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Dieses Vorhaben wurde aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Frei-
staates Sachsen finanziert.
3. Bewertung des Operationellen
Programms des Freistaates Sach-
sen für den Europäischen Sozial-
fonds (ESF) im Ziel Konvergenz in
der Förderperiode 2007 bis 2013
Abschlussbericht
Bewilligte ESF-Mittel nach Kreisen und Direktionsbezirken. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand: 30.9.2010
31. März 2011

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Dokumentinformationen
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
15. April 2011
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3. Bewertung des Operationellen Programms des Freistaates Sachsen für den Europäischen Sozialfonds
(ESF) im Ziel Konvergenz in der Förderperiode 2007 bis 2013
Abschlussbericht
Auftraggeber: Verwaltungsbehörde für den Europäischen Sozialfonds - Sächsisches Staatsministerium für Wirt-
schaft, Arbeit und Verkehr
Version:
3.0
Datum:
31. März 2011
Projektnummer:
P-16525-02
Kommentar:
Ansprechpartner:
Maciej Dabrowski
Telefon:
+49 (0)40 22703 - 5224
Fax:
+49 (0)40 22703 - 1224
E-Mail:
maciej.dabrowski@steria-mummert.de
Standort:
Steria Mummert Consulting AG
Hans-Henny-Jahnn-Weg 29
D-22085 Hamburg

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Verzeichnisse
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
15. April 2011
Steria Mummert Consulting AG
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Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
5
Management Summary
10
1
Ausgangslage und Zielsetzung
14
2
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
17
2.1
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
17
2.1.1
Prioritätsachse A
18
2.1.2
Prioritätsachse B
22
2.1.3
Prioritätsachse C
28
2.1.4 Empfehlungen 32
2.2
Komplementarität und Konkurrenz zu anderen Förderprogrammen
33
2.2.1
Prioritätsachse A
33
2.2.2
Prioritätsachse B
35
2.2.3
Prioritätsachse C
37
2.2.4
Prioritätsachse E
39
2.2.5 Empfehlungen 40
2.3
Strategie der Europäischen Kommission (Europa 2020)
41
2.3.1
Kernziele der Strategie Europa 2020
42
2.3.2
Integrierte Leitlinien der Strategie Europa 2020
45
2.3.3
Leitinitiativen der Europäischen Kommission
50
2.3.4 Empfehlungen 59
3
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des Operationellen
Programms
60
3.1
Vorgehen
60
3.2
Prioritätsachse A: Arbeitnehmer und Unternehmen auf neue Bedingungen einstellen
62
3.2.1
Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung der
Wettbewerbsfähigkeit 62
3.2.2
Einsatzfeld 2: Förderung von Unternehmergeist und Arbeitsplatz schaffenden
Gründungen
68
3.2.3
Gesamtbewertung und Empfehlung
73
3.3
Prioritätsachse B: Bildung, Ausbildung und Forschung zukunftsfähig gestalten
75
3.3.1
Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der
Berufswahlkompetenz 75
3.3.2
Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche
80
3.3.3
Einsatzfeld 5: Forschung und Innovation
85
3.3.4
Gesamtbewertung und Empfehlung
90
3.4
Prioritätsachse C: Mehr Menschen an Beschäftigung heranführen
92
3.4.1
Einsatzfeld 6: Verbesserung des Zugangs zur Beschäftigung
92
3.4.2
Einsatzfeld 7: Soziale Eingliederung von Benachteiligten durch Erhöhung der
Beschäftigungsfähigkeit 99

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Verzeichnisse
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
15. April 2011
Steria Mummert Consulting AG
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3.4.3
Gesamtbewertung und Empfehlungen
105
3.5
Prioritätsachse D: Technische Hilfe – finanzieller Umsetzungsstand
107
3.6
Prioritätsachse E: Transnationale Maßnahmen
107
3.6.1
Materieller und finanzieller Verlauf
107
3.6.2
Gesamtbewertung und Empfehlungen
113
3.7
Bewertung der Querschnittsziele
113
3.7.1
Chancengleichheit von Frauen und Männern
115
3.7.2
Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch, sozial)
123
3.7.3
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels
128
3.7.4 Empfehlungen 133
3.8
Beitrag des ESF zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise
135
3.8.1
Analyse und Bewertung
135
4
Effektivität und Effizienz der Umsetzungs- und Steuerungssysteme
138
4.1
Analyse
138
4.1.1
Antragsverfahren – Perspektive des Antragstellers.
138
4.1.2
Bewilligungsverfahren – Perspektive der bewilligenden Stelle
140
4.2
Empfehlung
141
5
Anhang
142
5.1
Liste der Empfehlungen
142
5.2 Quellennachweise 149
5.2.1
Sozioökonomische Daten
149
5.3
Dokumentenanalyse Querschnittsziele
155
5.3.1 Chancengleichheit 155
5.3.2 Nachhaltigkeit 159
5.3.3
Bewältigung des demografischen Wandels
163
5.4 Abbildungsverzeichnis 167
5.5 Tabellenverzeichnis 167

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Zusammenfassung
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
15. April 2011
Steria Mummert Consulting AG
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Zusammenfassung
Ende des Jahres 2010 hat die Förderperiode 2007 bis 2013 die Halbzeit erreicht. Nachdem wesentli-
che Teile des Förderprogramms im Jahr 2008 angelaufen sind, liegen nach nunmehr dreijähriger För-
derdauer umfassende Ergebnisse vor. Der vorliegende Bericht dient im Kern dazu, einen umfassen-
den sowie zeitlich und inhaltlich einheitlichen Überblick über den Stand der Umsetzung des Operatio-
nellen Programms des sächsischen ESF zu geben. Darüber hinaus beinhaltet der Bericht Einschät-
zungen über den weiteren Verlauf bis zum Ende der Förderperiode und darüber hinaus. Insofern soll
der Bericht die Programmsteuerung maßgeblich unterstützen. Mit dem vorliegenden Bericht hat Steria
Mummert Consulting die zweite Phase der Evaluierung des Europäischen Sozialfonds begonnen. Die-
se soll im Jahr 2012 abgeschlossen werden.
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF (Siehe im Einzelnen Kap. 2 )
Sozioökonomische Rahmenbedingungen (Siehe im Einzelnen Kap. 2.1)
Ausgehend von der Analyse der Ausgangslage im Operationellen Programm, insbesondere der
SWOT-Analyse, hat die Evaluierung die Veränderung der Ausgangsbedingungen untersucht. Die
zentralen Entwicklungen stellen sich wie folgt dar:
Die Beschäftigung sowie Innovationstätigkeit entwickeln sich positiv. Die negative Entwicklung des
Unternehmertums in der Gewerbebranche wirkt der wirtschaftlichen Innovations- und Wettbe-
werbsfähigkeit entgegen. Die bestehenden Maßnahmen zur Gründungsförderung sollten aus Sicht
der Evaluation intensiviert werden, mit Schwerpunkt auf Arbeitsplätze schaffende Gründungen.
Trotz eines Rückgangs der Abwanderung ist die Fachkräftesicherung durch eine zunehmend al-
ternde Gesellschaft und sinkende Weiterbildungsbeteiligung gefährdet. Dieser Trend zeigt, dass
die Förderung der Weiterbildung von Beschäftigten auch weiterhin relevant ist.
Die Ausbildungsplatzsituation hat sich verbessert. Die Altbewerber haben nicht von der positiven
Entwicklung profitiert. Vor diesem Hintergrund sollten sich die Maßnahmen zur Förderung der Aus-
bildung stärker als bisher auf die Förderung dieser Zielgruppe konzentrieren.
Die Arbeitslosigkeit hat sich signifikant verringert. Nicht alle Zielgruppen (insbesondere Ältere, SGB
II-Empfänger/innen) haben gleichermaßen von der Trendwende auf dem Arbeitsmarkt profitiert.
Die wirtschaftliche Situation von Haushalten hat sich im Hinblick auf Einkommen und Sicherungs-
bedarf verbessert. Die Förderung von Angeboten zur Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit und
sozialen Integration von älteren Arbeitslosen und anderer am Arbeitsmarkt benachteiligter Gruppen
im Rechtskreis SGB II ist aus Sicht der Evaluierung auch weiterhin relevant.
Komplementarität und Konkurrenz zu anderen Förderprogrammen (Siehe im Einzelnen Kap. 2.2)
Die Analyse der Komplementarität und Konkurrenz zu anderen Förderprogrammen vergleicht Förder-
möglichkeiten des ESF in Sachsen mit anderen Fördermöglichkeiten auf der Ebene von Förderzielen,
den angesprochenen Zielgruppen und Umfang. Die Prüfung basiert auf einer Fortschreibung der be-

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Zusammenfassung
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
15. April 2011
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reits in den Förderkonzepten berücksichtigten potentiellen Überschneidungen, auf Abfragen bei den
Fondsbewirtschaftern sowie eigenen Recherchen und Dokumentenanalysen.
Der Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die Förderung durch den ESF-Sachsen weitgehend kom-
plementär verläuft. In einzelnen Vorhabensbereichen, die eine potenziell größere Schnittmenge zu al-
ternativen Programmen aufweisen, gilt es bereits getroffene Abgrenzungen zu einer nachrangigen
Förderung aufrechtzuerhalten. Alternativ wird empfohlen, die Förderung stärker von anderen Förder-
programmen abzugrenzen. Dies betrifft insbesondere Vorhabensbereiche in den Einsatzfeldern 1, 5, 6
und 7. Diese Abgrenzungen können beispielsweise durch eine stärkere Konzentration der Mittel auf
Zielgruppen, die durch alternative Programme kaum erreicht werden, vorgenommen werden. Der
größte Anpassungsbedarf besteht in der als Querschnittsförderung angelegten Prioritätsachse E, in
der die starke Fokussierung auf den Aus- und Weiterbildungsbereich in deutlicher Konkurrenz zum
EU-Programm für lebenslanges Lernen steht.
In einzelnen Einsatzfeldern, wie dem Einsatzfeld 1 und 3 besteht ein erhöhter Prüfungs- und Anpas-
sungsbedarf durch bereits erfolgte oder künftige Veränderungen in der Förderlandschaft. Diese Ver-
änderungen der Rahmenbedingungen erfordern eine laufende Beobachtung, um das Förderportfolio
des ESF-Sachsen gegebenenfalls zeitnah anpassen zu können.
Strategie der Europäischen Kommission Europa 2020 (siehe im Einzelnen Kap. 2.3)
Für die kommende Förderperiode 2014-2020 wurden mit der Strategie Europa 2020 wesentliche Ziele
und Ausrichtungen durch die Europäische Union verabschiedet. Um mögliche Weichenstellungen in
der laufenden und die Zusammensetzung des Programmportfolios für die künftige Förderperiode auf-
zuzeigen, wurde die neue Strategie mit dem aktuellen sächsischen Förderprogramm verglichen. Im
Zentrum der Strategie Europa 2020 stehen Prioritäten für intelligentes, nachhaltiges und integratives
Wachstum. Die Ziele der Lissabon Strategie zu Beschäftigung, Wissen und Innovation sind weiterhin
Bestandteil der neuen Strategie. In die neue Strategie wurden Ziele zur ressourcenschonenden, öko-
logischen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft, zum Bildungssystem sowie zum sozialen und territoria-
len Zusammenhalt aufgenommen.
Die entscheidende neue Zielsetzung der EU zur Armutsbekämpfung sowie die ursprünglichen Ziele
zur Beschäftigung sowie zu Wissen und Innovation sind besonders für den ESF relevant. Ebenso
wurden die folgenden vier der insgesamt sieben Leitinitiativen als ESF-relevant ausgewählt:
Innovationsunion,
Jugend in Bewegung,
Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten,
Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut.
Im Wesentlichen ist das aktuelle Förderportfolio des ESF in Sachsen bereits stark auf die neue Stra-
tegie ausgerichtet, indem sozialer Zusammenhalt sowie die Sicherung von Beschäftigungsfähigkeit
und des lebenslangen Lernens von einer Vielzahl an Maßnahmen adressiert werden. Zukünftig sollte

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Zusammenfassung
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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das Programm stärkere Akzente auf besonders benachteiligte Zielgruppen setzen. Im Bereich des Bil-
dungssystems ist eine verstärkte Förderung in der Hochschulbildung zur Stärkung der Attraktivität und
internationaler Tätigkeit erforderlich. Bei der geografischen und inhaltlichen Mobilität von Arbeitskräf-
ten besteht noch Erweiterungsbedarf des Programmportfolios.
Beitrag des ESF zur Erreichung der Strategischen Ziele des Operationellen Programms (siehe
im Einzelnen Kap. 3.1 bis 3.6)
Finanzieller Verlauf
Kurz vor Ablauf des vierten Förderjahres sind von den knapp 871,9 Mio. Euro ESF-Mitteln 480,6 Mio.
Euro in Bewilligungen gebunden – dies entspricht einem relativen Umsetzungsstand von 55 Prozent.
Der finanzielle Umsetzungsstand entspricht in etwa den Erwartungen. Der Umsetzungsstand ist in der
Prioritätsachse A mit 37 Prozent unterdurchschnittlich. Die Prioritätsachse C erreicht mit 73 Prozent
einen sehr hohen Bewilligungsstand. Hier ist es nicht mehr möglich, die Förderung im bisherigem Maß
aufrecht zu erhalten; in Reaktion hierauf wurden bereits zahlreiche Fördergegenstände eingestellt, bei
zahlreichen verbliebenen Fördergegenständen besteht Steuerungsbedarf im Sinne einer stärkeren
Bündelung der Maßnahmen vor dem Hintergrund zurückgehender Fördermittel. In allen Prioritätsach-
sen ist es in mehreren kleineren Vorhabensbereichen auch nach einer mehrjährigen Förderlaufzeit
nicht gelungen, größere Programmfortschritte zu erzielen. Betroffen sind insbesondere Vorhabensbe-
reiche, die besonders auf das Querschnittsziel Chancengleichheit ausgerichtet sind. In der laufenden
Fachevaluierung wurde nun die Ursachenanalyse hierfür begonnen.
Materieller Verlauf
Indikatoren des Operationellen Programms
Die Indikatoren des Operationellen Programms wurden auf Basis der Ergebnisse aus der ersten Pha-
se der Evaluierung und den in den ersten Jahren gewonnenen Erfahrungen heraus angepasst und
sind aktuell Gegenstand eines Änderungsantrags an die Europäische Kommission. Der Änderungsan-
trag zeigt, dass eine Vielzahl der Ziele ursprünglich zu optimistisch angesetzt wurde. Die Überprüfung
der neuen Ziel- und Istwerte zeigt, dass die aktuellen Planungen – vorbehaltlich einer Genehmigung
durch die Europäische Kommission – im Großen und Ganzen realistisch sind. In geringem Umfang
besteht Klärungsbedarf im Hinblick auf die Aufstellung der Zielwerte.
Zielgruppenerreichung
Die Überprüfung der Zielgruppenerreichung zeigt, dass die in den Programmen angesprochenen Ziel-
gruppen in der Regel erreicht werden. Verbesserungsbedarf sieht die Evaluierung bei der Erreichung
von Frauen (Prioritätsachsen A und B), Älteren (A und C) und Benachteiligten bzw. Geringqualifizier-
ten (A und B).
Eine besondere Problemstellung besteht vor dem Hintergrund des hohen Bewilligungsstandes in der
Prioritätsachse C. Hier orientiert sich der mangels weiterer Mittel vollzogene Bruch in der Förderung
nicht an der Entwicklung des Förderbedarfs. Die beteiligten Fondsbewirtschafter sind gefordert, ihre

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Zusammenfassung
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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dezentralen Steuerungsaufgaben in Zukunft stärker als bisher wahrzunehmen und kurzfristig und ef-
fektiv auf zu hohe Mittelabflüsse zu reagieren.
Bewertung der Querschnittsziele (Siehe im Einzelnen Kap. 3.7)
Für die drei Querschnittsziele Chancengleichheit, Nachhaltigkeit sowie Bewältigung des demografi-
schen Wandels wurden wesentliche Ziele und Inhalte in europäischen, deutschen und sächsischen
Dokumenten herausgearbeitet sowie entsprechend ihrer Priorisierung im Operationellen Programm für
die Untersuchung gewichtet. Aus dem Monitoring wurden Kennzahlen für eine quantitative Analyse
gebildet, die Aufschluss über den Umsetzungsstand der Querschnittsziele geben. In einer qualitativen
Analyse wurden explizite und implizite Beiträge zu Querschnittszielen aus Richtlinien, Förderkonzep-
ten und Erlassen extrahiert. Dabei galt es, neben allgemeinen Zielsetzungen auch konkrete Instru-
mente zu finden, die eine Umsetzung der Querschnittsziele begünstigen und unterstützen.
Das Ziel der Chancengleichheit ist mit seiner dreifachen Verankerung im Operationellen Programm
ebenso in den meisten Vorhaben als allgemeine Zielsetzung zu finden. Konkrete Instrumente bezie-
hen sich – mit Ausnahme des Einsatzfeldes 7 (Forschung und Innovation) – auf spezifische Vorhaben,
deren Umsetzung noch verbesserungsfähig ist. Sozial nachhaltige Förderung ist integraler Bestandteil
der ESF-Maßnahmen, deren Wirkungskreis in Bezug auf benachteiligte Gruppen noch erweitert wer-
den könnte. Die ökologische Nachhaltigkeit ist punktuell in ausgewählten Vorhabensbereichen sowohl
in der Ausrichtung als auch in der Umsetzung verankert. Der Schwerpunkt der Fachkräftesicherung
kann bei der Bewältigung des demografischen Wandels in der tatsächlichen Förderung durch einen
hohen Anteil an Jüngeren umgesetzt werden. Die Verankerung und Ansprache von Frauen und Älte-
ren ist in dieser Dimension noch steigerungsfähig.
Effektivität und Effizienz der Umsetzungs- und Steuerungssysteme (siehe im Einzelnen Kap. 4)
Die Untersuchung der Fragestellung zur Effektivität und Effizienz der Umsetzungs- und Steuerungs-
systeme konzentriert sich im vorliegenden Bericht auf die Verankerung der Querschnittsziele im An-
trags- und Bewilligungsverfahren. Die Evaluierung hat hier zwei Perspektiven untersucht: zum einen
die Perspektive des Antragstellers im Antragsverfahren und zum anderen die Perspektive der bewilli-
genden Stelle im Bewilligungsverfahren. Die Untersuchung kommt zu folgendem Ergebnis:
In den Informationsquellen für den Antragssteller sind die Querschnittsziele nicht hinreichend erläu-
tert und operationalisiert. Die Anforderungen sind aus Sicht des Trägers oftmals nicht transparent.
In den Antragsdokumenten sind Querschnittsziele zudem nur teilweise verankert. Die Evaluation
empfiehlt eine Überarbeitung der zugehörigen Dokumente im Sinne einer Präzisierung der Anfor-
derungen an die Träger zur Umsetzung der Querschnittsziele.
Im bestehenden Antragsverfahren bestehen Potenziale, stärkere Anreize für die für die Umsetzung
der Querschnittsziele zu setzen. So liegt mit der Bewertungsmatrix ein erprobtes und standardisier-
tes Instrument vor, das entsprechend modifiziert auch für die Antragsbewertung sämtlicher Quer-
schnittsziele genutzt werden könnte. Die Ausschreibung von Ideenwettbewerben ist ein geeigneter
Ansatz, um einzelne auf Querschnittsziele ausgerichtete Fördersegmente gezielt zu forcieren. Die-
ses Instrument sollte in Zukunft stärker genutzt werden. Hierfür empfiehlt die Evaluierung, die An-
reizwirkung in einem Pilotversuch zu erproben.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Zusammenfassung
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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In der Ablauforganisation ist durch die Zusammenarbeit mit den Fachstellen in den Ressorts eine
umfassende fachliche Prüfung von größeren Anträgen sichergestellt. Dieses Instrument wird nicht
systematisch für die Prüfung von Querschnittszielen genutzt. Die Evaluierung empfiehlt, diese Be-
wertungsmöglichkeiten in Zukunft stärker für die Bewertung der Querschnittsziele zu nutzen.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Management Summary
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Management Summary
By the end of 2010, the 2007-2013 funding period is at half time. After crucial parts of the funding pro-
gramme have been launched in 2008 and thus after three years of funding, comprehensive results are
now available. The report at hand essentially serves to give an overview, both comprehensive and
consistent with regards to time and content, over the status of implementation of the operational pro-
gramme of the ESF in Saxony. Moreover, the report includes estimations regarding the future course
until the end of the funding period and beyond. In this respect, the report aims at decisively supporting
program steering. With the given report, Steria Mummert Consulting has launched the second phase
of evaluation of the European Social Fund, which is to be completed in 2012.
General Conditions for the implementation of the ESF (see ch. 2 for details)
General socio-economic conditions (see ch. 2.1 for details)
Based on the analysis of the initial situation of the operational programme, notably the SWOT analysis,
the evaluation has examined the change in initial conditions. The central developments are as follows:
Employment and innovation activity display a positive trend. The adverse trend of entrepreneurship
in the industrial sector counteracts the innovative and competitive ability of the economy. In the
view of the evaluation, the measures presently adopted in start-up promotion should be intensified,
with a focus on job-creating start-ups.
Despite decreasing emigration, safeguarding of skilled labour is being endangered by an increas-
ingly ageing society and decreasing participation in advanced training. This trend illustrates the
sustained relevance of promoting the training of employees.
The situation of apprenticeship training positions has improved. The group of last year’s applicants
did not benefit from this favourable development. Against this background, measures of appren-
ticeship promotion should focus more intensely on promoting this target group.
Unemployment has reduced significantly. Not all target groups (particularly the elderly, recipients of
benefits subject to SGB II) benefitted equally from this trend reversal in the labour market. The
economic situation of households has improved with regard to income and need for (social) securi-
ty. In the view of the evaluation, the promotion of measures to increase employability and social in-
tegration of elderly unemployed and other disadvantaged groups in the labour market within the le-
gal system of SGB II still holds relevance.
Complementarity and Competition with other Promotional Programmes (See ch. 2.2 for details)
The analysis of complementarity and competition with other promotional programmes compares the
opportunities for support offered under the ESF in Saxony with other opportunities for support on the
level of objectives promoted, target groups and scale. The assessment is based on updating potential
overlapping already accounted for in the grants conceptions, on queries of responsible officers as well
as on own research and documentary analyses.
The results of the analysis show that, to a large extent, promotion through the ESF runs complemen-
tary. In fields of intervention featuring a potentially larger overlap with alternative programmes it is im-

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Management Summary
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Steria Mummert Consulting AG
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perative to maintain agreements already reached on subordinate promotion. Alternatively it is recom-
mended to distinguish the promotion more clearly from other promotional programmes. This applies in
particular to fields of intervention in the fields 1, 5, 6 and 7. These differentiations could for instance be
achieved through heavier concentration of funds on target groups, which are hardly addressed by al-
ternative programmes. The largest need for adjustment occurs in priority axis E designed as cross
sectional promotion, where a strong focus on education and training competes clearly with the EU
programme for lifelong learning.
There is in several fields, such as fields 1 and 3, an increased need for control and adjustment caused
by occurred or future changes in the landscape of funding possibilities. These changes in general
conditions call for continuous monitoring in order to facilitate prompt adjustment of the promotional
portfolio of the ESF in Saxony, if needed.
Strategy of the European Commission Europe 2020 (see ch. 2.3 for details)
For the upcoming funding period 2014-2020, crucial objectives and priorities have been set with the
adoption of the strategy Europe 2020. To identify both the possible setting of the agenda in the current
funding period and the composition of the programme portfolio for the upcoming period, the strategy
was compared to the current Saxon funding programme. At the centre of the strategy Europe 2020 are
priorities for smart, sustainable and inclusive growth. The goals of the Lisbon Strategy regarding em-
ployment, knowledge and innovation are also part of the new strategy. Goals regarding a resource
conserving, ecological and competitive economy, the education system as well as social and territorial
cohesion were also incorporated into the new strategy.
The critical new target of the EU of poverty reduction as well as the original goals regarding employ-
ment, knowledge and innovation are particularly relevant to the ESF. In addition, the following four out
of seven flagship initiatives were considered relevant to the ESF:
Innovation Union,
Youth on the move,
An agenda for new skills and jobs,
European platform against poverty.
Essentially, the current promotional portfolio of the ESF in Saxony is already aligned closely with the
new strategy, as social cohesion as well as safeguarding of employability and lifelong learning are be-
ing addressed by a multitude of measures. In the future, the programme should place stronger em-
phasis on particularly disadvantaged target groups. Regarding the education system, an intensified
promotion of higher education is needed for the strengthening of attractiveness and international op-
eration. In the area of labour mobility, both geographically and with regard to content, there is still need
for extending the programme portfolio.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Management Summary
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Contribution of the ESF to reaching the strategic goals of the operational programme (see ch.
3.1 to 3.6 for details)
Financial Course
Shortly before the end of the fourth funding year, 480,6 million of the just under 871,9 million Euro of
ESF funds are tied down in approvals – this corresponds to a relative implementation status of 55 per-
cent. The financial implementation status roughly meets the expectations. The implementation status
in priority axis A of 37 percent is below average. The priority axis C has a very high approval status of
73 percent. Here, it is no longer possible to maintain promotion at the previous level. As a reaction,
numerous promotion measures have already been discontinued. Against the background of decreas-
ing funds there is the need for control in the sense of a stronger bundling of measures for numerous
remaining promotion measures. In all priority axes, there are several smaller fields of intervention,
which have failed to achieve considerable progress even after perennial funding. This applies in par-
ticular to fields of intervention, which are targeting the cross sectional objective of equality between
women and men. The ongoing technical evaluation has launched the causal analysis for these devel-
opments.
Course of outputs and results
Indicators of the operational programmes
The indicators of the operational programme have been adjusted on the basis of the results of the first
phase of evaluation as well as the experience gained in the initial years and are currently subject to an
amendment addressed to the European Commission. The amendment shows that a multiplicity of tar-
gets was originally set too optimistically. An examination of the new targets and actual values shows
that the current plans - subject to approval by the European Commission - are overall realistic. To a
small extent, there is need for clarification with regard to the setting of the actual values.
Target group outreach
The examination of target group outreach shows that the programmes’ target groups generally are
reached. The evaluation identifies need for improvement in reaching women (priority axes A and B),
the elderly (A and C) as well as the disadvantaged and low-skilled, respectively (A and B).
A peculiar problem arises from the high status of approval in priority axis C. Here, the halt in promotion
due to lack of funds does not correspond to the actual need for promotion. The responsible officers in-
volved are asked to dedicate themselves more strongly to their local tasks of control and to react to
excessive outflows of funds effectively and on short notice.
Assessment of cross sectional objectives
For the three cross sectional objectives equality of women and men, sustainability and management of
demographic change central goals and content were identified from European, German and Saxon
documents and were given weight in the analysis according to their prioritisation in the operational
programme. Key figures for a quantitative analysis, which give information about the status of imple-
mentation of the cross sectional objectives, were determined from the monitoring. By means of a quali-

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Management Summary
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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tative analysis, explicit and implicit contributions to the achievement of the cross sectional objectives
were extracted from directives, grants conceptions and provisions. Thereby it was imperative to not
only find general goals but also practical instruments, which aid in and support the implementation of
cross sectional objectives.
The objective of equality of women and men with its threefold entrenchment in the operational pro-
gramme is found as a general goal in most of the fields of intervention. Practical instruments – with the
exception of field 7 (Research and Innovation) - correspond to specific projects, where implementation
is still improvable. Socially sustainable promotion is an integral part of ESF measures, while the
sphere of these measures pertaining to disadvantaged groups can still be extended. The ecological
sustainability is selectively entrenched in the orientation and implementation of several fields of inter-
vention. In managing the demographic change, the focal point of safeguarding skilled labour can be
implemented in actual promotion through a large portion of younger people. The entrenchment and
addressing of women and elderly in this respect is still improvable.
Effectiveness and Efficiency of Management and Control Systems (see ch. 4 for details)
In the report at hand, the assessment of effectiveness and efficiency of management and control sys-
tems focuses on the entrenchment of cross sectional objectives in the application and approval proce-
dures. The evaluation has investigated two perspectives: the perspective of the applicant in the appli-
cation procedure on the one hand, and the perspective of the approval authority in the approval pro-
cedure on the other. The analysis has arrived at the following conclusions:
Cross sectional objectives are not adequately explained and operationalised by the sources of in-
formation addressing the applicant. Oftentimes, requirements are not transparent in the view of the
project executor. In addition, cross sectional objectives are only partially entrenched in application
documents. The evaluation suggests a revision of the respective documents in terms of specifying
the requirements for the implementation of cross sectional objectives.
There are in the present application procedure potentials for providing stronger incentives for the
implementation of cross sectional objectives. The rating matrix presents a well-tested and stand-
ardised tool, which, if modified accordingly, could also be used in the application assessment of
cross sectional objectives. The call for entries to ideas competitions is an adequate approach for
specifically accelerating the funding of segments, which are aligned with the cross sectional objec-
tives. This instrument should be used more frequently in the future. Therefore, the evaluation rec-
ommends testing the impact on incentives in a pilot project.
In the operational structuring, cooperation with the specialised bodies in the departments ensures a
comprehensively functional examination of major proposals. This instrument is not being used sys-
tematically for the examination of cross sectional objectives. Providing that the requirements for the
implementation of cross sectional objectives will be defined, the evaluation recommends using the-
se means of assessment more frequently in the assessment of cross sectional objectives.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Ausgangslage und Zielsetzung
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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1 Ausgangslage und Zielsetzung
Ende des Jahres 2010 hat die Förderperiode 2007 bis 2013 die Halbzeit erreicht. Nachdem wesentli-
che Teile des Förderprogramms im Jahr 2008 angelaufen sind, liegen nach nunmehr dreijähriger För-
derdauer umfassende Ergebnisse der Förderung vor.
Der vorliegende Bericht dient im Kern dazu, einen gemeinsamen und umfassenden sowie zeitlich und
inhaltlich einheitlichen Überblick über den Stand der Umsetzung des Operationellen Programms des
sächsischen ESF zu geben. Darüber hinaus beinhaltet der Bericht Einschätzungen über den weiteren
Verlauf bis Ende der Förderperiode und darüber hinaus. Insofern soll der Bericht die Programmsteue-
rung maßgeblich unterstützen.
Evaluierungsplan
Nach dem Abschluss der ersten Phase der Evaluierung wurde Steria Mummert Consulting mit der
zweiten Phase der Evaluierung des ESF für die Jahre 2010 bis 2012 beauftragt. Im Rahmen der zwei-
ten Evaluierungsphase sind folgende Untersuchungen vorgesehen:
Fragestellung
Vorlage bis Ende…
3. Bewertung des Operationellen Programms
Dezember 2010
Fachevaluierung der Prioritätsachse A
März 2011
Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Mai 2011
Fachevaluierung der Prioritätsachse B
August 2011
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Oktober 2011
Fachevaluierung der Prioritätsachse C
März 2011
Programmevaluierung der Prioritätsachse C
Januar 2012
Fachevaluierung der Prioritätsachse E
Juni 2012
Programmevaluierung der Prioritätsachse E
August 2012
4. Bewertung des Operationellen Programms
Dezember 2012
Mit dem vorliegenden Bericht legt der neue Evaluator, teilweise aufbauend auf den Erkenntnissen der
vorangegangenen Evaluationsphase, seine erste Analyse und Bewertung der Förderung vor.
Datenlage
Der Bericht beruht im Kern auf folgenden Datengrundlagen:
Monitoring-Daten
zum Datenstand 30.9.2010. Die Monitoring-Daten wurden mangels einer ge-
eigneten Schnittstelle von Steria Mummert Consulting für die Auswertung konsolidiert und plausibi-
lisiert. Daher sind Abweichungen gegenüber den vorliegenden Monitoring-Berichten möglich.
Dokumentenanalysen.
Ausgewertet wurden insbesondere die vorliegenden Förderrichtlinien und
Förderkonzepte sowie Dokumente der Europäischen Kommission und des Freistaats Sachsen zur
Förderstrategie und Grundsatzfragen.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Ausgangslage und Zielsetzung
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Daten der amtlichen Statistik.
Ausgewertet wurden insbesondere Quellen für die Aktualisierung
der Ausgangslage des Operationellen Programms (Mikrozensus, Statistik der Bundesagentur für
Arbeit, Landesstatistiken)
Gespräche/Interviews.
Es wurden Fachgespräche mit einem Teil der Fondsbewirtschafter/innen
und der SAB geführt. Darüber hinaus sind Gesprächsergebnisse aus der parallel durchgeführten
Fachevaluierung der Prioritätsachse A eingeflossen.
Schriftliche Erhebungen.
Es wurden schriftliche Erhebungen zur Umsetzung der Querschnittszie-
le und der Einschätzung zum Beitrag der Programme zur Bewältigung der Finanz- und Wirt-
schaftskrise durchgeführt.
Aufgabenstellung und Aufbau des Dokuments
Die laut Evaluierungsplan zu beantwortenden Fragestellungen stellen sich wie folgt dar:
Fragestellung
Kapitel
1. Wie ist der Beitrag des ESF zur Erreichung der im OP definierten Strategischen Ziele zu
bewerten?
Ausgangssituation:
2.1 und 2.2
Strategische Ziele in den Prioritätsachsen
Arbeitnehmer/innen und Unternehmen auf neue Bedingungen einstellen
3.2
Bildung, Ausbildung und Forschung zukunftsfähig gestalten
3.3
Mehr Menschen an Beschäftigung heranführen
3.4
Querschnittsziele
Chancengleichheit von Frauen und Männern
3.7.1
Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch und sozial)
3.7.2
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels
3.7.3
2. Wie ist der Beitrag des ESF in Sachsen zur Bewältigung der Herausforderung 10 zu be-
werten?
3.7.1
3. Wie wirkt sich die Wirtschafts- und Finanzkrise auf die ESF-Förderung aus und wie kann
der ESF zur Abmilderung der Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise beitragen?
2.1
3.8
4. Wie ist die Effektivität und Effizienz der Umsetzungs- und Steuerungssysteme im ESF in
Sachsen zu bewerten?
4
5. Welche Empfehlungen gibt es aufgrund der Untersuchungsergebnisse für den zukünfti-
gen Einsatz des ESF in Sachsen?
Alle Kapitel
Im nachfolgenden Kapitel 2 werden die
Rahmenbedingungen
für die Umsetzung des ESF in Sach-
sen dargestellt. Hierbei handelt es sich zum einen um die Aktualisierung der
sozioökonomischen
Analyse
des Operationellen Pogramms (Kap. 2.1) sowie die Prüfung der Rahmenbedingungen, die
aus
anderen Förderprogrammen
, z.B. dem Bundes-ESF resultieren (Kap. 2.2). Kap. 2.3 gibt einen
Überblick über die Rahmenbedingungen im Zuge der
Strategie Europa 2020
und damit über die be-
stehende Förderperiode hinaus.
In Kapitel 3 wird der
Beitrag des ESF zu den Strategischen Zielen des OP
anhand des erreichten
Programmfortschritts bewertet. Dies erfolgt anhand der einzelnen Prioritätsachsen in den Kap. 3.2, 3.3,
3.4 und 3.6. In Kapitel 3.6 findet sich eine kurze Darstellung des Umsetzungsstandes der technischen
Hilfe. Die zugehörigen
Querschnittsziele
werden in Kapitel 3.7 bewertet. Eine Bewertung des
Bei-
trags des ESF zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise
findet sich in Kapitel 3.8

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Ausgangslage und Zielsetzung
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Die Erkenntnisse zum Thema
Effektivität und Effizienz der Umsetzungs- und Steuerungssysteme
werden fokussiert auf das Thema der Umsetzung der Querschnittsziele in Kap. 4 dargestellt.
Die
Empfehlungen
für den zukünftigen Einsatz des ESF in Sachsen werden in den einzelnen Kapi-
teln abgeleitet und in einem Empfehlungsverzeichnis am Ende des Dokuments in Kap. 5.1 zusam-
mengefasst.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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2 Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
Die Umsetzung der Europäischen Sozialfonds vollzieht sich vor dem Hintergrund von Rahmenbedin-
gungen, die einen Einfluss auf die Förderung haben und ggf. Steuerungsbedarfe im Programm-
Management nach sich ziehen.
Gemäß dem Konzentrationsprinzip muss sich die Förderung des ESF an sozioökonomisch relevanten
Bedarfslagen orientieren. Inwiefern sich die
sozioökonomischen Rahmenbedingungen
verändert
haben, wird entlang einer Aktualisierung wesentlicher Eckdaten aus der SWOT-Analyse des Operati-
onellen Programms im Kap. 2.1 untersucht.
Der Europäische Sozialfonds unterliegt zudem dem Prinzip der Additionalität – die Förderung ist ge-
genüber anderen Förderelementen als nachrangig einzustufen. Insofern ist die
Komplementarität
und Konkurrenz zu anderen Förderprogrammen
zu untersuchen (siehe Kap. 2.2).
Langfristig orientiert sich der ESF an übergreifenden Strategien der Europäischen Kommission. Aktu-
ell werden neue für den ESF relevante strategische Ansätze unter dem Stichwort
Europa 2020
disku-
tiert. Der Strategiebildungsprozess ist bereits weit genug vorangeschritten, um erste Erkenntnisse zur
Passung des sächsischen Förderportfolios in den neuen auch über die derzeitige Förderperiode hin-
ausgehenden strategischen Rahmen zu gewinnen (Siehe Kap. 2.3)
2.1 Sozioökonomische Rahmenbedingungen
Ausgangspunkt der nachfolgenden Darstellung der sozioökonomischen Rahmenbedingungen ist die
Analyse der Ausgangslage im Operationellen Programm. Hier werden, insbesondere anhand ausge-
wählter Kennzahlen aus der SWOT-Analyse, zentrale Trends für die Einsatzfelder
1
des Operationellen
Programms aufgezeigt. Dort, wo z.B. aufgrund von Brüchen in der amtlichen Statistik ein intertempo-
rärer Vergleich nicht möglich ist, wurden die Zahlen aus der Ausgangslage auf Basis neuerer Statisti-
scher Konzepte dargestellt; diese können daher von den im OP dargestellten Zahlen abweichen.
Darüber hinaus wurden in die Untersuchung Kennzahlen aufgenommen, die die zu erreichenden
Benchmarks der Europäischen Beschäftigungsstrategie abbilden sowie in der Ausgangslage des Ope-
rationellen Programms nicht absehbare Tendenzen, z.B. infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise wie
Kurzarbeit oder Insolvenzen.
Die Kennzahlen sind mit folgenden Bewertungen gekennzeichnet:
– Aus der Sicht der Landes Sachsen positive Entwicklung
1
Für die Prioritätsachse E – Transnationale Maßnahmen wurde im Operationellen Programms keine SWOT-Analyse erstellt.
Vor dem Hintergrund der an ausgewählten Einsatzfeldern der Prioritätsachsen A, B und C orientierten Themenstellungen der
Prioritätsachse haben die dort festgestellten Entwicklungen auch Gültigkeit für die Prioritätsachse E. Eine gesonderte Bewer-
tung von sozioökonomischen Rahmenbedingungen wird im Folgenden für die Prioritätsachse E nicht weiterverfolgt.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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– Neutrale Entwicklung, keine oder nur wenig Veränderung, Stagnation
– Aus der Sicht der Landes Sachsen negative Entwicklung
Aus Gründen der Lesbarkeit wurden die Quellenangaben und Jahreszahlen zu den Indikatoren im
Anhang dokumentiert.
Die Bewertung erfolgt entlang folgender Fragestellungen:
In welchen Einsatzfeldern ergeben sich verstärkte Anforderungen an die Förderung des ESF?
In welchen Einsatzfeldern gibt es Hinweise, dass der Förderbedarf sinkt?
Die Bewertungen und die hieraus ableitbaren Empfehlungen für Nachjustierungen des Förderportfo-
lios werden in Kap. 3 in der Gesamtschau der Prioritätsachsen aufgegriffen.
2.1.1
Prioritätsachse A
Zentral für den Kontext der Prioritätsachse A sind die Themen Weiterbildung und Unternehmertum,
deren Trends anhand von Indikatoren des sächsischen OP der folgenden Bereiche vorgestellt werden:
Beschäftigung, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung
Demographischer Wandel und Humankapital
Bei den generellen Trends ist die geringe Verankerung eines Existenzgründungsverhaltens sowie
nachhaltiger Weiterbildung auffällig:
Ziel: Arbeiter/innen und Unternehmen auf neue Bedingungen einstellen
(Erhöhung der Beschäftigung durch Weiterbildung von Erwerbstätigen, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und Existenzgründung)
+ Positive Trends
– Negative Trends/ Problemfelder
Entwicklung der Erwerbstätigkeit
Steigende Forschungsintensität
Rückgang der Nettoabwanderung Jüngerer
Zurückgehende Existenzgründungen
Teilnahme am lebenslangen Lernen
Tabelle 1: Positive und negative Trends in der Prioritätsachse A.
Der Anstieg der Forschungsintensität und der Erwerbstätigkeit stärken die Innovationskraft und Wett-
bewerbsfähigkeit Sachsens. Dem gegenüber stehen eine sinkende Weiterbildungsbeteiligung sowie
Tendenzen zur Alterung der Gesellschaft, die die Fachkräftesicherung auch weiterhin gefährden. Auch
die negative Entwicklung der Unternehmensneugründungen wirkt einer nachhaltigen Stärkung der In-
novationskraft Sachsens entgegen.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
Die Beschäftigung sowie Innovationstätigkeit entwickeln sich positiv.
Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
Ausgangssituation
Indikator
2
Daten gem.
OP
aktuelle Da-
ten
Entwicklungstendenz
Beschäftigung, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung
Erwerbstätigenquote unter EU-
Benchmark
1.1 Erwerbstätigenquote
(Anzahl)
63%
(1,89 Mio.)
70%
(1,94 Mio.)
EU-Benchmark (70% in 2010) erst-
mals und frühzeitig in 2009 erreicht.
Absolute Erwerbstätigkeit steigt bis
2008, gefolgt von leichtem Rückgang
2009; insgesamt: +2%.
Erwerbstätigenquoten Älterer
unter EU-Benchmark, jedoch
über dem ostdeutschen Durch-
schnitt und mit steigender Ten-
denz
1.2 Erwerbstätigenquote
Älterer (55-65 Jahre)
40%
(218.900)
56%
(304.300
Kontinuierlicher absoluter (+39%) und
relativer Anstieg, seit 2008 über EU-
Benchmark (50 %)
Überdurchschnittliche Erwerbs-
tätigenquote der Frauen, über
EU-Benchmark (60%)
1.3 Erwerbstätigenquote
der Frauen (Anzahl)
61%
(861.900)
67%
(901.200)
Kontinuierlicher abs. (+5%) und rel.
Anstieg, Quote aktuell noch immer
über Bundesschnitt (65,1%).
Geringe Forschungsintensität,
unter EU-Benchmark und Bun-
desschnitt
1.4
Anteil der FuE-
Ausgaben am BIP
2,3% 2,8%
Stark gestiegen, über Bundesschnitt
(2,67%), aber noch unter EU-
Benchmark (3 %)
Unausgewogene Betriebsgrö-
ßenstruktur – überdurchschn.
großer Bestand an kleinen und
mittelständischen Betrieben
1.5
Anteil SV-pfl. Beschäf-
tigter aus Betrieben
mit weniger als 100
SV-pfl Besch. an SV-
pfl Besch. insgesamt
62% 60%
Leichter, fast stetiger Rückgang des
Anteils von KMU-Beschäftigten; noch
immer über ostdeutschem (57,9%)
und deutlich über Bundesschnitt
(51,9%)
Überdurchschn. wirtschaftliche
Entwicklung; gleichwohl: nicht
ausreichend, um Lücke zum
Bundesgebiet West zu schlie-
ßen
1.6
Wachstum des BIP
6%
(2001-2005)
3%
(2005-2009)
Abschwächung, zuletzt -4% (2009).
Entwicklung jedoch noch immer über-
durchschn. Absolutes BIP je Erwerb-
stätigen aktuell (47.898 Euro) noch
immer unter Ostschnitt (inkl. Berlin)
(50.208 Euro).
Expandierendes Verarbeiten-
des Gewerbe
1.7 Anteil Erwerbstätiger
im Verarbeitenden Ge-
werbe an allen Er-
werbstätigen
17,3% 17,6%
Gleichbleibend. Entwicklung ist mit ei-
nem positiven Trend durch die Finanz-
und Wirtschaftskrise aktuell unter-
zeichnet.
Expandierender Dienstleis-
tungssektor (insb. überdurch-
schn. Zuwachs der Bruttowert-
schöpfung), jedoch noch zu ge-
ringe Dienstleistungsdynamik
(bezügl. Entwicklung des An-
teils an der Gesamt-
Bruttowertschöpfung, Erwerbs-
tätigenzahlen)
1.8 Anteil Erwerbstätiger
im Dienstleistungssek-
tor an allen Erwerbstä-
tigen
71% 71%
gleichbleibend
Unternehmensnahe Dienstleis-
tungen sind im Vergleich zu
Westdeutschland unterreprä-
sentiert
1.9 Anteil unternehmens-
nahe Dienstleistungen
an Brutto-
wertschöpfung
28% 28%
Weiterhin unterrepräsentiert im Ver-
gleich zu Westdeutschland (31,7%)
Tabelle 2: Einsatzfeld 1: Indikatoren zur Beschäftigung, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung.
Die Erwerbstätigenquote steigt deutlich auf 70 Prozent im Jahr 2009. Die EU-Benchmarks von 2010
für die allgemeine Erwerbstätigkeit sowie für die Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren wurden je-
weils frühzeitig erreicht. In der Erwerbstätigkeit von Älteren ist auch weiterhin ein Aufwärtstrend zu
verzeichnen.
2
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Gemessen an den Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung des
Landes fiel die Forschungsintensität im Bundesvergleich anfänglich geringer aus. Die Forschungsin-
tensität stieg auf 2,8 Prozent im Jahr 2008 an. Damit übertrifft sie den Bundesschnitt von 2,7 Prozent,
liegt aber noch unter dem EU-Benchmark für das Jahr 2010 von 3 Prozent.
Die positive Entwicklung der Forschungsintensität und der Erwerbstätigkeit stärken die Innovations-
kraft und Wettbewerbsfähigkeit Sachsens.
Trotz eines Rückgangs der Abwanderung ist die Fachkräftesicherung durch eine zuneh-
mend alternde Gesellschaft und geringe Weiterbildungsbeteiligung gefährdet.
Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
Ausgangssituation
Indikator
3
Daten gem.
OP
aktuelle Da-
ten
Entwicklungstendenz
Demographischer Wandel und Humankapital
Steigender Anteil junger
Bevölkerungsschichten an
der Abwanderung
1.10
Anteil der 18 bis 30-
jährigen an Nettoabwan-
derungen
(Anzahl)
60%
(3.769)
36%
(2.829)
Kontinuierlicher, starker Rückgang der
rel. Nettoabwanderung junger Bevölke-
rungsschichten. Absolut: -25%. Ge-
samt-NAW stieg (2005-2009: + 26%).
Rel. NAW daher rückläufig, doch noch
immer unverhältnismäßig hoch im Ver-
gleich zum Bevölkerungsanteil der 18
bis 30-jährigen (31.12.2008: 16,5%)
Überdurchschnittliche Be-
teiligung von Frauen an der
Abwanderung junger Be-
völkerungsschichten
1.11
Anteil der Frauen an
Nettoabwanderung der
18 bis 30-Jährigen
63% 62%
Entwicklung schwankt
Zunehmender Anteil Älterer
an der Beschäftigung
1.12
Anteil Beschäftigter im
Alter von 50 bis unter 65
Jahren an sozialversi-
cherungspflichtig Be-
schäftigten (Anzahl)
25%
(343.517)
29%
(407.706)
Kontinuierlicher Anstieg, absolut: +19%
Demografischer Trend zur Überalterung
von Belegschaften
Unterdurchschn. Produkti-
vität der Erwerbstätigen,
jedoch überdurchschnittlich
steigend
1.13 Produktivitätswachstum:
Wachstum des Bruttoin-
landsprodukt je Arbeits-
stunde der Erwerbstäti-
gen
15%
(2001-2005)
11%
(2005-2009)
Produktivitätszuwachs seit 2007 konti-
nuierlich abnehmend, jedoch noch im-
mer über Westschnitt (2005-2009:
+6%). Produktivitätslücke zu West-
deutschland wird kleiner (Sachsen
2005: 72% des West-
Produktivitätsniveaus, 2009: 75%)
Überdurchschn. formales
Bildungs-/ Qualifikationsni-
veau der Beschäftigten
1.14 Anteil Beschäftigte mit
Hochschul- oder Fach-
hochschulabschluss
16% 17%
Leichter Anstieg im Jahr 2009; noch
immer über Westniveau (13%)
Beteiligung am Lebenslan-
gen Lernen noch unter EU-
Ziel für 2010
1.15
Anteil Erwachsener im
erwerbsfähigen Alter
(25-64 Jahre), die an all-
gemeiner und beruflicher
Bildung teilnehmen
7,5% 7,0%
Aktuell unter Bundes- (7,8%), deutlich
unter EU-27-Schnitt (9,3%) und unter
EU-Benchmark (mind. 12,5%)
Tabelle 3: Einsatzfeld 1: Indikatoren zum Demographischen Wandel und Humankapital.
Zum einen ist ein starker Rückgang der Nettoabwanderung junger Bevölkerungsschichten um ca. 25
Prozent zu verzeichnen, wobei sich die Abwanderung noch immer in der Altersgruppe der 18 bis 30-
Jährigen konzentriert. Auf der anderen Seite stieg der Anteil älterer Beschäftigter um 5 Prozentpunkte
und trägt zu einer zunehmenden Überalterung der Belegschaften bei.
3
Die verwendeten Indikatoren werden nummeriert, Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Die Beteiligung von Erwachsenen an allgemeiner und beruflicher Bildung sinkt um 0,5 Prozentpunkte
im Jahr 2009 und liegt damit aktuell unter dem Bundesschnitt von 7,8 Prozent, sowie deutlich unter
dem EU-27-Durchschnitt und dem EU-Benchmark.
Die negative Entwicklung der Altersstruktur und Weiterbildungsbeteiligung von Beschäftigten sowie
der weiterhin hohe Anteil junger Bevölkerungsschichten an der Nettoabwanderung erhöhen das Risiko
eines Fachkräftemangels in Sachsen. Zudem gefährdet die niedrige Beteiligung am lebenslangen
Lernen langfristig das hohe Qualifikationsniveau sächsischer Beschäftigter. Es besteht auch weiterhin
Bedarf nach der Förderung eines kontinuierlichen Wissenserwerbs für die Leistungs- und Wettbe-
werbsfähigkeit des Landes.
Einsatzfeld 2: Förderung von Unternehmergeist und Arbeitsplatz schaffenden Existenzgrün-
dungen
Die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit wird nicht durch ein nachhaltiges Gründungsver-
halten in der Gewerbebranche gestützt.
Einsatzfeld 2: Förderung von Unternehmergeist und arbeitsplatzschaffenden Existenzgründungen
Ausgangssituation
Indikator
4
Daten gem.
OP
aktuelle Da-
ten
Entwicklungstendenz
Existenzgründungen
Hoher positiver, stark schwan-
kender Gründungssaldo, aber
zuletzt deutliche Zunahme von
Kleinstgründungen (Ich-AGs)
2.1
Saldo aus Gewerbe-
an- und -abmeldungen
9.610 3.536
Starker Rückgang um ca. ein Drittel,
bestimmt durch sinkende Gewerbe-
anm. bei gleichbleibenden –abm.
Zuletzt Anstieg des Saldos in 2009.
Zunehmender, schwankender
Trend bei Gründungsintensität
2.2 Gründungsintensität:
Gewerbeanmeldungen
je 10.000 Einwohner
im erwerbsfähigen Al-
ter
157,6 141,6
Gründungsintensität sinkt um 9,6%.
Sachsen fällt im Vergleich der Bun-
desländer von Rang 9 auf 12. Lücke
zu Bundesschnitt (2005: 165, 2009:
160,9) vergrößert sich.
Selbstständigenquote fast auf
Westniveau
2.3 Selbstständigenquote 11,7% 10,9%
Kontinuierlicher Rückgang bis 2008,
leichter Anstieg 2009; aktuell aller-
dings im Bundesschnitt (10,9%) und
über Westniveau (10,8%)
Steigende Selbstständigenquo-
te der Frauen
2.4 Selbstständigenquote
der Frauen
7,9% 7,3%
Kontinuierlicher Rückgang ab 2007;
aktuell auf Bundes- (7,4%) und
Westniveau (7,3%).
Überdurchschnittliche Insol-
venzquote, sinkender Trend bei
Quote und Anzahl der Insol-
venzverfahren
2.5
Insolvenzen je 1.000
Unternehmen
(Anzahl der Insolvenz-
verfahren)
17,6%
(2.465)
12,9%
(1.942)
Insolvenzquote sinkt, zuletzt minima-
ler Anstieg in 2009; Entwicklung folgt
bundesweitem Trend; Quote noch
immer über Bundes- (9,9%) und
Ostschnitt (10,9%). Abs. zunächst
Rückgang, dann Anstieg 2008 und
2009 gem. bundesw. Trend.
Tabelle 4: Einsatzfeld 2: Indikatoren zu Existenzgründungen.
Gemessen an den Gewerbeanmeldungen sanken Unternehmensgründungen im Zeitraum von 2005
bis 2009 um rund 15 Prozent. Bei etwa gleichbleibenden Gewerbeabmeldungen geht der Gewer-
besaldo um etwa ein Drittel zurück. Die Gründungsintensität, die Gewerbeanmeldungen in ein Ver-
hältnis zur Erwerbsbevölkerung setzt, geht um knapp 10 Prozent zurück. Im Vergleich der Bundeslän-
der fällt Sachsen von Rang 9 auf Rang 12. Die Lücke zum Bundesschnitt vergrößert sich. In der Folge
4
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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sinkt auch die Selbstständigenquote, die im Jahr 2009 mit 10,9 Prozent im bundesweiten Durchschnitt
lag.
Die negative Entwicklung der wesentlichen Parameter beendet den Aufwärtstrend der Vorjahre. Die
Förderung von arbeitsplatzschaffenden Gründungen ist auch weiterhin ein relevantes Thema für den
ESF.
2.1.2
Prioritätsachse B
Zentral für den Kontext der Prioritätsachse B sind die Themen Berufsvorbereitung und Ausbildung, de-
ren Trends anhand von Indikatoren des sächsischen OP der folgenden Bereiche vorgestellt werden:
Schulische Bildung und Berufsorientierung
Berufsausbildung
Humanpotenzial in Forschung und Innovation
Netzwerktätigkeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen
Ziel: Bildung, Ausbildung und Forschung zukunftsfähig gestalten
(Erhöhung des Humankapitals und der Innovationsfähigkeit durch Vermeidung von Schulversagen, Berufsvorbereitung, Ausbildung sowie Stärkung des
Wissenstransfers aus Forschung und Wissenschaft in den Unternehmenssektor)
+ Positive Trends
– Negative Trends/ Problemfelder
Verbesserung der Ausbildungssituation aufgrund demographischer
Entwicklung
FuE-Aktivitäten von Unternehmen
Berufswahlkompetenz von Jugendlichen
Integration von Altbewerber/innen
Humanpotenzial für Forschung und Innovation
Tabelle 5: Positive und Negative Trends in der Prioritätsachse B.
Die Entlastung des Ausbildungs- und Arbeitsmarkts schafft Chancen für die Integration von Berufsein-
steigern und Arbeitslosen. Diese Verbesserung beruht jedoch auf dem Rückgang ausbildungs- und
arbeitsmarktrelevanter Bevölkerungskohorten und deutet damit auf einen zukünftigen Fachkräfteman-
gel in Sachsen hin. Zudem lässt die negative Entwicklung des ohnehin unzureichenden Lehrstellen-
angebots und die Verschärfung der Altbewerberproblematik trotz günstiger Rahmenbedingungen eine
sich verfestigende Ausgrenzung benachteiligter Gruppen befürchten.
Der gegenwärtig regen Netzwerktätigkeit zwischen Forschung und Unternehmen steht eine teils un-
terdurchschnittliche Entwicklung des Humanpotenzials in Forschung und Entwicklung gegenüber.
Die Entwicklung der Rahmenbedingungen für die Prioritätsachse B bergen Risiken für die zukünftige
Innovationsfähigkeit und die Sicherung von Fachkräften.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Berufswahl-
kompetenz
Die Rahmenbedingungen für die schulische Bildung entwickeln sich positiv, insbesondere
aufgrund demographisch bedingter Effekte. Die Berufswahlkompetenz sächsischer Schü-
ler/innen ist nicht ausreichend.
Einsatzfeld 3: Förderung des lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Berufswahlkompetenz
Ausgangssituation
Indikator
5
Daten gem.
OP
aktuelle Da-
ten
Entwicklungstendenz
Schulische Bildung und Berufsorientierung
Rückläufige Anzahl an Schul-
abgängern/innen
3.1
Anzahl aller Schulab-
gänger
53.227 36.456
Starker, kontinuierlicher Rückgang
(-32%); bundesweit nur leichter,
schwankender Abwärtstrend (-3%).
Positiv: Entlastung des Ausbil-
dungsmarktes
Negativ: Fachkräftemangel
Überdurchschnittlich hohe, aber
sinkende Schulabbre-
cher/innenquote, gemäß EU-
Benchmark
3.2
Anteil der Schulabgän-
ger ohne Hauptschulab-
schluss an allen Schul-
abgängern
(Anzahl)
9,1%
(4.830)
8,6%
(3.134)
Weiterer Rückgang bis 2005/06,
Stagnation seit 2006/2007. Noch
immer über Bundesschn. (7%), wei-
ter gem. EU-Benchmark (max. 10%).
Auch abs. Rückgang: -35%.
Geringere, sinkende Schulabb-
recherinnenquote der Frauen
3.3
Anteil weibl. Schulab-
gängerinnen ohne
Hauptschulabschluss an
allen weibl. Schulabgän-
gerinnen (Anzahl)
6,3%
(1.650 )
6,3%
(1.140)
Frauenabbrecherquote stagniert,
absoluter Rückgang weiblicher
Schulabbrecherinnen um 31%.
Sinkende Schulabbrecherquote
der Männer
3.4
Anteil männl. Schulab-
gänger ohne Haupt-
schulabschluss an allen
männl. Schulabgängern
(Anzahl)
11,7%
(3.180)
10,9%
(1.994)
Abbrecherquote noch immer höher
als die der Frauen, im Gegensatz
aber weiterhin sinkend; absoluter
Rückgang um 37%.
Überdurchschnittliche Abitu-
rient/innenquote
3.5
Anteil der Schulabgän-
ger/innen mit Allgemei-
ner Hochschulreife an
allen Schulabgän-
gern/innen
(Anzahl)
26%
(13.929)
38%
(13.924)
Starke, kontinuierliche Zunahme;
bes. starker Anstieg 2007/08 (knapp
7 Prozentpunkte). Nun weit über
Bundesschnitt (29%). Zunahme
größtenteils auf rückläufige Schul-
abgänger/innenzahl zurückzuführen,
Zahl der Abiturienten/innen leicht
schwankend, aber nahezu konstant.
Überdurchschnittliche Abiturien-
tinnenquote der Frauen
3.6
Anteil der weiblichen
Schulabgängerinnen mit
Allgemeiner Hochschul-
reife an allen weiblichen
Schulabgängerinnen
(Anzahl)
31%
(8.053)
43%
(7.862)
Starke, kontinuierliche Zunahme;
bes. starker Anstieg 2007/08 (7 Pro-
zentpunkte). Nun weit über Bundes-
schnitt (32,8%). Zunahme größten-
teils auf rückläufige Zahl weibl.
Schulabgängerinnen zurückzufüh-
ren, Anzahl weibl. Abiturientinnen: -
2%, Verlauf leicht schwankend.
Überdurchschn. Anteil der Be-
völkerung (20-24 Jahre) mit Ab-
schluss der Sekundarstufe II,
unter EU-Benchmark
3.7
Anteil der Bevölkerung
(20-24 Jahre) mit mind.
einem Abschluss der
Sekundarstufe II
80% 80%
Weiterhin über Bundes- (74%) und
EU27-Schnitt (78%), unter EU-Ziel
(mindestens 85 % der 22-Jährigen).
Vergleichsw. hohe Qualität des
Schulsystems: Überdurchschn.
Ergebnisse von Schülern/innen
in allg. bildenden Schulen bei
innerdeutscher Pisa-Studie PI-
SA-E
3.8 Ranking-Ergebnis der
Kompetenzbereiche im
Länder-Vergleich
Naturwissen-
schaften (2)
Mathematik (2)
Lesen (3)
Problemlösen
(2)
Naturwissen-
schaften (1)
Mathematik (1)
Lesen (1)
Bei dritter innerdeutscher Pisa-
Studie (2006) belegte Sachsen in al-
len drei Disziplinen Naturwissen-
schaften, Mathematik und Lesen
Platz 1.
5
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Hohe Anzahl vorzeitig gelöster
Ausbildungsverträge, Anzahl
und Anteil an neu abgeschlos-
senen Ausbildungsverträgen je-
doch sinkend
Anteil Auszubildender
mit vorzeitig gelösten an
Auszubildenden mit neu
abgeschlossenen Aus-
bildungsverträgen (An-
zahl)
19%
(5.834)
29%
(6.790)
Trendwende: vorzeitig gelöste Aus-
bildungsverträge nehmen seit 2006
rel. und abs. (2005-2009: +16%) zu.
Neu abgeschlossene Ausbildungs-
verträge derweil die letzten beiden
Jahre rückläufig.
Tabelle 6: Einsatzfeld 3: Indikatoren zu Schulische Bildung und Berufsorientierung.
Die Schulabgänger/innenzahlen sind weiterhin rückläufig. Dabei hat sich die Zahl der Schulabgän-
ger/innen ohne Hauptschulabschluss (Schulabbrecher/in) zwischen den Schuljahren 2004/05 und
2007/08 um 35 Prozent reduziert. Die Quote der Schulabbrecher/innen sank damit von 9,1 Prozent
auf 8,6 Prozent, liegt aber weiterhin über dem Bundesschnitt (7%).
Die ohnehin überdurchschnittliche Abiturienten/innenquote Sachsens steigt von 26 Prozent im Schul-
jahr 2004/05 auf 38 Prozent im Jahr 2007/08 und liegt damit nun weit über dem Bundesschnitt von 29
Prozent. Die Abiturienten/innenanzahl ist relativ konstant bei etwa 13.920 geblieben.
Des Weiteren hat sich die hohe Qualität des sächsischen Schulsystems laut der dritten innerdeut-
schen Pisa-Studie von 2006 noch verbessert: Dort belegte Sachsen in den drei Disziplinen Naturwis-
senschaften, Mathematik und Lesen den ersten Platz.
Der demographisch bedingte Rückgang der Schulabgänger/innenzahlen ist für den Bereich der schu-
lischen Bildung vorteilhaft. Er erhöht die Erfolgsaussichten für das Vorhaben, die Bildungsbiografie der
Einzelnen durch Verbesserung des Schulerfolgs erfolgreich zu gestalten. Die zentralen Indikatoren der
Schulabbrecher/innenquote und der Abiturienten/innenquote entwickeln sich äußerst positiv.
Die rückläufige Zahl an Schulabgängern/innen entlastet zudem den Nachfrageüberhang auf dem
Ausbildungsmarkt. Sie deutet jedoch auch auf einen zukünftigen Fachkräftemangel hin.
Eine für die Berufsvorbereitung relevante Entwicklung ist die Zunahme von Ausbildungsabbrüchen.
Der Anteil der Auszubildenden mit vorzeitig gelöstem Ausbildungsvertrag stieg von 19 auf 29 Prozent.
Dies deutet auf mangelnde und abnehmende Berufswahlkompetenz bzw. -vorbereitung sächsischer
Schüler/innen hin.
Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche
Die Ausbildungsplatzsituation hat sich trotz einer allgemein geringeren Konkurrenz um
Ausbildungsstellen für Altbewerber/innen nicht verbessert.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jungendliche
Ausgangssituation
Indikator
6
Daten gem.
OP
aktuelle Da-
ten
Entwicklungstendenz
Berufsausbildung
Sinkende Gesamtnachfrage
nach Ausbildungsplätzen
4.1
Bei BA gemeldete
Bewerber/innen für
Berufsausbildungsstel-
len bis Ende des Be-
richtsjahres (01. Okt. -
30. Sept. Folgejahr)
54.463 25.247
Starker, kontinuierlicher Rückgang:
(-54%); infolgedessen Verbesse-
rung von Problemindikatoren für
Ausbildungsmarkt. Zahl der Schul-
abgänger/innen ging im Zeitraum
2004/05 bis 2007/08 um ein Drittel
zurück.
Verschlechterung der Relation
von Angebot und Nachfrage von
Ausbildungsplätzen
4.2 Angebots-Nachfrage-
Relation (Gemeldete
Berufsausbildungsstel-
len/ Gemeldete Be-
werber/innen)
0,45 0,89
Starke Verbesserung der Angebots-
Nachfrage-Relation, Anstieg seit
Berichtsjahr 2006/2007. Grund: sin-
kende Nachfrage nach Ausbil-
dungsplätzen; Angebot: -9%.
Unzureichende Versorgung mit
Lehrstellen
4.3
Bei Ag. f. Arbeit ge-
meldete Bewer-
ber/innen für Berufs-
ausbildungsstellen,
unversorgt, ohne be-
kannte Alternative
zum 30. Sept. d. Be-
richtsjahres
2.195 179
Zahl der unvermittelten Bewer-
ber/innen zu Beginn des Ausbil-
dungsjahres massiv geschrumpft (-
92%), besonders starker Rückgang
2007/08 (-80%).
Altbewerber/innenproblematik 4.4 Anteil Altbewer-
ber/innen an bei Ar-
beitsagenturen re-
gistrierten Ausbil-
dungsplatzbewerbern
(Anzahl)
47,5% 48,8%
(11.159)
Obgleich ein absoluter Rückgang
verzeichnet wurde, ist es trotz vieler
Förderangebote nicht gelungen, de-
ren Anteil zu senken.
Rückgang des Angebotes von
Ausbildungsplätzen/Lehrstellen
4,5 Gemeldete Berufs-
ausbildungsstellen
28.993 22.405
Eine Verbesserung der Angebots-
Nachfrage-Relation ist auf die de-
mografische Entwicklung zurückzu-
führen und geht nicht mit einer ver-
besserten Angebotsstruktur einher.
Tabelle 7: Einsatzfeld 4: Indikatoren zu Berufsausbildung.
Die Angebot-Nachfrage-Relation hat sich aufgrund einer Abnahme der Nachfrage von ca. 55 Prozent
im Zeitraum vom Schuljahr 2004/ 2005 zum Schuljahr 2008/2009 stark erhöht. Es herrscht weniger
Konkurrenz um Ausbildungsstellen. Das Ausbildungsplatzangebot ist dabei weiterhin rückläufig.
Der Anteil der sogenannten Altbewerber/innen, Ausbildungsplatzbewerber/innen aus früheren Schul-
abgangsjahren, an den Bewerbern/innen hat sich nochmals leicht auf 49 Prozent erhöht. Die Unter-
versorgung von Lehrstellenbewerbern/innen ist um mehr als 90 Prozent geschrumpft.
Auf dem Ausbildungsmarkt hat mit der Verbesserung der Angebot-Nachfrage-Relation eine Trend-
wende eingesetzt. Die sich andeutende Entlastung des Ausbildungs- und Arbeitsmarkts schafft Chan-
cen für die Integration von Berufseinsteigern/innen und Arbeitslosen. Gleichzeitig spiegelt der Rück-
gang der Bewerber/innenzahlen, wie auch die abnehmende Zahl der Schulabgänger/innen, den de-
mographischen Wandel wider und verdeutlicht das Risiko eines Fachkräftemangels.
Dass die Gruppe der Altbewerber/innen bisher nicht von einer verbesserten Ausbildungsmarktsituation
profitieren kann, bedeutet eine nochmalige Verschärfung der Problematik. Vor dem Hintergrund der
6
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
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demografiebedingten Entlastung des Arbeitsmarktes dürfte sich diese in Zukunft zumindest nicht noch
weiter verschlechtern.
Einsatzfeld 5: Forschung und Innovation
Trotz einer Stärkung der naturwissenschaftlichen und mathematischen Fächer gefährden
geringe Studienneigung sowie rückläufige Promotionsquoten die Innovationsfähigkeit.
Einsatzfeld 5: Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwischen Hochschul- und
Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unternehmen
Ausgangssituation
Indikator
7
Daten gem.
OP
aktuelle Da-
ten
Entwicklungstendenz
Humanpotenzial in Forschung und Innovation
Steigende Studierendenzahl
5.1
Anzahl Studierender
107.792
109.363
Entwicklung leicht schwankend,
deutliche Verlangsamung des
Wachstums (2001-2005: +20%,
2005-2009: +2%).
Steigender Anteil ausländischer
Studierender
5.2 Anteil ausländischer
Studierender
8,8% 9,6%
Stetig positive Entwicklung.
Unterdurchschnittlich geringe
Quote der Studienanfän-
ger/innen
5.3 Anteil Studienanfän-
ger/innen (nach Land
des Erwerbs der
Hochschulzugangsbe-
rechtigung) an alters-
spezifischer Bevölke-
rung (Anzahl)
28%
(15.652)
29,7%
(16.014)
Relative und absolute Zunahme
(+2%), jedoch unterdurchschnittlich
schnell; Lücke zu Bundesniveau
(2005: 33,5%, 2008: 40,3%) ver-
größert sich daher.
Höhere Studienanfängerinnen-
quote der Frauen, unterdurch-
schnittlich im bundesweiten
Vergleich
5.4
Anteil weibl. Studien-
anfängerinnen (nach
Land des Erwerbs der
Hochschulzugangsbe-
rechtigung) an weibl.,
altersspezifischer Be-
völkerung (Anzahl)
29,2%
(7.763)
32,2%
(8.279)
Rel. und abs. Zunahme (+7%) ab
2007. Zahl der Studienanfängerin-
nen steigt nur halb so schnell wie im
Bundesschnitt, Quote steigt jedoch
im gleichen Tempo. Noch immer
weit unter Bundesniveau (2008:
40,8%), Lücke unverändert.
Absolventen/innenquote knapp
unter Bundesdurchschnitt
5.5 Anteil Absolven-
ten/innen eines Erst-
studiums an alters-
spezifischer Bevölke-
rung (Anzahl)
20,7%
(11.012)
25,9%
(13.991)
Stetige relative und absolute
(+27%) Zunahme. Noch immer
knapp unter Bundesschnitt (2008:
26,2%).
Höhere Absolventinnenquote
der Frauen, im Bundesschnitt
5.6 Anteil Absolventinnen
eines Erststudiums an
weibl., altersspezifi-
scher Bevölkerung
(Anzahl)
21,7%
(5.438)
27,3%
(6.952)
Stetige relative und absolute
(+28%) Zunahme. Noch immer im
Bundesschnitt (2008: 27,7%).
Geringer, gleichwohl steigen-
der, Anteil von Studierenden in
techn.-naturwissenschaftl. Fä-
chern
5.7
Anteil Studierender in
mathematischen- und
naturwissenschaftli-
chen Fächern an Stu-
dierenden insgesamt
(Anzahl)
17,7%
(19.072)
15,2%
(16.591)
Kontinuierliche Abnahme, auch abs.
(-13%). Dagegen anhaltender abs.
(+12%) und rel. Zuwachs bei Stu-
dierenden in ingenieurswissen-
schaftlichen Fächern auf über-
durchschnittliche 26%.
Geringe Frauenanteile in na-
turwissenschaftlichen und tech-
nischen Studienbereichen so-
wie in der Wissenschaft,
gleichwohl: steigende absolute
Zahlen
5.8
Anteil weibl. Studie-
render Mathematik/
Naturwissenschaften
an allen Studierenden
Mathematik/ Naturwis-
senschaften (Anzahl)
32%
(6.151)
34%
(5.639)
Frauenanteil steigt stetig, Anzahl
der Studentinnen sinkt jedoch um
insgesamt 8%. Ingenieurswissen-
schaften: Anteil stagniert bei stei-
gender Studentinnenanzahl (+13%).
7
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
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Einsatzfeld 5: Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwischen Hochschul- und
Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unternehmen
Ausgangssituation
Indikator
7
Daten gem.
OP
aktuelle Da-
ten
Entwicklungstendenz
Humanpotenzial in Forschung und Innovation
Unterdurchschnittlich geringe
Quote der Promotionen
5.9
Anteil der Promotio-
nen an bestandenen
Abschlussprüfungen
eines Jahrgangs
8,2% 6,7%
Rückgang des Promotionsanteils,
da Promotionen (+14%) sich abs.
langsamer entwickeln als bestande-
ne Abschlussprüfungen insgesamt.
Noch immer unter Bundesschnitt,
Lücke aber verringert (Bund 2005:
10,3%, 2009: 7,4%).
Tabelle 8: Einsatzfeld 5 – Indikatoren zu Humanpotenzial in Forschung und Innovation.
Der Anteil der Studienanfänger/innen steigt im Vergleich zum bundesweiten Trend unterdurchschnitt-
lich langsam von 28 Prozent auf 29,7 Prozent. Bundesweit stieg der Anteil von 33,5 Prozent auf 40,3
Prozent.
Im Kontrast zu den Vorjahren sinken in den mathematischen- und naturwissenschaftlichen Fächern
die Studierendenzahlen um 13 Prozent und deren Anteil an allen Studierenden kontinuierlich. Mit 15,2
Prozent liegt dieser nun etwas um 2,5 Prozent unter dem Bundesschnitt als vier Jahre zuvor. In den
ingenieurswissenschaftlichen Fächern ist dagegen ein anhaltender Anstieg von zuletzt 11,5 Prozent
zu verzeichnen. Hier liegt der Anteil der Studierenden mit knapp 26 Prozent weiterhin deutlich über
dem Bundesschnitt von rund 18 Prozent.
Die Promotionsquote, der Anteil der Promotionen an allen bestandenen Abschlussprüfungen, sinkt
von 8,2 auf 6,7 Prozent. Der Abstand zur durchschnittlichen Promotionsquote in Deutschland von ak-
tuell 7,4 Prozent verringert sich.
Die unterdurchschnittliche Entwicklung der Studienanfänger/innenquote schwächt das Humanpotenzi-
al in Forschung und Innovation und verdeutlicht das erhöhte Risiko eines Fachkräftemangels in Sach-
sen. Vor diesem Hintergrund ist der Zuwachs an zukünftigen Fachkräften in den für die Innovationsfä-
higkeit der Wirtschaft relevanten Ingenieurswissenschaften eine Chance. Die Negativtrends in den
mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern sowie bei der Promotionsquote sind dagegen Risiko-
faktoren für die zukünftige Innovationsfähigkeit der Wirtschaft.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
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Bei den FuE-Aktivitäten ist eine positive Trendwende zu beobachten.
Einsatzfeld 5: Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwischen Hochschul- und
Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unternehmen
Ausgangssituation
Indikator
8
Daten gem.
OP
aktuelle Da-
ten
Entwicklungstendenz
Netzwerktätigkeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen
Sinkende abs. und rel. Beschäf-
tigung von FuE-Personal in Un-
ternehmen; rel. über Ost- und
unter Westschnitt
5.10 FuE-Beschäftigte im
Wirtschaftssektor auf
1000 Erwerbstätige
(Anzahl)
4,8
(9.211)
5,8
(11.208)
Abs. Anstieg: +22%. Rel. Beschäfti-
gung nun deutlicher über Ostschnitt
(4,2 in 2003; 4,3 in 2007); Lücke zu
Westschnitt (8,5 in 2003; 9 in 2007)
verringert.
Abnehmender Anteil von FuE-
Ausgaben der Unternehmen am
BIP, im Ost- und unter West-
schnitt; absolute Ausgaben
schwankend
5.11
Anteil interner FuE-
Aufwendungen im
Wirtschaftssektor am
regionalen BIP
(Abs. Aufw. in Mio.)
1%
(848)
1,3%
(1.246)
Zunehmende rel. und abs. (+47%;
starker Sprung 2007) FuE-
Ausgaben der Unternehmen. Aktuell
über abnehmendem Ostschnitt
(0,9%), Abstand zu stagnierendem
Westschnitt (1,9%) gesunken.
Tabelle 9: Einsatzfeld 5 – Indikatoren zu Netzwerktätigkeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
Die Beschäftigung von Personal in Forschung und Entwicklung (FuE) steigt um 22 Prozent. Mit 5,8
FuE-Beschäftigten im Wirtschaftssektor je 1000 Erwerbstätige (EW) liegt Sachsen nun noch deutlicher
über dem Schnitt der neuen Bundesländer (4,3 je 1000 EW) und verringert den Rückstand zu den al-
ten Ländern (9 je 1.000 EW). Die FuE-Ausgaben der Unternehmen weisen eine ähnliche Entwicklung
auf.
Der positive Trend bei den FuE-Aktivitäten von Unternehmen, sowie die Tatsache, dass Sachsen sich
einen Vorsprung zu den anderen neuen Bundesländern erarbeitet hat und auch im Vergleich zum
früheren Bundesgebiet aufholt, sind Chancen für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des
Landes.
2.1.3
Prioritätsachse C
Zentral für den Kontext in der Prioritätsachse C ist eine Integration bzw. Integrationsfähigkeit von
Langzeitarbeitslosen und Benachteiligten in den Arbeitsmarkt, deren Trends anhand von Indikatoren
des sächsischen OP der folgenden Bereiche vorgestellt werden:
Arbeitslosigkeit
Soziale Eingliederung von Benachteiligten
Bei den generellen Trends ist erkennbar, dass die soziale Integration und Schaffung von Beschäfti-
gungsfähigkeit von Älteren und SGB II-Empfänger/innen noch nicht erfolgreich erreicht wird:
8
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
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Ziel: Mehr Menschen an Beschäftigung heranführen
(Beschäftigung, soziale Stabilisierung und Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslosen und Benachteiligten)
+ Positive Trends
– Negative Trends/Problemfelder
Sinkende Arbeitslosigkeit (insb. Langzeit- und Jugendarbeitslosig-
keit)
Arbeitslosigkeit Älterer
Integration Arbeitsloser im Rechtkreis SGB II
Tabelle 10: Positive und negative Trends in der Prioritätsachse C.
Im Allgemeinen entwickelt sich die Arbeitslosigkeit rückläufig. Gleiches gilt für die Langzeitarbeitslo-
sigkeit. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hatte somit nur sehr geringe Auswirkungen auf den Arbeits-
markt. Der starke Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit wirkt einer Abwanderung entgegen. Er ist je-
doch zu einem großen Teil auf die demographische Entwicklung zurückzuführen.
Einzelne Personengruppen haben in deutlich unterschiedlichem Ausmaß Teil an der Entwicklung der
Arbeitslosigkeit. Dies gefährdet den sozialen Zusammenhalt. Ältere verbleiben tendenziell arbeitslos.
Die Integration von SGB II-Empfänger/innen in den Arbeitsmarkt ist ebenso weniger erfolgreich. Diese
Tendenz zur Segmentierung des Arbeitsmarktes erschwert die soziale Eingliederung von Benachtei-
ligten.
Einsatzfeld 6: Verbesserung des Zugangs zur Beschäftigung
Die Arbeitslosigkeit hat sich signifikant verringert. Nicht alle Zielgruppen profitieren gleich-
ermaßen von der Trendwende auf dem Arbeitsmarkt. Verfestigte Arbeitslosigkeit bleibt auch
weiterhin ein quantitativ bedeutsames Problem.
Einsatzfeld 6: Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung
Ausgangssituation
Indikator
9
Daten gem.
OP
aktuelle Da-
ten
Entwicklungstendenz
Arbeitslosigkeit
Nahezu kontinuierlicher Anstieg
der abs. und rel. Arbeitslosigkeit
6.1
Anteil Arbeitsloser an al-
len zivilen Erwerbsper-
sonen (Anzahl)
18,3%
(402.270)
12,9%
(278.196)
Fast kontin. Rückgang der abs. (-
31%) und rel. Arbeitslosigkeit. Zu-
letzt minimaler Anstieg 2009
6.2
Zahl Arbeitsloser im
Rechtskreis des SGB III
179.931 88.423
Kontinuierliche Abnahme: insge-
samt Halbierung (-51%)
6.3
Zahl Arbeitsloser im
Rechtskreis des SGB II
222.339 189.773
Leicht schwankender Verlauf,
Rückgang von insgesamt 15%
Keine Erhöhung der rel. Ar-
beitslosigkeit der Frauen, der-
weil steigende AL der Männer
6.4
Anteil weibl. Arbeitsloser
an weibl., abhäng. zivi-
len Erwerbspersonen
(Anzahl)
Rel. Arbeitslosigkeit der
Männer (Anzahl)
19,8%
(194.570)
20,3%
(207.691)
14,7%
(140.099)
14%
(139.474)
Kontinuierlich sinkende abs. und rel.
Arbeitslosigkeit bei Frauen und
Männern. Veränderung abs. AL: -
28% (F), -33% (M); der Anteil der
Frauen an der Arbeitslosigkeit steigt
daher von 48% auf 50%.
Sinkende Arbeitslosigkeit Älte-
rer, allerdings noch auf Angebo-
te der Frühverrentung zurück-
zuführen
6.5
Arbeitslose (über 55 bis
65 Jahre)
(Arbeitslosenquote, bez.
auf alle zivilen Erwerbs-
pers.)
49.673
50.952
(15%)
Leichte Zunahme (+3%). Zunächst
Rückgang ab 2006, dann sprung-
hafter Anstieg 2009 (+16%). Bei
abnehm. Gesamtarbeitslosigkeit
steigt Anteil Älterer von 12 auf 18%.
Anstieg ist demografisch bedingt.
9
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Einsatzfeld 6: Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung
Ausgangssituation
Indikator
9
Daten gem.
OP
aktuelle Da-
ten
Entwicklungstendenz
Arbeitslosigkeit
Steigende Arbeitslosigkeit Jün-
gerer
6.6
Arbeitslose (15 bis unter
25 Jahre)
(Arbeitslosenquoten Ju-
gendlicher unter 25 Jah-
ren, bezogen auf abhän-
gige zivile Erwerbsper-
sonen)
52.226
(18,5%)
32.050
(12,5%)
Kontinuierliche Abnahme der rel.
und abs. AL Jüngerer (-39%). Wäh-
renddessen ging Zahl der Schulab-
gänger um ein Drittel zurück
(2004/05 bis 2007/08). Bei weniger
stark abnehm. GesamtAL sinkt An-
teil Jüngerer von 13 auf 11%
Ausländer sind sowohl in Sach-
sen als auch in Deutschland
insgesamt überdurchschnittlich
oft von Arbeitslosigkeit betroffen
6.7 Arbeitslose Ausländer
(Arbeitslosenquote der
Ausländer, bezogen auf
abhängige zivile Er-
werbspersonen)
11.215
47,7%
10.062
36,7%
Rel. Arbeitslosigkeit sinkt durchge-
hend, abs. AL seit 2006 rückläufig
(insges. -12%). Bei stärker abneh-
mender GesamtAL steigt Anteil der
Ausländer daher von 2,8% auf 3,6%
Steigende abs. und rel. Lang-
zeitarbeitslosigkeit (auch: Ver-
festigung der LZA vor allem von
Frauen und Älteren)
6.8 Anteil Langzeitarbeitslo-
ser an allen Arbeitslosen
44%
(177.075)
29%
(79.505)
Trendwende: Kontinuierlicher abs.
Rückgang um 55%. Rel. LZA: stark
sinkender Trend mit zwischenzeitl.
starken Sprüngen (- 7 Prozentpunk-
te 2006, -6 Prozentpunkte 2009).
Langzeitarbeitslosigkeit ist aus sta-
tistischen Gründen unterschätzt.
Frauen stellen größeren (aber
sinkenden) Teil der Langzeitar-
beitslosen, abs. Zahl weiblicher
Langzeitarbeitsloser nimmt zu
6.9
Anteil der Frauen an
Langzeitarbeitslosen
56%
(98.937)
53%
(41.797)
Kehrtwende bei abs. LZA von Frau-
en: kontinuierlich sinkend, insg. -
58%. LZA-Frauenanteil: zunächst
stagnierend/ steigend, dann wieder
Rückgang ab 2008.
Kurzarbeit
6.10 Zahl von Kurzarbeit be-
troffener Beschäftigter
(Anteil)
(Anzahl Kurzarbeit nut-
zender Betriebe)
50.000
(3%)
(5%)
118.000
(7%)
(6%)
Stark gestiegene Betroffenheit der
Beschäftigten durch Kurzarbeit: An-
zahl der Betroffenen steigt um mehr
als ein Drittel (+36%); Anteil steigt
auf mehr als das Doppelte.
Hierbei handelt es sich um einen
temporären Effekt.
Abbau sozialvers.-pflichtiger
Beschäftigung
6.11 Anteil SV-pfl. Beschäftig-
te an Erwerbstätigen
(Anzahl)
70%
(1.326.747)
72%
(1.394.608)
Trendwende: 2006, Anstieg der abs.
(+5% auf knapp 1,4 Mio.) und rel.
SV-pfl. Beschäftigung
Steigende Anzahl ausschließ-
lich geringfügig entlohnter Be-
schäftigter; Frauen stellen
knapp 60% der auf diese Art
Beschäftigten
6.12 Anteil ausschließlich ge-
ringfügig Beschäftigter
an Erwerbstätigen
(Anzahl)
10,1%
(190.850)
9,6%
(185.403)
Rel. und abs. Rückgang; zuletzt An-
stieg in 2009. Abs.: Leicht schwan-
kender Verlauf, insgesamt -3%.
Frauen stellen weiterhin Großteil
der Beschäftigten (59%)
Tabelle 11: Einsatzfeld 6: Indikatoren zu Arbeitslosigkeit.
Im Kontrast zu den Vorjahren sinkt die Arbeitslosenquote von 18,3 auf 12,9 Prozent. Die Zahl der Ar-
beitslosen geht um beinahe ein Drittel zurück.
Auch die Langzeitarbeitslosigkeit entwickelt sich (anders als in den Vorjahren) rückläufig: die Anzahl
der Langzeitarbeitslosen sinkt um mehr als die Hälfte. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen geht von 44 auf
29 Prozent zurück. Auch der verbliebene Anteil ist absolut betrachtet quantitativ bedeutsam und be-
gründet einen Förderbedarf für diese Zielgruppe.
Die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis des SGB III halbiert sich, während die der Arbeitslosen im
Rechtskreis des SGB II um insgesamt 15 Prozent zurückgeht.
Die Trends bei der Jugendarbeitslosigkeit und der Arbeitslosigkeit Älterer kehren sich, teilweise aus
demografischen Gründen, um. Die Zahl der Arbeitslosen im Alter von 55-65 Jahren nimmt um 3 Pro-

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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zent zu. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit steigt von 12 auf 18 Prozent. Die Arbeitslosigkeit von
Personen im Alter von 15-25 Jahren sinkt um 39 Prozent und als Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit
von 13 auf 11 Prozent.
Der starke Rückgang der Arbeitslosigkeit und der Langzeitarbeitslosigkeit bedeuten eine Trendwende
für den Arbeitsmarkt. Die betrachteten Personengruppen haben jedoch in deutlich unterschiedlichem
Ausmaß Teil an dieser Entwicklung. So profitieren ältere Arbeitslose nicht vom Rückgang der Arbeits-
losigkeit. Der starke Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit ist zu begrüßen. Eine verstärkte Erwerbstä-
tigkeit Jüngerer wirkt einer Abwanderung entgegen. Der Rückgang ist jedoch zu einem großen Teil auf
die demographische Entwicklung zurückzuführen: Die Zahl der Schulabgänger/innen ging im gleichen
Zeitraum um 32 Prozent zurück.
Die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis des SGB III von arbeitsmarktnahen Personen nimmt mehr als
dreimal so stark ab wie die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis des SGB II von arbeitsmarktfernen Perso-
nen. Diese Tendenz zur Segmentierung des Arbeitsmarktes erschwert die soziale Eingliederung von
arbeitsmarktfernen Betroffenen.
Einsatzfeld 7: Soziale Eingliederung von Benachteiligten durch Erhöhung der Beschäftigungs-
fähigkeit
Die wirtschaftliche Situation von Haushalten hat sich im Hinblick auf Einkommen und Si-
cherungsbedarf verbessert.
Einsatzfeld 7: Soziale Eingliederung von Benachteiligten durch Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit
Ausgangssituation
Indikator
10
Daten gem.
OP
aktuelle Da-
ten
Entwicklungstendenz
Soziale Eingliederung von Benachteiligten
Steigendes verfügbares Ein-
kommen der Haushalte (je EW),
unter Bundesschnitt
7.1 Verfügbares Einkommen
d. priv. Haushalte je
Einwohner in Euro
14.798 15.708
Verfügb. Einkommen steigt kontinu-
ierlich um insg. 6,1%. Anstieg etw.
schwächer als im Bundesdurch-
schnitt (+6,9%). Verfügb. Haus-
haltseink. je sächsischem Einwoh-
ner daher noch immer unter Bun-
desschnitt (18.974 EUR).
SGB II-Quote unter Ost- und
über Westschnitt
7.2 SGB II-Quote: Personen
in Bedarfsgemeinschaf-
ten bezogen auf Bevöl-
kerung (0 bis unter 65
Jahre)
(Anzahl)
16,9%
(559.693)
15,6%
(490.085)
Abs. (-12%) und rel. Rückgang der
Personen in Bedarfsgem.; sinken-
der Trend ab 2007. Damit im bun-
desweiten Entwicklungstrend; Quo-
te noch immer unter Ost- (17%) und
über Westschn. (8%).
EU-Benchmark 5: Bestand an
Langzeitarbeitslosen in aktiven
Maßnahmen
7.3
Anteil Bestände an LZA
in Maßnahmen der Ar-
beitsagenturen/ ARGEn
an allen LZA
(Anzahl)
18%
(32.546)
25%
(24.435)
Erreichung des EU-Benchmarks
(25%) in 2008 nicht durch höhere
Beteiligung von LZA an aktiven
Maßnahmen (-25%), sondern aus-
schließlich durch Rückgang der
LZA.
Tabelle 12: Einsatzfeld 7: Indikatoren zur Sozialen Eingliederung von Benachteiligten.
Die wachsende Entwicklung des verfügbaren Einkommens hat sich fortgesetzt. Das Wachstum liegt
mit 6,1 Prozent jedoch um 0,8 Prozentpunkte niedriger als im Bundesdurchschnitt.
10
Die verwendeten Indikatoren sind nummeriert. Entsprechende Quellennachweise und Erläuterungen befinden sich im Anhang.

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Die SGB II-Quote geht von 16,9 auf 15,6 Prozent zurück. Sie sinkt seit 2007 und befindet sich damit
im bundesweiten Entwicklungstrend. Die Quote liegt noch immer unter dem Durchschnitt der neuen
Bundesländer von 17 Prozent aber über dem Durchschnitt der alten Bundesländer von 8 Prozent.
Der abnehmende Trend bei der Zahl und dem Anteil von Personen in Bedarfsgemeinschaften ist posi-
tiv zu bewerten, es besteht jedoch weiterhin Nachholbedarf bei der Integration von am Arbeitsmarkt
Benachteiligten. Von der amtlichen Statistik ausgenommen ist zudem eine große Gruppe der Nicht-
leistungsempfänger, also Personen, die arbeitslos gemeldet sind, aber kein Arbeitslosengeld beziehen,
entweder weil sie die Anwartschaftszeit nicht erfüllen oder weil der Anspruch erschöpft ist und kein
Anspruch auf Arbeitslosengeld II besteht.
2.1.4
Empfehlungen
Vor dem Hintergrund der Analyse und Bewertung der sozioökonomischen Rahmenbedingungen
kommt die Evaluierung zu folgenden Empfehlungen:
Empfehlung 1
Prüfung der Neujustierung der Programmportfolios in den einzelnen Einsatzfeldern
des Operationellen Programms vor dem Hintergrund veränderter sozioökonomischer
Rahmenbedingungen
Förderbereich
Problemskizze
Empfehlungen
Prioritätsachse A
EF
1
Vorherrschende Tendenz einer alternden Gesell-
schaft, Abwanderung von Fachkräften und geringe
Weiterbildungsbeteiligung sowie damit zusammen-
hängender Fachkräftemangel.
Stärkung des bestehenden positiven Trends bei der
Verminderung der Abwanderung durch Schaffung
von Perspektiven für junge Fachkräfte
Forcierung der Weiterbildungsbeteiligung insbe-
sondere älterer Beschäftigter.
Rückläufige Beteiligung in der beruflichen Weiterbil-
dung.
Intensivierung und Bündelung der Weiterbildungs-
förderung.
EF
2
Die negative Entwicklung des Unternehmertums
schwächt die Innovationskraft der sächsischen Wirt-
schaft und ist als Ausdruck mangelnder Anpassungs-
fähigkeit an den strukturellen Wandel anzusehen.
Intensivierung der Gründungsförderung
Konzentration der Förderung auf arbeitsplatzschaf-
fende Gründungen.
Prioritätsachse B
EF
3
Mangelnde Berufswahlkompetenz von Jugendlichen,
verdeutlicht durch vermehrte Ausbildungsabbrüche.
Effektivierung von Maßnahmen zur Verbesserung
der Qualität der Berufsorientierung und –
vorbereitung.
Erprobung und Einsatz von Instrumenten zur Ein-
dämmung der steigenden Ausbildungsplatzabbrü-
che (z.B. Konfliktberatung, Mediation).
EF
4
Bei ansonsten positiver Entwicklung auf dem Ausbil-
dungsmarkt: Keine Verbesserung der Situation von
Altbewerbern/innen.
Verstärkte Maßnahmen zur Verbesserung der Situ-
ation von Altbewerbern/innen im Ausbildungsmarkt.
EF
5
Unterdurchschnittliche Entwicklung des Humanpoten-
zials in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fä-
chern; abnehmende Promotionsquote.
Stärkung der Berufsorientierung auf mathematisch-
naturwissenschaftliche Fächer
Intensivierung der Promotionsförderung.
Prioritätsachse C
EF
6
EF
7
Mangelnde Teilhabe einzelner Personengruppen am
Rückgang der Arbeitslosigkeit erschwert den sozialen
Ausgleich: Insbesondere Ältere haben höheres Ar-
beitslosigkeitsrisiko, die Integration von Arbeitslosen
im Rechtkreis SGB II ist weniger erfolgreich, Lang-
zeitarbeitslosigkeit bleibt trotz Rückgang ein quantita-
tiv bedeutendes Problem
Intensivierte Förderung von Angeboten zur Erhö-
hung der Beschäftigungsfähigkeit und sozialen In-
tegration von älteren Arbeitslosen und anderer am
Arbeitsmarkt benachteiligter Gruppen im Rechts-
kreis SGB II.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
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2.2 Komplementarität und Konkurrenz zu anderen Förderprogrammen
Der nachfolgenden Analyse und Bewertung der Komplementarität oder Konkurrenz des ESF Sachsen
zu anderen Förderprogrammen liegen verschiedene Datenquellen, Erhebungs- und Analysemethoden
zu Grunde. Diese umfassen:
a) Auswertung und Fortschreibung der jeweiligen Förderkonzepte
b) Eigene Recherchen und Dokumentenanalysen
c) Abfragen bei den Fondsbewirtschaftern auf Basis von schriftlichen Fragebögen
d) Strukturierter Vergleich und Aggregation der Informationen
2.2.1
Prioritätsachse A
Verstärktes Engagement des Bundes erhöht Anpassungsbedarf in Prioritätsachse A.
Einsatzfeld 1
Der Freistaat Sachsen ist im Weiterbildungsbereich mit den Vorhabensbereichen A.1.1, A.1.3, A.1.4,
A.1.5 und A.1.6 (Schwerpunkt: Beschäftigte) breitenwirksam aktiv. Im Zuge der Wirtschafts- und Fi-
nanzkrise und der Verabschiedung des Konjunkturpakets II erweiterte der Bund seine Förderangebote
wie z.B. im Rahmen des Programms WeGebAU. Daneben wurden neue Programme, wie z.B. die
ESF-Programme „Bildungsprämie“ oder „QualiKug“ in diesem Bereich aufgelegt. Eine Abgrenzung der
jeweiligen Fördergegenstände wird in der folgenden Tabelle vorgenommen:
Potenziell konkurrierende För-
derprogramme
Betroffene Vorhabensbereiche
Bewertung der Überschneidung / Anpassungsbedarf
Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
ESF Bund
Programm „Bildungs-
prämie“
Initiative „weiter bilden“
Programm „QualiKug“
Bund/ Agentur für Arbeit
Programm „WeGebAU“
A.1.1 Weiterbildung, Beratung, inno-
vative Projekte – SMWA
A.1.3 Weiterbildung, Beratung in LuF,
ländlicher Raum, Umwelt – SMUL
A.1.4 Berufsbegleitende Qualifizie-
rung im Sozial-, Gesundheitsbereich –
SMS
A.1.5 Chancengleichheit: berufsbe-
gleitende Qualifizierung – SMS
A.1.6 Berufsbegleitende Qualifizie-
rung in der Kindertagesbetreuung –
SMK
Förderkonkurrenz stieg nach Wirtschafts- und Finanzkrise
(Erweiterung der Fördermöglichkeiten, Zielgruppen) an.
Einzelne Zielgruppen werden gezielt durch Förderpro-
gramme des Bundes angesprochen: z.B. von Kurzarbeit
Betroffene.
Empfehlungen:
Prüfung, ob und in welcher Form WeGebAU fortgeführt
wird, ggf. Nachrangigkeit beachten, ggf. Konzentration der
Förderung auf Beschäftigte in KMU.
Prüfung und ggf. Anpassung des Zielgruppenzuschnitts
der Förderung (z.B. Ausklammerung durch Kurzarbeit Be-
troffener).
ESF Bund
Programm „Frauen an
die Spitze“
Aktionsprogramm „Per-
spektive Wiedereinstieg“
Programm „Erfolgsfaktor
Familie“
A.1.5 Chancengleichheit: berufsbe-
gleitende Qualifizierung – SMS
Die (Aktions-)Programme „Frauen an die Spitze“ und „Per-
spektive Wiedereinstieg“ bilden eine komplementäre För-
derung zum Vorhabensbereich A.1.5.
Starke Überschneidungen zwischen Fördergegenstand
„Unternehmensbezogene Maßnahmen zur Verbesserung
der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ und Programm
„Erfolgsfaktor Familie“.
Empfehlungen:
Eine Neujustierung z.B. durch Beschränkung auf bestimm-
te Zielgruppen erscheint für FG 10675 (Beruf und Familie –
SMS –) nicht sinnvoll (angesichts der ohnehin geringen
Resonanz); Überprüfung der Förderung wird empfohlen.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
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Potenziell konkurrierende För-
derprogramme
Betroffene Vorhabensbereiche
Bewertung der Überschneidung / Anpassungsbedarf
Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
ESF Bund
Forschungs- und Ent-
wicklungsprogramm „Ar-
beiten, Lernen, Kompe-
tenzen entwickeln. Inno-
vationsfähigkeit in einer
modernen
welt“ (Bundesministerium
für Bildung und For-
schung)
Bund
„Zentrales Innovations-
programm
stand“ (Bundesministeri-
ums für Wirtschaft und
Technologie)
A.1.2 Innovationsassistent – SMWK
Die Förderprogramme auf Bundesebene ergänzen die ESF
Förderung des Freistaates Sachsen. Keine Überschnei-
dungen.
Tabelle 13: Abgrenzung der Förderprogramme im Einsatzfeld 1.
Durch das verstärkte Engagement des Bundes ist die Förderkonkurrenz im Einsatzfeld 1 generell ge-
stiegen. Um Überschneidungen in der Förderung zu begrenzen, ist eine Überprüfung einzelner För-
dergegenstände notwendig, insbesondere für den Fall, dass der Bund bspw. das Programm WeGe-
bAU auch künftig fortführt. Anpassungsmaßnahmen wären z.B. durch eine Veränderung des Zielgrup-
penzuschnitts einzelner Fördergegenstände möglich (z.B. durch Konzentration auf Beschäftigte in
kleinen Unternehmen). Fördergegenstände, die eine sehr starke Überschneidung mit Programmen
des Bundes aufweisen und
wie z.B. FG 10675 (Beruf und Familie – SMS) durch eine geringe Inan-
spruchnahme gekennzeichnet sind, sollten überprüft werden.
Einsatzfeld 2
Im Einsatzfeld 2 bestehen sowohl komplementäre als auch potenziell konkurrierende Förderangebote.
Im Vorhabensbereich A.2.1 gilt es insbesondere im Falle einer bestehenden oder zukünftigen Förde-
rung durch das EXIST-Programm des Bundes zu prüfen, ob die Fördergegenstände hinreichend von-
einander abgegrenzt sind. Im Vorhabensbereich A.2.2 sollten insbesondere Überschneidungen mit
den Angeboten der KfW überprüft und die Förderung entsprechend justiert werden. Weitere Konkur-
renz erwächst potenziell einer ggf. künftig erfolgenden Ausweitung des Angebots durch die Mikrokre-
ditfonds Deutschland. Die nachfolgende Tabelle fasst die Förderungsüberschneidungen im Einsatzfeld
2 zusammen:

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Potenziell konkurrierende För-
derprogramme
betroffene Vorhabensbereiche
Bewertung der Überschneidung / Anpassungsbedarf
Einsatzfeld 2: Förderung von Unternehmergeist und arbeitsplatzschaffenden Existenzgründungen
ESF Bund/ KfW
EXIST
KfW Gründercoaching
A.2.1 Unternehmensgründungen aus
der Wissenschaft
Programm EXIST bietet teils komplementäre/ teils konkur-
rierende Förderangebote
Überschneidungen zu FG 9875 (Gründerinitiativen –
SMWA Ref. 34) und FG 9937 (Seed-Stipendium) bestehen
insb. bei EXIST-Gründerkultur
Komplementär ist die Förderung im Bereich Forschungs-
transfer
Durch die Einstellung von FG 9936 (Seed-Coaching –
SMWA Ref. 35 –) gibt es keine Überschneidungen mit dem
KfW Gründercoaching
Empfehlungen:
Individuelle Prüfung von Überschneidungen in der Förde-
rung der Gründerinitiativen, ggf. Maßnahmen zur Eingren-
zung der Förderung
ESF Bund
Mikrokreditfonds
Deutschland
Bund/ KfW/ Agentur für Arbeit
KfW Start-Geld
Leistung zur Eingliede-
rung von Selbstständigen
nach §16c SGB II
A.2.1 Unternehmensgründungen aus
der Wissenschaft – SMWA
A.2.2 Mikrodarlehen – SMWA
Potenziell Förderkonkurrenz durch Mikrokreditfonds
Deutschland gegeben, sofern sich Mikrofinanzstrukturen
im Freistaat Sachsen etablieren und Darlehensvergabe
ausweitet
Größere Überschneidungen mit KfW-Startgeld, Leistungen
der Arbeitsagentur für Arbeit
Empfehlungen:
Detailprüfung der Abgrenzungsmöglichkeiten zur Förde-
rung durch die KfW und Agentur für Arbeit
Tabelle 14: Abgrenzung der Förderprogramme im Einsatzfeld 2.
2.2.2
Prioritätsachse B
Im Einsatzfeld 5 wächst die Förderkonkurrenz.
Einsatzfeld 3
In der Prioritätsachse B setzt die Förderung des Freistaats Sachsen bei den Schulen, dem Übergang
Schule - Beruf sowie bei Hochschulen an. Im Einsatzfeld 3, welches vor allem darauf abzielt, die Be-
rufswahlkompetenz von Jugendlichen zu verbessern, herrscht eine vergleichsweise geringe Förder-
konkurrenz. In Vorhabensbereichen, die Schnittmengen z.B. mit Programmen des Bundes aufweisen,
wie z.B. zur Initiative „Bildungsketten“ des BMBF, sollten einzelne Fördergegenstände auf eine stärke-
re Abgrenzung hin geprüft werden. Die potenziell größten Überschneidungen bestehen zwischen der
Jugendhilfe des Freistaats und den Vorhabensbereichen B.3.2 und B.3.3, wobei festzustellen ist, dass
die Förderkonkurrenz durch Mittelkürzungen in diesem Bereich tendenziell sinkt.

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Potenziell konkurrierende För-
derprogramme
betroffene Vorhabensbereiche
Bewertung der Überschneidung/ Anpassungsbedarf
Einsatzfeld 3: Berufsbegleitende Qualifizierung, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
ESF Bund
Programm „Jobstarter“
(Bundesministerium für
Bildung und Forschung)
Bund
Initiative „Bildungsketten“
(Bundesministerium für
Bildung und Forschung)
B.3.1 Berufsorientierung, Verbesse-
rung des Schulerfolgs – SMK
B.3.4 Berufsorientierung und -
vorbereitung – SMWA
Vereinzelte Konkurrenz zu Programmen des Bundes,
sonst komplementär
FG 9100 (Berufsorientierung und –vorbereitung – SMWA
Ref. 24) weist in Teilen Überschneidungen mit Initiative
„Bildungsketten“ hinsichtlich Förderung bestimmter Ziel-
gruppen (z.B. bildungsgefährdete Schüler; Hauptschüler)
sowie mit Programm „Jobstarter“ hinsichtlich der Verbesse-
rung der regionalen Ausbildungsstrukturen auf
Empfehlungen:
Prüfung der Überschneidungen und ggf. stärkere Abgren-
zung der Förderangebote
ESF Bund
Programm „Freiwilligen-
dienste machen kompe-
tent“
Programm „Schulverwei-
gerung – die 2. Chance“
B.3.2 Freiwilliges Soziales Jahr, Pro-
jekte für Schulverweigerer/ Schulsozi-
alarbeit – SMS
B.3.3 Freiwilliges Ökologisches Jahr –
SMUL
Geringe Überschneidungen mit Programmen des Bundes;
Angebote eher komplementär
Auf Landesebene teilweise konkurrierende Angebote im
Bereich der Jugendhilfe; Förderkonkurrenz sinkt durch
Kürzung der Mittel
Empfehlungen:
Ggf. erfolgende Änderungen der Rahmenbedingungen prü-
fen (Einführung Freiwilligendienst)
Tabelle 15: Abgrenzung der Förderprogramme im Einsatzfeld 3.
Einsatzfeld 4
Im Einsatzfeld 4 ist eine hohe Komplementarität der Förderung durch den ESF Sachsen und anderer
Förderangebote festzustellen. Größere Überschneidungen gibt es lediglich zwischen dem Ausbil-
dungsbonus der Bundesagentur für Arbeit und der Förderung von Altbewerbern/innen im Vorhabens-
bereich B.4.1 hinsichtlich der Adressierung derselben Zielgruppe (insb. Altbewerber/innen). In Anbe-
tracht des zugleich durch die positive Entwicklung auf dem sächsischen Ausbildungsmarkt deutlich
sinkenden Förderbedarfs ist die Förderkonkurrenz kritisch zu prüfen und ggf. eine Mittelreduzierung
mit Blick auf den entsprechenden Fördergegenstand zu erwägen.
Potentiell konkurrierende För-
derprogramme
betroffene Vorhabensbereiche
Bewertung der Überschneidung / Anpassungsbedarf
Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche
ESF Bund
Programm „Jobstarter“
(Bundesministerium für
Bildung und Forschung)
Bund/ Agentur für Arbeit
Initiative „Bildungsketten“
(Bundesministerium für
Bildung und Forschung)
Programm: Ausbildungs-
bonus (Agentur für Ar-
beit)
B.4.1 Förderung betriebliche/ be-
triebsnaher Ausbildung – SMWA
B.4.2 Förderung betriebliche/ be-
triebsnahe Ausbildung in LuF – SMUL
B.4.3 Zusatzqualifikationen für Berufs-
fachschüler – SMK
Die Förderprogramme sind weitgehend komplementär
Größere Überschneidungen von Ausbildungsbonus und
FG 9249 (Berufsausbildungsplätze: Zielgruppen – SMWA
Ref. 24), hinsichtlich Förderung bes. förderungsbedürftiger
Auszubildender
Empfehlungen:
Prüfung der vorhanden Überschneidungen und ggf. stärke-
re Abgrenzung des FG 9249 (Berufsausbildungsplätze:
Zielgruppen – SMWA Ref. 24)
Tabelle 16: Abgrenzung der Förderprogramme im Einsatzfeld 4.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Einsatzfeld 5
Anders als in den zuvor betrachteten Einsatzfeldern der Prioritätsachse B ist im Einsatzfeld 5 eine
deutliche und wachsende Förderkonkurrenz festzustellen. Größere Überschneidungen in der Förde-
rung gibt es insbesondere im Vorhabensbereich B.5.3 zur Innovationsinitiative Neue Länder „Unter-
nehmen Region“ und der parallel laufenden Förderung durch einzelne EFRE-Programme des Frei-
staates und ausgeweiteten Fördermöglichkeiten durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Hier
sollte durch eine Überprüfung eine stärkere Komplementarität und Verzahnung der Fördermöglichkei-
ten angestrebt werden.
Potenziell konkurrierende För-
derprogramme
betroffene Vorhabensbereiche
Bewertung der Überschneidung / Anpassungsbedarf
Einsatzfeld 5: Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwischen Hochschul- und
Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unternehmen
ESF Bund
Programm: Neue Medien
in der beruflichen Bildung
Bund
Innovationsinitiative
Neue Länder „Unterneh-
men Region“
(Europäischer Fonds für regi-
onale Entwicklung) Freistaat
Sachsen
Technologietransferför-
derung
Anwendungsorientierte
Forschungsprojekte und
–infrastruktur
FuE-
Verbundprojektförderung
Freistaat Sachsen
Grundfinanzierung der
Hochschulen gem. § 1
Abs. 1 SächsHG
Sächsische Landessti-
pendienverordnung
FörderRL Wiedereinstieg
Deutsche Forschungsge-
meinschaft (DFG)
Forschungsförderung
Erkenntnistransfer
Elternförderung
B.5.1 Wissens- und Know-How-
Transfer – SMWK
B.5.3 Stärkung der Leistungsfähigkeit
Hochschulen (postgradual, For-
schung, Innovation) – SMWK
Größere Überschneidungen von B.5.1 mit Förderangebo-
ten des Bundesprogramms „Unternehmen Region“ (z.B.
Nachwuchsgruppen), Teilen der EFRE-Programme (z.B.
Anwendungsorientierte Forschungsprojekte und
-infrastruktur), in Teilen mit DFG-Förderung (bei DFG-
Forschungsprojekten)
Komplementäre Förderansätze verfolgen insb. die FuE-
Verbundprojektförderung und Technologietransferförde-
rung durch EFRE Sachsen.
Der Vorhabensbereich B.5.3 weist geringe Überschnei-
dungen mit den Programm ESF Bund – Neue Medien in
der Bildung und bzgl. der Angebote des Freistaats Sach-
sen und der DFG zur Vereinbarkeit von Familie und wis-
senschaftliche Karriere auf
Empfehlungen:
Prüfung einer Abgrenzung einzelner Fördergegenstände in
B.5.1 insb. zu analogen EFRE-Programmen des Freistaats
Sachsen sowie zur Förderung durch die DFG und in B.5.3
insb. zur alternativen Angeboten im Bereich Familie und
wiss. Karriere
Tabelle 17: Abgrenzung der Förderprogramme im Einsatzfeld 5.
2.2.3
Prioritätsachse C
Zur weiteren Verringerung der Förderkonkurrenz sollte in der Prioritätsachse C die ziel-
gruppenspezifische Förderung gestärkt werden.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
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Einsatzfeld 6
In der Prioritätsachse C weist das Förderportfolio des Freistaates Sachsen im Qualifizierungsbereich
teils eine sehr zielgruppenspezifische, teils eine sehr breite Förderung auf. Im korrespondierenden
Einsatzfeld 6 ergänzen die zielgruppenspezifischen Förderansätze andere Angebote des Bundes eher,
als das sie in Konkurrenz treten. Der breit angelegte Vorhabensbereich C.6.5 weist dagegen erhebli-
che Überschneidungen z.B. mit Förderangeboten nach §77 ff. SGB III sowie der Initiative IFLAS der
Agentur für Arbeit auf. Da letztgenanntes Förderprogramm ausläuft, wäre zu prüfen, ob und in welcher
Form ein ähnliches Förderprogramm neu aufgelegt wird. Überschneidungen mit den Fördermöglich-
keiten nach SGB III sollten ebenfalls Gegenstand einer Überprüfung sein, mit dem Ziel die Förderung
ggf. passgenauer auf bestimmte Zielgruppen mit hohem Förderbedarf auszurichten. Die Vorhabens-
bereiche C.6.7 und C.6.8 blieben bei der Betrachtung der Förderkonkurrenz unberücksichtigt, da die
Förderung in beiden Vorhabensbereichen eingestellt wurde.
Potenziell konkurrierende För-
derprogramme
betroffene Vorhabensbereiche
Bewertung der Überschneidung/ Anpassungsbedarf
Einsatzfeld 6: Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung
ESF Bund
Aktionsprogramm „Per-
spektive Wiedereinstieg“
Programm: Akademi-
ker/innen qualifizieren
sich für den Arbeitsmarkt
(AQUA)
Programm: Stärkung der
berufsbezogenen
Sprachkompetenz für
Personen mit Migrations-
hintergrund
Programm: „Perspektive
Berufsabschluss“
Projekt: Pluspunkt Erfah-
rung: Ein Gewinn für alle
Bund
Förderung beruflicher
Weiterbildung nach §77
ff. SGB III
Maßnahmen zur Aktivie-
rung und beruflichen
Eingliederung nach §46
SGB III
„IFLAS – Initiative zur
Flankierung des Struk-
turwandels“
C.6.2 Chancengleichheit: Qualifizie-
rungsmaßnahmen – SMS
C.6.5 Qualifizierung für Arbeitslose –
SMWA
C.6.6 Qualifizierung für arbeitslose Äl-
tere – SMWA
Geringe Überschneidungen zwischen Förderung ESF-
Programm AQUA und C.6.3
Größere Überschneidungen in C.6.5 zu Programm IFLAS
des Bundes
Geringe Überschneidungen bei Ältere Pluspunkt Erf.
Potenziell Überschneidungen bei allen Qualifikationsange-
boten zu Förderangeboten nach SGB III
Empfehlungen:
Prüfen, ob und in welcher Form das Programm IFLAS fort-
geführt wird und welche künftigen Abgrenzungs- und An-
passungsbedarfe sich ergeben
Prüfen der Überschneidungen mit Förderangeboten nach
SGB III, ggf. Förderportfolio durch stärkeren Zielgruppen-
bezug anpassen (insb. C.6.5)
Tabelle 18: Abgrenzung der Förderprogramme im Einsatzfeld 6.
Einsatzfeld 7
In Einsatzfeld 7 finden sich ebenfalls sowohl konkurrierende als auch komplementäre Förderansätze
zur sozialen Eingliederung Benachteiligter. Überschneidungen zu ähnlichen Angeboten des Bundes
hinsichtlich der Zielgruppen und/ oder der Förderinstrumente bestehen vor allem in den Vorhabensbe-
reichen C.7.1, C.7.5 und C.7.6. Hier sollte eine Prüfung hinsichtlich der Möglichkeiten einer stärkeren
Abgrenzung erwogen beziehungsweise angesichts zurückgehender Landesmittel sowie begrenzter fi-

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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nanzieller Spielräume von Kommunen eine nachrangige Förderung fortgeführt werden. Die übrigen
Vorhabensbereiche Einsatzfeld 7 ergänzen bereits auf anderen Ebenen bestehende Förderangebote.
Potenziell konkurrierende För-
derprogramme
betroffene Vorhabensbereiche
Bewertung der Überschneidung/ Anpassungsbedarf
Einsatzfeld 7: Soziale Eingliederung von Benachteiligten durch Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit
ESF Bund
Programm: Kommunal-
Kombi
Programm: Soziale Stadt
– BIWAQ
Programm: XENOS
(Bundesministerium für
Arbeit und Soziales)
Mikroprojektförderung in
sozialen Brennpunkten
Lokales Kapital für sozia-
le Zwecke
Bund
SGB II/ III: Beschäfti-
gungszuschuss; ABM
SGB IX – Rehab. behin-
derter Menschen; Förde-
rung von Integrationspro-
jekten
Freistaat Sachsen
Jugendsozialarbeit; RL
Psychiatrie und Suchthil-
fe; RL Teilhabe
RL „Wir für Sachsen“
C.7.1 Quali- und Beschäftigungspro-
jekte für Benachteiligte/ JBH, psychi-
sche Kranke – SMS
C.7.2 TAURIS – SMS
C.7.3 LOS – SMS
C.7.4 Weiterbildung ehrenamtlicher
und Privatpersonen – SMUL
C.7.5 Förderung der Beschäftigungs-
fähigkeit – SMWA
C.7.6 Maßnahmen zur Alphabetisie-
rung – SMK
C.7.7 Qualifizierung und Eingliede-
rung Strafgefangener – SMJus
C.7.8 Chancengleichheit: Soziale
Eingliederung für Benachteiligte –
SMS
Teilweise Überschneidungen bei Zielgruppen/ Instrumen-
ten in C.7.1, z.B. zwischen § 132 SGB IX und FG 9149 (In-
tegrationsprojekte Schwerbehinderte – SMS –), C.7.5, z.B.
zu ESF-Bundesprogramm Soziale Stadt – BIWAQ oder
§46 SGB III, C.7.6 zu Förderung durch SGB II/ III
Sinnvolle Ergänzung der Jugendhilfe durch FG 9147 –
Qualifizierung und Beschäftigung benachteiligter junger
Menschen – SMS
Überschneidungen in der Förderung gemeinwohlorientier-
ter Beschäftigungsverhältnisse (C.7.5) zu entsprechender
Bundesförderung durch Einstellung des FG nicht mehr
vorhanden
Weitgehend komplementäre Angebote des Bundes und
des Freistaates zu C.7.2; C.7.3; C.7.8 (bei letzterem deut-
lich breitere Aufstellung)
Empfehlungen:
Prüfung des Zielgruppenzuschnitts und/ oder der Förderin-
strumente in C.7.1, C.7.5 und C.7.6.; ggf. Anpassungen für
stärkere Abgrenzung der Förderangebote vornehmen bzw.
Nachrangigkeit der Förderung beachten
Laufende Prüfung des regionalen Zuschnitts der ESF-
Bundesförderung LOS, ggf. Anpassungen im Falle zuneh-
mender Überschneidungen
Tabelle 19: Abgrenzung der Förderprogramme im Einsatzfeld 7.
2.2.4
Prioritätsachse E
Deutliche Überschneidungen zum EU-Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen erfordern
Anpassung der Förderung.
Die Prioritätsachse E ist ähnlich einem Querschnittsziel angelegt und reichert die Förderung in den
Prioritätsachsen A-C um transnationale Komponenten an. Ziel ist insbesondere, die interkulturelle und
sprachliche Kompetenz sächsischer Arbeitnehmer/innen und Unternehmer/innen gerade auch mit
Blick auf die Grenze des Freistaats zu Polen und der Tschechischen Republik zu erhöhen. Insgesamt
kennzeichnet die Förderung in der Prioritätsachse E durch die starke Fokussierung auf den Aus- und
Weiterbildungsbereich eine starke Förderkonkurrenz. Beispielsweise weisen Vorhabensbereiche wie
E.1.1, E.3.1 und E.4.1 erhebliche Schnittmengen mit der Förderung der beruflichen Aus- und Weiter-
bildung durch das europäische Programm LEONARDO DA VINCI auf. Weitere, wenngleich geringere,
Schnittmengen bestehen zwischen der Förderung der Qualifizierung von Lehrern/innen im Vorha-
bensbereich E.3.1 und dem europäischen Programm COMENIUS in Bezug auf die Förderung von
Sprachaufenthalten im Ausland. Die teils sehr breit gefasste Ziel-3 Förderung des Freistaats Sachsen
für grenzüberschreitende Zusammenarbeit ergibt potenziell weitere Überschneidungen mit der Förde-
rung durch den ESF. Die bestehenden Förderkonkurrenzen insbesondere zum EU-Programm für le-
benslanges Lernen sollte Gegenstand einer Prüfung mit dem Ziel einer Anpassung der Förderung in
den betroffenen Vorhabensbereichen sein.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Potenziell konkurrierende För-
derprogramme
betroffene Vorhabensbereiche
Bewertung der Überschneidung/ Anpassungsbedarf
Einsatzfeld 7: Soziale Eingliederung von Benachteiligten durch Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit
Bund
EU-Bildungsprogramm
für lebenslanges Lernen
Freistaat Sachsen
Ziel 3-Programm
E.1.1 Transnationale Bildung
E.3.1 Qualifizierung von Lehrern /
Auslandspraktika
E.4.1 Transnationale Ausbildung
E.5.1 Stärkung der Leistungsfähigkeit
von Hochschulen
Größere Überschneidungen bestehen zwischen E.1.1;
E.3.1 sowie E.4.1 EU-Bildungsprogramm für lebenslanges
Lernen (LEONARDO DA VINCI) insbesondere bezüglich
der Förderung von Auslandspraktika / Ausbildungsab-
schnitten im Ausland
Geringe Überschneidungen bestehen zwischen E.3.1 und
dem EU-Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen
(COMENIUS)
Sehr geringe Überschneidungen bestehen zwischen dem
ERASMUS-Programm und E.5.1 (inkl. PROMOS)
Zum Ziel 3-Programm des Freistaats Sachsen ergeben
sich potenziell Schnittmengen
Empfehlungen:
Prüfung der Förderkonkurrenz mit dem EU-Programm für
lebenslanges Lernen und ggf. stärkere Abgrenzung der be-
troffenen Vorhabensbereiche bzw. Beachtung der Nach-
rangigkeit
Laufende Beobachtung der Förderung im Rahmen des Ziel
3-Programms, ggf. Anpassung der Förderung
Tabelle 20: Abgrenzung der Förderprogramme in Prioritätsachse E.
2.2.5
Empfehlungen
Die Abgrenzung hat gezeigt, dass eine weitgehende Komplementarität der Förderung durch den ESF
Sachsen erzielt wird. Gleichwohl variiert der noch vorhandene Abgrenzungsbedarf zu weiteren För-
derprogrammen in den einzelnen Einsatzfeldern. Die entsprechenden Vorhabensbereiche bzw. För-
dergegenstände sollten überprüft und ggf. stärker inhaltlich, bzgl. des Zielgruppenzuschnitts oder des
Förderinstrumentariums, angepasst werden. In einzelnen Vorhabensbereichen erscheint eine fortlau-
fende Beobachtung der Fortführung bzw. der Inanspruchnahme alternativer Förderangebote sowie ei-
ner etwaigen Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen sinnvoll, um das Förderportfolio ent-
sprechend zu justieren. Vor dem Hintergrund der Analyse und Bewertung fasst die Evaluierung die
wesentlichen Empfehlungen nachfolgend zusammen:

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
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Empfehlung 2
Präzisierung des Zielgruppen- und Förderansatzes im Förderportfolio zur Sicher-
stellung der Komplementarität der Förderung
Förderbereich
Problemskizze
Empfehlung
Prioritätsachse A
EF 1
Förderkonkurrenz stieg durch Ausweitung
der Förderangebote des Bundes an
Bei der Förderung bestimmter Zielgruppen/
Förderinhalte besteht eine erhebliche För-
derkonkurrenz
Prüfung der Fortführung einzelner För-
dermöglichkeiten des Bundes und ggf.
Anpassung der korrespondierenden Vor-
habensbereiche
Prüfung der Änderung des Zielgruppenzu-
schnitts in einzelnen Vorhabensbereichen
EF 2
potenziell Überschneidungen in der Förde-
rung durch das ESF-Bundesprogramm
EXIST zur Gründungsförderung sowie zu
Angeboten der KfW zur Gewährung von
Mikrodarlehen
Vermeidung von doppelter Förderung
durch Prüfung stärkerer Abgrenzungen
Prüfung der Mehrwerts der breit angeleg-
ten Darlehensvergabe im Rahmen des
ESF-Sachsen
Prioritätsachse B
EF 3
geringe Überschneidungen bzgl. einzelner
Fördergegenstände
abzusehende Änderungen der Rahmenbe-
dingungen der Förderung betreffend der Ein-
führung eines Freiwilligendienstes
Prüfung der Überschneidungen und ggf.
Anpassung
Prüfung der Auswirkungen und ggf. An-
passung in korrespondierenden Vorha-
bensbereichen
EF 4
geringe Überschneidungen bei einem För-
dergegenstand
Prüfung der Überschneidungen und ggf.
Anpassung
EF 5
Erheblicher Abgrenzungsbedarf zu Pro-
grammen des Bundes, des Freistaats Sach-
sen durch EFRE und der DFG
Prüfung der Überschneidungen und An-
passung zur Erzielung einer höheren
Komplementarität
Prioritätsachse C
EF 6
Überschneidungen vor allem mit Programm
IFLAS des Bundes sowie mit Förderangebo-
ten nach SGB III
Fortführung des Programms IFLAS prüfen
und ggf. Anpassung der korrespondieren-
den Vorhabensbereiche
Reduzierung der Überschneidungen mit
Förderangeboten nach SGB III durch stär-
kere Fokussierung auf besonders förder-
bedürftige Zielgruppen
EF 7
Teilweise Überschneidungen einzelner För-
dergegenstände mit ESF-
Bundesprogrammen, Förderangeboten nach
SGB II/ III/ IX sowie der Jugendhilfe des
Freistaats
Prüfung des Ausmaßes der Überschnei-
dungen und ggf. Anpassungen durch ver-
besserten Zielgruppen- oder Instrumen-
tenzuschnitt
Prüfung der Komplementarität zu ähnli-
chen ESF-Bundesprogrammen
Prioritätsachse E
Erhebliche Überschneidungen mit dem EU-
Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen
(insb. LEONARDO DA VINCI und COMENI-
US)
Prüfung der Überschneidungen und An-
passung zur Erzielung einer höheren
Komplementarität
Tabelle 21: Abgrenzung der Förderprogramme, zusammenfassende Bewertung und Handlungsempfehlungen.
2.3 Strategie der Europäischen Kommission (Europa 2020)
Im März 2010 veröffentlichte die Europäische Kommission die Mitteilung „Europa 2020 - Eine Strate-
gie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“. Sie hält Kernziele, Prioritäten sowie
Vorschläge zu Leitinitiativen der neuen Strategie fest. Nachfolgend einigte sich der Europäische Rat

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
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auf ein Gesamtkonzept, wählte die EU-Kernziele aus und bekräftigte die integrierten Leitlinien. Die
Strategie wurde vom Europäischen Rat auf dem Gipfeltreffen am 17. Juni 2010 angenommen. Der
Beschluss des Europäischen Rates zu den beschäftigungspolitischen Leitlinien (Teil II der integrierten
Leitlinien) erfolgte am 21. Oktober 2010. Am 27. April 2010 empfahl die Europäische Kommission dem
Europäischen Rat Leitlinien zu den Grundzügen der Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten und der
Union (Teil I der integrierten Leitlinien), welche angenommen wurden.
Die integrierten Leitlinien sind für die Umsetzung der Strategie in den Mitgliedsländern maßgeblich.
Zudem sollte die Europäische Kommission bis Ende 2010 konkrete Inhalte von Leitinitiativen ausarbei-
ten, mithilfe derer die Kernziele der Strategie umgesetzt werden sollen. Im weiteren Verlauf sind die
Mitgliedstaaten aufgefordert, bis April 2011 nationale Programme vorzustellen.
Für eine erste Orientierungshilfe werden in der nachfolgenden Analyse
die Kernziele der neuen Strategie Europa 2020 dargestellt und auf deren Relevanz für den ESF
abgeglichen,
die integrierten Leitlinien der Strategie Europa 2020, insbesondere die beschäftigungspolitischen
Leitlinien und
die Leitinitiativen der Strategie Europa 2020 mit der aktuellen ESF-Förderstruktur abgeglichen.
Ziel ist die Identifikation von Handlungsbedarfen hinsichtlich einer Anpassung der sächsischen ESF-
Vorhabensbereiche für die aktuelle und neue Förderperiode. Zudem sollen Hinweise auf eine künftige
Fokussierung von Themen und Ausrichtungen für die kommende Förderperiode gegeben werden.
Als wesentliche Quellen wurden die Bekanntmachung der Kommission (KOM(2010) 2020), der Be-
schluss des Rates (SEK(2010) 488 und KOM(2010) 193) sowie die Schlussfolgerungen (EUCO 07/10
bzw. EUCO 13/10) und Beschluss des Rates (14338/10) analysiert und ausgewertet (vgl. Literaturan-
gaben).
2.3.1
Kernziele der Strategie Europa 2020
Analyse
Wie bereits in der Lissabon-Strategie steht Wachstum im Mittelpunkt des Zielsystems der Europäi-
schen Union. Die neue Strategie Europa 2020 zielt dabei auf einen Dreiklang aus
intelligentem
,
nachhaltigem
und
integrativem
Wachstum ab, das diverse Aspekte des wirtschaftlichen und sozialen Lebens betrifft. Den Prioritäten
aus einem intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstum werden
Kernziele
zugeordnet. Die-
se stellen sich im Überblick wie folgt dar:

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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INTELLIGENT
NACHHALTIG
INTEGRATIV
Ressourcenschonende,
ökologische,
wettbewerbsfähige
Wirtschaft
Wissen
und
Innovation
Beschäftigung
Sozialer und territorialer
Zusammenhalt
WACHSTUM
Abbildung 1: Kernziele der Strategie Europa 2020
Anhand der Darstellung der Kernziele werden im Folgenden signifikante Ausrichtungen und Änderun-
gen im Vergleich zur Lissabon-Strategie aufgezeigt.
Ziele
11
Bewertung
Kernziel: Beschäftigung
„Unter den 20- bis 64-jährigen Frauen und Männern wird eine Beschäf-
tigungsquote von 75 % angestrebt, auch durch die vermehrte Einbe-
ziehung von Jugendlichen, älteren Arbeitnehmern und Geringqualifi-
zierten sowie die bessere Eingliederung von legalen Migranten.“
Die Beschäftigung aller gesellschaftlichen und sozialen Gruppen sowie
Integration benachteiligter Personen sind weiterhin wichtige Themen
der künftigen Agenda. Die Zielgröße hat sich im Vergleich zur Lissa-
bon-Strategie um 5 Prozentpunkte erhöht, woraus man auf intensivere
Bemühungen der EU auf diesem Gebiet schließen kann. Allerdings
wurde auf die Differenzierung der Beschäftigungsquote nach Männern
und Frauen sowie nach älteren Personen verzichtet.
► Die bestehenden Ziele werden weiter forciert.
Aktuelle Programme des ESF sind auf das Kernziel Beschäftigung
explizit ausgerichtet.
Kernziel: Wissen und Innovation
„Die Bedingungen für Forschung und Entwicklung sollen verbessert
werden – insbesondere mit dem Ziel, ein öffentliches und privates In-
vestitionsvolumen auf diesem Gebiet von insgesamt 3 % des BIP zu er-
reichen; die Kommission wird einen Indikator für die FuE- und Innovati-
onsintensität entwickeln.“
Innovation sowie Forschung und Entwicklung sind weiterhin wichtige
Themen der künftigen Strategie, wobei die ursprüngliche Höhe des
Ausgabenanteils beibehalten wurde. Neu am Kernziel ist die Zielset-
zung, die Intensität von Forschung und Entwicklung sowie Innovation
quantifizieren zu wollen.
Die bestehenden Ziele werden weiter forciert.
ESF-Programme aus dem Bereich Wissenschaft und Forschung
finden sich im Portfolio.
11
Die Darstellung der Kernziele stützt sich auf die vom Europäischen Rat bekräftigten Ziele in seiner Schlussfolgerung vom 17.
Juni (EUCO 13/10).

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
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Ziele
11
Bewertung
Kernziel: Ressourcenschonende, ökologische und wettbewerbsfähige Wirtschaft
„Die Treibhausgasemissionen sollen gegenüber dem Niveau des Jah-
res 1990 um 20% verringert werden, der Anteil der erneuerbaren Ener-
gien am Gesamtenergieverbrauch soll auf 20% steigen und es wird ei-
ne Erhöhung der Energieeffizienz in Richtung 20% angestrebt.
Die EU sagt zu, einen Beschluss zu fassen, wonach sie bis 2020 eine
Reduktion um 30 % gegenüber dem Niveau von 1990 erreichen will –
und zwar als ihr bedingtes Angebot im Hinblick auf eine globale und
umfassende Übereinkunft für die Zeit nach 2012 –, sofern sich die an-
deren Industrieländer zu vergleichbaren Emissionsreduzierungen ver-
pflichten und die Entwicklungsländer einen ihren Verantwortlichkeiten
und jeweiligen Fähigkeiten entsprechenden Beitrag leisten.“
Neu auf der Agenda ist ein quantifizierbares Umweltziel, das an die Er-
gebnisse der sog. 20-20-20-Strategie, die während der deutschen
Ratspräsidentschaft angenommen wurde, anknüpft. Man kann davon
ausgehen, dass ökologische Inhalte stärker in den Fokus der Aktivitä-
ten in der kommenden Förderperiode rücken.
Ein neu aufgenommenes Ziel.
Im ESF werden Umweltziele derzeit durch das Querschnittsziel der
ökologischen Nachhaltigkeit bedient.
Kernziel: Bildungssystem
„Das Bildungsniveau soll verbessert werden, wobei insbesondere an-
gestrebt wird, die Schulabbrecherquote auf unter 10 % zu senken und
den Anteil der 30- bis 34-Jährigen, die ein Hochschulstudium abge-
schlossen haben oder über einen gleichwertigen Abschluss verfügen,
auf mindestens 40 % zu erhöhen.“
12
Die Europäische Kommission und der Europäische Rat erachten Ver-
besserungen im Bildungsbereich weiterhin als wesentlich, wobei eine
Konkretisierung der Ausrichtung stattgefunden hat. Das Bildungssys-
tem wird nicht nur als Ganzes betrachtet, man erkennt zwei Schwer-
punkte, die zum einen im allgemeinen Bildungsbereich und zum ande-
ren im Bereich der Hochschule liegen.
Ein neu aufgenommenes Ziel.
Im ESF findet sich das Ziel in diversen Vorhaben wieder.
Kernziel: Sozialer und territorialer Zusammenhalt
„Die soziale Eingliederung soll insbesondere durch die Verminderung
der Armut gefördert werden, wobei angestrebt wird, mindestens 20 Mil-
lionen Menschen vor dem Risiko der Armut oder der Ausgrenzung zu
bewahren.“
13
Als neuer Aspekt wurde die Armutsreduktion in den Zielkatalog aufge-
nommen, wobei der Europäische Rat in Bezug auf die Quantifizierung
der konkreten Zielgrößen auf die Vorschläge von Mitgliedstaaten setzt.
Ein neu aufgenommenes Ziel.
Im ESF findet sich das Ziel in diversen Vorhaben wieder.
Tabelle 22: Kernziele der Strategie Europa 2020
Bewertung
Die neuen Kernziele der Strategie Europa 2020 werden bereits von einer Vielzahl von Vor-
haben adressiert. Es bestehen Lücken in Bezug auf die für den ESF als nachrangig anzuse-
hende Zielsetzung einer ressourcenschonenden, ökologischen und wettbewerbsfähigen
Wirtschaft.
Für den ESF sind insbesondere die Kernziele zur
Beschäftigung
, zum
Bildungssystem
und
zur
Bekämpfung der Armut
relevant. Diese Ziele sind im bestehenden Programmportfolio ab-
gebildet.
Im Vergleich zur Lissabon-Strategie wurden zwei neue Ziele mit konkreten Indikatoren aufge-
nommen.
Beschäftigung, Wissen und Innovation sowie Bildungssystem sind explizit ausformulierte Ziele
des ESF Sachsen.
12
In seinem Papier betont der Europäische Rat hierbei, dass es Sache der Mitgliedstaaten sei, quantitative Ziele im Bildungsbe-
reich festzulegen und zu verwirklichen.
13
Der Europäische Rat definiert diese Bevölkerungsgruppe als die Anzahl der Personen, die nach drei Indikatoren (Armutsrisiko,
materielle Deprivation, Erwerbslosenhaushalt) von Armut oder Ausgrenzung bedroht sind, wobei er den Mitgliedstaaten freistellt,
ihre nationalen Ziele auf der Grundlage der am besten geeigneten Indikatoren und unter Berücksichtigung ihrer nationalen Ge-
gebenheiten und Prioritäten festzulegen.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Aspekte des Kernziels zum sozialen und territorialen Zusammenhalt finden sich in diversen
Vorhaben wieder.
Lediglich das Ziel einer ressourcenschonenden, ökologischen und wettbewerbsfähigen Wirt-
schaft wird kann derzeit durch das Querschnittsziel der ökologischen Nachhaltigkeit abgedeckt
werden.
2.3.2
Integrierte Leitlinien der Strategie Europa 2020
Analyse
Grundlage für die Aufstellung nationaler Programme und damit die Umsetzung der Strategie bilden die
Teile I und II der integrierten Leitlinien. Im Fokus der folgenden Analyse stehen die beschäftigungspo-
litischen Leitlinien, die für ESF-Programme greifen. Dennoch soll einleitend ein Überblick zur Gesamt-
heit der integrierten Leitlinien gegeben werden.
Integrierte Leitlinien – Strategie für Beschäftigung und intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
"Europa 2020"
Grundzüge der Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten und der Union (Teil I)
Leitlinie 1: Gewährleistung der Qualität und langfristigen Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen
Leitlinie 2: Beseitigung makroökonomischer Ungleichgewichte
Leitlinie 3: Abbau von Ungleichgewichten in der Eurozone
Leitlinie 4: Optimierung der FuE- sowie Innovationsförderung, Stärkung des Wissensdreiecks und Freiset-
zung des Potenzials der digitalen Wirtschaft
Leitlinie 5: Verbesserung der Ressourceneffizienz und Abbau der Treibhausgasemissionen
Leitlinie 6: Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen und Verbraucher und Modernisie-
rung der industriellen Basis
Beschäftigungspolitische Leitlinien (Teil II)
Leitlinie 7: Erhöhung der Beschäftigungsquote von Frauen und Männern, Abbau der strukturellen Arbeits-
losigkeit sowie Arbeitsplatzqualität
Leitlinie 8: Heranbildung von Arbeitskräften, deren Qualifikationen den Anforderungen des Arbeitsmarkts
entsprechen und des lebenslangen Lernens
Leitlinie 9: Steigerung der Leistungsfähigkeit der allgemeinen und beruflichen Bildungssysteme auf allen
Ebenen und Verbesserung des Zugangs zur Hochschulbildung oder einer gleichwertigen Ausbildung
Leitlinie 10: Bekämpfung von gesellschaftlicher Ausgrenzung und Armut
Tabelle 23: Integrierte Leitlinien der Strategie Europa 2020
Wesentliche Änderungen von integrierten Leitlinien lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Reduktion in der Anzahl
: Von 24 integrierten Leitlinien der Lissabon-Strategie zu 10 integrierten
Leitlinien der Strategie Europa 2020.
Teilweise
stärkere Fokussierung bei Themengebieten
: Bspw. von „Dynamik und Funktionsfä-
higkeit des Europäischen Währungsraums“ (Lissabon) zu „Beseitigung der Ungleichgewichte in der
Eurozone“ (Europa 2020). Ursächlich für eine verstärkte Konkretisierung der makroökonomischen
Leitlinien ist zweifelsfrei die vorangegangene Wirtschaftskrise.
Teilweise
Verallgemeinerung bei Themengebieten
: Bspw. von der Leitlinie zur Flexicurity (Lissa-
bon) zu lediglich einer allgemeinen Leitlinie zur Steigerung der Beschäftigungsquote und Senkung
der strukturellen Arbeitslosigkeit (Europa 2020).

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Wegfall von Themen
: Von der Ausgestaltung von Beschäftigungspolitik und Tarifverhandlungs-
systemen in Lissabon zu Europa 2020 ohne eine Nennung von KMU innerhalb der mikroökonomi-
schen Ziele.
Neue Aspekte
: Langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen, Senkung der Armut, Verbes-
serungen im Hochschulbereich sowie die explizite Nennung einer industriellen Basis tauchen in
Europa 2020 neu auf.
Mehr quantifizierbare Ziele
: Von zwei Kernzielen mit Beschäftigungsquote und Investitionsquote
für FuE (Lissabon) zu fünf Kernzielen mit Beschäftigungsquote, Investitionsquote, Schul- und
Hochschulabsolvent/innenquote, Emissionsreduktionsquote und Ressourceneffizienz sowie Ar-
mutsquote (Europa 2020).
Nachfolgend werden Vorhaben des ESF-Sachsen der laufenden Förderperiode mit den beschäfti-
gungspolitischen Leitlinien der Europa 2020 Strategie verglichen, um Übereinstimmungen und mögli-
che Lücken im Hinblick auf die Passung zur neuen Strategie aufzuzeigen:
Inhalte
Bezug zum aktuellen Förderprogramm
Leitlinie 7: Beschäftigungsquote und strukturelle Arbeitslosigkeit
Integration von
Flexicurity-Grundsätzen
durch die Mitgliedstaaten, um
die Beschäftigungsquote zu erhöhen und Segregation, geschlechts-
spezifische Ungleichbehandlung und Nichterwerbstätigkeit zu bekämp-
fen.
Die Mitgliedstaaten sollten den sozialen Dialog verstärken,
berufliche
Mobilität, lebenslanges Lernen, ausreichenden Sozialversiche-
rungsschutz und flexible sowie rechtssichere Arbeitsverträge
för-
dern.
Dabei sollten
besonders schutzbedürftige Gruppen
wie junge Men-
schen, Behinderte, legale Migranten unterstützt werden. Eine damit
einhergehende Politik zur
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
sollte
auf die Schaffung erschwinglicher Betreuungsmöglichkeiten sowie den
Abbau von Hindernissen für Berufsneuligen zielen.
A 1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte (115,8 Mio. Euro)
A 1.3 Weiterbildung, Beratung in Land- und Forstwirtschaft, längli-
cher Raum, Umwelt (5,6 Mio. Euro)
A 1.4 Berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und
Wohnbereich (7,4 Mio. Euro)
A 1.5 Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qualifizierung, Verein-
barkeit von Familie und Beruf (5,9 Mio. Euro)
A 1.6 Berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich der Kindertages-
betreuung (1,9 Mio. Euro)
A 2.2 Mikrodarlehen (16,7 Mio. Euro)
Alle Vorhaben der Prioritätsachse C (238,9 Mio. Euro)
► Vor allem im Bereich der Förderung von Benachteiligten und
Weiterbildung bietet der ESF Sachsen ein umfangreiches Ange-
bot. Die Programme adressieren zu einem großen Teil Aspekte
des lebenslangen Lernens sowie der Vereinbarkeit von Familie
und Beruf.
Aspekte der beruflichen Mobilität und des Dialogs mit Sozialpart-
nern werden im bestehenden Programm in einem geringen Maße
adressiert.

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Inhalte
Bezug zum aktuellen Förderprogramm
Leitlinie 8: Arbeitskräfte gemäß Arbeitsmarktanforderungen und lebenslanges Lernen
Die Mitgliedstaaten sollten Produktivität und Beschäftigungsfähigkeit
durch ein
angemessenes Bildungs- und Qualifizierungsangebot
fördern, das Anreize für eine Erst- oder berufliche Weiterbildung bietet
sowie
berufliche und geografische Arbeitsmobilität
und eine
geziel-
te Migrations- und Integrationspolitik
fördert.
Es sollte verstärkt in Humankapital investiert werden, um den Zugang
zur Ausbildung zu verbessern und insbesondere
junge Menschen bei
der Ausbildung und Arbeitsplatzsuche
zu unterstützen.
A 1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte (115,8 Mio. Euro)
A 1.3 Weiterbildung, Beratung in Land- und Forstwirtschaft, längli-
cher Raum, Umwelt (5,6 Mio. Euro)
A 1.4 Berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und
Wohnbereich (7,4 Mio. Euro)
A 1.5 Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qualifizierung, Verein-
barkeit von Familie und Beruf (5,9 Mio. Euro)
A 1.6 Berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich der Kindertages-
betreuung (1,9 Mio. Euro)
B 3.1 Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schuler-
folgs (74,3 Mio. Euro)
B 3.4 Berufsorientierung und –vorbereitung (3,0 Mio. Euro)
B 3.5 Chancengleichheit: Lebenslanges Lernen, Verbesserung der
Berufswahlkompetenz (1,1 Mio. Euro)
B 4.1 Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung (161,9 Mio.
Euro)
B 4.2 Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung in Land- und
Forstwirtschaft (5,0 Mio. Euro)
B 4.3 Zusatzqualifizierung für Berufsfachschüler (1,0 Mio. Euro)
C 6.3 Qualifizierung für Menschen mit Migrationshintergrund (10,7
Mio. Euro)
E 3.1 Qualifizierung von Lehrern, Auslandspraktika für Berufsfach-
schüler (9,7 Mio. Euro)
E 1.1 Transnationale Bildung (0,2 Mio. Euro)
E 4.1 Transnationale Ausbildung (30,6 Mio. Euro)
Programme der Prioritätsachsen A und B richten sich verstärkt
auf die Aus- und Weiterbildung sowie Beschäftigungsfähigkeit
aus.
Es gibt jedoch einen geringen Bezug zu einer gezielten Migrati-
ons- und Integrationspolitik, die jedoch in Sachsen aufgrund der
sozioökonomischen Situation eine im Verhältnis geringere Priori-
tät besitzt.
Durch transnationale Programme wird die geografische Mobilität
teilweise gefördert. Mobilität von Arbeitskräften kann im künftigen
Programm stärker in den Fokus rücken und transnationale Pro-
gramminhalte können in einem höheren Maße integriert werden..

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
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3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Inhalte
Bezug zum aktuellen Förderprogramm
Leitlinie 9: Leistungsfähigkeit allgemeiner und beruflicher Bildungssysteme
Mitgliedstaaten sollten alle Bereiche des Bildungssystems im Hinblick
auf die
Beschäftigungsfähigkeit, Weiterbildung oder IKT-
Kenntnisse
reformieren und effizienter gestalten. Dabei sollte die
Lernmobilität
junger Menschen und Lehrer sowie das
Unternehmer-
tum
gesteigert werden.
Der
Hochschulzugang
sollte insbesondere für Lernende mit einem
nicht traditionellen Profil verstärkt geöffnet werden.
A 1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte (115,8 Mio. Euro)
A 1.2 Innovationsassistent (20,0 Mio. Euro)
A 1.3 Weiterbildung, Beratung in Land- und Forstwirtschaft, längli-
cher Raum, Umwelt (5,6 Mio. Euro)
A 2.1 Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft (14,6 Mio.
Euro)
A 2.2 Mikrodarlehen (16,7 Mio. Euro)
B 3.1 Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schuler-
folgs (74,3 Mio. Euro)
B 3.4 Berufsorientierung und –vorbereitung (3,0 Mio. Euro)
B 3.5 Chancengleichheit: Lebenslanges Lernen, Verbesserung der
Berufswahlkompetenz (1,1 Mio. Euro)
B 4.1 Förderung betrieblicher/ betriebsnaher Ausbildung (161,9 Mio.
Euro)
B 4.2 Förderung betrieblicher/ betriebsnaher Ausbildung in Land-
und Forstwirtschaft (5,0 Mio. Euro)
B 4.3 Zusatzqualifizierung für Berufsfachschüler (1,0 Mio. Euro)
B 4.4 Personal- und Qualitätssicherung im Gesundheits- und Sozial-
bereich (7,8 Mio. Euro)
B 5.1 Wissens- und Know-How-Transfer (50,5 Mio. Euro)
B 5.2 Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen (Berufsaka-
demie) (2,7 Mio. Euro)
B 5.3 Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen (post-
graduale Studiengänge, Forschung und Innovation) (39,9 Mio. Euro)
E 3.1 Qualifizierung von Lehrern, Auslandspraktika für Berufsfach-
schüler (9,7 Mio. Euro)
E 5.1 Stärkung der Leistungsfähigkeit von Hochschulen (1,8 Mio.
Euro)
► Mit Modellprojekten in verschiedenen ESF-Programmen sowie
Programmen zur Verbesserung der Lehre in Aus- und Weiterbil-
dung adressiert der ESF Sachsen die Leitlinien in einem hohen
Maße. Zudem wird in diversen Programmen die Lernmobilität von
Menschen unterstützt.
Die Förderung im Hochschulbereich ist in einem geringen Maße
auf einen erweiterten Zugang gerichtet. Die aktuelle geringe Ab-
deckung dieser Inhalte kann für die künftige Förderperiode ge-
prüft und ggf. stärker integriert werden.

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Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
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Inhalte
Bezug zum aktuellen Förderprogramm
Leitlinie 10: Gesellschaftliche Ausgrenzung und Armut
Gefördert werden sollte eine
uneingeschränkte Teilnahme am ge-
sellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben
sowie die
Ausweitung
der Beschäftigungsmöglichkeiten
.
In Bezug auf die Chancengleichheit sollte eine der Zugang zu
er-
schwinglichen, nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Dienst-
leistungen
(insbesondere im Gesundheitswesen) sichergestellt wer-
den.
Eine angemessene
soziale Sicherung und Altersvorsorge
sowie ei-
ne
aktive und integrationsorientierte Politik
sollten gefördert wer-
den.
B 3.2 Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für Schulverweigerer,
Schulsozialarbeit (10,1 Mio. Euro)
C 6.2 Chancengleichheit: Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose
(21,0 Mio. Euro)
C 6.7 Arbeitsmarktförderung (Einstellung von Benachteiligten) (11,2
Mio. Euro)
C 7.1 Qualifizierung- und Beschäftigungsprojekte (Jugendberufshil-
fe) für schwerbehinderte Menschen und psychisch Kranke (18,3 Mio.
Euro)
C 7.2 Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und
des sozialen Zusammenhalts (20,0 Mio. Euro)
C 7.3 Lokales Kapital für soziale Zwecke (4,3 Mio. Euro)
C 7.5 Förderung der Beschäftigungsfähigkeit (35,8 Mio. Euro)
C 7.6 Maßnahmen zur Alphabetisierung (6,2 Mio. Euro)
C 7.7 Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener (29,0 Mio.
Euro)
C 7.8 Chancengleichheit: Soziale Eingliederung für Alleinerziehende
(2,0 Mio. Euro)
► Derzeitige Programme sind stark auf eine integrationsorientier-
te Politik ausgerichtet. Die Beschäftigungsfähigkeit und Teilhabe
am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben werden in ei-
nem hohen Maße angesprochen.
Für eine ganzheitliche Förderung der Integration Benachteiligter
können künftige Programme zur Erleichterung der Wahrnehmung
öffentlicher Dienstleistungen für diese Personengruppe geprüft
und in der nächsten Förderperiode eingesetzt werden.
Bewertung
Das bestehende Programmportfolio deckt die beschäftigungspolitischen Inhalte in einem
hohen Maße ab. Es gibt noch Erweiterungspotenzial im Hinblick auf die fachliche Pro-
grammausrichtung der künftigen Förderperiode.
Die integrierten Leitlinien als Grundlage der nationalen Programme haben sich in ihrer Ausrichtung
geändert: Es erfolgt eine Verschlankung der Themenkomplexe und Fokussierung auf Inhalte wie
Bildungssystem und Beschäftigung.
Das bestehende Programmportfolio adressiert bereits viele der beschlossenen Inhalte der beschäf-
tigungspolitischen Leitlinien, so z.B. die Förderung der Aus- und Weiterbildung sowie Beschäfti-
gungsfähigkeit.
Zunehmende Bedeutung erlangen die Förderbereiche der Armutsbekämpfung, Leistungsfähigkeit
von Bildungssystemen verschiedener Ebenen, Beschäftigungsfähigkeit und Mobilität von Arbeits-
kräften. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass diese Bereiche vor dem Hintergrund der hohen Mittel-
ausschöpfung in der Prioritätsachse in der zweiten Hälfte der Förderperiode deutlich zurückgefah-
ren werden.
Mögliche Lücken bestehen in den für den ESF weniger relevanten Bereichen der Arbeitsmobilität,
Migrations- und Integrationspolitik, Hochschulzugang.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
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Eine stärkere Ausrichtung muss in Bezug auf die Zielgruppe der Benachteiligten (z.B. Zugang zu
öffentlichen Dienstleistungen) sowie Intensivierung von Programmen zum Hochschulzugang, Integ-
rations- und Migrationspolitik und Arbeitsmobilität erfolgen.
2.3.3
Leitinitiativen der Europäischen Kommission
Analyse
Um Ziele der Prioritäten zu erreichen, bedarf es laut der Kommission umfangreicher Maßnahmen auf
nationaler, internationaler sowie EU-Ebene. Daher hat die Kommission sieben Leitinitiativen vorge-
schlagen, um innerhalb der einzelnen Prioritäten Fortschritte herbeizuführen. Ein Vergleich zwischen
der neuen Strategie und den Programmen der laufenden Förderperiode erfolgt neben den beschäfti-
gungspolitischen Leitlinien deshalb auch anhand der Leitinitiativen.
Inhalte von Leitinitiativen der Europäischen Kommission werden im Folgenden beschrieben und mit
aktuellen Programminhalten auf Ebene der bestehenden sächsischen Vorhabensbereiche verglichen.
Dabei ist zu beachten, dass nicht alle der Leitinitiativen für den ESF gleichermaßen relevant sind und
einer weiteren Operationalisierung durch die Mitgliedsstaaten bedürfen. Die folgenden Leitinitiativen
sind für den ESF maßgeblich:
Innovationsunion,
Jugend in Bewegung,
Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten,
Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut.
Die Leitinitiativen „Ressourcenschonendes Europa“ sowie „Industriepolitik im Zeitalter der Globalisie-
rung“ sind nicht primär auf den ESF ausgerichtet, enthalten jedoch Themenstellungen, die für eine ge-
zielte und effiziente Programmausrichtung interessant sind. Auf die Darstellung der Leitinitiative „Digi-
tale Agenda für Europa“ wird an dieser Stelle aufgrund der stark technischen Ausrichtung und damit
untergeordneten Relevanz für den ESF verzichtet.

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Leitinitiativen in der Priorität Intelligentes Wachstum
PRIORITÄT: INTELLIGENTES WACHSTUM
Ziel
Aufgabenfelder
Bezug zum aktuellen Förderprogramm
Leitinitiative: Innovationsunion
Neuausrichtung FuE und Inno-
vationspolitik
auf die Herausfor-
derungen in Bereichen: Klimawan-
del, Energie- und Ressourceneffi-
zienz, Gesundheit und demogra-
phischer Wandel;
Verstärkung aller
Glieder der In-
novationskette
Forschungsraum Europa, mit den Schwerpunkten
Energieversorgungssicherheit, Verkehr, Klima-
wandel und Ressourceneffizienz, Gesundheit und
Alterung, umweltfreundliche Herstellungsmetho-
den und Bodenbewirtschaftung sowie die Förde-
rung der gemeinsamen Planung mit den Mitglied-
staaten und Regionen
Verbesserung der Rahmenbedingungen für Un-
ternehmensinnovationen
Förderung von Wissenspartnerschaften und die
Stärkung der Verknüpfung von Bildungseinrich-
tungen, Unternehmen, Forschung und Innovation
A 1.2 Innovationsassistent (20,0 Mio. Euro)
B 5.1 Wissens- und Know-How-Transfer (50,5
Mio. Euro)
B 5.2 Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hoch-
schulen (Berufsakademie) (2,7 Mio. Euro)
B 5.3 Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hoch-
schulen (post-graduale Studiengänge, Forschung
und Innovation) (40,0 Mio. Euro)
E 5.1 Stärkung der Leistungsfähigkeit von Hoch-
schulen (1,8 Mio. Euro)
► Im bestehenden Vorhabensportfolio besteht
ein Bezug zur Leitinitiative.
Innerhalb der Vorhaben muss darauf geachtet
werden, Schwerpunkte zu setzen und Kooperati-
onen zwischen Unternehmen und Forschungs-
einrichtungen (weiterhin) zu fördern.
Leitinitiative: Jugend in Bewegung
Steigerung der Leistung und inter-
nationalen Attraktivität der
höhe-
ren Bildungseinrichtungen
;
Verbesserung der Qualität der
all-
gemeinen und beruflichen Bil-
dung
insgesamt und durch Exzel-
lenz und Verteilungsgerechtigkeit;
Förderung der
Mobilität von Stu-
denten und Auszubildenden
;
Verbesserung der
Beschäfti-
gungschancen
von Jugendlichen
Integration und Ausbau der Mobilitäts-, Hoch-
schul- und Forschungsprogramme der EU
Ausbau des Modernisierungsprogramms der
Hochschulen
Förderung des Unternehmergeistes durch Mobili-
tätsprogramme
Förderung der Anerkennung des nonformalen und
informellen Lernens
Einführung eines Rahmens für die Beschäftigung
junger Menschen zum Abbau von Arbeitslosigkeit
A 2.1 Unternehmensgründungen aus der Wissen-
schaft (14,6 Mio. Euro)
Alle Vorhaben der Prioritätsachse B (Gesamtvo-
lumen: 367,8 Mio. Euro)
C 7.1 Qualifizierung- und Beschäftigungsprojekte
(Jugendberufshilfe) für schwerbehinderte Men-
schen und psychisch Kranke (18,3 Mio. Euro)
C 7.3 Lokales Kapital für soziale Zwecke (4,3 Mio.
Euro)
E 3.1 Qualifizierung von Lehrern, Auslandsprakti-
ka für Berufsfachschüler (9,7 Mio. Euro)
E 1.1 Transnationale Bildung (0,2 Mio. Euro)
E 4.1 Transnationale Ausbildung (30,6 Mio. Euro)
► Die Inhalte der Leitinitiative werden bereits in
einem starken Maße in Programmen umgesetzt.
Besonders die Prioritätsachse B ist stark auf die
Inhalte der Leitinitiative ausgerichtet.
Das aktuelle Programmportfolio adressiert die in-
ternationale Attraktivität von höheren Bildungs-
einrichtungen und geografische Mobilität in ei-
nem geringen Umfang. Für die künftige Förder-
periode kann ein stärkerer Fokus auf diese Pro-
gramminhalte geprüft werden.
Tabelle 24: Leitinitiativen der Europäischen Kommission im Rahmen der Priorität Intelligentes Wachstum im Vergleich mit den
aktuellen Förderportfolio des Landes Sachsen.
Mögliche Auswirkungen auf das Programmportfolio (Zusammenfassung):
Beide Ziele zählen zu den Prioritäten der ESF-Förderung.
Zunehmende Bedeutung in den Förderbereichen: Hochschul- und Forschungsprogramme sowie
Mobilitätsprogramme innerhalb der EU.
Abnehmende Bedeutung in den Förderbereichen: Jugendprogramme mit einer sozialen Ausrich-
tung, die künftig von der Leitinitiative zur Bekämpfung der Armut adressiert werden.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
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Mögliche Lücken: Es fehlen Vorhaben zur mitgliedsstaatenübergreifenden Zusammenarbeit sowie
Mobilitätsprogramme für Beschäftigte. Zudem sollte die Internationalität und Verbesserung der hö-
heren Bildung allgemein stärker in den Fokus rücken.
Handlungsoptionen:
Transnationale Maßnahmen zur Arbeitsmigration und Mobilität von Studierenden und Auszubil-
denden innerhalb der Europäischen Union intensivieren bzw. aufstellen (vgl. Ergebnisse in Kap.
3.6 )
Weiterbildungsprogramme zur Verbesserung der Qualität von Aus- und Weiterbildung sowie
höherer Bildung aufstellen.
Forschungsattraktivität des Standortes durch finanzielle (z.B. internationale Stipendien) und
ideelle (z.B. Innovationswettbewerbe) Förderung unterstützen.
Leitinitiativen in der Priorität Nachhaltiges Wachstum
PRIORITÄT: NACHHALTIGES WACHSTUM
Ziel
Aufgabenfelder
Bezug zum aktuellen Förderprogramm
Leitinitiative: Ressourcenschonendes Europa
Unterstützung des Übergangs zu
einer
emissionsarmen Wirtschaft
mit wirkungsvollem Ressourcen-
einsatz;
Wirtschaftswachstum von
Res-
sourcen und Energieverbrauch
abkoppeln;
Reduktion der
CO2-Emissionen
;
Förderung von
Wettbewerbsfä-
higkeit
und eine Unterstützung
von
Energieversorgungssicher-
heit
Entwicklung eines Rahmens für den Einsatz
marktwirtschaftlicher Instrumente
Infrastrukturmaßnahmen
Vorlage einer Initiative für den Ausbau der Euro-
päischen Netzwerke einschließlich der transeuro-
päischen Energienetze zu einem europäischen
Supernetz sowie intelligenter Netze mit Zusam-
menschaltungen vor allem der erneuerbaren
Energiequellen mit dem Netz
Annahme und Umsetzung eines überarbeiteten
Aktionsplans für Energieeffizienz und Unterstüt-
zung eines umfassenden Programms für Res-
sourceneffizienz, Einsatz von Fonds
Verbreitung der Vision eines strukturellen und
technologischen Wandels mit den thematischen
Schwerpunkten Katastrophenvorbeugung und -
intervention, die Nutzung des klimabezogenen
Beitrags der Politiken in den Bereichen Landwirt-
schaft, ländliche Entwicklung und Seeverkehr
A 1.3 Weiterbildung, Beratung in Land- und
Forstwirtschaft, ländlicher Raum, Umwelt (5,6 Mi-
o. Euro)
► Deutliche Lücken in der aktuellen Programm-
zusammensetzung.
Der Energie- und Ressourcenverbrauch von Un-
ternehmen wird derzeit durch das Querschnitts-
ziel der ökologischen Nachhaltigkeit bedient.
Insbesondere in der Prioritätsachse A handelt es
sich vor allem um vermittelte (Weiter-) Bildungs-
inhalte.
Für eine Weiterentwicklung des Programms soll-
te geprüft werden, inwiefern eine Integration die-
ser Themen in zukünftigen Programmschwer-
punkten sinnvoll ist.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
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PRIORITÄT: NACHHALTIGES WACHSTUM
Ziel
Aufgabenfelder
Bezug zum aktuellen Förderprogramm
Leitinitiative: Industriepolitik im Zeitalter der Globalisierung
Rahmenbedingungen für Unter-
nehmen
, insbesondere für KMU,
verbessern und eine international
wettbewerbsfähige, starke und
tragfähige
Industriestruktur
för-
dern
Etablieren einer Industriepolitik, die für die Beibe-
haltung und Weiterentwicklung einer starken,
wettbewerbsfähigen und diversifizierten industriel-
len Grundlage in Europa optimale Voraussetzun-
gen schafft und das verarbeitende Gewerbe beim
Übergang zu einer energie- und ressourceneffizi-
enteren Wirtschaft unterstützt
Unterstützung und Innovationsanreize für KMU,
Erleichterung des Zugangs zu Finanzmitteln
Umstrukturierung gefährdeter Branchen auf zu-
kunftsträchtige Tätigkeiten erleichtern, u. a. über
Fonds
Ressourcenschonende Technologien und Produk-
tionsmethoden fördern
Unterstützung der Internationalisierung des Mit-
telstands und Förderung des Unternehmertums
Wettbewerbsfähigkeit des Fremdenverkehrssek-
tors stärken
A 1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projek-
te (115,8 Mio. Euro)
A 1.2 Innovationsassistent (20,0 Mio. Euro)
A 1.5 Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qua-
lifizierung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf
(5,9 Mio. Euro)
A 2.1 Unternehmensgründungen aus der Wissen-
schaft (14,6 Mio. Euro)
A 2.2 Mikrodarlehen (16,7 Mio. Euro)
B 5.1 Wissens- und Know-How-Transfer (50,5
Mio. Euro)
B 5.3 Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hoch-
schulen (post-graduale Studiengänge, Forschung
und Innovation) (39,9 Mio. Euro)
E 3.1 Qualifizierung von Lehrern, Auslandsprakti-
ka für Berufsfachschüler (9,7 Mio. Euro)
E 1.1 Transnationale Bildung (0,2 Mio. Euro)
E 4.1 Transnationale Ausbildung (30,6 Mio. Euro)
► Die Leitinitiative wird von wenigen Vorhaben
direkt adressiert.
In der Prioritätsachse A befinden sich einige
Vorhaben, die Elemente der Leitinitiative wie die
Stärkung der Innovationsfähigkeit oder Zugang
zu Finanzmitteln aufgreifen. Vorhaben, die eine
internationale Tätigkeit stärken sind mit einem
geringen Mitteleinsatz vornehmlich in der beruf-
lichen Ausbildung vorhaben.
Tabelle 25: Leitinitiativen der Europäischen Kommission im Rahmen der Priorität Nachhaltiges Wachstum im Vergleich mit dem
aktuellen Förderportfolio des Landes Sachsen.
Mögliche Auswirkungen auf das Programmportfolio (Zusammenfassung):
Zunehmende Bedeutung in den Förderbereichen: Umwelt im Sinne von Energiesicherheit und
Ressourceneffizienz sowie Unterstützung der Industriepolitik im Hinblick auf Wettbewerbsfähigkeit
und Struktur. Gleichwohl: Beide Ziele sind für den ESF von nachrangiger Relevanz.
Abnehmende Bedeutung in den Förderbereichen: Keine breite Förderung von Unternehmen, son-
dern Fokus auf KMU-Dimension mit starker Betonung von Wettbewerbsfähigkeit und Internationali-
sierung sowie Anreizen zu Investitionen.
Mögliche Lücken: Programme, die eine Ausrichtung auf Themenbereiche der vorgestellten Um-
welt- und Industriepolitik aufweisen.
Handlungsoptionen: Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovation von KMU
Gezielte Weiterbildungsangebote in innovativen und zukunftsträchtigen Bereichen
Führungskräftesicherung durch stärkere Anreize für Zielgruppen wie Jüngeren, Frauen und Äl-
teren (vgl. Ergebnisse in Kap. 3.7 Bewertung der Querschnittsziele).
Transnationale Maßnahmen intensivieren (vgl. Ergebnisse in Kap. 3.6 Prioritätsachse E: Trans-
nationale Maßnahmen)

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Themenschwerpunkte auf Fremdenverkehr und ressourcenschonende Techniken sowie Pro-
duktion in Weiterbildungsprogrammen setzten
Leitinitiativen in der Priorität Integratives Wachstum
PRIORITÄT: INTEGRATIVES WACHSTUM
Ziel
Aufgabenfelder
Bezug zum aktuellen Förderprogramm
Leitinitiative: Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten
Arbeitsmärkte modernisieren, den
Menschen durch
den lebenslan-
gen Erwerb von Qualifikationen
neue Möglichkeiten eröffnen und
so die Erwerbsquote erhöhen;
Angebot und Nachfrage auf dem
Arbeitsmarkt u.a. durch
Arbeits-
mobilität
besser aufeinander ab-
stimmen
Flexicurity-Agenda fortführen (Arbeitsrecht)
Enger Dialog mit Sozialpartnern
Mobilität von Arbeitskräften innerhalb der EU zu
erleichtern und unterstützen, Angebot und Nach-
frage besser in Einklang bringen und eine zu-
kunfts-orientierte, umfassende Migrationspolitik
fördern, die auf die Prioritäten und Bedürfnisse
der Arbeitsmärkte flexibel zu reagieren vermag
Umsetzung der Prinzipien des lebenslangen Ler-
nens
Flexible Übergänge zwischen den verschiedenen
Zweigen und Ebenen der allgemeinen und beruf-
lichen Bildung
Stärkung der Attraktivität der beruflichen Aus- und
Weiterbildung
Anerkennung von Bildungsabschlüssen
A 1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projek-
te (115,8 Mio. Euro)
A 1.2 Innovationsassistent (20,0 Mio. Euro)
A 1.3 Weiterbildung, Beratung in Land- und
Forstwirtschaft, länglicher Raum, Umwelt (5,6 Mi-
o. Euro)
A 1.4 Berufsbegleitende Qualifizierung im Ge-
sundheits-, Sozial- und Wohnbereich (7,4 Mio.
Euro)
A 1.5 Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qua-
lifizierung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf
(5,9 Mio. Euro)
A 1.6 Berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich
der Kindertagesbetreuung (1,9 Mio. Euro)
B 3.4 Berufsorientierung und –vorbereitung (3,0
Mio. Euro)
B 3.5 Chancengleichheit: Lebenslanges Lernen,
Verbesserung der Berufswahlkompetenz (1,1 Mio.
Euro)
C 6.2 Chancengleichheit: Qualifizierungsmaß-
nahmen für Arbeitslose (21,0 Mio. Euro)
C 6.3 Qualifizierung für Menschen mit Migrations-
hintergrund (10,7 Mio. Euro). Das Programm wur-
de eingestellt.
C 6.5 Qualifizierung Arbeitslose (58,5 Mio. Euro)
► Aktuelle Programme adressieren bereits zum
Teil die Leitinitiative, so insbesondere Aspekte
der Aus- und Weiterbildung im Rahmen des le-
benslangen Lernens sowie der Übergänge in Bil-
dungsebenen.
Das Thema Mobilität von Arbeitskräften inner-
halb der EU ist im derzeitigen Programm nur in
geringem Umfang abgedeckt..

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PRIORITÄT: INTEGRATIVES WACHSTUM
Ziel
Aufgabenfelder
Bezug zum aktuellen Förderprogramm
Leitinitiative: Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut
Sozialen und territorialen Zu-
sammenhalt gewährleisten
, da-
mit die Vorteile von Wachstum und
Beschäftigung allen zugute kom-
men;
Anerkennung von
Grundrechten
insbesondere der Menschen, die
unter Armut und sozialer Aus-
grenzung leiden
, damit sie in
Würde leben und sich aktiv am ge-
sellschaftlichen Leben beteiligen
können
Koordinierung im Bereich der gesellschaftlichen
Integration und des sozialen Schutzes, Austausch
bewährter Verfahren
Förderung des Engagements öffentlicher wie pri-
vater Träger im Kampf gegen gesellschaftliche
Ausgrenzung
Soziale Innovationen für die schwächsten Bevöl-
kerungsgruppen (z.B. Menschen mit Behinderun-
gen, Migranten/innen)
Angemessenheit und Nachhaltigkeit der Systeme
der sozialen Sicherung und der Altersvorsorge
prüfen und Möglichkeiten eines besseren Zu-
gangs zur Gesundheitsversorgung erkunden
B 3.2 Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für
Schulverweigerer, Schulsozialarbeit (10,1 Mio.
Euro)
C 6.2 Chancengleichheit: Qualifizierungsmaß-
nahmen für Arbeitslose (21,0 Mio. Euro)
C 6.7 Arbeitsmarktförderung (Einstellung von Be-
nachteiligten) (11,2 Mio. Euro)
C 7.1 Qualifizierung- und Beschäftigungsprojekte
(Jugendberufshilfe) für schwerbehinderte Men-
schen und psychisch Kranke (18,3 Mio. Euro)
C 7.2 Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäfti-
gungsfähigkeit und des sozialen Zusammenhalts
(20,0 Mio. Euro)
C 7.3 Lokales Kapital für soziale Zwecke (4,3 Mio.
Euro)
C 7.5 Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
(35,8 Mio. Euro)
C 7.6 Maßnahmen zur Alphabetisierung (6,2 Mio.
Euro)
C 7.7 Qualifizierung und Eingliederung Strafge-
fangener (29,0 Mio. Euro)
C 7.8 Chancengleichheit: Soziale Eingliederung
für Alleinerziehende (2,0 Mio. Euro)
► Die Leitinitiative wird in einer umfassenden
Weise von den derzeitigen Programmen insbe-
sondere durch die Prioritätsachse C abgedeckt.
Die starke Betonung des Förderungsbereiches
sollte erhalten bleiben.
Tabelle 26: Leitinitiativen der Europäischen Kommission im Rahmen der Priorität Integratives Wachstum im Vergleich mit dem
aktuellen Förderportfolio des Landes Sachsen.
Mögliche Auswirkungen auf das Programmportfolio (Zusammenfassung):
Beide Ziele zählen zu den Prioritäten der ESF-Förderung.
Zunehmende Bedeutung in den Förderbereichen: Lebenslanges Lernen sowie die Bekämpfung der
Armut im Rahmen von sozialen Innovationen und gesellschaftlicher Integration benachteiligter
Gruppen rückt zunehmend in den Fokus der nächsten Förderperiode.
Abnehmende Bedeutung in den Förderbereichen: Eine breite Förderung von Beschäftigten im
Rahmen des lebenslangen Lernens wird stärker von einer Förderung von bestimmten Zielgruppen
abgelöst. Die Unterstützung einer innovativen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft erfolgt im Rah-
men der Leitinitiative zur Innovationsunion, während Leitinitiativen im Rahmen des integrativen
Wachstums Benachteiligte als Zielgruppe adressieren.
Mögliche Lücken: Programme zur Steigerung beruflicher Mobilität innerhalb der EU sind noch ver-
gleichsweise unterrepräsentiert (vgl. Ergebnisse in Kap. 3.6 Prioritätsachse E: Transnationale
Maßnahmen).

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
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Handlungsoptionen: Erhalt der hohen integrativen Kompetente mit einer effektiven Zielgruppenaus-
richtung
Vorhaben zur sozialen Integration sind im Programmportfolio stark vertreten und sollten erhal-
ten bleiben, wobei die Ausrichtung und Zielgruppenerreichung angesichts der neu aufgestellten
Leitinitiative zur Armutsbekämpfung intensiviert werden kann (z.B. durch größere Programm zur
Bekämpfung der Kinderarmut).
Das lebenslange Lernen sowie die Mobilität von Arbeitskräften innerhalb der europäischen Uni-
on sollten bei Vorhaben zur Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit in den Vordergrund gerückt
werden bzw. aufgestellt werden.
Bewertung
Im Folgenden werden die Bezüge der einzelnen Vorhabensbereiche dargestellt. Ein grüner Pfeil (
)
zeigt dabei einen starken Bezug zur jeweiligen Leitinitiative. Ein grauer Pfeil (
) symbolisiert einen
mittleren Bezug. Ein roter Pfeil (
) symbolisiert einen geringen Bezug. Mit einem Punkt (
)
sind Vor-
haben markiert, deren Ausrichtung keinen sinnvollen Bezug zur Leitinitiative erlauben. Die für den
ESF besonders relevanten Leitinitiativen wurden in der Tabelle besonders hervorgehoben:
Intelligentes Wachstum
14
Nachhaltiges Wachstum
Integratives Wachstum
Leitinitiativen Strategie Europa 2020
Vorhabensbereiche
Hohe Relevanz für ESF
Geringe Relevanz für ESF
Hohe Relevanz für ESF
Innovati-
onsunion
Jugend in
Bewegung
Ressourcenscho-
nendes Europa
Industriepolitik im
Zeitalter der Glo-
balisierung
Agenda für neue
Kompetenzen und
Beschäftigungs-
möglichkeiten
Europäische Platt-
form zur Bekämp-
fung der Armut
Prioritätsachse A
Weiterbildung, Beratung, innovative Pro-
jekte
Innovationsassistent
Weiterbildung, Beratung in Land- und
Forstwirtschaft, ländlicher Raum, Umwelt
Berufsbegleitende Qualifizierung im Ge-
sundheits-, Sozial- und Wohnbereich
Chancengleichheit: Berufsbegleitende
Qualifizierung, Vereinbarkeit von Familie
und Beruf
Berufsbegleitende Qualifizierung im Be-
reich der Kindertagesbetreuung
Unternehmensgründungen aus der Wis-
senschaft
Mikrodarlehen
Prioritätsachse B
Berufs- und Studienorientierung, Verbes-
serung des Schulerfolgs
14
Die Leitinitiative „Digitale Agenda für Europa“ wurde in die Bewertung nicht aufgenommen, da die ESF-Relevanz äußerst ge-
ring ist.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
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Intelligentes Wachstum
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Nachhaltiges Wachstum
Integratives Wachstum
Leitinitiativen Strategie Europa 2020
Vorhabensbereiche
Hohe Relevanz für ESF
Geringe Relevanz für ESF
Hohe Relevanz für ESF
Innovati-
onsunion
Jugend in
Bewegung
Ressourcenscho-
nendes Europa
Industriepolitik im
Zeitalter der Glo-
balisierung
Agenda für neue
Kompetenzen und
Beschäftigungs-
möglichkeiten
Europäische Platt-
form zur Bekämp-
fung der Armut
Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für
Schulverweigerer, Schulsozialarbeit
Freiwilliges Ökologisches Jahr
Berufsorientierung und -vorbereitung
Chancengleichheit: Lebenslanges Ler-
nen, Verbesserung der Berufswahlkom-
petenz
Förderung betrieblicher/ betriebsnaher
Ausbildung
Förderung betrieblicher/ betriebsnaher
Ausbildung in Land- und Forstwirtschaft
Zusatzqualifizierungen für Berufsfach-
schüler
Personal- und Qualitätssicherung im Ge-
sundheits- und Sozialbereich
Wissens- und Know-how-Transfer
Stärkung der Leistungsfähigkeit der
Hochschulen (Berufsakademie)
Stärkung der Leistungsfähigkeit der
Hochschulen (post-graduale Studien-
gänge, Forschung und Innovation)
Prioritätsachse C
Förderung der Vereinbarkeit von Beruf
und Familie
Chancengleichheit: Qualifizierungsmaß-
nahmen für Arbeitslose
Qualifizierung für Menschen mit Migrati-
onshintergrund
Qualifizierung für Arbeitslose
Qualifizierung für Ältere
Arbeitsmarktförderung (Einstellung von
Benachteiligten)
Existenzgründungsförderung von Ar-
beitslosen
Qualifizierungs- und Beschäftigungspro-
jekte (Jugendberufshilfe), Integrations-
projekte für psychisch Kranke
Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäfti-
gungsfähigkeit und des sozialen Zu-
sammenhalts
Lokales Kapital für soziale Zwecke
Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder
privater Personen
Förderung der Beschäftigungsfähigkeit

image
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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
15. April 2011
Steria Mummert Consulting AG
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Intelligentes Wachstum
14
Nachhaltiges Wachstum
Integratives Wachstum
Leitinitiativen Strategie Europa 2020
Vorhabensbereiche
Hohe Relevanz für ESF
Geringe Relevanz für ESF
Hohe Relevanz für ESF
Innovati-
onsunion
Jugend in
Bewegung
Ressourcenscho-
nendes Europa
Industriepolitik im
Zeitalter der Glo-
balisierung
Agenda für neue
Kompetenzen und
Beschäftigungs-
möglichkeiten
Europäische Platt-
form zur Bekämp-
fung der Armut
Maßnahmen zur Alphabetisierung
Qualifizierung und Eingliederung Strafge-
fangener
Chancengleichheit: Soziale Eingliede-
rung für Alleinerziehende
Prioritätsachse E
Qualifizierung von Lehrern, Auslandsprak-
tika für Berufsfachschüler
Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hoch-
schulen
Transnationale Bildung
Transnationale Ausbildung
Tabelle 27 Leitinitiativen der Europäischen Union in Bezug auf die Vorhaben der Prioritätsachsen A, B, C und E.
Die vier Leitinitiativen mit einer hohen Relevanz zum ESF werden zu einem großen Teil im
bestehenden Programmportfolio abgedeckt.
Die aufgestellten Kernziele sollen vornehmlich mithilfe der aufgestellten Leitinitiativen adressiert
werden.
Beim Vergleich der Förderprogramme des ESF Sachsen und der Inhalte der Leitinitiativen fällt
auf, dass Themenbereiche wie Bildung, Beschäftigung und Armut zu einem großen Teil bereits
abgedeckt werden.
Zunehmende Bedeutung der Förderbereiche Armutsbekämpfung und Unterstützung von sozial
benachteiligten Gruppen sowie lebenslanges Lernen, Aus- und Weiterbildung zur besseren Ar-
beitsmarktintegration In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass zahlreiche Maß-
nahmen infolge der hohen Mittelausschöpfung in der Prioritätsachse C in der zweiten Hälfte der
Förderperiode zurückgefahren werden.
Abnehmende Bedeutung von breit gefächerten Förderungen diverser Zielgruppen im Sozialbe-
reich. Stattdessen gezielte Förderung Benachteiligter.
Mögliche Lücken: Lücken im Bereich der Beschäftigungsmöglichkeit im Hinblick auf Arbeitsmig-
ration innerhalb der EU.
Programmlücken finden sich in den für den ESF nachrangigen Bereichen der Industrie- und
Umweltpolitik wieder.
Die Einzelbewertungen in Tabelle 27 Leitinitiativen der Europäischen Union in Bezug auf die
Vorhaben der Prioritätsachsen A, B, C und E. entsprechen den Einschätzungen in einer Ge-

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Rahmenbedingungen für die Umsetzung des ESF
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
15. April 2011
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Seite 59 von 169
samtbewertung in Kap. 2.3.3 Leitinitiativen der Europäischen Kommission, so dass an dieser
Stelle auf die Handlungsoptionen in Kap. 2.3.3 verwiesen wird.
2.3.4
Empfehlungen
Vor dem Hintergrund der Analyse und Bewertung kommt die Evaluierung zu folgenden Empfehlungen:
Empfehlung 3
Prüfung und Nachjustierung des Programmportfolios im Hinblick auf die Anforde-
rungen durch die Strategie Europa 2020
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Es besteht noch Ausweitungspotenzial der
Förderung im Bereich Mobilitätsprogramme
und Internationalisierung höherer Bildung
Prüfung und Erprobung bestehender Förderprogramme
höherer Bildung in Vorbereitung auf die kommende För-
derperiode.
Prüfung der zugehörigen Fördergegenstände in der Prio-
ritätsachse E auf Passung mit der Förderstrategie.
SMWA, Ref. 35,
SMWK,
SMK
Es besteht noch Ausweitungspotenzial der
Förderung im Bereich Arbeitsmigration inner-
halb der EU
Prüfung bestehender Förderprogramme zur Beschäfti-
gungsfähigkeit und Weiterbildung, auch außerhalb der
bestehenden Förderung von Auszubildenden.
Erprobung und Vorbereitung von Programminhalten für
die künftige Förderperiode sowie Passung mit der För-
derstrategie.
SMWA, Ref. 24,
SMWA, Ref. 35
Geringer Bezug zur Leitlinie Industriepolitik im
Zeitalter der Globalisierung (nachhaltiges
Wachstum)
Unter Berücksichtigung, dass es sich um ein im ESF
nachrangiges Ziel handelt:
Prüfung von Szenarien, Schaffung von Grundlagen für
Modellprojekten und Weiterbildungsangeboten in inno-
vativen und zukunftsträchtigen Bereichen bzw. The-
men zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der säch-
sischen Wirtschaft (z.B. Fremdenverkehr).
Schaffung von stärkeren Anreizen für Zielgruppen wie
Jüngeren, Frauen und Älteren zur Fachkräftesicherung
einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft.
SMWA, Ref. 24,
SMS,
SMK,
SMWK
Geringer Bezug zur Leitlinie Ressourcenscho-
nendes Europa (nachhaltiges Wachstum)
Unter Berücksichtigung, dass es sich um ein im ESF
nachrangiges Ziel handelt:
Prüfung einer stärkeren Einbindung von Umweltaspek-
ten in die Weiterbildung durch Themenschwerpunkte
wie ressourcenschonende Techniken sowie Produkti-
on.
Prüfung möglicher Ergänzungen von Programmen
bzw. Aufstellung von Eckpunkten neuer Förderpro-
gramme wie bspw. Ideenwettbewerbe in „grüner“ Wirt-
schaft.
SMUL,
SMWA; Ref. 24,
SMWK

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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3 Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des Ope-
rationellen Programms
3.1 Vorgehen
Die nachfolgende Bewertung des Beitrags des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des Opera-
tionellen Programms ist aufgeteilt auf die Bewertung der strategischen Zielsetzungen in den einzelnen
Prioritätsachsen (Kap. 3.2 bis 3.6) und die Bewertung der Querschnittsziele (Kap. 3.7).
Die Bewertung erfolgt auf Grundlage der zugeordneten Einsatzfelder, die in der Regel Programme mit
ähnlichen Zielsetzungen zusammenfassen. Für jedes Einsatzfeld werden ausgehend von einer kurzen
Darstellung der wesentlichen Zielsetzungen nachfolgende Sachverhalte geprüft.
Finanzieller Verlauf:
Gegenüberstellung von
Plan
15
- und Istdaten.
Im finanziellen Verlauf werden ausschließlich ESF-Mittel betrachtet. Bei den Ist-Daten unter-
scheidet die Darstellung zwischen Bewilligungen und Auszahlungen. Als groben Bewertungs-
maßstab für den Auszahlungsstand zieht die Evaluierung den für die derzeit für die Abrechnung
mit der Europäischen Kommission gültigen Zielwert von 17 Prozent heran. Bei der Interpretation
ist zu berücksichtigen, dass hierdurch der Umsetzungsstand z.B. aufgrund von Vorauszahlun-
gen tendenziell überschätzt wird. Gleichwohl lassen sich für die einzelnen Programme Ten-
denzaussagen ableiten.
Prognose
auf der Basis des bis Ende des Jahres 2010 erreichten Bewilligungsstandes.
Bei der Prognose wird entsprechend der n+2-Regel davon ausgegangen, dass die finanzielle
Umsetzung des Programms erst im Jahr 2015 abgeschlossen sein wird. Für die Prognose wird
zunächst auf Basis der Planwerte des Vorhabensfinanzierungsplans vom 22.9.2010 ein Sollwert
für das Jahr 2010 errechnet. Entsprechend der n+2-Regel werden hierfür die Jahrestranchen
der Jahre 2007 und 2008 zu Grunde gelegt. Durch diesen Sollwert werden die im Ist bis 2010
erreichten Bewilligungen dividiert. Dieser relative Umsetzungsstand wird auf das im Vorhabens-
finanzierungsplan geplante Gesamtbudget für die gesamte Förderperiode hochgerechnet. Im
Ergebnis wird eine Schätzung berechnet, wie hoch das Budget am Ende der Förderperiode sein
würde, wenn die Bewilligungen weiterhin im gleichen Maß erfolgen wie bis Ende 2010. Diese
Extrapolation berücksichtigt aus Gründen der Einheitlichkeit nicht, ob es beabsichtigt ist, einzel-
ne Förderbereiche zurückzufahren oder die Förderung einzustellen. Wo notwendig, werden sol-
che Entscheidungen im Text erläutert. Die Prognose wird für jeden Vorhabensbereich des Ein-
satzfeldes durchgeführt, so dass in der weiteren Analyse Handlungsbedarfe für einzelne Pro-
grammsegmente abgeleitet werden können.
Im
Änderungsantrag
vorgesehene Anpassungen, sofern für die Analyse hilfreich.
Diese stehen unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Europäische Kommission.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Seite 61 von 169
Regionale Verteilung
der bewilligten ESF-Mittel auf die Landkreise und die sächsischen Direk-
tionsbezirke. Bewertungsmaßstab ist die im Vorhabensfinanzierungsplan vom 22.9.2010 für die
einzelnen Vorhabensbereiche dokumentierte Zuordnung der Fördermittel zur Phasing-Out-
Region. Hier wird zum einen geprüft, inwieweit die erreichten Anteile der Phasing-Out-Region
der Planung entsprechen. Hierbei wird von einer bisherigen Programmlaufzeit von effektiv drei
Jahren ausgegangen. Die in diesem Zeitraum geplanten Anteile liegen zwischen 21 und 29
Prozent. Bei größeren Abweichungen werden als zusätzliche Benchmarks die Gesamtvertei-
lung des OP sowie die Verteilung der Bevölkerung nach den sächsischen Kreisen und Direkti-
onsbezirken herangezogen.
Materieller Verlauf:
Output- und Ergebnisindikatoren des Operationellen Programms
Datenquelle ist der zugehörige Report (Anlage 1 zum Infobrief 23). Die Indikatoren wurden auf
eine
rechnerische
Plausibilität geprüft. Bei höheren Abweichungen hat die Evaluierung auf den
Datenstand aus einem berichtigten Report zum 31.12.2010 zurückgegriffen.
Eine
fachliche
Bewertung der Indikatoren wurde mehrfach in der vorangegangenen Phase der
Evaluierung vorgenommen und ist nicht Gegenstand des vorliegenden Berichts.
Vielmehr wurde vor dem Hintergrund der aktuellen Zielerreichung eine Einschätzung zum weite-
ren Verlauf der Förderperiode abgegeben. Für die Bewertung der Zielerreichung wurde ange-
nommen, dass Ende des Jahres 2010 in etwa drei Siebtel
16
der für die gesamte Förderperiode
aufgestellten Ziele erreicht sein müssten.
Die im Änderungsantrag vorgesehenen Modifikationen wurden – unter dem Vorbehalt der Ge-
nehmigung durch die Europäische Kommission – in die Analyse einbezogen.
Auswertung der Monitoring-Daten
.
In einem zweiten Schritt wurde, basierend auf den durch den Evaluator konsolidierten Stamm-
blattdaten, die wesentlichen Outputs der Programme im Hinblick auf Zielgruppenerreichung
analysiert. Auch diese Analyse bricht in den einzelnen Einsatzfeldern auf Vorhabensbereiche
herunter, um ggf. Aussagen zu einzelnen Programmsegmenten treffen zu können.
Die Stammblattdaten zur Zielgruppenerreichung werden teilweise in Bezug zu Daten aus der
amtlichen Statistik gesetzt (z.B. Anteile von Frauen oder Anteile von Älteren an der jeweiligen
Zielgruppe). Diese stellen keine explizit in der Programmplanung aufgestellten Zielwerte dar,
sondern werden durch den Evaluator als zusätzliche Bewertungsgrundlage herangezogen, wel-
che Zielgruppen im Ergebnis der Förderung erreicht wurden. Hierbei ist teilweise relativierend
zu berücksichtigen, dass es sich beim ESF um eine additionale Förderung handelt, so dass
Abweichungen gegenüber der Grundgesamtheit zu erwarten sind.
15
laut Vorhabensfinanzierungplan vom 22.9.2010.
16
Im Anlaufjahr 2007 der siebenjährigen Förderperiode wurde im Verhältnis nur ein sehr kleiner Teil des Programmvolumens
umgesetzt. Insofern wird davon ausgegangen, dass eine Umsetzung nur in den Jahren 2008 bis 2010 erfolgte. Diese Verschie-
bung entspricht den Erfahrungen der Evaluatoren aus anderen Programmen und ist nicht negativ zu bewerten.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Gesamtbewertung und Empfehlung:
Die Bewertungen der einzelnen Einsatzfelder einer Prioritätsachse werden in diesem Arbeitsschritt
zusammengefasst und in Summe bewertet. Die Bewertung wird dabei mit farbigen Pfeilen visuali-
siert und verbal kurz erläutert.
– Positive Bewertung, geringe Risiken
– Neutrale Bewertung, mittlere Risiken
– Negative Bewertung, höhere Risiken
Unter Einbeziehung und Gewichtung der bewerteten Teile nach fachlichen Gesichtspunkten und
Risikograd erfolgt für jede Prioritätsachse eine Gesamtbewertung und Darstellung von Empfehlun-
gen für jedes Einsatzfeld.
3.2 Prioritätsachse A: Arbeitnehmer und Unternehmen auf neue Bedingungen
einstellen
3.2.1
Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
Im
Einsatzfeld 1
fördert das Land Sachsen Programme zur beruflichen Qualifizierung von Beschäftig-
ten und Selbstständigen. Hierbei wird im Wesentlichen das Ziel verfolgt, die beruflichen Fähigkeiten
und Kompetenzen zu fördern und damit die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Unternehmen
zu verbessern. Weiterbildung ist gemäß der Strategie des Operationellen Programms insbesondere
ein Instrument zur Erhaltung und Steigerung der Entwicklungsfähigkeit von Unternehmen und zur Si-
cherung und Erweiterung der Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmer/innen. Die Qualität der be-
rufsbegleitenden Weiterbildung soll sich u. a. in der Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung wider-
spiegeln.
Finanzieller Verlauf
Für das Einsatzfeld 1 stehen für die Förderperiode laut aktueller Planung
17
ESF-Mittel in Höhe von
156,6 Mio. Euro zur Verfügung. Dies sind 18 Prozent der im OP für die gesamte Förderperiode vorge-
sehenen Mittel.
17
Quelle: Vorhabensfinanzierungsplan, Stand 22.9.2010.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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ESF-Mit t el in Mio. Euro
156,6
138,5
63,0
19,4
-
20
40
60
80
100
120
140
160
180
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Plan (n+2)
Bewilligt - Prognose
Bewilligt - IST
Ausgezahlt
Abbildung 2: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 1.
In den zugehörigen Vorhabensbereichen stellt sich der finanzielle Verlauf im Detail wie folgt dar:
ESF-MITTEL in Mio. Euro
In % der geplanten
Mittel
Vorhabensbereich
Plan
Bewil-
ligt
IST
Bewil-
ligt bis
2010
Bewilligt
PROGNOSE
2015
Ausge-
zahlt
Bewil-
ligung
Aus-
zah-
lung
A.1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte
115,8
50,2
23,1
100,5
13,3 43% 12%
A.1.2 Innovationsassistent 20,0 7,9 5,4 25,6
3,7 40% 19%
A.1.3
Weiterbildung, Beratung in LuF, ländlicher Raum,
Umwelt
5,6
1,8
1,3
4,1
0,9 31% 16%
A.1.4
Berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-, und Ge-
sundheitsbereich
7,4
1,7
1,0
4,0
0,7 23% 10%
A.1.5 Chancengleichheit: berufsbegleitende Qualifizierung
5,9
0,9
0,7
2,6
0,5 15% 9%
A.1.6
Berufsbegleitende Qualifizierung in der Kindertages-
betreuung
1,9
0,5
0,4
1,7
0,2 25% 9%
Summe Einsatzfeld 1
156,6
63,0
32,0
138,5
19,4 40% 12%
Tabelle 28: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 1. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 30.9.2010. Plandaten: Vorha-
bensfinanzierungsplan vom 22.9.2010.
Im Einzelnen:
Die Bewilligungen erreichen einen befriedigenden Stand.
Von den für die gesamte Förderperiode geplanten 156,6 Mio. Euro sind 63,0 Mio. in Bewilligungen
gebunden. Die Prognose auf Basis des aktuellen Bewilligungsstandes zeigt, dass die finanzielle
Ausschöpfung der Fördermittel bis zum Jahr 2015 realistisch ist.
In kleineren Vorhabensbereichen besteht Steuerungsbedarf.
Die finanzielle Umsetzung ist in den kleineren Vorhabensbereichen A1.4 (Berufsbegleitende Quali-
fizierung im Sozial- /Gesundheitsbereich) sowie A 1.5 unterdurchschnittlich. Vor dem Hintergrund

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Seite 64 von 169
des auch weiter niedrigen Bewilligungsstandes besteht in diesen Maßnahmen besonderer Hand-
lungsbedarf.
Ferner werden laut Prognose die Mittel im Vorhabensbereich A 1.2 (Innovationsassistent) rechne-
risch nicht bis Ende der Förderperiode ausreichen. Einen besonderen Handlungsbedarf sieht die
Evaluation hier vorerst nicht, da es sich um länger laufende Maßnahmen handelt.
Vor dem Hintergrund der Prognose ebenfalls nicht erreichbar ist die Umsetzung des größten Vor-
habensbereiches A 1.1 (Weiterbildung). Hier ist die Planung im Änderungsantrag bereits realistisch
auf 100,5 Mio. Euro angepasst worden.
Der Auszahlungsstand ist zu niedrig.
Bezogen auf das Gesamtbudget wurden bislang 12 Prozent der Mittel ausgezahlt. Vor dem Hinter-
grund der Zielmarke von 17 Prozent ist der Auszahlungsstand zu niedrig. In der finanziellen Steue-
rung ist der Auszahlungsstand zum Ende des Jahres 2010 besonders zu beobachten.
Regionale Verteilung der Fördermittel
Die bewilligten ESF Mittel sind wie folgt nach den sächsischen Regionen verteilt:

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Abbildung 3: Bewilligungsstand im Einsatzfeld 1 – regionale Verteilung. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
30.9.2010.
Im Direktionsbezirk Chemnitz wurden ESF-Mittel unterdurchschnittlich bewilligt.
Auf den
Direktionsbezirk Chemnitz
entfallen 17,7 Mio. Euro – 28 Prozent der Fördermittel. Im
Vergleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (32 Prozent) und
dem Anteil an der sächsischen Bevölkerung (37 Prozent) ist dieser Direktionsbezirk unterrepräsen-
tiert.
Auf den
Direktionsbezirk Dresden
entfallen 31,7 Mio. Euro – 50 Prozent der Fördermittel. Im
Vergleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (45 Prozent) und
dem Anteil an der sächsischen Bevölkerung (39 Prozent) ist dieser Direktionsbezirk überrepräsen-
tiert. Der verstärkte Mitteleinsatz gilt allein für die Stadt Dresden, auf die allein 26,1 Mio. Euro ent-
fallen.
Auf die
Phasing-Out-Region Direktionsbezirk Leipzig
entfallen 13,7 Mio. Euro. Mit einem Anteil
von 22 Prozent liegt diese Region in etwa im Durchschnitt des Operationellen Programms, und er-
reicht den Anteil, der zu diesem Zeitpunkt für die Phasing-Out-Region vorgesehen ist.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Materieller Verlauf
Ziele des Operationellen Programms
Im Operationellen Programm wurden für das Einsatzfeld 1 folgende Indikatoren aufgestellt:
Indikator
Typ
Zielvorgabe
Gesamt
Zielwert
bis 2010
18
Erreicht
2010
Ziel-
erreichung
Zielwert Ände-
rungsantrag
Prognose
Indikator 1:
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Weiterbildungen
Ergebnis 90% 90%
68%
(12.149)
76%
28.000
Indikator 2:
Erwerbstätige die an Weiterbil-
dung / Beratung teilnehmen
Output 79.520 34.080 17.893 53% 30.000
Indikator 3:
Beratene Unternehmen Output 14.500 6.214 3.026 48% 2.000
Indikator 3a:
Beschäftigte
Innovationsassistenten/innen (2011-13)
Output
Neuer
Indikator
200
Tabelle 29: Indikatoren des Operationellen Programms im Einsatzfeld 1. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
30.9.2010.
Diese Zielwerte wurden teilweise durch den Änderungsantrag modifiziert. Der Änderungsantrag steht
unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Europäische Kommission. Im Einzelnen stellt sich die Ziel-
erreichung wie folgt dar:
Die zu Beginn der Förderperiode gesetzten Ziele können nicht erreicht werden. Die Ziele
wurden im Änderungsantrag entsprechend angepasst.
Indikator 1:
Laut Zielsetzung sollen 90 Prozent der Weiterbildungen erfolgreich abgeschlossen
sein; der im Monitoring gemessene Wert erreicht 68 Prozent, das Ziel wurde somit nicht erreicht.
Im Änderungsantrag wurde dieser Zielwert auf eine absolute Zahl von 28.000 erfolgreich abge-
schlossenen Weiterbildungen modifiziert. Der Zielwert erscheint vor dem Hintergrund der bislang
mehr als 12.000 erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildungen realistisch.
Indikator 2:
Das ambitionierte Ziel, in der Förderperiode fast 80.000 Personen zu fördern, ist vor
dem Hintergrund des bisherigen Verlaufs nicht erreichbar. Die im Änderungsantrag gesetzten Ziele
sind realistisch.
Indikator 3:
Auch das im OP gesetzte Ziel, 14.500 Unternehmen zu beraten, ist bei einem aktuel-
len Zielerreichungsgrad von 50 Prozent nicht realistisch. Der erreichte Wert von rund 3.000 über-
schreitet bereits den im Änderungsantrag vorgesehenen Wert von 2.000. Ggf. ist eine weitere
Nachjustierung erforderlich. Der Evaluator sieht hier einen Zielwert von ca. 7.000 Unternehmen.
Indikator 3a):
Dieser Indikator wurde im Änderungsantrag für den Zeitraum 2011-13 neu angelegt.
Laut Zielwert sollen 200 Innovationsassistenten/innen gefördert werden. Im Ist wurden laut Monito-
ring in den ersten drei Jahren der Förderung bisher 152 Personen in 224 Projekten erreicht, wobei
davon auszugehen ist, dass pro Projekt am Ende mindestens eine Person erreicht wird. Der im
Änderungsantrag angesetzte Wert ist vor dem Hintergrund der bisherigen Förderung erreichbar.
18
Aufgrund der nur geringen Förderumfänge im Jahr 2007 wird für die Bestimmung der Zielwerte eine bisherige Laufzeit von
drei Jahren angenommen.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Gesamtauswertung und Zielgruppenerreichung
In der Regel spiegeln die Indikatoren des Operationellen Programms eine Teilmenge der Förderung
wider. Nachfolgend wird der erreichte Programmfortschritt anhand aller vorliegenden Fördergegen-
stände betrachtet:
Vorhabensbereich
Anz.
Projekte
Eintritte
In % der Eintritte
Frauen
Jüngere
U25
Ältere
Ü50
Erwerbs-
tätige
Arbeits-
lose
Nicht-
Erwerbs-
tätige
Migr.
Benach-
teiligte /
ohne Ab-
schluss
A.1.1
Weiterbildung, Beratung, innovative Pro-
jekte – SMWA Ref. 24
4.360 19.174 39% 20% 14% 94% 3% 1% 3% 4%
A.1.2 Innovationsassistent – SMWK Ref. 44
224
152
16%
19%
0%
85%
7%
9%
0%
0%
A.1.3
Weiterbildung, Beratung in LuF, ländlicher
Raum, Umwelt – SMUL
211 1.276 35% 5% 31% 99% 0% 0% 1% 10%
A.1.4
berufsbegleitende Qualifizierung im Sozi-
al- und Gesundheitsbereich – SMS
307 2.021 92% 5% 18% 99% 0% 0% 1% 2%
A.1.5
Chancengleichheit: berufsbegleitende
Qualifizierung – SMS
9 60 85% 0% 10% 95% 3% 2% 0% 0%
A.1.6
Berufsbegleitende Qualifizierung in der
Kindertagesbetreuung – SMK
65 689 96% 6% 17% 100% 0% 0% 2% 1%
Summe Einsatzfeld 1
5.176
23.372
45%
18%
15%
95%
2%
1%
2%
4%
Tabelle 30: Materieller Verlauf Einsatzfeld 1. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 30.9.2010.
Im Einzelnen:
Die materielle Umsetzung bleibt hinter den ursprünglichen Zielsetzungen des Operationel-
len Programms zurück.
In den einzelnen Weiterbildungsprogrammen wurden bisher 23.300 Personen gefördert. Damit
wurde eine nennenswerte Zahl an Personen erreicht. Gleichwohl wurde das im Operationellen
Programm in diesem Bereich avisierte Ziel, jährlich ca. 11.000 Beschäftigte zu fördern, nicht er-
reicht.
Im Vorhabensbereich A 1.5 (Chancengleichheit) wurden bislang 9 Vorhaben mit 60 Personen ge-
fördert. Der Umsetzungsstand ist nicht planmäßig. Die Gründe hierfür werden derzeit in der Fache-
valuierung untersucht, in welcher dann auch der Steuerungsbedarf ermittelt wird.
Frauen werden in der Regel nicht entsprechend ihres Anteils an den Beschäftigten geför-
dert.
Der Anteil von Frauen an den Beschäftigten beträgt in Sachsen 50,3 Prozent
19
. Das größte Pro-
gramm (A 1.1) erreicht im Ergebnis eine Quote von 39 Prozent. Die Gesamtquote von 45 Prozent
kommt dadurch zu Stande, dass weitere Programme mit hohen Frauenanteilen mit typischen
Frauenberufen gefördert werden, wie z.B. Kindertagesbetreuung oder Gesundheitswesen. Das auf
19
Von den 1,38 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort Sachsen sind 694.000 Frauen. Stichtag: 31. März
2010. Quelle: Statistisches Landesamt.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Chancengleichheit ausgerichtete Programm (A 1.5 – Chancengleichheit) erreicht keinen im Ver-
hältnis zum Gesamtfortschritt des Einsatzfeldes sichtbaren Umsetzungsstand.
Vor dem Hintergrund des im Operationellen Programm verfolgten Querschnittsziels der Chancen-
gleichheit von Frauen und Männern ist die Beteiligung von Frauen an der Förderung verbesse-
rungswürdig. Ebenso sollte die Zielsetzung, beruflichen Rollenmustern entgegenzuwirken, in die-
sem Einsatzfeld stärker als bisher Berücksichtigung finden. Die weitere Bewertung und die Ablei-
tung von Handlungsbedarfen erfolgt in der Analyse des Querschnittsziels Chancengleichheit in Kap
3.7.1 .
Ältere Beschäftigte werden nur unterproportional erreicht.
In Sachsen sind 28,9 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten älter als 50
20
. Im Er-
gebnis der Weiterbildungsförderung im Einsatzfeld 1 werden Ältere mit einem Anteil von durch-
schnittlich 15 Prozent erreicht. Vor dem Hintergrund der im Querschnittsziel Demografie verfolgten
Zielsetzung, ältere Personen in besonderem Maße zu fördern, ist die Beteiligung dieser Zielgruppe
verbesserungswürdig. Eine weitere Bewertung und die Ableitung von Handlungsoptionen erfolgt in
der Analyse des Querschnittsziels Bewältigung des demographischen und wirtschaftlichen Wan-
dels.
Geringqualifizierte werden unterdurchschnittlich erreicht.
In Sachsen haben 8,2 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten keinen beruflichen
Abschluss. Im Ergebnis der Weiterbildungsförderung im Einsatzfeld 1 wird diese Gruppe mit einem
Anteil 4 Prozent gefördert. Das in der OP-Strategie formulierte Ziel von Weiterbildung, die Beschäf-
tigungsfähigkeit zu erhalten und zu erhöhen sowie das Querschnittsziel der sozialen Nachhaltigkeit
werden im bestehenden Förderportfolio dieses Einsatzfeldes aus Sicht der Evaluierung nicht inten-
siv genug verfolgt. Bei der Erreichung dieser Zielgruppe bestehen Optimierungsmöglichkeiten.
3.2.2 Einsatzfeld 2: Förderung von Unternehmergeist und Arbeitsplatz schaffenden Grün-
dungen
Im
Einsatzfeld 2
fördert der Freistaat Sachsen Programme zur Unterstützung von Unternehmens-
gründungen. Hierbei wird im Wesentlichen das Ziel verfolgt, positive Effekte im Hinblick auf die wirt-
schaftliche Entwicklung und das Arbeitsplatzangebot in der Region auszulösen. Hierfür werden Maß-
nahmen an Hochschulen und Finanzierungsinstrumente gefördert.
Finanzieller Verlauf
Für das Einsatzfeld 2 stehen für die Förderperiode laut aktueller Planung
21
ESF-Mittel in Höhe von
31,2 Mio. Euro zur Verfügung. Dies sind 3,6 Prozent der im OP für die gesamte Förderperiode vorge-
sehenen Mittel.
20
Von den 1.38 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort Sachsen sind 400.000 älter als 50. Stichtag: 30.
Juni 2009. Quelle: Statistisches Landesamt
21
Quelle: Vorhabensfinanzierungsplan vom Stand 22.9.2010.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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ESF-Mit t el in Mio. Euro
31,2
29,9
17,7
14,0
-
5
10
15
20
25
30
35
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Plan (n+2)
Bewilligt - Prognose
Bewilligt - IST
Ausgezahlt
Abbildung 4: Finanzieller Verlauf des spezifischen Ziels im Einsatzfeld 2.
In den zugehörigen Vorhabensbereichen stellt sich der finanzielle Verlauf im Detail wie folgt dar:
ESF-MITTEL in Mio. Euro
In % der geplanten
Mittel
Vorhabensbereich
Plan
Bewil-
ligt
IST
Bewil-
ligt bis
2010
Bewilligt
PROGNOSE
2015
Ausge-
zahlt
Bewil-
ligung
Aus
zah-
lung
A.2.1
Unternehmensgründungen aus dem Hochschulbe-
reich – SMWA Ref. 35
14,6
6,5
4,9
17,0
2,7 44% 19%
A.2.2 Mikrodarlehen – SMWA Ref. 35
16,7
11,3
11,3
16,5
11,3 68% 68%
Summe Einsatzfeld 2
31,2
17,7
16,2
29,9
14,0 57% 45%
Tabelle 31: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 2. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 30.9.2010. Plandaten: Vorha-
bensfinanzierungsplan vom 22.9.2010.
Im Einzelnen:
Der Bewilligungsstand entspricht der Planung.
Von den für die gesamte Förderperiode geplanten 31,2 Mio. Euro sind 17,7 Mio. in Bewilligungen
gebunden. Die Prognose auf Basis des Bewilligungsstandes bis 2010 zeigt, dass die finanzielle
Ausschöpfung der Fördermittel bis zum Jahr 2015 voraussichtlich erreicht wird.
Im Vorhabensbereich A.2.1 (Unternehmensgründungen aus dem Hochschulbereich) wird laut
Prognose der ursprünglich geplante Betrag von 14,6 Mio. Euro überschritten. Der Planungsansatz
wird mit Änderungsantrag bei der Höhe von 14,6 Mio. Euro verbleiben.
Der Vorhabensbereich A.2.2 (Mikrodarlehen) ist im Jahr 2010 sichtbar angelaufen. In laufenden
Krediten sind rund 9.4 Mio. Euro ESF-Mittel gebunden. Da hier die Mittel des gesamten Fonds in
Höhe von 11,3 Mio. Euro sofort gegenüber der Kommission ausgabewirksam sind, wurden diese in
die Bewilligungen eingerechnet.
Es wird ein hoher Auszahlungsstand erreicht.
Bezogen auf das Gesamtbudget wurden bislang 45 Prozent der Mittel ausgezahlt. Vor dem Hinter-
grund der Zielmarke von 17 Prozent wird in diesem Einsatzfeld ein besonders hoher Auszahlungs-

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
15. April 2011
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stand erreicht. Grund hierfür ist das Anlaufen des Mikrodarlehensfonds. Aber auch im Vorhabens-
bereich A.2.1 wurden die Mittel erwartungsgemäß abgerufen.
Ein besonderer Handlungsbedarf in der finanziellen Steuerung besteht nicht.
Regionale Verteilung der Fördermittel
Die bewilligten
22
ESF Mittel sind wie folgt nach den sächsischen Regionen verteilt:
Abbildung 5: Bewilligungsstand im Einsatzfeld 2 – regionale Verteilung Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
30.9.2010.
Im Direktionsbezirk Chemnitz wurden ESF-Mittel unterdurchschnittlich bewilligt.
In diesem Einsatzfeld konzentrieren sich die Mittel auf Gründungsinitiativen an Hochschulen im
Vorhabensbereich A.2.1. Entsprechend hoch fallen die Mittelanteile für die vier Standorte in Chem-
nitz, Dresden, Leipzig und Zittau im Kreis Görlitz aus.
22
Für den Bereich Mikrodarlehen wurden nicht gesamte Fonds, sondern die in Krediten gebundenen Mittel zu Grunde gelegt.
Das Gesamtvolumen des Einsatzfeldes reduziert sich hierdurch geringfügig auf 15,9 Mio. Euro.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Auf den
Direktionsbezirk Chemnitz
entfallen 4,5 Mio. Euro – 28 Prozent der Fördermittel. Im Ver-
gleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (32 Prozent) und dem
Anteil an der sächsischen Bevölkerung (37 Prozent) ist dieser Direktionsbezirk unterrepräsentiert.
Auf den
Direktionsbezirk Dresden
entfallen 6,9 Mio. Euro – 43 Prozent der Fördermittel. Dieser
Mitteleinsatz entspricht etwa dem Durchschnitt im OP.
Auf die
Phasing-Out-Region Direktionsbezirk Leipzig
entfallen knapp 4,5 Mio. Euro. Mit einem
Anteil von 28 Prozent liegt diese Region über dem Durchschnitt des Operationellen Programms.
Der Anteil, der laut Plan für die Phasing-Out-Region vorgesehen ist (23 Prozent), wird deutlich
überschritten. Die Abweichung bedarf einer weiteren Prüfung.
Materieller Verlauf
Ziele des Operationellen Programms
Im Operationellen Programm wurden für das Einsatzfeld 2 folgende Indikatoren aufgestellt:
Indikator
Typ
Zielvorgabe
Gesamt
Zielwert
bis 2010
23
Erreicht
2010
Ziel-
erreichung
Zielwert Ände-
rungsantrag
Prognose
Indikator 4:
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
geförderten Gründern aus dem Hochschul-
bereich
Änderungsantrag: Zahl neuer Arbeitsplätze
bei den mit Mikrodarlehen geförderten
Gründern
Ergebnis 2.000 857 – – 500
--
Änderungsantrag
Indikator 4a
: Anzahl der
ESF- Mikrodarlehen (2009-2011)
Output
Neuer
Indikator
800
900
Indikator 5:
Beratene und gecoachte ange-
hende Gründer
Output 10.500 4.500 3.272* 73% 6.400
Tabelle 32: Indikatoren des Operationellen Programms im Einsatzfeld 2. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
30.9.2010. *) Stand: 31.12.2010
Diese Zielwerte und Indikatoren wurden teilweise durch den Änderungsantrag modifiziert. Der Ände-
rungsantrag steht unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Europäische Kommission. Im Einzelnen
stellt sich die Zielerreichung wie folgt dar:
Die zu Beginn der Förderperiode gesetzten Ziele können nicht erreicht werden. Die Ziele
wurden im Änderungsantrag entsprechend angepasst.
Indikator 4:
Es liegen noch keine Angaben vor. Im Änderungsantrag wurde der Indikator dahinge-
hend modifiziert, dass nun die Zahl neuer Arbeitsplätze bei den mit Mikrodarlehen geförderten
Gründer/innen auszuweisen ist. Beide Kennzahlen werden entsprechend Evaluierungsplan in der
anstehenden Fachevaluierung der Prioritätsachse A ermittelt und liegen zum Zeitpunkt der Be-
richtslegung noch nicht vor.
23
Aufgrund der nur geringen Förderumfänge im Jahr 2007 wird für die Bestimmung der Zielwerte eine bisherige Laufzeit von
drei Jahren angenommen.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Indikator 4a:
Der im Änderungsantrag neu aufgestellte Outputindikator soll die Anzahl der ESF-
Mikrodarlehen messen. Der Zielwert von 900 Darlehen bis Ende 2011 ist angesichts von mehr als
800 bereits bewilligter Darlehen erreichbar.
Indikator 5:
Das Monitoring weist im Ist 3.272 beratene Gründer/innen aus, was einem Zielerrei-
chungsgrad von 73 Prozent entspricht. Das ursprüngliche Ziel, 10.500 Gründer/innen zu erreichen,
wurde auf ein aus der Sicht der Evaluierung realistisches Maß reduziert.
Gesamtauswertung und Zielgruppenerreichung
In der Regel spiegeln die Indikatoren des Operationellen Programms eine Teilmenge der Förderung
wider. Nachfolgend wird der Verlauf auf Basis aller vorliegenden Fördergegenstände betrachtet:
Vorhabensbereich
Anz.
Projekte
Eintritte
In % der Eintritte
Frauen
Jüngere
U25
Ältere
Ü50
Erwerbs-
tätige
Arbeits-
lose
Nicht-
Erwerbs-
tätige
Migr.
Benach-
teiligte
i.w.S
A.2.1
Unternehmensgründungen aus dem
Hochschulbereich – SMWA Ref. 35
367 1.304 37% 40% 4% 42% 17% 41% 3% 1%
A.2.2 Mikrodarlehen – SMWA Ref. 35
840
864
47%
8%
12%
85%
17%
1%
2%
2%
Summe Einsatzfeld 2
1.207
2.168
41%
27%
7%
59%
17%
25%
2%
2%
Tabelle 33: Materieller Verlauf Einsatzfeld 2. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 30.9.2010
Im Einzelnen:
Die Förderung erreicht einen befriedigenden materiellen Stand.
Im Vorhabensbereich A.2.1 (Unternehmensgründungen aus dem Hochschulbereich) wurden laut
Monitoring-System mehr als 1.300 potenzielle Gründer/innen gefördert. Damit werden potenzielle
Existenzgründer/innen an Hochschulen in einer nennenswerten Größenordnung erreicht. In einzel-
nen Fördergegenständen zeichnen sich Umsetzungshemmnisse ab, auf welche die Fachevaluie-
rung der Prioritätsachse A eingehen wird.
Es wurden 840 Mikrodarlehen bewilligt. Damit ist die Förderung im Jahr 2010 sichtbar angelaufen.
Frauen werden über ihrem Anteil an den Selbstständigen gefördert. Im Hochschulbereich
bestehen Verbesserungsmöglichkeiten.
Der Anteil von Frauen an den Selbstständigen beträgt in Sachsen 31,4 Prozent
24
. Mit einem Anteil
von durchschnittlich 41 Prozent gelingt es in diesem Einsatzfeld und hier insbesondere im Vorha-
bensbereich Mikrodarlehen, einen besonderen Beitrag zur Verbesserung der Gründungssituation
24
Von den 210.000 selbstständigen sind 66.000 Frauen (2009). Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus, Fachserie 1,
Reihe 4.1.1.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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von Frauen zu leisten. Im Vorhabensbereich Gründungen aus dem Hochschulbereich ist die Teil-
habe von Frauen (37 Prozent), gemessen an ihrem Anteil an den Studierenden (47,2 Prozent
25
)
verbesserungswürdig.
Die Förderung erreicht eine hohe Reichweite.
Im Hochschulbereich wurden laut Monitoring ca. 1.300 Studierende erreicht. Da die Daten jeweils
nur zu Beginn und zum Ende der Projekte erfasst werden, wird diese Zahl in den lang laufenden
Projekten dieses Bereichs unterschätzt. Aus der laufenden Fachevaluierung der Prioritätsachse A
ist nach aktuellen Erkenntnissen von ca. 4.000 Teilnehmer/innen auszugehen. Damit wurden von
109.300 Studierenden ca. 3,7 Prozent erreicht. Mikrodarlehen erreichen 4,3 Prozent der mehr ca.
20.000
26
Unternehmensgründungen im Haupterwerb.
Der Umfang der Förderung ist hinreichend hoch, um übergreifende Wirkungen zu erzielen.
3.2.3
Gesamtbewertung und Empfehlung
Auf Basis der Einschätzung der im Einzelnen beschriebenen Problemstellungen stellt sich der Beitrag
des ESF im Hinblick auf das Strategische Ziel,
Arbeitnehmer/innen und Unternehmen auf neue
Bedingungen einzustellen,
aus Sicht der Evaluierung wie folgt dar:
Ziel
Finanzieller Ver-
lauf
Materieller Ver-
lauf
Abdeckung/
Reichweite
OP-Indikatoren
Gesamtbewer-
tung
Einsatzfeld 1
– Berufsbegleitende
Qualifizierung; Steigerung der
Wettbewerbsfähigkeit
Umsetzungsprob-
leme nur in kleine-
ren Vorhabensbe-
reichen
Probleme bei der
Erreichung einzel-
ner Zielgruppen
Ursprünglich ge-
setzte Ziele wer-
den nur teilweise
erreicht
Ursprünglich ge-
setzte Ziele kön-
nen nicht erreicht
werden. Anpas-
sungen im Ände-
rungsantrag er-
folgt.
Einsatzfeld 2
– Förderung von
Unternehmergeist und Arbeits-
platz schaffenden Gründungen
Weitgehend
planmäßig
Probleme bei der
Erreichung einzel-
ner Zielgruppen
In den Instrumen-
ten angelegt
Ursprünglich ge-
setzte Ziele kön-
nen nicht erreicht
werden. Anpas-
sungen im Ände-
rungsantrag er-
folgt.
Strategisches Ziel: Arbeitneh-
mer und Unternehmen auf neue
Bedingungen einstellen
Tabelle 34: Gesamtbewertung – Prioritätsachse A.
Vor dem Hintergrund der Analyse und Bewertung kommt die Evaluierung in den einzelnen Einsatzfel-
dern zu folgenden Empfehlungen:
25
Von den 10.500 Studierenden sind knapp 5.000 Frauen (WS 2009/2010). Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11
Reihe 4.1.
26
Statistisches Landesamt Sachsen: Betriebsgründungen im Freistaat Sachsen 2009

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Empfehlung 4
Nachjustierungen im Einsatzfeld 1 – Berufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung
der Wettbewerbsfähigkeit
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Unterdurchschnittliche Umsetzung in kleineren
Vorhabensbereichen A1.4 (Berufsbegleitende
Qualifizierung im Sozial- und Gesundheitsbe-
reich) sowie insbesondere A 1.5 (Chancen-
gleichheit)
Ursachenanalyse für den geringen Umsetzungsstand der
Förderung und zeitnahe und effektive Maßnahmen zur
Verbesserung des Umsetzungsstandes, z.B. Modifikation
der Förderbedingungen, Ideenwettbewerbe, Publizität,
Steuerung des Bewilligungsverfahrens mit der SAB.
SMS
Unterdurchschnittlicher Auszahlungsstand.
Zeitnahe Beobachtung des Auszahlungsstands zum En-
de des Jahres 2010 in den Vorhabensbereichen:
A.1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte
(SMWA 24)
A.1.4 Qualifizierung Sozial- und Gesundheitsbereich
(SMS)
A.2.1 Unternehmensgründungen aus dem Hochschul-
bereich (SMWA Ref. 35)
Ggf. Einleitung von Maßnahmen zur Erhöhung des Mit-
telabrufs durch die Träger (Fondsbewirtschafter zusam-
men mit SAB).
SMWA 24,
SMS,
SMWA Ref. 35,
Unterdurchschnittliche Bewilligungen im Direk-
tionsbezirk Chemnitz.
Zunächst Prüfung der Relevanz der Problemstellung.
Ggf. Mittelsteuerung im Bewilligungsverfahren im größten
Vorhabensbereich des Einsatzfeldes (A1.1 SMWA Ref.
24).
SMWA Ref. 24
Für den OP-Indikator 3 (Anzahl der beratenen
Unternehmen) wurde im Änderungsantrag vor-
behaltlich der Genehmigung durch die Europä-
ische Kommission ein Zielwert gesetzt, der be-
reits erreicht ist.
Prüfung, ggf. Nachjustierung des Zielwerts in den För-
dergegenständen 9092 Betriebliche Weiterbildung und
9132 Projekte zur Unterstützung Infrastruktur. (Verwal-
tungsbehörde ESF in mit SMWA Ref. 24)
Verwaltungsbe-
hörde ESF,
SMWA Ref. 24
Frauen werden in einem Teil der Programme
nicht entsprechend Ihres Anteils an den Be-
schäftigten gefördert.
Maßnahmen zur Erhöhung der Beteiligung von Frauen, in
den Vorhabensbereichen
A.1.1.Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte
(SMWA Ref. 24)
sowie A.1.2 Innovationsassistent (SMWK Ref. 44).
Mögliche Maßnahmen sind: Steuerung in der Bewilli-
gungspraxis, Definition spezifischer Maßnahmen inner-
halb des Programme, Ausschreibung von Ideenwettbe-
werben.
Ermittlung der Ursachen für den geringen Umsetzungs-
stand des Vorhabensbereichs Chancengleichheit in der
Fachevaluierung (SMS).
SMWA Ref. 24,
SMWK Ref. 44,
SMS
Ältere Beschäftigte werden unterproportional
erreicht.
Maßnahmen zur Erhöhung der Beteiligung von Älteren in
den bestehenden Programmen, ggf. Ergänzung des Pro-
grammportfolios
Optimierungsmöglichkeiten bei der Erreichung
von Geringqualifizierten.
Maßnahmen zur Erhöhung der Beteiligung von Gering-
qualifizierten, analog zu den Maßnahmen zur Erhöhung
der Beteiligung von Frauen im Vorhabensbereich A.1.1
(SMWA, Ref. 24).
SMWA, Ref. 24

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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Empfehlung 5
Nachjustierungen im Einsatzfeld 2 – Förderung von Unternehmergeist und Ar-
beitsplatz schaffenden Gründungen
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
In der regionalen Verteilung ist die Phasing-
Out-Region mit einem Mittelanteil von 28 Pro-
zent überrepräsentiert.
Ggf. regionale Steuerung des Mittelabflusses, insbeson-
dere im Vorhabensbereich Mikrodarlehen (SMWA Ref.
35).
SMWA Ref. 35
Unterdurchschnittliche Beteiligung von Frauen
im Vorhabensbereich A.2.1 (Hochschulen)
Maßnahmen zur Erhöhung der Teilhabe von Frauen in
den Gründungsinitiativen, z.B. Konzeption und Imple-
mentierung von besonderen Angeboten, die sich insbe-
sondere an Studentinnen und junge Wissenschaftlerin-
nen richten und an deren Bedürfnissen ausgerichtet sind.
Nähere Untersuchung dieses Sachverhalts in der Fache-
valuierung der Prioritätsachse A (SMWA Ref. 35).
SMWA Ref. 35
3.3 Prioritätsachse B: Bildung, Ausbildung und Forschung zukunftsfähig ge-
stalten
3.3.1
Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz
Im
Einsatzfeld 3
fördert das Land Sachsen Programme zur Sicherung der Ausbildungs- und Beschäf-
tigungsfähigkeit. Hierunter fallen Maßnahmen zur Verbesserung des Schulerfolgs ebenso wie Exzel-
lenzförderung, Berufsorientierung oder dem Übergang von Schule in den Beruf.
Finanzieller Verlauf
Für das Einsatzfeld 3 stehen für die Förderperiode laut aktueller Planung
27
ESF-Mittel in Höhe von
99,1 Mio. Euro zur Verfügung. Dies sind 11,4 Prozent der im OP für die gesamte Förderperiode vor-
gesehenen Mittel.
ESF-Mit t el in Mio. Euro
99,1
100,6
40,1
16,3
-
20
40
60
80
100
120
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Plan (n+2)
Bewilligt - Prognose
Bewilligt - IST
Ausgezahlt
Abbildung 6: Finanzieller Verlauf des spezifischen Ziels im Einsatzfeld 3.
27
Quelle: Vorhabensfinanzierungsplan vom Stand 22.9.2010.

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
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In den zugehörigen Vorhabensbereichen stellt sich der finanzielle Verlauf im Detail wie folgt dar:
ESF-MITTEL in Mio. Euro
In % der geplanten
Mittel
Vorhabensbereich
Plan
Bewil-
ligt
IST
Bewil-
ligt bis
2010
Bewilligt
PROGNOSE
2015
Ausge-
zahlt
Bewil-
ligung
Aus
zah-
lung
B.3.1
Berufsorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs –
SMK
74,3
28,2
21,0
72,5
11,6 38% 16%
B.3.2
FSJ, Projekte für Schulverweigerer/ Schulsozialarbeit
– SMS
10,1
6,9
3,8
11,9
1,9 69% 19%
B.3.3 FÖJ – SMUL
10,5
3,6
2,8
12,3
1,9 34% 18%
B.3.4 Berufsorientierung und -vorbereitung – SMWA Ref. 24
3,0
1,2
1,1
4,0
0,8 39% 28%
B.3.5
Chancengleichheit: lebenslanges Lernen, Berufswahl-
kompetenz – SMS
1,1
0,1
0,1
0,2
0,0 9% 3%
Summe Einsatzfeld 3
99,1
40,1
28,7
100,6
16,3 40% 16%
Tabelle 35: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 3. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 30.9.2010. Plandaten: Vorha-
bensfinanzierungsplan vom 22.9.2010.
Im Einzelnen:
Die Bewilligungen erreichen einen befriedigenden Stand.
Von den für die gesamte Förderperiode geplanten 99,1 Mio. Euro sind 40,1 Mio. in Bewilligungen
gebunden. Die Prognose auf Basis des aktuellen Bewilligungsstandes zeigt, dass die finanzielle
Ausschöpfung der Fördermittel bis zum Jahr 2015 realistisch ist. Im Änderungsantrag wurde das
ESF-Budget vorbehaltlich der Genehmigung durch die Europäische Kommission auf 107,0 Mio.
Euro erhöht.
In einzelnen Vorhabensbereichen besteht Steuerungsbedarf.
In den Vorhabensbereichen B.3.2 (Schulverweigerer/ Schulsozialarbeit), B.3.3 (Freiwilliges Ökolo-
gisches Jahr) und insbesondere B 3.4 (Berufsorientierung und Vorbereitung) ist in der Prognose
festzustellen, dass die Planansätze bis Ende der Förderperiode moderat überschritten werden. Für
diese Fälle besteht durch die Umplanung grundsätzlich ein ausreichender finanzieller Spielraum.
Im Vorhabensbereich B.3.5 (Chancengleichheit) wurden bisher nur 0,1 Mio. Euro bzw. 9 Prozent
der geplanten Mittel bewilligt. Der sehr geringe Umsetzungsstand deutet hier auf Umsetzungsprob-
leme hin. Es besteht Handlungsbedarf.
Der Auszahlungsstand liegt im Plan.
Bezogen auf das Gesamtbudget wurden bislang 16 Prozent der Mittel ausgezahlt. Vor dem Hinter-
grund der Zielmarke von 17 Prozent erreicht der Auszahlungsstand somit einen planmäßigen
Stand.
Regionale Verteilung der Fördermittel
Die bewilligten ESF Mittel sind wie folgt nach den sächsischen Regionen verteilt:

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
15. April 2011
Steria Mummert Consulting AG
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Abbildung 7: Bewilligungsstand im Einsatzfeld 3 – regionale Verteilung Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
30.9.2010.
Die Verteilung der Mittel auf die Regionen entspricht in etwa der durchschnittlichen Vertei-
lung des Gesamtprogramms.
Auf den
Direktionsbezirk Chemnitz
entfallen 12,9 Mio. Euro – 32 Prozent der Fördermittel. Damit
liegt diese Region im durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms.
Auf den
Direktionsbezirk Dresden
entfallen 19,5 Mio. Euro – 49 Prozent der Fördermittel. Im
Vergleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (45 Prozent) und
dem Anteil an der sächsischen Bevölkerung (39 Prozent) dieser Direktionsbezirk geringfügig über-
repräsentiert.
Auf die
Phasing-Out-Region Direktionsbezirk Leipzig
entfallen 7,7 Mio. Euro der Fördermittel.
Mit einem Anteil von 19 Prozent liegt diese Region unterhalb des Anteils, der laut Plan für die Pha-
sing-Out-Region vorgesehen ist (23 Prozent).

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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
3. OP-Bewertung 3.0 ENDBERICHT -md.doc
15. April 2011
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Materieller Verlauf
Ziele des Operationellen Programms
Im Operationellen Programm wurden für das Einsatzfeld 3 folgende Indikatoren aufgestellt:
Indikator
Typ
Zielvorgabe
Gesamt
Zielwert
bis 2010
Erreicht
2010
Ziel-
erreichung
Zielwert Ände-
rungsantrag
Prognose
Indikator 6:
Verringerung des Anteils der
Schulabgänger/innen ohne Hauptschulab-
schluss
Ergebnis 6,5% 6,5% 8,6% 76% 6,5%
Indikator 7:
Geförderte Schüler/innen und
Ausbildungsplatzsuchende
Output 220.000 94.286 33.149* 35% 104.000
Tabelle 36: Indikatoren des Operationellen Programms im Einsatzfeld 3. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
30.9.2010, amtliche Statistik. *) Stand: 31.12.2010
Diese Zielwerte wurden teilweise durch den Änderungsantrag modifiziert. Der Änderungsantrag steht
unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Europäische Kommission. Im Einzelnen stellt sich die Ziel-
erreichung wie folgt dar:
Die zu Beginn der Förderperiode gesetzten Ziele können nicht erreicht werden. Die Ziele
wurden im Änderungsantrag angepasst, gleichwohl bedarf es vor dem Hindergrund der bis-
herigen Ergebnisse besonderer Anstrengungen, um die neuen Ziele zu erreichen.
Indikator 6:
Die Zahl der Schulabbrecher/innen ist zwar seit Beginn der Förderperiode zurückge-
gangen, der ambitionierte Zielwert von 6,5 Prozent wird hingegen nicht erreicht.
Indikator 7:
Laut ursprünglicher Planung des Operationellen Programms sollten in der gesamten
Förderperiode insgesamt 220.000 Schüler/innen und Ausbildungsplatzsuchende erreicht werden.
Von den bis Ende 2010 rund 94.000 zu erreichenden Personen wurden laut Monitoring rund
33.100 gefördert. Die nunmehr reduzierten Planungen des Änderungsantrages in Höhe von
104.000 zu erreichenden Personen erscheinen vor dem Hintergrund der bisher erreichten Outputs
ambitioniert – es bedarf besonderer Anstrengungen, um dieses Ziel zu erreichen.
Es besteht somit Steuerungspotenzial im Hinblick auf die Zielerreichung der Outputs, sowie die Ef-
fektivität der geförderten Maßnahmen zur Vermeidung von Schulabbrüchen.
Gesamtauswertung und Zielgruppenerreichung
In der Regel spiegeln die Indikatoren des Operationellen Programms eine Teilmenge der Förderung
wider. Nachfolgend wird der erreichte Programmfortschritt anhand aller vorliegenden Fördergegen-
stände betrachtet:
Vorhabensbereich
Anz.
Projekte
Eintritte
In % der Eintritte
Frauen
Jüngere
U25
Ältere
Ü50
Erwerbs-
tätige
Arbeits-
lose
Nicht-
erwerbs-
tätige
Migr.
Benach-
teiligte/
ohne Ab-
schluss
B.3.1
Berufsorientierung, Verbesserung des
Schulerfolgs – SMK
389 21.603 48% 51% 0% 3% 1% 96% 7% 87%

image
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3. Bewertung des Operationellen Programms (ESF)
Beitrag des ESF zur Erreichung der strategischen Ziele des
Operationellen Programms
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Vorhabensbereich
Anz.
Projekte
Eintritte
In % der Eintritte
Frauen
Jüngere
U25
Ältere
Ü50
Erwerbs-
tätige
Arbeits-
lose
Nicht-
erwerbs-
tätige
Migr.
Benach-
teiligte/
ohne Ab-
schluss
B.3.2
FSJ, Projekte für Schulverweigerer/
Schulsozialarbeit – SMS
33 524 52% 89% 0% 0% 74% 26% 5% 67%
B.3.3 FÖJ – SMUL
35
713
65%
99%
0%
11%
9%
80%
2%
7%
B.3.4
Berufsorientierung und -vorbereitung –
SMWA Ref. 24
10 14.022 50% 50% 0% 0% 0% 100% 0% 99%
B.3.5
Chancengleichheit: lebenslanges Lernen,
Berufswahlkompetenz – SMS
3 119 100% 0% 0% 0% 0% 100% 3% 100%
Summe Einsatzfeld 3
470
36.981
49%
52%
0%
2%
2%
96%
4%
90%
Tabelle 37: Materieller Verlauf Einsatzfeld Ziel A1. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 30.9.2010.
Im Einzelnen:
Die Förderung konzentriert sich auf Projekte zur Berufsorientierung und Verbesserung des
Schulerfolgs.
In den einzelnen Programmen des Einsatzfeldes wurden bisher knapp 37.000 Personen gefördert.
Förderschwerpunkte bestehen in den Vorhabensbereichen B.3.1 und B.3.4, die insbesondere auf
Berufsorientierung ausgerichtet sind.
Die Anteile von Jüngeren und Personen ohne beruflichen Abschluss entsprechen den Erwartungen
an die Förderansätze in diesem Einsatzfeld.
Im Vorhabensbereich Chancengleichheit ist der Umsetzungsstand relativ gering
Im Vorhabensbereich B.3.5 (Chancengleichheit) wurden bislang 3 Vorhaben mit 119 Personen ge-
fördert. Dieses Programm wurde bisher nur in sehr geringem Umfang umgesetzt. Es besteht Um-
steuerungspotenzial.
Es wird in allen Vorhabensbereichen eine hohe Teilhabe von Frauen erreicht.
Der im Durchschnitt erreichte Frauenanteil von 49 Prozent zeigt, dass es in den Programmen ge-
lingt, Frauen entsprechend ihres Anteils in der Grundgesamtheit zu fördern.
In den Maßnahmen zur Vermeidung von Schulabbrüchen ist der Männeranteil im Verhältnis zu de-
ren Anteil an den Schulabbrecher/innen zu niedrig. Dieser Zusammenhang ist erklärungsbedürftig
und soll in der Fachevaluation näher betrachtet werden.
Migrant/innen werden in einem geringen Teil der Vorhaben unterdurchschnittlich erreicht.
Der Anteil von Migrant/innen an den Schulabgänger/innen betrug im Schuljahr 2008/2009 rund 4,2
Prozent. Im Durchschnitt der Maßnahmen dieses Einsatzfeldes wird dieser Anteilswert erreicht. Er-
klärungsbedürftig ist, warum im Vorhabensbereich B.3.4 trotz einer erheblichen Reichweite so gut
wie keine Migrant/innen erreicht werde. Auch besteht angesichts des unterdurchschnittlichen An-
teils von Migrant/innen im Vorhabensbereich Freiwilliges Ökologisches Jahr (B.3.3) noch Optimie-
rungspotenzial.

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3.3.2
Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche
Im
Einsatzfeld 4
fördert der Freistaat Sachsen Programme, die auf eine Verbesserung des Ausbil-
dungsplatzangebotes ausgerichtet sind. Hierbei kommen Instrumente wie z.B. die Förderung von zu-
sätzlichen Ausbildungsplätzen oder die Verbesserung der Ausbildungsqualität zum Einsatz. Diese
Maßnahmen sollen einen Beitrag dazu leisten, die beruflichen Kompetenzen der Jugendlichen zu ver-
bessern und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Die Programme richten sich teilweise an
benachteiligte Jugendliche und Altbewerber/innen.
Finanzieller Verlauf
Für das Einsatzfeld 4 stehen für die Förderperiode laut aktueller Planung
28
ESF-Mittel in Höhe von
175,7 Mio. Euro zur Verfügung. Dies sind 20 Prozent der im OP für die gesamte Förderperiode vorge-
sehenen Mittel.
ESF-Mit t el in Mio. Euro
175,7
264,4
106,6
52,1
-
50
100
150
200
250
300
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Plan (n+2)
Bewilligt - Prognose
Bewilligt - IST
Ausgezahlt
Abbildung 8: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 4.
In den zugehörigen Vorhabensbereichen stellt sich der finanzielle Verlauf im Detail wie folgt dar:
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Quelle: Vorhabensfinanzierungsplan vom Stand 22.9.2010.

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ESF-MITTEL in Mio. Euro
In % der geplanten
Mittel
Vorhabensbereich
Plan
Bewil-
ligt
IST
Bewil-
ligt bis
2010
Bewilligt
PROGNOSE
2015
Ausge-
zahlt
Bewil-
ligung
Aus
zah-
lung
B.4.1
Förderung betriebliche/ betriebsnaher Ausbildung –
SMWA Ref. 24
161,9
104,9
72,9
260,7
51,3 65% 32%
B.4.2
Förderung betriebliche/ betriebsnahe Ausbildung in
LuF – SMUL
5,0
1,2
1,0
3,6
0,5 24% 10%
B.4.3 Zusatzqualifikationen für Berufsfachschüler – SMK
1,0
0,1
0,1
0,2
0,0 12% 4%
B.4.4
Personal- und Qualitätssicherung im Sozial- und Ge-
sundheitsbereich – SMS
7,8
0,4
0,4
1,3
0,3 5% 3%
Summe Einsatzfeld 4
175,7
106,6
74,3
264,4
52,1 61% 30%
Tabelle 38: Finanzieller Verlauf Einsatzfeld 4. Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten: 30.9.2010. Plandaten: Vorha-
bensfinanzierungsplan vom 22.9.2010.
Im Einzelnen:
Die Bewilligungen erreichen einen sehr hohen Stand und müssen in den nachfolgenden
Jahren deutlich reduziert werden.
Von den für die gesamte Förderperiode geplanten 175,7 Mio. Euro sind 106,6 Mio. in Bewilligun-
gen gebunden. Der hohe Mittelbindungsrad ist allein auf den Vorhabensbereich B.4.1 (Förderung
betrieblicher/ betriebsnaher Ausbildung zurückzuführen.
Die Prognose auf Basis des derzeitigen Bewilligungsstandes zeigt, dass die Mittel voraussichtlich
nicht bis zum Ende der Förderperiode ausreichen werden, wenn die Förderung auf dem jetzigen
Stand aufrecht erhalten würde. Gemäß Änderungsantrag ist zudem, unter Vorbehalt einer Geneh-
migung durch die Europäische Kommission, eine Mittelreduzierung auf 171,3 Mio. Euro geplant.
Noch im Jahr 2010 wurden in diesem Einsatzfeld rund 19,4 Mio. Euro neu bewilligt, im Wesentli-
chen für den Fördergegenstand „Landesergänzungsprogramm 2010“. Unter der Annahme, dass
bis zum Jahr 2014 noch weitere Mittel bewilligt werden, stehen für die noch verbliebenen vier Be-
willigungsjahre 2011 bis 2014 für das gesamte Einsatzfeld Mittel von jährlich ca. 16 Mio. Euro zur
Verfügung. Die Maßnahmen im Vorhabensbereich B.4.1 (Förderung betrieblicher/betriebsnaher
Ausbildung) müssen z.T. zurückgefahren werden.
Der finanzielle Umsetzungsstand der kleineren Vorhabensbereichen ist dagegen unter-
durchschnittlich.
Der Vorhabensbereich B.4.2 (Landwirtschaft) ist mit einem Bewilligungsstand von 24 Prozent un-
terdurchschnittlich. Hier besteht Handlungsbedarf im Hinblick auf die weitere Programmumsetzung.
Im Vorhabensbereich B.4.3 (Zusatzqualifikationen für Berufsfachschüler) wurde der Planungsan-
satz im Änderungsantrag erheblich reduziert. Der Vorhabensbereich B.4.4 (Sozial- und Gesund-
heitsbereich) wurde eingestellt.

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Der hohe Bewilligungsstand spiegelt sich in den Auszahlungen wider.
Bezogen auf das Gesamtbudget wurden bislang 52 Prozent der Mittel ausgezahlt. Vor dem Hinter-
grund der Zielmarke von 17 Prozent ist der Auszahlungsstand sehr hoch und steht im Zusammen-
hang mit dem hohen Umsetzungsstand des Programms.
Regionale Verteilung der Fördermittel
Die bewilligten ESF Mittel sind wie folgt nach den sächsischen Regionen verteilt:
Abbildung 9: Bewilligungsstand im Einsatzfeld 4 – regionale Verteilung Quelle: Monitoringdaten der SAB. Stand der Daten:
30.9.2010.
Die Mittel konzentrieren sich auf städtische Regionen.
Auf den
Direktionsbezirk Chemnitz
entfallen 38,1 Mio. Euro – 36 Prozent der Fördermittel. Im
Vergleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (32 Prozent) und
dem Anteil an der sächsischen Bevölkerung (37 Prozent) erhält der Direktionsbezirk Chemnitz ei-
nen überdurchschnittlichen Anteil. Die Mittel konzentrieren sich auf den Kreis Zwickau mit 28,7 Mio.
Euro. Alle anderen Landkreise sind dagegen unterdurchschnittlich beteiligt.
Auf den
Direktionsbezirk Dresden
entfallen 42,3 Mio. Euro – 40 Prozent der Fördermittel. Im
Vergleich zum durchschnittlichen Mitteleinsatz des Operationellen Programms (45 Prozent) unter-

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durchschnittlich. Dieser unterdurchschnittliche Mitteleinsatz gilt nicht für die Stadt Dresden, auf die
allein 36,6 Mio. Euro entfallen.
Auf die
Phasing-Out-Region Direktionsbezirk Leipzig
entfallen 26,2 Mio. Euro. Mit einem Anteil
von 25 Prozent liegt diese Region geringfügig über dem Durchschnitt des Operationellen Pro-
gramms, sowie dem Anteil, der für die Phasing-Out-Region vorgesehen ist (23 Prozent). Auch hier
konzentrieren sich die Mittel auf die Stadt Leipzig, während die umliegenden Kreise eher unter-
durchschnittlich an der Förderung beteiligt sind.
Materieller Verlauf
Ziele des Operationellen Programms
Im Operationellen Programm wurden für das Einsatzfeld 4 folgende Indikatoren aufgestellt:
Indikator
Typ
Zielvorgabe
Gesamt
Zielwert
bis 2010
29
Erreicht
2010
Ziel-
erreichung
Zielwert Ände-
rungsantrag
Prognose
Indikator 8:
Reduzierung der Versorgungslücke
Änderungsantrag: Zahl der erfolgreich ab-
geschlossenen Ausbildungen bzw. Qualifi-
zierungen
Ergebnis
7.973
(2010)
7.973
ca.
11.300
Geändert:
95.000
erfolgreich ab-
geschlossene
Ausbildungen