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4. Bewertung des Operationellen
Programms des Freistaates Sach-
sen für den Europäischen Sozial-
fonds (ESF) im Ziel Konvergenz in
der Förderperiode 2007 bis 2013
Endbericht
Bewilligte ESF-Mittel nach Kreisen und Direktionsbezirken. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand: 31.3.2012
v. 2.03
10. August 2012

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Dokumentinformationen
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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4. Bewertung des Operationellen Programms des Freistaates Sachsen für den Europäischen
Sozialfonds (ESF) im Ziel Konvergenz in der Förderperiode 2007 bis 2013
Endbericht
Auftraggeber: Verwaltungsbehörde für den Europäischen Sozialfonds - Sächsisches Staatsministeri-
um für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Version:
2.03
Datum:
10. August 2012
Projektnummer:
1108615
Kommentar:
Ansprechpartner:
Maciej Dabrowski
Telefon:
+49 40 22703 5224
Fax:
+49 40 22703 1224
E-Mail:
maciej.dabrowski@steria-mummert.de
Standort:
Steria Mummert Consulting AG
Hans-Henny-Jahnn-Weg 29
22085 Hamburg

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Verzeichnisse
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Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
5
Management Summary
10
1
Ausgangslage und Zielsetzung
13
2
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
17
2.1
Prioritätsachse A
17
2.2
Prioritätsachse B
22
2.3
Prioritätsachse C
28
2.4
Prioritätsachse E
32
2.5
Zusammenfassung und Fazit
32
3
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des Operationellen
Programms
35
3.1
Vorgehensweise
35
3.2
Bewertung der Strategischen Ziele in den Prioritätsachsen
37
3.2.1
Prioritätsachse A
37
3.2.2
Prioritätsachse B
50
3.2.3
Prioritätsachse C
69
3.2.4
Prioritätsachse D: Technische Hilfe
85
3.2.5
Prioritätsachse E
85
3.2.6
Zusammenfassung und Fazit
91
3.3
Bewertung der Querschnittsziele
96
3.3.1
Bewertungsgrundlage und Bewertungsgegenstände
96
3.3.2
Chancengleichheit von Frauen und Männern
98
3.3.3
Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch, sozial)
100
3.3.4
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels
103
3.3.5
Zusammenfassung und Fazit
104
4
Anforderungen der Förderperiode 2014-2020
106
4.1
Anforderungen im Überblick
106
4.1.1
EU-Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
106
4.1.2
Stärkung der strategischen Programmplanung in den Strukturfonds
107
4.1.3
Thematische Konzentration im ESF und weitere thematische Anforderungen
109
4.1.4
Konditionalität und Ergebnisorientierung
114
4.2
Anforderungen an das Programmportfolio
116
4.2.1
Analyse
116
4.2.2
Zusammenfassende Bewertung und Handlungsoptionen für die
Programmgestaltung 2014-2020
126
4.3
Anforderungen an Querschnittsthemen
128
4.3.1
Analyse
128

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Verzeichnisse
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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4.3.2
Schlussfolgerung für die Programmplanung
133
4.4
Anforderungen an Umsetzungs- und Steuerungssysteme
134
5
Anhang
140
5.1
Quellennachweise der sozioökonomischen Daten
140
5.1
Abbildungsverzeichnis
145
5.2
Tabellenverzeichnis
146

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Zusammenfassung
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Zusammenfassung
2
Mit dem Jahr 2012 beginnen die Vorbereitungen für die Förderperiode 2014 bis 2020. Nachdem we-
3
sentliche Teile des Förderprogramms im Rahmen der 2.Phase der Evaluierung im Detail untersucht
4
und bewertet worden sind, liegen umfassende Erkenntnisse über die Ergebnisse der Förderung vor.
5
Um die Evaluierungsergebnisse möglichst frühzeitig für die Programmplanung verfügbar zu machen,
6
hat sich die Verwaltungsbehörde in Abstimmung mit dem Evaluator entschlossen, die Berichterstat-
7
tung auf das Ende des ersten Halbjahres vorzuziehen.
8
Zum einen wird mit dem Bericht die laufende Förderung auf Programmebene bewertet. Die Bewer-
9
tungsgrundlage bilden die
Strategischen Ziele des Operationellen Programms.
Zum anderen soll
10
ein
Ausblick auf die künftige Förderperiode 2014-2020
vor dem Hintergrund künftiger Anforderun-
11
gen in Gestalt der vorliegenden Verordnungsentwürfe der Europäischen Kommission erfolgen. Hier-
12
durch wird das Ziel verfolgt, die Vorbereitungen der neuen Förderperiode mit Erkenntnissen aus vor-
13
handenen Evaluierungsergebnissen zu unterstützen.
14
Die Bewertung soll auf Grundlage der Ergebnisse der durchgeführten Fach- und Programmevaluie-
15
rungen erfolgen.
16
Sozioökonomische Rahmenbedingungen (siehe im Einzelnen Kap. 2)
17
Ausgehend von der Analyse der Ausgangslage im Operationellen Programm, insbesondere der
18
SWOT-Analyse, hat die Evaluierung die Veränderung der Ausgangsbedingungen untersucht. Die
19
zentralen Entwicklungen stellen sich wie folgt dar:
20
Die Erwerbstätigenquote hat sich positiv entwickelt. Entgegen dieser Tendenz entwickelt sich die
21
Situation älterer Beschäftigter. Zudem sinkt die Beteiligung von Erwachsenen an allgemeiner und
22
beruflicher Bildung. Diese Entwicklungen deuten auf ein erhöhtes Risiko eines zukünftigen Fach-
23
kräftemangels in Sachsen hin.
24
Die Anzahl der Unternehmensgründungen gemessen an den Gewerbeanmeldungen ist rückläufig.
25
Diese Tendenz wirkt der Stärkung der sächsischen Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit entge-
26
gen. Aus diesem Grund besteht weiterhin eine Relevanz für Maßnahmen zur Förderung von ar-
27
beitsplatzschaffenden Gründungen.
28
Auf dem Ausbildungsmarkt ist eine Verbesserung der Angebot-Nachfrage-Relation für Ausbil-
29
dungsstellen festzustellen. Die Ausbildungsplatzsituation hat sich deutlich verbessert. Förderbedarf
30
besteht weiterhin bei Jugendlichen, die es schwer haben, einen Ausbildungsplatz zu finden, z.B.
31
aufgrund von Benachteiligungen oder Einschränkungen in der Ausbildungsreife.
32
Die Studierendenzahlen in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern und die Promoti-
33
onsquote sind rückläufig. Diese Tendenzen schwächen die Innovationskraft der sächsischen Wirt-
34
schaft und verstärken die Problematik des Fachkräftemangels in Sachsen.
35
Die Arbeitslosen- und Langzeitarbeitslosenquote entwickelt sich positiv. Es ist ein Rückgang der
36
Anzahl Arbeitsloser im Rechtskreis des SGB II und III erkennbar. Jedoch profitieren nicht beide

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Zusammenfassung
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1
Zielgruppen gleichermaßen von diesem Trend. Aus diesem Grund bleibt die Förderung der Be-
2
schäftigungsfähigkeit und der sozialen Integration von arbeitsmarktfernen Betroffenen auch weiter-
3
hin relevant.
4
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des Operationellen Programms (siehe
5
im Einzelnen Kap. 3.1 und 3.2)
6
Finanzieller Verlauf
7
Zum Ende des ersten Quartals des sechsten Förderjahres sind von den 871,9 Mio. Euro ESF-Mitteln
8
622,4 Mio. Euro in Bewilligungen gebunden. Der Bewilligungsstand liegt damit bei 71 Prozent, womit
9
der finanzielle in etwa dem zeitlichen Umsetzungsstand von 75 Prozent entspricht. In der Prioritäts-
10
achse A ist der finanzielle Umsetzungsstand mit 61 Prozent unterdurchschnittlich. Die Prioritätsach-
11
se C erreicht dagegen mit 79 Prozent einen hohen Bewilligungsstand. In mehreren kleineren Vorha-
12
bensbereichen verschiedener Prioritätsachsen ist es gleichwohl nicht gelungen, den Bewilligungs-
13
stand auf das erwartete Niveau anzuheben. Eine Reihe von Vorhabensbereichen weist aber auch zu
14
hohe Bewilligungsstände von bis zu 100 Prozent auf. Dies gilt insbesondere für die Prioritätsachse C.
15
Materieller Verlauf
16
Indikatoren des Operationellen Programms
17
Die Indikatoren des Operationellen Programms wurden in der Vergangenheit auf Basis der gewonne-
18
nen Erfahrungen angepasst. Im 2. Änderungsantrag wurden die Zielwerte ein weiteres Mal modifiziert.
19
Die Überprüfung der neuen Ziel- mit den Ist-Werten zeigt, dass die aktuellen Planungen größtenteils
20
realistisch sind.
21
Die Überprüfung der Zielgruppenerreichung zeigt, dass die in den Programmen angesprochenen Ziel-
22
gruppen in der Regel erreicht werden.
23
Bewertung der Querschnittsziele (siehe im Einzelnen Kap 3.3)
24
Chancengleichheit
25
Die Maßnahmen ohne geschlechterspezifische Ausrichtung weisen durch einen hohen Anteil an tech-
26
nisch-naturwissenschaftlichen Inhalten nur wenige weibliche Teilnehmer/innen auf. Die frauenspezifi-
27
sche Förderung wurde punktuell umgesetzt. Sie sollte aus Sicht der Evaluierung zukünftig noch stär-
28
ker auf Belange der frauenspezifischen Lebenslagen eingehen.
29
Nachhaltigkeit
30
In der Breite der Förderung kann die ökologische Nachhaltigkeit stärker adressiert werden. Insbeson-
31
dere bestehen Potenziale in Instrumenten, die auf die Qualifizierung von Beschäftigten und Auszubil-
32
denden ausgerichtet sind. Die ökonomische Nachhaltigkeit wird vom Programm durch die Erhöhung
33
des Humankapitals und die Unterstützung von Existenzgründungen und Innovationen gewährleistet.
34
Die soziale Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil des ESF und wird in einzelnen Förderungen be-
35
sonders stark verfolgt.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Zusammenfassung
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels
2
Der ESF leistet durch Bildungsmaßnahmen und Gründungsförderungen Beiträge zur Steigerung der
3
Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Sachsen. Beiträge zur Bewältigung des demografischen Wan-
4
dels leistet der ESF insbesondere in Programmen zur Förderung der beruflichen Ausbildung und zur
5
Verbesserung der Erwerbsbeteiligung von Frauen. Insbesondere in der Zielgruppenerreichung von
6
Älteren besteht aus Sicht der Evaluierung noch Potenzial, diese Zielgruppe stärker als bisher in den
7
Blick zu nehmen.
8
Anforderungen der Förderperiode 2014-2020 (siehe im Einzelnen Kap 4.1 und 4.2)
9
Die EU-Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum bildet den Bezugsrahmen
10
für die Programmplanung der Förderperiode 2014 bis 2020. Insgesamt wurde eine hohe Überein-
11
stimmung zwischen der Strategie und dem bestehenden Programmportfolio festgestellt. Der Verord-
12
nungsentwurf für den ESF sieht eine zukünftig verstärkte thematische Konzentration der Fördermittel
13
vor. Für die Programmplanung des Freistaates Sachsen leitet sich hieraus die Anforderung ab, im
14
vorgesehenen Programmportfolio eine entsprechende Schwerpunktsetzung vorzunehmen. Unter den
15
Bedingungen der geforderten Konzentration besteht eine weitere Herausforderung für die Programm-
16
planung darin, mögliche Beiträge zu den anderen thematischen Zielen zu identifizieren und entspre-
17
chend der Bedarfslage in den ESF zu integrieren. Ähnliches gilt für die geforderten Themenstellungen
18
mit Querschnittscharakter. Beim Vergleich der Anforderungen an die thematische Konzentration im
19
ESF mit den im derzeitigen Programmportfolio gesetzten Schwerpunkten zeigt sich, dass die in den
20
Verordnungsentwürfen vorgesehene Schwerpunktsetzung möglich ist. Es besteht eine hohe Überein-
21
stimmung zwischen den Anforderungen der neuen Förderperiode und der derzeitigen Förderung.
22
Eine weitere Herausforderung besteht darin, Kohärenz zwischen den neuen Instrumenten der Kom-
23
mission (Gemeinsamer Strategischer Rahmen, Partnerschaftsvereinbarung, thematische Ziele/ Inves-
24
titionsprioritäten) und der sächsischen Programmplanung herzustellen. Eine weitere Neuerung besteht
25
in der Einführung von Konditionalitätsvorschriften durch die EU-Kommission. Dies stellt besondere
26
Anforderungen an die Qualität der Programmplanung und an die zukünftige Steuerung der ESF-
27
Förderung im Freistaat Sachsen.
28
29
Anforderungen an Querschnittsziele (Siehe im Einzelnen 4.3)
30
Anforderungen an die Querschnittsziele in der nächsten Förderperiode wurden mithilfe der vorliegen-
31
den Evaluierungsergebnisse zu Querschnittszielen der Chancengleichheit, Nachhaltigkeit in der öko-
32
nomischen, ökologischen und sozialen Dimension sowie der Bewältigung des demografischen und
33
wirtschaftlichen Wandels des aktuellen Förderportfolios verglichen.
34
Die Chancengleichheit von Frauen und Männern wird im Sinne der Doppelstrategie im aktuellen För-
35
derportfolio mit einem allgemein gehaltenen Genderaspekt sowie spezifischen Vorhaben mit einem
36
geringen Umsetzungsstand adressiert. Hier sieht die Evaluierung Potenziale, Gender Mainstreaming
37
in der Breite der Förderung stärker zu verankern sowie im Diskurs mit Sozialpartner umsetzungs-
38
schwache, spezifische Vorhaben im Sinne von Verbesserungspotenzialen zu überprüfen.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Zusammenfassung
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1
Die ökonomische sowie soziale Dimension der Nachhaltigkeit wird in der derzeitigen Förderung durch
2
vielfältige Bildungs- und Benachteiligtenförderung in hohem Maße adressiert. Die ökologische Dimen-
3
sion ist bislang vor allem in branchenspezifischen Vorhaben implementiert, die nur in Teilen umge-
4
setzt werden konnten. Weitere Vorhaben adressieren ökologische Inhalte nur punktuell. Die Evaluie-
5
rung sieht hier Potenzial grüne Berufe und entsprechende Kompetenzvermittlung in der Bildungsför-
6
derung des ESF stärker zu verankern.
7
Die Vorbereitung der Arbeitskräfte auf den demografischen sowie wirtschaftlichen Wandel gelingt im
8
aktuellen Förderportfolio vor allem durch umfangreiche Bildungsförderung. Ein gestiegenes Qualifizie-
9
rungsniveau kann die Attraktivität und damit Mobilität der Arbeitskräfte erhöhen. Die Evaluierung sieht
10
aufgrund aktuell hoher Beiträge keinen weiteren Verbesserungs- oder Anpassungsbedarf.
11
Anforderungen an Umsetzungs- und Steuerungssysteme (Siehe im Einzelnen Kap. 4.4)
12
Die Anforderungen an die Umsetzungs- und Steuerungssysteme werden auf Grundlage der vorlie-
13
genden Verordnungsentwürfe vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der laufenden Evaluierung
14
bewertet.
15
Die Ergebnisse stellen sich zusammengefasst wie folgt dar.
16
Hinsichtlich der für die Förderperiode 2014-2020 vorgesehen
Konditionalitäten
besteht das Risiko,
17
dass eine Nichterreichung zu Aussetzung von Zahlungen der Kommission oder zu Finanzkorrektu-
18
ren führen kann. Wesentliche Anforderungen bestehen in einer dem Risiko adäquaten Steuerung
19
des Programms, einer organisatorischen Festlegung der Steuerungsverantwortung sowie der Be-
20
reitstellung der für die Steuerung notwendigen Informationen, z.B. im Monitoring und Reporting.
21
Die für die künftige Förderperiode geforderten
Indikatoren
sind teilweise durch die Europäische
22
Kommission verbindlich vorgegeben. Herausforderungen bestehen aus Sicht der Evaluierung ins-
23
besondere im Hinblick auf die Erhebung von gemeinsamen Ergebnisindikatoren, die den Verlauf
24
der Teilnehmer/innen nach Abschluss der Förderung abbilden. Diese Erhebung ist im System bis-
25
lang nur in Ansätzen implementiert.
26
Es besteht zukünftig eine vollumfängliche
Veröffentlichungspflicht
für die Evaluierungsergebnis-
27
se. Dies sollte in der Evaluierungsplanung berücksichtigt werden.
28
29
Für die neue Förderperiode stellt die Europäische Kommission hohe und sanktionsbewehrte An-
30
forderungen an die
Systeme für Begleitung und Evaluierung
sowie an die Validität der darin
31
enthaltenen Daten. Die Evaluierung hat empfohlen, möglichst frühzeitig mit der Konzeption und
32
Umsetzung des Systems zu beginnen.
33
In den Leitlinien der Europäischen Kommission für Monitoring und Evaluierung werden Anforde-
34
rungen hinsichtlich der
Nutzung von Evaluierungsergebnissen
diskutiert. Aus Sicht der Evaluie-
35
rung bietet der bestehende Prozess in der ESF-Förderung des Freistaates Sachsen bereits gut
36
entwickelte und erprobte Ansätze, die die Nutzung der Evaluierungen befördern. Die Evaluierung

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Zusammenfassung
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1
hat empfohlen, den bisherigen Prozess mit den beteiligten Akteuren zu reflektieren und die hieraus
2
gewonnenen Verbesserungsansätze in die Evaluierungsplanung der Förderperiode 2014-2020 ein-
3
fließen zu lassen.
4

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Management Summary
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1
Management Summary
2
In 2012 the preliminaries for the funding period 2014-2020 start. After crucial parts of the funding pro-
3
gramme have been in detail analysed and evaluated during the second phase of the evaluation, com-
4
prehensive results of the funding are now available.
5
In order to provide results of the evaluation for programm planning as early as possible, the adminis-
6
trative authority decided in coordination with the evaluator to bring the reporting forward to the end of
7
the first half-year.
8
On the one hand the report evaluates the current funding on programme-level. Basis of the evaluation
9
at hand are
objectives of the operational programme.
On the other hand,
a perspective on the
10
future funding period 2014-2020
against the background of future requirements as to available legis-
11
lative proposals of the European Commission is to be given. The objective of the evaluation is to sup-
12
port preliminaries of the new funding period with the available evaluation results.
13
The evaluation will be based on results of the field- and programme-evaluation.
14
General socio-economic conditions (see ch. 2 for details)
15
Based on the analysis of the initial situation of the operational programme, notably the SWOT analysis,
16
the evaluation has examined changes in initial conditions. The central developments are as follows:
17
The employment rate shows a positive trend. In contrary to this trend, the situation of elderly em-
18
ployees is contrary. In addition, the participation of adults in general and vocational training de-
19
creases. These developments indicate an increasing risk for future skill shortage in Saxony.
20
The number of enterprise-formation rated by the number of business registrations declines. This
21
trend works against the stabilization innovative ability and competitiveness of the Saxon economy.
22
Therefore, measures to promote employment-creating start-ups are still relevant for future funding.
23
The supply-demand-relation on the professional training market has improved. The number of
24
training positions has increased. A need of funding still exists for younger people, who have prob-
25
lems to find a
training
position,
for example because of disadvantages or constraints in their qualifi-
26
cations as to being prepared for a vocational training.
27
The number of students of mathematic-natural scientific fields of study and the promotion rate de-
28
cline. These trends weaken the strength of innovation of the Saxon economy and enhance the
29
problem of skill shortage in Saxony.
30
Unemployment and long-term unemployment rates show a positive trend. The number of unem-
31
ployed persons in the jurisdiction of the social security code II and III declines. However, both tar-
32
get groups do not profit equally from this trend. Therefore, the promotion of employability and social
33
integration of people without sufficient qualifications for the job market remain relevant.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Management Summary
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1
Contribution of the ESF to objectives of the operational programme (see ch. 3.1 and 3.2 for
2
details)
3
Financial Development
4
At the end of the first quarter of the sixth funding year, 622,4 million of the 871,9 million Euro of the
5
ESF fund resources are committed. The level of grants is thereby 71 percent, wherewith the financial
6
development corresponds approximately to the temporal implementation of 75 percent. In priority axis
7
A the financial implementation of 61 percent is below average. In contrary, the priority axis C achieves
8
a high level of grants with 79 percent. However, in several smaller fields of intervention of different
9
priority axes grants has not reached the expected level. A set of intervention fields show a high level of
10
grants of up to 100 percent. This applies especially to priority axis C.
11
Development of outputs and results
12
Indicators of the operational programme
13
On the basis of gained experience indicators of the operational programme have been adjusted in the
14
past. The second amendment contains a further modification of target values. An examination of the
15
new targets and actual values shows that the current plans are overall realistic..
16
The examination of reached target group shows that the programmes’ target groups are generally
17
reached.
18
Assessment of cross sectional objectives (see ch. 3.3 for details)
19
Equal opportunities
20
Because of a high proportion of mathematic-natural scientific contents measures without gender-
21
specific orientation show a small percentage of female participants. Measures aims specifically at
22
women were implemented only selectively in the portfolio. From the point of view of the evaluation
23
female life situations should be taken stronger into account in measures.
24
Sustainability
25
Across measures in the ESF portfolio ecological sustainability could be addressed stronger. There are
26
especially potentials with respect to targets concerning qualifications of employees and trainees. In the
27
operational programm the overall economic sustainability is provided by an increase of human capital
28
and support of start-ups and innovations. Social sustainability is an integral part of the ESF. Single
29
measures pursue social sustainability in particular.
30
Solution of demographic and economic change
31
Educational measures and promotion of start-ups in the ESF contribute to an improvement of attrac-
32
tiveness of the Saxon economy. Especially vocational training measures and measures for improve-
33
ment of female participation in the job market can contribute to the solution of demographic and eco-
34
nomic change. The evaluation comes to the conclusion, that especially the target group of elderly has
35
potential to be addressed to a higher extent.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Management Summary
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1
Requirements of the funding period 2014-2020 (see ch. 4.1 and 4.2 for details)
2
The new European Strategy for smart, sustainable and inclusive growth is the reference framework for
3
programme planning of the funding period 2014 to 2020. There is a high level of compliance of the
4
new European Strategy and existing programme portfolio. The legislative proposal for the ESF pro-
5
vides a stronger thematic concentration of the funding in the future. For the programme planning of the
6
Free State of Saxony there is a need of stronger focus in the portfolio. Under the terms of further con-
7
centration another challenge for the programme planning will be to identify possible contributions to
8
other thematic objectives and to integrate them into the ESF according to given demands. This also
9
applies for the required subjects with cross sectional character. The comparison of requirements for
10
thematic concentration in the ESF with focuses of the current programme portfolio shows that required
11
concentration of funding in the legislative proposals is possible. There is a high degree of compatibility
12
between the requirements of the new funding period and the current funding.
13
A further challenge is to establish coherence between new instruments of the Commission (Common
14
Strategic Framework, Partnership Agreement, thematic objectives/ investment priorities) and the Sax-
15
on programme planning. Another innovation is the introduction of conditional provisions by the Euro-
16
pean Commission. This poses particular challenges to the programme planning quality and to the
17
future control of the ESF-funding in the Free State of Saxony.
18
Requirements for the cross section objectives (see ch. 4.3 for details)
19
Requirements for the cross section objectives in the next funding period have been compared with
20
available evaluation results on equal opportunities and ecological, economic and social dimensions of
21
sustainability as well as solution of demographic and economic change in the current funding portfolio.
22
Equal opportunities of women and man are addressed in terms of the double strategy of the current
23
funding portfolio with a common gender aspect as well as specific measures with a low implementa-
24
tion status. The evaluation identifies potential to anchor Gender Mainstreaming stronger in funding.
25
Furthermore specific measures with low implementation level should be reviewed as to improvement
26
potential in dialogue with social partners.
27
Various educational measures and measure for disadvantaged people contribute to a high extent to
28
the economic and social dimension of sustainability. The ecological dimension is so far mostly imple-
29
mented in sector-specific measures which could only partly be implemented. Further measures ad-
30
dress ecological contents could only partially be implemented. The evaluation sees potential to set a
31
higher focus on green professions and corresponding impartation of competences within the education
32
measures of the ESF.
33
The current funding portfolio can successfully contribute to the preparation of the workforce for the
34
demographic and economic change especially through the extensive education measures. A higher
35
qualification level can increase the attractiveness and therefore mobility of the workforce. The evalua-
36
tion does not see a need for improvement or amendment as to current high contribution to the cross
37
sectional target.
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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Ausgangslage und Zielsetzung
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1
1 Ausgangslage und Zielsetzung
2
Mit dem Jahr 2012 beginnen die Vorbereitungen für die Förderperiode 2014 bis 2020. Nachdem we-
3
sentliche Teile des Förderprogramms im Rahmen der 2. Phase der Evaluierung im Detail untersucht
4
und bewertet worden sind, liegen umfassende Erkenntnisse über die Ergebnisse der Förderung vor.
5
In der Evaluierungsplanung ist für das letzte Quartal des Jahres 2012 ein Bericht zur 4. Bewertung
6
des Operationellen Programms vorgesehen.
7
Um die Evaluierungsergebnisse möglichst frühzeitig für die Programmplanung verfügbar zu machen,
8
hat sich die Verwaltungsbehörde in Abstimmung mit dem Evaluator entschlossen, die Berichterstat-
9
tung auf das Ende des ersten Halbjahres vorzuziehen und die 4. OP-Bewertung möglichst zeitnah
10
nach Abschluss der Fach- und Programmevaluierungen der Prioritätsachsen A bis E vorzulegen.
11
Mit dem Bericht werden im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt:
12
Zum einen wird mit dem Bericht die laufende Förderung auf Programmebene bewertet. Die Bewer-
13
tungsgrundlage bilden die
Strategischen Ziele des Operationellen Programms
, mit deren Hilfe
14
Evaluierungsfragen beantwortet werden sollen. Darüber hinaus soll eine Einschätzung über den
15
weiteren Verlauf der Förderung bis Ende der Förderperiode erfolgen.
16
Zum anderen soll ein
Ausblick auf die künftige Förderperiode 2014-2020
vor dem Hintergrund
17
künftiger Anforderungen in Gestalt der Verordnungsentwürfe der Kommission erfolgen. Hierdurch
18
wird das Ziel verfolgt, die Vorbereitungen der neuen Förderperiode mit Erkenntnissen aus vorhan-
19
denen Evaluierungsergebnissen zu unterstützen.
20
Die Bewertung soll auf Grundlage der Ergebnisse der durchgeführten Fach- und Programmevaluie-
21
rungen erfolgen. Soweit sinnvoll und erforderlich, werden auch Evaluierungsergebnisse aus der ersten
22
Phase der Evaluierung herangezogen.
23
Evaluierungsplan
24
Im Rahmen der zweiten Evaluierungsphase (2010-2012) sind folgende Untersuchungen vorgesehen:
25
Bericht
Voraussichtliche
Fertigstellung
3. Bewertung des Operationellen Programms
März 2011
Fachevaluierung der Prioritätsachse A
März/April 2011
Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Mai 2011
Fachevaluierung der Prioritätsachse B
Oktober 2011
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
November 2011
Fachevaluierung der Prioritätsachse C
Mai 2011
Programmevaluierung der Prioritätsachse C
Juli 2012
Fach- und Programmevaluierung der Prioritätsachse E
Juli 2012
4. Bewertung des Operationellen Programms
Juli 2012
26
Die zweite Phase der Evaluierung des Europäischen Sozialfonds wurde mit dem Bericht zur dritten
27
Bewertung des Operationellen Programms eingeleitet. Aufbauend auf den Ergebnissen der Fach- und

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Ausgangslage und Zielsetzung
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
10. August 2012
Steria Mummert Consulting AG
Seite 14 von 147
1
Programmevaluierungen der einzelnen Prioritätsachsen, dokumentiert der vorliegende Bericht die
2
Bewertung übergreifender Aspekte für das gesamte Programmportfolio des sächsischen ESF.
3
Der Zwischenbericht wurde im Mai 2012 dem Lenkungsausschuss Begleitende Evaluierung (LaBe)
4
vorgelegt. Diskutiert wurden im Wesentlichen die zentralen Anforderungen für die Förderperiode
5
2014-2020 (siehe Kap. 4). Der vollständige Entwurf des Endberichtes wurde im Lenkungsausschuss
6
Ende Juli 2012 abgestimmt.
7
Datenlage
8
Der Bericht beruht im Kern auf folgenden Datengrundlagen:
9
Monitoring-Daten
zum Datenstand 31.03.2012. Die Monitoring-Daten wurden mangels einer ge-
10
eigneten Schnittstelle von Steria Mummert Consulting für die Auswertung konsolidiert und plausibi-
11
lisiert. Daher sind Abweichungen gegenüber den vorliegenden Monitoring-Berichten möglich.
12
Dokumentenanalysen.
Ausgewertet wurden insbesondere die vorliegenden Dokumente der Eu-
13
ropäischen Kommission zur Förderperiode 2014-2020, insbesondere die Entwürfe der Verordnun-
14
gen sowie die Strategiedokumente zur EU-Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives
15
Wachstum.
16
Daten der amtlichen Statistik.
Ausgewertet wurden Quellen für die Aktualisierung der Ausgangs-
17
lage des Operationellen Programms (Mikrozensus, Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Landes-
18
statistiken).
19
Ergebnisse der durchgeführten Fach- und Programmevaluierungen
20
Aufgabenstellung und Aufbau des Dokuments
21
Die laut Evaluierungsplan zu beantwortenden Fragestellungen stellen sich wie folgt dar:
22
Fragestellung
Kapitel
1. Wie ist der Beitrag des ESF zur Erreichung der im OP definierten Strategischen Ziele zu
bewerten?
3
- Strategische Ziele in den Prioritätsachsen
3.2
Arbeitnehmer/innen und Unternehmen auf neue Bedingungen einstellen
3.2.1
Bildung, Ausbildung und Forschung zukunftsfähig gestalten
3.2.2
Mehr Menschen an Beschäftigung heranführen
3.2.3
- Querschnittsziele
3.3
Chancengleichheit von Frauen und Männern
3.3.2
Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch und sozial)
3.3.3
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels
3.3.4
2. Wie ist der Beitrag des ESF in Sachsen zur Bewältigung der Herausforderung 10 zu
bewerten?
3.3
3. Wie wirkt sich die Wirtschafts- und Finanzkrise auf die ESF-Förderung aus und wie kann
der ESF zur Abmilderung der Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise beitragen?
4.1-4.2
4. Wie ist die Effektivität und Effizienz der Umsetzungs- und Steuerungssysteme im ESF in
Sachsen zu bewerten?
4.4

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Ausgangslage und Zielsetzung
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
10. August 2012
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Fragestellung
Kapitel
5. Welche Empfehlungen gibt es aufgrund der Untersuchungsergebnisse für den zukünfti-
gen Einsatz des ESF in Sachsen?
Alle Kapitel
1
Der
Beitrag des ESF zu Strategischen Zielen
gliedert sich in die folgenden zwei Bereiche auf:
2
Fortschreibung der Erkenntnisse aus der laufenden Förderperiode
3
Die Darstellung der finanziellen und materiellen Verläufe sowie zum Stand der Indikatoren werden
4
analog zur 3. Bewertung des Operationellen Programms für die Strategischen Ziele sowie Einsatz-
5
felder aktualisiert. Angaben zu Querschnittszielen werden im Hinblick auf Quoten und Beteiligun-
6
gen ebenfalls aktualisiert herangezogen. Daneben werden Erkenntnisse aus den bereits vorliegen-
7
den Fach- und Programmevaluierungen zusammenfassend dargestellt. Die Bewertung der Fort-
8
schreibung richtet sich dabei auf eine Prognose zur Zielerreichung am Ende der aktuellen Förder-
9
periode.
10
Zukunftsorientierte Bewertung
11
Eine Bewertung der Beiträge zu Strategischen Zielen wird zudem vor dem Hintergrund künftiger
12
Anforderungen gegeben. Die Anforderungen der kommenden Förderperiode ergeben sich aus den
13
Verordnungsentwürfen und den darin enthaltenen Vorhaben zu Inhalten und Rahmenbedingungen
14
der Förderung sowie aus dem Gemeinsamen Strategischen Rahmen.
15
Im Kern soll bewertet werden, inwieweit die in den Verordnungsentwürfen festgelegten Investiti-
16
onsprioritäten im Förderportfolio des ESF Sachsen 2007 bis 2013 bereits abgebildet sind und in
17
welchen Bereichen nicht.
18
Darüber hinaus werden weitere Vorgaben geprüft, z. B. im Hinblick auf den Gemeinsamen Strate-
19
gischen Rahmen, auf Querschnittsziele oder Konditionalitäten. Die im Einzelnen zu prüfenden An-
20
forderungen werden im Rahmen der Anforderungsanalyse genauer spezifiziert und mit dem Kun-
21
den abgestimmt.
22
Der Beitrag zur
Bewältigung der Herausforderung 10
wird gemeinsam mit der Darstellung zu den
23
Querschnittszielen in der Evaluierungsfrage 1 untersucht und erörtert.
24
Herausforderungen
, die sich
aus den Rahmenbedingungen der Förderung ergeben
, werden im
25
Kern durch die Darstellung neuer europäischer Anforderungen zur künftigen Förderperiode dargestellt.
26
Hierzu werden die Verordnungsentwürfe, insbesondere im Hinblick auf die inhaltliche Ausrichtung der
27
Investitionsprioritäten vorgestellt, die eine wesentliche Bewertungsgrundlage des aktuellen Förderport-
28
folios darstellen. Zusätzlich werden inhaltliche Ausrichtungen sowie materielle und finanzielle Vorga-
29
ben mit den bisherigen Evaluierungsergebnissen aus den Fach- und Programmevaluierungen vergli-
30
chen und bewertet. Letzteres wird ebenfalls in der Evaluierungsfrage 1 bearbeitet.
31
Die
Umsetzungs- und Steuerungssysteme
werden zukunftsgerichtet untersucht, indem Anforderun-
32
gen an die Steuerung von Programmen ausgehend von den Verordnungsentwürfen abgeleitet werden.
33
Im Kern wird in der Analyse die Fragestellung verfolgt, wo neue Anforderungen an das Umset-
34
zungs- und Steuerungssystem bestehen, die in der Programmplanung besonders berücksichtigt wer-
35
den sollten. Die empirische Grundlage bilden dabei Erkenntnisse aus der laufenden Evaluierung.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Ausgangslage und Zielsetzung
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Empfehlungen
zum zukünftigen Einsatz des ESF in Sachsen werden in den einzelnen Kapiteln abge-
2
leitet. Die Empfehlungen enthalten unter anderem Hinweise, welche Vorkehrungen getroffen werden
3
müssen, um die Anforderungen der kommenden Förderperiode bewältigen zu können. Die Empfeh-
4
lungen werden in einem Empfehlungsverzeichnis am Ende des Dokuments zusammengefasst.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
2 Sozioökonomische Rahmenbedingungen
2
Die Umsetzung der Europäischen Sozialfonds vollzieht sich vor dem Hintergrund von Rahmenbedin-
3
gungen, die einen Einfluss auf die Förderung haben und ggf. Steuerungsbedarfe im Programm-
4
Management nach sich ziehen.
5
Gemäß dem Konzentrationsprinzip muss sich die Förderung des ESF an sozioökonomisch relevanten
6
Bedarfslagen orientieren. Inwiefern sich die
sozioökonomischen Rahmenbedingungen
verändert
7
haben, wird entlang einer Aktualisierung wesentlicher Eckdaten aus der SWOT-Analyse des Operati-
8
onellen Programms in den nachfolgenden Kapiteln untersucht. Ausgangspunkt der nachfolgenden
9
Darstellung ist die Analyse der Ausgangslage im Operationellen Programm. Hier werden, insbesonde-
re anhand ausgewählter Kennzahlen aus der SWOT-Analyse, zentrale Trends für die Einsatzfelder
10
1
11
des Operationellen Programms aufgezeigt. Dort, wo z. B. aufgrund von Brüchen in der amtlichen Sta-
12
tistik ein intertemporärer Vergleich nicht möglich ist, wurden die Zahlen aus der Ausgangslage auf
13
Basis neuerer statistischer Konzepte dargestellt; diese können daher von den im OP dargestellten
14
Zahlen abweichen.
15
Die Kennzahlen sind mit folgenden Bewertungen gekennzeichnet:
16
– Aus der Sicht des Landes Sachsen positive Entwicklung
17
– Neutrale Entwicklung, keine oder nur wenig Veränderung, Stagnation
18
– Aus der Sicht des Landes Sachsen negative Entwicklung
19
Aus Gründen der Lesbarkeit wurden die Quellenangaben und Jahreszahlen zu den Indikatoren im
20
Anhang dokumentiert.
21
Die Bewertung erfolgt entlang folgender Fragestellungen:
22
In welchen Einsatzfeldern ergeben sich verstärkte Anforderungen an die Förderung des ESF?
23
In welchen Einsatzfeldern gibt es Hinweise, dass der Förderbedarf sinkt?
24
2.1 Prioritätsachse A
25
Zentral für den Kontext der Prioritätsachse A sind die Themen Weiterbildung und Unternehmertum,
26
deren Trends anhand von Indikatoren des Sächsischen OP der folgenden Bereiche vorgestellt wer-
27
den:
28
Beschäftigung, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung
1
Für die Prioritätsachse E – Transnationale Maßnahmen wurde im Operationellen Programm keine SWOT-Analyse erstellt. Vor
dem Hintergrund der an ausgewählten Einsatzfeldern der Prioritätsachsen A, B und C orientierten Themenstellungen der Priori-
tätsachse haben die dort festgestellten Entwicklungen auch Gültigkeit für die Prioritätsachse E. Eine gesonderte Bewertung von
sozioökonomischen Rahmenbedingungen wird im Folgenden für die Prioritätsachse E nicht weiterverfolgt.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Demographischer Wandel und Humankapital
2
Bei den generellen Trends ist die geringe Verankerung eines Existenzgründungsverhaltens sowie
3
nachhaltiger Weiterbildung auffällig:
4
Ziel: Arbeiter/innen und Unternehmen auf neue Bedingungen einstellen
(Erhöhung der Beschäftigung durch Weiterbildung von Erwerbstätigen, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und Existenzgründung)
+ Positive Trends
– Negative Trends/ Problemfelder
Entwicklung der Erwerbstätigkeit
Steigende Forschungsintensität
Rückgang der Nettoabwanderung Jüngerer
Zurückgehende Existenzgründungen
Teilnahme am Lebenslangen Lernen
5
Tabelle 1: Positive und negative Trends in der Prioritätsachse A.
6
Der Anstieg der Forschungsintensität und der Erwerbstätigkeit stärken die Innovationskraft und Wett-
7
bewerbsfähigkeit Sachsens. Dem gegenüber stehen eine sinkende Weiterbildungsbeteiligung sowie
8
Tendenzen zur Alterung der Gesellschaft, die die Fachkräftesicherung auch weiterhin gefährden.
9
Auch die negative Entwicklung der Unternehmensneugründungen wirkt einer nachhaltigen Stärkung
10
der Innovationskraft Sachsens entgegen.
11
Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
12
Die Beschäftigung sowie Innovationstätigkeit entwickeln sich positiv.
13
Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
Ausgangssituation
Indikator
2
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Beschäftigung, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung
Erwerbstätigenquote unter EU-
Benchmark
1.1
Erwerbstätigenquote
(Anzahl)
63%
(1,89 Mio.)
72%
(1,95 Mio.)
EU-Benchmark (70% in 2010) erst-
mals und frühzeitig in 2009 erreicht.
Absolute Erwerbstätigkeit steigt bis
2008, gefolgt von leichtem Rückgang
2009; insgesamt: +2%.
Erwerbstätigenquoten Älterer
unter EU-Benchmark, jedoch
über dem ostdeutschen Durch-
schnitt und mit steigender
Tendenz
1.2
Erwerbstätigenquote
Älterer (55-65 Jahre)
40%
(218.900)
57,7%
(320.200)
Kontinuierlicher absoluter (+39%) und
relativer Anstieg, seit 2008 über EU-
Benchmark (50%).
Überdurchschnittliche Erwerbs-
tätigenquote der Frauen, über
EU-Benchmark (60%)
1.3
Erwerbstätigenquote
der Frauen (Anzahl)
61%
(861.900)
69%
(906.900)
Kontinuierlicher abs. (+5%) und rel.
Anstieg, Quote aktuell noch immer
über Bundesschnitt (66,1%).
Geringe Forschungsintensität,
unter EU-Benchmark und
Bundesschnitt
1.4
Anteil der FuE-
Ausgaben am BIP
2,3%
2,7%
Positive Entwicklung seit 2006, ob-
gleich ab 2009 unter den über Bun-
desschnitt (2,82%), aber noch unter
EU-Benchmark (3 %).
Unausgewogene Betriebsgrö-
ßenstruktur – überdurchschn.
großer Bestand an kleinen und
mittelständischen Betrieben
1.5
Anteil SV-pfl. Beschäf-
tigter aus Betrieben
mit weniger als 100
SV-pfl Besch. an SV-
pfl Besch. insgesamt
62%
59%
Leichter, fast stetiger Rückgang des
Anteils von KMU-Beschäftigten; noch
immer über ostdeutschem (57,4%)
und deutlich über Bundesschnitt
(52,7%).
2
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
Ausgangssituation
Indikator
2
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Beschäftigung, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung
Überdurchschn. wirtschaftliche
Entwicklung; gleichwohl: nicht
ausreichend, um Lücke zum
Bundesgebiet West zu schlie-
ßen
1.6
Wachstum des BIP
6%
(2001-2005)
6%
(2005-2010)
Zwischenzeitlich krisenbedingte
Abschwächung (2009). Entwicklung
jedoch noch immer überdurchschnitt-
lich. Absolutes BIP je Erwerbstätigen
aktuell (48.696 Euro) noch immer
unter Ostschnitt (inkl. Berlin) (51.326
Euro und Westschnitt (64.077 Euro).
Expandierendes Verarbeiten-
des Gewerbe
1.7
Anteil Erwerbstätiger
im Verarbeitenden Ge-
werbe an allen Er-
werbstätigen
17%
17%
Gleichbleibend. Entwicklung ist mit
einem positiven Trend durch die
Finanz- und Wirtschaftskrise aktuell
unterzeichnet.
Expandierender Dienstleis-
tungssektor (insb. überdurch-
schn. Zuwachs der Bruttowert-
schöpfung), jedoch noch zu
geringe Dienstleistungsdynamik
(bezügl. Entwicklung des
Anteils an der Gesamt-
Bruttowertschöpfung, Erwerbs-
tätigenzahlen)
1.8
Anteil Erwerbstätiger
im Dienstleistungssek-
tor an allen Erwerbstä-
tigen
71%
72%
Gleichbleibend.
Unternehmensnahe Dienstleis-
tungen sind im Vergleich zu
Westdeutschland unterreprä-
sentiert
1.9
Anteil unternehmens-
nahe Dienstleistungen
an Bruttowertschöp-
fung
28%
28%
Weiterhin unterrepräsentiert im Ver-
gleich zu Westdeutschland (31,1%).
1
Tabelle 2: Einsatzfeld 1: Indikatoren zur Beschäftigung, Innovation und wirtschaftlichen Entwicklung.
2
Die Erwerbstätigenquote steigt deutlich auf 72 Prozent im Jahr 2010. Die EU-Benchmarks von 2010
3
für die allgemeine Erwerbstätigkeit sowie für die Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren wurden je-
4
weils frühzeitig erreicht. In der Erwerbstätigkeit von Älteren ist auch weiterhin ein Aufwärtstrend zu
5
verzeichnen.
6
Gemessen an den Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung des
7
Landes fiel die Forschungsintensität im Bundesvergleich anfänglich geringer aus. Dies setzt sich,
8
nach einem Anstieg im Jahr 2008, im Jahr 2009 fort. Die Forschungsintensität liegt bei 2,7 Prozent im
9
Jahr 2009 und damit unter den Bundesschnitt von 2,8 Prozent und dem EU-Benchmark für das Jahr
10
2010 von 3 Prozent. Insgesamt ist seit 2006 eine positive Entwicklung der Forschungsintensität fest-
11
zustellen.
12
Die positive Entwicklung der Forschungsintensität und der Erwerbstätigkeit stärken die Innovations-
13
kraft und Wettbewerbsfähigkeit Sachsens.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Trotz eines Rückgangs der Abwanderung ist die Fachkräftesicherung durch eine zuneh-
2
mend alternde Gesellschaft und geringe Weiterbildungsbeteiligung gefährdet.
3
Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
Ausgangssituation
Indikator
3
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Demographischer Wandel und Humankapital
Steigender Anteil junger
Bevölkerungsschichten an
der Abwanderung
1.10
Anteil der 18 bis 30-
jährigen an Nettoabwan-
derungen
(Anzahl)
60%
(3.769)
18%
(648)
Starker Rückgang der rel. Nettoabwan-
derung junger Bevölkerungsschichten.
abs. NAW um 83% zurückgegangen,
während Gesamt-NAW fiel(2005-2010:
-57%). Rel. NAW daher rückläufig,
doch noch immer unverhältnismäßig
hoch im Vergleich zum Bevölkerungs-
anteil der 18 bis 30-jährigen.
Überdurchschnittliche
Beteiligung von Frauen an
der Abwanderung junger
Bevölkerungsschichten
1.11
Anteil der Frauen an
Nettoabwanderung der
18 bis 30-Jährigen
63%
89%
Insgesamt steigender Anteil an Frauen
an der NAW junger Bevölkerungs-
schichten um +41%. Zwischen 2006
und 2007 starker Rückgang um 16%,
sonst Zunahme.
Zunehmender Anteil Älterer
an der Beschäftigung
1.12
Anteil Beschäftigter im
Alter von 50 bis unter 65
Jahren an sozialversi-
cherungspflichtig Be-
schäftigten (Anzahl)
25%
(343.517)
30,5%
(446.552)
Kontinuierlicher Anstieg.
Demografischer Trend zur Überalterung
von Belegschaften.
Unterdurchschn. Produkti-
vität der Erwerbstätigen,
jedoch überdurchschnittlich
steigend
1.13
Produktivitätswachstum:
Wachstum des Bruttoin-
landsprodukt je Arbeits-
stunde der Erwerbstäti-
gen
22%
(2001-2005)
10%
(2005-2010)
Produktivitätszuwachs um 10%, das
Verhältnis der Dynamik hat abgenom-
men, obgleich noch immer über West-
schnitt (2005-2010: +8%). Jedoch liegt
die Produktivität in Deutschland (2010:
43,51) höher als bei Sachsen (2010:
33,24).
Überdurchschn. formales
Bildungs-/ Qualifikationsni-
veau der Beschäftigten
1.14
Anteil Beschäftigte mit
Hochschul- oder Fach-
hochschulabschluss
16%
17%
Leichter Anstieg im Jahr 2009; noch
immer über Westniveau (13%).
Beteiligung am Lebenslan-
gen Lernen noch unter EU-
Ziel für 2010
1.15
Anteil Erwachsener im
erwerbsfähigen Alter
(25-64 Jahre), die an
allgemeiner und berufli-
cher Bildung teilnehmen
7,5%
6,7%
Aktuell unter Bundes- (7,7%), deutlich
unter EU-27-Schnitt (9,1%) und unter
EU-Benchmark (mind. 12,5%).
4
Tabelle 3: Einsatzfeld 1: Indikatoren zum Demographischen Wandel und Humankapital.
5
Zum einen ist ein starker Rückgang der Nettoabwanderung junger Bevölkerungsschichten zu ver-
6
zeichnen. Auf der anderen Seite stieg der Anteil älterer Beschäftigter um 1,5 Prozentpunkte und trägt
7
zu einer zunehmenden Überalterung der Belegschaften bei.
8
Die Beteiligung von Erwachsenen an allgemeiner und beruflicher Bildung sinkt auf 6,7 Prozent im Jahr
9
2010 und liegt damit aktuell unter dem Bundesschnitt von 7,7 Prozent, sowie deutlich unter dem EU-
10
27-Durchschnitt und dem EU-Benchmark.
11
Die negative Entwicklung der Altersstruktur und Weiterbildungsbeteiligung von Beschäftigten erhöht
12
das Risiko eines Fachkräftemangels in Sachsen. Zudem gefährdet die niedrige Beteiligung am Le-
13
benslangen Lernen langfristig das hohe Qualifikationsniveau sächsischer Beschäftigter. Es besteht
14
auch weiterhin Bedarf nach der Förderung eines kontinuierlichen Wissenserwerbs für die Leistungs-
15
und Wettbewerbsfähigkeit des Landes.
3
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Einsatzfeld 2: Förderung von Unternehmergeist und arbeitsplatzschaffenden Existenzgrün-
2
dungen
3
Die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit wird nicht durch ein nachhaltiges Gründungsver-
4
halten in der Gewerbebranche gestützt.
5
Einsatzfeld 2: Förderung von Unternehmergeist und arbeitsplatzschaffenden Existenzgründungen
Ausgangssituation
Indikator
4
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Existenzgründungen
Hoher positiver, stark schwan-
kender Gründungssaldo, aber
zuletzt deutliche Zunahme von
Kleinstgründungen (Ich-AGs)
2.1
Saldo aus Gewerbe-
an- und -abmeldungen
9.610
3.111
Starker Rückgang, bestimmt durch
sinkende Gewerbeanmeldungen (-
15%) bei etwa gleichbleibenden -
abmeldungen. Zuletzt Anstieg des
Saldos in 2009.
Zunehmender, schwankender
Trend bei Gründungsintensität
2.2
Gründungsintensität:
Gewerbeanmeldungen
je 10.000 Einwohner
im erwerbsfähigen
Alter
157,6
141,4
Gründungsintensität sinkt und liegt
im Vergleich zu den Bundesländern
auf Rang 11. Lücke zum Bundes-
schnitt (2005: 165,4, 2010: 158,9)
verringert sich.
Selbstständigenquote fast auf
Westniveau
2.3
Selbstständigenquote
11,7%
10,8%
Kontinuierlicher Rückgang bis 2008,
leichter Anstieg 2009; aktuell aller-
dings im Bundes- (10,9%) und
Westschnitt (10,8%).
Steigende Selbstständigenquo-
te der Frauen
2.4
Selbstständigenquote
der Frauen
7,9%
7,5%
Entwicklung seit 2007 relativ kon-
stant; aktuell auf Bundes- (7,5%)
und Westniveau (7,4%).
Überdurchschnittliche Insol-
venzquote, sinkender Trend bei
Quote und Anzahl der Insol-
venzverfahren
2.5
Insolvenzen je 1.000
Unternehmen
(Anzahl der Insolvenz-
verfahren)
17,6%
(2.465)
10,7%
(1.587)
Insolvenzquote sinkt, zuletzt minima-
ler Anstieg in 2009; Entwicklung folgt
damit bundesweitem Trend; Quote
noch immer über Bundes- (9,4%)
und Ostschnitt (9,3%). Anzahl der
Insolvenzverfahren sinkt zunächst,
dann Anstieg in 2008 und 2009
gemäß bundesweitem Trend.
6
Tabelle 4: Einsatzfeld 2: Indikatoren zu Existenzgründungen.
7
Gemessen an den Gewerbeanmeldungen sanken Unternehmensgründungen im Zeitraum von 2005
8
bis 2011 um rund 19 Prozent. Bei etwa gleichbleibenden Gewerbeabmeldungen geht der Gewer-
9
besaldo zurück. Das Verhältnis der Gründungsintensität und der Gewerbeanmeldungen zur Erwerbs-
10
bevölkerung zeigt einen Rückgang um knapp 10 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer liegt Sach-
11
sen auf Rang 11. In der Folge sinkt auch die Selbstständigenquote, die im Jahr 2010 mit 10,8 Prozent
12
im bundesweiten Durchschnitt lag.
13
Die negative Entwicklung der wesentlichen Parameter beendet den Aufwärtstrend der Vorjahre. Die
14
Förderung von arbeitsplatzschaffenden Gründungen ist auch weiterhin ein relevantes Thema für den
15
ESF.
4
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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2
2.2 Prioritätsachse B
3
Zentral für den Kontext der Prioritätsachse B sind die Themen Berufsvorbereitung und Ausbildung,
4
deren Trends anhand von Indikatoren des Sächsischen OP der folgenden Bereiche vorgestellt wer-
5
den:
6
Schulische Bildung und Berufsorientierung
7
Berufsausbildung
8
Humanpotenzial in Forschung und Innovation
9
Netzwerktätigkeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen
10
Ziel: Bildung, Ausbildung und Forschung zukunftsfähig gestalten
(Erhöhung des Humankapitals und der Innovationsfähigkeit durch Vermeidung von Schulversagen, Berufsvorbereitung, Ausbildung sowie Stärkung des
Wissenstransfers aus Forschung und Wissenschaft in den Unternehmenssektor)
+ Positive Trends
– Negative Trends/ Problemfelder
Verbesserung der Ausbildungssituation aufgrund demographischer
Entwicklung
FuE-Aktivitäten von Unternehmen
Berufswahlkompetenz von Jugendlichen
Integration von Altbewerber/innen
Humanpotenzial für Forschung und Innovation
11
Tabelle 5: Positive und negative Trends in der Prioritätsachse B.
12
Die Entlastung des Ausbildungs- und Arbeitsmarkts schafft Chancen für die Integration von Berufsein-
13
steigern und Arbeitslosen. Diese Verbesserung beruht jedoch auf dem Rückgang ausbildungs- und
14
arbeitsmarktrelevanter Bevölkerungskohorten und deutet damit auf einen zukünftigen Fachkräfteman-
15
gel in Sachsen hin. Trotz positiver Tendenzen auf dem Ausbildungsmarkt besteht weiterhin Hand-
16
lungsbedarf bei der Integration benachteiligter Zielgruppen.
17
Der gegenwärtig regen Netzwerktätigkeit zwischen Forschung und Unternehmen steht eine teils un-
18
terdurchschnittliche Entwicklung des Humanpotenzials in Forschung und Entwicklung gegenüber.
19
Die Entwicklung der Rahmenbedingungen für die Prioritätsachse B bergen Risiken für die zukünftige
20
Innovationsfähigkeit und die Sicherung von Fachkräften.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
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Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Berufswahl-
2
kompetenz
3
Die Rahmenbedingungen für die schulische Bildung entwickeln sich positiv, insbesondere
4
aufgrund demographisch bedingter Effekte. Die Berufswahlkompetenz sächsischer Schü-
5
ler/innen ist nicht ausreichend.
6
Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Berufswahlkompetenz
Ausgangssituation
Indikator
5
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Schulische Bildung und Berufsorientierung
Rückläufige Anzahl an Schul-
abgängern/innen
3.1
Anzahl aller Schulab-
gänger
53.227
21.816
Starker, kontinuierlicher Rückgang (-
59%)
Entwicklung ist ambivalent:
Positiv: Entlastung des Ausbil-
dungsmarktes
Negativ: Fachkräftemangel
Überdurchschnittlich hohe
Schulabbrecher/innenquote,
gemäß EU-Benchmark
3.2
Anteil der Schulabgän-
ger ohne Hauptschulab-
schluss an allen Schul-
abgängern
(Anzahl)
9,1%
(4.830)
10,4%
(2.259)
Leichter Anstieg, welcher auf demo-
grafische Entwicklungen zurückzu-
führen ist. Die abs. Zahl ist seit
2004/05 um 53% zurückgegangen.
Wieder über EU-Benchmark (max.
10%).
Geringere, sinkende Schulabb-
recherinnenquote der Frauen
3.3
Anteil weibl. Schulab-
gängerinnen ohne
Hauptschulabschluss an
allen weibl. Schulabgän-
gerinnen (Anzahl)
6,3%
(1.650 )
7,9%
(929)
Aufgrund demografischer Entwick-
lung leichte Erhöhung der Quote.
Demografisch bedingter abs. Rück-
gang um 44%.
Sinkende Schulabbrecherquote
der Männer
3.4
Anteil männl. Schulab-
gänger ohne Haupt-
schulabschluss an allen
männl. Schulabgängern
(Anzahl)
11,7%
(3.180)
12,1%
(1.412)
Abbrecherquote noch immer höher
als die der Frauen. Demografisch
bedingter abs. Rückgang um 56%.
Überdurchschnittliche Abitu-
rient/innenquote
3.5
Anteil der Schulabgän-
ger/innen mit Allgemei-
ner Hochschulreife an
allen Schulabgän-
gern/innen
(Anzahl)
26%
(13.929)
30%
(7.222)
Anstieg der Quote, bei demografisch
bedingter rückläufiger abs. Zahl
Abiturienten um 48%
Überdurchschnittliche Abiturien-
tinnenquote der Frauen
3.6
Anteil der weiblichen
Schulabgängerinnen mit
Allgemeiner Hochschul-
reife an allen weiblichen
Schulabgängerinnen
(Anzahl)
31%
(8.053)
34%
(3936)
Leichter Anstieg, die abs. Zahl der
ist seit 2004/05 um 51% zurückge-
gangen.
Überdurchschn. Anteil der
Bevölkerung (20-24 Jahre) mit
Abschluss der Sekundarstufe II,
unter EU-Benchmark
3.7
Anteil der Bevölkerung
(20-24 Jahre) mit mind.
einem Abschluss der
Sekundarstufe II
80%
81%
Weiterhin über Bundes- (74%) und
EU27-Schnitt (79%), aber unter EU-
Ziel (mindestens 85 % der 22-
Jährigen).
Vergleichsweise hohe Qualität
des Schulsystems: überdurch-
schnittliche. Ergebnisse von
Schülern/innen in allg. bilden-
den Schulen bei innerdeutscher
Pisa-Studie PISA-E
3.8
Ranking-Ergebnis der
Kompetenzbereiche im
Länder-Vergleich
Naturwissen-
schaften (2)
Mathematik (2)
Lesen (3)
Problemlösen
(2)
Naturwissen-
schaften (1)
Mathematik (1)
Lesen (1)
Bei dritter innerdeutscher Pisa-
Studie (2006) belegte Sachsen in
allen drei Disziplinen Naturwissen-
schaften, Mathematik und Lesen
Platz 1.Im Bildungsmonitor 2011
führt Sachsen die Spitze an und
belegt in den Handlungsfeldern
Internationalisierung und Förderinf-
5
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
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Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Berufswahlkompetenz
Ausgangssituation
Indikator
5
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Schulische Bildung und Berufsorientierung
rastruktur den ersten Platz. Die
positiven Entwicklungen im Bil-
dungssystem tragen zu einer Stär-
kung der Wachstumskraft bei
Hohe Anzahl vorzeitig gelöster
Ausbildungsverträge, bei sin-
kendem Trend
3.9
Vorzeitig gelöste Ausbil-
dungsverträge (Anzahl)
5.834
6.659
Negativer Trend: vorzeitig gelöste
Ausbildungsverträge nehmen seit
2006 zu.
1
Tabelle 6: Einsatzfeld 3: Indikatoren zu Schulische Bildung und Berufsorientierung.
2
Die Schulabgänger/innenzahlen sind weiterhin rückläufig. Dabei hat sich absolute die Zahl der Schul-
3
abgänger/innen ohne Hauptschulabschluss (Schulabbrecher/in) zwischen den Schuljahren 2004/05
4
und 2010/11 demografiebedingt um 53 Prozent auf 2.259 reduziert. Der Anteil der Schulabbre-
5
cher/innen an allen Schulabgänger/innen ist hingegen von 9,1 auf 10,4 Prozent gestiegen und liegt
6
damit über dem EU-Benchmark von 10 Prozent und erheblich über dem Bundesschnitt von 6.1 Pro-
7
zent.
8
Die ohnehin überdurchschnittliche Abiturienten/innenquote Sachsens steigt von 26 Prozent im Schul-
9
jahr 2004/05 auf 30 Prozent im Jahr 2010/11 und erreicht damit fast den Bundesschnitt von 31 Pro-
10
zent. Die absolute Abiturienteninnenanzahl ist in den vergangenen zwei Jahren um 48 Prozent gesun-
11
ken.
12
Des Weiteren hat sich die hohe Qualität des sächsischen Schulsystems laut der dritten innerdeut-
13
schen Pisa-Studie von 2006 noch verbessert: Dort belegte Sachsen in den drei Disziplinen Naturwis-
14
senschaften, Mathematik und Lesen den ersten Platz. Diese Ergebnisse werden durch den Bildungs-
15
monitor 2011 bestätigt.
16
Der demographisch bedingte quantitative Rückgang der Schulabgänger/innenzahlen wirkt zunächst
17
entlastend auf den Bereich der schulischen Bildung. Er erhöht die Erfolgsaussichten für das Ziel, die
18
Bildungsbiografie der Einzelnen durch Verbesserung des Schulerfolgs erfolgreich zu gestalten. Die
19
rückläufige Zahl an Schulabgängern/innen entlastet zudem den Nachfrageüberhang auf dem Ausbil-
20
dungsmarkt. Gleichzeitig steigen vor dem Hintergrund weiter zurückgehender Schulabgän-
21
ger/innenzahlen die Risiken eines zukünftigen Fachkräftemangels, was insbesondere der dramatische
22
Rückgang der absoluten Abiturient/innenzahlen illustriert.
23
Die Zunahme von Ausbildungsabbrüchen zeigt, dass auch weiterhin eine Relevanz für die Unterstüt-
24
zung bei der Berufswahl und im Verlauf der Ausbildung gegeben ist. Laut einer Studie des Bundesin-
25
stituts für Berufsbildung aus dem Jahr 2002 waren bei 70% der Vertragslösungen betriebliche Gründe
26
ursächlich, bei 46 % persönliche und bei 34 % berufs(wahl)bezogene Gründe. Von den betrieblichen
27
Gründen lag die Ursache in 60 % der Fälle an Konflikten mit Ausbildern, Meistern, Vorgesetzten, in
28
43 % der Fälle an der mangelnden Vermittlung der Ausbildungsinhalte.
29

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Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche
2
Die Ausbildungsplatzsituation hat sich trotz einer allgemein geringeren Konkurrenz um
3
Ausbildungsstellen für Altbewerber/innen nicht verbessert.
Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche
Ausgangssituation
Indikator
6
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Berufsausbildung
Sinkende Gesamtnachfrage
nach Ausbildungsplätzen
4.1
Bei BA gemeldete
Bewerber/innen für
Berufsausbildungsstel-
len bis Ende des
Berichtsjahres (01.
Okt. - 30. Sept. Folge-
jahr)
54.463
22.039
Starker, kontinuierlicher Rückgang
um 60%; infolgedessen Verbesse-
rung von Problemindikatoren für
den Ausbildungsmarkt (siehe ff.).
Verschlechterung der Relation
von Angebot und Nachfrage von
Ausbildungsplätzen
4.2
Angebots-Nachfrage-
Relation (Gemeldete
Berufsausbildungsstel-
len/ Gemeldete Be-
werber/innen)
0,45
1,1
Demografiebedingt starke Verbes-
serung der Angebots-Nachfrage-
Relation, Anstieg seit Berichtsjahr
2006/2007. Verbesserung auf
sinkende Nachfrage nach Ausbil-
dungsplätzen zurückzuführen.
Unzureichende Versorgung mit
Lehrstellen
4.3
Bei Ag. f. Arbeit
gemeldete Bewer-
ber/innen für Berufs-
ausbildungsstellen,
unversorgt, ohne
bekannte Alternative
zum 30. Sept. d.
Berichtsjahres
2.195
383
Zahl der unvermittelten Bewerber zu
Beginn des Ausbildungsjahres
massiv verringert (-83%).
Altbewerber/innenproblematik
4.4
Anteil Altbewer-
ber/innen an bei
Arbeitsagenturen
registrierten Ausbil-
dungsplatzbewerbern
47,5%
47,0%
Die Altbewerberproblematik ist in
etwa gleich geblieben.
Rückgang des Angebotes von
Ausbildungsplätzen/Lehrstellen
4,5
Gemeldete Berufs-
ausbildungsstellen
28.993
20.739
Angebot ist rückläufig. Im Wesentli-
chen ist dies auf die Rückführung
außerbetrieblichen Ausbildungsan-
gebote zurückzuführen.
4
Tabelle 7: Einsatzfeld 4: Indikatoren zu Berufsausbildung.
5
Die Angebot-Nachfrage-Relation hat sich aufgrund einer demografiebedingten Abnahme der Nachfra-
6
ge von ca. 60 Prozent im Zeitraum vom Schuljahr 2004/ 2005 zum Schuljahr 2010/2011 verbessert.
7
Es herrscht weniger Konkurrenz um Ausbildungsstellen. Das Ausbildungsplatzangebot ist dabei wei-
8
terhin rückläufig, was im Wesentlichen auf die Rückführung außerbetrieblicher Angebote zurückzufüh-
9
ren ist.
10
Der Anteil der sogenannten Altbewerber/innen, Ausbildungsplatzbewerber/innen aus früheren Schul-
11
abgangsjahren, an den Bewerbern/innen ist gleich geblieben. Die Gruppe der Altbewerber/innen
12
konnte bisher nicht von der verbesserten Ausbildungsmarktsituation profitieren.
13
14
Auf dem Ausbildungsmarkt hat mit der Verbesserung der Angebot-Nachfrage-Relation eine Trend-
15
wende eingesetzt. Die sich andeutende Entlastung des Ausbildungs- und Arbeitsmarkts schafft Chan-
6
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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Seite 26 von 147
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cen für die Integration von Berufseinsteigern/innen und Arbeitslosen. Gleichzeitig spiegelt der Rück-
2
gang der Bewerber/innenzahlen, wie auch die abnehmende Zahl der Schulabgänger/innen, den de-
3
mographischen Wandel wider und verdeutlicht das Risiko eines Fachkräftemangels.
4
Einsatzfeld 5: Forschung und Innovation
5
Trotz einer Stärkung der naturwissenschaftlichen und mathematischen Fächer gefährden
6
geringe Studienneigung sowie rückläufige Promotionsquoten die Innovationsfähigkeit.
7
Einsatzfeld 5: Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwischen Hochschul- und
Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unternehmen
Ausgangssituation
Indikator
7
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Humanpotenzial in Forschung und Innovation
Steigende Studierendenzahl
5.1
Anzahl Studierender
107.792
111.635
Entwicklung leicht schwankend,
deutliche Verlangsamung des
Wachstums (2001-2005: +20%,
2005-2011: +3,5%).
Steigender Anteil ausländischer
Studierender
5.2
Anteil ausländischer
Studierender
8,8%
10,3%
Stetig positive Entwicklung.
Unterdurchschnittlich geringe
Quote der Studienanfän-
ger/innen
5.3
Anteil Studienanfän-
ger/innen (nach Land
des Erwerbs der
Hochschulzugangsbe-
rechtigung) an alters-
spezifischer Bevölke-
rung (Anzahl)
28,0%
(15.652)
28,4%
(13.730)
Relative und absolute Zunahme
(+1,4%), jedoch unterdurchschnitt-
lich langsam; Lücke zum Bundesni-
veau (2005: 33,5%, 2010: 45,2%)
vergrößert sich daher.
Höhere Studienanfängerinnen-
quote der Frauen, unterdurch-
schnittlich im bundesweiten
Vergleich
5.4
Anteil weibl. Studien-
anfängerinnen (nach
Land des Erwerbs der
Hochschulzugangsbe-
rechtigung) an weibl.,
altersspezifischer
Bevölkerung (Anzahl)
29,2%
(7.763)
29,3%
(6.650)
Relative. und absolute Abnahme (-
14%) ab 2007. Anzahl der Studien-
anfängerinnen steigt nur halb so
schnell wie im Bundesschnitt, Quote
steigt jedoch im gleichen Tempo.
Noch immer weit unter Bundesni-
veau (2010: 45,8%), Lücke unver-
ändert.
Absolventen/innenquote knapp
unter Bundesdurchschnitt
5.5
Anteil Absolven-
ten/innen eines Erst-
studiums an alters-
spezifischer Bevölke-
rung (Anzahl)
20,7%
(11.012)
30,8%
(16.520)
Stetige relative und absolute
(+50%) Zunahme. Über Bundes-
schnitt (2010: 29,9%).
Höhere Absolventinnenquote
der Frauen, im Bundesschnitt
5.6
Anteil Absolventinnen
eines Erststudiums an
weibl., altersspezifi-
scher Bevölkerung
(Anzahl)
21,7%
(5.438)
33,7%
(8.553)
Stetige relative und absolute
(+57%) Zunahme. Noch immer im
Bundesschnitt (2010: 31,5%).
Geringer, gleichwohl steigen-
der, Anteil von Studierenden in
mathematisch-/ naturwissen-
schaftl. Fächern
5.7
Anteil Studierender in
mathematischen- und
naturwissenschaftli-
chen Fächern an
Studierenden insge-
samt (Anzahl)
17,7%
(19.072)
15,1%
(16.621)
Kontinuierliche Abnahme des
Anteils Studierender in mathemati-
schen- und naturwissenschaftlichen
Fächern um 13%.
Geringe Frauenanteile in
naturwissenschaftlichen und
technischen Studienbereichen
sowie in der Wissenschaft,
gleichwohl: steigende absolute
Zahlen
5.8
Anteil weibl. Studie-
render Mathematik/
Naturwissenschaften
an allen Studierenden
Mathematik/ Naturwis-
senschaften (Anzahl)
32%
(6.151)
34%
(5.589)
Frauenanteil steigt stetig, Anzahl
der Studentinnen sinkt jedoch um
insgesamt 9%. In den Ingenieurs-
wissenschaften stagniert der Anteil
bei steigender Studentinnenanzahl
(+14%).
7
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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Seite 27 von 147
Einsatzfeld 5: Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwischen Hochschul- und
Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unternehmen
Ausgangssituation
Indikator
7
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Humanpotenzial in Forschung und Innovation
Unterdurchschnittlich geringe
Quote der Promotionen
5.9
Anteil der Promotio-
nen an bestandenen
Abschlussprüfungen
eines Jahrgangs
8,2%
6,1%
Insgesamt Rückgang des Promoti-
onsanteils, da Promotionen (+13%)
sich langsamer entwickeln als
bestandene Abschlussprüfungen
insgesamt. Noch immer unter
Bundesschnitt, Lücke aber verrin-
gert (Bund 2005: 10,3%, 2010:
7,1%).
1
Tabelle
8
: Einsatzfeld 5 – Indikatoren zu Humanpotenzial in Forschung und Innovation.
2
Der Anteil der Studienanfänger/innen steigt im Vergleich zum bundesweiten Trend unterdurchschnitt-
3
lich langsam von 28 Prozent auf 28,4 Prozent. Bundesweit stieg der Anteil von 33,5 auf 45,2 Prozent.
4
Im Kontrast zu den Vorjahren sinken in den mathematischen- und naturwissenschaftlichen Fächern
5
die Studierendenzahlen um 13 Prozent und deren Anteil an allen Studierenden kontinuierlich. In den
6
ingenieurswissenschaftlichen Fächern ist dagegen ein anhaltender Anstieg von zuletzt 15 Prozent zu
7
verzeichnen. Hier liegt der Anteil der Studierenden mit knapp 27 Prozent weiterhin deutlich über dem
8
Bundesschnitt von rund 18 Prozent.
9
Die Promotionsquote, gemessen am Anteil der Promotionen an allen bestandenen Abschlussprüfun-
10
gen, sinkt von 8,2 auf 6,1 Prozent. Der Abstand zur durchschnittlichen Promotionsquote in Deutsch-
11
land von aktuell 7,1 Prozent verringert sich.
12
Die unterdurchschnittliche Entwicklung der Studienanfänger/innenquote schwächt das Humanpotenzi-
13
al in Forschung und Innovation und verdeutlicht das erhöhte Risiko eines Fachkräftemangels in Sach-
14
sen. Vor diesem Hintergrund ist der Zuwachs an zukünftigen Fachkräften in den für die Innovationsfä-
15
higkeit der Wirtschaft relevanten Ingenieurswissenschaften eine Chance. Die Negativtrends in den
16
mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern sowie bei der Promotionsquote sind dagegen Risiko-
17
faktoren für die zukünftige Innovationsfähigkeit der Wirtschaft.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
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Bei den FuE-Aktivitäten ist eine positive Trendwende zu beobachten.
2
Einsatzfeld 5: Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwischen Hochschul- und
Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unternehmen
Ausgangssituation
Indikator
8
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Netzwerktätigkeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen
Sinkende abs. und rel. Beschäf-
tigung von FuE-Personal in
Unternehmen; rel. über Ost-
und unter Westschnitt
5.10
FuE-Beschäftigte im
Wirtschaftssektor auf
1000 Erwerbstätige
(Anzahl)
4,8
(9.211)
5,5
(10.770)
Abs. Anstieg von +17%. rel. Be-
schäftigung nun deutlicher über
Ostschnitt (4,2 in 2003; 4,3 in 2007);
Lücke zu Westschnitt (8,5 in 2003; 9
in 2007) verringert.
Abnehmender Anteil von FuE-
Ausgaben der Unternehmen am
BIP, im Ost- und unter West-
schnitt; absolute Ausgaben
schwankend
5.11
Anteil interner FuE-
Aufwendungen im
Wirtschaftssektor am
regionalen BIP
(Abs. Aufw. in Mio.)
1%
(848)
1,2%
(1.090)
Zunehmende rel. und abs. (+29%;
starker Sprung 2007) FuE Ausga-
ben der Unternehmen.
3
Tabelle 9: Einsatzfeld 5: Indikatoren zu Netzwerktätigkeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
4
Die Beschäftigung von Personal in Forschung und Entwicklung (FuE) steigt um 17 Prozent. Mit 5,5
5
FuE-Beschäftigten im Wirtschaftssektor je 1000 Erwerbstätige (EW) liegt Sachsen nun noch deutlicher
6
über dem Schnitt der neuen Bundesländer (4,3 je 1000 EW) und verringert den Rückstand zu den
7
alten Ländern (9 je 1.000 EW). Die FuE-Ausgaben der Unternehmen weisen eine ähnliche Entwick-
8
lung auf.
9
Der positive Trend bei den FuE-Aktivitäten von Unternehmen, sowie die Tatsache, dass Sachsen sich
10
einen Vorsprung zu den anderen neuen Bundesländern erarbeitet hat und auch im Vergleich zum
11
früheren Bundesgebiet aufholt, sind Chancen für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des
12
Landes.
13
2.3 Prioritätsachse C
14
Zentral für den Kontext in der Prioritätsachse C ist eine Integration bzw. Integrationsfähigkeit von
15
Langzeitarbeitslosen und Benachteiligten in den Arbeitsmarkt, deren Trends anhand von Indikatoren
16
des Sächsischen OP der folgenden Bereiche vorgestellt werden:
17
Arbeitslosigkeit
18
Soziale Eingliederung von Benachteiligten
19
Bei den generellen Trends ist erkennbar, dass die Integration von Langzeitarbeitslosen und Schaffung
20
von Beschäftigungsfähigkeit von Älteren und SGB II-Empfänger/innen noch nicht erfolgreich erreicht
21
wird:
8
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
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Ziel: Mehr Menschen an Beschäftigung heranführen
(Beschäftigung, soziale Stabilisierung und Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslosen und Benachteiligten)
+ Positive Trends
– Negative Trends/Problemfelder
Sinkende Arbeitslosigkeit (insb. Langzeit- und Jugendarbeitslosig-
keit)
Arbeitslosigkeit Älterer
Integration Arbeitsloser im Rechtkreis SGB II
2
Tabelle 10: Positive und negative Trends in der Prioritätsachse C.
3
Im Allgemeinen entwickelt sich die Arbeitslosigkeit rückläufig. Gleiches gilt für die Langzeitarbeitslo-
4
sigkeit. Der starke Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit ist zu einem großen Teil auf die demographi-
5
sche Entwicklung zurückzuführen.
6
Einzelne Personengruppen haben in deutlich unterschiedlichem Ausmaß Teil an der Entwicklung der
7
Arbeitslosigkeit. Insbesondere die Situation Älterer hat sich nicht parallel zu den anderen Zielgruppen
8
verbessert. Die Integration von SGB II-Leistungsempfänger/innen in den Arbeitsmarkt ist ebenso we-
9
niger erfolgreich. Die Tendenz zur Segmentierung des Arbeitsmarktes erschwert die soziale Eingliede-
10
rung von Benachteiligten.
11
Einsatzfeld 6: Verbesserung des Zugangs zur Beschäftigung
12
Die Arbeitslosigkeit hat sich signifikant verringert. Nicht alle Zielgruppen profitieren gleich-
13
ermaßen von der Trendwende auf dem Arbeitsmarkt. Verfestigte Arbeitslosigkeit bleibt auch
14
weiterhin ein quantitativ bedeutsames Problem. Ein Förderbedarf ist auch weiterhin gege-
15
ben.
16
Einsatzfeld 6: Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung
Ausgangssituation
Indikator
9
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Arbeitslosigkeit
Nahezu kontinuierlicher Anstieg
der abs. und rel. Arbeitslosigkeit
6.1
Anteil Arbeitsloser an
allen zivilen Erwerbsper-
sonen (Anzahl)
18,3%
(402.270)
10,6%
(226.848)
Starker, fast kontinuierlicher Rück-
gang der abs. (-44%) und relativer
Arbeitslosigkeit.
6.2
Zahl Arbeitsloser im
Rechtskreis des SGB III
179.931
59.924
Kontinuierliche Abnahme: insge-
samt um fast zwei Drittel (-67%).
6.3
Zahl Arbeitsloser im
Rechtskreis des SGB II
222.339
166.924
Leicht schwankender Verlauf,
Rückgang von insgesamt 25%,
gleichwohl unterdurchschnittlich
Keine Erhöhung der rel. Ar-
beitslosigkeit der Frauen,
derweil steigende AL der
Männer
6.4
Anteil weibl. Arbeitsloser
an weibl. abhängigen
zivilen Erwerbspersonen
(Anzahl)
Rel. Arbeitslosigkeit der
Männer (Anzahl)
19,8%
(194.570)
20,3%
(207.691)
10,6%
(106.367)
10,7%
(120.481)
Frauen (-45%) haben etwas mehr
vom Rückgang der Arbeitslosigkeit
profitiert, als Männer (-42%).
Sinkende Arbeitslosigkeit
Älterer
6.5
Arbeitslose (über 55 bis
65 Jahre)
(Arbeitslosenquote, bez.
auf alle zivilen Erwerbs-
personen)
49.673
(12,3%)
50.271
(13,8%)
Ältere haben nicht am Rückgang
der Arbeitslosigkeit partizipiert
Leichte Zunahme (+1,2%). Zu-
nächst Rückgang ab 2006, dann
sprunghafter Anstieg 2008-2009
9
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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Einsatzfeld 6: Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung
Ausgangssituation
Indikator
9
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Arbeitslosigkeit
(+16%).
Steigende Arbeitslosigkeit
Jüngerer
6.6
Arbeitslose (15 bis unter
25 Jahre)
(Arbeitslosenquoten
Jugendlicher unter 25
Jahren, bezogen auf
abhängige zivile Er-
werbspersonen)
52.226
(18,5%)
20.736
(9,1%)
Kontinuierliche Abnahme der abs.
Arbeitslosigkeit Jüngerer um insge-
samt 60%; auch rel. AL verzeichnet
stetigen Rückgang.
Ausländer sind sowohl in
Sachsen als auch in Deutsch-
land insgesamt überdurch-
schnittlich oft von Arbeitslosig-
keit betroffen
6.7
Arbeitslose Ausländer
(Arbeitslosenquote der
Ausländer, bezogen auf
abhängige zivile Er-
werbspersonen)
10.905
(46,4%)
9.321
(22,8%)
Rel. Arbeitslosigkeit sinkt durchge-
hend, abs. AL seit 2006 rückläufig
(insges. -15%).
Steigende abs. und rel. Lang-
zeitarbeitslosigkeit (auch:
Verfestigung der LZA vor allem
von Frauen und Älteren)
6.8
Anteil Langzeitarbeitslo-
ser an allen Arbeitslosen
44,0%
(177.075)
38,1%
(85.499)
Trendwende: Kontinuierlicher
Rückgang der Anzahl von Langzeit-
arbeitslosen um insg. 52%. Relative
Langzeitarbeitslosigkeit verzeichnet
stark sinkenden Trend mit zwi-
schenzeitlich starken Sprüngen (- 7
Prozentpunkte 2006, -6 Prozent-
punkte 2009).
Frauen stellen größeren (aber
sinkenden) Teil der Langzeitar-
beitslosen
6.9
Anteil der Frauen an
Langzeitarbeitslosen
(Anzahl)
56%
(98.937)
50%
(33.692)
Kehrtwende bei abs. Langzeitar-
beitslosigkeit von Frauen: kontinu-
ierlich sinkend, insgesamt -67%.
LZA-Frauenanteil: Zunächst stag-
nierend/steigend, dann wieder
Rückgang ab 2008.
Kurzarbeit
6.10 Zahl von Kurzarbeit
betroffener Beschäftigter
(Anteil)
(Anzahl Kurzarbeit
nutzender Betriebe)
(3%)
(5%)
(6%)
(10%)
Stark steigende Betroffenheit durch
Kurzarbeit: Sowohl der Anteil von
Kurzarbeit betroffener Beschäftigte
(6%), als auch die Anzahl Kurzar-
beit nutzender Betriebe (10%) ist
auf das Doppelte gestiegen (Stand:
1. Halbjahr 2010). Rückläufige
Tendenz erkennbar.
Abbau sozialvers.-pflichtiger
Beschäftigung
6.11 Anteil SV-pfl. Beschäftig-
te an Erwerbstätigen
(Anzahl)
70,0%
(1.326.747)
74,7%
(1.463.822)
Trendwende setzte 2006 ein,
Anstieg um abs. +7%
Steigende Anzahl ausschließ-
lich geringfügig entlohnter
Beschäftigter; Frauen stellen
knapp 60% der auf diese Art
Beschäftigten
6.12 Anteil ausschließlich
geringfügig Beschäftigter
an Erwerbstätigen
(Anzahl)
10,1%
(190.850)
8,7%
(171.481)
Rel. und abs. Rückgang; zuletzt
Anstieg in 2009 (9,6%). abs.: Leicht
schwankender Verlauf, Rückgang
um insgesamt 10%. Frauen stellen
weiterhin Großteil der geringfügig
Beschäftigten (58,7%)
1
Tabelle 11: Einsatzfeld 6: Indikatoren zu Arbeitslosigkeit.
2
Die Arbeitslosenquote sinkt von 18,3 auf 10,6 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen geht um beinahe die
3
Hälfte zurück.
4
Auch die Langzeitarbeitslosigkeit entwickelt sich (anders als in den Vorjahren) rückläufig. Ihr Anteil an
5
allen Arbeitslosen geht von 44 auf 38 Prozent zurück. Gleichwohl ist der verbliebene Anteil absolut
6
betrachtet quantitativ bedeutsam und begründet einen Förderbedarf für diese Zielgruppe.
7
Die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis des SGB III verzeichnet einen Rückgang von zwei Dritteln,
8
während die der Arbeitslosen im Rechtskreis des SGB II um insgesamt 25 Prozent zurückgeht.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
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1
Die Trends bei der Jugendarbeitslosigkeit und der Arbeitslosigkeit Älterer kehren sich, teilweise aus
2
demografischen Gründen, um. Die Zahl der Arbeitslosen im Alter von 55-65 Jahren nimmt leicht um
3
1,2 Prozent zu. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit steigt um 1,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit von
4
Personen im Alter von 15-25 Jahren sinkt um insgesamt 60 Prozent.
5
Der starke Rückgang der Arbeitslosigkeit und der Langzeitarbeitslosigkeit bedeuten eine Trendwende
6
für den Arbeitsmarkt. Die betrachteten Personengruppen haben jedoch in deutlich unterschiedlichem
7
Ausmaß Teil an dieser Entwicklung. So profitieren ältere Arbeitslose nicht von dem Rückgang der
8
Arbeitslosigkeit. Der starke Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit ist zu begrüßen. Eine verstärkte
9
Erwerbstätigkeit Jüngerer wirkt einer Abwanderung entgegen. Der Rückgang ist jedoch zu einem gro-
10
ßen Teil auf die demographische Entwicklung zurückzuführen: Die Zahl der Schulabgänger/innen ging
11
im gleichen Zeitraum um 59 Prozent zurück.
12
Die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis des SGB III von arbeitsmarktnahen Personen nimmt viel stärker ab
13
wie die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis des SGB II von arbeitsmarktferneren Personen. Diese Tendenz
14
zur Segmentierung des Arbeitsmarktes erschwert die soziale Eingliederung von arbeitsmarktfernen
15
Betroffenen.
16
Einsatzfeld 7: Soziale Eingliederung von Benachteiligten durch Erhöhung der Beschäftigungs-
17
fähigkeit
18
Die wirtschaftliche Situation von Haushalten hat sich im Hinblick auf Einkommen und Si-
19
cherungsbedarf verbessert.
20
Einsatzfeld 7: Soziale Eingliederung von Benachteiligten durch Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit
Ausgangssituation
Indikator
10
Daten gem.
OP
aktuelle
Daten
Entwicklungstendenz
Soziale Eingliederung von Benachteiligten
Steigendes verfügbares Ein-
kommen der Haushalte (je EW),
unter Bundesschnitt
7.1
Verfügbares Einkommen
d. priv. Haushalte je
Einwohner in Euro
14.798
15.881
Verfügb. Einkommen steigt kontinu-
ierlich um insg. 7%. Anstieg ist
damit gleichauf mit dem bundes-
durchschnittlichen Anstieg (+7%).
Verfügb. Haushaltseinkommen je
sächsischem Einwohner liegt
dennoch nach wie vor 20% unter
dem Bundesschnitt von 18.983 Euro
SGB II-Quote unter Ost- und
über Westschnitt
7.2
SGB II-Quote: Personen
in Bedarfsgemeinschaf-
ten bezogen auf Bevöl-
kerung (0 bis unter 65
Jahre)
(Anzahl)
16,9%
(559.693)
14,7%
(458.887)
Abs. (-18%) und rel. Rückgang der
Personen in Bedarfsgemeinschaften
im Beobachtungszeitraum; sinken-
der Trend ab 2007. Damit im bun-
desweiten Entwicklungstrend; SGB
II-Quote noch immer unter Ost- (um
16%) und über Westschnitt (um
9%).
EU-Benchmark 5: Bestand an
Langzeitarbeitslosen in aktiven
Maßnahmen
7.3
Anteil Bestände an LZA
in Maßnahmen der
Arbeitsagenturen/
ARGEn an allen LZA
(Anzahl)
18%
(32.546)
25%
(24.435)
Erreichung des EU-Benchmarks
(25%) in 2008 nicht durch höhere
Beteiligung von LZA an aktiven
Maßnahmen (-25%), sondern
ausschließlich durch Rückgang der
LZA.
21
Tabelle 12: Einsatzfeld 7: Indikatoren zur sozialen Eingliederung von Benachteiligten.
10
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
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1
Die wachsende Entwicklung des verfügbaren Einkommens hat sich fortgesetzt. Das Wachstum liegt
2
mit 7 Prozent genau im Bundesdurchschnitt.
3
Die SGB II-Quote geht von 16,9 auf 14,7 Prozent zurück. Sie sinkt seit 2007 und befindet sich damit
4
im bundesweiten Entwicklungstrend. Die Quote liegt noch immer unter dem Durchschnitt der neuen
5
Bundesländer von 16 Prozent aber über dem Durchschnitt der alten Bundesländer von 9 Prozent.
6
Der abnehmende Trend bei der Zahl und dem Anteil von Personen in Bedarfsgemeinschaften ist posi-
7
tiv zu bewerten, es besteht jedoch weiterhin Nachholbedarf bei der Integration von am Arbeitsmarkt
8
Benachteiligten. Von der amtlichen Statistik ausgenommen ist zudem eine große Gruppe der Nicht-
9
leistungsempfänger, also Personen, die arbeitslos gemeldet sind, aber kein Arbeitslosengeld beziehen,
10
entweder weil sie die Anwartschaftszeit nicht erfüllen oder weil der Anspruch erschöpft ist und kein
11
Anspruch auf Arbeitslosengeld II besteht.
12
Für die Programmplanung für die Förderperiode 2014-2020 regt die Evaluierung darüber hinaus an, in
13
der Analyse der Ausgangslage für dieses Fördersegment Indikatoren in den Blick zu nehmen, die über
14
die Einkommenssituation hinausgehen, z.B. den im Rahmen der Europäischen Plattform gegen Armut
15
und Ausgrenzung diskutierten AROPE-Indikator.
16
2.4 Prioritätsachse E
17
Die Einsatzfelder der Prioritätsachse E sind den Einsatzfeldern der Prioritätsachsen A und B zugeord-
18
net. Daher soll eine separate sozioökonomische Betrachtung der Prioritätsachse E nicht erfolgen.
19
2.5 Zusammenfassung und Fazit
20
Das vorliegende Kapitel der sozioökonomischen Rahmenbedingung dient der Orientierung, inwiefern
21
sich die wesentlichen Eckdaten der SWOT-Analyse des Operationellen Programms seit dem Aus-
22
gangspunkt im Operationellen Programm verändert haben.
23
Die
Prioritätsachse A
, deren zentrale Themen Weiterbildung und Unternehmertum sind, gliedert sich
24
in zwei Einsatzfelder:
25
Die Rahmenbedingungen für
Einsatzfeld 1 (Berufsbegleitende Qualifizierung, Steigerung der
26
Wettbewerbsfähigkeit)
haben sich mit einer steigenden Erwerbstätigenquote und Forschungsin-
27
tensität positiv entwickelt. Beide Trends fördern die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Sach-
28
sens. Demografische Trends deuten auf steigende Risiken im Hinblick auf den Fachkräftemangel
29
hin. Die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit erfordert eine stetige Weiterentwicklung der Qualifi-
30
kation der Beschäftigten im Sinne eines lebenslangen Lernens. Dagegen wurde in der Analyse ei-
31
ne sinkende Weiterbildungsbeteiligung festgestellt. Der Bedarf nach einer Förderung der Weiterbil-
32
dung von Beschäftigten, insbesondere in KMU, besteht somit weiterhin fort.
33
Die sinkende Weiterbildungsbeteiligung zeigt, dass der Förderbedarf auch weiterhin besteht.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
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1
Für das
Einsatzfeld 2 (Förderung von Unternehmergeist und arbeitsplatzschaffenden Exis-
2
tenzgründungen)
haben sich fast alle Indikatoren negativ entwickelt.
3
Es besteht für die Prioritätsachse A eine anhaltende Relevanz der Themen Fachkräftemangel und
4
arbeitsplatzschaffende Gründungen für den ESF.
5
Die
Prioritätsachse B
, deren zentrale Themen Berufsvorbereitung und Ausbildung sind, umfasst drei
6
Einsatzfelder:
7
Im
Einsatzfeld 3 (Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Be-
8
rufswahlkompetenz)
ist eine rückläufige Schulabgänger/innenzahl festzustellen. Dieser Rückgang
9
ist ambivalent zu bewerten: Einerseits wird dadurch der Ausbildungsmarkt entlastet und die Erfolg-
10
saussichten im Bereich der schulischen Bildung erhöht; andererseits deutet diese Entwicklung
11
auch auf einen zukünftigen Fachkräftemangel hin.
12
Für das
Einsatzfeld 4 (Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche)
ist eine Verbesse-
13
rung der Angebot-Nachfrage-Relation für Ausbildungsstellen und eine gleichbleibende Entwicklung
14
für Altbewerber/innen zu attestieren. Der Anstieg der Angebot-Nachfrage-Relation bedeutet einen
15
Rückgang der Konkurrenz um Ausbildungsstellen. Die Ausbildungsplatzsituation hat sich deutlich
16
verbessert. Förderbedarf besteht weiterhin bei Jugendlichen, die es schwer haben, einen Ausbil-
17
dungsplatz zu finden, z.B. aufgrund von Benachteiligungen oder Einschränkungen in der Ausbil-
18
dungsreife.
19
Im
Einsatzfeld 5
(Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netz-
20
werktätigkeit zwischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unter-
21
nehmen) ist eine positive Tendenz bei den FuE-Aktivitäten der Unternehmen sowie negative Ten-
22
denzen bei den Studierendenzahlen in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern und
23
der Promotionsquote feststellbar. Während der Trend der FuE-Aktivitäten die Innovations- und
24
Wettbewerbsfähigkeit des Freistaates stärkt, wirken die Entwicklungen in den mathematisch-
25
naturwissenschaftlichen Fächern und der Promotionsquote der Innovationskraft der sächsischen
26
Wirtschaft entgegen.
27
Die Entwicklungen der Prioritätsachse B zeigen die anhaltende Relevanz der Themen Fachkräfte-
28
mangel und Förderung der Innovationsfähigkeit für den ESF auf.
29
Die
Prioritätsachse C
mit den zentralen Themen Integration bzw. Integrationsfähigkeit von Langzeit-
30
arbeitslosen und Benachteiligten in den Arbeitsmarkt, umfasst zwei Einsatzfelder:
31
Im
Einsatzfeld 6 (Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung)
sind positive Entwicklun-
32
gen der Arbeitslosen- und Langzeitarbeitslosenquote feststellbar. Ältere Arbeitslose (55-65) ha-
33
ben nicht und Arbeitslose im Rechtskreis SGB II unterdurchschnittlich vom Rückgang der Ar-
34
beitslosigkeit profitiert. Diese Entwicklung zeugt von einer Segmentierung des Arbeitsmarktes,
35
welche besonders nachteilig für arbeitsmarktferne Betroffene ist.
36
Für das
Einsatzfeld 7 (Soziale Eingliederung von Benachteiligten durch Erhöhung der
37
Beschäftigungsfähigkeit)
ist ein Rückgang der SGB II-Quote festzustellen. Dieser Trend ist
38
als positiv zu bewerten, zeigt aber gleichzeitig den weiterhin vorhandenen Bedarf an Integration

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
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in den Arbeitsmarkt auf, da die SGB II-Quote immer noch über dem Durchschnitt der Bundes-
2
länder liegt. Insgesamt betrachtet kann die sächsische Arbeitsmarktentwicklung als positiv be-
3
wertet werden. Gleichwohl bestehen die Problemlagen auf weiterhin in quantitativ bedeutsamen
4
Umfang fort. Die Relevanz der Förderung der Integrationsfähigkeit, insbesondere von Langzeit-
5
arbeitslosen, ist für den ESF auch weiterhin gegeben.
6
Die Darstellung der wesentlichen Eckdaten der SWOT-Analyse des Operationellen Programms sowie
7
weiterer relevanter Kennzahlen hat gleichermaßen, Chancen und Risiken aufgezeigt. Insbesondere
8
die positive Entwicklung des sächsischen Arbeitsmarkts ist hervorzuheben. Gleichzeitig deuten meh-
9
rere Trends auf einen zukünftigen Fachkräftemangel in Sachsen hin. Weitere Herausforderungen
10
bestehen insbesondere in den Bereichen Gründungen, Innovationsfähigkeit und Arbeitsmarktintegra-
11
tion Langzeitarbeitsloser und der sozialen Integration von Benachteiligten.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
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1
3 Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des Ope-
2
rationellen Programms
3
3.1 Vorgehensweise
4
Die nachfolgende Bewertung des Beitrags des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des Opera-
5
tionellen Programms ist aufgeteilt auf die Bewertung der strategischen Zielsetzungen in den einzelnen
6
Prioritätsachsen (Kap. 3.2) und die Bewertung der Querschnittsziele (Kap. 3.3).
7
Übergreifende
Strategie
Arbeitnehmer und Unternehmen
auf neue Bedingungen einstel-
len
Bildung, Ausbildung und For-
schung zukunftsfähig gestalten
Mehr Menschen an Beschäfti-
gung heranführen
Querschnittsziele: Chancengleichheit von Frauen und Männern, Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch,
sozial), Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels,
Prioritätsachsen
Prioritätsachse A
Anpassungs- und Wettbewerbsfä-
higkeit
Einsatzfeld: 1 und 2
Prioritätsachse B
Verbesserung des Humankapitals
Einsatzfeld 3, 4 und 5
Prioritätsachse C
Beschäftigung und soziale Einglie-
derung
Einsatzfeld 6 und 7
Prioritätsachse E
Transnationale Maßnahmen
8
Abbildung 1 Überblick über die strategischen Ziele des Operationellen Programms
9
Die Bewertung erfolgt entlang der Prioritätsachsen und der zugeordneten Einsatzfelder, die in der
10
Regel Programme mit ähnlichen Zielsetzungen zusammenfassen. Für jedes Einsatzfeld werden aus-
11
gehend von einer kurzen Darstellung der wesentlichen Zielsetzungen nachfolgende Sachverhalte
12
geprüft.
13
Finanzieller Verlauf:
14
Gegenüberstellung von
Plan- und Istdaten.
15
Im finanziellen Verlauf werden ausschließlich ESF-Mittel betrachtet. Die Plandaten sind dem
16
Vorhabensfinanzierungsplan zum 2. Änderungsantrag zum Stand 10.2.2012 entnommen. Der
17
Änderungsantrag steht unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Europäische Kommission.
18
Nachrichtlich werden die derzeit noch gültigen Planwerte aus dem 1. Änderungsantrag ausge-
19
wiesen.
20
Bei den Ist-Daten unterscheidet die Darstellung zwischen Bewilligungen und Auszahlungen.
21
Hierfür werden die Daten aus dem Monitoring-System ausgewertet. Als groben Benchmark für
22
die Bewertung des Auszahlungsstands zieht die Evaluierung den für die derzeit für die Abrech-
23
nung mit der Europäischen Kommission gültigen Zielwert von ca. 33 Prozent heran. Bei der In-
24
terpretation ist zu berücksichtigen, dass hierdurch der Umsetzungsstand z.B. aufgrund von Vo-
25
rauszahlungen tendenziell überschätzt wird. Gleichwohl lassen sich für die einzelnen Program-
26
me Tendenzaussagen ableiten.
27
Regionale Verteilung
der bewilligten ESF-Mittel auf die Landkreise und die sächsischen Direk-
28
tionsbezirke. Bewertungsmaßstab ist die im Vorhabensfinanzierungsplan vom 10.2.2012 für die
29
einzelnen Vorhabensbereiche dokumentierte Zuordnung der Fördermittel zur Phasing-Out-
30
Region. Hier wird zum einen geprüft, inwieweit die erreichten Anteile der Phasing-Out-Region

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
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1
der Planung entsprechen. Hierbei wird von einer bisherigen Programmlaufzeit von effektiv vier
2
Jahren ausgegangen. Die in diesem Zeitraum geplanten Anteile liegen zwischen 21 und 29
3
Prozent. Bei größeren Abweichungen wird als zusätzliche Bewertungsgrundlage die Gesamt-
4
verteilung des OP herangezogen.
5
Materieller Verlauf:
6
Output- und Ergebnisindikatoren des Operationellen Programms
7
Datenquelle ist der zugehörige Report (Anlage 1 zum Infobrief 23) sowie der 1. und 2. Ände-
8
rungsantrag.
9
Die Indikatoren wurden auf eine
rechnerische
Plausibilität geprüft.
10
Eine
fachliche
Bewertung der Indikatoren wurde mehrfach in der vorangegangenen Phase der
11
Evaluierung vorgenommen und ist nicht Gegenstand des vorliegenden Berichts.
12
Vielmehr wurde vor dem Hintergrund der aktuellen Zielerreichung eine Einschätzung zum wei-
13
teren Verlauf der Förderperiode abgegeben. Für die Bewertung der Zielerreichung wurde ange-
nommen, dass im 1. Quartal Jahr 2012 in etwa vier Siebtel
11
der für die gesamte Förderperiode
14
15
aufgestellten Ziele erreicht sein müssten. Die Zielwerte sind der angepassten Indikatorenpla-
16
nung des 2. Änderungsantrags entnommen. Dieser steht noch unter Vorbehalt der Genehmi-
17
gung der Europäischen Kommission.
18
Die im Änderungsantrag vorgesehenen Modifikationen wurden – unter dem Vorbehalt der Ge-
19
nehmigung durch die Europäische Kommission – in die Analyse einbezogen.
20
Auswertung der Monitoring-Daten.
21
In einem zweiten Schritt wurde, basierend auf den durch den Evaluator konsolidierten Stamm-
22
blattdaten, die wesentlichen Outputs der Programme im Hinblick auf Zielgruppenerreichung
23
analysiert. Auch diese Analyse bricht in den einzelnen Einsatzfeldern auf Vorhabensbereiche
24
herunter, um ggf. Aussagen zu einzelnen Programmsegmenten treffen zu können.
25
Im Einzelnen werden folgende Daten aus dem Monitoring-System ausgewertet:
26
Anzahl der Projekte (laufende und abgeschlossene Vorhaben)
27
Anzahl der Eintritte (von den Projektträgern gemeldete Teilnehmer/innen)
28
Anteil der Frauen an den Eintritten
29
Angaben zur Altersstruktur der Teilnehmer/innen (unter 25 sowie über 50 Jahren)
30
Erwerbsstatus (Erwerbstätige, Arbeitslose, Nichterwerbstätige)
31
Migrant/innen
32
Benachteiligte im weiteren Sinne
11
Im Anlaufjahr 2007 der siebenjährigen Förderperiode wurde im Verhältnis nur ein sehr kleiner Teil des Programmvolumens
umgesetzt. Insofern wird davon ausgegangen, dass eine Umsetzung nur in den Jahren 2008 bis 2012 erfolgte. Diese Verschie-
bung entspricht den Erfahrungen der Evaluatoren aus anderen Programmen und ist nicht negativ zu bewerten.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
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1
Für die Zielgruppe der Benachteiligten werden derzeit zwei Kriterien zu Grunde gelegt: einer-
2
seits ein fehlender Schulabschluss, zum anderen die im Monitoring durch die Teilnehmer/innen
3
vorgenommene Selbstzuordnung zu dieser Zielgruppe. Die Evaluierung regt in diesem Zusam-
4
menhang an, die Zuordnung zusätzlich nach objektiven Merkmalen vorzunehmen (z.B. SGB II-
5
Bezug, Nichtleistungsempfänger). Hierdurch könnte die Trennschärfe des Indikators erheblich
6
verbessert werden.
7
Die Stammblattdaten zur Zielgruppenerreichung werden teilweise in Bezug zu Daten aus der
8
amtlichen Statistik gesetzt (z.B. Anteile von Frauen oder Anteile von Älteren an der jeweiligen
9
Zielgruppe). Diese stellen keine explizit in der Programmplanung aufgestellten Zielwerte dar,
10
sondern werden durch den Evaluator als zusätzliche Bewertungsgrundlage herangezogen, wel-
11
che Zielgruppen im Ergebnis der Förderung erreicht wurden. Hierbei ist teilweise relativierend
12
zu berücksichtigen, dass es sich beim ESF um eine additionale Förderung handelt, so dass
13
Abweichungen gegenüber der Grundgesamtheit zu erwarten sind.
14
Erkenntnisse aus der Fach- und Programmevaluierung
15
Unter dieser Rubrik erfolgt eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse aus den Fach-
16
und Programmevaluierungen der 2. Evaluierungsphase.
17
Anschließend werden im Abschnitt
Zusammenfassung und Fazit
die Bewertungen der einzelnen
18
Einsatzfelder einer Prioritätsachse zusammengefasst und in Summe bewertet. Die Bewertung wird
19
dabei mit farbigen Pfeilen visualisiert und verbal kurz erläutert.
20
– Positive Bewertung, geringe Risiken
21
– Neutrale Bewertung, mittlere Risiken
22
– Negative Bewertung, höhere Risiken
23
Unter Einbeziehung und Gewichtung der bewerteten Teile nach fachlichen Gesichtspunkten und Risi-
24
kograd erfolgt für jede Prioritätsachse eine Gesamtbewertung und Darstellung von Empfehlungen für
25
jedes Einsatzfeld.
26
3.2 Bewertung der Strategischen Ziele in den Prioritätsachsen
27
3.2.1
Prioritätsachse A
28
Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
29
Das Einsatzfeld 1 ist im Operationellen Programm des Freistaats Sachsen der beruflichen Qualifizie-
30
rung von Beschäftigten und Selbstständigen gewidmet. Dadurch soll die Wettbewerbsfähigkeit von
31
Unternehmen und der sächsischen Wirtschaft insgesamt gesteigert werden. Handlungsoptionen bil-
32
den dabei die Förderung durch
Weiterbildung und Beratung
, die Verbesserung von Forschung und
33
Entwicklung durch
Innovationsassistenten
sowie die Erhöhung von
Chancengleichheit
durch be-
34
rufsbegleitende Qualifizierung.
35
Die Förderung im Einsatzfeld 1 erfolgt in sechs Vorhabensbereichen und setzt Schwerpunkte durch
36
den Vorhabensbereich A.1.1 (Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte), der mit geplanten 78,6

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
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Mio. Euro rund 71 Prozent des Fördervolumens im Einsatzfeld ausmacht. Ein vergleichsweise großer
2
Anteil von rund 18 Prozent entfällt auf den Vorhabensbereich A.1.2 (Innovationsassistent).
3
Finanzieller Verlauf
Für das Einsatzfeld 1 stehen für die Förderperiode laut aktueller Planung
12
ESF-Mittel in Höhe von
4
5
109,8 Mio. Euro zur Verfügung. Dies sind 12,6 Prozent der im OP für die gesamte Förderperiode vor-
6
gesehenen Mittel. Gegenüber der ursprünglichen Planung ist die Summe deutlich verringert worden.
7
8
Abbildung 2: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 1.
9
In den zugehörigen Vorhabensbereichen stellt sich der finanzielle Verlauf im Detail wie folgt dar:
10
ESF-MITTEL in Mio. Euro
In % der geplanten
Mittel
Vorhabensbereich
Plan
Bewil-
ligt
IST
Bewil-
ligt bis
2011
Tendenz
2015
Ausge-
zahlt
Bewil-
ligung
Aus
zah-
lung
A.1.1
Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte – SMWA,
R24
78,6
63,8
28,7
31,2
81%
40%
A.1.2 Innovationsassistent – SMWK, R42
13
20,0
13,5
6,9
7,3
67%
36%
A.1.3
Weiterbildung, Beratung in LuF, ländlicher Raum, Umwelt
– SMWA, R24
3,0
2,3
1,7
1,7
74%
56%
A.1.4
berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-, Gesund-
heitsbereich – SMS
3,6
3,2
1,6
1,7
89%
46%
A.1.5
Chancengleichheit: berufsbegleitende Qualifizierung –
SMS
2,4
0,9
0,8
0,8
35%
34%
A.1.6
Berufsbegleitende Qualifizierung in der Kindertagesbe-
treuung – SMK
1,9
0,6
0,4
0,4
33%
22%
A.1.7 Beratung/Personalentwicklung - SMWA, R35
0,2
0,0
0,0
-
0%
0%
Summe Einsatzfeld 1
109,8
84,2
40,2
43,1
77%
39%
11
Tabelle 13: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 1. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 31.3.2012. Plandaten: Vor-
12
habensfinanzierungsplan vom 10.02.2012.
12
Quelle: Vorhabensfinanzierungsplan, Stand 10.02.2012.
13
Hierin nicht enthalten sind die Bewilligungen ab 2011. Diese eingerechnet betrug der Bewilligungsstand insgesamt ca. 12,7
Mio. Euro.
ESF-Mittel in Mio. Euro
109,8
84,2
43,1
-
20
40
60
80
100
120
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Plan (n+2)
Bewilligt - IST
Ausgezahl t

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Im Einzelnen:
2
Die Plandaten wurden in vielen Vorhabensbereichen deutlich reduziert. Die Bewilligungen
3
erreichen einen befriedigenden Stand.
4
Im Einsatzfeld 1 sind laut aktuellem Finanzierungsplan 109,8 Mio. Euro ESF-Mittel vorgesehen,
5
rund 46 Mio. weniger, als in der ursprünglichen Planung des OP vorgesehen. Hiervon sind 84,2
6
Mio. in Bewilligungen gebunden. Damit sind bereits 77 Prozent der Mittel bewilligt. Eine finanzielle
7
Ausschöpfung der Fördermittel bis zum Jahr 2015 erscheint vor diesem Hintergrund realistisch.
8
Der hohe Bewilligungsstand ist auch Resultat der vorgenommenen deutlichen Reduzierungen der
9
Planwerte in vielen Vorhabensbereichen. Von den Anpassungen betroffen waren die Vorhabens-
10
bereiche A.1.1, A.1.3, A.1.4 und A.1.5.
11
Teilweise besteht in den Vorhabensbereichen Steuerungsbedarf.
12
Die finanzielle Umsetzung ist in einigen der kleineren Vorhabensbereichen unterdurchschnittlich.
13
Betroffen ist neben dem Vorhabensbereichen A.1.6 (Berufsbegleitende Qualifizierung in der Kin-
14
dertagesbetreuung) auch der Vorhabensbereich A.1.5 (Chancengleichheit: berufsbegleitende Qua-
15
lifizierung), obwohl der Planwert hier bereits um mehr als die Hälfte reduziert wurde. Im neuen
16
Vorhabensbereich A.1.7 (Beratung/Personalentwicklung) weist das Monitoring noch keine Bewilli-
17
gungen aus. Anders als in der Vergangenheit ist der Bewilligungsstand im Vorhabensbereich A.1.2
18
(Innovationsassistent) nun leicht unterdurchschnittlich, wobei der Planwert sich nicht verändert hat.
19
Der Auszahlungsstand ist planmäßig.
20
Bezogen auf das Gesamtbudget wurden bislang 39 Prozent der Mittel ausgezahlt. Vor dem Hinter-
21
grund der Zielmarke von 33 Prozent ist der Auszahlungsstand positiv zu bewerten. Dies stellt eine
22
deutliche Verbesserung gegenüber der letzten Bewertung dar.
23
Regionale Verteilung der Fördermittel
24
Die bewilligten ESF-Mittel sind wie folgt auf die sächsischen Regionen verteilt:

image
image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
2
Tabelle 14: Bewilligungsstand im Einsatzfeld 1 – regionale Verteilung. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
3
31.3.2012.
4
Im Direktionsbezirk Chemnitz wurden ESF-Mittel unterdurchschnittlich bewilligt.
5
Auf den
Direktionsbezirk Chemnitz
entfallen 25,7 Mio. Euro – knapp 31 Prozent der Fördermittel.
6
Im Vergleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (34,4 Prozent) ist
7
dieser Direktionsbezirk unterrepräsentiert. Dies gilt insbesondere für den Kreis Zwickau.
8
Auf den
Direktionsbezirk Dresden
entfallen 40,5 Mio. Euro – 48,1 Prozent der Fördermittel. Im
9
Vergleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (42,9 Prozent) ist
10
dieser Direktionsbezirk überrepräsentiert. Der verstärkte Mitteleinsatz gilt allein für die Stadt Dres-
11
den, auf die allein 26,9 Mio. Euro entfallen.
12
Auf die
Phasing-Out-Region Direktionsbezirk Leipzig
entfallen 18,0 Mio. Euro. Mit einem Anteil
13
von 21,4 Prozent liegt diese Region in etwa im Durchschnitt des Operationellen Programms, und
14
erreicht nicht ganz den Anteil, der zu diesem Zeitpunkt für die Phasing-Out-Region vorgesehen ist
15
(23%).

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
2
Materieller Verlauf
3
Ziele des Operationellen Programms
4
Im Operationellen Programm wurden für das Einsatzfeld 1 folgende Indikatoren aufgestellt:
5
Indikator
Typ
Zielvorgabe
OP 2007
Zielvorgabe
1. Änderungsan-
trag
14
Zielwert
2. Änderungsan-
trag
Zielwert
bis
31.3.2012
Erreicht
bis
31.03.2012
Ziel-
erreichung
Prognose
Indikator 1:
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen Weiter-
bildungen
Ergebnis
90%
28.000
33.000
20.036
27.578
(83%)
138%
Indikator 2:
Erwerbstätige die
an Weiterbildung / Beratung
teilnehmen
Output
79.500
30.000
35.950
21.827
33.035
151%
Indikator 3:
Beratene Unter-
nehmen
Output
14.500
2.000
6.200
3.764
7.487
199%
-
Indikator 3a:
Beschäftigte
Innovationsassistenten/innen
(2011-13)
Output
Neuer
Indikator
200
210
128
30
24%
-
6
Tabelle: Indikatoren des Operationellen Programms im Einsatzfeld 1. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
7
31.3.2012.
8
Diese Zielwerte wurden durch die Änderungsanträge modifiziert. Der 2. Änderungsantrag steht unter
9
Vorbehalt der Zustimmung durch die Europäische Kommission. Im Einzelnen stellt sich die Zielerrei-
10
chung wie folgt dar:
11
Die in den Änderungsanträgen gesetzten Ziele werden erreicht.
12
Indikator 1:
Laut Zielsetzung sollen 33.000 erfolgreich abgeschlossene Weiterbildungen erreicht
13
werden. Der Zielwert erscheint vor dem Hintergrund der bislang mehr als 27.500 erfolgreich abge-
14
schlossenen Weiterbildungen realistisch, jedoch konservativ geplant.
15
Indikator 2:
Das im 2. Änderungsantrag gesetzte Ziel von 35.000 Teilnehmer/innen an der Weiter-
16
bildung ist mit rund 33.000 Erwerbstätigen fast erreicht. Damit wurden die Erwartungen an die Um-
17
setzung übertroffen. Aus Sicht der Evaluierung ist vor diesem Hintergrund ein voraussichtlich höhe-
18
rer Wert erreichbar.
19
Indikator 3:
Der aktuelle Zielerreichungsgrad liegt bereits bei 199 Prozent. Der erreichte Wert von
20
rund 7.500 überschreitet bereits den im 2. Änderungsantrag vorgesehenen Wert von 2.310 berate-
21
nen Unternehmen.
22
Indikator 3a):
Dieser Indikator wurde im 1. Änderungsantrag für den Zeitraum 2011-13 neu ange-
23
legt. Laut Zielwert sollen 200 Innovationsassistenten/innen beschäftigt werden. Im Ist wurden laut
24
Monitoring bisher 30 Innovationsassistenten beschäftigt. Der Wert ist vor dem Hintergrund der po-
25
sitiven Ergebnisse der Fachevaluierung nicht plausibel. Die Evaluierung empfiehlt, den im Monito-
26
ring ausgewiesenen Wert auf Richtigkeit zu überprüfen.
14
Aufgrund der nur geringen Förderumfänge im Jahr 2007 wird für die Bestimmung der Zielwerte eine bisherige Laufzeit von
drei Jahren angenommen.

image
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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Gesamtauswertung und Zielgruppenerreichung
2
In der Regel spiegeln die Indikatoren des Operationellen Programms eine Teilmenge der Förderung
3
wider. Nachfolgend wird der erreichte Programmfortschritt anhand aller vorliegenden Fördergegen-
4
stände betrachtet:
5
Vorhabensbereich
Anz.
Projekte
Eintritte
In % der Eintritte
Frauen
Jüngere
U 25
Ältere Ü
50
Erwerbs-
tätige
Arbeits-
lose
Nicht-
erwerbs-
tätige
Migr.
Benach-
teiligte
i.w.S
A.1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte 13.011 46.537
44%
22%
14%
93%
2%
4%
3%
4%
A.1.2 Innovationsassistent
359
301
19%
19%
0%
84%
7%
9%
0%
0%
A.1.3
Weiterbildung, Beratung in LuF, ländlicher
Raum, Umwelt
423
1.978
35%
6%
30%
96%
0%
4%
0%
13%
A.1.4
berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-,
Gesundheitsbereich
706
2.830
91%
6%
20%
99%
0%
1%
1%
2%
A.1.5
Chancengleichheit:
berufsbegleitende
Qualifizierung
9
131
56%
2%
24%
92%
4%
5%
3%
4%
A.1.6
Berufsbegleitende
Qualifizierung
in
der
Kindertagesbetreuung
88
1.362
95%
5%
17%
100%
0%
0%
1%
1%
A.1.7 Beratung/Personalentwicklung
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Summe Einsatzfeld 1
14.596 53.139
47%
20%
15%
94%
2%
4%
2%
4%
6
Tabelle 15: Materieller Verlauf Einsatzfeld 1. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 31.3.2012.
7
Im Einzelnen:
8
Die materielle Umsetzung entspricht den Zielsetzungen des Operationellen Programms.
9
In den einzelnen Weiterbildungsprogrammen wurden bisher 53.100 Personen gefördert. Damit wird
10
die im 1. Änderungsantrag stark reduzierte Zielgröße nach der jährlich ca. 4.300 Beschäftigte ge-
11
fördert werden sollen bei weitem übertroffen. Im Vorhabensbereich A.1.5 (Chancengleichheit) wur-
12
den bislang 9 Vorhaben mit 131 Personen gefördert. Gegenüber der letzten Bewertung sind die
13
Anteile Jüngerer und Nicht-Erwerbstätiger etwas gestiegen.
14
Frauen werden im Ergebnis der Förderung nicht entsprechend ihres Anteils an den Be-
15
schäftigten gefördert.
16
Der Anteil von Frauen an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beträgt in Sachsen 49,2
Prozent
15
. Die Quote des größten Programms (A.1.1) ist gestiegen und erreicht nun 44 Prozent.
17
18
Die Gesamtquote des Einsatzfeldes 1 von 47 Prozent kommt dadurch zu Stande, dass weitere
19
Programme mit hohen Frauenanteilen mit typischen Frauenberufen gefördert werden, wie z. B.
20
Kindertagesbetreuung oder Gesundheitswesen. Das auf Chancengleichheit ausgerichtete Pro-
21
gramm (A.1.5 – Chancengleichheit) erreicht keinen im Verhältnis zum Gesamtfortschritt des Ein-
22
satzfeldes sichtbaren Umsetzungsstand. Die Frauenquote ist hier gegenüber der letzten Bewer-
15
Stichtag: 30. Juni 2011. Quelle: Statistisches Landesamt.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
tung zudem stark gesunken. Insgesamt ist gegenüber der letzten Bewertung der Anteil der Frauen
2
etwas gestiegen.
3
Ältere Beschäftigte werden nur unterproportional erreicht.
In Sachsen sind 30,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten älter als 50 Jahre
16
. Im
4
5
Ergebnis der Weiterbildungsförderung im Einsatzfeld 1 werden Ältere mit einem Anteil von durch-
6
schnittlich 15 Prozent erreicht.
7
Benachteiligte werden unterdurchschnittlich erreicht.
8
Im Ergebnis der Weiterbildungsförderung im Einsatzfeld 1 werden Benachteiligte mit einem Anteil
9
von 4 Prozent gefördert. In den Einsatzfeldern A.1.3 und A.1.5 konnte der Anteil der Benachteilig-
10
ten erhöht werden.
11
Erkenntnisse aus der Fach- und Programmevaluierung
12
Bis auf den Vorhabensbereich A.1.2 Innovationsassistent weisen die Vorhabensbereiche im Einsatz-
13
feld 1 denselben Förderansatz auf. Sie richten sich im Wesentlichen an Beschäftigte, deren Kompe-
14
tenzen mittels Qualifizierungsmaßnahmen gesteigert werden soll. Die dadurch gesteigerte Weiterbil-
15
dungsbeteiligung soll mittelbar Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft sächsischer Unternehmen
16
steigern und so Beschäftigung sichern und ausbauen. Im Vorhabensbereich A.1.5 wird darüber hinaus
17
das Ziel verfolgt, Benachteiligungen vor allem von Frauen durch Qualifizierungen abzubauen.
18
Ein weiterer Förderansatz ebenfalls zur Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft
19
wird im Vorhabensbereich A.1.2 Innovationsassistent verfolgt. Hier soll die Einstellung von Hoch-
20
schulabsolventen für die Durchführung von FuE-Projekten durch Lohnkostenzuschüsse unterstützt
21
werden.
22
Die beiden Förderansätze des Einsatzfelds sind grundsätzlich geeignet, die Zielsetzungen zu unter-
23
stützen.
24
Die Ergebnisse von Fach- und Programmevaluierung zeigen weitgehend ein hohes Maß an
25
Zielerreichung im Einsatzfeld 1 an.
26
Die Vorhabensbereiche mit dem Förderansatz der Qualifizierung von Beschäftigten tragen laut Fach-
27
und Programmevaluierung zur Erreichung der Zielstellungen bei. Die Förderung im größten Vorha-
28
bensbereich A.1.1 (Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte) ist am Bedarf sächsischer Unter-
29
nehmen ausgerichtet und trägt auf Grund der festgestellten Breitenwirksamkeit spürbar zur Erhöhung
30
der Weitebildungsbeteiligung bei. Zudem werden innovative Themen befördert. Die Ergebnisse der
31
übrigen Vorhabensbereiche mit einem Qualifizierungsansatz fallen entsprechend eines geringeren
32
Mitteleinsatzes und einer teils starken und einseitigen Fokussierung durchmischt aus. So ist der nach-
33
gewiesene Beitrag zu Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung eher begrenzt (bspw. auf pädagogi-
34
sche Fachkräfte/ Fachkräfte in der Kindertagespflege in A.1.6 Berufsbegleitende Qualifizierung im
35
Bereich der Kindertagesbetreuung oder vorwiegend Physiotherapeuten in A.1.4 Berufsbegleitende

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und Wohnbereich) und der Wirtschaftsbezug gering. Das Ziel
2
der Verbesserung von Chancengleichheit durch berufsbegleitende Qualifizierung sollte im Wesentli-
3
chen durch den Vorhabensbereich A.1.5 Chancengleichheit: berufsbegleitende Qualifizierung, Verein-
4
barkeit von Familie und Beruf verfolgt werden. Der Umsetzungsstand und damit die Zielerreichung
5
blieben hinter den Erwartungen zurück. Die im Rahmen der Fachevaluierung der Prioritätsachse A
6
durchgeführte Untersuchung zu den Ursachen ist zum Ergebnis gekommen, dass die Förderung er-
7
hebliche Verbesserungspotenziale mit Blick auf die Erhöhung der Resonanz besitzt. Es wurden Opti-
8
onen für eine grundlegende Überarbeitung des Programms in den Bereichen Bekanntheit und Öffent-
9
lichkeitsmaßnahmen, Akzeptanz der Förderung bei den Zielgruppen sowie die Förderkonditionen aus
10
Sicht der Antragsteller/innen aufgezeigt.
11
Im Vorhabensbereich A.1.2 Innovationsassistent – vom Volumen her dem zweitgrößten Vorhabensbe-
12
reich im Einsatzfeld – weist die Fachevaluierung eine Zielerreichung bzgl. angestoßener FuE-
13
Prozesse in Unternehmen nach. Gleichwohl weist der vergleichsweise teure Förderansatz auf Grund
14
begrenzter Förderfälle nur eine eingeschränkte Breitenwirksamkeit auf.
15
Allen beiden Förderansätzen des Einsatzfelds 1 ist nach Erkenntnissen von Fach- und Programmeva-
16
luierung gemein, dass von der Förderung ausstrahlende Beschäftigungseffekte nur eingeschränkt
17
nachgewiesen werden können.
18
Die Empfehlungen aus Fach- und Programmevaluierung konzentrieren sich daher einerseits auf punk-
19
tuelle Anpassungsbedarfe im insgesamt geeigneten Portfolio. Andererseits sollen übergreifend:
20
die ambitionierten beschäftigungspolitischen Ziele überprüft werden, da ein unmittelbarer Zusam-
21
menhang zur Förderung so nicht gegeben ist.
22
eine noch stärkere inhaltliche Konzentration auf die tatsächlichen Qualifizierungsbedarfe der Un-
23
ternehmen und ihrer Beschäftigten vorgenommen werden.
24
Einsatzfeld 2: Förderung von Unternehmergeist und Arbeitsplatz schaffenden Gründungen
25
Im Operationellen Programm beinhaltet das Einsatzfeld 2 die Förderung des Unternehmergeists und
26
Arbeitsplatz schaffender Gründungen im Freistaat Sachsen. Diese Zielsetzung korrespondiert unmit-
27
telbar mit der vergleichsweise geringen und über die letzten Jahre sinkenden Gründungsneigung in
28
Sachsen. Als Handlungsoption ist insbesondere vorgesehen,
Unternehmensgründungen aus dem
29
Hochschul- und Forschungsbereich
anzuregen. Entsprechend technologie- und wissensbasierte
30
Gründungen sollen einen Beitrag zur Verbesserung des Arbeitsplatzangebots erbringen. Darüber
31
hinaus sieht das Einsatzfeld 2 vor, geeignete
Finanzierungsinstrumente
für Gründer/innen bereitzu-
32
stellen, um Finanzierungslücken und -hemmnisse abzubauen
33
Die Zielstellungen im Einsatzfeld 2 werden in zwei Vorhabensbereichen umgesetzt. Rund ein Drittel
34
des Mitteleinsatzes entfällt dabei auf den Vorhabensbereich Unternehmensgründungen aus der Wis-
35
senschaft, die verbleibenden zwei Drittel stehen dem Vorhabensbereich Mikrodarlehen zur Verfügung.

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
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1
Finanzieller Verlauf
2
Für das Einsatzfeld 2 stehen für die Förderperiode laut aktueller Planung ESF-Mittel in Höhe von
3
49,2 Mio. Euro zur Verfügung. Dies sind 5,6 Prozent der im OP für die gesamte Förderperiode vorge-
4
sehenen Mittel. Seit der letzten Bewertung wurden die geplanten Mittel deutlich erhöht.
5
6
Abbildung 3: Finanzieller Verlauf im Einsatzfeld 2.
7
In den zugehörigen Vorhabensbereichen stellt sich der finanzielle Verlauf im Detail wie folgt dar:
8
ESF-MITTEL in Mio. Euro
In % der geplanten
Mittel
Vorhabensbereich
Plan
Bewil-
ligt
IST
Bewil-
ligt bis
2011
Tendenz
2015
Ausge-
zahlt
Bewil-
ligung
Aus
zah-
lung
A.2.1
Unternehmensgründungen aus dem Hochschulbe-
reich – SMWA, R35
16,0
12,8
7,1
7,3
80%
46%
A.2.2 Mikrodarlehen – SMWA, R35
33,2
33,2
33,2
33,2
100%
100%
Summe Einsatzfeld 2
49,2
46,0
40,2
40,5
94%
82%
10
Tabelle 16: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 2. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 31.3.2012. Plandaten: Vorha-
11
bensfinanzierungsplan vom 10.02.2012.
12
Im Einzelnen:
13
Bewilligungen und Auszahlungen erreichen einen sehr hohen Stand.
14
Von den für die gesamte Förderperiode geplanten 49,2 Mio. Euro sind 46,0 Mio. in Bewilligungen
15
gebunden. Die finanzielle Ausschöpfung der Fördermittel bis zum Jahr 2015 erscheint somit realis-
16
tisch.
17
Im Vorhabensbereich A.2.1 (Unternehmensgründungen aus dem Hochschulbereich) wurde der
18
Planungsansatz angehoben, sodass nun 80 Prozent der vorgesehenen Mittel gebunden sind.
19
Im Vorhabensbereich A.2.2 (Mikrodarlehen) wurde das geplante Volumen des Kreditfonds von ur-
20
sprünglich 16,7 auf 33.2 Mio. Euro ESF-Mittel erhöht. Da hier die Mittel des gesamten Fonds sofort
21
gegenüber der Kommission ausgabewirksam sind, wurden diese in die Bewilligungen und Auszah-
ESF-Mittel in Mio. Euro
49,2
46,0
7,3
-
10
20
30
40
50
60
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Plan (n+2)
Bewilligt - IST
Ausgezahl t

image
image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
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lungen eingerechnet. Der Auszahlungsstand im Vorhabensbereich A.2.1 (Unternehmensgründun-
2
gen) übertrifft mit 46 Prozent die Zielmarke von 33 Prozent.
3
Die Bewertung steht unter dem Vorbehalt, dass die für die Mikrodarlehen geplanten zusätzlichen
4
ESF-Mittel tatsächlich in den Darlehensfonds eingespeist werden.
5
Regionale Verteilung der Fördermittel
6
Die für den Vorhabensbereich A.2.1 (Unternehmensgründungen aus dem Hochschulbereich) bewillig-
ten ESF Mittel
17
sind wie folgt auf die sächsischen Regionen verteilt:
7
8
9
Abbildung 4: Bewilligungsstand im Einsatzfeld 2, Vorhabensbereich A.2.1 – regionale Verteilung. Quelle: Monitoringdaten der
10
SAB. Stand der Daten: 31.3.2012.
11
Im Direktionsbezirk Chemnitz wurden ESF-Mittel unterdurchschnittlich bewilligt.
12
In diesem Vorhabensbereich konzentrieren sich die Mittel auf Gründungsinitiativen an Hochschulen.
13
Entsprechend hoch fallen die Mittelanteile für die drei Standorte in Chemnitz, Dresden und Leipzig
14
aus.
17
Die Mikrodarlehen (A.2.2) werden in einem eigenen Monitoring geführt, so dass regionale Daten hierzu nicht ausgewiesen
werden können.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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Auf den
Direktionsbezirk Chemnitz
entfallen 3,3 Mio. Euro – 25,9 Prozent der Fördermittel. Im
2
Vergleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (34,4 Prozent) ist
3
dieser Direktionsbezirk unterrepräsentiert. Dies gilt insbesondere für Zwickau. Die Stadt Chemnitz
4
ist dagegen im Vergleich zum Durchschnitt überrepräsentiert.
5
Auf den
Direktionsbezirk Dresden
entfallen 5,7 Mio. Euro – 44,8 Prozent der Fördermittel. Dieser
6
Mitteleinsatz entspricht etwa dem Durchschnitt im OP (42,9 Prozent), wobei die Stadt Dresden
7
überrepräsentiert ist.
8
Auf die
Phasing-Out-Region Direktionsbezirk Leipzig
entfallen knapp 3,8 Mio. Euro. Mit einem
9
Anteil von 29,4 Prozent liegt diese Region über dem Durchschnitt des Operationellen Programms
10
(22,7 Prozent). Dies ist allein auf die Stadt Leipzig zurück zu führen, die allein 3,4 Mio. Euro erhielt.
11
Der Anteil, der laut Plan für die Phasing-Out-Region vorgesehen ist (25 Prozent), wird ebenfalls
12
überschritten.
13
Materieller Verlauf
14
Ziele des Operationellen Programms
15
Im Operationellen Programm wurden für das Einsatzfeld 2 folgende Indikatoren aufgestellt:
16
Indikator
Typ
Zielvorgabe
OP 2007
Zielvorgabe
1. Änderungsan-
trag
18
Zielwert
2. Änderungsan-
trag
Zielwert
bis
31.3.2012
Erreicht
bis
31.03.2012
Ziel-
erreichung
Prognose
Indikator 4:
Zahl neuer Arbeits-
plätze bei geförderten Gründern
aus dem Hochschulbereich
Änderungsantrag: Zahl neuer
Arbeitsplätze bei den mit Mikro-
darlehen geförderten Gründern
Ergebnis
2.000
500
1.200
729
755*
104%
Indikator 4a:
Anzahl der ESF-
Mikrodarlehen
Output
Neuer
Indikator
900
2.000
1.214
730*
60%
-
Indikator 5:
Beratene und
gecoachte angehende Gründer
Output
10.500
6.400
16.500
10.018
25.118
251%
-
17
Tabelle: Indikatoren des Operationellen Programms im Einsatzfeld 2. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
18
31.03.2012. *) Quelle: ESF-Durchführungsbericht 2011
19
Diese Zielwerte wurden durch die Änderungsanträge modifiziert. Der 2. Änderungsantrag steht unter
20
Vorbehalt der Zustimmung durch die Europäische Kommission. Im Einzelnen stellt sich die Zielerrei-
21
chung wie folgt dar:
22
Die Indikatoren zeigen sehr unterschiedliche Umsetzungsstände
23
Indikator 4:
Im Änderungsantrag wurde der Indikator dahingehend modifiziert, dass nun die Zahl
24
neuer Arbeitsplätze bei den mit Mikrodarlehen geförderten Gründer/innen auszuweisen ist. Der
25
ESF-Durchführungsbericht weist hier 755 neue Arbeitsplätze aus. Damit liegt die Programmumset-
26
zung genau im Plan.
18
Aufgrund der nur geringen Förderumfänge im Jahr 2007 wird für die Bestimmung der Zielwerte eine bisherige Laufzeit von
drei Jahren angenommen.

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Indikator 4a:
Der im Änderungsantrag neu aufgestellte Outputindikator soll die Anzahl der ESF-
2
Mikrodarlehen messen. Mit 730 Darlehen wird der Zielwert zu 60 Prozent erreicht.
3
Indikator 5:
Das Monitoring weist im Ist 25.118 beratene Gründer/innen aus, was einem Zielerrei-
4
chungsgrad von 251 Prozent entspricht. Das ursprüngliche Ziel, 10.500 Gründer/innen zu errei-
5
chen sowie die modifizierte Werte im 2. Änderungsanträgen wurden bereits weit übertroffen.
6
Gesamtauswertung und Zielgruppenerreichung
7
In der Regel spiegeln die Indikatoren des Operationellen Programms eine Teilmenge der Förderung
8
wider. Nachfolgend wird der Verlauf auf Basis aller vorliegenden Fördergegenstände betrachtet:
Vorhabensbereich
Anz.
Projekte
Eintritte
In % der Eintritte
Frauen
Jüngere
U 25
Ältere
Ü50
Erwerbs-
tätige
Arbeits-
lose
Nicht-
rwerbs-
tätige
Migr.
Benach-
teiligte
i.w.S
A.2.1
Unternehmensgründungen aus dem
Hochschulbereich
794
4.666
41%
41%
2%
31%
12%
57%
4%
1%
A.2.2 Mikrodarlehen
Summe Einsatzfeld 2
794
4.666
41%
41%
2%
31%
12%
57%
4%
1%
9
Tabelle 17: Materieller Verlauf Einsatzfeld 2. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 31.3.2012.
10
Die Mikrodarlehen werden in einem separaten Monitoring geführt, so dass hier nur die Zahlen für den
11
Vorhabensbereich A.2.1 (Unternehmensgründungen aus dem Hochschulbereich) ausgewiesen wer-
12
den können. Diese stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:
13
Die Förderung erreicht im Vorhabensbereich Unternehmensgründungen einen hohen Mate-
14
riellen Stand.
15
Im Vorhabensbereich A.2.1 (Unternehmensgründungen aus dem Hochschulbereich) wurden laut
16
Monitoring-System 4.666 potenzielle Gründer/innen gefördert. Dies ist ein deutlicher Anstieg im
17
Vergleich zur 3. OP-Bewertung.
18
Die Teilhabe von Frauen hat sich verbessert
19
Im Vorhabensbereich Gründungen aus dem Hochschulbereich hat sich die Teilhabe von Frauen
20
von 37 auf 41 Prozent verbessert. Gleichwohl werden Frauen im Ergebnis der Förderung gemes-
sen an ihrem Anteil an den Studierenden (45 Prozent
19
) noch unterproportional erreicht.
21
22
Es wird ein sichtbarer Anteil an der Zielgruppe erreicht.
23
Im Hochschulbereich wurden laut Monitoring 4.666 Studierende gefördert. Damit wurden von
111.635
20
Studierenden ca. 4,2 Prozent erreicht.
24
19
Von den 111.635 Studierenden sind 50.244 Frauen. Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Stand: März
2012.
20
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Stand: März 2012.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Erkenntnisse aus der Fach- und Programmevaluierung
2
Die beiden Vorhabensbereiche im Einsatzfeld 2 weisen im Wesentlichen zwei Förderansätze auf, die
3
die Zielsetzungen unterstützen. Diese umfassen:
4
die stufenweise Sensibilisierung, Beratung und Qualifizierung von Gründungsinteressierten aus
5
Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen (Studierende und wissenschaftliches Personal im
6
Vorhabensbereich A.2.1 Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft)
7
die Bereitstellung von Kleinkrediten für Investitionen und Betriebsmitteln im Rahmen eines revolvie-
8
renden Darlehensfonds (A.2.2 Mikrodarlehen).
9
Diese Förderansätze sind grundsätzlich kongruent zur Zielsetzung des Einsatzfelds und der Hand-
10
lungsoptionen, indem der Schritt in die Selbstständigkeit ideell und finanziell unterstützt wird.
11
Die Ergebnisse von Fach- und Programmevaluierung belegen ein hohes Maß an Zielerrei-
12
chung im Einsatzfeld 2.
13
Die Ergebnisse der Fachevaluierung in beiden Vorhabensbereichen bzgl. der geförderten Gründun-
14
gen und ihrer Etablierung am Markt sind grundsätzlich positiv.
15
Im Vorhabensbereich A.2.1 Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft äußern die mittelbar
16
geförderten Angebotsnutzer/innen eine hohe Zufriedenheit mit den Angeboten, tatsächlich gegründet
17
hat im Betrachtungszeitraum eine Quote von knapp einem Viertel. Vor dem Hintergrund der stufen-
18
weisen und zunächst niedrigschwellig ausgerichteten Angebote und einer vielfach nicht unmittelbar
19
bestehenden Gründungsabsicht ist dies ein gutes Ergebnis. Von den tatsächlichen Gründer/innen
20
schätzen mehr als zwei Drittel ein, dass ihr Unternehmen auch längerfristig am Markt bestehen wird.
21
Die Gründungen weisen ein erhebliches Beschäftigungspotenzial auf, wenn sich die größten Brutto-
22
beschäftigungseffekte auf einen eher kleinen Anteil der Gründungen konzentrieren. Positiv ist weiter-
23
hin, das mit zunehmender Ausweitung der unternehmerischen Aktivitäten auch Arbeitsplätze für weni-
24
ger qualifiziertes Personal geschaffen wird. Eine dauerhafte Verbesserung des Gründungsklimas an
25
sächsischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen wird jedoch davon abhängen, inwiefern es
26
gelingt, die geschaffenen Strukturen und Angebote nachhaltig an den geförderten Einrichtungen zu
27
verankern.
28
Im Vorhabensbereich A.2.2 Mikrodarlehen stellen sich die Ergebnisse der Förderung nach Maßgabe
29
von Fach- und Programmevaluierung ebenfalls positiv dar. Ein äußerst geringer Anteil von Forde-
30
rungsausfällen auf der einen Seite und mit drei Viertel ein hoher Anteil von Gründungen, die tatsäch-
31
lich den Haupterwerb unterstützen, deuten auf stabile Gründungen hin. Bei diesem Instrument sind
32
bei einer Mehrheit der Gründungen zusätzliche Einstellungen geplant. Gleichwohl sind die Wachs-
33
tumspotenziale insgesamt eher begrenzt.
34
Die Empfehlungen von Fach- und Programmevaluierung konzentrieren sich daher im Wesentlichen
35
auf Aspekte, die die Zielerreichung bei gegebener Ausrichtung weiter erhöhen helfen:
36
nachhaltige Verankerung der geförderten Gründerinitiativen im Vorhabensbereich A.2.1,

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
noch stärkere Konzentration auf potenziell wachstumsstarke Gründungen (z.B. durch Technologie-
2
Scouting, Verzahnung mit Forschergruppen in A.2.2) und
3
Begleitangebote zur Verbesserung von Marktanalyse und Geschäftsmodellen im Vorhabensbe-
4
reich A.2.2 Mikrodarlehen.
5
3.2.2
Prioritätsachse B
6
Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Berufswahl-
7
kompetenz
8
Das Einsatzfeld 3 im Operationellen Programm sieht die Förderung
des Lebensbegleitenden Ler-
9
nens
sowie die
Verbesserung der Berufswahlkompetenz
vor. Handlungsoptionen zur Verfolgung
10
dieser Ziele umfassen die
Verbesserung des Schulerfolgs
, der
Verbesserung der Berufsorientie-
11
rung
sowie der Erhöhung der
Chancengleichheit
bereits bei der Berufsorientierung.
12
Für die Förderung im Einsatzfeld 3 sind gemäß OP-Planung fünf Vorhabensbereiche vorgesehen. Die
13
Förderung setzt einen Schwerpunkt mit geplanten 95 Mio. Euro ESF-Mitteln im Vorhabensbereich
14
Berufsorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs, dies sind knapp 74 Prozent der in diesem Ein-
15
satzfeld vorgesehenen Mittel.
16
Finanzieller Verlauf
Für das Einsatzfeld 3 stehen für die Förderperiode laut aktueller Planung
21
ESF-Mittel in Höhe von
17
18
121,4 Mio. Euro zur Verfügung. Dies sind 13,9 Prozent der im OP für die gesamte Förderperiode vor-
19
gesehenen Mittel. Die vorgesehenen Mittel wurden für dieses Einsatzfeld deutlich erhöht.
20
21
Abbildung 5: Finanzieller Verlauf im Einsatzfeld 3.
22
In den zugehörigen Vorhabensbereichen stellt sich der finanzielle Verlauf im Detail wie folgt dar:
21
Quelle: Vorhabensfinanzierungsplan vom Stand 22.9.2010.
ESF-Mittel in Mio. Euro
121,4
74,8
39,2
-
20
40
60
80
100
120
140
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Plan (n+2)
Bewilligt - IST
Ausgezahl t

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Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
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ESF-MITTEL in Mio. Euro
In % der geplanten
Mittel
Vorhabensbereich
Plan
Bewil-
ligt
IST
Bewil-
ligt bis
2011
Tendenz
2015
Ausge-
zahlt
Bewil-
ligung
Aus
zah-
lung
B.3.1
Berufsorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs –
SMK
95,1
58,4
27,5
27,4
61%
29%
B.3.2
FSJ, Projekte für Schulverweigerer/Schulsozialarbeit –
SMS
15,0
10,5
6,8
6,9
70%
46%
B.3.3 FÖJ – SMS
7,7
4,6
3,7
3,8
59%
48%
B.3.4 Berufsorientierung und -vorbereitung – SMWA, R24
2,4
1,2
1,1
1,1
49%
45%
B.3.5
Chancengleichheit: lebenslanges Lernen, Berufswahl-
kompetenz – SMS
1,1
0,1
0,1
0,1
10%
9%
Summe Einsatzfeld 3
121,4
74,8
39,3
39,2
62%
32%
1
Abbildung 6: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 3. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 31.31.2012. Plandaten:
2
Vorhabensfinanzierungsplan vom 10.02.2012.
3
Im Einzelnen:
4
Aufgrund der Mittelaufstockung liegt der Bewilligungsstand geringfügig unter dem Durch-
5
schnitt.
6
Von den für die gesamte Förderperiode geplanten 121,4 Mio. Euro ESF-Mitteln sind 74,8 Mio. in
7
Bewilligungen gebunden. Die Bewilligungsquote ist mit 62 Prozent leicht unterdurchschnittlich. We-
8
sentlicher Grund hierfür ist die Aufstockung der Mittel in diesem Einsatzfeld um mehr als 20 Mio.
9
Euro.
10
Von diesem Effekt ist insbesondere der größte Vorhabensbereich B.3.1 (Berufsorientierung, Ver-
11
besserung des Schulerfolgs) betroffen. Die Bereiche B.3.3 und B.3.4 erreichen trotz einer Redukti-
12
on der Planwerte in diesen Bereichen leicht unterdurchschnittliche Bewilligungsquoten. Der Vorha-
13
bensbereich B.3.2 (FSJ, Projekte für Schulverweigerer/Schulsozialarbeit) erreicht auch mit erhöh-
14
ten Planwerten einen guten Bewilligungsstand von 70 Prozent.
15
In einzelnen Vorhabensbereichen besteht Steuerungsbedarf.
16
Im Vorhabensbereich B.3.5 (Chancengleichheit) wurden bisher nur 0,1 Mio. Euro bzw. 10 Prozent
17
der geplanten Mittel bewilligt.
18
Der Auszahlungsstand liegt im Plan.
19
Bezogen auf das Gesamtbudget wurden bislang 32 Prozent der Mittel ausgezahlt. Vor dem Hinter-
20
grund der Zielmarke von 33 Prozent erreicht der Auszahlungsstand somit einen planmäßigen
21
Stand.
22
Regionale Verteilung der Fördermittel
23
Die bewilligten ESF Mittel sind wie folgt auf die sächsischen Regionen verteilt:
24

image
image
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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
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2
Abbildung 7: Bewilligungsstand im Einsatzfeld 3 – regionale Verteilung. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
3
31.3.2012.
4
Die Anteile der auf die Phasing-Out-Region entfallenden Fördermittel liegen unter dem ge-
5
planten Wert
6
Auf den
Direktionsbezirk Chemnitz
entfallen 34,8 Mio. Euro – 46,5 Prozent der Fördermittel. Da-
7
mit liegt diese Region nun über dem durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Pro-
8
gramms (34,4 Prozent). Dies ist hauptsächlich auf die Stadt Chemnitz zurückzuführen, auf die al-
9
lein 20,7 Mio. Euro entfallen. Insbesondere Zwickau ist dagegen unterrepräsentiert.
10
Auf den
Direktionsbezirk Dresden
entfallen 27,9 Mio. Euro – 37,3 Prozent der Fördermittel. Im
11
Vergleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (42,9 Prozent) ist
12
dieser Direktionsbezirk unterrepräsentiert, was sich insbesondere in der Stadt Dresden zeigt. In der
13
letzten Bewertung war er dagegen noch geringfügig überrepräsentiert.
14
Auf die
Phasing-Out-Region Direktionsbezirk Leipzig
entfallen 12,1 Mio. Euro der Fördermittel.
15
Mit einem Anteil von 16,1 Prozent liegt diese Region unterhalb des Anteils, der laut Plan für die
16
Phasing-Out-Region vorgesehen ist (23 Prozent). Auch im Vergleich zum durchschnittlichen Mitte-
17
leinsatz des Operationellen Programms (22,7 Prozent) ist dieser Direktionsbezirk unterrepräsen-
18
tiert, was sich ausschließlich in der Stadt Leipzig zeigt.
19

image
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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
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Materieller Verlauf
2
Ziele des Operationellen Programms
3
Im Operationellen Programm wurden für das Einsatzfeld 3 folgende Indikatoren aufgestellt:
4
Indikator
Typ
Zielvorgabe
OP 2007
Zielvorgabe
1. Änderungsan-
trag
22
Zielwert
2. Änderungsan-
trag
Zielwert
bis
31.3.2012
Erreicht
bis
31.03.2012
Ziel-
erreichung
Prognose
Indikator 6:
Verringerung des
Anteils der Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ergebnis
6,5%
6,5%
6,5%
6,5%
*10,4%
62’%
Indikator 7:
Geförderte Schü-
ler/innen und
Ausbildungsplatzsuchende
Output
220.000
104.000
222.300
134.968
63.109
47%
5
Tabelle 18: Indikatoren des Operationellen Programms im Einsatzfeld 3. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
6
31.3.2012, amtliche Statistik.*) Schuljahr 2010/2011: 2.259 Personen ohne Hauptschulabschluss. Quelle: Statistische Ämter
7
des Bundes und der Länder; Statistik der allgemein bildenden Schulen.
8
Diese Zielwerte wurden durch die Änderungsanträge modifiziert. Der 2. Änderungsantrag steht unter
9
Vorbehalt der Zustimmung durch die Europäische Kommission. Im Einzelnen stellt sich die Zielerrei-
10
chung wie folgt dar:
11
Vor dem Hintergrund der bisherigen Ergebnisse bedarf es besonderer Anstrengungen, um
12
die neuen Ziele zu erreichen.
13
Indikator 6:
Der Anteil der Schulabbrecher/innen ist seit Beginn der Förderperiode geringfügig an-
14
gestiegen und liegt derzeit bei 10,4 Prozent und damit über dem EU-Benchmark. Der ambitionierte
15
Zielwert von 6,5 Prozent wurde nicht erreicht.
16
Indikator 7:
Die Planung des 2. Änderungsantrages in Höhe von 222.300 zu erreichenden Perso-
17
nen erscheint vor dem Hintergrund der bisher erreichten Outputs (rd. 63.000 Personen) sehr ambi-
18
tioniert – es bedarf besonderer Anstrengungen, um dieses Ziel zu erreichen.
19
Gesamtauswertung und Zielgruppenerreichung
20
In der Regel spiegeln die Indikatoren des Operationellen Programms eine Teilmenge der Förderung
21
wider. Nachfolgend wird der erreichte Programmfortschritt anhand aller vorliegenden Fördergegen-
22
stände betrachtet:
22
Aufgrund der nur geringen Förderumfänge im Jahr 2007 wird für die Bestimmung der Zielwerte eine bisherige Laufzeit von
drei Jahren angenommen.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
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Vorhabensbereich
Anz.
Projekte
Eintritte
In % der Eintritte
Frauen
Jüngere
U 25
Ältere
Ü50
Erwerbs-
tätige
Arbeits-
lose
Nicht-
rwerbs-
tätige
Migr.
Benach-
teiligte
i.w.S
B.3.1
Berufsorientierung, Verbesserung des
Schulerfolgs
636 133.026
50%
38%
0%
1%
0%
99%
5%
97%
B.3.2
FSJ, Projekte für Schulverweige-
rer/Schulsozialarbeit
52
1.636
45%
66%
0%
0%
50%
50%
5%
77%
B.3.3 FÖJ
45
1.173
61%
98%
0%
9%
12%
79%
3%
5%
B.3.4 Berufsorientierung und -vorbereitung
11
4.683
50%
51%
0%
0%
2%
98%
1%
96%
B.3.5
Chancengleichheit: lebenslanges Lernen,
Berufswahlkompetenz
4
269
92%
1%
9%
20%
0%
80%
5%
80%
Summe Einsatzfeld 3
748 140.787
50%
39%
0%
1%
1%
98%
5%
96%
2
Tabelle 19: Materieller Verlauf Einsatzfeld 3. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 31.03.2012.
3
Im Einzelnen:
4
Die Förderung konzentriert sich auf Projekte zur Berufsorientierung und Verbesserung des
5
Schulerfolgs.
6
In den einzelnen Programmen des Einsatzfeldes wurden bisher knapp 140.787 Personen gefördert.
7
Förderschwerpunkte bestehen in den Vorhabensbereichen B.3.1 und B.3.4, die insbesondere auf
8
Berufsorientierung ausgerichtet sind.
9
Die im Monitoring ermittelten Anteile von Jüngeren sind gegenüber der letzten Bewertung deutlich
10
zurückgegangen, während die Anteile der Benachteiligten leicht angestiegen sind.
11
Im Vorhabensbereich Chancengleichheit ist der Umsetzungsstand relativ gering
12
Im Vorhabensbereich B.3.5 (Chancengleichheit) wurden bislang 4 Vorhaben mit 269 Personen ge-
13
fördert. Dieses Programm wurde bisher auch finanziell nur in sehr geringem Umfang umgesetzt.
14
Es wird in allen Vorhabensbereichen eine hohe Teilhabe von Frauen erreicht.
15
Der im Durchschnitt erreichte Frauenanteil von 50 Prozent zeigt, dass es in den Programmen ge-
16
lingt, Frauen entsprechend ihres Anteils in der Grundgesamtheit zu fördern.
17
Migrant/innen werden erreicht. Dies gelingt im Ergebnis der Förderung nicht in allen Vorha-
18
bensbereichen.
19
Im Durchschnitt der Maßnahmen dieses Einsatzfeldes wird ein Anteilswert der Migrant/innen von 5
20
Prozent erreicht. Weiterhin werden im Vorhabensbereich B.3.4 (Berufsorientierung) trotz einer er-
21
heblichen Reichweite so gut wie keine Migrant/innen erreicht. Auch im Vorhabensbereich B.3.3
22
(Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)) ist der Anteil von Migrant/innen unterdurchschnittlich.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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Erkenntnisse aus der Fach- und Programmevaluierung
2
In Sachsen, genauso wie in Deutschland insgesamt, hat Bildung einen entscheidenden Einfluss auf
3
die Beschäftigung und das Einkommen der jeweiligen Personen. Insbesondere vor dem Hintergrund
4
einer sich verstärkenden Tendenz zu qualifizierteren Tätigkeiten mit höheren Mobilitäts- und Qualifika-
5
tionsanforderungen, wird Lebenslanges Lernen immer wichtiger, um Teilhabechancen in der Gesell-
6
schaft und am Arbeitsmarkt dauerhaft zu sichern.
Einsatzfeld 3
zur
Förderung des Lebensbeglei-
7
tenden Lernens und Verbesserung der Berufswahlkompetenz
nimmt deshalb eine Schlüsselstel-
8
lung im Förderportfolio des Freistaates Sachsen ein. Deutlich wird dies nicht zuletzt am bewilligten
9
Fördervolumen von über 120 Mio. Euro.
10
Der
Vorhabensbereich zur Berufs- und Studienorientierung und zur Verbesserung des Schuler-
11
folgs (B.3.1/SMK)
bildet mit knapp 74 Prozent der vorgesehenen Mittel den zentralen Schwerpunkt
12
des Einsatzfelds. Innerhalb dieses mit knapp 95 Mio. Euro geplanten Vorhabensbereichs, nimmt der
13
Fördergegenstand mit Vorhaben zur Berufs- und Studienorientierung knapp die Hälfte des Fördervo-
14
lumens ein. Diese Förderung richtet sich etwa an Vorabgangsklassen, Schüler/innen an der ersten
15
Schwelle zur beruflichen Erstausbildung oder angehende Abiturient/innen. Im Rahmen der Evaluie-
16
rung wurde festgestellt, dass den Teilnehmenden in den Maßnahmen sowohl aktuelle Anforderungen
17
und Möglichkeiten des Arbeitsmarktes als auch realistische Vorstellungen bestimmter Ausbildungsbe-
18
rufe und Studienfächer vermittelt und Schüler/innen dabei zur Aufnahme eines Studiums motiviert
19
werden.
20
Die weiteren Fördergegenstande des Vorhabensbereichs sind stärker auf eine Verbesserung der indi-
21
viduellen Lernerfolge und der Lerninfrastruktur ausgerichtet wie beispielsweise die Vorhaben zur Er-
22
höhung der Quote von Schülern oder das Programm für
Komplexe schul- oder schulartübergreifende
23
Kooperationsvorhaben
. Der Aspekt der Berufsorientierung fließt dabei aber durchaus in die Projektge-
24
staltung mit ein, wie das Beispiel der Schülercamps zeigt. Für alle genannten Programme zeigte die
25
Fachevaluierung Verbesserungsmöglichkeiten durch eine Erhöhung des Bekanntheitsgrades auf.
26
Ergänzend zu den genannten Ansätzen sind die Fördergegenstände des Vorhabensbereichs
„FSJ,
27
Projekte für Schulverweigerer/Schulsozialarbeiter“ (B.3.2)
stärker auf Menschen mit spezifischen
28
Bildungsbedarfen ausgerichtet, die in ihren Lernanstrengungen und in ihrer Berufsorientierung Unter-
29
stützung erfahren sollen. Im größten und namensgebenden Fördergegenstand des Vorhabensbe-
30
reichs werden arbeitslose junge Menschen mit besonderen sozialen Bildungsbedarfen bei der Durch-
31
führung eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) unterstützt, grundlegende Handlungskompetenzen
32
und eine berufliche Orientierung zu erfahren. Weitere Fördergegenstände setzen auf sozialpädagogi-
33
sche Methoden, um die Kompetenzentwicklung oder die Lernmotivation von Schülerinnen und Schü-
34
lern zu fördern. Insgesamt attestierte die Evaluierung diesem Vorhabensbereich eine hohe Relevanz,
35
Zielgruppenerreichung und Wirksamkeit. Trotz der individuellen Ausgangslagen gelingt es viele Teil-
36
nehmer/innen bei ihrer Kompetenzentwicklung und beruflichen Entscheidungsfindung zu unterstützen.
37
Aufgrund der Schlüsselstellung des Themas Bildung, des breit aufgestellten Förderportfolios in Ein-
38
satzfeld 3 und der hohen Qualität der umgesetzten Vorhabensbereiche gelingt es durch die vorgestell-
39
ten Programme gleich in drei verschiedenen Bereichen die Zukunftsfähigkeit des Freistaats Sachsen
40
zu unterstützen:

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
10. August 2012
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1
Durch die spezifischen Bildungsimpulse und die strukturellen Verbesserungen werden Individuen
2
dabei unterstützt, ihre jeweiligen Potentiale optimal auszuschöpfen. Dies gilt insbesondere für jun-
3
ge Menschen, die aufgrund von Problemen oder Lernschwächen auf einem niedrigen schulischen
4
Qualifizierungslevel zu verharren drohen. Durch die frühzeitige Unterstützung, Ermutigung und Ak-
5
tivierung in ihren Bildungsbemühungen leistet der ESF einen Beitrag, um diese langfristig vor den
6
Risiken von Arbeitslosigkeit und Einkommensarmut zu bewahren. Darüber hinaus erwachsen auch
7
normal bis hin zu hochbegabten Kindern neue Entwicklungsperspektiven durch die Offerierung zu-
8
sätzlicher Bildungsimpulse.
9
Der Beitrag des ESF zu einem höheren Bildungsniveau bietet aus arbeitsmarktpolitischer Sicht die
10
Chance, einem zukünftigen Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die wirtschaftlichen Entwick-
11
lungspotentiale Sachsens zu steigern. Dies gilt insbesondere deshalb, da es sich nicht nur um eine
12
quantitative Ausweitung von Bildung handelt, sondern auch ein Beitrag zu einer zielgerichteten Al-
13
lokation von Humankapitalressourcen in Zukunftsbereiche gelingt, in denen sie die höchste Pro-
14
duktivität versprechen. Besonders relevant ist hierbei der Beitrag verschiedener ESF-Programme
15
zur Studienmotivation von Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig wird in der Fachevaluierung je-
16
doch auch deutlich, dass die Maßnahmen bei strategisch wichtigen Inhalten nur einen geringen
17
Nutzen entfalten.
18
Nicht zuletzt bietet Bildung auch das Potential, um eine hohe Gleichheit der Verwirklichungs- und
19
Teilhabechancen in der Gesellschaft zu erreichen. Ungeachtet der vielschichtigen Ursachen sozia-
20
ler Ungleichheit, könnten durch zielgerichtete Bildungsangebote wirkungsvolle Beiträge zur Verrin-
21
gerung sozialer Ungleichheit angestoßen werden. Für diesen Wirkungsbereich bestehen in Ein-
22
satzfeld 3 die höchsten Verbesserungs- und Weiterentwicklungspotentiale. Bereits angelegt ist ein
23
Vorhabensbereich, der durch die Unterstützung von lebenslangem Lernen und Berufswahlkompe-
24
tenz zur Chancengleichheit beitragen soll (B.3.5). Allerdings wurde dieses Programm nur in gerin-
25
gem Umfang umgesetzt, weshalb auch seine Wirkung beschränkt blieb. Nicht genutzt wird auch
26
die Chance im Rahmen des Einsatzfeldes 3 die Integration von sozialen Randgruppen wie bei-
27
spielsweise Migrant/innen oder behinderte Menschen zu befördern. So zeigt die Fachevaluierung
28
auf, dass insbesondere Migrant/innen unterdurchschnittlich erreicht werden.
29
Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche
30
Im
Einsatzfeld 4
fördert der Freistaat Sachsen Programme, die auf eine Verbesserung des Ausbil-
31
dungsplatzangebotes ausgerichtet sind. Die entsprechenden Handlungsoptionen lauten
Förderung
32
der beruflichen Erstausbildung
sowie
Verbesserung der beruflichen Ausbildung junger Men-
33
schen durch Optimierung der Berufsvorbereitung
und
Unterstützung beim Übergang von der
34
Ausbildung in den Beruf
.
35
Die Förderung im Einsatzfeld 4 erfolgt in vier Vorhabensbereichen, Fast 97 Prozent der in diesem
36
Einsatzfeld vorgesehenen ESF-Mittel konzentrieren sich den Vorhabensbereich B.4.1 Förderung be-
37
trieblicher/ betriebsnaher Ausbildung, der mit einem geplanten ESF-Volumen von knapp 126,9 Mio.
38
Euro einen Schwerpunkt sowohl innerhalb der Prioritätsachse B als auch im Gesamtkontext des Ope-
39
rationellen Programms darstellt.

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Finanzieller Verlauf
Für das Einsatzfeld 4 stehen für die Förderperiode laut aktueller Planung
23
ESF-Mittel in Höhe von
2
3
131,0 Mio. Euro zur Verfügung. Dies sind 15,0 Prozent der im OP für die gesamte Förderperiode vor-
4
gesehenen Mittel. Die geplante Fördersumme wurde deutlich reduziert.
5
6
Abbildung 8: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 4.
7
In den zugehörigen Vorhabensbereichen stellt sich der finanzielle Verlauf im Detail wie folgt dar:
8
ESF-MITTEL in Mio. Euro
In % der geplanten
Mittel
Vorhabensbereich
Plan
Bewil-
ligt
IST
Bewil-
ligt bis
2011
Tendenz
2015
Ausge-
zahlt
Bewil-
ligung
Aus
zah-
lung
B.4.1
Förderung betriebliche/betriebsnaher Ausbildung –
SMWA, R24
126,9
113,4
80,3
83,2
89%
66%
B.4.2
Förderung betriebliche/betriebsnahe Ausbildung in LuF
– SMWA, R24
3,5
2,0
1,1
1,1
59%
32%
B.4.3 Zusatzqualifikationen für Azubis – SMK
0,3
0,2
0,1
0,1
81%
48%
B.4.4
Personal- und Qualitätssicherung im Sozial- und Ge-
sundheitsbereich – SMS
0,4
0,3
0,3
0,3
78%
78%
Summe Einsatzfeld 4
131,0
115,9
81,8
84,8
89%
65%
9
Tabelle 20: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 4. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 31.3.2012. Plandaten: Vorha-
10
bensfinanzierungsplan vom 10.02.2012.
11
Im Einzelnen:
12
Die Bewilligungen erreichen einen hohen Stand.
13
Von den für die gesamte Förderperiode geplanten 131,0 Mio. Euro sind 115,9 Mio. in Bewilligun-
14
gen gebunden. Der hohe Mittelbindungsgrad zeigt sich in drei der vier Vorhabensbereiche. Beson-
15
ders hoch ist er im größten Vorhabensbereich B.4.1 (Förderung betriebliche/betriebsnaher Ausbil-
16
dung).
23
Quelle: Vorhabensfinanzierungsplan vom Stand 10.2.2012.
ESF-Mittel in Mio. Euro
131,0
115,9
84,8
-
20
40
60
80
100
120
140
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Plan (n+2)
Bewilligt - IST
Ausgezahl t

image
image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Der finanzielle Umsetzungsstand im Vorhabensbereich B.4.2 ist leicht unterdurchschnittlich.
2
Der Vorhabensbereich B.4.2 (Förderung betriebliche/betriebsnahe Ausbildung in Land- und Forst-
3
wirtschaft) ist mit einem Bewilligungsstand von 59 Prozent leicht unterdurchschnittlich.
4
Der hohe Bewilligungsstand spiegelt sich in den Auszahlungen wider.
5
Bezogen auf das Gesamtbudget wurden bislang 65 Prozent der Mittel ausgezahlt. Vor dem Hinter-
6
grund der Zielmarke von 33 Prozent ist der Auszahlungsstand sehr hoch.
7
Regionale Verteilung der Fördermittel
8
Die bewilligten ESF-Mittel sind wie folgt auf die sächsischen Regionen verteilt:
9
10
11
Abbildung 9: Bewilligungsstand im Einsatzfeld 4 – regionale Verteilung. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
12
31.3.2012.
13
Die Mittel konzentrieren sich auf urbane Regionen.
14
Auf den
Direktionsbezirk Chemnitz
entfallen 42,4 Mio. Euro – 37 Prozent der Fördermittel. Im
15
Vergleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (34,4 Prozent) er-
16
hält der Direktionsbezirk Chemnitz einen leicht überdurchschnittlichen Anteil. Die Konzentration der

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Mittel auf den Kreis Zwickau ist leicht zurückgegangen, mit 28,7 Mio. Euro. aber noch immer hoch.
2
Alle anderen Räume sind dagegen unterrepräsentiert.
3
Auf den
Direktionsbezirk Dresden
entfallen 44,8 Mio. Euro – 39 Prozent der Fördermittel. Auf die
4
Stadt Dresden entfallen dabei allein 37,3 Mio. Euro. Alle anderen Räume sind im Vergleich zum
5
durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms unterrepräsentiert. Insgesamt er-
6
hält der Direktionsbezirk Dresden im Vergleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operatio-
7
nellen Programms (42,9 Prozent) einen unterdurchschnittlichen Anteil.
8
Auf die
Phasing-Out-Region Direktionsbezirk Leipzig
entfallen 28,8 Mio. Euro. Mit einem Anteil
9
von 25 Prozent liegt diese Region etwas über dem Durchschnitt des Operationellen Programms
10
(22,7 Prozent). Die Zahl entspricht jedoch dem Anteil, der für die Phasing-Out-Region vorgesehen
11
ist (24 Prozent). Die Überrepräsentation zeigt sich nur in der Stadt Leipzig, die allein 26,1 Mio. Eu-
12
ro erhält.
13
Materieller Verlauf
14
Ziele des Operationellen Programms
15
Im Operationellen Programm wurden für das Einsatzfeld 4 folgende Indikatoren aufgestellt:
16
Indikator
Typ
Zielvorgabe
OP 2007
Zielvorgabe
1. Änderungsan-
trag
24
Zielwert
2. Änderungsan-
trag
Zielwert
bis
31.3.2012
Erreicht
bis
31.03.2012
Ziel-
erreichung
Prognose
Indikator 8:
Reduzierung der
Versorgungslücke
Änderungsantrag: Zahl der
erfolgreich abgeschlossenen
Ausbildungen bzw. Qualifizie-
rungen
Ergebnis
7939 in
2010
95.000
114.531
57.679
44.131*
77%
Indikator 9:
Geförderte Ausbil-
dungsplätze
Output
16.600
98.000
116.570
70.775
90.920
128%
Indikator 9a:
Förderung von
Zusatzqualifikationen
Output
Neuer
Indikator
8.500
15.400
9.350
9.256
99%
17
Tabelle: Indikatoren des Operationellen Programms im Einsatzfeld 4. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
18
31.03.2012. *) ESF-Durchführungsbericht 2011
19
Diese Zielwerte wurden durch die Änderungsanträge modifiziert. Der 2. Änderungsantrag steht unter
20
Vorbehalt der Zustimmung durch die Europäische Kommission. Im Einzelnen stellt sich die Zielerrei-
21
chung wie folgt dar:
22
Die Situation für Ausbildenden hat sich durch die positive Entwicklung auf dem Ausbil-
23
dungsmarkt verbessert.
24
Indikator 8:
Zu Beginn der Förderperiode 2007-2013 bestand eine Versorgungslücke von knapp
25
25.500 Ausbildungsplätzen, die sich vor allem angesichts zurückgehender Zahlen von Schulab-
26
gänger/innen geschlossen hat. Vor diesem Hintergrund wurde der Ergebnisindikator im Ände-
27
rungsantrag auf die Messung erfolgreich abgeschlossener Ausbildungen angepasst. Der im ESF-
24
Aufgrund der nur geringen Förderumfänge im Jahr 2007 wird für die Bestimmung der Zielwerte eine bisherige Laufzeit von
drei Jahren angenommen.

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Durchführungsbericht ausgewiesene Wert erreicht das bis Ende März 2010 gesetzte Ziel nicht voll-
2
ständig (77%).
3
Indikator 9:
Es wurden mit knapp 91.000 weitaus mehr Ausbildungsplätze gefördert, als ursprüng-
4
lich vorgesehen. Der Zielwert wurde auf 116.570 erhöht. Der Zielerreichungsgrad liegt aktuell be-
5
reits bei 128 Prozent und die Zielerreichung erscheint realistisch.
6
Indikator 9a:
Im 1. Änderungsantrag wurde die Förderung von Zusatzqualifikationen für Auszubil-
7
dende als wichtiges Ziel in das Indikatorenset aufgenommen. Hier sollen in der gesamten Förder-
8
periode 15.400 Auszubildende erreicht werden. Laut des vorliegenden Monitorings wurden 9.256
9
Auszubildende gefördert. Vor dem Hintergrund der bisher erreichten Outputs erscheint der Zielwert
10
als realistisch.
11
12
Gesamtauswertung und Zielgruppenerreichung
13
In der Regel spiegeln die Indikatoren des Operationellen Programms eine Teilmenge der Förderung
14
wider. Nachfolgend wird der erreichte Programmfortschritt anhand aller vorliegenden Fördergegen-
15
stände betrachtet:
16
Vorhabensbereich
Anz.
Projekte
Eintritte
In % der Eintritte
Frauen
Jüngere
U 25
Ältere
Ü50
Erwerbs-
tätige
Arbeits-
lose
Nicht-
rwerbs-
tätige
Migr.
Benach-
teiligte
i.w.S
B.4.1
Förderung betriebliche/betriebsnaher
Ausbildung
8.578
99.096
24%
94%
0%
94%
2%
3%
1%
2%
B.4.2
Förderung betriebliche/betriebsnahe
Ausbildung in LuF
506
5.980
26%
94%
0%
99%
0%
1%
1%
3%
B.4.3 Zusatzqualifikationen für Azubis
86
1.602
67%
85%
0%
12%
0%
88%
5%
1%
B.4.4
Personal- und Qualitätssicherung im
Sozial- und Gesundheitsbereich
30
2.843
85%
79%
1%
15%
4%
81%
1%
0%
Summe Einsatzfeld 4
9.200 109.521
27%
94%
0%
91%
2%
7%
1%
2%
17
Tabelle 21: Materieller Verlauf Einsatzfeld 4. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 31.03.2012.
18
Im Einzelnen:
19
Es wurden in den Programmen entsprechend der Zielsetzung sehr viele Jugendliche er-
20
reicht. Die Instrumente erreichen eine hohe Reichweite.
21
In den einzelnen Programmen wurden bisher 109.521 Personen gefördert. Die hohe Zahl ist im
22
Wesentlichen auf den Vorhabensbereich B.4.1 zurückzuführen, in dem seit Beginn der Förderperi-
23
ode rund 99.000 Jugendliche gefördert wurden. Im Jahr 2010 gab es in Sachsen 63.220 Auszubil-
24
dende.

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Frauen werden im Ergebnis der Förderung nicht entsprechend Ihres Anteils an den Auszu-
2
bildenden erreicht.
Der Anteil von Frauen an den Auszubildenden beträgt in Sachsen 37,8 Prozent
25
. Das größte Pro-
3
4
gramm (B.4.1) erreicht im Ergebnis eine Quote von 24 Prozent. Im Vorhabensbereich B.4.2 ist die
5
Quote gesunken und liegt nun nur noch bei 26 Prozent.
6
In den Vorhabensbereichen B.4.3 (Berufsfachschulen für Azubis) und B.4.4 (Gesundheit) werden
7
dagegen sehr hohe Frauenanteile erreicht.
8
Benachteiligte werden in geringem Umfang erreicht.
9
Der Anteil Benachteiligter liegt in der ESF-Förderung bei 2 Prozent. Der Anteil von Migrant/innen
10
entspricht dagegen etwa dem Anteil dieser Gruppe an allen Auszubildenden.
11
Erkenntnisse aus der Fach- und Programmevaluierung
12
Die zentrale Herausforderung des Freistaats Sachsen im Bereich der beruflichen Erstausbildung be-
13
stand zu Beginn der ESF-Förderperiode 2007-2013 in der Bewältigung eines erheblichen Mangels an
14
betrieblichen Ausbildungsplätzen, der durch einen hohen Altbewerberbestand noch verschärft wurde.
15
Vor dem Hintergrund dieser Problemlage wies das Operationelle Programm der quantitativen aber
16
auch qualitativen Ausweitung des Angebots an Ausbildungsplätzen in Sachsen eine hohe Priorität
17
innerhalb des Einsatzfelds 4 zur Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche zu. Entsprechend
18
der Schwerpunktsetzung auf die Förderung betrieblicher/ betriebsnaher Ausbildung hat sich die Evalu-
19
ierung auf diesen Themenbereich konzentriert.
20
Den vom Fördervolumen bedeutendsten Ansatzpunkt zur Schaffung neuer Ausbildungsplätze inner-
21
halb des Vorhabensbereichs B.4.1 (Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung) nehmen die
22
Fördergegenstände (FG 9795, 8069, 8068, 8067, 11317, 10796, 10795) zur betriebsnahen Ausbil-
23
dung mit einem Anteil von rund 63 Prozent des Vorhabensbereichs ein. Im Rahmen dieser Förderung
24
werden außerbetriebliche Ausbildungsplätze bereitgestellt, wozu Ausbildungsvereine und Bildungsträ-
25
ger sowie Berufsschulen kooperieren. Stärker auf die Sicherung vorhandener Ausbildungsplätze in
26
ihrer Qualität und ihrem Bestand sind die Fördergegenstände Zusatzqualifikation (FG 3753), Ver-
27
bundausbildung (FG 8868) und überbetriebliche Lehrunterweisung (FG 1321) ausgerichtet. Diese
28
Förderangebote beruhen auf der Idee, dass durch zusätzlich, gemeinschaftlich oder überbetrieblich
29
angebotene Ausbildungsinhalte auch kleinere und mittlere Betriebe eine Ausbildung auf hohem Ni-
30
veau anbieten können.
31
Vor dem Hintergrund einer eingeschränkten Effizienz und einer Verbesserung der Situation
32
am Ausbildungsmarkt ist die Überprüfung der Handlungsoptionen sinnvoll.
33
Insgesamt erweist sich die Förderung des Vorhabensbereichs B.4.1 als erfolgreich im Hinblick auf ihre
34
Ziele, wenngleich der finanzielle Aufwand hoch ist. Die Evaluierung bestätigt, dass Ausbildungsplätze
35
gesichert und neue Plätze geschaffen wurden. Ferner konnte das Qualifikationsniveau der Auszubil-
25
Jahr 2010. Quelle: Statistisches Landesamt.

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image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
denden durch Zusatzqualifizierungen angehoben und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert
2
werden. Die Umsetzung liegt dabei leicht über Plan. Auch für die im Vorhabensbereich B.4.2 (Förde-
3
rung betriebliche/ betriebsnahe Ausbildung in LuF) angebotenen Ergänzungsqualifikationen konnte
4
die Evaluierung eine hohe Relevanz sowie die Steigerung der Leistungsfähigkeit von Auszubildenden
5
attestieren.
6
Trotz dieser Erfolge hat die Evaluierung empfohlen, die Ausgestaltung des Vorhabensbereichs B.4.1
7
(Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung) zu überprüfen. Denn durch die demographische
8
und ökonomische Entwicklung und nicht zuletzt auch durch die großen förderpolitischen Anstrengun-
9
gen hat sich die Ausbildungslücke in den vergangen Jahren zunehmend geschlossen und sich die
10
Lage auf dem Ausbildungsmarkt gewandelt. Ein deutlich größerer Anteil an Jugendlichen findet einen
11
regulären beruflichen Ausbildungsplatz. Umgekehrt bedeutet dies, dass in der Gruppe der Jugendli-
12
chen ohne Ausbildungsplatz, der Anteil der Personen mit schwerwiegenderen Vermittlungshemmnis-
13
sen steigt.
14
Die beschriebene Entwicklung blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Förderrealität des Vorhabensbe-
15
reichs B.4.1 (Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung). Die Evaluierung machte dement-
16
sprechend auf zwei Punkte aufmerksam:
17
Die bislang erfolgreichen Strukturen durch Ausbildungsvereine und Bildungsträger zur Bereitstel-
18
lung außerbetrieblicher Ausbildungsplätze erscheinen angesichts eines gesunkenen Bedarfs als
19
sehr groß dimensioniert. Ihre künftig benötigte Ausrichtung und Größe sollte daher auf der Grund-
20
lage sozioökonomischer Analysen überprüft werden.
21
Die Teilnehmerstruktur der Fördermaßnahmen ist zunehmend durch Jugendliche mit Defiziten in
22
der Ausbildungsreife geprägt, die aufgrund ihres schlechten Abschlusses und/oder geringer Moti-
23
vation keinen Ausbildungsplatz finden. In den Maßnahmen schlägt sich dies beispielsweise in ei-
24
nem hohen Anteil von Abbrüchen aus disziplinarischen Gründen nieder, wie die Evaluierungser-
25
gebnisse belegen. Damit wächst der Bedarf an gezielter sozialpädagogischer Begleitung der Teil-
26
nehmer/innen. Eine solche Begleitung ist in der derzeitigen Förderung zwar angelegt, es besteht
27
aber Potenzial diese zu intensivieren und auszubauen.
28
Perspektivisch zeichnet sich zudem die potentiell neue Herausforderung ab, dass angebotene Ausbil-
29
dungsplätze in größerem Umfang nicht mehr mit qualifizierten Bewerbern besetzt werden können. Die
30
Konkurrenz um qualifizierte Nachwuchskräfte wird in Zukunft steigen. Es geht im Bereich der berufli-
31
chen Erstausbildung also nicht mehr nur darum, möglichst jedem Jugendlichen ein Angebot zu unter-
32
breiten, sondern den Gefahren des Fachkräftemangels proaktiv entgegenzuwirken. Vor dem Hinter-
33
grund aktueller sozioökonomischer Analysen sollte deshalb geprüft werden, ob in der kommenden
34
Förderperiode Einsatzfeld 4 um das Ziel erweitert werden sollte, möglichst alle verfügbaren Ausbil-
35
dungsplätze mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Handlungsfelder einer solchen Zielsetzung könn-
36
ten beispielsweise in folgenden Bereichen liegen:
37
Ausschöpfung des verfügbaren Ausbildungsplatzangebots
38
Alle angebotenen betrieblichen Ausbildungsplätze und Plätze für Einstiegsqualifizierung sollten mit
39
geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern besetzt werden. Zur Erreichung dieses Ziels sollte die

image
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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
passgenaue Vermittlung von Jugendlichen intensiviert werden. Zudem sollten Betriebe und Auszu-
2
bildende Unterstützung zur Reduzierung von Ausbildungsabbrüchen erfahren.
3
Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit
4
Die Quote der Jugendlichen ohne Schulabschluss sollte gesenkt und die sogenannten Mangelfä-
5
cher sollten in ihrer Qualität gesteigert werden. Zudem sollte die Förderung lernschwächerer Schü-
6
lerinnen und Schüler weiter ausgebaut werden.
7
Steigerung der Attraktivität beruflicher Bildung
8
Die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der beruflichen Bildung sollte gesichert und verbessert
9
werden.
10
Berufsorientierung in den allgemein bildenden Schulen
11
Die Berufsorientierung in den allgemein bildenden Schulen sollte weiter ausgebaut werden, damit
12
Schülerinnen und Schüler eine passende Berufswahlentscheidung treffen können. Dazu sollte die
13
Berufsorientierung betrieblich ausgerichtet sein und den Berufswahlprozess über einen längeren
14
Zeitraum unterstützen.
15
Berufsvorbereitung und Integration benachteiligter junger Menschen in Ausbildung
16
Benachteiligte junge Menschen brauchen besondere Unterstützungsangebote. Für noch nicht be-
17
rufsreife, sozial benachteiligte und schwer integrierbare Jugendliche sollte deshalb eine zielgrup-
18
penoptimierte Berufsvorbereitung im schulischen und außerschulischen Bereich angeboten werden
19
Berufsausbildung von Migrantinnen und Migranten
20
Die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sollte gesteigert werden,
21
wozu eine Förderung bei den Jugendlichen, bei den Eltern und auch den Unternehmen ansetzen
22
kann.
23
Diese beispielhaft skizzierten Handlungsoptionen für eine potentiell durch einen Mangel an Fachkräf-
24
tenachwuchs geprägte Zukunft zeigen, dass eine Verzahnung von schulischer und beruflicher Bildung
25
an Bedeutung gewinnen könnte. Vor diesem Hintergrund sollte geprüft werden, inwieweit die Hand-
26
lungsoptionen der Einsatzfelder 3 (Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der
27
Berufswahlkompetenz) und 4 (Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche) zukünftig noch enger
28
aufeinander abgestimmt werden können.
29
Einsatzfeld 5: Forschung und Innovation
30
Das Einsatzfeld 5 des Operationellen Programms dient der Förderung des Humanpotenzials in For-
31
schung und Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwischen Hochschul- und Forschungseinrichtun-
32
gen, Technologiezentren und Unternehmen. Dieses Ziel wird durch die Handlungsoptionen Verbesse-
33
rung des
Wissens- und Know-how-Transfers
und
Verbesserung der Leistungsfähigkeit der
34
Hochschulen
untersetzt.
35
Die Förderung im Einsatzfeld 5 verteilt sich auf drei Vorhabensbereiche. Mit knapp 65 Prozent der
36
vorgesehenen ESF-Mittel bzw. einem Mitteleinsatz von knapp 82,8 Mio. Euro ist der Vorhabensbe-
37
reich B.5.1 Wissens- und Know-how-Transfer der Schwerpunkt der Förderung.

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
10. August 2012
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1
Finanzieller Verlauf
2
Für das Einsatzfeld 5 stehen für die Förderperiode laut aktueller Planung ESF-Mittel in Höhe von
3
127,6 Mio. Euro zur Verfügung. Dies sind 14,6 Prozent der im OP für die gesamte Förderperiode vor-
4
gesehenen Mittel.
5
6
Abbildung 10: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 5.
7
8
In den zugehörigen Vorhabensbereichen stellt sich der finanzielle Verlauf im Detail wie folgt dar:
9
ESF-MITTEL in Mio. Euro
In % der geplanten
Mittel
Vorhabensbereich
Plan
Bewil-
ligt
IST
Bewil-
ligt bis
2011
Tendenz
2015
Ausge-
zahlt
Bewil-
ligung
Aus
zah-
lung
B.5.1 Wissens- und Know-how-Transfer – SMWK
82,8
61,4
25,5
25,7
74%
31%
B.5.2
Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen
(Berufsakademien) – SMWK
2,7
1,9
0,9
0,9
68%
34%
B.5.3
Stärkung der Leistungsfähigkeit Hochschulen (post-
gradual, Forschung, Innovation) – SMWK
42,1
27,5
15,9
16,0
65%
38%
Summe Einsatzfeld 5
127,6
90,8
42,4
42,7
71%
33%
10
Tabelle 22: Finanzieller Verlauf im Einsatzfeld 5. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 31.3.2012. Plandaten:
11
Vorhabensfinanzierungsplan vom 10.2.2012.
12
Im Einzelnen:
13
Die Bewilligungen erreichen einen hohen Stand.
14
Von den für die gesamte Förderperiode geplanten 127,6 Mio. Euro sind 90,8 Mio. in Bewilligungen
15
gebunden. Die eingeplante Summe wurde gegenüber der letzten Bewertung ausgeweitet.
16
Der finanzielle Umsetzungsstand ist in zwei Vorhabensbereichen leicht unterdurchschnitt-
17
lich.
18
In den Vorhabensbereichen B.5.2 (Berufsakademien) und B.5.3 (postgradual, Forschung, Innovati-
19
on) sind die Bewilligungsstände leicht unterdurchschnittlich.
ESF-Mittel in Mio. Euro
127,6
90,8
42,7
-
20
40
60
80
100
120
140
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Plan (n+2)
Bewilligt - IST
Ausgezahl t

image
image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Der Auszahlungsstand ist planmäßig.
2
Bezogen auf das Gesamtbudget wurden bislang 33 Prozent der Mittel ausgezahlt. Damit wird die
3
Zielmarke erreicht. Der Auszahlungsstand hat sich gegenüber der 3. OP-Bewertung (Ende 2010:
4
12%) damit grundlegend verbessert.
5
Regionale Verteilung der Fördermittel
6
Die bewilligten ESF Mittel sind wie folgt auf die sächsischen Regionen verteilt:
7
8
9
Abbildung 11: Bewilligungsstand im Einsatzfeld 5 – regionale Verteilung. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
10
31.3.2012.
11
Die Mittel konzentrieren sich auf Regionen mit Hochschulstandorten.
12
Auf den
Direktionsbezirk Chemnitz
entfallen 34,4 Mio. Euro – 38 Prozent der Fördermittel. Im
13
Vergleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (34,4 Prozent) ist
14
dieser Direktionsbezirk überrepräsentiert. Dies zeigt sich in Mittelsachsen und der Stadt Chemnitz.
15
Die anderen Räume sind dagegen unterrepräsentiert.
16
Auf den
Direktionsbezirk Dresden
entfallen 38,3 Mio. Euro – 42 Prozent der Fördermittel. Dieser
17
Anteil entspricht dem durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (42,9 Pro-
18
zent). In der Vergangenheit war dieser Direktionsbezirk unterrepräsentiert. Die Mittel konzentrieren

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
sich stark auf die Stadt Dresden, die allein 33,1 Mio. Euro erhält. Bautzen, Meißen und Sächsische
2
Schweiz-Osterzgebirge sind dagegen unterrepräsentiert.
3
Auf die
Phasing-Out-Region Direktionsbezirk Leipzig
entfallen 18,1 Mio. Euro. Mit einem Anteil
4
von 20 Prozent liegt diese Region geringfügig unter dem Durchschnitt des Operationellen Pro-
5
gramms (22,7), sowie dem Anteil, der für die Phasing-Out-Region vorgesehen ist (22 Prozent). Die
6
Stadt Leipzig ist dabei im Vergleich zum Durchschnitt des Operationellen Programms leicht über-
7
repräsentiert.
8
Materieller Verlauf
9
Ziele des Operationellen Programms
10
Im Operationellen Programm wurden für das Einsatzfeld 5 folgende Indikatoren aufgestellt:
11
Indikator
Typ
Zielvorgabe
OP 2007
Zielvorgabe
1. Änderungsan-
trag
Zielwert
2. Änderungsan-
trag
Zielwert
bis
31.3.2012
Erreicht
bis 31.03.2012
Ziel-
erreichung
Prognose
Indikator 10:
Verbesserung der
Beschäftigungsfähigkeit von
Akademikern – Steigerung der
Weiterbildungsquote von
Hochschulabsolventen
Ergebnis
51%
Indikator wird nicht fortgeführt
Indikator 11
: Geförderte Wei-
terbildungsprojekte (Konzeption
und Weiterentwicklung);
Output
48.000
erreichte
Teilnehmer
40
100
61
71
117%
Indikator 12:
Promotionsquote
Ergebnis
10%
Indikator wird nicht fortgeführt
Indikator 13:
Geförderte
Promovenden/innen
Output
250
220
300
182
284
156%
Indikator 14:
Verbesserung
von Hochschulnetzwerken
Output
Indikator wird nicht fortgeführt
Indikator 15:
Unterstützte
Projekte
Output
Indikator wird nicht fortgeführt
12
Tabelle 23: Indikatoren des Operationellen Programms im Einsatzfeld 5. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
13
31.3.2012.
14
Diese Zielwerte wurden durch die Änderungsanträge modifiziert, ein Teil der Indikatoren soll nicht
15
fortgeführt werden Im Einzelnen stellt sich die Zielerreichung wie folgt dar:
16
Die zu Beginn der Förderperiode gesetzten Ziele wurden in den Änderungsanträgen ange-
17
passt.
18
Indikator 10:
Der Indikator ist nicht über die amtliche Statistik ermittelbar und soll in Zukunft entfal-
19
len.
20
Indikator 11:
Für diesen Indikator weist das Monitoring 71 Projekte aus und einen aktuellen Zieler-
21
reichungsgrad von 117 Prozent. Vor diesem Hintergrund wird die Erreichung des Zielwertes im 2.
22
Änderungsantrag in Höhe von 100 Projekten als realistisch bewertet.
23
Indikator 12:
Dieser Indikator soll in Zukunft entfallen.

image
image
4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
Indikator 13:
Das Monitoring weist 284 Promovend/innen aus. Das gesetzte Ziel wird übererfüllt.
2
Der im 2. Änderungsantrag angesetzte Zielwert von 300 Promotionsförderungen ist erreichbar. Aus
3
Sicht der Evaluierung wird voraussichtlich ein höherer Wert erreicht.
4
Für die
Indikatoren 14 und 15
liegen weder Ziel- noch Istwerte vor. Diese Indikatoren sollen laut
5
Änderungsantrag nicht weitergeführt werden.
6
Gesamtauswertung und Zielgruppenerreichung
7
In der Regel spiegeln die Indikatoren des Operationellen Programms eine Teilmenge der Förderung
8
wider. Nachfolgend wird der erreichte Programmfortschritt anhand aller vorliegenden Fördergegen-
9
stände betrachtet:
10
Vorhabensbereich
Anz.
Projekte
Eintritte
In % der Eintritte
Frauen
Jüngere
U 25
Ältere
Ü50
Erwerbs-
tätige
Arbeits-
lose
Nicht-
rwerbs-
tätige
Migr.
Benach-
teiligte
i.w.S
B.5.1 Wissens- und Know-how-Transfer
259
333
35%
15%
0%
70%
4%
26%
5%
0%
B.5.2
Stärkung der Leistungsfähigkeit der
Hochschulen (Berufsakademien)
3
61
38%
33%
7%
80%
15%
5%
0%
2%
B.5.3
Stärkung der Leistungsfähigkeit Hoch-
schulen (postgradual, Forschung, Innova-
tion)
152
8.820
57%
44%
0%
5%
0%
95%
7%
1%
Summe Einsatzfeld 5
414
9.214
56%
43%
0%
8%
0%
92%
7%
1%
11
Tabelle 24: Materieller Verlauf Einsatzfeld 5. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 31.3.2012
12
Im Einzelnen:
13
Es wird mit sehr unterschiedlichen Instrumenten eine hohe Zahl an Teilnehmer/innen er-
14
reicht.
15
Laut Monitoring-System wurden im Einsatzfeld 5 insgesamt rund 9.200 Personen erreicht. Die ho-
16
he Zahl zeigt, dass ein sichtbarer Programmfortschritt erzielt wurde. Hinter der Zahl verbergen sich
17
sehr heterogene Instrumente, so dass die Zielerreichung auf dieser hohen Aggregationsebene
18
nicht weiter bewertet wird.
19
Frauen werden vor allem in den Fördergegenständen des Vorhabensbereichs B.5.3 erreicht.
20
Der Anteil von Frauen an den Studierenden in Sachsen beträgt 45 Prozent. Im Verhältnis zu die-
21
sem Vergleichswert wird im Einsatzfeld 5 mit 56 Prozent ein hoher Wert erreicht, was insbesonde-
22
re im Einsatzfeld B.5.3 gelingt. Der Anteil von Frauen in der Förderung von Wissens- und Know-
23
how-Transfers (B.5.1) erreicht mit 35 Prozent einen befriedigenden Stand.
24
Erkenntnisse aus der Fach- und Programmevaluierung
25
Die Vorhabensbereiche im Einsatzfeld 5 weisen unterschiedliche Förderansätze auf, die insgesamt
26
die Ziele der Verbesserung des Wissens- und Know-how-Transfers sowie der Leistungsfähigkeit der
27
Hochschulen unterstützen. Dazu gehören insbesondere:

image
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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
4. OP Bewertung ENDBERICHT 2.03 -md.docx
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1
die Förderung einer weiteren (wissenschaftlichen) Qualifizierung von Absolvent(inn)en mittels Sti-
2
pendien und Arbeitsentgelten für Promotionen und Tätigkeiten im Rahmen von Nachwuchsfor-
3
schergruppen (insb. Vorhabensbereiche B.5.1 Wissens- und Know-how-Transfer sowie die Promo-
4
tionsförderung in B.5.3 Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen)
5
die Konzeption, Umsetzung und Erprobung von Qualifizierungs- und Beratungsangeboten an
6
Hochschulen (insb. Vorhabensbereiche B.5.2 Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen
7
(Berufsakademien) und B.5.3 Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen – alle Förderge-
8
genstände bis auf die Promotionsförderung).
9
Die über die Vorhabensbereiche verteilten Förderansätze sind kongruent zur Zielsetzung der Hand-
10
lungsoptionen, indem der
Wissens- und Know-how-Transfer
durch die Förderung von Promovenden
11
und Forschergruppen und eine erhöhte
Leistungsfähigkeit von Hochschulen
durch die Verbesse-
12
rung der Angebotsstruktur und der Qualität von Aus- und Weiterbildung für verschiedene Zielgruppen
13
gewährleistet werden soll.
14
Die Ergebnisse der Fach- und Programmevaluierung deuten auf eine eingeschränkt erfolg-
15
reiche Umsetzung der Ziele des Einsatzfelds 5 hin, eine Straffung und Konzentration des
16
Mitteleinsatzes wäre zielführend.
17
In der Fach- und der Programmevaluierung der Prioritätsachse B, der das Einsatzfeld 5 zugeordnet ist,
wurden eingeschränkt positive Ergebnisse der Förderung festgestellt.
18
26
19
Die Förderung des Wissens- und Know-how-Transfers wird schwerpunktmäßig über den Förderge-
20
genstand FG 9615 Nachwuchsforschergruppen mit einem Anteil von mehr als drei Vierteln an allen
21
Bewilligungen im Vorhabensbereich B.5.1 verfolgt. Die Fachevaluierung zeigt, dass die Mehrheit der
22
mittelbar geförderten Nachwuchsforscher/innen im Rahmen des geförderten Beschäftigungsverhält-
23
nisses ein Promotions- oder Habilitationsvorhaben verfolgt. Ein Verbleib im Freistaat Sachsen wird
24
zudem von einer deutlichen Mehrheit angestrebt. Der Wissens- und Know-how-Transfer wird nach
25
Erkenntnissen der Fachevaluierung nicht nur durch die gemeinsame Arbeit in der angewandten For-
26
schung gewährleistet, sondern auch durch die Vernetzung der Vorhaben mit der Wirtschaft. Bei 84
27
Prozent der Vorhaben werden entsprechende Kontakte zu Unternehmen nachgewiesen, bei deutlich
28
mehr als einem Drittel wird eine konkrete Verwertung der Forschungsergebnisse geprüft. Die insge-
29
samt positive Zielerreichung steht jedoch im Spannungsverhältnis zu einer auf Grund vergleichsweise
30
hoher Förderfallkosten eingeschränkten Effizienz.
31
Das Ziel der Erhöhung der Leistungsfähigkeit von Hochschulen wird überwiegend durch den Ausbau
32
und die qualitative Verbesserung von Aus- und Weiterbildungsangeboten verfolgt. Zentral sind hier
33
zunächst die Beratungs- und Qualifizierungsangebote im Rahmen der geförderten Career-Services,
34
die rund ein Drittel aller Bewilligungen im Vorhabensbereich B.5.3 ausmachen. Die Fachevaluierung
35
zeigt hier eine hohe Zufriedenheit bei der Beurteilung der Qualität der Angebote und des individuellen
36
Nutzens für die angestrebte berufliche Laufbahn. Dem im OP hervorgehobenen Zielaspekt der regio-
37
nalen Fachkräftesicherung sollte jedoch – wie die Fachevaluierung hervorhebt – eine stärkere Auf-
26
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die ergänzende Fachevaluierung der Promotionsförderung (FG 9616, 9618, 9621 und
9622 aufgrund der Langfristigkeit der Vorhaben erst für das 3. Quartal 2012 vorgesehen ist.

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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
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1
merksamkeit geschenkt werden. Überwiegend positiv bzgl. qualitativen Umsetzung aus Sicht der Nut-
2
zer/innen fallen auch die verbleibenden Fördergegenstände zur Verbesserung der Aus- und Weiterbil-
3
dung sowie der Weiterbildungsbeteiligung in den Vorhabensbereichen B.5.2 und B.5.3 aus, sofern die
4
Durchführung bereits bewertet werden konnte. Eingeschränkt aussagekräftig sind die Ergebnisbewer-
5
tungen in der Fachevaluierung für die Fördergegenstände Postgraduale Bildungsangebote und Inno-
6
vative Pilot- und Entwicklungsprojekte des Vorhabensbereich B.5.3, da hier die Zielerreichung wesent-
7
lich von der erfolgreichen Verankerung der Angebote abhängt. Insgesamt ist die Verstetigung und die
8
nachhaltige Verankerung der geschaffenen und Strukturen, Inhalte und Angebote eine wesentliche
9
Voraussetzung für die Ergebniserreichung im Sinne einer nachhaltigen Stärkung der Leistungsfähig-
10
keit der geförderten Hochschulen. Diese Voraussetzung ist nach Erkenntnissen der Fachevaluierung
11
bisher jedoch nur teilweise erfüllt.
12
Dementsprechend beziehen sich die Empfehlungen aus Fach- und Programmevaluierung einerseits
13
auf identifizierte Potenziale zur Verbesserung der Durchführungs- und Ergebnisqualität auf der Ebene
14
einzelner Fördergegenstände.
15
Andererseits – mit Blick auf die strategischen Zielsetzungen – werden im Wesentlichen folgende Emp-
16
fehlungen ausgesprochen:
17
Prüfung der Effizienz von Fördergegenständen mit hohen Förderfallkosten
18
Konzentration der Förderung durch Verzahnung und Zusammenlegung einzelner Fördergegen-
19
stände im Bereich der Aus- und Weiterbildungsangebote (Z.B. Career-Services, Kompetenzschu-
20
len und Mentoring-Netzwerke zur Erhöhung von Effizienz und Effektivität sowie der nachhaltigen
21
Sicherung
22
Stärkere Einbeziehung der sächsischen Wirtschaft insb. mit Blick auf an Beschäftigte gerichtete
23
Weiterbildungsangebote.
24
3.2.3
Prioritätsachse C
25
Einsatzfeld 6: Verbesserung des Zugangs zur Beschäftigung
26
Das Operationelle Programm legt die Verbesserung des Zugangs zur Beschäftigung als Einsatzfeld
27
für den ESF in Sachsen fest (Einsatzfeld 6). Als Handlungsoptionen werden dabei die
Arbeitsmarkt-
28
und Beschäftigungsförderung, die Förderung von Finanzierungsinstrumenten zur Existenz-
29
gründung,
die
Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
sowie die
Chancengleich-
30
heit
im Sinne eines Abbaus bestehender Benachteiligungen beim Zugang zu Beschäftigung durch
31
Programme adressiert.
32
Bearbeitet wird Einsatzfeld 6 durch sieben Vorhabensbereiche. Dominiert wird die Förderung in Ein-
33
satzfeld 6 durch den Vorhabensbereich C.6.5 (Qualifizierung für Arbeitslose), der mit geplanten 73,5
34
Mio. Euro die Hälfte des Fördervolumens in diesem Einsatzfeld ausmacht. Hohe Förderanteile entfal-
35
len mit 27,3 Mio. bzw. 20,3 Mio. Euro auch auf die Vorhabensbereiche C.6.2 (Chancengleichheit) und
36
C.6.3 (Qualifizierung für Menschen m. Migrationshintergrund).

image
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4. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des
Operationellen Programms
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Finanzieller Verlauf
Für das Einsatzfeld 6 stehen für die Förderperiode laut aktueller Planung
27
ESF-Mittel in Höhe von
2
3
145,4 Mio. Euro zur Verfügung. Dies sind 16,7 Prozent der im OP für die gesamte Förderperiode vor-
4
gesehenen Mittel.
5
6
Tabelle 25: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 6.
7
In den zugehörigen Vorhabensbereichen stellt sich der finanzielle Verlauf im Detail wie folgt dar:
8
ESF-MITTEL in Mio. Euro
In % der geplanten
Mittel
Vorhabensbereich
Plan
Bewil-
ligt
IST
Bewil-
ligt bis
2011
Tendenz
2015
Ausge-
zahlt
Bewil-
ligung
Aus
zah-
lung
C.6.1
Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf –
SMK
0,2
0,1
0,0
0,1
80%
52%
C.6.2 Chancengleichheit: Qualifizierungsmaßnahmen – SMS
27,3
21,5
16,9
17,2
79%
63%
C.6.3
Anpassungsfortb. med. Personal, Qualifizierung arbeits-
loser Spätauss. und Migranten – SMS
20,3
15,5
11,9
12,2
76%
60%
C.6.5 Qualifizierung für Arbeitslose – SMWA, R24
73,5
61,8
40,9
41,4
84%
56%
C.6.6 Qualifizierung für arbeitslose Ältere – SMWA, R24
5,1
4,8
4,4
4,4
93%
85%
C.6.7
Arbeitsmarktförderung (Einstellung von Benachteiligten)
– SMWA, R24
8,4
8,0
8,0
8,0
95%
95%
C.6.8
Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen –
SMWA, R24
10,7
10,4
10,4
10,4
98%
97%
Summe Einsatzfeld 6
145,4
122,1
92,4
93,5
84%
64%
9
Tabelle 26: Tabelle 45: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 6. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 31.3.2012. Plan-
10
daten: Vorhabensfinanzierungsplan vom 10.2.2012.
27
Quelle: Vorhabensfinanzierungsplan vom Stand 22.9.2010.
ESF-Mittel in Mio. Euro
145,4
122,1
93,5
-
20
40
60
80
100
120
140
160
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Plan (n+2)
Bewilligt - IST
Ausgezahl t

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