Anlage zum Handbuch LeiKa-plus
Gemeinsame Kriterien fü r die
Qualitätssicherung
Stand: 02.11.2015
Inhalt
1
Allgemeines (für alle Module)
1.1
Grundregeln
1.1.1
Befüllen Sie ein Modul nur mit Informationen, die für alle nachgeordneten Ebenen
zutreffen. Ansonsten lassen Sie das Modul leer. Das Modul kann dann durch eine
nachgeordnete Ebene gefüllt werden (Stammtext- und Ergänzungsmodell).
Schreiben Sie
nur, was Sie
abschließend
regeln
1.1.2
Beachten Sie, was als Inhalt eines Moduls im Folgenden definiert ist.
Module richtig
nutzen
1.1.3
Vermeiden Sie Verweise auf Module untereinander sowie Fußnoten
Keine Fußnoten
1.1.4
Ordnen Sie alle Informationen eines Themas (Leistungsobjekt) möglichst konkret den
einzelnen Verrichtungen und Verrichtungsdetails zu.
Keine
Sammeltexte
1.2
Schreiben, was den Leser interessiert
1.2.1
Bauen Sie die Texte aus der Perspektive der jeweiligen Zielgruppe (Bürgerinnen und
Bürger oder Unternehmen) auf. Diese sind in der Regel Laien und nicht mit dem
Thema und der Verwaltungsfachsprache vertraut. Beginnen Sie mit der
Ausgangssituation der Zielgruppe. Schreiben Sie für jemanden, der sich die Fragen
stellt „Betrifft mich das?“ und „Was habe ich davon?“. Beantworten Sie diese Fragen
zuerst.
Für Laien
schreiben
Beispiel:
statt: „
Jeder Hund muss angemeldet werden.
besser: „
Wenn Sie einen Hund halten, sind Sie verpflichtet, ihn anzumelden
“.
1.2.2
Schreiben Sie zuerst, was für alle gilt. Machen Sie deutlich, was nur in Ausnahmefällen
gilt. Beginnen Sie auch bei den Ausnahmen mit der Ausgangssituation.
Allgemeines vor
Speziellem
Beispiel:
Schreiben Sie im Modul „Erforderliche Unterlagen“ statt:
-
Vollmacht (nur bei Vertretung)
-
Personalausweis
besser:
-
Personalausweis
-
Bei Vertretung: Vollmacht
1.2.3
Beschreiben Sie immer den Standardfall einer Leistung. Machen Sie jedoch deutlich,
wenn Sie Sonderfälle auslassen; schreiben Sie zum Beispiel „im Normalfall“. Für die
Sonderfälle können Sie auf Beratungsangebote oder andere Leistungen verweisen.
Den Regelfall
beschreiben

1.2.4
Verdeutlichen Sie Kompliziertes durch Beispiele.
Beispiele
nennen
1.2.5
Bleiben Sie prägnant.
Beispiel:
Schreiben Sie im Modul „Gebühren“
statt: „
Es fallen keinen Gebühren an
besser: „
keine
1.2
Bürgerfreundlich schreiben
1.2.1
Reden Sie die Adressaten mit „Sie“ an.
Persönliche
Anrede
Beispiel:
statt: „
Antragsteller haben die Möglichkeit […]
besser: „
Sie können [...]
1.2.2
Verwenden Sie geläufige Wörter aus der Alltagssprache, sofern der Kontext dies
erlaubt.
Alltagssprache
Beispiele:
statt: „
anzeigen
“ und „
belehren
“ und „
nach Vollendung des 18. Lebensjahres
besser: „
melden
“ und „
informieren
“ und „
ab 18 Jahren
“.
1.2.3
Verwenden Sie zeitgemäße Wörter.
zeitgemäß
schreiben
Beispiele:
statt: „
Lichtbild
“ und „
von Hundert
besser: „
Foto
“ und „
Prozent
1.2.4
Wenn Sie einen Fachbegriff verwenden müssen, erläutern Sie ihn.
Fachbegriffe
erläutern
Beispiel:
Der Regelsatz ist ein fester Betrag für …
1.2.5
Vermeiden Sie negative Aussagen.
Positiv bleiben
Beispiel:
statt: „
[…] ist ohne Erlaubnis verboten.
besser: „
Mit einer Erlaubnis dürfen Sie […]
1.2.6
Vermeiden Sie doppelte Verneinungen.
Beispiel:
statt: „
nicht ohne
besser: „
mit

1.2.7
Schreiben Sie die Texte unpolitisch und frei von Werbung und Wertung.
Sachlich
schreiben
Beispiel:
statt: „
Das Regierungsprogramm der Regierungskoalition sieht vor, dass Eltern, die
Ihre Kindern zuhause betreuen einen Zuschuss erhalten können.
Besser: „
Wenn Sie Ihr Kind zuhause betreuen, können Sie einen Zuschuss erhalten.
1.2
Satzbau
1.2.1
Teilen Sie lange Sätze in mehrere kurze Sätze auf. Schreiben Sie möglichst nicht mehr
als 20 Wörter pro Satz.
Kurze Sätze
1.2.2
Sagen Sie alles Wichtige in Hauptsätzen. Schreiben Sie je Kernaussage einen eigenen
Satz.
Wichtiges in
Hauptsätzen
Beispiel:
statt: „
Die Gültigkeitsdauer des Internationalen Führerscheins, die 3 Jahre beträgt,
kann nicht verlängert werden.
besser: „
Der Internationale Führerschein ist 3 Jahre gültig. Die Gültigkeit kann nicht
verlängert werden.
1.2.3
Platzieren Sie das Verb so früh wie möglich im Satz.
1.2.4
Schreiben Sie im Aktiv.
Aktiv statt
Passiv
Beispiel:
statt: „
Der Zuschuss wird ab dem Monat, in dem der Antrag bei der Behörde
eingegangen ist, gezahlt.
besser: „
Sie erhalten den Zuschuss ab dem Monat, in dem Ihr Antrag eingegangen
ist.
1.2.5
Verwenden Sie aussagekräftige Verben.
Beispiel:
statt: „
in Kenntnis setzen
besser: „
mitteilen
1.2.6
Kein Nominalstil. Vermeiden Sie substantivierte Verben und Adjektive (Diese enden
auf: -ung; -keit; -heit).
lebendige
Verben und
Adjektive
Beispiele:
statt: „
Änderung durchführen
“ und „
Zuständigkeit
besser: „
ändern
“ und „
zuständig
1.4
Wortwahl
1.4.1
Wiederholen Sie dieselben Wörter, wenn Sie dasselbe meinen.
gleiches gleich
bezeichnen

Beispiel:
statt: „
Das Formular 2001-10 können Sie verwenden. Füllen Sie den Vordruck
vollständig aus und unterschreiben Sie das Formblatt. Geben Sie den Antrag dann
persönlich ab.“
besser: „
Füllen Sie das Formular 2001-10 vollständig aus und unterschreiben Sie es.
Geben Sie das Formular 2001-10 bitte persönlich ab.
1.4.2
Vermeiden Sie missverständliche Wörter (wie „grundsätzlich“ oder „relativ“).
klare Aussagen
Beispiel:
statt: „
Für alle Menschen besteht
grundsätzlich ein Anspruch auf Sozialhilfe
besser: „
Sie können Sozialhilfe erhalten, wenn Sie […]
1.4.3
Vermeiden Sie Fremdwörter, wenn es ein treffendes einfaches deutsches Wort gibt.
Fremdwörter, die geläufiger sind als deutsche Begriffe, können Sie verwenden.
Fremdwörter
meiden
Beispiele:
statt: „
essentiell
“ und „
transferieren
besser: „
notwendig
“ und „
übertragen
statt: „
Abschrift
“ und „
Rechner
besser: „
Kopie
“ und „
Computer
1.4.4
Lange Wörter sind schwer lesbar. Teilen Sie lange Wörter daher auf. Auch Bindestriche
sind erlaubt.
Lange Wörter
aufteilen
Beispiel:
statt: „
Hinterbliebenenleistungsempfänger
“ und „
Bewohnerparkausweis
besser: „
Empfänger von Leistungen an Hinterbliebene
“ und „
Bewohner-Parkausweis
1.4.5
Lassen Sie Wörter und Wortteile weg, die im Zusammenhang keine zusätzlichen
Informationen tragen.
Füllwörter und
Redundanzen
weglassen
Beispiele:
statt: „
getroffene Vereinbarung
“ und „
überprüfen
besser: „
Vereinbarung
“ und „
prüfen
Folgende Wörter können im Normalfall weggelassen werden:
absolut, ausdrücklich,
eigentlich, gegebenenfalls, auch, aber
.
Lassen Sie auch einleitende Wendungen weg wie „
Es wird darauf hingewiesen, dass
“.
1.5
Geschlechterneutrale Sprache
1.5.1
Personenbezeichnungen sollen beide Geschlechter berücksichtigen. Dazu haben Sie
mehrere Möglichkeiten:
direkte Ansprache: statt „
der Antragsteller
“ besser „
Sie
geschlechtsneutrale Bezeichnungen wie „
minderjährige Person
“, „
vorsitzendes
Mitglied
“, „
Elternteil
“, „
wer in Berlin wohnt
Mehrzahl: statt „
die oder der Beschäftigte
“ besser „
die Beschäftigten
Doppelnennungen: „
Bürgerinnen und Bürger
“.

1.5.2
Verkürzen Sie Doppelnennungen nicht
Beispiele:
statt: „
Bürger(innen)“, „Bürger/innen“, „Bürger_innen“ oder „BürgerInnen
“.
besser „
Bürgerinnen und Bürger
1.6
Fließtexte strukturieren
Strukturieren Sie lange Fließtexte durch Absätze, Zwischenüberschriften und
Aufzählungen.
1.6.1
Bilden Sie Absätze nach Sinneinheiten.
sinnvolle
Absätze
1.6.2
Fügen Sie Zwischenüberschriften ein, im Idealfall aber nicht mehr als 2 Textebenen.
1.7
Aufzählungen
1.7.1
Formatieren Sie Aufzählungen als Liste mit Aufzählungszeichen (unsortierte Liste).
Wenn eine Reihenfolge zwingend ist, können Sie die Liste auch nummerieren
(sortierte Liste).
Listen nutzen
Beispiele:
unsortierte Liste:
Punkt 1
Punkt 2
sortierte Liste:
1.
Punkt 1
2.
Punkt 2
1.7.2
Klammern Sie Aufzählungen nicht in Sätzen ein. Wenn die Aufzählung Teil eines Satzes
ist, sollte der Satz nach der Aufzählung nicht weitergehen.
Keine
Satzklammern
Beispiele:
statt:
„Sie können sich
mit Ihrem Personalausweis oder
mit Ihrem Reisepass
ausweisen.“
besser:
„Sie können sich ausweisen mit
Ihrem Personalausweis oder
Ihrem Reisepass.“
1.8
Links (Verlinkungen)
1.8.1
Verwenden Sie für externe Links nur Module, die ausdrücklich solche Links vorsehen.
Die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser soll bei der Leistungsbeschreibung
bleiben und nicht dem Linkziel folgen.
Links sind in folgenden Modulen erlaubt:
Weiterführende Informationen
Formulare
Keine Links im
Text

Rechtsgrundlage
Ansprechpunkt
Zuständige Stelle
1.8.2
Platzieren Sie Links ansonsten am Ende eines Absatzes.
1.8.3
Verwenden Sie Linktexte, die einen Hinweis darauf geben, wohin der Link führt.
Linktexte
nutzen
Beispiel:
statt: „Ein Merkblatt der XYZ-Behörde finden Sie
hier
besser: „
Merkblatt der XYZ- Behörde
1.8.4
Bei Links auf Dokumente können Sie Dateityp, Größe und Seitenzahl in Klammern
anfügen. Trennen Sie die Informationen mit Semikolons. Runden Sie die Größe in
Megabyte auf eine Nachkommastelle. Kürzen Sie Dateiformat und Megabyte ab.
Beispiele:
Fotomustertafel der Bundesdruckerei
Fotomustertafel der Bundesdruckerei (PDF; 2,1 MB; 8 Seiten)
1.9
Schreibweise: Rechtschreibung, Abkürzungen, Zahlen, Maßeinheiten
1.9.1
Halten Sie sich an den Duden. Wenn mehrere Schreibweisen möglich sind, wählen Sie
die vom Duden empfohlene.
Duden
beachten
1.9.2
Kürzen Sie nicht ab. Verwenden Sie auch keine vermeintlich gängigen Abkürzungen
wie „
z. B.
“, „
Abs.
“ oder „
Nr.
“. Verwenden Sie Abkürzungen nur, wenn diese viel
geläufiger sind als die ausgeschriebene Variante (wie
GmbH
,
ARD
,
NATO
).
nicht abkürzen
1.9.3
Wenn Sie Abkürzungen verwenden wollen, schreiben Sie den Begriff beim ersten Mal
aus und fügen die Abkürzung in Klammern an. Danach können Sie die Abkürzung
verwenden.
Beispiel:
Europäische Union (EU)
1.9.4
Schreiben Sie Zahlen als Ziffern, aber den unbestimmten Artikel „ein/eine“ als Wort.
Zahlen als Ziffer
1.9.5
Kürzen Sie auch Maßeinheiten im Normalfall nicht ab („Jahr“, „Meter“). In technischen
Zusammenhängen können Sie die Einheiten abkürzen („cm³“, „kW“).
Beispiel:
Statt: „
Gebäude über 5m Firsthöhe […]
“ und „
Fahrzeuge mit weniger als 1.500
Kubikzentimetern Hubraum.
Besser: „
Gebäude über 5 Meter Firsthöhe […]
“ und „
Fahrzeuge mit weniger als 1.500
cm³ Hubraum.
1.10
Einzelne Formate: Datum, Anschrift, Telefon, Fax, E-Mail, Öffnungszeiten
1.10.1
Datumsformat:
TT.MM.JJJJ
TT.MM.JJJJ
Beispiel:
02.11.2015
1.10.2
Anschriften in den Modulen „Zuständige Stelle“ und „Ansprechpunkt“ werden von
Redaktionssystemen in der Regel automatisch erzeugt.

Format für Anschriften in Deutschland:
Organisationsname
[falls erforderlich: Abteilung/Ressort]
Straße Hausnummer [falls erforderlich: Adresszusatz]
PLZ Ort
Beispiel:
Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt
Geschäfts- und Koordinierungsstelle LeiKa
Editharing 40
39106 Magdeburg
1.10.2.1
Verwenden Sie für Anschriften im Ausland den Standard des jeweiligen Staates.
Schreiben Sie darunter den Staat in Großbuchstaben und auf Deutsch.
1.10.2.2
Sie können eine Anschrift bei Bedarf mit zusätzlichen Informationen versehen, zum
Beispiel:
über einen barrierefreien Zugang,
über Haltestellen von öffentlichen Verkehrsmitteln in der Nähe oder
über Parkmöglichkeiten in der Nähe.
1.10.3
Format für Telefon- und Faxnummern:
[Länderkennung][Ortsnetzkennzahl][Leerzeichen][Teilnehmerrufnummer]
[Bindestich][Durchwahl]
Wenn Sie mehrere Telefonnummern mit unterschiedlichen Funktionen angeben,
können Sie die Funktionen in Klammern hinter den Nummern schreiben.
Lange Ziffernfolgen können Sie mit Leerzeichen in Vierer-Blöcke gliedern.
internationale
Telefonnumme
rn
Beispiele:
Tel.: +49 391 895-9995 (Urkundenstelle)
Tel.: +49 391 895-9999 (Auskunft)
Tel.: +49 800 1000 4800 (Hotline)
Mobil: +49 163 1815 234
Fax: +49 40 1527-9090
1.10.3.1
Geben Sie unterhalb von Telefon- und Faxnummern zusätzlichen Informationen an,
wenn Ihnen diese bekannt sind. Dies sind beispielsweise Erreichbarkeiten und
Angaben zu Kosten.
Erreichbarkeit
von Hotlines
angeben
Beispiel:
Tel.: +49 391 895-0 (Hotline)
Anrufzeiten:
Mo. 09:00 – 18:00 Uhr
Di. 09:00 – 18:00 Uhr
Mi. 09:00 – 18:00 Uhr
Do. 09:00 – 18:00 Uhr
Fr. 09:00 – 18:00 Uhr
Aus dem deutschen Festnetz: 0,14 Euro pro Minute, Mobilfunk: bis zu 0,42 Euro pro

Minute
1.10.4
Schreiben Sie E-Mail-Adressen als Linktext.
Beispiel:
E-Mail: info@kontakt.de
1.10.5
Öffnungszeiten
1.10.5.1
Listen Sie die Tage Montag bis Freitag auf jeden Fall auf. Falls an diesen Tagen nicht
geöffnet ist, schreiben Sie dahinter „geschlossen“.
Listen Sie Samstag und Sonntag nur auf, falls an diesen Tagen geöffnet ist.
Kürzen Sie die Wochentage mit einem Punkt ab (
Mo.
,
Di.
,
Mi.
,
Do.
,
Fr.
,
Sa.
,
So.
).
1.10.5.2
Format für Zeitangaben:
„hh:mm Uhr“
1.10.5.3
Format für Zeiträume:
„hh:mm – hh:mm Uhr“ (Leerzeichen vor und nach dem Gedankenstrich).
Schreiben Sie „und“ zwischen mehreren Zeiträumen.
1.10.5.4
Falls es Besonderheiten zu den einzelnen Tagen gibt, schreiben Sie diese zuletzt.
Setzen Sie ein Komma zwischen Uhrzeiten und Besonderheiten.
1.10.5.5
Verlinken Sie auf aktuelle Wartezeitenangaben, wenn dies möglich ist.
Beispiele:
Mo. 07:30 – 12:30 Uhr
Di. 00:00 – 24:00 Uhr
Mi. geschlossen
Do. 07:30 – 12:30 Uhr und 14:00 – 16:00 Uhr
Fr. nur mit Termin
Sa. 07:30 – 12:30 Uhr, nur jeden ersten Sa. im Monat
2
Besonderheiten für Module zur Leistung
2.1
LeiKa-Schlüssel
Inhalt: Ziffernfolge zur eindeutigen Identifikation der Leistung
Wird automatisch vom Redaktionssystem LeiKa erstellt.
2.2
Leistungsbezeichnung
Inhalt: technische Bezeichnung der Leistung
Format:
[Leistungskennung][Leerzeichen][Verrichtungskennung][Leerzeichen][Verrichtungsdet
ail]
2.2.1
Formulieren Sie nach Möglichkeit geschlechterneutral. Wenn das nicht möglich oder
sehr kompliziert ist, verwenden Sie nur die männliche Personenbezeichnung.

Beispiel:
Leistungsobjekt: Personalausweis
Verrichtung: Ausstellung
Verrichtungsdetail: neu wegen Ablauf der Gültigkeit
Personalausweis Ausstellung neu wegen Ablauf der Gültigkeit
2.3
Leistungsname
Inhalt: bürgerfreundliche Bezeichnung der Leistung
2.3.1
Formulieren Sie den Leistungsnamen prägnant und allgemeinverständlich. Bezeichnen
Sie die Leistung nach Möglichkeit mit Begriffen aus der Alltagssprache.
Beispiel: für die Leistungsbezeichnung „Hundesteuer – Festsetzung“
Hund anmelden
2.3.2
Formulieren Sie nach Möglichkeit geschlechterneutral. Wenn das nicht möglich oder
sehr kompliziert ist, verwenden Sie nur die männliche Personenbezeichnung.
Beispiel:
statt: „
Anerkennung als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt
besser: „
Anerkennung als Rechtsanwalt
“.
2.4
Begriffe im Kontext (Synonyme)
Inhalt: Synonyme und andere Begriffe, unter denen die Leistung typischerweise
gesucht wird oder bei einer Stichwortsuche gefunden werden soll.
2.4.1
Tragen Sie mehrere, vor allem umgangssprachliche oder regionale Begriffe ein wie:
Fleppe
“; „
Perso
“; „
Behindertenausweis
“; „
Flaschner
“; „
Herdprämie
“.
2.5
Volltext
Inhalt: ausführliche Beschreibung der Leistung
2.5.1
Beantworten Sie folgende Fragen der Bürgerin oder des Bürgers: „Betrifft mich das?“
und „Was habe ich davon?“ Zusätzlich können Sie Tipps geben, auf Alternativen
hinweisen oder Beispiele geben.
2.5.2
Seien Sie sparsam mit Details, die in anderen Modulen geklärt werden (zum Beispiel
Gebühren, Links auf weiterführende Informationen oder vorzulegenden Unterlagen).
2.5.3
Richtwert: höchstens 5.000 Zeichen (einschließlich Leerzeichen, ohne Satzzeichen)
5.000 Zeichen
2.6
Kurztext
Inhalt: Kurzbeschreibung der Leistung
2.6.1
Den Kurztext erstellen Sie durch Streichungen innerhalb des Volltextes. Somit entsteht
die gekürzte Textvariante (Beispielsweise die ersten 1.800 Zeichen des Volltextes).
Fügen Sie keine zusätzlichen Informationen gegenüber dem Volltext hinzu.
= Volltext mit
Auslassungen
2.6.2
höchstens 1.800 Zeichen (einschließlich Leerzeichen, ohne Satzzeichen)
1.800 Zeichen
2.6.3
Zielgruppe: unter anderem Teasertexte, Kurzinformationen in Länderportalen und die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der telefonischen Auskunft (Einheitliche
Behördennummer 115)
2.7
Rechtsgrundlagen
Inhalt: Rechtsgrundlagen, die für die Verwaltungsleistung wichtig sind; möglichst
verlinkt.

2.7.1
Nennen Sie die Anspruchs- oder Eingriffsnorm. Je nach Bedeutung für die Leistung
können Sie auch Normen zum Verfahrensablauf oder zu Formerfordernissen nennen.
2.7.2
Verweisen Sie so genau wie möglich auf Gesetze, einzelne Paragraphen oder Absätze.
Wenn mehrere Gesetze, Verordnungen usw. einschlägig sind, verwenden Sie pro
Normenkörper einen Listenpunkt. Sortieren Sie die Punkte nach Wichtigkeit für die
Verwaltungsleistung.
2.7.3
Verlinken Sie bei Bundesrecht auf eine Seite von
www.gesetze-im-internet.de
.
2.7.4
Verwenden Sie als Linktext den Titel der verlinkten Norm.
2.7.5
Formate:
-
§ 3 Absatz 1 Kurztitel (Abkürzung des Titels)
-
§§ 3, 6 Kurztitel (Abkürzung des Titels)
-
§§ 3 bis 6 Kurztitel (Abkürzung des Titels)
-
Kurztitel (Abkürzung des Titels)
2.8
Erforderliche Unterlagen
Inhalt: Welche Unterlagen sind nötig, um das Verfahren durchzuführen.
2.8.1
Wenn keine Unterlagen erforderlich sind, schreiben Sie schlicht „keine“ (z. B.: beim
Melden von Schlaglöchern).
2.8.2
Nutzen Sie Aufzählungen (siehe Punkt 1.7).
2.8.3
Machen Sie deutlich, wenn eine Unterlage nicht in jedem Fall erforderlich ist.
Beispiele:
-
Personalausweis
-
Bei Vertretung: schriftliche Vollmacht
2.9
Voraussetzungen
Inhalt: Welche rechtlichen Voraussetzungen erfordert das Verfahren?
2.8.1
Wenn keine Voraussetzungen erforderlich sind, schreiben Sie schlicht „keine“ (z. B.:
beim Melden von Schlaglöchern).
2.8.2
Nutzen Sie Aufzählungen (siehe Punkt 1.7).
2.8.3
Machen Sie deutlich, wenn eine Voraussetzung nicht in jedem Fall erforderlich ist.
Beispiele:
-
Schwerbehinderung mit einem Grad von 70 % oder mehr
-
Merkzeichen „aG“
-
Bei Minderjährigen: Zustimmung der Eltern
2.10
Kosten
Inhalt: Welche Kosten entstehen Bürgerinnen und Bürger oder Unternehmen für die
Leistung?
2.10.1
Geben Sie die Kosten so konkret wie möglich an. Wenn Sie die Kosten nicht genau
beziffern können, geben Sie einen Kostenrahmen an. Wenn Sie keinen konkreten
Kostenrahmen nennen können, schreiben Sie: „Es fallen Kosten an.“
2.10.2
Geben Sie Beträge unter EUR 1.000 mit zwei Nachkommastellen an. Geben Sie glatte
Beträge ab EUR 1.000 ohne Nachkommastellen an. Verwenden Sie als
Tausendertrennzeichen den Punkt.

2.10.3
Schreiben Sie innerhalb eines Kostenrahmens beide Beträge mit oder beide ohne
Nachkommastellen.
2.10.4
Verwenden Sie „EUR“ als Währungsbezeichnung. Setzen Sie zwischen „EUR“ und
Betrag ein geschütztes Leerzeichen.
2.10.5
Formate:
Fixe Kosten: „[Kostenart]: EUR [Betrag]“
Kostenrahmen: „[Kostenart]: EUR [Betrag] – [Betrag]“
Beispiele:
-
Prüfungsgebühr: EUR 1.275,50
-
Seminarkosten: EUR 1.200 – 1.750
2.11
Verfahrensablauf
Inhalt: Was müssen Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen tun, um das
Verfahren anzustoßen? Wie endet das Verfahren?
Machen Sie deutlich, ob, wann und wie Bürgerinnen und Bürger oder Unternehmen
handeln müssen.
Beschreiben Sie kurz wichtige Verfahrensschritte und Beteiligte.
Beispiel:
Die Verlängerung Ihres Schwerbehindertenausweises können Sie beim der
zuständigen Stelle formlos beantragen. Wurde Ihr Ausweis bereits zweimal
verlängert, müssen Sie einen neuen beantragen.
Die zuständige Stelle informiert Sie über das weitere Vorgehen und die
voraussichtliche Bearbeitungsdauer.“
2.12
Bearbeitungsdauer
Inhalt: Wie lange dauert es, bis das Verfahren abgeschlossen ist? (auch durch
Genehmigungsfiktionen)
2.12.1
Geben Sie die Bearbeitungsdauer an, wenn dies möglich oder gesetzlich geregelt ist.
Nutzen Sie Aufzählungen (siehe Punkt 1.7), wenn es mehrere Bearbeitungsdauern gibt.
Beispiele:
-
in der Regel 2 – 4 Wochen
oder
1.
Prüfungszeitraum: 3 Monate
2.
Erprobungsphase: 12 Monate
2.13
Fristen
Inhalt: Welche Fristen müssen Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen beachten?
Beispiel:
-
Anzeige der Versammlung: wenigstens 48 Stunden vor dem Beginn der
Versammlung
-
Widerspruchsfrist: 1 Monat
2.14
Formulare

Inhalt: Welche Formulare benötigen Bürgerinnen und Bürger oder Unternehmen, um
die Leistung in Anspruch zu nehmen?
2.14.1
Verlinken Sie auf Antragsformulare (auch Antragsassistenten), Merkblätter,
Fragebögen, vorformulierte Erklärungen. Nutzen Sie ggf. Aufzählungen (siehe Punkt
1.7).
2.14.2
Bezeichnen Sie das Formular prägnant und allgemeinverständlich. Im Idealfall können
Sie dazu den Titel verwenden, wie er auf dem Formular selbst steht.
Beispiel:
o
Antrag auf Kindergeld
o
Hinweise zum Antrag auf Kindergeld
2.15
Weiterführende Informationen
Inhalt: Links auf Internetseiten mit Informationen rund um die Verwaltungsleistung.
2.15.1
Verlinken Sie auf Fachportale, Internetseiten zur Anspruchsberatung oder
Anspruchsberechnung, Informationsseiten der Fachverwaltung. Nutzen Sie ggf.
Aufzählungen (siehe Punkt 1.7).
2.16
Hinweise (Besonderheiten)
Inhalt: Hinweise, die im Zusammenhang mit der Leistung beachtet werden sollten.
2.16.1
Nennen Sie zusätzliche Informationen für spezielle Zielgruppen; Hinweise auf ähnliche
Leistungen, die zusätzlich in Anspruch genommen werden können oder Alternativen
zu dieser Leistung sind.
2.16.2
Falls Querbeziehungen zu anderen Themen bestehen, nennen Sie diese Themen nicht
nur stichwortartig, sondern erläutern Sie die Querbeziehung kurz.
2.17
Letzte Aktualisierung
Inhalt: Datum der letzten Aktualisierung des Datensatzes
2.17.1
Wird automatisch von Redaktionssystem als Meta-Information gespeichert und als
Datum dargestellt.
2.18
Urheber (nur für interne Zwecke)
Inhalt: Angaben zum Verfasser des Textes
2.18.1
Geben Sie die Bezeichnung der Organisation und deren funktionsbezogene E-Mail-
Adresse an. Optional können Sie eine Ansprechperson nennen.
Viele Redaktionssysteme kennzeichnen den Urheber eines Textes automatisch
(zuletzt geändert durch) im Rahmen der Versionierung des Datensatzes.
2.19
Fachlich freigegeben durch
Inhalt: Die Stelle, die für die fachliche Richtigkeit des Datensatzes verantwortlich ist.
2.19.1
Format:
„fachlich freigegeben durch: [Name der Organisation]“
Beispiel:
fachlich freigegeben durch: Bundesministerium der Verteidigung

2.20
Fachlich freigegeben am
Inhalt: Datum der letzten fachlichen Freigabe
2.20.1
Format: „fachlich freigegeben am: TT.MM.JJJJ“
Beispiel:
fachlich freigegeben am: 01.06.2015
2.21
Typisierung
Inhalt: Regelungs- und Vollzugskompetenz zur Leistung gemäß Handbuch LeiKa-plus
2.21.1
Geben Sie die Typisierung an durch Ziffern und gegebenenfalls Buchstaben.
Verwenden Sie keine Leerzeichen.
2.22.2
Format:
„1“ – Regelungs- und Vollzugskompetenz auf Bundesebene
„2“ – Regelungskompetenz auf Bundesebene,
„2a“ - Vollzug durch Landesebene
„2b“ - Ausführungsvorschriften durch Landesebene, Vollzug durch kommunale Ebene
„3“ – Regelungskompetenz auf Bundesebene (Abweichungsrecht bzw. ehemals
Rahmengesetzgebung)
„3a“ - Vollzug durch Landesebene
„3b“ - Ausführungsvorschriften durch Landesebene, Vollzug durch kommunale Ebene
„4“ - Regelungskompetenz auf Landesebene
„4a“ – Vollzug auf Landesebene
„4b“ - Vollzug durch kommunaler Ebene
„5“ – Regelungskompetenz auf kommunaler Ebene
„6“ – allgemeine Hinweise mit informativem Charakter, die nicht eine bestimmte
Leistungserbringung betreffen
„7“ - Service- und Sonderrufnummern mit Informationsbedarf in der Bevölkerung
„10“ – Verwaltungsinterne Leistung
Beispiele:
1
2b
4a
3
Besonderheiten für Module zur Zuständigkeit
3.1
Zuständige Stelle
Inhalt: Angaben zu den Stellen, die für die Dienstleistung sachlich und örtlich zuständig
sind.
3.1.1
Die zuständigen Stellen sind Organisationseinheiten. Als solche werden sie getrennt
von den Leistungen gepflegt und diesen dann zugeordnet.
3.1.2
Geben Sie Name, Anschrift, Kontaktmöglichkeiten und Öffnungszeiten an.
Beispiel:

Deutsches Patent- und Markenamt
Zweibrückenstraße 12
80331 München
Tel.: +49 89 2195-0
Fax: +49 89 2195-2221
E-Mail: info@dpma.de
Öffnungszeiten:
Mo. 07:30 – 17:00 Uhr
Di. 07:30 – 17.00 Uhr
Mi. 07:30 – 17:00 Uhr
Do. 07:30 – 17:00 Uhr
Fr. 07:30 – 15.30 Uhr
3.2
Ansprechpunkt
Inhalt: Angaben zu den Stellen, die in einer bestimmten Rolle (Stellen, die Anträge
annehmen; Beratungsstellen; Hotline) Ansprechpunkte für Bürgerin, Bürger oder
Unternehmen sind.
3.2.1
Ansprechpunkte sind Organisationseinheiten. Als solche werden sie getrennt von den
Leistungen gepflegt und diesen dann zugeordnet.
3.1.2
Geben Sie Name, Anschrift, Kontaktmöglichkeiten und Öffnungszeiten an.
Beispiel:
Servicetelefon Deutsche Rentenversicherung Bund
Kontaktmöglichkeiten:
Tel.: +49 800 1000480070 (Hotline)
Anrufzeiten:
Mo. 07:30 - 19:30 Uhr
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