Inklusiv – Der Podcast zur schulischen Inklusion in Sachsen
Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
00:00:01
Heike Leschner:
Herzlich willkommen zu Inklusiv, dem Podcast des Kultusministeriums zur
schulischen Inklusion in Sachsen. Hier ist Inklusiv, der Podcast zur schulischen Inklusion in
Sachsen. In dieser Staffel beschäftigen wir uns mit der beruflichen Orientierung von
Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Es geht konkret um die Übergangsphase
von der allgemeinbildenden in die berufsbildende Schule und um die verschiedenen Wege, nach
der Vollzeitschulpflicht die Berufsschulpflicht zu absolvieren. In dieser Folge wollen wir uns
einmal auf die Seite eines Ausbildungsbetriebes stellen, um die Berufsausbildung von
Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf aus der Perspektive des ausbildenden
Betriebes und auf der Basis seiner Erfahrungen in der Praxis zu betrachten. Dazu heiße ich Sie
herzlich willkommen. Mein Name ist Heike Leschner, und ich möchte auch gleich meine
Gesprächspartnerin vorstellen, Kathleen Brückner. Sie ist Leiterin Geschäftsbereichsentwicklung
des SRH Berufsbildungswerkes Dresden. Seien Sie gegrüßt, Frau Brückner!
00:01:00
Frau Brückner:
Hallo, schönen guten Tag!
00:01:02
Heike Leschner:
Schön, dass Sie sich Zeit nehmen uns vom Ausbildungsalltag im SRHH
Berufsbildungswerk zu erzählen. Wir wollen dabei auch auf die spezielle Ausrichtung des
Berufsbildungswerkes eingehen. Dazu gehört auch die Berufsvorbereitung und die
Berufsausbildung. Wir wollen auch die medizinisch soziale Betreuung der Jugendlichen mit
sonderpädagogischem Förderbedarf nicht außer Acht lassen, aber auch darüber sprechen, wie
die Jugendlichen ins soziale Leben eingebunden sind: Also wie sie wohnen, wie sie ihre Freizeit
verbringen und welche Sportarten angeboten werden. Das Ganze geht natürlich nicht ohne
professionelle Kooperationspartner aus der Praxis, und letztendlich gehen wir dann auch noch
auf die Finanzierung einer Ausbildung bei Ihnen ein. Und ich möchte auch gerne noch erfahren,
welche Perspektive das SRH Bildungswerk Dresden als Ausbildungsbetrieb zum Thema Inklusion
einnimmt. Also Sie merken, wir haben einiges vor!
00:01:53
Frau Brückner:
Ja. (Lacht)
00:01:53
Heike Leschner:
Frau Brückner, Sie sind Leiterin Geschäftsbereichsentwicklung des SRH
Berufsbildungswerkes Dresden - Wie lange arbeiten Sie da schon?

Inklusiv – Der Podcast zur schulischen Inklusion in Sachsen
Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
00:02:00
Frau Brückner:
Im SRH Berufsbildungswerk Sachsen arbeite ich seit 11 Jahren und in dem
Geschäftsbereich Berufsbildungswerk Dresden bin ich jetzt seit 2015. Das Schöne ist, dass ich so
ein bisschen in alle Bereiche reinschnuppern konnte, bevor ich jetzt in dieser Position gewesen
bin und deswegen so ganz viele Erfahrungen habe.
00:02:19
Heike Leschner:
Oh, das hilft uns jetzt natürlich!
00:02:22
Frau Brückner:
Ja. (Lacht)
00:02:22
Heike Leschner:
Vor allem auch so die Arbeit mit den jungen Menschen könnte ich mir
vorstellen, das hält einen natürlich auch fit und andererseits auf Trab. Ist das so?
00:02:31
Frau Brückner:
Ja, das ist so. Man bekommt eben viel von diesen Jugendgedanken mit, mit auf
den Weg, wenn man selber eben ein Stück weit immer älter wird.
00:02:39
Heike Leschner:
Wir haben natürlich den Schwerpunkt Berufsausbildung von jungen Menschen
mit sonderpädagogischem Förderbedarf: Was war oder was ist denn eigentlich Ihre persönliche
Motivation, beim SRH Bildungswerk in Dresden zu arbeiten?
00:02:50
Frau Brückner:
Also meine Motivation täglich auf Arbeit zu kommen, ist einfach die tolle
Entwicklung zu sehen von jungen Menschen. Das, was man eben am Ende der Schule bis zu dem
Eintritt in, in's Arbeitsleben erreichen kann und wie weit da manchmal der Weg ist für die
Einzelnen, und die einzelnen Schicksale zu begleiten und diese tolle Entwicklung zu sehen. Das
ist so meine Hauptmotivation, weil das einfach eine sehr sinnbringende Arbeit ist. Und das
erlebt man jeden Tag und man ist immer wieder erstaunt über die einzelnen Geschichten.
00:03:15
Heike Leschner:
Die jungen Menschen kommen ja schon mit einer Basis aus dem Schulalltag,
haben dann einen gewissen Abschluss schon oder eine gewisse Bildung erreicht, und dann
wird's ernst. Dann geht es natürlich darum: Was soll denn dann aus dem weiteren Leben
gemacht werden? Und vor allem: Was kann daraus gemacht werden um alle Stärken dann auch
wirklich auszuschöpfen? Das ist ja auch wirklich bei jedem Jugendlichen, der eine

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Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
Berufsausbildung anfängt, entscheidend. Wann ist denn eigentlich das SRH Berufsbildungswerk
gegründet worden?
00:03:44
Frau Brückner:
Uns gibt's schon sehr lange, auf dem Campus hier in Dresden seit 1896 und seit
1991 gibt's uns als SRH Berufsbildungswerk Sachsen. Das heißt, wir haben nächstes Jahr 30-
jähriges Jubiläum. Also eine lange Zeit. Und viele junge Menschen, die ihre Ausbildung in der
Zeit absolviert haben bei uns.
00:04:02
Heike Leschner:
Aber 1896, das ist natürlich 'ne Erfahrung.
00:04:05
Frau Brückner:
Ja.
00:04:05
Heike Leschner:
Ein Wahnsinn, auf der natürlich auch immer wieder aufgebaut worden ist und
auch eine Entwicklung, die das Berufsbildungswerk genommen hat. Wie viele Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter haben Sie insgesamt?
00:04:16
Frau Brückner:
Also wenn man jetzt die Filiale, die wir noch in Cottbus haben und unsere
Jugendhilfeeinrichtung dazunimmt als Geschäftsbereich, haben wir um die 150 Mitarbeiter.
00:04:24
Heike Leschner:
Und die Arbeiten in ganz verschiedenen Bereichen logischerweise?
00:04:27
Frau Brückner:
Genau. In allen möglichen Professionen. Das ist ein ganz buntes Potpourri von
Experten, die sich da zusammengefunden haben.
00:04:34
Heike Leschner:
Das sind 'ne ganze Menge. Wie viel, wie viele Auszubildende stehen
demgegenüber?
00:04:39
Frau Brückner:
Also hier in Dresden haben wir in diesem Jahr 315 - das Ausbildungsjahr ist ja
gerad gestartet - und 215 davon wohnen bei uns auch auf dem Campus im Wohnheim.
00:04:51
Heike Leschner:
Wollen wir noch ein paar Fakten mehr einsammeln. Wie alt sind Ihre Azubis, die
bei Ihnen sind? Wo kommen die her und welche Behinderungen und Förderschwerpunkte haben
sie?

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00:05:01
Frau Brückner:
Genau, also die Allerjüngsten, die zu uns kommen, die sind 15 Jahre. Das ist
wirklich noch sehr jung. Und dann kommt es halt auf diese persönliche Entwicklungsgeschichte
drauf an. Ich glaube, der Älteste, der bei uns ist, ist 34. Und bei uns geht es ja immer um das
Thema Erstausbildung. Das heißt, direkt an der Schule angeschlossen oder eben je nachdem, wie
der persönliche Weg ist. Wo kommen die her? Da kommen manche von ganz weit weg …
00:05:28
Heike Leschner:
Ganz weit weg ist wo?
00:05:30
Frau Brückner:
Ganz weit weg: Es kann von der Nordsee sein. Dann kommt es eben darauf an,
was man für einen Berufswunsch hat. Bundesweit gibt es 50 verschiedene Berufsbildungswerke,
immer mit verschiedenen Ausrichtungen, rein vom Krankheitsbild oder auch mit 'ner
verschiedenen Berufspalette. Und dann kommen eben die weitesten von ganz weit her, um hier
zum Beispiel Bauzeichner bei uns in Dresden zu werden.
00:05:50
Heike Leschner:
Mhm.
00:05:50
Frau Brückner:
Und die ganz nahen, die kommen natürlich aus Dresden. Aber das Gros kommt
aus dem aus dem MDR-Bereich, sag ich immer.
00:05:58
Heike Leschner:
Ja. Also Mitteldeutschland.
00:05:59
Frau Brückner:
Genau. Genau, das sind so.
00:06:00
Heike Leschner:
Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen …
00:06:02
Frau Brückner:
Und Brandenburg.
00:06:02
Heike Leschner:
Und Brandenburg kommt auch noch mit dazu.
00:06:06
Frau Brückner:
Ja. (Lacht)
00:06:06
Heike Leschner:
Nicht vergessen.

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00:06:06
Frau Brückner:
Nicht vergessen, genau.
00:06:08
Heike Leschner:
Frau Brückner, Sie haben gerade gesagt, Erstausbildung und bis 34 ist jetzt der
Älteste sozusagen und immer noch in der Erstausbildung. Das erinnert mich an unsere erste
Folge, in der wir mit einer Mutter gesprochen haben, der ihr Sohn jetzt gerade 21 wird und sie
versuchen beide bei ihm auch noch 'ne Ausbildung anzubahnen. Und sie hat sich gerade
überlegt: "Ist das noch in Ordnung?" Und er ist gerade 20. Also die Antwort haben Sie ja gerade
gegeben.
00:06:32
Frau Brückner:
Ja.
00:06:32
Heike Leschner:
Also noch viel Luft nach oben.
00:06:33
Frau Brückner:
Da ist noch viel Luft nach oben. Es kommt halt auf die persönliche Geschichte
drauf an, wie man sich entwickelt. Und das Durchschnittsalter über alle liegt, glaube ich, bei
20,5. Und da ist man mit 21, ach, locker dabei. (Lacht)
00:06:44
Heike Leschner:
Sehr schön. Das motiviert wirklich, da nochmal zu gucken. Ich hatte noch
gefragt, wollen wir darauf noch eingehen, die verschiedenen Förderschwerpunkte, die
Behinderungen: wer wird bei ihnen ausgebildet, wer sucht die Ausbildung bei ihnen?
00:06:57
Frau Brückner:
Wir sind ein Berufsbildungswerk für chronische, psychische und körperliche
Erkrankungen. Wir haben die Tendenz, dass Mitte der 2000er Jahre die psychischen
Erkrankungen stark angestiegen sind. Vorher waren wir ein reines Körperbehinderten-BBW und
jetzt ist das aber eine sehr breite Mischung von Krankheitsbildern. In den letzten Jahren ist die
Zahl der Autisten bei uns im BBW angestiegen. Genau, so kann man eben immer so die
Tendenzen unserer Zeit in dem Bereich ablesen. Solche jungen Menschen findet man dann bei
uns.
00:07:30
Heike Leschner:
Ja, das Berufsbildungswerk in Dresden hat ja 'ne ganz, ganz besondere
Spezialisierung: die Berufsvorbereitung und Ausbildung junger Menschen mit körperlichen
Behinderungen, chronischen, psychischen Erkrankungen. Sie haben das jetzt schonmal

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aufgefächert, Frau Brückner. Wir würden uns da gerne 'n Bild von Ihrer Einrichtung machen.
Was sind denn die wichtigsten Ecks- Eckpunkte? Was macht das Berufsbildungswerk aus?
00:07:49
Frau Brückner:
Wir machen eine tolle Leistung an jungen Menschen, wo es um Mitbestimmung
geht. Eine persönliche, berufliche Perspektive zu entwickeln, die realistisch ist. Und es ist eine
Lebensentscheidung, die eben eine ganze Weile halten soll. Das heißt, man muss sich schon sehr
intensiv mit der Frage auseinandersetzen: Was möchte ich werden? Und was kann ich eben
auch aufgrund meiner Vorerkrankung oder Grunderkrankung wirklich leisten dauerhaft? Und das
rauszufinden, das ist wirklich so 'ne Kernaufaufgabe bei uns im BBW und da haben wir ganz
viele Fachexperten. Das reicht von unseren Ärztinnen über Psychologinnen, über Physiotherapie,
Ergotherapie, natürlich zu unseren Ausbildern, aber eben auch im Wohnheim, ganz wichtiger
Punkt unsere Erzieher, die ganz nah im Austausch mit den jungen Menschen sind und da auch
viel auffangen.
00:08:45
Heike Leschner:
Wieviele Ausbildungsberufe bieten Sie von den 50, die es gibt, in Dresden an?
00:08:50
Frau Brückner:
Wir haben 16 Ausbildungsberufe hier bei uns in Dresden und ganz viele
verschiedene. Im kaufmännischen Bereich, also ganz klassisch: der Kaufmann für
Büromanagement oder der Fachpraktiker für Bürokommunikation. Aber auch einen
Verwaltungsfachangestellten oder einen Steuerfachangestellten. Und im gewerblich-
technischen Bereich haben wir natürlich die Fachinformatiker. Im Bereich Metall: wir haben
eine große Metallmerkstatt, wo man zum Spannungsmechaniker werden kann. Wir haben aber
natürlich auch technische Produktdesigner und Bauzeichner, also nur um einige wenige zu
nennen. Nicht, dass ich jetzt hier ganz wichtig was vergessen hab.
00:09:29
Heike Leschner:
Naja, man kann sich ja informieren.
00:09:31
Frau Brückner:
Ja.
00:09:31
Heike Leschner:
Wir tippen mal.
00:09:32
Frau Brückner:
16 Stück sind's, 16 Stück.

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00:09:34
Heike Leschner:
Frau Brückner, sind das alles Vollberufe?
00:09:36
Frau Brückner:
Nein, das sind nicht alles Vollberufe. Wir haben natürlich die sogenannten
Fachpraktikerberufe bei uns im Angebot. Das sind die, nach Paragraf 66 Berufsbildungsgesetz,
die einfach ein Stück theoriereduzierter sind für jemanden, der einfach eine eingeschränktere
Leistungsfähigkeit hat.
00:09:53
Heike Leschner:
Und Sie haben noch ein Pfund, mit dem Sie wuchern können. Wobei, es sind
eigentlich sechs. Na?
00:09:58
Frau Brückner:
Hmm.
00:09:58
Heike Leschner:
Sie wissen, was ich meine. Die Industrie- und Handelskammer Dresden hat sie
schon sechsmal als hervorragender Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet. Also bei sechsmal, da
muss was dran sein.
00:10:09
Frau Brückner:
Auf jeden Fall, genau. (Lacht)
00:10:11
Heike Leschner:
Und jetzt dazu erstmal Glückwunsch.
00:10:13
Frau Brückner:
Ja, vielen Dank.
00:10:14
Heike Leschner:
Man sagt ja immer, das erste Mal verdient man sich noch, aber die anderen
Male, wo man das Niveau halten muss und halten will, sind natürlich die größere, die weitaus
größere Herausforderung. Jetzt fragen sich natürlich Eltern und auch die Schulabgängerinnen
und -abgänger, Frau Brückner, mit sonderpädagogischem Förderbedarf, weshalb sie sich nun
trotzdem für eine Ausbildung in Berufsbildungswerk Dresden interessieren und entscheiden
sollen. Wie sind denn Ihre Argumente?
00:10:37
Frau Brückner:
Die Argumente sind einfach unsere Fachdienste und unsere speziell geschulten
Ausbilder. Wir können einfach nochmal anders auf die individuellen Förderbedarfe der Azubis
und der Teilnehmenden eingehen, als wie das im Unternehmen der Fall ist. Also dadurch, dass

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Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
wir ein Team von Psychologinnen haben, dass wir Ärztinnen haben, also 'ne
Allgemeinmedizinerin und 'ne Psychiaterin, die für uns arbeitet oder 'ne Physiotherapie, ist
einfach ein Stück weit sicherer gewährleistet, dass eine Belastungsfähigkeit für den
Arbeitsmarkt aufgebaut werden kann.
00:11:11
Heike Leschner:
Und all diese Fachexperten und Mediziner begleiten den Ausbildungsalltag
immer mit?
00:11:17
Frau Brückner:
Genau, die begleiten den Ausbildungsalltag mit. Es bekommt eigentlich jeder
Teilnehmender, jeder Azubi so ein individuelles Paket geschnürt, wo eben festgelegt wird in dem
Team von Fachexperten: Was braucht derjenige, um die Berufsvorbereitung oder die Ausbildung
erfolgreich zu absolvieren? Und dann sitzt dieses Team von Fachexperten immer wieder
zusammen und bespricht gemeinsam mit dem Azubi: Was können wir denn tun? Was sind die
nächsten Schritte? Und dann werden Ziele vereinbart und dann wird so Schritt für Schritt
vorgegangen, damit das am Ende erfolgreich geschafft werden kann.
00:11:52
Heike Leschner:
Das sind wirklich Argumente und unschätzbare Vorteile dann für eine
Ausbildung. Was glauben Sie, wo die Besonderheiten der Berufsausbildung dann an sich in Ihrer
Einrichtung liegen? Was macht Sie aus, was andere vielleicht nicht bieten können?
00:12:06
Frau Brückner:
Also diese enge Betreuung. Wir haben sehr kleine Gruppen in denen die
Ausbildung stattfindet, wo man einfach sehr nah und individuell vorbereiten kann. Und bei uns
der wirklich allergrößte Vorteil ist: Bei uns steht die Ausbildung im Fokus. Die Ausbildung ist
das, was wir den ganzen Tag tun. Und diese Ausbildung erfolgreich abzuschließen ist unser aller
gemeinsames Ziel und der Fokus unseres ganzen Tages eigentlich. (Lacht)
00:12:31
Heike Leschner:
Klingt nach einem riesengroßen, engagierten Team an Mitarbeitern. (Lacht)
00:12:33
Frau Brückner:
Ja, ist auch so. Ist auch so. (Lacht)
00:12:36
Heike Leschner:
Ja, ich glaube, es kommt aber noch was anderes dazu. Sie hatten ja eben auch
schon die Begleitung von Physiotherapeuten und Ärzten und so weiter. Jetzt haben wir die

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Berufsausbilder und so weiter. Aber es gibt auch noch dieses riesengroße Freizeitangebot bei
Ihnen. Das hat mich total beeindruckt. Wollen Sie das ein bisschen schildern?
00:12:51
Frau Brückner:
Ja, also dadurch, dass wir ein großes Wohnheim und ein Team von sehr
engagierten Wohnheimpädagogen haben, haben wir halt ein riesen Angebot an Freizeit. Also es
gibt bei uns ein Fitnessstudio, was genutzt werden kann, es gibt einen Bandraum, es gibt einen
Billiardraum, es gibt regelmäßige Besuche in Theatern oder in der Operette. Einmal in der Woche
findet Schwimmen statt oder die gehen zusammen in die Ballsportarena und machen
zusammen. Es gibt eigentlich jeden Tag wie so ein, ich sag mal Animationsprogramm, wo man
so ein bissl gucken kann: Was möcht ich denn heute gern machen? Bastelzirkel. Ganz beliebt ist
auch der Tanzkurs, wo man einfach mal so unter sich in einer kleinen Runde so klassische Tänze
lernen kann.
00:13:35
Heike Leschner:
Grandios.
00:13:35
Frau Brückner:
Ja. Ist echt toll
00:13:36
Heike Leschner:
Grandios, ja.
00:13:37
Frau Brückner:
Ich bin manchmal neidisch und denke: "Och, hier würd ich meine Ausbildung
auch machen." (Lacht)
00:13:41
Heike Leschner:
Richtig. Und man kann jeden Abend in der Freizeit da noch einem anderen
Sportangebot nachgehen. Das ist ja unfassbar. Was natürlich auch noch hinzukommt: Man
sucht ja dann während einer Ausbildung, weit bevor man die überhaupt beendet hat, schon
nach Praktikumsplätzen, nach Arbeitsplätzen. Da sind sie auch mit voll dabei, oder?
00:13:57
Frau Brückner:
Genau. Wir haben Integrationsberaterinnen, die einfach zum Ende, also im dritten
Lehrjahr spätestens reingehen in die Ausbildungsgruppen und die Teilnehmenden individuell
beraten, die Azubis, mit aktiv nach Stellen suchen und gemeinsam überlegen: Wo könnt's denn
hingehen? Weil die Auswahl auf dem Arbeitsmarkt ist am Ende auch groß und die Entscheidung
ist auch wichtig: Soll's ein großes Unternehmen sein oder ein kleines? Was brauch ich denn für
ein Team, in dem ich gut arbeiten kann? Was brauche ich für eine Aufgabe? Und gerade, wenn

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Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
man einen junge Menschen denkt, die irgendeine Einschränkung haben, dann brauchen die 'ne
Nische auf dem Arbeitsmarkt, auf dem die gut ankommen können. Und was ich über unsere
Azubis wirklich immer sagen kann, ist, dass die sehr treue Arbeitnehmer sind, also Arbeitnehmer,
die wirklich in dem Unternehmen sehr engagiert und treu arbeiten, einfach, weil die ganz viel
mitbringen an Empathie und an Teamfähigkeit in vielen Fällen.
00:14:52
Heike Leschner:
Mhm. Das haben wir schon in der ersten Folge gehört, dass wenn der
Arbeitsplatz einmal angenommen ist, man dann einen wirklich ganz wertvollen und treuen
Mitarbeiter gewonnen hat als Arbeitgeber.
00:15:01
Frau Brückner:
Auf jeden Fall.
00:15:02
Heike Leschner:
Und das alles, was Sie gerade geschildert haben, Frau Brückner, passiert auf
einem wunderschönen grünen Campus. Von dem können Sie gerne noch kurz was
vorschwärmen.
00:15:09
Frau Brückner:
Genau. Also es ist ein bisschen wie bei Urlaub bei uns. (Lacht) Das höre ich
zumindest immer von den Besuchern, die zu uns zur Campus-Tour kommen, um uns
kennenzulernen. Wir haben ein sehr grünes Gelände, stadtnah an Dresden, angebunden an die
öffentlichen Verkehrsmittel. Man kann mit'm Bus zu uns kommen oder auch mit der Bahn, muss
noch 'n kleinen Spaziergang machen und es ist sehr ruhig gelegen. Aber man kommt trotzdem
überall schnell hin, wenn man was erleben will. Und das ist wirklich ein riesengroßer Vorteil.
00:15:36
Heike Leschner:
Also ich kenne es auch schon. Sie haben völlig recht, also es ist wie eine kleine
Naherholungsoase, wenn man hinkommt. (Lacht)
00:15:41
Frau Brückner:
Ja.
00:15:41
Heike Leschner:
Jetzt haben wir die Einrichtung schon 'n bisschen vorgestellt. Jetzt wollen wir
über die Berufsvorbereitung, die Berufsausbildung selber reden. Frau Brückner, da fangen wir
mal ganz vorne an: Welche Möglichkeiten der Berufsvorbereitung und -ausbildung bietet denn
das SRH Berufsbildungswerk Dresden an? Vielleicht können wir kurz über ein paar Maßnahmen,
wie auch die Eignung abgeklärt wird, sprechen.

Inklusiv – Der Podcast zur schulischen Inklusion in Sachsen
Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
00:16:01
Frau Brückner:
Genau. Wir haben kürzere Maßnahmen und längere Maßnahmen. Unsere längste
Ausbildung geht dreieinhalb Jahre, ist ja einfach die Zeit, die 'ne duale Ausbildung manchmal
braucht und die Ganz am Anfang steht. Aber die Arbeitserprobung und Eignungsabklärung, das
sind wirklich zwischen vier und zwölf Wochen. Und dann geht's erstmal in diesen zwei
Maßnahmen darau- darum, herauszufinden: Wie ist denn eigentlich die eigene
Belastungsfähigkeit? Was kann ich leisten? Und auch darum, verschiedene Berufe
auszuprobieren und zu, rauszufinden, was passt.
00:16:35
Heike Leschner:
Was passiert genau in dieser Zeit? Wie wird das ge- herausgefunden?
00:16:38
Frau Brückner:
Es wird herausgefunden, indem man sich in verschiedenen Arbeitsfeldern
beispielsweise erprobt. Indem man sagt, man ist mal in der Metallwerkstatt, man macht mal ein
paar kaufmännische Aufgaben. Kommt immer so ein bissl drauf an, auf die eigene
Leistungsfähigkeit. Und dann findet man ja relativ schnell im Tun heraus: Was passt denn zu
mir? Gleichzeitig machen wir aber natürlich auch so 'ne Leistungsdiagnostik mit den
Teilnehmenden und finden so heraus: Was läuft denn besonders gut und wo sind Stärken
verborgen, die wir so vielleicht noch nie gesehen haben oder die der Teilnehmende eben auch
selber vielleicht noch nie gesehen hat? Und natürlich aber auch die andere Seite: Wo muss man
noch ein bisschen dran arbeiten? Was braucht es noch um später mal 'ne Berufsvorbereitung
oder eine Ausbildung zu absolvieren? Genau. Und das sind alles so Punkte, die da abgeklärt
werden.
00:17:25
Heike Leschner:
Hmm.
00:17:25
Frau Brückner:
Das ist so der erste Step, wenn man noch ein bisschen weiter entfernt ist vom
Berufsleben.
00:17:29
Heike Leschner:
Und dann kommt die Berufsvorbereitung.
00:17:32
Frau Brückner:
Genau. Dann kann man 'ne Berufsvorbereitung absolvieren.
00:17:34
Heike Leschner:
Ja.

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00:17:34
Frau Brückner:
Die dauert 11 Monate. Das ist schon 'ne ganz schön lange Zeit. Dort erprobt man
die verschiedenen Berufsfelder nochmal intensiver in den einzelnen Bereichen und findet
einfach nochmal heraus. Man kann sich schon 'n Grundstock an Wissen an- aneignen und findet
nochmal heraus: "Was macht mir besonders Spaß oder wo sehe ich mich?" Man macht erste
Praktika, auch ganz spannend, und guckt "Wie ist es denn eigentlich so mit der Arbeit und wie
lerne ich mich ein Stück weit selber besser kennen?", immer begleitet natürlich von unserem
Team von Fachexperten und diese Hilfen die wir bieten um eine stabile Belastungsfähigkeit und
eine stabile Berufsvorbereitung zu absolvieren.
00:18:16
Heike Leschner:
Hmm. Die Berufsausbildung dann selber bietet sich in 16 verschiedenen
Ausbildungsberufen. Das haben wir vorhin schon kurz geschildert, als wir die Einrichtung
vorgestellt haben. Wie stellt man sich das jetzt in der Praxis vor? Wie groß sind die
Ausbildungsgruppen? Wie praxisnah ist die Ausbildung auch?
00:18:30
Frau Brückner:
Es gibt Ausbildungsgruppen, die sind so um die zehn Mann. Es gibt aber auch
kleinere. Das ist immer so der Standard, den wir haben. Die kaufmännischen Gruppen sind
erfahrungsgemäß immer ein kleines bisschen größer, weil das sehr beliebte Berufe sind. Genau.
Die technischen sind ein kleines Stück Kleiner. Der Ausbildungsalltag ist ganz normal: Man
leistet seine acht Stunden plus Pause, das heißt, man fängt 7:30 Uhr bei uns an und die
Ausbildung endet um 16:15 Uhr, begleitet natürlich von Pausen: Frühstückspause, Mittagspause,
wo man in unserer Kantine das Essen einnehmen kann. Genau. Und man hat Urlaub. Der ist
immer so bissl an die sächsischen Ferienzeiten gebunden.
00:19:14
Heike Leschner:
Ja.
00:19:14
Frau Brückner:
In der Ausbildung sind das 30 Tage im Normalfall im Jahr. Genau. Also eigentlich
das, was in einem ganz normalen Ausbildungsunternehmen so passiert in der Ausbildung.
00:19:24
Heike Leschner:
Mit ganz normalen Arbeitszeiten, die ganz schöne Herausforderung auch sind
und sein können.
00:19:27
Frau Brückner:
Ja.

Inklusiv – Der Podcast zur schulischen Inklusion in Sachsen
Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
00:19:27
Heike Leschner:
Wer begleitet denn dann die jungen Menschen eigentlich während dieses
Ausbildungsalltags? Also das läuft ja nicht immer alles so reibungslos und ohne Schwierigkeiten.
00:19:38
Frau Brückner:
Genau, also wir haben natürlich unsere Ausbilder, die sind nochmal speziell
geschult für unsere Azubis. Dann haben wir aber auch natürlich Förderlehrer, die eben Stütz-
und Förderunterricht machen mit den Teilnehmenden, einfach um da noch ein paar Lücken zu
schließen, die es vielleicht von früher aus der Schule gab, oder eben, um Wissen nochmal zu
vertiefen, was es speziell für diese Ausbildung braucht. Und dann haben wir aber auch ein Team
aus Heilpädagogen und Sozialpädagogen, die mit den Azubis zusammenarbeiten, wo man auch
mal Probleme loswerden kann. Oder gerade bei den Heilpädagogin bin ich immer beeindruckt,
was die für 'ne Methodenvielfalt haben, um zum Beispiel Arbeitsstruktur zu verbessern, ne.
00:20:17
Heike Leschner:
Mhm.
00:20:18
Frau Brückner:
Das ist ja immer ein großes Thema: Wie arbeite ich denn strukturiert was ab,
wenn ich eine Aufgabe bekomme, die eigentlich erst einmal sehr weit weg ist vom Ziel oder vom
Verständnis? Und dann sich da so rein zu vertiefen und Punkte herauszufiltern, wie ich
erfolgreich zum Ergebnis komme.
00:20:32
Heike Leschner:
Ist auch so methodisches Arbeiten.
00:20:33
Frau Brückner:
Genau.
00:20:34
Heike Leschner:
Ganz wichtig.
00:20:34
Frau Brückner:
Also ist wirklich immer sehr beeindruckend, ja.
00:20:36
Heike Leschner:
Das würde uns manchmal auch allen ganz gut tun. (Lacht)
00:20:38
Frau Brückner:
Ja, auf jeden Fall.
00:20:39
Heike Leschner:
Schön, dass Sie das auch dabei haben. Und dann kommt ja auch so die

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Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
Prüfungsphase, wo man natürlich auch mal seinen Lehrer fragen kann und, oder seinen
Ausbilder und ansonsten ganz alleine da ist mit der Prüfungsvorbereitung. Wie ist das bei Ihnen?
00:20:51
Frau Brückner:
Wir haben 'ne ganz intensive Prüfungsvorbereitung sowohl vor der
Zwischenprüfung als auch vor der Abschlussprüfung, weil das ja einfach das ist, wo man die
ganze Ausbildungszeit drauf hin arbeitet. Man möchte erfolgreich seine Prüfung schaffen. Und
das funktioniert eben nur, wenn wir uns wirklich da reinknien alle zusammen und die ganzen
Inhalte nochmal aufarbeiten und uns natürlich auch speziell auf die Prüfungen bei der IHK
vorbereiten. Und wir arbeiten da auch immer sehr eng mit der IHK zusammen und sind da im
regelmäßigen Austausch, damit das eben erfolgreich passieren kann. Und 2019 waren's 100
Prozent, die bestanden haben. Und das ist also wirklich…
00:21:28
Heike Leschner:
Nein!
00:21:28
Frau Brückner:
Jeder Azubi hat da die Prüfung bestanden.
00:21:32
Heike Leschner:
Respekt. Respekt. Kein Wunder, dass man dann sechs Mal als hervorragender
Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet wird.
00:21:35
Frau Brückner:
Genau. (Lacht)
00:21:35
Heike Leschner:
Aber man muss wirklich nochmal sagen: Das SRH Berufsbildungswerk Dresden
ist ein Ausbildungsbetrieb. Das muss man deswegen sagen, weil wir reden hier von Ärzten und
Ärztinnen, wir reden von Physiotherapeuten, wir reden von Heilpädagogen, wir reden von
Heilpädagogen. Also das ist jetzt hier nicht irgendwo eine Klinik oder so. Nein, das ist die
Kombination. Und das, das ist eben auch das, was Ihre Einrichtung zusätzlich noch
charakterisiert: die medizinisch-soziale Betreuung auch der Jugendlichen, wenn der Bedarf
besteht und die Notwendigkeit da ist. Welche Versorgungsangebote sind denn da bei Ihnen
vorhanden, auf die die jungen Leute zugreifen können?
00:22:13
Frau Brückner:
Ja, ich habe ja vorhin schon mal einige genannt, also zum Beispiell
Physiotherapie. Wir haben ein Team von Physiotherapeuten, die mit den Azubis arbeiten. Wir
haben Ergotherapeuten, die Therapien anbieten. Wir haben unsere Psychologen, die

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Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
Unterstützung anbieten. Wir haben die Heilpädagogen, die ich vorhin schon benannt hab,
Ärztinnen. Ach und genau, unsere Hörgeschädigtenpädagogin die mit den Azubis
zusammenarbeitet. Und alle zusammen sichern eben die Ausbildung ab.
00:22:44
Heike Leschner:
Tolle Betreuung. Sehr, sehr vielfältig, was Sie da an Angeboten haben. Wie kann
man denn auf die Versorgungsangebote zugreifen? Funktioniert das einfach so reibungslos?
Oder gibt's da Voraussetzungen?
00:22:55
Frau Brückner:
Man muss ganz am Anfang einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben stellen.
00:23:00
Heike Leschner:
Okay.
00:23:00
Frau Brückner:
Unser Reha-Träger, also der, der die Maßnahme am Ende finanziert ist der
Kostenträger, das kann die Agentur für Arbeit sein, das kann die Rentenversicherung sein oder
auch eine Unfallkasse. Kommt immer so ein bissl drauf an. Aber ganz am Anfang steht eben
dieser Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben. Und der muss positiv beschieden werden, damit eine
Leistung in dem BBW möglich ist. Und dazu braucht es natürlich aber irgendeine, eine
Grunderkrankung, die derjenige mitbringt, weil das ist so ein bissl unsere Spezialausrichtung,
deswegen gibt's eben diese besonderen Hilfen.
00:23:41
Heike Leschner:
Mhm. Und dann gibt's bei Ihnen, was das betrifft auch Teambesprechungen
zwischen Teilnehmern beziehungsweise mit den Auszubildenden.
00:23:50
Frau Brückner:
Genau.
00:23:50
Heike Leschner:
Ich weiß jetzt nicht, welches Personal das bei Ihnen, welche Mitarbeiter das
sind. Was läuft da genau ab?
00:23:54
Frau Brückner:
Genau. Es gibt regelmäßige Teambesprechungen immer mit dem Auszubildenden
zusammen, wo die Fachexperten, also der Ausbilder, der Wohnheimpädagoge, der Reha-
Koordinator. Dann kann's auch die, der Psychologe sein oder die Ärztin - die setzen sich
zusammen hin und besprechen den aktuellen Stand. Das eben regelmäßig mit jedem und es wird
gemeinsam ein Plan festgelegt, wie es weitergeht. Es werden gemeinsam Ziele vereinbart, die

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erreicht werden, einfach um eine erfolgreiche Ausbildung abzusichern. Und dann muss man
natürlich als Azubi selber seinen Bedarf benennen auch und sagen: "Hier, das brauche ich, um
erfolgreich zu sein." Aber natürlich benennen auch wir Bedarfe oder wir sagen auch mal das,
was vielleicht nicht notwendig ist.
00:24:43
Heike Leschner:
Ja.
00:24:43
Frau Brückner:
Es geht ja darum, ein selbstständiges Leben zu führen und erwachsen zu werden
ein Stück weit und eine Reife zu entwickeln, die man eben später im Berufsleben braucht. Und
die muss sich über die ganze Zeit im BBW entwickeln.
00:24:55
Heike Leschner:
Wir alle haben aber auch gelernt, Frau Brückner, alle, immer, wenn ich sage:
"Ich brauche...", dann kostet das auch was - Wie wird das hier alles finanziert, diese
Maßnahmen?
00:25:03
Frau Brückner:
Diese Maßnahmen sind grundsätzlich finanziert von den Reha-Trägern, also von
den Kostenträgern. Das ist quasi ein sehr großes Komplettangebot, das man eben mit diesem
Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben beantragt und wenn man dann in ein BBW kommt, dann
ist eigentlich alles finanziert. Das geht, wenn man es braucht, vom Wohnheim los über die
Ausbildung bis eben hin zur Verpflegung, zum Mittagessen. Genau.
00:25:32
Heike Leschner:
Sie haben ganz viele verschiedene medizinische Fachkräfte schon genannt, die
auch in den Teambesprechungen mitsitzen und tauschen die sich dann dort gemeinsam mit den
Auszubildenden auch aus, wie sie zusammenarbeiten, wie sie zusammen wirken? Oder ist, wird
das auch noch extern geregelt, dass die sich dann auch noch extern besprechen: Wie geht's hier
weiter? Wie ist der aktuelle Entwicklungsstand?
00:25:54
Frau Brückner:
Also natürlich ist es so, dass die Agentur für Arbeit beispielsweise oder jeder
Reha-Träger daran interessiert ist, diese Maßnahme erfolgreich abzusichern oder abzuschließen.
Und wir sind immer regelmäßig im Austausch mit unserem Auftraggeber, der Agentur für Arbeit
- also über 90 Prozent unserer Azubis kommen von der Agentur für Arbeit - und geben dort
Informationen natürlich hin und her zum aktuellen Entwicklungsstand. Natürlich tauschen wir
uns aber auch mit dem Fachpersonal am Heimatort aus oder bei minderjährigen Jugendlichen,

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auch mit den, mit den Eltern. Die hö- gehören da einfach mit ins Boot, ganz, also ohne Frage. Ist
ganz, ist normal, ja. (Lacht)
00:26:36
Heike Leschner:
Was jetzt den Ausbildungsalltag, wenn wir jetzt alles zusammennehmen, also
von der Ausbildung bis auch zum Freizeitleben, was ja alles bei Ihnen auf dem Campus passiert,
denn die Jugendlichen leben ja direkt auf dem Campus. Ist ja auch noch so was besonderes. Und
das bietet ja insgesamt auch nochmal eine wahnsinnige Lebensqualität. Es ist alles da an einem
Ort, auf einem grünen Campus. Gibt's dafür bestimmte Voraussetzungen, dass man da wohnen
kann? Und welche Wohnformen bieten Sie an?
00:27:03
Frau Brückner:
Genau. Bei uns im Wohnheim ist es halt so, dass das Wohnheim erstmal für
Azubis ist, die von weiter weg kommen. Also alles was nicht so im Tagespendelbereich ist, was
man nicht gut fahren kann jeden Tag oder erreichen kann.
00:27:17
Heike Leschner:
Also Dresdner wohnen bei Ihnen zum Beispiel nicht auf dem Campus?
00:27:17
Frau Brückner:
Genau. Es gibt aber einige Ausnahmefälle. Da muss man aber immer speziell
begründen, warum die jetzt auch im BBW wohnen. Da geht es zum Beispiel um das Thema
Verselbstständigung.
00:27:28
Heike Leschner:
Ja.
00:27:28
Frau Brückner:
Dann kann man auch von näher dahin wohnen. Aber das ist wirklich ein
Sonderfall. Also das Gros ist: Man wohnt im Wohnheim, wenn man einfach von ein Stück weiter
her wegkommt. Genau.
00:27:37
Heike Leschner:
Und die Wohnheime sind alle barrierefrei? Klar. (Lacht)
00:27:38
Frau Brückner:
Das ganze Gelände ist barrierefrei, sonst würde es nicht funktionieren. Sonst
kommt man nicht von der Ausbildung in den Ausbildungsbetrieb. Aber wir haben auch
verschiedene Wohnformen. Die Azubis wohnen bei uns immer in Wohngruppen zusammen. Die
haben einen gemeinsamen Gemeinschaftsraum, wo die auch abends zusammen kochen können,
wenn sie das mal machen wollen oder zusammen Spiele spielen.

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Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
00:28:02
Heike Leschner:
Hmm.
00:28:02
Frau Brückner:
Im Wohnheim ist immer jemand da. Rund um die Uhr ist immer jemand
erreichbar. Unser Pflegedienst ist auch da für die Azubis, die zum Beispiel Pflege brauchen. Wir
haben aber natürlich auch für welche, die älter sind oder schon sehr selbstständig sind, so eine
Ausgliederungswohngruppe, würde ich's jetzt mal benennen. Das ist einfach eine Wohnform, die
nicht mehr ganz so eng betreut ist. Aber normalerweise ist es so: Wenn man bei uns im BBW
startet, ist man erstmal in so 'ner größeren Wohngruppe. Wir haben auch in diesem Jahr alles
nur Einzelzimmer.
00:28:37
Heike Leschner:
Was für ein Komfort.
00:28:38
Frau Brückner:
Ja. (Lacht)
00:28:41
Heike Leschner:
Und das bei über 200 Wohnheimplätzen, die Sie haben, ne.
00:28:43
Frau Brückner:
Genau, ja.
00:28:44
Heike Leschner:
Verrückt. Einen Clubraum gibt es auch. Ich habe mich natürlich auch ein
bisschen informiert mit allem. Sie sagten ja schon eigene Küche und so weiter und so fort. Es ist
eigentlich alles da, was man zum komfortablen Leben sich so vorstellen kann.
00:28:57
Frau Brückner:
Ja, ja. Es gibt, wird auch sauber gemacht. (Lacht)
00:28:59
Heike Leschner:
Ja ehrlich? (Lacht)
00:28:59
Frau Brückner:
Ja, ja. (Lacht) Es gibt auch regelmäßig Feiern, also Partys. Gibt immer 'ne
Lehrjahreseröffnungsparty beispielsweise. Und die hat immer ein ganz tolles Motto, jedes Jahr
ein anderes. Und dann kommen die Azubis mit so tollen Kostümen. Die sind so selbstgemacht
und ganz kreativ. Also ich bin jedes Jahr beeindruckt. Letztes Jahr war's irgendwas mit einem
Bauernhof und da war dann eine Riesenkuh da und, ach es war super. (Lacht)

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Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
00:29:24
Heike Leschner:
Aber sie wissen, was jetzt mancher, der uns zuhört, wahrscheinlich sagen wird?
"Ja, was die alles haben. Wer bezahlt denn das alles, bitteschön?"
00:29:30
Frau Brückner:
Ja, die, also der Kostenträger, der bezahlt's.
00:29:33
Heike Leschner:
Ja.
00:29:33
Frau Brückner:
Genau, die Agenturen für Arbeit. Es geht ja einfach darum, Leben und
Verselbstständigung und erfolgreiche Integration zusammen zu bringen. Und dafür braucht man
einfach ein rundes Paket.
00:29:47
Heike Leschner:
Hmm.
00:29:47
Frau Brückner:
Ein Paket, bei dem man sich wohlfühlt und ein Paket, bei dem man erfolgreich
sich entwickeln kann. Darum geht's und das, denke ich, bieten wir sehr.
00:29:58
Heike Leschner:
Ja. Jetzt haben Sie, Frau Brückner, eine ganze Menge an Mitarbeitern,
kompetent, engagiert. 150 waren es, glaube ich.
00:30:04
Frau Brückner:
Hmm.
00:30:04
Heike Leschner:
Aber trotzdem: Bei dem, was Sie jetzt hier alles geschildert haben, was alles
dazugehört und was an diesem Ausbildungstag alles läuft - da braucht's noch ein paar, denke
ich mal, Kooperationspartner mehr als (lacht) - Sie nicken schon zustimmend - als nur die
eigenen Mitarbeiter. Mit wem arbeiten Sie da alles noch zusammen? Wer gehört mit dazu?
00:30:24
Frau Brückner:
Also wir haben wirklich einen Riesenpool an Kooperationspartnern. Ganz wichtig
ist natürlich die Kammer für uns, die IHK, die einfach ein ganz enger Partner von uns ist. Und
ganz wichtig, gleich danach kommen auch die Unternehmen. Also wir brauchen ja wirklich viele
Unternehmen für die Praktika. Die Azubis müssen sich immer selber Praktika suchen. Es gibt
aber natürlich auch Partner, die mit uns enger zusammenarbeiten. Es gibt eine verzahnte
Ausbildung mit Berufsbildungswerken. Da verbringt der Azubi einfach längere Zeit in der Praxis

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und im Unternehmen und wird durch uns betreut. Genau. Und dann arbeiten wir natürlich aber
auch zusammen mit Kliniken, mit verschiedenen Verbänden. Ein wichtiger Partner ist die
Autismusambulanz in Dresden von uns. Wir haben ein ganz großes Netzwerk verschiedener
Arbeitskreise, mit der Wirtschaftsförderung in Dresden kann ich nennen. Aus allen Bereichen ist
was dabei. Und das braucht es eben auch. Es braucht diese Vernetzung und es braucht auch
diesen fachlichen Input für unsere Mitarbeiter, damit wir uns weiterentwickeln können und
damit sich am Ende auch unsere Angebote für die Azubis weiterentwickeln.
00:31:34
Heike Leschner:
Mhm. Hier müssen schon wieder die nächsten Finanzen investiert werden. An
diesem Punkt kommen wir nicht vorbei. Gibt's da einen gewissen Anteil, den die Jugendlichen da
tragen müssen an all diesen Maßnahmen, die Sie jetzt gerade geschildert haben? Das sind auch
wieder ganz, ganz verschiedene andere Leistungen als die, die wir vorher geschildert haben.
00:31:47
Frau Brückner:
Ja. Nein, das ist genauso auch finanziert durch die Kostenträger. Und gerade eben
diese verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken ist gerade für Unternehmen eben eine
tolle Chance, einen Azubi schon vorher mal eine längere Zeit kennenzulernen und dann eben ins
Unternehmen zu integrieren und zu gucken: "Wie passt der denn?"
00:32:04
Heike Leschner:
Mhm.
00:32:05
Frau Brückner:
Das wird auch immer viel genutzt, sowohl von den Azubis als auch von den
Unternehmen.
00:32:12
Heike Leschner:
Das ist der Alltag bei Ihnen im SRH Berufsbildungswerk Dresden. Das klingt
positiv. Das klingt alles sehr engagiert, konstruktiv und natürlich motiviert. Und ich frage an
dieser Stelle immer ganz gerne nach einer ganz konkreten Geschichte, weil man das an so einem
Bild besonders plastisch beschreiben kann. Wir können es ja beide mal zusammen probieren
jetzt: Vielleicht fällt Ihnen ein jugendlicher, eine jugendliche Auszubildende ein oder ein
Jugendlicher mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Ihrem Berufsbildungswerk, deren oder
dessen Ausbildungsweg und -alltag Sie uns vielleicht ein bisschen schildern können? Man Baut
ja da manchmal auch so persönliche Ver- Verbindungen auf. Sie lächeln da auch ganz
zustimmend

Inklusiv – Der Podcast zur schulischen Inklusion in Sachsen
Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
00:32:50
Frau Brückner:
Ja, genau. Also ich hab auch vorher schon viel überlegt, weil es gibt so ganz viele
beeindruckende Geschichten und eigentlich wäre es schade, sich auf eine so zu begrenzen. Also
ich find's persönlich schade.
00:33:01
Heike Leschner:
Müssen Sie nicht! (Lacht)
00:33:03
Frau Brückner:
Ja, nee. Es gibt so ganz viele große Unterscheidungen auch zwischen den Azubis
und so viele Schwerpunkt, an denen man unterwegs ist. Aber ich persönlich erinnere mich an
einen Herrn T.: der hatte mit 14 Jahren ein Badeunfall. Ist ins flache Wasser gesprungen mit
Kopfsprung. Also so der Klassiker.
00:33:22
Heike Leschner:
Ja.
00:33:23
Frau Brückner:
Und das hat mich wirklich persönlich sehr mitgenommen, weil er wirklich
querschnittsgelähmt ist und dadurch im Rolli sitzt. Und das ist gerade für so einen jungen
Menschen, der am Aufbruch ist und wo grad alles noch normal ist, wirklich eine Riesensache,
also, die ich mir ganz, ganz schlimm vorstelle. Der hat halt sehr gekämpft. Der hat wirklich
Probleme gehabt so mit der Krankheitsverarbeitung, also das zu akzeptieren und hat daraufhin
auch neben diesen Querschnittslähmungen auch noch so depressive Phasen entwickelt. Und der
hat bei uns im BBW erst 'ne Berufsvorbereitung absolviert - musste sich ja nun selber neu
kennenlernen und seine Fähigkeiten nochmal - und dann eine Ausbildung im kaufmännischen
Bereich. Und er hat ganz viele Gespräche geführt, mit unserem Psychologen. Er hat natürlich
Physiotherapie bekommen regelmäßig, und die Ausbilder, die Wohnheimpädagogen, alle haben
ganz viel da abgefedert. Am Ende hat er 'ne verzahnte Ausbildung begonnen bei einem
Unternehmen im dritten Lehrjahr und ist dann dort auch - ist ein wirklich großes Dresdner
Unternehmen - ist dann auch dort übernommen worden. Und er hat jetzt ein eigenes Auto und
der fährt selber und der lacht jetzt auch wieder.
00:34:41
Heike Leschner:
Wenn Sie sagen, Frau Brückner, also er hat jetzt sogar ein eigenes Auto, dann
haben Sie sogar noch Verbindung oder sehen den jungen Mann auch ab und zu mal noch?
00:34:48
Frau Brückner:
Genau! Er meldet sich immer regelmäßig.

Inklusiv – Der Podcast zur schulischen Inklusion in Sachsen
Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
00:34:49
Heike Leschner:
Ach, das ist ja toll.
00:34:49
Frau Brückner:
Ist auch noch nicht so lange her, dass der seine Ausbildung bei uns beendet hat.
Und mit diesem Auto hat er glaube ich ganz viel an Freiheit gewonnen, ja. Also für ihn.
00:34:56
Heike Leschner:
Sind das so die Geschichten, die Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen auch
immer wieder motivieren, ja, auf jeden Einzelnen zu gucken und zu sagen: "Ja, jeder hat seinen
eigenen Weg, und da schauen wir jetzt, dass wir den so gut wie möglich mit ebnen helfen
können."?
00:35:11
Frau Brückner:
Ja. Das, also das ist auf jeden Fall so. Es gibt auch ganz einfache Geschichten,
also jemand mit 'ner Autismusspektrumstörung, der vielleicht zu uns gekommen ist und dem es
ganz schwer fiel, Kontakt aufzubauen und zu sprechen, und wenn man die dann sieht, der dann
vielleicht Fachinformatiker wird und in seiner Abschlusspräsentation vor Publikum einfach
spricht, dann ist das einfach, dann kriegt man Gänsehaut dabei und das nimmt einen selber sehr
mit, wenn man das so erleben darf, wie jemand sich so entwickelt und wie jemand so erwachsen
wird.
00:35:41
Heike Leschner:
Das nimmt Sie mit emotional und das heißt aber auch, Sie sind dann sehr stolz
auf die Auszubildenden, die dann fertig sind.
00:35:45
Frau Brückner:
Auf jeden Fall.
00:35:47
Heike Leschner:
… und was sie geschafft haben, mit welchem Status sie dann in das Berufsleben
aufbrechen.
00:35:52
Frau Brückner:
Genau. Das sind wir auf jeden Fall. Also das wird auch immer gefeiert. Also jeder
Abschlussjahrgang, der wird in der Gruppe nochmal speziell gefeiert. Da sind die Ausbilder mit
dabei und die Abteilungsleiter mit dabei und da wird gemeinsam einfach nochmal
zurückgeblickt auf diese Zeit und wie es gewesen ist. Und da sind alle schon sehr stolz wie Bolle,
ja. (Lacht)

Inklusiv – Der Podcast zur schulischen Inklusion in Sachsen
Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
00:36:15
Heike Leschner:
Frau Brückner, Sie sind jetzt schon länger als ein Jahrzehnt beim SRH
Berufsbildungswerk Dresden und trotzdem eine junge Frau. Meine Frage zielt jetzt dahin:
Würden Sie genau diese Arbeit nochmal anfangen, nochmal machen, wenn Sie sich neu
entscheiden müssten, könnten?
00:36:29
Frau Brückner:
Ja, auf jeden Fall. Was ich ganz oft höre, wenn ich irgendwo bin und mit
jemanden ins Gespräch komme, dann ist es einfach diese Suche nach sinnhafter Tätigkeit. Also
zu, zu sehen und stolz darauf zu sein, was man macht. Und ich glaub, das ist so was ganz
Wertvolles. Das findet man nich so einfach im Leben und das kann auch für jeden was anderes
sein. Und für mich ist es eben das.
00:36:51
Heike Leschner:
Sie sehen erfüllt und hochzufrieden aus.
00:36:53
Frau Brückner:
Ha, schön! (Lacht)
00:36:54
Heike Leschner:
Ja, ja, so soll's sein. Ja, machen wir noch ein kleines Fazit, fassen wir noch kurz
zusammen. Das ist wirklich beeindruckend, was Sie erzählen. Und man kann es auch alles
wunderbar nachvollziehen. Und gerade das Beispiel des jungen Mannes, das Sie gerade
geschildert haben: ein Kämpfer, aber auch natürlich im Umfeld seiner, seiner Familie, das ist
auch immer ganz wichtig. Sie hatten es vorhin schon angesprochen: Die Eltern sind wichtig,
dass die Eltern mitziehen und alles Mögliche, alles ausschöpfen auch, was es an Möglichkeiten
gibt. Aber das alles geht eben nur, wenn der Jugendliche selbst sein Leben mit allen maximalen
Möglichkeiten meistern will und die familiäre Unterstützung hat, die beste medizinische
Versorgung und auch solch einen professionellen, engagierten Ausbildungsbetrieb wie eben das
Berufsbildungswerk Dresden, wo wirklich alle Entwicklungsmöglichkeiten auf sämtlichen Ebenen
geboten werden. Das haben wir ja jetzt wirklich eindrucksvoll gehört. Frau Brückner, vielen
Dank, dass Sie uns davon erzählt haben.
00:37:43
Frau Brückner:
Sehr gerne.
00:37:44
Heike Leschner:
Und auch so motiviert und so überzeugt von der ganzen Arbeit. Danke auch für
Ihre Sicht oder für Ihre Schilderungen aus der Sicht eines Ausbildungsbetriebes. Das ist ja ganz,
ganz wichtig, dass wir neben vielen persönlichen Erfahrungen der Eltern und der

Inklusiv – Der Podcast zur schulischen Inklusion in Sachsen
Transkript zu Staffel 2 - Folge 2
Auszubildenden selber erfahren, wie der Ausbildungsbetrieb selber seine Arbeit einordnet. Und
ich denke, wir haben allen Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die gerade
dabei sind, über ihre Berufsausbildung nach der Schule nachzudenken oder etwas anzubahnen
und ihre Eltern viele, viele Einblicke in den Alltag der Ausbildung geliefert. Wir haben auch über
ihre ganz spezielle Ausrichtung als Ausbildungsbetrieb gesprochen, wie auch in Abhängigkeit
von den gesundheitlichen Voraussetzungen, ist ja auch ganz wichtig, der Jugendlichen und den
Voraussetzungen in der Wirtschaft, die Ausbildungsinhalte gestaltet werden können. Alles
ineinander verzahnt. Sie haben ganz oft das Wort Verzahnung plastisch gebraucht, wie man sich
bewerben und vorbereiten kann, wie die Ausbildung auch finanziert wird und wer alles zum
Netzwerk der medizinischen und sozialen Betreuer gehört und auch das vielfältige
Freizeitprogramm. Das hat mich echt beeindruckt, muss ich ganz ehrlich sagen. Und wir haben
letztendlich auch die berufspraktischen Perspektiven nach der Ausbildungszeit noch beleuchtet.
Ich hoffe, viele, die unseren Podcast hören, sind jetzt voll motiviert und auch voller Vorfreude,
sich über eine Ausbildung schlau zu machen, zu einer Ausbildung schlau zu machen und das
dann auch anzupacken. Vielleicht auch bei ihnen mal anzuklingeln.
00:39:10
Frau Brückner:
Ja, gern.
00:39:11
Heike Leschner:
Oder eine E-Mail zu schreiben. Ich wünsche Ihnen dann weiter ganz viel Energie,
wie Sie's jetzt schon an den Tag legen, viele unterstützende Hände auch um sich herum und
eine interessante Berufsausbildung mit guten Perspektiven für's Berufsleben für alle, die
zugehört haben. Vielen Dank, dass Sie zugehört haben in unserem Podcast und ich empfehle
Ihnen jetzt gerne auch noch zwei andere Folgen zur schulischen Inklusion in Sachsen, die sich
mit der beruflichen Ausbildung von Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf
befassen. Ich habe auch mit einer Mutter gesprochen, deren Sohn eine Berufsvorbereitung
absolviert hat wie auch der Weg von der Orientierung bis zur Ausbildung dann erlebt und
gemeistert worden ist. Und in einer weiteren Folge kommt ein Berater mit dem Schwerpunkt
Rehabilitation Schwerbehinderter in der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für
Arbeit zu Wort. Und er wird dann von seinen Erfahrungen bei der Berufsausbildung von
Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf und auch über den darauffolgenden
Eintritt ins Arbeitsleben berichten. Das war's für heute. Ich freue mich, wenn wir uns in einer der
nächsten Folgen wiedertreffen. Schönen Dank.