrichtungen, während
auf deutscher Seite der Index fast 6 mal höher bei 2,9 Einrichtungen der Sozialhilfe lag. Die höchsten
Indexwerte zeigten die Landkreise Görlitz (3,4), Bautzen (2,4), Jeleniogórski (1,4) und Zgorzelecki (1,1).
Die schlechtesten Werte verzeichneten die Landkreise bolesławicki (0,2), Lwówecki und Jaworski
(jeweils0,4). Im Landkreis Złotoryjski waren überhaupt keine sozialen Einrichtungen tätig.
Karte 2.2.
Standorte von sozialen Einrichtungen im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet [2010-2016].
Quelle: Eigenberechnung auf der Grundlage von Daten des polnischen Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet standen 2016 in 32 sozialen Einrichtungen 2 028 Plätze
zur Verfügung. Die meisten Plätze gab es in Einrichtungen der polnischen Landkreise Jeleniogórski (467
Plätze), Zgorzelecki (350) und Żarski (276). Auf deutscher Seite waren 162 Einrichtungen mit insgesamt
8 204 Plätzen tätig. Im Landkreis Bautzen standen 4.055 und im Landkreis Görlitz 4.149 Plätze zur
Verfügung. Die größte Steigerung der Platzzahl in sozialen Einrichtungen wurde in den Jahren 2010-

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
40
2016 im Landkreis Bolesławiecki (von 30 auf 83 Plätze, Steigerungsrate 177%) verzeichnet. In sozialen
Einrichtungen der Stadt Jelenia Góra verringerte sich die Zahl der Plätze von 224 auf 186 (d.h. um 17%).
Die Zahl der Plätze ging auch in den Landkreisen Zgorzelecki (um 6,4%, von 374 auf 350) und Lwówecki
(um 1,8%, von 168 auf 165) zurück.
Im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet standen umgelegt auf 10 000 Einwohnerzahl
durchschnittlich 83 Plätze in sozialen Einrichtungen. Im polnischen Teil des untersuchten Gebietes lag
der Wert bei 30 und im deutschen Teil bei 146. Die höchsten Werte verzeichneten die deutschen
Landkreise Görlitz (161 Plätze) und Bautzen (133 Plätze). Auf polnischer Seite erreichten die Landkreise
Jeleniogórski (91 Plätze), Zgorzelecki (75) und die Stadt Jelenia Góra (42) die höchsten Werte. Die
wenigsten Plätze standen im Landkreis Bolesławiecki (9) zur Verfügung; (Karte 2.2).
2.3
WOHNSITUATION
Im polnischen Teil der niederschlesisch-sächsischen Grenzraumes standen 2016 247,1 Tsd. Wohnungen
zur Verfügung, während diese Zahl im deutschen Teil der Region mit 318,3 Tsd. um 100 000 höher lag.
Die meisten Wohnungen existierten in den Landkreisen Bautzen (162,8 Tsd.) und Görlitz (155,5 Tsd.).
Auf polnischer Seite standen die meisten Wohnungen im Stadtkreis Jelenia Góra (35,2 Tsd.), sowie in
den Landkreisen, Żarski (34,2 Tsd.), Zgorzelecki (34,1 Tsd.) und Bolesławiecki (31,5 Tsd.) zur Verfügung.
Zwischen 2010 und 2016 stieg im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet die Wohnungszahl leicht
von 562,6 Tsd. auf 565 Tsd. an. In polnischen Landkreisen vergrößerte sich der Wohnungsbestand
durchschnittlich um knapp 3%, wobei die stärkste Steigerungsrate im Landkreis Bolesławiecki (um
4,2%) und die geringste Veränderung im Landkreis Lwówecki (mit knapp 0,1%) verzeichnet wurde. Die
Zahl der Wohnungen sank nur im deutschen Teil der Region um 1,2% (von 322,3 Tsd. auf 318,3 Tsd.).
Im niederschlesischen Teil der Region entfielen 2016 umgerechnet 326 Wohnungen auf 1 000
Einwohner. Viel besser sah die Lage im sächsischen Teil aus, wo 1 000 Einwohnern 565 Wohnungen zur
Verfügung standen. Besonders günstig stellte sich die Wohnsituation in den Landkreisen Görlitz (602
Wohnungen) und Bautzen (534) dar. Die höchsten Wohnungszahlen verzeichneten auf polnischer Seite
die Stadt Jelenia Góra (437 Wohnungen) sowie die Landkreise Jeleniogórski (388), Kamiennogórski
(378) und Zgorzelecki (374); (Karte 2.3).
2016 belief sich die gesamte Nutzfläche der Wohnungen im polnischen Teil der Grenzregion auf
17 980,7 Tsd. m
2
, während sie im deutschen Teil der Region 25 711 Tsd. M2
2
betrug. Landkreise mit der
größten Nutzfläche waren auf der polnischen Seite der Grenze der Landkreis Żarski (mit insgesamt 2
477 Tsd. m
2
), Bolesławiecki (2 472 Tsd. m
2
) und Zgorzelecki (2 403 Tsd. m
2
), wogegen die geringste
Nutzfläche im Landkreis Kamiennogórski (mit nur 1 079 Tsd. M2)
2
) zur Verfügung stand. Auf deutscher
Seite verfügte der Landkreis Bautzen über eine Nutzfläche von 13 351 Tsd. m
2
, und der Landkreis
Görlitz über 12 359 Tsd. m
2
(Karte 2.4).
Zwischen 2010 und 2016 stieg die Fläche aller Wohnungen im Untersuchungsgebiet um
durchschnittlich 6,6%. Die größte Steigerung erfolgte auf der polnischen Seite der Grenze in den
Landkreisen Jeleniogórski (um 12,5%, von 1 810 Tsd. m
2
auf 2 036 Tsd. m
2
) und Bolesławiecki (um 9,3%,
von 2 261 Tsd. m
2
auf 2 472 Tsd. m
2
), wobei die geringsten Zuwachsraten im Stadtkreis Jelenia Góra
(um 3,2%) und im Landkreis Lwówecki (um 4%) verzeichnet wurden; (Karte 2.4).

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
41
Karte 2.3.
Wohnungen im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet[2010-2016].
Karte 2.4. Nutzfläche von Wohnungen im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet [2010-2016].
Quelle: Eigenberechnung auf der Grundlage von Daten des polnischen Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
42
Die durchschnittliche Nutzfläche einer
Wohnung betrug in der niederschlesisch-sächsischen
Grenzregion 2016 77,3 m
2
. Im polnischen Teil erreichte dieser Wert 72,8 m
2
, während er auf der
deutschen Seite 80,8 m
2
betrug. Die größte durchschnittliche Wohnfläche stand Einwohnern der
Landkreise Jeleniogórski und Bautzen (mit jeweils 82 m
2
) sowie Bolesławiecki und Görlitz (mit jeweils
79 m
2
) zur Verfügung. Über die kleinste Wohnfläche verfügten im Durchschnitt die Bewohner der
Landkreise Kamiennogórski (64 m
2
) und der Stadt Jelenia Góra (65 m
2
).
In den Jahren 2010-2016 stieg die Wohnfläche im untersuchten Gebiet durchschnittlich um 6,1%. Die
größte Steigerungsrate verzeichneten auf der deutschen Seite der Landkreis Bautzen mit 7,9% und der
Landkreis Görlitz mit 6,8%. Am stärksten stiegen die Werte im polnischen Teil der Region im Landkreis
Bolesławiecki um 4,1% (von 75,9 auf 79,0).
Ergänzt wird das Bild der Wohnsituation im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum durch den
Indikator für die Zahl der fertiggestellten Wohnungen pro 1000 Einwohner. Im polnischen Teil des
Untersuchungsgebietes erreichte er den Wert von 2,2 Wohnungen pro 1 000 Einwohner. Die höchsten
Werte verzeichneten die Landkreise Bolesławiecki (5,1 Wohnungen) und Jeleniogórski (4,0). Auf
deutscher Seite bewegten sich die Indikatorwerte knapp oberhalb von 1,0 Wohnungen pro 1000
Einwohner. Im Landkreis Bautzen waren es 1,6 und im Landkreis Görlitz 0,5 Wohnungen. Im
sächsischen Grenzgebiet wurden insgesamt 621 Wohnungen fertig gestellt; (Karte 2.5).
Bemerkenswert ist, dass es im polnischen Teil des untersuchten Gebietes Landkreise mit einer mehr
als 20% Steigerung der Indikatorwerte gegenüber 2010 wie die Landkreise Bolesławiecki (47,4%),
Lwówecki (42,9%), Lubański (38,9%) i Zgorzelecki (21,0%) gab. Allerdings zeigten sich in einigen
Landkreisen, wie im Stadtkreis Jelenia Góra (-56,3%) und dem Landkreis Złotoryjski (-40,9%) auch
deutlich negative Entwicklungen; (Karte 2.5).
Karte 2.5.
Fertiggestellte Wohnungen im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet[2010-2016].
Quelle: Eigenberechnung auf der Grundlage von Daten des polnischen Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
43
2.4
LEBENSSTANDARD
8
Im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet zeigten sich signifikante Unterschiede im Lohnniveau. Im
polnischen Teil des untersuchten Gebietes betrug der durchschnittliche Monatslohn ca. 850 Euro, was
2016 lediglich 28% des Durchschnittslohnes im deutschen Teil der Region
9
(2 998 Euro) entsprach;
(Abbildung 2.4). Die höchsten Löhne wurden auf polnischer Seite in den Landkreisen Żarski (938 Euro),
Złotoryjski (937) und in der Stadt Jelenia Góra (912) gezahlt. Dabei ist zu betonen, dass die Löhne in
beiden Teilen der Region gestiegen sind. Die Steigerungsrate fiel (mit 19,1%) auf der polnischen ein
wenig höher als auf der deutschen Seite (mit 17,7%) aus.
Abbildung 2.4.
Der durchschnittliche Monatslohn Brutto [in EURO] im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum und in den
einzelnen Regionen [2010-2016].
Quelle: Eigenberechnung auf der Grundlage von Daten des polnischen Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Bezeichnungen NS – Wojewodschaft Niederschlesien, SN – Sachsen, GR NS – niederschlesischer Teil der gemeinsamen Grenzregion.
Das Lohnniveau sollte mit den Verbraucherpreisen für Grundnahrungsmittel in den jeweiligen Teilen
der Grenzregion verglichen werden. Im Warenkorb waren folgende Grundnahrungsmittel enthalten:
Mischbrot (500 g), ein ganzes ausgenommenes Huhn (1 kg), Schweineschinken (1 kg), Butter (200 g),
Kuhmilch (1 l), Eier (10 Stück), Zucker (1 kg), Schokolade (100 g), Tee (20 Beutel), Äpfel (1 kg), Orangen
(1 kg), Kartoffeln (1 kg) und Tomaten (1 kg)10. Der Verbraucher musste 2016 für den o.g. Warenkorb
im polnischen Teil des Untersuchungsgebietes im Durchschnitt 17,35 Euro bezahlen, während im
deutschen Teil der Region der gleiche Warenkorb mit 33,15 Euro fast doppelt so teuer war. Im
Verhältnis zu den Löhnen lag der Wert des Warenkorbs im niederschlesischen Grenzgebiet knapp
8
Der Lebensstandard wird in der vorliegenden Studie vor allem als wirtschaftliche Lebensbedingungen der Bevölkerung
verstanden.
9
Angaben zu Sachsen
10
Grundlage für die Preise der täglichen Güter und Dienstleistungen im Warenkorb sind Angaben des Statistischen Amtes
Wrocław zum polnischen und deutschen Teil der Euroregion Neisse.
2 547
2 603
2 627
2 696
2 756
2 899
2 998
853,9882919
871,0709337
886,7556373
921,3838892
966,3305217
1004,563404
1047,955007
713,5331642
734,8677849
754,3026848
773,4992935
805,1792281
841,1231085
849,5486199
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
SN
NS
GR NS

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
44
oberhalb von 2% und im sächsischen Teil der Region ein wenig über 1,1 % des monatlichen
Einkommens. Beachtenswert ist, dass die Unterschiede im Preis des Warenkorbs im polnischen und
deutschen Teil der Grenzregion im Untersuchungszeitraum (2010-2016) auf einem weitgehend
gleichen Niveau blieben.
Einen großen Teil der Ausgaben machen in jedem privaten Haushalt auch Rechnungen und Abgaben
aus, die jeden Monat für die breit gefassten kommunalen Dienstleistungen zu bezahlen sind. 2016
kosteten 100 kWh auf polnischer Seite der Grenzregion 7,1 Euro (0,84% des Einkommens), während
der Preis auf deutscher Seite mit 28,4 Euro (0,95% des Einkommens) 4 mal höher war. Auch die Preise
für die Ableitung und Reinigung von Abwasser in kommunalen Kläranlagen waren mit 360 Euro für 100
m
3
(12% des Einkommens) höher als im niederschlesischen Teil der Region mit 146 Euro für100 m
3
(17% des
Einkommens). Die Kaltwasserentnahme
(von 100
m
3
)
aus
dem
städtischen
Wasserversorgungsnetz war auf deutscher Seite ebenfalls teurer als im polnischen Teil der Region mit
jeweils 271 Euro (9%) und 101 Euro (12% des Einkommens).
2.5
KULTUR UND TOURISMUS
Im polnischen Teil des niederschlesisch-sächsischen Grenzraumes existierten 2016 12 Kinos mit 4.089
Zuschauerplätzen und auf deutscher Seite 14 Kinos mit 4 235 Plätzen. Die meisten Kinosäle (9) gab es
im Landkreis Görlitz mit der größten Zahl von Zuschauerplätzen (2 349). In den Landkreisen
Kamiennogórski, Lwówecki und Jaworski existierten keine Kinos. Die Gesamtzahl der Kinos blieb im
Untersuchungsgebiet in den Jahren 2010-2106 unverändert (26).
2016 existierten im niederschlesischen Grenzgebiet 2 Theater, die im Untersuchungsjahr 36 352
Besucher verzeichneten. Im sächsischen Grenzgebiet funktionierten 3 Theater mit 337 502 Besuchern.
Theater gab es auf polnischer Seite nur im Stadtkreis Jelenia Góra, während sie im deutschen
Grenzgebiet in beiden untersuchten Landkreisen funktionierten. Die Zahl der Theater blieb in den
Jahren 2010-2016 unverändert.
Im Untersuchungsgebiet existierten 2016 insgesamt 304 Bibliotheken, 194 auf polnischer und 110 auf
deutscher Seite. Die meisten Bibliotheken funktionierten auf polnischer Seite in den Landkreisen Żarski
(29), Zgorzelecki (26) und Bolesławiecki (25), und die wenigsten im Stadtkreis Jelenia Góra (7). Im
deutschen Teil der Grenzregion existierten im Landkreis Bautzen 62 und im Landkreis Görlitz 48
Bibliotheken. Zwischen 2010 und 2016 sank die Zahl der Bibliotheken im untersuchten Gebiet von 330
auf 304 (Rückgang um 7,9%). Insgesamt verringerte sich die Zahl der Bibliotheken im polnischen Teil
um 6,7% (von 208 auf 194), und im deutschen Teil der Grenzregion um 9,8% (von 122 auf 110
Bibliotheken). Die größten Verluste verzeichnete der Landkreis Złotoryjski (17,4%, von 23 auf 17
Bibliotheken).
Die öffentlichen Bibliotheken verfügten im niederschlesischen Grenzgebiet 2016 über 2 728 Tsd.
Bücher, während den sächsischen Lesern in der Grenzregion 1 530 Tsd. Bücher zur Verfügung standen.
Auf 1 000 Einwohner entfielen auf der polnischen 4 098 und auf der deutschen Seite 2 717 Bücher. Die
meisten Bücher standen polnischen Lesern in den Landkreisen bolesławicki (396 Tsd.), Żarski (358 Tsd.)
und Zgorzelecki (349 Tsd.) zur Verfügung. Umgerechnet auf 1 000 Einwohner verfügten die
Bibliotheken in den Landkreisen Złotoryjski (5 932), Lwówecki (5 011) und Lubański (4 617) über die
größten Bücherbestände. Auf deutscher Seite standen Lesern im Landkreis Bautzen 839 Tsd. Bücher
(mit 2 754 Bucheinheiten auf 1 000Einwohner), und im Landkreis Görlitz 691 Tsd. Bücher (mit
2 675 Bucheinheiten auf 1 000 Einwohner) zur Verfügung. Leider musste in den Jahren 2010-2016 eine

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
45
erhebliche Verringerung der Buchbestände (durchschnittlich um 8%) registriert werden. Die größten
Verluste verzeichneten die Landkreise Kamiennogórski (mit 6%, von 177 Tsd. auf 149 Tsd.), Lwówecki
(mit 14%, von 270 auf 263) und Zgorzelecki (mit 13%, von 401 Tsd. auf 349 Tsd.).
2016 waren in öffentlichen Bibliotheken auf polnischer Seite 100 Tsd. und im deutschen Teil des
Untersuchungsgebietes 50 Tsd. Leser registriert. Die meisten angemeldeten Leser gab es im Landkreis
Żarski. In den Landkreisen Zgorzelecki und Bolesławiecki waren es jeweils 14 und 13 Tsd. Werden die
Zahlen auf die Einwohner umgerechnet, können deutliche Unterschiede festgestellt werden. Im
niederschlesischen Grenzraum haben sich auf 1 000 Einwohner 150 und im sächsischen Grenzgebiet
89 Personen in Bibliotheken angemeldet. Die relativ größten Leserzahlen verzeichneten auf polnischer
Seite die Landkreise Jeleniogórski (171 auf 1 000 Einwohner), Żarski (159) und Zgorzelecki (151). Auf
deutscher Seite lag der Wert bei 89 Lesern. Eine beunruhigende Entwicklung ist, dass zwischen 2010
und 2016 die Zahl aktiver Leser im Untersuchungsgebiet im Durchschnitt um fast 11% zurückging. Auf
polnischer Seite waren es 13% (von 115 Tsd. auf 100 Tsd.), und auf deutscher Seite knapp 6% (von 53
Tsd. auf 50 Tsd.); (Karte 2.6).
Karte 2.6.
Zahl der Leser, die in Bibliotheken im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet gemeldet waren [2010-2016].
Quelle: Eigenberechnung auf der Grundlage von Daten des polnischen Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
2016 wurden im niederschlesischen Grenzgebiet 1 977 Tsd. (1 970 Bücher pro 1 000 Einwohner), und
im sächsischen Teil 2 863 Tsd. (5 085 Bücher pro 1 000 Einwohner) Bucheinheiten ausgeliehen. Auf
polnischer Seite erreichten der Landkreis Jeleniogórski (mit 300 Tsd. ausgeliehenen Büchern), und die
Stadt Jelenia Góra (mit 260 Tsd.) die höchsten Werte. Der unangefochtene Sieger war in relativen

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
46
Zahlen (umgerechnet auf 1 000 Einwohner) der Landkreis Jeleniogórski (4 649 ausgeliehene Büchern),
mit dem Landkreis Lwówecki (3 611) an der zweiten Stelle.
2016 existierten im polnischen Teil des niederschlesisch-sächsischen Grenzraumes 465 Hotels und
Pensionen. Im deutschen Teil waren es 378. Die meisten dieser Objekte funktionierten in den
Landkreisen Jeleniogórski (289), Görlitz (219), Bautzen (159) und Lubański (60). Im Landkreis
Złotoryjski gab es nur 5 Hotelobjekte. Einen Rückgang der Zahl von Hotels und Pensionen
verzeichneten zwischen 2010 und 2016 nur 2 Landkreise Żarski mit 39% (von 18 auf 11 Objekte) und
Bautzen mit 5% (von 167 auf 159 Objekte). Im gesamten untersuchten Gebiet stieg die Anzahl der
Objekte durchschnittlich um 10% (von 767auf 843). Eine besonders deutliche Steigerung der Zahl von
Unterkünften erfolgte auf der polnischen Seite mit 19% (von 392 auf 465). Die deutsche Seite
verzeichnete dagegen eine geringe Steigerung von 1% (von 375 auf 378).
2016 funktionierten im niederschlesischen Grenzraum 98 Hotels, 42 Pensionen und 2 Campingplätze,
und im sächsischen Grenzgebiet existierten 89 Hotels, 58 Pensionen und 30 Campingplätze. Die
meisten Hotels gab es auf der polnischen Seite in den Landkreisen Jeleniogórski (48), Lubański (16) und
in der Stadt Jelenia Góra (11). Im Landkreis Jeleniogórski überwogen dagegen Pensionen (29). Die 2
polnischen Campingplätze befanden sich in der Stadt Jelenia Góra und im Landkreis Jeleniogórski. Die
meisten Unterkünfte gab es im deutschen Teil im Landkreis Görlitz (insgesamt 219), darunter 53
Hotels, 34 Pensionen und 18 Campingplätze. Die Zahl der Unterkünfte stieg zwischen 2010 und 2016
im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet nur bei Hotels (um 2%), während sowohl die Zahl der
Pensionen (um 11%) als auch der Campingplätze (um 22%) gesunken ist.
2016 verfügten Unterkünfte im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet über 44 410 Plätze. Über
67 % der Plätze standen auf polnischer Seite zur Verfügung (29 808), die meisten davon (19 322) im
Landkreis Jeleniogórski. Der Landkreis Lubański verfügte über 3 787, und die Stadt Jelenia Góra über
2 310 Übernachtungsplätze. Auf deutscher Seite standen 9 200 Plätze im Landkreis Görlitz und 5 402
Plätze im Landkreis Bautzen zur Verfügung. Die Zahl der Übernachtungsplätze stieg zwischen 2010-
2016 um 16%. Die Steigerungsrate betrug durchschnittlich 32%, wobei die größten Zuwächse die
Landkreise Lwówecki (um 60%, von 579 auf 927 Plätze), Bolesławiecki (um 56%, von 494 auf 772) und
Złotoryjski (um 52%, von 146 auf 222) verzeichneten. Die Zahl der Übernachtungsplätze verringerte
sich nur im Landkreis Żarski um 56% (von 720 auf 316). Der Rückgang betrug im deutschen Teil der
Region durchschnittlich 7,7% (im Landkreis Bautzen -9,4%, und im Landkreis Görlitz -6,6%); (Karte 2.7).
Umgerechnet auf 100 Einwohner standen im untersuchten Gebiet 3,6 Übernachtungsplätze zur
Verfügung. Im polnischen Teil lag dieser Wert bei 4,5. Die höchsten Werte verzeichneten die
Landkreise Jeleniogórski (30,0 Plätze auf 100 Einwohner) und Lubański (6,9) sowie die Stadt Jelenia
Góra (2,9). Im deutschen Teil der Grenzregion betrug der Wert 2,6 Plätze pro 100 Einwohner, 3,6 im
Landkreis Görlitz und 1,8 im Landkreis Bautzen.
2016 wurden im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet 1 703 793 Übernachtungsgäste registriert.
Über 60% der Übernachtungen (1 024 074) fanden im polnischen Teil der Region statt. Die meisten
Übernachtungen konnten auf polnischer Seite in den Landkreisen Jeleniogórski (618 324 )
und Lubański (128 570) verzeichnet werden. Im deutschen Teil der Region übernachteten
418 424 Besucher im Landkreis Bautzen und 261 295 im Landkreis Görlitz. Das Untersuchungsgebiet
verzeichnete zwischen 2010 und 2016 eine Steigerung der Übernachtungszahlen um 19% (von 1 430
522 auf 1 703 793 Gäste). Besonders deutlich, mit 30% stieg die Zahl der Übernachtungen auf
polnischer Seite, wobei der Landkreis Jaworski eine enorme Steigerungsrate von 135% von 6 595 auf
20 018 verzeichnete. Eine erhebliche Steigerung gab es auch in den Landkreisen Bolesławiecki (um
67%), Lubański (um 51%) und Zgorzelecki (um 44%). In den Landkreisen Żarski, Złotoryjski und
Kamiennogórskim sank die Zahl der Übernachtungen (jeweils um: 41%, 35% und 22%).

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
47
Karte 2.7.
Übernachtungsplätze im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet [2010-2016].
Quelle: Eigenberechnung auf der Grundlage von Daten des polnischen Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Umgerechnet auf 100 Einwohner übernachteten im untersuchten Gebiet durchschnittlich 139 Gäste.
Auf polnischer Seite waren es 154 und auf deutscher Seite 121 Personen. Die höchsten Werte
erreichten im niederschlesischen Teil diesbezüglich die Landkreise Jeleniogórski (960 Personen),
Lubański (233) und die Stadt Jelenia Góra (112). Im sächsischen Grenzgebiet übernachteten
umgerechnet auf 100 Einwohner 86 Gäste im Landkreis Bautzen und 162 Gäste im Landkreis Görlitz.
2016 fanden im gesamten Grenzgebiet 5 006 447 Übernachtungen, davon 3 313 356 auf polnischer
und 1 837 102 auf deutscher Seite statt. Die meisten Übernachtungen verzeichnete im polnischen Teil
der Grenzregion der Landkreis Jeleniogórski (1 890 557), und auf deutscher Seite der Landkreis Görlitz
(1 127 046).
Die Auslastung der Übernachtungsplätze
11
lag 2016 im deutschen Teil der Region bei 33,1%
(aufgeschlüsselt nach Landkreisen: 33,8% im Landkreis Görlitz und 32,0% im Landkreis Bautzen). Im
polnischen Teil des untersuchten Gebietes bewegte sich der Wert um 27,4% und lag damit unterhalb
des Durchschnitts für die Wojewodschaft Niederschlesien (36,2%). Auf lokaler Ebene verzeichneten
der Landkreis Lubański (45,5%) und die Stadt Jelenia Góra (41,5%), die höchsten, und die Landkreise
Kamiennogórski (15,7%) und Złotoryjski (19,1%) die niedrigsten Werte; (Karte 2.8). Im Vergleich zu
2010 stieg die Auslastung der Übernachtungsplätze im polnischen Teil der Region nur geringfügig von
11
Auslastung der Übernachtungsplätze - Verhältnis zwischen Übernachtungen oder Zahl der gebuchten Zimmer in dem
jeweiligen Jahr (Zeitraum) und der Zahl verfügbarer Übernachtungsplätze oder Zimmer in dem jeweiligen Jahr (Zeitraum).

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
48
21,5% auf 27,4%. Die Entwicklung war mit der Steigerung in der gesamten Wojewodschaft
Niederschlesien vergleichbar, wo sich die Auslastung der Übernachtungsplätze von 27,9% auf 36,2%
verbesserte.
Karte 2.8. Auslastung der Übernachtungsplätze im niederschlesisch-sächsischen Grenzgebiet [2016-2016].
Quelle: Eigenberechnung auf der Grundlage von Daten des polnischen Statistischen Hauptamtes und des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
2.6
POTENZIALE UND BARRIEREN IM BEREICH SOZIALE INFRASTRUKTUR
ENTWICKLUNGSPOTENZIALE:
1)
immer bessere Ausbildung der Einwohner
, insbesondere im polnischen Teil der Grenzregion;
2) verhältnismäßig
hohe durchschnittliche Nutzfläche von Wohnungen
in beiden Teilen der
Grenzregion;
3)
niedrigere Preise für Nahrungsmittel und Dienstleistungen im polnischen Teil der Region
,
wodurch der Handel angeregt und die Einkünfte der Bevölkerung gesteigert werden können;
4) verhältnismäßig
gut entwickeltes Netz von Kultur- (Theater) und Unterhaltungseinrichtungen
(Kinos)
sowohl auf polnischer als auch auf deutscher Seite der Grenze;
5)
herausragendes kulturelles und natürliches Erbe
, wodurch Chancen für die Entwicklung von
unterschiedlichen Tourismusformen (darunter Erinnerungstourismus) und Potenziale für den
grenzübergreifenden Tourismus geschaffen wurden;
6) relativ gleichmäßig
entwickeltes Netz von Hotels, Pensionen und Campingplätzen
;

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
49
7)
immer größere Zahl der Übernachtungsplätze
auf beiden Seiten der Grenze (mit einer ein
wenig größeren Zahl von Übernachtungen auf polnischer Seite), was ein Zeichen für das
zunehmende touristische Interesse am Grenzgebiet ist;
8)
gemeinsames kulturelles und natürliches Erbe in beiden Teilen des Grenzgebietes
, das
Grundlage für Zusammenarbeit und Entwicklung einer gemeinsamen touristischen Marke
werden kann.
ENTWICKLUNGSBARRIEREN:
1)
Absterben der beruflichen Bildung auf polnischer Seite
und die Fehlanpassung an die
Anforderungen des Arbeitsmarktes;
2)
Unterschiede im Bildungssystem
und häufige Änderungen des Bildungssystems,
insbesondere auf polnischer Seite;
3)
die immer noch bestehende
Sprachbarriere
;
4)
geringer Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen, insbesondere auf polnischer Seite
im
Vergleich zu mittleren Werten in der Region und den Mittelwerten für die Länder der
Europäischen Union
relativ geringe Verfügbarkeit von Ärzten und Zahnärzten im polnischen Teil der
Grenzregion,
ein spürbares Ungleichgewicht bei der Zahl von Krankenhausbetten, wobei deutlich
weniger Betten auf polnischer Seite zur Verfügung stehen,
sehr geringe Verfügbarkeit von sozialen Einrichtungen und eine kleine Anzahl von
Plätzen umgerechnet auf die Einwohnerzahl im niederschlesischen Grenzgebiet;
5)
schlechte Wohnbedingungen
und ein Wohnungsbestand, der die Bedürfnisse der
Bevölkerung
auf der polnischen Seite der Grenze
immer noch nicht erfüllt;
6)
geringes Maß an wirtschaftlichem Reichtum und geringer Lebensstandard der Einwohner,
insbesondere im polnischen Teil des Untersuchungsgebietes;
7) erheblich
niedrigeres Lohnniveau der Grenzbewohner (hauptsächlich im niederschlesischen
Teil)
gegenüber dem Durchschnittswert der Region;
8)
weiterhin bestehende
Kulturbarrieren
, die auf Vorurteile in der Bevölkerung und die
schwierigen historischen Erfahrungen zurückgehen;
9)
geringe Leserzahlen,
die sich
in der relativ geringen Anzahl von öffentlichen Bibliotheken, kleinen Bücherbeständen
im deutschen Teil der Grenzregion und
geringer Anzahl von ausgeliehenen Büchern im polnischen Teil der Region zeigen;
10) deutliche
Unterschiede in den Unterkunftsformen
(hauptsächlich bei Campingplätzen);
11) spürbar
höhere Bettenzahl auf der polnischen Seite
, was auf sehr große Hotelobjekte
hindeuten könnte, die sich nicht in die Landschaft eingliedern und nicht immer dem
Charakter der Region entsprechen.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
50
3 WIRTSCHAFT
3.1 MAKROÖKONOMISCHE FAKTOREN
Im
niederschlesisch-sächsischen
Grenzraum
betrug
das
Bruttoinlandsprodukt
pro
Kopf
(Kaufkraftparitäten)
12
im Bezugsjahr 2016 19.660 KKP, was gerade einmal 67 % des durchschnittlich in der
Europäischen Union erreichten Werts von 29.319 KKP beträgt. Kennzeichnend für das hier analysierte
Gebiet ist eine erhebliche Ungleichheit hinsichtlich des angesetzten Indexwerts auf beiden Seiten des
Grenzraums: im deutschen Teilgebiet erreicht das BIP pro Kopf einen anderthalb Mal höheren Wert (d.h.
23.929 KKP, damit 82 % des EU-Durchschnitts) als im polnischen Teilgebiet (mit 16.050 KKP, d.h. lediglich
55 % des EU-Durchschnitts). Darüber hinaus wird diese schwierige gesamtwirtschaftliche Lage des
Grenzraums insgesamt deutlich, wenn das BIP pro Kopf mit den jeweils für die Region und die gesamte
Volkswirtschaft gemessenen Werten in Bezug gesetzt werden: im niederschlesischen Teilraum ist das pro
Kopf ermittelte Bruttoinlandsprodukt geringer als in der Wojewodschaft Niederschlesien (es beträgt 22.392
KKP, d.h. 76 % des EU-Durchschnitts) wie ebenso des entsprechend für Polen ermittelten Werts (20.180
KKP, d.h. 69 % des EU-Durchschnitts). Eine analoge Situation kann für den sächsischen Teil des Grenzraums
beobachtet werden: hier fällt das BIP pro Kopf ebenso geringer aus als der Indexwert für den Freistaat
Sachsen insgesamt, der mit 27.513 KKP, d.h. 94 % des EU-Durchschnitts, angegeben wird, wie ebenso
bezogen auf die deutsche Volkswirtschaft insgesamt (36.395 KKP, d.h. 124 % des EU-Durchschnitts); (vgl.
Abbildung 3.1).
Im untersuchten Gebiet ergeben sich auf subregionaler Ebene (NUTS 3-Ebene
13
) folgende Unterschiede: das
höchste BIP pro Kopf (KKP) im Bezugsjahr 2016 erreichten die deutschen Landkreise, die jeweils annähernd
gleiche Indexwerte verzeichneten. So betrug das BIP pro Kopf im Landkreis Görlitz 24.221 KKP (83 % des EU-
Durchschnitts), im Landkreis Bautzen wiederum 23.681 KKP (d.h. 81 % des EU-Durchschnitts). Wesentlich
geringer fiel dieser Wert für die NUTS 3-Region Jelenia Góra aus, in der ein BIP pro Kopf von 15.869 KKP
erzielt wurde (nur 54 % des EU-Durchschnitts).
Abbildung 3.1.
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum im Vergleich zu den
Teilgebieten, Regionen und Ländern [2016].
Quelle: selbst erstelltes Diagramm nach von EUROSTAT bereitgestellten Daten.
Bezeichnungen: OP DŚ-SN – niederschlesisch-sächsischer Grenzraum, OP DŚ – niederschlesisches Teilgebiet des Grenzraums, OP SN –
sächsisches Teilgebiet des Grenzraums, DŚ – Wojewodschaft Niederschlesien, SN – Freistaat Sachsen, PL – Polen, DE – Deutschland.
12
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf nach Kaufkraftparitäten (KKP).
13
Klassifikation der Gebietseinheiten für die Statistik (
Nomenclature des Unités territoriales statistiques
, NUTS).
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
110
120
130
OP DŚ-SN OP DŚ
OP SN
SN
PL
DE
Indexwert BIP pro Kopf [EU-28 = 100]

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
51
Obwohl im niederschlesisch-sächsische Grenzraum also im Vergleich zu den regionalen, nationalen und
europäischen Indexwerten ein relativ geringes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf erzielt wird, so zeichnete sich
in den Jahren 2014-2016 eine optimistisch stimmende Tendenz hinsichtlich eines Anstiegs dieses Werts ab.
Sowohl im gesamten untersuchten Gebiet, wie auch auf Ebene der beiden Teilgebiete und ihrer
Subregionen [auf NUTS 3-Ebene] konnte ein Anstieg des BIP pro Kopf verzeichnet werden, obgleich die
Dynamik dieser Veränderungen unterschiedlich ausfiel. Im gesamten Grenzraum stieg das BIP pro Kopf um
3,2 % (im Vergleich hierzu stieg der Wert in der Europäisch Union insgesamt im selben Zeitraum um 5,7 %
an). Das sächsische Teilgebiet wies hierbei mit einem Anstieg von 6,1 % eine wesentlich stärkere
Wachstumsrate des BIP pro Kopf aus als der polnische Teil, in dem nur sehr geringe Änderungen
verzeichnet wurden (der Anstieg betrug lediglich 0,2 %). Hierzu muss angemerkt werden, dass der im
niederschlesischen Teilgebiet verzeichnete Anstieg des BIP pro Kopf wesentlich geringer ausfiel als in der
gesamten Wojewodschaft Niederschlesien, in der ein Anstieg um 5,8 % erfolgte, wie ebenso im Vergleich zu
Polen (Anstieg um 6,9 %); im sächsischen Teilgebiet konnte zwar ein höherer Anstieg als im Vergleich zur
Bundesrepublik Deutschland insgesamt (hier betrug der Anstieg 4,3 %) verzeichnet werden, er fiel jedoch
etwa geringer als auf den Freistaat Sachsen bezogen aus (Anstieg um 6,2 %); (vgl. Abbildung 3.2). Diese
Vergleichsdaten deuten darauf hin, dass auch weiterhin Divergenzen bei der wirtschaftlichen Entwicklung
bestehen, d.h. dass der niederschlesisch-sächsische Grenzraum sowohl in makroregionaler Hinsicht, wie
auch im Vergleich der regionalen Unterschiede in der Wojewodschaft Niederschlesien und im Freistaat
Sachsen einer fortgesetzten, hier insb. wirtschaftlichen Peripherisierung unterliegt.
Abbildung 3.2.
Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum im regionalen
und nationalen Vergleich [2014-2016].
Quelle: selbst erstelltes Diagramm nach von EUROSTAT bereitgestellten Daten.
Bezeichnungen: OP DŚ-SN – niederschlesisch-sächsischer Grenzraum, OP DŚ – niederschlesisches Teilgebiet des Grenzraums, OP SN –
sächsisches Teilgebiet des Grenzraums, DŚ – Wojewodschaft Niederschlesien, SN – Freistaat Sachsen, PL – Polen, DE – Deutschland.
95
100
105
110
0
5000
10000
15000
20000
25000
30000
35000
40000
Änderung des BIP pro Kopf [2014-2016; 2014 = 100]
BIP pro Kopf [2016]
UE-28
OP DŚ
PL
OP DŚ-SN
SN
OP SN
DE

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
52
3.2
ARBEITSMARKT
Im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum wurden im Jahr 2016 insg. 412.600 Erwerbstätige registriert; im
polnischen Teilgebiet waren dies 153.200 Erwerbstätige (37,1 % der im Grenzraum insg. registrierten
Erwerbstätigen), auf sächsischer Seite entsprechend 259.400 Erwerbstätige. Im polnischen Teilgebiet
verzeichneten die Landkreise Bolesławiecki (mit 24.200) und Żarski (mit 24.000), die kreisfreie Stadt Jelenia
Góra (23.100) sowie der Landkreis Zgorzelecki (mit 21.200) die höchste Erwerbstätigenzahl (statistisch
werden hierunter Landkreise mit mehr als 20.000 Erwerbstätigen erfasst), den entsprechend geringsten
Stand (weniger als 10.000 Erwerbstätige) wiesen die Landkreise Lwówecki. (8.800), Złotoryjski (8.900)
und Kamiennogórski (9.800) aus. Im sächsischen Teilgebiet wurden im Landkreis Bautzen mehr
Erwerbstätige als im Landkreis Görlitz registriert (hier gingen 144.600 bzw. 114.800 Personen einer
Erwerbstätigkeit nach).
Kennzeichnend für den niederschlesisch-sächsischen Grenzraum sind deutliche inter- wie ebenso
innerregionale Unterschiede bei den Erwerbstätigen (am Arbeitsort) je 1.000 EW. Im untersuchten
Gesamtgebiet erreichte diese Kennziffer einen Durchschnittswert von 302 Erwerbstätigen, gestaltete sich
jedoch vollkommen konträr in beiden Teilgebieten: im sächsischen Teilgebiet lag dieser Wert mit 401
Erwerbstätigen je 1.000 EW nämlich fast doppelt so hoch wie im polnischen Teilgebiet mit einem Wert von
210. Darüber hinaus wiesen beide Teilgebiete des Grenzraums (also die zum Fördergebiet zählenden
Landkreise in den Wojewodschaften Niederschlesien bzw. Lebuser Land sowie in Sachsen) wiederum
jeweils geringere Werte als der entsprechende für die Regionen insg. ermittelte Durchschnitt aus, der in der
Wojewodschaft Niederschlesien bei 242, in Sachsen bei 455 Erwerbstätigen je 1.000 EW lag, was wiederum
auf einen geringen Stand der Erwerbstätigkeit in der Grenzregion im regionalen Vergleich verweist. Auf
Ebene der einzelnen Landkreise konnten die höchsten Werte der hier beschriebenen Kennziffer (von mehr
als 380 Erwerbstätigen je 1.000 EW) in den beiden sächsischen Landkreisen Bautzen und Görlitz erreicht
werden; sie wiesen entsprechend 414 sowie 386 Erwerbstätige je 1.000 EW aus. Die auf diese Kennziffer
bezogene vergleichsweise geringste Anteil von Erwerbstätigen an der Bevölkerung (mit weniger als 220
Erwerbstätigen je 1.000 EW) wurden hingegen in den im zentralen und südlichen Teil des Grenzraums
gelegenen polnischen Landkreisen verzeichnet; hierzu zählen die Landkreise Jeleniogórski (166), Lubański
(173), Lwówecki. (175), Złotoryjski (177), Kamiennogórski (192) und Jaworski (205); (vgl. Karte 3.1).
Karte 3.1.
Erwerbstätige (je 1.000 EW) im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2016].
Quelle: selbst erstellte Karte auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts, Bank lokaler Daten
(https://bdl.stat.gov.pl)
sowie
der Bundesagentur für Arbeit
(https://www.arbeitsagentur.de).

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
53
Im Zeitraum von 2006 bis 2016 stieg die Anzahl der Erwerbstätigen im gesamten Grenzraum. In diesem
zehnjährigen Zeitraum wurde insgesamt ein Zuwachs von 16.862 verzeichnet, d.h. ein Anstieg um 4,3 %.
Diese positive Änderung bei der Entwicklung der Erwerbstätigenzahl konnte sowohl auf der deutschen Seite
des hier untersuchten Gesamtgebiets, wie auch auf seiner polnischen Seite festgestellt werden, obgleich
erneut eine unterschiedliche Intensität dieser Entwicklung zu vermerken ist: während im
niederschlesischen Teilgebiet der relative Anstieg, hier prozentual erfasst, das 3-fache betrug (die Anzahl
der Erwerbstätigen stieg um 10.462 Personen an, d.h. um 7,3 %), konnte im sächsischen Teilgebiet lediglich
ein Zuwachs um 6.400 Erwerbstätige, analog 2,5 %, verzeichnet werden. Jedoch kann auch hier vermerkt
werden, dass die Dynamik dieser Veränderungen in beiden Teilgebieten des Grenzraums wesentlich
geringer ausfällt als dies auf regionaler Ebene beobachtet werden konnte: im zugrunde gelegten Zeitraum
stieg die Zahl der Beschäftigten in der Wojewodschaft Niederschlesien insg. nämlich um 21,5 %, in Sachsen
um 5,2 %. Bezogen auf die intraregionale Ebene wiederum konnte in den meisten Landkreisen des
Grenzraums ebenso ein Anstieg der Erwerbstätigenzahl festgestellt werden, wobei der höchste Anstieg (um
mehr als 10 %) in den Landkreisen Bolesławiecki (sogar um 28,3 %), Żarski (19,5 %), Lubański (15,4 %) und
Jeleniogórski (10,3 %) vermerkt wurde. Von sinkenden Zahlen waren lediglich drei polnische Landkreise
betroffen: dies waren die Landkreise Zgorzelecki (um -11,1 %) und Jaworski (-3,1 %) sowie die kreisfreie
Stadt Jelenia Góra (-1,9 %); (vgl. Abbildung 3.2).
Abbildung 3.2. Veränderung der Anzahl von Erwerbstätigen im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2006-
2016].
Quelle: selbst erstelltes Diagramm auf der Grundlage von Daten des Statistischen Hauptamts und der Bundesagentur für Arbeit.
-15
-10
-5
0
5
10
15
20
25
30
Landkreis Görlitz
Landkreis Bautzen
SAKSONIA
powiat żarski
powiat m.Jelenia Góra
powiat złotoryjski
powiat zgorzelecki
powiat lwówecki
powiat lubański
powiat kamiennogórski
powiat jeleniogórski
powiat jaworski
powiat bolesławiecki
DOLNOŚLĄSKIE
POGRANICZE SN
POGRANICZE DŚ
POGRANICZE DŚ-SN
Veränderung der Anzahl von Erwerbstätigen [%]
NS-SN Grenzraum
Teilgebiet NS
Teilgebiet SN
WOJ. NIEDERSCHLESIEN
Landkreis Bolesławiecki
Landkreis Jaworski
Landkreis Jeleniogó®ski
Landkreis Kamiennogórski
Landkreis Lubański
Landkreis Lwówek
Landkreis Zgorzelecki
Landkreis Złotoryjski
kreisfreie Stadt Jel. Góra
Landkreis Żarski
FS SACHSEN
Landkreis Bautzen
Landkreis Görlitz

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
54
Im polnischen Teilgebiet des Grenzraums wurde im Bezugsjahr 2016 die höchste Erwerbstätigenzahl
14 15
je
1.000 EW (mehr als 150 Personen) vor allem in den Stadtgemeinden verzeichnet: hierzu zählen Karpacz
(324 Erwerbstätige), Bolesławiec (321), Żary (315), Jelenia Góra (281), Świeradów-Zdrój (261), Lubań (243),
Kamienna Góra (242), Zgorzelec (235), Złotoryja (227), Jawor (216), Piechowice (203) sowie Szklarska
Poręba (178); vergleichbare Zahlen weisen die Landgemeinden Bogatynia (355), Nowogrodziec (224),
Lubsko (203), Gryfów Śląski (181), Lwówek Śląski (172) und Jasień (161) auf, wie ebenso Landgemeinden,
die in der Nähe größerer Städte [Ober- und Mittelzentren] gelegen sind, wie Janowice Wielkie (341),
Gromadka (194), Żary (179) und Kamienna Góra (242). Die im Vergleich hierzu geringste Erwerbstätigenzahl
(von weniger als 70) wird in Land- bzw. Land-/Stadtgemeinden verzeichnet, die im südlichen Teil dieses
Teilgebiets gelegen sind, vgl.: Platerówka (35 Erwerbstätige), Lubomierz (53), Jeżów Sudecki (55),
Sulików (61), Lubań (63) und Wleń (67), wie ebenso in ohnehin peripher gelegenen Gemeinden wie Brody
(59), Wądroże Wielkie (66), Przewóz (67) und Zagrodno (68); (vgl. Karte 3.2).
Karte 3.2. Erwerbstätige (je 1.000 EW) im polnischen Teilgebiet des niederschlesisch-sächsischen Grenzraums
[2016].
Quelle: selbst erstellte Karte auf der Grundlage von Daten des Statistischen Hauptamts.
Bezogen auf die Gemeindeebene sank in mehr als der Hälfte der polnischen Gemeinden des Grenzraums
(d.h. 57 % der Gemeinden insg.) im analogen Zeitraum von 2006 bis 2016 die Anzahl der Erwerbstätigen.
14
Erwerbstätige (Definition des Statistischen Hauptamts [GUS]): alle Personen, eine auf wirtschaftlichen Erwerb
gerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig vom Umfang dieser Tätigkeit; hiervon ausgenommen sind Angestellte im
Öffentlichen Dienst, die in den Bereichen Nationale Verteidigung und öffentliche Sicherheit tätig sind, darüber hinaus
selbständige Landwirte, Geistliche, in Vereinen, Stiftungen und Verbänden tätige Mitarbeiter sowie Mitarbeiter/Angestellte
in Kleinst- und Mikrounternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten; hier nach Arbeitsort und Wirtschaftsbereich.
15
Für das deutsche Teilgebiet des Grenzraums liegen keine entsprechenden Angaben vor.
keine Daten

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
55
Von den hierbei relativ stärksten Rückgängen (von mehr als 12,5 % der Erwerbstätigen) betroffen waren im
Westen dieses Teilgebiets gelegene Gemeinden, d.h. Węgliniec (-48,3 %), Olszyna (-39,1 %), Mirsk (-37,2 %),
Platerówka (-34,1 %), Łęknica (-31,8 %), Pieńsk (-26,5 %), Siekierczyn (-23,9 %), Tuplice (-22,6 %), Zawidów (-
21,9 %), Sulików (-21,2 %), Bogatynia (-20,7 %), Przewóz (-17,6 %), Brody (-15,8 %) sowie Lipinki Łużyckie (-
14,5 %), wie ebenso die Gemeinden Kowary (-31,7 %), Mysłakowice (-21,1 %), Wleń (-19,2 %), Jeżów
Sudecki (-18,4 %), die Landgemeinde Złotoryja (-17,5 %) und Bolków (-12,8 %). Die höchsten Zuwächse
(entsprechend von mehr als 20,0 %) verzeichneten hingegen vor allem die Landgemeinden Żary (415,1 %),
Zgorzelec (129,0 %), Janowice Wielkie (118,5 %), Pielgrzymka (113,5 %), Gromadka (77,5 %), Kamienna Góra
(34,9 %), Mściwojów (30,7 %) und Warta Bolesławiecka (31,1 %), darüber hinaus die Gemeinden:
Nowogrodziec (89,9 %), Jasień (68,6 %), Wojcieszów (58,0 %), Karpacz (57,2 %) sowie Lubsko (31,1 %); (vgl.
Karte 3.3).
Karte 3.3.
Veränderungen der Anzahl der Erwerbstätigen im polnischen Teilgebiet des niederschlesisch-
sächsischen Grenzraums [2006-2016].
Quelle: selbst erstellte Karte auf der Grundlage von Daten des Statistischen Hauptamts.
Im deutschen Teilgebiet des Grenzraums wurde im Bezugsjahr 2016 die höchste Anzahl
sozialversicherungspflichtig Beschäftigter
16 17
je 1.000 EW (d.h. mehr als 350 Personen) insbesondere in
16
S
ozialversicherungspflichtig Beschäftigte
(Definition des Statistischen Bundesamts):
alle
Arbeitnehmer-/innen,
die kranken-,
renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig nach dem Recht der Arbeitsförderung (SGB III) sind oder
für die Beitragsanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung oder nach dem Recht der Arbeitsförderung zu zahlen sind.
Hierzu gehören auch Auszubildende, Altersteilzeitbeschäftigte, Praktikantinnen und Praktikanten, Werkstudentinnen und
Werkstudenten sowie Personen, die aus einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis zur Ableistung von
gesetzlichen Dienstpflichten (z. B. Wehrübung) einberufen werden, behinderte Menschen in anerkannten Werkstätten
oder gleichartigen Einrichtungen, Personen in Einrichtungen der Jugendhilfe, Berufsbildungswerken oder ähnlichen
Einrichtungen für behinderte Menschen sowie Personen, die ein freiwilliges soziales, ein freiwilliges ökologisches Jahr oder
Anstieg Erwerbstätige Rückgang Erwerbstätige
keine Daten

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
56
Gemeinden verzeichnet, die im Südwesten dieses Teilgebiets gelegen sind; im Landkreis Bautzen sind dies
Wachau (684 Beschäftigte), die Städte Bautzen (665) und Kamenz (531), Ottendorf-Okrilla (527), des
weiteren die Stadt Radeberg (526), Nebelschütz (478), Puschwitz (469), Stadt Bischofswerda (459),
Großpostwitz/O.L. (426), Stadt Großröhrsdorf (394), Stadt Pulsnitz (384) und Arnsdorf (382), wie ebenso die
Gemeinden: Großschweidnitz (675), Schleife (479), Stadt Löbau (473), Elsterheide (468), Boxberg/O.L. (454),
Stadt Zittau (443), Stadt Rothenburg/O.L. (416), Kodersdorf (409), Stadt Görlitz (392) und die Stadt Niesky
(380). Die wenigsten SV-pflichtigen Beschäftigten je 1.000 EW (weniger als 150 Personen) wurden in den
Gemeinden im zentralen Teil des Landkreises Görlitz registriert; hierzu zählen Hähnichen (100 Beschäftigte),
Horka (110), Quitzdorf am See (130), Hohendubrau (133) und Vierkirchen (136), des weiteren die
Gemeinden: Steinigtwolmsdorf (67), Steina (76), Frankenthal (79), Lichtenberg (86), Trebendorf (86),
Bertsdorf-Hörnitz (90), Großnaundorf (97), Gablenz (102), Lohsa (106), Großharthau (113), Demitz-Thumitz
(113), Königshain (123), Burkau (131), Rosenbach (132), Kurort Jonsdorf (137), Neschwitz (137) und Groß
Düben (140); (vgl. Karte 3.4).
Karte 3.4. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (je 1.000 EW) im deutschen Teilgebiet des niederschlesisch-
sächsischen Grenzraums [2016].
Quelle: selbst erstellte Karte auf der Grundlage von Daten der Bundesagentur für Arbeit.
Zwischen 2013 und 2016 konnte in den Gemeinden des sächsischen Teilgebiets ein merklicher Anstieg der
Beschäftigtenzahlen verzeichnet werden: in gleich 72 Gemeinden (d.h. 65 % aller Gemeinden dieses
Teilgebiets) stieg die Anzahl der Beschäftigten. Die stärksten Zuwächse (von mehr als 15,0 %) wurden
hierbei in den im nördlichen Teil des Landkreises Görlitz gelegenen Gemeinden vermerkt, d.h. Trebendorf
(48,1 %) und Schleife (16,1 %) sowie in den zentral gelegenen Gemeinden Kodersdorf (45,4 %), Stadt
einen Bundesfreiwilligendienst ableisten. Nicht zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zählen dagegen
Beamtinnen und Beamte, Selbstständige und mithelfende Familienangehörige, Berufs- und Zeitsoldaten; desgleichen die
ausschließlich geringfügig Beschäftigten.
17
Für das polnische Teilgebiet des Grenzraums liegen keine entsprechenden Angaben vor.
keine Daten

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
57
Reichenbach/O.L. (18,2 %), Mücka (19,5 %), Vierkirchen (17,7 %) und Quitzdorf am See (16,7 %), wie ebenso
in den folgenden Gemeinden im Landkreis Bautzen: Wachau (22,8 %), Elsterheide (21,2 %), Stadt
Wittichenau (18,0 %), Hochkirch (17,9 %), Großnaundorf (17,3 %) und Steina (15,9 %). Die stärksten
Rückgänge hinsichtlich der Anzahl der Beschäftigten (von mehr als -6,0 %) hingegen wurden vor allem in
Landgemeinden – überall verstreut im hier untersuchten Teilgebiet gelegen – sowohl im Landkreis Görlitz:
Schöpstal (-20,0 %), Groß Düben (-19,4 %), Schönbach (-17,5 %), Gablenz (-15,9 %), Großschönau (-15,3 %),
Horka (-14,6 %), Kreba-Neudorf (-12,3 %) und Krauschwitz (-10,4 %), wie auch im Landkreis Bautzen:
Steinigtwolmsdorf (-19,7%), Obergurig (-19,4%), Schönteichen (-18,0 %), Neukirch (-17,4 %), Doberschau-
Gaußig (-13,0 %), Spreetal (-10,9 %) und Oßling (-10,9 %) (vgl. Karte 3.5) vermerkt.
Karte 3.5.
Veränderungen der Anzahl der Erwerbstätigen im deutschen Teilgebiet des niederschlesisch-
sächsischen Grenzraums [2013-2016].
Quelle: selbst erstellte Karte auf der Grundlage von Daten der Bundesagentur für Arbeit.
Im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum waren im Bezugsjahr 2016 insg. 45.833 Personen als arbeitslos
registriert; hiervon entfielen auf die polnische Seite 21.615 Personen (47,2 % der im gesamten Grenzraum
als arbeitssuchend registrierten Personen), entsprechend auf das deutsche Teilgebiet 24.218 Personen. Die
höchsten Werte dieser Kennziffer in absoluten Zahlen (mehr als 2.500 Arbeitssuchende) verzeichneten im
polnischen Teilgebiet die Landkreise Żarski (2.745 Personen), Złotoryjski (2.682) und Jaworski (2.544), die
vergleichsweise wenigsten arbeitslos gemeldeten Personen (d.h. weniger als 2.000) vermerkten hier die
Landkreise: Kamiennogórski (1.447), die kreisfreie Stadt Jelenia Góra (1.545), Bolesławiecki (1.852) sowie
Lubański (1.938). Im deutschen Teilgebiet des untersuchten Grenzraums waren im Landkreis Görlitz mit
13.006 Personen mehr Einwohner arbeitslos gemeldet als im Landkreis Bautzen mit 11.212 Personen.
Im hier zugrundegelegten Jahr betrug die Arbeitslosenquote (d.h. der Anteil Arbeitssuchender an der
Gesamtbevölkerung im erwerbsfähigen Alter) im Grenzraum insg. 5,7 %. Auch hierzu muss angemerkt
werden, dass sich die Arbeitslosenquote in den einzelnen Teilgebieten des Grenzraums unterschiedlich
gestaltete: während diese im deutschen Teilgebiet mit 7,2 % angegeben wurde, betrug sie im polnischen
Teilgebiet lediglich 4,7 %; (Abbildung 3.3). Darüber hinaus fiel die Arbeitslosenquote sowohl im
Anstieg Erwerbstätige Rückgang Erwerbstätige
keine Daten

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
58
niederschlesischen wie auch im sächsischen Teilgebiet des Grenzraums wiederum jeweils höher aus als die
entsprechend für die einzelnen Regionen insgesamt ermittelten durchschnittlichen Quoten (in der
Wojewodschaft Niederschlesien betrug sie 4,3 %, in Sachsen 6,3 %, so dass die jeweiligen Quoten
entsprechend um 0,4 % bzw. um 0,9 % überschritten wurden).
Ebenso kann in diesem Zusammenhang beobachtet werden, dass im Grenzraum Unterschiede hinsichtlich
der Arbeitslosenquote für Frauen und Männer auftreten. Im Bezugsjahr 2016 fiel die Arbeitslosenquote für
Männer im gesamten niederschlesisch-sächsischen Grenzraum mit 5,9 % höher aus als für Frauen, die mit
5,6 % arbeitssuchend gemeldeter Frauen angegeben wurde. Wiederum bezogen auf die einzelnen
Teilgebiete des Grenzraums zeichneten sich gegensätzliche Tendenzen ab: im polnischen Teilgebiet lag die
Arbeitslosenquote für Frauen mit 4,8 % höher als für Männer (4,6 %), im deutschen Teilgebiet hingegen
waren mehr Männer (7,6 %) arbeitssuchend gemeldet als Frauen (6,7 %). Interessant ist hierbei, dass
sowohl im niederschlesischen wie auch im sächsischen Teilgebiet bereits fünf Jahre zuvor, d.h. im Jahr 2011
vergleichbare Verhältnisse bzgl. der Arbeitslosenquoten für Männer und für Frauen festgestellt werden
konnten: damals waren nämlich auch auf polnischer Seite mehr Frauen als arbeitssuchend registriert (die
Quote betrug 8,6 %) als Männer (die Quote betrug 8,0 %), wohingegen auf deutscher Seite mehr Männer
(mit 9,9 %) als Frauen (9,6 %) arbeitssuchend gemeldet waren; (vgl. Abbildung 3.3).
Abbildung 3.3. Arbeitslosenquote insgesamt sowie Arbeitslosenquote nach Geschlecht (jeweils Anteil an der
Gesamtbevölkerung im erwerbsfähigen Alter) im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2011,
2016].
Quelle: selbst erstelltes Diagramm auf der Grundlage von Daten des Statistischen Hauptamts sowie der Bundesagentur für Arbeit.
Im niederschlesischen Teilgebiet des Grenzraums wurden die höchsten Arbeitslosenquoten (höher als 7,0 %
Anteil Arbeitssuchende an der Gesamtbevölkerung im erwerbsfähigen Alter) zunächst vor allem in den
Gemeinden des Landkreises Złotoryjski verzeichnet wurden, d.h. Świerzawa (11,3 %), Wojcieszów (11,2 %),
Pielgrzymka (10,3 %), Zagrodno (8,9 %) sowie die Landgemeinde Złotoryja selbst (7,6 %); des weiteren ff.
Gemeinden im Landkreis Jaworski: Bolków (11,2 %), Mściwojów (7,3 %) und Męcinka (7,2 %), im Landkreis
Lwówecki: Mirsk (10,2 %), Wleń (7,4 %) und Lubomierz (7,2 %) sowie im Landkreis Żarski die im nördlichen
Teil gelegenen Gemeinden Brody (8,4 %) und Tuplice (7,3 %) und die Gemeinde Leśna (7,5 %). Im
sächsischen Teilgebiet wiederum waren hiervon vor allem die im südöstlichen Teil des Landkreises Görlitz
peripher gelegenen Gemeinden Stadt Görlitz (11,5 %), Stadt Zittau (10,3 %), Stadt Ebersbach-Neugersdorf
(9,3 %), Olbersdorf (8,6 %), Großschönau (7,9 %), Stadt Seifhennersdorf (7,9 %), Stadt Ostritz (7,6 %), im
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
2011
2016
2011
2016
2011
2016
pogranicze DŚ-SN
pogranicze DŚ
pogranicze SN
Anteil der als arbeitssuchend registrierten
Personen an der Gesamtbevölkerung im
erwerbsfähigen Alter [%]
ogółem
mężczyźni
kobiety
Grenzraum NS-SN
Teilgebiet NS
Teilgebiet SN
insg.
Männer
Frauen

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
59
zentralen Teil wiederum: Stadt Löbau (10,9 %), Stadt Niesky (7,5 %), Rietschen (7,5 %) und Quitzdorf am See
(7,5 %) sowie die Gemeinden Weißwasser/O.L. (13,5 %) und Stadt Bad Muskau (9,3 %) betroffen; analog
hierzu betrugen die höchsten Arbeitslosenquoten in den Gemeinden des Landkreises Bautzen: Stadt
Hoyerswerda (10,8 %), Stadt Bautzen (8,9 %), Stadt Lauta (8,7 %), Stadt Wilthen (8,0 %), Stadt
Bischofswerda (7,8 %), Stadt Kamenz (7,2 %) und Stadt Puschwitz (7,1 %). Bezugnehmend auf diese
Datenlage darf der Rückschluss gezogen werden, dass im deutschen Teilgebiet insbesondere im städtischen
Umfeld der Mittelzentren bzw. des oberstädtischen Städteverbunds Bautzen-Görlitz-Hoyerswerda eine
relativ hohe Arbeitslosenquote verzeichnet wird (des weiteren u.a. Zittau, Löbau und Bischofswerda),
wohingegen im polnischen Teilgebiet hiervon einzelne konkrete Gebietskörperschaften auf Ebene der
Landkreise betroffen sind; (vgl. Karte 3.6.).
Karte 3.6.
Anteil Arbeitssuchender an der Gesamtbevölkerung im erwerbsfähigen Alter (Arbeitslosenquote)
im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2016].
Quelle: selbst erstellte Karte auf der Grundlage von Daten des Statistischen Hauptamts sowie der Bundesagentur für Arbeit.
Im Zeitraum von 2011 bis 2016 konnte im gesamten niederschlesisch-sächsischen Grenzraum ein positiver
Trend sinkender Arbeitslosenquoten beobachtet werden: im gesamten untersuchten Gebiet sank der Anteil
der Arbeitssuchenden an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter um 3,2 %. Hiervon entfiel auf das
polnische Teilgebiet ein Rückgang um 3,7 %, auf das deutsche Teilgebiet wiederum um 2,6 %. Von
wesentlicher Bedeutung hierbei ist, dass die Dynamik dieses Prozesses in den beiden Teilgebieten jeweils
deutlich höher ausfiel als im Vergleich zu den jeweiligen Regionen; sowohl in der Wojewodschaft
Niederschlesien, als auch im Freistaat Sachsen sank die Arbeitslosenquote im analogen Zeitraum um
lediglich 2,5 %. Wiederum bezogen auf die intraregionale Ebene konnte in allen Gemeinden des
Grenzraums ein Rückgang der Arbeitslosenquote verzeichnet werden; einzige Ausnahme hiervon bildet die
Gemeinde Großschweidnitz, in der die Arbeitslosenquote um 1,1 % anstieg. Im niederschlesischen
Teilgebiet des Grenzraums wurden die hierbei höchsten Rückgänge der Arbeitslosenquote (von mehr als

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
60
4,1 %) in allen Gemeinden des Landkreises Lubański, d.h. Leśna (-7,1 %), die Landgemeinde Lubań (-6,2 %),
Olszyna (-6,1 %), Siekierczyn (-5,5 %), Świeradów-Zdrój (-4,7 %), die Stadtgemeinde Lubań (-4,7 %) und
Platerówka (-4,3 %), in allen Gemeinden des Landkreises Kamiennogórski , entsprechend Marciszów (-
6,4 %), Lubawka (-5,4 %), Stadtgemeinde Kamienna Góra (-5,0 %) und Landgemeinde Kamienna Góra
(4,7 %), in den meisten Gemeinden des Landkreises Żarski, d.h. Lubsko (-7,1 %), Trzebiel (-5,0 %), Jasień (-
5,0 %), Tuplice (-4,9 %), Przewóz (-4,9 %), Brody (-4,4 %) und Lipinki Łużyckie (-4,2 %), wie ebenso in den
Gemeinden Stara Kamienica (-7,1 %), Wleń (-5,9 %), Bolków (-5,6 %), Świerzawa (-4,5 %), Podgórzyn (4,5 %),
in der Landgemeinde Złotoryja (-4,4 %) sowie Janowice Wielkie (-4,3 %) und Lubomierz (-4,3 %) verzeichnet.
Im sächsischen Teilgebiet konnten vergleichbare Rückgänge insbesondere in den im südlichen Teil des
Landkreises Bautzen gelegenen Gemeinden registriert werden, vgl.: Stadt Bischofswerda (-5,8 %),
Neukirch/Lausitz (-5,5 %), Demitz-Thumitz (-4,5 %), Stadt Bautzen (-4,3 %) und Stadt Wilthen (-4,2 %) wie
ebenso in den Gemeinden Mücka (-4,4 %) und Königswartha (-4,2 %); (vgl. Karte 3.7).
Karte 3.7.
Veränderung des Anteils Arbeitssuchender an der Gesamtbevölkerung im erwerbsfähigen Alter
(Arbeitslosenquote) im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2011-2016].
Quelle: selbst erstellte Karte auf der Grundlage von Daten des Statistischen Hauptamts sowie der Bundesagentur für Arbeit.
Im hier zugrundegelegten Bezugsjahr 2016 zeichnete sich im gesamten niederschlesisch-sächsischen
Grenzraum eine nachteilige Entwicklung innerhalb der Struktur der Arbeitslosigkeit nach Altersgruppen ab,
wobei ein mit 40,9 % relativer hoher Anteil Arbeitssuchender im Alter von über 50 Jahren vermerkt wurde.
Wiederum bezogen auf die beiden einzelnen Teilgebiete des Grenzraums konnten diesbezüglich erhebliche
Unterschiede festgestellt werden: im deutschen Teilgebiet war die Arbeitslosenquote in dieser
Altersgruppe mit 46,6 % fast anderthalb Mal so hoch wie (mit 34,5 %) im polnischen Teilgebiet. Von der
nachteiligen Lage des Grenzraums insgesamt zeugt darüber hinaus der Umstand, dass der Wert dieses
Indikators in beiden Teilgebieten höher ausfiel als im Vergleich zu den jeweiligen Durchschnittswerten in
beiden Regionen: für die Wojewodschaft Niederschlesien wurde die Quote mit 33,5 % angegeben, d.h. um
1,0 % niedriger als für das niederschlesische Teilgebiet des Grenzraums, für den Freistaat Sachsen wurde
Anstieg
Rückgang der Arbeitslosenquote

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
61
eine Quote von 39,5 % ermittelt, die um 7,1 % niedriger ausfiel als für die beiden Landkreise Görlitz und
Bautzen angegeben wurde. Die höchsten Arbeitslosenquoten für diese Altersgruppe (mehr als 55,5 %)
wiesen die im zentralen und südlichen Teil des Landkreises Görlitz gelegenen Gemeinden aus, vgl.: Lawalde
(68,6 %), Kurort Jonsdorf (67,5 %), Beiersdorf (66,7 %), Kreba-Neudorf (66,7 %), Dürrhennersdorf (64,3 %),
Neißeaue (60,6 %), Hohendubrau (59,6 %), Rosenbach (59,6 %), Oybin (59,5 %), Mittelherwigsdorf (58,7 %),
Stadt Ostritz (58,4 %), Schönau-Berzdorf a. d. Eigen (56,4 %), Stadt Bernstadt a. d. Eigen (56,2 %), Schöpstal
(55,9 %), Hainewalde (55,9 %) und Vierkirchen (55,8%), ebenso die Gemeinde Gablenz (63,5 %); im
Landkreis Bautzen waren hiervon folgende Gemeinden betroffen: Räckelwitz (66,7 %), Neschwitz (64,1 %),
Obergurig (63,0 %), Neukirch (60,0 %), Rammenau (59,3 %), Frankenthal (57,7 %), Lichtenberg (57,6 %),
Kubschütz (57,5 %), Doberschau-Gaußig (57,0 %), Arnsdorf (55,9 %) und Schmölln-Putzkau (55,8 %). Die
diesbezüglich geringsten Arbeitslosenquoten (weniger als 30,0 %) verzeichneten vor allem im Norden des
polnischen Teilgebiets gelegene Gemeinden wie Męcinka (22,4 %), Osiecznica (23,6 %), Żary (27,2 %),
Tuplice (27,2 %), Przewóz (28,2 %), Pielgrzymka (28,6 %), Złotoryja (28,7 %), Wądroże Wielkie (28,8 %),
Brody (29,0 %), Mściwojów (29,2 %), Gromadka (29,4 %) und Zagrodno (29,4 %) sowie die Gemeinden
Siekierczyn (29,3 %), Jawor (29,1 %) und Jasień (24,5 %); (vgl. Karte 3.8).
Karte 3.8.
Anteil Arbeitssuchender in der Altersgruppe 50+ an der Gesamtzahl aller Arbeitssuchender im
niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2016].
Quelle: selbst erstellte Karte auf der Grundlage von Daten des Statistischen Hauptamts sowie der Bundesagentur für Arbeit.
3.3
WIRTSCHAFTSSTRUKTUR UND UNTERNEHMERTUM
Im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum gab es im Bezugsjahr 2016 insgesamt 96.742 Unternehmen,
hiervon auf polnischer Seite 74.797 Unternehmen (77,3 % aller Unternehmen im Grenzraum), sowie
entsprechend 21.945 Unternehmen auf sächsischer Seite. Im polnischen Teilgebiet des hier untersuchten
Grenzraums wurden die meisten Unternehmen (mehr als 8.000) in den Landkreisen kreisfreie Stadt Jelenia
Góra (12.692), Jeleniogórski (11.111), Żarski (9.508), Zgorzelecki (8.820) und Bolesławiecki (8.424), die
wenigsten (d.h. weniger als 5.000) in den Landkreisen Lwówecki (4.211), Kamiennogórski (4.332) und

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
62
Złotoryjski (4.703) registriert. Im deutschen Teilgebiet waren im Landkreis Bautzen mehr Unternehmen
registriert als im Landkreis Görlitz (entsprechend 11.987 bzw. 9.958 Unternehmen).
Kennzeichnend für den niederschlesisch-sächsischen Grenzraum sind wiederum erhebliche Unterschiede
hinsichtlich der Anzahl registrierter Unternehmen je 10.000 EW. Bezogen auf den gesamten Grenzraum
betrug diese Kennziffer 787 Unternehmer. Im niederschlesischen Teilgebiet betrug dieser Wert das 3-fache
(1.124) des für das sächsische Teilgebiet ermittelten Werts (390). Hierzu muss angemerkt werden, dass
diese Zahlen wiederum von den für die einzelnen Regionen angegebenen Durchschnittswerten für diese
Kennziffer abweichen: in der Wojewodschaft Niederschlesien waren 1.244 Unternehmen je 10.000 EW, in
Sachsen 405 Unternehmen je 10.000 EW registriert. Dies mag davon zeugen, dass die Teilgebiete des
Grenzraums im Vergleich zu Wojewodschaft bzw. Bundesland wirtschaftlich weniger entwickelt sind. Auf
Ebene der Landkreise konnten die höchsten Werte dieser Kennziffer (mehr als 1.000 Unternehmen je
10.000 EW) in den polnischen Landkreisen Jeleniogórski (1.725 Unternehmen), Stadt Jelenia Góra (1.576),
Jaworski (1.005) und Lubański (1.059) verzeichnet werden, die im Vergleich hierzu geringsten Werte
(weniger als 400 Unternehmen) wurden in den Landkreisen Görlitz (385) und Bautzen (393) erzielt; (vgl.
Karte 3.9).
Karte 3.9.
Anzahl der Unternehmen im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2016].
Quelle: selbst erstellte Karte auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des Freistaats
Sachsen.
Im Zeitraum von 2009 bis 2016 stieg die Anzahl der Unternehmen im Grenzraum insgesamt teils erheblich
an. Im Jahr 2016 wurden 7.189 Unternehmen mehr registriert als im Jahr 2009, d.h. ein Zuwachs um 8,0 %.
Interessant ist hierbei, dass dieser Zuwachs allein auf polnischer Seite erzielt wurde, erhöhte sich hier die
Anzahl der Unternehmen doch um 11,8 %, wohingegen sie auf deutscher Seite um 3,1 % sank. Anzumerken
ist jedoch, dass die Dynamik dieses Veränderungsprozesses im niederschlesischen Teilgebiet gegenüber der
Wojewodschaft Niederschlesien geringer ausfällt (in der Wojewodschaft Niederschlesien wurde ein
durchschnittlicher Zuwachs von 14,0 % vermerkt), im sächsischen Teilgebiet wurde sogar – im Vergleich
zum Freistaat Sachsen – ein gegenläufiger Trend verzeichnet, in dem die Anzahl der Unternehmen leicht

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
63
anstieg (um 0,7 %). Bezogen auf die Landkreisebene verzeichneten die meisten Landkreise des Grenzraums,
d.h. vor allem im polnischen Teilgebiet, einen Anstieg der Anzahl von Unternehmen; die höchsten
Zuwächse (von mehr als 10,0 %) erzielten die Landkreise Jeleniogórski (um 37,7 %), Lwówecki (17,9 %),
Bolesławiecki (17,4 %) und Złotoryjski (11,2 %). Nur in den beiden deutschen Landkreisen des Grenzraums
sank die Anzahl der Unternehmen; im Landkreis Bautzen um 3,9 %, im Landkreis Görlitz um 2,1 %; (vgl.
Abbildung 3.4).
Abbildung 3.4. Anstieg bzw. Rückgang der Anzahl von Unternehmen im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum
[2009-2016].
Quelle: selbst erstelltes Diagramm auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
In der Wirtschafts- bzw. Branchenstruktur des niederschlesisch-sächsischen Grenzraums stellte im
Bezugsjahr 2016 die Handelsbranche mit einem Anteil von 23,6 % die meisten Unternehmen im hier
untersuchten Gebiet; diese werden im Abschnitt G
18
der Klassifikation der Wirtschaftszweige (2008)
aufgeführt. Weitere wichtige Wirtschaftszweige waren das Baugewerbe (Abschnitt F, 14,3 % der
Unternehmen), Grundstücks- und Wohnungswesen (Abschnitt L, 11,4 %), das verarbeitende Gewerbe
(Abschnitt
C,
7,7 %),
die
Erbringung
von
freiberuflichen,
wissenschaftlichen
und
technischen
Dienstleistungen (Abschnitt M, 6,5 %) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (Abschnitt Q, 5,9 %); (vgl.
Tabelle 3.1).
18
Nach: Polska Klasyfikacja Działalności 2007 sowie Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008.
-5
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Landkreis Görlitz
Landkreis Bautzen
SAKSONIA
powiat żarski
powiat m.Jelenia Góra
powiat złotoryjski
powiat zgorzelecki
powiat lwówecki
powiat lubański
powiat kamiennogórski
powiat jeleniogórski
powiat jaworski
powiat bolesławiecki
DOLNOŚLĄSKIE
POGRANICZE SN
POGRANICZE DŚ
POGRANICZE DŚ-SN
Anstieg bzw. Rückgang der Anzahl von Unternehmen insg. [%]
Grenzraum NS-SN
Teilgebiet NS
Teilgebiet SN
WOJ. NIEDERSCHLESIEN
Landkreis Bolesławiecki
Landkreis Jaworski
Landkreis Jeleniogórski
Landkreis
Kamiennogórskik
Landkreis Lubański
Landkreis Lwówecki
Landkreis Zgorzelecki
Landkreis Złotoryja
kreisfreie Stadt Jel. Góra
Landkreis Żarski
FS SACHSEN
Landkreis Bautzen
Landkreis Görlitz

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
64
Tabelle 3.1. Wirtschaftsstruktur im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2016].
Gebietskörperschaft
Anteil der Unternehmen nach Wirtschaftszweigen an der Gesamtzahl der Unternehmen [%]
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
GRENZRAUM
NS-SN
2,0
0,1
7,7
0,4 0,3 14,3 23,6 4,4 4,4 1,5 2,1 11,4
6,5
3,7
0,5
2,5 5,9 2,0 6,5
NIEDERSCHLESIEN
1,3
0,1
7,4
0,2 0,3 11,5 23,2 5,4 2,9 3,4 3,0 11,3
9,8
2,9
0,4
3,2 5,2 1,8 6,3
TEILGEBIET NS
1,7
0,1
7,1
0,3 0,3 13,1 25,0 4,8 3,8 1,5 2,2 13,9
5,9
2,9
0,6
2,9 5,2 2,0 6,7
Landkreis
Bolesławiecki
2,1
0,3
7,9
0,1 0,4 17,7 22,6 5,4 2,3 1,4 2,2 11,4
5,9
2,6
0,6
3,4 5,5 1,7 6,5
Landkreis
Jaworski
2,9
0,4 10,6 0,1 0,1 11,9 26,0 5,8 2,3 1,4 2,2 12,8
5,9
1,8
1,0
2,8 3,5 2,4 6,1
Landkreis
Jeleniogórski
1,0
0,1
5,9
0,2 0,2 10,1 34,8 3,8 9,1 1,1 1,4
8,0
3,9
6,2
0,4
1,9 4,9 1,9 5,0
Landkreis
Kamiennogórski
2,6
0,1
8,4
0,1 0,3 14,1 19,5 3,9 3,3 1,4 1,8 20,6
5,7
1,6
0,7
2,6 4,6 1,9 6,6
Landkreis
Lubański
1,3
0,1
7,9
0,2 0,2 16,6 18,9 4,5 3,9 1,0 2,0 17,5
5,5
2,4
0,8
2,7 5,1 1,7 7,5
Landkreis
Lwówecki
2,3
0,1
9,1
0,1 0,6 20,3 19,8 4,7 2,7 1,2 1,9 10,3
4,8
2,4
1,3
3,4 5,5 1,9 7,4
Landkreis
Zgorzelecki
1,3
0,1
5,2
0,7 0,3 11,2 24,9 6,4 2,7 1,5 2,4 15,7
5,8
2,2
0,6
3,0 5,0 2,2 8,7
Landkreis
Złotoryjski
2,8
0,2
7,1
0,1 0,3 13,3 24,1 5,3 2,4 1,0 2,8 16,0
5,1
2,0
1,0
3,2 4,4 2,4 6,5
kreisfreie Stadt
Jelenia Góra
0,5
0,1
5,9
0,5 0,2 10,6 21,7 4,1 3,3 2,4 3,1 16,8
9,1
2,9
0,3
3,0 6,8 2,0 6,5
Landkreis
Żarski
2,4
0,1
7,2
0,1 0,4 12,5 28,9 4,5 2,4 1,4 2,0 13,6
5,3
2,1
0,6
3,2 5,2 1,8 6,4
SACHSEN
k.A. 0,1
8,1
0,9 0,4 16,6 17,7 3,3 5,9 2,6 2,0
3,7
12,5 7,3 k.A. 1,5 7,9 2,7 6,9
TEILGEBIET SN
3,1
0,1
9,6
0,9 0,5 18,3 18,6 3,1 6,6 1,4 1,9
2,9
8,7
6,4 k.A. 1,3 8,3 2,1 6,2
Landkreis
Bautzen
2,9
0,2 10,2 0,8 0,5 19,0 18,2 3,1 6,3 1,4 2,0
3,0
9,3
6,3 k.A. 1,4 7,9 1,9 5,7
Landkreis
Görlitz
3,3
0,1
8,9
1,1 0,6 17,4 19,1 3,2 6,9 1,4 1,8
2,8
8,1
6,5 k.A. 1,1 8,7 2,3 6,7
Quelle: selbst erstellte Tabelle auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Bezeichungen: (1) Abschnitte nach Polska Klasyfikacja Działalności 2007 bzw. Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008: A. Land- und
Forstwirtschaft, Fischerei, B. Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, C. Verarbeitendes Gewerbe, D. Energieversorgung, E.
Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen, F. Baugewerbe, G. Handel;
Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, H. Verkehr und Lagerei, I. Gastgewerbe, J. Information und Kommunikation, K.
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, L. Grundstücks- und Wohnungswesen, M. Erbringung von freiberuflichen,
wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, N. Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, O. Öffentliche
Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung, P. Erziehung und Unterricht, Q. Gesundheits- und Sozialwesen, R. Kunst, Unterhaltung und
Erholung, S. Erbringung von sonstigen Dienstleistungen; (2) orange markiert: jeweils vorherrschende Wirtschaftszweige in den einzelnen
Gebietskörperschaften (Landkreise).
Innerhalb dieser wie hier nach Wirtschaftszweigen geordneten Wirtschaftsstruktur zeichneten sich
zwischen den beiden Teilgebieten des Grenzraums erhebliche Unterschiede ab. Das niederschlesische

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
65
Teilgebiet unterschied sich hierbei vom sächsischen Teilgebiet mit seinem wesentlich höheren Anteil
an Unternehmen, die in der Handelsbranche, d.h. dem Abschnitt G der Klassifikation, tätig waren (die
jeweiligen Anteile betrugen entsprechend 25,0 % und 18,6 %), des weiteren von Unternehmen, die
dem Abschnitt L Grundstücks- und Wohnungswesen zugeordnet werden (entsprechend 13,9 % und
2,9 %), wie ebenso dem Abschnitt P Erziehung und Unterricht (2,9 % bzw. 1,3 %). Im sächsischen
Teilgebiet wurden hingegen – im Vergleich zum niederschlesischen Teilgebiet – überwiegend
Unternehmen registriert, die dem Abschnitt A Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei
(entsprechend: 3,1 % und 1,7 %), dem Abschnitt C Verarbeitendes Gewerbe (9,6 % bzw. 7,1 %), dem
Abschnitt D Energieversorgung (0,9 % gegenüber 0,3 %), dem Abschnitt F Baugewerbe (18,3 % bzw.
13,1 %), dem Abschnitt I Gastgewerbe (6,6 % und 3,8 %), dem Abschnitt M Erbringung von
freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (8,7 % und 5,9 %) sowie dem
Abschnitt N Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (6,4 % bzw. 2,9 %) zugeordnet
werden; (vgl. Tabelle 3.1).
Darüber hinaus können wiederum charakteristische Merkmale der Wirtschaftsstruktur in den einzelnen
Teilgebieten des Grenzraums im Vergleich zur jeweiligen Region herausgearbeitet werden. Im Verhältnis
zur Wojewodschaft Niederschlesien kennzeichnete sich das polnische Teilgebiet durch einen jeweils
höheren Anteil von Unternehmen in den folgenden Wirtschaftszweigen aus: Abschnitt A Land- und
Forstwirtschaft sowie Fischerei (1,7 % gegenüber 1,3 %), Abschnitt F Baugewerbe (13,1 % ggü. 11,5 %),
Abschnitt G Handel einschl. Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (25,0 % und 23,2 %),
Abschnitt I Gastgewerbe (3,8 % bzw. 2,9 %) sowie Abschnitt L Grundstücks- und Wohnungswesen (13,9 %
und 11,3 %). Im Vergleich zum Freistaat Sachsen zeichnete sich im deutschen Teilgebiet demgegenüber ein
leichtes Übergewicht bei Unternehmen ab, die den Abschnitten C Verarbeitendes Gewerbe (entsprechend:
9,6 % bzw. 8,1 %), Abschnitt F Baugewerbe (18,3 % und 16,6 %) sowie dem Abschnitt G Handel (18,6 % bzw.
17,7 %) zugeordnet werden; (vgl. Tabelle 3.1).
Im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum betrug der Anteil von Unternehmen, die im Bezugsjahr 2016 in
der in Abschnitt A Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei zusammengefassten Branche tätig waren insg.
2,0 %. Im sächsischen Teilgebiet betrug dieser Anteil mit 3,1 % das 2-fache des im niederschlesischen
Teilgebiet (mit 1,7 %) angegebenen Werts. Relativ hohe Anteile – hier jeweils im Vergleich zu den
regionalen Durchschnittswerten – wurden diesbezüglich auf deutscher Seite in beiden Landkreisen, d.h.
Görlitz mit 3,3 % sowie Bautzen mit 2,9 %, auf polnischer Seite in den Landkreisen Jaworski (2,9 %),
Złotoryjski (2,8 %), Kamiennogórski (2,6 %), Żarski (2,4 %), Lwówecki (2,3 %) und Bolesławiecki (2,1 %)
verzeichnet; (Abbildung 3.5).
Bezogen auf das Jahr 2016 waren im untersuchten Grenzraum dem Industriesektor (entsprechend die
Abschnitte B-E) zuzuordnende Unternehmen mit einem Anteil von 8,6 % vertreten, wobei dieser Anteil im
sächsischen Teilgebiet fast anderthalb Mal so hoch war wie im niederschlesischen Teilgebiet (entsprechend
11,2 % ggü. 7,8%). Dieser Sektor nimmt noch immer eine bedeutende Rolle innerhalb der
Wirtschaftsstruktur ein, vor allem beiden sächsischen Landkreisen; im Landkreis Bautzen betrug dieser
Anteil 11,6 %, im Landkreis Görlitz 10,6 %. Auch in den polnischen Landkreisen Jaworski (11,3 %), Lwówecki
(10,1 %), Kamiennogórski (8,9 %), Bolesławiecki (8,7 %) und Lubański (8,4 %) werden ähnliche Anteile
vermerkt; (vgl. Abbildung 3.5).
Der Anteil der im Baugewerbe (d.h. Abschnitt F) tätigen Unternehmen betrug im gesamten Grenzraum
14,4 %, wobei erneut Unterschiede zwischen beiden Teilgebieten beobachtet werden können: im
sächsischen Teilgebiet war dieser Anteil mit 18,3 % wesentlich höher als im niederschlesischen Teilgebiet
(mit 13,2 %). Eine wichtige Funktion nahm das Baugewerbe ebenso innerhalb der Branchenstrukturen in
den polnischen Landkreisen Lwówecki (der Anteil der dem Baugewerbe zugeordneten Unternehmen betrug

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
66
hier sogar 20,3 %), Bolesławiecki (17,7 %), Lubański (16,6 %) und Kamiennogórski (14,1 %), wie ebenso im
deutschen Landkreis Bautzen (19,0 %) ein; (Abbildung 3.5).
Der Anteil der den Abschnitt G-J zuzuordnenden Unternehmen, d.h. einem
weit gefassten
Dienstleistungssektor vom Handel über die Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, Verkehr
und Logistik bis hin zu Gastgewerbe und Information sowie Kommunikation, betrug im gesamten
Grenzraum 34,0 %. Auch hier können Unterschiede zwischen beiden Teilgebieten festgestellt werden:
während auf niederschlesischer Seite dieser Anteil 35,3 % betrug, erreichte er auf sächsischer Seite 29,7 %,
was vor allem auf die auf polnischer Seite zahlreicher vertretenen Unternehmen der Handelsbranche
zurückgeführt werden kann. Relativ hohe Anteile an diesem Sektor zuzuordnenden Unternehmen
verzeichneten vor allem Landkreise, in denen Gastgewerbe/Tourismus sowie Handel von besonderer
Bedeutung für die Wirtschaft sind; dies sind die Landkreise Jeleniogórski (sogar 49,0 %), Żarski (37,4 %),
Jaworski (35,8 %) sowie Zgorzelecki (35,7 %). In den beiden Landkreisen auf sächsischer Seite wurde
hingegen ein ähnlicher Anteil wie im gesamten Freistaat vermerkt; in Sachsen betrug er 29,4 %, im
Landkreis Görlitz 30,6 %, im Landkreis Bautzen 29,0 %; (vgl. Abbildung 3.5).
Abbildung 3.5. Branchenstruktur:
Unternehmen
nach
Wirtschaftszeigen
im
niederschlesisch-sächsischen
Grenzraum [2016].
Quelle: selbst erstelltes Diagramm auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Ergänzend zu diesen jeweils branchenspezifischen Dienstleistungen sollen die den Abschnitten K-N
zugeordneten wirtschaftlichen Dienstleistungen (Finanz- und Versicherungswirtschaft, Grundstücks- und
Wohnungswesen, freiberufliche, wissenschaftlichen und technische sowie sonstige Dienstleistungen)
zusammenfassend betrachtet werden; ihr Anteil betrug im Bezugsjahr 2016 im gesamten Grenzraum
23,9 %, wobei dieser im niederschlesischen Teilgebiet mit 25,1 % höher ausfiel als im sächsischen Teilgebiet
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Landkreis Görlitz
Landkreis Bautzen
SAKSONIA
powiat żarski
powiat m.Jelenia Góra
powiat złotoryjski
powiat zgorzelecki
powiat lwówecki
powiat lubański
powiat kamiennogórski
powiat jeleniogórski
powiat jaworski
powiat bolesławiecki
DOLNOŚLĄSKIE
POGRANICZE SN
POGRANICZE DŚ
POGRANICZE DŚ-SN
Unternehmen nach Wirtschaftszweigen [%]
A
B-E
F
G-J
K-N
P-S
Grenzraum NS-SN
Teilgebiet NS
Teilgebiet SN
WOJ. NIEDERSCHLESIEN
Landkreis Bolesławiecki
Landkreis Jaworski
Landkreis Jeleniogótrski
Landkreis
Kamiennogórski
Landkreis Lubański
Landkreis Lwówecki
Landkreis Zgorzelec
Landkreis Złotoryjski
kreisfreie Stadt Jel. Góra
Landkreis Żarski
FS SACHSEN
Landkreis Bautzen
Landkreis Görlitz

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
67
mit 19,9 %. Die hier in den Abschnitten K-N zusammengefassten unterstützenden wirtschaftlichen
Dienstleistungen nahmen innerhalb der Wirtschaftsstrukturen in den Landkreisen kreisfreie Stadt Jelenia
Góra (32,0 %), Kamiennogórski (30,0 %) und Lubański (27,6 %) eine besonders wichtige Rolle ein. In beiden
sächsischen Landkreisen des Grenzraums lag ihr Anteil niedriger als der Durchschnittswert für den Freistaat
Sachsen, der 25,5 % betrug: im Landkreis Bautzen betrug der 20,5 %, im Landkreis Görlitz 19,2 %; (vgl.
Abbildung 3.5).
Im Grenzraum betrug der Anteil von Unternehmen, die im Sektor der nicht marktbestimmten, öffentlichen
Dienstleistungen (d.h. den Abschnitten P-S zugeordnet) tätig waren 17,0 %, wobei sich die Werte auf
beiden Seiten des Grenzraums annähernd gleich gestalteten: im sächsischen Teilgebiet waren dies 17,8 %
der Unternehmen, im niederschlesischen Teilgebiet 16,8 %. Diese auf das Gemeinwohl orientierten
Dienstleistungen nahmen innerhalb der Wirtschaftsstrukturen vor allem folgender polnischer Landkreise
eine bedeutende Rolle ein: Zgorzelecki (der Anteil der den Abschnitten P-S zugeordneten Unternehmen
betrug 19,0 %), Lwówecki (18,4 %), kreisfreie Stadt Jelenia Góra (18,4 %), Bolesławiecki (17,2 %) und
Lubański (17,1 %). In den beiden deutschen Landkreisen lag dieser Anteil geringfügig niedriger als der
Durchschnittswert für Sachsen (19,0 %), d.h. im Landkreis Görlitz 18,9 %, im Landkreis Bautzen 17,0 %; (vgl.
Abbildung 3.5).
Im Vergleichszeitraum 2009-2016 konnten im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum – bezogen auf die
Anzahl der einzelnen hier zusammengefassten Abschnitte der Klassifikation der Wirtschaftszweige –
positive wirtschaftliche Entwicklungen verzeichnet werden. Mehrheitlich wurde in den jeweiligen Gruppen
ein Zuwachs der Anzahl der Unternehmen festgestellt. Die intensivsten Veränderungen zeichneten sich in
Abschnitt F Baugewerbe ab, in dem die Anzahl der Unternehmen um 20,9 % zunahm. Darüber hinaus
erfolgte ein solcher Zuwachs bei den im Sektor der nicht marktbestimmten Dienstleistungen tätigen
Unternehmen (Abschnitte P-S, um 16,9 %), im Sektor der unterstützenden wirtschaftlichen
Dienstleistungen wie u.a. Finanz- und Versicherungswirtschaft sowie Grundstücks- und Wohnungswesen
(Abschnitte K-N, um 14,3 %), wie ebenso im Industriesektor (Abschnitte B-E, um 6,5 %). Den stärksten
Rückgang verzeichnete mit beachtlichen 21,7 % hingegen Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei, wie
ebenso den Abschnitten G-J zugeordnete Unternehmen (Handel, Gastgewerbe sowie Information und
Kommunikation; hier betrug der Rückgang jedoch lediglich 1,5 %); (vgl. Abbildung 3.6).
Dieser Wandel der Wirtschaftsstruktur gestaltete sich in beiden Teilgebieten des Grenzraums
unterschiedlich. Im niederschlesischen Teilgebiet stieg die Anzahl der Unternehmen teils beträchtlich (unter
Ausnahme des Landwirtschaftssektors). Die höchsten Zuwächse verzeichneten das Baugewerbe (um
27,3 %), die gemeinwohlorientierten Dienstleistungen der Abschnitte P-S (um 23,3 %) sowie unterstützende
marktbestimmte Dienstleistungen, u.a. Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie Grundstücks- und
Wohnungswesen (Abschnitte K-N, um 21,1 %). Vergleichsweise leichtere Zuwächse wurden darüber hinaus
im Industriesektor (Abschnitte B-E, um 7,8 %), geringfügige Zuwächse ebenso bei den Dienstleistungen des
Handels, Gastgewerbes sowie der Information und Kommunikation (Abschnitte G-J, um 0,7 %) verzeichnet.
Hierzu ist anzumerken, dass sich im polnischen Teilgebiet des Grenzraums – hier im Vergleich zur
Wojewodschaft Niederschlesien – eine besonders dynamische Entwicklung bei der Anzahl der im
Baugewerbe tätigen Unternehmen abzeichnete, in dem der Anteil um 16,3 % anstieg. Im sächsischen
Teilgebiet waren diese Veränderungen der Wirtschaftsstruktur hingegen weniger intensiv ausgeprägt. Ein
Anstieg der Anzahl von Unternehmen wurde ebenso im Baugewerbe, d.h. dem Abschnitt F verzeichnet (um
7,7 %), darüber hinaus im Industriesektor (um 3,4%) und im Sektor der gemeinwohlorientierten
Dienstleistungen (jedoch lediglich um 0,3 %). Rückgänge verzeichnet wurden hingegen bei den
Dienstleistungen des Handels, Gastgewerbes sowie der Information und Kommunikation erbringenden
Unternehmen (Abschnitte G-J, um 9,5 %), den Unternehmen der Finanz- und Versicherungswirtschaft sowie
des Grundstücks- und Wohnungswesens (entsprechend Abschnitte K-N, um 7,9 %) sowie in Land- und

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
68
Forstwirtschaft sowie Fischerei (um 1,8 %). Als besonders nachteilig für die Wirtschaftsstruktur zu bewerten
ist hierbei die sinkende Anzahl von Unternehmen, die den Abschnitten K-N zuzuordnen sind. Im Freistaat
Sachsen war nämlich ein gegenteiliger Trend zu beobachten, steig doch die Anzahl der dieser Branche
zuzuordnenden Unternehmen im gleichen Zeitraum um 3,6 %; (vgl. Abbildung 3.6).
Abbildung 3.6. Veränderungen der Anzahl von Unternehmen nach jeweils zusammengefassten Abschnitten der
Klassifikation der Wirtschaftszweige im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2009-2016].
Quelle: selbst erstelltes Diagramm auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Das verarbeitende Gewerbe nimmt in der Wirtschaft, vor allem bezogen auf Regional- und Stadtökonomie,
eine besonders wichtige Rolle ein. Im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum waren im Bezugsjahr 2016
insg. 7,7 % der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe tätig. Innerhalb der Wirtschaftsstruktur der
Teilgebiete des Grenzraums war das verarbeitende Gewerbe vor allem im deutschen Teilgebiet von
wesentlicher Bedeutung, in dem mit 9,6 % ein höherer Anteil als für den Freistaat Sachsen ermittelt (8,1 %)
verzeichnet wurde. Im niederschlesischen Teilgebiet lag dieser Anteil ähnlich hoch wie in der
Wojewodschaft Niederschlesien insgesamt; entsprechend: 7,1 % und 7,4 %. Auf intraregionaler Ebene
verzeichneten die jeweils höchsten Anteile (mehr als 8,0 %) an Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes
die Landkreise: Jaworski (10,6 %), Bautzen (10,2 %), Lwówecki (9,1 %), Görlitz (8,9 %) und Kamiennogórski
(8,4 %); weniger als 6 % verzeichneten die Landkreise Zgorzelecki (5,2 %), Jeleniogórski (5,9 %) sowie die
kreisfreie Stadt Jelenia Góra (5,9 %); (vgl. Tabelle 3.1).
Das sächsische Teilgebiet unterschied sich innerhalb der Branchenstruktur des verarbeitenden Gewerbes
selbst vom niederschlesischen Teilgebiet vor allem hinsichtlich der Anteile von Unternehmen, die
Nahrungs- und Futtermittel (19,5 %), Metallerzeugnisse (23,8 %) sowie Datenverarbeitungsgeräte sowie
elektrische Ausrüstungen (11,4 %) herstellen. Von Bedeutung ist hierbei, dass der Anteil von Unternehmen
im sächsischen Teilgebiet, die Nahrungs- und Futtermittel sowie Metallerzeugnisse herstellen, jeweils höher
lag als der Anteil dieser Unternehmen im Freistaat Sachsen; die Anteile betrugen hier entsprechend 16,1 %
und 23,0 % (vgl. Abbildung 3.7). Anzumerken ist ebenso, dass das verarbeitende Gewerbe in beiden
sächsischen Landkreisen des Grenzraums eine ähnliche Strukturierung aufweist. Erheblichere Unterschiede
-30
-25
-20
-15
-10
-5
0
5
10
15
20
25
30
35
Saksonia
Dolnośląskie
pogranicze SN
pogranicze DŚ
pogranicze DŚ-SN
Veränderung der Anzahl von Unternehmen nach Abschnittsgruppen[%]
A
B-E
F
G-J
K-N
P-S
Grenzraum NS-SN
Teilgebiet NS
Teilgebiet SN
Niederschlesien
Sachsen

image
image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
69
treten lediglich hinsichtlich der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und elektrischen Ausrüstungen
zutage; im Landkreis Bautzen beträgt der Anteil hier 12,0 %, im Landkreis Görlitz 7,9 %. Führende Branchen
(Unterklassen) des verarbeitenden Gewerbes sind in den deutschen Landkreisen (vgl. Tabelle 3.2):
im Landkreis Görlitz: (1) Herstellung von Metallerzeugnissen, (2) Herstellung von Nahrungs- und
Futtermitteln, (3) Herstellung
von
Gummi-
und Kunststoffwaren
sowie nichtmetallischer
Mineralstoffe [Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden];
im Landkreis Bautzen: (1) Herstellung von Metallerzeugnissen, (2) Herstellung von Nahrungs- und
Futtermitteln, (3) Herstellung
von
Gummi-
und Kunststoffwaren
sowie nichtmetallischer
Mineralstoffe [Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden];
Abbildung 3.7. Anteile von Unternehmen in ausgewählten Unterklassen des Abschnitts C. Verarbeitendes
Gewerbe im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2016].
Quelle: selbst erstelltes Diagramm auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Im niederschlesischen Teilgebiet des Grenzraums gab es im Vergleich zum sächsischen Teilgebiet hingegen
anteilig mehr Unternehmen, die Textilien und Bekleidung (der Anteil betrug hier 10,7 %), wie ebenso Möbel
(19,2 %) herstellen. In beiden Branchen (bzw. Unterklassen) lag der Anteil höher als der für die
Wojewodschaft Niederschlesien angegebene Mittelwert, d.h. entsprechend 10,1 % und 15,5 % (Abbildung
3.7). Betrachtet man nun die jeweiligen Anteile von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in den
einzelnen polnischen Landkreisen dieses Teilgebiets, können die auch hier jeweils führenden bzw. innerhalb
der Struktur vorherrschenden Branchen ermittelt werden; (vgl. Tabelle 3.2):
Tabelle 3.2.
Struktur des Abschnitts C. Verarbeitendes Gewerbe im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum
[2016].
Gebietskörperschaft
Anteil von Unternehmen nach Unterklassen des Abschnitts C an den Unternehmen des
verarbeitenden Gewerbes insgesamt [%]
0
5
10
15
20
25
pogranicze DŚ-SN pogranicze DŚ
pogranicze SN
Dolnośląskie
Saksonia
Anteile von Unternehmen in ausgewählten Unterklassen
des Abschnitts C. Verarbeitendes Gewerbe [%]
artykuły spożywcze
odzież
wyroby metalowe
wyroby i urządzenia elektryczne/
elektroniczne
meble
Grenzraum NS-SN
Teilgebiet NS
Teilgebiet SN
Niederschlesien
Sachsen
Nahrungs- und Futtermittel
Metallerzeugnisse
Möbel
Textilien & Bekleidung
Datenverarbeitungsgeräte &
elektrische Ausrüstungen

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
70
Nahrungs- und
Futtermittel
Textilien/Bekleidung
Papier und
Papiererzeungisse
Chemikalien und
chemische Erzeugnisse
Gummi- und
Kunststoffwaren
Metallerzeugnisse
Datenverarbeitung-
geräte und elektrische
Ausrüstungen
Kraftwagen und
Kraftwagenteile
Möbel
sonstige Waren
GRENZRAUM DŚ-SN
12,8
9,0
3,5
1,3
14,0
19,9
5,9
1,2
17,0
15,5
NIEDERSCHLESIEN
9,0
10,1
5,8
1,6
14,4
16,9
6,2
1,3
15,5
19,3
TEILGEBIET DŚ
10,1
10,7
3,6
1,3
15,5
18,4
4,2
1,0
19,2
15,9
Landkreis Bolesławiecki
8,5
8,2
2,7
1,5
24,7
16,9
3,7
1,2
17,7
14,8
Landkreis Jaworski
10,1
8,4
2,2
1,1
29,5
13,4
4,2
1,1
12,8
17,2
Landkreis Jeleniogórski
11,3
9,6
3,5
0,9
9,2
24,3
3,7
2,0
21,4
14,1
Landkreis Kamiennogórski
11,0
17,4
2,2
0,6
14,9
17,4
3,0
1,7
19,1
12,7
Landkreis Lubański
7,4
8,3
3,5
1,5
7,6
20,2
5,0
0,9
29,6
16,1
Landkreis Lwówecki
11,2
6,0
1,8
0,8
19,3
14,8
4,2
0,8
23,4
17,7
Landkreis Zgorzelecki
12,6
15,2
4,8
2,4
10,6
13,2
2,4
0,4
20,3
18,2
Landkreis Złotoryjski
13,1
7,2
4,5
1,2
15,5
24,2
3,9
0,9
16,1
13,4
kreisfreie Stadt Jel. Góra
10,6
15,8
6,7
1,7
10,3
13,4
6,4
0,8
15,9
18,4
Landkreis Żarski
7,6
9,9
3,2
0,7
13,7
25,4
4,4
0,6
19,1
15,3
FREISTAAT SACHSEN
16,1
4,6
4,6
1,3
8,2
23,0
12,6
2,0
11,2
16,6
TEILGEBIET SN
19,5
4,5
3,0
1,2
10,3
23,8
10,3
1,5
11,4
14,5
Landkreis Bautzen
19,3
4,3
2,5
1,4
10,7
24,2
12,0
1,3
11,2
13,1
Landkreis Görlitz
19,7
4,9
3,6
1,0
9,8
23,1
7,9
1,8
11,8
16,3
Quelle: selbst erstellte Tabelle auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Bezeichnungen: (1) berücksichtigt wurden ff. Unterklassen des Abschnitts C. Verarbeitendes Gewerbe: „Nahrungs- und Futtermittel“: 10 –
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln; 11 – Herstellung von Getränken, 12 – Tabakverarbeitung; „Textilien und Bekleidung“: 13 –
Herstellung von Textilien, 14 – Herstellung von Bekleidung, 15 – Herstellung von von Leder, Lederwaren und Schuhen, 16 – Herstellung von
Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel); Herstellung von sonstigen Holz-, Kork-, Flecht- und Korbwaren;; „Papier, Pappe und Waren
daraus”: 17 – Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus, 18 – Herstellung von Druckerzeugnissen; Vervielfältigung von bespielten Ton-,
Bild- und Datenträgern; „Chemikalien und chemische Erzeugnisse”: 19 – Kokerei und Mineralölverarbeitung, 20 – Herstellung von chemischen
Erzeugnissen, 21 – Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen einschl. Grundstoffe und Spezialitäten; „Gummi- und Kunststoffwaren“: 22
– Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren, 23 – Herstellung von von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden;
„Metallerzeugnisse”: 24 – Metallerzeugung und -bearbeitung, 25 – Herstellung von Metallerzeugnissen (ohne Maschinen und Anlagen);
„Datenverarbeitungsgeräte und elektrische Ausrüstungen”: 26 – Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten [Komputern], elektronischen und
optischen Erzeugnissen, 27 – Herstellung von elektrischen Ausrüstungen, 28 – Maschinen- und Anlagenbau [a.n.g.]; „Kraftwagen und
Kraftwagenteile”: 29 – Herstellung von Kraftwagen, Anhängern und Aufbauten (ohne Motorräder), 30 – Sonstiger Fahrzeugbau; „Möbel“: 31
– Herstellung von Möbeln, „Sonstige Waren“: 32 – Herstellung sonstiger Waren, 33 – Reparatur und Installation von Maschinen und
Ausrüstungen; (2) orange markiert: jeweils vorherrschende Branchen (Unterklassen) des verarbeitenden Gewerbes in den einzelnen
Gebietskörperschaften (Landkreise).
im
Landkreis
Bolesławiecki:
(1)
Herstellung
von
Gummi-
und
Kunststoffwaren
sowie
nichtmetallischer Mineralstoffe [Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und
Erden];

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
71
im Landkreis Jaworski: (1) Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren sowie nichtmetallischer
Mineralstoffe [Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden];
im Landkreis Jeleniogórski: (1) Herstellung von Metallerzeugnissen, (2) Herstellung von Möbeln, (3)
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln, (4) Herstellung von Kraftwagen und -teilen;
im Landkreis Kamiennogórski : (1) Herstellung von Bekleidung, (2) Herstellung von Nahrungs- und
Futtermitteln;
im Landkreis Lubański: (1) Herstellung von Möbeln, (2) Herstellung von Metallerzeugnissen;
im Landkreis Lwówecki: (1) Herstellung von Möbeln, (2) Herstellung von Gummi- und
Kunststoffwaren sowie nichtmetallischer Mineralstoffe [Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung
von Steinen und Erden], (3) Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln;
im Landkreis Zgorzelecki: (1) Herstellung von Möbeln, (2) Herstellung von Bekleidung, (3)
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln, (4) Herstellung von chemischen Erzeugnissen;
im Landkreis Złotoryjski: (1) Herstellung von Metallerzeugnissen, (2) Herstellung von Nahrungs- und
Futtermitteln;
in der kreisfreien Stadt Jelenia Góra: (1) Herstellung von Bekleidung, (2) Herstellung Papier, Pappe
und Waren daraus, (3) Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und elektrischen Ausrüstungen;
im Landkreis Żarski: (1) Herstellung von Metallerzeugnissen.
Im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum stellten (im Bezugsjahr 2016) innerhalb der Struktur der
Unternehmen nach ihrer Größe
19
mit 95,04 % die Kleinstunternehmen den entschieden größten Anteil.
Kleinunternehmen waren mit einem Anteil von 3,95 %, mittlere Unternehmen mit 0,88 % sowie
Großunternehmen mit 0,14 % vertreten. Hierzu muss wiederum angemerkt werden, dass sich diesbezüglich
erhebliche Unterschiede in beiden Teilgebieten abzeichneten. So gab es im niederschlesischen Teilgebiet
wesentlich mehr Kleinstunternehmen (96,69 % aller Unternehmen) als im sächsischen Teilgebiet mit
89,23 %. Demgegenüber lag der Anteil an Kleinunternehmen im sächsischen Teilgebiet mit 8,51 % höher als
im niederschlesischen Teilgebiet (2,65 %); gleiches gilt für mittlere Unternehmen (1,92 % ggü. 0,58 %) wie
auch für Großunternehmen (0,35 % ggü. 0,08 %). Diese Daten zeugen von einer sehr kleinteiligen
Wirtschaftsstruktur im polnischen Teilgebiet, in dem zwar 77,3 % der im Grenzraum tätigen Unternehmen
registriert waren, jedoch lediglich 37,1 % der Erwerbstätigen. Auch hierzu ist anzumerken, dass die Struktur
der Unternehmen nach ihrer Größe im niederschlesischen Teilgebiet der Struktur in der Wojewodschaft
Niederschlesien sehr ähnelte; nur der Anteil an Kleinstunternehmen war um 0,23 % höher. Im Verhältnis
zum Freistaat Sachsen insgesamt fielen die Anteile an Klein- (um 0,42 %) sowie mittleren Unternehmen (um
0,18 %) im sächsischen Teilgebiet hingegen geringfügig höher aus; (vgl. Tabelle 3.3).
Bezogen auf die intraregionale Ebene zeichnete sich in den Landkreisen des niederschlesischen Teilgebiets
folgende Struktur der Unternehmen nach ihrer Größe ab; hier die jeweils höchsten Anteile:
Kleinstunternehmen: Jeleniogórski (97,80 % aller Unternehmen), kreisfreie Stadt Jelenia Góra
(96,99 %) und Landkreis Lwówecki (96,98 %);
Kleinunternehmen: Bolesławiecki (3,44 %), Żarski (3,12 %), Lubański (3,04 %) und Złotoryjski
(3,04 %);
Mittlere Unternehmen: Bolesławiecki (0,70 %), Zgorzelecki (0,68 %), Lubański (0,67 %),
Kamiennogórski (0,67 %) sowie Żarski (0,66%);
19
Unternehmen nach der Anzahl ihrer Beschäftigten: Mikro-/Kleinstunternehmen bis zu 9 Beschäftigte, Kleinunternehmen
bis zu 49 Beschäftigte, mittlere Unternehmen von 50 bis 249 Beschäftigte sowie Großunternehmen mit mehr als 249
Beschäftigten.

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
72
Großunternehmen: Bolesławiecki (0,15 %).
Im sächsischen Teilgebiet unterschied sich der Landkreis Bautzen vom Landkreis Görlitz mit einem höheren
Anteil an Kleinunternehmen (entsprechend: 8,74 % ggü. 8,23 %) sowie mittleren Unternehmen (2,01 %
ggü. 1,81 %), der Landkreis Görlitz wie hingegen einen höheren Anteil an Kleinstunternehmen (89,59 %
ggü. 88,93 %) sowie an Großunternehmen (entsprechend: 0,37 % sowie 0,33 %) aus; (vgl. Tabelle 3.3).
Tabelle 3.3. Struktur der Unternehmen nach ihrer Größe im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2009,
2016].
Gebietskörperschaft
Anteil der Unternehmen nach ihrer Größe an der Anzahl der Unternehmen
insgesamt [%]
Kleinst-
unternehmen
Kleinunternehmen
mittlere
Unternehmen
Groß-
unternehmen
2009
2016
2009
2016
2009
2016
2009
2016
GRENZRAUM DŚ-SN
94,44
95,04
4,51
3,95
0,91
0,88
0,14
0,14
NIEDERSCHLESIEN
95,76
96,46
3,44
2,86
0,68
0,58
0,12
0,10
TEILGEBEIT DŚ
95,76
96,69
3,45
2,65
0,68
0,58
0,10
0,08
Landkreis Bolesławiecki
94,33
95,70
4,68
3,44
0,84
0,70
0,15
0,15
Landkreis Jaworski
96,21
96,85
3,04
2,47
0,67
0,60
0,08
0,08
Landkreis Jeleniogórski
96,42
97,80
3,04
1,86
0,47
0,29
0,07
0,05
Landkreis Kamiennogórski
95,47
96,56
3,60
2,68
0,79
0,67
0,15
0,09
Landkreis Lubański
95,21
96,22
4,00
3,04
0,68
0,67
0,11
0,07
Landkreis Lwówecki
95,35
96,98
3,78
2,35
0,76
0,57
0,11
0,09
Landkreis Zgorzelecki
95,82
96,76
3,33
2,48
0,72
0,68
0,12
0,08
Landkreis Złotoryjski
95,96
96,34
3,33
3,04
0,66
0,60
0,05
0,02
kreisf. Stadt Jelenia Góra
96,67
96,99
2,66
2,40
0,57
0,54
0,10
0,06
Landkreis Żarski
95,34
96,13
3,79
3,12
0,79
0,66
0,09
0,08
FREISTAAT SACHSEN
90,77
89,81
7,39
8,09
1,56
1,74
0,28
0,35
TEILGEBIET SN
90,40
89,23
7,74
8,51
1,61
1,92
0,25
0,35
Landkreis Bautzen
90,25
88,93
7,74
8,74
1,74
2,01
0,27
0,33
Landkreis Görlitz
90,58
89,59
7,73
8,23
1,46
1,81
0,22
0,37
Quelle: selbst erstellte Tabelle auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Im Vergleichszeitraum 2009-2016 erhöhte sich im gesamten Grenzraum der Anteil an Kleinstunternehmen
(um 0,60 %), demgegenüber nahm der Anteil an Kleinunternehmen ab (um 0,57 %). Bezüglich der anderen
Größenklassen der Unternehmen wurden keine wesentlichen Änderungen vermerkt. Vollkommen
gegensätzliche Tendenzen in beiden Teilgebieten wurden hinsichtlich der Entwicklungen in den einzelnen
Größenklassen verzeichnet: während in diesen Zeitraum im niederschlesischen Teilgebiet der Anteil der
Kleinstunternehmen anstieg (um 0,93 %), sank dieser im sächsischen Teilgebiet um 1,17 %; der Anteil an
Klein- und mittleren Unternehmen nahm im niederschlesischen Teilgebiet ab (um 0,81 % bzw. 0,10 %), im
sächsischen Teilgebiet steig er hingegen um 0,77 % sowie 0,31 %. Auch Anteil an Großunternehmen stieg
auf deutscher Seite um 0,10 %, während er auf polnischer Seite des Grenzraums um 0,03 % sank; (vgl.
Tabelle 3.3).

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
73
Im Bezugsjahr 2016 war das niederschlesische Teilgebiet von einer geringeren unternehmerischen Initiative
gekennzeichnet: im polnischen Teilgebiet wurden 63,9 % aller Unternehmen von Selbständigen (i.S.v.
Personengesellschaften) bzw. Gewerbetreibenden (einschl. Kleingewerbe) und Freiberuflern geführt; in
Niederschlesien betrug der Wert dieses Gesamtindikators 64,9 %. Die höchsten Indikatorwerte (mehr als
65,0 %) verzeichneten die Landkreise Lwówecki (72,1 %), Bolesławiecki (69,7 %), Jaworski (68,6 %) und
Żarski (66,5 %), den geringsten Anteil (weniger als 63,0 %) wiesen die Landkreise Jeleniogórski (54,5 %),
Kamiennogórski (60,9 %), die kreisfreie Stadt Jelenia Góra (62,5 %) sowie der Landkreis Złotoryjski (62,7 %)
aus.
Auch im sächsischen Teilgebiet war das Unternehmertum weniger stark ausgebildet als im Vergleich zum
Freistaat Sachsen insgesamt. Im deutschen Teilgebiet des Grenzraums waren 10,7 % der Beschäftigten
Selbständige bzw. Gewerbetreibende (einschl. Familienunternehmen), in Sachsen betrug dieser Wert
12,0 %. Im Landkreis Görlitz war dieser Anteil geringfügig höher als im Landkreis Bautzen; (entsprechend
11,3 % ggü. 10,2 %); (vgl. Tabelle 3.4).
Tabelle 3.4. Unternehmertum/unternehmerische Initiative im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2016].
Gebietskörperschaft
Unternehmen der
Volkswirtschaft insg.
Selbstständige/Gewerbetreibende einschl. Freiberufler
insgesamt
Anteil an der Anzahl der
Unternehmen insg. [%]
NIEDERSCHLESIEN
361.307
234.658
64,9
TEILGEBIET DŚ
74.797
47.771
63,9
Landkreis Bolesławiecki
8.424
5.869
69,7
Landkreis Jaworski
5.144
3.529
68,6
Landkreis Jeleniogórski
11.111
6.058
54,5
Landkreis Kamiennogórski
4.332
2.638
60,9
Landkreis Lubański
5.852
3.777
64,5
Landkreis Lwówecki
4.211
3.035
72,1
Landkreis Zgorzelecki
8.820
5.666
64,2
Landkreis Złotoryjski
4.703
2.951
62,7
kreisf. Stadt Jelenia Góra
12.692
7.928
62,5
Landkreis Żarski
9.508
6.320
66,5
Gebietskörperschaft
Beschäftigte
insgesamt
Selbstständige und Gewerbetreibende
einschl. Familienunternehmen
insgesamt
Anteil [%]
FREISTAAT SACHSEN
2.012.650
241.370
12,0
TEILGEBIET SN
282.430
30.240
10,7
Landkreis Bautzen
156.510
15.980
10,2
Landkreis Görlitz
125.920
14.260
11,3
Quelle: selbst erstellte Tabelle auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
74
3.4
WIRTSCHAFT: ENTWICKLUNGSPOTENZIALE UND ENTWICKLUNGSBARRIEREN
ENTWICKLUNGSPOTENZIALE:
1)
Anstieg der Bruttoinlandsprodukts pro Kopf
in beiden Teilgebieten des Grenzraums, jedoch
im Vergleich zu den jeweiligen Regionen (d.h. Wojewodschaft Niederschlesien sowie Freistaat
Sachsen) geringer ausgeprägt, womit sich Prozesse der wirtschaftlichen Peripherisierung des
Grenzraums gegenüber den jeweiligen Regionen weiterhin vertiefen;
2)
Anstieg der Anzahl der Erwerbstätigen bzw. SV-pflichten Beschäftigten
in beiden
Teilgebieten, obgleich wiederum eine unterschiedliche Intensität dieses Prozesses im Vergleich
zu den Regionen, d.h. in der Wojewodschaft Niederschlesien und im Freistaat Sachsen,
festzustellen ist;
3)
sinkende
Arbeitslosenquoten
in
beiden
Teilgebieten,
wobei
die
Dynamik
dieser
Veränderungen im Vergleich zu den Mittelwerten in den Regionen stärker ausfällt;
4)
Anstieg der Anzahl der Unternehmen (in absoluten Zahlen) im niederschlesischen Teilgebiet
;
5)
einige Wirtschaftszweige sind relativ gut aufgestellt
, vor allem Baugewerbe, verarbeitendes
Gewerbe sowie Dienstleistungen des Grundstücks- und Wohnungswesen;
6)
sich
ergänzende
Wirtschaftsstrukturen
in
beiden
Teilgebieten
des
Grenzraums,
gekennzeichnet von jeweils unterschiedlich dominierenden Branchen, die sich gegenseitig
ergänzen könnten;
7)
unterschiedliche Strukturen der Größenklassen von Unternehmen
in beiden Teilgebieten des
Grenzraums: auf polnischer Seite des Grenzraums nehmen Kleinstunternehmen eine führende
Rolle innerhalb dieser Struktur ein, auf deutscher Seite hingegen Klein- und mittlere
Unternehmen.
ENTWICKLUNGSBARRIEREN:
1) weiterhin relatives
geringes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf
in beiden Teilgebieten des
niederschlesisch-sächsischen Grenzraums im Vergleich zu den durchschnittlichen Indexwerten
auf jeweils regionaler sowie nationaler und gemeinschaftlicher Ebene;
2)
wesentliche
Unterschiede
des
Bruttoinlandsprodukts
pro
Kopf
zwischen
dem
niederschlesischen Teilgebiet (mit einem wesentlich geringeren BIP
per capita
) und dem
sächsischen Teilgebiet des Grenzraums;
3)
erhebliche Unterschiede bei der Anzahl der Erwerbstätigen
auf beiden Seiten des
Grenzraums: im sächsischen Teilgebiet gehen zwei Drittel aller Einwohner im erwerbsfähigen
Alter einer Erwerbstätigkeit nach;
4)
höhere Arbeitslosenquote
in beiden Teilgebieten des Grenzraums im Vergleich zu den
Regionen, d.h. in der Wojewodschaft Niederschlesien und im Freistaat Sachsen;
5) erhebliche Unterschiede der Arbeitslosenquote in den beiden Teilgebieten des Grenzraums
selbst; eine relativ
hohe Arbeitslosenquote
wird
auf deutscher Seite im städtischen Umfeld
der Mittelzentren bzw. des oberstädtischen Städteverbunds Bautzen-Görlitz-Hoyerswerda

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
75
verzeichnet,
auf polnischer Seite hingegen in einigen eher ländlich bzw. kleinstädtisch
geprägten Landkreisen
wie Złotoryjski, Jaworski, Lwówecki und Żarski;
6)
nachteilige Struktur der Arbeitslosigkeit nach dem Alter der Arbeitssuchenden
, wobei der
Anteil in der Altersgruppe 50+ besonders hoch und vor allem im sächsischen Teilgebiet stark
ausgeprägt ist;
7) deutliche
Unterschiede hinsichtlich der Anzahl von Unternehmen
(in absoluten Zahlen); im
polnischen Teilgebiet sind mehr als drei Viertel aller Unternehmen des Grenzraums registriert;
8)
relativ gering ausgeprägte unternehmerische Initiative („Unternehmertum“)
im Vergleich zu
den Regionen, d.h. in der Wojewodschaft Niederschlesien und im Freistaat Sachsen;
9)
wachsende Unterschiede der wirtschaftlichen Entwicklung
zwischen dem Grenzraum und
seinen Teilgebieten sowie den jeweiligen Regionen (Wojewodschaft Niederschlesien und
Freistaat Sachsen), was von einer sich weiterhin vertiefenden Divergenz ihrer jeweiligen
wirtschaftlichen Entwicklung zeugt.

image
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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
76
4 RAUMORDNUNG
4.1
SIEDLUNGSNETZ
Im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum gab es 2016 insg. 31 Städte. Ihre Anzahl war in beiden
Teilgebieten des Grenzraums annähernd gleich: auf polnischer Seite gab es 32, auf deutscher Seite 29
Städte. In diesen städtischen Räumen wohnten insgesamt 753.800 Personen, was einer Urbanisierungsrate
von 61,3 % entspricht. Interessant ist hierbei, dass dieser Anteil der Stadtbewohner an der
Gesamtbevölkerung annähernd gleich ausfiel: er betrug entsprechend 61,4 % bzw. 61,3 %. Wiederum
hervorzuheben ist, dass die Urbanisierungsrate in beiden Teilgebieten des Grenzraums geringer ausfiel als
in den einzelnen Regionen: in der Wojewodschaft Niederschlesien betrug er 69,0 %, im Freistaat Sachsen
sogar 80,9 %.
Zu den größten Städten im Grenzraum (hier mehr als 20.000 Einwohner) zählten: Jelenia Góra (80.500 EW),
Görlitz (55.900 EW), Bautzen (39.900 EW), Bolesławiec (39.200 EW), Żary (38.000 EW), Hoyerswerda
(33.600 EW), Zgorzelec (31.100 EW), Zittau (25.700 EW), Jawor (23.500 EW) und Lubań (21.400 EW). Zu den
kleinsten Städten (weniger als 3.000 EW) zählten entsprechend: Wleń (1.800 EW), Lubomierz (1.900 EW),
Świerzawa (2.300 EW), Ostritz (2.400 EW), Łęknica (2.500 EW), Elstra (2.800 EW) und Węgliniec (2.900 EW);
(vgl. Karte 4.1).
Karte 4.1.
Städtische Räume im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2016].
Quelle: selbst erstellte Karte auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des Freistaats
Sachsen.
Hinsichtlich der Größenstruktur der Städte des Grenzraums fällt auf, dass es im untersuchten Gebiet nur
zwei größere Städte mit mehr als 50.000 EW gibt, in denen insg. 11,1 % der Bevölkerung wohnen; daneben
größere Städte (˃ 50.000)
Mittelstädte (20.-50.000)
Kleinstädte (5.-20.000)
sehr kleine Städte (˂5.000)

image
SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
77
gibt es 8 Mittelstädte (20.-50.000 EW) mit einem Anteil von 20,5 % der Bevölkerung, 28 Kleinstädte (5.-
20.000 EW), entsprechend 23,1 % der Bevölkerung sowie 23 sehr kleine Städte mit weniger als 5.000
Einwohnern (6,6 % der Gesamtbevölkerung); (vgl. Tabelle 4.1).
Tabelle 4.1. Größenstruktur der Städte im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2016].
Städte (A) und ihre Einwohnerzahlen (B) nach Größenstruktur
größere Städte
(mehr als 50.000 EW)
Mittelstädte
(20.-50.000 Einwohner)
Kleinstädte
(5.-20.000 Einwohner)
sehr kleine Städte (weniger
als 5.000 EW)
A
B
A
B
A
B
A
B
Jelenia Góra
80.524
Bautzen
39.963
Kamienna Góra
19.522
Karpacz
4.770
Görlitz
55.904
Bolesławiec
39.167
Radeberg
18.491
Rothenburg/O.L.
4.673
Żary
38.048
Bogatynia
17.984
Leśna
4.582
Hoyerswerda
33.552
Weißwasser/O.L.
16.660
Königsbrück
4.416
Zgorzelec
31.089
Złotoryja
15.873
Jasień
4.381
Zittau
25.723
Kamenz
15.153
Olszyna
4.378
Jawor
23.473
Löbau
15.003
Zawidów
4.258
Lubań
21.402
Lubsko
14.221
Świeradów-Zdrój
4.240
Ebersbach-Neugersdorf
12.265
Nowogrodziec
4.237
Kowary
11.188
Mirsk
3.967
Bischofswerda
11.169
Seifhennersdorf
3.747
Niesky
9.543
Wojcieszów
3.742
Großröhrsdorf
9.537
Bad Muskau
3.612
Lwówek Śląski
9.051
Neusalza-Spremberg
3.405
Lauta
8.504
Bernstadt a. d. Eigen
3.390
Pulsnitz
7.515
Weißenberg
3.153
Gryfów Śląski
6.693
Węgliniec
2.915
Szklarska Poręba
6.651
Elstra
2.807
Bernsdorf
6.533
Łęknica
2.508
Piechowice
6.363
Ostritz
2.365
Schirgiswalde-Kirschau
6.331
Świerzawa
2.315
Lubawka
6.172
Lubomierz
1.922
Herrnhut
6.033
Wleń
1.837
Pieńsk
5.912
Wittichenau
5.770
Bolków
5.093
Reichenbach/O.L
5.047
Wilthen
5.032
Quelle: selbst erstellte Tabelle auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen; Bezeichnungen: Gelb markiert – polnische Städte, Grün markiert – deutsche Städte.
Ein Großteil der Bevölkerung im polnischen Teilgebiet wohnte in Mittelstädten (Bolesławiec, Żary,
Zgorzelec, Jawor und Lubań); dies waren 23,0 % der Gesamtbevölkerung des niederschlesischen Teilgebiets.
Einen diesbezüglich etwas geringeren Anteil wiesen Kleinstädte (18,7 % der Gesamtbevölkerung) und die
größte Stadt des Teilgebiets (Jelenia Góra) aus, in der 12,1 % der Gesamtbevölkerung wohnte. In den sehr

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
78
kleinen Städten wohnten entsprechend 7,5 % der Bevölkerung. Im deutschen Teilgebiet wohnten die
meisten Stadtbewohner in Kleinstädten (28,2 % der Gesamtbevölkerung im sächsischen Teilgebiet des
Grenzraums). Dies bedeutet, dass fast die Hälfte der Stadtbewohner des sächsischen Teilgebiets in
Kleinstädten wohnte. Im Gegensatz zum niederschlesischen Teilgebiet lebten wesentlich weniger
Stadtbewohner in den Mittelstädten Bautzen, Hoyerswerda und Zittau: sie bildeten lediglich 17,6 % der
Gesamtbevölkerung. In der größten Stadt des sächsischen Teilgebiets, Görlitz, wohnten 9,9 % der
Gesamtbevölkerung, in den sehr kleinen Städten lediglich 5,6 % der Bevölkerung; (vgl. Tabelle 4.2).
Tabelle 4.2. Größenstruktur der Städte im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum nach Anteil der
Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung (Urbanisierungsrate) [2016].
Gebietskörperschaft
Anzahl der Städte (A) und jeweiliger Anteil der Stadtbevölkerung nach
Größenstruktur der Städte an der Gesamtbevölkerung [%] (B)
insgesamt
größere Städte
(˃ 50.000 EW)
Mittelstädte
(20.-50.000
Einwohner)
Kleinstädte
(5.-20.000
Einwohner)
sehr kleine
Städte (˂ 5.000
Einwohner)
A
B
A
B
A
B
A
B
A
B
Grenzraum DŚ-SN
61
61,3
2
11,1
8
20,5
28
23,1
23
6,6
Teilgebiet DŚ
32
61,4
1
12,1
5
23,0
12
18,7
14
7,5
Landkreis Bolesławiecki
2
48,1
0
0,0
1
43,4
0
0,0
1
4,7
Landkreis Jaworski
2
55,8
0
0,0
1
45,9
1
10,0
0
0,0
Landkreis Jeleniogórski
4
45,0
0
0,0
0
0,0
3
37,6
1
7,4
Landkreis
Kamiennogórski
2
58,1
0
0,0
0
0,0
2
58,1
0
0,0
Landkreis Lubański
4
62,6
0
0,0
1
38,8
0
0,0
3
23,9
Landkreis Lwówecki
5
50,4
0
0,0
0
0,0
2
33,8
3
16,6
kreisfreie Stadt
Jelenia Góra
1
100,0
1
100,0
0
0,0
0
0,0
0
0,0
Landkreis Zgorzelecki
5
68,1
0
0,0
1
34,1
2
26,2
2
7,9
Landkreis Złotoryjski
3
49,4
0
0,0
0
0,0
1
35,8
2
13,7
Landkreis Żarski
4
60,5
0
0,0
1
38,9
1
14,5
2
7,1
Teilgebiet SN
29
61,3
1
9,9
3
17,6
16
28,2
9
5,6
Landkreis Bautzen
15
58,4
0
0,0
2
24,1
10
30,9
3
3,4
Landkreis Görlitz
14
64,8
1
21,6
1
10,0
6
25,0
6
8,2
Quelle: selbst erstellte Tabelle auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Die Entwicklung eines Siedlungsnetzes hinsichtlich seiner Urbanisierung (Anteil städtischer Siedlungsräume
an der Gesamtfläche des Siedlungsnetzes) wird mithilfe einer die Dichte bzw. den Flächenverbrauch
städtischer Siedlungsräume innerhalb eines Siedlungsnetzes bestimmenden Kennziffer angegeben.
Statistisch entfiel im Bezugsjahr 2016 im niederschlesischen Teilgebiet auf eine Stadt durchschnittlich 188
km
2
Siedlungsfläche. Hierzu muss angemerkt werden, dass sich die Struktur dieses auf die jeweiligen
städtischen Räume bezogenen Siedlungsnetzes in beiden Teilgebieten voneinander unterschied; während
die Dichte (bezogen auf den Flächenverbrauch städtischer Räume) des Siedlungsnetzes im
niederschlesischen Teilgebiet je Stadt 218 km
2
betrug, lag sie im sächsischen Teilgebiet mit 155 km
2
je Stadt
etwa anderthalb Mal so hoch, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass im polnischen Teilgebiet bei
vergleichbarer Anzahl der Städte und annähernd gleichem Urbanisierungsgrad mehr Fläche zur Verfügung
stand. Von wesentlicher Bedeutung ist, dass insoweit diese Dichte im niederschlesischen Teilgebiet mit der

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
79
Entwicklung des Siedlungsnetzes (bezogen auf deren Urbanisierung) in der Wojewodschaft Niederschlesien
vergleichbar ist (auf eine Stadt entfielen hier 219 km
2
), so ist sie im Freistaat Sachsen im Vergleich zum
sächsischen Teilgebiet wiederum anderthalb mal so hoch (auf eine Stadt entfielen im Freistaat Sachsen nur
109 km
2
); (vgl. Tabelle 4.3).
Tabelle 4.3. Wichtigste Indikatoren zur Charakterisierung städtischer Siedlungsräume im niederschlesisch-
sächsischen Grenzraum [2016].
Gebietskörperschaft
Fläche
[km
2
]
Anzahl der
Stadtbevölkerung
[EW]
Anteil der
Stadtbevölkerung
[%]
Dichte von
Stadträumen
[km
2
je Stadt]
GRENZRAUM DŚ-SN
11.471
753.774
61,3
188
NIEDERSCHLESIEN
19.947
2.002.118
69,0
219
TEILGEBIET DŚ
6.964
408.478
61,4
218
Landkreis Bolesławiecki
1.304
43.404
48,1
652
Landkreis Jaworski
582
28.566
55,8
291
Landkreis Jeleniogórski
627
28.972
45,0
157
Landkreis Kamiennogórski
396
25.694
58,0
198
Landkreis Lubański
428
34.602
62,6
107
Landkreis Lwówecki
710
23.470
50,4
142
Landkreis Zgorzelecki
839
62.158
68,1
168
Landkreis Złotoryjski
576
21.930
49,4
192
kreisfreie Stadt Jel. Góra
109
80.524
100,0
x
Landkreis Żarski
1.393
59.158
60,5
348
FREISTAAT SACHSEN
18.450
3.301.850
80,9
109
TEILGEBIET SN
4.507
345.296
61,3
155
Landkreis Bautzen
2.396
177.926
58,4
160
Landkreis Görlitz
2.111
167.370
64,8
151
Quelle: selbst erstellte Tabelle auf der Grundlage von Angaben des Statistischen Hauptamts sowie des Statistischen Landesamtes des
Freistaats Sachsen.
Auf intraregionaler, d.h. die jeweiligen Landkreise bezogenen Ebene sind wiederum hinsichtlich der
Ausprägung des städtischen Siedlungsnetzes i.S. der Verteilung städtischer und ländlicher Räume im
niederschlesisch-sächsischen Grenzraum recht erhebliche Unterschiede festzustellen. Hauptsächlich ist dies
auf die ungleiche Verteilung der Stadträume zurückzuführen. Die Mehrheit der Städte befindet sich im
südlichen Teil des Grenzraums, wie aus der Darstellung in Karte 4.1. ersichtlich wird. Im polnischen
Teilgebiet des Grenzraums weisen folgende Landkreise das dichteste städtische Siedlungsnetz (mit weniger
als 180 km
2
je Stadt) aus: Lubański (107 km
2
), Lwówecki (142 km
2
), Jeleniogórski (157 km
2
) und Zgorzelecki
(168 km
2
); die geringste Dichte (mehr als 250 km
2
je Stadt) verzeichneten die Landkreise Bolesławiecki (652
km
2
), Żarski (348 km
2
) und Jaworski (291 km
2
). Im sächsischen Teilgebiet wiesen beide Landkreise (d.h.
Bautzen und Görlitz) zwar eine relativ ähnlich hohe Dichte auf (auf eine Stadt entfielen entsprechend 160
km
2
bzw. 151 km
2
), jedoch muss auch hier eine stärkere Konzentration städtischer Räume innerhalb des
Siedlungsnetzes auf den südlichen Teilraum dieses Teilgebiets festgestellt werden; (vgl. Tabelle 4.3).

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
80
Darüber hinaus werden auf dieser Betrachtungsebene erneut Unterschiede zwischen den
Urbanisierungsraten in den Teilgebieten und einzelnen Landkreisen ersichtlich.
20
Im niederschlesischen
Teilgebiet weisen – neben der kreisfreien Stadt Jelenia Góra – folgende drei Landkreise den höchsten Anteil
von Stadtbevölkerung an der Anzahl der Einwohner des Landkreises auf: Zgorzelecki (68,1 %), Lubański
(62,6 %) sowie Żarski (60,5 %). Auf den jeweiligen Wert dieser Kennziffer nimmt neben der Anzahl der
Städte selbst ebenso die jeweilige Stadtgröße einen Einfluss; daher weist der Landkreis Jeleniogórski trotz
der vier Städte Karpacz, Kowary, Piechowice und Szklarska Poręba innerhalb seiner Verwaltungsgrenzen die
geringste Urbanisierungsrate auf. Diese Städte zählen nämlich zu den Klein- bzw. „kleineren“ Städten, in
denen insgesamt nur 45,0 % der Einwohner des Landkreises wohnten. Im sächsischen Teilgebiet wies der
Landkreis Görlitz eine wesentlich höhere Urbanisierungsrate aus als der Landkreis Bautzen (entsprechend
64,8 % ggü. 58,4 %); (vgl. Tabelle 4.3).
4.2
VERKEHRSNETZ UND VERKEHRLICHE ERREICHBARKEIT
Grundlage
des
Verkehrsnetzes
im
niederschlesisch-sächsischen
Grenzraum
bildet
die
zum
Transeuropäischen Verkehrsnetz TEN-V zählende Verkehrsinfrastruktur. Bei diesem Verkehrsnetz handelt
es sich um ein Instrument zur Koordinierung und Sicherstellung zusammenhängender und sich gegenseitig
ergänzender Infrastrukturvorhaben, die mit der Ausweisung eines Kern- sowie eines Gesamtnetzes eine
zwei-Ebenen-Struktur aufweisen. Hierbei sollen die Mitgliedstaaten bis 2030 das Kernnetz, bis 2050 auch
das Gesamtnetz ausbauen. Um die
auf
den Auf-
und Ausbau des Kernnetzes gerichteten
Infrastrukturvorhaben, die zu den wichtigsten und prioritär zu behandelnden Investitionen in die
Verkehrsinfrastruktur zählen, effektiver gestalten und ebenso schneller umsetzen zu können, wurden
darüber hinaus (multimodale) Hauptkorridore als politisches Instrument festgelegt.
Karte 4.2.
Straßenverkehrsnetz im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2019].
Quelle: selbst erstellte Karte.
20
Urbanisierungsrate: Anteil der in urbanen bzw. städtischen Räumen lebenden Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung.
Autobahnen/Schnellverkehrsstr.
Landes-(PL)/Bundesstraßen (DE)
Wojewodschafts-/Landesstraßen
Kern- und Gesamtnetz TEN-V
wichtigste Grenzübergänge

image
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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
81
Durch das hier untersuchte Gebiet bzw. angrenzende Regionen verläuft der Ostsee-Adria-Korridor sowie
der Kernnetzkorridor Orient/Östliches Mittelmeer, die zu den o.g. gebildeten neun Korridoren des
Kernnetzes zählen, die im Rahmen seines Ausbaus vorrangig umgesetzt werden sollen.
Zum Kern- und Gesamtnetz des TEN-V im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum zählen die Autobahnen
A4 und A18, die Schnellverkehrsstraße S3, die Anbindung an die A4 von Görlitz über die B99 nach Zittau und
weiter nach Liberec sowie die sog. Bahnmagistralen E30 (Schienenpersonenverkehr) und C-E30
(Schienengüterverkehr) von Dresden über Görlitz/Zgorzelec, Wrocław, Katowice, Kraków und Przemyśl
nach Medyka. Dieses grundlegende Verkehrsnetz in der Grenzregion ergänzen sekundäre und tertiäre
Verkehrsknoten zur TEN-V-Infrastruktur (über die jeweiligen Straßen und Bahnstrecken). Im Rahmen dieser
Anbindungen sind aus Sicht einer guten verkehrlichen Erreichbarkeit des Grenzraums ausgewählte Landes-
und Wojewodschaftsstraßen auf polnischer Seite sowie Staats- bzw. Bundesstraßen auf sächsischer Seite
sowie regionale Bahnstrecken von besonderer Bedeutung; (vgl. die Karten 4.2 und 4.3).
Karte 4.3.
Schienennetz im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2019].
Quelle: selbst erstellte Karte.
Im untersuchten Grenzraum gibt es sowohl Straßen- wie auch Bahngrenzübergänge. Zu den wichtigsten
Straßengrenzübergängen
zählen:
Sieniawka/Zittau
Nord,
Radomierzyce/Hagenwerder,
Jędrzychowice/Ludwigsdorf, Łęknica/Bad Muskau sowie Olszyna/Forst. Hinsichtlich der Bahnstrecken im
Grenzraum gibt es folgende Grenzübergänge:
Hagenwerder/Krzewina Zgorzelecka/Hirschfelde: nicht elektrifizierte, eingleisige Bahnstrecke; am
Grenzübergang erfolgt jeweils der Transit entlang der Bahnstrecke von Görlitz nach Zittau über den
Bahnhof Krzewina Zgorzelecka auf polnischer Seite; regelmäßiger Schienenpersonenverkehr;
elektrifizierte Bahnstrecke, zweigleisig
elektrifizierte Bahnstrecke, eingleisig
nicht elektrifizierte Strecke, zweigleisig
nicht elektrifizierte Strecke, eingleisig
Kernnetzkorridore TEN-V
Zittauer Schmalspurbahn
Grenzübergänge/Bahn

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
82
Zgorzelec/Görlitz: nicht elektrifizierte, zweigleisige Bahnstrecke (die Elektrifizierung der Strecke
befindet sich derzeit in der abschließenden Phase; Versorgung mit 3kV Gleichstrom von polnischer
Seite); der Übergang wird stark frequentiert (Personenschienenverkehr);
Bielawa Dolna/Horka: elektrifizierte, zweigleisige Bahnstrecke; das Stromversorgungssystem wird
während der Fahrt auf dem Grenzabschnitt gewechselt; am Grenzübergang gibt es keinen
planmäßigen Personenverkehr: lediglich bei Gleisbauarbeiten an den Strecken Nr. 14 oder 275 wird
der „Kulturzug“ (Strecke Berlin-Wrocław) hierher umgeleitet, da Żary dann nicht mehr als
Grenzübergang genutzt werden kann (max. 2 Verbindungen/Zugpaare wöchentlich);
Zasieki/Forst (Lausitz): nicht elektrifizierte, eingleisige Bahnstrecke; am Grenzübergang gibt es
einen nur eingeschränkten, mäßigen Personenschienenverkehr.
Die verkehrliche Erreichbarkeit
21
der wichtigsten städtischen Räume
22
im niederschlesisch-sächsischen
Grenzraum gestaltete sich unterschiedlich. Im Straßenverkehr wurden die durchschnittlich schnellsten
Geschwindigkeiten (von mehr als 95 km/h) und damit kürzesten Fahrtzeiten zwischen den folgenden
Standorten bzw. Städten ermittelt: Jawor – Zgorzelec (104 km/h), Jawor – Bautzen (103 km/h), Radeberg –
Jawor (103 km/h), Kamenz – Jawor (99 km/h), Złotoryja – Bautzen (98 km/h), Złotoryja – Radeberg (98
km/h), Bolesławiec – Bautzen (97 km/h), Radeberg – Bolesławiec (97 km/h) sowie Löbau – Jawor (96 km/h).
Die geringsten Geschwindigkeiten (weniger als 50 km/h) wiesen die Straßenverbindungen zwischen den
folgenden Städten auf: Lwówek Śląski – Lubań (44 km/h), Jawor – Jelenia Góra (46 km/h), Kamienna Góra –
Jelenia Góra (46 km/h), Złotoryja – Kamienna Góra (46 km/h), Zittau – Görlitz (47 km/h), Lubań – Görlitz (48
km/h), Kamienna Góra – Bolesławiec (48 km/h), Bogatynia – Kamienna Góra (48 km/h), Kamenz – Radeberg
(48 km/h), Lwówek Śląski – Kamienna Góra (48 km/h), Görlitz – Jelenia Góra (49 km/h), Zittau – Jelenia
Góra (49 km/h) und Lubań – Zittau (49 km/h); (vgl. Tabelle 4.4).
Generell darf anhand dieser Analyse der durchschnittlichen Geschwindigkeiten im Straßenverkehr zwischen
den einzelnen Städten im Grenzraum festgestellt werden, dass die Städte Jawor, Radeberg, Złotoryja und
Kamenz sehr gut bzw. gut verkehrlich erreichbar sind. Diese Städte liegen in der Nähe der Autobahn
A4/E40. Sehr schwach oder schwach erreichbar waren hingegen Städte, die mehrheitlich eine Randlage im
Grenzraum bzw. dem jeweiligen Teilgebiet kennzeichnete: Jelenia Góra, Lwówek Śląski, Żary, Zittau,
Bogatynia und Weißwasser/O.L., wie ebenso die Stadt Görlitz, die fast direkt an der Autobahn A4/E40
gelegen ist; (vgl. Tabelle 4.4).
Ebenso interessant gestaltet sich die verkehrliche Erreichbarkeit bei Nutzung des Streckennetzes der Bahn
(DB/PKP). Im sächsischen Teilgebiet sind die Geschwindigkeiten
23
, die die Züge zwischen den einzelnen
Städten erreichen, wesentlich höher als im niederschlesischen Teilgebiet. Die höchsten Geschwindigkeiten
im Bahnverkehr zwischen den deutschen Städten (mehr als 78 km/h) werden auf den folgenden Strecken
erreicht: Löbau – Görlitz (94 km/h), Löbau – Bautzen (88 km/h), Radeberg – Bautzen (85 km/h), Radeberg –
Görlitz (81 km/h), Löbau – Radeberg (80 km/h) sowie BautzenGörlitz (79 km/h). Zum Vergleich: die
höchste mittlere Geschwindigkeit im Bahnverkehr auf polnischer Seite des Grenzraums wird auf der Strecke
zwischen Bolesławiec und Zgorzelec erzielt (53 km/h). Die geringsten mittleren Geschwindigkeiten (weniger
als 25 km/h) weisen die folgenden Streckenverbindungen auf: Bolesławiec – Jelenia Góra (17 km/h),
21
Die verkehrliche Erreichbarkeit wurde auf der Grundlage der Mindestfahrtzeiten mit PKW und Bahn sowie der Anzahl der
Bahnverbindungen (direkte und indirekte Verbindungen) zwischen den größten Städten im hier untersuchten Gebiet
anhand des Internetportals Via Michelin
(https://www.viamichelin.pl/)
sowie polnischer und deutscher Fahrpläne ermittelt;
Stand zum: 19.08.2019.
22
In der Analyse fanden Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern und/oder Kreisstädte Berücksichtigung.
23
Einschließlich Umsteigezeiten.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
83
Kamienna Góra – Jawor (18 km/h), Zittau – Jelenia Góra (19 km/h), Jawor – Jelenia Góra (19 km/h), Lubań –
Zittau (19 km/h), Kamienna Góra – Zitau (20 km/h), Kamenz – Żary (21 km/h), Kamienna Góra – Bolesławic
(22 km/h), Kamienna Góra – Lubań (22 km/h), Weißwasser/O.L. – Żary (22 km/h), Kamenz –
Weißwasser/O.L. (23 km/h), Kamienna Góra – Görlitz (24 km/h) und Kamienna Góra – Zgorzelec (24 km/h);
(vgl. Tabelle 4.5).
Im Rahmen einer solchen Untersuchung der verkehrlichen Erreichbarkeit der einzelnen Standorte bzw.
Städte mit der Bahn ist neben der hierbei auf den jeweiligen Strecken erreichten mittleren Geschwindigkeit
auch die Anzahl der Bahnverbindungen (insgesamt sowie direkt) von ausschlaggebender Bedeutung.
Ebenso in dieser Hinsicht gestaltete sich die Situation auf deutscher Seite vorteilhafter als im
niederschlesischen Teilgebiet des Grenzraums. Im deutschen Teilgebiet war die Anzahl der Verbindungen
zwischen den meisten Städten als relativ hoch zu bezeichnen (bis zu 30 Zugpaare im 30-Minuten-Takt),
darunter zahlreiche Direktverbindungen. Im polnischen Teilgebiet hingegen fiel bereits die Anzahl der
Bahnverbindungen insgesamt wesentlich geringer aus, wobei auch der Anteil an Direktverbindungen sehr
niedrig war. Hierzu muss ebenso hervorgehoben werden, dass derzeit drei der hier berücksichtigten Städte,
die jeweils wichtige Mittelzentren bilden (Lwówek Śląski, Złotoryja und Bogatynia) überhaupt nicht über
den Personennahverkehr der Bahn (PKP, TLK, Intercity, etc.) angebunden sind; (vgl. Tabelle 4.6).
Tabelle 4.4. Verkehrliche Erreichbarkeit/Straßenverkehr im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2019].
Mittlere Geschwindigkeit im Straßenverkehr zwischen den Städten [km/h]
Erreichbarkeit im
Straßenverkehr
Stadt
Jelenia Góra
Görlitz
Bautzen
Bolesławiec
Żary
Hoyerswerda
Zgorzelec
Zittau
Jawor
Lubań
Kamienna Góra
Radeberg
Bogatynia
Weißwasser/O.L.
Złotoryja
Kamenz
Löbau
Lwówek Śląski
Jelenia Góra
E
Görlitz
49
D
Bautzen
69
82
C
Bolesławiec
51 89 97
C
Żary
65 54 63 72
D
Hoyerswerda
67
72
51
84
73
C
Zgorzelec
51
27
87
90
55
74
C
Zittau
49
47
65
70
65
72
51
D
Jawor
46
95 103 87
72
91 104 82
A
Lubań
50 48 90 77 51 79 55 49 95
C
Kamienna Góra
46 85 92 48 71 79 89 88 58 85
C
Radeberg
74
89
80
97
71
67
92
84 103 93
86
A
Bogatynia
50
51
68
76
56
73
56
53
88
52
48
84
D
Weißwasser/O.L.
61 62 61 79 54 56 64 67 89 72 77 73 63
D
Złotoryja
52 92 98 72 65 86 95 76 69 87 46 98 81 83
B
Kamenz
70
82
65
93
69
54
83
79
99
88
83
48
79
61
93
B
Löbau
62 59 52 85 55 69 54 54 96 76 80 88 62 63 88 80
C
Lwówek Śląski
51 59 72 52 59 69 58 55 59 44 48 78 50 63 50 74 64
E
Quelle: selbst erstellte Tabelle auf der Grundlage von Angaben des Internetportals Via Michelin
(https://www.viamichelin.pl/).
Bezeichnungen: (1) mittlere Geschwindigkeit im Straßenverkehr zwischen den Städten: rot markiert – sehr hoch, orange markiert – hoch, gelb
markiert – mittlere Geschwindigkeit, hellgrün markiert – gering, dunkelgrün markiert – sehr gering; (2) Erreichbarkeit im Straßenverkehr: A –
sehr gut, B – gut, C – mittelmäßig, D – schwach, E – sehr schwach.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
84
Basierend auf den ermittelten durchschnittlichen Geschwindigkeiten im Schienenpersonenverkehr
zwischen den einzelnen Städten kann festgestellt werden, dass die Städte Görlitz, Radeberg, Löbau,
Bautzen, Zgorzelec sowie Weißwasser/O.L. sehr gut bzw. gut mit der Bahn erreichbar sind; über eine nur
sehr schwache oder schwache Anbindung verfügen hingegen die Städte Jelenia Góra, Kamienna Góra,
Bogatynia, Złotoryja, Lwówek Śląski, Żary, Jawor und Lubań; (vgl. Tabelle 4.5).
Tabelle 4.5.
Verkehrliche Erreichbarkeit im Schienenpersonenverkehr nach den mittleren Geschwindigkeiten
der Verbindungen im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2019].
Mittlere Geschwindigkeit im Schienenverkehr zwischen den Städten [km/h]
Erreichbarkeit im Bahn-
bzw. Schienenverkehr
Stadt
Jelenia Góra
Görlitz
Bautzen
Bolesławiec
Żary
Hoyerswerda
Zgorzelec
Zittau
Jawor
Lubań
Kamienna Góra
Radeberg
Bogatynia
Weißwasser/O.L.
Złotoryja
Kamenz
Löbau
Lwówek Śląski
Jelenia Góra
E
Görlitz
31
A
Bautzen
35
79
B
Bolesławiec
17 53 55
C
Żary
30 37 30 42
D
Hoyerswerda
31
64
26
46
26
C
Zgorzelec
31
60
59
53
38
56
B
Zittau
19
49
34
30
28
29
32
C
Jawor
19
46
50
48
47
48
47
29
D
Lubań
32 41 47 28 41 47 41 19 27
D
Kamienna Góra
37 24 29 22 26 25 24 20 18 22
E
Radeberg
39
81
85
63
36
26
70
60
42
49
35
A
Bogatynia
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Weißwasser/O.L.
37
77
30
44
22
27
59
52
34
45
33
37
-
B
Złotoryja
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Kamenz
29
44
32
43
21
30
41
41
30
30
27
53
-
23
-
C
Löbau
32 94 88 55 32 34 60 32 34 39 29 80
-
44
-
38
A
Lwówek Śląski
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Quelle: selbst erstellte Tabelle auf der Grundlage polnischer und deutscher Fahrpläne.
Bezeichnungen: (1) mittlere Geschwindigkeit im Schienenpersonenverkehr zwischen den Städten: rot markiert – sehr hoch, orange markiert –
hoch, gelb markiert – mittlere Geschwindigkeit, hellgrün markiert – gering, dunkelgrün markiert – sehr gering; (2) Erreichbarkeit im
Straßenverkehr: A – sehr gut, B – gut, C – mittelmäßig, D – schwach, E – sehr schwach.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
85
Tabelle 4.6.
Verkehrliche Erreichbarkeit im Schienenpersonenverkehr nach Anzahl der Bahnverbindungen im
niederschlesisch-sächsischen Grenzraum [2019].
Anzahl der Bahnverbindungen insgesamt (O) sowie der Direktverbindungen (B) zwischen den Städten
Stadt
Jelenia Góra
Görlitz
Bautzen
Bolesławiec
Żary
Hoyerswerda
Zgorzelec
Zittau
Jawor
Lubań
Kamienna Góra
Radeberg
Bogatynia
Weißwasser/O.L.
Złotoryja
Kamenz
Löbau
Görlitz
O
6/8
B
-
Bautzen
O
7/8
31/28
B
-
31/28
Bolesławiec
O
17/15 9/10
9/10
B
-
-
-
Żary
O
10/9
8/7
8/6
9/8
B
-
4/4
-
-
Hoyerswerda
O
6/7
9/25 13/25
7/8
6/6
B
-
9/9
-
-
-
Zgorzelec
O
7/8
15/15 15/12 11/11 6/6 10/7
B
-
15/15
3/3
0/1
5/5
-
Zittau
O
12/9 17/17 31/34
9/9
6/8 26/16 9/14
B
-
17/17
-
-
-
-
-
Jawor
O
9/11
6/5
8/5
9/7
8/5
6/5
7/6
7/5
B
-
-
-
-
-
-
-
-
Lubań
O
8/8
15/11 15/11 9/11 6/8 14/7 17/12 14/9 6/9
B
1/1
7/6
-
9/9
-
-
7/6
-
-
Kamienna Góra
O
7/7
7/7
7/4
7/9
8/6
5/4
7/5
7/8
7/5
7/5
B
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Radeberg
O
7/10 30/28 30/28 10/9 7/9 17/19 12/15 20/28 5/6 11/15 5/8
B
-
22/19 22/19
-
-
-
3/3
19/19
-
-
-
Bogatynia
O
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
B
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
Weißwasser/O.L.
O
6/9
19/19 17/16
9/9
7/8 24/18 11/15 16/16 5/7 10/15 4/7 18/16 X
B
-
19/19
-
-
-
-
-
16/16
-
-
-
-
X
Złotoryja
O
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
B
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
Kamenz
O
7/8
19/19 19/19
8/9
7/8 17/17 9/14 12/19 5/6 8/14 5/6 19/19 X 11/17 X
B
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
19/19 X
-
X
Löbau
O
6/8
31/28 28/32 10/9 7/8 18/10 12/15 24/26 5/6 11/15 4/7 28/30 X 16/17 X 19/19
B
-
31/28 28/32
-
-
-
3/3
-
-
-
-
19/22 X
-
X
-
Lwówek Śląski
O
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
B
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
Quelle: selbst erstellte Tabelle auf der Grundlage polnischer und deutscher Fahrpläne.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
86
4.3
RAUMORDNUNG: ENTWICKLUNGSPOTENZIALE UND ENTWICKLUNGSBARRIEREN
ENTWICKLUNGSPOTENZIALE:
1)
polyzentrische Raumstruktur
des Grenzraums;
2) wichtige
städtische Räume, die jeweils Funktionen als Ober- und Mittelzentren wahrnehmen
(Jelenia Góra, Görlitz, Bautzen, Bolesławiec, Żary, Hoyerswerda, Zgorzelec, Zittau, Jawor, Lubań
und Kamienna Góra) sowie sehr viele Klein- und „kleinere“ Städte;
3)
Lage an wichtigen Verkehrskorridoren von Ost nach West/West nach Ost
;
4)
bedeutsame Straßen- und Bahnverbindungen im Rahmen des Transeuropäischen
Verkehrsnetzes TEN-V
, das insg. einer Verbesserung der Kohärenz der Verkehrssysteme in
Europa dient;
5)
Lage im Einzugsbereich internationaler Flughäfen
in Wrocław, Dresden und Leipzig;
6)
„EURO-NEISSE-Ticket“ in den Verbundgebieten auf sächsischer, polnischer und tschechischer
Seite
.
ENTWICKLUNGSBARRIEREN:
1)
relativ niedrige Urbanisierungsrate
jeweils im Vergleich zur Wojewodschaft Niederschlesien
und dem Freistaat Sachsen;
2)
ungleiche Verteilung der Städte
im Grenzraum: die überwiegende Mehrheit der Städte liegen
im südlichen Teil des Grenzraums;
3)
unterschiedliche Bahnstromversorgung
auf polnischer und deutscher Seite des Grenzraums;
4)
keine Elektrifizierung der Bahnstrecke 6212 Dresden-Görlitz
;
5)
fehlende Straßenbrücken über die Lausitzer Neiße
im Raum Pieńsk-Deschka und Bogatynia-
Hirschfeld;
6)
desolater technischer bzw. baulicher Zustand der südlichen Fahrbahn der A18
von Olszyna
bis Golnice;
7)
keine Berücksichtigung von A4 (Dresden-Legnica) sowie der sog. Bahnmagistralen bzw.
Schienenverkehrskorridore E30/CE30 (Dresden-Wrocław) im Rahmen der Ausweisung von
Hauptkorridoren in Ergänzung des TEN-V Kernnetzes
(Verbindung von Ostsee-Adria-Korridor
sowie Kernnetzkorridor Orient/Östliches Mittelmeer).

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
87
5 ZUSAMMENFASSUNG
Der niederschlesisch-sächsische Grenzraum bildet eine bedeutende Region in Ostmitteleuropa, in der viele
Einwohner der Wojewodschaft Niederschlesien und des Freistaats Sachsen leben. Zugleich weist dieser
Grenzraum eine Reihe von Entwicklungsbarrieren und hiermit einhergehenden Herausforderungen auf, zu
deren Überwindung und Lösung zielgerichtete Maßnahmen sowohl auf regionalpolitischer wie auch auf
gemeinschaftlicher Ebene – vor allem anhand gemeinschaftlicher Förderinstrumente zur Unterstützung
grenzüberschreitender Regionen und Initiativen im weitesten Sinne – ergriffen werden sollten.
Für beide Teilgebiete des Grenzraums – das niederschlesische sowie das sächsische Teilgebiet –
kennzeichnend ist eine entschieden geringere Bevölkerungsdichte im Vergleich zu den jeweiligen Regionen
(d.h. Wojewodschaft Niederschlesien und Freistaat Sachsen), in denen sie gelegen sind. Dies deutet darauf
hin, dass der Grenzraum und seine Teilgebiete dies- und jenseits der Lausitzer Neiße auch weiterhin starken
Peripherisierungstendenzen und ihren Prozessen – im Vergleich zu den wichtigsten, am dichtesten
besiedelten Oberzentren und wichtigsten Wirtschaftsstandorten wie Legnica, Wrocław, Dresden und
Leipzig – unterworfen ist. Darüber hinaus treten deutliche intraregionale Unterschiede hinsichtlich der
Bevölkerungsdichte zutage, ist doch der südliche Teil des Grenzraums wesentlich dichter besiedelt als der
nördliche.
Der niederschlesisch-sächsische Grenzraum weist regressive demographische Tendenzen auf, d.h. es gibt
einen deutlichen Trend zur Abwanderung aus diesem Gebiet. Diese mit vielen Nachteilen verbundene
demographische Entwicklung kann man sowohl auf deutscher wie auch auf polnische Seite des Grenzraums
beobachten, jedoch muss hierzu angemerkt werden, dass die Intensität dieses Prozesses unterschiedlich
ausfällt: der Bevölkerungsrückgang im niederschlesischen Teilgebiet ist als relativ geringer zu bezeichnen als
im sächsischen Teilgebiet. Darüber hinaus kann im gesamten Grenzraum ein fast doppelt so hoher
Bevölkerungsrückgang in städtischen Räumen im Vergleich zu den jeweiligen ländlichen Räumen
festgestellt werden.
Im untersuchten Gebiet besteht ein deutliches Ungleichgewicht innerhalb der Altersstruktur der
Bevölkerung, der zudem stärker ausgeprägt ist als im Vergleich zu den beiden Regionen (d.h.
Wojewodschaft Niederschlesien und Freistaat Sachsen) wie ebenso zum EU-weiten Durchschnitt; der Anteil
an älteren Menschen ist hierbei – vor allem im sächsischen Teilgebiet – relativ hoch, der Anteil an jüngeren
Menschen hingegen relativ gering. Schwerer hiervon betroffen ist jedoch der sächsische Teil der
Grenzraums mit einem relativ hohen Anteil von Personen im Alter von 65 Jahren und älter.
Die Veränderungen dieses sog. Altenquotienten im niederschlesisch-sächsischen Grenzraum im Verlauf der
letzten 10 Jahre bestätigen die Annahme, dass die Bevölkerung im Grenzraum insgesamt immer älter wird
und gerade dieser Grenzraum in besonderem Maße von den Folgen des demographischen Wandels
betroffen ist. Prognosen zufolge setzt sich dieser nachteilige Trend auch bis 2030 fort und verstärkt sich
hierbei zunehmend.
Ausdruck dieser sich verschlechternden demographischen Situation im niederschlesisch-sächsischen
Grenzraum sind ebenso Geburtenrückgänge sowie negative Wanderungsbilanzen (d.h. mehr Ab- als
Zuwanderung) in den meisten Gemeinden. Hiervon unterschieden sich lediglich einige wenige Gemeinden
auf polnischer Seite, die in den „Speckgürteln“ um die größten bzw. größeren Städte im niederschlesischen
Teilraum gelegen sind (u.a. Jelenia Góry, Bolesławiec, Żary, Jawor und Kamienna Góra), was wiederum
hauptsächlich von der voranschreitenden Suburbanisierung („Stadtflucht“) zeugt.

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SOZIOÖKONOMISCHE ANALYSE FÜR DEN SÄCHSISCH-NIEDERSCHLESISCHEN GRENZRAUM
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Kennzeichnend für den niederschlesisch-sächsischen Grenzraum ist darüber hinaus ein erschwerter Zugang
zu den Leistungen des öffentlichen Sektors, vor allem auf polnischer Seite des Grenzraums. Besonders
deutlich wird dies im Gesundheitswesen, d.h. einem relativ schwach ausgeprägten Zugang zur ärztlichen
und zahnärztlichen Versorgung sowie einer wesentlich geringeren Anzahl an Krankenhausbetten, und auch
ein äußerst erschwerter Zugang zu Einrichtungen der Sozialhilfeträger.
Besonders ersichtlich wird das geringe Niveau des wirtschaftlichen Wohlstands und der Lebensbedingungen
der Einwohner des niederschlesisch-sächsischen Grenzraums in seinem polnischen Teilgebiet. Diese
Feststellung
wird
zudem
vom
wesentlich
geringer
ausfallenden
Niveau der
Einkommen
auf
niederschlesischer Seite des Grenzraums im Verhältnis zu den mittleren Einkommen in der Region
Niederschlesien selbst noch untermauert.
Charakteristisch für den Grenzraum sind andererseits seine vielfältigen Naturräume und ein sehr
umfangreiches kulturelles Erbe, die beide ein erhebliches Potenzial zur Förderung des Tourismus einschl.
seiner Arten bzw. Formen (u.a. auch des Nostalgie-Tourismus) aufweisen. Darüber hinaus bildet das
gemeinsame historische und kulturelle Erbe des Grenzraums den Grundpfeiler dafür, die Zusammenarbeit
miteinander weiterhin auszubauen sowie eine gemeinsame Tourismusmarke zu entwickeln, basierend auf
dem sehr guten und recht gleichmäßig auf beide Teilgebiete verteilten Übernachtungsangebot. Hierbei ist
anzumerken, dass die Übernachtungszahlen auf beiden Seiten des Grenzraums stetig ansteigen (mit
leichtem Vorteil auf polnischer Seite), was von dem anwachsenden Interesse der Touristen für den
Grenzraum insgesamt zeugt.
Die gesamtwirtschaftliche Lage des Grenzraums ist als schwach zu bezeichnen, was sich bereits an den
wesentlichen geringeren BIP pro Kopf in beiden Teilgebieten im Verhältnis zu den jeweiligen Werten in der
Wojewodschaft Niederschlesien bzw. den Freistaat Sachsen wie ebenso in der Polen und der
Bundesrepublik
zeigt.
Dies
deutet
wiederum
auf
eine
weiterhin
divergierende,
von
Peripherisierungsprozessen gekennzeichnete wirtschaftliche Entwicklung des niederschlesisch-sächsischen
Grenzraums insgesamt sowohl im Verhältnis zur Wojewodschaft Niederschlesien bzw. zum Freistaat
Sachsen als auch auf makroregionaler Ebene hin.
Im Grenzraum gibt es einzelne Gebiete, die von einer hohen Arbeitslosigkeit gekennzeichnet sind; auf
deutscher Seite sind dies vor allem städtische Räume, auf polnischer Seite sind hiervon besonders einige
Landkreise (Złotoryjski, Jaworski, Lwówecki und Żarski) betroffen. Darüber hinaus zeichnet sich vor allem im
sächsischen Teilgebiet eine nachteilige Entwicklung innerhalb der Struktur der Arbeitslosigkeit nach
Altersgruppen ab, die sich in einem verhältnismäßig hohen Anteil von Arbeitssuchenden in der
Altersgruppe 50+ äußert.
Ein charakteristisches Merkmal des niederschlesisch-sächsischen Grenzraums ist der erhebliche
Unterschied hinsichtlich der Anzahl der Erwerbstätigen auf beiden Seiten des Grenzraums: im sächsischen
Teilgebiet gehen zwei Drittel der Einwohner des Grenzraums im erwerbsfähigen Alter einer
Erwerbstätigkeit nach. Ebenso sehr deutlich ist der Unterschied hinsichtlich der Anzahl der Unternehmen,
sind doch im polnischen Teilgebiet mehr als drei Viertel aller Unternehmen des Grenzraums registriert. Dies
wiederum verdeutlicht die sehr kleinteilige Wirtschaftsstruktur im niederschlesischen Teilgebiet, innerhalb
derer Kleinstunternehmen die wichtigste Rolle einnehmen.
Im Vergleich zu den jeweiligen Regionen gibt es im Grenzraum eine nur sehr geringe unternehmerische
Initiative. Der Anteil Selbständiger und Gewerbetreibender (einschl. freiberuflicher Tätigkeiten) an der
Anzahl der Unternehmen insgesamt ist auf polnischer Seite niedriger als in Niederschlesien, und auch der
Anteil Selbstständiger und Gewerbetreibende (einschl. Familienunternehmen) an der Anzahl der SV-
pflichtigen Beschäftigten insgesamt fällt auf deutscher Seite des Grenzraums geringer aus als im Freistaat
Sachsen.

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Der Grenzraum weist eine polyzentrische Raumstruktur auf. Hinsichtlich der Entwicklung des städtischen
Siedlungsnetzes (i.S. der Verteilung städtischer und ländlicher Räume) selbst werden Unterschiede in
beiden Teilgebieten ebenso sichtbar wie eine ungleiche Verteilung der Städte im hier untersuchten Gebiet.
Die Mehrheit der Städte befindet sich im südlichen Teil des Grenzraums, wie bereits aus der Darstellung der
Dichte dieses Siedlungsnetzes ersichtlich wird. Im Grenzraum gibt es viele wichtige städtische Räume, die
jeweils Funktionen als Ober- und Mittelzentren wahrnehmen (Jelenia Góra, Görlitz, Bautzen, Bolesławiec,
Żary, Hoyerswerda, Zgorzelec, Zittau, Jawor, Lubań und Kamienna Góra) sowie zahlreiche Klein- und
„kleinere“ Städte.
Der niederschlesisch-sächsische Grenzraum verfügt über eine sehr vorteilhafte Lage an wichtigen
Verkehrskorridoren von Ost nach West bzw. West nach Ost. Die Grundlage des Verkehrsnetzes im
Grenzraum bildet die zum Transeuropäischen Verkehrsnetz TEN-V zählende Verkehrsinfrastruktur, das u.a.
einer Verbesserung der Kohärenz der Verkehrssysteme in Europa dienen soll. Einen zusätzlichen
Standortvorteil bildet die Lage im Einzugsbereich internationaler Flughäfen in Wrocław, Dresden und
Leipzig. Zu den Nachteilen bzw. Entwicklungsbarrieren zählen zweifelsohne die unterschiedliche
Bahnstromversorgung auf polnischer und deutscher Seite des Grenzraums, die noch immer ausstehende
Elektrifizierung der Bahnstrecke 6212 Dresden-Görlitz, weiterhin fehlende Straßenbrücken über die
Lausitzer Neiße im Raum Pieńsk-Deschka und Bogatynia-Hirschfeld, der desolate technische bzw. bauliche
Zustand der südlichen Fahrbahn der A18 von Olszyna bis Golnice sowie der Umstand, dass sowohl die
Autobahn A4 (Dresden-Legnica) wie auch die sog. Bahnmagistralen bzw. Schienenverkehrskorridore
E30/CE30 (Dresden-Wrocław) keine Berücksichtigung im Rahmen der Ausweisung von Hauptkorridoren in
Ergänzung des TEN-V Kernnetzes (hier als Verbindung von Ostsee-Adria-Korridor sowie Kernnetzkorridor
Orient/Östliches Mittelmeer) gefunden haben.