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Programmevaluierung
der Prioritätsachse A
Endbericht
30. Juni 2011

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Dokumentinformationen
Programmevaluierung Prioritätsachse A
ENDBERICHT 2.0 -md.doc
Steria Mummert Consulting AG
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Programmevaluierung
der Prioritätsachse A
Endbericht
Auftraggeber: Verwaltungsbehörde für den Europäischen Sozialfonds - Sächsisches Staatsministeri-
um für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Version:
2.0
Datum:
30. Juni 2011
Kommentar:
Ansprechpartner:
Maciej Dabrowski
Telefon:
+49 (0)40 22703 - 5224
Fax:
+49 (0)40 22703 - 1224
E-Mail:
maciej.dabrowski@steria-mummert.de
Standort:
Steria Mummert Consulting AG
Hans-Henny-Jahnn-Weg 29
D-22085 Hamburg

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Verzeichnisse
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Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung .................................................................................................................................. 5
Management Summary ...........................................................................................................................8
1
Ausgangslage und Zielsetzung......................................................................................... 11
2
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des Operationellen
Programms........................................................................................................................ 14
2.1
Bewertungsgrundlagen .....................................................................................................14
2.2
Herausforderung 1: Qualifizierte Fachkräfte ..................................................................... 15
2.3
Herausforderung 2: Höhere Forschungsintensität ............................................................ 18
2.4
Herausforderung 3: Unterstützung des Dienstleistungssektors........................................ 20
2.5
Herausforderung 4: Wissens- und technologieorientierte Unternehmensgründungen..... 22
2.6
Weitere Herausforderungen..............................................................................................23
2.7
Schlussfolgerung und Empfehlung ................................................................................... 25
3
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der Prioritätsachse A....... 28
3.1
Bewertungsgrundlagen – Strategie des Operationellen Programms................................ 28
3.2
Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung der
Wettbewerbsfähigkeit ........................................................................................................ 29
3.2.1
Bewertungsgrundlagen im Einsatzfeld 1........................................................................... 29
3.2.2
Vorhabensbereich A.1.1: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte – SMWA, Ref.
24....................................................................................................................................... 30
3.2.3
Vorhabensbereich A.1.2: Innovationsassistent – SMWK, Ref. 42.................................... 32
3.2.4
Vorhabensbereich A.1.3: Weiterbildung, Beratung in LuF, ländlicher Raum, Umwelt
– SMUL, Ref. 23................................................................................................................ 34
3.2.5
Vorhabensbereich A.1.4: Berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-,
Gesundheitsbereich – SMS, Ref. 12................................................................................. 36
3.2.6
Vorhabensbereich A.1.5: Chancengleichheit: berufsbegleitende Qualifizierung –
SMS, Ref. 12..................................................................................................................... 37
3.2.7
Vorhabensbereich A.1.6: Berufsbegleitende Qualifizierung in der
Kindertagesbetreuung – SMK, Ref. 42 ............................................................................. 38
3.2.8
Schlussfolgerung und Empfehlung ................................................................................... 39
3.3
Einsatzfeld 2: Förderung von Unternehmergeist und Arbeitsplatz schaffenden
Gründungen ...................................................................................................................... 42
3.3.1
Bewertungsgrundlagen im Einsatzfeld 2........................................................................... 42
3.3.2
Vorhabensbereich A.2.1: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft – SMWA,
Ref. 35 ............................................................................................................................... 43
3.3.3
Vorhabensbereich A.2.2: Mikrodarlehen – SMWA, Ref. 35.............................................. 45
3.3.4
Schlussfolgerung und Empfehlung ................................................................................... 46
4
Umsetzung der Querschnittsziele ..................................................................................... 49
4.1
Bewertungsgrundlagen .....................................................................................................49

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4.2
Beitrag der Vorhabensbereiche zu den Querschnittszielen.............................................. 50
4.2.1
Vorhabensbereich A.1.1: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte – SMWA, Ref.
24....................................................................................................................................... 50
4.2.2
Vorhabensbereich A.1.2: Innovationsassistent – SMWK, Ref. Ref. 42 ............................ 52
4.2.3
Vorhabensbereich A.1.3: Weiterbildung, Beratung in LuF, ländlicher Raum, Umwelt
– SMUL, Ref. 23................................................................................................................ 52
4.2.4
Vorhabensbereich A.1.4: Berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-,
Gesundheitsbereich – SMS, Ref. 12................................................................................. 53
4.2.5
Vorhabensbereich A.1.5: Chancengleichheit: berufsbegleitende Qualifizierung –
SMS, Ref. 12..................................................................................................................... 53
4.2.6
Vorhabensbereich A.1.6: Berufsbegleitende Qualifizierung in der
Kindertagesbetreuung – SMK, Ref. 42 ............................................................................. 54
4.2.7
Vorhabensbereich A.2.1: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft – SMWA,
Ref. 35 ............................................................................................................................... 55
4.2.8
Vorhabensbereich A.2.2: Mikrodarlehen – SMWA, Ref. 35.............................................. 55
4.3
Schlussfolgerung und Empfehlung ................................................................................... 56
5
Anhang..............................................................................................................................60
5.1
Liste der Empfehlungen .................................................................................................... 60
5.2
Abbildungsverzeichnis....................................................................................................... 63
5.3
Tabellenverzeichnis........................................................................................................... 63

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Zusammenfassung
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Zusammenfassung
Der vorliegende Bericht dient der Programmbewertung der Prioritätsachse A – Steigerung der Anpas-
sungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen. Gemäß der Aufgabenstellung
fokussiert die Bewertung auf strategische Herausforderungen und Ziele des Operationellen Pro-
gramms. Hierfür werden die in der vorangegangenen Fachevaluierung der Prioritätsachse A gewon-
nenen empirischen Erkenntnisse nun zusammenfassend auf die genannten übergreifenden und für
die gesamte Prioritätsachse relevanten Aspekte geprüft.
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des Operationellen Programms
(siehe im Einzelnen Kap. 2)
Im Operationellen Programm für den Europäischen Sozialfonds im Freistaat Sachsen sind die
Schlussfolgerungen aus der Analyse der Ausgangslage in Herausforderungen des Freistaates Sach-
sen zusammengefasst. Diese beschreiben übergreifende Anforderungen, aus denen die Förderstrate-
gie und konkrete Fördermaßnamen des ESF abgeleitet werden.
Die Untersuchung der Beiträge der Vorhaben der Prioritätsachse A zu den vier, dieser Prioritätsachse
zugeordneten Herausforderungen stellt sich zusammenfassend wie folgt dar:
Die
Herausforderung 1
(Qualifizierte Fachkräfte) wird in der Prioritätsachse durch mehrere Vor-
habensbereiche adressiert und weist einen hohen Zielerreichungsgrad auf. Insbesondere der größ-
te Vorhabensbereich der Prioritätsachse (A.1.1) trägt mit einem hohen Förderumfang wesentlich
zur Bewältigung dieser Herausforderung bei. Darüber hinaus wird Herausforderung 1 durch fünf
weitere Vorhabensbereiche in geringerem Umfang adressiert.
Die
Herausforderung 2
, das Erreichen einer höheren Forschungsintensität in Sachsen, wird ins-
gesamt von drei Vorhabensbereichen adressiert und weist somit eine gute Abdeckung auf. Insbe-
sondere das Vorhaben A.1.2 (Innovationsassistent) zeigte sich als sehr erfolgreich, wenngleich die
Wirkungen aufgrund des gewählten Förderansatzes quantitativ begrenzt sind. Angesichts der ho-
hen Erwartungen an diese Herausforderung empfiehlt der Evaluator an dieser Stelle eine weitere
Intensivierung.
Zur
Herausforderung 3
– Unterstützung des Dienstleistungssektors – leisten insgesamt vier Vor-
habensbereiche einen Beitrag. Zwei davon, A.1.1 (Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte)
sowie A.2.2 (Mikrodarlehen), leisten einen hohen Beitrag.
Für die
Herausforderung 4 –
wissens- und technologieorientierte Unternehmensgründungen – hat
die Fachevaluierung eine eher geringe Abdeckung festgestellt. Diese Herausforderung gewinnt je-
doch eine besondere Bedeutung durch die allgemein sinkende Anzahl an Unternehmensgründun-
gen in Sachsen und sollte in der verbleibenden Zeit dieser Förderperiode sowie in der kommenden
Förderperiode stärker als bisher berücksichtigt werden.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Zusammenfassung
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des Strategischen Ziels der Prioritätsachse A (Siehe im
Einzelnen Kap. 3)
In diesem Abschnitt wird anhand der Ergebnisse der Fachevaluierung analysiert, inwiefern die in der
Strategie des Operationellen Programms aufgestellten Ziele im Programmportfolio effektiv und effi-
zient verfolgt werden.
Ziele im Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
Berufliche Qualifizierung als zentrales Instrument:
Diese wird im Einsatzfeld 1 der Strategie
entsprechend eingesetzt und erreicht eine hohe Reichweite.
Verbesserung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit:
Im Schwerpunkt A.1.2 (Innovati-
onsassistent) ist dieses Ziel explizit im Programmansatz verankert. Dies gilt, wenngleich in geringe-
rem Umfang, auch für weitere Förderbereiche im Einsatzfeld 1. Die Verankerung dieses strategi-
schen Ziels bedarf insbesondere in den kleineren Programmen noch einer weiteren Operationali-
sierung.
Beschäftigungseffekte:
Die in der Strategieformulierung intendierten Beschäftigungseffekte sind
nur ansatzweise im Programmportfolio verankert und werden von anderen Zielen deutlich überla-
gert.
Förderung von innovativen Verfahren in der Produktion und Leistungserbringung:
Hier ge-
lingt es insbesondere in der Umsetzung des Vorhabensbereichs A.1.1 (Weiterbildung, Beratung,
innovative Projekte) und A.1.2 (Innovationsassistent) innovative Themen zu fördern, die sich positiv
auf die Produktionsverfahren auswirken.
Wirtschaftsnahe Ausrichtung der Förderung und Orientierung am Bedarf der Unternehmen:
Die Evaluierung sieht die in der Strategie geforderte wirtschaftsnahe Ausrichtung am ehesten in
den Vorhabensbereichen A.1.1 und A.1.2 umgesetzt. Die Orientierung an den Bedarfen der Wirt-
schaft sollte aus Sicht der Evaluierung insgesamt weiter ausgebaut werden.
Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung und –bereitschaft:
Dieses Ziel ist in weiten Teilen
des Portfolios angelegt. In kleineren Vorhabensbereichen ist die Reichweite aufgrund der im Ver-
hältnis geringen Förderumfänge begrenzt.
Maßnahmen im Einsatzfeld 2: Förderung von Unternehmergeist und Arbeitsplatz schaffenden Grün-
dungen
Gründerinitiativen an den Hochschulen:
Die in der Strategie intendierten Wirkungen wurden
weitgehend erreicht. Verbesserungsbedarf sieht die Evaluierung insbesondere bei einer auf Dauer
angelegten Etablierung des Instruments. Darüber hinaus bedarf es auch einer stärkeren Orientie-
rung an wissens- und technologieintensiven Gründungen.

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Zusammenfassung
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Mikrodarlehen:
Die wesentliche Zielsetzung, ein Finanzierungsinstrument zu etablieren, wird er-
reicht. Entsprechend der erweiterten Zielsetzung werden zudem Beschäftigungseffekte erreicht. In
der Umsetzung wird ein Bedarf der Zielgruppe nach unterstützenden Beratungsangeboten deutlich.
Umsetzung der Querschnittsziele (siehe im Einzelnen Kap. 4)
Ausgehend von den Untersuchungen der Fachevaluierung und den durchgeführten Dokumentenana-
lysen wurde für jeden Vorhabensbereich der Beitrag zu den Querschnittszielen Chancengleichheit,
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels und Nachhaltigkeit in den drei Dimen-
sionen ökologisch, ökonomisch und sozial untersucht.
Die Evaluierung kommt zum Schluss, dass das Portfolio der Prioritätsachse A im Ergebnis der Förde-
rung vor allem einen sichtbaren Beitrag zum Querschnittsziel Bewältigung des demografischen und
wirtschaftlichen Wandels und zur ökonomischen Dimension des Ziels Nachhaltigkeit leistet. Verbesse-
rungsbedarfe bestehen hinsichtlich der Umsetzung der Ziele Chancengleichheit und der ökologischen
Dimension der Nachhaltigkeit.

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Management Summary
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Management Summary
The report at hand subserves the program evaluation of priority axis A – Increasing the adaptability
and competitiveness of workers and businesses –. According to the conceptual formulation, the
evaluation focuses on strategic challenges and objectives of the operational program. For this purpose
the empirical findings of the previous evaluation of priority axis A are now crosschecked for the overall
relevant aspects of the whole priority axis.
Contribution of the projects towards handling the challenges of the operational program (cf. ch.
2 for details)
In the operational program for the European Social Fund the consequences of the background analy-
sis are summed up as challenges for the Free State of Saxony. They describe overlapping require-
ments from which the funding strategy and also concrete funding measures of the ESF are derived.
In summary the analysis of the contributions of priority axis A to the four challenges assigned to this
priority axis turns out as follows:
Challenge 1
, (qualified employees) is approached by several fields of intervention and shows a
high degree of target achievement. With a high funding amount the biggest field of intervention
(A.1.1 advanced training, counselling, innovative projects) contributes particularly to achieving the
target. Additionally the challenge is approached by five further fields of intervention with lower
amounts.
Challenge 2
, i.e. the achievement of higher research intensity in Saxony is approached by three
fields of intervention. This displays a high degree of coverage. Particularly the field A.1.2 innovation
assistant is very successful, although the impact of the chosen funding approach is quantitatively
limited. Facing the high expectations of this challenge the evaluator recommends a further intensi-
fication.
A total of four fields of intervention approach
Challenge 3
, supporting the service sector. Two fields
(A.1.1 advanced training, counselling, innovative projects) and (A.2.2 micro loans) contribute sig-
nificantly.
For
Challenge 4
, knowledge and technology based start-ups, the evaluation identifies a rather low
degree of coverage. However, because of the decreasing number of start-ups in Saxony this chal-
lenge gains in importance and deserves more pronunciation, as well in the remaining as also in the
forthcoming funding period.
Contributions of the projects to achieve the strategic objective of priority axis A (cf. ch. 3 for
details)
Analysis in this part focuses on the extend to which the goals provided in operational program strategy
are effectively and efficiently pursued.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Management Summary
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Objectives in operational area 1: In-service training; Increasing Competitiveness
In-service training as central instrument:
It is applied according to the strategy in this opera-
tional area and reaches a high degree of coverage.
Improving competitiveness and innovative ability:
In core area A.1.2 (innovation assistant) this
objective is explicitly anchored in the program approach. In the same way this objective is ap-
proached in further funding areas even though with lower intensity. The anchoring of this strategic
objective needs a further operationalization, particularly in smaller programs.
Impacts on employment:
The impacts on employment which are intended in the strategy formula-
tion are only rudimentarily anchored in the program portfolio and are clearly overlapped by other
objectives.
Funding of innovative techniques in the provision of production and performance:
Particu-
larly the implementation of field A.1.1 (advanced training, counselling, innovative projects) and
A.1.2 (innovation assistance) succeed in supporting innovative issues which create a positive im-
pact on production techniques.
Adjusting the funding and focus towards economy requirements:
The evaluation considers
the claimed economy oriented adjustment to be realized best in the fields A.1.1 and A.1.2. The fo-
cus towards economy should be further developed.
Increasing the advanced training participation and willingness:
This goal is anchored in vari-
ous fields of the portfolio. Due to the relatively small amounts of funding, the coverage of smaller
fields of intervention is however limited.
Measures in operational area 2: Funding of entrepreneurial spirit and job-creating start-ups.
Start-up initiatives at universities:
The intended impact was widely achieved. The evaluation
identifies a need of improvement especially regarding the sustainable establishment of this instru-
ment. Furthermore a stronger focus on knowledge- and technology-intensive start-ups has to be
established.
Micro loans:
The basic goal to establish a financial instrument is achieved. In addition employment
effects are attained. The focus group reveals a need for supporting counselling-offers during the
implementation.
Implementation of cross-sectional objectives
Based on the research of the evaluation and the accomplished document analysis, the contributions of
every field of intervention to fulfil the cross-sectional objectives, equal opportunities, handling the
demographic and economic change within the three dimensions ecological, economic, and social were
analyzed.

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Management Summary
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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The evaluation concludes that the portfolio of priority axis A contributes, as a result of the foundation,
particularly to the cross-sectional objective handling the demographic and economic change, com-
bined with an economic dimension of the objective sustainability.
Suggestions for improvements exist concerning the implementation of the objectives equal opportuni-
ties and the ecological dimension of sustainability.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Ausgangslage und Zielsetzung
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1 Ausgangslage und Zielsetzung
Der vorliegende Bericht dient der Programmbewertung der Prioritätsachse A – Steigerung der Anpas-
sungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen. Gemäß der Aufgabenstellung
fokussiert die Bewertung auf strategische Herausforderungen und Ziele des Operationellen Pro-
gramms. Hierfür werden die in der vorangegangenen Fachevaluierung der Prioritätsachse A gewon-
nenen empirischen Erkenntnisse nun zusammenfassend auf die genannten übergreifenden und für
die gesamte Prioritätsachse relevanten Aspekte geprüft. Insofern soll der Bericht die Steuerung des
Gesamtprogramms in der Prioritätsachse A maßgeblich unterstützen.
Evaluierungsplan
Im Rahmen der zweiten Evaluierungsphase (2010-2012) sind folgende Untersuchungen vorgesehen:
Bericht
Voraussichtliche
Fertigstellung
3. Bewertung des Operationellen Programms
März 2011
Fachevaluierung der Prioritätsachse A
März/April 2011
Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Mai 2011
Fachevaluierung der Prioritätsachse B
August 2011
Programmevaluierung der Prioritätsachse B
Oktober 2011
Fachevaluierung der Prioritätsachse C
März 2011
Programmevaluierung der Prioritätsachse C
Januar 2012
Fachevaluierung der Prioritätsachse E
Juni 2012
Programmevaluierung der Prioritätsachse E
August 2012
4. Bewertung des Operationellen Programms
Dezember 2012
Die zweite Phase der Evaluierung des Europäischen Sozialfonds wurde mit dem Bericht zur dritten
Bewertung des Operationellen Programms eingeleitet. Aufbauend auf den Ergebnissen der Facheva-
luierung der Prioritätsachse A, die sich auf die Bewertung der einzelnen Vorhabensbereiche konzent-
riert, dokumentiert der vorliegende Bericht die Bewertung übergreifender Aspekte für das gesamte
Portfolio dieser Prioritätsachse.
Wesentliche Grundlage für die Konzeption der Untersuchung sind die im Evaluierungsplan für die
Programmevaluierung aufgeworfenen Untersuchungsfragen. Diese übergreifenden Fragestellungen
sind teilweise in die Konzeption der Fachevaluierungen eingeflossen, so zum Beispiel Fragestellungen
zur ökologischen Nachhaltigkeit, die in Befragungen und Interviews abgefragt wurden.
Zentrale Ergebnisse der Untersuchung wurden Mitte Mai 2011 dem Lenkungsausschuss begleitende
Evaluierung (LaBe) in Form eines Zwischenberichts vorgelegt. Die Ergebnisse der im Ausschuss ge-
führten Fachdiskussion sind in den vorliegenden Endbericht eingeflossen.
Datenlage
Die vorliegende Programmevaluierung beruht im Wesentlichen auf den Erhebungen der Fachevaluie-
rung. Deren Datengrundlagen stellen sich im Überblick wie folgt dar:
Monitoring-Daten.
zum Datenstand 31.12.2010. Auf diesen Datenstand wurde zurückgegriffen,
um eine einheitliche Datenlage zwischen Fach- und Programmevaluierung sicherzustellen Die Mo-

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Ausgangslage und Zielsetzung
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nitoring-Daten wurden mangels einer geeigneten Schnittstelle von Steria Mummert Consulting für
die Auswertung konsolidiert und plausibilisiert. Daher sind Abweichungen gegenüber den vorlie-
genden Monitoring-Berichten möglich. Die Plausibilisierung der Daten kann grundsätzlich nur formal
bzw. technisch erfolgen, nicht jedoch inhaltlich i. S. einer Aktualisierung.
Dokumentenanalysen.
Ausgewertet wurden insbesondere die vorliegenden Förderrichtlinien und
Förderkonzepte sowie Dokumente der Europäischen Kommission und des Freistaats Sachsen zur
Förderstrategie und Grundsatzfragen. Darüber hinaus wurden für einzelne Fragestellungen Ver-
wendungsnachweise, Informationen der Sächsischen Aufbaubank (SAB) und Unterlagen von Pro-
jektträgern verarbeitet.
Daten der amtlichen Statistik.
Ausgewertet wurden insbesondere Quellen für die Darstellung der
Ausgangslage der einzelnen Vorhabensbereiche (Mikrozensus, Statistik der Bundesagentur für Ar-
beit, Landesstatistiken).
Gespräche/Interviews.
Es wurden Fachgespräche mit einem Teil der Fondsbewirtschafter/innen
und der SAB geführt. Darüber hinaus wurden für einzelne Fragestellungen Interviews mit Projekt-
trägern, Beratungsstellen oder zum Zwecke des Programmvergleichs Gespräche mit Programm-
verantwortlichen anderer Bundesländer geführt.
Schriftliche Erhebungen.
Es wurden zahlreiche standardisierte Erhebungen von Teilneh-
mer/innen, Projektträgern, Unternehmen und Existenzgründer/innen postalisch oder online durch-
geführt.
Darüber hinaus wurden zu thematischen Vergleichen mit anderen Bundesländern Internetrecherchen
durchgeführt.
Aufgabenstellung und Aufbau des Dokuments
Laut Evaluierungsplan sind folgende Fragestellungen zu beantworten:
Kapitel
Fragestellung
Kapitel 3
6. Wie sind Wirkung, Effektivität und Effizienz der Vorhaben der Prioritätsachse A zur Erreichung des Strategischen Ziels
"Erhöhung der Beschäftigung durch Weiterbildung von Erwerbstätigen, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unterneh-
men und Existenzgründung" zu bewerten?
Kapitel 2
7. Wie ist der Betrag der Vorhaben der Prioritätsachse A zur Bewältigung der Herausforderungen 1, 2, 3 und 4 zu bewer-
ten? Werden weitere Herausforderungen bewältigt?
Kapitel 3
8. Wie fällt der Vergleich der Wirksamkeit der Instrumente der Prioritätsachse A zu anderen, ähnlichen Förderinstrumenten
aus?
Kapitel 4
9. In welchem Umfang sind in den Förderkonzepten umwelt- und nachhaltigkeitsrelevante (ökologisch, ökonomisch und
sozial), chancengleichheitsrelevante (bezogen auf die Dimension Chancengleichheit von Frauen und Männern) und auf die
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandel bezogene Lehrinhalte/Unterrichtsbausteine vorhanden? Falls
ja, ist zu evaluieren, ob damit die beabsichtigten Wirkungen erzielt werden und wo ggf. Verbesserungspotentiale bestehen.
Falls nein, ist zu evaluieren, ob die Wahrnehmung der Teilnehmer dies bestätigt und ob entsprechende Lehrinhalte sinnvoll
integriert werden können.
Das nachfolgende Kapitel 2 analysiert den Beitrag der Vorhaben der Prioritätsachse A zur Bewälti-
gung der im Operationellen Programm aufgestellten
Herausforderungen
. Dort sind übergreifende
Anforderungen beschrieben, aus denen die Förderstrategie und mittelbar auch konkrete Fördermaß-
namen des ESF abgeleitet werden. Nachfolgend wird der Beitrag der Vorhaben der Prioritätsachse A

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Ausgangslage und Zielsetzung
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zu den vier, dieser Prioritätsachse zugeordneten Herausforderungen untersucht. Dies beinhaltet auch
eine Bewertung der Relevanz von Herausforderungen.
Im Kapitel 3 erfolgt eine Bewertung der Vorhaben zur
Erreichung des strategischen Ziels
der Priori-
tätsachse A. Hierfür wird auf Basis des Operationellen Programms ein Bewertungsrahmen hergeleitet
und auf Ebene der beiden in der Prioritätsachse A programmierten Einsatzfelder und deren spezifi-
scher Ziele weiter operationalisiert. Anschließend wird geprüft inwieweit die durchgeführten Vorhaben
einen wirksamen Beitrag zu den gesetzten
strategischen Zielen
leisten. Wesentliche Grundlage hier-
für sind die in der Fachevaluierung gewonnenen empirischen Erkenntnisse. In diesem Zusammen-
hang wird unter dem Stichwort
Effizienz
analysiert, ob der Mitteleinsatz in Bezug auf den Programm-
ansatz und die Zielerreichung den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit und Wirtschaftlichkeit genügt.
Soweit möglich und notwendig werden hierfür
Vergleiche mit ähnlichen Instrumenten
, z. B. in ande-
ren Bundesländern, herangezogen.
Im abschließenden Kapitel 4 dokumentiert die Evaluierung die Bewertung der Umsetzung der
Quer-
schnittsziele
des Operationellen Programms. Hierbei fließen die Untersuchungsergebnisse der
Fachevaluierung in den einzelnen Vorhabensbereichen ein.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
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2 Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen
des Operationellen Programms
2.1 Bewertungsgrundlagen
Im Operationellen Programm für den Europäischen Sozialfonds sind die Schlussfolgerungen aus der
sozioökonomischen Analyse der Ausgangslage und der SWOT-Analyse in Herausforderungen des
Freistaates Sachsen zusammengefasst. In diesen Herausforderungen sind übergreifende Anforderun-
gen beschrieben, aus denen die Förderstrategie und mittelbar auch konkrete Fördermaßnamen des
ESF abgeleitet werden. Diese stellen sich im Überblick wie folgt dar:
Herausforderungen in Sachsen
Prioritätsachse A
Prioritätsachse B
Prioritätsachse C
Anpassungs- und Wettbewerbsfä-
higkeit
Verbesserung des Humankapitals
Beschäftigung und soziale Einglie-
derung
Herausforderung 1:
Qualifizierte Fachkräfte
Herausforderung 5:
Bildungsbiografien erfolgreich
gestalten
Herausforderung 8:
Integrationsangebote für
Arbeitslose
Herausforderung 2:
Höhere Forschungsintensität
Herausforderung 6:
Berufliche Erstausbildung
Herausforderung 9:
Soziale Integration und Zugang zur
Beschäftigung
Herausforderung 3:
Dienstleistungswirtschaft ausbau-
en
Herausforderung 7:
Stärkung der Hochschulen und
des Wissenstransfers
Herausforderung 4:
Wissens- und technologieorientier-
te Gründungen
Herausforderung 10:
Chancengleichheit von Frauen und Männern
Abbildung 1 Herausforderungen des Freistaates Sachsen. Quelle: Operationelles Programm
Nachfolgend soll der Beitrag der Vorhaben der Prioritätsachse A zu den vier dieser Prioritätsachse
zugeordneten Herausforderungen untersucht werden. Hierfür wird zunächst auf Basis der derzeitigen
Rahmenbedingungen geprüft, ob die jeweilige Herausforderung auch weiterhin relevant ist. Anschlie-
ßend wird der Beitrag der in der Prioritätsachse A geförderten Vorhabensbereiche zur jeweiligen Her-
ausforderung bewertet. Hierbei konzentriert sich die Darstellung im Bericht in den jeweiligen Heraus-
forderungen auf diejenigen Vorhabensbereiche, bei denen ein Beitrag feststellbar ist. Auf die Darstel-
lung und Begründung bei Vorhabensbereichen, bei denen aus Sicht der Evaluierung kein oder nur ein
sehr geringer Beitrag besteht, wird aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet. Bei der Bewertung
wird unterschieden, ob ein Vorhabensbereich einen wesentlichen oder einen mittleren bis geringen
Beitrag zur Bewältigung leistet. Dies ist in den unten stehenden Tabellen wie folgt gekennzeichnet:
●●●
Hoher Beitrag des Vorhabensbereichs zur Herausforderung
●●
Mittlerer bis geringer Beitrag

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Grundlage für diese Bewertung sind neben dem im Monitoring abgebildeten quantitativen Umfang des
jeweiligen Förderbereichs insbesondere die in der Fachevaluierung der Prioritätsachse A gewonnenen
Erkenntnisse zu den jeweiligen Förderinstrumenten.
Zusätzlich zur Prüfung dieser Herausforderungen wird überblicksartig untersucht, ob weitere im Ope-
rationellen Programm aufgestellte Herausforderungen bewältigt werden.
2.2 Herausforderung 1: Qualifizierte Fachkräfte
Die Herausforderung 1 ist nahezu im gesamten Portfolio der Prioritätsachse A wirksam ver-
ankert.
Beschreibung der Herausforderung
Die Herausforderung 1 adressiert
qualifizierte Fachkräfte als den wichtigsten Faktor für den Er-
halt und den Ausbau der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Sachsens
. Es wird davon ausge-
gangen, dass nur mit einer ausreichenden Zahl an gut qualifizierten Fachkräften die Innovationsfähig-
keit der Unternehmen gesteigert, die Wettbewerbsfähigkeit gesichert, das wirtschaftliche Wachstum
angeregt und mehr Arbeitsplätze geschaffen werden können.
Diese Herausforderung wird dadurch begründet, dass die Konkurrenz der hoch entwickelten Länder
im Wesentlichen eine Innovationskonkurrenz ist. Im Wettbewerb mit Anbietern aus Niedriglohnländern
bieten innovative Fortschritte die besten Chancen, den Wettbewerbsnachteil höherer Standortkosten
zu kompensieren und mit neuen Gütern und effizienteren Produktionsverfahren am Markt zu bestehen.
Das Potenzial Sachsens im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) hat herausragendes Gewicht in
den neuen Bundesländern. Das begünstigt auf Dauer die Zukunftschancen Sachsens. Die bisherigen
Potenziale in diesem Bereich werden gemäß der Analyse des Operationellen Programms bislang
noch nicht hinreichend genutzt und sollen durch die Herausforderung 1 adressiert werden.
Rahmenbedingungen
Die Analyse der Rahmenbedingungen im Betrachtungszeitraum zeigt, dass der Anstieg der For-
schungsintensität und der Erwerbstätigkeit die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Sachsens
stärken. Zudem ist im Betrachtungszeitraum der Anteil der jungen Bevölkerungsschichten an der Ab-
wanderung um ca. 25 Prozent zurückgegangen. Dem gegenüber stehen eine sinkende Weiterbil-
dungsbeteiligung sowie Tendenzen zur Alterung der Gesellschaft, die die Fachkräftesicherung auch
weiterhin gefährden. Auch die negative Entwicklung der Unternehmensneugründungen wirkt einer
Stärkung der Innovationskraft Sachsens entgegen.
Diese Herausforderung ist daher nach wie vor relevant für die ESF-Förderung.
Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche
Die nachfolgende Tabelle stellt eine Übersicht über den Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche zur
Herausforderung 1 dar.

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image
Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung Prioritätsachse A
ENDBERICHT 2.0 -md.doc
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Vorhabensbereich
Geplante
ESF-Mittel
in Mio. Euro
Anteil am
OP
Bewilligte ESF-
Mittel
in Mio. Euro
Beitrag
A.1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte – SMWA, Ref. 24
115,8
13%
51,9
●●●
A.1.2 Innovationsassistent – SMWK, Ref. 42
20,0
2%
9,4
●●
A.1.3
Weiterbildung, Beratung in LuF, ländlicher Raum, Umwelt – SMUL,
Ref. 23
5,6
1%
1,9
●●
A.1.4
Berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-, Gesundheitsbereich –
SMS, Ref. 12
7,4
1%
2,1
●●
A.1.6
Berufsbegleitende Qualifizierung in der Kindertagesbetreuung –
SMK, Ref. 42
1,9
>1%
0,5
●●
A.2.1 Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft – SMWA, Ref. 35
14,6
2%
6,7
●●
Prioritätsachse A Insgesamt
187,8
22%
84,7
Tabelle 1: Beiträge der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse A zur Herausforderung 1.
Einen
hohen Beitrag
zur Herausforderung 1 leistet in der Prioritätsachse A insbesondere der Vorha-
bensbereich
A.1.1 (Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte – SMWA)
. Dieser Vorhabensbe-
reich adressiert explizit die Fachkräfteentwicklung im Freistaat Sachsen. Er umfasst Programme die
zur berufsbegleitenden Qualifizierung von Beschäftigten und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
sächsischer Unternehmen beitragen sollen. Der Vorhabensbereich ist auf die Verbesserung der beruf-
lichen Kompetenz- und somit der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Un-
ternehmen (insbesondere Kleinstunternehmen und KMU) ausgerichtet. Dies soll sowohl über unmit-
telbare Weiterbildungsmaßnahmen erfolgen, als auch über die Förderung des Wissenstransfers aus
Projekten und Studien, die diesen Themenbereich betreffen.
Der Vorhabensbereich A.1.1 ist mit einem Anteil von 13 Prozent der größte Vorhabensbereich inner-
halb der Prioritätsachse A. Zum Zeitpunkt 31.12.2010 wurden 51,9 Mio. Euro bewilligt, was einen ho-
hen Umsetzungsstand von 45 Prozent darstellt. Insgesamt wurden 24.732 Personen und über 5.100
Projekte gefördert. Der Vorhabensbereich erreicht, gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten in
kleinen und mittleren Unternehmen, eine hohe Reichweite.
Die Ergebnisse der Fachevaluierung bestätigen, dass von Weiterbildungen insbesondere höher Quali-
fizierte in verantwortungsvollen Positionen profitierten. Die Förderung konzentrierte sich auf Erwerbs-
tätige und erreichte vor allem jüngere Beschäftigte mit höheren Bildungsabschlüssen und einer ver-
antwortungsvollen Stellung im Betrieb. Aus den Monitoring-Daten geht hervor, dass knapp die Hälfte
der Frauen und die Hälfte der Männer über einen höheren Abschluss einer (Fach-)Hochschule, einen
Meisterbrief oder eine Promotion verfügten.
Die Förderung erreicht im Schwerpunkt Unternehmen im technisch-gewerblichen Bereich, Beratungen,
Architektur- und Ingenieursbüros sowie unternehmensnahe Dienstleistungen. Ein Drittel der unter-
suchten Branchenkategorien stellen Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungen bzw. For-
schungsinstitute und Wirtschaftsprüfungen dar. Zudem wird aus der Aufschlüsselung der Branchen
deutlich, dass vor allem Dienstleistungen aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich im Vor-
haben A.1.1 stark vertreten sind. Hierzu gehören Architektur- und Ingenieursbüros (20,2 Prozent),
Forschung und Entwicklung im Natur-, Ingenieur-, Agrarwissenschaften und Medizin (8,6 Prozent)
sowie Datenverarbeitungsdienste (6,6 Prozent) und sonstige mit der Datenverarbeitung verbundene
Tätigkeiten (6,2 Prozent). Das Profil von Teilnehmer/innen spiegelt sich in den teilnehmenden Bran-
chen wider, in denen vornehmlich höher Qualifizierte tätig sind.

image
image
Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Unternehmen bilden im Rahmen des Vorhabensbereiches A.1.1 ihre Mitarbeiter insbesondere zu in-
novativen Zwecken weiter. Dabei steht die berufsfachkundliche Bildung von Mitarbeitern im Vorder-
grund. Die Zielsetzung einer breiten inhaltlichen Ausrichtung in der Förderung wird erreicht. Ein
Schwerpunkt auf technischen Weiterbildungen in Gewerbe und IT wird deutlich. Weiterbildungen wer-
den, vor allem bei Sprachkursen, vornehmlich auf einem fortgeschrittenen Level absolviert.
Einen
mittleren bis geringen Beitrag
zur Herausforderung 1 stellt die Evaluation für die nachfolgend
benannten Vorhabensbereiche fest. Diese Bewertung erfolgt im Hinblick auf die Breitenwirkung der
jeweiligen Vorhaben. Dies schließt nicht aus, dass bei kleinen Zielgruppen auch mit verhältnismäßig
geringen Fördervolumina hohe Wirkungen erzielt werden können.
Im Vorhabensbereich
A.1.2 Innovationsassistent
ist aufgrund des Wissenstransfers in KMU von
mittelbaren Qualifizierungseffekten auf Dritte und damit einem mittleren Beitrag auszugehen.
A.1.3: Weiterbildung, Beratung in Land- und Forstwirtschaft, ländlicher Raum, Umwelt
: Die
geförderten Bildungsmaßnahmen dienen der Steigerung der Anpassungsfähigkeit und Erhöhung
der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft,
der ländlichen Entwicklung und Umwelt. Der Beitrag zur Herausforderung 1 wird als mittel bis ge-
ring bewertet, da es sich um ein geringes Mittelvolumen handelt (5,6 Mio. Euro geplante ESF-Mittel,
davon nur 1,9 Mio. Euro bewilligt).
A.1.4: Berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und Wohnbereich
: Ziele des
Vorhabensbereichs sind die Sicherung und Erweiterung der Erwerbstätigkeit durch Qualifizierung
sowie die Steigerung der Innovationskraft von Unternehmen im Gesundheits-, Sozial- und Wohn-
bereich. Der Beitrag zur Herausforderung 1 wird als mittel bis gering bewertet. Zwar bewerten die
Teilnehmer/innen die Weiterbildung als innovativ und sehen einen Beitrag zur beruflichen Weiter-
entwicklung (95 Prozent), allerdings ist aufgrund des im Verhältnis geringen Mittelvolumens (7,4
Mio. Euro geplante ESF-Mittel, davon 2,1 Mio. Euro bewilligt) für diesen Vorhabensbereich ein be-
grenzter Beitrag festzustellen.
A.1.6: Berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich der Kindertagesbetreuung
: Die geförder-
ten Maßnahmen sollen durch eine fundierte und dem aktuellen Stand der Wissenschaft und For-
schung entsprechende Qualifizierung die Beschäftigungsfähigkeit des Personals in Kindertagesein-
richtungen und Kindertagespflegestellen sichern. Der Beitrag zur Herausforderung 1 wird als mittel
bis gering bewertet, da es sich um ein geringes Mittelvolumen handelt (1,9 Mio. Euro geplante
ESF-Mittel, davon nur 0,5 Mio. Euro bewilligt).
A.2.1 Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
leistet einen gewissen Beitrag zur Her-
ausforderung, indem z.T. qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden.
Zusammenfassung
Die Herausforderung 1 wird durch mehrere Vorhabensbereiche adressiert und weist somit einen ho-
hen Zielerreichungsgrad auf. Insbesondere der größte Vorhabensbereich der Prioritätsachse 1, Wei-
terbildung, Beratung, innovative Projekte (A.1.1) trägt wesentlich dazu bei. Diese Förderung erreicht
hauptsächlich jüngere und höher qualifizierte Fachkräfte im technisch-gewerblichen Bereich und im

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Dienstleistungssektor. Darüber hinaus wird die Herausforderung durch fünf weitere Vorhabensberei-
che mit mittlerer bis geringer Intensität adressiert (Innovationsassistent; Weiterbildung, Beratung in
Land- und Forstwirtschaft, ländlicher Raum, Umwelt; Berufsbegleitende Qualifizierung im Gesund-
heits-, Sozial- und Wohnbereich; Chancengleichheit: berufsbegleitende Qualifizierung, Vereinbarkeit
von Beruf und Familie sowie Berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich der Kindertagesbetreuung).
2.3 Herausforderung 2: Höhere Forschungsintensität
Drei Vorhabensbereiche adressieren die Herausforderung 2 – davon leistet der Innovations-
assistent den höchsten Beitrag.
Beschreibung der Herausforderung
Die Herausforderung 2 besagt, dass vor dem Hintergrund der Verschärfung des internationalen Wett-
bewerbs mit immer kürzeren Produktionszyklen eine
höhere Forschungsintensität
die wesentliche
Voraussetzung für Wertschöpfung, Beschäftigung und Beschleunigung des sächsischen Wirtschafts-
wachstums ist.
Innovationen, die Neuordnung von Wertschöpfungsketten und die zunehmende internationale Arbeits-
teilung eröffnen neue Wachstumschancen gerade im Bereich unternehmensnaher Dienstleistungen.
Für die haushalts- und personennahen Dienstleistungen ergeben sich ebenfalls gute Wachstums-
chancen, da mit diesen die Schwierigkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Probleme
der alternden Gesellschaft abgefedert werden können. In Sachsen sind bereits rund 71 Prozent der
Erwerbstätigen, d.h. in 2005 über 1,3 Millionen Menschen, in den verschiedenen Zweigen der Dienst-
leistungsbranche beschäftigt. Der Anteil des Dienstleistungssektors an der Wertschöpfung beträgt
rund 70 Prozent. Allerdings sind das verarbeitende Gewerbe (Industrie) und unternehmensnahe
Dienstleistungen unterrepräsentiert. Die Förderung von Innovationen vernachlässigt in der Regel Fel-
der wie Unternehmensorganisation, Prozessoptimierung und Dienstleistungsangebote im Verbund mit
Produkten. Zudem entwickeln sich zunehmend neue Bedürfnisse aufgrund des demografischen Wan-
dels. Für die Dienstleistungswirtschaft aber auch für die produzierenden Unternehmen ergeben sich
dadurch neue Tätigkeitsfelder. Darüber hinaus sind 60 Prozent der sozialversicherungspflichtig Be-
schäftigten im Dienstleistungssektor Frauen. Daher bietet die Dienstleistungswirtschaft Frauen Per-
spektiven und kann einer Abwanderung entgegenwirken.
Rahmenbedingungen
Die positive Entwicklung der Forschungsintensität und der Erwerbstätigkeit stärkt die Innovationskraft
und Wettbewerbsfähigkeit Sachsens. Gemessen an den Ausgaben für Forschung und Entwicklung im
Verhältnis zur Wirtschaftsleistung des Landes fiel die Forschungsintensität im Bundesvergleich an-
fänglich geringer aus. Die Forschungsintensität stieg auf 2,8 Prozent im Jahr 2008 an. Damit übertrifft
sie den Bundesschnitt von 2,7 Prozent, liegt aber noch unter dem EU-Benchmark für das Jahr 2010
von 3 Prozent.
Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche
Die nachfolgende Tabelle stellt eine Übersicht über den Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche zur
Herausforderung 2 dar:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Vorhabensbereich
Geplante
ESF-Mittel
in Mio. Euro
Anteil am
OP
Bewilligte ESF-
Mittel
in Mio. Euro
Beitrag
A.1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte – SMWA, Ref. 24
115,8
13%
51,9
●●
A.1.2 Innovationsassistent – SMWK, Ref. 42
20,0
2%
9,4
●●●
A.2.1 Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft – SMWA, Ref. 35
14,6
2%
6,7
●●
Prioritätsachse A Insgesamt
72,0
8%
32,9
Tabelle 2: Beiträge der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse A zur Herausforderung 2.
Einen
hohen Beitrag
zur Herausforderung 2 leistet in der Prioritätsachse A insbesondere der Vorha-
bensbereich
A.1.2 (Innovationsassistent).
Hintergrund der Förderung ist die Erkenntnis, dass For-
schung und Entwicklung auf der einen Seite eine wesentliche Grundlage zur Verbesserung der wirt-
schaftlichen Wettbewerbsfähigkeit darstellen, auf der anderen Seite die Umsetzung von FuE-
Projekten gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) jedoch mit Risiken verbunden ist.
Zweck der Zuwendung ist die Erhöhung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittle-
rer Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft durch die Beschäftigung (hoch-)qualifizierten Personals
zur Bearbeitung innovativer, technologieorientierter Projekte.
A.1.2 hat einen Anteil von 2 Prozent an der Prioritätsachse A. Zum Zeitpunkt 31.12.2010 wurden 9,4
Mio. Euro bewilligt, was einen hohen Umsetzungsstand von 47 Prozent darstellt. Es wurden bislang
260 Projekte bewilligt, wobei entsprechend der Förderkonditionen davon auszugehen ist, dass min-
destens eine Person pro Projekt gefördert wird.
Durch die Innovationsassistenten fand in den meisten Unternehmen ein Technologietransfer statt, der
zur Entwicklung neuer Produkte und Verfahren führte. Eine hohe Erfolgsquote weist der Vorhabensbe-
reich hinsichtlich der Innovationseffekte in den befragten Unternehmen auf. Mehr als 80 Prozent von
ihnen stimmen der Aussage zu, dass durch die Beschäftigung des Innovationsassistenten im Sinne
eines Technologietransfers zusätzliches Wissen ins Unternehmen übertragen werden konnte.
Zudem wurden in den meisten Unternehmen dauerhafte FuE-Kapazitäten sowie Kooperationen zu
wissenschaftlichen Einrichtungen aufgebaut. Rund 45 Prozent der befragten Unternehmen stimmen
der Aussage voll und ganz zu, dass bei ihnen dauerhafte betriebliche FuE-Kapazitäten aufgebaut
wurden. Weitere rund 30 Prozent stimmen der Aussage zumindest überwiegend zu.
Einen
mittleren bis geringen Beitrag
zur Herausforderung 2 stellt die Evaluation für die nachfolgend
benannten Vorhabensbereiche fest. Diese Bewertung erfolgt im Hinblick auf die Breitenwirkung der
jeweiligen Vorhaben, was nicht ausschließt, dass bei kleinen Zielgruppen auch mit verhältnismäßig
geringen Fördervolumina hohe Wirkungen erzielt werden können.
A.1.1: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte
: Durch die geförderten Branchen lässt sich
ein Einfluss auf die Forschungsintensität feststellen. Ein Drittel der untersuchten Branchenkatego-
rien stellen Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungen bzw. Forschungsinstitute und Wirt-
schaftsprüfungen dar. Zudem wird aus der Aufschlüsselung der Branchen deutlich, dass For-
schung und Entwicklung im Natur-, Ingenieur-, Agrarwissenschaften und Medizin ca. 8,6 Prozent
der geförderten Unternehmen ausmachen.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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A.2.1: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
: Ziel der Förderung ist es, ein Grün-
dungsklima zu schaffen, in dem die vorhandene Wissenschaftsinfrastruktur stärker als bisher für
die Gründung von (innovativen) Unternehmen nutzbar gemacht wird. Dies trägt auch zur Erhöhung
der Forschungsintensität bei, weil dadurch das Zustandekommen und die Begleitung der For-
schungsvorhaben erleichtert werden.
Zusammenfassung
Die Herausforderung 2, d.h. das Erreichen einer höheren Forschungsintensität in Sachsen, wird ins-
gesamt von drei Vorhabensbereichen adressiert und weist somit eine gute Abdeckung auf. Insbeson-
dere das Vorhaben A.1.2 Innovationsassistent zeigte sich als sehr erfolgreich, indem es Veränderun-
gen innerhalb der Unternehmen in Richtung Innovation und Wissenstransfer bewirkte. Einen mittleren
bis geringen Beitrag zur Herausforderung leisteten darüber hinaus zwei weitere Vorhabensbereiche,
A.1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte und A.2.1 Unternehmensgründungen aus der Wis-
senschaft.
2.4 Herausforderung 3: Unterstützung des Dienstleistungssektors
Zwei Vorhabensbereiche leisten einen hohen Beitrag zur Herausforderung 3, trotz der all-
gemein sinkenden Anzahl an Unternehmensgründungen in Sachsen.
Beschreibung der Herausforderung
Die Herausforderung 3 adressiert die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirt-
schaft. Dafür ist es notwendig, die
Unternehmen des Dienstleistungssektors zu unterstützen
. Die
Dienstleistungswirtschaft bietet Beschäftigung sowohl für hoch qualifizierte (z.B. IT-Bereich) als auch
für weniger qualifizierte Personen (z.B. haushaltsnahe Dienstleistungen).
Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche
Die nachfolgende Tabelle stellt eine Übersicht über den Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche zur
Herausforderung 3 dar.
Vorhabensbereich
Geplante
ESF-Mittel
in Mio. Euro
Anteil am
OP
Bewilligte ESF-
Mittel
in Mio. Euro
Beitrag
A.1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte – SMWA, Ref. 24
115,8
13%
51,9
●●●
A.1.4
Berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-, Gesundheitsbereich –
SMS, Ref. 12
7,4
1%
2,1
●●
A.1.6
Berufsbegleitende Qualifizierung in der Kindertagesbetreuung – SMK,
Ref. 42
1,9
>1%
0,5
●●
A.2.2 Mikrodarlehen – SMWA, Ref. 35
16,7
2%
11,3
●●●
Prioritätsachse A Insgesamt
187,8
22%
84,7
Tabelle 3: Beiträge der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse A zur Herausforderung 3.
Einen
hohen Beitrag
zur Herausforderung 3 leisten innerhalb der Prioritätsachse A die Vorhabensbe-
reiche
A.1.1 (Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte)
und
A.2.2 (Mikrodarlehen).

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Der Vorhabensbereich
A.1.1 (Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte)
adressiert explizit die
Fachkräfteentwicklung im Freistaat Sachsen. Er umfasst Programme, die zur berufsbegleitenden Qua-
lifizierung von Beschäftigten und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sächsischer Unternehmen
beitragen sollen. Der Vorhabensbereich ist auf die Verbesserung der beruflichen Kompetenz und so-
mit der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen (insbesondere
Kleinstunternehmen und KMU) ausgerichtet. Dies soll sowohl über unmittelbare Weiterbildungsmaß-
nahmen erfolgen, als auch über die Förderung des Wissenstransfers aus Projekten und Studien in
diesem Themenbereich.
A.1.1 ist mit einem Anteil von 13 Prozent der größte Vorhabensbereich in der Prioritätsachse A. Zum
Zeitpunkt 31.12.2010 wurden 51,9 Mio. Euro bewilligt, was einen hohen Umsetzungsstand von 45
Prozent darstellt. Insgesamt wurden 24.732 Personen und über 5.100 Projekte gefördert.
Die geförderten Maßnahmen adressierten vor allem den Dienstleistungssektor, was den hohen Bei-
trag zur Herausforderung 3 begründet. Laut Ergebnissen des IAB Betriebspanels ist die Förderung der
Weiterbildung in diesem Sektor vor dem Hintergrund der dort festgestellten unterdurchschnittlichen
Weiterbildungsaktivitäten auch weiterhin angezeigt.
Zielsetzung des Vorhabensbereiches
A.2.2 (Mikrodarlehen)
ist die Förderung der Aufnahme einer
Selbständigkeit als Haupterwerb bzw. der Festigung einer selbständigen Existenz für Existenzgrün-
der/innen sowie kleine Unternehmen. A.2.2 hat einen Anteil von 2 Prozent an der Prioritätsachse A.
Zum Zeitpunkt 31.12.2010 wurden 11,3 Mio. Euro bewilligt, was einen hohen Umsetzungsstand von
68 Prozent darstellt. Insgesamt wurden 604 Personen gefördert.
Die meisten neu gegründeten Unternehmen sind in den Bereichen Handel, sonstige Dienstleistungen
und Bau tätig. Mit rund 30 Prozent stellt die Erbringung sonstiger Dienstleistungen die größte Gruppe
dar, dicht gefolgt vom Handel mit rund 27 Prozent. Einen größeren Anteil haben außerdem noch die
Baubranche mit 16 Prozent sowie das Beherbergungs- und Gaststättengewerbe und das Gesund-
heitswesen mit jeweils rund fünf Prozent.
Einen
mittleren bis geringen Beitrag
zur Herausforderung 1 stellt die Evaluation für die nachfolgend
benannten Vorhabensbereiche fest. Diese Bewertung erfolgt im Hinblick auf die Breitenwirkung der
jeweiligen Vorhaben, was nicht ausschließt, dass bei kleinen Zielgruppen auch mit verhältnismäßig
geringen Fördervolumina hohe Wirkungen erzielt werden können.
A.1.4 Berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-, Gesundheitsbereich
: Die Förderung einer
berufsbegleitenden Qualifizierung im Sozial-, Gesundheitsbereich – insbesondere einen stark ver-
tretenen Sektor der Physiotherapie – leistet dieser Vorhabensbereich einen Beitrag zur Entwick-
lung des Dienstleistungssektors in Sachsen.
A.1.6 Berufsbegleitende Qualifizierung in der Kindertagesbetreuung
: Die Kindertagesbetreu-
ung ist eine wichtige Dienstleistung, deren Qualität im Rahmen der ESF-Förderung verbessert
werden konnte. Darüber hinaus bewirkt die Entwicklung der Kindertagesbetreuung, dass mehr
qualifizierte Arbeitskräfte aus anderen Dienstleistungsbereichen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung
stehen. Dadurch leistet auch dieser Vorhabensbereich einem Beitrag zur Herausforderung 3.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Zusammenfassung
Zur Herausforderung 3, Unterstützung des Dienstleistungssektors, leisten insgesamt vier Vorhabens-
bereiche einen Beitrag. Zwei davon, A.1.1 (Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte) sowie A.2.2
(Mikrodarlehen), leisten einen hohen Beitrag. Zudem wurde ein mittlerer bis geringer Beitrag der Vor-
habensbereiche A.1.4 berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial- und Gesundheitsbereich und A.1.6
Berufsbegleitende Qualifizierung in der Kindertagesbetreuung festgestellt.
2.5 Herausforderung 4: Wissens- und technologieorientierte Unternehmens-
gründungen
Die Herausforderung 4 wird nur in geringem Maße durch die ESF-Förderung abgedeckt. Ein
einziger Vorhabensbereich leistet einen mittleren Beitrag dazu.
Beschreibung der Herausforderung
Die Herausforderung 4 adressiert den weiteren Ausbau der wirtschaftlichen Dynamik Sachsens mithil-
fe von wissens- und technologieorientierten Unternehmensgründungen.
Unternehmensgründungen sind Ausdruck der Anpassung der Wirtschaft an den strukturellen Wandel.
Neue Unternehmen agieren in neuen Märkten und Technologiebereichen und besetzen Marktnischen.
Die Entwicklung des Gründungsgeschehens lässt damit auch Rückschlüsse über die Innovationskraft
einer Region zu. Zudem gleichen Neugründungen das Ausscheiden alter Unternehmen aus dem
Markt aus.
Rahmenbedingungen
Die im Betrachtungszeitraum analysierten Indikatoren zu Unternehmensgründungen und Unterneh-
mertum zeigen einen insgesamt negativen Trend. Gemessen an den Gewerbeanmeldungen sanken
z.B. Unternehmensgründungen im Zeitraum von 2005 bis 2009 um rund 15 Prozent. Bei etwa gleich-
bleibenden Gewerbeabmeldungen ging der Gewerbesaldo um etwa ein Drittel zurück. Die Gründungs-
intensität, als Verhältnis von Gewerbeanmeldungen zur Erwerbsbevölkerung, ging um knapp 10 Pro-
zent zurück. Im Vergleich der Bundesländer fiel Sachsen von Rang 9 auf Rang 12. Die Lücke zum
Bundesschnitt vergrößerte sich. In der Folge sank auch die Selbstständigenquote, die im Jahr 2009
mit 10,9 Prozent im bundesweiten Durchschnitt lag.
Ähnlich unbefriedigend stellt sich die Entwicklung im Bereich der wissens- und technologieintensiven
Gründungen dar, wie die ZEW-Studie „High-Tech-Gründungen in Deutschland“ von Februar 2011
belegt. Dieser Studie zufolge sank beispielsweise die Gründungsintensität im High-Tech-Sektor im
Zeitraum 2006-2009 gegenüber dem Zeitraum 2002-2005 in allen IHK-Bezirken Sachsens deutlich.
Der stärkste Rückgang mit einem Minus von mehr als 20 Prozent war dabei laut ZEW im IHK-Bezirk
Leipzig zu beobachten, der in der Rangliste der 80 bundesdeutschen IHK-Bezirke nun Platz 66 belegt.
Noch am besten schnitt in dieser Betrachtung der IHK-Bezirk Dresden ab, der zwar ebenfalls von
einer rückläufigen Gründungsintensität gekennzeichnet ist, in der Rangliste jedoch auf den Platz 24
steigen konnte.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Die oben dargestellte unbefriedigende Gründungsaktivität in Sachsen unterstreicht die Relevanz die-
ser Förderung.
Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche
Die nachfolgende Tabelle stellt eine Übersicht über den Beitrag der einzelnen Vorhabensbereiche zur
Herausforderung 4 dar.
Vorhabensbereich
Geplante
ESF-Mittel
in Mio. Euro
Anteil am
OP
Bewilligte ESF-
Mittel
in Mio. Euro
Beitrag
A.2.1 Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft – SMWA, Ref. 35
14,6
2%
6,7
●●
Prioritätsachse A Insgesamt
187,8
22%
84,7
Tabelle 4: Beiträge der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse A zur Herausforderung 4.
Einen
Beitrag
zur Herausforderung 4 leistet innerhalb der Prioritätsachse A allein der Vorhabensbe-
reich
A.2.1 (Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft).
Ziel der Förderung des Vorhabensbereiches
A.2.1 (Unternehmensgründungen aus der Wissen-
schaft)
ist es, ein Gründungsklima zu schaffen, in dem die vorhandene Wissenschaftsinfrastruktur
stärker als bisher für die Gründung von (innovativen) Unternehmen nutzbar gemacht wird. Die Vorha-
ben sollen somit das Profil Sachsens als Standort für innovative Unternehmensgründungen schärfen
und einen Beitrag zur Entstehung neuer, innovativer Unternehmen und Arbeitsplätze leisten.
Der Vorhabensbereich hat einen Anteil von 2 Prozent in der Prioritätsachse A. Bis Ende 2010 wurden
6,7 Mio. Euro bewilligt, was einen hohen Umsetzungsstand von 46 Prozent und eine leichte Über-
schreitung der ursprünglich geplanten Mittel darstellt. Insgesamt wurden über 1.300 Personen und
437 Projekte gefördert.
Die dargestellten negativen Trends der Gründungsaktivität in Sachsen unterstreichen die Relevanz
dieser Förderung. Allerdings bestehen zur Förderung im Vorhabensbereich A.2.1 potentiell konkurrie-
rende Förderprogramme des Bundes.
Zusammenfassung
Für die Herausforderung 4, Wissens- und technologieorientierte Unternehmensgründungen, hat die
Fachevaluierung eine eher geringe Abdeckung festgestellt. Die Herausforderung wird durch einen
einzigen Vorhabensbereich – A.2.1 (Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft) – in mittlerem
Umfang unterstützt.
2.6 Weitere Herausforderungen
In einem Teil der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse A bestehen vereinzelte Bezüge zu
den Herausforderungen 5 bis 9
Im diesem Abschnitt werden zunächst die Herausforderungen 5 bis 9 vorgestellt und tabellarisch be-
wertet. Die Bewertung der Herausforderung 10 erfolgt in der Bewertung des Querschnittsziels Chan-
cengleichheit in Kap. 4.

image
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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung Prioritätsachse A
ENDBERICHT 2.0 -md.doc
Steria Mummert Consulting AG
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Beitrag der Vorhabensbereiche
Der Beitrag der Vorhabensbereiche zu den Herausforderungen 5 bis 9 stellt sich im Überblick wie folgt
dar:
Vorhabensbereich
H 5
H 6
H 7
H 8
H 9
A.1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte – SMWA, Ref. 24
●●
A.1.2 Innovationsassistent – SMWK, Ref. 42
●●
A.1.3
Weiterbildung, Beratung in LuF, ländlicher Raum, Umwelt – SMUL,
Ref. 23
A.1.4
Berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-, Gesundheitsbereich –
SMS, Ref. 12
A.1.5 Chancengleichheit: berufsbegleitende Qualifizierung – SMS, Ref. 12
A.1.6
Berufsbegleitende Qualifizierung in der Kindertagesbetreuung – SMK,
Ref. 42
●●
A.2.1 Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft – SMWA, Ref. 35
●●
●●
A.2.2 Mikrodarlehen – SMWA, Ref. 35
●●
●●
●●
Tabelle 5: Beiträge der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse A zu den Herausforderungen 5 bis 9.
Die Beiträge der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse A zu den Herausforderungen 5 bis 9 stellen
sich wie folgt dar:
Herausforderung 5
: Um die Menschen auf die sich permanent ändernde Berufs- und Arbeitswelt
vorbereiten zu können, ist es notwendig, den Schulerfolg zu verbessern und dadurch insbesondere
die Quote der Schüler ohne Abschluss zu senken und mehr Schüler zum Abitur zu führen.
Zu dieser Herausforderung kann die qualitative Verbesserung der Kinderbetreuung im Vorhabens-
bereich 1.6 einen Beitrag leisten.
Herausforderung 6
: Die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen und die Verbesserung der Qualität
der beruflichen Erstausbildung sowie der Berufsorientierung bilden die Grundlage für den erfolgrei-
chen Start ins Berufsleben und zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit.
Einen Beitrag zu dieser Herausforderung können insbesondere Programme leisten, die auf Be-
schäftigungseffekte ausgerichtet sind. Zum einen sind es die Gründungsprogramme A.2.1 und
A.2.2 sowie der Innovationsassistent (A.1.2), in denen mittelfristig neben neuen Arbeitsplätzen
auch Ausbildungsplätze geschaffen werden können. Zum anderen ist ein Beitrag durch die Weiter-
bildungsförderung im Einsatzfeld A.1.1 gegeben. Es wurden im Ergebnis der Förderung rund 4.700
jüngere Personen unter 25 Jahren erreicht.
Herausforderung 7
: Zur Sicherung der Lissabon- und Barcelona-Ziele sowie vor dem Hintergrund
des demografisch bedingten Fachkräftebedarfs, kommt der Förderung postgradualer Hochschul-
bildung, der Stärkung der tertiären Bildungseinrichtungen und dem Know-how-Transfer zwischen
Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen eine besondere Bedeutung zu.
In den Vorhabensbereichen der Prioritätsachse A wird die Herausforderung 7 vor allem in den Vor-
habensbereichen A.1.2 (Innovationsassistent) und A.2.1 (Gründungen aus der Wissenschaft) ad-
ressiert, wobei der Aspekt des Know-how-Transfers zwischen Wissenschaftseinrichtungen und Un-
ternehmen im Vordergrund steht.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Herausforderung 8
: In Sachsen ist zur Aktivierung von Langzeitarbeitslosen, und damit auch zur
Stärkung des sozialen Zusammenhalts, ein differenziertes Integrationsangebot zur Verfügung zu
stellen.
Die Förderung der Prioritätsachse ist entsprechend der Strategie des Operationellen Programms
vorwiegend an der Zielgruppe der Erwerbstätigen ausgerichtet. Einen Beitrag zur Herausforderung
8 leistet die Förderung von Mikrodarlehen (A.2.2), in der auch Arbeitslose erreicht werden.
Herausforderung 9
: Die soziale Integration aller Menschen erfolgt über verbesserte Chancen auf
Zugang zu Beschäftigung.
Die genannte Förderung von Mikrodarlehen (A.2.2) leistet ebenfalls einen Beitrag zur Herausforde-
rung, die Chancen auf Zugang zur Beschäftigung zu verbessern. Darüber hinaus wird die Heraus-
forderung durch die in der Prioritätsachse A breit angelegte Förderung des Lebenslangen Lernens
mittelbar adressiert. Durch eine Verbesserung der Qualifikation können auch die Chancen auf dem
Arbeitsmarkt verbessert werden.
2.7 Schlussfolgerung und Empfehlung
Insgesamt ist eine hohe Abdeckung der vier Herausforderungen der Prioritätsachse A ge-
geben, wobei bei den Herausforderungen 2 (Erhöhung der Forschungsintensität) und 4
(Wissens- und technologieorientierte Gründungen) Intensivierungsbedarf besteht.
Eine Zusammenfassung der einzelnen Bewertungen bezüglich des Beitrages der Vorhabensbereiche
zu den einzelnen Herausforderungen ist folgender tabellarischen Zusammenfassung zu entnehmen:
Vorhabensbereich
Herausforderung
1
Herausforderung
2
Herausforderung
3
Herausforderung
4
A.1.1 Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte – SMWA, Ref. 24
●●●
●●
●●●
A.1.2 Innovationsassistent – SMWK, Ref. 42
●●
●●●
A.1.3
Weiterbildung, Beratung in LuF, ländlicher Raum, Umwelt – SMUL,
Ref. 23
●●
A.1.4
Berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-, Gesundheitsbereich –
SMS, Ref. 12
●●
●●
A.1.5 Chancengleichheit: berufsbegleitende Qualifizierung – SMS, Ref. 12
●●
A.1.6
Berufsbegleitende Qualifizierung in der Kindertagesbetreuung – SMK,
Ref. 42
●●
●●
A.2.1 Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft – SMWA, Ref. 35
●●
●●
A.2.2 Mikrodarlehen – SMWA, Ref. 35
●●●
Tabelle 6: Beiträge der Vorhabensbereiche der Prioritätsachse A zu den Herausforderungen 1 bis 4 im Überblick.
Die
Herausforderung 1
(Qualifizierte Fachkräfte) wird in der Prioritätsachse durch mehrere Vorha-
bensbereiche adressiert und weist somit einen hohen Zielerreichungsgrad auf. Insbesondere der
größte Vorhabensbereich der Prioritätsachse 1, Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte (A.1.1),
trägt mit einem hohen Förderumfang wesentlich dazu bei. Diese Förderung erreicht hauptsächlich
jüngere und höher qualifizierte Fachkräfte im technisch-gewerblichen Bereich und im Dienstleistungs-
sektor. Darüber hinaus wird diese Herausforderung durch fünf weitere Vorhabensbereiche mittelbar
adressiert (Innovationsassistent; Weiterbildung, Beratung in Land- und Forstwirtschaft, ländlicher
Raum, Umwelt; Berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-, Gesundheitsbereich, Chancengleichheit:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
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berufsbegleitende Qualifizierung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Berufsbegleitende Quali-
fizierung im Bereich der Kindertagesbetreuung).
Die
Herausforderung 2
, d.h. das Erreichen einer höheren Forschungsintensität in Sachsen, wird
insgesamt von drei Vorhabensbereichen adressiert und weist somit eine gute Abdeckung auf. Insbe-
sondere das Vorhaben A.1.2 Innovationsassistent zeigte sich als sehr erfolgreich, indem es Verände-
rungen innerhalb der Unternehmen in Richtung Innovation und Wissenstransfer bewirkte, wenngleich
die Wirkungen aufgrund des gewählten Förderansatzes quantitativ begrenzt sind. Einen mittelbaren
Beitrag zur Herausforderung leisteten darüber hinaus zwei weitere Vorhabensbereiche: A.1.1: Weiter-
bildung, Beratung, innovative Projekte und A.2.1: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft.
Angesichts der hohen Erwartungen an diese Herausforderung sieht der Evaluator an dieser Stelle
jedoch eine weitere Intensivierung als erforderlich an.
Zur
Herausforderung 3
, Unterstützung des Dienstleistungssektors, leisten insgesamt vier Vorha-
bensbereiche einen Beitrag. Zwei davon, A.1.1 (Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte) sowie
A.2.2 (Mikrodarlehen), leisten trotz der allgemein sinkenden Anzahl an Unternehmensgründungen in
Sachsen einen hohen Beitrag. Zudem wurde ein mittelbarer Beitrag der Vorhabensbereiche A.1.5
(Chancengleichheit: berufsbegleitende Qualifizierung) und A.1.6 (Berufsbegleitende Qualifizierung in
der Kindertagesbetreuung) festgestellt.
Für die
Herausforderung 4
, Wissens- und technologieorientierte Unternehmensgründungen, hat die
Fachevaluierung eine eher geringe Abdeckung festgestellt. Die Herausforderung wird durch einen
einzigen Vorhabensbereich, A.2.1 (Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft), mittelbar unter-
stützt. Diese Herausforderung gewinnt jedoch eine besondere Bedeutung durch die allgemein sinken-
de Anzahl an Unternehmensgründungen in Sachsen und sollte in der verbleibenden Zeit dieser För-
derperiode sowie in der kommenden Förderperiode stärker als bisher berücksichtigt werden.
Vor dem Hintergrund der Analyse und der Bewertung kommt die Evaluierung zu folgender Empfeh-
lung:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Bewältigung der Herausforderungen des
Operationellen Programms
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Empfehlung 1
Prüfung und Nachjustierung des Programmportfolios für die Herausforderungen 2 und 4
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Das Adressieren der Herausforderung 2 (höhere
Forschungsintensität) erfüllt die Erwartungen nur
bedingt.
Prüfung der Möglichkeiten für eine Intensivierung der Vorhabens-
bereiche, die einen Beitrag zur Erhöhung der Forschungsintensi-
tät leisten können, im Einzelnen:
A.1.2 Innovationsassistent,
A.2.1: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
A.1.1: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte.
Im Hinblick auf die kommende Förderperiode und die zunehmen-
de Bedeutung innovativen Wachstums in der Strategie Europa
2020 empfiehlt die Evaluierung darüber hinaus eine frühzeitige
Ausarbeitung von Konzepten und Szenarien, mit welchen Instru-
menten dieses Ziel in Zukunft stärker in der Förderung verankert
werden kann.
SMWA Ref. 24 und
35,
SMWK Ref. 42
Geringe Abdeckung der Herausforderung 4, Wissens-
und technologieorientierte Unternehmensgründungen
Prüfung der in der Fachevaluierung genannten Maßnahmen zur
Erhöhung technologie- bzw. wissensintensiver Gründungen im
Vorhabensbereich A.2.1 Unternehmensgründungen aus der
Wissenschaft, z.B. Technologiescouting, Begleitung der Entwick-
lung marktreifer Produkte.
Im Hinblick auf die kommende Förderperiode empfiehlt die
Evaluierung darüber hinaus die Erstellung einer grundlegenden
Konzeption und die Prüfung zusätzlicher oder alternativer Instru-
mente zur stärkeren Verankerung dieses Ziels in der Förderung.
SMWA Ref. 35

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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse A
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3 Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse A
3.1 Bewertungsgrundlagen – Strategie des Operationellen Programms
Auf Basis der im vorangegangenen Kapitel erörterten Herausforderungen des Freistaates Sachsen
leitet das Operationelle Programm übergreifende strategische Ziele und strategische Ziele für die ein-
zelnen Prioritätsachsen ab. Das Zielsystem stellt sich im Überblick wie folgt dar:
Arbeitnehmer und Unternehmen
auf neue Bedingungen einstellen
Bildung, Ausbildung und For-
schung zukunftsfähig gestalten
Mehr Menschen an Beschäftigung
heranführen
Übergreifende
Strategie
Querschnittsziele
1
Prioritätsachse A
Anpassungs- und Wettbewerbsfä-
higkeit
Prioritätsachse B
Verbesserung des Humankapitals
Prioritätsachse C
Beschäftigung und soziale Einglie-
derung
Prioritätsachsen
Prioritätsachse E
Transnationale Maßnahmen
Strategische
Ziele der
Prioritätsachsen
Erhöhung der Beschäftigung durch
Weiterbildung von Erwerbstätigen,
Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
der Unternehmen und Existenz-
gründung
Erhöhung des Humankapitals und
der Innovationsfähigkeit
durch Vermeidung von Schulver-
sagen, Berufsvorbereitung, Ausbil-
dung sowie
Stärkung des Wissenstransfers
aus Forschung und Wissenschaft
in den Unternehmenssektor
Beschäftigung, soziale Stabilisie-
rung und Erhöhung
der Beschäftigungsfähigkeit von
Langzeitarbeitslosen und Benach-
teiligten
Abbildung 2 Überblick über die strategischen Ziele des Operationellen Programms
Die
übergreifende Entwicklungsstrategie
für die Prioritätsachse A basiert auf der Erkenntnis, dass
der wirtschaftliche und soziale Wandel sowie der technische Fortschritt eine permanente Anpassungs-
fähigkeit der Wirtschaftsteilnehmer verlangen. Zur Verbesserung deren Anpassungsfähigkeit fallen
gemäß der Strategie Lernprozessen eine Schlüsselrolle zu.
Hierauf aufbauend konzentriert sich die Strategie der
Prioritätsachse A "Steigerung der Anpas-
sungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Beschäftigten und Unternehmen"
auf die Instru-
mente
Weiterbildung von Erwerbstätigen,
Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und
Existenzgründung,
1
Die Querschnittsziele werden im nachfolgenden Kap. 4 betrachtet.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse A
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wobei in der Strategie explizit intendiert ist, dass hiervon Beschäftigungseffekte ausgehen.
Die in der Strategie der Prioritätsachse A vorgesehenen Instrumente zielen im Wesentlichen auf wirt-
schaftsnahe Förderbereiche. Bei der vorrangig anzusprechenden Zielgruppe handelt es sich um Be-
schäftigte, Selbstständige sowie Unternehmen, die ihre Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit stei-
gern wollen. Darüber hinaus sollen auch Maßnahmen gefördert werden, die der Qualifizierung von
Fachkräften und (Fach-)Hochschulabsolvent/-innen dienen, für die bei sächsischen Unternehmen vor
dem Hintergrund einer zunehmend globalisierten Wirtschaft und einem drohenden Fachkräftemangel
ein besonderer Bedarf besteht.
Diese Instrumente sind im Zielsystem des Operationellen Programms in zwei
Einsatzfeldern
operati-
onalisiert, in denen folgende
spezifische Ziele
verfolgt werden:
Einsatzfeld 1:
Berufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
Spezifisches Ziel: Steigerung der Anpassungsfähigkeit von Unternehmen und Beschäftigten.
Einsatzfeld 2:
Förderung von Unternehmergeist und Arbeitsplatz schaffenden Gründungen
Spezifisches Ziel: Stärkung des Unternehmergeistes und Schaffung von Arbeitsplätzen durch För-
derung von Gründungen
aus dem Hochschul- und Forschungsbereich
Im Folgenden wird für die Einsatzfelder und deren Vorhabensbereiche im Einzelnen untersucht:
Inwieweit die Vorhabensbereiche und ihre Ziele mit der Strategie im Einklang sind (Passfähigkeit
zur Strategie).
Ob die durchgeführten Vorhaben einen wirksamen Beitrag zu den gesetzten strategischen Zielen
leisten. Wesentliche Grundlage hierfür sind die in der Fachevaluierung gewonnenen empirischen
Erkenntnisse (Effektivität).
Ob der Mitteleinsatz in Bezug auf den Programmansatz und die Zielerreichung den Grundsätzen
der Verhältnismäßigkeit und Wirtschaftlichkeit genügen (Effizienz).
3.2 Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung der Wettbe-
werbsfähigkeit
3.2.1
Bewertungsgrundlagen im Einsatzfeld 1
Die auf dieses Einsatzfeld heruntergebrochene Strategie des Operationellen Programms beruht auf
folgenden Eckpunkten:
Wesentliches Instrument ist die berufliche Qualifizierung von Beschäftigten und Selbstständigen.

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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse A
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Dies soll zu einer Verbesserung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Unternehmen und
mittelbar auch zu einer Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen.
Die Weiterbildung soll sich auf innovative Verfahren in der Produktion und Organisation konzentrie-
ren und hierdurch zur Entwicklung einer innovationsorientierten Wirtschaft beitragen.
Die Instrumente sollen wirtschaftsnah ausgerichtet sein. Folglich sollen sich Inhalte und Ziele der
Weiterbildungsaktivitäten am unternehmerischen Bedarf orientieren und so weit wie möglich durch
diesen definiert werden. Lernen soll hierbei möglichst als individueller Prozess stattfinden.
Die Förderung soll zu einer Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung beitragen und sich am Kon-
zept des Lebenslangen Lernens orientieren.
Im Folgenden wird anhand der Ergebnisse der Fachevaluierung analysiert, inwiefern diese Ziele im
Programmportfolio effektiv und effizient verfolgt werden.
3.2.2
Vorhabensbereich A.1.1: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte – SMWA, Ref.
24
Passfähigkeit zur Strategie
Die Förderung ist entsprechend der Strategie stark an den Bedarfen der Unternehmen orien-
tiert und setzt mit einem hohen Volumen einen Schwerpunkt im Programmportfolio.
Der Vorhabensbereich ist auf die Verbesserung der beruflichen Kompetenz und somit der Anpas-
sungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen (insbesondere KMU und
Kleinstunternehmen) ausgerichtet. Dies soll sowohl über unmittelbare Weiterbildungsmaßnahmen
erfolgen als auch über die Förderung des Wissenstransfers aus Projekten und Studien in diesem
Themenbereich.
Mit mehreren individuellen oder betrieblichen Förderverfahren trägt das Programm darüber hinaus der
Anforderung einer Orientierung an den betrieblichen Anforderungen Rechnung und verfügt mit einem
geplanten Volumen von rund 100 Mio. Euro über eine Größe, die es ermöglicht, flächendeckend zu
einer Verbesserung der Weiterbildungsbeteiligung beizutragen.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Es gelingt, entsprechend der Zielsetzung Qualifizierungen zu fördern, die auf Innovations-
fähigkeit ausgerichtet sind. Die Förderung leistet einen sichtbaren Beitrag zur Erhöhung der
Weiterbildungsbeteiligung.
Die Fachevaluierung dieses Vorhabensbereiches konzentrierte sich auf die unmittelbare Förderung
von Weiterbildungsmaßnahmen, die sich an Unternehmen und Weiterbildungsanbieter richtet. In die-
sen Fördersegmenten wurden Weiterbildungsteilnehmer/innen, sowie die geförderten Unternehmen
und Bildungsträger befragt. Darüber hinaus wurden Monitoring-Daten ausgewertet und Dokumenten-
analysen sowie Interviews und Workshops durchgeführt.

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Im Ergebnis zeigte sich, dass entsprechend der Zielsetzung des Vorhabensbereiches durch die För-
derung vorwiegend Erwerbstätige erreicht wurden. Vor allem jüngere Beschäftigte mit höherer Schul-
bildung und einer verantwortungsvollen Stellung im Betrieb nahmen die Förderung in Anspruch. Über
die Hälfte der Befragten verfügte über einen Abschluss einer Fachschule oder (Fach-)Hochschule. Die
Teilhabe von Älteren und Benachteiligten ist allerdings verbesserungsbedürftig, da im Ergebnis Ältere
über 50 Jahren zu 14 Prozent und sonstige Benachteiligte zu lediglich 4 Prozent gefördert wurden. Die
Weiterbildungsaktivität der erreichten Personen war je nach Geschlecht unterschiedlich. Die ESF-
Förderung erreichte tendenziell Frauen, die im Vergleich zu Männern öfter an Weiterbildungen teil-
nahmen. Die Teilnahme an der ESF-Maßnahme erhöht bei Männern die Weiterbildungsbereitschaft.
Aus Unternehmenssicht erreichte die Förderung im Schwerpunkt Unternehmen im technisch-
gewerblichen Bereich, Beratungen und Architektur- und Ingenieursbüros sowie unternehmensnahe
Dienstleistungen. Ein Drittel der untersuchten Branchenkategorie stellen Rechts-, Steuer- und Unter-
nehmensberatungen bzw. Forschungsinstitute und Wirtschaftsprüfungen dar. Vor allem Dienstleistun-
gen aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich sind im Vorhaben A.1.1 stark vertreten. Hier-
zu gehören Architektur- und Ingenieursbüros (20,2 Prozent), Forschung und Entwicklung im Natur-,
Ingenieur-, Agrarwissenschaften und Medizin (8,6 Prozent) sowie Datenverarbeitungsdienste (6,6
Prozent) und sonstige mit der Datenverarbeitung verbundene Tätigkeiten (6,2 Prozent). Das Profil von
Teilnehmer/innen spiegelt sich in den teilnehmenden Branchen wider, in denen vornehmlich höher
Qualifizierte tätig sind.
Das Ergebnis der Fachevaluierung zeigt, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter insbesondere zu innova-
tiven Zwecken weiterbildeten. Dabei steht die berufsfachkundliche Bildung von Mitarbeitern im Vor-
dergrund.
Zusammenfassend stellt der Evaluator fest, dass eine breite inhaltliche Ausrichtung in der Förderung
durch den Vorhabensbereich A.1.1 erreicht wird. Ein Schwerpunkt auf technische Weiterbildungen in
Gewerbe und IT wird deutlich. Weiterbildungen werden, vor allem bei Sprachkursen, vornehmlich auf
einem fortgeschrittenen Level absolviert. ESF-Maßnahmen werden von vielen Beschäftigten genutzt,
deren Weiterbildung ohne eine Förderung nicht möglich gewesen wäre. Vorteile von Weiterbildungen
werden den Beschäftigten bewusst.
Der ESF setzt in diesem Vorhabensbereich somit klare Anreize zu einer erhöhten Weiterbildungsakti-
vität und trägt wesentlich zur Erreichung des strategischen Ziels der Erhöhung der Beschäftigung
durch Weiterbildung von Erwerbstätigen und der Steigerung der Anpassungsfähigkeit der Beschäftig-
ten bei. Das spezifische Ziel des Einsatzfeldes 1 zur Steigerung der berufsbegleitenden Qualifizierung
wird ebenfalls unterstützt.
Die im Programmansatz gewählte Schwerpunktsetzung überlagert die in der Strategie ebenfalls inten-
dierten Beschäftigungseffekte. Eine Ausrichtung an beschäftigungspolitischen Zielsetzungen würde
z.B. eine weitaus stärkere Orientierung an anerkannten Zertifikaten voraussetzen, die in der derzeiti-
gen Förderung hingegen nicht in der Breite verankert ist. Dieser Zielkonflikt wird im Abschnitt zu
Schlussfolgerungen weiter erläutert. Allenfalls ist für dieses Einsatzfeld ein gewisser Beitrag zur Siche-
rung von Arbeitsplätzen ableitbar.

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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
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Effizienz
Im Fördergegenstand
Betriebliche Weiterbildung
wurden mit ESF-Mitteln in Höhe von 19,4 Mio. Euro
rund 18.300 Weiterbildungsteilnehmer/innen gefördert. Dies entspricht einer absoluten durchschnittli-
chen Förderung von 1.060 Euro ESF-Mitteln pro Person. Angesichts der in der Fachevaluierung ge-
troffenen Feststellung, dass in diesem Vorhabensbereich vorwiegend innovative und höherwertige
Qualifizierungen gefördert werden, ist der erreichte absolute Fördersatz angemessen und mit markt-
üblichen Qualifizierungskosten für höherwertige Weiterbildungen vergleichbar.
Neben den Förderfallkosten ist die Effizienz der Weiterbildungsförderung auch davon abhängig, ob
von der Teilnahme eine positive Anreizwirkung ausgeht. Voraussetzung hierfür ist, dass die für die
Teilnahme entstehenden Kosten gegenüber dem Nutzen aus Sicht des Antragsstellers in einem an-
gemessenen Verhältnis stehen, so dass dieser – ökonomisch betrachtet – für sich hieraus einen „Net-
togewinn“ verbuchen kann. Insofern spielt das Antragsverfahren für die Anreizwirkung des Programms
eine wichtige Rolle. Die Befragungsergebnisse zum „Nettogewinn“ in der Fachevaluierung stellen sich
im Hinblick auf die geförderten Unternehmen positiv dar. Von dieser Gruppe bestätigte knapp die Hälf-
te die Verhältnismäßigkeit zwischen dem administrativen Aufwand und dem aus der Förderung gezo-
genen Nutzen. Weitere neun Prozent schätzen das Verhältnis noch positiver ein. Die befragten Pro-
jektträger, die komplexere Projektanträge stellen, sehen dieses Verhältnis deutlich kritischer.
Die positive Einschätzung zur Effizienz lässt sich nicht für den gesamten Vorhabensbereich verallge-
meinern. So sind rund 57 Prozent der bislang bewilligten ESF-Mittel (29,7 Mio. Euro) dem Förderge-
genstand
Innovative Projekte
zuzuordnen. Für jedes der 45 Projekte wurden somit im Durchschnitt
rund 660.000 Euro bewilligt. Dieses Fördersegment wurde bislang nicht im Evaluierungsplan aufge-
nommen und folglich auch nicht flächendeckend evaluiert. Aussagen über die Effizienz der Förderung
können an dieser Stelle nicht gemacht werden. Wenngleich einzelne Projekte bereits wissenschaftlich
begleitet werden, sollte vor dem Hintergrund des hohen Mitteleinsatzes dieser Fördergegenstand in
zukünftigen Evaluierungen noch näher untersucht werden.
3.2.3
Vorhabensbereich A.1.2: Innovationsassistent – SMWK, Ref. 42
Passfähigkeit zur Strategie
Das Instrument ist unmittelbar auf das strategische Ziel ausgerichtet, die Wettbewerbsfä-
higkeit von Unternehmen zu stärken. Hierbei lässt der gewählte Förderansatz nur eine be-
grenzte Breitenwirkung zu.
Wesentliches Ziel der Förderung von Innovationsassistenten ist die Erhöhung der Innovations- und
Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, durch die Be-
schäftigung (hoch-)qualifizierten Personals zur Bearbeitung innovativer, technologieorientierter Projek-
te.
Das in diesem Vorhabensbereich geförderte Instrument ist unmittelbar auf ein Kernziel der Strategie
ausgerichtet. Es nimmt unmittelbar auf die Innovationstätigkeit der geförderten Unternehmen Einfluss
und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Vor dem
Hintergrund des gewählten und erfolgreich implementierten Förderansatzes ist eine Förderung in der
Breite der sächsischen Wirtschaft gleichwohl nicht möglich.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse A
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Die Zielsetzung, die Innovationstätigkeiten in Unternehmen zu befördern, wird weitgehend
erreicht.
Die Fachevaluierung dieses Vorhabensbereichs konzentrierte sich auf die Befragung der geförderten
Unternehmen und der Innovationsassistenten. Darüber hinaus wurden die zugehörigen Monitoring-
Daten ausgewertet, sowie eine Netzwerk- und Dokumentenanalyse durchgeführt.
Die Fachevaluierung zeigt, dass die Umsetzung dieses Vorhabensbereich weitgehend der Planung
entspricht. Es wurden bis Ende des Jahres 2010 knapp 260 Innovationsassistenten gefördert. Ent-
sprechend der Zielsetzung wurden vorwiegend jüngere Personen erreicht. Allerdings war angesichts
des Anteils von Frauen an den Beschäftigten von ca. 50 Prozent der in diesem Programm erreichte
Anteil von 17 Prozent zu niedrig. Hier besteht Handlungsbedarf, z.B. in Form von besonderen Anrei-
zen für die Förderung von Teilnehmerinnen.
Die Fachevaluierung zeigt ebenfalls, dass der Anfang des Jahres 2010 eingeführte Fördergegenstand
„Förderung von hochqualifiziertem Personal“ mit bislang nur einem Förderfall nicht in nennenswerter
Höhe umgesetzt werden konnte. Hier soll vorübergehende Beschäftigung von Forschern, Ingenieuren,
Designern und Marketingspezialisten mit Universitätsabschluss und wenigstens fünfjähriger Berufser-
fahrung gefördert werden, die von einer Forschungseinrichtung oder einem Großunternehmen an ein
KMU der gewerblichen Wirtschaft mit einer Betriebsstätte im Freistaat Sachsen abgeordnet werden.
Die in der Fachevaluierung analysierten Effekte der Förderung zeigten insgesamt eine positive Wir-
kung dieses Vorhabensbereiches. Mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass
durch die Beschäftigung des Innovationsassistenten im Sinne eines Technologietransfers zusätzliches
Wissen ins Unternehmen übertragen werden konnte und dies zur Entwicklung neuer Produkte und
Verfahren führte. Zudem wurden in über 70 Prozent der Unternehmen dauerhafte FuE-Kapazitäten
sowie Kooperationen zu wissenschaftlichen Einrichtungen aufgebaut. Neben den Innovationsassisten-
ten wurden in den meisten Unternehmen zurzeit noch keine neuen Arbeitsplätze geschaffen. Die
Mehrzahl der geförderten Unternehmen plant, weitere Arbeitsplätze zu schaffen.
Zusammenfassend stellt der Evaluator fest, dass das im Vorhabensbereich A.1.2 eingesetzte Instru-
ment des Innovationsassistenten grundsätzlich geeignet ist, einen Beitrag zur Erreichung der strategi-
schen Ziele der Prioritätsachse A zu leisten. Durch die entstandenen Innovationen wurden die Wett-
bewerbsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der geförderten Unternehmen gestärkt. Eine weitere zent-
rale Erkenntnis der Fachevaluierung war, dass mehr als 40 Prozent der als Innovationsassistent ge-
förderten Personen ohne die Förderung Sachsen eventuell verlassen hätte, so dass in quantitativ
begrenztem Maße auch der Abwanderung von Fachkräften entgegengewirkt werden konnte.
Effizienz
Der in der Richtlinie gewählte Förderansatz sieht einen Zuschuss von 50 Prozent in den ersten zwei
Jahren und 25 Prozent im dritten Förderjahr zu den Personalausgaben vor. Die förderfähigen Perso-
nalausgaben sind auf 50.000 Euro pro Person und Jahr begrenzt. Im aktuellen Fördergeschehen wird
pro Projekt ein durchschnittlicher Fördersatz von rund 36.000 Euro bewilligt.

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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse A
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Die Wirkungsanalyse auf der Mikroebene des Unternehmens hat gezeigt, dass mit dem Mittelansatz
ein hoher Anreiz für die Unternehmen geboten wird, in Innovation zu investieren. Hier ist davon aus-
zugehen, dass in den geförderten Unternehmen z.B. durch die Entwicklung von neuen oder verbes-
serten Produkten und Verfahren dauerhafte Effekte entstehen können.
Auf der anderen Seite besteht angesichts der hohen individuellen Fördersumme das Risiko, dass
Unternehmen Anträge für Projekte stellen, die sie ohnehin durchgeführt hätten. Diese Mitnahmeeffek-
te nehmen tendenziell mit der Höhe des Anreizes zu. Mögliche Maßnahmen zur Reduzierung von
Mitnahmeeffekten sind z. B. Prüfungen im Antragsverfahren, Eigenbeteiligungen oder geringere För-
dersummen. Die beiden zuerst genannten Aspekte kommen im aktuellen Fördergeschehen zur An-
wendung, da eine umfassende Prüfung der geförderten Projekte stattfindet und ein Eigenanteil an den
Personalkosten von 50 Prozent vorgesehen ist. Der Vergleich wesentlicher Förderbedingungen des
Innovationsassistenten mit vergleichbaren Vorhaben in anderen Bundesländern zeigt hingegen in der
folgenden Übersicht, dass in Sachsen sehr gute Bedingungen vorherrschen. Insofern besteht die
Möglichkeit, Innovationsassistenten auch mit geringeren Förderumfängen und folglich mit höheren
Eigenanteilen der Unternehmen zu fördern.
Innovationsassistentenförderung im Bundesland:
Max. Förder-
dauer
Max. Förder-
summe
Sachsen
36 Monate
62.500 Euro
NRW
24 Monate
30.000 Euro
NRW (bei erstmaliger Einstellung von Akademikern)
24 Monate
45.000 Euro
Berlin
12 Monate
18.450 Euro
Brandenburg
24 Monate
30.000 Euro
Baden-Württemberg
12 Monate
12.000 Euro
Tabelle 7: Innovationsassistent – Förderkonditionen im Vergleich
Auf der Makroebene ist die Reichweite des Programms angesichts der Zahl von bislang 260 erreich-
ten Unternehmen begrenzt. Trotz guter Ergebnisse auf der Mikroebene lassen sich die in der Strategie
intendierten Wirkungen hinsichtlich der Verbesserung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit auf
der Makroebene somit nur in begrenztem Umfang erzielen. Aus Sicht des Evaluators besteht hier eine
Option durch eine Reduzierung der maximalen Fördersumme bei bestehendem Gesamtbudget, frei
werdende Mittel in andere Instrumente der Innovationsförderung zu investieren, um somit die Breiten-
wirkung zu erhöhen.
3.2.4
Vorhabensbereich A.1.3: Weiterbildung, Beratung in LuF, ländlicher Raum, Umwelt –
SMUL, Ref. 23
Passfähigkeit zur Strategie
Die Förderung entspricht den strategischen Zielsetzungen und leistet mit ökologisch orien-
tierten Themen einen besonderen Beitrag zum Querschnittsziel Nachhaltigkeit.
In diesem Vorhabensbereich sollen gemäß der Strategie Qualifizierungsmaßnahmen gefördert werden,
die der Steigerung der Anpassungsfähigkeit und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unterneh-
men und Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft, der ländlichen Entwicklung und Umwelt die-

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse A
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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nen. Sie sollen das Verständnis für agrar- und forstwirtschaftliche, ökologische sowie regional- und
umweltpolitische Zusammenhänge verbessern und Qualitätsstandards der Umweltbildung und -
beratung sichern. Durch den Bezug zur Steigerung der Anpassungsfähigkeit und Erhöhung der Wett-
bewerbsfähigkeit und durch die damit verbundenen Investitionen in das Humankapital in den genann-
ten Sektoren, intendiert der Programmansatz des Weiteren insbesondere einen Beitrag zur Erreichung
des Querschnittsziels der ökologischen Nachhaltigkeit.
Durch die explizit sektorale und thematische Konzentration des Vorhabensbereichs auf Land- und
Forstwirtschaft, ländlichen Raum sowie Umwelt sind mögliche Wirkungen auf bestimmte Branchen
begrenzt.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Die Förderung leistet einen Beitrag zur Anpassungsfähigkeit von Arbeitnehmern und trägt
mit praxisbezogenen Inhalten zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen
bei. Die Wirkungen im Hinblick auf die Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung und die
Stärkung der Innovationsfähigkeit sind begrenzt.
Zur Fachevaluierung dieses Vorhabensbereiches wurden methodisch die Auswertung der Monitoring-
Daten sowie eine Befragung von Teilnehmer/innen eingesetzt.
Die Wirkungsanalyse der Förderung im Rahmen der Fachevaluierung ergab, dass 82 Prozent der
Teilnehmer/innen auch schon vor der geförderten Maßnahme Weiterbildungsangebote genutzt hatten,
so dass die geförderten Maßnahmen keine grundsätzlich neue Erfahrung darstellten. Rund die Hälfte
der Teilnehmer/innen wurde durch die Maßnahme zu weiteren Teilnahmen in der Zukunft motiviert.
70 Prozent der Teilnehmer/innen gehen davon aus, das Gelernte künftig in der täglichen Arbeit ein-
setzen zu können, was für einen hohen Praxisbezug spricht und sich mittelbar auch auf die Anpas-
sungsfähigkeit der Unternehmen auswirkt. Die Hälfte der Teilnehmer/innen sieht darüber hinaus nach
der Teilnahme ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt gestärkt und geht von einer erhöhten Arbeitsplatz-
sicherheit aus.
Zusammenfassend stellt der Evaluator fest, dass der Vorhabensbereich A.1.3 einen Beitrag zur Errei-
chung des strategisches Ziels
Erhöhung der Beschäftigung durch Weiterbildung von Erwerbstätigen
und zum spezifischen Ziel
Steigerung der Anpassungsfähigkeit der Beschäftigten
leistet.
Effizienz
Im Fördergegenstand
Berufliche Weiterbildung (Agrarsektor/Umwelt)
wurden mit ESF-Mitteln in Höhe
von 1,0 Mio. Euro rund 1.400 Teilnehmer/innen gefördert. Dies entspricht einer absoluten durch-
schnittlichen Förderung von ca. 700 Euro pro Person. Der absolute Fördersatz ist aus Sicht der Evalu-
ierung angemessen.
Analog zum Vorhabensbereich A.1.1 werden auch hier Modellprojekte, Studien und Konzepte geför-
dert. Für diesen Fördergegenstand wurden in 6 Projekten durchschnittlich 150.000 Euro bewilligt –
dies sind insgesamt 46 Prozent der Bewilligung (0,9 Mio. Euro). Dieses Fördersegment wurde bisher

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nicht im Evaluierungsplan aufgenommen und folglich auch nicht evaluiert, so dass derzeit keine Aus-
sagen über die Effizienz der Förderung gemacht werden können.
3.2.5
Vorhabensbereich A.1.4: Berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-, Gesundheitsbe-
reich – SMS, Ref. 12
Passfähigkeit zur Strategie
Die Wirkung der Förderung ist auf bestimmte Branchen konzentriert.
Der Vorhabensbereich ist auf berufsbegleitende Qualifizierung mit Schwerpunktsetzung im Sozialbe-
reich sowie auf Unterstützung von Prozess- und Produktionsinnovationen im Gesundheits-, Sozial-
und Wohnbereich ausgerichtet. Ziele des Vorhabensbereichs sind die Sicherung und Erweiterung der
Erwerbstätigkeit durch Qualifizierung sowie die Steigerung der Innovationskraft von Unternehmen in
den genannten Branchen.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Die geförderten Qualifizierungen werden als innovativ bewertet und tragen zur beruflichen
Weiterentwicklung bei. Im Ergebnis deckt die Förderung nur die Branche Physiotherapie
wirksam ab.
Zur Fachevaluierung dieses Vorhabensbereiches wurden die Auswertung der Monitoring-Daten, eine
Befragung von Teilnehmer/innen sowie eine Trägerbefragung eingesetzt. Die Wirkungsanalyse der
Förderung im Rahmen der Fachevaluierung ergab, dass die Weiterbildung eine verhältnismäßig junge
Zielgruppe anspricht: Über die Hälfte der Teilnehmer/innen war unter 35 Jahre alt, jeweils rd. 20 Pro-
zent gehörten den Altersgruppen 35-45 Jahre sowie 45-55 Jahre an.
Der mit Abstand am intensivsten in Anspruch genommene Förderbaustein liegt im Bereich der Physio-
therapie. Über 70 Prozent der Teilnehmer/innen bzw. 80 Prozent der Antragsteller/innen sind in die-
sem Aufgabenbereich tätig. Darüber hinaus ergab die Analyse, dass über drei Viertel der Förderungen
über das einzelbetriebliche Förderverfahren erfolgt sind.
Über 75 Prozent der Teilnehmer/innen stimmen der Aussage voll und ganz zu, dass die Weiterbildung
innovativ ist und zur beruflichen Weiterentwicklung beiträgt. Weitere 20 Prozent der Teilnehmer/innen
bestätigen dies in überwiegender Weise. In dieser Hinsicht ist die Förderung als erfolgreich zu bewer-
ten.
Zusammenfassend stellt die Evaluierung fest, dass der Vorhabensbereich A.1.4 einen Beitrag zur
Erreichung des strategischen Ziels der Erhöhung der Beschäftigung durch Weiterbildung von Erwerbs-
tätigen und zum spezifischen Ziel der Steigerung der Anpassungsfähigkeit der Beschäftigten leistet.
Die Wirkungen sind entsprechend der Inanspruchnahme der Förderung im Wesentlichen auf die
Branche Physiotherapie beschränkt. Hier sollte in Zukunft eine breitere und bedarfsgerechtere Aufstel-
lung der ESF-Förderung angestrebt werden.

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Effizienz
Für Qualifizierungsmaßnahmen in diesem Vorhabensbereich wurden für rund 2.150 Teilnehmerinnen
ESF-Mittel in Höhe von 2,1 Mio. Euro bewilligt. Dies entspricht einer durchschnittlichen Förderung von
980 Euro pro Person. Dieser Durchschnittswert ist angesichts der in der Fachevaluierung festgestell-
ten Heterogenität der geförderten Lehrgänge nur eingeschränkt aussagekräftig. Bei knapp 20 Prozent
der befragten Teilnehmer/innen lag die Dauer bei unter drei Tagen und bei rd. einem Viertel bei drei
bis fünf Tagen. Bei einem weiteren Viertel der Teilnehmer/innen dauerte die Maßnahme zwischen
einer und vier Wochen und bei rd. 30 Prozent über vier Wochen, darunter sogar einzelne Maßnahmen,
die über mehr als fünf Monate andauerten.
Es ist daher anzunehmen, dass sehr unterschiedliche Kostensätze gefördert werden. Die Evaluierung
empfiehlt hier eine vertiefte Prüfung der Einzelfallkosten nach einzelnen Segmenten der Förderung.
3.2.6
Vorhabensbereich A.1.5: Chancengleichheit: berufsbegleitende Qualifizierung – SMS,
Ref. 12
Passfähigkeit zur Strategie
Die Instrumente sind insbesondere auf das Querschnittsziel Chancengleichheit von Frauen
und Männern ausgerichtet.
Der Vorhabensbereich ist auf den Abbau von Hindernissen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
sowie von geschlechterspezifischen Benachteiligungen ausgerichtet. Hierfür sollen laut Strategie meh-
rere Instrumente zum Einsatz kommen, z.B. höherwertige Qualifizierungen für Frauen, Hilfestellung
bei der Übernahme von Führungsverantwortung, Erleichterung des beruflichen Wiedereinstiegs für
Eltern oder wirtschaftsnaher Maßnahmen, die sich an kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen
richten.
Die Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern ist explizites Ziel des Vorhabensbe-
reichs, der daher in besonderem Maße zu dem gleichlautenden Querschnittsziel beiträgt.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Die in der Strategie intendierte Wirkung wird nicht erreicht. Wesentlicher Verbesserungsan-
satz ist die in der Strategie geforderte Ausrichtung der einzelnen Instrumente an den Bedar-
fen.
Zur Fachevaluierung dieses Vorhabensbereiches wurden die Auswertung der Monitoring-Daten, vor-
strukturierte Interviews, eine Dokumentenanalyse sowie eine Bedarfsanalyse durchgeführt.
Die Fachevaluierung hat ergeben, dass die Förderung im Vorhabensbereich A.1.5 in wesentlichen
Teilen nicht oder nur in geringem Umfang in Anspruch genommen wird. Folgende Ursachen wurden
hierfür identifiziert:
Unternehmen und potenzielle Teilnehmer/innen sind nicht ausreichend über die Fördermöglichkei-
ten informiert.

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Die Förderung ist zu wenig an den Bedürfnissen der angesprochenen Zielgruppen ausgerichtet.
Die Förderkonditionen sind aus Sicht der Träger nur bedingt hilfreich.
Das fondsbewirtschaftende Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz beab-
sichtigt gleichwohl, die Förderziele Chancengleichheit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf als
Schwerpunkt in der Prioritätsachse A aufrechtzuerhalten.
Insgesamt erachtet der Evaluator auf Basis die Fachevaluierungsergebnisse flankierende Maßnah-
men, wie die Verbesserung der Kommunikationsstrukturen innerhalb des fondsbewirtschaftenden
Ministeriums, zwischen Fondsbewirtschaftung und Sächsischer Aufbaubank sowie eine Verbesserung
der Öffentlichkeitsarbeit für notwendig. Ziel sollte die Entwicklung eines integrierten Vorgehenskon-
zepts sein, das eine strukturierte Kommunikation zwischen den beteiligten Akteuren und Schnittstellen
zu Multiplikatoren und potenziellen Antragstellern schafft. Sofern die Förderung auch künftig aufrecht-
erhalten wird, sollte im Bereich der Qualifizierungsmaßnahmen eine Förderfähigkeit von Maßnahmen
der Zielgruppenansprache grundsätzlich erwogen werden.
Zusammenfassend stellt der Evaluator fest, dass der Vorhabensbereich A.1.5 durch die geringe Inan-
spruchnahme der Förderung bislang keinen sichtbaren Beitrag zu den strategischen und spezifischen
Zielen der Prioritätsachse A leisten kann. Eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit, der Akzeptanz
sowie eine bessere Ausrichtung auf die Zielgruppen sollten in Erwägung gezogen werden.
Effizienz der Förderung
Aufgrund des geringen Förderumfangs kann im vorliegenden Bericht keine Effizienzbetrachtung die-
ses Vorhabensbereichs erfolgen.
3.2.7
Vorhabensbereich A.1.6: Berufsbegleitende Qualifizierung in der Kindertagesbetreu-
ung – SMK, Ref. 42
Passfähigkeit zur Strategie
Die Maßnahmen sind auf die Ziele Erhöhung der Anpassungsfähigkeit von Arbeitnehmern
und Steigerung der Weiterbildungsbeteiligung ausgerichtet.
Die geförderten Maßnahmen sollen durch eine fundierte und dem aktuellen Stand der Wissenschaft
und Forschung entsprechende Qualifikation, die Beschäftigungsfähigkeit des Personals in Kinderta-
geseinrichtungen und Kindertagespflegestellen sichern. Damit soll zudem erreicht werden, dass allen
Kindern, die diese Betreuungsangebote in Anspruch nehmen, Entwicklungschancen eingeräumt wer-
den, welche eine optimale Vorbereitung auf die Schule und perspektivisch auch auf den Arbeitsmarkt
beinhalten.
Die in der Strategie intendierte Ausrichtung im Sinne einer nachfragegesteuerter Förderung individua-
lisierter Lernprozesse ist in diesem Vorhabensbereich nur geringfügig als Förderung von Tagespfle-
gepersonen implementiert. Intendiert ist vielmehr eine Verbesserung der Weiterbildungsbeteiligung.
Diese ist gleichwohl auf den geförderten Sektor beschränkt.

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Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Die Anpassungsfähigkeit der geförderten Teilnehmerinnen wird durch die Förderung ver-
bessert. Gleichzeitig führt die Förderung zu einer Verbesserung der Weiterbildungsbeteili-
gung und -bereitschaft.
Im Zentrum der Analyse im Vorhabensbereich A.1.6 standen vor allem die Untersuchung der Weiter-
bildungsqualität und des individuellen Nutzens der Maßnahmen aus Sicht der mittelbar Beteiligten. Zur
Fachevaluierung dieses Vorhabensbereiches wurden die Auswertung der Monitoring-Daten, eine Be-
fragung von Teilnehmer/innen sowie eine Dokumentenanalyse eingesetzt.
Die Ergebnisse zeigten, dass fast die Hälfte der Befragten Weiterbildungsangebote zur Umsetzung
des sächsischen Bildungsplans nutzten und deutlich mehr als ein Drittel von ihnen Qualifizierungen
zur Praxisanleiter/in belegte. Qualifizierungskurse im Bereich der Tagespflege wurden von ungefähr
einem Fünftel belegt. Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich Leitungspersonal bzw. Heilpädagogik
wurden nicht oder nur in sehr geringem Umfang in Anspruch genommen. Die in den Befragungen
erhobenen Einschätzungen der Teilnehmer/innen bestätigen weitgehend einen praktischen Nutzen für
ihre Tätigkeit und Weiterentwicklung.
Das in den vergangenen Jahren umgesetzte Programm ist flächendeckend ausgelegt, so dass ein
großer Teil des förderfähigen Personals im sächsischen System der Kindertagespflege qualifiziert
werden konnte. Dies ist ein sichtbarer Beitrag zum strategischen Ziel, die Weiterbildungsbeteiligung zu
steigern. Ein weiterer Beleg für die gute Zielerreichung ist die in der Fachevaluierung ermittelte Tatsa-
che, dass knapp 60 Prozent der Lehrgangsteilnehmer/innen durch die ESF-geförderten Maßnahmen
angeregt werden, weitere Qualifizierungskurse zu besuchen.
Die Evaluierung stellt zusammenfassend fest, dass Vorhabensbereich A.1.6 zur Erreichung des stra-
tegischen Ziels der Erhöhung der Beschäftigung durch Weiterbildung von Erwerbstätigen und zum
spezifischen Ziel der Steigerung der Anpassungsfähigkeit der Beschäftigten beiträgt. Die Wirkungen
konzentrieren sich auf den Sektor der institutionellen und privaten Kindertagesbetreuung.
Effizienz
In diesem Vorhabensbereich wurden für die Förderung von 840 Teilnehmer/innen rund 500.000 Euro
bewilligt. Mit einem Kostensatz von durchschnittlich knapp 600 Euro wurde mit einem verhältnismäßig
geringen Mitteleinsatz eine große Zielgruppe erreicht. Der Betrag für die in der Regel mehrtägigen
Lehrgangsmodule ist aus der Sicht der Evaluierung angemessen.
3.2.8
Schlussfolgerung und Empfehlung
In der Gesamtschau stellt sich die Zielerreichung bezüglich der oben aufgeführten strategischen Ziele
im Einsatzfeld 1 wie folgt dar:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse A
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Strategische Ziele
A.1.1
Weiterbildung
A.1.2
Innovations-
assistent
A.1.3
Weiterbildung
Land- und
Forstwirt-
schaft
A.1.4
Qualifizierung
Sozial-
/Gesund-
heitsbereich
A.1.5
Chancen-
gleichheit
A.1.6
Qualifizierung
Kindertages-
betreuung
Gesamtbe-
wertung
Berufliche Qualifizierung von Be-
schäftigten und Selbstständigen als
zentrales Instrument
Verbesserung der Wettbewerbs-
und Innovationsfähigkeit der Unter-
nehmen
Schaffung und Sicherung von
Arbeitsplätzen
Konzentration auf innovative Verfah-
ren in der Produkti-
on/Leistungserbringung.
Orientierung am unternehmerischen
Bedarf, Lernen als individueller
Prozess
Erhöhung der Weiterbildungsbeteili-
gung und -bereitschaft, Orientierung
am Konzept des Lebenslangen
Lernens
Tabelle 8: Beiträge der Vorhabensbereiche des Einsatzfeldes 1 zu den strategischen Zielen
Im Überblick wird deutlich, dass die strategischen Ziele des Einsatzfeldes 1 im Programmportfolio
weitgehend verankert sind und es mit Ausnahme des Vorhabensbereiches A.1.5 gelingt, die Pro-
gramme den Zielen entsprechend umzusetzen. Zu den strategischen Zielen sind im Einzelnen seitens
der Evaluierung folgende Feststellungen zu treffen:
Berufliche Qualifizierung als zentrales Instrument
Die berufliche Qualifizierung wird in diesem Einsatzfeld der Strategie entsprechend als zentrales
Instrument eingesetzt und erreicht insbesondere im Vorhabensbereich A.1.1 eine hohe Reichweite.
Gleichwohl nehmen z.B. Netzwerk- oder Pilotprojekte in der Förderung einen gewissen und im
Programmschwerpunkt A.1.1 einen großen Raum ein. Inwiefern diese mit erheblichen Beträgen
geförderten Instrumente wirksam sind, wurde bislang nicht evaluiert.
Verbesserung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit
Im Schwerpunkt A.1.2 (Innovationsassistent) ist dieses Ziel explizit im Programmansatz verankert,
wenngleich aufgrund der hohen Fördersumme mit dem bestehenden Budget nur eine beschränkte
Wirkung erzielbar ist. Ferner adressiert die Förderung insbesondere im Schwerpunkt A.1.1 Qualifi-
zierungen mit fortgeschrittenen Inhalten, die geeignet sind, die Wettbewerbs- und Innovationsfä-
higkeit der erreichten Unternehmen zu befördern. Dies gilt, wenngleich in geringerem Umfang,
auch für andere Förderbereiche in diesem Einsatzfeld. Die Verankerung dieses strategischen Ziels
bedarf insbesondere in den kleineren Programmen noch einer weiteren Operationalisierung.

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Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen
Die in der Strategieformulierung intendierten Beschäftigungseffekte im Sinne der Schaffung und
Sicherung von Arbeitsplätzen sind nur ansatzweise im Programmportfolio verankert und werden
von anderen Zielen deutlich überlagert. Nach Auffassung der Evaluierung bestehen insbesondere
Zielkonflikte zum Ziel, Innovationsimpulse in einer weitgehend breit angelegten Förderung in Un-
ternehmen zu tragen oder zur gewünschten Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung. Inwieweit
durch kurzzeitige spezialisierte Qualifizierungen, die nicht mit einer Zertifizierung abgeschlossen
werden, ein tatsächlicher kausaler Zusammenhang zwischen den Interventionen des ESF und der
Schaffung oder Sicherung von Arbeitsplätzen hergestellt werden kann, erscheint aus Sicht der
Evaluierung fraglich. Allenfalls ist ein Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen in den vorwiegend
auf Qualifizierung ausgerichteten Instrumenten ableitbar.
Eine Ausrichtung an beschäftigungspolitischen Zielsetzungen würde hingegen eine weitaus stärke-
re Orientierung an anerkannten Zertifikaten voraussetzen, die in der derzeitigen Förderung nicht in
der Breite verankert ist. In den bestehenden Instrumenten lässt sich allenfalls ein gewisser Beitrag
zur Sicherung von Arbeitsplätzen herstellen.
Sollte beschäftigungspolitischen Zielsetzungen zukünftig ein höheres Gewicht eingeräumt werden,
sind entsprechende Fördergegenständen und Steuerungsmechanismen zu untersetzen, so dass
eine Steuerung und Bewertung der Beschäftigungseffekte möglich werden. Derzeit ist zwischen
den innovationspolitischen und beschäftigungspolitischen Zielsetzungen ein mittelbarer Zusam-
menhang herstellbar.
Förderung von innovativen Verfahren in der Produktion und Leistungserbringung
Hier gelingt es insbesondere im Vorhabensbereich A.1.1 in der Umsetzung der Qualifizierungsför-
derung innovative Themen zu befördern, die sich positiv auf die Produktionsverfahren auswirken.
Ebenfalls gelingt es durch die Förderung im Programm Innovationsassistent (A.1.2), die Entwick-
lung neuer Produkte und Verfahren anzustoßen.
Orientierung am Bedarf der Unternehmen, Lernen als individueller Prozess
Die Evaluierung sieht diese in der Strategie geforderte Ausrichtung am ehesten in den Vorhabens-
bereichen A.1.1 und A.1.2 umgesetzt. Im großen Weiterbildungsprogramm A.1.1 können Unter-
nehmen ohne den Umweg über Projektträger Qualifizierungen direkt und entsprechend ihrer Be-
darfe über den Weiterbildungsmarkt beziehen und hierfür eine Förderung durch den Europäischen
Sozialfonds erhalten. Mit dem Weiterbildungscheck wurde eine weitere Möglichkeit geschaffen, in-
dividuell bedarfsgerechte Qualifizierungen zu fördern. Im Vorhabensbereich Innovationsassistent
(A.1.2) wird ferner ein erfolgreicher materieller Anreiz gesetzt, die FuE-Aktivitäten zu erhöhen.
In den übrigen Vorhabensbereichen führen teilweise zu starre Vorgaben oftmals dazu, dass die
Förderung nicht im geplanten Maße umgesetzt werden kann. Die Orientierung an den Bedarfen
der Wirtschaft sollte aus Sicht der Evaluierung insgesamt weiter ausgebaut werden. Hierfür wurden
in der Fachevaluierung mögliche Ansätze benannt.
Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung und -bereitschaft
Das Ziel, die Weiterbildungsbeteiligung und -bereitschaft zu erhöhen, ist in weiten Teilen des Port-
folios angelegt. Im Vorhabensbereich A.1.1 gelingt es insbesondere aufgrund des hohen Umfangs

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die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen. Zudem zeigen die Ergebnisse der Fachevaluierung,
dass Teilnehmer/innen und geförderte Unternehmen durch die Förderung angeregt werden, in wei-
tere Qualifizierungen zu investieren. Diese Wirkungen sind auch in weiteren Vorhabensbereichen
beobachtbar, wenngleich die Reichweite aufgrund der im Verhältnis geringeren Förderumfänge
begrenzt ist.
Vor dem Hintergrund der Analyse und Bewertung kommt die Evaluierung für die Maßnahmen des
Einsatzfeldes 1 zu folgenden Empfehlungen:
Empfehlung 2
Prüfung und Nachjustierung des Programmportfolios im Einsatzfeld 1
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Die Ergebnisse der im Einsatzfeld geförderten Netz-
werk- und Pilotprojekte haben insbesondere im Vor-
habensbereich A.1.1 einen hohen Anteil an der Förde-
rung, wobei die intendierten Wirkungen nicht genau
genug definiert und, zwar vereinzelt wissenschaftlich
begleitetet, aber derzeit nicht Gegenstand der Evaluie-
rung sind.
Dokumentation von Zielen oder einer Gesamtstrategie
Evaluierung der Förderung
SMWA Ref. 24
Zwischen der Zielsetzung, Beschäftigungseffekte zu
erzielen und den anderen strategischen Zielen, z.B.
der Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung
und -bereitschaft bestehen Zielkonflikte.
Anpassung der strategischen Ziele dahingehend, dass Beschäfti-
gungseffekte nur punktuell erreicht werden können.
Sofern Beschäftigungseffekte in einzelnen Fördergegenständen
erwünscht sind, stärkere Operationalisierung der Zielsetzungen,
Instrumente und Steuerungsmechanismen.
VB-ESF
Fondsbewirtschafter
des Einsatzfeldes 1.
Die wirtschaftsnahe Ausrichtung der Förderung und
die Orientierung am Bedarf der Unternehmen haben
sich in der Qualifizierungsförderung im Vorhabensbe-
reich A.1.1 als erfolgreich erwiesen. Diese Orientie-
rung ist im Portfolio des Einsatzfeldes 1 ausbaufähig.
Prüfung eines möglichen Ausbaus der individuellen und unter-
nehmensorientierten Förderung auch in den anderen Einsatzfel-
dern. Aufgreifen diesbezüglicher Vorschläge aus der Fachevalu-
ierung.
Fondsbewirtschafter
des Einsatzfeldes 1.
3.3 Einsatzfeld 2: Förderung von Unternehmergeist und Arbeitsplatz schaf-
fenden Gründungen
3.3.1
Bewertungsgrundlagen im Einsatzfeld 2
Die im Einsatzfeld 2 gewählte Strategie beruht auf der Erkenntnis, dass Unternehmensgründungen
positive Effekte auf die wirtschaftliche Entwicklung und das Arbeitsplatzangebot haben. Für die Grün-
dungsförderung in der Prioritätsachse A sieht das Operationelle Programm zwei zentrale Instrumente
vor:
Gründungen aus der Wissenschaft.
Die Förderung soll die sächsischen Hochschulen bei ihren Bemühungen unterstützen, das Po-
tenzial an gründungswilligen Studierenden, Hochschulangehörigen, Absolventen und Forschern
durch praxisorientierte Betreuungsangebote stärker auszuschöpfen. Hierbei sollen sich die
Hochschulen mit außeruniversitären Einrichtungen vernetzen.
Die Förderung soll dazu beitragen, das Gründungsklima zu stärken, indem die Kultur der
Selbstständigkeit, Eigeninitiative und des unternehmerischen Denkens weiterentwickelt werden.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse A
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Die Förderung soll mit Fokus auf auf wissens- und technologiebasierte Gründungen zur Entste-
hung neuer und innovativer Unternehmen und Arbeitsplätze beitragen. Damit soll das Profil
Sachsens als führenden Standort für innovative Unternehmensgründungen geschärft werden.
Schaffung von Finanzierungsinstrumenten zum Abbau von Finanzierungshemmnissen.
Die Strategie sieht hier den Einsatz innovativer Finanzierungsinstrumente und -formen, wie z. B.
revolvierende Fonds, Nachrangdarlehen und Zinszuschüsse vor.
Von den geförderten Gründungen sollen Arbeitsplatzeffekte ausgehen.
Im Folgenden wird anhand der Ergebnisse der Fachevaluierung analysiert, inwiefern diese Ziele im
Programmportfolio effektiv und effizient verfolgt werden.
3.3.2
Vorhabensbereich A.2.1: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft – SMWA,
Ref. 35
Passfähigkeit zur Strategie
Die Förderung konzentriert sich auf Angebote an Hochschulen zur Verbesserung des Grün-
dungsklimas und der Unterstützung von angehenden Existenzgründern.
Ziel der Förderung im Vorhabensbereich A.2.1 ist es, ein Gründungsklima zu schaffen, in dem die
vorhandene Wissenschaftsinfrastruktur stärker als bisher für die Gründung innovativer Unternehmen
nutzbar gemacht wird. Die Vorhaben sollen somit das Profil Sachsens als Standort für innovative Un-
ternehmensgründungen schärfen und einen Beitrag zur Entstehung neuer, innovativer Unternehmen
und Arbeitsplätze leisten. Durch die Vermeidung der Abwanderung junger hochqualifizierter Menschen
aus Sachsen soll die Förderung außerdem dem Querschnittsziel Demografischer Wandel Rechnung
tragen.
Mit einem Fördervolumen von geplant 4,6 Mio. Euro konzentriert sich die Förderung in diesem Vorha-
bensbereich auf die Finanzierung von Gründerinitiativen an vier sächsischen Hochschulstandorten.
Dazu werden im Wesentlichen Angebote in den Handlungsfeldern Motivierung/Sensibilisierung, grün-
dungsspezifische Qualifikationskurse sowie die Beratung und Betreuung von angehenden Gründern
gefördert.
Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Mit den geförderten Gründerinitiativen konnte eine insbesondere im Hinblick auf die Förde-
rung des Gründungsklimas und Beschäftigungspotenzialen wirksame Struktur etabliert
werden. Verbesserungsbedarf besteht bei der Förderung von wissens- und technologiein-
tensiven Gründungen sowie einer auf Dauer angelegten Verankerung des Angebots an den
Hochschulen.
Zur Fachevaluierung dieses Vorhabensbereiches wurden methodisch die Auswertung der Monitoring-
Daten, eine umfassende Befragung von Teilnehmer/innen, Dokumentenanalyse sowie Interviews mit
den Gründerinitiativen eingesetzt. Untersuchungsgegenstand im Rahmen der Fachevaluierung war
die Implementierung der Förderung Gründerinitiativen.

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Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
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Die Fachevaluierung ergab, dass es mit der Förderung der Gründerinitiativen gelungen ist, ein Ange-
bot zur Gründungsförderung an den geförderten Hochschulen zu etablieren. Die in der Strategie vor-
gesehene Verzahnung mit bestehenden hochschulinternen und -externen Initiativen und Angeboten
findet weitgehend statt. Hingegen sind die auf Dauer angelegte Verankerung und insbesondere die
Finanzierung der Gründerinitiativen an den Trägerhochschulen bislang noch nicht hinreichend gesi-
chert. Aus Sicht der Gründerinitiativen sind die Möglichkeiten, andere Fördermittel einzuwerben bzw.
über Kooperationen mit der Privatwirtschaft Mittel zu akquirieren, nur sehr begrenzt vorhanden, so
dass eine zurückgehende Förderung durch den ESF ein deutliche Einschränkung des Leistungsange-
bots nach sich ziehen würde.
Die in der Strategie vorgesehenen Zielgruppen werden weitgehend erreicht. Die Tatsache, dass im
Förderzeitraum rund 10.000 Personen mit den Angeboten erreicht wurden, belegt eine hohe Reich-
weite der Förderung. Hierbei sprechen geförderten Gründerinitiativen ein wachsendes Publikum an.
Die Zielsetzung, das Gründungsklima zu stärken, wird durch die Zielgruppe bestätigt. Die Angebote
der Gründerinitiativen werden durch die Nutzer/innen durchweg positiv bewertet. Diese bestätigen,
dass die Gründerinitiativen praxisrelevante, gründungsbezogenen Kenntnisse vermitteln. Insgesamt
sehen die Teilnehmer/innen einen hohen Nutzwert der Angebote im Hinblick auf ihre Gründungsvor-
haben.
Die Teilnehmer/innen bestätigen darüber hinaus, dass die Angebote zu ihrer Gründungsmotivation
beitragen. Dies spiegelt sich im Gründungsverhalten wider: Von den befragten Nutzer/innen von Qua-
lifizierungskursen bzw. Beratungsangeboten der Gründerinitiativen haben fast ein Viertel den Schritt in
die Selbstständigkeit gewagt. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der Nutzer/innen sind schätzungs-
weise 760 Unternehmen während der Förderung oder im Anschluss entstanden. Unter den befragten
Teilnehmer/innen weisen weitere 16 Prozent der Nutzer/innen eine konkrete Gründungsabsicht auf,
d.h. sie beabsichtigen eine Gründung innerhalb der nächsten zwei Jahre.
Die aus der Förderung hervorgegangenen Gründungen besitzen ein hohes Beschäftigungspotenzial
und konzentrieren sich auf den Dienstleistungssektor. Die Zielsetzung des Operationellen Programms,
vorwiegend wissens- und technologiebasierte Gründungen zu fördern, wird nur ansatzweise erreicht.
Nach Einschätzung der Projektverantwortlichen ist der Anteil wirklich innovativer bzw. technologiein-
tensiver Unternehmen unter den Gründungen nicht stark ausgeprägt. Der Anteil dürfte jedoch den von
der KfW im Gründungsmonitor 2011 erhobenen Anteil von 13 Prozent aller Gründungen übersteigen.
Zusammenfassend stellt die Evaluierung fest, dass durch diesen Vorhabensbereich das strategische
Ziel der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und Existenzgründung mit dem spezifi-
schen Ziel der Stärkung des Unternehmergeistes und Schaffung von Arbeitsplätzen durch Förderung
von Gründungen aus dem Hochschul- und Forschungsbereich unterstützt wird. Verbesserungspoten-
ziale bestehen aus Sicht der Evaluierung insbesondere bei der dauerhaften Verankerung des Instru-
ments in den Hochschulen und einer stärkeren Fokussierung auf wissens- und technologieintensive
Gründungen.

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Effizienz
Mit einem Mitteleinsatz von 4,6 Mio. Euro ESF-Mitteln wurden in den Angeboten der Gründerinitiativen
schätzungsweise rund 10.000 Personen erreicht. Dies entspricht einem durchschnittlichen Fördersatz
von 460 Euro pro Person. In diesem Durchschnittswert sind Maßnahmen wie Motivierung, Sensibilisie-
rung, Qualifizierung sowie Beratung und Unterstützung von Gründern je nach Gründerinitiative in un-
terschiedlicher Zusammensetzung enthalten. Die tatsächlichen Kosten dürften, je nach eingesetztem
Instrument, sehr unterschiedlich ausfallen. Aufgrund der in der Fachevaluierung festgestellten unter-
schiedlichen Grundlagen der Datenerhebung ist eine nach Maßnahmentypen differenzierte Wirtschaft-
lichkeitsbetrachtung nach derzeitiger Datenlage nicht möglich. Die in der Fachevaluierung diesbezüg-
lich getroffene Empfehlung, ein möglichst einheitliches, übergreifendes und anschlussfähiges System
der Datenerfassung und des Monitorings anzustreben, würde eine hinreichend differenzierte Analyse
der Wirtschaftlichkeit und darüber hinaus auch einen Kostenvergleich zwischen den Trägern ermögli-
chen.
Im Verhältnis zu den Beschäftigungseffekten hat die Fachevaluierung gezeigt, dass pro Gründung ca.
1,6 Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies entspricht in etwa den mittleren Bruttobeschäftigungseffek-
ten, wie sie von der KfW für Neugründungen im Gründungsmonitor 2010 ausgewiesen werden.
2
Hochgerechnet auf die Gesamtzahl an Nutzer/innen von Qualifizierungskursen bzw. Beratungsange-
boten der Gründerinitiativen beträgt die Zahl der durch die Gründungen geschaffenen, zusätzlichen
Arbeitsplätze schätzungsweise 1.200 zuzüglich der anzunehmenden 760 Gründer/innen selbst. Im
Verhältnis zu den für die Gründerinitiativen eingesetzten Finanzmitteln werden für jeden Arbeitsplatz
rechnerisch rund 2.300 Euro aufgewendet. Diese Schätzung ist eher konservativ und rechnet darüber
hinausgehende Beschäftigungspotenziale nicht ein. Der eingesetzte Betrag ist aus Sicht der Evaluie-
rung angemessen, zumal mit den Mitteln noch weitere Effekte insbesondere im Hinblick auf die Ver-
besserung des Gründungsklimas erzielt werden.
3.3.3
Vorhabensbereich A.2.2: Mikrodarlehen – SMWA, Ref. 35
Passfähigkeit zur Strategie
Mit der Implementierung des Instruments wird eine wichtige Zielsetzung der Strategie erfüllt.
In diesem Vorhabensbereich fördert der ESF einen revolvierenden Darlehensfonds für Kleinkredite.
Ziel der Förderung ist die Aufnahme einer Selbständigkeit als Haupterwerb bzw. der Festigung einer
selbständigen Existenz für Existenzgründer/innen sowie kleine Unternehmen. Bei der Förderung han-
delt es sich um eine Finanzierung, die in Form eines zinsgünstigen Darlehens über maximal 20.000
Euro erfolgt. Dieses dient der Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln und wird unter der
Voraussetzung gewährt, dass ein Eigenanteil von mind. 20 Prozent aufgebracht wird. Die Laufzeit
beträgt bis zu fünf Jahre.
Mit der Einführung der Mikrodarlehen wird die strategische Zielsetzung, ein solches Instrument zu
etablieren, erfolgreich umgesetzt.
2
Laut KfW betrug der mittlere Beschäftigungseffekt im Jahr 2009 1,69 und im Jahr 2008 1,56 vollzeitäquivalente Stellen im
Vollerwerb. Vgl. KfW Gründungsmonitor 2010.

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Prioritätsachse A
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Ergebnisse und Wirkungen der Förderung
Mit der Implementierung der Mikrodarlehen ist eine strategische Zielsetzung des Operatio-
nellen Programms erfüllt.
Zur Fachevaluierung dieses Vorhabensbereiches wurden methodisch die Auswertung der Monitoring-
Daten, eine Befragung von Teilnehmer/innen sowie die Dokumentenanalyse angewendet.
Im Berichtsjahr 2010 wurden rund 600 Darlehensanträge mit einem Darlehensvolumen von rd. 9,18
Mio. Euro bewilligt. Die materielle Umsetzung zeigt, dass der Vorhabensbereich planmäßig angelau-
fen ist. Die Förderung erreicht vorwiegend Gründungen aus der Arbeitslosigkeit, die von Finanzie-
rungshemmnissen besonders betroffen sind.
Die Ergebnisse der Fachevaluierung zeigen, dass von den geförderten Gründungen Beschäftigungs-
effekte ausgehen. Zum einen betrifft dies die Gründer/innen selbst. Für rd. 73 Prozent der Teilneh-
mer/innen ist die durch das Mikrodarlehen geförderte Selbstständigkeit Haupterwerbsquelle. Zum
anderen plant über die Hälfte der Geförderten einen, knapp 20 Prozent, zwei und gut 20 Prozent, drei
oder mehr neue Arbeitsplätze zu schaffen. Bei der Frage nach den bereits tatsächlich geschaffenen
Arbeitsplätzen ist festzustellen, dass die Planungen weitgehend der tatsächlichen Umsetzung ent-
sprechen, wobei sich die Zahl der Unternehmen mit vier oder fünf neuen Arbeitsplätzen gegenüber
der Planung vervierfacht hat, mit entsprechend positiven Effekte auf die Summe der insgesamt ge-
schaffenen Arbeitsplätze.
Die in der Fachevaluierung angesprochenen Fragen nach Gründungshemmnissen und Problemen
offenbaren den Bedarf der Zielgruppe nach inhaltlichen Unterstützungs- und Beratungsangeboten mit
dem Ziel der Optimierung des Geschäftsmodells.
Zusammenfassend stellt die Evaluierung fest, dass es mit dem Instrument Mirkodarlehen gelungen ist,
ein der Strategie entsprechendes Instrument in die ESF-Förderung zu implementieren. Die Evaluie-
rung zeigt darüber hinaus, dass hiervon Beschäftigungseffekte ausgehen.
Effizienz
Bei dem Instrument handelt es sich um einen Fonds, bei dem die Rückzahlungen laufender Kredite für
Bewilligung neuer Darlehen genutzt werden können. Im Unterschied zu den im ESF eingesetzten,
hauptsächlich nicht rückzahlbaren Zuschüssen, fließen die Mittel nahezu vollständig wieder zurück.
Insofern ist im Instrument bereits eine hohe Wirtschaftlichkeit angelegt. Neben administrativen Kosten,
die nicht Gegenstand der Evaluation sind, fallen Kosten für Kreditausfälle an. Diese belaufen sich im
Vorhabensbereich Mikrodarlehen auf 2,41 Prozent des bewilligten Kreditvolumens und liegen damit
am unteren Ende der Skala für Mikrokreditprogramme.
3.3.4
Schlussfolgerung und Empfehlung
In der Gesamtschau stellt sich die Zielerreichung bezüglich der oben aufgeführten strategischen Ziele
im Einsatzfeld 1 wie folgt dar:

image
image
Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse A
Programmevaluierung Prioritätsachse A
ENDBERICHT 2.0 -md.doc
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Strategische Ziele
A.2.1
Gründungen
aus der
Wissenschaft
A.2.2
Mikrodarlehen
Zentrales Instrument Gründungsför-
derung
Etablierung eines Angebots an den
sächsischen Hochschulen
Praxisorientierte Angebote zur
Stärkung des Gründungsklimas
Vernetzung mit außeruniversitären
Einrichtungen
Fokus auf wissens- und technologie-
intensive Gründungen
Schaffung eines Finanzierungsin-
struments
Beschäftigungseffekte
Tabelle 9: Beiträge der Vorhabensbereiche des Einsatzfeldes 2 zu den strategischen Zielen
Da die Gründungsförderung nach unterschiedlichen Instrumenten und nicht nach übergreifenden Zie-
len aufgestellt ist, erfolgt seitens der Evaluierung keine zusammenfassende Bewertung für das ge-
samte Einsatzfeld.
Zusammenfassend kann für die Vorhabensbereiche des Einsatzfeldes 2 festgehalten werden, dass
trotz der kontinuierlich sinkenden Anzahl an Unternehmensgründungen die Vorhabensbereiche eine
positive Resonanz bei den Teilnehmer/innen erzeugt haben und die in der Strategie intendierten Wir-
kungen weitgehend erreicht wurden. Verbesserungsbedarf sieht die Evaluierung insbesondere bei der
dauerhaften Etablierung des Instruments Gründerinitiativen. In diesem Zusammenhang bedarf es
auch einer stärkeren Orientierung an wissens- und technologieintensiven Gründungen. Im Instrument
Mikrodarlehen wird hingegen ein Bedarf der Zielgruppe nach unterstützenden Beratungsangeboten
deutlich.
Vor dem Hintergrund der Analyse und Bewertung kommt die Evaluierung für die Maßnahmen des
Einsatzfeldes 2 zu folgenden Empfehlungen:

image
image
Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Beitrag der Vorhaben zur Erreichung des strategischen Ziels der
Prioritätsachse A
Programmevaluierung Prioritätsachse A
ENDBERICHT 2.0 -md.doc
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Empfehlung 3
Punktueller Verbesserungsbedarf im Einsatzfeld 2
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Die dauerhafte Verankerung in den Hochschulen und
die Finanzierung der Gründerinitiativen sind nicht
hinreichend gesichert.
Umsetzung der Empfehlungen aus der Fachevaluierung:
Zur Sicherung einer dauerhaften Verankerung der Gründungsför-
derung an den Hochschulen empfiehlt die Evaluierung die Ent-
wicklung von Konzepten zur dauerhaften Sicherstellung eines
Kernangebots für Gründungsinteressierte. Diese sollten insbe-
sondere eine Strategie enthalten, wie der Finanzierungsanteil aus
Eigenmitteln der Trägerorganisationen oder anderen Quellen
dauerhaft sichergestellt werden kann.
SMWA Ref. 35
Geringer Anteil von wissens- und technologieintensi-
ven Gründungen im Vorhabensbereich Gründerinitiati-
ven.
Umsetzung der Empfehlungen aus der Fachevaluierung:
Prüfung, inwieweit die Gründer/innen noch stärker auf inhaltliche
Unterstützungs- und Beratungsangebote mit dem Ziel der Opti-
mierung des Geschäftsmodells hingewiesen werden können.
SMWA Ref. 35
Im Vorhabensbereich Mikrodarlehen wird flankieren-
der Beratungsbedarf der Geförderten deutlich.
Prüfung, inwieweit die Gründer/innen noch stärker auf inhaltliche
Unterstützungs- und Beratungsangebote mit dem Ziel der Opti-
mierung des Geschäftsmodells hingewiesen werden können.
SMWA Ref. 35

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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4 Umsetzung der Querschnittsziele
4.1 Bewertungsgrundlagen
Im Operationellen Programm sind drei Querschnittsziele definiert:
Querschnittsziel
Instrumente
Chancengleichheit
Abbau von Benachteiligungen am Arbeitsmarkt von Frauen und Männern
Punktuelle Förderung: Ältere, Migranten, Menschen mit Behinderung
ökologisch
Investitionen in Humankapital zum Thema verantwortungsbewusster Umgang
mit natürlichen Ressourcen; praktische Umsetzung im Arbeitsleben
ökonomisch
Investitionen Humankapital (Qualifizierung, Berufsausbildung)
Förderung der Wettbewerbsfähigkeit
Nachhaltigkeit
sozial
Kernziel des OP
Verbesserung der Chancen durch Bildung
Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und Integration von Benachteiligten
Demografischer und Wirtschaft-
licher Wandel
Erhöhung der Erwerbsbeteiligung, vor allem Älterer und Frauen
Abmilderung der Abwanderung von jungen Menschen, insbesondere Frauen
Unterstützung des Wechsels in Führungs- und Eigentümerstrukturen
Abbildung 3 Überblick zu Querschnittszielen des Operationellen Programms
Nachfolgend ist die in der Strategie angelegte Ausgestaltung der Querschnittsziele beschrieben.
Durch die
Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern
sollen gemäß Programm-
strategie die nach wie vor bestehenden Benachteiligungen von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt
abgebaut werden. Deshalb sollen Qualifizierungsmaßnahmen angeboten werden, die durch ihre Aus-
richtung auf zukunftsträchtige Berufe geeignet sind, arbeitslose Frauen – unter bestimmten Voraus-
setzungen aber auch Männer – wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Chancengleich-
heit von Frauen und Männern ist die wichtigste Dimension der Chancengleichheit und wird gemäß der
OP-Strategie in der derzeitigen Förderperiode besonders unterstützt. Die weiteren Bereiche der Chan-
cengleichheit wie Abbau von Benachteiligungen aufgrund des Alters und Beschäftigungshemmnissen
von Migranten und Menschen mit Behinderung sollen ebenfalls punktuell über den ESF gefördert wer-
den. Aufbauend auf das für diese Zielgruppen vorhandene Basisangebot z. B. für Menschen mit Be-
hinderung nach SGB IX, wird der ESF – unter Beachtung der Zusätzlichkeit – weiterführende Maß-
nahmen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel ermöglichen.
Mit der Förderung des Querschnittsziels
Nachhaltigkeit
greift das Operationelle Programm ein zent-
rales Anliegen der EU auf. Die Maßnahmen sollen die Ziele der Göteborg-Strategie untersetzen und
alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit unterstützen.
Die
ökologische Dimension der Nachhaltigkeit
soll gemäß Programmstrategie im ESF vor allem
in den Bereichen der Bildung und Qualifizierung zum Tragen kommen. Hierbei soll zum einen der
verantwortungsbewusste Umgang mit natürlichen Ressourcen als Voraussetzung für ökologisch

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung Prioritätsachse A
ENDBERICHT 2.0 -md.doc
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nachhaltiges Handeln vermittelt werden, aber auch die Möglichkeiten der praktischen Umsetzung
im Arbeitsleben.
Die
ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit
soll zum einen durch Investitionen in Human-
kapital gefördert werden, weil dadurch eine wesentliche Grundlage für Innovation und dauerhaftes
Wirtschaftswachstum geschaffen wird (z B. durch berufsbegleitende Qualifizierung oder durch För-
derung der Berufsausbildung). Zum anderen sieht die Strategie Maßnahmen vor, mit denen die
Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bzw. der sächsischen Wirtschaft direkt gefördert werden
soll (z. B. durch Innovationsassistenten oder durch Unterstützung der Existenzgründungen). Die
ökonomische Nachhaltigkeit soll somit schwerpunktmäßig durch Maßnahmen aus den Prioritäts-
achsen A und B adressiert werden.
Die
soziale Dimension der Nachhaltigkeit
ist ein Kernziel des Operationellen Programms und ist
insbesondere in Maßnahmen angelegt, die auf die Verbesserung der Chancen durch Bildung, die
Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit oder der Eingliederung von Benachteiligten ausgerichtet
sind.
Die ESF-Förderung soll ferner zur
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wan-
dels
beitragen. Im OP wurde erkannt, dass in Sachsen aufgrund des demografischen Wandels in den
Jahren bis 2020 tiefgreifende Veränderungen im wirtschaftlichen und sozialen Zusammenleben zu
gestalten sein werden. Dieses Ziel soll insbesondere mit Maßnahmen verfolgt werden, die darauf aus-
gerichtet sind, die Erwerbsbeteiligung vor allem der älteren Arbeitnehmer und Frauen zu erhöhen.
Zielsetzung ist auch, die Abwanderung junger Menschen, vor allem der jungen Frauen, zu verhindern.
Darüber hinaus soll der Unternehmenssektor bei den Veränderungen aufgrund des anstehenden
Wechsels in der Führungs- und Eigentümerstruktur unterstützt werden.
4.2 Beitrag der Vorhabensbereiche zu den Querschnittszielen
Nachfolgend wird, aufbauend auf die Untersuchungen der Fachevaluierung und den durchgeführten
Dokumentenanalysen, für jeden Vorhabensbereich der Beitrag zu den Querschnittszielen analysiert.
4.2.1
Vorhabensbereich A.1.1: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte – SMWA, Ref.
24
Der Vorhabensbereich leistet insbesondere einen Beitrag zur ökonomischen Dimension des
Querschnittsziels Nachhaltigkeit und zum Ziel Demografischer Wandel. Hinsichtlich der
ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit und der Chancengleichheit bietet das Pro-
gramm Verbesserungsansätze.
Die Förderung der
Chancengleichheit
von Frauen und Männern wird insbesondere durch ein indivi-
duelles Förderverfahren angestrebt, das in der Richtlinie implementiert wurde. Die Ergebnisse der
Fachevaluierung ergaben zudem folgendes Bild bezüglich der Chancengleichheit:
Die Weiterbildungsaktivität der erreichten Personen ist je nach Geschlecht unterschiedlich. Die
ESF-Förderung erreicht tendenziell Frauen, die im Vergleich zu Männern öfter an Weiterbildungen

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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teilnehmen. Die Teilnahme an der ESF-Maßnahme erhöht bei Männern die Weiterbildungsbereit-
schaft.
In der geschlechtsspezifischen Beteiligung von Beschäftigten nach Branchen finden sich im Er-
gebnis der Förderung typische Rollenmuster wieder. Während Frauen insbesondere an Weiterbil-
dungen im Gesundheits- und Sozialbereich sowie Dienstleistungen teilnehmen, sind Männer stär-
ker in Bereichen Verkehr und Nachrichtenübermittlung, Fahrzeugbau, Bau und Herstellung von
Waren vertreten.
Die Analyse der drei größten Branchen ergab, dass Teilnehmerinnen im Ergebnis in Datenverar-
beitung und Softwarehäusern mit einem Anteil von 29 bzw. 26 Prozent unterproportional erreicht
werden. Dagegen werden Frauen z. B. mit Anteilen von 80 Prozent in Frisur- und Kosmetiksalons
in typischen Frauenberufen mit hohen Anteilen erreicht.
Einen Beitrag zur Erreichung des Querschnittsziels der
Nachhaltigkeit
intendiert der Programman-
satz insbesondere durch die langfristige Erhöhung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der
geförderten Beschäftigten und Unternehmen. Die Ergebnisse der Fachevaluierung zeigen, dass mit
einer Schwerpunktsetzung auf höherwertige und innovationsorientierte Qualifizierungen vor allem die
ökonomische Dimension
der Nachhaltigkeit adressiert wird. Hinsichtlich der
ökologischen Dimen-
sion
der Nachhaltigkeit sieht das Operationelle Programm insbesondere Qualifizierungen vor, die zu
einem verantwortungsbewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen und der praktischen Anwen-
dung im Arbeitsleben beitragen sollen. Wie die Analyse der Richtlinien und Förderkonzepte zeigt, ist
diese Dimension der Nachhaltigkeit noch nicht hinreichend in diesem Vorhabensbereich konzeptionell
verankert. Auf der anderen Seite bietet gerade dieser Förderbereich aufgrund seines hohen Umfangs,
seiner primären Ausrichtung auf Qualifizierungsförderung und seiner thematisch breiten Aufstellung
die höchsten Potenziale in der Prioritätsachse A, die ökologische Dimension stärker als bisher zu ver-
ankern. Aus Sicht der Evaluierung bieten sich hier z. B. die stärkere Adressierung des Themas durch
Ergänzung relevanter Lehrgangsinhalte in bestehenden Maßnahmen oder die Durchführung von
Ideenwettbewerben an. Auch können im Rahmen des Bewilligungsverfahrens z.B. durch eine Bonus-
regelung besondere Anreize gesetzt werden, an der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit aus-
gerichtete Lehrinhalte in bestehenden Qualifizierungsangeboten stärker als bisher zu integrieren. Not-
wendige Vorarbeit hierfür ist eine stärkere Operationalisierung der zugehörigen Ziele und der anzu-
wendenden Instrumente. Bei einer möglichen Konzeption und Umsetzung sollte zudem angesichts der
breiten Aufstellung dieses Vorhabensbereichs über unterschiedliche Branchen beachtet werden, dass
ökologische Lehrinhalte nicht für alle Branchen gleichermaßen relevant sind. Hier sieht der Evaluator
eine Priorität bei den Maßnahmen, die sich an gewerblich-technische Branchensegmente richten. Die
soziale Dimension
der Nachhaltigkeit wird in diesem Vorhabensbereich im Wesentlichen dadurch
adressiert, dass sich die Chancen der qualifizierten Personen auf ein berufliches Fortkommen verbes-
sern.
Durch die Förderung des Ansatzes des Lebenslangen Lernens trägt der Vorhabensbereich zum Quer-
schnittsziel
Demografischer Wandel
bei. Die Fachevaluierung ergab hierbei, dass vor allem jüngere
Beschäftigte das Weiterbildungsangebot des Vorhabens nutzten. Ältere über 50 Jahren werden dage-
gen mit einem Anteil von 14 Prozent unterproportional erreicht, wobei für einen Ausbau der Förderung
dieser Zielgruppe durch konkurrierende Programme des Bundes enge Grenzen gesetzt sind.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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4.2.2
Vorhabensbereich A.1.2: Innovationsassistent – SMWK, Ref. Ref. 42
Der Vorhabensbereich adressiert insbesondere das Querschnittsziel der Nachhaltigkeit und
leistet einen Beitrag zur Bewältigung des demografischen Wandels.
Im Hinblick auf das Querschnittsziel
Chancengleichheit
zeigen die Ergebnisse der Fachevaluierung,
dass Frauen mit einem Anteil von 17 Prozent erreicht werden. Hier besteht aus Sicht der Evaluation
Handlungsbedarf, z. B. in Form von besonderen Anreizen für die Förderung.
Einen Beitrag zur Erreichung des Querschnittsziels der
Nachhaltigkeit
in der
ökonomischen Di-
mension
intendiert der Programmansatz insbesondere durch die langfristige Erhöhung der Innovati-
ons- und Wettbewerbsfähigkeit der geförderten Unternehmen, die Schaffung und Sicherung von Ar-
beitsplätzen, die Erhöhung der beruflichen Mobilität zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie die
Schaffung von zukunftsfähigeren Arbeitsplätzen. Die in der Fachevaluierung ermittelten Befragungs-
ergebnisse zeigen darüber hinaus, dass die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren teilweise ei-
nen Beitrag zur
ökologischen Nachhaltigkeit
leistet. So gab ein Drittel der befragten Unternehmen
an, dass sie Dank der Förderung Produkte oder Verfahren entwickelten, die zur ökologischen Nach-
haltigkeit beitragen. Die
soziale Dimension
ist in diesem Instrument von nachrangiger Bedeutung.
Durch die Vermeidung der Abwanderung junger hochqualifizierter Menschen aus Sachsen trägt der
Vorhabensbereich außerdem dem Querschnittsziel
Demografischer Wandel
Rechnung. Die Ergeb-
nisse der Befragungen der Fachevaluierung zeigen, dass mehr als 40 Prozent der Innovationsassis-
tenten Sachsen ohne die Förderung eventuell verlassen hätte.
4.2.3
Vorhabensbereich A.1.3: Weiterbildung, Beratung in LuF, ländlicher Raum, Umwelt –
SMUL, Ref. 23
Der Vorhabensbereich leistet insbesondere einen Beitrag zur ökologischen und ökonomi-
schen Nachhaltigkeit.
Im Hinblick auf das Querschnittsziel
Chancengleichheit
sieht der Vorhabensbereich A.1.3 keine be-
sonderen Instrumente oder Zielsetzungen vor. Im Ergebnis der Förderung werden Frauen mit einem
Anteil von 25 Prozent erreicht.
Durch den Bezug zur Steigerung der Anpassungsfähigkeit und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit
und durch die damit verbundenen Investitionen in das Humankapital in den genannten Sektoren in-
tendiert der Programmansatz insbesondere einen Beitrag zur Erreichung des Querschnittsziels der
ökonomischen Nachhaltigkeit
. Zudem ist ein Beitrag zur
ökologischen Nachhaltigkeit
durch das
Schaffen von Wissen und Bewusstsein für Umweltzusammenhänge angestrebt und wird mit themati-
schen Schwerpunktsetzungen im Programm umgesetzt. Die
soziale Dimension
der Nachhaltigkeit
wird in diesem Vorhabensbereich im Wesentlichen dadurch adressiert, dass sich die Chancen der
qualifizierten Personen auf ein berufliches Fortkommen verbessern.
Einen impliziten Beitrag zum Querschnittsziel des
demographischen Wandels
leistet der Vorha-
bensbereich durch die Förderung des Lebenslangen Lernens sowie durch Maßnahmen zur Verbesse-
rung der Innovations- und Anpassungsfähigkeit von Unternehmen. Die Ergebnisse der Fachevaluie-
rung zeigen darüber hinaus, dass es gelingt, auch Ältere über 50 Jahren mit einem Anteil von 30 Pro-
zent mit der Förderung zu erreichen.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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4.2.4
Vorhabensbereich A.1.4: Berufsbegleitende Qualifizierung im Sozial-, Gesundheitsbe-
reich – SMS, Ref. 12
Der Vorhabensbereich fokussiert auf die ökonomische Dimension des Querschnittsziels der
Nachhaltigkeit sowie die Bewältigung des demografischen Wandels.
Im Hinblick auf das Querschnittsziel
Chancengleichheit
sieht der Vorhabensbereich A.1.4 keine be-
sonderen Instrumente oder Zielsetzungen vor. Durch die thematische Ausrichtung am Sozial- und
Gesundheitsbereich und die in diesen Branchen hohen Anteile von weiblichen Beschäftigten werden
im Ergebnis der Förderung Frauen mit einem sehr hohen Anteil von 92 Prozent erreicht.
Einen Beitrag zur Erreichung des Querschnittsziels der
ökonomischen Nachhaltigkeit
intendiert der
Programmansatz insbesondere durch die Erhöhung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der
geförderten Unternehmen. Mit Blick auf die in der Fachevaluierung abgefragten Lerninhalte ist zu
konstatieren, dass Aspekte der ökonomischen Nachhaltigkeit bei über 50 Prozent der Antragstel-
ler/innen eine Rolle in den Schulungsinhalten spielten. Die Befragungsergebnisse aus der Fachevalu-
ierung zeigen ferner, dass die
ökologische Dimension
der Nachhaltigkeit im bestehenden Programm
kaum verankert ist. Vor dem Hintergrund der in diesem Vorhabensbereich verfolgten besonderen
Konzentration auf den Gesundheits- und Sozialbereich, einer hier festzustellenden nachrangigen Re-
levanz von ökologischen Themen und der Förderung von Qualifizierungen nach vorgegebenen Curri-
cula bestehen aus Sicht des Evaluators kaum Möglichkeiten, diesbezügliche Lehrgangsinhalte sinnvoll
in die Förderung zu integrieren.
Durch die Investitionen in das Humankapital und die Förderung des Lebenslangen Lernens zielt der
Programmansatz außerdem auf einen Beitrag zur Erreichung des Querschnittsziels
Demografischer
Wandel.
Die Weiterbildung sprach mehrheitlich eine verhältnismäßig junge Zielgruppe an, gleichzeitig
ist es vor dem Hintergrund der Zielsetzung des Lebenslangen Lernens positiv zu bewerten, dass Älte-
re über 50 Jahren mit einem Anteil von 18 Prozent erreicht wurden.
4.2.5
Vorhabensbereich A.1.5: Chancengleichheit: berufsbegleitende Qualifizierung – SMS,
Ref. 12
Im Sinne der Doppelstrategie verfolgt dieser Vorhabensbereich vor allem das Chancen-
gleichheitsziel. Aufgrund des geringen Umsetzungsstandes ist der Beitrag zu den Quer-
schnittszielen eingeschränkt.
Der Vorhabensbereich ist auf den Abbau von Hindernissen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
sowie von geschlechterspezifischen Benachteiligungen ausgerichtet. Letztere äußern sich z. B. darin,
dass Frauen häufiger als Männer in Teilzeitarbeitsverhältnissen und geringfügigen Beschäftigungs-
verhältnissen mit geringerem Verdienstniveau tätig sind. Darüber hinaus bieten klassische „Frauenbe-
rufe“ in der Regel geringere Entwicklungschancen als Berufe in männerdominierten Branchen und
sind durch ein größeres Arbeitslosigkeitsrisiko gekennzeichnet. Mit spezifischen berufsbegleitenden
Qualifizierungen sollen Frauen die Möglichkeit der Ausübung höherwertiger Tätigkeiten in zukunfts-
trächtigen Berufen oder der Übernahme von Führungsverantwortung erhalten. Eine weitere Intention
des Vorhabensbereichs liegt darin, Müttern und Vätern, die sich in Elternzeit befinden oder deren Ar-
beitsverhältnis ruht, den beruflichen Wiedereinstieg zu erleichtern. Des Weiteren sollen Maßnahmen
innerhalb sächsischer Unternehmen gefördert werden, die zur besseren Vereinbarkeit von Familie und
Beruf beitragen.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Die Förderung der
Chancengleichheit von Frauen und Männern
ist explizites Ziel des Vorhabens-
bereichs, der daher in besonderem Maße zu dem gleichlautenden Querschnittsziel beiträgt. Einen
Beitrag zur Erreichung des Querschnittsziels der
Nachhaltigkeit
soll der Vorhabensbereich insbeson-
dere durch die Erhöhung der Qualifikation und Beschäftigungsfähigkeit der geförderten Frauen leisten.
In der Konzeption des Programms finden sich keine Zielstellungen zum Thema ökologische Nachhal-
tigkeit; inwiefern diesbezügliche Lehrgangsinhalte sinnvoll in die Förderung integriert werden können,
kann die Evaluierung aufgrund des geringen Umsetzungsstandes nicht beurteilen.
Gleichzeitig wird in der Konzeption auch dem Querschnittsziel
Demografischer Wandel
Rechnung
getragen, da für ein hohes Qualifikations- und Beschäftigungsniveau von Frauen innerhalb einer al-
ternden Gesellschaft ein besonderer Bedarf besteht, um einem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Aufgrund des bisher geringen Programmfortschrittes konnten die intendierten Beiträge zu den Quer-
schnittszielen nur in sehr geringem Umfang tatsächlich umgesetzt werden.
4.2.6
Vorhabensbereich A.1.6: Berufsbegleitende Qualifizierung in der Kindertagesbetreu-
ung – SMK, Ref. 42
Es werden vor allem Nachhaltigkeitsziele adressiert.
Im Hinblick auf das Querschnittsziel
Chancengleichheit
sieht der Vorhabensbereich A.1.6 keine be-
sonderen Instrumente oder Zielsetzungen vor. Durch die thematische Konzentration auf das Thema
Kindertagesbetreuung und die in diesem Sektor vorherrschenden hohen Anteile von weiblichen Be-
schäftigten, werden im Ergebnis der Förderung Frauen mit einem sehr hohen Anteil von 96 Prozent
erreicht.
Einen Beitrag zur Erreichung des Querschnittsziels der
Nachhaltigkeit
in seiner
ökonomischen Di-
mension
leistet der Vorhabensbereich insbesondere durch die Erhöhung der Qualifikation und Be-
schäftigungsfähigkeit des geförderten Personals der Kindertageseinrichtung und die Weiterbildung
von Kindertagespflegepersonen. Eine Teilnahme an den geförderten Lehrgängen ist für diese Ziel-
gruppe teilweise eine formale Voraussetzung für die Ausübung ihrer Tätigkeit. Die
ökologische Di-
mension
der Nachhaltigkeit ist im Programm durch die auf dem sächsischen Bildungsplan aufbauen-
den Lehrgangscurricula hinreichend berücksichtigt, die umweltpädagogische Elemente enthalten.
Einen Beitrag zur
sozialen Dimension
leistet der Vorhabensbereich insbesondere durch die Verbes-
serung der Beschäftigungsfähigkeit des Personals in den Kindertageseinrichtungen sowie mittelbar
durch Verbesserung der Entwicklungschancen der durch dieses Personal betreuten Kinder.
Durch den letztgenannten Aspekt wird gleichzeitig auch dem Querschnittsziel
Demografischer Wan-
del
Rechnung getragen, da ein hohes Qualifikationsniveau der heranwachsenden Generationen ein
Mittel ist, um einem Fachkräftemangel innerhalb einer alternden Gesellschaft entgegenzuwirken.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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4.2.7
Vorhabensbereich A.2.1: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft – SMWA,
Ref. 35
Der Vorhabensbereich adressiert die ökonomische Dimension des Querschnittsziels Nach-
haltigkeit und leistet durch die Vermeidung der Abwanderung junger Menschen einen Bei-
trag zur Bewältigung des demografischen Wandels. Es bestehen Potenziale für eine stärke-
re Verankerung der ökologischen Dimension des Querschnittsziels Nachhaltigkeit.
Im Hinblick auf das Querschnittsziel
Chancengleichheit
sieht der Vorhabensbereich A.2.1 keine be-
sonderen Instrumente oder Zielsetzungen vor. Die Analyse der Zusammensetzung der Teilneh-
mer/innen ergab, dass Frauen nicht an allen Standorten gleichermaßen erreicht werden. Unter den
3.212 Nutzer/innen der Angebote in den Handlungsfeldern Qualifizierung sowie Beratung und Betreu-
ung, die in den durch die Gründerinitiativen übermittelten Datensätzen verzeichnet sind, wurde im
Ergebnis der Förderung ein Frauenanteil von ca. 40 Prozent erreicht.
Einen Beitrag zur Erreichung
ökonomischen Dimension
des Querschnittsziels
Nachhaltigkeit
in-
tendiert der Vorhabensbereich insbesondere durch die langfristige Erhöhung der Innovations- und
somit Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft. Hierfür werden Instrumente zur Verbesserung
des Gründungsklimas und der Begleitung von Gründungen wirksam eingesetzt. Ferner zeigen die
Ergebnisse der Fachevaluierung, dass die
ökologische Dimension
der Nachhaltigkeit bislang punk-
tuell verfolgt wird, beispielsweise in Veranstaltungen zu Zukunftsthemen oder Ideenwerkstätten. Auf-
grund der hohen Reichweite des Programms sieht die Evaluierung in diesem Vorhabensbereich Po-
tenziale, das Wissen und Bewusstsein für Umweltzusammenhänge stärker als bisher zu integrieren.
Insbesondere kann Wissen und Bewusstsein durch einen systematischeren Einsatz von Veranstaltun-
gen, die am Thema ökologische Nachhaltigkeit ausgerichtet sind, und die sich verstärkt an Grün-
dungsinteressierte aus dem technisch-naturwissenschaftlich orientierten Fachgebieten verankert wer-
den. Notwendige Vorarbeit hierfür ist eine stärkere Operationalisierung der zugehörigen Ziele und der
anzuwendenden Instrumente. Bei einer möglichen Konzeption und Umsetzung sollte zur Sicherstel-
lung eines bedarfsgerechten Angebots eine Abstimmung mit den Trägerhochschulen erfolgen. Dar-
über hinaus zeigen die Ergebnisse der Fachevaluierung, dass die Förderung einen Beitrag zur
sozia-
len Dimension
der Nachhaltigkeit leistet, da von den Gründungen Beschäftigungseffekte ausgehen.
Durch die Vermeidung der Abwanderung junger qualifizierter Menschen aus Sachsen kann der Vor-
habensbereich außerdem einem Fachkräftemangel entgegenwirken und somit auch dem Quer-
schnittsziel
Demografischer Wandel
Rechnung tragen.
4.2.8
Vorhabensbereich A.2.2: Mikrodarlehen – SMWA, Ref. 35
Das Instrument leistet vor allem einen Beitrag zur ökonomischen und sozialen Dimension
der Nachhaltigkeit.
Die Dimension der
Chancengleichheit
ist im Instrument durch die Förderung von Kleingründungen
angelegt. In der Fachevaluierung wurde darüber hinaus festgestellt, dass mit einem Frauenanteil von
43 Prozent im Ergebnis der Förderung ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis erreicht wurde.
Einen Beitrag zur Erreichung des Querschnittsziels der
Nachhaltigkeit
in ihrer
ökonomischen Di-
mension
intendiert der Vorhabensbereich insbesondere durch die Förderung von Gründungsaktivitä-
ten. Zur
ökologischen Dimension
sieht der Vorhabensbereich A.2.2 keine besonderen Instrumente

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung Prioritätsachse A
ENDBERICHT 2.0 -md.doc
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oder Zielsetzungen vor. Vor dem Hintergrund der Schwerpunktsetzung dieses Vorhabensbereichs
bestehen aus Sicht des Evaluators kaum Möglichkeiten, diese Dimension stärker in der Förderung zu
berücksichtigen. Durch die Unterstützung von Kleingründungen aus der Arbeitslosigkeit und die zuge-
hörigen Beschäftigungseffekte leistet das Programm insbesondere einen Beitrag zur
sozialen Di-
mension
der Nachhaltigkeit. Dies wurde von den Erhebungen in den Fachevaluierungen ausdrücklich
bestätigt.
Die erreichten Beschäftigungseffekte zeigen darüber hinaus einen Beitrag zum Querschnittsziel
De-
mografischer Wandel
auf, indem das Instrument auf die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung ausgerich-
tet ist.
4.3 Schlussfolgerung und Empfehlung
Im Ergebnis der Förderung leistet das Portfolio der Prioritätsachse A einen sichtbaren Bei-
trag zum Querschnittsziel Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels
und zur ökonomischen Dimension des Ziels Nachhaltigkeit. Verbesserungsbedarfe beste-
hen hinsichtlich der Chancengleichheit und der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit.
Die einzelnen Bewertungen bezüglich des Beitrages der Vorhabensbereiche zu den einzelnen Quer-
schnittszielen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
Vorhabensbereich
Chancengleichheit
Nachhaltigkeit
(ökonomisch, ökologisch, sozial)
Demografie
A.1.1
Weiterbildung,
Beratung,
Innovative
Projekte –
SMWA, Ref.
24
Verbesserung durch individuelles
Förderverfahren
Es werden gut ausgebildete Frauen
erreicht
Verbesserungsbedarf bei typischen
Rollenmustern
Ökonomisch: höherwertige und
innovationsorientierte Qualifizierun-
gen
Ökologisch: Ausbaubedarf bei
ökologischen Themen
Sozial: Verbesserung von Chancen
durch Qualifizierung
Lebenslanges Lernen
Starke Nutzung nur Jüngere,
Ältere unterrepräsentiert
Fachkräftemangel
A.1.2
Innovationsas-
sistent –
SMWK, Ref.
42
Verbesserungsbedarf bei der Betei-
ligung von Frauen
Ökonomisch: Erhöhung der Innova-
tionstätigkeit
Ökologisch : Projekte sind teilweise
auf ökologische Dimension ausge-
richtet
Sozial: Instrumentenbedingt geringe
Relevanz
Verhinderung der Abwanderung
Jüngerer
A.1.3
Weiterbildung,
Beratung in
LuF, ländlicher
Raum, Umwelt
– SMUL, Ref.
23
Keine besondere Ausrichtung
Ökonomisch: Investition in Human-
kapital und Innovationsfähigkeit von
Unternehmen
Ökologisch: Thematische Schwer-
punkte im Programm
Sozial: Verbesserung von Chancen
durch Qualifizierung
Lebenslanges Lernen
Ältere werden mit einem hohen
Anteil von 30 Prozent erreicht.
A.1.4
Berufsbegl.
Qualifizierung
im Sozial-/
Gesundheits-
bereich –
SMS, Ref. 12
Hoher Anteil weiblicher Teilnehme-
rinnen, bedingt durch den hohen
Anteil von Frauen in diesem Sektor
Ökonomische Nachhaltigkeit:
Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit
Ökologisch: Kaum Berücksichtigung
in den Lehrgangsinhalten. Geringe
Relevanz.
Sozial: Verbesserung von Chancen
durch Qualifizierung
Lebenslanges Lernen
A.1.5
Chancen-
gleichheit:
berufsbeglei-
tende Qualifi-
zierung –
SMS, Ref. 12
Geringer Programmfortschritt
Problematisch im Hinblick auf die
Doppelstrategie
Aufgrund der bestehenden hohen
Spezifität der Förderung keine be-
sondere Ausrichtung.
Lebenslanges Lernen, Verbesse-
rung des Qualifikationsniveaus

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Vorhabensbereich
Chancengleichheit
Nachhaltigkeit
(ökonomisch, ökologisch, sozial)
Demografie
A.1.6
Berufsbeglei-
tende Qualifi-
zierung in der
Kindertages-
betreuung –
SMK, Ref. 42
Keine besondere Ausrichtung
Sektor ist Frauendomäne
Ökonomisch: Unterstützung von
Tagespflegepersonen
Ökologisch: Berücksichtigung in
Curricula gem. Sächsischen Bil-
dungsplan
Sozial: Verbesserung der Entwick-
lungschancen der betreuten Kinder
Mittelbare Wirkung durch qualitative
Verbesserung der Kindertages-
betreuung
A.2.1
Unterneh-
mensgründun-
gen aus der
Wissenschaft
– SMWA, Ref.
35
Frauen teilweise unterrepräsentiert
Ökonomisch: Verbesserung des
Gründungsklimas und Förderung
von Gründungsvorhaben
Ökologisch: bisher punktuell ver-
folgt. Ausbaupotenzial vorhanden
Sozial: Beschäftigungseffekte durch
gegründeten Unternehmen
Vermeidung der Abwanderung
junger qualifizierter Menschen
Geringe Nachfrage bei Thema
Unternehmensnachfolge
Erhöhung der Erwerbsbeteiligung
A.2.2
Mikrodarlehen
– SMWA, Ref.
35
Instrumentenbedingt hohe Ausrich-
tung auf Chancengleichheit
Ausgewogenes Geschlechterver-
hältnis
Ökonomisch: Gründungsaktivität
Ökologisch: geringe Relevanz,
wenig Ausbaupotenzial
Sozial: Unterstützung von Klein-
gründungen, Beschäftigungseffekte
Erhöhung der Erwerbsbeteiligung
Tabelle 10: Beitrag der Vorhabensbereiche zu den Querschnittszielen
Bezüglich der einzelnen Querschnittsziele leitet die Evaluierung in der Synthese über die Prioritäts-
achse folgende Schlussfolgerungen ab:
Chancengleichheit
Die Prüfung auf Basis der Ergebnisse der Fachevaluierung bestätigt die in der dritten Bewertung
des Operationellen Programms getroffenen Feststellungen.
In mehreren Programmsegmenten ist die Teilhabe von Frauen verbesserungswürdig, insbesonde-
re in den Vorhabensbereichen Weiterbildung (A.1.1
), Innovationsassistent (A.1.2) sowie in einem
Teil der Gründerinitiativen (A.2.1). Im Vorhabensbereich A.1.1 wurde durch das individuelle För-
derverfahren eine Verbesserung der Teilhabe von Frauen erreicht. Es besteht insbesondere in den
genannten Vorhabensbereichen Handlungspotenzial hinsichtlich der Ansprache beider Geschlech-
ter, der geschlechtsspezifischen Programmausgestaltung sowie der Setzung entsprechender An-
reize zur Verbesserung der Zielerreichung.
Im Hinblick auf die Doppelstrategie, auch spezifisch auf dieses Querschnittsziel ausgerichtete
Maßnahmen zu fördern, hat die Fachevaluierung für den bisher nur in geringem Umfang nachge-
fragten Vorhabensbereich A.1.5 (Chancengleichheit) Wege zu einer Verbesserung des Programm-
fortschritts aufgezeigt.
Mit Blick auf die kommende Förderperiode sollte dieses Ziel in der zukünftigen Ausgestaltung der
Programme zudem stärker als bisher in den Programmkonzepten und Richtlinien verankert werden.
Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch, sozial)
Die
ökonomische Dimension
der Nachhaltigkeit sieht die Evaluierung in der Breite des Portfolios
umgesetzt. Der Strategie entsprechend fokussieren insbesondere die eingesetzten Qualifizierungs-
instrumente mit z. T. hochwertigen und auf Innovation ausgerichteten Maßnahmen zu Investitionen
in Humankapital und fördern die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Die Ergebnisse der Evaluierung zeigen, dass die
ökologische Dimension
der Nachhaltigkeit bis-
lang punktuell im Förderportfolio verankert ist, so dass dieses Ziel im Ergebnis der Förderung nur
eingeschränkt erreichbar ist. Das in der Strategie im Hinblick auf diese Dimension vorgesehene
zentrale Vorhaben, einen Beitrag zur ökologisch nachhaltigen Entwicklung vor allem durch die Ver-
mittlung von Wissen und Bewusstsein für Umweltzusammenhänge zu schaffen, sollte aus Sicht der
Evaluierung intensiviert werden. Besonderes Potenzial sieht die Evaluierung in den breiteren und
auf höhere Reichweiten ausgelegten Vorhabensbereichen des Portfolios, wie in den Vorhabensbe-
reichen A.1.1 (Weiterbildung) und A.2.1 (Gründerinitiativen). Hier werden die durch die breite An-
sprache der Zielgruppe entstehenden Möglichkeiten noch nicht konsequent genug genutzt. Aus
Sicht der Evaluierung bieten sich z. B. die stärkere Adressierung des Themas durch Ergänzung re-
levanter Inhalte (z. B. mit Bezug zu den Themen Ressourceneffizienz oder erneuerbare Energien)
in bestehende Maßnahmen oder die Durchführung von Ideenwettbewerben an. In der Beratung der
potenziellen Gründer/innen kann dieses Thema auch bei der Bewertung von Gründungspotenzia-
len (z. B. hinsichtlich besonders zukunftsträchtiger Geschäftsfelder der Umwelttechnik) oder the-
menbezogenen Veranstaltungen bzw. Qualifizierungsangeboten stärker adressiert werden. Vor-
aussetzung für eine stärkere Integration ökologischer Themen ist eine Operationalisierung der da-
mit verbundenen Ziele und Instrumente. Mit Blick auf die kommende Förderperiode sollte dieses
Ziel in der zukünftigen Ausgestaltung der Programme zudem stärker als bisher in den Programm-
konzepten und Richtlinien verankert werden. In den eher spezialisierten und auf bestimmte Ziel-
gruppen ausgerichteten Teilen des Portfolios ist eine stärkere Ausrichtung auf die ökologische Di-
mension ebenfalls möglich, wobei hier zu beachten ist, dass das Thema nicht für alle Bereiche glei-
chermaßen relevant ist.
Die
soziale Dimension
der Nachhaltigkeit wird in der Prioritätsachse A insbesondere mit Qualifi-
zierungsmaßnahmen verfolgt, die auf die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit ausgerichtet
sind und die die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Darüber hinaus gehen von den Maß-
nahmen für Gründer/innen Beschäftigungseffekte aus, die insbesondere im Vorhabensbereich
A.2.2 (Mikrodarlehen) auch Arbeitslosen zugute kommen.
Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Wandels
In der Gesamtbetrachtung auf Grundlage der Ergebnisse der Fachevaluierung sieht die Evaluie-
rung dieses Querschnittsziel hinreichend in der Prioritätsachse A verankert. Nahezu alle Maßnah-
men adressieren Lebenslanges Lernen als Instrument und leisten mit teilweise qualitativ hochwer-
tigen Maßnahmen einen Beitrag zur Bewältigung des Fachkräftemangels. Es gelingt im Großen
und Ganzen die avisierten Zielgruppen zu erreichen, wenngleich im Vorhabensbereich A.1.1 noch
ungenutzte Potenziale sichtbar sind, Ältere stärker als bisher zu fördern. Ebenso sind im Portfolio
Instrumente implementiert, die zu einer Abmilderung der Abwanderung von jungen Menschen bei-
tragen. Hier sind insbesondere der Innovationsassistent und die Gründungsprogramme zu nennen.
Vor dem Hintergrund der Analyse und der Schlussfolgerungen kommt die Evaluierung zu folgender
Empfehlung:

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Umsetzung der Querschnittsziele
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Empfehlung 4
Nachjustierungen zur Verbesserung der Zielerreichung in den Querschnittszielen Chancengleichheit
und der ökologischen Dimension des Querschnittsziels Nachhaltigkeit
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Querschnittsziel Chancengleichheit
In den Vorhabensbereichen A.1.1 Weiterbildung, A.1.2
Innovationsassistent, A.2.1 Unternehmensgründungen
aus der Wissenschaft ist die Teilhabe von Frauen
verbesserungswürdig
Verbesserung der Ansprache beider Geschlechter in den genann-
ten Programmen, ggf. Setzen von besonderen Anreizen, Umset-
zung der diesbezüglichen Empfehlungen aus der Fachevaluie-
rung.
Mit Blick auf die neue Förderperiode stärkere Untersetzung des
Chancengleichheitsziels in den Richtlinien und Förderkonzepten.
SMWA, Ref. 24
SMWK, Ref. 42
SMWA, Ref. 35
Geringer Umsetzungsstand des Vorhabensbereichs
A.1.5 Chancengleichheit
Umsetzung der in der Fachevaluierung im Detail empfohlenen
Maßnahmen zur grundsätzlichen Überarbeitung des Programms.
SMS, Ref. 12
Querschnittsziel Nachhaltigkeit
Die ökologische Dimension ist bislang nur punktuell im
Förderportfolio verankert, so dass dieses Ziel im
Ergebnis der Förderung nur eingeschränkt erreichbar
ist.
Intensivierung des in der Strategie vorgesehenen Instruments der
Vermittlung von Wissen und Bewusstsein für Umweltzusammen-
hänge in Vorhabensbereichen mit breiter Aufstellung und höherer
Reichweite:
Im Vorhabensbereich A.1.1 (Weiterbildung): stärkere Integrati-
on der ökologischen Dimension durch Ergänzung relevanter
Lehrgangsinhalte in bestehenden Maßnahmen, Durchführung
von Ideenwettbewerben, Setzen von Anreizen im Rahmen des
Bewilligungsverfahrens mit Priorität bei den Maßnahmen, die
sich an gewerblich-technische Branchensegmente richten.
Im Vorhabensbereich A.2.1 (Gründerinitiativen), durch einen
systematischeren Einsatz von Veranstaltungen, die am Thema
ausgerichtet sind mit Schwerpunkten auf Gründungsinteres-
sierte aus dem technisch-gewerblichen Bereich.
Notwendige Vorarbeit ist eine stärkere Operationalisierung der
zugehörigen Ziele und der anzuwendenden Instrumente im Sinne
eines abgestimmten Konzepts.
In den eher spezialisierten und auf bestimmte Zielgruppen ausge-
richteten Teilen des Portfolios ist eine stärkere Ausrichtung auf
die ökologische Dimension ebenfalls möglich, gleichwohl sollten
hier Zielkonflikte zwischen der jeweiligen Ausrichtung und der
ökologischen Dimension abgewogen werden.
Mit Blick auf die neue Förderperiode stärkere Untersetzung der
ökologischen Dimension in den Richtlinien und Förderkonzepten.
Alle
Fondsbewirt-
schafter in Zusam-
menarbeit mit SMUL
Insbesondere:
SMWA Ref. 24 und
35

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Anhang
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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5 Anhang
5.1 Liste der Empfehlungen
Empfehlung 1
Prüfung und Nachjustierung des Programmportfolios für die Herausforderungen 2 und 4
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Das Adressieren der Herausforderung 2 (höhere
Forschungsintensität) erfüllt die Erwartungen nur
bedingt.
Prüfung der Möglichkeiten für eine Intensivierung der Vorhabens-
bereiche, die einen Beitrag zur Erhöhung der Forschungsintensi-
tät leisten können, im Einzelnen:
A.1.2 Innovationsassistent,
A.2.1: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
A.1.1: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte.
Im Hinblick auf die kommende Förderperiode und die zunehmen-
de Bedeutung innovativen Wachstums in der Strategie Europa
2020 empfiehlt die Evaluierung darüber hinaus eine frühzeitige
Ausarbeitung von Konzepten und Szenarien, mit welchen Instru-
menten dieses Ziel in Zukunft stärker in der Förderung verankert
werden kann.
SMWA Ref. 24 und
35,
SMWK Ref. 42
Geringe Abdeckung der Herausforderung 4, Wissens-
und technologieorientierte Unternehmensgründungen
Prüfung der in der Fachevaluierung genannten Maßnahmen zur
Erhöhung technologie- bzw. wissensintensiver Gründungen im
Vorhabensbereich A.2.1 Unternehmensgründungen aus der
Wissenschaft, z.B. Technologiescouting, Begleitung der Entwick-
lung marktreifer Produkte.
Im Hinblick auf die kommende Förderperiode empfiehlt die
Evaluierung darüber hinaus die Erstellung einer grundlegenden
Konzeption und die Prüfung zusätzlicher oder alternativer Instru-
mente zur stärkeren Verankerung dieses Ziels in der Förderung.
SMWA Ref. 35
Empfehlung 2
Prüfung und Nachjustierung des Programmportfolios im Einsatzfeld 1
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Die Ergebnisse der im Einsatzfeld geförderten Netz-
werk- und Pilotprojekte haben insbesondere im Vor-
habensbereich A.1.1 einen hohen Anteil an der Förde-
rung, wobei die intendierten Wirkungen nicht genau
genug definiert und, zwar vereinzelt wissenschaftlich
begleitetet, aber derzeit nicht Gegenstand der Evaluie-
rung sind.
Dokumentation von Zielen oder einer Gesamtstrategie
Evaluierung der Förderung
SMWA Ref. 24
Zwischen der Zielsetzung, Beschäftigungseffekte zu
erzielen und den anderen strategischen Zielen, z.B.
der Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung
und -bereitschaft bestehen Zielkonflikte.
Anpassung der strategischen Ziele dahingehend, dass Beschäfti-
gungseffekte nur punktuell erreicht werden können.
Sofern Beschäftigungseffekte in einzelnen Fördergegenständen
erwünscht sind, stärkere Operationalisierung der Zielsetzungen,
Instrumente und Steuerungsmechanismen.
VB-ESF
Fondsbewirtschafter
des Einsatzfeldes 1.
Die wirtschaftsnahe Ausrichtung der Förderung und
die Orientierung am Bedarf der Unternehmen haben
sich in der Qualifizierungsförderung im Vorhabensbe-
reich A.1.1 als erfolgreich erwiesen. Diese Orientie-
rung ist im Portfolio des Einsatzfeldes 1 ausbaufähig.
Prüfung eines möglichen Ausbaus der individuellen und unter-
nehmensorientierten Förderung auch in den anderen Einsatzfel-
dern. Aufgreifen diesbezüglicher Vorschläge aus der Fachevalu-
ierung.
Fondsbewirtschafter
des Einsatzfeldes 1.

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Anhang
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Steria Mummert Consulting AG
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Empfehlung 3
Punktueller Verbesserungsbedarf im Einsatzfeld 2
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Die dauerhafte Verankerung in den Hochschulen und
die Finanzierung der Gründerinitiativen sind nicht
hinreichend gesichert.
Umsetzung der Empfehlungen aus der Fachevaluierung:
Zur Sicherung einer dauerhaften Verankerung der Gründungsför-
derung an den Hochschulen empfiehlt die Evaluierung die Ent-
wicklung von Konzepten zur dauerhaften Sicherstellung eines
Kernangebots für Gründungsinteressierte. Diese sollten insbe-
sondere eine Strategie enthalten, wie der Finanzierungsanteil aus
Eigenmitteln der Trägerorganisationen oder anderen Quellen
dauerhaft sichergestellt werden kann.
SMWA Ref. 35
Geringer Anteil von wissens- und technologieintensi-
ven Gründungen im Vorhabensbereich Gründerinitiati-
ven.
Umsetzung der Empfehlungen aus der Fachevaluierung:
Prüfung, inwieweit die Gründer/innen noch stärker auf inhaltliche
Unterstützungs- und Beratungsangebote mit dem Ziel der Opti-
mierung des Geschäftsmodells hingewiesen werden können.
SMWA Ref. 35
Im Vorhabensbereich Mikrodarlehen wird flankieren-
der Beratungsbedarf der Geförderten deutlich.
Prüfung, inwieweit die Gründer/innen noch stärker auf inhaltliche
Unterstützungs- und Beratungsangebote mit dem Ziel der Opti-
mierung des Geschäftsmodells hingewiesen werden können.
SMWA Ref. 35

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
Anhang
Programmevaluierung Prioritätsachse A
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Empfehlung 4
Nachjustierungen zur Verbesserung der Zielerreichung in den Querschnittszielen Chancengleichheit
und der ökologischen Dimension des Querschnittsziels Nachhaltigkeit
Problemskizze
Empfehlung
Adressat
Querschnittsziel Chancengleichheit
In den Vorhabensbereichen A.1.1 Weiterbildung, A.1.2
Innovationsassistent, A.2.1 Unternehmensgründungen
aus der Wissenschaft ist die Teilhabe von Frauen
verbesserungswürdig
Verbesserung der Ansprache beider Geschlechter in den genann-
ten Programmen, ggf. Setzen von besonderen Anreizen, Umset-
zung der diesbezüglichen Empfehlungen aus der Fachevaluie-
rung.
Mit Blick auf die neue Förderperiode stärkere Untersetzung des
Chancengleichheitsziels in den Richtlinien und Förderkonzepten.
SMWA, Ref. 24
SMWK, Ref. 42
SMWA, Ref. 35
Geringer Umsetzungsstand des Vorhabensbereichs
A.1.5 Chancengleichheit
Umsetzung der in der Fachevaluierung im Detail empfohlenen
Maßnahmen zur grundsätzlichen Überarbeitung des Programms.
SMS, Ref. 12
Querschnittsziel Nachhaltigkeit
Die ökologische Dimension ist bislang nur punktuell im
Förderportfolio verankert, so dass dieses Ziel im
Ergebnis der Förderung nur eingeschränkt erreichbar
ist.
Intensivierung des in der Strategie vorgesehenen Instruments der
Vermittlung von Wissen und Bewusstsein für Umweltzusammen-
hänge in Vorhabensbereichen mit breiter Aufstellung und höherer
Reichweite:
Im Vorhabensbereich A.1.1 (Weiterbildung): stärkere Integrati-
on der ökologischen Dimension durch Ergänzung relevanter
Lehrgangsinhalte in bestehenden Maßnahmen, Durchführung
von Ideenwettbewerben, Setzen von Anreizen im Rahmen des
Bewilligungsverfahrens mit Priorität bei den Maßnahmen, die
sich an gewerblich-technische Branchensegmente richten.
Im Vorhabensbereich A.2.1 (Gründerinitiativen), durch einen
systematischeren Einsatz von Veranstaltungen, die am Thema
ausgerichtet sind mit Schwerpunkten auf Gründungsinteres-
sierte aus dem technisch-gewerblichen Bereich.
Notwendige Vorarbeit ist eine stärkere Operationalisierung der
zugehörigen Ziele und der anzuwendenden Instrumente im Sinne
eines abgestimmten Konzepts.
In den eher spezialisierten und auf bestimmte Zielgruppen ausge-
richteten Teilen des Portfolios ist eine stärkere Ausrichtung auf
die ökologische Dimension ebenfalls möglich, gleichwohl sollten
hier Zielkonflikte zwischen der jeweiligen Ausrichtung und der
ökologischen Dimension abgewogen werden.
Mit Blick auf die neue Förderperiode stärkere Untersetzung der
ökologischen Dimension in den Richtlinien und Förderkonzepten.
Alle
Fondsbewirt-
schafter in Zusam-
menarbeit mit SMUL
Insbesondere:
SMWA Ref. 24 und
35

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Programmevaluierung der Prioritätsachse A
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Programmevaluierung Prioritätsachse A
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5.2 Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Herausforderungen des Freistaates
Sachsen. Quelle: Operationelles Programm...........14
Abbildung 2 Überblick über die strategischen Ziele des
Operationellen Programms.....................................28
Abbildung 3 Überblick zu Querschnittszielen des
Operationellen Programms .................................... 49
5.3 Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Beiträge der Vorhabensbereiche der
Prioritätsachse A zur Herausforderung 1................16
Tabelle 2: Beiträge der Vorhabensbereiche der
Prioritätsachse A zur Herausforderung 2................19
Tabelle 3: Beiträge der Vorhabensbereiche der
Prioritätsachse A zur Herausforderung 3................20
Tabelle 4: Beiträge der Vorhabensbereiche der
Prioritätsachse A zur Herausforderung 4................23
Tabelle 5: Beiträge der Vorhabensbereiche der
Prioritätsachse A zu den Herausforderungen 5 bis
9.............................................................................24
Tabelle 6: Beiträge der Vorhabensbereiche der
Prioritätsachse A zu den Herausforderungen 1 bis
4 im Überblick........................................................ 25
Tabelle 7: Innovationsassistent – Förderkonditionen im
Vergleich................................................................ 34
Tabelle 8: Beiträge der Vorhabensbereiche des
Einsatzfeldes 1 zu den strategischen Zielen........... 40
Tabelle 9: Beiträge der Vorhabensbereiche des
Einsatzfeldes 2 zu den strategischen Zielen........... 47
Tabelle 10: Beitrag der Vorhabensbereiche zu den
Querschnittszielen.................................................. 57