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Programmevaluierung
der Prioritätsachse B
Endbericht
17. Januar 2012

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Dokumentinformationen
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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17. Januar 2012
Steria Mummert Consulting AG
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Programmevaluierung der Prioritätsachse B des Operationellen Programms des Freistaates Sachsen für
den Europäischen Sozialfonds (ESF) im Ziel Konvergenz in der Förderperiode 2007-2013
Programmevaluierung
der Prioritätsachse B
Endbericht
Auftraggeber: Verwaltungsbehörde für den Europäischen Sozialfonds - Sächsisches Staatsministeri-
um für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Version:
2.0
Endbericht
Datum:
17. Januar 2012
Projektnummer:
P-16525-02
Kommentar:
Dieses Dokument basiert auf:
Konzept 0.9
Zwischenbericht 1.0
Ansprechpartner:
Maciej Dabrowski
Telefon:
+49 (0)40 22703 - 5224
Fax:
+49 (0)40 22703 - 1224
E-Mail:
maciej.dabrowski@steria-mummert.de
Standort:
Steria Mummert Consulting AG
Hans-Henny-Jahnn-Weg 29
22085 Hamburg

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Verzeichnisse
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Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung .................................................................................................................................. 4
Management Summary ...........................................................................................................................9
1
Ausgangslage und Zielsetzung......................................................................................... 13
2
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des Operationellen
Programms........................................................................................................................ 16
2.1
Bewertungsgrundlagen .....................................................................................................16
2.2
Herausforderung 5: Bildungsbiografien erfolgreich gestalten........................................... 17
2.3
Herausforderung 6: Berufliche Erstausbildung ................................................................. 21
2.4
Herausforderung 7: Stärkung der Hochschulen und des Wissenstransfers..................... 26
2.5
Weitere Herausforderungen..............................................................................................30
2.6
Schlussfolgerung und Empfehlung ................................................................................... 32
3
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der Prioritätsachse B....... 36
3.1
Bewertungsgrundlagen – Strategie des Operationellen Programms................................ 36
3.2
Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der
Berufswahlkompetenz....................................................................................................... 37
3.3
Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche ...................................... 52
3.4
Einsatzfeld 5: Förderung des Humankapitals in Forschung und Innovation sowie der
Netzwerktätigkeit
zwischen
Hochschul-
und
Forschungseinrichtungen,
Technologiezentren und Unternehmen............................................................................. 59
4
Umsetzung der Querschnittsziele ..................................................................................... 70
4.1
Bewertungsgrundlagen .....................................................................................................70
4.2
Beitrag der Vorhabensbereiche zu den Querschnittszielen.............................................. 71
4.3
Schlussfolgerung und Empfehlung ................................................................................... 78
5
Anhang..............................................................................................................................83
5.1
Liste der Empfehlungen .................................................................................................... 83
5.2
Abbildungsverzeichnis....................................................................................................... 87
5.3
Tabellenverzeichnis........................................................................................................... 87

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Zusammenfassung
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Zusammenfassung
Der vorliegende Bericht dient der Programmbewertung der Prioritätsachse B – Verbesserung des
Humankapitals. Gemäß der Aufgabenstellung fokussiert die Bewertung auf strategische Herausforde-
rungen und Ziele des Operationellen Programms. Hierfür werden die in der vorangegangenen Fach-
evaluierung der Prioritätsachse B gewonnenen empirischen Erkenntnisse nun zusammenfassend auf
die genannten übergreifenden und für die gesamte Prioritätsachse relevanten Aspekte geprüft.
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des Operationellen Programms
(siehe im Einzelnen Kap. 2)
Im Operationellen Programm für den Europäischen Sozialfonds sind die Schlussfolgerungen aus der
Analyse der Ausgangslage in Herausforderungen des Freistaates Sachsen zusammengefasst. Diese
beschreiben übergreifende Anforderungen, aus denen die Förderstrategie und konkrete Fördermaß-
namen des ESF abgeleitet werden.
Die Untersuchung der Beiträge der Vorhaben der Prioritätsachse B zu den drei dieser Prioritätsachse
zugeordneten Herausforderungen stellt sich zusammenfassend wie folgt dar:
Zur
Herausforderung 5 – Bildungsbiografien erfolgreich gestalten –
leisten insgesamt zwei
Vorhabensbereiche einen Beitrag (B.3.1 Berufsorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs –
SMK, B.3.2 FSJ, Projekte für Schulverweigerer/Schulsozialarbeit – SMS). Aufgrund des Fördervo-
lumens und der in Teilen der Förderung erreichten Reichweite, sowie der festgestellten Effektivität
der Förderung geht die Evaluierung für beide Vorhabensbereiche von einem hohen Beitrag zur
Verbesserung des Schulerfolgs aus.
Die
Herausforderung 6 – Berufliche Erstausbildung –
ist Schwerpunkt der Prioritätsachse B
und damit auch einer der Förderschwerpunkte des Operationellen Programms. Insgesamt leisten 7
der 12 Vorhabensbereiche der Prioritätsachse B einen Beitrag zu dieser Herausforderung. Die
Förderung hat sich im bisherigen Verlauf der Förderperiode auf Maßnahmen zur Schließung von
Ausbildungsstellenlücken mit einem hohen Fördervolumen konzentriert. Ferner wurden zur Bewäl-
tigung dieser Herausforderung Maßnahmen zur Berufs- und Studienorientierung gefördert.
Die
Herausforderung 7 – Stärkung der Hochschulen und des Wissenstransfers zwischen
Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen –
ist im Programmportfolio der Prioritätsachse
B im Einsatzfeld 5 (Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netz-
werktätigkeit zwischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unter-
nehmen) in allen Vorhabensbereichen verankert. Hierbei unterstreicht das Budget von derzeit rund
93,1 Mio. Euro ESF-Mitteln die hohe Bedeutung der Förderung von Hochschulen im Operationellen
Programm.

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Zusammenfassung
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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des Strategischen Ziels der Prioritätsachse B (siehe im
Einzelnen Kap. 3)
In diesem Abschnitt wird anhand der Ergebnisse der Fachevaluierung analysiert, inwiefern die in der
Strategie des Operationellen Programms aufgestellten Ziele im Programmportfolio effektiv und effi-
zient verfolgt werden.
Maßnamen im Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz
Ziel: Verbesserung des Schulerfolgs
Unterstützung leistungsschwächerer/abschlussgefährdeter Schüler/innen:
Dieses Teilziel ist
ein Schwerpunkt innerhalb des Einsatzfeldes 3. Die zugehörigen Vorhaben setzen hauptsächlich
an der Verbesserung von Schlüsselqualifikationen an und sind grundsätzlich geeignet, Bildungs-
und Leistungsdefizite mittelbar zu verringern und so zu einer Verbesserung des Schulerfolgs beizu-
tragen. Verbesserungsansätze wurden im Hinblick auf die Zielgruppenerreichung, Abgrenzung mit
der Schulsozialarbeit sowie einer wünschenswerten stärkeren Bündelung und Koordinierung der
Maßnahmen identifiziert.
Schaffung von zusätzlichen Bildungsangeboten an Schulen (z. B. im Rahmen von Ganz-
tagsschulangeboten) sowie Verhinderung von Genderspezifischen Bildungsnachteilen:
Die-
se Ziele sind im Portfolio nicht sichtbar verankert. Die Förderung von Ganztagsschulangeboten er-
folgt durch ein eigenes Landesprogramm außerhalb des ESF; eine Förderung durch den ESF ist
aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen nur sehr eingeschränkt möglich.
Stärkere internationale und interkulturelle Öffnung der Schulen:
Dieses Ziel wird im Portfolio
der Prioritätsachse B mit dem Fördergegenstand „weitere Internationale Abschlüsse“ verfolgt. Auf-
grund der geringen Inanspruchnahme ist nicht von Effekten in der Breite auszugehen.
Unterstützung im Spitzenbereich, z. B. Exzellenzförderung von Schülern bzw. Schulen:
Die-
ses Teilziel ist im Portfolio allenfalls in Form einer Förderung von leistungsstärkeren Schüler/innen
im Vorhabensbereich B.3.1 im Fördergegenstand Ferienakademien punktuell verankert.
Ziel: Verbesserung der Berufsorientierung
Verbesserung der Berufsorientierung bei den Teilnehmenden:
Im Einsatzfeld 3 sind nahezu in
allen Fördergegenständen Instrumente zu diesem Ziel verankert.
Systematisierung und Bündelung der Berufsorientierung:
Dieses Teilziel wird in mehreren
Vorhabensbereichen verfolgt und ist im Förderportfolio mit zahlreichen Instrumenten verankert. Die
Ergebnisse zeigen, dass noch weitere Anstrengungen notwendig sind, die in der Zielsetzung ge-
forderte Transparenz und Bündelung des Angebots der Berufsorientierung zu erreichen.
Teilziel: Schaffung von Praxislernorten für gefährdete Schüler
Mit der Umsetzung der Produktionsschulen im Vorhabensbereich B.3.2 wurde dieses Ziel erreicht.

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Angebot von Freiwilligendiensten:
Mit der Förderung des Freiwilligen Ökologischen Jahres so-
wie mit der Förderung des Freiwilligen Sozialen Jahres trägt der ESF zur Bereitstellung eines An-
gebotes von Freiwilligendiensten bei.
Chancengleichheit in der Berufsorientierung:
Dieses Teilziel ist im Schwerpunkt im Vorhabens-
bereich B.3.5 verankert. Aufgrund des geringen Umsetzungsstandes ist aus Sicht der Evaluierung
nicht von nennenswerten Effekten hinsichtlich der Erweiterung des Berufswahlhorizonts bzw. der
im Anschluss an die Förderung getroffenen Berufswahlentscheidungen auszugehen.
Maßnahmen im Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche
Bereitstellung betriebsnaher Ausbildungsplätze zur Schließung von Ausbildungsplatzlü-
cken:
Durch die Förderung im Vorhabensbereich wurden mit einem hohen Mitteleinsatz rund
10.000 Jugendliche gefördert. Die Entscheidung, die Mittel in diesem Bereich zurückzufahren, ist
vor dem Hindergrund veränderter Rahmenbedingungen, insbesondere der sich schließenden Aus-
bildungslücke aus Sicht der Evaluierung nachvollziehbar.
Verbesserung des betrieblichen Ausbildungsstellenangebots für benachteiligte Jugendli-
che:
Dieses Ziel sieht die Evaluierung nur ansatzweise in der Förderung verankert.
Verbesserung der Ausbildungsleistung und –qualität:
Die Umsetzung erfolgt durch Verbund-
ausbildung oder überbetriebliche Lehrunterweisung: In den Maßnahmen wurden seit 2008 ca.
80.000 Auszubildende erreicht.
Erhöhung von Arbeitsmarktchancen durch Vermittlung von Zusatzqualifikationen für Aus-
zubildende:
Die Förderung erfolgt in drei Vorhabensbereichen. Die Ergebnisse zeigen im Großen
und Ganzen, dass es gelingt, Auszubildenden zusätzliche arbeitsmarktrelevante Kenntnisse zu
vermitteln, die über die regulären Lehrpläne hinausgehen.
Zusätzliche und ergänzende berufliche Praxisphasen im Rahmen des Berufsvorbereitungs-
jahres (BVJ) oder des Berufsgrundbildungsjahres (BGJ):
Ziele wurden im Rahmen von Schul-
versuchen umgesetzt, Umsetzung in Regelförderung wird geprüft.
Unterstützung des Übergangs von der Ausbildung in Beschäftigung:
Für eine künftige Förde-
rung ist der Übergang an der zweiten Schwelle nicht hinreichend im Programmportfolio verankert.
Maßnahmen im Einsatzfeld 5: Förderung des Humankapitals in Forschung und Innovation sowie der
Netzwerktätigkeit zwischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unter-
nehmen
Förderung von Promotionen und Forschergruppen:
Die Förderung ist mit einem hohen Förder-
volumen als Schwerpunkt im Programmportfolio verankert.
Qualifizierung von Absolventen und Vorbereitung auf die berufliche Praxis in enger Verzah-
nung von Hochschule und Unternehmen:
Die Evaluierungsergebnisse für die Nachwuchsfor-
schergruppen zeigen, dass eine Qualifizierung der Geförderten weitgehend umgesetzt wird. Dies

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Zusammenfassung
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äußert sich unter anderem dadurch, dass zahlreiche Nachwuchsforscher/innen Ihre Teilnahme zur
wissenschaftlichen Qualifizierung durch ein Promotions- oder Habilitationsvorhaben nutzen.
Technologie- und Wissenstransfer bei der Bearbeitung von Forschungs- und Entwicklungs-
themen:
Die Untersuchungsergebnisse im Fördergegenstand Nachwuchsforschergruppen zeigen,
dass eine Vernetzung mit der Wirtschaft umgesetzt wird. Die Mehrheit der Projekte hat Kontakte zu
Unternehmen etabliert, auch wurden konkrete Maßnahmen zum Wissens- und Know-how-Transfer
durchgeführt.
Ausgründungen von Unternehmen aus den Hochschulen:
Aufgrund der bisher im Verhältnis
kurzen Laufzeit der Programme, ist noch nicht bewertbar, inwieweit es im Zuge der Förderung zu
Ausgründungen von Unternehmen aus den Hochschulen kommt.
Innovative Vorhaben zur Ausgestaltung der Schnittstelle zwischen tertiären Bildungsein-
richtungen und Wirtschaft, teilweise mit Blick auf traditionelle Märkte in den MOE-Staaten
:
Das Förderportfolio enthält mehrere Instrumente, die auf die Ausgestaltung der Schnittstelle zur
Wirtschaft ausgerichtet sind. Ein spezifisches Instrument zur Verfolgung dieses Ziels sowie einen
Bezug zu den MOE-Staaten sieht die Evaluierung dagegen nicht explizit im Förderportfolio veran-
kert. Eine Überprüfung dieses Ziels erscheint angezeigt.
Qualifizierung zum Thema Unternehmergeist:
Das Ziel wird in der Prioritätsachse B nur punktu-
ell umgesetzt. Die Umsetzung erfolgt durch die Gründungsinitiativen in der Prioritätsachse A.
Förderung im Kontext der Berufsakademien:
Dieses Ziel wird im Vorhabensbereich B.5.2 mit
der Anpassungs- und Ausbilderqualifizierung mit eigens auf dieses Ziel ausgerichteten Förderge-
genständen verfolgt.
Aufbau eines Weiterbildungsangebots für Beschäftigte:
Dieses Ziel wird im Förderportfolio im
Fördergegenstand postgraduale Bildungsangebote adressiert. Verbesserungsbedarf besteht aus
Sicht der Evaluierung insbesondere im Hinblick auf eine stärkere Vernetzung mit der Wirtschaft –
die Anträge gehen nur selten auf solche Impulse zurück.
Aufbau von Career Services:
Die Career Services wurden an mehreren Standorten aufgebaut
und mit einer aus Nutzersicht hohen Qualität umgesetzt. Wesentliche Herausforderung ist eine
Verstetigung der Angebote über die ESF-Förderung hinaus.
Förderung von wissenschaftlichen Karrieren von Frauen:
Dieses Ziel ist im Förderportfolio in
zwei Fördergegenständen verankert, zum einen durch eine Förderung der Fortsetzung der Promo-
tions- oder Habilitationsphase von wissenschaftlichen Mitarbeitern nach familienbedingter Unter-
brechung sowie zum anderen durch Mentoringnetzwerke.
Umsetzung der Querschnittsziele (siehe im Einzelnen Kap. 4)
Ausgehend von den Untersuchungen der Fachevaluierung und den durchgeführten Dokumentenana-
lysen wurde für jeden thematischen Förderschwerpunkt der Beitrag zu den Querschnittszielen Chan-

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Zusammenfassung
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cengleichheit, Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels und Nachhaltigkeit in
den drei Dimensionen ökologisch, ökonomisch und sozial untersucht.
Die Evaluierung kommt zum Schluss, dass das Portfolio der Prioritätsachse B im Ergebnis der Förde-
rung vor allem einen sichtbaren Beitrag zum Querschnittsziel Bewältigung des demografischen und
wirtschaftlichen Wandels leistet. Auch die drei Dimensionen des Ziels Nachhaltigkeit sieht die Evaluie-
rung bis auf punktuelle Verbesserungsansätze hinreichend im Förderportfolio umgesetzt. Das Ziel
Chancengleichheit spielt strukturell eine untergeordnete Rolle, wobei in ausgewählten Fördergegens-
tänden Verbesserungsansätze identifiziert wurden.

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Management Summary
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Management Summary
The report at hand serves as the program evaluation of priority axis B – improvement of human capital.
According to the conceptual formulation the evaluation focuses on strategic challenges and objectives
of the operational program. For this purpose the empirical findings of the previous evaluation of priority
axis B are now cross-checked for aspects relevant to the whole priority axis.
Contribution of the measures towards handling the challenges of the operational program (see
ch. 2 for details)
In the operational program for the European Social Fund results of an analysis of the initial status are
summed up as challenges for the Free State of Saxony. They describe overall requirements from
which the funding strategy and also funding measures of the ESF are derived.
To sum up, the analysis of the contributions of priority axis B to the three challenges assigned to this
priority axis turns out as follows:
Challenge 5 – framing successful educational biographies
– two fields of intervention (B.3.1
career and study orientation, improvement of school success
– SMK, B.3.2
voluntary social year,
projects for school truants, school social work
– SMS) contribute to that challenge. Due to the fund-
ing volume, achieved scope in part of the funding and effectiveness of the funding, the evaluation
attests a high contribution to the improvement in school success for both funding measures.
Challenge 6 – initial vocational training
– being the main focus of priority axis B it is also seen as
one of the funding priorities of the operational program. Seven out of twelve funding areas of prior-
ity axis B contribute in total to this challenge. The funding focuses on measures reducing the voca-
tional training gap with a high funding volume. In addition, measures contributing to career and
study orientation have been supported.
Challenge 7 – strengthening universities and knowledge transfer between scientific institu-
tions and businesses –
anchors in all funding measures of the program portfolio of priority axis B
in the field of operational area 5 (promotion of human potential in research and innovation as well
as network activities between universities and research institutions, technology centres and busi-
nesses). The budget of €93.1 million ESF funds underlines the importance of the promotion of uni-
versities in the operational program.
Contributions of the projects to the achievement of strategic objective in priority axis B (see ch.
3 for details)
This part of analysis focuses on the extent to which the goals provided in operational program strategy
are effectively and efficiently pursued.

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Management Summary
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Measures in operational area 3: Promotion of lifelong learning and improvement of career choosing
competences
Objective: Improvement of school success
Support of under-performing students and students endangered to leave school without a
degree:
This component is part of the focus in operational area 3. The corresponding measures
aim at improving key qualifications and are generally capable of decreasing educational perform-
ance deficits indirectly and contribute to school success. Suggestions for improvement have been
identified with regards to the reaching of the target group, the delimitation to school social work and
a desirable stronger focus and coordination of measures.
Creation of additional educational offers at schools (e.g. in the context of full-time schools)
as well as prevention of gender specific educational disadvantages:
Those objectives are not
clearly anchored in the portfolio.
Stronger international and intercultural openness at schools:
This objective is being pursued
in the portfolio of priority axis B with the funding measure “further
international degrees”.
Due to lit-
tle demand one cannot assume a wide range of effects.
Support at top level, e.g. promotion of excellence of students and schools:
This target is an-
chored as the promotion of high-achieving students in the field of intervention B.3.1, funding meas-
ure
holiday academy.
Objective: Improvement of career orientation
Improvement of career orientation of the participants:
In the operational area 3 nearly all fund-
ing measures are instruments aimed at this objective.
Systematization and bundling of career orientation:
This objective is pursued in several funding
areas and is positioned with several instruments in the funding portfolio. The results show that
more efforts has to be done in order to comply with the claim of transparency and bundling of ca-
reer orientation offers.
Interim objective: Creation of training venues for practical instructions for at-risk students
This objective has been met with the implementation of
production schools
in the field of interven-
tion B.3.2.
Supply of voluntary services:
With the funding of the voluntary ecological year as well as the
voluntary social year the ESF contributes to the provision of voluntary services.
Equal chances in career orientation:
This interim objective is anchored mainly in funding area of
B.3.5. Due to the low level of implementation, the evaluation does not see any significant effects
regarding a widening the possibilities of choosing career paths and the actual career choice made
after the measure respectively.

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Measures in operational area 4: Promotion of vocational training for young people
Provision of company-related training in order to close the training gap:
Due to the funding
10,000 young people have been supported with a high deployment of resources. According to the
evaluation, the decision to decrease the amount of resources in this area is justified regarding the
changing framework, especially due to the closing of the training gap.
Improvement of in-company training schemes for disadvantaged young people:
This objec-
tive is only partly anchored in the funding.
Improvement of performance and quality of training:
The implementation succeeds with help of
corporative training schemes and supra-company training measures: 80,000 trainees have been
reached since 2008.
Increase of chances on the job market due to additional qualifications of trainees:
The fund-
ing takes place in three areas. Analysis results show that measures are overall successful in con-
veying additional labour-market relevant qualifications that exceed the regular curriculum.
Additional and supplementary professional practise phase in the context of the year for
professional preparation or year of basic professional education:
This objective is pursued in
the context of pilot-projects.
Support of the transition from training to occupation:
For future funding the transition is not
sufficiently anchored in the program portfolio.
Measures in operational area 5: Promotion of human capital in research and innovation as well as the
network activities between universities and research institutions, technological centres and businesses
Promotion of PhDs and research groups:
Considering the high funding volume, this measure
constitutes the focus of the program portfolio.
Qualification of graduates and preparation for professional purposes in close cooperation
of universities and businesses:
Results of the evaluation of junior research groups show that
qualifications of the participants are achieved to a large extent, i.e. numerous junior researchers
mainly use funding in order to achieve the PhD degree or post-doctoral habilitation.
Technology and knowledge transfer through work on research and development themes:
The research results of the funding measure
junior research groups
show that network activities
with businesses are implemented. The majority of the projects have established contacts to com-
panies. Also knowledge and know-how transfer have been successfully accomplished.
Spin-off companies from universities:
Due to the relatively brief term of the project it cannot yet
be assessed to what extent funding adds to the creation of spin-off companies from universities.
Innovative measures for shaping the interface between tertiary educational institutions and
the economy, partly with regards to the traditional markets in the CEEs:
The funding portfolio

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contains several instruments aiming at the shape of the interface with the economy. However, the
evaluation has neither detected any specific instrument for the pursuit of this objective nor any ref-
erence to the CEEs in the funding portfolio. A review of this objective seems advisable.
Qualification with regards to entrepreneurial spirit:
The objective is implemented only selec-
tively in priority axis B. The implementation is achieved with funding of start-up initiatives in priority
axis A.
Funding in the context of vocational academies:
This objective is pursued with
adaptation quali-
fication
and
instructor qualification
in field of intervention B.5.2 with specifically developed meas-
ures.
Development of training offers for employees:
In the funding portfolio this objective is ad-
dressed in the promotion measure
post-graduate training offers.
In view of the evaluation there is
room for improvement with regard to a stronger networking with the economy – the applications are
rarely giving hints to such impulses.
Development of career services:
The career services have been built up at several locations and,
according to users, show a high level of implementation quality. An essential challenge will be a
continuous supply independent of the ESF-funding.
Promotion of scientific careers of women:
This objective is positioned in two of the funding
measures in the funding portfolio. Scientific assistants are supported after their family phase in or-
der to continue their doctoral and post-doctoral phases as well as mentoring networks.
Implementation of cross-sectional objectives (see ch. 4 for details)
Based on the research of the evaluation and a document analysis, the contributions of every thematic
priority to fulfil the cross-sectional objectives, i.e. equal opportunities, handling the demographic and
economic change as well as sustainability within the three dimensions ecological, economic, and so-
cial were analyzed.
The evaluation concludes that in the result of the funding practice the portfolio of priority axis B con-
tributes particularly to the cross-sectional objective handling the demographic and economic change.
Except for selective suggestions for improvement the evaluation approves the implementation of the
three dimension of sustainability in the funding portfolio. The objective of equal chances plays a struc-
turally subordinate role. However, suggestions for improvement in selected funding measures have
been identified.

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Ausgangslage und Zielsetzung
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1 Ausgangslage und Zielsetzung
Der vorliegende Bericht dient der Programmbewertung der Prioritätsachse B – Verbesserung des
Humankapitals. Gemäß der Aufgabenstellung fokussiert die Bewertung auf strategische Herausforde-
rungen und Ziele des Operationellen Programms. Hierfür werden die in der vorangegangenen Fach-
evaluierung der Prioritätsachse B gewonnenen empirischen Erkenntnisse nun zusammenfassend auf
die genannten übergreifenden und für die gesamte Prioritätsachse relevanten Aspekte geprüft. Inso-
fern soll der Bericht die Steuerung des Gesamtprogramms in der Prioritätsachse B maßgeblich unter-
stützen.
Evaluierungsplan
Im Rahmen der zweiten Evaluierungsphase (2010-2012) sind folgende Untersuchungen vorgesehen:
Bericht
Voraussichtliche
Fertigstellung
3. Bewertung des Operationellen Programms
März 2011
Fachevaluierung der Prioritätsachse A
März/April 2011
Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Mai 2011
Fachevaluierung der Prioritätsachse B
Oktober 2011
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
November 2011
Fachevaluierung der Prioritätsachse C
Mai 2011
Programmevaluierung der Prioritätsachse C
Juni 2012
Fachevaluierung der Prioritätsachse E
Juni 2012
Programmevaluierung der Prioritätsachse E
September 2012
4. Bewertung des Operationellen Programms
November 2012
Tabelle 1: Zeitplan für die Evaluierungen 2010-2012
Die zweite Phase der Evaluierung des Europäischen Sozialfonds wurde mit dem Bericht zur dritten
Bewertung des Operationellen Programms eingeleitet. Aufbauend auf den Ergebnissen der Facheva-
luierung der Prioritätsachse B, die sich auf die Bewertung der einzelnen Vorhabensbereiche konzent-
riert, dokumentiert der vorliegende Bericht die Bewertung übergreifender Aspekte für das gesamte
Portfolio dieser Prioritätsachse.
Aufgabenstellung und Aufbau des Dokuments
Wesentliche Grundlage für die Konzeption der Untersuchung sind die im Evaluierungsplan für die
Programmevaluierung aufgeworfenen Untersuchungsfragen. Diese übergreifenden Fragestellungen
sind teilweise in die Konzeption der Fachevaluierungen eingeflossen, so zum Beispiel Fragestellungen
zur ökologischen Nachhaltigkeit, die in Befragungen und Interviews abgefragt wurden.
Laut Evaluierungsplan sind folgende Fragestellungen zu beantworten:

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Ausgangslage und Zielsetzung
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Kapitel
Fragestellung
Kapitel 3
Frage 10:
Wie sind Wirkung, Effektivität und Effizienz der Vorhaben der Prioritätsachse B zur Erreichung des Strategischen Ziels
„Erhöhung des Humankapitals und der Innovationsfähigkeit durch Vermeidung von Schulversagen, Berufsvorbereitung,
Ausbildung sowie Stärkung des Wissenstransfers aus Forschung und Wissenschaft in den Unternehmenssektor“ zu bewer-
ten?
Kapitel 2
Frage 11:
Wie ist der Beitrag der Vorhaben der Prioritätsachse B zur Bewältigung der Herausforderungen 5, 6, und 7 zu bewerten?
Werden weitere Herausforderungen bewältigt?
Kapitel 3
Frage 12:
Wie fällt der Vergleich der Wirksamkeit der Instrumente der Prioritätsachse B zu anderen, ähnlichen Förderinstrumenten
aus?
Kapitel 4
Frage 13:
In welchem Umfang sind in den Förderkonzepten umwelt- und nachhaltigkeitsrelevante (ökologisch, ökonomisch und
sozial), chancengleichheitsrelevante (bezogen auf die Dimension Chancengleichheit von Frauen und Männern) und auf die
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandel bezogene Lehrinhalte / Unterrichtsbausteine vorhanden?
Falls ja, ist zu evaluieren, ob damit die beabsichtigten Wirkungen erzielt werden und wo ggf. Verbesserungspotentiale
bestehen. Falls nein, ist zu evaluieren, ob die Wahrnehmung der Teilnehmer dies bestätigt und ob entsprechende Lehrin-
halte sinnvoll integriert werden können.
Das nachfolgende Kapitel 2 analysiert den Beitrag der Vorhaben der Prioritätsachse B zur Bewälti-
gung der im Operationellen Programm aufgestellten
Herausforderungen
. Dort sind übergreifende
Anforderungen beschrieben, aus denen die Förderstrategie und mittelbar auch konkrete Fördermaß-
namen des ESF abgeleitet werden. Nachfolgend wird der Beitrag der Vorhaben der Prioritätsachse B
zu den drei dieser Prioritätsachse zugeordneten Herausforderungen untersucht. Dies beinhaltet auch
eine Bewertung der Relevanz von Herausforderungen.
Im Kapitel 3 erfolgt eine Bewertung der Vorhaben zur
Erreichung des strategischen Ziels
der Priori-
tätsachse B. Hierfür wird auf Basis des Operationellen Programms ein Bewertungsrahmen hergeleitet
und auf Ebene der beiden in der Prioritätsachse B programmierten Einsatzfelder und deren spezifi-
scher Ziele weiter operationalisiert. Anschließend wird geprüft, inwieweit die durchgeführten Vorhaben
einen wirksamen Beitrag zu den gesetzten
strategischen Zielen
leisten. Wesentliche Grundlage hier-
für sind die in der Fachevaluierung gewonnenen empirischen Erkenntnisse. In diesem Zusammen-
hang wird unter dem Stichwort
Effizienz
analysiert, ob der Mitteleinsatz in Bezug auf den Programm-
ansatz und die Zielerreichung den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit und Wirtschaftlichkeit genügt.
Soweit möglich und notwendig werden hierfür
Vergleiche mit ähnlichen Instrumenten
, z. B. in ande-
ren Bundesländern, herangezogen.
Im abschließenden Kapitel 4 dokumentiert die Evaluierung die Bewertung der Umsetzung der
Quer-
schnittsziele
des Operationellen Programms. Hierbei fließen die Untersuchungsergebnisse der
Fachevaluierung in den einzelnen Vorhabensbereichen ein.
Datenlage
Die vorliegende Programmevaluierung beruht im Wesentlichen auf den Erhebungen der Fachevaluie-
rung. Deren Datengrundlagen stellen sich im Überblick wie folgt dar:
Monitoring-Daten
zum Datenstand 30.06.2011.
Auf diesen Datenstand wurde zurückgegriffen, um eine einheitliche Datenlage zwischen Fach- und
Programmevaluierung sicherzustellen. Die Monitoring-Daten wurden mangels einer geeigneten

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Ausgangslage und Zielsetzung
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Schnittstelle von Steria Mummert Consulting für die Auswertung konsolidiert und plausibilisiert.
Daher sind Abweichungen gegenüber den vorliegenden Monitoring-Berichten möglich.
Dokumentenanalysen.
Ausgewertet wurden insbesondere die vorliegenden Förderrichtlinien und Förderkonzepte sowie
Dokumente der Europäischen Kommission und des Freistaates Sachsen zur Förderstrategie und
Grundsatzfragen. Darüber hinaus wurden für einzelne Fragestellungen Verwendungsnachweise,
Informationen der Sächsischen Aufbaubank (SAB) und Unterlagen von Projektträgern verarbeitet.
Daten der amtlichen Statistik.
Ausgewertet wurden insbesondere Quellen für die Darstellung der Ausgangslage der einzelnen
Vorhabensbereiche (Mikrozensus, Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Landesstatistiken).
Gespräche/Interviews.
Es wurden Fachgespräche mit einem Teil der Fondsbewirtschafter/innen und der SAB geführt.
Darüber hinaus wurden für einzelne Fragestellungen Interviews mit Projektträgern, Beratungsstel-
len oder zum Zwecke des Programmvergleichs Gespräche mit Programmverantwortlichen anderer
Bundesländer geführt.
Schriftliche Erhebungen.
Es wurden zahlreiche standardisierte Erhebungen von Teilnehmer/innen, Projektträgern, Unter-
nehmen und Existenzgründer/innen postalisch oder online durchgeführt.
Darüber hinaus wurden zu thematischen Vergleichen mit anderen Bundesländern Internetrecherchen
durchgeführt.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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2 Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen
des Operationellen Programms
2.1 Bewertungsgrundlagen
Im Operationellen Programm für den Europäischen Sozialfonds sind die Schlussfolgerungen aus der
sozioökonomischen Analyse der Ausgangslage und der SWOT-Analyse in Herausforderungen des
Freistaates Sachsen zusammengefasst. In diesen Herausforderungen sind übergreifende Anforderun-
gen beschrieben, aus denen die Förderstrategie und mittelbar auch konkrete Fördermaßnamen des
ESF abgeleitet werden. Diese stellen sich im Überblick wie folgt dar:
Herausforderungen in Sachsen
Prioritätsachse A
Prioritätsachse B
Prioritätsachse C
Anpassungs- und Wettbewerbsfä-
higkeit
Verbesserung des Humankapitals
Beschäftigung und soziale Einglie-
derung
Herausforderung 1:
Qualifizierte Fachkräfte
Herausforderung 5:
Bildungsbiografien erfolgreich
gestalten
Herausforderung 8:
Integrationsangebote für
Arbeitslose
Herausforderung 2:
Höhere Forschungsintensität
Herausforderung 6:
Berufliche Erstausbildung
Herausforderung 9:
Soziale Integration und Zugang zur
Beschäftigung
Herausforderung 3:
Dienstleistungswirtschaft ausbau-
en
Herausforderung 7:
Stärkung der Hochschulen und
des Wissenstransfers
Herausforderung 4:
Wissens- und technologieorientier-
te Gründungen
Herausforderung 10:
Chancengleichheit von Frauen und Männern
Abbildung 1 Herausforderungen des Freistaates Sachsen. Quelle: Operationelles Programm
Nachfolgend soll der Beitrag der Vorhaben der Prioritätsachse B zu den drei dieser Prioritätsachse
zugeordneten Herausforderungen untersucht werden. Hierfür wird zunächst auf Basis der derzeitigen
Rahmenbedingungen geprüft, ob die jeweilige Herausforderung auch weiterhin relevant ist. Anschlie-
ßend wird der Beitrag der in der Prioritätsachse B geförderten Vorhabensbereiche zur jeweiligen Her-
ausforderung bewertet. Hierbei konzentriert sich die Darstellung im Bericht in den jeweiligen Heraus-
forderungen auf diejenigen Vorhabensbereiche, bei denen ein Beitrag feststellbar ist. Auf die Darstel-
lung und Begründung bei Vorhabensbereichen, bei denen aus Sicht der Evaluierung kein oder nur ein
sehr geringer Beitrag besteht, wird aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet. Bei der Bewertung
wird unterschieden, ob ein Vorhabensbereich einen wesentlichen oder einen mittleren bis geringen
Beitrag zur Bewältigung leistet. Dies ist in den unten stehenden Tabellen wie folgt gekennzeichnet:
●●●
Hoher Beitrag des Vorhabensbereichs zur Herausforderung
●●
Mittlerer bis geringer Beitrag

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Grundlage für diese Bewertung sind neben dem im Monitoring abgebildeten quantitativen Umfang des
jeweiligen Förderbereichs insbesondere die in der Fachevaluierung der Prioritätsachse B gewonnenen
Erkenntnisse zu den jeweiligen Förderinstrumenten.
Zusätzlich zur Prüfung dieser Herausforderungen wird überblicksartig untersucht, ob weitere im Ope-
rationellen Programm aufgestellte Herausforderungen bewältigt werden.
2.2 Herausforderung 5: Bildungsbiografien erfolgreich gestalten
Die Herausforderung 5 ist in einem angemessenen Umfang in zwei Vorhabensbereichen
verankert. Die Evaluierung hat Potenziale festgestellt, die Förderung stärker als bisher zu
bündeln.
Beschreibung der Herausforderung
Vor dem Hintergrund einer Notwendigkeit zur Vorbereitung auf eine sich permanent ändernde Berufs-
und Arbeitswelt adressiert die Herausforderung 5 die
Verbesserung des Schulerfolgs
. Hierbei soll
zum einen die Quote der Schüler/innen ohne Abschluss gesenkt, und zum anderen mehr Schü-
ler/innen zum Abitur geführt werden.
Das Schulsystem in Sachsen hat in den vergangenen 15 Jahren eine positive Entwicklung erfahren,
dies belegt das gute Abschneiden von sächsischen Schüler/innen in internationalen Leistungstests.
Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass bei der Entwicklung im Hinblick auf die Wachstums- und
Beschäftigungsziele sowie die Gewährleistung des sozialen Zusammenhalts noch ungenutzte Chan-
cen zur Weiterentwicklung bestehen. So ist z. B. festzustellen, dass immer noch ein hoher Anteil von
Schüler/innen die Schule ohne Abschluss verlässt. In dieser Gruppe sind insbesondere Förderschü-
ler/innen vertreten, eine Zielgruppe, die mit besonderen Problemen beim Übergang von der Schule in
die Ausbildung konfrontiert ist. Vor dem Hintergrund der in der UN-Behindertenrechtskonvention ge-
forderten Einbeziehung dieser Zielgruppe in die Regelschulen (Inklusion) besteht für den Freistaat
Sachsen eine neue Herausforderung, diese Zielgruppe stärker als bisher in den Blick zu nehmen, um
eine Integration auf dem Arbeitsmarkt und damit eine Teilhabe am wirtschaftlichen und gesellschaftli-
chen Leben sicherzustellen.
Auch ist der Anteil von Schulabsolvent/innen mit Hoch- bzw. Fachhochschulreife deutlich zu gering.
Ferner deutet die in den Pisa-Studien festgestellte Korrelation zwischen sozialer Herkunft und Schul-
erfolg auf Handlungsbedarf hin.
Rahmenbedingungen
Die aktuellen Entwicklungen bestätigen in Teilen die im Operationellen Programm vorgenommene
Analyse der Ausgangssituation:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Aufgrund der demografischen Entwicklung ist die Zahl der Schulabsolvent/innen stark rückläufig.
Absolut betrachtet ist deren Anzahl allein im Zeitraum zwischen 2009 und 2010 um 22 Prozent ge-
sunken.
1
Der Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss ist im Schulentlassjahr 2009/2010 von
8,7 Prozent im Vorjahr auf 9,7 Prozent gestiegen. Damit liegt die Quote, bei zurückgehenden Ab-
solventenzahlen, über der Quote der Ausgangslage des Operationellen Programms.
Im Schuljahr 2008/2009 haben in Sachsen 2.500 Förderschüler/innen die Schule beendet, davon
knapp 82 Prozent ohne Hauptschulabschluss.
2
Im vergangenen Schuljahr haben in den Sächsischen Schulen knapp 3.800 Schüler/innen eine
Jahrgangsstufe wiederholt. Ein knappes Viertel aller Schüler/innen weisen verzögerte Schullauf-
bahnen auf.
Der Anteil von Personen mit Abitur hat sich im Verlauf der Förderperiode stark verbessert. Der
positive Trend ist seit dem vergangenen Jahr rückläufig. So ist der Anteil der Abiturient/innen an al-
len Schulabsolventen im Schuljahr 2009/2010 im Verhältnis zum Vorjahr um 9 Prozentpunkte auf
nun 30,2 Prozent zurückgegangen. Die absolute Zahl der Schulabsolvent/innen mit allgemeiner
Hochschulreife ist im vergangenen Schuljahr um ca. 40 Prozent auf rund 7.200 gesunken, damit ist
diese Gruppe überproportional vom demografisch bedingten Rückgang betroffen.
Die Entwicklung der Rahmenbedingungen in der Förderperiode verdeutlicht, dass trotz der ver-
gleichsweise guten Stellung des Freistaates Sachsen auch weiterhin ein Förderbedarf im Hinblick auf
die Verbesserung des Schulerfolgs besteht. Hierbei ist vor dem Hintergrund zurückgehender Absol-
ventenzahlen und steigender Quoten von Schulabbrecher/innen sowie des sich abzeichnenden Fach-
kräftemangels von einer steigenden Relevanz dieser Herausforderung auszugehen.
Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche
Der Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche der Prioritätsachse B zur Herausforderung 5 stellt sich
im Überblick wie folgt dar:
Vorhabensbereich
Geplante
ESF-Mittel
in Mio. Euro
Anteil am
OP
Bewilligte ESF-
Mittel
in Mio. Euro
Beitrag
B.3.1
Berufsorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs – SMK
75,0
9%
34,3
●●●
B.3.2
FSJ, Projekte für Schulverweigerer/Schulsozialarbeit – SMS
17,4
2%
8,9
●●●
Vorhabensbereiche mit Beiträgen zur Herausforderung 5
92,4
11%
43,2
Prioritätsachse B Insgesamt
371,4
43%
213,8
Tabelle 2: Beiträge der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse B zur Herausforderung 5
1
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Stand: 20.09.2011
2
Quelle: KMK, zitiert nach: Klaus Klemm/Bertelsmann Stiftung: Gemeinsam Lernen, Inklusion erleben.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Beiträge zur Verbesserung des Schulerfolgs werden in der Prioritätsachse B vor allem in den Maß-
nahmen des Einsatzfeldes 3 (Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der
Berufswahlkompetenz) geleistet.
Im Förderportfolio dieses Einsatzfeldes und der genannten Vorhabensbereiche werden auch andere
Ziele verfolgt, im Schwerpunkt Maßnahmen zur Verbesserung der Berufsorientierung. Diese sind nicht
primär auf das Ziel der Verbesserung des Schulerfolgs ausgerichtet, wenngleich davon ausgegangen
werden kann, dass hier auch mittelbare Effekte im Sinne eines Kompetenzzuwachses erzielt werden.
Im Vorhabensbereich mit der höchsten Mittelausstattung in diesem Einsatzfeld
B.3.1 – Berufsorien-
tierung, Verbesserung des Schulerfolgs
ist die Förderung im Schwerpunkt entsprechend auf die
Verbesserung der Berufsorientierung ausgerichtet. Dieser Fördergegenstand vereinigt mit 18,1 Mio.
Euro knapp 53 Prozent der in diesem Vorhabensbereich bewilligten ESF-Mittel.
In den übrigen Fördergegenständen dieses Vorhabensbereichs sind dagegen Instrumente verankert,
die unmittelbar auf die Förderung von Schulerfolg und damit auf die Bewältigung der Herausforderung
5 ausgerichtet sind. Diese stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:
Fördergegenstand
Bewilligte
EU-Mittel
Anteil
Gesamt-
bewilligung
Anzahl
Projekte
Teilnehmer/
innen
Zielsetzungen
9168
Komplexe Schul- oder
schulartübergreifende
Vorhaben
5,5 Mio. €
16,2%
48
2.208
Erhöhung von Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit
Motivation zur eigenverantwortlichen Steuerung von
Lernprozessen, Stärkung der sozialen Kompetenzen, Flexi-
bilität und Eigenverantwortung
9171
Vorhaben zur Erhöhung
von Schülern, die einen
Abschluss erreichen
5,1 Mio. €
14,9%
51
2.569
Verbesserung der Motivation und Leistungsbereitschaft
vorrangig abschlussgefährdeter Mittelschüler
Verringerung der Gefahr verzögerter Schullaufbahnen
9169 Schülercamps
3,1 Mio. €
9,2%
35
1.879
Erhöhung der Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit
Beseitigung individueller Defizite der Schüler/innen zur
Verringerung der Gefahr verzögerter Schullaufbahnen
9170 Ferienakademien
1,9 Mio. €
5,6%
93
2.149
Förderung individueller Lern- und Leistungspotentiale u. a.
im mathematisch-naturwissenschaftlichen, sprachlichen,
gesellschaftswissenschaftlichen oder musischen Bereich
9172
weitere, internationale
Abschlüsse
0,4 Mio. €
1,2%
7
186
Vermittlung von Kenntnissen zum Erwerb internationaler
Schulabschlüsse, d. h. des European Baccalaureate, des
International Baccalaureate oder des AbiBac
Gesamt
16,2 Mio. €
47,2%
234
8.991
Tabelle 3: Fördergegenstände im Vorhabensbereich B.3.1 mit unmittelbarem Beitrag zur Herausforderung 5
Insgesamt wurden für das Ziel Verbesserung des Schulerfolgs 16,2 Mio. Euro an ESF-Mitteln bewilligt,
und knapp 9.000 Personen erreicht, im Durchschnitt sind dies mehr als 2.200 jährlich. Insofern wird
hier eine verhältnismäßig hohe Abdeckung der Zielgruppe durch den ESF erreicht.
Insgesamt kommt die Evaluierung zu dem Befund, dass die ESF-Förderung wichtige Funktionen im
Kontext der Verbesserung des Schulerfolgs im Freistaat Sachsen einnimmt. Im Hinblick auf die Effek-
tivität der Maßnahmen hat die Evaluierung ferner positive Effekte festgestellt. Diese relativieren sich
vor dem Hintergrund der Feststellung, dass in der Förderung oftmals Schüler/innen vertreten sind, die
unterdurchschnittliche Förderbedarfe mit Blick auf die spezifischen Zielsetzungen der jeweiligen För-
dergegenstände aufweisen. Aus Sicht der Evaluierung besteht bei mehreren Instrumenten ein Bedarf
zur Neujustierung der Teilnehmergewinnung. Vor dem Hintergrund der sehr unterschiedlichen Instru-

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
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mente, die hier zur Anwendung kommen, hat die Evaluierung darüber hinaus die Prüfung einer noch
stärkeren Konzentration auf strategisch besonders wichtige Ziele im Kontext der Verbesserung des
Schulerfolgs im Freistaat Sachsen angeregt (z. B. Arbeit an individuellen Defiziten einzelner Schü-
ler/innen, die die Abschlusschancen mindern oder Förderung besonders begabter Schüler/innen in
bestimmten Themengebieten). Neben einer erhöhten Wirksamkeit in diesen strategisch relevanten
Themenfeldern würde diese stärkere Konzentration auch mit verbesserten Steuerungsmöglichkeiten
in der momentan relativ heterogenen Projektlandschaft einhergehen.
Im Vorhabensbereich
B.3.2 Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für Schulverweigerer, Schulsozi-
alarbeit
wird ebenfalls ein Bündel unterschiedlicher Instrumente für die Verbesserung des Schuler-
folgs gefördert, im Einzelnen:
Sozialpädagogische Vorhaben zur Kompetenzentwicklung von Schüler/innen.
Innovative Vorhaben zur Intervention bei Schuldistanz.
Produktionsschulorientierte Vorhaben.
In den genannten auf die Herausforderung 5 ausgerichteten Fördergegenständen wurden bisher 7,9
Mio. Euro ESF-Mittel bewilligt.
Im Hinblick auf die Effektivität der Förderung hat die Evaluierung positive Ergebnisse festgestellt. So
tragen die Maßnahmen zu einer Verbesserung der sozialen und personalen Kompetenzen der jungen
Menschen bei und zeigen Wirkungen bei der Bewältigung der Problemlagen der im Einzelnen adres-
sierten Zielgruppen, z. B. im Hinblick auf die positive Beeinflussung von Schulkarrieren oder der Er-
probung von innovativen Ansätzen. Verbesserungsansätze sieht die Evaluierung insbesondere bei der
Gestaltung des Übergangs in Berufsausbildung bzw. Berufsvorbereitung. Darüber hinaus besteht
auch hier Bedarf nach einer stärkeren Bündelung der Förderung, z. B. im Rahmen eines Gesamtkon-
zepts, insbesondere im Hinblick auf eine einheitliche Umsetzung und Gestaltung der Schulsozialarbeit.
Zusammenfassung
Zur Herausforderung 5 – Bildungsbiografien erfolgreich gestalten – leisten insgesamt zwei Vorha-
bensbereiche einen Beitrag (B.3.1 Berufsorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs – SMK, B.3.2
FSJ, Projekte für Schulverweigerer/Schulsozialarbeit – SMS). Aufgrund des Fördervolumens und der
in Teilen der Förderung erreichten Reichweite, sowie der festgestellten Effektivität der Förderung geht
die Evaluierung für beide Vorhabensbereiche von einem hohen Beitrag zur Verbesserung des Schul-
erfolgs aus.

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Operationellen Programms
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2.3 Herausforderung 6: Berufliche Erstausbildung
Die auf die Herausforderung 6 ausgerichteten Vorhabensbereiche bilden den Schwerpunkt
des Programmportfolios der Prioritätsachse B.
Beschreibung der Herausforderung
Ausgehend von der Tatsache, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung wesentliche Grundlage für
einen erfolgreichen Start ins Berufsleben und damit für die Berufs- und Lebenschancen junger Men-
schen ist, begründet die Herausforderung 6 die Notwendigkeit zur Förderung der beruflichen Erstaus-
bildung.
In diesem Themenfeld wurden im Operationellen Programm mehrere Handlungsfelder identifiziert und
wie folgt begründet:
Aufgrund der festgestellten Unterversorgung mit Ausbildungsplätzen und einer entsprechend stei-
genden Zahl an Altbewerbern sowie Lücken in der Ausbildungsfähigkeit besteht eine Herausforde-
rung im Hinblick auf eine
Bereitstellung von Ausbildungsplätzen
. Hierbei wird die Bereitstellung
von zusätzlichen Ausbildungsplätzen ebenso wie die Stärkung von Ausbildungspotenzialen von
kleinen und mittleren Unternehmen gleichermaßen adressiert.
Vor dem Hintergrund von steigenden Qualifikationsanforderungen bestehen Herausforderungen im
Hinblick auf die
Verbesserung der Qualität von Ausbildungsplätzen
. Hierdurch soll durch die
Stärkung von Ausbildungskapazitäten ein Beitrag zur Modernisierung der Sächsischen Wirtschaft
geleistet werden, und damit der zunehmenden Spezialisierung von Produkten und Dienstleistun-
gen Rechnung getragen werden. Ein erhöhtes Qualifikationsniveau verbessert zudem die Chancen
der Auszubildenden im Hinblick auf ihren Einstieg auf den Arbeitsmarkt, und kann einen Beitrag
dazu leisten, Ausbildungsabbrüchen entgegenzuwirken.
Ferner adressiert das Operationelle Programm vor dem Hintergrund einer hohen Anzahl an Ausbil-
dungsabbrüchen eine Förderung einer praxis- und betriebsnahen
Berufsorientierung
.
Rahmenbedingungen
Im Hinblick auf die Herausforderung
Bereitstellung von Ausbildungsplätzen
haben sich die Rah-
menbedingungen im Verlauf der Förderperiode positiv im Sinne einer sich schließenden Ausbildungs-
lücke verändert.
Auf dem Ausbildungsmarkt ist seit dem Jahr 2004 ein kontinuierlicher Rückgang der Gesamtnach-
frage zu verzeichnen. Die Anzahl von insgesamt 54.463 Bewerbern zum Ausgangspunkt des OP
sank um rund 54 Prozent auf 25.247 Bewerber im Jahr 2008/09.
Der deutliche Rückgang ist u. a. auf die demografisch bedingt sinkende Anzahl von Schulabgän-
gern zurückzuführen. Diese ging im Zeitraum von 2004/05 bis 2007/08 um ein Drittel zurück.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
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Die generelle Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt geht mit einem massiven Rückgang der
unvermittelten Bewerber zu Beginn des Ausbildungsjahres einher. Die Anzahl unvermittelter Be-
werber sank im Zeitraum 2004/2005 bis 2008/2009 von 2.195 auf 179 Personen.
Die Evaluierung kommt hier zu dem Schluss, dass der Bedarf einer breiten Förderung zusätzlicher
Ausbildungsplätze sinkt. Den Bedarf nach der Förderung von bestimmten Zielgruppen, insbesondere
von Altbewerbern und Jugendlichen mit Defiziten in der Ausbildungsreife, sieht die Evaluierung auch
weiterhin gegeben.
In Bezug auf die Herausforderung einer
Verbesserung der Qualität von Ausbildungsplätzen
und
der damit einhergehenden Stärkung von Ausbildungskapazitäten macht die nach wie vor vergleichs-
weise geringe Anzahl an ausbildenden Unternehmen deutlich, dass eine Unterstützung der Ausbil-
dungsfähigkeit von Unternehmen auch weiterhin erforderlich ist. So hat sich die Ausbildungsbeteili-
gung sächsischer Betriebe nach Angaben des IAB seit der Erholung der Konjunktur im Jahr 2005
rückläufig entwickelt und lag im Jahr 2009 bei 21 Prozent, was ca. 24.000 Betrieben entspricht. Weite-
re 25 Prozent der Betriebe waren 2009 ausbildungsberechtigt, haben jedoch keine Ausbildungsplätze
angeboten.
Die Zahl der vorzeitig gelösten Ausbildungsverhältnisse hat sich auf 10 Prozent im Berichtsjahr 2010
erhöht. 2009 betrug der Anteil 9,5 Prozent; 2005 sogar nur 6,7 Prozent. Diese Entwicklung verdeut-
licht, dass auch weiterhin Herausforderungen im Bereich der praxis- und betriebsnahen
Berufsorien-
tierung
gegeben sind.
Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche
Der Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche der Prioritätsachse B zur Herausforderung 6 stellt sich
im Überblick wie folgt dar:
Vorhabensbereich
Geplante
ESF-Mittel
in Mio. Euro
Anteil am
OP
Bewilligte ESF-
Mittel
in Mio. Euro
Beitrag
B.3.1 Berufsorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs – SMK
75,0
9%
34,3
●●●
B.3.2 FSJ, Projekte für Schulverweigerer/Schulsozialarbeit – SMS
17,4
2%
8,9
●●
B.3.3 FÖJ – SMS
10,5
1%
3,5
●●
B.3.4 Berufsorientierung und -vorbereitung – SMWA, Ref. 24
3,0
0%
1,2
●●
B.4.1 Förderung betriebliche/betriebsnahe Ausbildung – SMWA, Ref. 24
165,6
19%
103,0
●●●
B.4.2
Förderung betriebliche/betriebsnahe Ausbildung in LuF – SMWA,
R24
5,0
1%
1,5
●●●
B.4.3 Zusatzqualifikationen für Berufsfachschüler – SMK
0,3
0%
0,1
●●
Vorhabensbereiche mit Beiträgen zur Herausforderung 6
276,8
32%
152,4
Prioritätsachse B Insgesamt
371,4
43%
217,3
Tabelle 4: Beiträge der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse B zur Herausforderung 6

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Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
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Die Vorhaben, die auf die Bewältigung der Herausforderung 6 ausgerichtet sind, bilden mit 7 von 12
geförderten Vorhabensbereichen und einem Mittelvolumen von ca. 70 Prozent der Prioritätsachse
einen deutlichen Schwerpunkt des Programmportfolios der Prioritätsachse B und damit auch des Ope-
rationellen Programms insgesamt. Hierbei werden Beiträge zur Förderung der Berufsausbildung in
den Einsatzfeldern 3 (Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Berufswahl-
kompetenz) und 4 (Förderung der Berufsaubildung für Jugendliche) geleistet.
Innerhalb der Herausforderung 6 bildet die Förderung der
Bereitstellung von Ausbildungsplätzen
einen deutlichen Schwerpunkt.
Hierbei konzentriert sich die Förderung auf den Vorhabensbereich
B.4.1 – Förderung betriebli-
cher/betriebnaher Ausbildung
. Einen Beitrag zur Schließung der Ausbildungsstellenlücke leistet die
Förderung hier insbesondere in den Fördergegenständen zur Förderung der betriebsnahen Ausbil-
dung mit einem Bewilligungsvolumen von bisher 71,2 Mio. Euro ESF-Mitteln. Der hier gewählte För-
deransatz beruht auf einer Bereitstellung von zusätzlichen Ausbildungsplätzen durch Trägervereine
sowie einer Begleitung der Teilnehmer/innen durch regionale Bildungsträger, die neben der Berufs-
schule und Einsätzen in Betrieben die sozialpädagogische Begleitung sowie Vermittlung von wesentli-
chen Kompetenzen der Teilnehmer/innen sicherstellen. Die Ergebnisse der Fachevaluierung zeigen,
dass effektive Strukturen der Arbeit von regionalen Ausbildungsvereinen und Bildungsträgern sowie
begleitenden Instrumenten sozialpädagogischer und inhaltlicher Betreuung aufgebaut werden konnten.
Im Verlauf der Förderperiode wurden hierdurch mehr als 10.000 Jugendliche erreicht. Die Maßnah-
men haben sich für die Unterstützung der Teilnehmer/innen als hinreichend effektiv erwiesen. Auch
aus Sicht der beteiligten Unternehmen, in denen die Auszubildenden eingesetzt wurden, stellt sich die
Bewertung positiv dar, z. B. im Hinblick auf die Begleitung durch die Maßnahmenträger. Die in der
Evaluierung getroffene Feststellung, dass die Unterstützung von Auszubildenden durch die Unter-
nehmen eher durch eine soziale Verantwortung denn durch einen akuten Bedarf nach Auszubilden-
den motiviert ist, zeigt, dass es in der Struktur gelungen ist, Potenziale für die Unterstützung für Ju-
gendliche mit Einschränkungen in ihrer Ausbildungsfähigkeit zu mobilisieren. Aus Sicht der befragten
Projektträger ist die die Maßnahme für Unternehmen zudem insofern interessant, als dass sie neben
geringeren finanziellen Aufwänden eine (sozialpädagogische) Begleitung erwarten können, die eine
Aufnahme zusätzlicher Jugendlicher in den Betrieb erleichtert.
Angesichts des im Verlauf des Förderzeitraums gesunkenen Bedarfs an zusätzlichen Ausbildungs-
plätzen wird die Entscheidung, die Förderung in diesem Bereich zurückzufahren, durch die Evaluie-
rung grundsätzlich bestätigt. Ergebnisse der aktuellen Förderung geben jedoch Hinweise auf Förder-
bedarfe für die Zielgruppe von Jugendlichen mit geringer Ausbildungsreife und Ansätze einer Zusam-
menstellung von Begleitinstrumenten für die nächste Förderperiode. Insofern hat die Fachevaluierung
hier eine Prüfung angeregt, inwieweit in der künftigen Förderperiode an bestehende Aktivitäten und
Ergebnisse angeknüpft werden kann.
Darüber hinaus werden in der Prioritätsachse B Vorhaben gefördert, die auf die
Verbesserung der
Qualität von Ausbildungsplätzen
ausgerichtet sind. Im Einzelnen leisten in der Prioritätsachse B
folgende Vorhaben einen Beitrag zu diesem Teil der Herausforderung 6:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Im Vorhabensbereich
B.4.1 – Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung
fördert der
ESF im Schwerpunkt Maßnahmen zur
überbetrieblichen Lehrunterweisung im Handwerk
mit
einem Bewilligungsvolumen von 12,7 Mio. Euro und über 67.000 Geförderten. Die überbetriebliche
Lehrunterweisung ergänzt die Ausbildung im Betrieb durch die Verbreiterung der Grundausbildung
und Vertiefung von Fachkenntnissen. Im Mittelpunkt stehen prüfungsrelevante Inhalte, die Betriebe
oftmals aufgrund von Spezialisierungen nicht selbst vermitteln können.
Mit einem Bewilligungsvolumen von 16,1 Mio. Euro und mehr als 12.700 erreichten Personen ist
die
Verbundausbildung
ein weiterer Förderschwerpunkt in diesem Bereich. In der Verbundausbil-
dung werden Ausbildungsinhalte, die Bestandteile der Ausbildungsordnung bzw. Ausbildungsrege-
lung sind, in anderen Unternehmen oder Einrichtungen ergänzend zur eigenen betrieblichen Aus-
bildung vermittelt.
Ferner wird in diesem Vorhabensbereich als weiterer Fördergegenstand
Zusatzqualifikation
(1,9
Mio. ESF-Mittel, knapp 10.000 Geförderte) gefördert. Dieser leistet einen Beitrag zur Verbesserung
der Qualität der Ausbildung durch die Förderung der Vermittlung von zusätzlichen Inhalten, die
nicht Bestandteil der Prüfungsordnung sind, gleichwohl aus Sicht des Teilnehmers wie auch seines
Unternehmens einen Mehrwert bieten.
Im Ergebnis der Förderung wurde bei einer Gesamtzahl der Auszubildenden in Sachsen von ca.
60.000-70.000 durch den ESF eine verhältnismäßig hohe Abdeckungsquote erreicht. Die Evaluie-
rung dieser Fördergegenstände hat gezeigt, dass diese im Hinblick auf die Vermittlung von Qualifi-
kationen und den Kompetenzzuwachs effektiv sind, so dass eine Verbesserung der Qualität der
Ausbildung erreicht werden konnte, die sich auch auf die Chancen der Auszubildenden auf dem
Arbeitsmarkt bzw. deren Einsetzbarkeit in den Betrieben positiv auswirkt. Zudem konnte die Evalu-
ierung zeigen, dass die Maßnahmen der überbetrieblichen Lehrunterweisung und der Verbund-
ausbildung die Ausbildungsfähigkeit der Unternehmen unterstützen und damit zur Sicherung von
Ausbildungsplätzen beitragen.
Einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität der Ausbildung leistet ebenfalls die Förderung im
Vorhabensbereich
B.4.2 – Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung in Land-, Forst-
und Hauswirtschaft
. Die Förderung konzentriert sich analog zum Vorhabensbereich B.4.1 auf
überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen, Verbundausbildung sowie im geringeren Umfang auf die
Vermittlung von Ergänzungsqualifikationen. Im Ergebnis der Förderung konnte mit bislang 7.000
Geförderten eine verhältnismäßig hohe Abdeckung der durch die Förderung angesprochenen Ziel-
gruppen erzielt werden. Auch hier kommt die Evaluierung zum Schluss, dass die Förderung einen
Beitrag zur Verbesserung der Qualität der Erstausbildung und zur Sicherung der Ausbildungsfähig-
keit der Unternehmen leistet.
Im Vorhabensbereich
B.4.3 – Zusatzqualifikationen von Berufsfachschülern
kommt die Evalu-
ierung zum Schluss, dass das eingesetzte Instrument grundsätzlich geeignet ist, die Qualität der
Ausbildung zu verbessern. Allerdings ist festzustellen, dass die bisherige Inanspruchnahme durch
die Schulträger weit hinter der ursprünglichen Planung zurückbleibt. Insofern ist im Ergebnis der
Förderung von einem eher geringen Beitrag auszugehen.
Für das dritte, durch die Herausforderung 6 adressierte Handlungsfeld
Berufsorientierung
leisten im
Förderportfolio der Prioritätsachse B die folgenden Vorhabensbereiche einen Beitrag:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Im Vorhabensbereich
B.3.1 – Berufsorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
werden im
Fördergegenstand 9100 Berufsorientierung/Berufsvorbereitung Vorhaben mit einem Bewilligungs-
volumen von 18,1 Mio. Euro gefördert, durch die laut Monitoring über 30.000 Schüler/innen erreicht
wurden. Die Untersuchungen der Evaluierung bei Trägern, Teilnehmenden, Unternehmen und
Hochschulen zeigen, dass die Berufs- und Studienorientierung der Teilnehmenden erhöht werden
konnte und Schüler/innen zur Aufnahme eines Studiums motiviert wurden. Den Teilnehmenden in
den Projekten wurden sowohl aktuelle Anforderungen und Möglichkeiten des Arbeitsmarktes als
auch realistische Vorstellungen bestimmter Ausbildungsberufe und Studienfächer vermittelt. Damit
leistet die Förderung einen Beitrag, Ausbildungs- bzw. Studienabbrüchen entgegenzuwirken.
Darüber hinaus hat die Evaluierung für den Vorhabensbereich
B.3.2 FSJ, Projekte für Schulver-
weigerer/Schulsozialarbeit
in geringerem bis mittlerem Umfang Beiträge zur Berufsorientierung
festgestellt. Die Berufsorientierung ist als Ziel in den Förderrichtlinien verankert, und wird auch in
Teilen der Förderung umgesetzt.
Im Vorhabensbereich
B.3.3 Freiwilliges Ökologisches Jahr
hat die Evaluierung festgestellt, dass
eine Reflexion von Berufswünschen erfolgt und die Berufswahl beeinflusst. Der Umfang des Ein-
flusses ist insofern begrenzt, als die Teilnehmer/innen oftmals schon mit einer festen Vorstellung
über Ihre Berufswahl in die Maßnahme kommen.
Der Förderansatz im Vorhabensbereich
B.3.4 Berufsorientierung und -vorbereitung
konzentriert
sich auf die Schaffung von Qualitätsstandards und die Generierung von Best Practice Ansätzen in
der Berufsorientierung.
Zusammenfassung
Die Herausforderung 6 – Berufliche Erstausbildung – ist Schwerpunkt der Prioritätsachse B und damit
auch einer der Förderschwerpunkte des Operationellen Programms. Insgesamt leisten 7 der 12 Vor-
habensbereiche der Prioritätsachse B einen Beitrag zu dieser Herausforderung. Einen hohen Beitrag
hat die Evaluierung für vier Vorhabensbereiche festgestellt. Diese repräsentieren die im Operationel-
len Programm innerhalb der Herausforderung identifizierten Handlungsfelder.
Die Herausforderungen, die mit der Schließung der Ausbildungsstellenlücke durch
Bereitstellung von
Ausbildungsplätzen
verbunden sind, werden vor allem im Vorhabensbereich
B.4.1 Förderung be-
trieblicher/betriebsnaher Ausbildung
mit einem hohen Fördervolumen adressiert.
Das Handlungsfeld
Verbesserung der Qualität der Ausbildung
wird insbesondere ebenfalls im Vor-
habensbereich
B.4.1 Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung
in den Fördergegenstän-
den überbetriebliche Lehrunterweisung, Verbundausbildung sowie Zusatzqualifikationen adressiert
und mit hohen Reichweiten umgesetzt. Die beiden erstgenannten zwei Fördergegenstände leisten mit
der Vermittlung von prüfungsrelevanten Inhalten zudem einen Beitrag zur Ausbildungsfähigkeit der
Betriebe und tragen so zur Sicherung des Ausbildungsplatzangebots bei. Diese Bewertung gilt auch
für den Vorhabensbereich
B.4.2 Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung in Land-,
Forst- und Hauswirtschaft.
Die Förderung erfolgt, entsprechend zur Größe dieses Sektors mit einer
geringeren Mittelausstattung als B.4.1, mit ähnlichen Instrumenten, wobei eine hohe Reichweite er-
reicht wird.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Für das dritte, durch die Herausforderung 6 adressierte Handlungsfeld
Berufsorientierung
leistet im
Förderportfolio der Prioritätsachse B insbesondere der Vorhabensbereich
B.3.1 – Berufsorientierung,
Verbesserung des Schulerfolgs
mit dem Fördergegenstand Berufsorientierung/Berufsvorbereitung
einen hohen Beitrag. Es wurde eine hohe Zahl an Schüler/innen erreicht. Zudem zeigen die Ergebnis-
se der Fachevaluierung, dass Berufs- und Studienorientierung der Teilnehmenden erhöht werden
konnte und Schüler/innen zur Aufnahme eines Studiums motiviert wurden.
2.4 Herausforderung 7: Stärkung der Hochschulen und des Wissenstransfers
Für die Bewältigung der Herausforderung 7 wird in der Prioritätsachse B ein Bündel von
sehr unterschiedlichen Instrumenten eingesetzt.
Beschreibung der Herausforderung
Im Kontext des ESF tragen die Hochschulen dazu bei, neue Beschäftigungsoptionen in einer wis-
sensbasierten Wirtschaft zu eröffnen und durch den Transfer von Wissen zur Verbesserung der Inno-
vationskraft auch die Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft zu steigern. Vor diesem Hin-
tergrund adressiert die Herausforderung 7 die
Stärkung der Hochschulen und des Wissenstrans-
fers zwischen Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen
.
Laut Strategie des Operationellen Programms besteht der Schlüssel zur Verminderung des drohenden
Fachkräftemangels darin, das Angebot der akademischen Weiterbildung auszubauen und im Hinblick
auf das Konzept des Lebenslangen Lernens auszurichten. Eine weitere Herausforderung in diesem
Zusammenhang ist die Stärkung der Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen sowie die
Verankerung von unternehmerischem Denken und Forschergeist, insbesondere in postgradualen
Studiengängen.
Rahmenbedingungen
Die wesentlichen Rahmenbedingungen der Förderung von Hochschulen stellen sich wie folgt dar:
Die Zahl der Studienanfänger ist auf einen neuen Höchststand (21.500 im Jahr 2009) angestiegen.
Die Studienanfängerquote von 41 Prozent liegt an der Spitze der neuen Bundesländer, aber noch
unter dem bundesweiten Schnitt von 43 Prozent.
Die Zahl der Hochschulabsolventen in Sachsen hat sich dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Für
das Jahr 2010 verzeichnet das Statistische Landesamt insgesamt rund 19.800 bestandene Ab-
schlussprüfungen.
Die Anzahl der Promotionen war gegenüber den Vorjahren leicht rückläufig und lag im Jahr 2010
bei ca. 1.200. Die Promotionsquote (Anteil der Promotionen an allen Hochschulabschlüssen) ist
entsprechend im Jahr 2010 auf 6,1 Prozent zurückgegangen.
Die FuE-Ausgaben in Sachsen sind zwischen 2006 und 2008 kontinuierlich auf insgesamt 2,622
Mrd. Euro. angestiegen. Die FuE-Intensität stieg ebenfalls auf 2,76 Prozent im Jahr 2008. Damit

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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überstieg die FuE-Intensität die Quote für Deutschland von 2,68 Prozent. Hinsichtlich des Anteils
der staatlichen FuE-Ausgaben bewegte sich der Freistaat noch im oberen Mittelfeld.
Die Zahl der Patentanmeldungen in Sachsen stieg von 923 in 2007 auf 1.136 in 2010. Mit 27 Pa-
tenten je 100.000 Einwohner belegte Sachsen im Bundesländervergleich in 2010 einen Platz im
Mittelfeld.
Die Herausforderung 7 ist aus Sicht der Evaluierung nach wie vor relevant für die Förderung durch
den Europäischen Sozialfonds in Sachsen.
Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche
Der Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche der Prioritätsachse B zur Herausforderung 7 stellt sich
im Überblick wie folgt dar:
Vorhabensbereich
Geplante
ESF-Mittel
in Mio. Euro
Anteil am
OP
Bewilligte ESF-
Mittel
in Mio. Euro
Beitrag
B.5.1 Wissens- und Know-how-Transfer – SMWK
50,5
6%
38,1
●●●
B.5.2
Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen (Berufsakademien)
– SMWK
2,7
0%
1,9
●●
B.5.3
Stärkung der Leistungsfähigkeit Hochschulen (postgradual, For-
schung, Innovation) – SMWK
39,9
5%
24,4
●●●
Vorhabensbereiche mit Beiträgen zur Herausforderung 7
93,1
11%
64,5
Prioritätsachse B Insgesamt
371,4
43%
217,3
Tabelle 5: Beiträge der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse B zur Herausforderung 7
Beiträge zur Stärkung der Hochschulen und des Wissenstransfers werden in der Prioritätsachse B vor
allem in den Maßnahmen des Einsatzfeldes 5 (Förderung des Humanpotenzials in Forschung und
Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen, Techno-
logiezentren und Unternehmen) geleistet.
Beiträge zum Handlungsfeld
Ausbau des Angebots der akademischen Weiterbildung und Aus-
richtung auf das Konzept des Lebenslangen Lernens
werden in den folgenden Fördergegenstän-
den geleistet:
Vorhabens-
bereich
Fördergegenstand
Bewilligte
EU-Mittel
B.5.3
9626 Postgraduale Bildungsangebote
6,9 Mio. €
B.5.2
9620 Anpassungsqualifikation
1,1 Mio. €
B.5.3
9627 Innovative Pilot- und Entwicklungsprojekte
1,9 Mio. €
B.5.3
9624 Kompetenzschulen
2,6 Mio. €
B.5.3
9625 Career Services
7,1 Mio. €
Summe
19,7 Mio. €
Tabelle 6: Beiträge einzelner Fördergegenstände zum Ausbau des Angebots der akademischen Weiterbildung und Ausrichtung
auf das Konzept des Lebenslangen Lernens

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Im Einzelnen:
Im Fördergegenstand
postgraduale Bildungsangebote
wird die Entwicklung, Konzeption, Erpro-
bung und Qualitätssicherung von Bildungsangeboten gefördert. Das vorrangige Ziel besteht darin,
(mittelfristig) auf entstehende Fachkräftebedarfe in der sächsischen Wirtschaft durch innovative
und durch neue Medien gestützte Weiterbildungsangebote zu reagieren. Hierin sieht die Evaluie-
rung einen Beitrag zur Herausforderung, die akademische Weiterbildung auszubauen. Für die
künftigen Wirkungen ist die Nachnutzung der Projektergebnisse entscheidend. Die Ergebnisse der
Fachevaluierung zeigen, dass teilweise sehr spezifische Weiterbildungsangebote, die bislang im
Rahmen der Förderung entwickelt wurden, eher punktuelle Effekte zu erwarten sind. Zudem ist die
Nachhaltigkeit im Sinne eines Regelbetriebs der entwickelten Bildungsangebote nur bei einigen
Angeboten gesichert. Der Beitrag des Fördergegenstands
Innovative Pilot- und Entwicklungs-
projekte
stellt sich ähnlich dar, auch hier werden in Teilen des Fördergegensands Konzepte entwi-
ckelt.
Mit dem Fördergegenstand
Anpassungsqualifikation
erhalten Studieninteressierte mit einer ab-
geschlossenen Berufsausbildung, die weder über die Hochschulreife noch einen Meisterabschluss
verfügen die Möglichkeit, im Wege einer Zugangsprüfung zum Studium an einer sächsischen
Hochschule oder Berufsakademie zugelassen zu werden. Gefördert werden Vorbereitungs- bzw.
Anpassungskurse, die die Bewerber in der Vorbereitung auf die Zugangsprüfung unterstützen sol-
len. Hierdurch wird der Zugang zur tertiären Bildung erleichtert, und somit ein Beitrag zum Lebens-
langen Lernen geleistet.
Im Förderbereich
Kompetenzschulen
wird die Konzeption und Umsetzung von Bildungsangebo-
ten mit dem Ziel gefördert, Promovierende auf wissenschaftliche und leitende Tätigkeiten im Be-
reich Forschung und Entwicklung vorzubereiten. Hierbei handelt es sich um ein Weiterbildungsan-
gebot über die reguläre Ausbildung von Promovierenden hinaus, so dass die Evaluierung auch hier
einen Beitrag zum Ausbau der akademischen Weiterbildung gegeben sieht. Die Ergebnisse der
Evaluierung zeigen, dass die Maßnahmen aus Sicht der bisherigen Teilnehmer/innen nützlich für
deren weitere berufliche Entwicklung sind. Bei der Implementierung der Angebote hat die Evaluie-
rung Verbesserungsansätze im Hinblick auf die Zielgruppenerreichung sowie Bedarfsgerechtigkeit
der Curricula festgestellt. Die Nutzung der Angebote der Career Services durch rund ein Drittel der
Teilnehmenden deutet darüber hinaus darauf hin, dass es über die Kompetenzschulen hinausge-
hende Weiterbildungsbedarfe und -angebote für Promovenden gibt. In diesem Zusammenhang hat
die Evaluierung eine stärkere Verzahnung beider Angebote angeregt.
Auch die genannten
Career Services
leisten mit Qualifizierungsmaßnahmen am Übergang von
Studium in den Beruf einen Beitrag zur akademischen Weiterbildung. Hier wurden hohe Nutzerzah-
len erreicht, so dass mit einer Abdeckungsquote von ca. 10 Prozent der Zielgruppe bereits eine gu-
te Reichweite des Programms erzielt wurde, die nach Auffassung der Evaluierung noch weiter
ausbaufähig ist. Die Ergebnisse der Evaluierung zeigen darüber hinaus, dass die Qualifizierungs-
maßnahmen durch die Teilnehmenden als qualitativ hochwertig und nützlich für den Berufseinstieg
und die Karriereplanung angesehen werden. Im Hinblick auf die Verstetigung der Angebote über
die Förderung durch den Europäischen Sozialfonds hinaus bestehen noch Herausforderungen.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Das Förderportfolio deckt in diesem Themenfeld unterschiedliche Zielgruppen ab - vom Hochschulzu-
gang über den Übergang von Hochschule in den Beruf bis zu Personen, die bereits einen Hochschul-
abschluss erreicht haben. Damit spiegelt die Förderung das Konzept des Lebenslangen Lernens wie-
der.
Das Handlungsfeld
Stärkung der Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen sowie
die Verankerung von unternehmerischem Denken und Forschergeist
wird insbesondere in fol-
genden Fördergegenständen adressiert:
Vorhabensbereich
Fördergegenstand
Bewilligte
EU-Mittel
B.5.1
9615 Nachwuchsforschergruppen
26,2 Mio. €
B.5.1 und B.5.3
9616
9118
9621
Promotionsförderung
13,6 Mio. €
B.5.1
9617 Forschungsnetzwerke
0,4 Mio. €
Summe
40,3 Mio. €
Tabelle 7: Beiträge einzelner Fördergegenstände zur Stärkung der Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen
sowie die Verankerung von unternehmerischem Denken und Forschergeist
Im Einzelnen:
Im Schwerpunkt fördert das Land Sachsen
Nachwuchsforschergruppen
mit einem Bewilligungs-
volumen von 26,2 Mio. Euro. Neben den unmittelbaren beschäftigungspolitischen Zielen soll die
Förderung den Wissens- und Know-how-Transfer insbesondere zwischen sächsischen Hochschu-
len auf der einen Seite und sächsischen Unternehmen auf der anderen Seite intensivieren. Mit die-
ser Zielstellung ist die Förderung auf die oben genannte Herausforderung unmittelbar ausgerichtet.
Auch wenn die Wirkungen der Förderung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilt
werden können, deuten die Ergebnisse der Evaluierung darauf hin, dass die Vernetzung mit der
Wirtschaft tatsächlich stattfindet und konkrete Maßnahmen zum Wissens- und Know-how-Transfer
durchgeführt werden. In diesem Zusammenhang hat die Evaluierung eine stärkere Kooperation mit
den Gründerinitiativen an den Hochschulen angeregt, die in der Prioritätsachse A durch den ESF
gefördert werden und somit ebenfalls einen Beitrag zur Herausforderung 7 leisten.
Auch wenn die Fördergegenstände
Promotionsförderung
und
Forschungsnetzwerke
nicht Ge-
genstand der vertieften Untersuchung waren, zeigen die Zielstellungen, dass hier Bezüge zur Her-
ausforderung 7 bestehen. In der Promotionsförderung sind hier insbesondere die Industriepromoti-
onen hervorzuheben, bei denen eine Beteiligung von Unternehmen Fördervoraussetzung ist. Bei
den Forschungsnetzwerken wird die Ausgestaltung der Schnittstelle für Wissens- und Technologie-
transfer zwischen sächsischen Hochschulen und außeruniversitärer Forschung gefördert.
Zusammenfassung
Die Herausforderung 7 – Stärkung der Hochschulen und des Wissenstransfers zwischen Wissen-
schaftseinrichtungen und Unternehmen – ist im Programmportfolio der Prioritätsachse B im Einsatz-
feld 5 (Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwi-
schen Hochschul- und Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unternehmen) in allen Vor-

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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habensbereichen verankert. Hierbei unterstreicht das Budget von derzeit rund 93,1 Mio. Euro ESF-
Mitteln die hohe Bedeutung der Förderung von Hochschulen im Operationellen Programm.
Beiträge zum
Ausbau des Angebots der Akademischen Weiterbildung und Ausrichtung auf das
Konzept des Lebenslangen Lernens
werden hierbei vor allem im Vorhabensbereich
B.5.3 Stärkung
der Leistungsfähigkeit der Hochschulen (postgradual, Forschung, Innovation)
geleistet. Positiv
hervorzugeben ist, dass die Förderung sich auf Zielgruppen in unterschiedlichen Lebensphasen er-
streckt und damit das Konzept des Lebenslangen Lernens widerspiegelt. Bei der Umsetzung und vor
allem der Verstetigung der Angebote bestehen noch Herausforderungen.
Beiträge zur
Stärkung der Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen sowie die Ver-
ankerung von unternehmerischem Denken und Forschergeist
werden im Schwerpunkt durch den
Fördergegenstand Nachwuchsforschergruppen im Vorhabensbereich
B.5.1 Wissens- und Know-
how-Transfer
geleistet. Auch wenn die Wirkungen der Förderung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht
abschließend beurteilt werden können, deuten die Ergebnisse der Evaluierung darauf hin, dass die
Vernetzung mit der Wirtschaft tatsächlich stattfindet und konkrete Maßnahmen zum Wissens- und
Know-how-Transfer durchgeführt werden.
2.5 Weitere Herausforderungen
Die Instrumente der Prioritätsachse B leisten einen umfassenden Beitrag zur Herausforde-
rung 1 (Qualifizierte Fachkräfte) und vereinzelt zur Herausforderung 9 (Zugang zur Be-
schäftigung und soziale Integration).
Im diesem Abschnitt werden zunächst die Herausforderungen 1 bis 4 sowie 8 und 9 vorgestellt und
tabellarisch bewertet. Die Bewertung der Herausforderung 10 erfolgt in der Bewertung des Quer-
schnittsziels Chancengleichheit in Kapitel 4.
Beitrag der Vorhabensbereiche
Der Beitrag der Vorhabensbereiche zu den Herausforderungen 1 bis 4 sowie 8 und 9 stellt sich im
Überblick wie folgt dar:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Vorhabensbereich
H 1
H 2
H 3
H 4
H 8
H 9
Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Berufswahlkompetenz
B.3.1
Berufsorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs –
SMK
●●
B.3.2
FSJ, Projekte für Schulverweigerer/Schulsozialarbeit
– SMS
●●
B.3.3
FÖJ – SMS
B.3.4
Berufsorientierung und -vorbereitung – SMWA, Ref.
24
Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche
B.4.1
Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung –
SMWA, Ref. 24
●●
●●
B.4.2
Förderung betriebliche/betriebsnahe Ausbildung in
LuF – SMWA, R24
●●
B.4.3
Zusatzqualifikationen für Azubis – SMK
●●
B.4.4
Personal- und Qualitätssicherung im Sozial- und
Gesundheitsbereich – SMS
Einsatzfeld 5: Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwischen
Hochschul- und Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unternehmen
B.5.1
Wissens- und Know-how-Transfer – SMWK
●●
●●
B.5.2
Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen
(Berufsakademien) – SMWK
●●
B.5.3
Stärkung der Leistungsfähigkeit Hochschulen
(postgradual, Forschung, Innovation) – SMWK
●●
Tabelle 8: Beiträge der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse B zu den Herausforderungen 1 bis 4 sowie 8 und 9
Im Einzelnen:
Herausforderung 1: Qualifizierte Fachkräfte
sind der wichtigste Faktor für den Erhalt und den
Ausbau der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Sachsens.
In der Prioritätsachse B werden Instrumente gefördert, um eine adäquate Berufswahl, den Zugang
zur Berufsausbildung oder das Erreichen eines Schulabschlusses sicherzustellen. Damit leisten
dem Grunde nach sämtliche Maßnahmen einen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs. Un-
mittelbar auf die Qualifizierung von Fachkräften ist im Portfolio der Prioritätsachse B die Förderung
der Hochschulen im Einsatzfeld 5 ausgerichtet, z. B. im Bereich der Promotionsförderung oder der
Förderung von akademischem Nachwuchs in den Nachwuchsfordergruppen oder durch die Ent-
wicklung von postgradualen Bildungsangeboten. Ferner werden Beiträge in der Förderung der be-
ruflichen Erstausbildung im Einsatzfeld 4 durch die Vermittlung von Zusatz- und Ergänzungsqualifi-
kationen geleistet.
Herausforderung 2:
Vor dem Hintergrund der Verschärfung des internationalen Wettbewerbs mit
immer kürzeren Produktionszyklen ist eine
höhere Forschungsintensität
die wesentliche Voraus-
setzung für Wertschöpfung, Beschäftigung und Beschleunigung des sächsischen Wirtschafts-
wachstums.
Eine Erhöhung der Forschungsintensität wird in den Maßnahmen des Vorhabensbereichs B.5.1
Wissens- und Know-how-Transfer unmittelbar verfolgt, insbesondere mittels des Fördergegens-
tands Nachwuchsforschergruppen.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Herausforderung 3:
Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft ist
eine
Unterstützung des Dienstleistungssektors
notwendig.
Eine besondere Ausrichtung auf den Dienstleistungssektor ist in der Prioritätsachse B aus Sicht
der Evaluierung nicht gegeben. Die Förderung im Vorhabensbereich B.4.4 Personal- und Quali-
tätssicherung im Sozial- und Gesundheitsbereich, der unmittelbare Bezüge aufweist, wurde nicht
fortgesetzt. Die Förderung der Ausbildung, insbesondere der überbetrieblichen und der Verbund-
ausbildung ist stark auf gewerblich-technische Branchen ausgerichtet.
Herausforderung 4:
Weiterer Ausbau der wirtschaftlichen Dynamik Sachsens mithilfe von
wis-
sens- und technologieorientierten Unternehmensgründungen.
In der Prioritätsachse B besteht keine unmittelbare Förderung von wissens- und technologieorien-
tierten Unternehmensgründungen.
Herausforderung 8
: In Sachsen ist zur
Aktivierung von Langzeitarbeitslosen
, und damit auch
zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts, ein differenziertes Integrationsangebot zur Verfügung
zu stellen.
Die Aktivierung von Arbeitslosen ist nicht Gegenstand der Förderung in der Prioritätsachse B.
Herausforderung 9
: Die soziale Integration aller Menschen erfolgt über verbesserte Chancen auf
Zugang zu Beschäftigung
.
Die Verbesserung des Zugangs zur Beschäftigung und der sozialen Integration wird in der Priori-
tätsachse B in Maßnahmen zur Verbesserung des Schulerfolgs gefördert, der Voraussetzung für
die berufliche Ausbildung ist. Dieses Ziel wird in einem Teil der Fördergegenstände des Vorha-
bensbereichs B.3.1 Berufsorientierung und Verbesserung des Schulerfolgs sowie im Vorhabensbe-
reich B.3.2 Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für Schulverweigerer/Schulsozialarbeit verfolgt. Die
Förderung richtet sich hier explizit an benachteiligte Jugendliche in unterschiedlichen Problemla-
gen. Der Zugang zur Beschäftigung wird auch in der Bereitstellung zusätzlicher betriebsnaher
Ausbildungsplätze im Vorhabensbereich B.4.1 mit einem hohen Förderumfang gefördert. Hier ha-
ben die Evaluierungsergebnisse aufgezeigt, dass zunehmend Jugendliche mit Defiziten in der
Ausbildungsreife erreicht werden.
2.6 Schlussfolgerung und Empfehlung
Die Herausforderungen des Operationellen Programms sind mit eigenen Förderschwer-
punkten im Förderportfolio abgebildet.
Eine Zusammenfassung der einzelnen Bewertungen bezüglich des Beitrages der Vorhabensbereiche
zu den einzelnen Herausforderungen ist folgender tabellarischen Zusammenfassung zu entnehmen:
Vorhabensbereich
Herausforderung 5
Bildungsbiografien
erfolgreich gestalten
Herausforderung 6
Berufliche
Erstausbildung
Herausforderung 7
Stärkung Hochschulen
und Wissenstransfer
Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Berufswahlkompetenz
B.3.1
Berufsorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs –
SMK
●●●
●●●

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Vorhabensbereich
Herausforderung 5
Bildungsbiografien
erfolgreich gestalten
Herausforderung 6
Berufliche
Erstausbildung
Herausforderung 7
Stärkung Hochschulen
und Wissenstransfer
B.3.2
FSJ, Projekte für Schulverweigerer/Schulsozialarbeit
– SMS
●●●
●●
B.3.3
FÖJ – SMS
●●
B.3.4
Berufsorientierung und -vorbereitung – SMWA, Ref.
24
●●
Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche
B.4.1
Förderung betriebliche/betriebsnaher Ausbildung –
SMWA, Ref. 24
●●●
B.4.2
Förderung betriebliche/betriebsnahe Ausbildung in
LuF – SMWA, R24
●●●
B.4.3
Zusatzqualifikationen für Azubis – SMK
●●
B.4.4
Personal- und Qualitätssicherung im Sozial- und
Gesundheitsbereich – SMS
Einsatzfeld 5: Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwischen Hochschul- und
Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unternehmen
B.5.1
Wissens- und Know-how-Transfer – SMWK
●●●
B.5.2
Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen
(Berufsakademien) – SMWK
●●
B.5.3
Stärkung der Leistungsfähigkeit Hochschulen
(postgradual, Forschung, Innovation) – SMWK
●●●
Tabelle 9: Beiträge der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse B zu den Herausforderungen 5 bis 7 im Überblick
Die
Herausforderung 5 – Verbesserung des Schulerfolgs –
wird in der Prioritätsachse B durch
zwei Vorhabensbereiche im Einsatzfeld 3 adressiert. Angesichts der in der Förderung erreichten
Reichweite und der Effektivität der Förderung geht die Evaluierung davon aus, dass die Herausforde-
rung 5 im Programmportfolio hinreichend abgedeckt ist. Verbesserungsansätze bestehen laut Ergeb-
nissen der Evaluierung insbesondere im Hinblick auf die Erreichung der richtigen Zielgruppen.
Zudem ist vor dem Hintergrund eines zunehmenden insbesondere demografisch bedingten Problem-
drucks für die kommende Förderperiode von einer steigenden Bedeutung dieses Themenfeldes aus-
zugehen. Daher sieht die Evaluation die Notwendigkeit nach einer stärkeren Verzahnung und Bünde-
lung der einzelnen Maßnahmen zur Verbesserung des Schulerfolgs. Vor diesem Hintergrund sollte
noch in dieser Förderperiode mit konzeptionellen Arbeiten und Erprobungen begonnen werden.
Die
Herausforderung 6 – berufliche Erstausbildung –
wird im Programmportfolio der Prioritäts-
achse B in 7 von insgesamt 12 Vorhabensbereichen adressiert. Diese vereinigen rund 70 Prozent des
Mittelvolumens. Damit sind die auf diese Herausforderung ausgerichteten Vorhaben Schwerpunkt der
Prioritätsachse B und damit auch des Operationellen Programms insgesamt.
Die zugehörige Förderung konzentriert sich auf die
Bereitstellung von Ausbildungsplätzen
, die vor
allem im Vorhabensbereich 4.1 Förderung betrieblicher/betriebnaher Ausbildung verankert ist. Vor
dem Hintergrund einer sich schließenden Ausbildungslücke geht die Evaluierung hier von einer ab-
nehmenden Bedeutung dieser Herausforderung aus und folgt der Entscheidung, die Förderung in
diesem Bereich zurückzufahren. Gleichzeitig sollte aus Sicht der Evaluierung für die kommende För-
derperiode geprüft werden, inwieweit die vorhandenen Erfahrungen und Begleitinstrumente für die
Förderung von Jugendlichen mit geringer Ausbildungsreife weiterhin genutzt werden können.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
ENDBERICHT 2.0.doc
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Steria Mummert Consulting AG
Seite 34 von 88
Das Handlungsfeld
Verbesserung der Qualität der Ausbildung
wird in mehreren Vorhabensberei-
chen mit Instrumenten wie überbetriebliche Lehrunterweisung bzw. überbetriebliche Ausbildungsmaß-
nahmen, Verbundausbildung sowie Zusatz- und Ergänzungsqualifikationen adressiert und mit hohen
Reichweiten umgesetzt. Die im Einzelnen erzielten positiven Ergebnisse und Wirkungen sprechen
dafür, die Maßnahmen im Programmportfolio weiterzuführen, zumal diese auch einen Beitrag zur Ver-
besserung der Ausbildungsfähigkeit von Betrieben leisten.
Für das dritte, durch die Herausforderung 6 adressierte Handlungsfeld
Berufsorientierung
leistet im
Förderportfolio der Prioritätsachse B insbesondere der Vorhabensbereich
B.3.1 – Berufsorientierung,
Verbesserung des Schulerfolgs
mit dem Fördergegenstand Berufsorientierung/Berufsvorbereitung
einen hohen Beitrag. Unter den Rahmenbedingungen einer wieder steigenden Quote von Schul- und
Abbildungsabbrüchen ist aus der Sicht der Evaluierung auch weiterhin die Notwendigkeit einer Förde-
rung gegeben.
Die
Herausforderung 7 – Stärkung der Hochschulen und des Wissenstransfers –
werden im
Einsatzfeld 5 der Prioritätsachse B gefördert, wobei das Budget von derzeit rund 93,1 Mio. Euro ESF-
Mitteln den hohen Stellenwert der Förderung von Hochschulen unterstreicht. Die im Zusammenhang
mit dieser Herausforderung im Operationellen Programm anvisierten Handlungsfelder Ausbau des
Angebots der Akademischen Weiterbildung sowie Stärkung der Kooperation zwischen Hochschulen
und Unternehmen sowie die Verankerung von unternehmerischem Denken und Forschergeist werden
durch die zugehörigen Vorhabensbereiche gleichermaßen abgedeckt. Eine Ausnahme ist die Förde-
rung des Unternehmertums, die aber durch die Förderung von Gründerinitiativen in der Prioritätsach-
se A abgedeckt ist.
Wesentliche Herausforderung für die zukünftigen Programme ist die Verstetigung der durch den ESF
teilweise im Sinne einer Anschubfinanzierung geförderten Angebote und Strukturen. Angesichts der
steigenden Bedeutung auch im zukünftigen ESF sollte diese Problemstellung aus Sicht der Evaluie-
rung in der zukünftigen Förderperiode stärker als bisher in den Fokus der Programmgestaltung rücken.
Auch hat die Evaluierung Potenziale für eine stärkere Verzahnung der einzelnen Instrumente aufge-
zeigt.
Vor dem Hintergrund der Analyse und der Bewertung kommt die Evaluierung zu folgender Empfeh-
lung:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Empfehlung 1
Anpassung der zukünftigen Förderung an veränderte Herausforderungen
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Herausforderung 5 (Schule, Berufsorientierung):
Trotz zurückgehender Schülerzahlen besteht vor dem
Hintergrund des demografisch bedingten Problem-
drucks weiterer Förderbedarf hinsichtlich der Berufs-
orientierung und der Verbesserung des Schulerfolgs
Neuauflage der Instrumente in der neuen Förderperiode mit
einem stärkeren Fokus auf die Bündelung der Förderung und
die Erreichung der anvisierten Zielgruppen.
SMK, SMS, SMWA
24
Herausforderung 6 (Ausbildung):
Die Rahmenbedingungen für den bisherigen Schwer-
punkt
Bereitstellung von zusätzlichen betriebsnahen
Ausbildungsplätzen
geändert.
Prüfung, inwieweit die vorhandenen Erfahrungen und Begleit-
instrumente für die Förderung von Jugendlichen mit geringer
Ausbildungsreife genutzt werden können.
SMWA 24
Herausforderung 7 (Hochschulen):
Wesentliche Problemstellung für die zukünftigen
Programme ist die Verstetigung der durch den ESF
teilweise im Sinne einer Anschubfinanzierung geför-
derten Angebote und Strukturen
Prüfung, mit welchen Anreizen und mit welchen Institutionen
eine stärkere Verstetigung der Angebote in der künftigen För-
derperiode sichergestellt werden könnte.
Stärkere Bündelung und Verzahnung der Instrumente.
Tabelle 10: Beitrag der Vorhabensbereiche zu den Herausforderungen des Operationellen Programms – Empfehlungen

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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3 Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
3.1 Bewertungsgrundlagen – Strategie des Operationellen Programms
Auf Basis der im vorangegangenen Kapitel erörterten Herausforderungen des Freistaates Sachsen
leitet das Operationelle Programm übergreifende strategische Ziele und strategische Ziele für die ein-
zelnen Prioritätsachsen ab. Das Zielsystem stellt sich im Überblick wie folgt dar:
Arbeitnehmer und Unternehmen
auf neue Bedingungen einstellen
Bildung, Ausbildung und For-
schung zukunftsfähig gestalten
Mehr Menschen an Beschäftigung
heranführen
Übergreifende
Strategie
Querschnittsziele
3
Prioritätsachse A
Anpassungs- und Wettbewerbsfä-
higkeit
Prioritätsachse B
Verbesserung des Humankapitals
Prioritätsachse C
Beschäftigung und soziale Einglie-
derung
Prioritätsachsen
Prioritätsachse E
Transnationale Maßnahmen
Strategische
Ziele der
Prioritätsachsen
Erhöhung der Beschäftigung durch
Weiterbildung von Erwerbstätigen,
Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
der Unternehmen und Existenz-
gründung
Erhöhung des Humankapitals und
der Innovationsfähigkeit
durch Vermeidung von Schulver-
sagen, Berufsvorbereitung, Ausbil-
dung sowie
Stärkung des Wissenstransfers
aus Forschung und Wissenschaft
in den Unternehmenssektor
Beschäftigung, soziale Stabilisie-
rung und Erhöhung
der Beschäftigungsfähigkeit von
Langzeitarbeitslosen und Benach-
teiligten
Abbildung 2 Überblick über die strategischen Ziele des Operationellen Programms
Die
übergreifende Entwicklungsstrategie für die Prioritätsachse B
zielt auf eine Verbesserung der
Bildung und Ausbildung des Humankapitals. Die Strategie setzt hierbei auf eine Verbesserung der
Zukunftsfähigkeit von Bildung, Ausbildung und Forschung. Um nachhaltige Wirkungen zu erreichen,
sollen Maßnahmen im Bildungswesen und in der beruflichen Erstausbildung bereits in einer frühen
Phase der Erwerbsbiografie ansetzen. Eine zweite Säule Entwicklungsstrategie besteht in der Ent-
wicklung des Humankapitals von hochqualifizierten Beschäftigten. Dies soll insbesondere durch
Know-how-Transfer sowie den Ausbau der Leistungsfähigkeit tertiärer Bildungseinrichtungen erreicht
werden.
Die in der Strategie der Prioritätsachse B vorgesehenen Instrumente decken die Bereiche Schule,
Bildung und Hochschule ab. Der Instrumenteneinsatz beruht hierbei auf der Erkenntnis, dass die Ur-
sachen von Beschäftigungsproblemen zum einen auf der individuellen Ebene liegen, zum anderen
aber auf der Ebene der genannten Institutionen zu suchen sind. Die Maßnahmen des ESF sollen hier
3
Die Querschnittsziele werden im nachfolgenden Kap. 4 betrachtet.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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den Erneuerungs- und Reformbedarf aufgreifen und einen Beitrag zur zukunftsfähigen Ausgestaltung
von Bildung, Ausbildung und Forschung beitragen.
Diese Instrumente sind im Zielsystem des Operationellen Programms in drei
Einsatzfeldern
operatio-
nalisiert, in denen folgende
spezifische Ziele
verfolgt werden:
Einsatzfeld 3:
Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Berufswahlkompetenz.
Spezifisches Ziel: Reduzierung der Quote der Schüler ohne Abschluss und Erhöhung der Ausbil-
dungsfähigkeit.
Einsatzfeld 4:
Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche.
Spezifisches Ziel: Schaffung zusätzlicher sowie Sicherung bedarfsgerechter Ausbildungsplätze.
Einsatzfeld 5:
Förderung des Humanpotenzials in Forschung und Innovation sowie der Netzwerktätigkeit zwi-
schen Hochschul- und Forschungseinrichtungen, Technologiezentren und Unternehmen.
Spezifisches Ziel: Stärkung der Innovationsfähigkeit der Wirtschaft in Sachsen durch Erhöhung des
Humankapitals.
Im Folgenden wird für die Einsatzfelder und deren Vorhabensbereiche im Einzelnen untersucht:
Inwieweit die Vorhabensbereiche und ihre Ziele mit der Strategie im Einklang sind (Passfähig-
keit zur Strategie).
Ob die durchgeführten Vorhaben einen wirksamen Beitrag zu den gesetzten strategischen Zie-
len leisten. Wesentliche Grundlage hierfür sind die in der Fachevaluierung gewonnenen empiri-
schen Erkenntnisse (Effektivität).
Ob der Mitteleinsatz in Bezug auf den Programmansatz und die Zielerreichung den Grundsät-
zen der Verhältnismäßigkeit und Wirtschaftlichkeit genügen (Effizienz).
3.2 Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesse-
rung der Berufswahlkompetenz.
3.2.1
Bewertungsgrundlagen im Einsatzfeld 3
Ziele der Maßnahmen im Einsatzfeld 3 sind gemäß Strategie des Operationellen Programms die
Ver-
besserung des Schulerfolgs
sowie die
Verbesserung der Berufsorientierung
. Der Aspekt der
Chancengleichheit in der Berufsorientierung
im Hinblick auf das Ziel, den Anteil von Frauen in
zukunftsorientierten technischen Berufen und in der Wissenschaft zu erhöhen, nimmt in der Förderung
der Berufsorientierung mit einer eigenen Handlungsoption einen besonderen Stellenwert ein.

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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
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Diese in der Strategie definierten Handlungsfelder sind mit folgenden Teilzielen untersetzt:
Handlungsfelder
Teilziele
Verbesserung des Schulerfolgs
Unterstützung von leistungsschwächeren oder abschlussgefährdeten Schüler/innen, verstärkte
individuelle Förderung zur Verringerung von Bildungs- und Leistungsdefiziten
Verhinderung von genderspezifischen Bildungsnachteilen
Schaffung von zusätzlichen Bildungsangeboten an Schulen (z. B. im Rahmen von Ganztagsan-
geboten)
Stärkere internationale und interkulturelle Öffnung der Schulen
Unterstützung im Spitzenbereich, z. B. Exzellenzförderung von Schülern bzw. Schulen
Verbesserung der Berufsorientierung
Individuelle Wirkungen bei den Teilnehmenden
Systematisierung und Bündelung der Berufsorientierung, Herstellung von Transparenz, insbe-
sondere durch Etablierung von Kooperationen oder Verbesserung bestehender Strukturen, vor
allem zwischen Schulen und Unternehmen
Schaffung von Praxislernorten für gefährdete Schüler
Angebot von Freiwilligendiensten
Chancengleichheit in der Berufsorien-
tierung
Wecken von Interesse für einen „geschlechtsuntypischen“ Beruf, z. B. durch Einblick in techni-
sche und naturwissenschaftliche Berufe für Mädchen, und in den sozialen oder pflegerischen
Bereich für Jungen
Hierdurch mittelbar: Erhöhung des Anteils von Frauen in zukunftsorientierten technischen
Berufen und in der Wissenschaft
Tabelle 11: Strategische Ziele im Einsatzfeld 3
Im Folgenden wird anhand der Ergebnisse der Fachevaluierung analysiert, inwiefern diese Ziele im
Programmportfolio effektiv und effizient verfolgt werden.
3.2.2
Vorhabensbereich B.3.1: Berufsorientierung, Verbesserung des Schulerfolges – SMK
Passfähigkeit zur Strategie
Die Ziele Verbesserung der Berufsorientierung und Verbesserung des Schulerfolgs werden
in etwa gleichen Teilen mit vielen unterschiedlichen Instrumenten gefördert.
Der Vorhabensbereich bedient mit mehreren Instrumenten zwei Teilziele, die
Verbesserung der Be-
rufsorientierung
sowie die
Verbesserung des Schulerfolgs.
Rund die Hälfte der finanziellen Mittel konzentriert sich auf das Ziel
Berufsorientierung.
Hierbei adres-
siert die Förderung unterschiedliche Zielgruppen, z. B. Vorabgangsklassen, Schüler/innen an der ers-
ten Schwelle zur beruflichen Erstausbildung wie auch angehende Abiturient/innen, die die Aufnahme
eines Studiums planen. Die Förderung der Berufsorientierung intendiert darüber hinaus eine Koopera-
tion mit der Sächsischen Wirtschaft und den Hochschulen sowie weiteren Akteuren wie z. B. der
Sächsischen Bildungsagentur oder der Bundesagentur für Arbeit.
Im zweiten Schwerpunkt des Vorhabensbereichs werden Fördergegenstände gefördert, die auf die
Verbesserung des Schulerfolgs
ausgerichtet sind. Die Förderung richtet sich zum einen an leistungs-
schwächere oder abschlussgefährdete Schüler/innen. Hierdurch wird insbesondere das Ziel adressiert,
Jugendliche verstärkt individuell zu fördern und durch die Verringerung von Bildungs- und Leistungs-

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
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defiziten zum Schulerfolg beizutragen. Hierzu gehört z. B. der Fördergegenstand 9171 – Vorhaben zur
Erhöhung der Quote von Schülern, die einen Abschluss erreichen. Zum anderen werden aber auch
Maßnahmen gefördert, die leistungsstärkere Zielgruppen ansprechen, z. B. mit dem Fördergegens-
tand 9170 – Ferienakademien. Diese Zielgruppe steht auch im Fokus des Fördergegenstands 9172 –
Weitere internationale Abschlüsse, der darüber hinaus zur Zielsetzung einer stärkeren internationalen
und interkulturellen Öffnung beiträgt.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Bei den einzelnen Maßnahmen konnten vor allem Effekte auf der individuellen Ebene der
Teilnehmenden erzielt werden. Verbesserungsansätze bestehen im Hinblick auf die Zu-
sammensetzung der erreichten Zielgruppe im Bereich der Verbesserung des Schulerfolgs
sowie bei der Herstellung von Transparenz bzw. einer stärkeren Bündelung der Förderung
im Bereich der Berufsorientierung.
Verbesserung der Berufsorientierung
Im Handlungsfeld
Berufsorientierung,
sind die Maßnahmen auf der individuellen Ebene der geförder-
ten Schüler/innen weitgehend effektiv. Die im Rahmen der Fachevaluierung in den einzelnen Instru-
menten durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass es gelungen ist, den Schüler/innen aktuelle
Anforderungen und Möglichkeiten des Arbeitsmarktes sowie realistische Vorstellungen bestimmter
Ausbildungsberufe und Studienfächer zu vermitteln, so dass die Berufs- und Studienorientierung der
Teilnehmenden erhöht werden konnte. Auch wurden Schüler/innen zur Aufnahme eines Studiums
motiviert.
Eine Quantifizierung der daraus erwachsenen tatsächlichen Effekte im Sinne der Absenkung von Ab-
brecherquoten, die unmittelbar der Förderung zuzurechnen sind, ist auch aufgrund der Langfristigkeit
potenzieller Effekte nicht möglich. Die erreichte Reichweite von jährlich ca. 7.500 Geförderten im Ver-
hältnis zu ca. durchschnittlich 30.000 sächsischen Schulabsolvent/innen zeigt gleichwohl, dass mit
den festgestellten individuellen Effekten auch Wirkungen in der Breite erzielt werden.
Bezüglich der Intention, die Kooperation zwischen den einzelnen Akteuren in der Berufsorientierung
zu stärken und hierdurch zu einer stärkeren Systematisierung und Bündelung beizutragen, zeigen die
Ergebnisse der Evaluierung ein differenziertes Bild. Die Ergebnisse zeigen, dass Kooperationen
grundsätzlich stattfinden, und dass die Träger Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen haben. So
arbeiten die Träger mit Schulen, der Bundesagentur für Arbeit, der Sächsischen Bildungsagentur,
Hochschulen und Unternehmen zusammen, wobei die einzelnen Akteure die Kooperation selbst und
ihre Mitwirkungsmöglichkeiten insgesamt positiv einschätzen. Ein Bedarf nach einer Intensivierung der
Kooperation wurde für die Vernetzung der Träger mit Hochschulen deutlich; dies wird durch die Hoch-
schulen bestätigt. Auch sehen die Träger in Teilen Intensivierungsbedarf bei der Kooperation mit klei-
nen und mittleren Unternehmen.
Ferner zeigen die Evaluierungsergebnisse, dass noch weitere Anstrengungen notwendig sind, die in
der Zielsetzung geforderte Transparenz und Bündelung des Angebots der Berufsorientierung zu errei-
chen. Der Evaluator sieht in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, dass die beteiligten Akteure
einen möglichst vollständigen Überblick über die an den Schulen durchgeführten Studien- und Berufs-

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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
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orientierungsprojekte erlangen. Darüber hinaus hat der Evaluator eine verstärkte Einbindung der
Kommunen in die Netzwerkarbeit vor Ort angeregt. Verbesserungsmöglichkeiten bei den Projektinhal-
ten des Fördergegenstands Studien- und Berufsorientierung sind noch in der Darstellung der berufli-
chen Chancen von Frauen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich, in der Förderung des unter-
nehmerischen Denkens sowie in der Verknüpfung der Projektinhalte mit schulischen Unterrichtsinhal-
ten erkennbar.
Verbesserung des Schulerfolgs
Bei den Instrumenten, die sich an leistungsschwächere Schüler/innen richten, zeigen die Evaluie-
rungsergebnisse, dass in den jeweiligen Instrumenten anvisierten Zielgruppen im Großen und Ganzen
erreicht werden. Auf der anderen Seite geben die Evaluierungsergebnisse einen Hinweis darauf, dass
teilweise wesentliche Merkmale der Teilnehmenden, wie z. B. Abschluss- oder Versetzungsgefähr-
dung nicht immer in dem vom Instrument geforderten Maß vorliegen. Somit bestehen Risiken, dass
die Zielgruppen erreicht werden, deren Unterstützungsbedarf nicht in dem vom Instrument intendierten
Maß gegeben ist. Da die Auswahl der Teilnehmer/innen durch Richtlinien geregelt ist, sind aus Sicht
der Evaluierung hier Umsetzungslücken zu vermuten. In der Fachevaluierung wurde diesbezüglich
eine Nachjustierung des Teilnehmerzugangs angeregt.
Die geforderten Inhalte der Maßnahmen werden weitgehend umgesetzt, wobei die beteiligten Schulen
und Teilnehmer/innen hinsichtlich der Qualität eine positive Bewertung abgeben. Verbesserungsan-
sätze bestehen im Hinblick auf Nachbetreuung durch die Träger und eine stärkere Abstimmung der
Maßnahmen mit den in der Schule vermittelten Inhalten. Die Evaluierungsergebnisse zeigen ferner,
dass die Maßnahmen zu einer Verbesserung der Motivation zu eigenverantwortlichen Lernen sowie
der Leistungs- und Verantwortungsbereitschaft und Zuverlässigkeit wirksam beitragen. Die Wirksam-
keit hinsichtlich der Erhöhung der Versetzungs- und Abschlussquoten wird dagegen nur teilweise er-
reicht. Wie schon dargestellt, erreichen einige Projekte auch Schüler/innen mit durchschnittlichem
oder sogar unterdurchschnittlichem Unterstützungsbedarf hinsichtlich dieser beiden Risiken. Unter der
Annahme, dass sich die größten Effekte bei jenen Schülergruppen erzielen lassen, die die am stärks-
ten ausgeprägten schulischen Probleme aufweisen, kann für diese wenigen Projekte nur von einer
eingeschränkten Wirkung ausgegangen werden.
Bei den Vorhaben, die sich an leistungsstärkere Schüler/innen richten (Fördergegenstand Ferienaka-
demien), zeigt die in der Evaluierung untersuchte Zielgruppenerreichung, dass die Teilnehmenden
entsprechend der Zielsetzung über ein überdurchschnittliches Interessen- und Kompetenzniveau ver-
fügen. Die Vermittlung von Wissen konzentriert sich entsprechend der Zielsetzung auf Methodenkom-
petenzen sowie von Kompetenzen im mathematisch-naturwissenschaftlichen und gesellschaftswis-
senschaftlichen Bereich. Die Ferienakademien werden hinsichtlich ihrer Qualität von den Teilnehmen-
den mehrheitlich mit gut oder sehr gut bewertet. Besonders hilfreich aus Sicht der Teilnehmenden ist
die Steigerung von Sozialkompetenz, Motivation und Leistungsbereitschaft. Das Ziel, Interessen für
geschlechtsuntypische Berufe zu wecken, wird von weitaus weniger Teilnehmenden als hilfreich ge-
würdigt. Durch die Maßnahmen im Fördergegenstand
weitere internationale Abschlüsse,
der sich
ebenfalls an leistungsstärkere Schüler/innen richtet, geht die Evaluierung von positiven individuellen
Wirkungen für die Teilnehmenden aus. Gleichwohl ist aus Sicht der Evaluierung angesichts einer ge-
ringen Inanspruchnahme von bislang 186 geförderten Schüler/innen nicht davon auszugehen, dass
hierdurch Effekte in der Breite erzielt werden.

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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Effizienz
In den Vorhaben zur
Berufsorientierung
werden pro geförderte Person ESF-Mittel in Höhe von durch-
schnittlich 485 Euro aufgewendet
4
. Werden nur abgeschlossene und verwendungsnachweisgeprüfte
Projekte betrachtet (ca. 20 Prozent des bisherigen ESF-Bewilligungen), liegen die Fallkosten zwischen
ca. 200 Euro bei den Vorhaben in Berufseingangsklassen und ca. 100 Euro in der praxisorientierten
Berufs- bzw. Studienorientierung. Grund für diese Differenz ist die Regelung, dass Teilnehmerzahlen
im Monitoring-System nach den geltenden Regeln zu Beginn und am Ende des Projektes gepflegt
werden, wobei es oftmals zu einer Unterschätzung der Teilnehmerzahlen kommt.
Die Bewertung der Kosten stellt sich schwierig dar. Kriterien, die einen Vergleich ermöglichen, wie
Kernelemente der Berufsorientierung, Förderdauer, Einbindung in den Unterricht, Umfang des Praxis-
bezugs etc. sind in der Richtlinie nicht oder nur ansatzweise definiert. Die Evaluierung und der struktu-
rierte Vergleich stehen laut aktuellem Forschungsstand noch am Anfang, so dass Vergleichsergebnis-
se zu einem Kosten-Nutzen-Vergleich erst in Zukunft vorliegen werden
5
.
Die pro geförderte Person in den Vorhaben zur
Verbesserung des Schulerfolgs
rechnerisch bewilligten
ESF-Mittel liegen je nach Fördergegenstand zwischen 900 und rund 2.500 Euro. Bei den abgeschlos-
senen bzw. verwendungsnachweisgeprüften Projekten, die 18 Prozent des bisherigen Bewilligungsvo-
lumens umfassen, liegen die Fallkosten bei durchschnittlich rund 890 Euro. Vor dem Hintergrund po-
tenzieller hohen Folgekosten für Verzögerungen in der Schullaufbahn und die Nichterreichung von
Abschlüssen liegen die Kosten in einem akzeptablen Bereich.
3.2.3
Vorhabensbereich B.3.2: FSJ, Projekte für Schulverweigerer/Schulsozialarbeit – SMS
Passfähigkeit zur Strategie
Der Vorhabensbereich konzentriert sich auf die Unterstützung von leistungsschwächeren
Schüler/innen sowie auf einzelne im operationellen Programm definierte Teilziele im Hand-
lungsfeld Berufsorientierung.
Die Förderung im Vorhabensbereich 3.2 setzt Schwerpunkte im Handlungsfeld
Verbesserung des
Schulerfolgs,
z. B. mit der Förderung von Produktionsschulen, sozialpädagogischen Vorhaben zur
Kompetenzentwicklung oder der Förderung von innovativen Vorhaben bei Schuldistanz. Die Maß-
nahmen sprechen mehrheitlich leistungsschwächere oder abschlussgefährdete Schüler/innen an.
In den genannten Fördergegenständen ist das Ziel
Berufsorientierung
ebenfalls verankert. Dieses Ziel
wird darüber hinaus im Fördergegenstand „Produktionsschulorientierte Vorhaben“ gefördert. Mit einem
Bewilligungsvolumen von 5,0 Mio. Euro wird hierdurch ein Schwerpunkt in diesem Vorhabensbereich
gesetzt. Mit Produktionsschulen wird das Teilziel der Strategie umgesetzt, Praxislernorte für gefähr-
4
Gewichtetes Mittel aus den Aktionspunkten, an denen Teilnehmende beteiligt sind. Die Aktionspunkte, die in erster Linie
Netzwerke oder Modellprojekte fördern, wurden bereinigt.
5
Vgl. Kupka/Wolters: Vertiefte Berufsorientierung: Überblick, Praxiserfahrungen und Evaluationsperspektiven, IAB-
Forschungsbericht 10/2010, S. 54 ff.

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dete Schüler/innen zu schaffen. Die Förderung des Freiwilligen Sozialen Jahres ist ferner unmittelbar
auf das Teilziel „Angebot von Freiwilligendiensten“ ausgerichtet.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Die Maßnahmen erzielen Wirkungen bei der Verbesserung des Schulerfolgs insbesondere
durch Kompetenzentwicklung an Schulen. Verbesserungsansätze bestehen in diesen Maß-
nahmen bei der Berufsorientierung, insbesondere im Hinblick auf die Herstellung von An-
schlussperspektiven. Die Zielsetzung einer Bereitstellung von Freiwilligendiensten und der
Schaffung von Praxislernorten für gefährdete Schüler/innen wird hingegen erfüllt. Insge-
samt ist eine stärkere Bündelung der Förderung angezeigt.
Verbesserung des Schulerfolgs
Hinsichtlich der Zielsetzung, den Schulerfolg zu verbessern, setzen die Instrumente dieses Vorha-
bensbereichs im Kern darauf, Kompetenzen von leistungsschwächeren bzw. benachteiligten Schü-
ler/innen zu verbessern, und auf diese Weise zur Verbesserung des Schulerfolgs und mittelbar auch
zur Verbesserung der Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit beizutragen. So werden im Förder-
gegenstand Sozialpädagogische Vorhaben zur Kompetenzentwicklung von Schüler/innen Handlungs-
ansätze zur Stärkung von Schlüsselkompetenzen sowie zur Verbesserung der Lernmotivation geför-
dert, flankiert durch Einzelfallhilfen mit individueller Förderplanung. Die Evaluierungsergebnisse zei-
gen diesbezüglich, dass diese Instrumente vor Ort umgesetzt werden. Dass die Teilnehmenden die
nächste Klassenstufe bzw. den angestrebten Schulabschluss in der Regel erreichen, ist ein Hinweis
darauf, dass die Förderung zur Verbesserung des Schulerfolgs beiträgt.
Im Fördergegenstand „Innovative Vorhaben zur Intervention bei Schuldistanz“ werden mit ähnlichen
Instrumenten und Zielsetzungen Projekte für die Zielgruppe von Schüler/innen mit Schulverweige-
rungshaltungen gefördert. Auch hier zeigen die Evaluierungsergebnisse, darunter Einschätzungen von
Lehrern, dass die Kompetenzentwicklung und sozialpädagogische Begleitung die Schulkarrieren der
Teilnehmenden positiv beeinflusst haben und einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung von Schulab-
schlüssen leisten.
Im Schuljahr 2009/2010 haben knapp 3.900 Schüler/innen eine Klassenstufe wiederholt. Mehr als
2.300 haben die Schule ohne Abschluss verlassen, darunter mehrheitlich Förderschüler/innen. Laut
Monitoring wurden in den auf dieses Ziel ausgerichteten Fördergegenständen des ESF in den vier
Jahren seit 2008 insgesamt rund 500 Schüler/innen erreicht. Die Förderung erreicht in diesem Vorha-
bensbereich eine zu geringe Reichweite, um Wirkungen in der Breite entfalten zu können.
Vor dem Hintergrund, dass die Maßnahmen an Schulen mit ähnlichen Instrumenten durchgeführt wer-
den, ist aus Sicht der Evaluierung eine stärkere Bündelung mit den auf ähnliche Zielgruppe ausgerich-
teten Maßnahmen im Vorhabensbereich 3.1 unter dem Dach eines Gesamtkonzepts angezeigt. Hin-
sichtlich der anzuwendenden Instrumente und einer bedarfsgerechten Mittelausstattung sollte im Vor-
feld der kommenden Förderperiode eine Abstimmung zwischen den beteiligten Ressorts erfolgen.

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Prioritätsachse B
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Verbesserung der Berufsorientierung
Gemäß der Zielsetzung soll der oben unter dem Aspekt der Verbesserung des Schulerfolgs diskutierte
Fördergegenstand „Sozialpädagogische Vorhaben zur Kompetenzentwicklung“ auch zur Berufsorien-
tierung beitragen. Die Befunde der Evaluierung zeigen hier, dass Themen wie Berufsfindung, Arbeit
und Ausbildung schon im Antragsverfahren gegenüber den anderen Zielsetzungen einen nachrangi-
gen Stellenwert einnehmen. Nur in einigen Antragsunterlagen finden sich fundierte Aussagen dazu,
wie die jungen Menschen bei der Bildung von tragfähigen Berufswahlentscheidungen unterstützt wer-
den sollen. Das zeigt sich auch in den im Rahmen der Antragsstellung angegebenen (geplanten) Ko-
operationen oder der Umsetzung eines Übergangsmanagements zwischen Schule und Ausbildung.
Nach Ansicht des Evaluators bieten die Projektrahmenbedingungen prinzipiell sehr gute Möglichkeiten
für eine einzelfallbezogene Unterstützung der Teilnehmenden, da die Richtlinie explizit eine Netz-
werkbildung mit dem Ziel eines professionellen Übergangsmanagements zulässt.
Die Ergebnisse im Fördergegenstand „Innovative Vorhaben bei Schuldistanz“ stellen sich ähnlich dar.
Aufgrund dem in der Umsetzung gesetzten Fokus der Aktivitäten auf soziale und personale Kompe-
tenzen, die sich in erster Linie direkt auf den Bereich Schule auswirken, wird die Entwicklung von An-
schlussperspektiven nicht immer stringent verfolgt. Das liegt zum einen an der Unmittelbarkeit, mit der
der Bereich Schule direkt auf die Projektdurchführung wirkt (enge Kooperationen mit den Schulen,
oftmals findet die Maßnahme direkt in der Schule statt), zum anderen gestaltet sich das Feld der „Be-
rufsvorbereitung und Ausbildung“ sehr heterogen mit vielen verschiedenen Akteuren, so dass hier ein
erhöhter Aufwand zu leisten wäre, die Projekte an bestehende Strukturen in diesem Bereich anzubin-
den.
Ferner ist es gelungen, mit der Umsetzung der Fördergegenstände Produktionsschulen und FSJ die
durch das Operationelle Programm spezifizierten Teilziele zu erreichen. Die Ergebnisse der Evaluie-
rung zeigen hierbei für das FSJ, dass hier in der Tat für Orientierungsleistungen für Teilnehmerinnen
mit vielfältigen Problemlagen erbracht werden, z. B. in Form einer Entwicklung von konkreten Berufs-
und Lebenszielen. Insgesamt fällt auf, dass auch hier zwar berufsfeldspezifische Kompetenzen
vermittelt werden, personale Kompetenzen hingegen im Vordergrund stehen.
Effizienz
Im Durchschnitt entfallen auf jede im Monitoring geförderte Person rechnerisch ESF-Mittel in Höhe
von 13.000 Euro. Dieser Wert ist aufgrund der systematischen Unterschätzung der Teilnehmenden-
zahl durch das Monitoring nicht realistisch. So sind für den Fördergegenstand Produktionsschulorien-
tierte Vorhaben bei einem Bewilligungsvolumen von 5,0 Mio. Euro im Monitoring nur 207 Teilneh-
mer/innen ausgewiesen, was rechnerisch Fallkosten von 24.000 Euro entsprechen würde. Die Ergeb-
nisse der Fachevaluierung deuten darauf hin, dass weitaus mehr Personen erreicht wurden.
Eine Betrachtung von abgeschlossenen oder verwendungsnachweisgeprüften Projekten ist in diesem
Vorhabensbereich aufgrund deren geringen Anzahl noch nicht zuverlässig möglich.

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3.2.4
Vorhabensbereich B.3.3: FÖJ – SMS
Passfähigkeit zur Strategie
Das FÖJ leistet einen Beitrag zur Zielsetzung des Operationellen Programms, die Berufs-
orientierung mit einem Angebot an Freiwilligendiensten zu stärken.
Die Förderung des Freiwilligen Ökologischen Jahres leistet einen Beitrag zur Zielsetzung
Verbesse-
rung der Berufsorientierung,
indem sie jungen Menschen einen praxisorientierten Überblick über die
Beschäftigungsmöglichkeiten im Natur- und Umweltschutz bietet. Mit der Umsetzung des FÖJ wird ein
im Operationellen Programm festgeschriebenes spezifisches Teilziel in der Berufsorientierung erfüllt,
das Angebot von Freiwilligendiensten zu stärken.
Des Weiteren leistet dieser Vorhabensbereich einen besonderen Beitrag zum Querschnittsziel Nach-
haltigkeit in seiner ökologischen Dimension.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Es werden effektive Beiträge zur Berufsorientierung der Teilnehmenden erreicht. Diese re-
lativieren sich vor dem Hintergrund der erreichten Zielgruppe, die teilweise schon mit kla-
ren Vorstellungen über ihre Berufliche Zukunft am FÖJ teilnimmt und der erreichten
Reichweite der Förderung.
Im Ergebnis der Förderung werden zwei Trends deutlich:
Von den Personen, die bereits mit einem konkreten Berufswunsch in das FÖJ eingetreten sind (43
Prozent) geben 75 Prozent an, dass die Teilnahme am FÖJ ihre Entscheidung bekräftigt hat.
Von den Personen, die angegeben haben, dass sich ihr Berufswunsch nach dem FÖJ verändert
hat (40 Prozent), geben 70 Prozent an, dass der Grund der Änderung in ihrer Teilnahme am FÖJ
liegt..
Dieses Ergebnis zeigt im Hinblick auf die aus Sicht des Operationellen Programms wesentliche Ziel-
setzung der Förderung, die
Verbesserung der Berufsorientierung,
dass ein hoher Anteil der Teilneh-
menden bereits vor Beginn der Maßnahme eine Vorstellung von ihrem zukünftigen Berufsweg hatte.
Dieses Ergebnis korrespondiert mit der Erkenntnis, dass gerade Absolventen von höheren Schulab-
schlüssen, die in der Förderung des FÖJ mehrheitlich erreicht werden, eher wissen, welchen Beruf(-
szweig) sie ergreifen möchten. Ein Viertel der erreichten Jugendlichen gab an, an der Maßnahme
teilgenommen zu haben, weil sie keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.
Im Hinblick auf die Zielsetzung
Verbesserung der Berufsorientierung
werden somit Effekte erzielt.
Diese sind zum einen dadurch begrenzt, dass das FÖJ mehrheitlich Bildungsschichten erreicht, die
bereits zu Beginn der Maßnahme eine Vorstellung über Ihre berufliche Zukunft mitbringen. Zum ande-
ren werden pro Jahr durchschnittlich ca. 290 Personen im FÖJ gefördert. Im Verhältnis zu ca. durch-
schnittlich 30.000 sächsischen Schulabsolvent/innen ist die erreichte Abdeckung zu gering, um Wir-
kungen in der Breite zu erzielen.

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Prioritätsachse B
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Ein weiterer positiver Effekt ist, die Persönlichkeits- und Kompetenzbildung der Teilnehmer/innen im
Laufe der Maßnahme. Es konnte nachgewiesen werden, dass sich ein hoher Anteil in wesentlichen
Bereichen weiterentwickelt sah.
Effizienz
Pro geförderte Person werden im Schnitt insgesamt rund 7.600 Euro aufgewendet, darunter 4.000
Euro an ESF-Mitteln. Die Förderung umfasst teilnehmerbezogenen Ausgaben wie Entgelt, Unterkunft
und Sozialversicherungsausgaben, sowie Verwaltungskosten und Ausgaben für pädagogische
Betreuung und Seminare. Der Fördersatz liegt damit im Rahmen der Kosten pro Platz in Höhe von
720 Euro monatlich, die im Rahmen der Evaluierung der Freiwilligendienste des Bundesministeriums
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermittelt wurden
6
.
3.2.5
Vorhabensbereich B.3.4: Berufsorientierung und –vorbereitung – SMWA, Ref. 24
Passfähigkeit zur Strategie
Die geförderten Projekte haben positive Effekte erzielt, insbesondere im Hinblick auf die
Schaffung von Qualitätsstandards und die Generierung von Best Practice Ansätzen. Ver-
besserungsansätze bestehen in einer stärkeren strategischen Fokussierung und der Zu-
sammenarbeit der Akteure.
In diesem Vorhabensbereich sollen ergänzend zum Vorhabensbereich 3.1 Projekte auf Initiative und
zur Unterstützung der Wirtschaft bei der Berufsorientierung von Schülern gefördert werden. Vorgese-
hen ist zudem die Förderung von Projekten, die zur Identifizierung und zum Transfer von Best Practi-
ces bei Unternehmen oder Unternehmenskooperationen beitragen. Mit dieser Zielsetzung ist der Vor-
habensbereich auf das Ziel
Verbesserung der Berufsorientierung
ausgerichtet und konzentriert sich in
diesem Kontext auf das Teilziel einer Etablierung von Kooperationen bzw. einer Verbesserung beste-
hender Strukturen.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Insgesamt kommt die Evaluierung im Rahmen der durchgeführten Fallstudien zu dem Befund, dass
die einzelnen Projekte für sich genommen eine positive Wirkung entfaltet haben und bis zu einem
gewissen Grad nachhaltige Effekte erzielt haben. Dies gilt insbesondere für das Schaffen von Quali-
tätsstandards und die Generierung von Best Practice Ansätzen.
Die Befunde weisen darauf hin, dass die große Vielfalt an Akteuren in der Berufsorientierung einen
hohen Anspruch an die Steuerung und die Definition der Zuständigkeiten stellt. Im Rahmen des Inter-
views mit dem SMWA, Ref. 24 und der Dokumentenanalyse ist für den Evaluator deutlich geworden,
dass zwar die Federführung für das Thema Berufsorientierung eindeutig und für alle Beteiligten un-
strittig beim SMK verankert ist, aber zum Beispiel die eigene Förderstrategie des SMWA, d.h. die
6
BMFSFJ: Ergebnisse der Evaluation des FSJ und FÖJ, S. 11.
http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Pressestelle/Pdf-
Anlagen/evaluierungsbericht-freiwilligendienste,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Ausgestaltung der eigenen Spielräume, nicht schriftlich festgehalten ist. Dies führt im Rahmen der
Prüfung von Projektvorschlägen zu der Situation, dass keine einheitlichen Regelungen zwischen SMK
und SMWA zur Anwendung kommen können. Hier wurde in der Fachevaluierung eine stärkere konti-
nuierliche Abstimmung aller Akteure in diesem Themenbereich angeregt. Dies sollte auch die beteilig-
ten Ministerien einschließen und sich u. a. in den jeweiligen Förderstrategien niederschlagen.
Effizienz
Durch die in diesem Vorhabensbereich bisher bewilligten Mittel von knapp 1,2 Mio. Euro wurden rund
4.200 Teilnehmer/innen erreicht. In den abgeschlossenen Projekten, für die die Teilnehmendenzahlen
abschließend vorliegen, wurden pro erreichte Person 79 Euro aufgewendet. Somit kann mit verhält-
nismäßig geringen Mitteln eine breite Zielgruppe erreicht werden.
3.2.6
Vorhabensbereich B.3.5: Chancengleichheit – Lebenslanges Lernen, Verbesserung der
Berufswahlkompetenz – SMS
Passfähigkeit zur Strategie
Das Förderinstrument ist auf das Ziel
Chancengleichheit in der Berufsorientierung
ausge-
richtet.
Durch die Förderung soll das gendersensible Berufswahlverhalten von Jungen und Mädchen zwi-
schen 12 und 17 Jahren im Hinblick auf die künftige Teilnahme am Arbeitsmarkt gestärkt werden.
Förderfähig sind Vorhaben für Mädchen, die ihnen die Möglichkeit eröffnen, technische und naturwis-
senschaftliche Berufe kennen zu lernen. Jungen sollen in Praktika an die Arbeit in Dienstleistungsfel-
dern des Gesundheits-, Sozial- und Wohnbereichs, insbesondere in den Bereichen der Jugendhilfe,
der Behindertenhilfe, der Altenhilfe und -pflege, des generationsübergreifenden sowie familien-, alten-
und behindertengerechten Wohnens, der Sozialpsychiatrie und der Suchthilfe herangeführt und ihr
Berufswahlverhalten so sensibilisiert werden.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Aufgrund von Durchführungsproblemen konnte die Förderung bisher kaum umgesetzt
werden.
In diesem Vorhabensbereich wurden bislang erst 4 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund
110.000 Euro bewilligt. Damit bleibt die Umsetzung weit hinter der Planung zurück. Der geringe Um-
setzungsstand im Vorhabensbereich B.3.5 hat zur Folge, dass insgesamt durch die Förderung nur
sehr wenige Schülerinnen und gar keine Schüler erreicht werden konnten. Insofern ist in der Breite
nicht von nennenswerten Effekten hinsichtlich der Erweiterung des Berufswahlhorizonts bzw. der im
Anschluss an die Förderung getroffenen Berufswahlentscheidungen auszugehen.
In der Fachevaluierung wurden die Gründe für den geringen Umsetzungsstand untersucht. Hier spie-
len nach Ansicht der Befragten die sehr spezifische Ausrichtung der Förderung und die Konkurrenz
durch alternative Fördermöglichkeiten im Feld der Berufsorientierung eine Rolle für den geringen An-
tragseingang. Dazu kommen aus Sicht der Befragten sehr „starre“ Förderbedingungen, welche die

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Entwicklung und Erprobung innovativer Ansätze behindern. Besonders problematisch aus Sicht der
Projektträger ist die getroffene Abgrenzung zur analogen Förderung durch das SMK, die eine außer-
schulische Ansprache und Umsetzung der Förderung vorsieht und so eine Ansprache der mittelbar zu
fördernden Schüler/innen erheblich erschwert.
Der Evaluator hat in der Fachevaluierung vorgeschlagen, entweder die Zielstellungen in analogen
Förderbereichen wie B.3.1 zu integrieren oder die Förderung in diesem Vorhabensbereich neu auszu-
richten. Hinsichtlich der anzuwendenden Instrumente und einer bedarfsgerechten Mittelausstattung
sollte im Vorfeld der kommenden Förderperiode eine Abstimmung zwischen den beteiligten Ressorts
erfolgen.
Effizienz
Eine Effizienzbetrachtung ist aufgrund des geringen Umsetzungsstandes nicht möglich.
3.2.7
Schlussfolgerung und Empfehlung
In der Gesamtschau stellt sich die Zielerreichung bezüglich der oben aufgeführten strategischen Ziele
im Einsatzfeld 3 wie folgt dar:
Strategische Ziele
B.3.1
Berufsorien-
tierung,
Verbesserung
des Schuler-
folgs
B.3.2
FSJ
Schulverwei-
gerer, Schul-
sozialarbeit
B.3.3
Freiwilliges
Ökologisches
Jahr (FÖJ)
B.3.4
Berufsorien-
tierung und
-vorbeitung
B.3.5
Chancen-
gleichheit
Einsatzfeld 3
insgesamt
Geplante ESF-Mittel 2007-13 und Anteil am OP
75 Mio. €
(8,6%)
17,4 Mio. €
(2%)
10,5 Mio. €
(1,2%)
3,0 Mio. €
(0,3%)
1,1 Mio. €
(0,1%)
107 Mio. €
(12,3%)
Verbesserung des Schulerfolgs
Unterstützung leistungsschwächerer/abschlussgefährdeter Schüler
Zusätzl. Bildungsangebote an Schulen (z. B. Ganztagsangebote)
Verhinderung von genderspezifischen Bildungsnachteilen
Internationale/interkulturelle Öffnung der Schulen
Unterstützung im Spitzenbereich, z. B. Exzellenzförderung
Verbesserung der Berufsorientierung
Individuelle Wirkungen bei den Teilnehmenden
Strukturverbesserung: Bündelung, Kooperationen
Schaffung von Praxislernorten für gefährdete Schüler
Angebot von Freiwilligendiensten
Chancengleichheit in der Berufsorientierung
Wecken von Interesse für einen „geschlechtsuntypischen“ Beruf
Tabelle 12: Beiträge der Vorhabensbereiche des Einsatzfeldes 3 zu den strategischen Zielen
Im Überblick wird deutlich, dass die strategischen Ziele des Einsatzfeldes 3 im Programmportfolio in
unterschiedlicher Ausprägung verankert sind. Das Ziel „Chancengleichheit in der Berufsorientierung“.
ist mit dem Vorhabensbereich 3.5 im Programmportfolio zwar verankert, gleichwohl ist es im bisheri-
gen Verlauf nicht gelungen, die Förderung entsprechend der Planung umzusetzen. Auch die Umset-
zung der Teilziele unterhalb der drei Oberziele stellt sich unterschiedlich dar.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
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Zu den strategischen Zielen sind im Einzelnen seitens der Evaluierung folgende Feststellungen zu
treffen:
Verbesserung des Schulerfolgs
Das Ziel, den Schulerfolg zu verbessern, wird im Schwerpunkt für die Zielgruppe der leis-
tungsschwächeren bzw. abschlussgefährdeten Schüler/innen verfolgt. Die weiteren Teilzie-
le sind nicht oder nur punktuell im Förderportfolio verankert. Unter der Maßgabe einer
stärkeren Bündelung der Förderung besteht Klärungsbedarf, welche Ziele in der kommen-
den Förderperiode weiter verfolgt werden sollen.
Teilziel: Unterstützung leistungsschwächerer/abschlussgefährdeter Schüler/innen, Förde-
rung zur Verringerung von Bildungs- und Leistungsdefiziten
Dieses Teilziel ist ein Schwerpunkt innerhalb des Einsatzfeldes 3 und wird von unterschiedlichen
Instrumenten in den Vorhabensbereichen B.3.1 und B.3.2 adressiert. Die zugehörigen Vorhaben
setzen hauptsächlich an der Verbesserung von Schlüsselqualifikationen an und sind grundsätzlich
geeignet, Bildungs- und Leistungsdefizite mittelbar zu verringern und so zu einer Verbesserung
des Schulerfolgs beizutragen. Verbesserungsansätze wurden in einem Teil der Maßnahmen da-
hingehend identifiziert, dass es nicht immer gelingt, Schüler/innen mit dem in den einzelnen In-
strumenten anvisierten Unterstützungsbedarf zu erreichen. Auch bestehen Abgrenzungsprobleme
innerhalb der ESF-Förderung sowie vor Ort bei der Abgrenzung mit der Schulsozialarbeit. Eine
stärkere Bündelung und Koordinierung der Maßnahmen erscheint angezeigt.
Teilziel: Schaffung von zusätzlichen Bildungsangeboten an Schulen (z. B. im Rahmen von
Ganztagsschulangeboten)
Dieses Ziel ist im Portfolio nicht sichtbar verankert. Vor dem Hintergrund einer gebotenen Bünde-
lung der Förderung sollte für die kommende Förderperiode geklärt werden, inwieweit der ESF hier
bedarfsgerecht und wirksam tätig werden kann.
Teilziel: Verhinderung von Genderspezifischen Bildungsnachteilen
Dieses Ziel sieht die Evaluierung ebenfalls nicht sichtbar verankert. Auch sind die zu Grunde lie-
genden Bedarfe und Instrumente der Strategie des Operationellen Programms nicht operationali-
siert. Vor dem Hintergrund einer gebotenen Bündelung der Förderung sollte für die kommende
Förderperiode geklärt werden, inwieweit der ESF hier bedarfsgerecht und wirksam tätig werden
kann.
Teilziel: Stärkere internationale und interkulturelle Öffnung der Schulen
Dieses Ziel wird im Portfolio der Prioritätsachse B mit einem Fördergegenstand (weitere Internatio-
nale Abschlüsse) innerhalb des Vorhabensbereiches B.3.1 verfolgt. Hier geht die Evaluierung zwar
von positiven Wirkungen für die Teilnehmenden aus, angesichts der geringen Inanspruchnahme
von bisher 186 geförderten Schüler/innen ist gleichwohl nicht von Effekten in der Breite auszuge-
hen. Auch ist das Instrument nach Auffassung der Evaluierung nur in Teilen geeignet, um dieses
Ziel zu erreichen. Die Evaluierung sieht vor dem Hintergrund einer gebotenen Bündelung der För-

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
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derung für die kommende Förderperiode Klärungsbedarf, inwieweit der ESF hier bedarfsgerecht
und wirksam tätig werden kann und welche Instrumente hierfür eingesetzt werden sollen.
Teilziel: Unterstützung im Spitzenbereich, z. B. Exzellenzförderung von Schülern bzw. Schu-
len
Dieses Teilziel ist im Portfolio allenfalls in Form einer Förderung von leistungsstärkeren Schü-
ler/innen im Vorhabensbereich B.3.1 im Fördergegenstand Ferienakademien verankert. Die Ver-
mittlung von Wissen konzentriert sich entsprechend der Zielsetzung auf Methodenkompetenzen
sowie von Kompetenzen im mathematisch-naturwissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaft-
lichen Bereich. Auch kann die bereits genannte Förderung von internationalen Abschlüssen die-
sem Ziel zugeordnet werden.
Auch wenn sich die umgesetzten Instrumente an leistungsstärkere Schüler/innen richten, ist aus
Sicht der Evaluierung keine unmittelbare Ausrichtung auf den Spitzenbereich, z. B. im Sinne einer
Exzellenzförderung erkennbar. Auch hier besteht Klärungsbedarf, ob und mit welchen Instrumen-
ten der ESF in der zukünftigen Förderperiode tätig werden kann.
Verbesserung der Berufsorientierung
Teilziel: Verbesserung der Berufsorientierung bei den Teilnehmenden
Im Einsatzfeld 3 sind nahezu in allen Fördergegenständen Instrumente verankert, die die individu-
elle Verbesserung der Berufsorientierung zum Ziel haben. In der Regel werden die Instrumente ef-
fektiv eingesetzt, wobei es gelingt, den Schüler/innen aktuelle Anforderungen und Möglichkeiten
des Arbeitsmarktes sowie realistische Vorstellungen bestimmter Ausbildungsberufe und Studienfä-
cher zu vermitteln.
Einzelne Verbesserungsansätze wurden bei Instrumenten im Vorhabensbereich 3.2 identifiziert,
die sich an leistungsschwächere Schüler/innen richten. Die Befunde der Evaluierung zeigen hier,
dass Themen wie Berufsfindung, Arbeit und Ausbildung schon im Antragsverfahren gegenüber den
anderen Zielsetzungen einen nachrangigen Stellenwert einnehmen. In diesem Zusammenhang si-
eht die Evaluierung den Bedarf nach einer Intensivierung des Übergangsmanagements zwischen
Schule und Ausbildung.
Teilziel: Systematisierung und Bündelung der Berufsorientierung, Herstellung von Transpa-
renz, insbesondere durch die Etablierung von Kooperationen oder Verbesserung bestehen-
der Strukturen, vor allem zwischen Schulen und Unternehmen
Dieses Teilziel wird insbesondere in den Vorhabensbereichen 3.1 und 3.2 und 3.4 verfolgt und ist
im Förderportfolio mit zahlreichen Instrumenten verankert. Die Befunde der Fachevaluierung zei-
gen hier, dass es z. B. im Vorhabensbereich 3.1 gelingt, Kooperationen umzusetzen, und dass die
Träger mit Schulen, der Bundesagentur für Arbeit, der Sächsischen Bildungsagentur, Hochschulen
und Unternehmen zusammenarbeiten sowie dass die Akteure die Kooperation selbst und ihre Mit-
wirkungsmöglichkeiten positiv einschätzen. Verbesserungsansätze hat die Evaluierung hinsichtlich
einer verstärkten Einbindung der Kommunen in die Netzwerkarbeit vor Ort sowie einer Intensivie-
rung der Kooperation mit Hochschulen bei der Studienorientierung aufgezeigt.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Ferner zeigen die Evaluierungsergebnisse, dass noch weitere Anstrengungen notwendig sind, die
in der Zielsetzung geforderte Transparenz und Bündelung des Angebots der Berufsorientierung zu
erreichen. Dies betrifft zum einen die Abgrenzung zwischen den Fördermöglichkeiten der einzelnen
Ressorts innerhalb des ESF. Die Evaluierung regt hier an, dass diese stärker als bisher im Zuge
eines Gesamtkonzepts mit definierten Zielen und Instrumenten aufeinander abgestimmt werden.
Die in der Strategie geforderte Transparenz und Bündelung wurde somit nicht vollständig erreicht.
Der Evaluator sieht in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, dass die beteiligten Akteure ei-
nen möglichst vollständigen Überblick über die an den Schulen durchgeführten Studien- und Be-
rufsorientierungsprojekte erlangen.
Teilziel: Schaffung von Praxislernorten für gefährdete Schüler
Mit der Umsetzung der Produktionsschulen im Vorhabensbereich B.3.2. wurde dieses Ziel erreicht.
Teilziel: Angebot von Freiwilligendiensten
Mit der Förderung des Freiwilligen Ökologischen Jahres sowie mit der Förderung des Freiwilligen
Sozialen Jahres trägt der ESF zur Bereitstellung eines Angebotes von Freiwilligendiensten bei. Po-
sitiv hervorzuheben ist, dass die Ausrichtung des FSJ auf die Zielgruppe mit vielfältigen Problem-
lagen auch einen Beitrag zur beruflichen Orientierung und zur Verbesserung der Ausbildungsfähig-
keit und beruflichen und sozialen Integration dieser Zielgruppe leistet.
Chancengleichheit in der Berufsorientierung
Teilziel: Wecken von Interesse für einen „geschlechtsuntypischen“ Beruf, z. B. durch Ein-
blick in technische und naturwissenschaftliche Berufe für Mädchen, und in den sozialen
oder pflegerischen Bereich für Jungen
Dieses Teilziel ist im Schwerpunkt im Vorhabensbereich B.3.5 verankert. Aufgrund des geringen
Umsetzungsstandes ist aus Sicht der Evaluierung von nicht nennenswerten Effekten hinsichtlich
der Erweiterung des Berufswahlhorizonts bzw. der im Anschluss an die Förderung getroffenen Be-
rufswahlentscheidungen auszugehen. Aus Sicht der Evaluierung ist hier eine Neuausrichtung der
Förderung angezeigt, mittelfristig jedoch eine stärkere Integration dieses Ziels in die anderen Vor-
habensbereiche, die ebenfalls das Handlungsfeld Berufsorientierung adressieren (siehe oben unter
dem Punkt „Systematisierung und Bündelung der Berufsorientierung“ mit entsprechenden Zieldefi-
nitionen, Zuständigkeiten und Instrumenten).
Vor dem Hintergrund der Analyse und Bewertung kommt die Evaluierung für die Maßnahmen des
Einsatzfeldes 3 zu folgenden Empfehlungen:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Empfehlung 2
Ziel: Verbesserung des Schulerfolgs
Prüfung der Teilnehmerauswahl, Prüfung der Relevanz einzelner Förderziele, integrierte Gesamtkon-
zeption der Maßnahmen für leistungsschwächere Schüler
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Verbesserung des Schulerfolgs
Es werden in den dafür vorgesehenen Instrumenten
nicht immer Zielgruppen mit ausgeprägtem Förderbe-
darf erreicht.
Prüfung, auf welchem Wege für die Maßnahmen verstärkt
Schüler/innen mit ausgeprägtem Unterstützungsbedarf ge-
wonnen werden können.
Die Teilnehmerauswahl könnte in Zusammenarbeit mit bzw.
auf Empfehlung der Schulen erfolgen.
SMK (B.3.1)
SMS (B.3.2)
Die Teilziele
„Schaffung von zusätzlichen Bildungsangeboten
an Schulen (z. B. Ganztagsschulangebote)“,
„Verhinderung von genderspezifischen Bildungs-
nachteilen“,
„Stärkere internationale und interkulturelle Öffnung
der Schulen“,
„Unterstützung im Spitzenbereich, z. B. Exzellenz-
förderung“
sind im Portfolio allenfalls punktuell verankert.
Klärung im Vorfeld der kommenden Förderperiode, inwieweit
der ESF hier bedarfsgerecht und wirksam tätig werden kann,
und welche Instrumente hierfür eingesetzt werden sollen un-
ter der Maßgabe einer Bündelung der Förderung und einer
damit verbundenen stärkeren Priorisierung der Förderziele.
Ggf. stärkere Integration der Zielsetzung in bestehende
Instrumente.
SMK (B.3.1)
SMS (B.3.2)
Die Unterstützung der Zielgruppe leistungsschwäche-
rer bzw. abschlussgefährdeter Schüler/innen wird mit
vielen unterschiedlichen Instrumenten in unterschied-
lichen Zuständigkeiten verfolgt. Es bestehen teilweise
Abgrenzungsprobleme mit den regionalen Hilfeange-
boten.
Im Vorfeld der neuen Förderperiode Konzeption einer integ-
rierten Neuausrichtung der Förderung mit einer Bedarfsanaly-
se, der Festlegung von aufeinander abgestimmten Instrumen-
ten, Zielgruppendefinitionen und Förderzielen sowie einer
möglichen Koordination mit den regionalen Hilfeangeboten für
diese Zielgruppe. Hierfür sollte eine Prüfung erfolgen, welche
Koordinationsleistungen die örtliche Jugendhilfeplanung (§ 80
SGB VIII) erbringen kann.
Hierfür könnten Erfahrungen und Beispiele guter Verwal-
tungspraxis aus der Umsetzung ähnlicher Instrumente in an-
deren Bundesländern herangezogen werden (z. B. Pro-Aktiv-
Centren in Niedersachsen oder Handlungskonzept Schule
und Arbeitswelt in Schleswig-Holstein).
SMK (B.3.1)
SMS (B.3.2)

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Empfehlung 3
Ziel: Verbesserung der Berufsorientierung
Stärkere Integration von Berufsorientierung und Übergangsmanagement im Rahmen einer Gesamt-
konzeption der Unterstützung leistungsschwächerer/abschlussgefährdeter Schüler. Stärkere Bünde-
lung der Aktivitäten in der Berufsorientierung
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Verbesserung der Berufsorientierung
Bei den Instrumenten, die sich an die Zielgruppe
leistungsschwächerer bzw. abschlussgefährdeter
Schüler/innen richten, hat die Berufsfindung und
insbesondere die Schaffung einer Perspektive für den
Übergang von Schule in den Beruf nicht immer eine
hohe Priorität.
Kurzfristig: Verstärkte Prüfung der Gewichtung dieser Instru-
mente im Antragsverfahren.
Im Vorfeld der neuen Förderperiode: Integration der Berufs-
orientierung in die in Empfehlung 2 beschriebene integrierte
Gesamtkonzeption der Maßnahmen für diese Zielgruppe, vor
allem im Sinne eines Übergangsmanagements von der Schu-
le in den Beruf und der hierfür notwendigen Koordinierung vor
Ort.
SMK, SMS, SMWA
Ref. 24
Die Systematisierung und Bündelung der Berufsorien-
tierung wurde nur teilweise erreicht.
Überschneidungen von Instrumenten und Zielgruppen
innerhalb der ESF-Förderung.
Herstellung von Transparenz durch die Schaffung einer
Gesamtübersicht über die Angebote in der Berufsorientierung.
Im Vorfeld der kommenden Förderperiode: Integriertes Ge-
samtkonzept mit stärker aufeinander abgestimmten Zielen,
Instrumenten und Zuständigkeiten und regionaler Koordinati-
on der Angebote.
SMK, SMS, SMWA
Ref. 24
Empfehlung 4
Ziel: Chancengleichheit in der Berufsorientierung
Neuausrichtung des Vorhabensbereichs B.3.5 bzw. stärkere Integration des Ziels in anderen Instru-
menten
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Chancengleichheit in der Berufsorientierung
Das Ziel ist im Portfolio in einer spezifischen Maß-
nahme angelegt, wird aber nicht effektiv verfolgt.
Kurzfristig: Neuausrichtung des Fördergegenstands.
Mittel- bis langfristig: Stärkere Integration der Zielsetzung in
den „Mainstream“ der Förderung der Berufsorientierung. Defi-
nition von Zielsetzungen und Instrumenten im Rahmen eines
möglichen integrierten Gesamtkonzepts für die Berufsorientie-
rung.
SMK, SMS, SMWA
Ref. 24
Tabelle 13: Beitrag des Vorhabensbereichs 3 zu den strategischen Zielen des Operationellen Programms – Empfehlungen
3.3 Einsatzfeld 4: Förderung der Berufsausbildung für Jugendliche
3.3.1
Bewertungsgrundlagen im Einsatzfeld 4
Die auf dieses Einsatzfeld heruntergebrochene Strategie des Operationellen Programms zielt im Kern
auf eine Verbesserung der Berufsausbildung. Die Förderstrategie beruht im Einzelnen auf folgenden
Eckpunkten:
Bereitstellung betriebsnaher Ausbildungsplätze zur Schließung von Ausbildungsplatzlücken.
Verbesserung des betrieblichen Ausbildungsstellenangebots für benachteiligte Jugendliche.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Verbesserung der Ausbildungsleistung und –qualität durch Verbundausbildung oder überbetriebli-
che Lehrunterweisung bzw. überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen.
Erhöhung von Arbeitsmarktchancen durch Vermittlung von Zusatz- bzw. Ergänzungsqualifikationen
für Auszubildende.
Zusätzliche und ergänzende berufliche Praxisphasen im Rahmen des Berufsvorbereitungsjahres
(BVJ) oder des Berufsgrundbildungsjahres (BGJ).
Unterstützung des Übergangs von der Ausbildung in Beschäftigung.
Im Folgenden wird anhand der Ergebnisse der Fachevaluierung analysiert, inwiefern diese Ziele im
Programmportfolio effektiv und effizient verfolgt werden.
3.3.2
Vorhabensbereich B.4.1: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung – SMWA,
Ref. 24
Passfähigkeit zur Strategie
Der Vorhabensbereich B.4.1 verfolgt nahezu alle Zielsetzungen des Einsatzfeldes 4 und ist
mit einem hohen Fördervolumen von geplanten 165,6 Mio. Euro Förderschwerpunkt der
Prioritätsachse B und des Operationellen Programms insgesamt.
Entsprechend der zu Beginn der Förderperiode aufgestellten Strategie, konzentriert sich die Förde-
rung auf die Schließung von Ausbildungsplatzlücken durch die Bereitstellung
betriebsnaher
und in
geringerem Umfang auch betrieblicher
Ausbildungsplätze.
Mit einem Bewilligungsvolumen von 71,2
Mio. Euro ESF-Mitteln ist dieses Ziel ein deutlicher Schwerpunkt in der bisherigen Umsetzung. Die
Maßnahmen werden vor dem Hintergrund der demografiebedingten Entspannung der Situation auf
dem Ausbildungsmarkt nicht mehr in bisherigem Umfang fortgeführt.
Die Förderung der
Verbundausbildung
und der
überbetrieblichen Lehrunterweisung
werden ebenfalls
schwerpunktmäßig in diesem Vorhabensbereich gefördert. Mit der Förderung von
Zusatzqualifikatio-
nen
für Auszubildende, die über die Ausbildungsordnung hinausgehen, wird ein weiteres Ziel des
Operationellen Programms umgesetzt.
Des Weiteren wurden Maßnahmen für das
Berufsvorbereitungsjahr bzw. Berufsgrundbildungsjahr
in
geringem Umfang gefördert.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Die Befunde der Fachevaluierungen haben gezeigt, dass durch die umfangreiche Förderung von
be-
triebsnahen Ausbildungsplätzen
ein effektiver Beitrag zur Schließung von Ausbildungsplatzlücken
geleistet wurde. Im Ergebnis der Förderung konnte eine hohe Zahl von Unternehmen als Einsatzbe-
triebe gewonnen werden, die teilweise Jugendliche mit einer vergleichsweise geringen Ausbildungsrei-
fe aufgenommen haben. Aus Sicht der Evaluierung ist die Motivation der Unternehmen hervorzuheben,
soziale Verantwortung zu übernehmen. Dies ist unter anderem auf die Umsetzungsstrukturen mit Aus-

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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bildungsvereinen und regional aufgestellten Trägern zurückzuführen. Ebenfalls konnten Instrumente
sozialpädagogischer und inhaltlicher Betreuung aufgebaut werden.
Im Verlauf des Förderzeitraums ist der Bedarf an zusätzlichen Ausbildungsplätzen zwar gesunken,
Ergebnisse der aktuellen Förderung geben jedoch Hinweise auf Förderbedarfe für eine Zielgruppe von
Jugendlichen mit geringer Ausbildungsreife und Ansätze einer Zusammenstellung von Instrumenten
für die Begleitung dieser Zielgruppe in der kommenden Förderperiode.
Die geförderten Maßnahmen zur
Verbundausbildung
sowie
überbetrieblichen Lehrunterweisung
leis-
ten einen Beitrag zur Sicherung bestehender Ausbildungsplätze im Sinne einer Verbesserung der
Ausbildungsfähigkeit der Unternehmen und tragen mit einer Verbesserung der Ausbildungsqualität
auch zu den Chancen der Teilnehmenden auf dem Arbeitsmarkt bei.
Mit der Förderung von
Zusatzqualifikationen
wurde ein aus Sicht der Unternehmen bedarfsgerechtes
Angebot implementiert, das im Rahmen der Möglichkeiten des Instruments positive Wirkungen im
Hinblick auf den Qualifikationszuwachs sowie die Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt
zeigt.
Effizienz
Das in diesem Vorhabensbereich eingesetzte Instrument, die Förderung von
betriebsnahen Ausbil-
dungsplätzen
ist generell sehr kostenintensiv
7
. Gründe hierfür sind neben der langen Förderdauer von
drei Jahren und den entsprechenden Betreuungskosten auch die Aufwände, die durch die Anstellung
der Auszubildenden bei den Ausbildungsvereinen sowie die notwendigen Koordinierungsleistungen
entstehen. In den Maßnahmen der betriebsnahen Ausbildung wurden rechnerisch ESF-Mittel in Höhe
von 7.000 Euro pro geförderte Person aufgewendet. Hierbei ist davon auszugehen, dass – je nach
Programm – weitere Mittelgeber in unterschiedlicher Ausprägung an der Finanzierung beteiligt sein
dürften und die Gesamtkosten für die Maßnahmen weitaus höher ausfallen. Die Effizienzbetrachtung
bestätigt die Entscheidung, die Förderung vor dem Hintergrund der sich schließenden Lehrstellenlü-
cke zurückzufahren. Eine mögliche Weiterförderung von Ausbildungsplätzen, z. B. für Jugendliche mit
Einschränkungen in der Ausbildungsreife, sollte aus Effizienzgründen stärker betrieblich orientiert
sein
8
.
Bei der Förderung der überbetrieblichen Lehrunterweisung und von Zusatzqualifikationen werden pro
Person Beträge von unter 200 Euro gefördert. Potenziale zur Verbesserung der Effizienz bestehen
hier insbesondere bei den Verwaltungs- und Prüfungskosten.
7
ISG: Untersuchung des Verbleibs und der Übergangsprobleme von Absolventen vorberuflicher und beruflicher Bildungsgänge
als Beitrag zur Beurteilung der Wirksamkeit verschiedener Unterstützungs- und Ausbildungsprogramme im Freistaat Sachsen,
S. 99 ff.
8
Ebd. S. 103.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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3.3.3
Vorhabensbereich B.4.2: Förderung betriebliche/betriebsnahe Ausbildung in LuF –
SMWA, R24
Passfähigkeit zur Strategie
Die eingesetzten Instrumente stimmen mit einem Teil der Instrumente im Vorhabensbe-
reich B.4.1 überein.
Im Vorhabensbereich B.4.2 werden analog zum Vorhabensbereich B.4.1
Überbetriebliche Ausbil-
dungsmaßnahmen
(ÜbA) und die
Verbundausbildung
gefördert. Darüber hinaus werden im Förderge-
genstand
Ergänzungsqualifikationen
über die Prüfungsordnung hinausgehende berufliche Fachkennt-
nisse vermittelt. Die Maßnahmen richten sich ausschließlich auf die Branche Land-, Forst-, und Haus-
wirtschaft. Aufgrund der sehr ähnlichen Instrumente und eines im Verhältnis geringen Fördervolumens
ist aus Sicht der Evaluierung eine Integration in den Vorhabensbereich B.4.1 angezeigt.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Die in der Zielsetzung intendierten Ergebnisse werden in der Förderung weitgehend er-
reicht.
Die Evaluierungsergebnisse zeigen, dass die erworbenen Qualifikationen aus Sicht der Unternehmen
und der Teilnehmenden nützlich sind und die Maßnahmen die Einsatzfähigkeit der Teilnehmenden
und gleichzeitig auch ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Die Förderung der
Ver-
bundsausbildung
trägt zur Ausbildungsfähigkeit der Unternehmen bei und leistet so einen Beitrag,
bestehende Ausbildungsplätze zu sichern. Besonders hervorhebenswert ist aus Sicht der Evaluierung
die Tatsache, dass es hier in der Verbundausbildung vermehrt gelingt, mit anderen Unternehmen in
der Region zu kooperieren, ohne auf die Unterstützung von Bildungsträgern zurückzugreifen.
Effizienz
Im Durchschnitt werden für die Maßnahmen pro geförderte Person rund 200 Euro ESF-Mittel aufge-
wendet. Mit vergleichsweise geringen Förderfallkosten können Zielsetzungen des Vorhabens wie die
Steigerung von Chancen der Auszubildenden auf dem Arbeitsmarkt erreicht werden. In der Facheva-
luierung wurden vereinzelte Potenziale zur Effizienzverbesserung bei den Verwaltungs- und Prüfkos-
ten festgestellt.
3.3.4
Vorhabensbereich B.4.3: Zusatzqualifikationen für Berufsfachschüler – SMK
Passfähigkeit zur Strategie
Es wird das Ziel verfolgt, die Arbeitsmarktchancen durch Vermittlung von Zusatzqualifika-
tionen zu verbessern.
Die Förderung im Vorhabensbereich B.4.3 konzentriert sich, wie in den einzelnen Fördergegenstän-
den der Vorhabensbereiche B.4.1 und B.4.2 auf das Instrument der Vermittlung von Zusatzqualifikati-
onen, die über die regulären Lehrplaninhalte hinausgehen. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Zu-

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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
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satzausbildung sind hierbei die berufsbezogene Kommunikation, die Mediennutzung, Fremdsprachen
sowie interkulturelle Kompetenz. Die Förderung richtet sich ausschließlich an die Zielgruppe der Be-
rufsfachschüler/innen. Aufgrund der Ähnlichkeit des Instruments erscheint eine Integration der Förde-
rung in den Vorhabensbereich B.4.1 zwecks einer zukünftigen Vereinfachung des Programmportfolios
möglich.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Zusatzqualifizierungen leisten einen Beitrag zur Erhöhung der Einstellungschancen von
Berufsfachschülern. Öffentliche Träger von Berufsfachschulen finden nur selten Zugang
zu einer Förderung.
Insgesamt kommt die Evaluierung zu dem Befund, dass mit dem Förderinstrument „Zusatzqualifizie-
rungen“ bei den teilnehmenden Berufsfachschüler/innen positive Effekte zur Erhöhung der Einstel-
lungs-/ Vermittlungschancen erzielt werden. Dies liegt in erster Linie an der stringenten Ausrichtung
der Zusatzqualifizierung an aktuellen Anforderungen der Arbeitswelt.
Allerdings steht die äußerst geringe Inanspruchnahme, insbesondere der öffentlichen Träger bzw. der
Schulfördervereinen von öffentlichen Schulen, einer gleichmäßigen Wirkung entgegen. Aktuell wurden
seit 2008 bislang lediglich 1.030 Berufsfachschüler/innen gefördert; dies entspricht einem Anteil von
3,7 Prozent an der Zielgruppe. Laut Förderkonzeption war geplant,
jährlich
bis zu 750 Schüler/innen
zu fördern. Diesbezüglich wurden im Rahmen der Fachevaluierung Verbesserungsansätze für die
Feinjustierung der Förderung erarbeitet.
Effizienz
Der Umfang der eingesetzten Fördermittel pro Teilnehmer ist mit ca. 132 EUR im Vergleich zu ande-
ren Förderungen sehr gering, so dass das Instrument prinzipiell effizient wirken kann.
3.3.5
Vorhabensbereich B.4.4: Personal- und Qualitätssicherung im Sozial- und Gesund-
heitsbereich – SMS
Aufgrund des sehr geringen Umsetzungsstandes wurde dieser Fördergegenstand eingestellt und war
nicht Gegenstand der Fachevaluierung. Eine Bewertung durch den Evaluator soll vor diesem Hin-
tergrund nicht erfolgen.
3.3.6
Schlussfolgerung und Empfehlung
In der Gesamtschau stellt sich die Zielerreichung bezüglich der oben aufgeführten strategischen Ziele
im Einsatzfeld 4 wie folgt dar:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Strategische Ziele
B.4.1
Förderung
betrieblicher/
betriebsnaher
Ausbildung
B.4.2
Förderung
betriebliche/
betriebsnahe
Ausbildung
in LuF
B.4.3
Zusatzqualifi-
kationen von
Azubis
Einsatzfeld
4 insgesamt
Geplante ESF-Mittel 2007-13 und Anteil am OP
165,6 Mio. €
(19%)
5 Mio. €
(0,6%)
0,3 Mio. €
(<0,1%)
171,3 Mio. €
(19,6%)
Schließung von Ausbildungsplatzlücken/betriebsnahe Ausbildung
Betriebliches Ausbildungsstellenangebot für Benachteiligte
Verbesserung der Ausbildungsqualität (ÜLU/ÜBA und Verbun-
dausbildung)
Zusatz- bzw. Ergänzungsqualifikationen für Auszubildende
Berufliche Praxisphasen für BVJ und BGJ
Unterstützung des Übergangs von Ausbildung in Beschäftigung
Tabelle 14: Beiträge der Vorhabensbereiche des Einsatzfeldes 4 zu den strategischen Zielen
Die Übersicht zeigt, dass nicht alle in der Strategie aufgestellten Zielsetzungen in der Förderung ver-
folgt werden. Auch fällt auf, dass die Vorhabensbereiche im Hinblick auf Ihre Mittelausstattung sehr
ungleichgewichtig sind. Auch werden ähnliche Instrumente, wie z. B. Zusatzqualifikationen für Auszu-
bildende in mehreren Vorhabensbereichen in unterschiedlichen Kombinationen gefördert. Auch wenn
es im Einsatzfeld 4 nicht zu nennenswerten fachlichen Überschneidungen der Förderung kommt, geht
die Kombination aus ungleichen Instrumenten innerhalb der Vorhabensbereiche aus Sicht der Evaluie-
rung zu Lasten der Steuerungsfähigkeit sowie der gebotenen Konzentration des Programms. Ggf.
sollten in der zukünftigen Förderperiode die Vorhabensbereiche nach ähnlichen Instrumenten anstatt
nach Zuständigkeiten in den einzelnen Ressorts zusammengefasst werden.
Zu den strategischen Zielen sind im Einzelnen seitens der Evaluierung folgende Feststellungen zu
treffen:
Bereitstellung betriebsnaher Ausbildungsplätze zur Schließung von Ausbildungsplatzlü-
cken.
Die Bereitstellung betriebnaher Ausbildungsplätze wurde in diesem Einsatzfeld der Strategie ent-
sprechend als zentrales Instrument eingesetzt. Durch die Förderung im Vorhabensbereich B.4.1
wurden mit einem hohen Mitteleinsatz laut Monitoring rund 10.000 Jugendliche gefördert. Die Ent-
scheidung, die Mittel in diesem Bereich zurückzufahren, ist vor dem Hindergrund veränderter
Rahmenbedingungen, insbesondere der sich schließenden Ausbildungslücke aus Sicht der Evalu-
ierung nachvollziehbar.
Verbesserung des betrieblichen Ausbildungsstellenangebots für benachteiligte Jugendli-
che.
Dieses Ziel sieht die Evaluierung nur ansatzweise in der Förderung verankert. Vor dem Hinter-
grund, dass für die Zielgruppe der benachteiligten Jugendlichen alternative Förderangebote beste-
hen, empfiehlt die Evaluierung eine Prüfung und ggf. Modifikation der zu erreichenden Zielgruppe.
In der Fachevaluierung wurde die in der ESF-Förderung zunehmende Gruppe von Jugendlichen
beschrieben, die zwar keine schwerwiegenden multiplen Vermittlungshemmnisse aufweisen,
gleichwohl einzelne Defizite in der Ausbildungsfähigkeit haben, die die Aufnahme oder Beendigung

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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
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einer beruflichen Ausbildung erschweren. Diese Zielgruppe wurde bereits mit zunehmender Ten-
denz in der Förderung der betriebsnahen Ausbildung erreicht. Insofern wäre zu prüfen, inwiefern
Unterstützung dieser Zielgruppe im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung, z. B. im Sinne einer
Ausbildungsbegleitung durch den ESF möglich ist und wie ggf. die im Zuge dieser Förderperiode
aufgebauten Kompetenzen hierfür weiter genutzt werden können.
Verbesserung der Ausbildungsleistung und -qualität durch Verbundausbildung oder über-
betriebliche Lehrunterweisung.
Die Verbundsaubildung und überbetriebliche Lehrunterweisung werden im Schwerpunkt für Hand-
werkliche Berufe im Vorhabensbereich B.4.1 und für Landwirtschaftliche Berufe im Vorhabensbe-
reich B.4.2 gefördert. Insgesamt wurden seit 2008 ca. 80.000 Auszubildende erreicht. Das Ziel wird
somit mit einer hohen Reichweite erreicht.
Erhöhung von Arbeitsmarktchancen durch Vermittlung von Zusatzqualifikationen für Aus-
zubildende.
Zusatzqualifikationen werden in drei Vorhabensbereichen (B.4.1, B.4.2 und B.4.3) vermittelt. Die
Ergebnisse zeigen im Großen und Ganzen, dass es gelingt, Auszubildenden zusätzliche arbeits-
marktrelevante Kenntnisse zu vermitteln, die über die regulären Lehrpläne hinausgehen. Die Er-
gebnisse der Fachevaluierung deuten auf einen Ausbaubedarf der Förderung hin.
Zusätzliche und ergänzende berufliche Praxisphasen im Rahmen des Berufsvorbereitungs-
jahres (BVJ) oder des Berufsgrundbildungsjahres (BGJ).
Dieses Ziel wurde im Rahmen von Schulversuchen im Vorhabensbereich B.4.1 verfolgt (Praxisbe-
gleitung im Rahmen des gestreckten BVJ). Die extern durchgeführte Evaluation des Schulversuchs
hat insgesamt positive Ergebnisse gezeigt. Eine Überführung der bislang ESF-finanzierten Förde-
rung in die Regelförderung wird derzeit geprüft.
Unterstützung des Übergangs von der Ausbildung in Beschäftigung.
Übergänge von Ausbildung in Beschäftigung wurden im Rahmen der Bereitstellung betriebsnaher
Ausbildungsplätze im Vorhabensbereich B.4.1 gefördert, indem die Träger zum Ende der Maß-
nahme die Teilnehmenden bei der Suche nach Arbeit bzw. einer Übernahme in ihren Einsatzbe-
trieb unterstützt haben. Weitere Unterstützungsleistungen nach Ende der Maßnahme waren dage-
gen nicht Bestandteil der Förderung in diesen Maßnahmen.
Für eine künftige Förderung ist der Übergang an der zweiten Schwelle dagegen nicht hinreichend
im Programmportfolio verankert. Aus Sicht der Evaluierung ist eine Prüfung der Relevanz dieses
Förderziels und ggf. Erprobung von Instrumenten angezeigt, die in der nachfolgenden Förderperio-
de zum Einsatz kommen könnten. Diesbezügliche Instrumente wären aus Sicht der Evaluierung
insbesondere im Rahmen eines Begleitangebots für Jugendliche mit Defiziten in der Ausbildungs-
reife denkbar.
Vor dem Hintergrund der Analyse und Bewertung kommt die Evaluierung für die Maßnahmen des
Einsatzfeldes 4 zu folgenden Empfehlungen:

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Empfehlung 5
Ziel: Verbesserung der Berufsausbildung
Neukonzeption der Förderung für Jugendliche mit Einschränkungen in der Ausbildungsreife im Vor-
feld der kommenden Förderperiode
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Verbesserung der Berufsausbildung
Ähnliche Instrumente werden in unterschiedlicher
Kombination in unterschiedlichen Vorhabensbereichen
mit teilweise unterschiedlichen Förderkonditionen
gefördert.
In der kommenden Förderperiode Gruppierung entlang
ähnlicher Instrumente anstatt wie bisher nach Zuständigkeiten
der einzelnen Ressorts.
SMK, SMS, SMWA
Ref. 24
Förderbedarfe bei Jugendlichen mit Einschränkungen
in der Ausbildungsfähigkeit bestehen trotz sich schlie-
ßender Lehrstellenlücke weiter fort.
Maßnahmen zum Übergang von der Ausbildung in
den Beruf sind nur ansatzweise im Portfolio veran-
kert.
Prüfung, inwieweit die bestehenden Strukturen und Erfahrun-
gen für eine Förderung der Zielgruppe weiter genutzt werden
können.
Bedarfsanalyse und Konzeption für die kommende Förderpe-
riode mit Definition von operationellen Zielen, Instrumenten,
die die Begleitung der Ausbildung abdecken, aber auch den
Übergang von der Ausbildung in den Beruf.
Aus Effizienzgründen sollte sich die Förderung auf betriebli-
che Ausbildungsplätze konzentrieren.
Ggf. Erprobung und Studien.
SMS, SMWA Ref. 24
Tabelle 15: Beitrag des Vorhabensbereichs 4 zu den strategischen Zielen des Operationellen Programms – Empfehlungen
3.4 Einsatzfeld 5: Förderung des Humankapitals in Forschung und Innovation
sowie der Netzwerktätigkeit zwischen Hochschul- und Forschungseinrich-
tungen, Technologiezentren und Unternehmen
3.4.1
Bewertungsgrundlagen im Einsatzfeld 5
Die im Einsatzfeld 5 gewählte Strategie basiert auf der Erkenntnis, dass eine kritische Masse von
hochqualifizierten Absolventen die Innovationskraft des Freistaates Sachsen stärkt und die Berufs-
und Beschäftigungschancen insgesamt verbessert. Insofern soll sich die Förderung auf Maßnahmen
konzentrieren, eine enge Verbindung der Absolventen mit den sächsischen Unternehmen herzustellen
und auch deren Verbleib im Freistaat zu fördern.
Die auf dieses Einsatzfeld heruntergebrochene Strategie des Operationellen Programms beruht auf
folgenden Eckpunkten:
Förderung von Promotionen und Forschergruppen mit den Teilzielen.
Qualifizierung von Absolventen und der Vorbereitung auf die berufliche Praxis in enger Verzah-
nung von Hochschule und Unternehmen.
Technologie- und Wissenstransfer bei der Bearbeitung von Forschungs- und Entwicklungsthe-
men.
Ausgründungen von Unternehmen aus den Hochschulen.

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Innovative Vorhaben zur Ausgestaltung der Schnittstelle zwischen tertiären Bildungseinrichtungen
und Wirtschaft, Teilweise mit Blick auf traditionelle Märkte in den MOE-Staaten.
Qualifizierung von Studierenden zum Thema Unternehmergeist.
Förderung im Kontext der Berufsakademien.
Aufbau eines Weiterbildungsangebots für Beschäftigte.
Entwicklung zusätzlicher Weiterbildungsstudiengänge und –kurse für Arbeitnehmer aller fachli-
chen Disziplinen, insbesondere für Ingenieurwissenschaften.
Aufbau von medial gestützten Weiterbildungsangeboten (E-Learning), insbesondere für Weiter-
bildung in KMU.
Aufbau von Career Services.
Förderung von Wissenschaftlichen Karrieren von Frauen.
Innovative Angebote der postgradualen Bildung.
Im Folgenden wird anhand der Ergebnisse der Fachevaluierung untersucht, inwiefern diese Ziele im
Programmportfolio effektiv und effizient verfolgt werden.
3.4.2
Vorhabensbereich B.5.1: Wissens- und Know-how-Transfer - SMWK
Passfähigkeit zur Strategie
Mit der Förderung von Nachwuchsforschergruppen wird ein zentrales Ziel der Strategie
umgesetzt.
Mit einem Bewilligungsvolumen von ESF-Mitteln in Höhe von 26,2 Mio. Euro werden in diesem Vorha-
bensbereich im Schwerpunkt
Nachwuchsforschergruppen
gefördert. Mit der Unterstützung von Nach-
wuchskräften im Rahmen einer Forschungsarbeit an der Schnittstelle zwischen sächsischen Hoch-
schulen und Unternehmen und dem damit einhergehenden Wissens- und Technologietransfer wird
eine zentrale Anforderung der Strategie umgesetzt.
Ferner werden
Landesinnovationspromotionen
(8,0 Mio.Euro) sowie
Kooperative Promotionen
(3,4
Mio. Euro ESF-Mittel) gefördert. Die Promotionsförderung steht nicht im Widerspruch mit der Strategie,
die allgemein eine Stärkung der hochqualifizierten Aus- und Weiterbildung intendiert. Gleichwohl feh-
len aus Sicht der Evaluierung in der Promotionsförderung des Vorhabensbereichs B.5.1 spezifische
Zielsetzungen des Einsatzfeldes 3, wie z. B. der Wissens- und Know-How-Transfer in oder die stärke-
re Vernetzung mit der Wirtschaft.
In geringem Umfang werden darüber hinaus
Forschungsnetzwerke
an der Schnittstelle zwischen
sächsischen Hochschulen und außeruniversitärer Forschung gefördert.

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Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Die im Schwerpunkt des Vorhabensbereichs geförderten Nachwuchsforschergruppen sind
in den Hochschulen auf eine hohe Nachfrage getroffen. Die Umsetzung entspricht weitge-
hend den Zielsetzungen.
Für die in diesem Vorhabensbereich im Schwerpunkt geförderten
Nachwuchsforschergruppen
zeigt
die Auswertung des Monitorings, dass die Förderung auf eine sehr hohe Nachfrage seitens der Hoch-
schulen getroffen ist. Entsprechend ist die finanzielle Umsetzung des Programms sehr weit vorange-
schritten. Die Ergebnisse der Evaluierung zeigen, dass die Nachwuchsforschergruppen nicht nur auf
die Ziele Forschung und Innovation ausgerichtet sind, sondern entsprechend der Zielsetzung ebenfalls
zur Bildung von Humankapital beitragen. Zahlreiche Nachwuchsforscher/innen nutzen z. B. Ihre Teil-
nahme zur wissenschaftlichen Qualifizierung durch ein Promotions- oder Habilitationsvorhaben. Die
Zielsetzungen im Hinblick auf die Vernetzung zwischen Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft
werden effektiv verfolgt. Die Mehrheit der Projekte hat Kontakte zu Unternehmen etabliert, auch wur-
den konkrete Maßnahmen zum Wissens- und Know-how-Transfer durchgeführt, wenngleich hier aus
Sicht der Evaluierung noch Verbesserungsansätze bestehen. Inwieweit die Zielsetzung erfüllt ist, dass
es im Zuge der Forschungsförderung zu Ausgründungen von Unternehmen aus den Hochschulen
kommt, oder andere nachhaltige Effekte erzielt werden, ist in den laufenden Projekten noch nicht ab-
schließend bewertbar. Im Hinblick auf mögliche Gründungsaktivitäten hat die Evaluierung eine ver-
stärkte Zusammenarbeit mit den ebenfalls ESF-geförderten Gründungsinitiativen vorgeschlagen.
Die Promotionsförderung wird durch die Evaluierung erst im Jahr 2012 untersucht, so dass noch keine
Aussagen zur Effektivität getroffen werden können.
Effizienz
Im Fördergegenstand Nachwuchsforschergruppen verteilen sich 26,2 Mio. ESF-Mittel auf 29 Projekte,
dies entspricht einem durchschnittlichen Fördersatz von ca. 900.000 Euro pro Projekt, bzw. knapp
180.000 Euro pro geförderte Person. Auch wenn der kalkulatorische Fördersatz pro Person aufgrund
der Unterschätzung der Teilnehmerzahlen durch das Monitoring niedriger liegen dürfte, ist festzustel-
len, dass durch die in der Richtlinie vorgesehenen Förderung von Personalkosten im Vergleich zu
anderen Förderinstrumenten die Förderung sehr kostenintensiv ist. Es bedarf einer besonderen Ab-
wägung, ob die erwarteten und tatsächlichen Effekte den hohen Mitteleinsatz rechtfertigen oder ob die
finanziellen Mittel nicht an anderer Stelle effizienter eingesetzt werden können. Sofern die Förderung
von Nachwuchsforschergruppen auch in der kommenden Förderperiode fortgesetzt werden soll, emp-
fiehlt die Evaluierung, in einer Sonderuntersuchung die Ergebnisse und Wirkungen der Nachwuchs-
forschergruppen einer Kosten-Nutzen-Analyse zu unterziehen.

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3.4.3
Vorhabensbereich B.5.2: Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen (Berufs-
akademien) – SMWK
Passfähigkeit zur Strategie
Die Fördergegenstände bilden die Zielsetzungen im Kontext der Berufsakademien ab.
Die Förderung im Vorhabensbereich B.5.2 konzentriert sich auf zwei Fördergegenstände im Kontext
der sächsischen Berufsakademien.
In
Ausbilderqualifizierungen
lernen die Teilnehmenden den Lernort "Berufsakademie Sachsen"
kennen. Es werden pädagogische Grundlagenkenntnisse vermittelt, wobei die Sensibilisierung für
pädagogische Prozesse und Problemstellungen im Fokus steht. Im weiteren Kursverlauf erhalten
die Teilnehmenden einen Einblick in verschiedene didaktische Methoden, erproben diese und erör-
tern gemeinsam deren praktische Anwendbarkeit im Rahmen der Lehre an der Berufsakademie
Sachsen.
In
Anpassungsqualifikationen
erhalten Studieninteressierte mit einer abgeschlossenen Berufsaus-
bildung, die aber weder über die Hochschulreife noch einen Meisterabschluss verfügen, die Mög-
lichkeit im Wege einer Zugangsprüfung zum Studium an einer sächsischen Hochschule oder Be-
rufsakademie zugelassen zu werden.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Die Modellprojekte sind erfolgreich angelaufen.
Die
Ausbilderqualifizierungen
werden hinsichtlich typischer Qualitätsmerkmale seitens der Teilneh-
menden positiv bewertet. Die Qualifizierung wird von einer Mehrheit der Teilnehmenden als hilfreich
für den Erwerb pädagogischer und didaktischer Grundkenntnisse und die Identifikation eigener Fähig-
keiten und Kompetenzen sowie entsprechender Verbesserungsmöglichkeiten angesehen. Insgesamt
bestätigt eine Mehrheit der Teilnehmenden einen Kompetenzerwerb zur Betreuung, Führung und Aus-
bildung von Auszubildenden bzw. Studierenden.
Bei den
Anpassungsqualifikationen
zeigen die Evaluierungsergebnisse, dass die bislang durchgeführ-
ten Modellprojekte grundsätzlich auf andere Standorte übertragbar sind Auch zeigt die bisherige In-
anspruchnahme, dass sich die Teilnehmenden oftmals für Studiengänge entscheiden, bei denen ein
Fachkräftemangel besteht, so dass die Förderung einen Beitrag zur Abmilderung des Fachkräfteman-
gels leistet. Mit der Entwicklung von E-Learning Angeboten leistet dieser Vorhabensbereich einen
Beitrag einer in der Strategie des Einsatzfeldes 5 formulierten Anforderung.
Effizienz
Die Projekte sind noch nicht abgeschlossen, so dass derzeit noch keine Bewertung der Effizienz erfol-
gen kann. Die geförderten Projekte enthalten ferner aufgrund ihrer Modellhaftigkeit Anteile an Konzep-
tionskosten, die im Rahmen der vorliegenden Berichterstattung nicht im Einzelnen überprüft werden
können.

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3.4.4
Vorhabensbereich B.5.3: Stärkung der Leistungsfähigkeit Hochschulen (postgradual,
Forschung, Innovation) – SMWK
Passfähigkeit zur Strategie
Es werden viele unterschiedliche Instrumente gefördert. Die Instrumente stehen im Ein-
klang mit den im Operationellen Programm aufgestellten Zielen.
Mit einem Bewilligungsvolumen von 7,1 Mio. Euro ESF-Mitteln werden im Schwerpunkt dieses Vorha-
bensbereiches
Career Services
an Hochschulen gefördert. Damit wird eine der zentralen Anforderun-
gen der Strategie des Operationellen Programms erfüllt.
Die Förderung von
Kompetenzschulen
(2,6 Mio. Euro) und
Postgradualen Bildungsangeboten
(6,9
Mio. Euro) leistet einen Beitrag zur Zielsetzung, Angebote der postgradualen Bildung zu schaffen.
Im Förderbereich
Innovative Pilot- und Entwicklungsvorhaben
ist das Ziel, Entwicklungen der sächsi-
schen Wirtschaft und des Arbeitsmarktes durch die Konzeption neuartiger Bildungsangebote auf-
zugreifen bzw. die Verbindung zwischen Hochschulen und Wirtschaft zu stärken. Auch diese Zielset-
zung ist Bestandteil der Strategie des Operationellen Programms.
Mentoringnetzwerke
(2,1 Mio. Euro) sowie
Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und wissen-
schaftlicher Karriere
(1,7 Mio. Euro) sind auf das Ziel der Strategie ausgerichtet, wissenschaftliche
Karrieren von Frauen zu fördern.
Mit der Förderung von
Industriepromotionen
(2,1 Mio. Euro) wird eine weitere Zielsetzung des Opera-
tionellen Programms erfüllt, die Stipendien für Forschungsvorhaben vorsieht, bei denen eine Vernet-
zung zwischen Wissenschaft und Unternehmen erfolgen soll.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Nicht alle Fördergegenstände zeigen die gewünschten Effekte.
Die Ergebnisse und Wirkungen stellen sich in den einzelnen durch die Evaluierung untersuchten För-
dergegenständen zusammenfassend wie folgt dar:
Career Services
Die Evaluierungsergebnisse zeigen, dass die Beratungs- und Qualifizierungsangebote der beste-
henden Career Services von den Nutzer/innen eine hohe fachliche Qualität und einen großen Nut-
zen für deren Berufseinstieg bzw. deren Karriereplanung bescheinigt bekommen. Verbesserungs-
ansätze hat die Evaluierung im Hinblick auf die noch ausbaufähige Abdeckung des Angebots iden-
tifiziert, sowie im Hinblick auf eine Verstetigung der Angebote, über die Förderung durch den ESF
hinaus.
Kompetenzschulen
Die Kompetenzschulen richten sich im Wesentlichen an Promovenden. Die Ergebnisse der Evalu-
ierung zeigen, dass die Maßnahmen einen positiven Beitrag zur beruflichen Entwicklung der Ziel-

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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
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gruppe leisten. Problematisch stellt sich aus Sicht der Evaluierung die geringe Inanspruchnahme
der Förderung dar, die die Frage aufwirft, inwiefern die Angebote bedarfs- und zielgruppengerecht
sind. In diesem Zusammenhang hat der Evaluator vorgeschlagen, die Angebote der Kompetenz-
schulen stärker mit den Angeboten der Career Services zu verzahnen.
Postgraduale Bildungsangebote
Die Bewertung der Wirkungen ist in diesem Fördergegenstand insofern schwierig, als im Kern die
Konzeption, Erprobung und Qualitätssicherung von postgradualen Bildungsangeboten gefördert
wird. Die Untersuchung des zugehörigen Förderverfahrens hat gezeigt, dass die Projekte in der
Antragsphase hinsichtlich der Darstellung der Fachkräftebedarfe in Sachsen begutachtet werden
und somit eine Prüfung einer potenziellen Wirkung erfolgt. Verbesserungsbedarf besteht aus Sicht
der Evaluierung insbesondere im Hinblick auf eine stärkere Vernetzung mit der Wirtschaft – die An-
träge gehen nur selten auf solche Impulse zurück. Auch erscheinen die entwickelten Weiterbil-
dungsangebote teilweise sehr spezifisch, so dass von einer zukünftigen Umsetzung nur punktuelle
Effekte zu erwarten sind.
Innovative Pilot- und Entwicklungsvorhaben
Die Förderung konzentriert sich auf die Konzeption und Erprobung von Bildungsangeboten vor al-
lem für Studierende. Bisher liegen noch keine Erfahrungen aus dem Regelbetrieb vor.
Mentoringnetzwerke
Die Befunde der Evaluierung zeigen, dass die Maßnahmen insgesamt zur Berufsorientierung und
der Karriereplanung der Teilnehmer/innen beitragen. Das Ziel einer Steigerung des Anteils von
Frauen und Männern in Führungspositionen in geschlechtsuntypischen Berufsfeldern wird jedoch
kaum erreicht, da dieses Ziel in Konzeption und Umsetzung der Förderung zu wenig Berücksichti-
gung findet.
Zu den Fördergegenständen
Industriepromotionen
und
Vereinbarkeit Familie und wissenschaftliche
Karriere
können noch keine Aussagen zur Effektivität getroffen werden, da die Evaluierung hierfür erst
zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen ist.
Effizienz
Im Vorhabensbereich B.5.3 werden sehr unterschiedliche Instrumente gefördert, darunter auch Inno-
vations- und Pilotprojekte, deren Auswirkungen erst in Zukunft sichtbar werden, so dass deren Effi-
zienz im Rahmen der erfolgten Untersuchungen nicht abschließend bewertet werden kann.
Für die einzelnen Fördergegenstände zeigt die Effizienzbetrachtung folgendes Bild:

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Career Services
Für die Förderung der Career Services wurden bisher ESF-Mittel in Höhe von 7,1 Mio. Euro bewil-
ligt. Es wurden bislang knapp 8.500 Personen erreicht
9
. Hieraus ergibt sich rechnerisch ein Förder-
fallkostensatz von 842 Euro. Aufgrund der Laufzeit der Projekte, die bis 2012 oder teilweise auch
später bewilligt sind, ist davon auszugehen, dass die rechnerischen Förderkosten pro Kopf noch
sinken werden. Auch ist zu berücksichtigen, dass mit dem ESF die Konzeption und der Aufbau der
Career Services gefördert wurde, der sich nicht auf die Teilnehmer/innenzahlen umlegen lässt. Ei-
ne abschließende Bewertung ist vor diesem Hintergrund noch nicht möglich.
Kompetenzschulen
In den Kompetenzschulen wurden ESF-Mittel in Höhe von 2,6 Mio. Euro bewilligt. Dem gegenüber
stehen laut Berechnung der Fachevaluierung bislang schätzungsweise 300 Teilnehmerinnen. Da-
mit wird derzeit rechnerisch pro Person ein Förderkostensatz von ca. 8.450 Euro aufgewendet.
Dieser Fördersatz zum einen dadurch überschätzt, dass mehrere Projekte (mit entsprechenden
Konzeptionskosten) erst noch im Aufbau begriffen oder die Maßnahmen erst kürzlich angelaufen
sind. Zum anderen wurden viele Bewilligungen bis 2013 oder 2014 ausgesprochen, so dass die
Zahl der Teilnehmer/innen noch steigen dürfte.
Die Ergebnisse der Fachevaluierung zeigen, dass die bestehenden Angebote individuell weniger
intensiv in Anspruch genommen werden als im Programm bzw. durch die Projektträger intendiert –
so nehmen 65 Prozent der Teilnehmer/innen in einem Semester an einer bis zwei Veranstaltungen
teil. Die Evaluierung regt vor diesem Hintergrund an, im weiteren Verlauf der Förderung besonders
genau zu überprüfen, inwieweit die Förderung einem verhältnismäßigen Kosten-Nutzen-Verhältnis
folgt, unter der Maßgabe einer alternativen Beschaffung der Qualifizierungen auf dem Weiterbil-
dungsmarkt bzw. einer zentralen Umsetzung in Sachsen.
Innovative Pilot- und Entwicklungsvorhaben
Aufgrund des innovativen Charakters der Maßnahmen und der Tatsache, dass hier sehr unter-
schiedliche Projekte gefördert werden, erfolgt keine Effizienzbewertung.
Mentoringnetzwerke
Für diesen Fördergegenstand wurden (teilweise mit Förderzeiträumen bis Ende 2013) knapp 2,1
Mio. Euro bewilligt. Laut eigener Zählung der Fachevaluierung wurden bislang 279 Mentees geför-
dert. Dies entspricht einem Fördersatz von ca. 7.400 Euro pro geförderte Person. Es ist davon
auszugehen, dass in den nächsten zwei Jahren die Zahl der Geförderten absehbar steigen, und
damit die Fallkosten sinken werden. Gleichwohl erscheint der Fördersatz von mehreren Tausend
Euro gemessen am Instrument und an der dann immer noch geringen Reichweite des Programms
überprüfungsbedürftig.
9
Der im Monitoring ermittelte Wert mit 1.300 geförderten Studierenden ist nicht für die Effizienzbetrachtung aussagekräftig. Die
Differenz zu den in der Fachevaluierung ermittelten Zahlen erklärt sich im Wesentlichen dadurch, dass im Monitoring Daten in
der Regel zu Beginn und beim Abschluss des Projekts erfasst werden, so dass bei mehrjährigen Projekten eine Aktualität der
Daten nicht immer gewährleistet ist. Dies gilt ebenfalls für einen Teil der nachfolgend genannten Fördergegenstände, wo ent-
sprechend Daten aus Erhebungen der Fachevaluierung verwendet werden.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karrieren
sowie
Industriepromotio-
nen
waren bisher nicht Gegenstand der Fachevaluierung, eine Bewertung der Effizienz soll im Rah-
men der hierzu im Jahr 2012 vorgesehenen Untersuchungen erfolgen.
3.4.5
Schlussfolgerung und Empfehlung
In der Gesamtschau stellt sich die Zielerreichung bezüglich der oben aufgeführten strategischen Ziele
im Einsatzfeld 5 wie folgt dar:
Strategische Ziele
B.5.1
Wissens- und
Know-how-
Transfer
B.5.2
Stärkung der
Leistungs
fähigkeit
Hochschulen
(Berufs-
akademien)
B.5.3
Stärkung der
Leistungsfä-
higkeit
Hochschulen
(postgradual,
Forschung,
Innovation)
Einsatzfeld
4 insgesamt
Geplante ESF-Mittel 2007-13 und Anteil am OP
50,5 Mio. €
(5,8%)
2,7 Mio. €
(0,3%)
39,9 Mio. €
(4,6%)
93,1 Mio. €
(10,7%)
Förderung von Promotionen und Forschergruppen:
Qualifizierung von Absolventen Vorbereitg. auf berufl. Praxis
Technologie und Wissenstransfer in Unternehmen
Ausgründungen aus Hochschulen
Ausgestaltung der Schnittstelle Hochschule Wirtschaft, teilw. mit Blick auf
MOE-Staaten
Qualifizierung von Studierenden zum Thema Unternehmergeist
Förderung im Kontext der Berufsakademien
Aufbau eines Weiterbildungsangebots für Beschäftigte:
Entwicklung Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmer
Aufbau von E-Learning, insbesondere für Weiterbildung in KMU
Aufbau von Career Services
Förderung von Wissenschaftlichen Karrieren von Frauen
Innovative Angebote der postgradualen Bildung
Tabelle 16: Beiträge der Vorhabensbereiche des Einsatzfeldes 5 zu den strategischen Zielen
Die Übersicht zeigt, dass nicht alle in der Strategie aufgestellten Zielsetzungen in der Förderung ver-
folgt werden. Zu den strategischen Zielen sind im Einzelnen seitens der Evaluierung folgende Fest-
stellungen zu treffen:
Förderung von Promotionen und Forschergruppen
Die Förderung von Forschergruppen ist mit dem Fördergegenstand Nachwuchsforschergruppen im
Vorhabensbereich B.5.1 – Wissens- und Know-how-Transfer mit einem hohen Fördervolumen als
Schwerpunkt im Programmportfolio verankert. Die Zielsetzung der Promotionsförderung wird in
mehreren Fördergegenständen in den Vorhabensbereichen B.5.1 und B.5.3 umgesetzt.
Die Bewertung für die zugehörigen Teilziele stellt sich wie folgt dar:
Teilziel: Qualifizierung von Absolventen und Vorbereitung auf die berufliche Praxis in enger
Verzahnung von Hochschule und Unternehmen.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Die Evaluierungsergebnisse für die Nachwuchsforschergruppen zeigen, dass eine Qualifizie-
rung der Geförderten weitgehend umgesetzt wird. Dies äußert sich unter anderem dadurch,
dass zahlreiche Nachwuchsforscher/innen Ihre Teilnahme zur wissenschaftlichen Qualifizierung
durch ein Promotions- oder -Habilitationsvorhaben nutzen.
Die Zielsetzung sieht die Evaluierung darüber hinaus in der Promotionsförderung und hier ins-
besondere im Fördergegenstand Industriepromotion im Vorhabensbereich B.5.3 verankert, weil
hier tatsächlich Unternehmen mit einem eigenen Beitrag in das jeweilige Forschungsvorhaben
eingebunden sind.
Teilziel: Technologie- und Wissenstransfer bei der Bearbeitung von Forschungs- und Entwick-
lungsthemen.
Die Untersuchungsergebnisse im Fördergegenstand Nachwuchsforschergruppen zeigen, dass
eine Vernetzung mit der Wirtschaft umgesetzt wird. Die Mehrheit der Projekte hat Kontakte zu
Unternehmen etabliert, auch wurden konkrete Maßnahmen zum Wissens- und Know-how-
Transfer durchgeführt, wenngleich hier aus Sicht der Evaluierung noch Verbesserungsansätze
bestehen. In der Promotionsförderung ist im Hinblick auf Transferleistungen das Instrument der
Industriepromotion mit einer hier geforderten unmittelbaren Beteiligung von Unternehmen posi-
tiv hervorzuheben.
Ausgründungen von Unternehmen aus den Hochschulen
Aufgrund der bisher im Verhältnis kurzen Laufzeit der Programme, ist noch nicht bewertbar, inwie-
weit es im Zuge der Förderung zu Ausgründungen von Unternehmen aus den Hochschulen
kommt. Im Hinblick auf mögliche Gründungsaktivitäten hat die Evaluierung eine verstärkte Zu-
sammenarbeit mit den ebenfalls ESF-geförderten Gründungsinitiativen angeregt.
Innovative Vorhaben zur Ausgestaltung der Schnittstelle zwischen tertiären Bildungsein-
richtungen und Wirtschaft, teilweise mit Blick auf traditionelle Märkte in den MOE-Staaten
Das Förderportfolio enthält mehrere Instrumente, die auf die Ausgestaltung der Schnittstelle zur
Wirtschaft ausgerichtet sind, so zum Beispiel auch die genannten Nachwuchsforschergruppen oder
innovative Projekte im Vorhabensbereich B.5.3.
Ein spezifisches Instrument zur Verfolgung dieses Ziels sowie einen Bezug zu den MOE-Staaten
sieht die Evaluierung dagegen nicht explizit im Förderportfolio verankert. Eine Überprüfung dieses
Ziels erscheint angezeigt.
Qualifizierung zum Thema Unternehmergeist
Dieses Ziel wird punktuell durch die Career Services im Vorhabensbereich B.5.3 bedient und ist
aus Sicht der Evaluierung ansonsten nicht im Programmportfolio der Prioritätsachse B verankert.
Handlungsbedarf besteht aus Sicht der Evaluierung nicht, da dieses Ziel bereits umfassend in der
Prioritätsachse A durch die Gründungsinitiativen an Sächsischen Hochschulen gefördert wird.
Förderung im Kontext der Berufsakademien
Dieses Ziel wird im Vorhabensbereich B.5.2 mit der Anpassungs- und Ausbilderqualifizierung mit
eigens auf dieses Ziel ausgerichteten Fördergegenständen verfolgt.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Aufbau eines Weiterbildungsangebots für Beschäftigte
Dieses Ziel wird im Förderportfolio im Fördergegenstand postgraduale Bildungsangebote adres-
siert. Hierfür sollen laut Operationellem Programm insbesondere folgende Ziele verfolgt werden:
Entwicklung zusätzlicher Weiterbildungsstudiengänge und –kurse für Arbeitnehmer aller fachli-
chen Disziplinen, insbesondere für Ingenieurwissenschaften.
Aufbau von medial gestützten Weiterbildungsangeboten (E-Learning), insbesondere für Weiter-
bildung in KMU.
Das Spektrum der geförderten Projekte beinhaltet sehr unterschiedliche Projekte, z. B. die Konzep-
tion von konkreten Bildungsangeboten (Masterstudiengänge, Zertifikatskurse, Weiterbildungsmo-
dule) ebenso wie die Entwicklung von Lernplattformen oder Projekte zur Beratung und Qualitätssi-
cherung. Verbesserungsbedarf besteht aus Sicht der Evaluierung insbesondere im Hinblick auf ei-
ne stärkere Vernetzung mit der Wirtschaft – die Anträge gehen nur selten auf solche Impulse zu-
rück. Auch erscheinen die entwickelten Weiterbildungsangebote teilweise sehr spezifisch, so dass
von einer zukünftigen Umsetzung nur punktuelle Effekte zu erwarten sind. Diese Bewertungen sind
ein Hinweis darauf, dass die Rahmenbedingungen und die Strukturen an Hochschulen nur sehr
eingeschränkt geeignet sind, das Ziel eines Ausbaus der Weiterbildung für Arbeitnehmer zu erfül-
len. Sofern dieses Ziel in der kommenden Förderperiode weiter verfolgt werden soll, reicht das be-
stehende Instrument einer Projektförderung nicht aus und sollte durch eine entsprechende Strate-
gie stärker als bisher mit konkreten Zielen, Instrumenten und Strukturen untersetzt werden.
Aufbau von Career Services
Die Career Services wurden an mehreren Standorten aufgebaut und mit einer aus Nutzersicht ho-
hen Qualität umgesetzt. Wesentliche Herausforderung ist eine Verstetigung der Angebote über die
ESF-Förderung hinaus.
Förderung von wissenschaftlichen Karrieren von Frauen
Dieses Ziel ist im Förderportfolio in zwei Fördergegenständen verankert, zum einen durch eine
Förderung der Fortsetzung der Promotions- oder Habilitationsphase von wissenschaftlichen Mitar-
beitern nach familienbedingter Unterbrechung sowie zum anderen durch Mentoringnetzwerke. Für
den letzteren Fördergegenstand hat die Fachevaluierung aufgezeigt, dass genderspezifische Ziel-
setzungen oftmals nicht Gegenstand der Umsetzung sind, so dass im Ergebnis nur von einge-
schränkten Effekten auszugehen ist.
Innovative Angebote der postgradualen Bildung
Die Förderung von Innovativen Themen ist im Fördergegenstand Innovative Pilot- und Entwick-
lungsprojekte im Vorhabensbereich B.5.3 verankert.
Vor dem Hintergrund der Analyse und Bewertung kommt die Evaluierung für die Maßnahmen des
Einsatzfeldes 5 zu folgenden Empfehlungen:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse B
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Empfehlung 6
Feinjustierung einzelner Fördergegenstände im Einsatzfeld 5 bzw. Prüfung, inwieweit einzelne Ziele
des OP weiterhin aufrechterhalten werden sollen
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Das Förderziel „Innovative Vorhaben zur Ausgestal-
tung der Schnittstelle zwischen tertiären Bildungsein-
richtungen und Wirtschaft, teilweise mit Blick auf
traditionelle Märkte in den MOE-Staaten“ wird nicht
mit spezifischen Instrumenten verfolgt.
Überprüfung des Ziels bei der Programmplanung für die kom-
mende Förderperiode.
SMWK
Nicht alle Fördergegenstände im Vorhabensbereich
B.5.3 zeigen die gewünschten Effekte.
Besondere Prüfung unter Berücksichtigung der Ergebnisse der
Fachevaluierung, insb. Kompetenzschulen, Postgraduale Bil-
dungsangebote, Mentoringnetzwerke.
Reduktion der Zahl der Instrumente und Fördergegenstände in
der neuen Förderperiode unter der Maßgabe einer stärkeren
Bündelung und Konzentration der Förderung.
SMWK
Die Ziele bezüglich Ausgründungen und Verbesse-
rung des Unternehmergeistes werden nur punktuell
umgesetzt.
Stärkere Verzahnung mit den Gründerinitiativen in der Prioritäts-
achse A.
Aufgabe dieser Zielsetzung in der Prioritätsachse B.
SMWK
Die Promotionsförderung (Landesinnovationspromoti-
on, kooperative Promotion) spiegelt die Anforderun-
gen der Strategie nicht im Detail wieder.
Im Hinblick auf das Ziel „Wissenstransfer in die Wirtschaft“ sollte
eine stärkere Gewichtung von Industriepromotionen erwogen
werden, da diese explizit auf dieses Ziel ausgereichtet sind.
SMWK
Hohe Fallkosten im Fördergegenstand Nachwuchsfor-
schergruppen.
Die Effektivität der Förderung sollte im weiteren Verlauf der
Förderung besonders beobachtet werden.
Evaluierung der Nachwuchsforschergruppen, insbesondere im
Hinblick auf das Verhältnis von Kosten und Nutzen.
.
SMWK
Empfehlung 7
Strategie für die Entwicklung eines tertiären Weiterbildungsangebots
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Für das Ziel „Aufbau eines Weiterbildungsangebots für
Beschäftigte“ erfolgt zwar eine Entwicklung von
Angeboten, aufgrund der fehlenden Einbindung der
Wirtschaft und dem oft sehr spezifischen Charakter
der Vorhaben ist die Entwicklung eines bedarfsge-
rechten Angebotes mit dem Instrument der bestehen-
den Projektförderung nicht hinreichend sichergestellt.
Erarbeitung einer Strategie, mit konkreten Zielen, Instrumenten
und Strukturen für die kommende Förderperiode.
Prüfung alternativer Szenarien, die Mitwirkung von Hochschulen
an der Entwicklung und Umsetzung eines Weiterbildungsange-
bots auszubauen, z. B.:
Institutionelle Unterstützung zur Herstellung von Transparenz
zu potenziellen (z. B. Marktplatz, Ideenwettbewerbe),
Stärkere Einbeziehung der Wirtschaft bei der Themenidentifi-
kation und –Bewertung,
Zusammenarbeit mit kommerziellen Weiterbildungsanbietern
zur Sicherstellung eines marktgerechten Angebotes, das sich
an tatsächlichen Qualifizierungsbedarfen ausrichtet,
Bei Weiterbildungsstudiengängen: zentrale Planung und
Bedarfsanalyse von potenziell einzurichtenden Weiterbil-
dungsstudiengängen.
SMWK
Tabelle 17: Beitrag des Einsatzfeldes 5 zu den strategischen Zielen des Operationellen Programms – Empfehlungen

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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4 Umsetzung der Querschnittsziele
4.1 Bewertungsgrundlagen
Im Operationellen Programm sind drei Querschnittsziele definiert:
Querschnittsziel
Instrumente
Chancengleichheit
Abbau von Benachteiligungen am Arbeitsmarkt von Frauen und Männern
Punktuelle Förderung: Ältere, Migranten, Menschen mit Behinderung
ökologisch
Investitionen in Humankapital zum Thema verantwortungsbewusster Umgang
mit natürlichen Ressourcen; praktische Umsetzung im Arbeitsleben
ökonomisch
Investitionen Humankapital (Qualifizierung, Berufsausbildung)
Förderung der Wettbewerbsfähigkeit
Nachhaltigkeit
sozial
Kernziel des OP
Verbesserung der Chancen durch Bildung
Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und Integration von Benachteiligten
Demografischer und Wirtschaft-
licher Wandel
Erhöhung der Erwerbsbeteiligung, vor allem Älterer und Frauen
Abmilderung der Abwanderung von jungen Menschen, insbesondere Frauen
Unterstützung des Wechsels in Führungs- und Eigentümerstrukturen
Abbildung 3 Überblick zu Querschnittszielen des Operationellen Programms
Nachfolgend ist die in der Strategie angelegte Ausgestaltung der Querschnittsziele beschrieben.
Durch die
Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern
sollen gemäß Programm-
strategie die nach wie vor bestehenden Benachteiligungen von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt
abgebaut werden. Deshalb sollen Qualifizierungsmaßnahmen angeboten werden, die durch ihre Aus-
richtung auf zukunftsträchtige Berufe geeignet sind, arbeitslose Frauen – unter bestimmten Voraus-
setzungen aber auch Männer – wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Chancengleich-
heit von Frauen und Männern ist die wichtigste Dimension der Chancengleichheit und wird gemäß der
Strategie des Operationellem Programms in der derzeitigen Förderperiode besonders unterstützt. Die
weiteren Bereiche der Chancengleichheit wie Abbau von Benachteiligungen aufgrund des Alters und
Beschäftigungshemmnissen von Migranten und Menschen mit Behinderung sollen ebenfalls punktuell
über den ESF gefördert werden. Aufbauend auf das für diese Zielgruppen vorhandene Basisangebot
z. B. für Menschen mit Behinderung nach SGB IX, wird der ESF – unter Beachtung der Zusätzlichkeit
– weiterführende Maßnahmen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel ermöglichen.
Mit der Förderung des Querschnittsziels
Nachhaltigkeit
greift das Operationelle Programm ein zent-
rales Anliegen der EU auf. Die Maßnahmen sollen die Ziele der Göteborg-Strategie untersetzen und
alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit unterstützen.
Die
ökologische Dimension der Nachhaltigkeit
soll gemäß Programmstrategie im ESF vor allem
in den Bereichen der Bildung und Qualifizierung zum Tragen kommen. Hierbei soll zum einen der
verantwortungsbewusste Umgang mit natürlichen Ressourcen als Voraussetzung für ökologisch
nachhaltiges Handeln, zum anderen aber auch die Möglichkeiten der praktischen Umsetzung im
Arbeitsleben vermittelt werden.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Die
ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit
soll zum einen durch Investitionen in Human-
kapital gefördert werden, weil dadurch eine wesentliche Grundlage für Innovation und dauerhaftes
Wirtschaftswachstum geschaffen wird (z B. durch berufsbegleitende Qualifizierung oder durch För-
derung der Berufsausbildung). Zum anderen sieht die Strategie Maßnahmen vor, mit denen die
Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bzw. der sächsischen Wirtschaft direkt gefördert werden
soll (z. B. durch Innovationsassistenten oder durch Unterstützung der Existenzgründungen). Die
ökonomische Nachhaltigkeit soll somit schwerpunktmäßig durch Maßnahmen aus den Prioritäts-
achsen A und B adressiert werden.
Die
soziale Dimension der Nachhaltigkeit
ist ein Kernziel des Operationellen Programms und ist
insbesondere in Maßnahmen angelegt, die auf die Verbesserung der Chancen durch Bildung, die
Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit oder der Eingliederung von Benachteiligten ausgerichtet
sind.
Die ESF-Förderung soll ferner zur
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wan-
dels
beitragen, indem sie hilft, dessen negative Folgen, z.B. Fachkräftemangel, abzuschwächen. Im
OP wurde erkannt, dass in Sachsen aufgrund des demografischen Wandels in den Jahren bis 2020
tiefgreifende Veränderungen im wirtschaftlichen und sozialen Zusammenleben zu gestalten sein wer-
den. Dieses Ziel soll insbesondere mit Maßnahmen verfolgt werden, die darauf ausgerichtet sind, die
Erwerbsbeteiligung vor allem der älteren Arbeitnehmer und Frauen zu erhöhen. Zielsetzung ist auch,
die Abwanderung junger Menschen, vor allem von jungen Frauen, zu verhindern. Darüber hinaus soll
der Unternehmenssektor bei den Veränderungen aufgrund des anstehenden Wechsels in der Füh-
rungs- und Eigentümerstruktur unterstützt werden.
4.2 Beitrag der Vorhabensbereiche zu den Querschnittszielen
Nachfolgend wird, aufbauend auf die Untersuchungen der Fachevaluierung und den durchgeführten
Dokumentenanalysen, für jedes Einsatzfeld der Beitrag zu den Querschnittszielen analysiert. Aufgrund
der sehr unterschiedlich kombinierten Instrumente erfolgt die Darstellung entlang von Förderschwer-
punkten in den einzelnen Einsatzfeldern der Prioritätsachse B.
4.2.1
Einsatzfeld 3: Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz
In den Vorhabensbereichen dieses Einsatzfeldes werden drei thematische Schwerpunkte gefördert:
Verbesserung des Schulerfolgs,
Verbesserung der Berufsorientierung,
Chancengleichheit in der Berufsorientierung.
Im Folgenden werden für die einzelnen Schwerpunkte die Beiträge zu den Querschnittszielen heraus-
gearbeitet.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Umsetzung der Querschnittsziele
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Chancengleichheit
Im Einsatzfeld 3 ist Chancengleichheit im Förderportfolio vor allem in der Berufs- und Stu-
dienorientierung verankert. Bei den eingesetzten Instrumenten bestehen Verbesserungs-
ansätze hinsichtlich Ihrer Effektivität.
In den Vorhaben, die auf die
Verbesserung des Schulerfolgs
ausgerichtet sind und die sich an
schwächere bzw. abschlussgefährdete Zielgruppen richten, stellen Männer mit Anteilen zwischen 60
und 70 Prozent die Mehrheit. Diese Ungleichverteilung spiegelt die Tatsache wieder, dass schulische
Probleme bei den männlichen Schülern häufiger vorkommen und ist somit nicht negativ zu bewerten.
Fördergegenstände, die potenziell gute oder sehr gute Schüler/innen ansprechen, wie z. B. Ferien-
akademien oder internationale Abschlüsse, erreichen Frauen mindestens in Höhe Ihres Anteils an der
Zielgruppe.
In den Vorhaben zur
Berufs- und Studienorientierung
werden Frauen entsprechend Ihres Anteils an
der Zielgruppe gefördert. Die Evaluierungsergebnisse zeigen für die im Schwerpunkt im Vorhabensbe-
reich B.3.1 geförderten Maßnahmen, dass Themenstellungen hinsichtlich einer von geschlechterspe-
zifischen Vorprägungen freien Berufs- und Studienwahlentscheidung bei einem Teil der Maßnahmen
implementiert sind. Verbesserungsansätze wurden hingegen bei der Umsetzung identifiziert. Dies
betrifft insbesondere Maßnahmen zur Studienorientierung sowie zur vertieften bzw. praxisorientierten
Berufsorientierung. Auch im Fördergegenstand Ferienakademien könnten bei entsprechender
Schwerpunktsetzung noch verstärkt Schülerinnen für technisch-naturwissenschaftliche Arbeitsberei-
che gewonnen werden, da sich dieser Fördergegenstand tendenziell an überdurchschnittlich befähigte
und interessierte Teilnehmende richtet. Die Evaluierung empfiehlt eine Prüfung, ob die Ansprache von
Schülerinnen zur Gewinnung für naturwissenschaftlich-technischen Berufs- und Studienrichtungen in
den verschiedenen Fördergegenständen (v. a. Berufsorientierung, Ferienakademien) noch verstärkt
werden kann. Dies kann zum einen durch geschlechtsspezifische Maßnahmen erfolgen, zum anderen
aber auch durch ein insgesamt stärkeres „Mainstreaming“ des Themas in den einzelnen Fördermaß-
nahmen, z. B. durch thematische Vorgaben in der Richtlinie, Vorschläge für Curricula oder Bereitstel-
lung von zielgruppengerechten Materialien für die Träger.
Das Freiwillige Ökologische Jahr leistet einen Beitrag zur Chancengleichheit in der Berufsorientierung,
indem teilweise getroffene Entscheidungen, insbesondere für ökologische bzw. naturwissenschaftlich
geprägte Berufe gefestigt werden. Dies ist aus Sicht des Querschnittsziels Chancengleichheit insofern
als positiv zu bewerten, da dieses Instrument mehrheitlich Frauen erreicht. Die Reichweite der Förde-
rung ist gleichwohl vor dem Hintergrund des im Verhältnis geringen Förderumfangs beschränkt.
Das Ziel der
Chancengleichheit in der Berufsorientierung
nimmt mit einer eigenen Handlungsopti-
on im Operationellen Programm einen besonderen Stellenwert ein. Die Förderung soll gemäß der
Strategie den Anteil von Frauen in zukunftsorientierten technischen Berufen und in der Wissenschaft
zu erhöhen. Neben den oben genannten Instrumenten, die einen Beitrag zu diesem Ziel leisten, soll
dieses Ziel zusätzlich mit einer spezifisch hierauf ausgerichteten Förderung verfolgt werden (Vorha-
bensbereich B.3.5: Chancengleichheit: Lebenslanges Lernen, Verbesserung der Berufswahlkompe-
tenz). Die Ergebnisse der Evaluierung für diesen Vorhabensbereich zeigen, dass es nur in sehr gerin-
gen Umfang gelungen ist, die Förderung umzusetzen. Wesentliche Effekte im Sinne der Zielstellung
des Vorhabensbereichs sind somit nicht zu erwarten. Die bisher geförderten Projekte sind jedoch (po-

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tenziell) geeignet, zumindest zur Erweiterung des Berufswahlhorizonts der Teilnehmer/innen beizutra-
gen.
In der Fachevaluierung wurden diesbezüglich zwei Handlungsoptionen aufgezeigt. Zum einen emp-
fiehlt die Evaluierung zu prüfen, inwieweit die hier verfolgten Zielstellungen in analogen Förderberei-
chen wie B.3.1 in Zusammenarbeit mit dem SMK stärker verankert werden könnten, insbesondere in
Form einer Schaffung der Möglichkeit einer geschlechtsspezifischen Förderung. Zum anderen emp-
fiehlt die Fachevaluierung, die Wiederaufnahme der Förderung zu prüfen. Notwendige Modifikationen
der Richtlinie sieht die Evaluierung insbesondere im Hinblick auf:
Dass die Ansprache von Zielgruppen und Eltern an Schulen erfolgt.
Aufgabe der bisherigen Einschränkung auf die Förderung von Praktika zugunsten von Instrumen-
ten, die der Vermittlung von Kenntnissen, Einblicken und Kontakten in die Arbeitswelt dienen.
Anpassung der förderfähigen Ausgaben zur Berücksichtigung von Aufwänden, die durch Konzepti-
on, Aufbau von Netzwerken (zur Ansprache der Zielgruppe, Eltern und kooperierenden Unterneh-
men anfallen).
Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch und sozial)
Die ökologische Dimension ist vor allem in der Berufsorientierung verankert, wobei in der
Umsetzung noch Verbesserungspotenziale bestehen. Die ökonomische und soziale Di-
mension werden in den Vorhaben umgesetzt, die sich an schwächere bzw. abschlussge-
fährdete Schüler/innen richten.
Die
ökologische Dimension
der Nachhaltigkeit wird im Einsatzfeld 3 vor allem im Rahmen der Be-
rufsorientierung adressiert, indem die angesprochenen Zielgruppen Berufsbilder mit ökologischen bzw.
umweltbezogenen Inhalten kennenlernen. Dies sieht die Evaluierung am ehesten im Rahmen des
Freiwilligen Ökologischen Jahres gewährleistet, das in besonderer Weise auf dieses Ziel ausgerichtet
ist. Gleichwohl ist festzustellen, dass in diesem Instrument vor allem verhältnismäßig kleine Zielgrup-
pen erreicht werden, bei denen bereits eine hohe berufliche Affinität zu diesem Thema vor der Teil-
nahme vorhanden ist.
In den Schwerpunktmaßnahmen im Vorhabensbereich B.3.1 sieht die Evaluierung das Ziel hinrei-
chend verankert, auch wenn festzustellen ist, dass das Thema ökologische Berufe gegenüber ande-
ren Themenstellungen der Berufsorientierung nachrangig ist. Die Ergebnisse der Berufsorientierung
zu ökologisch geprägten Berufsbildern werden in der Studienorientierung im Durchschnitt als relevan-
ter und hilfreicher bewertet als in der praxisorientierten und vertieften Berufsberatung.
Aus Sicht der Evaluierung ist die Berufsorientierung grundsätzlich ein effektives und langfristig wirken-
des Instrument, Humankapital zu diesem Themenfeld aufzubauen. Diese Potenziale sollten stärker als
bisher genutzt werden, z. B. durch thematische Vorgaben oder besondere Anreize in der Förderung
für Antragssteller, die die „ökologische“ Berufsorientierung stärker in den Mittelpunkt ihrer Maßnahmen
stellen.

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In den Maßnahmen zur Verbesserung des Schulerfolgs sowie in den Berufsorientierungsmaßnahmen,
die sich an schwächere bzw. abschlussgefährdete Schüler/innen richten, sieht die Evaluierung nur
wenige Ansatzpunkte für eine stärkeren Verankerung der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit.
Diese Vorhaben sollten sich wie bisher, durch die Verbesserung des Zugangs zur Ausbildung auf die
ökonomische Dimension
und durch die Verbesserung der Teilhabe benachteiligter Zielgruppen auf
die
soziale Dimension
sowie der Nachhaltigkeit konzentrieren.
Bewältigung des Demografischen Wandels
Die Maßnahmen leisten vor allem einen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftepotenzials.
Die in den vergangenen fünf Jahren um 55 Prozent zurückgegangenen Absolvent/innnenzahlen an
sächsischen Schulen haben zwar zu einer Entlastung auf dem Ausbildungsmarkt geführt, machen
aber ebenfalls ein zukünftiges Fehlen von nachwachsenden Fachkräften deutlich. Unter diesen Be-
dingungen leistet die Verhinderung von Schulabbrüchen bzw. eine Berufsorientierung einen Beitrag
zur Bewältigung des demografischen Wandels, indem das vorhandene Potenzial an zukünftigen
Fachkräften stärker als bisher ausgeschöpft wird.
4.2.2
Einsatzfeld 4: Berufsausbildung für Jugendliche
Die Förderung im Einsatzfeld 4 umfasst im Wesentlichen folgende Themenstellungen:
Förderung zusätzlicher, vor allem betriebsnaher Ausbildungsplätze zur Schließung von Ausbil-
dungsplatzlücken,
Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der beruflichen Erstausbildung,
Zusatzqualifikationen für Auszubildende.
Im Folgenden werden für die einzelnen Schwerpunkte die Beiträge zu den Querschnittszielen her-
ausgearbeitet.
Chancengleichheit
Die Förderung im Einsatzfeld 4 konzentriert sich auf den Ausgleich von Benachteiligungen
auf dem Ausbildungsmarkt. Das Ziel Chancengleichheit von Männern und Frauen ist nur
schwach verankert. Bei den geförderten Zusatzqualifikationen bestehen Potenziale, dieses
Querschnittsziel stärker als bisher umzusetzen.
Die Förderung von
zusätzlichen betriebsnahen Ausbildungsplätzen
, die den Schwerpunkt der
Förderung in diesem Einsatzfeld bildet, ist vorwiegend auf die Schließung von marktbedingten Ausbil-
dungsplatzlücken ausgerichtet. Chancengleichheitsziele werden hier insbesondere dadurch verfolgt,
dass die Maßnahmen dazu beitragen, regionale bzw. sektorale Ungleichheiten beim Zugang zur Aus-
bildung auszugleichen. Die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen steht somit nicht im
Fokus der Förderung. Der im Ergebnis der Förderung erreichte Anteil von Frauen entspricht mit 40
Prozent in etwa dem Anteil an allen sächsischen Auszubildenden.

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Bei den Instrumenten, die in den Vorhabensbereichen B.4.1 und B.4.2 auf die
Verbesserung der
Qualität der beruflichen Erstausbildung
abzielen handelt es sich um die Vermittlung von prüfungs-
relevanten Lehrinhalten im Rahmen der überbetrieblichen Lehrunterweisung (ÜLU) bzw. überbetriebli-
chen Ausbildungsmaßnahmen (ÜBA), sowie um die Förderung von Verbundausbildung. Im Ergebnis
der Förderung werden hier sehr viele Auszubildende erreicht. Seit Beginn der Förderperiode waren es
knapp 97.000 Personen, darunter 22 Prozent Frauen. Deren unterdurchschnittliche Beteiligung ist in
diesem Fördersegment darauf zurückzuführen, dass Verbundausbildung sowie überbetriebliche Quali-
fizierungen hauptsächlich im Handwerk, Land- und Forstwirtschaft sowie vor allem in Gewerblich-
Technischen Berufen durchgeführt werden, in denen mehrheitlich Männer ausgebildet werden. Die
festgestellte Beteiligung von Frauen ist somit strukturell bedingt.
Darüber hinaus fördert der ESF im Bereich der Erstausbildung in den Vorhabensbereichen B.4.1,
B.4.2 und B.4.3 auch den Erwerb von
Zusatz- bzw. Ergänzungsqualifikationen
, die über die Prü-
fungsordnung hinausgehen und so die Chancen der Auszubildenden auf dem Ausbildungsmarkt
verbessern. Unter den knapp 10.000 im Vorhabensbereich B.4.1 geförderten Personen waren Frauen
mit 29 Prozent unterproportional vertreten. Dies bewertet die Evaluierung deutlich kritischer, da Zu-
satzqualifikationen ein zusätzliches Instrument sind, dass nicht wie die ÜLU oder ÜBA an bestimmte
Branchen oder Ausbildungsberufe gebunden sind, sondern hier prinzipiell vorstellbar ist, dass auch
Frauen in verstärktem Maße Zusatzqualifikationen erhalten. Die Evaluierung sieht hier einen deutli-
chen Korrekturbedarf im Hinblick auf die Teilhabe von Frauen und Mädchen und empfiehlt eine Prü-
fung, inwieweit deren Zugang verbessert werden könnte, z. B. mit der Öffnung der Förderung für wei-
tere Branchen sowie einer Erweiterung der bisherigen Partnerschaften auch außerhalb des gewerb-
lich-technischen Bereichs.
Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch und sozial)
Die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit ist vor allem in den Zusatzqualifikationen
verankert. Beiträge zur ökonomischen und sozialen Dimension werden durch die Konzent-
ration auf eine Verbesserung des Zugangs zur Ausbildung geleistet.
Die
ökologische Dimension
der Nachhaltigkeit wird im Einsatzfeld 4 vor allem im Rahmen der
Zu-
satzqualifikationen
im Vorhabensbereich B.4.1 adressiert. Hier haben 45 Prozent der befragten Teil-
nehmer/innen bestätigt, dass Umweltfragen im Rahmen der Qualifizierung thematisiert wurden, wobei
ökologische Inhalte hauptsächliche in gewerblichen-technischen Qualifizierungen vermittelt wurden,
während sie in IT-Qualifizierungen eine eher untergeordnete Rolle spielen. Diese Einschätzung gilt
ebenfalls für die
Ergänzungsqualifikationen
im Vorhabensbereich B.4.2 im Bereich der Land-, Forst-
und Hauswirtschaft. Die genannten Instrumente berücksichtigen somit in hohem Maße das Quer-
schnittsziel der ökologischen Nachhaltigkeit.
Dagegen sieht die Evaluierung für die beiden anderen Förderschwerpunkte kaum Optionen, die öko-
logische Dimension der Nachhaltigkeit stärker zu verankern. Zum einen deswegen, weil die Förderung
von zusätzlichen Ausbildungsplätzen nun zurückgefahren wird. Zum anderen sind die Inhalte für die
Förderung der ÜLU bzw. ÜBA oder der Verbundausbildung durch die jeweiligen Prüfungsordnungen
vorgegeben, wodurch strukturell nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten bestehen, die hier geforderten
zusätzlichen Lehrinhalte zu platzieren.

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Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Einen Beitrag zur
ökonomischen
Dimension der Nachhaltigkeit sieht die Evaluierung insbesondere
durch die hier vorgenommenen Investitionen in Humankapital, indem Zugänge zur Ausbildung über-
haupt erst geschaffen werden oder zusätzliche Qualifikationen vermittelt werden. Darüber hinaus leis-
ten die Verbundausbildung und teilweise auch die ÜLU/ÜBA einen Beitrag dazu, die Ausbildungsfä-
higkeit insbesondere kleinerer und mittlerer Unternehmen zu erhalten.
Zur
sozialen Dimension
der Nachhaltigkeit tragen insbesondere diejenigen Maßnahmen bei, die
Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen erreichen, im Wesentlichen also die Maßnahmen zur Be-
reitstellung zusätzlicher Ausbildungsplätze. Ferner leistet die die Förderung von Zusatzqualifikationen
einen Beitrag, indem Sie die Beschäftigungschancen der Auszubildenden an der zweiten Schwelle
zwischen Ausbildung und Beruf verbessert.
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels
Die Maßnahmen leisten vor allem einen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftepotenzials.
Dieses Ziel ist im Einsatzfeld 4 dahingehend verankert, dass mit der Förderung des Zugangs zur Aus-
bildung und Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit ein Beitrag zur Verbesserung des zukünftigen
Fachkräfteangebots geleistet wird.
4.2.3
Einsatzfeld 5: Hochschulen
Die Bewertung des Beitrags zu den Querschnittszielen konzentriert sich auf folgende Förderschwer-
punkte:
Nachwuchsforschergruppen/Promotionsförderung,
Förderung der Weiterbildung in Kompetenzschulen sowie postgradualen Bildungsangeboten,
Career Services,
Spezifische Maßnahmen für das Querschnittsziel Chancengleichheit,
Im Folgenden werden für die einzelnen Schwerpunkte die Beiträge zu den Querschnittszielen her-
ausgearbeitet.
Chancengleichheit
Im Einsatzfeld 5 ist das Querschnittsziel Chancengleichheit mit zwei kleineren spezifischen
Maßnahmen verankert.
Im Einsatzfeld 5 ist das Querschnittsziel Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen in den
Fördergegenständen Mentoringnetzwerke sowie Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und wis-
senschaftlicher Karriere verankert.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Umsetzung der Querschnittsziele
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Im Förderbereich Mentoringnetzwerke wird die individuelle Begleitung akademischer Nachwuchskräfte
mit dem (mittelfristigen) Ziel gefördert, den Anteil von Frauen und Männern in Führungspositionen in
jeweils bisher geschlechtsuntypischen Tätigkeitsfeldern zu steigern. Die Evaluierungsergebnisse zei-
gen, dass es gelungen ist, die Mentoringnetzwerke zu etablieren und auch Frauen überproportional an
der Förderung zu beteiligen. Das Ziel einer Steigerung des Anteils von Frauen und Männern in Füh-
rungspositionen in geschlechtsuntypischen Berufsfeldern wird jedoch kaum erreicht. Dies liegt vor
allem daran, dass dieses Ziel in Konzeption und Umsetzung der Förderung zu wenig Berücksichtigung
findet. Auch bestehen angesichts der beschränkten Reichweite des Programms (bisher wurden 279
Mentees gefördert) Zweifel daran, inwieweit das Instrument geeignet ist, das sehr ambitionierte Ziel zu
erreichen.
Bei den Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere handelt es sich um
Stipendien für eine Beendigung einer Promotion oder Habilitation nach einer Familienphase. Auch
wenn hier noch Evaluierungsergebnisse ausstehen, geht die Evaluierung davon aus, dass die Maß-
nahme grundsätzlich einen positiven Beitrag zum Querschnittsziel leistet.
In den Kompetenzschulen und den Career Services werden Frauen in hohem Maße erreicht. Dagegen
ist die Beteiligung von Frauen in der Förderung von Nachwuchsforschergruppen mit 29 Prozent und
der Promotionsförderung mit 32 Prozent aus Sicht der Evaluierung zu gering. Die Evaluierung emp-
fiehlt zu prüfen, ob die Teilhabe von Frauen durch stärkere Anreize oder geeignete Publizitätsmaß-
nahmen entsprechend verbessert werden könnte.
Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch und sozial)
Beiträge zur
ökologischen Dimension
der Nachhaltigkeit werden im Einsatzfeld 5 vor allem im
Schwerpunkt Nachwuchsforschergruppen geleistet. Hier bestätigten mehr als zwei Drittel der Projekte,
dass sie Beiträge zu umwelt- oder ressourcenschonenden Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen
leisten oder Grundlagen für deren Entwicklung legen. Ferner sind ökologische Inhalte in die Entwick-
lung der Curricula in den Kompetenzschulen eingeflossen. Auch die Mehrheit der geförderten Career
Services bestätigt, dass umweltbezogene Themenstellungen z. B. durch Bereitstellung von Informati-
onen zu Entwicklungen in entsprechenden Berufsfeldern oder im Rahmen der Weiterbildungsangebo-
te Berücksichtigung finden. Aus Sicht der Evaluierung wird die ökologische Dimension der Nachhaltig-
keit in den Vorhaben des Einsatzfeldes 5 bereits hinreichend umgesetzt. Eine Notwendigkeit nach
einer zusätzlichen Förderung sieht die Evaluierung nicht.
Die
ökonomische Dimension
der Nachhaltigkeit ist im Einsatzfeld nahezu in allen Instrumenten ver-
ankert, da diese mittelbar oder unmittelbar zum hochwertigen Ausbau von Humankapital beitragen.
Darüber hinaus leisten Nachwuchsforschergruppen und Promotionen einen Beitrag zum Wissens-
transfer zwischen Forschung und Unternehmen und damit zur Verbesserung der Wettbewerbsfähig-
keit.
Die
soziale Dimension
der Nachhaltigkeit steht nicht im Mittelpunkt der Hochschulförderung im
Einsatzfeld 5. Ein nennenswerter Beitrag zu diesem Querschnittsziel wird durch die Förderung von
Anpassungsqualifizierungen für Berufsakademien gefördert, indem Arbeitnehmer/innen Ihre Bildungs-
chancen durch den Zugang zum tertiären Bildungssystem verbessern können.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels
Die Maßnahmen leisten vor allem einen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftepotenzials
sowie zur stärkeren Bindung von Hochqualifizierten an den Freistaat Sachsen.
Dieses Ziel ist im Einsatzfeld 5 dahingehend verankert, dass mit der Förderung von wissenschaftlicher
Qualifizierung ein Beitrag zur Verbesserung des zukünftigen Fachkräfteangebots geleistet wird. Durch
die Förderung von Promotionen und Forschergruppen leistet die Förderung einen Beitrag, der Abwan-
derung von hochqualifizierten jungen Fachkräften entgegenzuwirken. Auch die Career Services tragen
mit der Herstellung von Kontakten in die lokale Wirtschaft zu diesem Ziel bei.
4.3 Schlussfolgerung und Empfehlung
Im Ergebnis der Förderung leistet das Portfolio der Prioritätsachse B einen sichtbaren Bei-
trag zum Querschnittsziel Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels.
Auch die drei Dimensionen des Ziels Nachhaltigkeit sieht die Evaluierung bis auf punktuel-
le Verbesserungsansätze hinreichend im Förderportfolio umgesetzt. Das Ziel Chancen-
gleichheit spielt strukturell eine untergeordnete Rolle, wobei in ausgewählten Förderge-
genständen Verbesserungsansätze identifiziert wurden.
Die einzelnen Bewertungen bezüglich des Beitrages der Vorhabensbereiche zu den einzelnen Quer-
schnittszielen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Einsatzfeld/Fördersegment
Chancengleichheit
Nachhaltigkeit
(ökologisch, ökonomisch, sozial)
Demografie
Einsatzfeld 3: Schule, Berufsorientierung
Verbesserung des Schuler-
folgs
Männer werden überproportional
erreicht, da sie von der Problem-
stellung in besonderer Weise
betroffen sind.
Ökologisch: geringe Relevanz,
kaum Beiträge
Ökonomisch: Zugang zur Aus-
bildung
Sozial: Verbesserung der Chan-
cen auf Teilhabe
Sicherung des Fachkräftepoten-
tials
Verbesserung in der Berufs-
orientierung
Thema ist in der Umsetzung
mehrerer Fördergegenstände
verankert.
Beiträge zu einer von ge-
schlechtstypischen Vorprägun-
gen unabhängigen Berufswahl
sind nur eingeschränkt effektiv.
Ökologisch: Vermittlung von
relevanten berufsbezogenen
Themen in höherwertigen Maß-
nahmen
Ökonomisch: Verhinderung von
Ausbildungsabbrüchen
Sozial: Verbesserung der Aus-
bildungsfähigkeit
Sicherung des Fachkräftepoten-
tials
Chancengleichheit in der
Berufsorientierung
kein Beitrag/keine Bewertung aufgrund unterdurchschnittlichem Bewilligungsstand
Einsatzfeld 4: Berufsausbildung für Jugendliche
Förderung zusätzlicher be-
triebsnaher Ausbildungsplätze
Keine besondere Ausrichtung
auf geschlechtspezifische Di-
mension der Chancengleichheit.
Gleiche Chancen beim Zugang
zur Ausbildung stehen im Vor-
dergrund.
Ökologisch: geringe Relevanz,
kaum Ausbauoptionen
Ökonomisch: Investitionen in
Humankapital
Sozial: Zugang zur Ausbildung,
teilweise für Jugendliche mit
Vermittlungshemmnissen
Sicherung des Fachkräftepoten-
tials
Verbesserung der Qualität der
beruflichen Erstausbildung
(ÜLU/ÜBA, Verbundausbil-
dung)
Konzentration auf Hand-
werk/Gewerbe; strukturell gerin-
ge Teilhabe von Frauen.
Ökologisch: kaum Ausbauoptio-
nen durch Vorgaben der Prü-
fungsordnungen
Ökonomisch: Ausbau von
Humankapital, Erhalt der Ausbil-
dungsfähigkeit von KMU
Sozial: kein unmittelbarer Bezug
Sicherung des Fachkräftepoten-
tials
Zusatz- bzw. Ergänzungsquali-
fikationen für Auszubildende
Verbesserungspotenziale bei der
Teilhabe von Frauen
Ökologisch: Hoher thematischer
Abdeckungsgrad
Ökonomisch: Investitionen in
Humankapital
Sozial: Verbesserung der Be-
schäftigungschancen an der
zweiten Schwelle
Sicherung des Fachkräftepoten-
tials
Einsatzfeld 5: Hochschulen
Nachwuchsforschergruppen/
Promotionen
Zu geringe Teilhabe von Frauen,
es besteht Handlungsbedarf.
Ökologisch: Hoher thematischer
Abdeckungsgrad
Ökonomisch: Ausbau von
Humankapital, Wissenstransfer
Sozial: kein unmittelbarer Bezug
Sicherung des Fachkräftepoten-
tials
Stärkere Bindung von Hochquali-
fizierten an den Freistaat Sach-
sen
Career Services
Hohe Beteiligung von Frauen
Ökologisch: Mehrheitlich Be-
rücksichtigung umweltbezogener
Themenstellungen
Ökonomisch: Ausbau von
Humankapital
Sozial: kein Unmittelbarer Bezug
Sicherung des Fachkräftepoten-
tials
Stärkere Bindung von Hochquali-
fizierten an den Freistaat Sach-
sen
Kompetenzschulen
Hohe Beteiligung von Frauen
Ökologisch: Übernahme von
Themen in die Curricula
Ökonomisch: Aufbau von Hu-
manapital
Sozial: kein unmittelbarer Bezug
Sicherung des Fachkräftepoten-
tials
Mentoringnetzwerke
Vereinbarkeit Familie und
wissenschaftl. Karriere
Spezifische Fördergegenstände
zur Umsetzung der Chancen-
gleichheit.
Bei den Mentoringnetzwerken
wurden die zugehörigen Ziele
nur schwach verankert.
Ausrichtung auf Ziel Chancen-
gleichheit steht im Vordergrund
Sicherung des Fachkräftepoten-
tials
Tabelle 18: Beitrag der Prioritätsachse B zu den Querschnittszielen

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Bezüglich der einzelnen Querschnittsziele leitet die Evaluierung in der Synthese über die Prioritäts-
achse folgende Schlussfolgerungen ab:
Chancengleichheit von Frauen und Männern
Die Ergebnisse der Evaluierung haben gezeigt, dass das Querschnittsziel nicht für alle Förderbe-
reiche gleichermaßen relevant ist bzw. strukturell nur wenige Ansatzpunkte für Beiträge zu diesem
Querschnittsziel bietet. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Förderung, die sich an schwie-
rigere Zielgruppen richtet. Dies gilt auch für Maßnahmen, die auf Prüfungsordnungen von typi-
schen Männerberufen z. B. in der Verbundausbildung aufsetzen.
Die Evaluierungsergebnisse haben ferner gezeigt, dass die spezifisch auf dieses Querschnittsziel
ausgerichteten Fördergegenstände nicht im geplanten Maß umgesetzt werden konnten. Hierzu ge-
hört der Vorhabensbereich 3.5 (Chancengleichheit Berufsorientierung) ebenso wie die Mento-
ringnetzwerke im Vorhabensbereich B.5.3. Die Evaluierung empfiehlt für das Feld Berufsorientie-
rung zu prüfen, inwieweit die zugehörigen Chancengleichheitsziele auch in anderen Vorhabensbe-
reichen stärker verfolgt werden können bzw. eine Wiederaufnahme der Förderung mit einem modi-
fizierten Förderansatz. Bei den Mentoringnetzwerken sieht die Evaluierung aufgrund der geringen
Reichweite des Instruments kaum Handlungsansätze für eine stärkere Verankerung dieses Quer-
schnittsziels.
Verbesserungsansätze sieht die Evaluierung darüber hinaus in einzelnen Fördersegmenten:
In der
Berufsorientierung
eine stärkere thematische Berücksichtigung der Förderung einer von
geschlechtsspezifischen Vorprägungen unabhängigen Berufswahl,
Bei
Zusatz- bzw. Ergänzungsqualifikationen von Auszubildenden
einen verbesserten Zugang
von Frauen und Mädchen zu den Maßnahmen,
Bei der Förderung von
Nachwuchsforschergruppen
sowie
Promotionen
ebenfalls einen verbes-
serten Zugang von Frauen zur Förderung.
In der Gesamtschau werden die Ergebnisse der dritten Bewertung des Operationellen Programms
getroffenen Feststellungen bestätigt, vor allem im Hinblick auf die Notwendigkeit einer stärkeren
Operationalisierung und gleichzeitig stärkeren strategischen Fundierung des Querschnittsziels
Chancengleichheit. Die Evaluierung wird nach Abschluss der Fach- und Programmevaluierungen
der einzelnen Prioritätsachsen zusammenfassend in der 4. OP-Bewertung zugehörige Handlungs-
optionen darlegen, z.B. im Hinblick auf eine stärkere und an übergreifenden Zielen ausgerichtete
Implementation des Querschnittsziels in der Breite der durch den ESF geförderten Fördermaß-
nahmen.
Die Evaluierung empfiehlt hier im Vorfeld der nächsten Förderperiode einen Dialog zu initialisieren,
in dem die Fondsbewirtschafter gemeinsam mit den Sozialpartnern und ggf. weiteren Akteuren
über Eckpunkte einer zukünftigen Ausgestaltung des Querschnittsziels in Diskussion treten können.
Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch, sozial)
Für die
ökologische Dimension
der Nachhaltigkeit wurde in der Evaluierung festgestellt, dass das
Thema nicht für alle in der Prioritätsachse B geförderten Instrumente gleichermaßen relevant ist.
Hier schätzt die Evaluierung insbesondere bei Fördergegenständen, die auf die Verbesserung von
Schulerfolg und Berufsorientierung für Schülergruppen mit schwächeren Leistungen und die

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Umsetzung der Querschnittsziele
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Schließung von Ausbildungsplatzlücken eine Nachrangigkeit der ökologischen Nachhaltigkeit ge-
genüber anderen Nachhaltigkeitszielen ein.
Potenziale zu einem weiteren Ausbau dieses Ziels hat die Evaluierung nur punktuell in folgenden
Fördersegmenten festgestellt:
In der Berufsorientierung im Vorhabensbereich B.3.1 sind die Zielsetzungen sowohl in der pra-
xisorientierten Berufsorientierung als auch in der Studienordnung zwar implementiert, gleich-
wohl noch nicht immer mit der geforderten Effektivität umgesetzt. Die Evaluierung hat in diesem
Zusammenhang angeregt, diesbezüglich stärkere Vorgaben zu machen bzw. Anreize für die
Träger zu schaffen, dieses Thema stärker als bisher in der Berufsorientierung zu berücksichti-
gen.
In der Förderung der Berufsaubildung im Einsatzfeld 4 ist die Integration von ökologischen In-
halten vor allem im Rahmen von Zusatz- bzw. Ergänzungsqualifikationen möglich. Hier zeigen
die Evaluierungsergebnisse schon eine breite Umsetzung des Querschnittsziels, insbesondere
im gewerblich-technischen Bereich. Potenziale bestehen allenfalls in Qualifizierungen, die auf
IT-Themen ausgerichtet sind, z. B. Green IT.
In der Förderung der Hochschulen im Einsatzfeld 5 wurde für alle hierfür geeigneten Förderge-
genstände bereits eine hinreichend hohe Durchdringung des Themas ökologische Nachhaltigkeit
festgestellt.
Die
ökonomische Dimension
der Nachhaltigkeit sieht die Evaluierung in der Breite des Portfolios
umgesetzt. Der Strategie entsprechend fokussieren die Maßnahmen auf Investitionen in Human-
kapital, indem sie den Zugang zur Ausbildung und Studium verbessern, einen Beitrag zur Verhin-
derung von Ausbildungs- und Studienabbrüchen leisten oder die Aus- und Weiterbildung von
Hochqualifizierten fördern.
Einen Beitrag zur
sozialen Dimension
der Nachhaltigkeit leisten insbesondere diejenigen Vorha-
bensbereiche, die auf problematische Zielgruppen wie z. B. abschlussgefährdete Schüler/innen,
Ausbildungsplatzbewerber/innen mit Vermittlungshemmnissen eingehen und deren Chance auf
Teilhabe am Erwerbsleben verbessern.
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels
Die Maßnahmen der Prioritätsachse B setzen mit unterschiedlichen Instrumenten vor allem an der
Förderung jüngerer Zielgruppen an und leisten damit einen Beitrag, das nachwachsende Fachkräf-
tepotenzial zu sichern. Darüber hinaus leistet die Förderung einen Beitrag dazu, der Abwanderung
von jungen hochqualifizierten Fachkräften entgegenzuwirken.
Vor dem Hintergrund der Analyse und der Schlussfolgerungen kommt die Evaluierung zu folgender
Empfehlung:

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Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Empfehlung 8
Punktueller Verbesserungsbedarf in den Querschnittszielen Chancengleichheit und ökologische
Nachhaltigkeit sowie Dialog zwischen Fondsbewirtschaftern und Sozialpartnern zur zukünftigen Aus-
gestaltung des Querschnittsziels Chancengleichheit in der kommenden Förderperiode
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Chancengleichheit von Frauen und Männern
Die Zielsetzung der Vorbereitung auf eine von ge-
schlechtstypischen Vorprägungen unabhängigen
Berufswahl wird in der Berufsorientierung nur einge-
schränkt effektiv umgesetzt.
Geschlechtspezifisch zugeschnittene Maßnahmen.
Stärkeres „Mainstreaming“ des Themas in der Förderung z. B.
durch thematische Vorgaben in der Richtlinie, Vorschläge für
Curricula oder Bereitstellung von zielgruppengerechten Mate-
rialien für die Träger.
SMK, SMS, SMWA
24
Geringer Umsetzungsstand im Vorhabensbereich
B.3.5 (Chancengleichheit).
Prüfung der in der Fachevaluierung aufgezeigten Handlungs-
optionen:
a) Stärkere Verankerung des Querschnittsziels „Chancen-
gleichheit“ in den anderen Vorhabensbereichen mit Bezug zur
Berufsorientierung,
b) Wiederaufnahme der Förderung mit empfohlenen Modifika-
tionen der Richtlinie.
SMS
Frauen sind in den Zusatzqualifikationen für Auszubil-
dende unterrepräsentiert.
Prüfung von Szenarien zur Verbesserung des Zugangs von
Frauen zu den Maßnahmen, z. B. Öffnung für weitere Bran-
chen, neue Partnerschaften für die Umsetzung, stärkere Öff-
nung auch außerhalb von gewerblich-technischen Berufen.
SMWA 24, SMS
Frauen sind in der Förderung von Nachwuchsfor-
schergruppen und der Promotionsförderung unterrep-
räsentiert.
Prüfung von Szenarien zur Verbesserung des Zugangs von
Frauen zu den Maßnahmen.
SMWK
Notwendigkeit einer stärkeren Operationalisierung und
gleichzeitig stärkeren strategischen Fundierung des
Querschnittsziels Chancengleichheit.
Etablierung eines Dialogs zwischen Fondsbewirtschaftern und
Sozialpartnern und ggf. weiteren Akteuren zu Eckpunkten ei-
ner zukünftigen Ausgestaltung des Querschnittsziels.
Mögliche Handlungsansätze sind:
Festlegung einer standardisierten Vorgehensweise für
die Programmplanung,
Obligatorische Prüfung der Gender-Relevanz von zu-
künftigen Fördervorhaben,
Verpflichtung zur Berücksichtigung von Gender-
Aspekten bei der Analyse der Ausgangslage in der Pro-
grammplanung und Förderkonzeption,
Bei Bedarf Definition von geschlechtspezifischen In-
strumenten oder Mainstreaming-Ansätzen in Förderkon-
zepten und Förderrichtlinien,
Berücksichtigung (z. B. Bonusregelung) im Förder- und
Nachweisverfahren,
Aufstellung und Nachverfolgung von quantifizierten und
qualitativen Zielen auf Ebene der Vorhabensbereiche.
Alle Fondsbewirt-
schafter
Sozialpartner
Moderation durch
VB-ESF
Nachhaltigkeit (ökologisch)
In der Berufsorientierung im Vorhabensbereich B.3.1
sind die Zielsetzungen sowohl in der praxisorientierten
Berufsorientierung als auch in der Studienordnung
zwar implementiert, gleichwohl noch nicht immer mit
der geforderten Effektivität umgesetzt.
In der Förderung Zusatzqualifikationen für Auszubil-
dende werden Themenstellungen der ökologischen
Nachhaltigkeit nur selten in IT-bezogenen Qualifizie-
rungen behandelt.
Intensivierung des in der Strategie vorgesehenen Instruments der
Vermittlung von Wissen und Bewusstsein für Umweltzusammen-
hänge in Vorhabensbereichen mit breiter Aufstellung von folgen-
den Fördersegmenten:
Im Vorhabensbereich B.3.1 (Berufsorientierung):Ggf. stärkere
Vorgaben zu Anforderungen an die Berufsorientierung zum
Thema Ökologie bzw. Anreize für die Träger, dieses Thema
stärker als bisher in der Berufsorientierung zu berücksichti-
gen,
Stärkere Berücksichtigung von ökologischer Nachhaltigkeit in
der IT Qualifizierung, z. B. zum Thema Green IT.
Mit Blick auf die neue Förderperiode stärkere Untersetzung der
ökologischen Dimension in den Richtlinien und Förderkonzepten
SMK, SMWA 24
Tabelle 19: Beitrag zu den Querschnittszielen des Operationellen Programms – Empfehlungen

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Anhang
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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5 Anhang
5.1 Liste der Empfehlungen
Empfehlung 1
Anpassung der zukünftigen Förderung an veränderte Herausforderungen
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Herausforderung 5 (Schule, Berufsorientierung):
Trotz zurückgehender Schülerzahlen besteht vor dem
Hintergrund des demografisch bedingten Problem-
drucks weiterer Förderbedarf hinsichtlich der Berufs-
orientierung und der Verbesserung des Schulerfolgs
Neuauflage der Instrumente in der neuen Förderperiode mit
einem stärkeren Fokus auf die Bündelung der Förderung und
die Erreichung der anvisierten Zielgruppen.
SMK, SMS, SMWA
24
Herausforderung 6 (Ausbildung):
Die Rahmenbedingungen für den bisherigen Schwer-
punkt
Bereitstellung von zusätzlichen betriebsnahen
Ausbildungsplätzen
geändert.
Prüfung, inwieweit die vorhandenen Erfahrungen und Begleit-
instrumente für die Förderung von Jugendlichen mit geringer
Ausbildungsreife genutzt werden können.
SMWA 24
Herausforderung 7 (Hochschulen):
Wesentliche Problemstellung für die zukünftigen
Programme ist die Verstetigung der durch den ESF
teilweise im Sinne einer Anschubfinanzierung geför-
derten Angebote und Strukturen
Prüfung, mit welchen Anreizen und mit welchen Institutionen
eine stärkere Verstetigung der Angebote in der künftigen För-
derperiode sichergestellt werden könnte.
Stärkere Bündelung und Verzahnung der Instrumente.
Empfehlung 2
Ziel: Verbesserung des Schulerfolgs
Prüfung der Teilnehmerauswahl, Prüfung der Relevanz einzelner Förderziele, integrierte Gesamtkon-
zeption der Maßnahmen für leistungsschwächere Schüler
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Verbesserung des Schulerfolgs
Es werden in den dafür vorgesehenen Instrumenten
nicht immer Zielgruppen mit ausgeprägtem Förderbe-
darf erreicht.
Prüfung, auf welchem Wege für die Maßnahmen verstärkt
Schüler/innen mit ausgeprägtem Unterstützungsbedarf ge-
wonnen werden können.
Die Teilnehmerauswahl könnte in Zusammenarbeit mit bzw.
auf Empfehlung der Schulen erfolgen.
SMK (B.3.1)
SMS (B.3.2)
Die Teilziele
„Schaffung von zusätzlichen Bildungsangeboten
an Schulen (z. B. Ganztagsschulangebote)“,
„Verhinderung von genderspezifischen Bildungs-
nachteilen“,
„Stärkere internationale und interkulturelle Öffnung
der Schulen“,
„Unterstützung im Spitzenbereich, z. B. Exzellenz-
förderung“
sind im Portfolio allenfalls punktuell verankert.
Klärung im Vorfeld der kommenden Förderperiode, inwieweit
der ESF hier bedarfsgerecht und wirksam tätig werden kann,
und welche Instrumente hierfür eingesetzt werden sollen un-
ter der Maßgabe einer Bündelung der Förderung und einer
damit verbundenen stärkeren Priorisierung der Förderziele.
Ggf. stärkere Integration der Zielsetzung in bestehende
Instrumente.
SMK (B.3.1)
SMS (B.3.2)

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Anhang
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Die Unterstützung der Zielgruppe leistungsschwäche-
rer bzw. abschlussgefährdeter Schüler/innen wird mit
vielen unterschiedlichen Instrumenten in unterschied-
lichen Zuständigkeiten verfolgt. Es bestehen teilweise
Abgrenzungsprobleme mit den regionalen Hilfeange-
boten.
Im Vorfeld der neuen Förderperiode Konzeption einer integ-
rierten Neuausrichtung der Förderung mit einer Bedarfsanaly-
se, der Festlegung von aufeinander abgestimmten Instrumen-
ten, Zielgruppendefinitionen und Förderzielen sowie einer
möglichen Koordination mit den regionalen Hilfeangeboten für
diese Zielgruppe. Hierfür sollte eine Prüfung erfolgen, welche
Koordinationsleistungen die örtliche Jugendhilfeplanung (§ 80
SGB VIII) erbringen kann.
Hierfür könnten Erfahrungen und Beispiele guter Verwal-
tungspraxis aus der Umsetzung ähnlicher Instrumente in an-
deren Bundesländern herangezogen werden (z. B. Pro-Aktiv-
Centren in Niedersachsen oder Handlungskonzept Schule
und Arbeitswelt in Schleswig-Holstein).
SMK (B.3.1)
SMS (B.3.2)
Empfehlung 3
Ziel: Verbesserung der Berufsorientierung
Stärkere Integration von Berufsorientierung und Übergangsmanagement im Rahmen einer Gesamt-
konzeption der Unterstützung leistungsschwächerer/abschlussgefährdeter Schüler. Stärkere Bünde-
lung der Aktivitäten in der Berufsorientierung
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Verbesserung der Berufsorientierung
Bei den Instrumenten, die sich an die Zielgruppe
leistungsschwächerer bzw. abschlussgefährdeter
Schüler/innen richten, hat die Berufsfindung und
insbesondere die Schaffung einer Perspektive für den
Übergang von Schule in den Beruf nicht immer eine
hohe Priorität.
Kurzfristig: Verstärkte Prüfung der Gewichtung dieser Instru-
mente im Antragsverfahren.
Im Vorfeld der neuen Förderperiode: Integration der Berufs-
orientierung in die in Empfehlung 2 beschriebene integrierte
Gesamtkonzeption der Maßnahmen für diese Zielgruppe, vor
allem im Sinne eines Übergangsmanagements von der Schu-
le in den Beruf und der hierfür notwendigen Koordinierung vor
Ort.
SMK, SMS, SMWA
Ref. 24
Die Systematisierung und Bündelung der Berufsorien-
tierung wurde nur teilweise erreicht.
Überschneidungen von Instrumenten und Zielgruppen
innerhalb der ESF-Förderung.
Herstellung von Transparenz durch die Schaffung einer
Gesamtübersicht über die Angebote in der Berufsorientierung.
Im Vorfeld der kommenden Förderperiode: Integriertes Ge-
samtkonzept mit stärker aufeinander abgestimmten Zielen,
Instrumenten und Zuständigkeiten und regionaler Koordinati-
on der Angebote.
SMK, SMS, SMWA
Ref. 24
Empfehlung 4
Ziel: Chancengleichheit in der Berufsorientierung
Neuausrichtung des Vorhabensbereichs B.3.5 bzw. stärkere Integration des Ziels in anderen Instru-
menten
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Chancengleichheit in der Berufsorientierung
Das Ziel ist im Portfolio in einer spezifischen Maß-
nahme angelegt, wird aber nicht effektiv verfolgt.
Kurzfristig: Neuausrichtung des Fördergegenstands.
Mittel- bis langfristig: Stärkere Integration der Zielsetzung in
den „Mainstream“ der Förderung der Berufsorientierung. Defi-
nition von Zielsetzungen und Instrumenten im Rahmen eines
möglichen integrierten Gesamtkonzepts für die Berufsorientie-
rung.
SMK, SMS, SMWA
Ref. 24

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Anhang
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Empfehlung 5
Ziel: Verbesserung der Berufsausbildung
Neukonzeption der Förderung für Jugendliche mit Einschränkungen in der Ausbildungsreife im Vor-
feld der kommenden Förderperiode
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Verbesserung der Berufsausbildung
Ähnliche Instrumente werden in unterschiedlicher
Kombination in unterschiedlichen Vorhabensbereichen
mit teilweise unterschiedlichen Förderkonditionen
gefördert.
In der kommenden Förderperiode Gruppierung entlang
ähnlicher Instrumente anstatt wie bisher nach Zuständigkeiten
der einzelnen Ressorts.
SMK, SMS, SMWA
Ref. 24
Förderbedarfe bei Jugendlichen mit Einschränkungen
in der Ausbildungsfähigkeit bestehen trotz sich schlie-
ßender Lehrstellenlücke weiter fort.
Maßnahmen zum Übergang von der Ausbildung in
den Beruf sind nur ansatzweise im Portfolio veran-
kert.
Prüfung, inwieweit die bestehenden Strukturen und Erfahrun-
gen für eine Förderung der Zielgruppe weiter genutzt werden
können.
Bedarfsanalyse und Konzeption für die kommende Förderpe-
riode mit Definition von operationellen Zielen, Instrumenten,
die die Begleitung der Ausbildung abdecken, aber auch den
Übergang von der Ausbildung in den Beruf.
Aus Effizienzgründen sollte sich die Förderung auf betriebli-
che Ausbildungsplätze konzentrieren.
Ggf. Erprobung und Studien.
SMS, SMWA Ref. 24
Empfehlung 6
Feinjustierung einzelner Fördergegenstände im Einsatzfeld 5 bzw. Prüfung, inwieweit einzelne Ziele
des OP weiterhin aufrechterhalten werden sollen
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Das Förderziel „Innovative Vorhaben zur Ausgestal-
tung der Schnittstelle zwischen tertiären Bildungsein-
richtungen und Wirtschaft, teilweise mit Blick auf
traditionelle Märkte in den MOE-Staaten“ wird nicht
mit spezifischen Instrumenten verfolgt.
Überprüfung des Ziels bei der Programmplanung für die kom-
mende Förderperiode.
SMWK

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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Anhang
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
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Nicht alle Fördergegenstände im Vorhabensbereich
B.5.3 zeigen die gewünschten Effekte.
Besondere Prüfung unter Berücksichtigung der Ergebnisse der
Fachevaluierung, insb. Kompetenzschulen, Postgraduale Bil-
dungsangebote, Mentoringnetzwerke.
Reduktion der Zahl der Instrumente und Fördergegenstände in
der neuen Förderperiode unter der Maßgabe einer stärkeren
Bündelung und Konzentration der Förderung.
SMWK
Die Ziele bezüglich Ausgründungen und Verbesse-
rung des Unternehmergeistes werden nur punktuell
umgesetzt.
Stärkere Verzahnung mit den Gründerinitiativen in der Prioritäts-
achse A.
Aufgabe dieser Zielsetzung in der Prioritätsachse B.
SMWK
Die Promotionsförderung (Landesinnovationspromoti-
on, kooperative Promotion) spiegelt die Anforderun-
gen der Strategie nicht im Detail wieder.
Im Hinblick auf das Ziel „Wissenstransfer in die Wirtschaft“ sollte
eine stärkere Gewichtung von Industriepromotionen erwogen
werden, da diese explizit auf dieses Ziel ausgereichtet sind.
SMWK
Hohe Fallkosten im Fördergegenstand Nachwuchsfor-
schergruppen.
Die Effektivität der Förderung sollte im weiteren Verlauf der
Förderung besonders beobachtet werden.
Evaluierung der Nachwuchsforschergruppen, insbesondere im
Hinblick auf das Verhältnis von Kosten und Nutzen.
.
SMWK
Empfehlung 7
Strategie für die Entwicklung eines tertiären Weiterbildungsangebots
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Für das Ziel „Aufbau eines Weiterbildungsangebots für
Beschäftigte“ erfolgt zwar eine Entwicklung von
Angeboten, aufgrund der fehlenden Einbindung der
Wirtschaft und dem oft sehr spezifischen Charakter
der Vorhaben ist die Entwicklung eines bedarfsge-
rechten Angebotes mit dem Instrument der bestehen-
den Projektförderung nicht hinreichend sichergestellt.
Erarbeitung einer Strategie, mit konkreten Zielen, Instrumenten
und Strukturen für die kommende Förderperiode.
Prüfung alternativer Szenarien, die Mitwirkung von Hochschulen
an der Entwicklung und Umsetzung eines Weiterbildungsange-
bots auszubauen, z. B.:
Institutionelle Unterstützung zur Herstellung von Transparenz
zu potenziellen (z. B. Marktplatz, Ideenwettbewerbe),
Stärkere Einbeziehung der Wirtschaft bei der Themenidentifi-
kation und –Bewertung,
Zusammenarbeit mit kommerziellen Weiterbildungsanbietern
zur Sicherstellung eines marktgerechten Angebotes, das sich
an tatsächlichen Qualifizierungsbedarfen ausrichtet,
Bei Weiterbildungsstudiengängen: zentrale Planung und
Bedarfsanalyse von potenziell einzurichtenden Weiterbil-
dungsstudiengängen.
SMWK
Empfehlung 8
Punktueller Verbesserungsbedarf in den Querschnittszielen Chancengleichheit und ökologische
Nachhaltigkeit sowie Dialog zwischen Fondsbewirtschaftern und Sozialpartnern zur zukünftigen Aus-
gestaltung des Querschnittsziels Chancengleichheit in der kommenden Förderperiode
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Chancengleichheit von Frauen und Männern
Die Zielsetzung der Vorbereitung auf eine von ge-
schlechtstypischen Vorprägungen unabhängigen
Berufswahl wird in der Berufsorientierung nur einge-
schränkt effektiv umgesetzt.
Geschlechtspezifisch zugeschnittene Maßnahmen.
Stärkeres „Mainstreaming“ des Themas in der Förderung z. B.
durch thematische Vorgaben in der Richtlinie, Vorschläge für
Curricula oder Bereitstellung von zielgruppengerechten Mate-
rialien für die Träger.
SMK, SMS, SMWA
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Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Anhang
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
ENDBERICHT 2.0.doc
17. Januar 2012
Steria Mummert Consulting AG
Seite 87 von 88
Geringer Umsetzungsstand im Vorhabensbereich
B.3.5 (Chancengleichheit).
Prüfung der in der Fachevaluierung aufgezeigten Handlungs-
optionen:
a) Stärkere Verankerung des Querschnittsziels „Chancen-
gleichheit“ in den anderen Vorhabensbereichen mit Bezug zur
Berufsorientierung,