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Geschäftsbericht
20
18
Messen · Analysieren · Beobachten

 
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Vorwort
……………………………………………………………………
02
03
Struktur der BfUL
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05
Highlights aus dem Jahr 2018
……………………………………………………………………
06
07
Stabstellen
……………………………………………………………………
08
09
Geschäftsbereich 1
Verwaltung
……………………………………………………………………
10
11
Inhaltsverzeichnis
Geschäftsbereich 2
Immissions- und Strahlenschutz
……………………………………………………………………
12
19
Geschäftsbereich 3
Messnetzbetrieb Wasser und Meteorologie
……………………………………………………………………
20
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Geschäftsbereich 4
Landwirtschaftliches Untersuchungswesen
……………………………………………………………………
28
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Geschäftsbereich 5
Umweltanalytik und Naturschutzmonitoring
……………………………………………………………………
36
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Auszug Lagebericht 2018
……………………………………………………………………
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Bilanz; Gewinn- und Verlustrechnung
……………………………………………………………………
50
52

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| 03
Mit dem vorliegenden Geschäftsbericht informieren wir Sie über
Schwerpunkte unserer Arbeit im Jahr 2018. Wie Sie den folgen-
den Seiten entnehmen können, war unsere Arbeit wieder von
einem Mix aus routinierten Arbeiten einerseits und besonderen
Herausforderungen auf der anderen Seite geprägt.
Mit der Erarbeitung eines neuen Betriebskonzeptes für die BfUL
wird den vielfältigen Herausforderungen der nächsten Jahre bis
2023 unter Berücksichtigung des Haushaltes der Staatsregie-
rung für die Jahre 2019/2020 sowie der mittelfristigen Finanz-
planung Rechnung getragen. Damit werden die Vorgaben der
Sächsischen Haushaltordnung erfüllt, wonach die Staatsbetriebe
u. a. eine wirksame betriebswirtschaftliche Ergebnissteuerung
und -kontrolle mittels Produkthaushalt, Zielvereinbarungen und
kennzahlengestütztem Berichtswesen sicherzustellen haben.
Die intensiven Abstimmungen mit den fachaufsichtsführenden
Stellen erfolgten dabei auf der Grundlage von 50 Produkten, mit
denen das Aufgabenspektrum der BfUL abgebildet wird.
Wir als BfUL werden stets an unserer Zuverlässigkeit gemessen.
Für alle dem Integrierten Managementsystem (IMS) zugrunde-
liegenden Normen waren die großen Überprüfungen turnusge-
mäß fällig und wurden erfolgreich bewältigt. Dazu gehören die
Audits zur Revalidierung nach EMAS und Rezertifizierung nach
ISO 14001. Im Mai wurde die im November 2017 begonnene
Begutachtung zur Reakkreditierung nach DIN ISO/IEC 17025 er-
folgreich abgeschlossen.
Neue Herausforderungen waren auch mit der Einführung der
EU-Datenschutz-Grundverordnung verbunden. So wurden z. B.
Zuständigkeiten angepasst und Verarbeitungsverzeichnisse
aktualisiert. Auch die Inhalte des Informationssicherheits-
Management-Systems wurden mit externer Hilfe systematisch
weiterentwickelt.
In den Geschäftsbereichen gab es wieder eine Vielzahl komple-
xer Aufgaben, die nur durch ein hohes Engagement der Mit-
arbeiter bewältigt werden konnten. Dabei ist die geschäftsbe-
reichsübergreifende Zusammenarbeit inzwischen fest etabliert.
Die gemeinsame Anwendung und Weiterentwicklung moderner
Mess- und Analysetechnik sowie -verfahren spiegeln die Inno-
vationskraft unserer Einrichtung wider.
Stellvertretend für die große Aufgabenvielfalt stehen die folgen-
den Beispiele:
Die Sanierung und der Neubau von Grundwassermessstellen
wurden fortgeführt. Es konnten zwei Messstellen neu gebaut
werden. Weitere drei Messstellen wurden mit Datensammlern
und Datenfernübertragung ausgerüstet. Eine Besonderheit stel-
len die Tiefbohrungen dar. So wurden im Nationalpark Sächsi-
sche Schweiz die Bauarbeiten für die Messstelle „Nasser Grund“
begonnen und bis Jahresende Teufen von 200 m bzw. 300 m
erreicht. Zudem erfolgte nach 13-jährigem Betrieb die Revision
der Tiefbohrung Oelsnitz/Erzgebirge mit einer Teufe von 640 m.
Zwischen der BfUL und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin wurde eine Kooperationsvereinbarung zum The-
ma „Bioaerosoluntersuchung mit Hilfe molekularbiologischer
Analysemethoden nach der Sammlung mit HVS-Sammlern“
abgeschlossen. Die zeitlich befristete Kooperation soll die Wis-
sensgenerierung und den Wissenstransfer befördern und helfen,
das Thema qualifiziert und praxisnah in die wissenschaftliche
Bioaerosolbewertung zu integrieren.
Vorwort
Die besonderen klimatischen Verhältnisse des vergangenen
Jahres hatten auch erhebliche Auswirkungen auf die Untersu-
chungen zur Wasserqualität. So traten aufgrund der Niedrig-
wasserphase weniger Trübungsereignisse in den Flüssen auf,
andererseits wurden besonders in der Elbe mehrere Wochen
erhöhte pH-Werte im Tagesgang dokumentiert. Ursache dafür
sind die hohen Plankton-Aktivitäten bei anhaltender starker
Sonneneinstrahlung und erhöhten Wassertemperaturen („bio-
gene Entkalkung“). Die Gewässergütemessstationen Bad Düben
und Dommitzsch mussten ihren Betrieb infolge Niedrigwasser
ganz einstellen. Mitte Juli wurde das sog. Niedrigwasserpro-
gramm für die Elbe in Kraft gesetzt. Es dauerte bis Dezember an.
Mit der Novelle der Strahlenschutzgesetzgebung in Europa und
in Deutschland wurde auch ein Notfallmanagement des Bundes
und der Länder eingeführt. Die BfUL hat intensiv an der Imple-
mentierung der neuen Regelungen in Sachsen mitgewirkt und
ihr fachliches know-how an die neuen Gegebenheiten z. B. bei
der Modifikation des Notfallhandbuches angepasst. So umfassen
die vorläufigen Notfallpläne u. a. auch das bisherige Intensiv-
messprogramm in Verantwortung der BfUL.
Die langjährige Kooperationsvereinbarung mit den „Schwes-
tereinrichtungen“ in Sachsen-Anhalt und Thüringen im Bereich
des landwirtschaftlichen Untersuchungswesens ermöglicht es,
die vorhandenen Kapazitäten noch effektiver zu nutzen und
auch im Havariefall uneingeschränkt handlungsfähig zu blei-
ben. Schwerpunkte der Zusammenarbeit im letzten Jahr waren
die Durchführung von Kontrollanalysen, die arbeitsteilige Über-
nahme von Spezialanalysen, die Kompetenzprüfung privater
Unter suchungsstellen durch Ringversuche sowie die analytische
Methodenentwicklung.
Zur Erfüllung der FFH-Berichtspflicht für den Zeitraum 2013 bis
2018 erfolgte eine termingerechte Übergabe aller notwendigen
Daten an das LfULG. Zugleich hat mit Blick auf den neuen Be-
richtszeitraum bis 2024 eine Überarbeitung der Methoden und
Kartierunterlagen für das Monitoring von Lebensraumtypen
begonnen. Dazu zählen Verfahrensfortschreibung und –verein-
fachungen, Kartier- und Bewertungsschlüssel sowie Kartieran-
leitungen.
Ich möchte mich abschließend bei allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern der BfUL für die fortlaufend sehr erfolgreiche Arbeit
bedanken.
Dr. Mathias Böttger
Geschäftsführer
Radebeul, im Juli 2019
Hinweis: Da sich der Geschäftsbericht insbesondere an die fachaufsichtsführen-
den Einrichtungen und deren Mitarbeiter wendet und die Fachbezeichnungen
dort bekannt sind, wurde auf ein Abkürzungsverzeichnis verzichtet.

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| 05
Struktur der Staatlichen Betriebsgesellschaft
für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL)
Radebeul
Geschäftsführer
Verwaltung
Fachbereich 11
Allgemeine
Ver waltung/
Bau und Liegenschaften
Fachbereich 12
Personal/Information
und Kommunikation
Fachbereich 13
Kaufmännischer Bereich
Geschäfts bereich
1
Immissions- und
Strahlenschutz
Fachbereich 21
1. Landesmessstelle
Fachbereich 22
2. Landesmessstelle
Fachbereich 23
Immissionsmessungen
Geschäfts bereich
2
Messnetzbetrieb
Wasser und
Mete orologie
Fachbereich 31
Lysimeterstation
Fachbereich 32
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie
Fachbereich 33
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie
Fachbereich 34
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie
Geschäfts bereich
3
Umweltanalytik und
Naturschutzmonitoring
Fachbereich 55
Messnetz
Naturschutz
Sachgebiet
Qualitäts-
management
Fachbereich 51
Feststoffanalytik
Fachbereich 52
Spezielle
Wasser analytik
Fachbereich 53
Gewässergütelabore
Fachbereich 54
Gewässerökologie
Geschäfts bereich
5
Landwirtschaftliches
Untersuchungswesen
Fachbereich 41
Boden, Düngemittel
Fachbereich 42
Pflanzen, Futtermittel
Geschäfts bereich
4
Stabstellen
• Controlling/NSM
• Justitiariat, Innenrevision, Informationssicherheit
• Integriertes Managementsystem (IMS)
Fachbereich 24
Emmissionsmessungen,
Referenz- und
Kalibrierlabor
Fachbereich 43
Saatgut,
Landwirtschaftliche
Erzeugnisse
Fachbereich 44
Phytopathologie
Fachbereich 56
Gewässergütemess-
stationen, Probenlogistik,
LIMS
• Datenschutzbeauftragter
04 |
Stand 31.12.2018

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JANUAR BIS MÄRZ
Fusionierung der Geschäftsbereiche 2 und 4
Teilnahme der Radonberatungsstelle an den
Baumessen in Chemnitz, Dresden und Zwickau
APRIL BIS JUNI
Klausurberatung in Bad Gottleuba
Start Durchführung meteorologischer Vergleichsmessungen
nach DWD-Standard
Besuch des Staatssekretärs in Radebeul-Wahnsdorf
Teilnahme der Radonberatungsstelle an der Messe
„Erneuer
bare Energien“ in Oederan
Tag der offenen Tür im LUZ Nossen
Erfolgreiche Reakkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025
Besuch beim Kurt-Schwabe-Institut für Mess- und
Sensortechnik e. V. als Auftakt für eine intensivere
Zusammenarbeit
Beginn Etablierung der Methodik für die
Kartoffelkrebs-Diagnostik
Beratung in Breslau als Erfahrungsaustausch zwischen
Wojewodschaftsinspektoriat, Marschallamt und BfUL
Teilnahme am 1. Sächsischen Hochwasserschutztag
in Bad Schandau
Länderübergreifende ADCP-Vergleichsmessung in Thüringen
JULI BIS SEPTEMBER
Inkraftsetzung des Niedrigwassermessprogrammes
durch die „Flussgebietsgemeinschaft Elbe“ (FGG)
Einweihung des Pegels Kleinzschepa
Abschluss „Führungskräfte-Feedback“
Abschluss der besonderen Ernteermittlung
Jubiläum 20 Jahre Arbeitskreis Grundwasserbeobachtung
Besuch des Staatssekretärs in Nossen
OKTOBER BIS DEZEMBER
Teilnahme am Tag der Flüsse in Leipzig
Baubeginn der Tiefbohrung Nasser Grund in der
Sächsischen Schweiz
Übergabe von Phytobenthos-Rückstellproben der BfUL
an das Botanische Museum der Freien Universität Berlin
Beginn des Routinebetriebes in der neuen
Gewässergütemessstation Schmilka
Abnahme des Pegelneubaus Neusalza-Spremberg
Abschluss der Arbeiten zum Leitfaden
„Konfliktmanagement“
Highlights aus dem Jahr 2018
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Justitiariat / Innenrevision / Datenschutz
Der Stabsstelle Justitiariat / Innenrevision / Datenschutz obliegt
die Leitung der internen Revision sowie die Durchführung der
erforderlichen Prüfungen und Untersuchungen, die juristische
Beratung der Geschäftsführung und der Geschäftsbereiche, die
Erstellung von Rechtsgutachten, die juristische Stellungnahme
an andere Behörden, die eigenständige Bearbeitung von Ver-
tragsangelegenheiten, die rechtliche Prüfung und Begleitung
der Vergabeverfahren, die Führung von Vertragsverhandlungen
und die Prozessvertretung der BfUL. Außerdem werden die je-
weiligen Aufgaben des Beauftragten für Datenschutz und Infor-
mationssicherheit sowie des Ansprechpartners für Antikorruption
wahrgenommen.
Ansprechpartner für Antikorruption
Der Ansprechpartner für Antikorruption ist für die Umsetzung
von Instrumenten in der Korruptionsbekämpfung zuständig. In
diesem Zusammenhang wurden im Jahr 2018 erneut Sensibi-
lisierungsmaßnahmen durchgeführt. So absolvierten im Jahr
2018 die mit der zentralen Vergabe befassten Mitarbeiter Fort-
bildungen zu Antikorruption und Vergabeverfahren. Gemäß § 3
Absatz 2 VwV Anti-Korruption ist in der BfUL eine Gefährdungs-
analyse durchgeführt worden. In den Geschäftsbereichen sind
potentiell korruptionsgefährdete Arbeitsplätze identifiziert und
nach Abwägung mit den eingerichteten Sicherungssystemen die
tatsächliche Korruptionsgefahr ermittelt worden. Im Ergebnis
wurden keine Bereiche mit einem höheren Grad der Korrupti-
onsgefahr als „gering“ ermittelt. Im Jahr 2018 sind keine Vor-
kommnisse mit Verdacht auf Korruption bekannt geworden.
Innenrevision
Die Innenrevision führte eine Systemprüfung der bisherigen
Dienstwagenbeschaffung und Auslastung durch. Auch wenn der
Beschaffungsvorgang selbst durch das LfULG abgewickelt wird,
entbindet dies die BfUL nicht, die Haushaltsgrundsätze bei der
Anmeldung und Ermittlung des Bedarfs zu beachten und fort-
laufend nach Potenzialen zur Ausschöpfung vorhandener Reser-
ven zu suchen. Im Ergebnis der Prüfung wurden Maßnahmen
für die zukünftige Beschaffung von Dienstwagen empfohlen.
Diese beziehen sich auf die Erstellung von Bedarfskonzepten,
die Förderung von Synergieeffekten bei gemeinsamer Fahrzeug-
nutzung sowie eine stärkere Beachtung des Umweltaspekts bei
der Festlegung von Anforderungen für Fahrzeugbeschaffungen.
Zudem wurde eine Nachkontrolle der Umsetzung der Berichte
der Innenrevision seit 2014 durchgeführt. Auch diese Prüfung
führte zu keinen Beanstandungen.
Datenschutz
Die EU-Datenschutz-Grundverordnung gilt seit dem 25.05.2018
unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten. Zur Anpassung des
Sächsischen Datenschutzrechts wurde das Sächsische Daten-
schutzdurchführungsgesetz verabschiedet, das insbesondere für
Behörden des Freistaates Sachsen Konkretisierungen der EU-
Vorschrift beinhaltet.
Im Jahr 2018 wurde der Datenschutzbeauftragte der BfUL ins-
besondere zur Umsetzung der neuen Regelungen beteiligt.
So wurden Zuständigkeiten nachvollziehbar übertragen und
weiter an der laufenden Aktualisierung der Verarbeitungsver-
zeichnisse gearbeitet. Zudem wurden zahlreiche Einzelanfragen
von Beschäftigten, insbesondere zur Einholung von Genehmi-
gungen zur Datenverarbeitung sowie zur Vertragsgestaltung,
beantwortet.
Informationssicherheit
Im Jahr 2018 wurde mit Unterstützung eines externen Dienst-
leisters der Aufbau des Informationssicherheits-Management-
System (ISMS) für die BfUL systematisch weiter vorangetrieben.
Aufgrund des ressortweiten Wechsels des Anbieters erfolgt nun-
mehr die Weiterführung der Aufgabe mit neuer Software unter
Beachtung der weiterentwickelten Vorgaben zum Grundschutz.
Im Übrigen sind im Jahr 2018 mit Ausnahme der bereits als üb-
lich zu bezeichnenden Phishing-Versuche in der BfUL keine rele-
vanten Sicherheitsvorfälle in Bezug auf die Informationssicher-
heit aufgetreten. Es erfolgten mehrere Sensibilisierungen aller
Mitarbeiter zur Erkennung und Abwehr von Phishing-Versuchen
insbesondere in Bezug auf die grassierenden Verschlüsselungs-
trojaner.
Integriertes Umwelt- und Qualitätsmanagementsystem
Für alle dem IMS zugrundeliegenden Normen waren die großen
Überprüfungen turnusgemäß fällig und wurden erfolgreich be-
wältigt.
Die Audits zur Revalidierung nach EMAS und Rezertifizierung
nach ISO 14001 fanden im April an zwei Standorten statt:
Geschäftsführung und GB 1 in Radebeul;
GB 2, GB 3 und GB 5 in Chemnitz – erneut bzw. erstmals am
erweiterten Standort auf der Dresdner Straße.
Die im November 2017 begonnene Begutachtung zur Reakkre-
ditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 wurde im April fortge-
setzt und im Mai mit folgenden Inhalten abgeschlossen:
sämtliche Fachbegutachtungen in den GB 4 und GB 5;
Fachbegutachtung zu den Probenahmen in den GB 2,
3, 4 und 5;
Fachbegutachtung zu GW- und OW-Messungen im GB 3;
Systembegutachtung an den Standorten Nossen, Bad Düben,
Görlitz, Neschwitz, Brandis und Chemnitz (nur GB 5).
Nach den Jahren 2008 und 2013 war dies die dritte Reakkredi-
tierung für die gesamte BfUL. In den Umfang der akkreditierten
Verfahren wurden aufgenommen:
Schnellbestimmung von Strontium-89/90;
Messung der Gamma-Ortsdosisleistung;
automatische Messeinrichtung zur Bestimmung der
Staubkonzentration PM 10/2,5;
11 Verfahren der Futtermittel-Analytik;
Bestimmung von Schwermetallen, PAK und Ruß an
Staubfiltern;
Untersuchung des Staubniederschlags und von Proben
der nassen Deposition;
Datenermittlung im Rahmen des SPA-Vogel-Monitoring.
Zum 02.07.2018 hat die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH
(DAkkS) der BfUL die Akkreditierung als Prüflaboratorium nach
DIN EN ISO/IEC 17025:2005 erteilt und die Urkunde zum 23.11.
2018 entfristet.
Die AG IMS hat im Dezember zur Überwachungsplanung der Ak-
kreditierung bis 2021 und zur Vorbereitung der Umstellung auf
die DIN EN ISO/IEC 17025:2018 beraten.
Arbeitssicherheit
Im Ergebnis der Ende 2017 erfolgten Neuausschreibungen so-
wohl der arbeitssicherheitstechnischen als auch der -medizi-
nischen Betreuung fanden im I. Quartal 2018 Bietergespräche
statt. Die neuen Dienstleister wurden ab 01.04.2018 tätig. Es
gelang, an den beiden Großstandorten Nossen und Radebeul-
Wahnsdorf sowie in drei weiteren Liegenschaften gemeinsame
Begehungen mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und Be-
triebsarzt durchzuführen. Da die Kenntnis der Arbeitsplätze
und Tätigkeiten Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige
Vorsorge ist, wurden die Begehungen priorisiert und die Vor-
sorge aufgrund der beschränkten Terminverfügbarkeit zunächst
zurückgestellt.
In den Beratungen des Arbeitssicherheitsausschusses wurden
zahlreiche Fragestellungen erörtert. Daneben diente die Bera-
tung auch der Vermittlung von Kenntnissen des sich stetig ent-
wickelnden Regelwerkes und aktuellen Forschungsergebnissen.
Das Massageangebot in Radebeul-Wahnsdorf und Chemnitz au-
ßerhalb der Dienstzeit als Möglichkeit der Individualprophylaxe
wurde von den Beschäftigten gut angenommen und deshalb
fortgeführt.
Insgesamt zeigte sich im Berichtsjahr erneut ein insgesamt ho-
hes arbeitssicherheitstechnisches Niveau. Gegenüber dem Vor-
jahr ist ein Rückgang der Unfallzahlen zu verzeichnen.
Integriertes Umwelt- und Qualitätsmanagementsystem
Arbeitssicherheit / Justitiariat / Innenrevision / Datenschutz
Zertifikat Nr. U-18-12131a für die erfolgreiche
Anwendung eines Umweltmanagementsystems
nach ISO 14001:2015
Urkunde für ein nach EMAS geprüftes Umwelt-
management und die Eintragung im EMAS-
Register Nr. DE-144-00043
Akkreditierungsurkunde Nr. D-PL-14420-01-00 zur
Bestätigung der Kompetenz als Prüflaboratorium
nach DIN EN ISO/IEC 17025:2005

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Geschäftsbereich 1 (GB 1)
VERWALTUNG
Allgemeine Verwaltung /
Bau und Liegenschaften
Das Aufgabenspektrum des Fachbereichs
11 erstreckt sich vom nutzerseitigen Ob-
jektmanagement für sämtliche Dienst-
liegenschaften und Betriebsanlagen der
BfUL über die Betreuung von Baumaß-
nahmen, dem Aufbau eines nachhaltigen
Registraturbetriebes bis hin zur zentralen
Reisekostenstelle sowie der Fuhrparkver-
waltung.
Personal / I. u. K. / Organisation
Der Fachbereich 12 verantwortet insbeson-
dere die Stellenplanung und -bewirtschaf-
tung, Angelegenheiten der Geschäfts-
verteilung, das Personalmanagement für
die ca. 250 Bediensteten der BfUL sowie
die Durchführung von jährlich durch-
schnittlich 30 Einstellungsverfahren.
Daneben liegt die Sicherstellung des IT-
Betriebes ebenso in der Verantwortung
des Fachbereichs wie die Planung und
Organisation von Fort- und Weiterbil-
dungsmaßnahmen sowie die Wahrneh-
mung der Öffentlichkeitsarbeit.
Kaufmännischer Bereich
Der Fachbereich 13 führt verschiedene
Aufgaben in der Finanzverwaltung ein-
schließlich der Haushaltplanung und der
Jahresabschlussrechnung aus.
So waren im Rahmen der Finanzbuchhal-
tung im Jahr 2018 Ausgaben von rund
18,0 Mio. € für Personal- und Sachauf-
wand und rund 4,7 Mio. € für Investiti-
onen ordnungsgemäß zu verbuchen. Die
Anlagenbuchhaltung beinhaltet ca. 26,8
Mio. € an Anlagevermögen, das in ca.
14.000 Anlagengütern vergegenständ-
licht ist. Der täglich anfallende Zahlungs-
verkehr bestimmt das „Tagesgeschäft“
der Buchhaltung.
Die Aufgabe des Beschaffungs- und
Vertragswesens mit jährlich rund 2.400
Beschaffungsvorgängen, die mittels ver-
schiedener Vergabeverfahren durchge-
führt werden, nimmt der Fachbereich in
enger Abstimmung mit den jeweiligen
Bedarfsstellen wahr.
10
| 11
|
PARTNER
In allen Verwaltungsangelegenheiten
DAS
ANLAGE VERMÖGEN
BETRÄGT
26,8 Mio.
EURO
2.400
BESCHAFFUNGSVOR-
GÄNGE IM JAHR 2018
DURCHFÜHRUNG
VON
30
EINSTELLUNGSVER-
FAHREN

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12 |
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Geschäftsbereich 2 (GB 2)
IMMISSIONS-
UND STRAHLENSCHUTZ
Allgemeine Umweltradioaktivität
(Überwachung); Notfallschutz;
Kerntechnische Anlagen (Rossendorf)
Durchführung des Routine-
messprogramms;
Vorbereitung für den nuklearen
Notfall;
Unabhängige Messstelle am
Forschungsstandort Rossendorf.
Sanierungsstandorte der Wismut
GmbH; Altstandorte des Uranbergbaus
(besonders ehem. Absetzanlagen);
Unterstützung der Aufsicht und
Nuklearspezifische Gefahrenabwehr
Unabhängige Messstelle an Stand-
orten des ehemaligen Uranbergbaus;
Vorhaltung von Messkapazität und
Rufbereitschaft „Nukleare Vorkomm-
nisse“.
Lebensmittelüberwachung
(Amtshilfe und Eigenkontrolle)
Trink-, Mineral-, Heil- und
Rohwässer;
Wildfleisch und Wildpilze.
Radonberatung
Beratung und Information von
Bürgern, Kommunen, SIB und SMUL;
Messprogramme.
Überwachung der Luftqualität
in Sachsen
Erfassung an 29 Stationen des Luft-
messnetzes (regionaler Hintergrund,
städtischer Hintergrund, Hotspot);
Betriebseigenes Referenz- und
Kalibrierlabor;
Automatisierte Staubwägung;
Erfassung der nassen Deposition an
zehn Stationen.
Untersuchung von Emissionen aus
besonderem Anlass
Aufträge im besonderen behördlichen/
öffentlichen Interesse;
Aufträge aus Forschungsprojekten
des LfULG.
STRAHLUNG UND SAUBERE LUFT
Messen hilft schützen
MEHR ALS
1.700
DOSIMETER
UND EXPOSIMETER
98 %
DATENVERFÜGBARKEIT IM
LUFTMESSNETZ
MEHR ALS
500
BERATUNGEN ZUM THEMA
RADON AUF BAUMESSEN

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Abb. 3: Radonberatung bei der
Langen Nacht der Wissenschaft
Abb. 1: In-situ-gammaspektrometrische Vergleichsmessung mit
dem Bundesamt für Strahlenschutz
Das darin enthaltene Gesetz zum Schutz
vor der schädlichen Wirkung ionisieren-
der Strahlung (Strahlenschutzgesetz –
StrlSchG) trat in Teilen am 01.10.2017 in
Kraft. Damit wurde das bisherige Strah-
lenschutzvorsorgegesetz aufgehoben und
bezüglich der Routineaufgaben in den
„Teil 5 Expositionssituationsübergreifen-
de Vorschriften Kapitel 1 Überwachung
der Umweltradioaktivität“ überführt.
Bezüglich der Aufgaben bei nuklearen
Notfällen führte das Gesetz ein Notfall-
managementsystem des Bundes und der
Länder ein. Die in diesem Management-
Neben der Umsetzung der Fusion der
Geschäftsbereiche „Umweltradioaktivi-
tät“ und „Messnetzbetrieb Luft“ zum Ge-
schäftsbereich „Immissions- und Strah-
lenschutz“ war das Jahr 2018 vor allem
geprägt durch eine verstärkte Nachfrage
der Radonberatung als Folge der Einfüh-
rung des Strahlenschutzgesetzes sowie
durch eine weitere, vertiefte Qualitätssi-
cherung im Bereich der Luftgütemessun-
gen.
Allgemeine Umweltradioaktivität (Teil 5
Kapitel 1 StrlSchG); Notfallschutz; Kern-
technische Anlagen (Rossendorf)
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht
des Sächsischen Staatsministeriums für
Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und
beinhaltet als Schwerpunkte die Mess-
aufgaben nach dem Teil 5 Kapitel 1
Strahlenschutzgesetz, die Unterstützung
des SMUL am Forschungsstandort Ros-
sendorf und die Vorbereitung für den
nuklearen Notfall. Ergänzend kommen
kleinere Messaufträge zu besonderen
Aspekten hinzu. Die Abb. 2 gibt den ge-
leisteten Umfang an Probenentnahmen,
Feldmessungen und Laboranalysen von
allen Bereichen des Strahlenschutzes
wieder.
Im Juni 2017 wurde das Gesetz zur Neu-
ordnung des Rechts zum Schutz vor der
schädlichen Wirkung ionisierender Strah-
lung beschlossen.
system enthaltenen vorläufigen Notfall-
pläne umfassen unter anderem das bis-
herige Intensivmessprogramm. Der GB
2 arbeitet im Freistaat Sachsen an der
Umsetzung der geänderten Rechtssitua-
tion und an der Festlegung eines landes-
spezifischen, vorläufigen Notfallplanes
mit. Zu diesem Themenkomplex gehören
z. B. die Anpassung oder Fortgeltung der
sächsischen Landesregelungen zu strah-
lenschutzvorsorgerechtlichen Regelun-
gen, die Anpassung des Notfallhandbu-
ches des SMUL sowie die Abstimmung zu
geänderten Datenflüssen.
Der Routinebetrieb verlief unproblema-
tisch. Die Umstellung des IMIS-System
von IMIS2 auf IMIS3 wurde für den Jah-
reswechsel 2018/19 vorbereitet.
Es wurden drei Kontrollprogramme zu
Geländefreigaben am Forschungsstand-
ort Rossendorf durchgeführt:
Ehemalige Rohrleitung RS53,
Randbereich des so genannten
Freigeländes
Abschluss des Geländes des
ehemaligen Forschungsreaktors.
Begleitend zur Überwachung am Standort
wurde das Fortluft-Überwachungspro-
gramm begutachtet.
Sanierungsstandorte der Wismut GmbH;
Altstandorte des Uranbergbaus (beson-
ders ehem. Absetzanlagen); Unterstüt-
zung der Aufsicht und Nuklearspezi-
fische Gefahrenabwehr
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht
des LfULG und beinhaltet unter ande-
rem Messprogramme an insgesamt zwölf
Standorten des ehemaligen Uranberg-
baus sowie die Vorhaltung von Messtech-
nik und Personal zur Umsetzung der VwV
Nukleare Vorkommnisse.
In Bad Schlema wurde ein zusätzliches
Überwachungsprogramm an der Hal-
de 65 begonnen. Am 19.06.2018 führte
der GB 2 gemeinsam mit der Wismut
GmbH die jährliche Stichtagsbeprobung
an der Messstelle m-113 in Aue durch.
Zur Unterstützung der Aufsicht waren
Mitarbeiter des GB 2 in zwei Fällen tätig
(messtechnische Überprüfung eines mög-
lichen Fundes; Einweisung und Ausleihe
von Messtechnik für das Bohrkern- und
Probearchiv des LfULG). Für verschie-
dene Messaufgaben der Aufsicht wurde
Messtechnik zur Verfügung gestellt und
gewartet.
Zur Umsetzung der VwV Nukleare Vor-
kommnisse wurden Mitarbeiter von
LfULG und BfUL in der Handhabung von
Strahlenmesstechnik geschult. Die Neu-
strukturierung des Nuklearen Notfallma-
nagements durch das Strahlenschutzge-
setz führte zur Notwendigkeit, in einer
Arbeitsgruppe unter Federführung des
LfULG eine systematische Tatbestands-
analyse für Einsätze der Rufbereitschaft
durchzuführen. Es wurden dabei drei
Szenarien untersucht: Fund eines radio-
aktiven Stoffes; Freisetzung radioaktiver
Stoffe innerhalb eines Gebäudes und
Freisetzung im Zusammenhang mit ter-
roristischen Gefährdungslagen. Die Ar-
beit der Arbeitsgruppe wird im Jahr 2019
abgeschlossen.
Lebensmittelüberwachung
(Amtshilfe und Eigenkontrolle)
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht
des SMUL und beinhaltet Amtshilfen für
Einrichtungen des Staatsministeriums für
Soziales und Verbraucherschutz (SMS)
und zur Durchführung der Eigenkontrol-
le für Einrichtungen des SMUL. Für das
SMS werden vor allem Schwarzwild und
Trinkwässer untersucht, für die Landes-
talsperrenverwaltung (LTV) Rohwässer
und für den Staatsbetrieb Sachsenforst
(SBS) wiederum Schwarzwild.
Das ab Herbst 2016 laufende Screening-
messprogramm zur Ermittlung von Richt-
dosis und Radon in dezentralen kleinen
Wasserwerken nach § 3 Nr. 2 b Trink-
wV2001 wurde fortgeführt. Es gab keine
weiteren Änderungen.
Radonberatung
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht
des LfULG und umfasst neben Messpro-
grammen vor allem die Beratung und In-
formation von Bürgern und öffentlichen
Einrichtungen zum Thema „Was ist Radon
und wie kann ich mich davor schützen?“.
Hierzu war die Radonberatungsstelle
wieder auf drei Baumessen vertreten.
Erstmals war der Stand der Radonbe-
ratungsstelle auch auf einer kleineren
Fachmesse zu erneuerbaren Energien. Für
das Jahr 2019 wurden mobile Radonbe-
ratungen in den Foyers von Rathäusern
oder Bauaufsichtsämtern vorbereitet.
Das Jahr 2018 war in der Radonberatung
wieder durch ein deutlich gestiegenes In-
teresse am Thema gekennzeichnet. Damit
verbunden war eine umfangreichere Re-
ferententätigkeit (z. B. bei einer Fortbil-
dung der Hygieneinspektoren, beim baye-
14
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Probenentnahmen
und Feldmessungen
Anzahl
Bemerkungen
In-situ-Gammaspektrometrie
231
Nochmalige Steigerung durch
Abschlussmessungen am For-
schungsstandort Rossendorf
Feldmessungen
962
Dosimeter / Exposimeter
1.721
Steigerung durch das Messpro-
gramm an Arbeitsplätzen
Probenentnahmen
(ohne Abholungen)
290
Laboranalytik Radioaktivität
Anzahl
Bemerkungen
Gammaspektrometrie
1.651
Alphaspektrometrie
176
Fraktionen
Radiochemie, künstlich
215
Radiochemie, natürlich
1.171
Abb. 2: Gesamte Anzahl von Probenentnahmen, Feldmessungen und Laboranalysen in den
Fachbereichen 21 und 22

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Abb. 6: Der neu ausgerüstete Container bei Niesky
Abb. 4: Stand der Untersuchungsergebnisse in
Schulgebäuden
Die Radonberatungsstelle unterstützte
das SMUL auch weiter in Beratungen zu
Entwürfen für einen nationalen Radon-
maßnahmenplan und zur Ausweisung
von Radonvorsorgegebieten.
Überwachung der Luftqualität
in Sachsen
Der FB 23 und das Referenz- und Kali-
brierlabor im FB 24 sind vom LfULG mit
Messungen und Analysen von Luftschad-
stoffen im stationären Luftgüte- und
Depositionsmessnetz beauftragt. Hierzu
betreibt die BfUL 29 Luftmesscontainer
rischen Radonnetzwerktreffen, bei der
Ausbildung von Radonfachpersonen, beim
Sächsischen Radontag oder in der Fort-
bildungsstätte Reinhardtsgrimma), ein
stark zunehmendes Medieninteresse (An-
fragen von mehreren Regionalzeitungen
und vom MDR) und gehäufte Anfragen zu
Grundstücken oder Baugebieten.
Auch die Messprogramme wurden wei-
terentwickelt. Neben der Weiterführung
des im Sommer 2015 begonnenen Mess-
programmes zu Radon in Schulen wur-
den Messprogramme an Arbeitsplätzen
von BfUL, LTV, SBS und LfULG durchge-
führt und das Messprogramm „Radon in
Gebäuden über unterirdischen Hohlräu-
men“ gestartet. Diese Messprogramme
beinhalten zunächst den Versand von
Exposimetern und sollen sowohl der Da-
tensammlung als auch der Sammlung
von Erfahrungen in der Beurteilung gro-
ßer Gebäude dienen. Diese Erkenntnisse
dienen unter anderem der Umsetzung
des neuen Strahlenschutzgesetzes. Spe-
ziell beim Messprogramm zu Radon in
Schulen wurden nach den Ergebnissen
der Langzeitmessungen in Gebäuden mit
Überschreitungen des Referenzwertes teil-
weise auch Kurzzeitmessungen durch-
geführt, um mehr Erkenntnisse über
Zeitverläufe und Ursachen ermitteln zu
können. Die Abb. 4 gibt den Stand der
Untersuchungsergebnisse in Schulgebäu-
den wieder.
für die kontinuierliche Überwachung der
Luftqualität und 10 Depositionsmessstel-
len zur Überwachung der nassen Deposi-
tion (davon vier an Standorten von Luft-
messcontainern). An den Messstationen
werden hauptsächlich folgende Werte
überwacht: die Schadstoffkomponen-
ten Schwefeldioxid (SO
2
), Stickstoffoxid
(NOX), Ozon (O
3
), Benzol, Toluol und Xy-
lole (BTX), Feinstaub (PM
10
, PM
2,5
) und die
meteorologischen Parameter Windrich-
tung, Windgeschwindigkeit, Lufttempe-
ratur, Luft feuchte, Luftdruck und Son-
nenstrahlung.
Die Abb. 5 zeigt die Verteilung der Con-
tainerstandorte. Das Luftmessnetz über-
traf mit einer Gesamtverfügbarkeit von
98 % die gesetzlich geforderte Verfüg-
barkeit von 90 % erheblich. Die Abb. 7
gibt die Einzelverfügbarkeiten wieder.
Im Jahr 2018 erfolgte die Inbetriebnahme
des neuen Containers (Abb. 6) bei Niesky
zur Messung des ländlichen Hintergrun-
des. Für die ländliche Station am Collm-
berg wurde in enger Zusammenarbeit mit
dem LfULG ein Ersatzstandort in Lieb-
schützberg vorgeschlagen.
Diese Messstation wurde um kontinu-
ierlich arbeitende Monitore für Kohlen-
stoffdioxid und Methan erweitert. Damit
sollen Hintergrunddaten erfasst werden,
um diffuse Emissionen aus Tierhaltungen
genauer bewerten zu können.
Nach einer Havarie im Jahr 2017 ist eine
automatische Überwachung der n-Bu-
tanol-Konzentration in Messcontainern
über die Messnetzzentrale erarbeitet
worden. Nach erfolgreichem Test sind
jetzt die Überwachungssysteme in die
Standorte ausgebracht.
Die Abfragemöglichkeiten über TCP/IP–
MSR (Erneuerung der Messnetzkommu-
nikation zwischen Zentrale und Stations-
rechnern, unter anderem mit direkter
IP-Kommunikation) sind erweitert und
fortentwickelt worden. Auf dieser Grund-
lage werden nun suk zes si ve die Umrüs-
tung bzw. die Weiterentwicklung der
Containeranbindung vorangebracht.
Zwischen der BfUL und der Bundesan-
stalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedi-
zin wurde eine Kooperationsvereinbarung
zum Thema „Bioaerosoluntersuchung
mit Hilfe molekularbiologischen Ana-
lysemethoden nach der Sammlung mit
HVS-Sammlern (High-Volume-Sampler)“
abgeschlossen. Diese Vereinbarung setzt
auf die methodischen Untersuchungen zu
Bioaerosolen auf, die in den vergangenen
Jahren in Zusammenarbeit der Bereiche
„Messnetzbetrieb Luft“ und „Landwirt-
schaftliches Untersuchungswesen“ im
Auftrag des LfULG durchgeführt worden
sind.
Die zeitlich befristete Kooperation der
beteiligten Einrichtungen soll die Wis-
sensgenerierung und den Wissenstransfer
zum Thema im Rahmen eines Forschungs-
projektes befördern und somit helfen,
das Thema qualifiziert und praxisnah in
die wissenschaftliche Bioaerosolbewer-
tung zu integrieren. Die Ergebnisse des
Forschungsprojektes sollen helfen, die
Bioaerosoluntersuchung u. a. im Bereich
von Immissionsmessungen und Arbeits-
platzmessungen zu verbessern und die
Standardisierung molekularbiologischer
Untersuchungsmethoden voranzutreiben.
Es ist geplant, die erzielten Ergebnisse
gemeinsam zu veröffentlichen.
16
| 17
|
39; 15 %
62; 24 %
105; 40 %
57; 22 %
Radonaktivitäts-
konzentration in Bq/m
3
< 100
100–300
300–600
> 600
Abb. 5: Standorte der Luftmesscontainer
Parameter
Ziel
Verfügbarkeit
2018
Stationäres Immissionsmessnetz
90,00 %
98,00 %
HVS-Daten PM
10
92,80 %
99,50 %
HVS-Daten PM
2,5
92,80 %
99,30 %
Staubautomaten
92,80 %
96,50 %
Gravimetrie
99,90 %
99,98 %
Benzol / Toluol / Xylol
90,00 %
95,80 %
Schwefeldioxid
92,80 %
98,90 %
Ozon
92,80 %
99,10 %
Stickoxide
92,80 %
99,10 %
Meteorologiedaten
92,80 %
99,50 %
Einhaltung der Temperaturkorridore
der Messcontainer
92,80 %
98,70 %
Abb. 7: Gesamt- und Einzelverfügbarkeiten im Luftmessnetz 2018

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Abb. 10: Staubsammler beim Ringversuch in Polen zusammen mit Sammlern der
polnischen, staatlichen Messnetzbetriebe unter der Leitung des Główny Inspektorat
Ochrony Środowiska (GIOŚ)
Abb. 8: Mobiler Messcontainer mit Meteorologie-
station neben einem offenen Kuhstall
18
| 19
|
Weitere Emissionsmessungen wurden
2018 in drei Anlagen durchgeführt
(Blockheizkraftwerk; Kunststoffhersteller;
Hersteller von Gießereizusatzstoffen). Die
seit Sommer 2017 laufende anlagenbe-
zogene Immissionsmessung in der Um-
gebung einer Anlage zur Behandlung von
Schrotten wurde im Herbst 2018 abge-
schlossen.
Maßnahmen der Qualitätssicherung
Zur Qualitätssicherung seiner Probenent-
nahmen und Feldmessverfahren sowie
der Laborverfahren nahmen die Fachbe-
reiche an folgenden Eignungsprüfungen
oder Tests teil (in Klammern jeweils der
teilnehmende Fachbereich und der Ver-
anstalter oder Partner): Vergleichsmes-
Der FB 23 war auch in das vom LfULG
initiierten Forschungsprojekt „Zusatzbe-
lastungen aus Holzheizungen" involviert.
Untersuchung von Emissionen
aus besonderem Anlass
Der FB 24 ist vom LfULG mit Messun-
gen und Analysen von Luftschadstoffen
aus besonderem Anlass beauftragt. Die
Aufträge resultieren z. B. aus Bürger-
beschwerden oder Forschungsprojekten
des LfULG zur Schaffung von Verfah-
rens-know-how oder zur Schaffung von
Datengrundlagen. Neben Emissionsmes-
sungen werden hierbei – auch in enger
Abstimmung mit dem FB 23 – kontinu-
ierlich anlagenbezogene Immissionsmes-
sungen durchgeführt.
Im Jahr 2018 wurde vom FB 24 das Pro-
jekt „Emissionen aus diffusen Quellen in
der Tierhaltung“ mit einer Messung an
einer Güllegrube abgeschlossen. Zur Er-
füllung weiterer Aufgaben bei den lau-
fenden Projekten in der Landwirtschaft
wurde 2017 ein neues, leistungsfähiges
und kontinuierlich messendes FTIR-Gerät
beschafft. Dieses wurde nun erfolgreich
im Projekt Emissionsdatenbank Tierhal-
tung (EmiDaT) in einem offenen Kuhstall
eingesetzt.
sungen an ODL-Messgeräten in Reust
(21; BfS); zwei Vergleichsmessungen zur
in-situ-Gammaspektrometrie (21; BfS
und LLB); „Rohmilch 2018“ (21 und 22;
MRI); „künstliche und natürliche Radio-
nuklide in Wasser, Boden und an Ober-
flächen“ (21 und 22; IAEA); „Bestimmung
von Po-210, U-238, U-234, Ra-226, Ra-
228 und der Gesamt-Alpha-Aktivität in
Trinkwasser RV 4/2018“ (21 und 22; BfS);
„Bestimmung von Gamma-Strahlern in
Wasser“ (21 und 22; BfS); „Bestimmung
des Radionuklidgehaltes im Abwasser aus
kerntechnischen Anlagen“ (21; BfS); „40.
Ringversuch Fortluft“ (21; BfS); „Deter-
mination of J-131, Cs-134 and Cs-137 in
animal feeding stuff“ (21 und 22; JRC);
„Tritium in Wasser“ (21; BfG); „Ringver-
such zur Bestimmung natürlicher und
künstlicher Radionuklide in Salzlösun-
gen aus der Schachtanlage Asse II“ (21
und 22; BfS); „Ringversuche der staat-
lichen Immissionsmessstellen (STIMES)“
(23; LANUV NRW); „Staub - Gravimet-
rie, Runde AR029“ (24; LGC Standards)
und „Messung von Konzentrationen des
Schwebstaubs PM10 und PM2,5 sowie
der Bestimmung von BaP und Schwerme-
tallen im Feinstaub PM10“ im polnischen
Zabrze (23; KLRiW GIOŚ).
Über das Jahr 2018 bis ins Jahr 2019 fin-
det darüber hinaus eine meteorologische
Vergleichsmessung mit dem DWD am
Containerstandort Radebeul-Wahnsdorf
statt.
Abb. 9: Optische Befunde: Filter links - bei südlicher Anströmrichtung aus Richtung Schrottplatz,
im Vergleich dazu Filter rechts – sonntags, bei drehenden Winden
Abb. 11: Die meteorologische Vergleichsmessung
mit dem DWD in Radebeul-Wahnsdorf

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20 |
| 21
Geschäftsbereich 3 (GB 3)
MESSNETZBETRIEB WASSER
UND METEOROLOGIE
Oberflächenwasser Stand
und Menge:
Betrieb von 215 Pegeln, davon 95
Hochwassermeldepegel;
hydrologische Betreuung von 48
Pegeln des Kontroll- und Steuermess-
netzes der LTV;
Durchführung von 1.257 Durchfluss-
messungen und 148 nivellitische
Pegelprüfungen;
Fachliche Begleitung von 23 Pegel-
baumaßnahmen, davon 2 Fertigstel-
lungen;
Betreuung von ca. 200 ehrenamt-
lichen Pegelbeobachtern.
Grundwasser Stand und Menge:
Betrieb von sechs Messnetzen mit
insgesamt ca. 1.100 Messstellen;
Betrieb von 196 Datensammlern mit
Datenfernübertragung;
Zirka 95.000 Grundwasser-Standmes-
sungen pro Jahr;
Betreuung von ca. 650 ehrenamtli-
chen Beobachtern.
Grundwasser Beschaffenheit:
Betrieb von fünf Messnetzen mit
insgesamt 605 Messstellen;
Durchführung von 709 Grundwasser-
probenahmen;
Neubau von 2 Messstellen.
Niederschlagsmessnetz:
Betrieb von 28 automatischen
Niederschlagsmessgeräten
(Ombrometer) mit DFÜ;
Betreuung von 21 ehrenamtlichen
Beobachtern.
Bodenwassermessnetz,
Teil Lysimeterstation Brandis:
Betrieb von 30 Lysimetern und
19 Versickerungsmessern, tägliche
Erfassung und Auswertung aller
relevanten Daten zur Witterung sowie
zum Wasser- und Stoffhaushalt.
Bodenwassermessnetz,
Teil Bodendauerbeobachtung:
Betrieb von fünf Bodendauerbeo-
bachtungsflächen (-stationen) Level 2
(BDF-II);
zusätzlich drei bodenhydrologische
Messplätze.
Agrarmeteorologisches
Messnetz (AMN):
Betrieb von 34 Messstellen und
Datenabruf von drei weiteren Mess-
stellen externer Betreiber;
kontinuierliche
Datenbereit stellung
für das LfULG und Externe zur
Schaderreger-Prognose.
WASSER
Ein kostbares Gut
95.000
GRUNDWASSER-
STANDMESSUNGEN
DURCHFÜHRUNG UND
AUSWERTUNG VON
1.257
DURCHFLUSSMESSUNGEN

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22
| 23
|
Abb. 4: Neuer Pegel
Neusalza-Spremberg
Abb. 5: Restarbeiten am
neuen Pegel St. Egidien
Abb. 2: Die trockene Parthe
am Pegel Naunhof im August
Erfassung und Pflege der Pegel-
stammdaten;
Betrieb, Wartung und Instandhaltung
der Pegel, Beseitigung von Hochwas-
serschäden;
Beauftragung und Betreuung von
Bau- und Ausrüstungsmaßnahmen
einschließlich Energieversorgung und
Datenfernübertragung (DFÜ);
Schulung und Betreuung von ca. 200
ehrenamtlichen Pegelbeobachtern.
Im Jahr 2018 wurden insgesamt 1.257
Durchflussmessungen realisiert. Parallel
dazu erfolgten 148 nivellitische Höhen-
prüfungen. Im Trockenjahr 2018 verzeich-
neten fast alle sächsischen Flüsse über
lange Zeiträume ausgeprägte Niedrig-
Oberflächenwassermessnetz
Das Oberflächenwassermessnetz setzt sich
aus Pegeln unterschiedlicher Messnet-
ze und Messnetzkategorien zusammen.
Das Basismessnetz dient dem Hochwas-
sermeldedienst sowie der langjährigen
Erfassung der Variabilität des Wasser-
dargebotes. Außerdem betreibt der GB 3
vier Sondermessnetze für spezifische
Aufgabenstellungen des LfULG. Das
Kontroll- und Steuermessnetz dient zur
Steuerung von Anlagen der LTV und von
Energieversorgungsunternehmen. In de-
ren Auftrag übernimmt der GB 3 territo-
rial und zeitlich begrenzte Messaufgaben
an ausgewählten Pegeln, die jährlich neu
vereinbart werden. An allen Pegeln sind
mindestens vier Durchflussmessungen
pro Jahr bei möglichst unterschiedlichen
Wasserständen durchzuführen.
In den Messnetzen „Oberflächenwasser“
sind insbesondere folgende Aufgaben zu
erfüllen:
Messung von Wasserständen und
Durchflüssen an Fließgewässern;
Überprüfung der geografischen
Höhenlage der Pegelstaffeln
(nivellitische Pegelprüfung);
Erstellung, Kontrolle und Korrek-
tur der Wasserstands-Durchfluss-
beziehungen (WQB);
Prüfung und statistische Aufbereitung
der gewonnenen hydrologischen Daten
und Übergabe an die Auftraggeber;
wasserführungen. Einige fielen zeitweise
sogar trocken (Abb. 2). Mit Ausnahme
von kurzen, lokalen Starkregenereignis-
sen (z. B. im Vogtland) konnten deshalb
ausschließlich Niedrig- bis Mittelwasser-
messungen durchgeführt werden.
Der GB 3 verfügt zur Durchflussermitt-
lung über moderne und komplexe Mess-
technik. Diese besteht u. a. aus mobilen
Messgeräten und stationären Messanla-
gen zur Messung des Durchflusses (Q) im
Pegelprofil. Ein wichtiges Messgerät zur
Abfluss- und Strömungsmessung ist der
Ultraschall-Doppler-Profil-Strömungs-
messer (engl.: Acoustic Doppler Current
Profiler, kurz: ADCP). Der GB 3 besitzt in-
zwischen elf dieser wertintensiven Mess-
geräte (Abb. 3).
Die fachtechnische Begleitung der Pe-
gelbaumaßnahmen im Rahmen des tur-
nusmäßigen Pegelbauprogramms und
zusätzlich die Umsetzung der Vorschläge
der Expertenkommission der Sächsischen
Staatsregierung (sog. „Jeschke-Kommis-
sion“) erfordern weiterhin erhebliche
finanzielle Mittel und personelle Kapazi-
täten.
So wurden 2018 zwei Pegelbaumaßnah-
men durchgeführt und erfolgreich abge-
schlossen. Zu nennen sind die Neubauten
der Pegel Neusalza-Spremberg (Abb. 4)
und St. Egidien (Abb. 5).
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit
nahm der Geschäftsbereich im Juni 2018
am ersten Sächsischen Hochwasser-
schutztag in Bad Schandau als Ausstel-
ler teil. Die Teilnahme war insbesondere
durch den Besuch des Staatsministers
Schmidt am Stand der BfUL und einen an
diesem Tag Vor-Ort erstellten Fernsehbei-
trag des MDR über die Arbeit des Mess-
netzbetriebs sehr erfolgreich (Abb. 6). Die
Veranstaltung „Tag der Flüsse“ fand am
01.10.2018 in Leipzig statt. Diese von der
Sächsischen Landesstiftung für Natur
und Umwelt (LaNU) in Zusammenarbeit
mit dem SMUL, dem LfULG, der LTV und
der BfUL organisierte Veranstaltungs-
reihe richtete sich an Schülerinnen und
Schüler der 7. und 8. Klassenstufen.
Der FB 34 beteiligte sich mit der Vorstel-
lung und Demonstration von Messtech-
nik (Abb. 7) .
Grundwassermessnetz
Das landesweite Messnetz dient der
Überwachung des Grundwasserhaushal-
tes und besteht derzeit aus etwa 1.100
Grundwasserstandsmessstellen sowie 605
Grundwasserbeschaffenheitsmessstellen.
Auch das Grundwassermessnetz ist in
unterschiedliche Messnetze mit verschie-
denen Aufgabenstellungen gegliedert.
Im Bereich der „Messnetzgruppe Menge/
Stand“ sind es die Messnetze „Menge/
WRRL“ und „Hochwasser im Grund-
wasser“. Hinzu kommen die „Messnetze
zu Ermittlungszwecken“ sowie „Ver-
dichtete Messnetze in risikobehafte-
ten Grundwasserkörpern“. Zum Bereich
der Messnetzgruppe „Beschaffenheit/
chemischer Zustand des Grundwassers“
zählen das Messnetz „Überblicksweise
Überwachung“, das „Operative Messnetz
Abb. 3: Messtechniker mit ADCP-Messboot am Pegel Zittau 1
Abb. 6: Filmarbeiten des MDR beim Hochwasserschutztag in Bad Schandau
zur Überwachung diffuser Quellen und
Abb. 7: Stand des Fachbereichs 34 beim Tag
der Flüsse

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24
| 25
|
Abb. 10: Einordnung des Jahres 2018 anhand der klimatischen Wasserbilanz (P - ETPTW) in den Beobachtungszeitraum 1981–2018 der Lysimeterstation Brandis
(links), sowie die monatlichen Statistiken (1981–2017) der Größen Niederschlag (rechts-oben), Temperatur (rechts-mitte) und der Sonnenscheinstunden
(rechts-unten) im Vergleich zum Jahr 2018 (Kreise).
Abb. 8: Revision der
Tiefbohrung Oelsnitz/Erzgebirge
Es besteht weiterhin hoher Sanierungs-
und Neubaubedarf von Grundwasser-
messstellen. Im Jahr 2018 konnten zwei
Messstellen neu gebaut werden. Weitere
drei Messstellen wurden mit Daten-
sammlern und Datenfernübertragung
ausgerüstet. Eine Besonderheit stellten
die Tiefbohrungen dar. So wurden im Na-
tionalpark Sächsische Schweiz die Bauar-
beiten für die Messstelle „Nasser Grund“
begonnen und bis Jahresende Teufen von
200 m bzw. 300 m erreicht. Zudem be-
gann nach 13-jährigem Betrieb die Revi-
sion der Tiefbohrung Oelsnitz/Erzgebirge
mit einer Teufe von 640 m, wozu Pumpe,
Messtechnik und Steigleitungen ausge-
baut werden mussten und jeweils starken
Verschleiß zeigten (Abb. 8).
Stoffeinträge“, das Messnetz „Braunkoh-
lebergbau bedingte Belastungen“, ein
Messnetz zur „Operativen Überwachung
punktueller Belastungen“ und das „Er-
mittlungsmessnetz SchAVO“ (Messnetz-
konzeption des LfULG, Stand 2015).
Durch die Mitarbeiter des GB 3, etwa 650
ehrenamtliche Beobachter sowie beauf-
tragte Fremdfirmen und mittels digita-
ler Datensammler wurden zirka 95.000
Grundwasserstandswerte erhoben, die an
das LfULG übergeben worden sind. Paral-
lel dazu erfolgte an den 605 Gütemess-
stellen ein- oder zweimal jährlich eine
Grundwasserprobenahme (insgesamt 709
Probenahmen) und die Dateneingabe in
das Laborinformations- und Manage-
mentsystem (LIMS).
Messnetz Bodenwasserhaushalt /
Bodenwasserbeschaffenheit, Teilbereich
Lysimeterstation Brandis
Bestandteil dieser Messnetze sind 21 Ly-
simeter mit natürlichen Ackerböden aus
Mitteldeutschland, sieben Lysimeter mit
Böden von Kippen der ehemaligen Tage-
baue Espenhain und Witznitz sowie zwei
Lysimeter mit Böden aus dem Einzugs-
gebiet der Wasserwerke Diehsa. Zudem
verfügt die Lysimeterstation Brandis über
19 Versickerungsmesser. Neben verschie-
denen Bewirtschaftungsdaten werden
täglich die Messwerte für Verdunstung,
Sickerwasserbildung und Bodenwasser-
vorrat erhoben. Die Sickerwassergüte
wird monatlich analysiert. Darüber hin-
aus werden auf den Lysimeterfeldern in
Brandis und Witznitz die Daten einer Kli-
mastation erfasst (Abb. 9).
Die gewonnenen Langzeitdatenreihen
helfen bei der Lösung wichtiger fachlicher
Fragestellungen, die sich ergeben aus:
den Anforderungen der Europäischen
Wasserrahmenrichtlinie (WRRL);
den Auswirkungen des Klimawandels
auf die Land- und Wasserwirtschaft;
der Entwicklung zukunftsfähiger
Konzepte für die Landwirtschaft;
der Sanierung ehemaliger Braun-
kohletagebauflächen und;
der Parametrisierung entsprechender
Bodenwasserhaushalts- und Gütemo-
delle.
Nach der Ernte des Winterweizens wurde
auf fast allen Lysimetern Phacelia (Bie-
nenkraut) als Zwischenfrucht ausgesät.
Am 02.05.2018 erfolgte dann die Aussaat
von Silomais. Bedingt durch die extre-
me Trockenheit und die Orientierung an
der regionaltypischen Bewirtschaftung
erfolgte am 09.08.2018 die frühzeitige
Ernte.
Eine Einordnung der außergewöhnlichen
klimatischen Bedingungen des Jahres
2018 in den historischen Beobachtungs-
zeitraum erfolgt in Abb. 10. Das vergan-
gene Jahr sticht dabei durch seine stark
negative klimatische Wasserbilanz (rund
-437 mm) hervor. Obwohl es bereits Jah-
re mit einem ähnlichen geringen Nieder-
schlagsniveau gab (rund -424 mm im
Jahr 1982), ist das Jahr 2018 vor allem
durch die sehr hohe potentielle Evapo-
transpiration von 861 mm einzigartig in
der Brandiser Beobachtungsreihe. Der
Großteil des Niederschlags fiel 2018 in
den Monaten Januar, März, April und
Dezember. Hingegen ist die Hauptve-
getationsperiode (April bis September)
durch unterdurchschnittliche und teils ex-
treme geringe monatliche Niederschlags-
summen gekennzeichnet, die sich bis
Ende November fortsetzten. Gleichzeitig
wurden in Brandis seit April überdurch-
schnittliche Sonnenscheindauern und da-
mit verbunden auch Strahlungssummen
und Monatsmitteltemperaturen erfasst.
Ende Juni wurden bei den Pflanzen auf
den leichten Böden die ersten Trocken-
stressindikatoren (Blattrollen) sichtbar,
welche sich in Reduktionen der Transpira-
tion von 20 % manifestierten und damit
erste Reaktionen der Pflanzen auf einen
limitierten Bodenwasservorrat darstellen.
Durch ausbleibenden Niederschlag und
den hohen Verdunstungsanspruch konn-
ten im Verlauf des Juli zunehmende Re-
duktionen der Transpirationsleistung be-
obachtet werden, welche Anfang August
Werte von 80 bis 100 % erreichten. Ein-
zig die schweren Lößböden konnten den
Pflanzen ausreichend Wasser zur Verfü-
gung stellen um Evapotranspirationsra-
ten oberhalb der Gras-Referenzverduns-
tung zu ermöglichen, obwohl auch auf
diesen Lysimetern erste Trockenstress-
indikatoren ab Ende Juli sichtbar waren.
Neben den unmittelbaren Folgen des Tro-
ckensommers besteht auch die konkrete
Gefahr potentieller Langzeitfolgen, wel-
che wiederum bodenspezifisch ausfal-
len können. Bedingt durch die geringen
Evapotranspirationsummen auf leichten
Standorten und den damit verbundenen
Ertragseinbußen, verbleiben insbesonde-
re auf diesen Standorten hohe Stickstoff-
mengen im Boden. Auf den schwereren
Böden sind historische Tiefststände der
Bodenwasserspeicher zu verzeichnen.
Teilweise sind mit Ausschöpfungen größer
800 mm Defizite entstanden, die selbst
eine mittlere Jahressumme des Nieder-
schlags nicht auffüllen würde. In der
Folge ist zu erwarten, dass die vorange-
gangene Trockenperiode nicht nur die ak-
tuellen Erträge 2018 beeinträchtigt hat,
sondern sich vielmehr auf allen Böden
auch auf die Erträge der Folgefrucht in
2019 auswirken wird.
Messnetz Bodenwasserhaushalt /
Bodenwasserbeschaffenheit, Teilbereich
Bodendauerbeobachtungsflächen
Die fünf BDF-II-Flächen (Bodendauer-
beobachtungsflächen) mit jeweils einer
Klimastation und einem bodenhydrolo-
gischen Messplatz werden entsprechend
ihrer territorialen Lage von den zustän-
digen Fachbereichen in Leipzig, Chemnitz
und Dresden betrieben. Zum Auslesen
der Klima- und Bodenfeuchtedaten, zur
Entnahme von Bodenwasser und zur Er-
mittlung der Deposition ist eine Befah-
rung der BDF-II-Flächen im 14-tägigen
Rhythmus erforderlich. Auch in diesem
Messnetz sind zyklisch Instandhaltungs-
maßnahmen durchzuführen und fachlich
zu begleiten. Zusätzlich zu den BDF-II-
Flächen betreibt der GB 3 bodenhydrolo-
gische Messplätze in Diehsa, der Jahnaaue
und in Schleinitz.
Niederschlagsmessnetz
Auch die 28 Stationen des landeseige-
nen automatischen Niederschlagsmess-
netzes (Ombrometermessnetz) werden
Abb. 9: Mitarbeiter der Lysimeterstation Brandis bei Pflanzenbonitur
entsprechend ihrer territorialen Lage von

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26
| 27
|
Abb. 13: ADCP-
Vergleichsmessung mit mehreren
Abb. 11: Neue Niederschlagsstation Dahlen
Bundesländern in Thüringen
Systemabweichungen festgestellt. Die
Probenahmen und Messungen entspre-
chen dem aktuellen Stand der Normung.
Die Begutachtungsberichte bestätigten
die guten Ergebnisse der vorangegange-
nen Bewertungen.
In den Bereichen Grundwasser, Ober-
flächenwasser, Agrarmeteorologie und
Ombrometer konnte bei den automatisch
erfassenden Messnetzen mit Datenfern-
übertragung wie in den Vorjahren eine
überdurchschnittlich hohe Datenverfüg-
barkeit von jeweils mehr als 98 % (Ziel-
stellung ist 97 %) erreicht werden. Bei
der Grundwasserprobenahme wurde die
Zielgröße von 97 % ebenfalls erreicht.
mehreren Fachbereichen betreut. Die
Ombrometer liegen in den Hochwasser-
entstehungsgebieten und verdichten
das Niederschlagsmessnetz des Deut-
schen Wetterdienstes (DWD). Die Daten
werden kontinuierlich dem Landeshoch-
wasserzentrum des LfULG bereitgestellt.
Entsprechend einer Empfehlung der
„Jeschke-Kommission“ nach dem Au-
gusthochwasser 2010 wird weiter an der
Verdichtung des Ombrometermessnetzes
gearbeitet. So wurde im FB 34 die neue
Station Dahlen errichtet und in Betrieb
genommen (Abb. 11).
Agrarmeteorologisches Messnetz (AMN)
Dieses Messnetz mit seinen 34 Stationen
liefert die meteorologischen Eingangsda-
ten für Berechnungen von Schaderreger-
prognosen. Aufgrund der Lage der Sta-
tionen ist es möglich, bei der Erstellung
der Empfehlungen und Prognosen für die
Landwirte die realen Anbaubedingungen
vor Ort zu berücksichtigen. Von drei wei-
teren Stationen externer Betreiber wer-
den nur Daten abgerufen. Die erfassten
Daten werden aktiv via Internetproto-
koll gesendet (Push-Modell) und können
stündlich oder häufiger übertragen und
bereitgestellt werden (Abb. 12).
Qualitätssicherung
In den externen und internen Audits im
Rahmen der Revalidierung nach EMAS
und der Reakkreditierung nach DIN EN
ISO/IEC 17025 wurden auch 2018 keine
Zur Überprüfung und Verifizierung der
ADCP Messtechnik (zur Bestimmung des
Durchflusses an Oberflächenwasser-Pe-
geln) fand im Juni 2018 an der thürin-
gischen Unstrut eine Vergleichsmessung
zusammen mit der Thüringer Landge-
sellschaft mbH, dem Ruhrverband und
dem Landesamt für Natur, Umwelt und
Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
statt. Neben dem Vergleich der unter-
schiedlichen ADCP-Sensoren war auch
der Erfahrungsaustausch über den Ein-
satz unterschiedlicher ADCP-Messtech-
nik bei der Durchflussmessung Ziel der
Veranstaltung (Abb. 13).
Modernisierung
der
Datenfern über-
tragung durch Umstellung auf
internetbasierte Übertragungswege
Bedingt durch den digitalen Fortschritt
mit Umstellung der bisherigen ISDN- und
Analog-Anschlüsse im Rahmen der All-
IP-Strategie wurde auch eine Moderni-
sierung der Datenübertragungstechnik
im GB 3 erforderlich. Von der Umstellung
auf internetbasierte Übertragungswege
sind alle Messnetze des GB 3 betroffen.
Bereits 2017 wurde das zugrunde liegende
neue Konzept durch eine fachübergrei-
fende Arbeitsgruppe der BfUL erarbei-
tet und vom LfULG, dem Staatsbetrieb
Sächsische Informatikdienste (SID) und
dem SMUL bestätigt. Im September 2018
wurde der Auftrag zur Umrüstung der
redundant ausgerüsteten Hochwasser-
meldepegel auf internetbasierte Daten-
übertragungswege ausgelöst. Trotz eini-
ger technischer Schwierigkeiten konnte
bis Ende des Jahres ein Umrüstungsstand
von 60 % erreicht werden. Es ist vorge-
sehen, das Projekt im 1. Halbjahr 2019
abzuschließen.
Hochwasser Mai 2018 im Vogtland
Ein Starkregenereignis mit bis zu 155
Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb
von drei Stunden führten im Gebiet der
oberen Weißen Elster zwischen Sohl und
Weischlitz zu einem starken Hochwasser
mit den bisher höchsten beobachteten
Wasserständen und Durchflüssen an den
Pegeln Adorf 1 und Oelsnitz. Der FB 33
führte abends am Pegel Oelsnitz 2/ Weiße
Elster (Zulauf der Talsperre Pirk) die all-
zeit höchste Durchflussmessung durch.
Hierbei kam das ADCP-Boot RiverPro
zum Einsatz, wobei sich zeigte, dass es
aufgrund der äußerst schwierigen Mess-
bedingungen nahe an der Einsatzgren-
ze war. Oelsnitzer Bürger halfen bei der
Durchführung der Messung, indem sie
vor großem Treibgut warnten (Abb. 14).
Die Auswertung der schwierigen Mes-
sung erfolgte in Zusammenarbeit und mit
Hilfe der Kollegen der Bundesanstalt für
Gewässerkunde und des Schweizer Bun-
desamtes für Umwelt. Im Ergebnis wurde
ein Durchfluss von 138,5 Kubikmetern
pro Sekunde bei einer mittleren Fließge-
schwindigkeit von 2,3 Metern pro Sekunde
ermittelt.
Abb. 12: AMN-Station in Pillnitz
Abb. 14: Hochwassermessung nach Starkregenereignis im Mai am Pegel Oelsnitz2_Vogtland

image
Untersuchung landwirtschaftlicher
Produktionsmittel und Erzeugnisse
sowie phytopathologische Diagnostik
Amtliche Düngemittelverkehrs-
kontrolle;
Untersuchungen von Böden auf
Humus-, Nährstoff-, Schwermetall-
gehalte;
Analyse von Futtermitteln, Pflanzen,
Fleisch und Fisch auf Schwermetalle;
Amtliche Futtermittelanalytik
(Inhalts- , Zusatz- , unerwünschte
und verbotene Stoffe);
Untersuchung verschiedenster land-
wirtschaftlicher Produktionsmittel und
Erzeugnisse auf organische Schad-
stoffe (z. B. Pflanzenschutz mittel,
PCB);
Begleitung von Monitoring-Program-
men (z. B. Mykotoxine in sächsischem
Getreide);
Grundfutterqualitätsprogramm;
Analytik im Rahmen der EU- und
Landessortenprüfung;
Analytik auf gentechnisch veränderte
Organismen bei Futtermitteln und
Saatgut;
Beschaffenheitsprüfung von Saatgut
(Anerkennung und Saatgut-Verkehrs-
kontrolle);
Besondere Ernteermittlung (BEE) zur
Ertragsabschätzung für das Statisti-
sche Landesamt (StaLA) Kamenz;
Mikrobiologische Untersuchungen
von Futtermitteln, Düngemitteln und
Bioaerosolen;
Untersuchung von pflanzlichen
Warensendungen (Export, Import,
innergemeinschaftliches Verbringen),
Zuchtmaterial, Pflanzen und Böden
aus Bestandskontrollen auf Quaran-
täne-Schadorganismen;
Gesundheitsprüfungen an Saat- und
Pflanzgut im Rahmen von Anerken-
nungsverfahren und Saatgutverkehrs-
kontrollen;
Diagnostik von Schaderregern an
Pflanzen im Rahmen der Schaderreger-
überwachung sowie bei Versuchs-
und Monitoring-Programmen.
Akkreditiertes Laboratorium
Nach DIN EN ISO/IEC 17025 (seit
1997), der International Seed Testing
Association (ISTA) und für die Kon-
trolle von EG-Düngemitteln.
Nationales Referenzlabor
Für die Zulassung von Zusatzstoffen
zur Verwendung in der Tierernährung
und für gentechnisch veränderte
Organismen.
28 |
| 29
MODERNE LANDWIRTSCHAFT
Umweltgerecht und sicher
Geschäftsbereich 4 (GB 4)
LANDWIRTSCHAFTLICHES
UNTERSUCHUNGSWESEN
15.840
PFLANZEN- UND FUTTER-
MITTELPROBEN
9.152
PROBEN IM BEREICH DER
PHYTOPATHOLOGIE
320
DÜNGEMITTELPROBEN IN
DER AMTLICHEN
DÜNGEMITTELVERKEHRS-
KONTROLLE

image
image
30
| 31
|
Abb. 1: Amtliche Probenahmen und
Untersuchungen im Rahmen der DVK 2018
Untersuchungen im Rahmen der
amtlichen Futtermittelüberwachung
Der GB 4 ist vom Sächsischen Staatsmi-
nisterium für Soziales und Verbraucher-
schutz (SMS) mit den Untersuchungen im
Rahmen der amtlichen Futtermittelüber-
wachung beauftragt.
Das Kontrollprogramm Futtermittel ist
bundesweit koordiniert und als Bestand-
teil des Mehrjährigen Nationalen Kon-
trollplans 2017-2021 (MNKP) unter dem
Stichwort „Futtermittelüberwachung“
be schrieben. Damit wird der Forderung
gemäß Artikel 41 der Verordnung (EG)
Nr. 882/2004 des Europäischen Parla-
mentes und des Rates vom 29.04.2004
über amtliche Kontrollen zur Überprü-
fung der Einhaltung des Lebensmit-
Düngemittelverkehrskontrolle in Sachsen
Aufgabe der amtlichen Düngemittelver-
kehrskontrolle (DVK) ist es, die Einhaltung
der Vorschriften des Düngemittelrechts
beim Hersteller oder Händler (Inverkehr-
bringer) der Düngemittel, Bodenhilfs-
stoffe, Kultursubstrate oder Pflanzen-
hilfsmittel zu überwachen. Neben dem
Schutz der Verbraucher vor Täuschungen
im Düngemittelhandel ist es vor allem
eine Aufgabe der DVK sicherzustellen,
dass es bei sachgerechter Anwendung
der Düngemittel zu keiner Schädigung
der Fruchtbarkeit des Bodens oder der
Gesundheit von Menschen, Haustieren
und Nutzpflanzen kommt.
Der Geschäftsbereich übernimmt die
Analytik der Düngemittel für den Vollzug
der DVK durch das LfULG.
Im Jahr 2018 wurden insgesamt 320 amt-
liche Beprobungen und Untersuchungen
durch die DVK vorgenommen (Abb. 1). Je
nach Düngemitteltyp sind Analysenme-
thoden nach nationalem oder europäi-
schem Recht anzuwenden.
tel- und Futtermittelrechts sowie der
Bestimmungen über Tiergesundheit und
Tierschutz, wonach jeder Mitgliedstaat
einen solchen Kontrollplan erstellen soll,
Rechnung getragen.
Mit dem Ziel der Überprüfung der De-
klaration und der Einhaltung der ge-
setzlichen Vorgaben können über 90
verschiedene Parameter in Futtermitteln
untersucht werden.
Durch die Landesuntersuchungsanstalt
(LUA) wurden im Jahr 2018 unangekün-
digt und stichprobenartig 861 Futtermit-
telproben bei Herstellern, Händlern und
Landwirten gezogen (Abb. 3). Wie in den
Vorjahren lag der Schwerpunkt wieder
bei der Untersuchung auf unerwünschte
und verbotene Stoffe.
Sächsisches Messnetz Futtermittel
Das LfULG betreibt seit dem Jahr 2014 ein
Messnetz „Futtermittel“. Dieses Messnetz
dient der sächsischen Agrarverwaltung
als ein Instrument zur vorausschauen-
den Risikobewertung in der Lebensmit-
telkette und in der Umweltwirkung der
Tierhaltung. Durch ein Monitoring von
Grundfuttermitteln soll die Situation und
die Qualität von wirtschaftseigenen Fut-
termitteln im Freistaat widergespiegelt
werden, um gegebenenfalls rechtzeitig
Handlungsempfehlungen ableiten zu
können.
Der FB 42 hat im Jahr 2018 im Rah-
men des Messnetzes „Futtermittel“ 362
Grundfuttermittel, 23 Körnerleguminosen
und 20 Getreideproben untersucht (Abb. 2).
Neben der sensorischen Bewertung und
der Untersuchung auf den Futterwert
bestimmende Inhaltsstoffe werden auch
unerwünschte Stoffe wie Schwermetalle
oder Mykotoxine stichprobenhaft in den
Grundfuttermitteln analysiert. Aussagen
zum Konserviererfolg und zur mikrobio-
logischen Qualität von Silagen konnten
ebenfalls aus den Untersuchungen abge-
leitet werden.
Die Ergebnisse dieser Futtermittelana-
lysen werden auch im Rahmen der Aus-
bildung an den sächsischen Fachschulen
für Landwirtschaft genutzt, um theoreti-
sche Inhalte mit konkreten praktischen
Anwendungen zur Futterqualität in der
regionalen Landwirtschaft zu verbinden.
Pflanzenschutzmittel-
Anwendungskontrolle
Die Einhaltung der Vorschriften der Ver-
ordnung (EG) 1107/2009 über das Inver-
kehrbringen von Pflanzenschutzmitteln,
das Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) und
der hierauf beruhenden Verordnungen,
wie z. B. der Pflanzenschutzanwendungs-
verordnung wird in Deutschland von den
Bundesländern kontrolliert.
Die Kontrollen zur Anwendung von Pflan-
zenschutzmitteln (PSM) erfolgen durch
das LfULG in Form von:
Kontrollen in Betrieben
(Betriebsprüfungen);
Kontrollen auf Flächen während der
Anwendung von Pflanzenschutz-
mitteln;
Kontrollen auf Flächen nach der An-
wendung von Pflanzenschutzmitteln.
Die für diese Kontrollen erforderliche
Analytik erfolgt im FB 42.
Ein Schwerpunkt der Untersuchungen
im Jahr 2018 betraf die Kontrolle der
Einhaltung von Abstandsauflagen nach
dem PflSchG sowie der Nichtbehandlung
eines 5 m breiten Gewässerrandstreifens
nach SächsWG zum Schutz von Ober-
flächengewässern vor dem Eintrag von
PSM-Wirkstoffen. Insgesamt wurden 15
Ackerschläge untersucht, wofür je Schlag
die Gehalte der eingesetzten PSM in ei-
ner Bodenmischprobe aus dem Randbe-
Probenart
Anzahl analysierter
Proben 2018
EG-Düngemittel
98
Düngemittel nach VO (EG) 764/2008
(freier Warenverkehr)
6
Mineraldüngemittel (national)
35
Organisch und organisch-mineralische Düngemittel
(Kleinverpackungen, Garten- und Baumarktprodukte)
32
Organische Düngemittel (u. a. Komposte, Klärschlämme,
Gärrückstände, tierische Nebenprodukte)
69
Kultursubstrate
24
Bodenhilfsstoffe
1
Wirtschaftsdünger
55
Summe
320
Matrix
Probenanzahl
Parameter
Probenanzahl
Parameter
Probenanzahl
Parameter
Pflanze / Futtermittel
gesamt
14.019
126.795
11.769
158.668
15.840
200.739
Amtliche Futtermittel gesamt
849
5.663
916
12.032
861
12.388
Grundfutter
gesamt
520
11.960
562
11.609
466
10.468
Pflanzen
gesamt
12.650
109.172
10.291
135.027
14.513
177.883
Abb. 3: Anzahl an Untersuchungen des GB 4 an Pflanzen und Futtermitteln in den Jahren 2016 bis 2018
Abb. 2: Probenumfang
Messnetz „Futtermittel“ 2018
Untersuchungsgegenstand
Probenanzahl
Grundfutter
362
Sensorik
362
Inhaltsstoffe - Futterwert
362
Mengen- und Spurenelemente
362
Konserviererfolg
169
Schwermetalle
23
Mykotoxine
22
Mikrobiologische Qualität
18
Körnerleguminosen
23
Getreide
20
Abb. links: Messungen im Rahmen der
Düngemittel-Verkehrskontrolle
Abb. rechts: Pflanzenuntersuchung mit
der Nah-Infrarot Spektroskopie (NIRS)
2016
2017
2018

image
32
| 33
|
Abb. 5: Keimfähigkeitsuntersuchung an Saatgut
Kontrolle der Einhaltung von
Vermarktungsnormen
Im Rahmen der Kontrolle der Einhal-
tung der Vermarktungsnormen für Ge-
flügelfleisch nach Verordnung (EG) Nr.
543/2008 wurden im Jahr 2018 vom
Kontrolldienst Agrarwirtschaft des LfULG
insgesamt 28 Geflügelproben (6 Pro-
ben tiefgefrorene Geflügelschlachtkör-
per und 22 Proben Geflügelteilstücke)
zur Untersuchung eingesandt. Diese
Untersuchungen beinhalten bei tiefge-
frorenen Geflügelschlachtkörpern die
Bestimmung des Auftauverlustes an je-
weils 20 Schlachtkörpern pro Probe und
bei Geflügelteilstücken die Bestimmung
des Fremdwassergehaltes anhand des
Wasser/Rohprotein-Verhältnisses. In der
Verordnung festgelegte Werte für den
Auftauverlust bzw. das Wasser/Rohprote-
in-Verhältnis dürfen nicht überschritten
werden.
GVO-Saatgutmonitoring 2018
Im Rahmen des sächsischen Saatgutmo-
nitorings auf gentechnisch veränderte
Organismen (GVO) kamen 2018 insge-
samt 61 Saatgutproben der Fruchtarten
Mais, Raps, Soja und Senf zur Untersu-
chung. Außerdem wurden 22 Petunien-
proben auf gentechnische Veränderungen
analysiert (Abb. 4).
Die Untersuchungen erfolgten nach dem
in der amtlichen Sammlung von Unter-
suchungsverfahren nach § 28b GenTG
reich mit den Gehalten einer Mischprobe
aus dem Schlaginneren verglichen wur-
den. Nachgewiesene Verstöße gegen die
Einhaltung von Abstandsauflagen nach
PflSchG werden vom LfULG als Ord-
nungswidrigkeit geahndet; Verstöße ge-
gen das Gebot der Nichtbehandlung eines
5 m breiten Gewässerrandstreifens nach
SächsWG werden an die verantwortli-
chen Unteren Wasserbehörden zur wei-
teren Verfolgung abgegeben.
Die im Jahr 2016 aufgenommenen Kon-
trollen zur Anwendung von Pflanzen-
schutzmitteln im sächsischen Weinbau
wurden 2018 fortgeführt. Im Fokus der
Untersuchungen im Jahr 2018 stand ne-
ben dem Wirkstoff Dimethoat der Wirk-
stoff Procymidon. Im Jahr 2018 wurden
im Rahmen dieser Kontrollen insgesamt
47 Proben (11 Rinden-, 30 Blatt-, 3 Aus-
triebs- und 3 Bodenproben) auf jeweils
261 Wirkstoffe untersucht.
Weitergeführt wurden ebenso die An-
wendungskontrollen beim Beerenobst (17
Betriebe), die Untersuchung von Spritz-
brühen (21 Betriebe), die Nachverfolgung
von aufgefallenen Proben im Bereich
der Lebensmitteluntersuchung sowie die
Mitarbeit bei der Aufklärung von Scha-
densfällen im Bereich Pflanzenschutz.
beschriebenen Untersuchungsablauf zum
Nachweis gentechnischer Veränderungen
in Saatgut [Dokument G 30.00-2, Juli
2012]. Molekularbiologische Methoden,
basierend auf der real-time PCR, kamen
zum Einsatz.
Beschaffenheitsprüfung - Saatgut
Bevor Saatgut in den Verkehr gebracht
werden darf, wird es vorab im Vermeh-
rungsbestand geprüft (Feldprüfung) und
nach der Aufbereitung im Aufbereitungs-
betrieb im Saatgutlabor auf seine Be-
schaffenheit untersucht (Abb. 5).
Die Beschaffenheitsprüfung von Saatgut
ist nach der Feldprüfung eine wichtige
Voraussetzung für die amtliche Anerken-
nung und Zertifizierung durch das LfULG.
Die dafür notwendigen Untersuchungen
werden im FB 43 durchgeführt. Neben
den Untersuchungen für die Saatgutan-
erkennung werden Beschaffenheitsprü-
fungen für die Saatgutverkehrskontrolle
(SVK), für die Kontrolle von Überlage-
rungsproben sowie für Projekte des LfULG
vorgenommen.
Nach dem Agrarstatistik-Gesetz (Agr-
StaG) sind die Bundesländer verpflich-
tet, Erhebungen über die Erntemengen
(Besondere Ernteermittlung) u. a. von
Getreide vorzunehmen. Dafür werden
Proben von Getreideschnitten bearbeitet;
die Ertragsabschätzung erfolgt durch das
StaLA in Kamenz.
Weitere Aufgaben im Saatgutlabor sind
folgende versuchsbegleitende Untersu-
chungen für das LfULG: Fruchtinhalts-
stoffe und Festigkeit von Äpfeln und Nit-
ratgehalte in Kartoffeln.
Das Saatgutlabor im FB 43 ist von der
International Seed Testing Associati-
on (ISTA) akkreditiert und führt nach
deren vorgeschriebenen Methoden die
geforderten Prüfungen durch. Die Ak-
kreditierung beinhaltet eine regelmäßige
Teilnahme an Proficiency Tests (Laboreig-
nungstest) der ISTA. Der FB 43 hat 2018
an vier ISTA-Proficiency Tests teilgenom-
men und diese erfolgreich absolviert. Die
ISTA-Akkreditierung ist Voraussetzung
für die Erstellung von ISTA-Zertifikaten
für den internationalen Saatguthandel.
Im Berichtszeitraum wurden insgesamt
151 ISTA-Zertifikate ausgestellt.
Der FB 43 ist Mitglied der Fachgruppe
Saatgut des VDLUFA. Hier werden ge-
meinsam Methoden entwickelt, in me-
thodischen Ringanalysen geprüft, be-
wertet und zur Validierung bei der ISTA
vorgeschlagen.
Phytopathologische Untersuchungen
Im FB 44 werden Pflanzen und Boden-
proben auf pflanzenpathogene Schad-
organismen wie Insekten, Nematoden,
Phytoplasmen, Bakterien, Pilze, Viren und
Viroide untersucht (Abb. 6).
Der größte Teil der Proben stammte auch
2018 aus der Kontrolltätigkeit des LfULG.
Diese Leistungen umfassten die Diagno-
sen von Quarantäne-Schaderregern in
den Bereichen Virologie, Bakteriologie,
Mykologie und Zoologie. Spezielle Unter-
suchungen erfolgten im Rahmen von Ex-
und Importen bzw. von EU-Monitoring-
Programmen. Gesundheitsprüfungen bei
Pflanzgut gehörten ebenso zum Unter-
suchungsspektrum wie Untersuchungen
hinsichtlich meldepflichtiger Schaderre-
ger im Garten- und Obstbau (Feuerbrand,
Apfeltriebsucht, Phytophthora ramorum,
Fusarium circinatum) sowie bei land- und
forstwirtschaftlichen Kulturen (Kartoffel-
zystennematoden, Kiefernholznematoden).
Ein weiterer großer Teil der Diagnosean-
forderungen ergibt sich alljährlich aus den
vielfältigen Anforderungen der Schader-
regerüberwachung des LfULG im Acker-
und Gartenbau sowie aus pflanzenbauli-
chen Versuchen. Hier standen vor allem
zoologische und mykologische Spezial-
diagnosen, wie z. B. ein umfangreiches
Fusarium- / Toxin-Monitoring (DON) und
Untersuchungen auf Steinbrand (Tilletia
caries / controversa) für den ökologischen
und konventionellen Anbau sowie Zu-
arbeiten für die Datenerhebung für den
Pflanzenschutzwarndienst (ZEPP, ISIP) im
Fokus. Darüber hinaus erfolgten zahlrei-
che Gesundheitsprüfungen von Saat- und
Pflanzgut im Rahmen des amtlichen An-
erkennungsverfahrens.
Wichtige sächsische gartenbauliche Spe-
zial- und Pflanzenzuchtbetriebe sowie
Forschungs- und Prüfinstitutionen nah-
men gleichfalls Diagnoseleistungen in
Anspruch.
Die im FB 44 untersuchte Gesamtproben-
zahl war im Jahr 2018 etwas geringer als
im Vorjahr (Abb. 7). Die Ursachen dafür
liegen im geringeren Probenaufkommen
in den sächsischen Prüfinstitutionen
(Julius-Kühn-Institut, Bundessorten-
amt) und witterungsbedingt geringeren
Einsendungen von Pflanzen mit Erkran-
kungen. Ein Anstieg der Probenzahlen
ist bei den Bodenuntersuchungen von
Pflanzkartoffelschlägen hinsichtlich Kar-
toffelzysten-Nematoden (Globodera ros-
tochiensis und G. pallida) zu verzeichnen.
Trotz gesunkener Probenzahlen kann u. a.
in der mykologischen Diagnostik eine
Zunahme der Untersuchungsparameter
beobachtet werden. Letzteres trifft auch
für die Diagnose im entomologischen Be-
reich zu. Dieser Anstieg begründet sich
beispielsweise durch zunehmend spezi-
ellere Auftraggeber-Anforderungen zur
Differentialdiagnostik von Schadorganis-
men bis auf Artebene bzw. durch den zu-
nehmenden verpflichtenden Einsatz mo-
lekularbiologischer Diagnosetechniken
zur Absicherung bzw. den Ausschluss von
Quarantäne-Schaderregern. Darüber hin-
aus erfolgte im FB 44 im Rahmen eines
deutschlandweiten Screenings die Eta-
blierung aufwändiger Untersuchungsme-
Fruchtart
Probenanzahl
Mais
53
Winterraps
5
Soja
2
Weißer Senf
1
Petunien
22
Abb. 4: Probenumfang der Saatgut- und Petunienuntersuchungen auf GVO 2018

image
34
| 35
|
Abb. 6: Isolation von pflanzenpathogenen
Mikroorganismen
als auch Pufferzone unterliegen einem
mehrjährigen regelmäßigen intensiven
Monitoring, um einer möglichen Aus-
breitung des Bakteriums vorzubeugen. Da
2017 kein weiterer Befall durch Xylella
fastidiosa nachgewiesen wurde, konnten
die abgegrenzten Zonen im Befallsgebiet
im Frühjahr 2018 aufgehoben werden.
Die Aufhebung der Zonen enthob Sach-
sen jedoch nicht von der Kontrollpflicht.
Bis zum Dezember 2019 müssen weiter-
hin Verdachtspflanzen und potentielle
Vektoren auf das Quarantäne-Bakterium
untersucht werden.
Im Jahr 2018 wurden im FB 44 über 750
Pflanzen- und Vektorenproben auf Xylel-
la fastidiosa untersucht. Es erfolgte 2018
weder im Freiland noch in Gewächshäu-
sern ein Nachweis des Bakteriums an den
eingesandten Proben.
thoden zum Nachweis des Kartoffelkreb-
ses (Synchytrium endobioticum), einem
pilzlichen Quarantäne-Organismus.
Im Rahmen der Qualitätssicherung nahm
der FB 44 im Jahr 2018 insgesamt an
sechs Laborvergleichsuntersuchungen er-
folgreich teil.
Untersuchungen zum Quarantäne-
Schaderreger Xylella fastidiosa
Anlässlich des Monitorings von Qua-
rantäne-Schaderregern erfolgte im Jahr
2016 bei einer Betriebskontrolle in einer
Gärtnerei im sächsischen Vogtland der
Nachweis des Bakteriums Xylella fasti-
diosa an einer Oleander-Pflanze. Es han-
delte sich um einen Erstnachweis dieses
Bakteriums für Deutschland. In Südeu-
ropa tritt Xylella fastidiosa bereits in ei-
nigen Regionen Italiens, Frankreichs und
Spaniens auf und richtet insbesondere im
italienischen Olivenanbau enorme Schä-
den an.
Aufgrund der Bestimmung des EU-
Durchführungsbeschlusses 2015/789
wurden 2016 infolge des Nachweises des
Bakteriums in Sachsen eine Befallszone
(100 m Radius) und eine Pufferzone (10
km Radius) abgegrenzt. Sowohl Befalls-
Untersuchungen von Kartoffelproben
und Vermehrungsflächen auf
Quarantäne schaderreger
Pflanz- und Speisekartoffeln wurden auf
die im Anerkennungsverfahren geforder-
ten Quarantänebakteriosen Clavibacter
michiganensis ssp. sepedonicus und Ral-
stonia solanacearum mit Hilfe moleku-
larbiologischer Methoden (PCR-Analytik)
untersucht. Es wurden 490 Pflanz- und
Speisekartoffel-Proben mittels real-time
PCR auf beide Quarantänebakteriosen
im Simultanverfahren untersucht. Im
Bedarfsfall wurden die Untersuchungen
durch die konventionelle PCR ergänzt. Im
Berichtszeitraum traten keine Fälle eines
Befallsverdachtes mit Bakterieller Ring-
fäule oder Schleimkrankheit auf. Ergänzt
wurden diese Untersuchungen durch die
Bonitur hinsichtlich weiterer quarantä-
nerelevanter Schaderreger wie dem Kar-
toffelkrebs (Synchytrium endobioticum),
Amerikanischer Kartoffelerdflöhe (Epitrix
spp.) und Candidatus Liberibacter solan-
acearum.
In der Saison 2017/2018 wurden 2.035
Bodenproben von Pflanzkartoffel-Ver-
mehrungsflächen auf zystenbildende Kar-
toffelnematoden untersucht. 30 Boden-
proben wurden zusätzlich von insgesamt
ca. 500 ha Speisekartoffelanbauflächen
untersucht. Bei keiner Untersuchung
wurden relevante Nematoden nachge-
wiesen.
Kooperationsvereinbarung im Land-
wirtschaftlichen Untersuchungswesen
Sachsen – Thüringen – Sachsen-
Anhalt
Seit November 2005 besteht eine Ko-
operationsvereinbarung zwischen der
Landesanstalt für Landwirtschaft und
Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG), dem
Thüringer Landesamt für Landwirtschaft
und ländlichen Raum (TLLLR) und der
BfUL im Bereich des Landwirtschaftlichen
Untersuchungswesens.
Die arbeitsteilige Zusammenarbeit er-
möglicht es, die vorhandenen personellen
und materiell-technischen Kapazitäten
im jeweiligen Bundesland noch effekti-
ver zu nutzen und auch im Havariefall
uneingeschränkt handlungsfähig zu blei-
ben. Der Sicherstellung der im gesetzlich
geregelten Bereich vorgegebenen Unter-
suchungs-, Bewertungs- und Kontroll-
aufgaben kommt dabei besondere Beach-
tung zu. Im Jahr 2018 konzentrierte sich
die Zusammenarbeit auf nachfolgende
Schwerpunkte.
Durchführung von Kontrollanalysen
Die Durchführung von Kontrollanalysen
bei Grenzwertüberschreitungen und Be-
anstandungen sowie gegenseitige Hilfe
zur Absicherung der Termineinhaltung in
der Amtlichen Futtermittelüberwachung,
Düngemittel- sowie Saatgutverkehrs-
kontrolle im Havariefall stellen einen
Schwerpunkt der Kooperation dar.
Im Ereignisfall sichert mindestens einer
der Kooperationspartner verbindlich eine
kurzfristige Gegenuntersuchung des Ana-
lysenwertes ab.
Auch im Jahr 2018 ergab sich die Not-
wendigkeit einer Absicherung von Un-
tersuchungsdaten zu amtlichen Kontroll-
untersuchungen. Es wurden kurzfristige
Kontrollanalysen (Gegenproben) in bri-
santen Ereignisfällen / Havarien bei Be-
anstandungen zu den gesetzlich geregel-
ten Untersuchungsaufträgen (Amtliche
Futtermittelüberwachung, Düngemittel-
verkehrskontrolle und PSM-Kontrollpro-
gramme) durchgeführt.
Arbeitsteilige Übernahme von
Spezialanalysen
Zur Erhöhung der Effizienz von Analysen,
die entweder methodisch aufwändig bzw.
gerätetechnisch sehr kostenintensiv sind
oder aber nur in sehr geringer Probenan-
zahl beauftragt werden, ist eine arbeits-
teilige Übernahme dieser Spezialuntersu-
chungen durch eine Untersuchungsstelle
für die jeweils anderen beiden vereinbart
worden. Die rechtliche Verbindlichkeit
der Untersuchungsergebnisse ist in jedem
Fall gleichzusetzen. Dabei gilt das Prinzip
einer ausgeglichenen Bilanz für die ge-
genseitig erbrachten Leistungen.
Mit der arbeitsteiligen Durchführung von
Analysen wurden 2018 insgesamt 1.019
Proben abgesichert. Ohne die Koopera-
tion hätten diese speziellen analytischen
Aufträge nicht bearbeitet werden können
oder wären nur durch erheblichen Kos-
tenaufwand für die jeweilige Dienststelle
zu realisieren gewesen.
Kompetenzprüfung privater
Untersuchungsstellen nach AbfKlärV,
BioAbfV und DüV
Die enge Kooperation zwischen TLLLR
und BfUL wurde mit der arbeitsteiligen
Organisation, Durchführung und Auswer-
tung des Länderübergreifenden Ringver-
suchs nach Fachmodul Abfall (LÜRV-A)
2018 fortgesetzt. Die Ausrichtung des
sehr aufwändigen Teilringversuchs Bio-
abfall 2018 erfolgte wie in den Vorjahren
gemeinsam durch BfUL und TLLLR. Hier
sind zusätzlich das Hessische Landesla-
bor (LHL) und die Universität Hohenheim
an der Organisation und Durchführung
beteiligt.
Die Präsentation und Diskussion der Er-
gebnisse der Teilringversuche Boden, Klär-
schlamm und Bioabfall des LÜRV-A 2018
erfolgt auf dem gemeinsamen Labor tag
Sachsen/Thüringen am 17.01.2019 in
Jena.
Saatgutprüfung und -anerkennung
Schwerpunkt der Zusammenarbeit im
Bereich der Saatgutprüfung und -aner-
kennung war und ist die Anwendung und
Erweiterung des webbasierten Fachan-
wenderprogrammes zur Anerkennung
von Saatgut und Pflanzkartoffeln (Sapro-
Kapro 2012). LLG und BfUL betreiben seit
2014 das neue Programm im Routinebe-
trieb. Seit 01.07.2015 hat auch das TLLLR
SaproKapro in die Routinenutzung über-
führt. Das Programm wird mittlerweile
bundesweit von 10 Anerkennungs- bzw.
Prüfstellen genutzt. Die LLG arbeitet der-
zeit am Modul „Beschaffenheitsprüfung“,
mit dem die Labordaten eingebunden
werden können.
Methodenentwicklung in der
landwirtschaftlichen Analytik
Die kosten- und arbeitsintensive Entwick-
lung, Adaption und Validierung neuer
amtlicher Untersuchungsverfahren sowie
deren Umsetzung in die Routineanalytik
gehören zu den Schwerpunktaufgaben
der staatlichen Untersuchungslabore. Im
Jahr 2018 wurden wiederum verschiede-
ne gemeinsame Methodenvalidierungen
durchgeführt bzw. konzeptionelle Arbeiten
weitergeführt.
Untersuchungsjahr
2014
2015
2016
2017
2018
Gesamtproben im FB 44
8.571
9.742
8.760
11.219
9.152
Abb. 7: Probenumfang in der Phytopathologie in den Jahren 2014 bis 2018

image
Geschäftsbereich 5 (GB 5)
UMWELTANALYTIK UND
NATURSCHUTZMONITORING
Probenahme von Wasser und Sediment
aus Fließ- und Standgewässern
Laborstandorte Nossen, Bad Düben,
Chemnitz, Görlitz.
Monitoring gemäß Wasserrahmen-
richtlinie 2000/60/EG
Laboranalytik von Nährstoffen, Ionen,
Summenparametern, Schwermetallen,
organische Verbindungen sowie
mikrobiologische Untersuchungen;
Ständige Anpassung des Parameter-
und Methodenspektrums;
Ermittlung des ökologischen
Zustands.
Gewässerüberwachung im
Havarie- und Hochwasserfall
Fünf Gewässergütemessstationen mit
chemischen und biologischen Online-
Monitoren sowie automatischen
Probenehmern;
Internetpräsentation;
Rufbereitschaft (Diensthabender,
Laborbereitschaft).
Chemische und physikalische
Boden-, Sediment- und Gesteins-
untersuchungen
Umfassende Bodenanalytik für
Bodenmonitoring und Kartierung;
Bestimmung organischer Schadstoffe
in Böden, Sedimenten und Biota;
Gesteinsvollanalysen.
Analytik Luftmessnetz
Bestimmung von Schwermetallen,
PAK und Ruß an Staubfiltern;
Untersuchung des Staubnieder-
schlags;
Analyse von Proben der nassen
Deposition.
Durchführung von Ringversuchen
im Bereich Wasser
Überwachung von Privatlaboren
(Sächs. Eigenkontrollverordnung);
Länderübergreifende Ringversuche im
Rahmen der LAWA.
Vogelmonitoring
Sächsische Vogelschutzwarte
Neschwitz;
SPA-Monitoring, bundesweite und
sonstige Monitoringprogramme;
Mitarbeit Todesursachenanalyse
geschützter Arten (Seeadler).
Naturschutzmonitoring
nach FFH-Richtlinie
Erfassung von Lebensraumtypen und
Biotopen (Grob- und Feinmonitoring);
Arten-Monitoring (mehr als
60 Tier- und Pflanzenarten);
Bearbeitung von Naturschutz-
Projekten.
36 |
| 37
NATUR UND UMWELT
Beobachten, um zu schützen
Eine
NEU ERRICHTETE GEWÄSSER-
GÜTEMESSSTATION IN
BETRIEB GENOMMEN
10.000
WASSERPROBEN
UNTERSUCHT
2.300
FLÄCHEN IM
FFH-GROBMONITORING

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38
| 39
|
Abb. 4: physiko-chemische Monitore
in der Gewässergütemessstation Schmilka
Abb. 5: Biotest-Monitor
Abb. 1: Überschreitung von Schwellenwerten in
sächsischen Gewässergütemessstationen 2016-2018
Zweimal erfolgte eine Alarmauslösung
über den internationalen Warn- und
Alarmplan „SOS-Elbe“, wobei durch die
tschechischen Kollegen stets mitge-
teilt wurde, dass aufgrund getroffener
Maßnahmen oder Geringfügigkeit der
Kontamination keine Auswirkungen für
Sachsen zu erwarten sind. Diese Ein-
schätzungen konnten durch die Biotests
und physiko-chemischen Messsysteme
der Gewässergütemessstation Schmilka
bestätigt werden.
Neubau und Interimslösung
Gewässergütemessstation Schmilka
Nachdem im Juni 2017 in der Interims-
station der Messbetrieb für die Bauphase
aufgenommen wurde, war das Jahr von
Wie in den Vorjahren standen im Mittel-
punkt der Arbeiten 2018 die Datenerhe-
bung im Rahmen der überblicksmäßigen
und operativen Überwachung nach EU-
WRRL, das FFH- und SPA-Monitoring so-
wie die Analytik für das Luftmessnetz. Die
Anforderungen des LfULG konnten durch
den Geschäftsbereich erfüllt werden.
Gewässergütemessstationen
und Probenahme
Durch die Online-Monitore der sächsi-
schen Gewässergütemessstationen werden
diverse Parameter überwacht. Über-
schreitungen festgelegter Schwellen-
werte gab es beim pH-Wert in Elbe und
Mulde sowie bei der Trübung in der Neiße
(Abb. 1). Gegenüber den Vorjahren war
festzustellen, dass aufgrund der langan-
haltenden Niedrigwasserphase weniger
Trübungsereignisse auftraten, anderer-
seits wurden besonders durch die Mess-
stationen der Elbe mehr Wochen mit
Überschreitungen des pH-Wertes > 9 im
Tagesgang dokumentiert. Ursache dafür
waren die hohen Plankton-Aktivitäten
bei anhaltender starker Sonneneinstrah-
lung und erhöhten Wassertemperaturen
(„biogene Entkalkung“).
Infolge des Niedrigwassers mussten die
Gewässergütemessstationen Bad Düben
und Dommitzsch ihren Betrieb im Som-
mer komplett einstellen.
einer intensiven Planungs- und Bautätig-
keit geprägt. Besonders mit Beginn des
Innenausbaus und der Installation von
Prozessleitungen und der Medienfüh-
rungen im Juni 2018 fanden neben den
monatlichen Planungsberatungen im SIB
wöchentliche Bauberatungen mit dem
Planungsbüro, den Fachplanern, dem SIB
und den ausführenden Firmen unter Be-
teiligung der BfUL als zukünftiger Nutzer
vor Ort statt. So konnten das Know-how
unserer Kolleginnen und Kollegen aus
über 25 Jahren Betrieb von Gewässer-
gütemessstationen einfließen und im
Bauprozess jederzeit Präzisierungen und
Korrekturen vorgenommen werden.
Im Oktober 2018 konnte das SIB das
Gebäude der BfUL nach bauseitiger Fer-
tigstellung zur Nutzung übergeben. Es
erfolgten das Umbinden der Medien vom
Interim auf das neue Gebäude, der Um-
zug mit der gesamten Technik und das
schrittweise Anschließen, Installieren
sowie Kalibrieren der Mess- und Übertra-
gungstechnik.
Bereits nach vierwöchiger Unterbrechung
konnten Anfang November die ersten
Online-Messgeräte und die Probenah-
mesysteme wieder in Betrieb genommen
werden. Im Dezember 2018 standen alle
Messsysteme inklusive eines Biomonitors
zur Verfügung.
Mit diesem monolithischen Bauwerk ist
ein funktionales, modernes, vor Hoch-
wasser sicheres Gebäude entstanden, das
zukunftssicher die Funktion einer Wäch-
ter- und Bilanzierungsstation erfüllen
kann. Die Planungs- und Baukosten be-
liefen sich auf ca. 1 Mio €.
Probenahme Oberflächenwasser –
Niedrigwasser
Die langanhaltende Trockenperiode im
Jahr 2018 führte zu extremen Niedrig-
wasserständen bis zum Trockenfallen von
Gewässern. Dadurch konnte an 83 Fließ-
gewässermessstellen mindestens einmal
keine Probenahme durchgeführt werden
(Abb. 6). Insgesamt mussten deshalb 222
Probenahmen entfallen.
Mitte Juli wurde durch die FGG „Elbe“ das
Niedrigwassermessprogramm für die Elbe
in Kraft gesetzt. Ab diesem Zeitpunkt er-
folgten Stichtagsbeprobungen in Schmil-
ka im 14-tägigen Turnus. Erst Anfang
Dezember konnte dieses Sondermesspro-
gramm beendet werden.
Gewässergütelabore
Das Analysenspektrum der vier Gewäs-
sergütelabore umfasst physikalisch-
chemische Parameter, Nährstoff- und
Summenparameter sowie Anionen und
Kationen in den Medien Oberflächen-
und Grundwasser, Bodenwasser, BULK-
Depositionswasser, nasse Deposition und
Sediment.
Die Anzahl analysierter Proben stieg
2018 gegenüber dem Vorjahr um 300 auf
10.038 Proben. Die zusätzlichen Proben
fielen bei Grund- und Standgewässern
sowie Bodenwässern und Depositions-
proben an.
Am Standort des 2017 bezogenen La-
borneubaus Chemnitz konnte 2018 eine
weitere Verbesserung der Analysentech-
nik erreicht werden. Im November wurde
ein neuer TOC/TNb-Analysator in Betrieb
genommen (Abb. 8). Durch den Ersatz des
störanfälligen Altgerätes konnten wieder
Schwellenwerte
Daph-Tox
> = 10 (Index)
Trübung
> 300 TE (Formazin)
Leitfähigkeit* > 1500 μS/cm
ph-Wert*
< 5 oder > 9 (-)
Abb. 2: Neubau Gewässergütemessstation Schmilka
Abb. 3: Ansicht von der Elbe
Abb. 6: Trocken gefallene Messstellen des Messprogramms 2018 (Karte: LfULG)

image
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40
| 41
|
Abb. 9: Gaschromatograph mit Tripelquadrupol
Massenspektrometer (GC/MS/MS)
chen Anstieg im Vergleich zu 2017 wurde
bei den bei der Probenahme ermittelten
Vor-Ort-Parametern (pH-Wert, elektri-
sche Leitfähigkeit, Sauerstoffgehalt) fest-
gestellt. Ursache dafür könnten die kli-
matischen Bedingungen des Jahres 2018
sein, in deren Folge viele Gewässer eine
sehr niedrige Wasserführung und erhöhte
Wassertemperaturen aufwiesen.
Spezielle Wasseranalytik
Bei der Analyse organischer Spurenstoffe
sowie der Konzentrationen von im Was-
ser gelöst oder partikulär vorliegenden
Kationen und Schwermetallen lag die Ge-
samtanzahl der 2018 im Fachbereich er-
mittelten Einzelparameter wie im Vorjahr
bei deutlich über einer Million (Abb. 10).
stabile Messbedingungen hergestellt und
die Analytik durch einen leistungsfähige-
ren Autosampler und eine flexiblere Soft-
ware weiter optimiert werden.
Bei den zeitnah an die zuständigen Was-
serbehörden und das LfULG gemeldeten
Schwellenwertüberschreitungen war im
Jahr 2018 ein weiterer Anstieg zu ver-
zeichnen. Ein Schwerpunkt lag erneut bei
den Parametern Ammonium-N und Ge-
samt-P. Ausschlaggebend dafür waren die
Fortführung des Ermittlungsmessnetzes
mit Ausrichtung auf kleinere Gewässer
mit starkem landwirtschaftlichem Ein-
fluss sowie bekannte Belastungsschwer-
punkte des bisherigen Monitorings. Ein
weiterer Schwerpunkt der Schwellen-
wertüberschreitungen mit einem deutli-
Die durchschnittliche Probenzahl im Be-
reich der Organik lag bei 217 pro Monat
und damit unter der des Vorjahres. Dies
machte sich bei der Zahl der an diesen
Proben analysierten Einzelparameter nur
leicht bemerkbar (873.239, Abb. 11).
Der Bereich Metallanalytik lag mit durch-
schnittlich 538 Proben im Monat wieder
im Bereich der Vorjahre.
Auch 2018 arbeitete der GB 5 an der
weiteren Anpassung des Parameter- und
Methodenspektrums entsprechend der
Anforderungen der EU-Wasserrahmen-
richtlinie. Wie jedes Jahr wurden neue
Organikparameter in bestehende Metho-
den integriert bzw. neue Methoden erar-
beitet (z. B. eine Methode zur Bestim-
mung von Metaflumizon mittels LC/MS/
MS). Darüber hinaus wurden zahlreiche
Bestimmungsgrenzen an die gestiegenen
Anforderungen angepasst.
Hilfreich war dabei die Beschaffung und
Inbetriebnahme eines neuen, hoch-
sensitiven GC/MS/MS (Tripelquadrupol
Massen spektrometer) (Abb. 9) sowie der
Austausch eines älteren LC/MS/MS durch
eines der neuesten Generation.
Untersuchung von Standgewässern
Die Standorte Bad Düben und Görlitz un-
tersuchten 2018 wie in den Vorjahren 15
Standgewässer mit 21 Messstellen.
Die Aufnahme eines Tiefenprofils mit Vor-
Ort-Parametern ist für die Beprobung von
Standgewässern Voraussetzung. Dazu
werden Multiparametersonden vom Boot
herabgelassen, die Aufnahme der Mess-
werte erfolgte im Abstand von 0,5 m. Ins-
gesamt wurden 9.500 Vor-Ort-Parame-
ter-Datensätze an das LfULG übergeben.
Bei einem Großteil der untersuchten
Standgewässer handelt es sich um Ta-
gebaurestseen. Einige dieser Gewässer
stehen in Kontakt mit neutralem Grund-
wasser, so dass sich aus ehemals sauren
Tagebaurestseen neutrale entwickeln
können (Abb. 12). Das führt zu weiteren
chemischen Veränderungen des Wassers,
z. B. beim Neuhauser See zu einer sehr
abrupten Abnahme der Ammoniumge-
halte (Abb. 13). Auch die Nickel- und
Sulfatkonzentrationen nehmen dort kon-
tinuierlich ab (Abb. 14).
Abb. 7: Prozentualer Anteil der Probenarten an der Gesamtprobenanzahl der Gewässergütelabore
Fließgewässer
Bodenwässer,
Depositions proben
Grundwasser
Standgewässer
Wochenmischproben
Abwasser
Sediment/Schwebstoff
Sediment Standgewässer
58,90 %
19,20 %
9,60 %
3,60 %
2,60 %
0,10 %
5,50 %
0,50 %
Proben
5.909
1.926
960
363
266
12
555
47
Gesamt: 10.038
Abb. 8: TOC/TNb-Analysator
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
0
200.000
400.000
600.000
800.000
1.000000
1.200.000
Abb. 10: Ermittelte Einzelparameter FB 52 2009–2018
Abb. 11: Ermittelte Einzelparameter
2006
2008
2010
2012
2014
2016
2018
Organik 2005–2018
0
200000
400000
600000
800000
1000000

image
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42
| 43
|
Abb. 15: Rückkehr höherer Pflanzen
(Makrophyten) in sächsische Fließgewässer
(links Elbe bei Dommitzsch:
Myriophyllum spicatum,
rechts Elbe in Schmilka: Ranunculus fluitans)
Gewässerökologie
Das Methodenspektrum im FB 54 ist
überwiegend darauf ausgerichtet, die
Anforderungen der Europäischen Was-
serrahmenrichtlinie zu erfüllen. Hier geht
es darum, den ökologischen Zustand
der ihr unterliegenden fließenden und
stehenden Gewässer im Freistaat mit-
tels biologischer Qualitätskomponenten
(Makrozoobenthos, Makrophyten und
Phytobenthos, Phytoplankton) zu ermit-
teln. Neben diesen auf taxonomischer
Basis funktionierenden Verfahren werden
auch nicht-taxonomische Methoden an-
gewendet. Dazu gehören Bestimmungen
von Summenparametern der Abundanz
und Biomasse des Phytoplanktons (au-
totrophes Picoplankton, Chlorophyll a),
Biotests zur Toxizitätsbestimmung von
Wässern auf Organismenebene (Leucht-
bakterientest, statischer Daphnientest)
und bakteriologische Bestimmungen
(Ermittlung der Koloniezahl, Nachweis
intestinaler Enterokokken und Quantifi-
zierung coliformer Keime wie Escherichia
coli).
Zur Gewinnung der Daten wird jährlich
ein Messprogramm vom LfULG vorgege-
ben, das Festlegungen zu den Messstellen
und Probenahmefrequenzen beinhaltet.
Es umfasste im vergangenen Jahr 937
Beprobungen und Analysen benthischer
sowie 423 Proben planktischer Biozöno-
sen, jeweils aus Fließ- und / oder Stand-
gewässern. Hinzu kommen 118 Phyto-
planktonproben, in denen autotrophes
Picoplankton zu ermitteln war (Plankter
mit Zellgrößen ≤ 2 µm, die am Umkehr-
mikroskop nicht zuverlässig quantifiziert
werden können) und - ergänzend - 307
Chlorophyll a-Analysen nach DIN (zzgl.
508 fluorometrische Bestimmungen des
Chlorophyll a). An 25 Fließgewässermess-
stellen und einem Kläranlagenablauf
durchgeführte Tests der Giftigkeit der
Wässer (120 Daphnien- und 121 Leucht-
bakterientests) und bakteriologische Un-
tersuchungen an 91 Fließgewässer- und
288 Grundwassermessstellen komplettie-
ren das Untersuchungsprogramm.
Bei den Qualitätskomponenten der
Wasserrahmenrichtlinie ist letztlich die
ökologische Einstufung der gefundenen
Biozönosen anhand spezifischer Bewer-
tungsmodelle, sowohl was die biologi-
sche Komponente als auch den zu be-
trachtenden Fließgewässertyp betrifft,
entscheidend. Während die Verrechnung
der Analysedaten software-gestützt er-
folgt, obliegt dem jeweiligen Bearbeiter
die Plausibilisierung der automatisch
erzeugten Bewertungsergebnisse. Bei re-
gelmäßig beprobten Messstellen, großen
Flüssen bzw. Strömen wie Lausitzer Nei-
ße, Vereinigte Mulde und Elbe oder grenz-
nah gelegenen Messstellen kann inzwi-
schen auf bis zu 11-jährige Messreihen
zurückgegriffen werden. Dies trägt ent-
scheidend zur Aussagekraft der Bewer-
tungsergebnisse bei und ermöglicht es,
langfristige Prozesse, wie beispielsweise
das Einwandern von Makrophyten, abzu-
bilden (Abb. 15). Ins Gewicht fällt neben
soliden Kenntnissen der naturräumlichen
Verhältnisse auch die Berücksichtigung
des Witterungsverlaufes im zu betrach-
tenden Zeitraum. Diesbezüglich war 2018
ein Jahr mit Spätfrösten und langanhal-
tender Trockenheit. Diese Auswirkungen
werden sich auch noch in 2019 zeigen.
Die Beherrschung der eigenen Methoden
ist eine Grundvoraussetzung erfolgreich
zu arbeiten, die regelmäßige Teilnahme
an Ringversuchen und - wenn möglich -
einschlägigen Fortbildungen im Rahmen
des Qualitätsmanagements ebenso. Ex-
terne Vergleichsuntersuchungen konnten
im vergangenen Jahr für Phytoplankton,
Toxikologie (Fachbereich QM innerhalb
BfUL) und benthische Diatomeen reali-
siert werden.
Erfolgreich absolviert wurde ebenso die
turnusmäßige Reakkreditierung des ge-
samten Fachbereiches bzw. seiner Me-
thoden nach DIN EN ISO/IEC 17025.
Dabei wurde u. a. konstatiert: „Für alle
Prüfverfahren lagen im FB 54 die aktu-
ellen Standardarbeitsanweisungen vor.
Sie enthalten vorbildlich Angaben zu
Störungen bzw. Fehlerquellen sowie zur
Messunsicherheit“. Im Bereich der biolo-
gischen Untersuchungen ist die Abschät-
zung der Messunsicherheit nicht einfach
(in der Natur ist nichts gleich verteilt). Für
die Transekt-Makrophytenkartierung in
Standgewässern wird unterstützend ein
Tauchroboter mit Videokamera in hoher
Auflösung genutzt. In der SOP „Qualitäts-
sicherung gewässerökologischer Unter-
suchungsverfahren“ sind die Maßnahmen
umfassend dargestellt. Die langfristig an-
gelegten Eignungsprüfungspläne zeigen,
dass der FB 54 regelmäßig an länderü-
bergreifenden Ringversuchen teilnimmt.
Werden für ein Untersuchungsverfahren
keine Ringversuche angeboten, finden
jährlich interne Laborvergleichsuntersu-
chungen statt.
Immer wieder kommt es bei den ver-
gleichsweise noch neuen ökologischen
Bewertungsverfahren der Wasserrah-
menrichtlinie zu Überarbeitungen, aktu-
ell bei den Teilkomponenten Makrophy-
ten und Phytobenthos ohne Diatomeen
innerhalb des PHYLIB-Verfahrens sowie
des Makrozoobenthos in Standgewäs-
sern (AESHNA-Verfahren). Es ist von
hoher Bedeutung für die Anwendbarkeit
der Verfahren unter den teilweise spezi-
fischen sächsischen Verhältnissen, dass
rechtzeitig fachliche Expertise auf Bun-
desebene einfließt. Der FB 54 unterstützt
hierbei die sächsischen Vertreter in den
entsprechenden Gremien und arbeitet in
Expertenkreisen mit.
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
pH-Wert
2010
2012
2014
2016
2018
pH-Wert
0,00
0,25
0,50
0,75
1,00
1,25
1,50
1,75
2,00
2,25
Sticksto (mg/l)
2010
2012
2014
2016
2018
Ammonium-N
Nitrat-N
0
25
50
75
100
125
150
175
200
Ni gelöst (μg/l)
500
600
700
800
900
1 000
Sulfat (mg/l)
2010
2012
2014
2016
2018
Nickel
Sulfat
Abb. 12: pH-Werte im Epilimnion bzw. in der Zirkulationsprobe im
Neuhauser See (Ostbecken)
Abb. 13: Zeitreihe der Ammoniumgehalte und Nitratkonzentrationen im
Neuhauser See – Epilimnion bzw. in der Zirkulationsprobe
Abb. 14: Zeitreihe der Nickel- und Sulfatkonzentrationen im
Neuhauser See – Ost Epilimnion bzw. in der Zirkulationsprobe

image
image
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44
| 45
|
Abb. 20: Kartierkulisse 2018 für das Grobmonitoring der FFH-Lebensraumtypen
und Bearbeitungsstand insgesamt
Abb. 16: Sichten und Sortieren von Rückstellproben des PoD
(Phytobenthos ohne Diatomeen) im Archiv in Nossen
Feststoffanalytik
Der Umfang der durchgeführten Fest-
stoffuntersuchungen 2018 ist in Abb. 17
dargestellt.
Der Rückgang der Anforderungen im
Bereich Bodenuntersuchungen hat sich
manifestiert. Der Umfang analysierter
BDF-Bodenwässer ist 2018 aufgrund der
anhaltenden Trockenheit ebenfalls ge-
sunken.
Im Bereich Organik-Feststoffe erfolgten
weitere methodische Arbeiten zur An-
passung an die Anforderungen der EU-
Wasserrahmenrichtlinie (Verfahren zur
Bestimmung von Pyrethroiden in Sedi-
menten mittels GC/MS/MS).
Am Tag der offenen Tür (26.05.2018),
nutzten drei Kollegen des FB 54 die Ge-
legenheit, einer breiteren Öffentlichkeit
unsere Arbeit zu veranschaulichen. Dazu
diente eigens für diese Veranstaltung ge-
wonnenes frisches Material aus der Strie-
gis (Makroozoobenthos und Aufwuchsal-
gen) und fixierte Rückstellproben aus den
Vorjahren sowie Livebilder an unseren
Mikroskopen und Abbildungen aus un-
seren umfangreichen Bilderdatenbanken.
Unterschiedliche Mikroskope kamen zum
Einsatz, mit denen wir täglich arbeiten
(Binokular, aufrechte Mikroskope, Um-
kehrmikroskop, Elektronenmikroskop).
Ein nicht alltägliches Ereignis aus dem
vergangenen Jahr war die Übergabe von
PoD -Rückstellproben der Jahre 2005 bis
2008 aus unserem Archiv (Abb. 16) an
das Botanische Museum der Freien Uni-
versität Berlin-Dahlem, eine klassische
win-win Situation. Die Aufwuchsalgen
werden als formalin-fixierte Rückstell-
proben seit 2005 unbegrenzt gelagert,
so dass die Kapazität unseres Archivs
langsam erreicht war. Sie stellen wertvol-
les wissenschaftliches Material dar, das
auch für die Bearbeitung anderer Fra-
gestellungen bzw. für Vergleiche der Ar-
tenzusammensetzung von Gewässern in
kommenden Jahren genutzt werden kann
und deshalb vom Botanischen Museum in
seine Sammlungen aufgenommen wurde.
Analytik Luftmessnetz
Zur Analytik für das Sächsische Luft-
messnetz gehören Untersuchungen an
Schwebstaub (Filter: Schwermetalle, PAK,
Ruß), Staubniederschlag (Bergerhoff:
Masse, Schwermetalle) sowie der Nas-
sen Deposition. Die Proben der Nassen
Deposition werden im FB 53 in Nossen
analy siert. Im FB 51 erfolgt die Analytik
am Schwebstaub und Staubniederschlag.
Ringversuche
Das Sachgebiet Qualitätsmanagement
ist über die LAWA-Arbeitsgruppen in das
System der Länderübergreifenden Ring-
versuche (LÜRV) nach Fachmodul Was-
ser eingebunden. 2018 wurde wieder ein
Ringversuch Toxizitätstests in Abwasser
angeboten, bei dem die BfUL Ausrich-
ter für 74 Labore aus allen Bundeslän-
dern war. Die erfolgreiche Teilnahme am
Leuchtbakterien- und Daphnientest ist
Voraussetzung für die Notifizierung nach
Fachmodul Wasser Teilbereich 9. Bei der
Organisation von drei weiteren Ringver-
suchen wurden die Ringversuchsveran-
stalter der anderen Bundesländer unter-
stützt. Das betraf die LÜRV 49, 50 und
S 07 mit folgendem Parameterspektrum:
LHKW/ BTX, Nährstoffe/Ionen in Abwas-
ser und Organochlorpestizide in Grund-
wasser. Alle Einzelergebnisse sind in der
deutschlandweit genutzten Datenbank
NORA vom LfULG einsehbar.
Unabhängig vom System der LÜRV wur-
de in Zusammenarbeit mit dem Umwelt-
bundesamt der Validierungsringversuch
für die Chlorophyll-Norm DIN 38409-60
wiederholt. Dafür wurden 18 Teilnehmern
Oberflächenwasserproben zur Verfügung
gestellt. Nach abschließender Bewertung
der Ergebnisse durch den DIN-Arbeits-
kreis wird die überarbeitete Norm veröf-
fentlicht.
Proben
Anzahl
Bemerkung
Aufbereitung analysenfein
1.273
Stechzylinder
123
Kornverteilung
567
Bodenchemie komplett
550
pH, C, N, KAK, Nährstoffe,
oxalat und dith.
Elementtotalgehalte
476
Königswasserextrakt
942
Ammoniumnitratextrakt
532
Organik Grundprogramm
907
Sediment und Boden
Biota
23
Schwermetalle und Organik
Sedimente
583
Schwermetalle und Organik
BDF
692
Bodenwasser und Deposition
Abb. 17: Feststoffuntersuchungen 2018
Proben
Anzahl
Bemerkung
Nasse Deposition
562
pH, Lf, Kationen, Anionen
Schwermetalle Staubfilter
1.052
PAK Staubfilter
1.561
Ruß (TC, EC, OC) Staubfilter
728
Staubniederschlag
159
Menge, Schwermetalle
Abb. 19: Im Jahr 2018 durchgeführte Analysen für das Luftmessnetz
Abb. 18: Bestückung des Ruß-Analysators
mit einem Luftstaubfilter

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46
| 47
|
Abb. 22: Kartierte SPA-Gebiete 2018
Abb. 21: Kartierung im FFH-LRT-Grobmonitoring
Im FFH-Feinmonitoring-Arten wurden
2018 zwei neue Arbeitspakete gestartet
und in einem ersten Untersuchungs-
durchgang bearbeitet:
1) Amphibien-Feinmonitoring Artenpaket
2 mit 52 Untersuchungsgebieten (UG)
(12 UG Moorfrosch, 15 UG Springfrosch,
9 UG Kleiner Wasserfrosch, 16 UG Knob-
lauchkröte) in Zusammenarbeit mit dem
Kartiernetzwerk des NABU-Landesver-
bandes Sachsen;
2) Entomofauna-Feinmonitoring Arten-
paket 2 mit 98 Untersuchungsgebieten
(2 UG Menetries Laufkäfer, 15 UG Held-
bock, 24 UG Hirschkäfer, 4 UG Eremit,
21 UG Schmalbindiger Breitflügel-Tauch-
käfer, 32 UG Spanische Flagge) in Zusam-
menarbeit mit dem Kartierernetz der En-
tomofaunistischen Gesellschaft e. V.
Die bereits seit dem Winterhalbjahr
2015/2016 laufenden Sichtzählungen in
12 Fledermaus-Winterquartieren wurden
im Rahmen des für 2016-2018 geschlos-
senen Werkvertrages mit dem NABU-
Landesverband Sachsen im Winterhalb-
jahr 2017/18 wiederholt durchgeführt.
Mittels Fotofallen-Lichtschranken-Anla-
gen wurden zudem in zwei Fledermaus-
Winterquartieren zusätzlich während des
Frühjahrsausflugs die Überwinterungs-
bestände ermittelt, so dass die durch
standardmäßige Sichtzählung ermit-
Messnetz Naturschutz
Zur Erfüllung der FFH-Berichtspflicht des
Freistaates Sachsen für den Zeitraum
2013 bis 2018 erfolgte eine terminge-
rechte Übergabe aller nötigen Daten an
das LfULG. Zugleich hat mit Blick auf den
beginnenden Berichtszeitraum bis 2024
eine Überarbeitung der Methoden und
Kartierunterlagen des LRT-Monitorings
begonnen (Verfahrensvereinfachung und
-fortschreibung, Kartier- und Bewer-
tungsschlüssel, Kartieranleitung).
Das zum neuen Berichtszeitraum (2019-
2024) zählende FFH-Grobmonitoring 2018
beinhaltete die Ersterfassung von FFH-
Lebensraumtypen (LRT) im Bereich von
17 Topographischen Karten (Maßstab
1:25.000) und die Wiederholungskar-
tierung (Änderungsdetektion) in 21
FFH-Gebieten. Wie in den vergangenen
Jahren wurde angesichts des enormen
Kartierungsumfanges von ca. 2.300 LRT-
und Erwartungsflächen (mit Überhängen
aus Vorjahr) ein Großteil der Kartierung
an Auftragnehmer vergeben. Der Eigen-
kartieranteil des FB 55 musste 2018 zu-
gunsten der methodisch-konzeptionellen
Arbeiten auf 13 Flächen beschränkt wer-
den. Der Anteil erfasster und bewerteter
LRT-Flächen lag bei ca. 1.550 Flächen (61
%). Die restlichen begutachteten Probe-
flächen erfüllten nicht die Kriterien des
Monitoringverfahrens.
telten Bestandszahlen überwinternder
Fledermausarten dort zusätzlich mittels
der Fotofallen/Lichtschranken-basierten
Bestandszahlen überprüft und fehlerbe-
wertet werden konnten.
Als Auftakt zum Amphibien-Feinmonito-
ring 2018-2019 fand am 03.02.2018 in
Nossen eine Kartiererschulung statt, an
der insgesamt 24 Kartierer und Koordi-
natoren teilgenommen haben. Darüber
hinaus konnten 10 Kartierer bei einem
Feldseminar zum Kleinen Wasserfrosch
am 09.06.2018 in der Naturschutzstati-
on Biberhof Torgau methodisch geschult
werden. Des Weiteren wurde zum Auftakt
des Entomofauna-Feinmonitorings 2018-
2019 am 24.03.2018 in Nossen eine Kar-
tiererschulung durchgeführt, an der ins-
gesamt 11 Kartierer und Koordinatoren
teilgenommen haben.
Mit den Datenübergaben im FFH-Arten-
Feinmonitoring abschließend bearbeite-
ten Arbeitspaketen konnten dem LfULG
weitere 422 endvalidierte Datensätze für
den FFH-Bericht 2019 termingerecht und
vollständig bereitgestellt werden.
Ab 2018 werden im Rahmen des natur-
schutzfachlichen Monitorings der BfUL
bereits Daten für den nachfolgenden Be-
richtszeitraum 2019–2024 erhoben.
Im Rahmen des SPA-Monitorings wur-
den auf einer Fläche von insgesamt etwa
61.000 ha, verteilt auf 18 Gebiete, aus-
gewählte Brutvogelarten kartiert. In ei-
nem Gebiet mit ca. 3.700 ha konnte das
Monitoring durch Mitarbeiter der Vogel-
schutzwarte abgesichert werden. Für die
anderen Gebiete wurden Ornithologen
aus dem ehrenamtlichen Kartierernetz
der ornithologischen Fachverbände Sach-
sens sowie Fachbüros beauftragt.
An der internationalen Wasservogel-
zählung in Sachsen, die von der Vogel-
schutzwarte koordiniert und ausgewertet
wird, beteiligten sich im Winterhalbjahr
2017/2018 etwa 160 Ornithologen. Diese
führten an mehreren festgelegten Termi-
nen 1.124 Zählungen durch, mit denen
eine Erfassung von 190 Zählgebieten in
ganz Sachsen gelang. Die monatlich von
September bis April erfolgten Zählun-
gen erbrachten Gesamtzahlen zwischen
18.000 (April 2018, 78 gezählte Gebiete)
und 132.000 (November 2017, 174 ge-
zählte Gebiete) Wasservögeln. Ergänzend
wurden an 17 potenziellen Gänse-Über-
nachtungsgewässern an je vier Termi-
nen Sonderzählungen durchgeführt, bei
denen insgesamt zwischen 3.700 (März
2018) und 51.000 (November 2017) Vögel
festgestellt wurden.
Im Jahr 2018 wurde der Bericht über die
Ergebnisse des Monitorings von Kormo-
ran, Graureiher und Silberreiher in Sach-
sen 2016 fertiggestellt. An diesen Zäh-
lungen beteiligten sich 86 Personen.
Mit 72 ehrenamtlichen Kartierern konn-
ten 2018 im Monitoring häufiger Brut-
vogelarten, einem nationalen Monito-
ringprogramm des Bundes, 102 Flächen
bearbeitet werden. Die Erfassung der
häufigen Brutvogelarten auf den Probe-
flächen lieferte einschließlich der Einzel-
nachweise seltener Arten insgesamt ca.
4.800 Datensätze mit ca. 16.000 Revieren
zu über 135 Vogelarten.
Im Rahmen der Erfassung und Betreuung
ausgewählter bestandsgefährdeter Arten
in Sachsen, als Bestandteil des Monito-
rings seltener Brutvögel, wurden im Jahr
2018 durch die Artspezialisten und ihre
Mitarbeiter insgesamt 975 Vorkommen
von elf Vogelarten dokumentiert.
Wie in den vergangenen Jahren führte die
Vogelschutzwarte die Erfassung des Wie-
dehopfes im Gebiet Bergbaufolgeland-
schaft Lohsa fort. Es wurden 45 Nisthil-
fen untersucht. Die 11–15 festgestellten
Brutpaare zogen im Jahr 2018 insgesamt
34 Jungvögel auf.

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Insgesamt wird das Jahresergebnis 2019
der BfUL wieder ausgeglichen sein.
Es bleibt jedoch den Haushaltsverhand-
lungen für 2021/2022 vorbehalten, die
künftige finanzielle und personelle Aus-
stattung der BfUL festzulegen.
In der BfUL soll spätestens Ende 2020 die
elektronische Vorgangsverwaltung einge-
führt sein. Eine Projektgruppe wird in den
Jahren 2019 und 2020 die entsprechen-
den Konzeptionen erstellen und damit die
notwendigen Voraussetzungen schaffen.
Die mit den Kontingentmitteilungen
übermittelten Vorgaben des SMUL wer-
den umgesetzt. Dabei wird insbesondere
auf die besondere Verantwortung des
Leiters der Verwaltung in seiner Funktion
als Beauftragter für den Haushalt hinge-
wiesen.
Prognosebericht
Die BfUL wird auch in den nächsten Jah-
ren nahezu ausschließlich mittels Zu-
führungen des Freistaates Sachsen sowie
Erträgen finanziert, die z. B. im Rahmen
von Projekten im geringen Umfang ent-
stehen. Der Fortbestand und die Ge-
schäftstätigkeit der BfUL als Staatsbe-
trieb sind dauerhaft von der Gewährung
ausreichender Zuschüsse des Freistaates
Sachsen abhängig. Für den laufenden
Betrieb (Personal- und Sachkosten) er-
hält die BfUL 2019 voraussichtlich rd.
EUR 20,1 Mio. (davon EUR 19,5 Mio.
aus Kapitel 09 21 und EUR 0,6 Mio. aus
anderen Kapiteln), die im Doppelhaus-
halt 2019/2020 veranschlagt sind. Die
BfUL geht davon aus, dass auch in den
Folgejahren ausreichend Mittel für die
Deckung des laufenden Aufwandes zur
Verfügung gestellt werden. In geringem
Umfang werden noch eigene Erlöse u. a.
durch Arbeiten für Dritte erzielt.
Aufgrund der vorgegebenen Geschäfts-
tätigkeit und der Aufgabenstellung des
Staatsbetriebes ist ein kostendeckendes
Wirtschaften durch vollständig eigene
Einnahmen nicht möglich.
Daneben sind im Haushaltsplan 2019/
2020 für das Jahr 2019 Zuschüsse für
Investitionen von EUR 5,5 Mio. (davon
EUR 4,5 Mio. aus Kapitel 09 21 und
EUR 1,0 Mio. aus anderen Kapiteln) vor-
gesehen.
Chancenbericht
Im Rahmen der Haushaltsaufstellung für
die Jahre 2019 und 2020 hat die Säch-
sische Staatsregierung entschieden, den
Stellenabbau ab dem 1. Januar 2019 zu
stoppen und entsprechende Neueinstel-
lungen zu ermöglichen.
Dies bedeutet für die BfUL, dass letztma-
lig im Jahr 2018 noch acht kw-Vermerke
zu erbringen waren.
Gleichzeitig konnte in den Haushaltsver-
handlungen erreicht werden, dass durch
zusätzliche Stellen Abhilfe in wichtigen
defizitären Aufgabenbereichen geschaf-
fen werden konnte. Auch die BfUL hat
davon profitiert und folgende vier Dauer-
stellen erhalten:
2 x E 10: Betreuung der Jeschke-Pegel,
1 x E 10: Radonberatung,
1 x E 10: Saatgutverkehrskontrolle.
Durch das Aussetzen der 12 kw-Vermerke
für die Jahre 2019 und 2020 bekam die
BfUL zudem die Möglichkeit, weitere de-
fizitäre Aufgabenbereiche mit unbefriste-
ten Einstellungen zu stärken. Dies bedeu-
tet aber auch, dass es in der Umsetzung
zu Personalreduzierungen in einzelnen
Organisationseinheiten kommen wird.
Daraus ergibt sich für die nächsten Jahre
ein Personal-Soll von 226 Stellen.
Mit der Umstellung auf eine neue Pro-
duktstruktur ist zudem ein Instrument in
der BfUL vorhanden, mit dem die Abspra-
chen mit den jeweiligen Abteilungen des
LfULG bzw. SMUL transparenter und so-
mit zielgerichteter geführt werden kön-
nen.
Vor diesem Hintergrund und unter Be-
rücksichtigung des Haushaltsergebnisses
für die Jahre 2019 und 2020 hat die BfUL
in Abstimmung mit dem LfULG im Feb-
ruar 2019 dem SMUL ein neues KOEK V
vorgelegt, in dem die sich abzeichnen-
den Entwicklungen bis zum Geschäfts-
jahr 2023 mit den Ressourcen der BfUL
dargestellt wurden. Die Inhalte wurden
im Vorfeld in einem sehr intensiven Pro-
zess mit den jeweiligen Fachaufsichten
(Referat 54 SMUL und LfULG) abge-
stimmt.
Risikobericht
In der BfUL scheiden bis zum Jahr 2030
noch insgesamt 75 Beschäftigte aus,
dies entspricht 33,2 % der derzeitigen
Belegschaft. Vor dem Hintergrund der
schon jetzt erkennbaren Tendenzen eines
in Deutschland zunehmenden Fachkräf-
temangels kann sich dies bei einer ad-
äquaten Nachbesetzung der für die BfUL
benötigten Spezialkräfte negativ auswir-
ken. Die deutlich gesunkene Anzahl von
Bewerbungen bei durchgeführten Aus-
schreibungen ist ein erstes Indiz.
Im Jahr 2017 hat der Sächsische Rech-
nungshof (SRH) die Haushalts- und Wirt-
schaftsführung der BfUL geprüft. Im 2018
vorgestellten Ergebnis der Prüfung hat
der SRH u. a. empfohlen, die Rechtsform
der BfUL als Staatsbetrieb zu prüfen. Das
SMUL hat in seiner Stellungnahme zuge-
stimmt, die bestehende Rechtsform der
BfUL ergebnisoffen zu prüfen. Es soll je-
doch keine Einzelfalllösung für die BfUL,
sondern eine Prüfung seitens der Staats-
regierung für alle vergleichbaren Einrich-
tungen geben.
Im Ergebnis des Jahresabschlusses 2018
ergibt sich eine Verbindlichkeit gegen-
über dem Einrichtungsträger in Höhe von
TEUR 1.103,8. Darin enthalten sind u. a
drei Maßnahmen, die über das SIB be-
auftragt, aber nicht wie geplant in 2018
fertig gestellt wurden. Im Budget für das
Jahr 2019 sind dafür keine Mittel einge-
plant. Wie die Ergebnisse der Ausschrei-
bungen durch SIB zeigen, werden die
Maßnahmen zudem über dem für 2018
veranschlagten Budget liegen. Es handelt
dabei um folgende Maßnahmen:
die Errichtung der Grundwassermess-
stelle „Nasser Grund“ mit TEUR 378,6,
den Umbau der Lüftungsanlage im
Haus 2 in Wahnsdorf mit TEUR 488,2
sowie
die Schadensbeseitigung im Turm
ebenfalls in der Liegenschaft Wahns-
dorf (ca. TEUR 120,0).
Da der Tarifabschluss im Öffentlichen
Dienst mit 3,2 % über der für die Jahre
2019 und 2020 eingeplanten Steigerung
der Personalkosten von 2 % lag, ergibt
sich auch hier ein mögliches Risiko in
Höhe von TEUR 172,4.
Auszug aus dem Lagebericht des Jahresabschlusses 2018

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Bilanz zum 31. Dezember 2018
AKTIVA
EUR
31.12.2018
EUR
Vorjahr
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software
244.865,05
253.112,56
II. Sachanlagen
1. Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
1.439.127,00
1.553.622,00
2. Technische Anlagen und Maschinen
22.642.667,12
22.757.164,57
davon Laborausstattung: EUR 5.641.435,82
davon Messnetzausstattung: EUR 3.515.447,75
davon Pegel und Messstellen: EUR 13.485.783,55
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
1.229.523,51
990.440,06
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
1.273.621,13
806.046,15
26.584.938,76
26.107.272,78
26.829.803,81 26.360.385,34
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
191.467,84
191.467,84
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
23.905,01
127.748,50
2. Forderungen gegen den Einrichtungsträger
93.968,28
640.231,49
3. Sonstige Vermögensgegenstände
4.662,23
605,00
122.535,52
768.584,99
III. Kassenbestand und Bundesbankguthaben
3.403.990,63
1.379.306,95
3.717.993,99
2.339.359,78
C. Rechnungsabgrenzungsposten
34.148,19
59.801,55
30.581.945,99 28.759.546,67
PASSIVA
EUR
31.12.2018
EUR
Vorjahr
EUR
A. Eigenkapital
Basiskapital (Nettoposition)
193.015,33
193.015,33
B. Sonderposten für Investitionen
1. Sonderposten aus Zuweisungen Kapitel 09 21
22.563.993,52
21.706.024,85
2. Sonderposten aus Zuweisungen anderer Kapitel
4.265.808,29
4.643.469,49
3. Sonderposten aus Zuweisungen Dritter
2,00
10.891,00
26.829.803,81 26.360.385,34
C. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen
727.152,91
663.198,56
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
1.698.451,90
876.082,59
2. Verbindlichkeiten gegenüber dem Einrichtungsträger
1.103.818,04
650.731,12
3. Sonstige Verbindlichkeiten
29.454,00
15.383,73
davon aus Steuern:
EUR 15.484,79 (Vj. EUR 8.580,07)
2.831.723,94
1.542.197,44
E. Rechnungsabgrenzungsposten
250,00
750,00
30.581.945,99 28.759.546,67

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Gewinn- und Verlustrechnung
für das Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis 31.12.2018
EUR
2018 EUR
Vorjahr EUR
1. Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen für laufende Zwecke
18.807.811,51 18.829.821,52
2. Umsatzerlöse
271.544,34
192.830,99
3. Sonstige Erträge
a) Erträge aus der Auflösung von Sonderposten
4.444.750,53
4.281.522,76
b) Sonstige betriebliche Erträge
140.192,51
109.004,11
4.584.943,04
4.390.526,87
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
-1.052.244,94
-1.056.869,79
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
-2.215.363,79
-2.214.601,24
-3.267.608,73
-3.271.471,03
5. Personalaufwand
a) Entgelte für Beschäftigte
-11.126.071,10
-11.001.245,45
b) Bezüge für Beamte
-432.902,98
-452.586,34
c) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersver sorgung
und für Unterstützung
davon für Altersversorgung: EUR 331.170,36 (Vj. EUR 328.059,22)
-2.362.422,29
-13.921.396,37
-2.360.713,44
-13.814.545,23
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
-4.434.055,66
-4.238.598,06
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Sonstige Personalaufwendungen
-175.176,07
-190.519,40
b) Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Rechten und Diensten
-1.246.895,25
-1.211.713,70
c) Verluste aus Wertminderungen und dem Abgang von
Vermögensgegenständen und übrige Aufwendungen
-598.502,75
-663.679,65
-2.020.574,07
-2.065.912,75
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-997,97
-1.046,95
9. Ergebnis nach Steuern
19.666,09
21.605,36
10. Sonstige Steuern
-19.666,09
-21.605,36
11. Jahresergebnis
0,00
0,00

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Herausgeber:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL)
Altwahnsdorf 12, 01445 Radebeul
Bürgertelefon: +49 351 85474-100
E-Mail: poststelle.bful@smul.sachsen.de
www.bful.sachsen.de
Die BfUL ist eine nachgeordnete Behörde des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt
und Landwirtschaft.
Diese Veröffentlichung wird finanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den
Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.
Ansprechpartner: Andrea Kowalski
Telefon: +49 351 85474-123
Telefax: +49 351 85474-129
Redaktion:
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Gestaltung und Satz:
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www.medienpalais.de
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Titel: pixstock, Harald07 – fotolia.com; BfUL; Steffen Junghans
Druck:
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Redaktionsschluss:
23. Juli 2019
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