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Geschäftsbericht 2020
Messen · Analysieren · Beobachten

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INHALT
03
Vorwort
05
Strategische Handlungsfelder
UNTERNEHMERISCHE GESCHÄFTSFELDER
08
Immissionsschutz
12
Strahlenschutz
18
Messnetzbetrieb Wasser und Meteorologie
28
Landwirtschaftliches Untersuchungswesen
36
Umweltanalytik
52
Naturschutzmonitoring
ANLAGEN
61
Organigramm
62
Auszug aus Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020
66
Bilanz zum 31. Dezember 2020
68
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2020
VORWORT
Mit dem vorliegenden Geschäftsbericht informieren wir Sie über Schwerpunkte unserer
Arbeit im Jahr 2020. Wie Sie den folgenden Seiten entnehmen können, waren unsere
Tätigkeiten wieder von einem Mix aus routinierten Arbeiten einerseits und besonde-
ren Heraus forderungen auf der anderen Seite geprägt. Die Coronapandemie hatte die
Arbeits fähigkeit maßgeblich beeinflusst: die Erledigung der Arbeitsaufgaben mussten
mit den Hygienevorschriften zur Unterbrechung der Infektionsketten ständig in Über-
einstimmung gebracht werden.
Zum ersten Male konnten wir auf Basis des im Jahr 2019 bestätigten neuen Betriebs-
konzeptes unsere Aufgaben erfüllen. Somit werden die Vorgaben der Sächsischen
Haushaltordnung erfüllt, wonach die Staatsbetriebe u. a. eine wirksame betriebswirt-
schaftliche Ergebnissteuerung und -kontrolle mittels Produkthaushalt, Zielvereinba-
rungen und kennzahlengestütztem Berichtswesen sicherzustellen haben. Die inten-
siven Abstimmungen mit den fachaufsichtsführenden Stellen erfolgten dabei auf der
Grundlage von 50 Produkten, mit denen das Aufgabenspektrum der BfUL abgebildet
wird.
Wir als BfUL werden stets an unserer Zuverlässigkeit gemessen. Für alle dem Integrier-
ten Managementsystem (IMS) zugrundeliegenden Normen des Qualitätsmanagements
nach ISO/IEC 17025 sowie des Umweltmanagements nach ISO 14001 waren Überprü-
fungen turnusgemäß fällig und wurden erfolgreich abgeschlossen.
In den Geschäftsbereichen gab es wieder eine Vielzahl komplexer Aufgaben, die nur
durch ein hohes Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewältigt wer-
den konnten. Dabei ist die geschäftsbereichsübergreifende Zusammenarbeit inzwi-
schen fest etabliert. Dies spiegelt die gemeinsame Anwendung und Weiterentwicklung
moderner Mess- und Analysetechnik sowie –verfahren die Innovationskraft unserer
Einrichtung wider. Die jährlich rund 2.500 Beschaffungsvorgänge gewährleisten dafür
einen reibungslosen Ablauf.
Ich möchte mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BfUL für die fort-
laufend sehr erfolgreiche Arbeit bedanken. Die positiven Rückmeldungen unserer Auf-
traggeber sind uns auch weiterhin Ansporn für unsere vielfältigen Mess- und Analyse-
aufgaben.
Dr. Mathias Böttger
Geschäftsführer
Radebeul, im Juli 2021

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STRATEGISCHE
HANDLUNGS­
FELDER
Wir hatten uns wieder anspruchsvolle Ziele gesetzt, die wir zum
ersten Male auf Basis des im Jahr 2019 bestätigten Betriebs-
konzeptes erfüllen konnten. Der Haushalt des Freistaates Sach-
sen ermöglichte eine stabile Finanzierung der zu erledigenden
Aufgaben. Stellen von ausscheidenden Mitarbeitern konnten
nach- und in besonders wichtigen Aufgabenfeldern auch einzel-
ne Stellen neu besetzt werden. Eine fortlaufende Aufgabenkritik
war deshalb notwendig und konnte im Rahmen der Fachauf-
sichtsgespräche mit dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie (LfULG) erfolgreich gestaltet werden. Neben dem
Betriebskonzept ist das Fachaufsichtspapier des LfULG Grund-
lage unserer Arbeit. Dort sind die Anforderungen an die BfUL zu
Qualität, Untersuchungshäufigkeit, Ergebnisform und Berichts-
termin festgeschrieben.
Die Coronapandemie stellte uns aber vor besondere Herausfor-
derungen. Eine entscheidene Aufgabe war, Infektionsketten zu
unterbrechen und gleichzeitig die Arbeitsfähigkeit weitestge-
hend aufrecht zu erhalten. Der fortlaufend aktualisierte Pan-
demieplan der BfUL gab den organisatorischen Rahmen vor, auf
dessen Grundlage die einzelnen Geschäftsbereiche eigenver-
antwortlich den Dienstbetrieb organisieren konnten. Mit Ver-
antwortungsbewusstsein und Engagement wurden die an uns
gestellten Aufgaben zum Großteil erledigt. Die Anzahl der Ge-
schäftsanfälle erreichte dennoch nicht das Niveau des Vorjahres.
Der Haushalt hatte einen Umfang von ca. 25,5 Mio. Euro. 226
Stellen waren zu bewirtschaften. Das Anlagevermögen von über
27 Mio. Euro ist unterteilt in ca. 14.000 Anlagegüter. Insgesamt
wurden über 2.500 Beschaffungen ausgelöst. Den Jahresab-
schluss 2020 hat die Wirtschaftsprüfergesellschaft im Juni 2021
bestätigt, er ist in Auszügen als Anlage beigefügt. Im Rahmen
von E-Government konnte die Basiskomponente „elektronische
Vorgangsbearbeitung und Aktenführung eVA.SAX“ erfolgreich
eingeführt werden. Am Ende der zweijährigen Projektphase
wurde somit eine effektive und rechtssichere elektronische Ver-
waltung und Verarbeitung von Dokumenten ermöglicht.
Darauf aufbauend werden in den Folgejahren weitere Verwal-
tungsprozesse sukzessive eingebunden.
Im IT-Bereich konnte durch Erneuerungen im Hard- und Software-
bereich für Client und Server der Energiebedarf im Vergleich zu
Altgeräten um 90 % bei den Clients und 75 % bei den Servern re-
duziert werden. Dadurch ist auch der Energiebedarf bei der Kli-
matisierung in den Serverräumen erheblich gesunken. Für eine
verbesserte Datensicherheit einschließlich deren Verwaltung
wurde das bestehende System erweitert. Aufgrund der SARS-
CoV-2-Pandemie stieg das Interesse an Home-Office enorm an.
Der IT gelang es jedoch innerhalb kürzester Zeit, rund 100 Be-
schäftigten die entsprechende Technik zur Verfügung zu stellen.
Das Integrierte Managementsystem (IMS) gewährleistet ein vor-
ausschauendes und nachhaltiges Prozessmanagement innerhalb
der BfUL. Schwerpunkt und somit grundlegende Voraussetzung
für belastbare Messwerte und Analysedaten ist die Absicherung
eines einheitlichen und hohen Qualitätsniveaus. Die anstehen-
den Aufgaben zum IMS waren umfangreich und deshalb so über
das Jahr verteilt, dass die Durchführung realistisch erschien.
Die Kontaktreduzierung infolge der Pandemie traf mitten in
die Abschlussarbeiten zur Gesamt-Managementbewertung des
Vorjahres, wo die wesentliche Grundlage für die externen Prü-
fungen gelegt werden, und verlangte allen Beteiligten bis zum
Jahresende ein hohes Maß an Flexibilität ab.
Die Vorgaben zur Qualitätssicherung sind in der DIN EN ISO/
IEC 17025:2018 definiert. Besondere Herausforderung war
die Begutachtung der Überleitung zur neuen DIN-Norm. Zum
Nachweis, dass die neuen Anforderungen bekannt sind, im IMS-
Handbuch berücksichtigt und in der täglichen Arbeit umgesetzt
werden, hat die interne Arbeitsgruppe einen Maßnahmenplan
aufgestellt und bis zur Begutachtung erfüllt. Dazu gehörte die
Anpassung der IMS-Dokumente sowie die Durchführung einer
Risikoanalyse in allen Geschäftsbereichen. Die Begutachtung
zur Überleitung auf die revidierte Norm durch die Deutsche Ak-
kreditierungsstelle GmbH (DAkkS) wurde auf Grund der Vielzahl
an Standorten und Fachthemen auf die Jahre 2020 und 2021
aufgeteilt. Zur Durchführung im Jahr 2020 waren 8 Fachbegut-
achter der DAkkS an 19 Gutachtertagen von August bis Septem-
ber in allen Geschäftsbereichen tätig, überwiegend im GB 4 und
GB 5. Zwei Prüfthemen im GB 4 wurden pandemiebedingt als
Fernbegutachtung durchgeführt. Im Ergebnis der Begutachtun-
gen wurden nur 25 Fach-Abweichungen festgestellt.
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|
weist. Für alle Tätigkeiten wird eine Gefährdungsbeurteilung
erstellt und fortgeschrieben. Persönliche Schutzausstattungen
werden zur Verfügung gestellt. Gegenüber dem Vorjahr ist ein
Rückgang der Unfallzahlen zu verzeichnen.
Konsequent wird die Prozessoptimierung weitergeführt, sei es
durch Einführung neuer Techniken und Methoden, oder durch
Priorisierung von Tätigkeiten und Hebung von Synergien. Die
Fusion der ehemaligen Fachbereiche „Lysimeterstation Brandis“
und „Messnetzbetrieb Wasser und Meteorologie Leipzig“ im Jahr
2019 hat sich als vorteilhaft erwiesen. Der Erweiterungsbau am
Standort Brandis begann planmäßig im Sommer, so dass mit der
Fertigstellung und der damit verbundenen Zusammenlegung
des Fachbereiches 31 im Jahr 2022 gerechnet werden kann.
Länderübergreifend besteht eine langjährige Kooperations-
vereinbarung mit Sachsen-Anhalt und Thüringen im landwirt-
schaftlichen Untersuchungswesen, die um den Aufgabenbe-
reich Phytopathologie erweitert wurde. Die damit verbundene
arbeitsteilige Übernahme von Spezialwissen und die uneinge-
schränkte Handlungsfähigkeit im Havariefall helfen eventuell
auftretende Kapazitätsengpässe zu überwinden. Beispielhaft für
die Einführung neuer Techniken und Methoden sei das Monito-
ring mit Methoden der Fernerkundung genannt, die im Bereich
Naturschutz nunmehr schon im zweiten Jahr erprobt werden.
Die qualifizierten Planungen für einen Laborneubau in Görlitz
haben begonnen. Damit soll sichergestellt werden, dass auch an
diesem Standort durch verbesserte Arbeitsbedingungen Prozesse
effizienter gestaltet werden können.
Der Ansprechpartner für Antikorruption ist für die Umsetzung
von Instrumenten in der Korruptionsbekämpfung zuständig. In
diesem Zusammenhang wurden erneut Sensibilisierungsmaß-
nahmen durchgeführt. So absolvierten die mit der zentralen
Vergabe befassten Mitarbeiter Fortbildungen zu Antikorruption
und Vergabeverfahren. Im laufenden Jahr sind keine Vorkomm-
nisse mit Bezug auf Korruptionsdelikte bekannt geworden.
Zur steten Erhöhung der Informationssicherheit wurde unter Fe-
derführung des SMEKUL eine neue Software zur systematischen
Erfassung des Sicherheitsstandards beschafft. Die Migration des
Datenbestands der BfUL auf die neue Software wurde abge-
schlossen. Im Übrigen sind mit Ausnahme der bereits als üblich
zu bezeichnenden Angriffe per E-Mail (phishing und Schadcode)
in der BfUL keine relevanten Sicherheitsvorfälle in Bezug auf
die Informationssicherheit aufgetreten. Die stetig erweiterten
Allerdings wurden davon zwei als kritisch eingestuft. Die Sys-
tembegutachtung ergab drei nicht kritische Abweichungen. Die
sich anschließende Bearbeitung der Abweichungen darf nicht
länger als zwei Monate dauern und das Ergebnis muss vom je-
weiligen Begutachter bestätigt werden. Dies wurde erfüllt und
somit hat die DAkkS die Aufrechterhaltung der Akkreditierung
ohne Auflagen bestätigt. Dieses Ergebnis wird angesichts der
Größe der Aufgabe als sehr gut eingeschätzt.
Das Umweltmanagement ist der zweite Teil des IMS, dem wir
uns als Unternehmen seit 2005 freiwillig stellen. Unsere Mess-
ergebnisse sind auch Indikatoren für die Wirksamkeit von Nach-
haltigkeitsstrategien im Bereich natürlicher Lebensgrundlagen
und Ressourcenschutz, geben sie doch Auskunft zur Qualität
von Boden, Wasser oder Luft und dokumentieren so die Entwick-
lungszustände der natürlichen Ressourcen. Mit der Teilnahme
am System für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprü-
fung (EMAS) ist unsere Aufgabenerfüllung als Umweltleistung
anerkannt. Zusätzlich übernimmt EMAS Compliance-Funktionen
insbesondere im Bereich des Umwelt- und Arbeitsschutzrechts.
Zunehmend rückt auch die umweltgerechte Nutzung unserer
Liegenschaften und die Ausstattung unseres Fahrzeugsparks in
den Fokus. So konnte mit der Umgestaltung der Grünflächen hin
zu einer insektengerechten Bewirtschaftung begonnen werden.
Der Abschluss eines Drei-Jahres-Zyklus bietet Gelegenheit, den
Prozess zu evaluieren. Im Rahmen einer Innenrevision wurde das
Aufwand-Nutzen-Verhältnis intensiv bis in das Jahr 2021 hinein
geprüft.
Die Audits zur 2. Überprüfung der Einhaltung von EMAS und
der DIN ISO 14001 konnten im Juni in Radebeul (GB 1 und 2),
Nossen (GB 5), Görlitz und Neschwitz stattfinden. Unsere Ar-
beit wurde in zahlreichen Punkten bestätigt, so die Dokumen-
tation des Prüfzustandes von Anlagen und Betriebsmitteln,
die Verfügbarkeit der zur Einsicht geforderten Dokumente, die
verbesserte Wirkung des Managementsystems im GB 2 und die
durchgeführte Chancen-Risiken-Betrachtung des GB 5. Mit 16
Empfehlungen hat der Umweltgutachter Verbesserungsbedarf
im Arbeitsschutz festgestellt. Zudem wurde die Nutzung der
Chancen-Risiken-Betrachtung zur Weiterentwicklung der Pro-
zesssteuerung und -bewertung empfohlen. Gerade die Empfeh-
lungen zur Arbeitssicherheit sind bei der täglichen Arbeit mit
Gefahrstoffen sehr wertvoll, weil diese externe Prüfung und
Bescheinigung unserer Arbeitssicherheitsmaßnahmen unsere
Sorgfalt und unser Gefahrenbewusstsein in diesem Punkt be-
Sicherheitsmaßnahmen in der BfUL selbst und durch das SID
haben die aufgetretenen Bedrohungen eliminieren können. Es
erfolgten mehrere Sensibilisierungen aller Mitarbeiter zur Er-
kennung und Abwehr von Phishing-Versuchen, insbesondere in
Bezug auf Verschlüsselungstrojaner. Hierfür wurde der Online-
Lehrgang zur Informationssicherheit am Arbeitsplatz auf eine
allen Mitarbeitern zugänglichen Lernplattform übertragen und
die Durchführung empfohlen und aktiv beworben.
Im Bereich der Innenrevision konnte eine Risikoanalyse für die
BfUL im Sinne des § 7.1 der Empfehlungen des SMI über Stan-
dards für Innenrevisionen in der Sächsischen Landesverwaltung
erstellt werden. Die Innenrevision beabsichtigt dabei, nicht aus-
schließlich finanzielle Risiken abzubilden und die zeitgleich sei-
tens des IMS der BfUL durchgeführte Risikoanalyse im Rahmen
der DIN 17025 mit ihren Ergebnissen zu implementieren. Die
Fertigstellung dieser erweiterten Risikoanalyse ist für 2021 vor-
gesehen. Daneben erfolgt bis 2021 eine Prüfung der Aufwand-
Nutzen-Relation für die Teilnahme der BfUL an dem Umweltma-
nagementsystem EMAS.
Die EU-Datenschutz-Grundverordnung wurde weiter in den
Alltag der BfUL integriert. Für neue Verfahren wurden Verar-
beitungsverzeichnisse erstellt. Zudem wurden zahlreiche Ein-
zelanfragen von Beschäftigten, insbesondere zur Einholung von
Genehmigungen zur Datenverarbeitung sowie zur Vertragsge-
staltung, beantwortet. Die Einführung eines Dokumentenmana-
gementsystems blieb ein Schwerpunkt auch für datenschutz-
rechtliche Fragestellungen.
Wertschätzung ist als strategisches Handlungsziel in unseren
Leitlinien etabliert. Viele der Vorschläge, die durch die Mitar-
beiter der sächsischen Verwaltung in den von der Staatsregie-
rung initiierten Diskussionsprozess eingebracht wurden, sind bei
uns gelebter Alltag. Dies reicht von der Vereinbarkeit von Arbeit
und Familie inkl. einer flexiblen Arbeitszeitregelung, über das
Führungsfeedback bis hin zu regelmäßigen Aus- und Weiter-
bildungen. Insgesamt wurden von den Beschäftigen 291 Ver-
anstaltungen besucht. Leistungsprämien dienen der Würdigung
besonderer Leistungen. Dafür sind 27 Teamprämien sowie 11
Einzelprämien vergeben worden.
Gesundheitsleistungen fördern die körperliche Fitness und Leis-
tungsfähigkeit. So achten wir bei der Ausstattung der Arbeits-
plätze auf Anwenderfreundlichkeit und Arbeitsergonomie. Eine
App zur aktiven Pausengestaltung sowie Massageangebote an
den Standorten Radebeul-Wahnsdorf, Chemnitz und Nossen
außerhalb der Dienstzeit unterstützen dieses Anliegen genauso
wie die regelmäßige Durchführung eines Gesundheitstages.
Der BfUL ist es immer besser gelungen, ihr Aufgabenspektrum
in der Öffentlichkeit angemessen darzustellen und verständlich
zu machen. Leider fielen viele der avisierten Maßnahmen der
Corona-Pandemie zum Opfer. Obwohl die Radonberatung nur
noch eingeschränkt direkt vor Ort sein konnte, hat sie ihre per-
sönliche Beratung ausbauen können. Mit der Überarbeitung der
Website der Sächsischen Vogelschutzwarte ist es den Beteilig-
ten gut gelungen, alle relevanten Informationen zu bündeln.
Auch die Imagebroschüre hatte eine Aktualisierung nötig und
ist im neuen Design erschienen. Mit Hilfe von QR-Codes ist es
jetzt möglich, weitere Informationen im Internet abzurufen. Ein
Film über die Arbeit im Freiwilligen Ökologischen Jahr konnte
sehr gut zeigen, welche interessanten Aufgabenfelder die BfUL
für Jugendliche bereithält.

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»Saubere Luft –
ein gemeinsames Ziel«
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Die Leistungen für
den Immissions­
schutz werden in
zwei Produkten
abgebildet.
IMMISSION
EMISSION
IMMISSIONSSCHUTZ
Geschäftsfeld im Geschäftsbereich 2
Immission
ANZAHL DER LUFTGÜTEPARAMETER (INSGESAMT):
169, davon 60 Gase, 66 Staub inkl. Niederschlag,
Ruß und ultrafeine Partikel, 29 Meteorologie und
14 sonstige Parameter
Immissionsmessungen für gesetzlich geregelte und
fakultative Luftqualitätsparameter in einem statio nären,
landesweiten Messnetz
Die Messungen und Analysen von Luftschadstoffen im statio-
nären Luftgüte- und Depositionsmessnetz erfolgen im Auftrag
des LfULG. Hierzu betreibt die BfUL 29 Luftgütemessstationen
für die kontinuierliche Überwachung der Luftqualität und 10
Depositionsmessstellen zur Überwachung der nassen Depositi-
on (davon vier an Standorten von Luftgütemessstationen). An
den Messstationen werden hauptsächlich folgende Parameter
überwacht: die Schadstoffkomponenten Schwefeldioxid (SO
2
),
Stickstoffoxid (NO
X
), Ozon (O
3
), Benzol, Toluol und Xylole (BTX),
Feinstaub (PM
10
, PM
2,5
) und die meteorologischen Parameter
Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Lufttemperatur, Luft-
feuchte, Luftdruck und Sonnenstrahlung.
Das Luftmessnetz übertraf mit einer Gesamtverfügbarkeit von
fast 98 % die gesetzlich geforderte Verfügbarkeit von 90 %
erheblich. Die Abb. 1 gibt die Einzelverfügbarkeiten wieder. Im
Verlauf des Jahres ergaben sich folgende Änderungen im statio-
nären Luftgütemessnetz: im Frühjahr wurde der neue Container
in Carlsfeld in Betrieb genommen (Abb. 2). Die Luftgütemess-
station Plauen-DWD wurde im dritten Quartal eingestellt, der
dortige Ozonanalysator wurde nach Brockau verlagert. Wegen
einer nicht behebbaren Beeinflussung der Luftgütemesssta-
tion Leipzig-Thekla wird diese zum Jahreswechsel 2020/21
ebenfalls eingestellt und ab dem IV. Quartal wurde als Ersatz
ein Ozonanalysator in der Station Leipzig-Mitte installiert. Im
Rahmen des Sofortprogramms der Staatsregierung wurden für
das Luftgütemessnetz vier Messgeräte zur zeitaufgelösten Nie-
derschlagsmessung beschafft. Diese werden im ersten Halbjahr
2021 in das stationäre Luftgütemessnetz integriert.

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der gravimetrischen Methode zur PM
10
-Bestimmung können
die Tagesgänge des PM
10
-Konzentrationsverlaufes mit einem
automatischen Staubmesssystem erfasst werden. Die geringe
zeitliche Auflösung des automatischen Messverfahrens lässt bei
Gegenüberstellung der meteorologischen Parameter Windrich-
tung und Windgeschwindigkeit eine sichere Quellenzuordnung
erwarten. Die Messungen umfassen den Zeitraum eines Jahres.
Es wurde geprüft, ob Grenz- und Immissionswerte durch den
Betrieb des Steinbruches verletzt werden. Die Messung stößt bei
den Bürgern der Ortslage auf reges Interesse. Im Ergebnis hat
sich gezeigt, dass alle Grenzwerte sicher eingehalten werden.
Die Daten sind unter https://publikationen.sachsen.de/bdb/arti-
kel/36586 vom LfULG veröffentlicht worden.
Die Abfragemöglichkeiten über TCP/IP–MSR (Erneuerung der
Messnetzkommunikation zwischen Zentrale und Stationsrech-
nern, unter anderem mit direkter IP-Kommunikation) sind er-
weitert und fortentwickelt worden. Auf dieser Grundlage wur-
den nun sukzessive die Umrüstung bzw. die Weiterentwicklung
der Messstationsanbindung vorangebracht. Bis auf geringfügige
Restarbeiten ist die Umstellung beendet.
Gemäß Anforderung der Fachaufsicht im LfULG ist der Standort
Radebeul-Wahnsdorf insbesondere zur Untersuchung der Ursa-
chen für die hohen Ozonkonzentrationen erheblich auszubau-
en (sog. Supersite). Der Standort Radebeul-Wahnsdorf verfügt
bereits bei einigen Komponenten über langjährige Messreihen
(https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/26987), soll aber
um einige Komponenten erweitert werden: Partikelanzahlgrö-
ßenverteilung, Ruß und perspektivisch auch Messungen von
Kohlenmonoxid, weiteren Strahlungskomponenten, der Photo-
lyserate sowie zu den Komponenten BVOC (Flüchtige organische
Verbindungen von Pflanzen) und anthropogene NMVOC (Flüch-
tige organische Verbindungen, außer Methan). Der vorhandene
Standort Radebeul-Wahnsdorf wird hierfür erweitert. Bereits im
Herbst wurden die Messgeräte zur Analyse der Anzahl ultrafei-
ner Partikel und von Ruß von der Messstation Annaberg nach
Radebeul-Wahnsdorf verlagert.
Parameter
Ziel
Verfügbarkeit
2020
Stationäres Immissionsmessnetz
90,0 % 97,8 %
HVS-Daten PM
10
92,8 % 99,6 %
HVS-Daten PM
2.5
92,8 % 99,5 %
Staubautomaten
92,8 % 97,3 %
Gravimetrie
99,9 % 99,86 %
Benzol / Toluol / Xylol
90,0 % 95,9 %
Schwefeldioxid
92,8 % 99,1 %
Ozon
92,8 % 97,3 %
Stickoxide
92,8 % 99,1 %
Meteorologiedaten
92,8 % 99,4 %
Einhaltung der Temperaturkorridore
der Messcontainer
92,8 % 99,0 %
Abb. 1: Gesamt- und Einzelverfügbarkeiten im Luftmessnetz
Da sich die Messstationen sehr gut als Referenzstandorte für
verschiedene ergänzende Luftgütemessungen eignen, konnten
insbesondere in Leipzig einige derartige Anfragen in Koopera-
tionen überführt werden: zusammen mit der Stadt Leipzig be-
treibt das Institut für Angewandte Informatik an der Universi-
tät Leipzig ein Testequipment für verschiedene Komponenten,
die über ein Long Range Wide Area Network (LoRaWAN) in ein
Opendata-Projekt einspeisen sollen. Am gleichen Ort (Messsta-
tion Leipzig-Mitte) wird außerdem im Auftrag der Stadt Leipzig
ein Passivsammler für Stickstoffdioxid betrieben. In Vorberei-
tung für 2021 befindet sich außerdem eine Zusammenarbeit mit
dem Umweltforschungszentrum Leipzig. In dieser Kooperation
soll versucht werden, SARS-CoV2-Viren auf Luftfiltern nachzu-
weisen.
Aus Anlass von Bürgerbeschwerden in einer Ortslage im Land-
kreis Bautzen über Staubbelästigungen durch den Betrieb eines
nahegelegenen Steinbruches startete Anfang Oktober 2019 eine
weitere Sondermessung der BfUL, die Ende September 2020
beendet wurde. Der Schwerpunkt lag hier auf der Bestimmung
des Schwebstaubes PM
10
und des Staubniederschlages. Neben
Im Februar/März haben Beschäftigte an einem Ringversuch zur
Partikelmessung in Wiesbaden mitgewirkt. Auf 47 Messfeldern
nahmen fast alle deutschen Luftmessnetze, das Umweltbundes-
amt, der Deutsche Wetterdienst und der Messdienst von Luxem-
burg teil und bestimmten über einen Zeitraum von acht Wochen
die Parameter PM
10
und PM
2.5
(Abb. 3).
Emission
ANZAHL DER ABGESCHLOSSENEN, LAUFENDEN
ODER BEGONNENEN MESSKAMPAGNEN: 6
Durchführung von Emmissionsmessungen im besonderen
behördlichen Interesse in den Bereichen Industrie,
Handwerk, Gewerbe und Landwirtschaft
Messungen und Analysen von Luftschadstoffen aus besonderem
Anlass werden vom LfULG beauftragt. Sie resultieren z. B. aus
Bürgerbeschwerden oder Forschungsprojekten zur Schaffung
von Verfahrens-know-how oder von Datengrundlagen.
Neben Emissionsmessungen werden hierbei kontinuierlich an-
lagenbezogene Immissionsmessungen durchgeführt. Es erfolg-
ten Messungen an einer Großbäckerei, in einem Gießereiinstitut
sowie im Einwirkungsbereich eines Blockheizkraftwerkes und
einer Anlage zur Herstellung von Polystyrolformkörpern. Im Be-
reich der Landwirtschaft erfolgte eine Tunnelmessung an einer
Silage und es wurde ein Projekt zur Emissionsminderung in der
Schweinehaltung vorbereitet.
Bereits im Oktober 2019 wurden Emissionsmessungen an einem
Blockheizkraftwerk (BHKW) durchgeführt (Geschäftsbericht
BfUL 2019). Bis April 2020 wurden die Emissionsmessungen durch
Bestimmungen des Staubniederschlages (Monatswerte) in unmit-
telbarer Nähe der Anwohner (Vorgärten, Balkone, Hintergrund)
ergänzt (Abb. 4). Die Ergebnisse der Messungen des Staubnie-
derschlags sowie speziell von Benzo[a]pyren im Untersuchungs-
gebiet, ermittelt als Monatsmittelwert und gemittelt über die
gesamte Messdauer von einem halben Jahr, liegen deutlich unter-
halb der jeweiligen lmmissionswerte (Mittelungszeitraum 1 Jahr).
Der ausführliche Bericht ist zu finden unter:
https://www.luft.
sachsen.de/download/Messbericht_42-05-03-18_Depo_Plau-
en_BfUL-20-06-18.pdf
Aus Anlass von Bürgerbeschwerden über Geruchsbelästigun-
gen und befürchtete Gesundheitsschäden wurden im Zeitraum
vom 05. August bis 14. September orientierende Immissions-
messungen in der Außenluft in der Umgebung eines Betriebes
zur Herstellung von Polystyrolformkörpern realisiert. Es konnten
Pentan, Styrol und weitere ähnliche aromatische Verbindungen
nachgewiesen werden. Eine orientierende Bewertung der Mes-
sungen ergab, dass eine Belästigung durch „Geruchsspitzen“
möglich sein kann, eine Gesundheitsgefährdung durch toxische
Einwirkung jedoch wenig wahrscheinlich ist.
Abb. 2: Der neue
Container am
Standort Carlsfeld
Abb. 3: Das Messfeld beim Ringversuch zur Partikelmessung in Wiesbaden
Abb. 4: Sammelgefäße für den Staubniederschlag im Einwirkungsbereich
des Blockheizkraftwerks

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Allgemeine Umweltradio­
aktivität; Notfallschutz;
Kerntechnische Anlagen
(Rossendorf)
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht des SMEKUL und be-
inhaltet als Schwerpunkte die Messaufgaben nach dem Teil 5
Kapitel 1 Strahlenschutzgesetz, die Unterstützung des SMEKUL
am Forschungsstandort Rossendorf und die Vorbereitung für den
nuklearen Notfall. Ergänzend kommen kleinere Messaufträge zu
besonderen Aspekten hinzu.
Der Routinebetrieb verlief bis auf wenige pandemiebedingte
Probenausfälle unproblematisch. In Auswertung einer Übung
des Integrierten Mess- und Informationssystems (IMIS) im
Herbst 2019 wurden organisatorische Festlegungen zur Kom-
munikation mit den Probenehmern und zum Probentransport im
Ereignisfall überarbeitet.
Messprogramme und
Beratungsleistungen
ANZAHL DER TEILPROGRAMME:
17 Allgemeine Umweltradioaktivität, Notfallschutz,
kerntechnische Anlagen
12 Lebensmittel
7 Radonberatung
16 Wismut, Altstandorte, Aufsicht inkl. NGA
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|
Die Leistungen
für den Strahlen­
schutz werden in
drei Produkten
abgebildet.
MESSPROGRAMME UND
BERATUNGSLEISTUNGEN
PROBENAHME UND
FELDMESSUNG
LABORANALYTIK
RADIOAKTIVITÄT
STRAHLENSCHUTZ
Geschäftsfeld im Geschäftsbereich 2
»Messen hilft schützen«

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Die jährliche Stichtagsbeprobung an Einleitstellen des ehe-
maligen Uranbergbaus, die sonst gemeinsam mit der Wismut
GmbH durchgeführt wurde, musste pandemiebedingt entfallen.
Zur Unterstützung der Aufsicht waren Mitarbeiter in drei Fällen
tätig (Fund eines radioaktiven Stoffes, Analyse einer Aktivkohle
aus der Trinkwasseraufbereitung, Aufklärung von Hinweisen zu
vermeintlich erhöhten Dosisleistungen). Für verschiedene Mess-
aufgaben der Aufsicht wurde Messtechnik zur Verfügung ge-
stellt und gewartet.
Lebensmittelüberwachung
(Amtshilfe und Eigenkontrolle)
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht des SMEKUL und bein-
haltet Amtshilfen für Einrichtungen des Staatsministeriums für
Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS) und zur
Durchführung der Eigenkontrolle für Einrichtungen des SME-
KUL. Für das SMS werden vor allem Schwarzwild und Trinkwäs-
ser untersucht, für die Landestalsperrenverwaltung (LTV) Roh-
wässer und für den Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) wiederum
Schwarzwild.
Das ab Herbst 2016 laufende Screeningmessprogramm zur
Ermittlung von Richtdosis und Radon in dezentralen kleinen
Wasserwerken nach § 3 Nr. 2 b TrinkwV2001 wurde fortge-
führt. Bezüglich des Messprogrammes zur Radioaktivität in
Schwarzwild gab es eine kleinere Anpassung. Die sonst jährlich
im Vogtlandkreis stattfindende Informationsveranstaltung für
Jagdverbände zur Auswertung des Jagdjahres 2019/20 musste
pandemiebedingt ausfallen. Die Jagdverbände und Forstbezirke
erhielten stattdessen einen kurzen Bericht. Die Abb. 6 zeigt, dass
die Häufigkeit von Höchstwertüberschreitungen im Winter am
höchsten ist und die Gesamthäufigkeit geringfügig abzunehmen
scheint.
Im Teilmessprogramm „Komposte und Verbrennungsanlagen“
wurde die Auswahl der zu beprobenden Anlagen hinsichtlich ih-
rer Repräsentativität überarbeitet und Vereinbarungen mit den
Betreibern zur Probenahme entwickelt. Bezüglich des Nuklearen
Notfallschutzes konnte sich der Geschäftsbereich in die Kom-
mentierung des zweiten Diskussionsentwurfes des Allgemeinen
Notfallplanes des Bundes einbringen sowie erste Vorstellungen
zur Einbindung der Erkundungsfahrzeuge des Katastrophen-
schutzes bei einem radiologischen Ereignis entwickeln. Im De-
zember fand eine landesweite Meldeübung zum IMIS statt.
Gemäß der Strahlenschutzverordnung erfolgt künftig die Kon-
trolle der Eigenüberwachung des Genehmigungsinhabers
bezüglich der Emission am Forschungsstandort Rossendorf
grundsätzlich durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).
Die Strahlenschutzverordnung erlaubt jedoch der zuständigen
obersten Landesbehörde im Einvernehmen mit dem BfS eine
andere Stelle mit den Kontrollmessungen zu beauftragen. Es
finden derzeit Gespräche zwischen SMEKUL und BfS statt, die
BfUL auch in Zukunft mit dieser Aufgabe zu betrauen. Am For-
schungsstandort Rossendorf war die BfUL wie in den Vorjahren
an der Begutachtung bzw. Fortschreibung der aktuellen Emissi-
ons- und Immissionsprogramme beteiligt.
Beiträge zu mehreren Fortbildungsveranstaltungen zum Nukle-
aren Notfallschutz und zur Ausbildung von Schülern und Stu-
denten im Strahlenschutz wurden erarbeitet.
Sanierungsstandorte der
Wismut GmbH; Altstandorte
des Uranbergbaus;
Unterstützung der Aufsicht
und Nuklearspezifische
Gefahrenabwehr
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht des LfULG und beinhal-
tet unter anderem Messprogramme an insgesamt zwölf Stand-
orten des ehemaligen Uranbergbaus sowie die Vorhaltung von
Messtechnik und Personal zur Umsetzung der VwV Nukleare
Vorkommnisse.
Radonberatung
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht des LfULG und umfasst
neben Messprogrammen vor allem die Beratung und Informa-
tion von Bürgern und öffentlichen Einrichtungen zum Thema
„Was ist Radon und wie kann ich mich davor schützen?“.
Wie in den vergangenen Jahren war auch die Teilnahme an den
größeren regionalen Baumessen in Chemnitz, Dresden und Zwi-
ckau geplant. Die Baumessen in Chemnitz sowie in Dresden An-
fang Februar bzw. Anfang März fanden noch wie geplant statt,
die Baumesse Zwickau wurde jedoch aufgrund der Pandemie in
den Herbst verschoben. Trotz des pandemiebedingten Rückgangs
der Messebesucherzahlen konnten während der Baumessen fast
500 Beratungsgespräche durchgeführt werden. In Relation zur
Anzahl der Messebesucher wurde damit etwa jeder fünfzigste
Besucher erreicht. Noch stärker als die Präsenz auf Baumessen
wurde das Angebot der "Mobilen Radonberatung" durch die
Pandemie beeinflusst. Statt der ursprünglich avisierten Zahl von
fünf bis zehn Terminen in Rathäusern oder Baubehörden konn-
ten nur zwei Termine (Dresden und Annaberg-Buchholz) reali-
siert werden. Es konnten dabei knapp 100 Beratungen durchge-
führt werden.
Das Jahr 2020 war in der Radonberatung wie im Jahr 2019
durch ein weiter gestiegenes Interesse am Thema gekennzeich-
net. Darüber hinaus gab es wieder eine umfangreiche Referen-
tentätigkeit (z. B. bei der Ausbildung von Radonfachpersonen,
beim Sächsischen Radontag, bei der Umweltallianz oder in der
Fortbildungsstätte Reinhardtsgrimma), ein starkes Medienin-
teresse (Anfragen von mehreren Regionalzeitungen und von
Fernsehen) und Anfragen zu Grundstücken oder Baugebieten.
Die Radonberatungsstelle unterstützte die Entwürfe für einen
nationalen Radonmaßnahmenplan und die Ausweisung von Ra-
donvorsorgegebieten.
Aufgrund der zum Jahresende erwarteten Ausweisung der Ra-
donvorsorgegebiete wurden verschiedene Informationsmaß-
nahmen geplant, um entsprechend über die Ausweisung der Ge-
biete und die daran geknüpften Rechtsfolgen zu informieren. Im
ersten Halbjahr wurden verschiedene Kammern und Verbände
mit dem Ziel kontaktiert, ihre Veröffentlichungen in Mitglieder-
zeitschriften und Newslettern redaktionell zu unterstützen. Es
erschienen Artikel in den Mitgliederzeitschriften der Industrie-
und Handelskammern, der Handwerkskammern, der Architek-
ten- und Ingenieurkammern und der Unfallkasse Sachsen.
Inhaltlich beschäftigte die Radonberatungsstelle vor allem
die Ausweisung der so genannten Radonvorsorgegebiete zum
31.12.2020. Die Ausweisung erfolgte per Allgemeinverfügung
durch das LfULG, wurde aber inhaltlich in einer Veröffentlichung
der Radonberatungsstelle in der LfULG-Schriftenreihe vorbereitet.
Abb. 6: Häufigkeit von Höchstwert-
überschreitungen in Schwarzwild im Kerngebiet
des Pflichtuntersuchungsgebietes (PflUG).
Abb. 7: Karte des Freistaates Sachsen mit geologischen Einheiten, klassifiziert
nach der Häufigkeitsverteilung der Bodenradonkonzentration. Grün umrandet
ist das ausgewiesene Radonvorsorgegebiet dargestellt.

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| 17
Auch die Messprogramme wurden weiterentwickelt. Neben der
Weiterführung des im Sommer 2015 begonnenen Messprogram-
mes zu Radon in Schulen wurden Messprogramme an Arbeits-
plätzen von BfUL, LTV, SBS und LfULG und das Messprogramm
„Radon in Gebäuden über unterirdischen Hohlräumen“ weiter-
geführt. In Abstimmung mit dem Sächsischen Innenministerium
wurde ein Messprogramm in Polizeirevieren fortgeführt. Diese
Messprogramme beinhalten zunächst den Versand von Expo-
simetern und sollen sowohl der Datensammlung als auch der
Sammlung von Erfahrungen in der Beurteilung großer Gebäude
dienen. Ferner startete ein Messprogramm zur Verdichtung der
Bodenradonkarte in den drei kreisfreien Städten. Es soll dabei
untersucht werden, ob in stark urban überprägten Gebieten die
Bodenradonkonzentration weniger stark von den ursprüngli-
chen geologischen Verhältnissen geprägt ist.
Als Datengrundlage für die Ausweisung dienten die Ergebnisse
der Bodenradonmessungen zur Bodenradonkarte von 2010 und
verschiedene Datensätze mit Messungen der Radonkonzentra-
tion in Wohngebäuden und an Arbeitsplätzen. Es wurden unter
radiologischen Aspekten die in Sachsen anzutreffenden geolo-
gischen Einheiten als mit durchschnittlich unauffälligen, auf-
fälligen oder erhöhten Radonkonzentrationen klassifiziert. Die
Messergebnisse aus Häusern wiederum konnten einerseits den
geologischen Einheiten und andererseits damit den Klassen der
geologischen Einheiten durchschnittliche Überschreitungshäu-
figkeiten eines Referenzwertes zugeordnet werden. Damit er-
gaben sich als Radonvorsorgegebiet solche Gemeinden, deren
Gebiet überwiegend durch geologische Einheiten mit auffälligen
oder erhöhten Bodenradonkonzentrationen zu beschreiben ist
(Abb. 7).
In den 107 ausgewiesenen Gemeinden ergeben sich besondere
Pflichten bei der Errichtung neuer Gebäude und eine Messpflicht
an Arbeitsplätzen in Keller- oder Erdgeschossen. Die Messungen
sind innerhalb von 18 Monaten durchzuführen und bei Über-
schreitung des Referenzwertes sind (bauliche) Maßnahmen zu
ergreifen. Reichen die Maßnahmen nicht aus, die Radonkon-
zentration im Jahresmittel unter den Referenzwert zu drücken,
so sind die Arbeitsplätze dem LfULG als zuständige Behörde zu
melden, die Exposition der Arbeitskräfte abzuschätzen und ggf.
Maßnahmen des Strahlenschutzes zu ergreifen. Abb. 8 illustriert
schematisch die Abfolge der notwendigen Schritte.
Durch den praktisch abgeschlossenen Rückbau am Forschungs-
standort Rossendorf fallen besonders die Messungen der In-situ-
Gammaspektrometrie nur noch im Bereich der Allgemeinen Um-
weltüberwachung und im Nuklearen Notfallschutz an. Trotz der
pandemiebedingten Einschränkungen konnten die anfallenden
Aufgaben nahezu vollständig erfüllt werden.
Laboranalytik Radioaktivität
ANZAHL DER ANALYSEN:
1.419 Gammaspektrometrie
193 Alphaspektrometrie
213 Radiochemie, künstlich
715 Radiochemie, natürlich
Das Produkt „Laboranalysen Radioaktivität“ beinhaltet
alle Schritte vom Probeneingang über Probenvorberei-
tung und chemischer Trennung bis zur Messung (inkl.
Ausbeutebestimmung etc.), die Dokumentation im Labor,
die Auswertung der Daten, die Dokumentation in DURAS
und die Datenfreigabe sowie die hierzu notwendigen
Unterstützungsarbeiten.
Im Bereich der Trinkwasseruntersuchungen wurde eine Methode
zur Bestimmung der Gesamtalphakonzentration überarbeitet
und an ein vom BfS vorgeschlagenes Messverfahren mittels
Flüssigszintillationsmessung angepasst. Auch in diesem Produkt
konnten die anfallenden Aufgaben trotz der pandemiebedingten
Einschränkungen nahezu vollständig erbracht werden.
Abb. 8: Abgestuftes Vorgehen zur Identifizierung radonexponierter Arbeitsplätze im Radonvorsorgegebiet.
In-situ-gammaspektrometrische Messung
am Forschungsstandort Rossendorf
Probenahme und Feldmessung
ANZAHL:
36 In-situ-Gammaspektrometrie
724 Feldmessungen
1.162 Dosimeter
245 Probeentnahmen
Das Produkt „Probenahme und Feldmessung“ beinhaltet
die konkrete Einsatzplanung, die Vorbereitung der Ein-
sätze (Gefäßbereitstellung etc.), die Durchführung von
Probenahme und Feldmessungen, die Dokumentation
im Felde, die Auswertung der Daten – falls erforderlich
-, die Dokumentation in DURAS und die Datenfreigabe
sowie die hierzu notwendigen Unterstützungsarbeiten.

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| 19
OBERFLÄCHENWASSER­
MESSNETZ
Betrieb Pegelanlagen
Durchflussmessungen
Pegelbau
Jeschke/Messstellenbau
und -ausrüstung
Oberflächenwasser
Im Messnetz Oberflächenwasser konnte erneut eine überdurch-
schnittliche Datenverfügbarkeit von mehr als 97 % erreicht
werden, was über der festgelegten Zielgröße liegt.
In den externen Audits im Rahmen der Zertifizierung nach EMAS
und der Akkreditierung nach DIN EN ISO 17025 wurden keine
Systemabweichungen festgestellt. Die Begutachtungsberichte be-
stätigen die guten Ergebnisse der vorangegangenen Bewertungen.
GRUNDWASSERMESSNETZ
Betrieb Messstellen
GW-Standsmessungen
Probenahmen
Messstellenbau
AGRARMETEOROLOGISCHES
MESSNETZ
Betrieb Stationen
Im Geschäftsbereich Wasser und Meteorologie
sind die Leistungen der verschiedenen Messnetze
in 12 Produkten abgebildet.
BODENWASSER MESSNETZ
Betrieb Messstellen
Betrieb Lysimeterstationen
NIEDERSCHLAGSMESSNETZ
Betrieb Ombrometer
MESSNETZBETRIEB
WASSER UND
METEOROLOGIE
Geschäftsfeld im Geschäftsbereich 3
Abb. 1: Vergleich Niedrig wassersituation Pegel Jahnsdorf 1/Würschnitz
Durchfluss Tagesmittel Q (m
3
/s)
2016
2018
2020
10
8
6
4
2
0
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
»Wasser – ein kostbares Gut«

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20
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| 21
Abb. 3). Mit den Ergebnissen der derzeit laufenden Tests sollen
Optionen auf eine Verwendung eines solchen Systems für den
Hochwassernachrichtendienst ausgelotet werden.
Betrieb Pegelanlagen
ANZAHL DER PEGEL: 198 + 48 (LTV)
einschließlich 97 Hochwassermeldepegel
sowie die hydrologische Betreuung von 48 Pegeln
des Kontroll- und Steuermessnetzes der LTV
Die Betreuung der Pegelanlagen wird im Freistaat Sachsen auf
Grundlage des Sächsischen Wassergesetzes durch rund 200 eh-
renamtliche Pegelbeobachter unterstützt.
Durchflussmessungen
ANZAHL DER DURCHFLUSSMESSUNGEN: 1.184
ANZAHL DER NIVELLEMENTS: 140
An allen Pegeln sollten mindestens vier Durchflussmessungen
pro Jahr bei möglichst unterschiedlichen Wasserständen durch-
geführt werden. Insgesamt erfolgten 1.184 Durchflussmessungen
sowie 140 nivellitische Pegelprüfungen, bei denen die korrekte
Höhenlage der Messeinrichtungen überprüft wird.
Die hydrologische Trockenheit der vorangegangenen Jahre setz-
te sich fort. Wie 2018 und 2019 trat auch im Jahr 2020 durch
wiederum ausbleibende Niederschläge eine außergewöhnliche
Niedrigwassersituation in unseren Fließgewässern auf. Eine
Grafik am Beispiel des Pegels Jahnsdorf 1 zeigt diese Situation
(siehe Abb. 1). Für diesen Standort wird zudem deutlich, dass
das Niedrigwasser in 2020 nicht ganz so dramatisch war, wie
in den beiden Jahren zuvor. Zum Vergleich wurde das normale
Abflussjahr 2016 mit aufgezeigt.
Gemeinsam mit dem Fachbereich Gewässerökologie wurde im
Auftrag des SMEKUL im Juli ein Sondermonitoring im Einzugsge-
biet der Talsperre Cranzahl durchgeführt. Ziel war die Erfassung
und Darstellung der Auswirkungen der Niedrigwassersituation
in Bezug auf ökologisch-biologische und gewässerkundliche
Parameter. Es wurden mit drei Messtrupps insgesamt 33 Durch-
flussmessungen realisiert. Als besondere Herausforderung er-
wies sich die Messung von Geringstdurchflüssen aufgrund der
extremen Niedrigwassersituation (siehe Abb. 2). Die Ergebnisse
wurden in einem Abschlussbericht zusammengefasst.
Das Pilotprojekt „Funk-Datenfernübertragung (Funk-DFÜ)“, wel-
ches Wege und Möglichkeiten einer zusätzlichen Absicherung
der Datenfernübertragung für Hochwassermeldepegel und un-
günstig gelegene Messstationen als dritte Übertragungsmög-
lichkeit aufzeigen soll, lief erfolgreich an. Die Datenübertragung
wird hierbei im Radiobereich mittels Ultrakurzwelle realisiert.
In Zusammenarbeit mit einer externen Firma sollen in mehre-
ren Projektstufen ausgewählte Pegel funktechnisch angebunden
werden. Als Hauptrelaisstation fungiert vorerst die Wetterwar-
te auf dem Fichtelberg, welche das höchst gelegene Gebäude
Sachsens ist. Mit Unterstützung des Deutschen Wetterdienstes
wurde eine Funkstation errichtet, eine Funkverbindung zum
Betriebsgebäude in Chemnitz installiert und die Hochwasser-
meldepegel Niederzwönitz und Wolkenburg angebunden (siehe
An 10 Pegeln von Grenzgewässern wurden die Messungen ge-
meinsam mit den hydrologischen Diensten Tschechiens und
Polens entsprechend der zwischenstaatlichen Vereinbarungen
durchgeführt.
Pegelbau
ANZAHL DER PEGELBAUVORHABEN
IN BEARBEITUNG: 12
davon 5 begonnene Maßnahmen
davon 4 fertiggestellte Maßnahmen:
2 Neubauten
2 Rückbauten bzw. Abgabe an Dritte
Neben den Verzögerungen durch seit Jahren zunehmend kom-
plexere genehmigungsrechtliche Verfahren, kamen noch Ein-
schränkungen durch die Corona-Pandemie hinzu. Zusätzlich
führte der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Bauma-
nagement (SIB) eine Neubewertung seiner Zuständigkeit für
staatliche Baumaßnahmen an Messstellen durch. Im Ergebnis
teilte das Sächsische Finanzministerium dem SMEKUL mit, dass
bis zu einer endgültigen Klärung keine neuen Baumaßnahmen
durch das SIB an Messstellen der BfUL begonnen werden kön-
nen und bereits laufende Baumaßnahmen nur noch bis zum
Ende der jeweiligen Leistungsphase betreut werden. Dies wird
auch für das Jahr 2021 zu Auswirkungen beim Pegel- und Mess-
stellenbau führen.
Planungsleistungen zur Erweiterung des Pegels Bad Düben 1 um
ein Einlaufbauwerk mit mehreren Zulaufrohren (in verschiede-
nen Ebenen) konnten eigenständig ausgeschrieben und beauftragt
werden. Die bereits 2019 begonnenen Baumaßnahmen ruhen.
Der Betrieb des Pegels Großstolpen wurde eingestellt und die
Pegelanlage der LTV auf deren Wunsch übergeben. Die Vorha-
ben Niederoderwitz, Kotten und Kreischa konnten neu begon-
nen werden. Der Pegel Herzogswalde 1 wurde zurückgebaut. Die
Pegel Kleinvoigtsberg (siehe Einleitungsfoto) und Sohl wurden
fertiggestellt und haben den Betrieb aufgenommen. Die Arbeiten
für Streckewalde (siehe Abb. 4) und Flöha 2 wurden begonnen.
Abb. 2: Durchflussmessung am Hanggraben als Zulauf zur Talsperre Cranzahl
Abb. 3: Installation einer Ultrakurzwellen-Antenne auf dem Fichtelberg
Abb. 4: Baustelle Streckewalde

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22
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Grundwassermessnetz
Das Grundwassermessnetz ist in unterschiedliche Teilmessnetze
entsprechend der unterschiedlichen Aufgabenstellungen und
Untersuchungszwecke gegliedert, wobei eine Messstelle auch
mehreren Teilmessnetzen zugeordnet sein kann. Gemäß des ex-
ternen Audits nach EMAS und der Akkreditierung nach DIN EN
ISO 17025 entsprechen die Probenahmen und Messungen dem
aktuellen Stand der Normung. Auch bei den Grundwasserpro-
benahmen ist das Ziel erreicht worden, mindestens 97 % der
Probenahmen durchzuführen.
Betrieb Messstellen
ANZAHL DER GW­MESSSTELLEN: 1.469
Das landesweite Messnetz dient der Überwachung des Grund-
wasserhaushaltes und unterliegt einer gewissen Fluktuation.
Die BfUL erhält den Auftrag zum Betrieb der entsprechenden
Messstellen vom LfULG jährlich über das Grundwasseruntersu-
chungsprogramm (GWUP). An 453 Messstellen wurden Beschaf-
fenheitsuntersuchungen durchgeführt.
Im Zusammenhang mit dem in Kraft treten der Allgemeinen
Verwaltungsvorschrift zur Ausweisung von mit Nitrat belasteten
und entrophierten Gebieten erforderte ein Gutachten zum Zu-
stand der Grundwassermessstellen durch ein Ingenieurbüro im
Auftrag des Sächsischen Landesbauernverbands umfangreiche
Zuarbeiten durch die Fachbereiche. Nach der Fertigstellung des
Gutachtes erfolgten zudem eine Prüfung der aufgeworfenen As-
pekte und die Vorbereitung einer Stellungnahme für das LfULG.
Diese Arbeiten erforderten von den betreffenden Mitarbeitern
einen enormen zusätzlichen Arbeitseinsatz.
Messungen Menge/Stand
ANZAHL DER GW­STANDMESSUNGEN: ~92.000
Pegelneubau und
-ausrüstung (Jeschke)
ANZAHL DER DURCHSCHNITTLICH BETREUTEN
VORHABEN: 16
davon 1 begonnene Maßnahme
davon 3 fertiggestellte Maßnahmen:
1 Neubau
2 Rückbauten
Die zahlreichen begonnenen Vorhaben wurden in allen Fachbe-
reichen fortgesetzt. Insbesondere die Prüfung der Eignung der
untersuchten Standorte durch temporäre Datenerfassung und
-auswertung verzögert sich aufgrund der anhaltenden Niedrig-
wassersituation, da für eine abschließende Bewertung auch hö-
here Wasserstände beobachtet werden müssen.
Am Pegelstandort Niederbobritzsch wurde eine weitere tem-
poräre Pegelmessstelle in Betrieb genommen. Im Ergebnis der
Auswertungen hydrologischer Untersuchungen für die Standorte
Olbersdorf und Lauske konnten diese nicht bestätigt werden und
wurden rückgebaut. Der Pegel Stroga wurde hingegen fertig ge-
stellt und hat seinen Betrieb aufgenommen (siehe Abb. 5)
Die Grundwasserstandwerte werden durch die Beschäftigten
des Geschäftsbereichs, die etwa 600 ehrenamtlichen Beobach-
ter, beauftragte Fremdfirmen und durch die digitalen Daten-
sammler erhoben und mittels Fachinformationssystem GW an
das LfULG übergeben.
Im Bereich der „Messnetzgruppe Menge/Stand“ werden die Teil-
messnetze „Menge/Wasserrahmen-Richtlinie“ und „Hochwasser
im Grundwasser“ betrieben. Hinzu kommen die „Messnetze zu
Ermittlungszwecken“ sowie „Verdichtete Messnetze in risikobe-
hafteten Grundwasserkörpern“. Bestandteil dieses Messnetzes
sind Messstellen und Brunnen, aber auch Quellen.
Im Auftrag des LfULG wurde mit der Einrichtung von drei Mess-
stellen des neuen Messnetzes „Schüttungsmessungen an Stol-
len“ begonnen. Im „Reiche-Empfängnis-Stolln“ Frohnau, im
„Tiefen Sauberger Stolln“ Ehrenfriedersdorf und im „Königlich-
Weistaubner tiefer Erbstolln“ Rittersberg sollen die Durchflüsse
ausgewählter Stollen im Erzgebirge kontinuierlich gemessen
und Probenahmen zur Analyse der Wasserqualitätsparameter
durchgeführt werden. In Abstimmung mit dem Sächsischen
Oberbergamt wurde die entsprechend notwendige Messtechnik
eingebaut bzw. der Einbau vorbereitet (siehe Abb. 6). Technische
Herausforderungen hierbei sind das Herausführen des Mess-
signals aus dem Stollen für die Datenfernübertragung und die
Nutzung der Stollensohle zur Durchführung qualitativ hochwer-
tiger Durchflussmessungen. Der weitere Ausbau des Messnetzes
ist geplant.
Grundwasserprobenahme
ANZAHL DER PROBENAHMEN: 621
An den 453 beauftragten Beschaffenheitsmessstellen er-
folgt ein- oder zweimal jährlich eine Grundwasserprobe-
nahme mit anschließender Dateneingabe in das Laborin-
formations- und Managementsystem (LIMS).
Abb. 5: Neuer Pegel Stroga
Abb. 6: Einbau Messtechnik im Reiche Empfängnis Stolln Frohnau
Abb. 7: Probenbergung bei
Sonderprobenahme im Hedwigschacht

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Die Stationen liefern die meteorologischen Eingangsdaten für
Berechnungen von Schaderregerprognosen durch das LfULG.
Aufgrund der Lage der Stationen ist es möglich, bei der Er-
stellung der Empfehlungen und Prognosen für die Landwirte
die realen Anbaubedingungen vor Ort zu berücksichtigen. Die
erfassten Daten werden aktiv via Internetprotokoll gesendet
(Push-Betrieb) und können stündlich oder häufiger übertragen
und bereitgestellt werden.
Eine weitere Standardisierung und Modernisierung des Mess-
netzes erfolgte durch Austausch der Kippwaagen an den Sta-
tionen in Chemnitz, Seelitz und Weigmannsdorf (siehe Abb. 8).
Bodenwassermessnetz
Betrieb BDF-II-Stationen
ANZAHL DER BDF­II­STATIONEN: 4
Durch den Geschäftsbereich werden insgesamt vier Boden-
dauerbeobachtungsflächen – Level 2 (BDF II) mit jeweils einer
Klimastation und einem bodenhydrologischen Messplatz betrie-
ben. Zusätzlich werden noch drei bodenhydrologische Messplätze
betrieben.
Zum Bereich der Messnetzgruppe „Beschaffenheit/chemischer
Zustand des Grundwassers“ zählen das Messnetz „Überblicks-
weise Überwachung“, das „Operative Messnetz zur Über-
wachung diffuser Quellen und Stoffeinträge“, das Messnetz
„Braunkohlebergbau bedingte Belastungen“, ein Messnetz zur
„Operativen Überwachung punktueller Belastungen“ und das
„Ermittlungsmessnetz SchAVO (Schutz- und Ausgleichsverord-
nung)“. Die Festlegung und Zuordnung der Grundwassermess-
netze erfolgte durch die „Messnetzkonzeption Grundwasser“
des LfULG (aktueller Stand 2015).
Auf Anforderung des LfULG wurde eine Sonderprobenahme von
Grubenwasser im Hedwigschacht in Oelsnitz/Erzgebirge zur Be-
gleitung der sanierungstechnischen Maßnahmen des Oberberg-
amtes in ca. 20 m Tiefe durchgeführt (siehe Abb. 7).
Messstellenbau
ANZAHL DER BAUMASSNAHMEN: 14
davon 7 begonnene Maßnahmen
davon 7 fertiggestellte Maßnahmen
Die Neubewertung des SIB und seiner Zuständigkeit für staatli-
che Baumaßnahmen an Messstellen wirkt sich wie beim Pegel-
bau auch auf den Messstellenbau für das Grundwassermessnetz
aus. So erfolgten Baumaßnahmen nur in zwei von drei Fachbe-
reichen.
Agrarmeteorologisches
Messnetz
w
Betrieb Stationen
ANZAHL DER MESSSTELLEN: 34
Zum Auslesen der Klima- und Bodenfeuchtedaten, zur Ent-
nahme von Bodenwasser und zur Ermittlung der Deposition
ist bislang eine Befahrung der BDF-II-Stationen im 14-tägigen
Rhythmus erforderlich. Durch eine geplante Modernisierung und
Teilautomatisierung der Messstellen soll der Befahrungsrhyth-
mus auf 28 Tage verlängert werden, unter Beibehaltung einer
14-tägigen Probengewinnung. Dazu wurde in Eigenleistung ein
neuartiges Probenahmesystem entwickelt. Dieses System wur-
de in Hilbersdorf eingebaut (siehe Abb. 9). Damit wurden die
Grundlagen für einen weitgehend automatischen Betrieb der
Station gelegt. Eine Implementierung dieses Systems in andere
BDF-II-Stationen ist 2021 geplant.
Die Hauptfrucht der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung auf
der Lysimeterfläche Brandis war Winterraps (siehe Abb. 10), ge-
folgt von Winterweizen, der im Oktober ausgesät wurde. 2020
gehörte wieder zu den niederschlagsarmen Jahren, vor allem in
der Vegetationsperiode. Der Winterraps erzielte dennoch durch-
schnittliche bodentypische Erträge. Die Folgefrucht hatte durch
den niederschlagsreichen Oktober gute Startbedingungen für
den Aufgang. Eine überdurchschnittlich hohe Niederschlags-
menge im Februar sorgte für eine seit sieben Jahren nicht mehr
stattfindende durchschnittliche Sickerwasserbildung.
Die klimatischen und bodenhydrologischen Messungen sollen
im Hinblick auf klimatische Veränderungen, ressourcenschonen-
de Bewirtschaftung und technische Fortschritte auch weiterhin
auf einem hohen Niveau stattfinden, daher sind Neuerungen
bzw. Erweiterungen des Tätigkeitsfeldes notwendig. Dazu wur-
den Vorhaben zu folgende Themenschwerpunkten umgesetzt:
1. Analyse der stabilen Isotope
15
N und
18
O im Nitrat des
Sickerwassers
Mittels der Isotopenuntersuchung können wertvolle Informa-
tionen für die Bewertung der Wasser- und Stoffflüsse in den
Lysimetern und Erkenntnisse über die Herkunft Nitrats im Si-
ckerwasser geliefert werden. Diese Untersuchungen stoßen zu-
nehmend auf fachliches Interesse und sollen fortgesetzt werden.
2. Erweiterung des Klimagartens um ein Gerätetestfeld
Für die Erweiterung des Testfeldes wurden Ende des Jahres zwei
neue Niederschlagsmessgeräte (Pluvio²L und Parsival) beschafft,
welche ab 2021 Vergleichswerte liefern sollen.
Die Lysimeterstation im Forst Naunhof ist aus dem Landesmess-
netz herausgenommen worden. Diese wird jedoch im Rahmen
eines Drittmittelprojekts weiter betreut. Die Messungen an der
Station Witznitz mussten infolge eines Einbruchs vorerst ein-
gestellt werden. Aktuell wird über die weitere Verwendung der
Station Witznitz im Rahmen einer nationalen Referenzstation
zur Überwachung der Nitratbelastung des Grundwassers disku-
tiert. Eine Entscheidung soll bis Ende 2021 getroffen werden.
Abb. 8: Neuer Niederschlagssensor an der AMN-Station Chemnitz
Abb. 9: Testweiser Betrieb eines intern entwickelten Prototyps
in der BDF-II-Station Hilbersdorf
Betrieb Lysimeterstationen
ANZAHL DER LYSIMETERSTATIONEN: 2
Für das Messnetz Lysimeter wurde in den vergangenen Jahren
erstmals ein Fach- und Betriebskonzept gemeinsam mit der
Fachaufsicht erarbeitet. Ziel ist es, die Potentiale der Lysime-
terstation unter den gegebenen Randbedingungen optimal zu
nutzen. Zudem bildet es die fachliche Basis für eine umfassende
Automatisierung. Eine Bestätigung wird für Anfang 2021 erwartet.

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| 27
Niederschlagsmessnetz
Im Messnetz Ombrometer ist es gelungen, mindestens 95 %
der Daten bereitzustellen. Die Stationen des automatischen
Niederschlagsmessnetzes (Ombrometermessnetz) liegen in den
Hochwasserentstehungsgebieten und verdichten das Nieder-
schlagsmessnetz des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Durch
die Veränderungen des Wasserhaushalts gewinnen Ombrometer
jedoch auch für andere Fragestellungen zunehmend an Bedeu-
tung.
Betrieb
Ombrometermessnetz
ANZAHL DER OMBROMETERSTATIONEN: 29
(AB DEZEMBER 35)
Abb. 10: Ernte des Winterraps auf dem Lysimeterfeld in Brandis
Abb. 11: Neues Ombrometer
an der Talsperre Lichtenberg
In einem schnell umzusetzenden Ausrüstungsvorhaben des
LfULG zur Gewinnung von Klimadaten unterstützte der Ge-
schäftsbereich an vorhandenen Standorten des Agrarmeteoro-
logischen Messnetzes den Aufbau von 10 neuen Ombrometern
(siehe Abb. 11). Sechs dieser Ombrometer konnten 2020 schon
in Betrieb genommen werden. Im Jahr 2021 werden weitere
Standorte hinzu kommen, deren Realisierung der GB 3 eben-
falls unterstützt. Mit dem LfULG wurde inzwischen vereinbart,
dass die BfUL den Betrieb dieser neuen Ombrometer dauerhaft
übernimmt.

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»Moderne Landwirtschaft -
umweltgerecht und sicher«
| 29
Der Schwerpunkt der Bodenuntersuchungen betrifft die Analytik
von mineralisiertem und Gesamtstickstoff, des Humusgehaltes
sowie die pflanzenverfügbaren Gehalte der Nährstoffe Phosphor,
Kali, Magnesium sowie Schwefel und den pH-Wert. Diese Unter-
suchungen wurden in erster Linie für die Versuchstätigkeit des
LfULG sowie für die Ermittlung der Stickstoff-Düngungsempfeh-
lungen durch das LfULG durchgeführt. In der Summe wurden
ca. 62 Tsd. dieser Parameter gemessen. Dies macht fast zwei
Drittel der Gesamt-Parameterzahl des Produktes Bodenuntersu-
chungen aus.
Ein Sonderauftrag des Jahres 2019 wurde im Berichtsjahr be-
arbeitet und bestand in der Analyse der Mikronährstoffe B, Mn,
Cu und Zn für das LVG Köllitsch. Dort erfolgte eine Raster-Be-
probung verschiedener Flächen mit dem Ziel einer Analyse der
verfügbaren Mikronährstoffe mit der CAT Methode sowie mit
Einzelmethoden. Insgesamt wurden 6.480 Messergebnisse über-
mittelt.
Boden­/Düngemittel­
untersuchungen
Bodenuntersuchungen
ANZAHL DER PARAMETER (PROBEN): 107.513 (16.398)
Die Bodenuntersuchungen umfassen Nährstoff- und
Humusuntersuchungen für das Landwirtschaftliche Ver-
suchswesen sowie Untersuchungen auf Schwermetalle
in allen Matrices
Die Auftragslage der Bodenanalytik zeigt eine stabile Tendenz.
Die Anzahl der gemessenen Parameter liegt auf dem bereits ho-
hen Niveau des Vorjahres und übersteigt die Planzahlen, die sich
an dem Niveau der Jahre vor 2019 orientierten, um ca. 20 %.
28 |
Die Leistungen für das Landwirtschaftliche
Untersuchungswesen werden in zehn Produkten
abgebildet.
PFLANZEN­/FUTTERMITTEL­
UNTERSUCHUNGEN
Pflanzen-/Futtermittel-
unter suchungen
PHYTOPATHOLOGIE
Virologie/Bakteriologie
Mykologie
Zoologie
BODEN­/DÜNGEMITTEL­
UNTERSUCHUNGEN
Bodenuntersuchungen
Düngemitteluntersuchungen
Ausrichtung von
Ring analysen
LANDWIRTSCHAFTLICHE
ERZEUGNISSE, SAATGUT
Fleisch-/Fisch unter-
suchungen
Mikrobiologische
Unter suchungen
Luft
Saatgut
LANDWIRTSCHAFT­
LICHES UNTER­
SUCHUNGSWESEN
Geschäftsfeld im Geschäftsbereich 4

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30
| 31
|
Der Geschäftsbereich übernimmt die Analytik der Düngemittel
für den Vollzug der DVK durch das LfULG. Insgesamt wurden
177 amtliche Beprobungen und Untersuchungen durch die DVK
vorgenommen. Die Anzahl war im Vergleich zu den Vorjahren
niedriger, da die Kontrolle und Probenahme durch die LfULG-
Probenehmer pandemiebedingt reduziert wurden musste.
Darüber hinaus werden im Bereich Düngemitteluntersuchungen
unterschiedliche Düngemittel- und Substratproben des LfULG
auf ihre Inhaltsstoffe untersucht.
Ausrichtung von Ringanalysen
ANZAHL DER RINGANALYSEN: 6
Die Ausrichtung von Ringanalysen dient der Qualitäts-
sicherung und der Überwachung des privaten Unter-
suchungswesens.
Die Ausrichtung von Länderübergreifenden Ringanalysen ge-
mäß Fachmodul Abfall (LÜRV-A) dient der Kontrolle des privaten
Untersuchungswesens zur Analytik von Boden, Bioabfall, Klär-
schlamm als fachliche Grundlage für die erforderliche Notifizie-
rung der Labore.
Zu diesem Zweck beteiligte man sich an der Ausrichtung der
Ringanalysen Boden sowie Bioabfall. Die Durchführung der Ring-
analysen erfolgt in enger Kooperation zwischen dem Thüringer
Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR), der
BfUL und weiteren Einrichtungen (Hessisches Landeslabor, Uni-
versität Hohenheim, Bundesgütegemeinschaft Kompost).
Zur Qualitätssicherung von Futtermittellaboren im Sinne der
sachgemäßen Fütterung landwirtschaftlicher Nutztiere wurden
in Zusammenarbeit mit dem TLLLR und der VDLUFA Fachgruppe
„Futtermitteluntersuchung“ die Futtermittel Enquete ausge-
richtet.
Die Sortenbestimmung von Kartoffeln wird außerhalb von Sach-
sen nur durch drei weitere deutsche Untersuchungsinstitute
realisiert.
Weitere Untersuchungsschwerpunkte des Bereiches Bodenun-
tersuchungen bestehen in der Untersuchung von Boden- und
Substratproben auf Gesamt-Elementgehalte (Nährstoffe und
unerwünschte Stoffe), auf Pflanzenschutzmittelrückstände und
auf bodenphysikalische Parameter.
Im Bereich Bodenanalytik wird weiterhin auf der Grundlage von
Gewächshausversuchen die sortenabhängige Cadmiumaufnah-
me bei Getreide ermittelt. Ziel ist es, Landwirten in geogen mit
Cadmium belasteten Gebieten eine Hilfestellung bei der Sorten-
wahl zu geben, damit der Höchstgehalt nach Verordnung (EG)
1881 eingehalten werden kann. Es wurden die Aufnahmeraten
von verschiedenen Winterweizensorten geprüft. Darüber hinaus
wird die Minimierung des Eintrags unerwünschter Stoffe nach
Verordnung (EG) 1881 in die Nahrungskette durch die entwi-
ckelte und überwachte Vor-Ernte-Untersuchung angestrebt.
Hierbei ist es das Ziel, dem Landwirt bereits zum Erntezeitpunkt
eine belastbare Information zum Cadmium- und Bleigehalt sei-
nes Getreides zu geben. Darauf gründet seine Entscheidung, ob
eine Partie als Nahrungs- oder nur als Futtergetreide vermarktet
werden kann.
Düngemitteluntersuchungen
ANZAHL DER PARAMETER (PROBEN): 19.033 (665)
Neben den Untersuchungen für die Düngemittelver-
kehrskontrolle bildet dieses Produkt die Untersuchung
von Düngestoffen aller Art ab, die von den Fachabteilun-
gen des LfULG eingereicht wurden.
Das Ziel der amtlichen Düngemittelverkehrskontrolle (DVK) ist
es, die Einhaltung der Vorschriften des Düngemittelrechts beim
Hersteller oder Händler (Inverkehrbringer) der Düngemittel, Bo-
denhilfsstoffe, Kultursubstrate oder Pflanzenhilfsmittel zu über-
wachen. Neben dem Schutz der Verbraucher vor Täuschungen
im Düngemittelhandel ist es vor allem eine Aufgabe der DVK
sicherzustellen, dass es bei sachgerechter Anwendung der Dün-
gemittel zu keiner Schädigung der Fruchtbarkeit des Bodens
oder der Gesundheit von Menschen, Haustieren und Nutzpflan-
zen kommt.
Für die Gewährleistung des hohen Qualitätsstandards wurde für
diese Labore ein Ringversuch durchgeführt.
Eine schnelle, effektive und exakte Diagnose von Schaderregern
ist eine grundlegende Forderung des modernen Pflanzenschut-
zes. Deshalb wurde ein Ringversuch zur Identifizierung von
Thrips-Arten organisiert.
Pflanzen­/Futtermittel­
untersuchungen
Pflanzen-/Futtermittel-
untersuchungen
ANZAHL DER PARAMETER (PROBEN): 137.703 (14.365)
Neben der Analytik für die amtliche Futtermittelkontrolle
werden unter diesem Produkt alle Pflanzenuntersuchungen
für das Landwirtschaftliche Versuchswesen zusammen-
gefasst.
Der Geschäftsbereich ist vom SMS mit den Untersuchungen im
Rahmen der amtlichen Futtermittelüberwachung beauftragt.
Das Kontrollprogramm Futtermittel ist bundesweit koordiniert
und als Bestandteil des Mehrjährigen Nationalen Kontrollplans
2017-2021 (MNKP) unter dem Stichwort „Futtermittelüberwa-
chung“ beschrieben.
Damit wird der Forderung gemäß Artikel 109 der Verordnung
(EG) Nr. 625/2017 des Europäischen Parlamentes und des Ra-
tes vom 15.03.2017 über amtliche Kontrollen zur Überprüfung
der Einhaltung des Lebensmittel- und Futtermittelrechts sowie
der Bestimmungen über Tiergesundheit und Tierschutz, wonach
jeder Mitgliedstaat einen solchen Kontrollplan erstellen soll,
Rechnung getragen. Mit dem Ziel der Überprüfung der Deklara-
tion und der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben können über
90 verschiedene Parameter in Futtermitteln untersucht werden.
Durch die Landesuntersuchungsanstalt (LUA) wurden unange-
kündigt und stichprobenartig 636 Futtermittelproben bei Her-
stellern, Händlern und Landwirten gezogen. Das war pandemie-
bedingt etwas weniger als in den Vorjahren. Der Schwerpunkt
der Untersuchungen lag auf unerwünschten und verbotenen
Stoffen (Abb. 1).
Das LfULG betreibt seit dem Jahr 2014 ein Messnetz „Futtermit-
tel“. Dieses Messnetz dient der sächsischen Agrarverwaltung als
ein Instrument zur vorausschauenden Risikobewertung in der
Lebensmittelkette und in der Umweltwirkung der Tierhaltung.
Durch ein Monitoring von Grundfuttermitteln soll die Situation
und die Qualität von wirtschaftseigenen Futtermitteln im Frei-
staat widergespiegelt werden, um gegebenenfalls rechtzeitig
Handlungsempfehlungen ableiten zu können.
Im Rahmen des Messnetzes „Futtermittel“ wurden 343 Grund-
futtermittel untersucht. Neben der sensorischen Bewertung und
der Untersuchung auf den Futterwert bestimmende Inhaltsstof-
fe werden auch unerwünschte Stoffe wie Schwermetalle oder
Mykotoxine stichprobenhaft in den Grundfuttermitteln analy-
siert. Aussagen zum Konserviererfolg und zur mikrobiologischen
Qualität von Silagen konnten ebenfalls aus den Untersuchungen
abgeleitet werden.
Abb. 1: Untersuchung auf den Quecksilber-Gehalt in Proben der amtlichen Futtermittel-Kontrolle

image
32
|
| 33
Landwirtschaftliche
Erzeugnisse, Saatgut
Fleisch-/Fischuntersuchungen
ANZAHL BEARBEITETE PARAMETER (PROBEN): 6.364
(181)
Die Kontrolle von Vermarktungsnormen für Geflügel-
fleisch und die Untersuchung von Fluss- und Teich-
fischen auf Schadstoffgehalte bildet dieses Produkt ab.
Im Rahmen der Kontrolle der Einhaltung der Vermarktungsnor-
men für Geflügelfleisch nach Verordnung (EG) Nr. 543/2008
wurden vom Kontrolldienst Agrarwirtschaft des LfULG insgesamt
22 Geflügelproben (7 Proben tiefgefrorene Geflügelschlachtkör-
per und 15 Proben Geflügelteilstücke) zur Untersuchung ein-
gesandt. Diese Untersuchungen beinhalten bei tiefgefrorenen
Geflügelschlachtkörpern die Bestimmung des Auftauverlustes
an jeweils 20 Schlachtkörpern pro Probe und bei Geflügelteil-
stücken die Bestimmung des Fremdwassergehaltes anhand des
Wasser/Rohprotein-Verhältnisses. In der Verordnung festgelegte
Werte für den Auftauverlust bzw. das Wasser/Rohprotein-Ver-
hältnis dürfen nicht überschritten werden.
Darüber hinaus erfolgt die Untersuchung von Fischproben aus
sächsischen Flüssen und Teichen auf den Gehalt an Schwerme-
tallen und an organischen Schadstoffen im Auftrag des LfULG.
Mikrobiologische
Untersuchungen Luft
ANZAHL BEARBEITETE PROBEN: 0
Es fielen keine Untersuchungen in diesem Bereich an.
Da die Untersuchungen nur sporadisch und in geringen
Probenzahlen durchgeführt werden, wird dieses Produkt
nicht weitergeführt und die Leistungen künftig dem
Produkt Fleisch- / Fischuntersuchungen zugerechnet.
Die Ergebnisse dieser Futtermittelanalysen werden auch im
Rahmen der Ausbildung an den sächsischen Fachschulen für
Landwirtschaft genutzt, um theoretische Inhalte mit konkreten
praktischen Anwendungen zur Futterqualität in der regionalen
Landwirtschaft zu verbinden.
Für das Versuchswesen des LfULG wird eine große Zahl von
Pflanzenproben auf verschiedene mineralische und organische
Inhaltsstoffe untersucht. Darüber hinaus werden die Fruchtin-
haltsstoffe und Festigkeit von Äpfeln und der Nitratgehalt in
Kartoffeln untersucht.
Die Einhaltung der Vorschriften der Verordnung (EG) 1107/2009
über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln, des
Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG) und der hierauf beruhenden
Verordnungen, wie z. B. der Pflanzenschutzanwendungsverord-
nung wird in Deutschland von den Bundesländern kontrolliert.
Die Kontrollen zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM)
erfolgen durch das LfULG in Form von:
Kontrollen in Betrieben (Betriebsprüfungen);
Kontrollen auf Flächen während der Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln;
Kontrollen auf Flächen nach der Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln.
Schwerpunkte der Untersuchungen sind z. B. die Kontrolle der
Einhaltung von Abstandsauflagen nach dem PflSchG sowie der
Nichtbehandlung eines 5 m breiten Gewässerrandstreifens nach
SächsWG zum Schutz von Oberflächengewässern vor dem Ein-
trag von PSM-Wirkstoffen oder Kontrollen zur Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln im Weinbau sowie in Beerenobst oder
die Untersuchung von Spritzbrühen. Darüber hinaus erfolgt die
Nachverfolgung von aufgefallenen Proben im Bereich der Le-
bensmitteluntersuchung sowie die Mitarbeit bei der Aufklärung
von Schadensfällen im Bereich Pflanzenschutz.
Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem LfULG im Rah-
men von Forschungsprojekten zur Vermeidung des Eintrags von
Pflanzenschutzmitteln in den Naturhaushalt wurde intensiviert
(Projekte BioBett und Dropleg-Düseneinsatz im Raps).
Saatgutuntersuchungen
ANZAHL PARAMETER (PROBEN): 14.912 (4.445)
In diesem Produkt werden die Untersuchungen für die
Saatgutanerkennung, die Saatgutverkehrskontrolle sowie
die Besondere Ernteermittlung zusammengefasst.
Bevor Saatgut (Abb. 2) in den Verkehr gebracht werden darf,
wird es vorab im Vermehrungsbestand geprüft (Feldprüfung)
und nach der Aufbereitung im Aufbereitungsbetrieb im Saat-
gutlabor auf seine Beschaffenheit untersucht.
Die Beschaffenheitsprüfung von Saatgut ist nach der Feldprü-
fung eine wichtige Voraussetzung für die amtliche Anerkennung
und Zertifizierung durch das LfULG. Neben den Untersuchungen
für die Saatgutanerkennung werden Beschaffenheitsprüfungen
für die Saatgutverkehrskontrolle (SVK), für die Kontrolle von
Überlagerungsproben sowie für Projekte des LfULG vorgenom-
men.
Nach dem Agrarstatistik-Gesetz (Agr-StaG) sind die Bundeslän-
der verpflichtet, Erhebungen über die Erntemengen (Besondere
Ernteermittlung) u. a. von Getreide vorzunehmen. Dafür werden
Getreide- und Rapsproben im Saatgutlabor untersucht.
Im Rahmen des sächsischen Saatgutmonitorings auf gentech-
nisch veränderte Organismen (GVO) kamen insgesamt 40 Saat-
gutproben der Fruchtarten Mais, Raps und Soja zur Untersu-
chung.
Die Untersuchungen erfolgten nach dem in der amtlichen
Sammlung von Untersuchungsverfahren nach § 28b GenTG be-
schriebenen Untersuchungsablauf unter Verwendung moleku-
larbiologischer Methoden, basierend auf der real-time PCR.
Das Saatgutlabor ist von der International Seed Testing Associ-
ation (ISTA) akkreditiert und führt nach deren vorgeschriebenen
Methoden die geforderten Prüfungen durch. Die Akkreditierung
beinhaltet eine regelmäßige erfolgreiche Teilnahme an Profici-
ency Tests (Laboreignungstest) der ISTA. Die ISTA-Akkreditierung
ist Voraussetzung für die Erstellung von ISTA-Zertifikaten für
den internationalen Saatguthandel. Im Berichtszeitraum wur-
den insgesamt 186 ISTA-Zertifikate ausgestellt.
Abb. 2: Untersuchtes Samenspektrum von Kulturpflanzen

image
34
| 35
|
chungen hinsichtlich meldepflichtiger Schaderreger im Gar-
ten- und Obstbau (Feuerbrand, Apfeltriebsucht, Phytophthora
ramorum, Fusarium circinatum) sowie bei land- und forstwirt-
schaftlichen Kulturen (Kartoffelzystennematoden, Kiefernholz-
nematoden). Ein weiterer großer Teil der Diagnoseanforderun-
gen ergibt sich alljährlich aus den vielfältigen Anforderungen
der Schaderregerüberwachung des LfULG im Acker- und Garten-
bau sowie aus pflanzenbaulichen Versuchen. Hier standen vor
allem zoologische und mykologische Spezialdiagnosen, wie z.
B. ein umfangreiches Fusarium-/ Toxin-Monitoring (DON) und
Untersuchungen auf Steinbrand (Tilletia caries / controversa)
für den ökologischen und konventionellen Anbau sowie Zuar-
beiten für die Datenerhebung für den Pflanzenschutzwarndienst
(ZEPP, ISIP) im Fokus. Darüber hinaus erfolgten zahlreiche Ge-
sundheitsprüfungen von Saat- und Pflanzgut im Rahmen des
amtlichen Anerkennungsverfahrens.
Pflanz- und Speisekartoffeln wurden auf die im Anerkennungs-
verfahren geforderten Quarantänebakteriosen Clavibacter mi-
chiganensis ssp. sepedonicus und Ralstonia solanacearum mit
Hilfe molekularbiologischer Methoden (PCR-Analytik) unter-
sucht. Es wurden 519 Pflanz- und Speisekartoffelproben mittels
real-time PCR auf beide Quarantänebakteriosen im Simultan-
verfahren untersucht. Im Bedarfsfall wurden die Untersuchun-
gen durch die konventionelle PCR ergänzt. Im Berichtszeitraum
traten keine Fälle eines Befallsverdachtes mit Bakterieller Ring-
fäule oder Schleimkrankheit auf. Ergänzt wurden diese Unter-
suchungen durch die Bonitur hinsichtlich weiterer quarantäne-
relevanter Schaderreger wie dem Kartoffelkrebs (Synchytrium
endobioticum), Amerikanischer Kartoffelerdflöhe (Epitrix spp.)
und Candidatus Liberibacter solanacearum.
Die Bodenuntersuchungen von Pflanzkartoffelschlägen hin-
sichtlich Kartoffelzysten-Nematoden (Globodera rostochiensis
und G. pallida) beliefen sich für das Anbaujahr 2020 auf 2.037
Proben von ca. 1.019 ha Anbaufläche. Von Speisekartoffelflächen
wurden für die Saison 2020 30 Proben auf Kartoffelnematoden
untersucht, die ca. 107 ha repräsentieren. Bei keiner Untersu-
chung wurden relevante Nematoden nachgewiesen.
Phytopathologie
Virologie/Bakteriologie,
Mykologie, Zoologie
VIROLOGIE / BAKTERIOLOGIE:
ANZAHL PARAMETER: 10.975
MYKOLOGIE:
ANZAHL PARAMETER: 7.984
ZOOLOGIE:
ANZAHL PARAMETER: 11.092
PARAMETER GESAMT UND PROBENZAHL GESAMT
PHYTOPATHOLOGIE: 30.051 (7.687)
Die drei phytopathologischen Produkte fassen die
Untersuchungen für die Kontrolle des Im- und Exports,
der Untersuchung auf Quarantäne-Schaderreger, die
Saatgutgesundheit und die Schaderregerüberwachung
zusammen.
Die untersuchte Gesamtprobenzahl blieb auch im Jahr 2020 auf
einem sehr hohen Niveau, welches die Kapazitäten des Fach-
bereiches weiterhin übersteigt. Daher konnten trotz der pan-
demiebedingten Reduzierung von Betriebskontrollen nicht alle
Aufträge der Fachaufsicht bearbeitet werden.
Weiterhin nehmen die spezielleren Anforderungen hinsichtlich
Differentialdiagnostik von Schadorganismen bis auf Artenebene
(Abb. 3) bzw. durch den zunehmenden verpflichtenden Einsatz
molekularbiologischer Diagnosetechniken zur Absicherung bzw.
den Ausschluss von Quarantäne-Schaderregern zu. Gleichzei-
tig steigt z. B. das Aufkommen der sehr aufwändigen Unter-
suchungen für die Saatgutgesundheit an. Das Auftreten neuer
Schaderreger in Sachsen erfordert die aufwändige Etablierung
entsprechender neuer Diagnosemethoden.
Der größte Teil der Proben stammte wiederum aus der Kont-
rolltätigkeit des LfULG. Diese Leistungen umfassten die Diagno-
sen von Quarantäne-Schaderregern in den Bereichen Virologie,
Bakteriologie, Mykologie und Zoologie. Spezielle Untersuchun-
gen erfolgten im Rahmen von Ex- und Importen bzw. von EU-
Monitoring-Programmen. Gesundheitsprüfungen bei Pflanzgut
gehörten ebenso zum Untersuchungsspektrum wie Untersu-
Abb. 3: Entomologische Vergleichssammlung für den Abgleich von Schadorganismen

image
»Zuverlässige Daten -
Grundlage umweltgerechter
Maßnahmen«
| 37
Bodenphysik
ANZAHL DER BESTIMMUNGEN: 1.170 (INSGESAMT)
Untersuchung bodenphysikalischer Parameter wie
Wassergehalt, Dichten, Korngrößenzusammensetzung,
Porenverteilung, Wasserdurchlässigkeit
Feststoffanalytik
Probenaufbereitung
ANZAHL DER AUFBEREITUNGEN: 1.202 (INSGESAMT)
davon:
562 Bodenproben
71 Gesteinsproben
569 Sedimentproben
Trocknung, Teilung, Siebung und Zerkleinerung von
Feststoffproben, Ermittlung von Masseanteilen einzelner
Fraktionen
36 |
Die Leistungen in der Umweltanalytik werden in
16 Produkten abgebildet.
GEWÄSSERÖKOLOGIE
Laborbiologie
Feldbiologie Fließgewässer
Feldbiologie Standgewässer
RINGVERSUCHE
Ausrichtung von
Ringversuchen
FESTSTOFFANALYTIK
Probenaufbereitung
Bodenphysik
Anorganische Analytik
Feststoffe
Organische Analytik
Feststoffe
GEWÄSSERGÜTEMESS­
STATIONEN, PROBEN­
LOGISTIK, MESSNETZE,
DATENBANKEN WASSER
Gewässergütemess-
stationen
Probenahme Fließgewässer
Probenahme Standgewässer
Messnetze, Datenbanken
Wasser
WASSERANALYTIK
Allgemeine Wasseranalytik
Metallanalytik Wasser
Organische Analytik Wasser
Projekt Braune Spree
UMWELTANALYTIK
Geschäftsfeld im Geschäftsbereich 5

image
38
|
| 39
Detailkartierung Sosa“, Nachuntersuchungen zu den Bodendau-
erbeobachtungsflächen (BDF-CN) und zum Projekt „Vergleichs-
profile zur Qualifizierung der Bodenschätzung“.
Auch die komplexen Gesteinsvollanalysen, inklusive der Be-
stimmung der Seltenerdelemente und Seltenen Metalle, wurden
regel
mäßig
beauf
t
r
agt.
Es wurden 233 BDF-Sickerwasser- und 224 Depositionsproben
auf ein breites Parameterspektrum untersucht. Für Untersu-
chungsmethoden auf chlororganische Verbindungen haben sich
die 2019 sichergestellten, 10- bis 30-fach niedrigeren Bestim-
mungsgrenzen als Standard etabliert.
Im Bereich der organischen Analytik von Sediment und Biota
wurden erneut methodische Arbeiten durchgeführt. So wurde
eine Untersuchungsmethode zur Bestimmung von Perfluorok-
tansäüre (PFOA) und Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) um wei-
tere neun umweltrelevante perfluorierte Analyten erweitert, um
Aussagen zu dieser Verbindungsgruppe (PFAS) in verschiedenen
Medien zu ermöglichen.
Analytik Luftmessnetz
Zur Analytik für das Sächsische Luftmessnetz gehören Unter-
suchungen an Schwebstaub (Filter: Schwermetalle, PAK, Ruß),
Staubniederschlag (Bergerhoff: Masse, Schwermetalle) sowie
der Nassen Deposition.
Mit methodischen Arbeiten für die Analytik von Anhydromo-
nosacchariden (Levoglucosan, Galactosan, Mannosan) aus
Luftstaub wurde begonnen. Diese Stoffe werden als Tracer zur
Überwachung der Holzverbrennung genutzt und sollen in den
Routinebetrieb des sächsischen Luftgütemessnetzes integriert
werden.
Anorganische Analytik
Feststoffe
ANZAHL DER BESTIMMUNGEN: 11.866 (INSGESAMT)
davon Analytik Luftmessnetz:
2.097 Bestimmungen (Schwermetalle, Ruß,
Staubniederschlag)
Bestimmung von Total- und extrahierbaren
Schwermetall gehalten in Böden und Sedimenten, Durch-
führung Gesteinsvollanalysen, Ermittlung von Schwer-
metallkonzentrationen in Boden- und Depositionswäs-
sern, Unter suchung bodenchemischer Parameter wie pH,
Leitfähigkeit, Kationenaustauschkapazität, Nährstoffex-
trakte, oxalat- und dithionitlösliche Anteile von Fe, Al
und Mn, Gehalte an C, N, S und P sowie Aziditäten; Ana-
lyse von Staubfiltern (PM
10
) auf Ruß und Schwermetall-
gehalte; Bestimmung der Masse des Staubniederschlags
und Analyse seiner Schwermetallgehalte
Organische Analytik
Feststoffe
ANZAHL DER BESTIMMUNGEN: 7.284 (INSGESAMT)
davon Analytik Luftmessnetz:
1.555 Bestimmungen (PAK PM
10
)
Bestimmung organischer Schadstoffgehalte in Feststoffen,
insbesondere in Sediment- und Bodenproben, Staubfil-
tern (PM
10
) sowie Biota (Fische)
Der pandemiebedingte Lockdown im Frühjahr führte auf Grund
des damit verbundenen Schichtbetriebes in den Laboren zu ei-
nem Rückgang der durchgeführten Analysen, insbesondere im
Arbeitsbereich Boden. Bodenphysikalische und anorganische
bodenchemische Untersuchungen erfolgten u. a. für die Projekte
„DOC-Austrag aus Böden in sächsische Trinkwassertalsperren -
Gewässergütemessstationen,
Probenlogistik, Datenbanken
Wasser
Gewässergütemessstationen
ANZAHL: 5
Betrieb von fünf Gewässergütemessstationen zur Gewin-
nung von online-Daten sowie Wasser- und Schwebstoff-
proben; Veröffentlichung der Daten im Internet
Da eine umfangreiche Rekonstruktion des Entnahmesystems der
Gewässergütemessstation Bad Düben noch aussteht, konnten
nur vier Stationen betrieben werden. Ende des Jahres wurde die
Planungsphase zur Rekonstruktion weitestgehend abgeschlos-
sen. Im 2. Halbjahr 2021 sollen die Baumaßnahmen durchge-
führt werden. Die Wiederinbetriebnahme ist nicht vor 2022 zu
erwarten. In Abstimmung mit dem LfULG erfolgen verdichtend
wöchentliche Stichtagsbeprobungen sowie monatliche Schweb-
stoffentnahmen an der Vereinigten Mulde in Bad Düben.
Doch auch in Schmilka und Zehren waren Wartungsarbeiten an
den Entnahmesystemen erforderlich. Hier bekamen die Pontons
einen neuen Außenhautanstrich. Mit dem Ziel, einen längeren
Ausfall der Gewässergütemessstation Schmilka zu vermeiden,
haben unsere Kollegen die logistische Meisterleistung voll-
bracht, in einem Ringtausch Wartungsfirma, Kranwagen und
Wasserstand der Elbe zu koordinieren. Der Ausfall der Messsta-
tion Zehren von Mitte März bis Anfang September ließ sich auf
Grund der Arbeiten an den Pontons in der Werft nicht vermei-
den.
Durch die Online-Monitore der sächsischen Gewässergütemess-
stationen werden diverse Parameter überwacht (siehe https://
www.wasser.sachsen.de/messstationen-10089.html).
Die Inter-
netpräsentation wurde stark überarbeitet, um den Informati-
onsgehalt und die Verständlichkeit zu erhöhen. Überschreitun-
gen festgelegter Schwellenwerte gab es vor allem beim pH-Wert
und bei der Trübung. Trotz langanhaltender Niedrigwasserpha-
sen traten in der Lausitzer Neiße acht Trübungsereignisse auf,
andererseits wurden besonders durch die Messstationen der
Elbe mehrere Wochen mit Überschreitungen des pH-Wertes
> 9 im Tagesgang dokumentiert. Ursache dafür waren die hohen
Plankton-Aktivitäten bei anhaltender starker Sonneneinstrah-
lung und erhöhten Wassertemperaturen. Dadurch kommt es zur
„biogenen Entkalkung“ des Wassers und damit Verschiebung des
pH-Wertes in den alkalischen Bereich.
Tausch des alten gegen einen
sanierten Ponton an der Gewässer-
gütemessstation Schmilka

image
40
| 41
|
PROBENAHME OBERFLÄCHEN WASSER – NIEDRIGWASSER
Die langanhaltende Trockenperiode führte auch 2020 zu extre-
men Niedrigwasserständen bis zum Trockenfallen von Gewäs-
sern. Dadurch konnte an 116 Fließgewässermessstellen mindes-
tens einmal keine Probenahme durchgeführt werden. Mit 370
entfallenen Probenahmen stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr
(290) erneut deutlich an.
Probenahme Standgewässer
ANZAHL BEFAHRUNGEN STANDGEWÄSSER: 125
Durchführung der Probenahme von Wasser und Sediment
an Standgewässern, Ermittlung der während der Probe-
nahme zu bestimmenden physikalisch-chemischen Kenn-
größen, Aufnahme von Tiefenprofilen, Betreiben von Divern
und Profilern, Kartierung mittels Unterwasserroboter (ROV),
Setzen von Bojen
Das Jahr 2020 war wie die Vorjahre sehr warm. So setzte 2018
frühzeitig eine Schichtung ein (Mitte April). Das führte zur
schnellen und starken Erwärmung des Epilimnions. 2020 kam es
erst deutlich später zur stabilen Schichtung (Mitte Mai). Daher
konnte das Hypolimnion zusätzlich Wärme aufnehmen. Dies ist
exemplarisch am Beispiel des Kiessees Naunhof dargestellt (sie-
he Abb. 2).
Mit dem automatischen Profiler auf der Seeplattform im Hal-
bendorfer See können an frostfreien Tagen fast täglich ent-
sprechende Tiefenprofile aufgenommen werden. Diese größere
Datendichte ermöglicht u. a. genauere Aussagen zur Dauer der
Schichtung und zu Rücklösungen aus dem Sediment. In Kombi-
nation mit einer Wetterstation mit Niederschlags-, Temperatur-,
Globalstrahlungs- und Windmessungen sind dann auch Rück-
schlüsse auf Verdunstungsmengen, Wellenschlag usw. möglich.
Daher erfolgte der Aufbau einer solchen Station für methodi-
sche Fragen.
Zweimal erfolgte eine Alarmauslösung über den internationa-
len Warn- und Alarmplan „SOS-Elbe“, wobei durch die tsche-
chischen Kollegen mitgeteilt wurde, dass keine Auswirkungen
für Sachsen zu erwarten sind. Diese Einschätzungen konnten
durch den Biotest und die physiko-chemischen Messsysteme der
Gewässergütemessstation Schmilka sowie die zeitnahen Unter-
suchungen von Tages- bzw. 6-Stunden-Mischproben bestätigt
werden. Zweimal erfolgte auch durch die sächsische Seite die
Auslösung von „SOS Elbe“ mit der Einschätzung, dass auf Grund
der eingeleiteten Maßnahmen keine Auswirkungen auf Unter-
lieger zu erwarten sind. Dies konnte durch die Monitore bzw.
Untersuchungen von Proben aus den Stationen Zehren bzw.
Dommitzsch bestätigt werden.
Probenahme Fließgewässer
ANZAHL PROBEN: 6.182 (INSGESAMT)
davon:
5.486 Proben Fließgewässer
196 Proben Biologie
500 Proben Sediment
Durchführung der Probenahme von Wasser und Sediment
an Fließgewässern, Ermittlung der während der Pro-
benahme zu bestimmenden physikalisch-chemischen
Kenngrößen, Durchführung notwendiger Probentrans-
porte zwischen den Standorten
Während des pandemiebedingten Lockdowns im Frühjahr wurde
in den Laboren sowie bei der Probenahme mit A- und B-Teams
gearbeitet, um einerseits die Erfüllung wichtiger Bestandteile
des Messnetzes nicht zu gefährden, andererseits die Arbeitsfä-
higkeit – vor allem im Havariefall - auch bei Ausfällen durch
Infektion oder Quarantäne aufrecht zu erhalten. Dadurch war es
möglich, ein ausgedünntes Messnetz Wasser weiter zu bearbei-
ten, so dass insgesamt mehr als 90 % der planmäßigen Proben
untersucht werden konnten.
Abb. 1: Überschreitung von Schwellenwerten
in sächsischen Gewässergütemessstationen
2018-2020
Abb. 2: Temperaturverteilung im Kiessee Naunhof 2018 und 2020; Interpolation aus 9 Ausfahrten
Schwellenwerte
Daph-Tox
>= 10 (Index)
SAK 254 nm
> 25 1/m
Trübung
> 300 TE (Formazin)
Leitfähigkeit* > 1500 μS/cm
pH-Wert*
< 5 oder > 9(-)
*mehrfach in einer KW
BD: ab Juni 2018 Betrieb eingestellt
DO: 18.07.–19.11.18 kein Betrieb
DO: 01.07.–07.10.19 kein Betrieb
GÖ: 07.01.–28.01.19 kein Betrieb
SC: 08.10.–30.10.18 außer Betrieb
ZE: (ok)
DT
SAK
TR
LF
pH
12
10
8
6
4
2
0
BD_18
BD_19
BD_20
DO_18
DO_19
DO_20
GÖ_18
GÖ_19
GÖ_20
SC_18
SC_19
SC_20
ZE_18
ZE_19
ZE_20
keine Überschreitung
keine Überschreitung

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image
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|
Messnetze, Datenbanken
Wasser
KEINE ZÄHLUNG VON GESCHÄFTSANFÄLLEN
Planung und Abstimmung von Messnetzen, Pflege der
Stammdaten in Datenbanken, Administration und Weiter-
entwicklung von Datenbanken (LIMS, ENMOHydro),
Messstellensuche
Die Arbeiten zur Fehlersuche an der Testversion des neuen Win-
LIMS wurden fortgesetzt. Leider konnte eine Übernahme in die
Routine auf Grund der vielfältigen Probleme noch nicht erfolgen.
Wasseranalytik
Allgemeine Wasseranalytik
ANZAHL BESTIMMUNGEN: 99.642 (INSGESAMT)
davon Luftanalytik:
560 Analysen Nasse Deposition
Analyse von physikalisch-chemischen Parametern,
Nährstoff- und Summenparametern sowie Anionen und
Kationen in Oberflächen- und Grundwasser; Analyse von
Nährstoff- und Summenparametern sowie Anionen in
Bodenwasser und BULK-Depositionsproben; Analyse der
nassen Deposition auf pH-Wert, Leitfähigkeit, Kationen
und Anionen; Analyse von Sedimenten auf TOC und AOX
An den vier Standorten der Gewässergütelabore wird die Analy-
tik von Oberflächen- und Grundwasser mit vergleichbaren Kern-
aufgaben durchgeführt, die mit etwa 75 % den Hauptanteil der
Produktkapazität darstellen.
Die vergangenen warmen und trockenen Jahre führten bei ei-
nigen abflusslosen Standgewässern zur Verringerung des Was-
serstandes. Sehr deutlich sind diese Wasserstandschwankungen
beim Autobahnsee Ammelshain und beim Kiessee Naunhof zu
erkennen (siehe Abb. 3). Im Zeitraum 2009 - 2020 betrug die
max. Differenz zwischen dem Maximum und dem Minimum
beim Kiessee Naunhof ca. 2,75 m. Dieser große Schwankungs-
bereich ist aber nicht nur auf die Trockenheit der letzten Jahre,
sondern auch auf Hochwasserereignisse 2010 und 2013 zurück-
zuführen.
Die prozentuale Verteilung der Probenarten des aktuellen Mess-
jahres ist vergleichbar mit 2019. Jedoch kam es aufgrund der
pandemiebedingten Einschränkungen und weiter andauernder
Trockenheitsausfälle 2020 zu einer Verringerung der Gesamt-
probenzahl um etwa 7 %.
Jeder Laborstandort ist unter Einbeziehung der regionalen Be-
sonderheiten, der apparativen Ausstattungen und spezieller
analytischer Qualifikationen spezialisiert. So erfolgen die Un-
tersuchungen von Bodenwässern und BULK-Depositionswässern
in den Laboren Bad Düben und Görlitz unter anderem durch
den Einsatz eines dafür optimierten Ionenchromatografen mit
Inline-Matrixabtrennung. Ein leichter Rückgang der Bodenwas-
ser- und Depositionsproben im Vergleich zum Vorjahr war zu
verzeichnen, der ebenfalls im Zusammenhang mit der anhalten-
den Trockenheit stand.
Bei der Standgewässeranalytik, die ebenfalls an den Standorten
Bad Düben und Görlitz erfolgt, wurden wieder speziell entwi-
ckelte Messmethoden angewandt, die sowohl an Matrixbeson-
derheiten (z. B. niedrige pH-Werte der „sauren Seen“), als auch
an die Anforderungen an sehr niedrige Bestimmungsgrenzen
(z. B. Phosphatanalytik mittels CFA und Lichtleiterküvette) an-
gepasst sind.
Für die Analytik der Proben der nassen Deposition am Standort
Nossen kommt ein dualer Ionenchromatograf zum Einsatz, der
die simultane Bestimmung von Anionen und Kationen aus klei-
nen Volumina mit hoher Empfindlichkeit ermöglicht. Da auch
2020 sehr niederschlagsarme Perioden auftraten, konnte so die
Analytik auch bei geringen Probenmengen sichergestellt werden.
Eine Besonderheit am Standort Chemnitz ist die Analytik von
Oberflächen- und Grundwasserproben der Moorflächen des Ein-
zugsgebietes der Talsperre Carlsfeld. Etwa 50 % der in Chemnitz
analysierten Grundwasserproben stellten dabei die Proben der
Moor-Grundwasserpegel dar. Die besondere Matrix dieser Pro-
ben (hohe Gehalte gelöster organischer Stoffe (DOC), niedrige
pH-Werte und Ionenarmut) erforderten weitere methodische
Optimierungen besonders bei der Ionenchromatografie.
Abb. 3: Relativer Wasserstand (in m; 0 = Wasserstand 2007) im
Autobahnsee Ammelshain und im Kiessee Naunhof 2009–2020
Weitere methodische Arbeiten wurden an verschiedenen Sen-
soren der Multiparametersonden durchgeführt, mit denen die
Tiefenprofile aufgenommen werden. Ein Ergebnis ist die Klärung
der Verwendbarkeit von Sauerstoffsensoren in meromiktischen
Seen. Es konnten Aussagen zur Verteilung von Schwefelwasser-
stoff in Tiefenprofilen gemacht werden.
Außerdem wurden die Voraussetzungen für einen virtuellen
Ringversuch für die Sichttiefe geschaffen.
relativer Wasserstand (m)
relativer Wasserstand (m)
Abb. 5: Ionenchromatograf mit Inline-Matrixabtrennung
Abb. 4: Prozentualer Anteil der Probenarten an der Gesamtprobenanzahl
62,1 % Fließgewässer
16,2 % Bodenwässer/
BULK-Depositionsproben
10,5 % Grundwasser
2,0 % Standgewässer
2,4 % Wochenmischproben
0,3 % Abwasser
6,5 % Sediment/Schwebstoff
0,1 % Sediment Standgewässer

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|
Metallanalytik Wasser
ANZAHL BESTIMMUNGEN: 8.085 (INSGESAMT)
davon Bestimmungen Grundwasser (GW):
588 Bestimmungen Metalle, gelöst (22 Metalle)
inkl. Filtration
216 Bestimmungen Quecksilber
Ermittlung der Konzentrationen von im Wasser gelöst
oder partikulär vorliegenden Kationen und Schwer-
metallen
Organische Analytik Wasser
ANZAHL BESTIMMUNGEN: 28.145 (INSGESAMT)
Bestimmung organischer Schadstoffgehalte in Oberflächen-
und Grundwasserproben
Bei der Analyse organischer Spurenstoffe sowie der Konzentra-
tionen von im Wasser gelöst oder partikulär vorliegenden Katio-
nen und Schwermetallen lag die Gesamtanzahl der ermittelten
Einzelparameter trotz pandemiebedingter Ausfälle wie in den
Vorjahren bei deutlich über einer Million (siehe Abb. 7).
Zahlreiche Qualitätssicherungsmaßnahmen dokumentierten die
hohe Qualität der Analytik der Gewässergütelabore. Die Ver-
gleichsuntersuchungen ausgewählter Parameter (FB 53-Test)
aller vier Standorte wurden im zweimonatigen Rhythmus fort-
geführt, wobei das analytische Spektrum jährlich angepasst
wird. Im November wurde durch die LTV eine Vergleichsunter-
suchung initiiert, an der die Gewässergütelabore erfolgreich
teilnahmen. Darüber hinaus beteiligten sich die Gewässergüte-
labore mit Erfolg an Ringversuchen, die auf den analytischen
Schwerpunkt des jeweiligen Standortes ausgerichtet waren (58.
LÜRV Nährstoffe, Cyanid, Chrom(VI) in Wasser, LÜRV Summen-
parameter in Klärschlamm, Ringversuch des Norwegian Institute
for Water Research).
Die Anzahl der an die zuständigen Wasserbehörden und das
LfULG gemeldeten Schwellenwertüberschreitungen sank im
Vergleich zum Vorjahr leicht. Die Parameter mit Bezug zur land-
wirtschaftlichen Nutzung und kommunalen Einflüssen (Ammo-
nium-N, Gesamt-P, TOC) bildeten dabei etwa die Hälfte dieser
Überschreitungen. Ein leichter Rückgang der Schwellenwert-
überschreitungen war bei den bei der Probenahme ermittelten
Vor-Ort-Parametern (pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit, Sau-
erstoffgehalt) zu verzeichnen. Positiv festzustellen ist, dass die
durch apparative Neuausstattung und Methodenoptimierung
erzielte Senkung der Bestimmungsgrenze bei der Analytik von
Cyanid nicht zu einer signifikanten Erhöhung der Schwellen-
wertüberschreitungen dieses Parameters führte.
Die durchschnittliche Probenzahl im Bereich der Organik lag bei
201 pro Monat und damit leicht unter der des Vorjahres. Die
Zahl der an diesen Proben analysierten Einzelparameter lag bei
848.890.
Abb. 6: Moorwasserprobe des Einzugsgebietes
der Talsperre Carlsfeld
1.200.000
1.000.000
800.000
600.000
400.000
200.000
0
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
Abb. 7: Ermittelte Einzelparameter
FB 52 2010–2020
Abb. 8: Ermittelte Einzelparameter
Organik 2010–2020
1.000.000
900.000
800.000
700.000
600.000
500.000
400.000
300.000
200.000
100.000
0
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
Der Bereich Metallanalytik lag mit durchschnittlich 480 Proben
im Monat wieder im Bereich der Vorjahre.
An der weiteren Anpassung des Parameter- und Methodenspek-
trums entsprechend der Anforderungen der EU-Wasserrahmen-
richtlinie wurde weitergearbeitet. Wie jedes Jahr wurden neue
Organikparameter in bestehende Methoden integriert bzw. neue
Methoden erarbeitet (z. B. 12 neue Parameter der Watchlist 3).

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|
Spree – Tagesmittelwerte
berechnete Sulfatkonzentration (mg/l)
Ein Arbeitsschwerpunkt war die Abklärung der Möglichkeit ei-
ner kontinuierlichen Überwachung dieser Prozesse. So wurden
Leitfähigkeits-Datenlogger vor und nach einer Einleitung in der
Spree getestet.
Darüber hinaus wurden zahlreiche Bestimmungsgrenzen an
die gestiegenen Anforderungen angepasst (Chlorpestizide und
Nitro aromaten).
Hilfreich war dabei die Beschaffung und Inbetriebnahme eines
vierten hochsensitiven GC/MS/MS (Tripelquadrupol Massen-
spektrometer). Damit sind die Hälfte aller GC/MS Systeme durch
GC/MS/MS ersetzt.
Projekt Braune Spree
KEINE ZÄHLUNG VON GESCHÄFTSANFÄLLEN
2 Jahre befristetes Projekt „Eisenbelastungen im Einzugs-
gebiet der Spree"
Erfassung der Sedimentationsraten von eisenhaltigen
Sedimenten für eine Bewertung der Auswirkungen
auf Biota
Erfassung von verschiedenen Bindungsverhältnissen
von Eisen in der Spree
Klärung von Zusammenhängen der Konzentrationen
und Bindungsverhältnisse des Eisens zu Wasser-
ständen/Durchflüssen
Erstellung engmaschiges Ermittlungsnetz für die
Eisen
fracht an der Grenze zu Brandenburg, Suche
von Eintragsquellen
Abklären der Möglichkeiten einer kontinuierlichen
Überwachung
Im Rahmen des Projektes „Braune Spree“ werden Untersuchun-
gen an verschiedenen Fließgewässern vorgenommen. Dies sind
neben der Spree die Kleine Spree, die Struga und der Vincenz-
graben/Schwarze Elster.
Durch den Bergbau wurden u. a. Eisendisulfide freigelegt. Bei
deren Reaktion mit Sauerstoff und Wasser werden Eisen-,
Sulfat- und Hydroniumionen freigesetzt. Die freigesetzten
Eisen(II)-Ionen können beim Eintritt in neutrale Gewässer wei-
ter zu Eisen(III) reagieren und als Eisenhydroxid ausfallen. Die
Sulfat-Ionen verbleiben in der Regel gelöst im Gewässer und
tragen zur Erhöhung der spezifischen Leitfähigkeit bei.
Das Messnetz Spree wurde in Abstimmung mit dem LfULG er-
weitert. So wurde im Juli am Pegel Spree, Spreewitz ein Diver
installiert, um die Möglichkeit für Sulfat-Frachtberechnungen
zu schaffen. Lösungen für eine Datenfernübertragung der Diver-
daten werden aktuell geprüft.
Im Bereich des Vincenzgrabens/Schwarze Elster wurden Proben
genommen, an denen weitere methodische Arbeiten durchge-
führt werden konnten. Im Rahmen eines extern vergebenen Auf-
trages erfolgten Isotopenuntersuchungen zur Herkunfts- und
Altersbestimmung von Wasserproben aus dem Bereich Oßling/
Lausitz. Ziel dieser Untersuchungen war es, mögliche Quellen
für Sulfat zu identifizieren und lokal einzugrenzen.
Gewässerökologie
Laborbiologie
ANZAHL BESTIMMUNGEN: 759 (INSGESAMT)
davon:
277 Bakteriologie
52 Enterokokken
277 E.coli Colilert
153 Daphnien- und Leuchtbakterientoxizitätstest/OFW
Bakteriologie (Nachweis und Quantifizierung von Esche-
richia coli, Coliformen und intestinalen Enterokokken,
Bestimmung von Kolonie- und - Fäkalcoliformenzahl) und
Toxikologie (Durchführung des Leuchtbakterien- und
des statischen Daphnientests) in Oberflächen- und Grund-
wasser
Feldbiologie Fließgewässer
ANZAHL BESTIMMUNGEN: 945 (INSGESAMT)
davon durch Dritte:
60 Bestimmungen Phytobenthos
60 Bestimmungen Makrozoobenthos nach WRRL
Beprobung, Untersuchung und Bewertung folgender
biologischer Qualitätskomponenten in Fließgewässern
gemäß EU-WRRL: Zoobenthos, Phytobenthos
(Makrophyten, Diatomeen, Sonstiges Phytobenthos),
Phytoplankton
Feldbiologie Standgewässer
ANZAHL BESTIMMUNGEN: 749 (INSGESAMT)
davon durch Dritte:
40 Bestimmungen Zooplankton
Beprobung, Untersuchung und Bewertung folgender
biologischer Qualitätskomponenten in Standgewässern
gemäß EU-WRRL: Zoobenthos, Phytobenthos (Makro-
phyten, Diatomeen, Phytoplankton sowie Zooplankton
als unterstützende Interpretationskomponente)
Hauptaufgabe des Bereichs Gewässerökologie ist die Bewertung
der Sächsischen Stand- und Fließgewässer nach Europäischer
Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL). Dazu gehört besonders die
regelmäßige qualitative und quantitative Bestandsaufnahme
der biologischen Qualitätskomponenten (s. o.).
Folgende Tabelle listet die Probenzahlen und -ausfälle im letz-
ten Jahr auf. Die meisten Probenausfälle sind auf den pande-
miebedingten Lockdown zurück zu führen. Ausfälle wegen der
anhaltenden Trockenheit betrafen vor allem Phytobenthospro-
ben, weil bei dieser Komponente die Probenahme erst im Spät-
sommer durchgeführt wird.
Abb. 10: Berechnete Sulfat-Konzentrationen vor und nach einer Einleitung
in die Spree - Darstellung der Tagesmittelwerte; Legende: uh = unterhalb,
WKA = Wasserkraftanlage
Zwischen der Konzentration von Sulfat-Ionen und der spezifi-
schen elektrischen Leitfähigkeit gibt es eine gute Korrelation
(z. B.: Tzschelln r²=0,861 bzw. Tzschelln uh. WKA r²=0,974), so
dass sich aus der Leitfähigkeit Sulfat-Konzentrationen berech-
nen lassen (siehe Abb. 9 und 10).
Spree – Tagesmittelwerte
spez. Leitfähigkeit (μS/cm)
Abb. 9: Spezifische elektrische Leitfähigkeiten vor und nach einer Einleitung
in die Spree - Darstellung der Tagesmittelwerte; Legende: uh = unterhalb,
WKA = Wasserkraftanlage

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Seit 2019 arbeitet die BfUL am UBA-Projekt „eDNA basierte Ver-
fahren in der behördlichen Praxis“ (Federführung: Prof. Leese,
Universität Duisburg-Essen, UDE) beratend und teils aktiv mit.
Ziel des Projektes ist eine Flächenstudie deutscher Fließgewäs-
ser der LAWA-Typen 5, 9, 14 und 15, um das Potenzial der ge-
netischen Methoden zur Beurteilung des ökologischen Zustands
für die in der Bewertungspraxis der EU-WRRL genutzten bio-
logischen Qualitätskomponenten Makrozoobenthos, Diatomeen
und die Fische zu testen. Dabei sollen Probenahme- und La-
boranleitungen bis zur Anwendungsreife im behördlichen Alltag
entwickelt werden. Zusätzlich soll geprüft werden, ob aus den
genetischen Daten neue Informationen über Organismen und
zur Kausalanalyse des Gewässerzustandes abgeleitet werden
können. Gemeinsam mit zwei weiteren Bundesländern (Bayern
und Nordrhein-Westfalen) leistet der Bereich Gewässerökolo-
gie hier die Probenahme der Qualitätskomponenten Makrozoo-
benthos und Diatomeen und deren klassische, morphologische
Analyse für den Abgleich mit den genetisch gewonnenen Daten
(DNA-Metabarcoding und eDNA). Aktuell wurden 31 ausgewähl-
te MZB- und 29 Diatomeen-Proben aus dem Messprogramm der
BfUL geteilt und je eine Teilprobe dem Projekt zur Verfügung
gestellt (siehe Abb. 14). Die Beprobung und Untersuchung der
Fische in Sachsen übernimmt das LfULG.
In Zusammenarbeit mit der Universität Rostock wurde ein Pro-
jekt durchgeführt, um Characeen durch eDNA in Standgewäs-
sern nachzuweisen. Es wurden der Harthsee, der Seelhauser See,
der Kulkwitzer See und der Werbeliner See untersucht. Das Pro-
jekt diente gleichzeitig der Methodenschulung für Mitarbeiter
der BfUL. Durch das Projekt wurden Erkenntnisse über die Eig-
nung der Methode von der Durchführung der Probenahme und
Konservierung bis zur Analyse gewonnen. Dabei zeigte sich, dass
derzeit noch Entwicklungsbedarf besteht. Das betrifft insbeson-
dere die Auswahl geeigneter Extraktions-Kits und Primer sowie
die Entwicklung geeigneter Marker, die Characeen mit ausrei-
chender Sicherheit artspezifisch nachweisen können.
Beim Makrozoobenthos (MZB) fanden zusätzlich an jeweils
sechs Stellen Saprobie- und Versauerungsuntersuchungen statt.
Weitere sechs Messstellen wurden im Zusammenhang mit dem
Flussperlmuschelprojekt der TU Dresden (ArKoNaVera) beprobt.
Im Sommer waren an 24 Stellen der Elbe Untersuchungen nach
dem PTI-Verfahren, einer speziell für Ströme entwickelten Me-
thodik, durchzuführen. Diese Probenahmen wurden erschwert
durch die extremen, sehr kurzfristigen Schwankungen des El-
bepegels, welche oft mehrere Anfahrten erforderten.
Im Zuge des Kleingewässermonitorings wurden vier Messstel-
len mit landwirtschaftlichem Einzugsgebiet jeweils im zeitigen
Frühjahr und Frühsommer beprobt, um Einflüsse von Pflanzen-
schutzmitteln auf das Makrozoobenthos zu untersuchen. Durch
die extreme Trockenheit 2020 waren jedoch vor allem die Som-
merprobenahmen an diesen Kleinstgewässern nicht durchführ-
bar oder wenig aussagekräftig.
An Standgewässern wurden zusätzlich Makrophyten und ben-
thische Diatomeen an 67 Transekten in 13 Seen beprobt.
Zur kontinuierlichen Absicherung einer hohen Untersuchungs-
qualität wurde an drei internationalen Ringversuchen teilge-
nommen (MZB, BIPEA, Frankreich; Phytoplankton, LTV, Sachsen;
Benthische Diatomeen, Bowburn Consultancy, UK). Alle Ring-
versuche wurden erfolgreich absolviert. Auch das DAkkS-Über-
wachungsaudit im September ergab keine Abweichungen.
Die meisten Bewertungsprogramme für die biologischen Quali-
tätskomponenten werden zurzeit von Access- auf Online-Tools
umgestellt. Unsere Kollegen haben sich mit großem Einsatz an
der Testung und Fehlerbehebung dieser Online-Versionen be-
teiligt, vor allem bei PERLODES (MZB), PhytoFluss (Phytoplank-
ton Fließgewässer) und Phylib (Phytobenthos). Ein Mitarbeiter
brachte die Erfahrungen der BfUL bei der Neueinstufung von
Indikatortaxa für die Phylib-Komponente Phytobenthos ohne
Diatomeen (PoD) ein und unterstützte damit die Bearbeiterin
des entsprechenden LAWA (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser)
Projektes maßgeblich.
Probenzahlen und
Ausfälle im Jahr 2020
geplante Probenanzahl
Ausfall wegen
Pandemie
tatsächliche
Probenanzahl
davon Ausfall
wegen Trockenheit
MZB
194
18*
176
10
Phytobenthos
194
0
194
33
Phytopl. STGW
150
63
87
0
Phytopl. FGW
108
0
108
0
Bakt. FGW
72
14
58
0
Bakt. GW
316
97
219
1
Toxikologie
105
28
77
0
Chl-a fluorom.
526
215
311
0
Chl-a DIN
255
48
207
0
Abb. 11: Faule Parthe trocken gefallen, 16.04.20.
Abb. 12: Hier wurde durch Wasserbau die kontinuierliche
Durchströmung des Bachbetts auch bei Niedrigwasser
gewährleistet (Schwarze Elster)
Abb. 13: Die benthische Alge Chamaesiphon starmachii (Cyanobacteria), ein Indikator
für den sehr guten Zustand in silikatischen Fließgewässern der Mittelgebirge,
li.: makroskopisch und re.: mikroskopisch

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| 51
|
Seit 2020 arbeitet der Bereich im FuE-Projekt „Ökologische
Funktionen von Gewässerrandstreifen für die WRRL“ des LfULG
beratend mit. Ziel ist die Erstellung eines Fachberichtes, der das
ökologische Wirkungsgefüge von bachbegleitender, natürlicher
Vegetation und dem Ökosystem Bach/Fluss plausibel und nach-
vollziehbar darstellt. Dieser soll eine wissenschaftlich fundierte
Grundlage schaffen, mit der verständlich gemacht werden kann,
welche Maßnahmen für eine entsprechende natürliche Entwick-
lung von Bach- und Flussabschnitten erforderlich sind, um die
verschiedenen gesetzlichen Ziele z. B. nach WRRL in Sachsen zu
erreichen. Ein weiterer Bestandteil ist eine grafische Aufberei-
tung der Ergebnisse als anschauliche Illustrationen sowohl für
die breite Öffentlichkeit, als auch für das Fachpublikum.
An drei Standgewässern (Olbersdorfer See, Autobahnsee Am-
melshain, Kiessee Naunhof) wurde eine Befischung vorgenom-
men, um den Fischbestand in Art- und Altersstruktur sowie Er-
nährungs- und Gesundheitszustand zu erfassen. Kenntnisse zum
Fischbestand unterstützen die Interpretation der Daten zu Ma-
krophyten und Phytoplankton. Außerdem wurden den Fischen
Proben entnommen, um die Belastung mit Schadstoffen zu ana-
lysieren (Projekt Biota). Das Projekt konnte erfolgreich durchge-
führt werden. Der Abschlussbericht wird im April 2021 erwartet.
Ringversuche
Ausrichtung von
Ringversuchen
KEINE ZÄHLUNG VON GESCHÄFTSANFÄLLEN
Durchführung von Ringversuchen zur Überwachung von
Privatlaboren im Rahmen der Sächsischen Eigenkontroll-
verordnung und Organisation der Länderübergreifenden
Ringversuche im Rahmen der Länderarbeitsgemeinschaft
Wasser/Abwasser (LAWA)
Aller zwei Jahre werden Ringversuche für Summenparameter
und Elemente in Abwasser durchgeführt, bei denen sich die
BfUL 2020/21 wieder als Ausrichter beteiligt. Die erfolgreiche
Teilnahme ist nicht nur Voraussetzung für die Notifizierung in
anderen Bundesländern, sondern wird auch zur Bestätigung
nach Sächsischer Eigenkontroll-Verordnung genutzt. Die ent-
sprechenden Listen sächsischer Teilnehmer werden dem LfULG
zur Verfügung gestellt.
Abb. 14: Mit Ethanol konservierte Diatomeenproben
für die genetische Analyse, grün gefärbt durch das in
Ethanol gelöste Chlorophyll (Foto: Robin Schütz, UDE)
Abb. 15: Dichter Characeenbestand im Kulkwitzer See
Abb. 16: Herstellung der Dosierlösung für LÜRV
„Chlorophyll in Oberflächenwasser“
In das Ringversuchsprogramm der LAWA sind auch biologische
Parameter wie Biotests und Chlorophyll eingebunden, bei denen
die BfUL alleiniger Ausrichter ist. Der LÜRV B11 "Chlorophyll in
Oberflächenwasser" wurde für 78 Teilnehmer aus dem gesamten
Bundesgebiet durchgeführt. Um den Termin der Probenausga-
be unabhängig vom jährlichen Witterungsablauf festlegen zu
können, werden ab 2020 Algenkulturen zur Aufstockung der
natürlichen Chlorophyllkonzentrationen verwendet. Diese Ver-
fahrensweise hat sich nach erstmaligem Einsatz beim Validie-
rungsringversuch für die DIN 38409-60 bewährt.
Bei der Organisation von drei weiteren Ringversuchen wurden
die Ringversuchsveranstalter der anderen Bundesländer un-
terstützt. Das betraf die LÜRVe 56-58 mit folgendem Parame-
terspektrum: Leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe in Abwasser,
Ionen in Abwasser und Polyaromatische Kohlenwasserstoffe in
Rohwasser. Alle Einzelergebnisse sind in der deutschlandweit
genutzten Datenbank NORA vom LfULG einsehbar.

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»Natur – beobachten,
um zu schützen«
| 53
Zur Erfüllung der FFH-Berichtspflicht des Freistaates Sachsen
für den Zeitraum 2019 bis 2024 wurden im Jahr 2020 die tur-
nusmäßigen Untersuchungen im Grob- und Feinmonitoring
fortgeführt. Intensiviert wurde zugleich die Überarbeitung der
Methoden und Kartierunterlagen des LRT-Monitorings.
Das zum neuen Berichtszeitraum (2019-2024) zählende FFH-
Grobmonitoring 2020 beinhaltete die Ersterfassung von FFH-
Lebensraumtypen im Bereich von 9 Topographischen Karten
(Maßstab 1:25.000) und die Wiederholungskartierung (Ände-
rungsdetektion) in 39 FFH-Gebieten. Wie in den vergangenen
Jahren wurde angesichts des enormen Kartierungsumfanges von
ca. 3.600 LRT- und Erwartungsflächen ein Großteil der Kartie-
rung an Auftragnehmer vergeben (84 %). Der Eigenkartieranteil
unserer Kollegen war 2020 aufgrund intensiver Überarbeitun-
gen des Kartier- und Bewertungsschlüssels der Offenland-Le-
bensraumtypen mit 682 LRT-Flächen (16 %) geringer als sonst.
Von den insgesamt begangenen Flächen erfüllten nur 2.191 Flä-
chen (58,4%) die landesweit vorgegebenen Kriterien als Lebens-
raumtyp-Fläche (Schutzgut nach Anhang I der FFH-Richtlinie).
FFH­Monitoring
FFH-Monitoring
ANZAHL BEGUTACHTETER FLÄCHEN BZW. UNTER­
SUCHUNGSGEBIETE (UG): 4.665 (INSGESAMT)
4.282 Flächen – FFH LRT-Grobmonitoring
58 Flächen – FFH LRT-Feinmonitoring
325 UG – FFH Artenmonitoring
Alle Tätigkeiten zum FFH-Lebensraumtypen (LRT)-Grob-
und Feinmonitoring sowie Artenmonitoring: Kartierungen
inkl. Vor- und Nachbereitung, Datendokumentation,
Auftragsvergaben und Betreuung, Datenprüfungen,
Ergebnisberichte, konzeptionelle Tätigkeiten inkl. dazu-
gehörige Beratungen und Beschaffungen
52 |
Die Leistungen
im Naturschutz­
monitoring werden
in vier Produkten
abgebildet.
FFH­MONITORING
VOGELMONITORING
MESSNETZ, DATENBANKEN
NATURSCHUTZ
PROJEKT FERNERKUNDUNG
IM NATURSCHUTZFACH­
LICHEN MONITORING
NATURSCHUTZ­
MONITORING
Geschäftsfeld im Geschäftsbereich 5

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54
|
| 55
Das Fledermaus-Feinmonitoring 2018-20 in 5 Winterquartieren
sowie 23 Sommerquartieren der Kleinen Hufeisennase wurde in
Zusammenarbeit mit dem Kartierernetz des NABU-Landesver-
bandes Sachsen fortgeführt und mit einem Abschlussbericht im
November abgeschlossen. Mittels Fotofallen-Lichtschranken-
Anlagen sind dabei in 3 der 14 Fledermaus-Winterquartiere
zusätzlich während des Frühjahrsausflugs die Überwinterungs-
bestände überwacht worden. So konnten die durch standard-
mäßige Sichtzählung ermittelten Zähldaten überwinternder Fle-
dermausarten überprüft und methodenbedingte Abweichungen
der ermittelten Bestandszahlen bewertet werden.
Das Haselmaus-Feinmonitoring wurde im Rahmen des Werkver-
trages mit dem NABU-Landesverband Sachsen in 14 Untersu-
chungsgebieten wiederholt (2. Kartierjahr) und in einem 2019
neu eingerichteten Untersuchungsgebiet bei Sebnitz erstmals
durchgeführt.
Das Reptilien-Feinmonitoring 2019-2020 wurde fortgeführt,
in einem Teil der 36 Untersuchungsgebiete in Zusammenarbeit
mit dem Kartierernetz des NABU-Landesverbandes Sachsen in
Im Feinmonitoring der LRT wurden 65 Flächen als Testlauf nach
einem konsolidierten Verfahren erfasst, davon 48 Flächen durch
Auftragnehmer.
Im FFH-Feinmonitoring der Arten wurden zwei neue Arbeits-
pakete gestartet und in einem ersten Untersuchungsdurchgang
bearbeitet:
Entomofauna-Feinmonitoring 2020-23 mit 200 Untersuchungs-
gebieten (UG) (10 UG Abbiss-Scheckenfalter, 3 UG Eschen-
Scheckenfalter, 12 UG Großer Feuerfalter, 34 UG Dunkler
Wiesenknopf-Ameisenbläuling, 17 UG Heller Wiesenknopf-
Ameisenbläuling, 5 UG Helm-Azurjungfer, 4 UG Vogel-Azur-
jungfer, 23 UG Asiatische Keiljungfer, 35 UG Grüne Keiljungfer,
17 UG Östliche Moosjungfer, 5 UG Zierliche Moosjungfer, 35
UG Große Moosjungfer) in Zusammenarbeit mit dem Kartierer-
netzwerk der Entomofaunistischen Gesellschaft e.V. Sachsen;
Fledermaus-Feinmonitoring Arbeitspaket 2020-23 in 5 Winter-
quartieren sowie 23 Sommerquartieren der Kleinen Hufeisen-
nase in Zusammenarbeit mit dem Kartierernetz des NABU-
Landesverbandes Sachsen.
einem 2. Erfassungsjahr wiederholt und im Dezember mit ei-
nem Abschlussbericht abgeschlossen. Darüber hinaus wurde
im Biber-Feinmonitoring der 1. Kartierdurchgang 2019/20 in 6
Untersuchungsgebieten mit insgesamt 190 Biberrevieren in Zu-
sammenarbeit mit dem Biber-Revierbetreuernetzwerk im Biber-
management des Naturpark Dübener Heide e. V. durchgeführt
und in einem Abschlussbericht im Dezember Bericht erstattet.
Das Pflanzen-Feinmonitoring zum Liegenden Büchsenkraut
wurde in 7 bekannten und 9 potentiellen Standorten fortge-
führt und im Dezember zum Abschluss gebracht. Zum Scheiden-
blütgras erfolgte an 8 Standorten eine Bearbeitung durch die
Biosphärenreservats-Verwaltung. 5 UG im FFH-Feinmonitoring
Pflanzen wurden durch MA der BfUL durchgeführt (Hamatocau-
lis vernicosus_3; Orthotrichum rogeri_ 2)
Bioakustisches Messnetz Fledermäuse
Der Einsatz automatisierter bioakustischer Erfassungstechni-
ken als Bestandteil des FFH-Feinmonitorings für Fledermäuse
auf Landesebene wurde seit dem Jahr 2013 im Rahmen eines
Methodenscreenings in Zusammenarbeit mit einem externen
Partner evaluiert. Die Ergebnisse sollen zur Ergänzung und zur
gegenseitigen Validierung der Daten aus dem Monitoring von
Sommer- und Winterquartieren dienen, um populationswirk-
same Prozesse und Trends anhand mehrerer Datenquellen er-
kennen und verifizieren zu können. Sie dienen darüber hinaus
der Weiterentwicklung konzeptioneller Vorstellungen zum dau-
erhaften Einsatz der Batcorder-Erfassungstechnik zur Präsenz-
und Aktivitätsüberwachung in einem kleinen bioakustischen
Messnetz von Fledermaus-Hotspots ausgewählter sächsischer
Fluss- und Waldgebiete. In Zusammenarbeit mit anderen Be-
reichen der BfUL , der Biosphärenreservatsverwaltung Oberlau-
sitzer Heide- und Teichlandschaft (OHTL) sowie unserem exter-
nen Partner wurde das nunmehr aus vier Stationen bestehende
bioakustische Messnetz der BfUL an den Pegelmessstationen
Golzern (Vereinigte Mulde) und Nossen (Freiberger Mulde), an
der Gewässergütemessstation Zehren (Elbe) und neu im Au-
wald Wartha (Biosphärenreservat OHTL) bereits in einem 7. Er-
fassungsdurchgang betrieben. In Vorbereitung der geplanten
Erweiterung des Messnetzes um einen 5. Standort an der Ge-
wässergütemessstation Schmilka (Elbe) wurde die Erfassungs-
technik beschafft, installiert und in einem ersten Probelauf im
Oktober erfolgreich getestet (siehe Abb. 1).
Genetisches Screening der Langohr­Fledermausarten in Sachsen
Das Graue Langohr (Plecotus austriacus) ist eine FFH-Fleder-
mausart, die in ihrem Bestand rückläufig und dementsprechend
in Sachsen als stark gefährdet, deutschlandweit sogar als "vom
Aussterben bedroht" eingestuft ist. Im Unterschied zur häufi-
geren Schwesternart, dem Braunen Langohr (P. auritus), ist es
ausschließlich auf Gebäudequartiere angewiesen, vorzugsweise
Spaltenquartiere in größeren Dachböden (insbesondere von Kir-
chen), die häufig von Sanierungsmaßnahmen bedroht sind. Da
die beiden Arten sich morphologisch nur schwer unterscheiden
lassen und die Hangplätze meist sehr versteckt gelegen sind,
ist es bei vielen Quartieren bisher noch unklar, um welche Art
es sich handelt. Deshalb wurden im Rahmen eines Artenhilfs-
Abb. 1: Standortkulisse Bioakustisches Messnetz Fledermäuse (Zahl = Anzahl vollständiger Erfassungsdurchgänge)
Abb. 2: Beispiel eines Gelelektrophorese-Bildes des
PCR-Screenings mit 100bp Längenstandard (Roth).
Mittels spezifischer Reverse-Primer und einem univer-
sellen Forward-Primer werden unterschiedlich lange
Fragmente erzeugt: ca. 300 Basenpaare (bp) für das
Braune Langohr, 350bp für das Graue Langohr und
400bp für das Alpenlangohr (wobei der Alpenlangohr-
Primer auch bei der in Sachsen verbreiteten östlichen
Rasse des Braunen Langohrs bindet).

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Vogelmonitoring
Vogelmonitoring
HEKTRAR UNTERSUCHTE FLÄCHE, ZÄHLGEBIETE UND
OBJEKTE:
67.562 Hektar SPA-Monitoring
108 Zählgebiete Monitoring häufiger Brutvogelarten
1.052 Zählgebiete Monitoring seltener Brutvogelarten
122 Zählgebiete Monitoring Kormoran, Reiher
16 Todesfundanalysen Adler
191 Zählgebiete Wasservogelzählung
Alle Tätigkeiten zum SPA-Monitoring (inkl. vollständige
Gebietserfassung), Monitoring häufiger und seltener
Brutvogelarten, Wasservogelzählung und Wasservo-
gelbrutmonitoring, Sondermonitoringprogramme und
Totfundanalysen: Kartierungen inkl. Vor- und Nachberei-
tung, Auftragsvergaben und Betreuung, Datenprüfungen,
Ergebnisberichte, konzeptionelle Tätigkeiten, dazugehö-
rige Beratungen und Beschaffungen
Im Rahmen des SPA-Monitorings wurden auf einer Fläche von
insgesamt 67.592 ha, verteilt auf 39 Gebiete, ausgewählte Brut-
vogelarten kartiert. In drei Gebieten mit zusammen 3.697 ha
konnte das Monitoring durch Mitarbeiter der Vogelschutzwarte
abgesichert werden. Für die anderen Gebiete wurden Ornitholo-
gen aus dem ehrenamtlichen Kartierernetz der ornithologischen
Fachverbände Sachsens sowie Fachbüros beauftragt.
An der internationalen Wasservogelzählung in Sachsen, die von
der Vogelschutzwarte koordiniert und ausgewertet wird, betei-
ligten sich im Winterhalbjahr 2019/2020 etwa 160 Ornitholo-
gen. Diese führten an mehreren festgelegten Terminen 1.103
Zählungen durch, mit denen eine Erfassung von 191 Zählgebie-
ten in ganz Sachsen gelang. Die monatlich von September bis
April erfolgten Zählungen erbrachten Gesamtzahlen zwischen
19.900 (April 2020, 73 gezählte Gebiete) und 89.700 (Oktober
2019, 138 gezählte Gebiete) Wasservögeln. Ergänzend wurden
an 18 potenziellen Gänse-Übernachtungsgewässern an je vier
Terminen Sonderzählungen durchgeführt, bei denen insgesamt
zwischen 700 (März 2020) und 40.700 (November 2019) Vögel
festgestellt wurden.
programms für das Graue Langohr in insgesamt 166 verschie-
denen potentiellen Quartieren von Auftragnehmern im Auftrag
des LfULG Kotproben gesammelt und der BfUL zur genetischen
Artbestimmung überlassen.
Dazu konnte ein von Andriollo & Ruedi (2018: Revue suisse de
Zoologie) entwickeltes Multiplex-PCR-Testverfahren mit artspe-
zifischen Primern im mitochondrialen 16S-Gen für Braunes (P.
auritus), Graues (P. austriacus) und Alpen-Langohr (P. macrobul-
laris) erfolgreich implementiert werden. Bei 142 Proben (86%)
konnte ein sichtbares PCR-Produkt erzielt werden. Die Ausfälle
bei 24 Proben sind wahrscheinlich - wie bei Kotproben nicht un-
üblich - auf eine zu hohe Konzentration an Inhibitoren (= Stoffe,
die die Arbeit der DNA-Polymerase hemmen) zurückzuführen.
An 64 Fundorten konnte das Graue Langohr einzeln nachgewie-
sen werden, an ebenfalls 64 Fundorten alleine das Braune Lang-
ohr. In 12 Quartieren deutet das Ergebnis verlässlich auf das
Vorkommen beider Arten hin. An zwei weiteren Fundorten sind
die Ergebnisse aufgrund der nicht vollständigen Artspezifität der
Primer nicht eindeutig zu interpretieren, aber ein syntopes Vor-
kommen ist ebenfalls wahrscheinlich. Diese Unsicherheit wäre
jedoch nur durch die erheblich zeit- und kostenintensivere Se-
quenzierung der Proben aufzulösen. Es ist zudem generell nicht
auszuschließen, dass es auch noch in einigen weiteren Quar-
tieren syntope Vorkommen gibt, bei denen jedoch jeweils eine
Art anhand der geringen Anzahl an analysierten Kotpellets nicht
detektiert werden konnte.
Der Bericht über die Ergebnisse des Monitorings von Kormoran,
Graureiher und Silberreiher im Jahr 2019 in Sachsen wurde fer-
tiggestellt. An diesen Zählungen beteiligten sich 86 Personen.
Im Monitoring häufiger Brutvogelarten, einem nationalen Mo-
nitoringprogramm des Bundes, konnten mit 74 ehrenamtlichen
Kartierern 108 Flächen bearbeitet werden. Die Erfassung der
häufigen Brutvogelarten auf den Probeflächen lieferte ein-
schließlich der Einzelnachweise seltener Arten insgesamt ca.
5.400 Datensätze mit ca. 17.500 Revieren zu über 130 Vogel-
arten. Außerdem wurde eine Veranstaltung zur Fortbildung der
Kartierer durchgeführt. Im Rahmen der Erfassung und Betreu-
ung ausgewählter bestandsgefährdeter Arten in Sachsen, als
Bestandteil des Monitorings seltener Brutvögel, wurden durch
die Artspezialisten und ihre Mitarbeiter insgesamt 1012 Vor-
kommen von zehn Vogelarten dokumentiert.
Wie in den vergangenen Jahren führte die Vogelschutzwarte die
Erfassung des Wiedehopfes im Gebiet Bergbaufolgelandschaft
Lohsa fort. Es wurden 47 Nisthilfen untersucht. Die 17–19 fest-
gestellten Brutpaare zogen im letzten Jahr insgesamt 43 Jung-
vögel auf.
Messnetze, Datenbanken
Naturschutz
Messnetze, Datenbanken
Naturschutz
KEINE ZÄHLUNG VON GESCHÄFTSANFÄLLEN
Planung und Abstimmung von Messnetzen, Pflege der
Stammdaten in Datenbanken, Fehlersuche und Weiter-
entwicklung von Datenbanken
Abb. 3: Monitoringprogramm der BfUL (Natura 2000) - Überblick

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58
| 59
|
Im laufenden Projekt „Fernerkundung im naturschutzfachlichen
Monitoring“ wurde die automatisierte Veränderungsanalyse von
„Trockene Heide“-LRT-Flächen in Form einer Verfahrensanwei-
sung in die Routineanwendung überführt. Konkret wird dabei die
ArcGIS Anwendung „FELM“ (Fernerkundungsgestützte Erfassung
von Lebensraumtypen für das FFH-Monitoring) genutzt, um aus
aktuellen Satelliten- und Luftbild-Daten die Landbedeckung
eines Untersuchungsgebiets zu klassifizieren und diese dann
wiederum auf den einzelnen Flächen der Altkartierung auszu-
werten. Gravierende Veränderungen wie z. B. der Rückgang einer
lebensraumtypischen Art werden bereits vor der Kartierung er-
kannt und machen eine effektive Planung der Geländekartierung
möglich.
Außerdem rückte die mögliche Nutzung von Drohnen weiter in
den Vordergrund. Zum einen erfolgte eine Wiederholungsbeflie-
gung des Hochmoors „Kleiner Kranichsee“ (Erzgebirge). Bei sol-
chen sehr trittempfindlichen Schutzgütern bietet sich der Ein-
satz von Drohnentechnik an. Eine Auswertung der Daten auch im
Hinblick auf die Optimierung der Methode soll 2021 im Rahmen
einer studentischen Abschlussarbeit erfolgen. Die Hochschule
Anhalt wurde mit der Befliegung einzelner Testflächen in der
Königsbrücker Heide beauftragt (siehe Abb. 4). Anhand dieser
Daten wurde schließlich das Potenzial von Drohnenaufnahmen,
Luftbildern und Satellitendaten für die Bewertung von Trocke-
ne Heide-LRT-Flächen in einem übersichtlichen Skalenvergleich
dargestellt. Stärken der Drohnenaufnahmen liegen in der Erfass-
barkeit der Heide-Altersstrukturen und der Rohbodenanteile.
Projekt Fernerkundung
im naturschutzfachlichen
Monitoring
Projekt Fernerkundung
im naturschutzfachlichen
Monitoring
KEINE ZÄHLUNG VON GESCHÄFTSANFÄLLEN
2 Jahre befristetes Projekt „Einsatz von Fernerkundung
im naturschutzfachlichen Monitoring"
Implementierung automatisierter Verfahren (Fern-
erkundung, Ähnlichkeitsanalysen ausgewählter Para-
meter) zur Quantifizierung der Änderungen von LRT
hinsichtlich Fläche und Erhaltungszustand
Einrichtung eines Fernerkundungsarbeitsplatzes in der
BfUL inklusive Vernetzung mit den bundesweit einge-
richteten Fernerkundungsdiensten
Erprobung des Einsatzes von Drohnen im naturschutz-
fachlichen Monitoring inklusive Risikobetrachtung
(Zeitanteile ggf. in der Sächs. Vogelschutzwarte)
Zuletzt galt es, die Vorbereitung für Folgeprojekte zu über-
nehmen, welche über die inzwischen bundesweit aufgebaute
Vernetzung ermöglicht werden. Hierzu zählt die gemeinschaft-
liche Weiterentwicklung des FELM-Dienstes mit den zustän-
digen Behörden aus den Bundesländern Nordrhein-Westfalen,
Schleswig-Holstein und Hessen im Sinne einer Detektion von
Mahdereignissen anhand von Zeitreihen optischer Satellitenda-
ten. Solche Informationen sind äußerst wertvoll für die Erfas-
sung und Bewertung von Mähwiesen- Lebensraumtypen. Dies
gewinnt besondere Brisanz im Hinblick auf das Vertragsverlet-
zungsverfahren, welches 2020 von der Europäischen Kommissi-
on gegen Deutschland eingeleitet wurde wegen des hierzulande
verschlechterten Zustands der Flachland- und Berg-Mähwiesen.
Hierzu zählt ebenso die Vorarbeit für das Umweltleuchtturm-
projekt „Copernicus leuchtet Grün“, einem Bundesvorhaben mit
Beteiligten aus Landesumweltämtern, Wissenschaft und freier
Wirtschaft, das die Integration und den Praxistransfer von
Copernicus-Aktivitäten für ein umfassendes behördliches Mo-
nitoring von Grünland verfolgt.
Abb. 4: Drohnen-Multispektralbild einer
LRT-Fläche in der Königsbrücker Heide,
dargestellt in der Bänderkombination 840nm,
710nm und 670nm. Aufnahme
vom 15.09.2020

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60
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|
Radebeul
Geschäftsführer
Verwaltung
Fachbereich 11
Allgemeine
Ver waltung/
Bau und Liegenschaften
Fachbereich 12
Personal, Organisation,
Aus- und Fortbildung
Fachbereich 13
Kaufmännischer Bereich
Geschäfts bereich
1
Immissions- und
Strahlenschutz
Fachbereich 21
1. Landesmessstelle
Fachbereich 22
2. Landesmessstelle
Fachbereich 23
Immissionsmessungen
Geschäfts bereich
2
Messnetzbetrieb
Wasser und
Mete orologie
Fachbereich 31
Messnetzbetrieb Wasser,
Meteorologie und
Lysimeterstation
Fachbereich 32
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie
Fachbereich 33
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie
Geschäfts bereich
3
Umweltanalytik und
Naturschutzmonitoring
Fachbereich 55
Messnetz
Naturschutz
Sachgebiet
Qualitäts­
management
Fachbereich 51
Feststoffanalytik
Fachbereich 52
Spezielle
Wasser analytik
Fachbereich 53
Gewässergütelabore
Fachbereich 54
Gewässerökologie
Geschäfts bereich
5
Landwirtschaftliches
Untersuchungswesen
Fachbereich 41
Boden, Düngemittel
Fachbereich 42
Pflanzen, Futtermittel
Geschäfts bereich
4
Stabstellen
• Controlling/NSM
• Justitiariat, Innenrevision, Informationssicherheit
• Integriertes Managementsystem (IMS)
Fachbereich 24
Emissionsmessungen,
Referenz- und
Kalibrierlabor
Fachbereich 43
Saatgut,
Landwirtschaftliche
Erzeugnisse
Fachbereich 44
Phytopathologie
Fachbereich 56
Gewässergütemess-
stationen, Probenlogistik,
LIMS
• Datenschutzbeauftragter
STANDORTE
Bad Düben
Brandis
Chemnitz
Görlitz
Neschwitz
Nossen
Radebeul
Leipzig
Struktur der Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt
und Landwirtschaft (BfUL)
Fachbereich 14
Information, Kommu-
nikation und Arbeits-
schutz
Stand: 01.07.2020

62
| 63
|
In welcher Weise die Nachwirkungen der Pandemie auch die
BfUL treffen werden, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht
abschließend eingeschätzt werden. So werden sich die für die
Jahre 2021 und 2022 zur Verfügung gestellten Mittel an dem Ist
2019 orientieren. Zudem wird es mit Ausnahme von Projektstel-
len keine Stellenzuwächse geben.
Für das Jahr 2021 gibt es
für die jeweiligen Geschäfts­
bereiche folgende Ziele bzw.
Vorgaben:
Ein Ziel des GB 1 für 2020 war es, verwaltungsinterne Abläufe
zu optimieren bzw. entsprechende DV-Programme weiterzuent-
wickeln und einzuführen. Hier sind insbesondere die eVergabe
und die eRechnung zu nennen, da hier gesetzliche Pflichten
umzusetzen und Termine einzuhalten waren. Die technische
Möglichkeit eRechnungen (XRechnungen) anzunehmen wurde
im April 2020 geschaffen.
Die interne Bearbeitung mittels Workflow im Rahmen der elek-
tronischen Vorgangsverwaltung mit VIS.SAX konnte aufgrund
des Produktivstarts erst im Januar 2021 noch nicht umgesetzt
werden und wird sich wohl auf das Jahr 2022 verschieben.
Die mit den Kontingentmitteilungen übermittelten Vorgaben
des SMEKUL werden umgesetzt. Dabei wird insbesondere auf die
besondere Verantwortung des Leiters der Verwaltung in seiner
Funktion als Beauftragter für den Haushalt hingewiesen.
Für 2021 stehen der BfUL gemäß dem aktuellen Haushaltplan-
entwurf der Staatsregierung TEUR 5.354,5 für Investitionen und
TEUR 19.550,7 für laufende Zwecke zur Verfügung. Davon wur-
den bereits im Rahmen der Vorläufigen Haushaltsführung 80 %
für Investitionen und 40 % für laufende Zwecke als Kontingent
für das Haushaltsjahr 2021 frei gegeben. Damit ist der Dienst-
betrieb für dieses Jahr gesichert. Möglicherweise muss das Ins-
trument der Deckungsfähigkeit in Anspruch genommen werden,
da die für den Erfolgsplan zur Verfügung gestellten Mittel aller
Voraussicht nach nicht auskömmlich sind, mit einem vollständi-
gen Mittelabfluss im Vermögensplan aber nicht zu rechnen ist.
AUSZUG AUS
LAGEBERICHT FÜR
DAS GESCHÄFTS­
JAHR 2020
Prognosebericht
Die BfUL wird auch in den nächsten Jahren nahezu ausschließ-
lich mittels Zuführungen des Freistaates Sachsen sowie gering-
fügigen eigenen Erträgen finanziert, die z. B. im Rahmen von
Projekten oder Leistungen für Dritte generiert werden können.
Der Fortbestand und die Geschäftstätigkeit der BfUL als Staats-
betrieb sind dauerhaft von der Gewährung ausreichender Zu-
schüsse des Freistaates Sachsen abhängig. Die BfUL geht davon
aus, dass auch in den Folgejahren ausreichend Mittel für die
Deckung des laufenden Aufwandes und für Investitionen zur
Verfügung gestellt werden.
Es bleibt den derzeit laufenden Haushaltsverhandlungen für den
Doppelhaushalt 2021/2022 sowie der mittelfristigen Planung bis
2025 vorbehalten, die künftige finanzielle und personelle Aus-
stattung der BfUL festzulegen. Die für das laufende Jahr verfüg-
te vorläufige Haushaltsführung dauert zum Prüfungszeitpunkt
fort und soll voraussichtlich im Mai mit der Verabschiedung des
Doppelhaushalts 2021/2022 enden. Das hat insbesondere Aus-
wirkung auf den investiven Bereich, da bislang lediglich zwin-
gend für die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs notwendige
Investitionen beauftragt werden dürfen.
Sowohl das Investitionsvolumen als auch die Personalkosten
sind wichtige finanzielle Leistungsindikatoren für die BfUL. Für
die Investitionen wird gemäß der Haushaltsplanung ein kons-
tanter Betrag von jährlich TEUR 4.500 in den Folgejahren prog-
nostiziert, wobei für 2021 eine Erhöhung auf TEUR 6.604,5 und
für 2022 auf TEUR 6.458,5 aufgrund des prioritären Aufbaus
von Nitratmessstellen vorgesehen ist. Bei den Personalkosten ist
eine im Wesentlichen durch Tarifanpassungen und neue Pro-
jektstellen begründete Steigerung zu erwarten.
Die geplanten Ersatzbeschaffungen im investiven Bereich be-
wirken auch weiterhin ein Arbeiten auf hohem technischen
Niveau, so dass die stetig wachsenden gesetzlichen und fach-
lichen Anforderungen erfüllt werden können. Die Realisierung
wird sich jedoch in das zweite Halbjahr 2021 verschieben, da
dies im Rahmen der aktuell Vorläufigen Haushaltsführung nicht
möglich ist.
Weiterhin bestehen auch zukünftig die nicht nur angebotenen,
sondern auch finanzierten Qualifizierungs- und Fortbildungs-
möglichkeiten für jeden unserer Mitarbeiter im Bedarfsfall fort.
Es wird eingeschätzt, dass die Fluktuationsrate weiterhin gering
bleibt.
Ein wesentliches Ergebnis der Haushaltsverhandlungen war,
dass die bisher nur geschobenen Stellenabbauverpflichtungen
nunmehr endgültig gestrichen worden sind. Damit kann künftig
jede freiwerdende Stelle unbefristet nachbesetzt werden kann.
Im Bereich Immissionsschutz des GB 2 ist ein wichtiges Krite-
rium zur Beurteilung des Luftmessnetzes die Verfügbarkeit der
Messdaten. Die Anforderung des LfULG an das gesamte Mess-
netz ist eine Verfügbarkeit von mehr als 90 %. Diese Anforde-
rung soll mit ca. 98 % wie in den letzten Jahren gut erfüllt
werden.
Die geplanten Neu- oder Ersatzbauten von Containern zur Luft-
güteüberwachung werden planmäßig fortgeführt. Der Aufbau
der SuperSite in Radebeul-Wahnsdorf soll vorangetrieben wer-
den.
Im Bereich Strahlenschutz werden alle Probennahmen und La-
boranalysen anforderungsgemäß in einem vergleichbaren Um-
fang wie 2020 realisiert werden.
In der Radonberatungsstelle sind die bestehenden Messpro-
gramme hinsichtlich der neuen Situation (bestimmte Pflichten
für Arbeitgeber im Radonvorsorgegebiet) anzupassen. Neben
der Fortführung des Schulmessprogramms sollen Messungen in
Landesliegenschaften besondere Schwerpunkte darstellen. Zu-
sammen mit dem Referat 54 des LfULG ist geplant eine Kopp-
lung zwischen der strahlenschutzrechtlichen Genehmigungsda-
tenbank im LfULG und der Datenbank DURAS (für Anmeldung
von Arbeitsplätzen nach § 129 StrlSchG) zu schaffen. Geprüft
wird ferner die Schaffung einer webbasierten Anmeldung zu den
Radonmessprogrammen (gestützt auf den zentral im Freistaat
zur Verfügung gestellten Formularservice).
In der Aufgabenerfüllung und Datenbereitstellung erreichte der
GB 3 in fast allen Messnetzen eine Quote von über 97 %. Aus-
nahme bildet das von uns betriebene Niederschlagsmessnetz,
wo in 2020 eine Quote von 96 % erreicht werden konnte. Damit
wurden die im IMS für die jeweiligen Messnetze geplanten Er-
füllungsquoten erreicht.
2021 und in den darauffolgenden Jahren werden im GB 3 neben
den turnusmäßigen Messprogrammen folgende Arbeitsschwer-
punkte erwartet:
Weitere Realisierung der geplanten Pegelbau- und Grundwas-
sermessstellen-Neubaumaßnahmen, besonders im Hinblick
auf die massive Aufstockung des Grundwassermessnetzes vor
dem Hintergrund der Umsetzung der AVV Nitrat,
Fortsetzung der Planung und Umsetzung des Automatisie-
rungskonzepts zur Verbesserung der Bodenwassermessung
der Lysimeter in Brandis,
Fertigstellung der Umsetzung des Automatisierungskonzepts
zur Verbesserung der Bodenwassermessung der Bodendauer-
beobachtungsflächen Typ II,
Begleitung des Ersatz- und Erweiterungsbaus der Gebäude
am Dienstort Brandis. Ziel ist, dass dort ab 2022 der gesamte
Fachbereich 31 konzentriert wird und damit weitere Synergi-
en entstehen.
Die Anforderungen an den GB 4 sind im Fachaufsichtspapier des
LfULG und für den Bereich amtliche Futtermittelkontrolle im
mehrjährigen nationalen Kontrollprogramm (MNKP) formuliert.
Im Betriebskonzept der BfUL wurden diese Anforderungen in
Abstimmung mit der Fachaufsicht quantifiziert und deren Um-
setzungsmöglichkeit prognostiziert.
Wie im Vorjahr ist davon auszugehen, dass durch den GB 4 ca.
320 Tsd. Parameter an ca. 40 Tsd. Proben gemessen werden.
Kurzfristig steigende Anforderungen des LfULG umfassen ins-
besondere zusätzliche Messungen im Bereich der organischen
Rückstandsanalytik und der Phytopathologie. Letztere basieren
größtenteils auf Anforderungen im Bereich der Schaderreger-
überwachung sowie rechtlichen Änderungen durch die Im-
plementierung der EU-Kontrollverordnung 2017/625 und der
EU-Pflanzengesundheitsverordnung 2016/2031. Steigende An-
forderungen können bei gleichen Kapazitäten nur durch Kür-
zung von Aufgaben an anderer Stelle erfüllt werden.

64
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|
Formen der zielgruppenorientierten Kommunikation zunehmend
angewandt. Auch die eigene Ausbildung rückt im Rahmen der
Möglichkeiten wieder in den Fokus. Zukünftig nicht ausreichend
qualifiziertes Personal zu bekommen wird als mittleres Risiko
eingestuft.
Im Rahmen der Haushaltsaufstellung für die Jahre 2021 und
2022 hatte die BfUL die Möglichkeit, Stellenbedarfe anzumel-
den, die sich im Wesentlichen auf zusätzliche Aufgaben aus
dem Koalitionsvertrag oder neuen gesetzlichen Anforderungen
ergeben. Die BfUL hatte diesbezüglich sieben Dauerstellen und
fünf Projektstellen angemeldet. Im Ergebnis wird die BfUL vor-
aussichtlich die angemeldeten fünf Projektstellen, jedoch keine
zusätzlichen Dauerstellen erhalten.
Dieses Ergebnis der Haushaltsverhandlungen wird im Rahmen
der Aktualisierung des Betriebskonzepts berücksichtigt werden.
Da mit dem Betriebskonzept der BfUL ein geeignetes Instrument
zur Steuerung vorhanden ist, kann die erforderliche Priorisie-
rung und eventuell notwendige Aufgabenreduzierung durch die
jeweiligen Abteilungen des LfULG bzw. SMEKUL transparent und
zielgerichtet durchgeführt werden.
2020 konnte die BfUL während der Pandemie nicht alle Aufträge
vollumfänglich erfüllen. Dies hatte jedoch keine unmittelbaren
Auswirkungen auf den Zuschuss des Einrichtungsträgers. Inso-
fern wird auch im Jahr 2021 die finanzielle Ausstattung insge-
samt auskömmlich sein.
Als ein hohes Risiko wird die Kürzung der Haushaltsmittel im
Erfolgsplan angesehen, da die darin enthaltenen Personalkos-
ten definitiv anfallen und keiner Kürzung unterliegen können.
Dadurch wird jedoch der noch zur Verfügung stehenden Betrag
für die übrigen Sachaufwendungen reduziert werden. Drastische
Reduzierungen hätten zur Folge, dass nicht alle angeforderten
Leistungen erbracht werden können. Durch die eventuelle Inan-
spruchnahme der Deckungsfähigkeit zu Lasten der Investitionen
kann dieses Risiko begrenzt werden.
Für den Bereich des Strahlenschutzes im GB 2 werden im We-
sentlichen keine gesonderten Risiken gesehen, da die Nach-
besetzung der Stellen ausscheidender Mitarbeiter wie geplant
erfolgen kann.
Im Jahr 2021 wird es im GB 5 deutliche Einflüsse der Covid-
19-Pandemie geben. Ab Jahresbeginn bis mindesten Mitte April
wird erneut in Schichten mit 50 % der Belegschaft gearbeitet,
so dass wichtige Aufgaben fortgeführt und eine Einsatzbereit-
schaft im Havariefall sichergestellt werden kann. Die Erfahrun-
gen mit Digitalisierung und Homeoffice nehmen zu, aber insbe-
sondere Laborleistungen sind darüber kaum zu erbringen.
Auch das Jahr 2021 wird durch die Umsetzung des Überblicks-,
operativen und vor allem Ermittlungsmessnetzes nach EU-Was-
serrahmenrichtlinie im Rahmen des Monitorings zu den Bewirt-
schaftungsplänen/Maßnahmenprogrammen geprägt sein. Der
kontinuierliche Prozess der Anpassung des Untersuchungsum-
fangs und einzelner Verfahren wird fortgesetzt.
Im Bereich Analytik Luftstaub werden trotz der Pandemie sämt-
liche Anforderungen erfüllt werden.
Im Bereich Feststoffanalytik werden die bearbeitbaren Proben-
zahlen jedoch sinken. Dadurch wird es zu Verzögerungen kom-
men, insbesondere bei der Bearbeitung von Anträgen mit Bo-
denproben.
Im Verlauf des Jahres 2021 ist die Inbetriebnahme des neuen
WinLIMS vorgesehen, die eigentlich bereits 2019 erfolgen sollte,
aber aufgrund diverser offener Probleme in der Programmierung
nicht vorgenommen werden konnte.
Außerdem soll die Qualifizierte Bedarfsanforderung (QBedAn)
für den Laborneubau Görlitz im ersten Quartal fertiggestellt und
eingereicht werden.
Risiko­ und Chancenbericht
In der BfUL scheiden bis zum Jahr 2030 altersbedingt noch
insgesamt 68 Beschäftigte aus, dies entspricht 26,4 % der
derzeitigen Belegschaft. Vor dem Hintergrund der schon jetzt
erkennbaren Tendenzen eines in Deutschland zunehmenden
Fachkräftemangels kann sich dies bei einer adäquaten Nach-
besetzung der für die BfUL benötigten Spezialkräfte negativ
auswirken. Die deutlich gesunkene Anzahl von Bewerbungen
bei durchgeführten Ausschreibungen ist ein erstes Indiz. Zur
Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern werden erweiterte
Gemäß dem gültigen Betriebskonzept kann im GB 2, FB 23 bzw.
im Produkt „Immission“ im Jahr 2022 eine Stelle nicht mehr
nachbesetzt werden. Dieser Sachverhalt ist nach Abschluss di-
verser Projekte im Jahr 2021 mit der Fachaufsicht zu erörtern
und ggf. neu zu bewerten. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die
Aufgaben im bisherigen Umfang weiterzuführen sind und die
Stelle nachzubesetzen ist. Es soll hierzu nach altersbedingtem
Ausscheiden der Stelleninhaberin eine Stelle aus dem Strahlen-
schutz in den Immissionsschutz umgesetzt werden. Damit ver-
bunden ist eine Verfahrensoptimierung im Produkt „Laboranaly-
tik Radioaktivität“. Für den Zeitraum bis zur Umsetzung müssen
befristete Lösungen geschaffen werden.
Im Bereich Immissionsschutz des GB 2 wurden verschiedene
bauliche Unzulänglichkeiten am Standort Wahnsdorf erfasst
und dokumentiert. Zur Absicherung der Arbeitsfähigkeit der
Laborbereiche gibt es daher Vorüberlegungen für einen Neu-
oder Umbau eines Laborgebäudes. Diese Überlegungen werden
grundsätzlich vom SMEKUL unterstützt. Zeitpunkt und Umfang
einer baulichen Realisierung hängen von fachlichen und mo-
netären Gesichtspunkten ab. Mit dem Beginn von Planungen
wird frühestens Ende des DHH 2021/2022 gerechnet. Zur Er-
leichterung im Umgang mit der vorhandenen Situation werden
verschiedene temporäre Lösungen erörtert. Es wird geprüft in-
wieweit studentische Arbeiten, die von der Fakultät Bauinge-
nieurwesen der HTW Dresden betreut werden, eine effiziente
Möglichkeit zur Prüfung von Lösungsmöglichkeiten darstellen
könnte.
Im GB 3 führte die Zurückweisung der Aufträge zum Pegel- und
Grundwassermessstellenneubau durch das SIB zu einer hohen
Unsicherheit in der Aufgabenerfüllung in diesem Arbeitsbereich.
Dies stellt ein hohes Risiko dar. Hier ist zwingend eine zeitnahe
Klärung und Entscheidung auf der Ebene der beteiligten Minis-
terien notwendig.
Die Risiken für die Aufgabenerledigung des GB 4 bestehen ins-
besondere in personellen Engpässen und einer damit einherge-
henden eingeschränkten Fähigkeit zur Erfüllung der geforderten
Leistungen.
Darüber hinaus können Risiken in neuen und nicht planbaren
Vollzugsaufgaben bestehen, die zwingend zu erledigen sind und
eine schnelle Anpassung der Arbeitsschwerpunkte erfordern.
Hier ist erfahrungsgemäß in erster Linie das mögliche Auftre-
ten von neuen Quarantäneschaderregern in Sachsen (vgl. Xylella
fastidiosa) zu nennen. Aber auch das plötzliche Auftreten von
Situationen, die aus Sicht des Verbraucherschutzes hohe Rele-
vanz haben, können zu einem nicht planbaren Anstieg der Auf-
gaben in einzelnen Arbeitsfeldern des GB 4 führen.
Der GB 4 ist sowohl technisch als auch hinsichtlich der Qua-
lifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr gut auf-
gestellt. Die oben genannten personellen Defizite betreffen die
Arbeitsbereiche organische Rückstandsanalytik und Phytopa-
thologie und bestehen fort, da die Personalforderungen in die-
sen Bereichen im DHH 2021/2022 nicht berücksichtigt werden
konnten. Trotz eingeschränkter Möglichkeit zur Erledigung der
geforderten Aufgaben in den genannten Bereichen ist das Risiko
für den GB 4 als gering einzustufen, da mit der Fachaufsicht bei
personellen Defiziten über eine Priorisierung bzw. Reduzierung
der Anforderungen verhandelt werden kann.
Die geplante Umstellung auf das neue WinLIMS WL9 im Jah-
resverlauf 2021 erfordert im GB 5 noch enorme Anstrengungen
bezüglich der Testung aller Funktionalitäten. Diverse Arbeits-
schritte werden jedoch erst mit Übergang in den Routinebetrieb
getestet werden können. Das Risiko von Problemen im System
und damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Umsetzung der
Messnetzanforderungen (Vorbereitung und Durchführung Pro-
benahmen, Datenhaltung) muss als hoch eingeschätzt werden,
da die Kapazitäten für die Erkennung und Lösung dieser Prob-
leme gering sind.
Im Gewässergütelabor Görlitz startete im März 2019 das zwei-
jährige Projekt Braune Spree. Fragestellungen der Eisenbelas-
tung der Spree und weiterer Gewässer sowie die Analytik eisen-
belasteter Wasserproben stehen im Fokus. Die Fortsetzung des
Projekts wird mit dem DHH 2021/2022 bestätigt werden, so dass
nun erste Ergebnisse vertieft und weitere Fragen beantwortet
werden können.
Im Messnetz Naturschutz startete am 28. Januar 2019 das
zweijährige Projekt Einrichtung eines Fernerkundungsmessplat-
zes. Aufbauend auf den vielversprechenden Testergebnissen aus
dem Jahr 2015 soll die Satellitenfernerkundung für spezielle
Fragestellungen im FFH-Monitoring nutzbar gemacht werden.
Auch hier wurde ein zweijähriges Folgeprojekt bestätigt, so dass
der eingerichtete Fernerkundungsarbeitsplatz für die praktische
Arbeit im Naturschutzmonitoring noch besser nutzbar gemacht
werden kann. Damit verbunden ist die Mitarbeit im bundeswei-
ten Projekt „Copernicus leuchtet grün“ ab Mitte 2021.

66
| 67
|
AKTIVA
EUR
31.12.2020
EUR
Vorjahr
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software
547.953,05
613.117,05
II. Sachanlagen
1. Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
1.202.261,00
1.330.303,00
2. Technische Anlagen und Maschinen
21.521.878,11
22.211.533,23
- davon Laborausstattung: EUR 5.366.072,83
- davon Messnetzausstattung: EUR 3.255.881,24
- davon Pegel und Messstellen: EUR 12.899.924,04
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
1.430.454,49
1.335.628,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
2.352.840,94
1.870.870,06
26.507.434,54
26.748.334,29
27.055.387,59
27.361.451,34
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
223.145,28
191.467,84
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
79.917,38
120.931,39
2. Forderungen gegen den Einrichtungsträger
97.104,66
41.296,36
3. Sonstige Vermögensgegenstände
153.128,48
13.080,50
330.150,52
175.308,25
III. Kassenbestand und Bundesbankguthaben
2.417.860,35
1.951.501,80
2.971.156,15
2.318.277,89
C. Rechnungsabgrenzungsposten
59.127,25
36.599,04
30.085.670,99
29.716.328,27
Bilanz zum 31. Dezember 2020
PASSIVA
31.12.2020
EUR
Vorjahr
EUR
A. Eigenkapital
Basiskapital (Nettoposition)
193.015,33
193.015,33
B. Sonderposten für Investitionen
1. Sonderposten für Zuweisungen Kapitel 09 21
23.134.564,79
23.406.120,89
2. Sonderposten aus Zuweisungen anderer Kapitel
3.920.820,80
3.955.328,45
3. Sonderposten aus Zuweisungen Dritter
2,00
2,00
27.055.387,59
27.361.451,34
C. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen
847.366,35
891.918,05
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
1.240.151,95
980.449,81
2. Verbindlichkeiten gegenüber dem Einrichtungsträger
741.573,25
264.823,24
3. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern: EUR 4.887,60 (i. Vj. EUR 17.540,75)
8.176,52
24.670,50
1.989.901,72
1.269.943,55
30.085.670,99
29.716.328,27

68
|
EUR
2020
EUR
Vorjahr
EUR
1. Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen für laufende Zwecke
20.848.756,32
20.672.271,69
2. Umsatzerlöse
268.188,85
207.480,12
3. Sonstige Erträge
a) Erträge aus der Auflösung von Sonderposten
5.018.293,22
4.792.471,67
b) Sonstige betriebliche Erträge
217.467,20
109.605,14
5.235.760,42
4.902.076,81
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
-1.124.961,56
-1.252.105,89
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
-2.833.277,95
-2.513.921,04
-3.958.239,51
-3.766.026,93
5. Personalaufwand
a) Entgelte für Beschäftigte
-12.032.415,16
-11.692.259,45
b) Bezüge für Beamte
-475.136,98
-452.687,53
c) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
und für Unterstützung
davon für Altersversorgung: EUR 353.007,44
(i. Vj. EUR 342.457,00)
-2.574.246,15
-2.509.559,07
-15.081.798,29
-14.654.506,05
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
-4.962.092,02
-4.780.020,92
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Sonstige Personalaufwendungen
-164.492,08
-190.149,49
b) Aufwendungen für die lnanspruchnahme von
Rechten und Diensten
-1.241.156,72
-1.413.234,31
c) Verluste aus Wertminderungen und dem Abgang von
Vermögensgegenständen und übrige Aufwendungen
-926.821,36
-957.146,57
-2.332.470,16
-2.560.530,37
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-98,59
-138,33
9. Ergebnis nach Steuern
18.007,02
20.606,02
10. Sonstige Steuern
-18.007,02
-20.606,02
11. Jahresergebnis
0,00
0,00
Gewinn­ und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
vom 01.01.2020 bis 31.12.2020

image
Herausgeber:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL)
Altwahnsdorf 12, 01445 Radebeul
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für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft.
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Titelbild: pixstock, Harald07 – fotolia.com; BfUL; Steffen Junghans; Robin Schütz
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