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Geschäftsbericht
20
17
Messen. Analysieren. Beobachten.

| 01
Vorwort
……………………………………………………………………
02
03
Struktur der BfUL
……………………………………………………………………
04
05
Highlights 2017
……………………………………………………………………
06
07
Stabstellen
……………………………………………………………………
08
09
Geschäftsbereich 1
Verwaltung
……………………………………………………………………
10
11
Inhaltsverzeichnis
Geschäftsbereich 2
Immissions- und Strahlenschutz
……………………………………………………………………
12
19
Geschäftsbereich 3
Messnetzbetrieb Wasser und Meteorologie
……………………………………………………………………
20
27
Geschäftsbereich 4
Landwirtschaftliches Untersuchungswesen
……………………………………………………………………
28
35
Geschäftsbereich 5
Umweltanalytik und Naturschutzmonitoring
……………………………………………………………………
36
47
Auszug Lagebericht 2017
……………………………………………………………………
48
49
Bilanz; Gewinn- und Verlustrechnung
……………………………………………………………………
50
52

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02
|
| 03
Mit dem vorliegenden Geschäftsbericht informieren wir Sie über
die Schwerpunkte unserer Arbeit im Jahr 2017. Wie Sie den fol-
genden Seiten entnehmen können, war unsere Arbeit wieder
von einem Mix aus routinierten Arbeiten einerseits und beson-
deren Herausforderungen auf der anderen Seite geprägt.
Dabei werden wir als BfUL stets an unserer Zuverlässigkeit ge-
messen. Der Antrag auf Reakkreditierung nach ISO/IEC 17025
wurde für den gesamten bisherigen Verfahrensumfang und für
die Erweiterung um 30 neue Verfahren vor allem in den Berei-
chen Luftanalytik und Futtermittelanalytik gestellt. Auf Grund
des großen Umfangs wurde die Begutachtung wie bei der letz-
ten Reakkreditierung 2012/2013 erneut auf zwei Jahre verteilt.
Der erste Teil erfolgte im November und Dezember 2016. Mit
dem zweiten Überprüfungsaudit für EMAS und ISO 14001 wurde
der 4. EMAS-Zyklus abgeschlossen.
In den Geschäftsbereichen gab es wieder eine Vielzahl komple-
xer Aufgaben, die nur durch ein hohes Engagement der Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter bewältigt werden konnten. Dabei
haben geschäftsbereichsübergreifende Arbeit und Erfahrungs-
austausch weiter zugenommen. Die Anwendung und Weiterent-
wicklung moderner Mess- und Analysetechnik sowie -verfahren
spiegelt die Innovationskraft unserer Einrichtung wider. Ein Bei-
spiel dafür ist unter anderem das Beschaffungs- und Vertrags-
wesen mit jährlich rund 2.600 Beschaffungsvorgängen.
Stellvertretend für die große Aufgabenvielfalt stehen die folgen-
den Beispiele:
Die feierliche Schlüsselübergabe für das neue Betriebsgebäude
in Chemnitz fand am 03.11.2017 statt. Der Standort Chemnitz
umfasst nunmehr Arbeitsplätze für insgesamt 29 Mitarbeiter
aus den Geschäftsbereichen 2, 3 und 5. Die erforderlichen Vor-
aussetzungen für eine effektive Arbeit der Fachbereiche konnten
damit grundlegend verbessert werden.
Im Sommer 2017 zog die Radonberatungsstelle innerhalb der
Gemeinde Bad Schlema in das Rathaus um. So konnte eine
bürgerfreundlichere Anbindung der Radonberatungsstelle er-
möglicht werden. Auch wurde begonnen, den Messeauftritt zu
verbessern und die Referententätigkeit zu verstärken. Damit
wurde dem deutlich gestiegenen Interesse der Öffentlichkeit
am Thema Radon Rechnung getragen. Das im Sommer 2015
begonnene Radonmessprogramm wurde auf weitere Gebäude
erweitert.
Im Luftmessnetz wurde eine Erweiterung der Abfragemöglich-
keiten zwischen Zentrale und Stationsrechnern, unter anderem
mit direkter IP-Kommunikation erprobt bzw. weiterentwickelt.
Hierzu wurde in enger interner Abstimmung ein Konzept für die
künftige Datenfernübertragung im Messnetz entworfen. Auf
dieser Grundlage erfolgt fortlaufend die Umrüstung bzw. die
Weiterentwicklung der Containeranbindung.
Im Rahmen des turnusmäßigen Pegelbauprogramms und der
Umsetzung der Vorschläge der Expertenkommission der Säch-
sischen Staatsregierung (sog. „Jeschke-Kommission“) wurden
sechs Pegelbaumaßnahmen erfolgreich abgeschlossen. Es sind
die Neubauten der Pegel Göritzhain und Kleinzschepa, die Er-
satzneubauten der Pegel Wolkenburg und Kleindalzig, die Re-
konstruktion des Pegels Ostrau 1 und der Neubau des Jeschke-
Pegels in Kleinwolmsdorf. Inzwischen betreibt die BfUL an 30
Stellen sogenannte Hilfspegel mit Datenerfassung und teilwei-
ser Datenfernübertragung zum Zwecke der Standortvalidierung
zukünftiger Pegelstandorte im Rahmen der Empfehlungen der
„Jeschke-Kommission“.
In einem Gebiet mit insgesamt 87 ha wurde der aktuelle Durch-
gang des Wasservogelbrutmonitorings abgeschlossen. An der
internationalen Wasservogelzählung in Sachsen beteiligten
sich im Winterhalbjahr 2016/2017 etwa 165 Ornithologen.
Vorwort
Diese führten an mehreren festgelegten Terminen 946 Zählun-
gen durch, mit denen eine Erfassung von 168 Zählgebieten in
ganz Sachsen gelang. Die monatlich von September bis April
erfolgten Zählungen erbrachten Gesamtzahlen zwischen 21.000
und 150.000 Wasservögeln.
Anlässlich des Monitorings von Quarantäne-Schaderregern er-
folgte im Jahr 2016 bei einer Betriebskontrolle der Nachweis
des Bakteriums Xylella fastidiosa an einer Oleander-Pflanze. Es
handelte sich dabei um einen Erstnachweis dieses Bakteriums
für Deutschland. Aufgrund der EU-Bestimmungen wurden infol-
ge dessen eine Befallszone (100 m Radius) und eine Pufferzone
(10 km Radius) abgegrenzt. Im Jahr 2017 wurden dann ca. 700
Pflanzenproben und knapp 300 Zikaden auf Xylella fastidiosa
untersucht. Weder im Freiland noch in Gewächshäusern konnte
das Bakterium an den eingesandten Proben nachgewiesen wer-
den.
Ich möchte mich abschließend bei allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern der BfUL für die fortlaufend sehr engagierte Arbeit
bedanken.
Dr. Mathias Böttger
Geschäftsführer
Radebeul, im August 2018

04
| 05
|
Struktur der Staatlichen Betriebsgesellschaft
für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) 2017
Neue Struktur der Staatlichen Betriebsgesellschaft
für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) ab 01.01.2018
Radebeul
Geschäftsführer
Verwaltung
Radebeul
Fachbereich 11
Allgemeine
Ver waltung/
Bau und Liegenschaften
Fachbereich 12
Personal/Information
und Kommunikation
Fachbereich 13
Kaufmännischer Bereich
Geschäfts bereich
1
Immissions- und
Strahlenschutz
Radebeul
Fachbereich 21
1. Landesmessstelle
Fachbereich 22
2. Landesmessstelle
Chemnitz
Fachbereich 23
Immissionsmessungen
Geschäfts bereich
2
Messnetzbetrieb
Wasser und
Mete orologie
Radebeul
Fachbereich 31
Lysimeterstation
Brandis
Fachbereich 32
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie
Radebeul, Görlitz
Fachbereich 33
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie
Chemnitz
Fachbereich 34
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie
Leipzig
Geschäfts bereich
3
Umweltanalytik und
Naturschutzmonitoring
Nossen
Fachbereich 55
Messnetz
Naturschutz
Sachgebiet
Qualitäts-
management
Fachbereich 51
Feststoffanalytik
Fachbereich 52
Spezielle
Wasser analytik
Fachbereich 53
Gewässergütelabore
Fachbereich 54
Gewässerökologie
Geschäfts bereich
5
Landwirtschaftliches
Untersuchungswesen
Nossen
Fachbereich 41
Boden, Düngemittel
Fachbereich 42
Pflanzen, Futtermittel
Geschäfts bereich
4
Stabstellen
• Controlling/NSM
• Integriertes Managementsystem (IMS)
• Justitiariat, Innenrevision, Informationssicherheit
Fachbereich 24
Emmissionsmessungen,
Referenz- und
Kalibrierlabor
Fachbereich 43
Saatgut,
Landwirtschaftliche
Erzeugnisse
Fachbereich 44
Phytopathologie
Fachbereich 56
Gewässergütemess-
stationen, Probenlogistik,
LIMS
• Datenschutzbeauftragter
Verwaltung
Radebeul
Umwelt-
radioaktivität
Radebeul
Messnetzbetrieb
Wasser und
Mete orologie
Radebeul
Landwirtschaftliches
Untersuchungs-
wesen
Nossen
Labore
Umwelt
Nossen
Messnetzbetrieb
Luft
Radebeul
Radebeul
Fachbereich 55
Messnetz
Naturschutz
Nossen, Neschwitz
Fachbereich 11
Allgemeine
Ver waltung/
Bau und Liegen-
schaften
Fachbereich 20
Zentrale
Fachaufgaben
Fachbereich 31
Lysimeterstation
Brandis
Fachbereich 41
Immissions-
messungen
Sachgebiet
Qualitäts-
management
Fachbereich 61
Produktionsmittel
Fachbereich 12
Personal/
Information und
Kommunikation
Fachbereich 21
1. Landesmessstelle
Fachbereich 32
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Radebeul, Görlitz
Fachbereich 42
Emissions -
messungen
Fachbereich 51
Bodenanalytik
Fachbereich 62
Pflanzen,
Futtermittel
Fachbereich 13
Kaufmännischer
Bereich
Fachbereich 22
2. Landesmessstelle
Chemnitz
Fachbereich 33
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Chemnitz
Fachbereich 52
Spezielle
Wasser analytik
Fachbereich 63
Landwirtschaftliche
Erzeugnisse,
Veredlungsprodukte
Fachbereich 34
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Leipzig
Fachbereich 53
Allgemeine
Wasseranalytik
Bad Düben, Chemnitz,
Görlitz, Nossen
Fachbereich 64
Saatgut
Fachbereich 54
Gewässerökologie
Bad Düben, Chemnitz,
Görlitz, Nossen
Fachbereich 65
Phytopathologie
Geschäftsführer
Geschäfts bereich
1
Geschäfts bereich
2
Geschäfts bereich
3
Geschäfts bereich
4
Geschäfts bereich
5
Geschäfts bereich
6
Stabstellen
• Arbeitssicherheit
• Justitiariat,
Innenrevision, Datenschutz,
Informationssicherheit
• Controlling/NSM
• Integriertes
Management-
system (IMS)
Die farblich markierten Bereiche
zeigen die Änderungen der BfUL Struktur
ab dem 01.01.2018.

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06 |
| 07
Januar
Beginn der automatisierten
Messungen geruchsintensiver
Stoffe auf dem Schwartenberg
Februar
Bericht der 3-Länder-Kooperation
zum Untersuchungswesen
Teilnahme an der „Sonderschau
Hochwasserschutz“
März
Ausrichtung eines Praktikums
für Lebensmittelchemiker zum
Themenfeld Futtermittelunter-
suchungen (im Rahmen der
Ausbildung zum Staatsexamen)
April
Klausurberatung in Oberwiesen-
thal mit Besuch der „Wetter-
station Fichtelberg“
Mai
Inkrafttreten der neuen Struktur
des Geschäftsbereichs 5
Errichtung der Interimslösung
für die Bauphase neben der
bisherigen Gewässergütemess-
station Schmilka
Einweihung der neu errichteten
BDF-II-Station Köllitsch
Juni
Feldexperiment der IKSE erst-
mals unter Einbeziehung der
staatlichen Labore aus Polen
Beginn Führungskräfte-Feedback
Inkrafttreten der neuen
Strahlen schutzgesetzgebung
in
Deutschland
Juli
Inbetriebnahme des neuen
Luftmesscontainers in der
Hans-Link-Straße/Chemnitz
Bestätigung des Jahresab-
schlussberichtes durch die
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
August
Durchführung von Abschluss-
messungen am Forschungs-
standort Rossendorf
Umzug der Radonberatungsstelle
in das Rathaus in Bad Schlema
Abschluss des Ringversuchs
LÜRV-A Klärschlamm
September
Teilnahme am „Tag der Flüsse“
in Chemnitz
Fachbereichsübergreifende
Vergleichsmessung mit ADCP-
Booten am Pegel Wolkenburg
Das Messprogramm „Radon in
Gebäuden über unterirdischen
Hohlräumen“ wird initiiert
Oktober
Einweihung des Neubaus Pegel
Göritzhain/Chemnitz mit Herrn
Staatsminister Schmidt
Zur Ausbildung von Studenten
und Schülern erhielt der GB 2
einen Lehrauftrag
November
Beginn der Neubaumaßnahme
„Gewässergütemessstation
Schmilka“
Feierliche Schlüsselübergabe
für neues Betriebsgebäude in
Chemnitz
Bestätigung Umsetzungskonzept
IP-DFÜ des GB 3
Dezember
Verabschiedung des langjährigen
Geschäftsbereichsleiters 4 in den
Ruhestand
Foto: © Steffen Junghans; Neue Dienststelle der BfUL in Chemnitz

08
| 09
|
In der Managementbewertung 2017 wurde
unter anderem die Betrachtung von „bin-
denden Verpflichtungen“ sowie „Chancen
und Risiken“ ergänzt, um damit den An-
forderungen der neuen ISO 14001:2015
und daraus folgend der neuen Anhänge
vom 18.09.2017 für EMAS III gerecht
zu werden. Die Überarbeitung der Ge-
schäftsordnung wurde zum 30.11.2017
abgeschlossen.
Arbeitssicherheit
Im Berichtsjahr gab es Probleme bei der
Betreuung durch die externen Dienst-
leister im Bereich der arbeitsmedizini-
schen und arbeitssicherheitstechnischen
Betreuung. Deshalb wurden die Verträge
zum Ende des Kalenderjahres gekündigt.
Der Neuausschreibung wurde besonde-
res Augenmerk gewidmet, um alle in der
Vergangenheit aufgetretenen Reibungs-
punkte mit potentiellen Dienstleistern
von vornherein auszuschließen. Die Ver-
gabe war aber erst 2018 möglich. Mit
den alten Partnern konnte eine Vertrags-
verlängerung bis zur Neuvergabe erzielt
werden, so dass die kontinuierliche Be-
treuung gesichert werden konnte.
Alle relevanten Themen wurden in den
drei Beratungen des Arbeitssicherheits-
ausschusses erörtert.
Zur Verbesserung von Arbeits- und Ge-
sundheitsschutz wurde am Standort
Wahnsdorf ein Gesundheitstag durchge-
führt. Dort und in Chemnitz werden seit
Mitte des Berichtsjahres in der Dienst-
stelle außerhalb der Dienstzeit Massa-
gen angeboten, um Beschwerden durch
Verspannung und Rückenerkrankungen
vorzubeugen.
Insgesamt zeigte sich im Berichtsjahr er-
neut ein insgesamt hohes arbeitssicher-
heitstechnisches Niveau. Rein statistisch
ist zwar ein Anstieg der Unfallzahlen zu
Integriertes Umwelt- und
Qualitätsmanagementsystem
An insgesamt 12,5 Gutachtertagen er-
folgte die externe Prüfung und Bestäti-
gung zur Erfüllung der Anforderungen an
das Umweltmanagementsystem und an
die Kompetenz als Prüflabor.
Mit dem zweiten Überprüfungsaudit
für EMAS und ISO 14001 wurde der 4.
EMAS-Zyklus abgeschlossen. Die Audits
fanden im April 2017 an vier Standorten
statt:
GB 1, GB 3 und GB 4 in Radebeul;
GB 2, GB 3 und GB 5 in Chemnitz.
Auf Grundlage der Auditergebnisse und
in Abwägung von Kosten und Nutzen
wurde die Entscheidung zur Fortsetzung
der Beteiligung an EMAS getroffen.
Der Antrag auf Reakkreditierung nach
ISO/IEC 17025 wurde für den gesamten
bisherigen Verfahrensumfang und für die
Erweiterung um 30 neue Verfahren vor
allem in den Bereichen Luftanalytik und
Futtermittelanalytik gestellt. Auf Grund
des großen Umfangs wurde die Begut-
achtung wie bei der letzten Reakkredi-
tierung 2012/2013 erneut auf zwei Jahre
verteilt. Der erste Teil erfolgte im Novem-
ber und Dezember mit der Überprüfung
des Systems in den:
GB 1, GB 2, GB 3 und GB 4 in Rade-
beul;
GB 2 und GB 3 in Chemnitz;
GB 3 in Leipzig
und der Überprüfung zum Fach in den:
GB 2 – Radionuklidbestimmungen in
Flüssigkeiten und Feststoffen sowie
Bestimmung von Strahlungsfeldmess-
größen in den Landesmessstellen
Radebeul und Chemnitz;
GB 4 – Ermittlung von Emission und
Immission an einer Luftgütemess-
station und bei einer Vorortmessung
der Emission.
verzeichnen, jedoch ist kein Unfall auf
arbeitssicherheitstechnische Mängel zu-
rückzuführen.
Justitiariat / Innenrevision /
Datenschutz
Der Stabsstelle Justitiariat / Innenrevision /
Datenschutz obliegt die Leitung der in-
ternen Revision sowie die Durchführung
der erforderlichen Prüfungen und Unter-
suchungen, die juristische Beratung der
Geschäftsführung und der Geschäftsbe-
reiche, die Erstellung von Rechtsgutach-
ten, die juristischen Stellungnahmen an
andere Behörden, die eigenständige Be-
arbeitung von Vertragsangelegenheiten,
die rechtliche Prüfung und Begleitung
der Vergabeverfahren, die Führung von
Vertragsverhandlungen und die Prozess-
vertretung der BfUL. Außerdem werden
noch in Union die jeweiligen Aufgaben
des Beauftragten für Datenschutz und
Informationssicherheit sowie des An-
sprechpartners für Antikorruption wahr-
genommen.
Ansprechpartner für Antikorruption
Der Ansprechpartner für Antikorruption
ist für die Umsetzung von präventiven
und repressiven Instrumenten in der
Korruptionsbekämpfung zuständig. In
diesem Zusammenhang wurden im Jahr
2017 erneut Sensibilisierungsmaßnah-
men durchgeführt.
So absolvierten alle 99 in der BfUL mit
der Beschaffung im weiteren Sinne in
Frage kommenden Beschäftigten erfolg-
reich das elektronische Lernprogramm
„Antikorruption“. Künftig soll neuen mit
der Beschaffung betrauten Beschäftig-
ten die Absolvierung des Lernprogramms
ebenfalls angetragen werden.
Ferner wurden im Jahr 2017 auch die
Maßgaben zur Annahme von Belohnun-
gen und Geschenken in der Geschäfts-
ordnung der BfUL überarbeitet und eine
allgemeine Hausinformation zu diesem
Thema im Intranet eingestellt. In diesem
Zusammenhang wurden die Mitarbeiter
nochmals auf die Notwendigkeit der Ein-
haltung der VwV „Belohnung, Geschenke
und sonstige Vorteile“ hingewiesen.
Im Übrigen sind im Jahr 2017 keine Vor-
kommnisse mit Verdacht auf Korruption
bekannt geworden.
Innenrevision
Die im Jahr 2016 begonnene Prüfung
der Übereinstimmung der erbrachten
Leistungen für Dritte mit dem der BfUL
übertragenen Aufgabenbereich konnte
im Jahr 2017 erfolgreich abgeschlossen
werden. Da die VwV BfUL derzeit novel-
liert wird, trug das Prüfungsergebnis den
Charakter eines Zwischenberichtes und
stand unter dem Vorbehalt einer späteren
Prüfung.
Weiterhin führte die Innenrevision eine
Systemprüfung der bisherigen Dienstwa-
genbeschaffung und Auslastung durch.
Auch wenn der Beschaffungsvorgang
selbst für die BfUL durch das LfULG ab-
gewickelt wird, entbindet dies die BfUL
nicht, die Haushaltsgrundsätze bei der
Anmeldung und Ermittlung des Bedarfs
zu beachten und fortlaufend nach Po-
tenzialen zur Ausschöpfung vorhandener
Reserven zu suchen. Wegen seiner Kom-
plexität konnte der Bericht im Jahr 2017
nicht mehr fertiggestellt werden.
Die Nachprüfung der Umsetzung der im
Bericht der Innenrevision von 2015 fest-
gelegten Maßnahmen zur Gremienarbeit
in der BfUL ergab, dass alle zwischenzeit-
lich erledigt worden sind.
Datenschutz
Die neue EU-Datenschutz-Grundver-
ordnung wird ab dem 25.05.2018 un-
mittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten
Anwendung finden. Zur Anpassung des
Sächsischen Datenschutzrechts liegt
ein entsprechender Gesetzentwurf dem
Sächsischen Landtag zur Beratung vor.
Im Jahr 2017 wurde der Datenschutzbe-
auftragte der BfUL bei der Vertragsge-
staltung zur Auftragsdatenverarbeitung
zur Vorbereitung des Projektes „Füh-
rungsfeedback in der BfUL“ (Vorgesetz-
tenrückmeldung) beteiligt sowie in die
Erarbeitung einer Datenschutzvereinba-
rung zur Wartung und Pflege von IT-Sys-
temen eingebunden. Weiterhin wurden
Stellungnahmen vom Datenschutzbeauf-
tragten der BfUL zur Übermittlung von
personenbezogenen Daten an öffentli-
che Stellen wie die Deutsche Akkredi-
tierungsstelle GmbH (DAkkS) und die
Zulässigkeit der webbasierten Erfassung
von Einverständniserklärungen nach dem
Datenschutzrecht eingefordert.
Weitere Themen waren der Datenschutz
bei der Verwendung von Navigationsge-
räten in Dienstkraftfahrzeugen, der Ein-
satz von Drohnen bei der Dokumentation
von Haus
dächern sowie die Videoüber-
wachung bei Pegelhäusern und Gravime-
trie-Laboren. Letztere dienen in der BfUL
der chemischen Analyse zur Bestimmung
der Konzentration von ausgesuchten
Substanzen.
Informationssicherheit
Im Jahr 2017 wurde mit Unterstützung ei-
nes externen Dienstleisters der Aufbau des
Informationssicherheits-Management-
System (ISMS) für die BfUL systema-
tisch weiter vorangetrieben. Nachdem
im Jahr 2016 in einer Datenbankanwen-
dung zur Erstellung von Sicherheitskon-
zepten nach der Vorgehensweise des
IT-Grundschutzes (GSTOOL) bereits die
wichtigsten für den Geschäftsbereich 1
zutreffenden Strukturen (Prozesse, Infra-
struktur, Netz-Komponenten, IT-Syste-
men und Anwendungen) erfasst, deren
Modellierung („Bausteine“ mit konkre-
ten Empfehlungen zur Umsetzung der
IT-Grundschutz-Methodik) durchgeführt,
der Basis-Sicherheitscheck (Soll-Ist Ver-
gleich zur Identifikation fehlender Si-
cherheitsmaßnahmen) erledigt und die
Risikoeinschätzung erfolgt ist, wurden im
Jahr 2017 dieselben Schritte auch für den
Geschäftsbereich 3 vorgenommen.
Ziel des Jahres 2018 ist es, nunmehr in
allen Geschäftsbereichen der BfUL auf
dasselbe Sicherheitsniveau zu kommen
und der Hausleitung abschließend einen
Maßnahmenplan zur Standard-Absiche-
rung für die gesamte BfUL vorlegen zu
können. Im Übrigen sind im Jahr 2017 in
der BfUL keine relevanten Sicherheitsvor-
fälle in Bezug auf die Informationssicher-
heit aufgetreten.
Integriertes Umwelt- und Qualitätsmanagementsystem
Arbeitssicherheit Justitiariat / Innen revision / Datenschutz

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Geschäftsbereich 1
Verwaltung
Allgemeine Verwaltung /
Bau und Liegenschaften
Dem Fachbereich 11 – Allgemeine Ver-
waltung / Bau und Liegenschaften obliegt
als Hauptaufgabe die Betreuung der acht
Dienstliegenschaften der BfUL sowie der
ca. 1.900 verschiedenen Betriebsanlagen,
einschließlich der dafür in Anspruch ge-
nommenen Grundstücksflächen.
Die Aufgabenkomplexe „Betreuung von
Baumaßnahmen“, „Fuhrparkverwaltung“,
„Reisekostenstelle“ und „Registratur“ fal-
len ebenso in den Verantwortungsbereich
des Fachbereichs 11.
Personal / I. u. K. / Organisation
Der Fachbereich 12 – Personal / I. u. K.
ver antwortet insbesondere die Stellen-
planung und –bewirtschaftung von ca.
232 Stellen, Angelegenheiten der Ge-
schäftsverteilung, das Personalmanage-
ment für die ca. 250 Bediensteten der
BfUL sowie die Durchführung von jähr-
lich durchschnittlich 25 Einstellungsver-
fahren (überwiegend befristete Einstel-
lungen).
Daneben liegt die Sicherstellung des
IT-Betriebs ebenso im Verantwortungs-
bereich des Fachbereiches 12 wie die
Planung und Organisation von Fort- und
Weiterbildungsmaßnahmen sowie die
Wahrnehmung der Öffentlichkeitsarbeit.
Kaufmännischer Bereich
Der Fachbereich 13 – Kaufmännischer
Bereich führt verschiedene Aufgaben
in der Finanzverwaltung einschließlich
der Haushaltplanung und der Jahresab-
schlussrechnung aus.
So waren im Rahmen der Finanzbuchhal-
tung im Jahr 2017 Ausgaben von rund
18,3 Mio. € für Personal- und Sachauf-
wand und rund 4,2 Mio. € für Investitio-
nen ordnungsgemäß zu verbuchen.
Die Anlagenbuchhaltung beinhaltet ca.
26,4 Mio. € an Anlagevermögen, das in
ca. 14.000 Anlagengüter vergegenständ-
licht ist. Der täglich anfallende Zahlungs-
verkehr bestimmt das „Tagesgeschäft“
des Kaufmännischen Bereiches.
Die Aufgabe des Beschaffungs- und
Vertragswesens mit jährlich rund 2.600
Beschaffungsvorgängen, die mittels ver-
schiedener Vergabeverfahren durchge-
führt werden, nimmt der Fachbereich in
enger Abstimmung mit den jeweiligen
Bedarfsstellen wahr.
10
| 11
|
Partner
In allen Verwaltungsangelegenheiten
14.000
Anlagegütern
Buchhalterische
Verwaltung von
2.600
Beschaffungsvorgänge
ausgeführt
Es wurden rund
919.400 km
zurück
Die D-Kfz der BfUL legten 2017

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12 |
| 13
Geschäftsbereich 2
Immissions-
und Strahlenschutz
Allgemeine Umweltradioaktivität
(Strahlenschutzvorsorge);
Notfallschutz; Kerntechnische Anlagen
(Rossendorf)
Durchführung des Routine-
messprogramms;
Vorbereitung für den nuklearen
Notfall;
Unabhängige Messstelle am
Forschungsstandort Rossendorf.
Sanierungsstandorte der Wismut
GmbH; Altstandorte des Uranbergbaus
(besonders ehem. Absetzanlagen);
Unterstützung der Aufsicht und
Nuklearspezifische Gefahrenabwehr
Unabhängige Messstelle an Stand-
orten des ehemaligen Uranbergbaus;
Vorhaltung von Messkapazität und
Rufbereitschaft „Nukleare Vorkomm-
nisse“.
Lebensmittelüberwachung
(Amtshilfe und Eigenkontrolle)
Trink-, Mineral-, Heil- und
Rohwässer;
Wildfleisch und Wildpilze.
Radonberatung
Beratung und Information von
Bürgern, Kommunen, SIB und SMUL;
Messprogramme.
Überwachung der Luftqualität
in Sachsen
Erfassung an 29 Stationen des Luft-
messnetzes (regionaler Hintergrund,
städtischer Hintergrund, Hotspot);
Betriebseigenes Referenz- und
Kalibrierlabor;
Automatisierte Staubwägung.
Untersuchung von Emissionen aus
besonderem Anlass
Aufträge im besonderen behördlichen/
öffentlichen Interesse;
Aufträge aus Forschungsprojekten
des LfULG.
Strahlung und saubere Luft
Messen hilft schützen
98,7 %
Datenverfügbarkeit
im Luftmessnetz
1.352
Dosimeter
und Exposimeter
29
Luftgütemess-
stationen
Mehr als
500
Beratungen zum Thema
Radon auf Baumessen

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14
| 15
|
Abb. 2: In-situ-gammaspektrometrische Messungen
im Freigelände am Forschungsstandort Rossendorf
(rechts am Bildrand: Zwischenlager Rossendorf“)
Strahlenschutzes wieder. Der Bundestag
hat mit Zustimmung des Bundesrates
das Gesetz zur Neuordnung des Rechts
zum Schutz vor der schädlichen Wirkung
ionisierender Strahlung am 27.06.2017
beschlossen. Das darin enthaltene Ge-
setz zum Schutz vor der schädlichen
Wirkung ionisierender Strahlung (Strah-
lenschutzgesetz – StrlSchG) trat in Teilen
am 01.10.2017 in Kraft. Damit wurde das
bisherige Strahlenschutzvorsorgegesetz
aufgehoben und bezüglich der Routine-
aufgaben in den „Teil 5 Expositionssitua-
tionsübergreifende Vorschriften Kapitel 1
Überwachung der Umweltradio aktivität“
überführt.
BESONDERE AUFGABE IM JAHR 2017
Neben der Bearbeitung der Routineauf-
gaben stand in den Geschäftsbereichen
„Umweltradioaktivität“ und „Messnetz-
betrieb Luft“ die intensive Vorbereitung
der zum 01.01.2018 umgesetzten Fusion
zum neuen Geschäftsbereich „Immis-
sions- und Strahlenschutz“ im Vorder-
grund. Im Ergebnis dieses Prozesses fusio-
nierten die Fachbereiche 20 und 21 zum
neuen Fachbereich 21. Die Fachbereiche
23 und 24 entsprechen im Wesentlichen
den vorherigen Fachbereichen 41 und 42.
Dieser Geschäftsbericht verwendet be-
reits die neue Struktur.
Allgemeine Umweltradioaktivität
(Strahlenschutzvorsorge); Notfall-
schutz; Kerntechnische Anlagen
(Rossendorf)
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht
des Sächsischen Staatsministeriums für
Umwelt und Landwirtschaft und bein-
haltet als Schwerpunkte die Messaufga-
ben nach dem Strahlenschutzvorsorge-
gesetz, die Unterstützung des SMUL am
Forschungsstandort Rossendorf und die
Vorbereitung für den nuklearen Notfall.
Ergänzend kommen kleinere Messauf-
träge zu besonderen Aspekten hinzu. Die
Abb. 1 gibt den geleisteten Umfang an
Probenentnahmen, Feld messungen und
Laboranalysen von allen Bereichen des
Bezüglich der Aufgaben bei nuklearen
Notfällen führte das Gesetz ein Notfall-
managementsystem des Bundes und der
Länder ein. Die in diesem Management-
system enthaltenen vorläufigen Notfall-
pläne umfassen unter anderem das bis-
herige Intensivmessprogramm. Der GB 2
arbeitet im Freistaat Sachsen an der Um-
setzung der geänderten Rechtssituation
und an der Festlegung eines landesspezi-
fischen, vorläufigen Notfallplanes mit. Zu
diesem Themenkomplex gehören z. B. die
Anpassung oder Fortgeltung der säch-
sischen Landesregelungen zu strahlen-
schutzvorsorgerechtlichen Regelungen,
die Anpassung des Notfallhandbuches
des SMUL sowie die Abstimmung zu ge-
änderten Datenflüssen. Mit dem neu zu
beschreibenden Notfallmanagementsys-
tem soll unter anderem eine landesei-
gene, elektronische Lagedarstellung auf
der Basis eines Softwarekonzeptes des
Bundes aufgebaut werden. Hierzu gab es
erste Abstimmungen sowie die versuchs-
weise Umsetzung einer automatischen
Kartengenerierung.
Der Routinebetrieb verlief unproblema-
tisch. Um insbesondere in nuklearen Not-
fällen die Probennehmer des GB 2 von
Probentransporten zu entlasten, wurde
ein externer Kurierdienst auch in der
Routine mit reinen Transportaufgaben (z.
B. Abholung von Proben von der Landes-
untersuchungsanstalt für das Veterinär-
wesen Sachsen) beauftragt.
Der GB 2 war ferner an einer Alarmie-
rungsübung innerhalb des IMIS-Systems
beteiligt.
Im Januar 2017 fand gemeinsam mit
SMUL und VKTA eine Begehung der Fort-
luftemissionsmessstelle am Zentrum für
Radiopharmazeutische Tumorforschung
(ZRT) statt. Von April bis einschließlich
August 2017 wurden Abschlussmes-
sungen im Freigelände am Forschungs-
standort Rossendorf durchgeführt (Abb.
2). Dieses Freigelände gehört zum Rück-
baukomplex 3 (Stilllegung der Altanlagen
zur Behandlung fester und flüssiger ra-
dioaktiver Abfälle). Begleitend zur Über-
wachung am Standort wurden mehre-
re Überwachungsprogramme und eine
Fach anweisung des VKTA begutachtet.
Zur Ausbildung von Studenten und Schü-
lern erhielt der GB 2 ab September 2017
einen Lehrauftrag an der Berufsakademie
Sachsen und lieferte einen Beitrag zum
Strahlenschutzseminar für Lehrer.
Sanierungsstandorte der Wismut
GmbH; Altstandorte des Uranbergbaus
(besonders ehem. Absetzanlagen);
Unterstützung der Aufsicht und
Nuklearspezifische Gefahrenabwehr
Der Bereich unter steht der Fachaufsicht
des LfULG und beinhaltet unter ande-
rem Messprogramme an insgesamt zwölf
Standorten des ehemaligen Uranberg-
baus sowie die Vorhaltung von Messtech-
nik und Personal zur Umsetzung der VwV
Nukleare Vorkommnisse.
Im Jahr 2017 gab es gegenüber den Vor-
jahren einige kleinere Veränderungen der
Messprogramme. Am Standort Freital
wurde die Überwachung des Wasserpfa-
des an der Industriellen Absetzanlage in
das Monitoring aufgenommen. Für den
Jahreswechsel 2017/18 wurde die Auf-
nahme von Untersuchungen am Schacht
2.1 in Johanngeorgenstadt vorbereitet.
Zur Vereinfachung der Verfahrenswei-
se bei der Probenentnahme im Altberg-
bau wurde ebenfalls zum Jahreswechsel
2017/18 ein eingeschränktes Betretungs-
recht für den Aaronstolln in Johanngeor-
genstadt erwirkt. Am 20.06.2017 wurde
gemeinsam mit der Wismut GmbH die
jährliche Stichtagsbeprobung an der
Messstelle m-160A (Abb. 3) in Aue durch-
Abb. 3: Messstelle m-160A
Abb. 4: Transportabler Alpha/Beta-Messplatz
Probenentnahmen
und Feldmessungen
Anzahl
Bemerkungen
In-situ-Gammaspektrometrie
161
Steigerung durch Abschluss-
messungen im Freigelände
Feldmessungen
1.077
Dosimeter / Exposimeter
1.352
Probenentnahmen
(inkl. Abholungen)
707
Ca. die Hälfte Abholungen
Laboranalytik Radioaktivität
Anzahl
Bemerkungen
Gammaspektrometrie
1.479
Alphaspektrometrie
125
Fraktionen
Radiochemie, künstlich
223
Radiochemie, natürlich
1.093
Abb. 1: Gesamte Anzahl von Probenentnahmen, Feldmessungen und Laboranalysen
in den Fachbereichen 21 und 22
»
Die Fusion der
Geschäftsbereiche „Umweltradioaktivität“
und „Messnetzbetrieb Luft“
zum Geschäftsbereich „Immissions- und
Strahlenschutz“ vorbereitet.
«

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16
| 17
|
notwendig. In der Messstelle im Vogt-
landkreis mussten zwei Ersatzmessgeräte
beschafft werden.
Das ab Herbst 2016 laufende Screening-
messprogramm zur Ermittlung von Richt-
dosis und Radon in dezentralen kleinen
Wasserwerken nach § 3 Nr. 2 b Trink-
wV2001 wurde fortgeführt. Außerdem
trug der GB 2 zum 6. Amtsarztkurs bei.
Radonberatung
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht
des Sächsischen Landesamtes für Um-
welt, Landwirtschaft und Geologie und
umfasst neben Messprogrammen vor
allem die Beratung und Information von
Bürgern und öffentlichen Einrichtungen
zum Thema „Was ist Radon und wie kann
ich mich davor schützen?“.
geführt. Zur Unterstützung der Aufsicht
waren Mitarbeiter des GB 2 in drei Fällen
tätig (Wischtest an einem Gaschroma-
tographen; messtechnische Überprüfung
eines möglichen Fundes; Untersuchungen
von Sedimenten aus einer Talsperre). Für
verschiedene Messaufgaben der Aufsicht
wurde Messtechnik zur Verfügung ge-
stellt und gewartet.
Zur Umsetzung der VwV Nukleare Vor-
kommnisse wurden Mitarbeiter von
LfULG und BfUL in der Handhabung von
Strahlenmesstechnik geschult. Es wurde
zu einer Fortbildung der USBV- und Tat-
ortgruppe des Landeskriminalamtes bei-
getragen. Für die Rufbereitschaft wurde
ein transportabler Alpha/Beta-Messplatz
beschafft (Abb. 4). Dieser ist derzeit in der
Erprobung.
Lebensmittelüberwachung
(Amtshilfe und Eigenkontrolle)
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht
des Staatsministeriums für Umwelt und
Landwirtschaft und beinhaltet Amtshil-
fen für Einrichtungen des Staatsministe-
riums für Soziales und Verbraucherschutz
zur Durchführung der Eigenkontrolle für
Einrichtungen des SMUL. Für das SMS
werden vor allem Schwarzwild und Trink-
wässer untersucht, für die Landestalsper-
renverwaltung Rohwässer und für den
Staatsbetrieb Sachsenforst wiederum
Schwarzwild (Abb. 5).
Im Februar 2017 wurde nach der Erwei-
terung des so genannten Pflichtuntersu-
chungsgebietes für Schwarzwild und der
Ausstattung einer Messstelle mit einfa-
cher Messtechnik zur Untersuchung von
Schwarzwild im Landkreis Zwickau eine
konsolidierte, vorwiegend redaktionell
gestraffte Version des Messprogrammes
Im Sommer 2017 zog die Radonbera-
tungsstelle innerhalb der Gemeinde Bad
Schlema vom Karl-Aurand-Haus in das
Rathaus um. Damit konnte eine bürger-
freundlichere Anbindung der Radonbe-
ratungsstelle ermöglicht werden. Im Jahr
2017 wurde auch begonnen, den Messe-
auftritt der BfUL zu verbessern. Hierzu
wurden neue Roll-Ups, Prospektständer
und eine neue Theke in Auftrag gege-
ben (Abb. 6, wirksam ab den Baumessen
2018).
Das Jahr 2017 war in der Radonberatung
durch ein deutlich gestiegenes Interesse
am Thema gekennzeichnet. Damit ver-
bunden war eine umfangreichere Refe-
rententätigkeit (z. B. beim Geothermietag,
bei Bürgermeisterdienstberatungen oder
in der Fortbildungsstätte Reinhardts-
grimma), ein stark zunehmendes Me-
dieninteresse (Anfragen von mehreren
Regionalzeitungen und vom MDR) und
gehäufte Anfragen nach Grundstücken
oder Baugebieten.
Auch die Messprogramme wurden wei-
terentwickelt. Neben der Durchführung
des im Sommer 2015 begonnenen Mess-
programmes zu Radon in Schulen wurden
Messprogramme an Arbeitsplätzen von
BfUL, LTV, SBS und LfULG begonnen so-
wie in Gebäuden des SIB und der BImA
vorbereitet. Diese Messprogramme be-
inhalten zunächst den Versand von Ex-
posimetern und sollen sowohl der Da-
tensammlung als auch der Sammlung
von Erfahrung in der Beurteilung großer
Gebäude dienen. Diese Erkenntnisse sol-
len unter anderem der Umsetzung des
neuen Strahlenschutzgesetzes dienen.
Speziell beim Messprogramm zu Radon
in Schulen wurden nach den Ergebnissen
der Langzeitmessungen in Gebäuden mit
Überschreitungen des Referenzwertes
auch Kurzzeitmessungen durchgeführt,
um mehr Erkenntnisse über Zeitverläufe
und Ursachen ermitteln zu können. Die
Abb. 7 gibt den Stand der Untersuchungs-
ergebnisse in Schul gebäuden wieder.
Die Radonberatungsstelle unterstützte
das SMUL auch weiter in Beratungen zu
Entwürfen für einen nationalen Radon-
maßnahmenplan und zur Ausweisung
von Radonvorsorgegebieten. Als neues
Messprogramm wurde in diesem Zusam-
menhang im Herbst 2017 das Messpro-
gramm „Radon in Gebäuden über unter-
irdischen Hohlräumen“ initiiert.
Das Messprogramm wendet sich an
Hauseigentümer in ausgewählten Ge-
meinden mit bekannten hohen Anteilen
an unterirdischen Hohlräumen im Ge-
meindegebiet. Es gibt verschiedene Lite-
raturstellen, die darauf hinweisen, dass in
solchen Gebieten bedingt durch unterir-
dische Wegbarkeiten gehäuft Gebäude
mit erhöhten Radonkonzentrationen vor-
kommen können.
Überwachung der Luftqualität
in Sachsen
Der jetzige FB 23 und das Referenz- und
Kalibrierlabor im FB 24 sind vom Sächsi-
schen Landesamt für Umwelt, Landwirt-
schaft und Geologie mit Messungen und
Analysen von Luftschadstoffen im statio-
nären Luftgüte- und Depositionsmess-
netz beauftragt. Hierzu betreibt die BfUL
29 Luftmesscontainer für die kontinuier-
liche Überwachung der Luftqualität und
10 Depositionsmessstellen zur Überwa-
chung der nassen Deposition (davon vier
an Standorten von Luftmesscontainern).
An den Messstationen werden haupt-
sächlich folgende Werte überwacht: die
Schadstoffkomponenten Schwefeldioxid
(SO
2
), Stickstoffoxid (NOX), Ozon, Benzol,
Toluol und Xylole (BTX), Feinstaub (PM
10
,
PM
2,5
) und die meteorologischen Parame-
ter Windrichtung, Windgeschwindigkeit,
Lufttemperatur, Luftfeuchte, Luftdruck,
Sonnenstrahlung. Die Abb. 8 gibt die Ver-
teilung der Containerstandorte wieder.
Gebiet
Proben (Stück)
Höchstwertüber-
schreitung (Stück)
Maximalwerte
(Bq/kg)
Pflichtunter-
suchungsgebiet
1.460
320
3.985
Sonstige Gebiete
57
1
1.494
Gesamt
1.517
321
3.985
Abb. 5: Ergebnisse der Schwarzwilduntersuchungen bzgl. Radiocäsium für das Jagdjahr 2016/17
Abb. 6: Neuer Stand der Radonberatungsstelle
Abb. 7: Stand der Untersuchungsergebnisse
in Schulgebäuden
23; 13 %
40; 23 %
73; 42 %
39; 22 %
Radonaktivitäts-
konzentration in Bq/m
3
< 100
100–300
300–600
> 600
Abb. 8: Standorte der Luftmessnetzstationen 2017

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18
| 19
|
Abb. 11: Messung diffuser Emissionen an einem
Misthaufen
die Erfassung der Stationscharakteristika
verbessert und um eine Fotodokumenta-
tion erweitert.
In den Stationen erfolgte die Umrüstung
von Staubmessgeräten für PM
10
und PM
2,5
auf den normkonformen Kühlbetrieb. Für
die Probenentnahmeeinrichtungen wur-
de eine Prüfmethode zur Bestimmung
des Wirkungsgrades ertüchtigt. Der Ver-
fahrenstest mit eigenen Mitteln ist da-
bei abgeschlossen. Im Jahr 2018 ist der
Test einer Prüfapparatur vorgesehen. Im
Rahmen des Projektes zur Bestimmung
geruchsintensiver Stoffe im Erzgebirge
2016 / 2017 wurde routinemäßig ein
online-Monitor zur Bestimmung von
Merkaptanen betrieben. Darüber hinaus
wurde mittels eines neu beschafften GC-
MS-online-Monitors an der weiteren Va-
lidierung der Bestimmung der möglicher-
weise geruchsintensiven Stoffe gearbeitet.
In Abstimmung mit dem LfULG wurde
die Erweiterung der Station Collmberg
um kontinuierlich arbeitende Monitore
für Kohlenstoffdioxid und Methan vor-
bereitet. Damit sollen Hintergrunddaten
erfasst werden, um diffuse Emissionen
aus Tierhaltungen genauer bewerten zu
können.
Im Frühjahr 2017 ist durch eine Undicht-
heit am Kondensationspartikelzähler der
Geräte zur Bestimmung der ultrafeinen
Partikel (ergänzendes Messprogramm)
n-Butanol in den Container Annaberg-
Buchholz ausgetreten. Aus Arbeits-
schutzgründen und zur Gefahrenabwen-
dung wurden alle vergleichbaren Geräte
an den anderen vier Messstationen vo-
rübergehend außer Betrieb genommen.
Es wird nun an einer automatischen
Überwachung der n-Butanol-Konzentra-
tion in Messcontainern über die Mess-
netzzentrale gearbeitet. Der Test des
Überwachungsgerätes erfolgte in Ra-
debeul-Wahnsdorf. Das Ausbringen der
Überwachungssysteme in die Standorte
erfolgt im Jahr 2018.
Es wurde eine Erweiterung der Abfra-
gemöglichkeiten über TCP/IP–MSR (Er-
neuerung Messnetzkommunikation zwi-
schen Zentrale und Stationsrechnern,
unter anderem mit direkter IP-Kommu-
nikation) erprobt bzw. weiterentwickelt.
Hierzu wurde in enger Abstimmung mit
dem Fachbereich 12/IT und dem Ge-
schäftsbereich 3 ein Konzept für die
künftige Datenfernübertragung im Mess-
netz entworfen. Auf dieser Grundlage
werden nun laufend die Umrüstung bzw.
die Weiterentwicklung der Containeran-
bindung vorangebracht.
Untersuchung von Emissionen
aus besonderem Anlass
Der Fachbereich 24 ist vom Sächsischen
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie mit Messungen und Ana-
lysen von Luftschadstoffen aus beson-
derem Anlass beauftragt. Die Aufträge
resultieren z. B. aus Bürgerbeschwerden
oder aus Forschungsprojekten des LfULG
zur Schaffung von Verfahrens-know-how
oder zur Schaffung von Datengrundla-
gen. Neben Emissionsmessungen wer-
den hierbei – auch in enger Abstimmung
mit dem Fachbereich 23 – kontinuierlich
anlagenbe zogene
Immissionsmessungen
durchgeführt.
Im Jahr 2017 war der Fachbereich 23 am
Projekt „Emissionen aus diffusen Quellen
in der Tierhaltung“ beteiligt (Abb. 11). Da-
bei wurden Untersuchungen in fünf Tier-
haltungen durchgeführt. Zur Erfüllung
weiterer Aufgaben bei den laufenden
Projekten in der Landwirtschaft wurde
ein neues, leistungsfähiges und kontinu-
ierlich messendes FTIR-Gerät beschafft.
Weitere Emissionsmessungen wurden
2017 in sechs Anlagen durchgeführt (Abb.
12, 13 und 14). Seit Sommer 2017 läuft
außerdem eine anlagenbezogene Immis-
sionsmessung in der Umgebung einer An-
lage zur Behandlung von Schrotten.
Maßnahmen der Qualitätssicherung
Zur Qualitätssicherung seiner Probenent-
nahmen und Feldmessverfahren sowie der
Laborverfahren nahmen die Fachbereiche
an folgenden Eignungsprüfungen oder
Tests teil (in Klammern jeweils der teil-
nehmende Fachbereich und der Veranstal-
ter oder Partner): Vergleichsmessungen
an ODL-Messgeräten in Reust (21; BfS);
Vergleichsmessung zur in-situ-Gam-
maspektrometrie (21; BfS); „Rohmilch
2017“ und „Boden 2017“ (21 und 22;
beide MRI); „künstliche und natürliche
Radionuklide in Wasser, Milchpulver und
CaCO3“ (21 und 22; IAEA); „Bestimmung
von Rn-222, U-238, U-234, Ra-226, Ra-
228 und der Gesamt-Alpha-Aktivität
in Trinkwasser RV 4/2017“ (21 und 22;
BfS); „Bestimmung von Alpha- und Beta-
Strahlern in Wasser“ (21 und 22; BfS);
„Bestimmung des Radionuklidgehaltes
im Abwasser aus kerntechnischen Anla-
gen“ (21; BfS); „39. Ringversuch Fortluft“
(21; BfS); „Ringversuche der staatlichen
Immissionsmessstellen (STIMES) (23; LA-
NUV NRW)“; „Vergleichsmessung am UBA
Langen“ (23; UBA) und „LAI Ringversuch
(24; HLNUG).
Für die Reakkreditierung wurden Verfah-
ren zur Schnellbestimmung von Sr-89
und Sr-90, zur Bestimmung der -Orts-
dosisleistung und zur kontinuierlichen
Bestimmung von Schwebstaub in der
Luft den Fachauditoren erfolgreich vor-
gestellt. Für das Jahr 2018 wurde eine
meteorologische Vergleichsmessung mit
dem DWD am Containerstandort Rade-
beul-Wahnsdorf vorbereitet.
Das Luftmessnetz übertraf mit einer Ge-
samtverfügbarkeit von 98,7 % die ge-
setzlich geforderte Verfügbarkeit von
90 % erheblich. Die Abb. 10 gibt die Ein-
zelverfügbarkeiten wieder.
Im Jahr 2017 erfolgte die Inbetriebnah-
me des neuen Containers (Abb. 9) in der
Hans-Linke-Straße in Chemnitz (zur Mes-
sung des städtischen Hintergrunds). Für
die verkehrsnahe Station Leipzig-Mitte
am Willy-Brandt-Platz sowie für die
ländliche Station am Collmberg wurden
in enger Zusammenarbeit mit der Fach-
aufsicht Ersatzstandorte geprüft. Ferner
wurde in Zusammenarbeit mit dem LfULG
Parameter
Ziel
Verfügbarkeit
2017
Stationäres Immissionsmessnetz
90,00 %
98,70 %
HVS-Daten PM
10
92,80 %
99,50 %
HVS-Daten PM
2,5
92,80 %
98,90 %
Staubautomaten
92,80 %
98,60 %
Gravimetrie
99,90 %
99,97 %
Benzol / Toluol / Xylol
90,00 %
96,50 %
Schwefeldioxid
92,80 %
99,20 %
Ozon
92,80 %
99,30 %
Stickoxide
92,80 %
99,20 %
Meteorologiedaten
92,80 %
99,80 %
Einhaltung der Temperaturkorridore
der Messcontainer
92,80 %
99,70 %
Abb. 10: Gesamt- und Einzelverfügbarkeiten im Luftmessnetz 2017
Untersuchte
Komponenten
Anzahl unter-
suchter Stellen
Kohlenstoffdioxid
5
Gesamt-Staub
2
Stickoxide
4
Schwefeldioxid
2
Gesamtkohlenstoff
3
Geruch
1
Formaldehyd
3
Benzol
1
1-3 Butadien
1
Methan
1
Abb. 14: Durchgeführte Emissionsmessungen
Abb. 12: Hackschnitzelheizung am Lehr- und
Versuchsgut Köllitsch
Abb. 13: Emissionsmessungen an einem
Schornstein
Abb. 9: Neuer Container in der Hans-Linke-Straße
in Chemnitz

image
20 |
| 21
Geschäftsbereich 3
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie
Oberflächenwasser Stand
und Menge:
Betrieb von 270 Pegeln, davon
94 Hochwassermeldepegel;
hydrologische Betreuung von
47 Pegeln des Kontroll- und Steuer-
messnetzes der LTV;
Durchführung von 1.230 Durchfluss-
messungen und 126 Pegelhöhen-
prüfungen;
Fachliche Begleitung von 26 Pegel-
baumaßnahmen, davon 6 Fertig-
stellungen;
Betreuung von ca. 200 ehrenamt-
lichen Pegelbeobachtern.
Grundwasser Stand und Menge:
Betrieb von sechs Messnetzen mit
insgesamt ca. 1.061 Messstellen;
Betrieb von 218 Datensammlern mit
Datenfernübertragung;
Fast 24.500 händische Grundwasser-
Standmessungen pro Jahr;
Zirka 80.000 Datensammlerwerte
pro Jahr;
Betreuung von ca. 650 ehrenamt-
lichen Beobachtern.
Grundwasser Beschaffenheit:
Betrieb von fünf Messnetzen mit
insgesamt 584 Messstellen;
Durchführung von 683 Grundwasser-
probenahmen;
Neubau von 17 Messstellen.
Niederschlagsmessnetz:
Betrieb von 28 automatischen
Niederschlagsmessgeräten
(Ombrometer) mit DFÜ;
Betreuung von 21 Beobachtern.
Bodenwassermessnetz,
Teil Lysimeterstation Brandis:
Betrieb von 30 Lysimetern sowie zwei
bodenhydrologischen Messplätzen;
Betrieb des Sondermessnetzes Parthe
mit ca. 150 Messstellen für Ober-
flächen- und Grundwasser sowie
Niederschlag;
tägliche Erfassung und Auswertung
aller relevanten Daten zur Witterung
sowie zum Wasser- und Stoffhaus-
halt.
Bodenwassermessnetz,
Teil Bodendauerbeobachtung:
Betrieb von fünf Bodendauer-
beobachtungsflächen (-stationen)
Level 2 (BDF-II);
zusätzlich drei bodenhydrologische
Messplätze.
Agrarmeteorologisches Messnetz
(AMN):
Betrieb von 34 Messstellen und
Datenabruf von drei weiteren
Mess stellen externer Betreiber;
kontinuierliche Datenbereitstellung
für das LfULG und Externe zur
Schaderreger-Prognose.
Wasser
Ein kostbares Gut
683
Grundwasserprobenahmen
Fertigstellung von
6
Pegelneubauten

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Abb. 2: Teststellung optisches Messsystem
am Pegel Elbersdorf
22
| 23
|
Erstellung, Kontrolle und Korrektur
der Wasserstands-Durchflussbezie-
hungen (WQB);
Prüfung und statistische Aufberei-
tung der gewonnenen hydrologischen
Daten und Übergabe an die Auftrag-
geber;
Erfassung und Pflege der Pegel-
stammdaten;
Betrieb, Wartung und Instandhaltung
der Pegel, Beseitigung von Hochwas-
serschäden;
Beauftragung und Betreuung von
Bau- und Ausrüstungsmaßnahmen
einschließlich Energieversorgung und
Datenfernübertragung (DFÜ);
Schulung und Betreuung von ca. 200
ehrenamtlichen Pegelbeobachtern.
Im Jahr 2017 wurden im Auftrag des
LfULG 1.230 Durchflussmessungen rea-
lisiert, davon insgesamt 238 für die LTV
und die LMBV. Parallel dazu erfolgten
126 nivellitische Höhenprüfungen. Auf-
grund der ausgeprägten Niedrigwassersi-
tuation konnten im Jahr 2017 wiederum
nur Messungen im NW- und MW-Bereich
durchgeführt werden.
Der GB 3 verfügt zur Durchflussermitt-
lung über moderne und komplexe Mess-
technik. Diese besteht u. a. aus mobilen
Messgeräten und stationären Messanla-
gen zur Messung des Durchflusses (Q) im
Pegelprofil. Ein wichtiges Messgerät zur
Abfluss- und Strömungsmessung ist der
Ultraschall-Doppler-Profil-Strömungs-
messer (engl.: Acoustic Doppler Current
Profiler, kurz: ADCP). Der GB 3 besitzt in-
ROUTINEAUFGABEN 2017
Oberflächenwassermessnetz
Das Oberflächenwassermessnetz setzt sich
aus Pegeln unterschiedlicher Messnetze
und Messnetzkategorien zusammen.
Das Basismessnetz dient dem Hochwas-
sermeldedienst sowie der langjährigen
Erfassung der Variabilität des Was-
serdargebotes. Außerdem betreibt der
Geschäftsbereich 3 (GB 3) vier Sonder-
messnetze für spezifische Aufgabenstel-
lungen des Sächsischen Landesamtes für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
(LfULG). Das Kontroll- und Steuermess-
netz dient zur Steuerung von Anlagen der
Landestalsperrenverwaltung (LTV) und
von Energieversorgungsunternehmen. In
deren Auftrag übernimmt der GB 3 terri-
torial und zeitlich begrenzte Messaufga-
ben an ausgewählten Pegeln, die jährlich
neu vereinbart werden. An allen Pegeln
sind mindestens vier Durchflussmessun-
gen pro Jahr bei möglichst unterschiedli-
chen Wasserständen durchzuführen.
Die Anzahl der Pegel aus vorgenannten
Messnetzen, die im Berichtszeitraum
durch den GB 3 betrieben wurden, ist in
Abb. 1 zusammengestellt.
In den Messnetzen „Oberflächenwasser“
sind insbesondere folgende Aufgaben zu
erfüllen:
Messung von Wasserständen und
Durchflüssen an Fließgewässern;
Überprüfung der geografischen
Höhenlage der Pegelstaffeln (nivelliti-
sche Pegelprüfung);
zwischen elf dieser wertintensiven Mess-
geräte. In diesem Jahr wurden zwei ältere
Gerätetypen durch einen teilweisen Aus-
tausch der Hardware technisch erneuert.
Zudem unterstützt der GB 3 Hersteller
(im Rahmen von Voranwendungstests)
und Universitäten bei der Entwicklung
neuer Messtechnik. In diesem Zusam-
menhang wurde am Pegel Elbersdorf
ein Kamerasystem installiert, welches
moderne optische Bildauswerteverfah-
ren zur Wasserstandsmessung und Strö-
mungsgeschwindigkeitserfassung nutzt
(Abb. 2). Die TU Dresden führte ebenfalls
Ostrau 1 und der Neubau des Jeschke-
Pegels Kleinwolmsdorf (Abb. 6).
Inzwischen betreibt die BfUL an 30
Stellen einfache Hilfspegel mit Daten-
erfassung und teilweise Datenfernüber-
tragung zum Zwecke der Standortvali-
dierung zukünftiger Pegelstandorte im
Rahmen der Empfehlungen der „Jeschke-
Kommission“.
Aber auch die Öffentlichkeitsarbeit ist
Bestandteil des Messnetzbetriebes. Am
22.09.2017 organisierten LANU, SMUL,
LfULG und LTV in Chemnitz den Tag der
Flüsse, an dem sich der Fachbereich 33
mit der Vorstellung und Demonstration
seiner Messtechnik beteiligte (Abb. 7).
Ein Themenschwerpunkt der Baumessen
in Dresden und Chemnitz im Jahr 2017
war der Hochwasserschutz. Zahlreiche
Fachvorträge und Messestände waren
diesem wichtigen Thema gewidmet. Hier
unterstützten die Fachbereiche 32 und
33 die jeweiligen Messestände des LfULG
Messnetz
durch BfUL betriebene Pegel
Basismessnetz
davon Hochwassermeldepegel
173
94
5 Sondermessnetze
12
Kontroll- und Steuermessnetz
47
Grenzgewässerpegel
8
Hilfspegel zur Standortvalidierung
(Jeschke-Kommission)
30
Summe
270
Abb. 1: Messnetze im Oberflächenwasser
am Pegel Elbersdorf mehrere Versuche
zur Nutzung von Bildauswerteverfahren
mittels Wärmebildkamera (Thermografie)
und einer ferngesteuerten Drohne durch.
Die fachtechnische Begleitung der Pe-
gelbaumaßnahmen im Rahmen des tur-
nusmäßigen Pegelbauprogramms und
die Umsetzung der Vorschläge der Exper-
tenkommission der Sächsischen Staats-
regierung (sog. „Jeschke-Kommission“)
erfordern weiterhin erhebliche finanzielle
Mittel und personelle Kapazitäten.
So wurden 2017 sechs Pegelbaumaßnah-
men durchgeführt und erfolgreich abge-
schlossen. Zu nennen sind die Neubauten
der Pegel Göritzhain (Abb. 3) und Kleinz-
schepa (Abb. 4), die Ersatzneubauten der
Pegel Wolkenburg (Abb. 5) und Klein-
dalzig, die Rekonstruktion des Pegels
Abb. 3: Einweihung des Pegel Göritzhain am
25.10.2018 mit Staatsminister Thomas Schmidt
Abb. 4: Pegel Kleinzschepa
Abb. 5: Panoramaaufnahme des Pegel Wolkenburg
Abb. 6: Neuer Jeschke-Pegel
Kleinwolmsdorf mit Messsteg
Abb. 7: Eine Mitarbeiterin erläutert Schülerinnen
die Auswertung einer Durchflussmessung beim Tag
der Flüsse
Abb. 8: Stand des LfULG
auf der Baumesse Chemnitz 2017
mit der Ausstellung von aktueller Mess-
technik (Abb. 8).

image
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24
| 25
|
Abb. 10: Phazelia im Jahr 2017 auf einem
Lysimeter und dem umliegenden Feld in Brandis
Abb. 9: Erstmalige Probenahme an einer neu errichteten
Grundwassermessstelle in Meißen-Bohnitsch
die 79.570 Messwerte, die digital mittels
Datensammler erhoben wurden.
Parallel dazu erfolgte an den 584 Güte-
messstellen ein- oder zweimal jährlich
eine Grundwasserprobenahme (insge-
samt 683 Probenahmen) und die Daten-
eingabe in das Laborinformations- und
Managementsystem (LIMS).
Die Ergebnisse der geophysikalischen
Untersuchungen erfordern weiterhin ei-
nen Sanierungs- und Neubaubedarf von
Grundwassermessstellen. Im Jahr 2017
erfolgten an 7 Messstellen Instandhal-
tungsmaßnahmen, 17 Messstellen wur-
den neu gebaut (Abb. 9). Weitere Mess-
stellen mit Datensammlern wurden mit
Datenfernübertragung ausgerüstet.
Messnetz Bodenwasserhaushalt /
Bodenwasserbeschaffenheit, Teilbereich
Lysimeterstation Brandis und
Sondermessnetz Parthe
Bestandteil dieser Messnetze sind 21
Lysimeter mit natürlichen Ackerböden,
sieben Lysimeter mit Böden von Kippen
der ehemaligen Tagebaue Espenhain und
Witznitz, zwei Lysimeter im Forst Naunhof
sowie zwei Lysimeter mit Böden aus dem
Einzugsgebiet der Wasserwerke Diehsa.
Ergänzend dazu werden zwei bodenhy-
drologische Messplätze in Brandis und
Naunhof betrieben. Neben verschiedenen
Bewirtschaftungsdaten werden täglich
die Messwerte für Verdunstung, Sicker-
Grundwassermessnetz
Das landesweite Messnetz dient der
Überwachung des Grundwasserhaus-
haltes und besteht derzeit aus 1.061
Grundwasserstandsmessstellen sowie
584 Grundwasserbeschaffenheitsmess-
stellen. Auch das Grundwassermessnetz
ist in unterschiedliche Messnetze mit
verschiedenen Aufgabenstellungen ge-
gliedert. Im Bereich der „Messnetzgrup-
pe Menge/Stand“ sind es die Messnetze
„Menge/WRRL“ und „Hochwasser im
Grundwasser“. Hinzu kommen die „Mess-
netze zu Ermittlungszwecken“ sowie
„Verdichtete Messnetze in risikobehaf-
teten Grundwasserkörpern“. Zum Bereich
der Messnetzgruppe „Beschaffenheit/
chemischer Zustand des Grundwassers“
zählen das Messnetz „Überblicksweise
Überwachung“, das „Operative Messnetz
zur Überwachung diffuser Quellen und
Stoffeinträge“, das Messnetz „Braunkoh-
lebergbau bedingte Belastungen“, ein
Messnetz zur „Operativen Überwachung
punktueller Belastungen“ und das „Er-
mittlungsmessnetz SchAVO“ (Messnetz-
konzeption des LfULG, Stand 2015).
Es wurden durch die Mitarbeiter des GB 3,
die zirka 650 ehrenamtlichen Beobach-
ter und Fremdfirmen insgesamt 24.438
händische Grundwasserstandsmessun-
gen durchgeführt. Die Datenübergabe an
das LfULG erfolgt durch kontinuierliche
Eingabe der Messwerte in das Fachin-
formationssystem GW. Hinzu kommen
wasserbildung und Bodenwasservorrat
erhoben. Die Sickerwassergüte wird mo-
natlich analysiert. Darüber hinaus wer-
den auf den Lysimeterfeldern in Brandis
und Witznitz die Daten einer Klimastati-
on und im Einzugsgebiet der Parthe Was-
serhaushalts- und Beschaffenheitsdaten
(Sondermessnetz „Parthe“) erfasst. Be-
standteil des Sondermessnetzes sind so-
wohl Niederschlags- als auch Grund- und
Oberflächenwassermessstellen.
Die gewonnenen Langzeitdatenreihen hel-
fen bei der Lösung wichtiger fachlicher
Fragestellungen, die sich ergeben aus:
den Anforderungen der Europäischen
Wasserrahmenrichtlinie (WRRL);
den Auswirkungen des Klimawandels
auf die Land- und Wasserwirtschaft;
der Entwicklung zukunftsfähiger
Konzepte für die Landwirtschaft;
der Sanierung ehemaliger Braunkoh-
letagebauflächen und;
der Parametrisierung entsprechender
Bodenwasserhaushalts- und Gütemo-
delle.
In der Lysimeterstation Brandis erfolg-
te im Berichtsjahr 2017 der Anbau von
Winterweizen, der am 19. Oktober des
Vorjahres ausgesät wurde. Im Verlauf
des sehr kalten Januars mit einer Durch-
schnittstemperatur von minus 2 °C kam
es infolge von Kahlfrost zum Durchfrie-
ren der oberen Bodenschichten. Dadurch
erlitt der auf den Lysimetern etwas zu
flach ausgesäte Winterweizen erhebliche
Frostschäden. Dies und die starke Früh-
jahrstrockenheit im April und Mai führ-
ten letztlich zu einer geringen Bestands-
dichte und mangelhaften Ertragsbildung.
Aus der teils mangelhaften Ertragsbil-
dung resultierte eine geringe Verwertung
der ausgebrachten Stickstoff-(N-)Dünger.
Um den sickerwassergebundenen Austrag
der N-Überschusssalden zu minimieren,
wurde am 23.08.2017 erstmals seit 1999
(mit der Zwischenfrucht Senf) wieder
eine Zwischenfrucht (ZF), in diesem Fall
Phazelia (Bienenkraut), ausgesät (Abb.
10). Die hohen Niederschläge im Juni und
Juli führten zur Auffüllung der Boden-
wasservorräte, so dass für das Wachstum
der Zwischenfrucht ausreichend Wasser
zur Verfügung stand.
Es war zudem sehr warm. Das Monats-
mittel der Lufttemperatur lag im Oktober
mit 12,2 °C um 2,3 °C über dem Mittel
der Referenzperiode. So erreichte die
Phazelia im Oktober, relativ unabhängig
von der Bodenart, Monatswerte der Ver-
dunstung von bis zu 100 mm. Auch im
November kam es noch zu einer Verduns-
tung von 50 mm. Das Vegetationsende
wurde auf den 29. November datiert.
Auf Grund des hohen Wasserverbrauchs
der Zwischenfrucht führten die üblichen
Starkregen im Spätsommer und Herbst
im Jahr 2017 nicht zum Beginn der jähr-
lichen Sickerwasserperiode (Abb. 11). Die
Niederschläge wurden ausschließlich für
die Bestandsentwicklung (Verdunstung)
der Zwischenfrucht und die Wiederauffül-
lung der Bodenwasservorräte verwendet.
Durch das Ausbleiben der Sickerwasser-
bildung ist somit auch die Auswaschung
von Nährstoffen, insbesondere des Stick-
stoffs, deutlich geringer als auf brachem
Boden bzw. fehlt vollständig.
Der Anbau von Phazelia als Zwischen-
frucht ist als nährstoffneutral zu be-
trachten. Mit Beginn des Winters frieren
die Pflanzen ab und verbleiben, ein-
schließlich der Nährstoffe, welche die
Phazelia entnommen hat, auf dem Feld
(Lysimeter). Auf Grund der fehlenden
Auswaschung kann bei Stickstoff sogar
angenommen werden, dass durch die
Zwischenfrucht mehr Stickstoff im Kreis-
lauf „Pflanze-Boden“ verbleibt, als auf
Böden ohne Bewuchs.
Abb. 11: Sickerwassermengen
Lys. Gr. 4; Anbaujahre mit
Winterweizen; 2007–2015
ohne ZF, 2017 mit ZF
0
20
40
60
80
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Sickerwassermenge [mm]
Sickerwassermengen
der Jahre
2007
2010
2015
2017

image
image
image
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26
| 27
|
Abb. 15: Neues Betriebsgebäude in Chemnitz
(Foto: Steffen Junghans)
Abb. 12: Neues Stationshaus an der
BDF-II-Fläche in Hilbersdorf
neu gebaut (Abb. 12). Zusätzlich zu den
BDF-II-Flächen betreibt der GB 3 boden-
hydrologische Messplätze in Diehsa, der
Jahnaaue und in Schleinitz.
Niederschlagsmessnetz
Auch die 28 Stationen des landeseige-
nen automatischen Niederschlagsmess-
netzes (Ombrometermessnetz) werden
entsprechend ihrer territorialen Lage von
mehreren Fachbereichen betreut. Die
Ombrometer liegen in den Hochwasser-
entstehungsgebieten und verdichten
das Niederschlagsmessnetz des Deut-
schen Wetterdienstes (DWD). Die Daten
werden kontinuierlich dem Landeshoch-
wasserzentrum des LfULG bereitgestellt.
Entsprechend einer Empfehlung der
„Jeschke-Kommission“ nach dem Au-
gusthochwasser 2010 wird weiter an
der Verdichtung des Ombrometermess-
netzes gearbeitet. Im Rahmen der Qua-
litätssicherung und der Überprüfung der
Messanforderungen und Genauigkeiten
von Messgeräten werden insbesondere
bei geplanten Neubeschaffungen umfas-
sende Vergleichsmessungen durchgeführt
und bewertet (Abb. 13).
Agrarmeteorologisches Messnetz (AMN)
Dieses Messnetz mit seinen 34 Stationen
liefert die meteorologischen Eingangsda-
ten für Berechnungen von Schaderreger-
prognosen. Aufgrund der Lage der Sta-
tionen ist es möglich, bei der Erstellung
Bodendauerbeobachtungsflächen
Level 2 (BDF-II) und bodenhydrologi-
sche Messplätze
Die fünf BDF-II-Flächen mit jeweils einer
Klimastation und einem bodenhydrolo-
gischen Messplatz werden entsprechend
ihrer territorialen Lage von den zustän-
digen Fachbereichen in Leipzig, Chemnitz
und Dresden betrieben. Zum Auslesen
der Klima- und Bodenfeuchtedaten, zur
Entnahme von Bodenwasser und zur Er-
mittlung der Deposition ist eine Befah-
rung der BDF-II-Flächen im 14-tägigen
Rhythmus erforderlich. Auch in diesem
Messnetz sind zyklisch Instandhaltungs-
maßnahmen durchzuführen und fachlich
zu begleiten. So wurde bei der BDF-II-
Fläche in Hilbersdorf das Stationshaus
der Empfehlungen und Prognosen für die
Landwirte die realen Anbaubedingun-
gen vor Ort zu berücksichtigen. Von drei
weiteren Stationen externer Betreiber
werden nur Daten abgerufen. Mit dem
Umbau der AMN-Station Lampertswalde
(Abb. 14) auf den Stationstyp UK Vario
sind nun alle durch die BfUL betriebenen
AMN-Stationen einheitlich auf diesen
modernen Stationstyp umgerüstet. Die
erfassten Daten werden aktiv via Inter-
netprotokoll gesendet (Push-Modell) und
können stündlich oder häufiger übertra-
gen und bereitgestellt werden.
Qualitätssicherung
Im Rahmen der Akkreditierung nach
EMAS und DIN EN ISO 17025 stellte
sich der GB 3 sowohl drei internen Au-
dits (Fachbegutachtung Grundwasser,
Vergleichsmessung Oberflächenwasser
und Grundlagen), als auch zwei externen
Audits (Audit EMAS und Reakkreditie-
rung/Systembegutachtung). Diese ver-
liefen sehr erfolgreich und bestätigten
damit die guten Ergebnisse der Vorjahre.
Die Arbeitsunterlagen des GB 3 (Verfah-
rensanweisungen und Standardarbeits-
anweisungen) wurden in wesentlichen
Teilen aktualisiert und im Intranet der
BfUL eingestellt. Diese sind durch alle
Mitarbeiter/innen des GB 3 auch bei Au-
ßeneinsätzen über Internet einsehbar,
wodurch sowohl die Arbeitsgestaltung,
als auch deren Vereinheitlichung in den
Fachbereichen des GB 3 weiter verbessert
werden konnten.
Wie bereits im Jahr 2016 konnte auch
2017 bei allen automatisch erfassenden
Messnetzen mit Datenfernübertragung
eine überdurchschnittlich hohe Daten-
verfügbarkeit von jeweils mehr als 99 %
(Zielstellung ist 95 %) erreicht werden.
Im Rahmen des Grundwasser-Untersu-
chungsprogramms (GWUP 2017) konnten
683 von 698 beauftragten Probenahmen
durchgeführt werden. Damit ergibt sich
eine Erfüllungsquote von 97,9 %.
Im September erfolgte in Verbindung mit
einer Fortbildung zum Thema Grund-
lagen und praktische Anwendung der
ADCP-Messung mit Booten eine fachbe-
reichsübergreifende Vergleichsmessung
am Pegel Wolkenburg/Zwickauer Mulde.
Gemeinsame Vergleichsmessungen und
Fortbildungen bieten stets eine hervor-
ragende Plattform zum Erfahrungsaus-
tausch der Beschäftigten und bilden da-
mit die Grundlage für die gute fachliche
Qualität der Arbeitsergebnisse.
AUFGABENSCHWERPUNKTE UND
BESONDERHEITEN 2017
Erarbeitung des Umsetzungskonzepts
zukünftige DFÜ
Im Zuge des technischen Fortschritts
und der zukünftigen Umstellung der
ISDN- und Analog-Anschlüsse der Deut-
schen Telekom AG im Rahmen der All-
IP-Strategie, war eine Aktualisierung
des Konzeptes zur Datenfernübertragung
notwendig. Von der Ertüchtigung der
Übertragungstechnik und der Umstellung
auf internetbasierte Übertragungswege
sind alle Messnetze des GB 3 betroffen.
Das Umsetzungskonzept zur zukünfti-
gen Datenfernübertragungsstruktur des
GB 3 dient als Zusammenfassung der
bisherigen Überlegungen und erforder-
lichen Leistungen zur Ertüchtigung der
Übertragungstechnik und der Umstellung
auf internetbasierte Übertragungswege
(IP-DFÜ). Das Konzept wurde durch eine
fachbereichsübergreifende Arbeitsgrup-
pe unter Mitwirkung des IT-Bereichs
der BfUL erarbeitet. Es fokussiert auf die
Darstellung der konzeptionellen Lösung
für die Datenfernübertragung von der
BfUL zum Landeshochwasserzentrum des
LfULG unter Berücksichtigung von Re-
dundanz und IT-Sicherheit. Nach inten-
siven Bemühungen der BfUL wurde das
erarbeitete Konzept durch das LfULG, das
SMUL und den Staatsbetrieb Sächsische
Informatikdienste (SID) bestätigt. Für
2018 ist die praktische Umsetzung des
Konzeptes geplant.
Neuer Betriebsstandort für den
Fachbereich Chemnitz
In diesem Jahr konnte das neue Be-
triebsgebäude für den Fachbereich 33 in
Chemnitz (Dresdner Straße) fertiggestellt
und im September bezogen werden. Die
feierliche Schlüsselübergabe fand am
03.11.2017 statt. Der Standort Chemnitz
umfasst nun Arbeitsplätze für insgesamt
29 Mitarbeiter aus den Geschäftsberei-
chen 2, 3 und 5. Im internen Audit konnte
festgestellt werden, dass nach dem Um-
zug die erforderlichen Voraussetzungen
für eine sofortige Fortführung der effek-
tiven Arbeit des Fachbereichs 33 nicht
nur schnell geschaffen, sondern auch we-
sentlich verbessert wurden. Das betrifft
unter anderem die Lagerung der Mess-
technik, die Gestaltung und Ausstattung
der Werkstätten sowie die Möglichkeiten
der Unterlagenführung.
Abb. 13: Ombrometer Königswartha mit
temporärem Vergleichsmessgerät
Abb. 14: AMN Station Lampertswalde
mit UK Vario
»
Das neue Betriebsgebäude
für den Fachbereich 33 in Chemnitz
wurde fertiggestellt.
«

image
Untersuchung landwirtschaftlicher
Produktionsmittel und Erzeugnisse
sowie phytopathologische Diagnostik
Analytik für die amtliche
Düngemittelverkehrs kontrolle;
Untersuchungen von Böden auf
Humus-, Nährstoff-, Schwermetall-
gehalte;
Analyse von Futtermitteln, Pflanzen,
Fleisch und Fisch auf Schwermetalle;
Amtliche Futtermittelanalytik
(Inhalts- , Zusatz- , unerwünschte
und verbotene Stoffe);
Untersuchung verschiedenster
landwirtschaftlicher Produktions-
mittel und Erzeugnisse auf organische
Schadstoffe (z. B. Pflanzenschutz-
mittel, PCB);
Begleitung von Monitoring-Program-
men (z. B. Mykotoxine in sächsischem
Getreide);
Grundfutterqualitätsprogramm;
Analytik im Rahmen der EU- und
Landessortenprüfung;
Analytik auf gentechnisch veränderte
Organismen bei Futtermitteln und
Saatgut;
Beschaffenheitsprüfung von Saatgut
(Anerkennung und Saatgut-Verkehrs-
kontrolle);
Besondere Ernteermittlung (BEE) zur
Ertragsabschätzung für das Statis-
tische Landesamt (StaLA) Kamenz;
Mikrobiologische Untersuchungen
von Futtermitteln, Düngemitteln und
Bioaerosolen;
Untersuchung von pflanzlichen
Warensendungen (Export, Import,
innergemeinschaftliches Verbringen),
Zuchtmaterial, Pflanzen und Böden
aus Bestandskontrollen auf Quaran-
täne-Schadorganismen;
Gesundheitsprüfungen an Saat- und
Pflanzgut im Rahmen von Anerken-
nungsverfahren und Saatgutverkehrs-
kontrollen;
Diagnostik von Schaderregern an
Pflanzen im Rahmen der Schaderre-
gerüberwachung sowie bei Versuchs-
und Monitoring-Programmen.
Akkreditiertes Laboratorium
Nach DIN EN ISO/IEC 17025
(seit 1997), der International Seed
Testing Association (ISTA) und für die
Kontrolle von EG-Düngemitteln.
Nationales Referenzlabor
Für die Zulassung von Zusatzstoffen
zur Verwendung in der Tierernährung
und für gentechnisch veränderte
Organismen.
28 |
| 29
Moderne Landwirtschaft
Umweltgerecht und sicher
Geschäftsbereich 4
Landwirtschaftliches
Untersuchungswesen
310
Düngemittelproben in der amtlichen
Düngemittelverkehrskontrolle
11.219
Proben im Bereich der
Phytopathologie
90
verschiedene Parameter werden
in Futtermitteln untersucht
Mehr als

image
30
| 31
|
Abb. 3: Düngemitteluntersuchung –
Bestimmung der basisch
wirksamen Bestandteile an
organischen Düngemitteln
durch die Düngemittelverkehrskontrolle
vorgenommen (Abb. 1). Je nach Dünge-
mitteltyp sind Analysenmethoden nach
nationalem oder europäischem Recht
anzuwenden (Abb. 3). Die am häufig-
sten kontrollierten Düngemittel waren
mineralische NP-, NPK-Düngemittel und
organische sowie organisch-mineralische
Düngemittel.
Untersuchungen im Rahmen der
amtlichen Futtermittelüberwachung
Der Geschäftsbereich 4 ist vom Sächsi-
schen Staatsministerium für Soziales und
Verbraucherschutz mit den Untersuchun-
gen im Rahmen der amtlichen Futtermit-
telüberwachung beauftragt.
Das Kontrollprogramm Futtermittel ist
bundesweit koordiniert und als Bestand-
teil des Mehrjährigen Nationalen Kon-
trollplans 2017–2021 (MNKP) unter dem
Stichwort „Futtermittelüberwachung“
be schrieben. Damit wird der Forderung
gemäß Artikel 41 der Verordnung (EG) Nr.
882/2004 des Europäischen Parlamen-
AUFGABEN IM JAHR 2017
Düngemittelverkehrskontrolle
in Sachsen
Aufgabe der amtlichen Düngemittelver-
kehrskontrolle (DVK) ist es, die Einhaltung
der Vorschriften des Düngemittelrechts
beim Hersteller oder Händler (Inverkehr-
bringer) der Düngemittel, Bodenhilfsstof-
fe, Kultursubstrate oder Pflanzenhilfsmit-
tel zu überwachen. Neben dem Schutz
der Verbraucher vor Täuschungen im
Düngemittelhandel ist es vor allem eine
Aufgabe der DVK sicherzustellen, dass
es bei sachgerechter Anwendung der
Düngemittel zu keiner Schädigung der
Fruchtbarkeit des Bodens oder der Ge-
sundheit von Menschen, Haustieren und
Nutzpflanzen kommt.
Der Geschäftsbereich Landwirtschaftli-
ches Untersuchungswesen übernimmt
die Analytik der Düngemittel für den Voll-
zug der DVK durch das LfULG.
Im Jahr 2017 wurden insgesamt 310 amt-
liche Beprobungen und Untersuchungen
tes und des Rates vom 29.04.2004 über
amtliche Kontrollen zur Überprüfung der
Einhaltung des Lebensmittel- und Fut-
termittelrechts sowie der Bestimmungen
über Tiergesundheit und Tierschutz, wo-
nach jeder Mitgliedstaat einen solchen
Kontrollplan erstellen soll, Rechnung ge-
tragen.
Mit dem Ziel der Überprüfung der De-
klaration und der Einhaltung der ge-
setzlichen Vorgaben können über 90
verschiedene Parameter in Futtermitteln
untersucht werden.
Im Jahr 2017 wurden unangekündigt und
stichprobenartig 916 Proben (Abb. 2) bei
Herstellern, Händlern und Landwirten
gezogen. Wie in den Vorjahren lag der
Schwerpunkt wieder bei der Untersu-
chung auf unerwünschte und verbotene
Stoffe.
Sächsisches Messnetz Futtermittel
Das LfULG betreibt seit 2014 ein Messnetz
„Futtermittel“. Dieses Messnetz dient der
sächsischen Agrarverwaltung als ein In-
strument zur vorausschauenden Risiko-
bewertung in der Lebensmittelkette und
in der Umweltwirkung der Tierhaltung.
Durch ein Monitoring von Grundfutter-
mitteln soll die Situation und die Qualität
dieser wirtschaftseigenen Futtermittel im
Freistaat widergespiegelt werden, um ge-
gebenenfalls rechtzeitig Handlungsem-
pfehlungen ableiten zu können.
Der Fachbereich 42 hat im Jahr 2017 im
Rahmen des Messnetzes „Futtermittel“
426 Grundfuttermittel auf eine Vielzahl
von Parametern untersucht (Abb. 4).
Neben der sensorischen Bewertung und
der Untersuchung auf den Futterwert
bestimmende Inhaltsstoffe wurden auch
unerwünschte Stoffe wie Schwermetalle
oder Mykotoxine stichprobenhaft in den
Grundfuttermitteln analysiert. Aussagen
zum Konserviererfolg und zur mikrobio-
logischen Qualität von Silagen konnten
ebenfalls aus den Untersuchungen ab-
geleitet werden. Seit 2015 wird auch der
Futterwert von heimischen Körnerlegu-
minosen und Getreide bestimmt.
Die Ergebnisse dieser Futtermittelana-
lysen wurden z. B. im Rahmen der Aus-
bildung an den sächsischen Fachschulen
für Landwirtschaft genutzt, um theore-
tische Inhalte mit konkreten praktischen
Anwendungen zur Futterqualität in der
regionalen Landwirtschaft zu verbinden.
Pflanzenschutzmittel-
Anwendungskontrolle
Die Einhaltung der Vorschriften der Ver-
ordnung (EG) 1107/2009 über das Inver-
kehrbringen von Pflanzenschutzmitteln,
das Pflanzenschutzgesetz und der hierauf
beruhenden Verordnungen, wie z. B. der
Pflanzenschutzanwendungsverordnung
wird in Deutschland von den Bundeslän-
dern kontrolliert.
Die Kontrollen zur Anwendung von Pflan-
zenschutzmitteln (PSM) erfolgen durch
das LfULG in Form von:
Kontrollen in Betrieben
(Betriebsprüfungen);
Kontrollen auf Flächen während der
Anwendung von Pflanzenschutz-
mitteln;
Kontrollen auf Flächen nach der An-
wendung von Pflanzenschutzmitteln.
Die für diese Kontrollen erforderliche
Analytik erfolgt im Fachbereich 42.
Ein Schwerpunkt der Untersuchungen
im Jahr 2017 betraf die Kontrolle der
Einhaltung von Abstandsauflagen nach
Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) sowie
der Nichtbehandlung eines 5 m breiten
Gewässerrandstreifens nach SächsWG
zum Schutz von Oberflächengewässern
vor dem Eintrag von PSM-Wirkstoffen.
Probenart
Anzahl analysierter
Proben 2017
EG-Düngemittel
99
Düngemittel nach VO (EG) 764/2008
(freier Warenverkehr)
10
Mineraldüngemittel (national)
32
Organisch und organisch-mineralische Düngemittel
(Kleinverpackungen, Garten- und Baumarktprodukte)
33
Organische Düngemittel (u. a. Komposte, Klärschlämme,
Gärrückstände, tierische Nebenprodukte)
56
Kultursubstrate
26
Bodenhilfsstoffe
3
Wirtschaftsdünger
51
Summe
310
Abb. 1: Amtliche Probenahmen und Untersuchungen im Rahmen der DVK 2017
2015
2016
2017
Matrix
Probenanzahl
Parameter
Probenanzahl
Parameter
Probenanzahl
Parameter
Pflanze / Futtermittel
gesamt
11.047
94.473
14.019
126.795
11.633
158.668
Amtliche Futtermittel gesamt
963
6.542
849
5.663
916
12.032
Grundfutter
gesamt
453
10.419
520
11.960
562
11.609
Pflanzen
gesamt
9.631
77.512
12.650
109.172
10.291
135.027
Abb. 2: Anzahl an Untersuchungen des GB 4 an Pflanzen und Futtermitteln in den Jahren 2015–2017
Untersuchungsgegenstand
Probenanzahl
Sensorik
426
Inhaltsstoffe - Futterwert
426
Mineralstoffe
(Mengen- und Spurenelemente)
426
Schwermetalle
19
Mykotoxine
21
Konserviererfolg
davon Gärsäuren und Ethanol
297
128
Mikrobiologische Qualität
25
Körnerleguminosen
12
Getreide
16
Abb. 4: Probenumfang Messnetz „Futtermittel“ 2017

image
image
image
32
| 33
|
ben tiefgefrorene Geflügelschlachtkör-
per und 24 Proben Geflügelteilstücke)
zur Untersuchung eingesandt. Diese
Untersuchungen beinhalten bei tiefge-
frorenen Geflügelschlachtkörpern die
Bestimmung des Auftauverlustes an je-
weils 20 Schlachtkörpern pro Probe und
bei Geflügelteilstücken die Bestimmung
des Fremdwassergehaltes anhand des
Wasser/Rohprotein-Verhältnisses. In der
Verordnung festgelegte Werte für den
Auftauverlust bzw. das Wasser/Rohprote-
in-Verhältnis dürfen nicht überschritten
werden.
Insgesamt wurden 22 Ackerschläge un-
tersucht, wofür je Schlag die Gehalte
der eingesetzten PSM in einer Boden-
mischprobe aus dem Randbereich mit
den Gehalten einer Mischprobe aus dem
Schlaginneren verglichen wurden. Nach-
gewiesene Verstöße gegen die Einhaltung
von Abstandsauflagen nach PflSchG wer-
den vom LfULG als Ordnungswidrigkeit
geahndet; Verstöße gegen das Gebot
der Nichtbehandlung eines 5 m breiten
Gewässerrandstreifens nach SächsWG
werden an die verantwortlichen Unteren
Wasserbehörden zur weiteren Verfolgung
abgegeben.
Die im Jahr 2016 aufgenommenen Kon-
trollen zur Anwendung von Pflanzen-
schutzmitteln im sächsischen Weinbau
wurden 2017 fortgeführt. Neben dem im
Weinbau nicht zugelassenen Dimetho-
at wurden bereits 2016 drei weitere im
Weinbau nicht zugelassene Wirkstoffe
in Rindenproben nachgewiesen. Im Fo-
kus der Untersuchungen im Jahr 2017
stand neben dem Wirkstoff Dimethoat
der Wirkstoff Dimoxystrobin, dessen An-
wendung in einem Betrieb nachgewiesen
wurde. Im Jahr 2017 wurden im Rahmen
dieser Kontrollen insgesamt 44 Proben
(11 Rinden- und 33 Blattproben) auf je-
weils 261 Wirkstoffe untersucht. 46 der
untersuchten Wirkstoffe konnten nach-
gewiesen und quantifiziert werden.
Kontrolle der Einhaltung von
Vermarktungsnormen
Im Rahmen der Kontrolle der Einhal-
tung der Vermarktungsnormen für Ge-
flügelfleisch nach Verordnung (EG) Nr.
543/2008 wurden im Jahr 2017 vom
Kontrolldienst Agrarwirtschaft des LfULG
insgesamt 33 Geflügelproben (9 Pro-
GVO-Saatgutmonitoring 2017
Im Rahmen des sächsischen Saatgut-
monitorings auf gentechnisch verän-
derte Organismen (GVO) kamen 2017
insgesamt 60 Saatgutproben im GVO-
Saatgutmonitoring der Fruchtarten Mais,
Raps, Soja und Senf zur Untersuchung.
Außerdem wurden 26 Petunienproben
auf gentechnische Veränderungen analy-
siert (Abb. 5).
Die Untersuchungen erfolgten nach dem
in der amtlichen Sammlung von Unter-
suchungsverfahren nach § 28b GenTG
beschriebenen Untersuchungsablauf zum
Nachweis gentechnischer Veränderungen
in Saatgut [Dokument G 30.00-2, Juli
2012]. Zum Nachweis gentechnischer
Veränderungen kamen molekularbiologi-
sche Methoden, basierend auf der real-
time PCR, zum Einsatz.
Beschaffenheitsprüfung – Saatgut
Bevor Saatgut in den Verkehr gebracht
werden darf, wird es vorab im Vermeh-
rungsbestand geprüft (Feldprüfung) und
nach der Aufbereitung im Aufberei-
tungsbetrieb im Saatgutlabor auf seine
Beschaffenheit untersucht. Die Beschaf-
fenheitsprüfung von Saatgut (Abb. 6)
ist nach der Feldprüfung eine wichtige
Voraussetzung für die amtliche Anerken-
nung und Zertifizierung durch das LfULG.
Die dafür notwendigen Untersuchungen
werden im Fachbereich 43 durchgeführt.
Neben den Untersuchungen für die Saat-
gutanerkennung werden Beschaffen-
heitsprüfungen für die Saatgutverkehrs-
kontrolle (SVK), für die Kontrolle von
Überlagerungsproben sowie für Projekte
des LfULG vorgenommen.
Nach dem Agrarstatistik-Gesetz (AgrS-
taG) sind die Bundesländer verpflichtet,
Erhebungen über die Erntemengen (Be-
sondere Ernteermittlung) u. a. von Ge-
treide vorzunehmen. Dafür werden Pro-
ben von Getreideschnitten bearbeitet;
die Ertragsabschätzung erfolgt durch das
StaLA in Kamenz.
Weitere Aufgaben im Saatgutlabor sind
folgende versuchsbegleitende Untersu-
chungen für das LfULG:
Fruchtinhaltsstoffe und Festigkeit
von Äpfeln;
Nitratgehalte in Kartoffeln.
Das Saatgutlabor im Fachbereich 43 ist
von der International Seed Testing As-
sociation (ISTA) akkreditiert und führt
nach deren vorgeschriebenen Metho-
den die geforderten Prüfungen durch
(Abb. 7). Die Akkreditierung beinhaltet
eine regelmäßige Teilnahme an Profici-
ency Tests (Laboreignungstest) der ISTA.
Der Fachbereich 43 hat 2017 an vier
ISTA-Proficiency Tests teilgenommen und
diese erfolgreich absolviert. Die ISTA-
Akkreditierung ist Voraussetzung für die
Erstellung von ISTA-Zertifikaten für den
internationalen Saatguthandel. Im Be-
richtszeitraum wurden insgesamt 128
ISTA-Zertifikate ausgestellt.
Der Fachbereich 43 ist Mitglied der Fach-
gruppe Saatgut des VDLUFA. Hier wer-
den gemeinsam Methoden entwickelt,
in methodischen Ringanalysen geprüft,
bewertet und zur Validierung bei der ISTA
vorgeschlagen.
Phytopathologische Untersuchungen
Im Fachbereich 44 werden Pflanzen und
Bodenproben auf pflanzenpathogene
Schadorganismen wie Insekten, Nema-
toden, Phytoplasmen, Bakterien, Pilze,
Viren und Viroide untersucht. Der größte
Teil der Proben stammte auch 2017 aus
der Kontrolltätigkeit des LfULG. Diese
Leistungen umfassten die Diagnosen von
Quarantäne-Schaderregern in den Berei-
chen Virologie, Bakteriologie, Mykologie
und Zoologie. Spezielle Untersuchun-
gen erfolgten im Rahmen von Ex- und
Importen bzw. von EU-Monitoring-Pro-
grammen. Gesundheitsprüfungen bei
Pflanzgut gehörten ebenso zum Unter-
suchungsspektrum wie Untersuchungen
hinsichtlich meldepflichtiger Schaderre-
ger im Garten- und Obstbau (Feuerbrand,
Apfeltriebsucht, Phytophthora ramorum,
Fusarium circinatum) sowie bei land- und
forstwirtschaftlichen Kulturen (Kartoffel-
zystennematoden, Kiefernholznemato-
den).
Ein weiterer großer Teil der Diagnosean-
forderungen ergibt sich alljährlich aus den
vielfältigen Anforderungen der Schader-
regerüberwachung des LfULG im Acker-
und Gartenbau sowie aus pflanzenbau-
lichen Versuchen (Abb. 8). Hier standen
vor allem zoologische und mykologische
Spezialdiagnosen, wie z. B. ein umfang-
reiches Fusarium- / Toxin-Monitoring
und Untersuchungen auf Steinbrand
(Tilletia caries / controversa) für den öko-
logischen und konventionellen Anbau
sowie Zuarbeiten für die Datenerhebung
für den Pflanzenschutzwarndienst (ZEPP,
ISIP) im Fokus. Darüber hinaus erfolgten
zahlreiche Gesundheitsprüfungen von
Saat- und Pflanzgut im Rahmen des amt-
lichen Anerkennungsverfahrens.
Wichtige sächsische gartenbauliche Spe-
zial- und Pflanzenzuchtbetriebe sowie
Forschungs- und Prüfinstitutionen nah-
men gleichfalls Diagnoseleistungen in
Anspruch.
Abb. 6: Saatgut-Reinheitsuntersuchung an einer Gerstenprobe
Fruchtart
Probenanzahl
Mais
49
Raps
6
Soja
4
Senf
1
Petunien
26
Abb. 5: Probenumfang der Saatgut- und Petunienuntersuchungen auf GVO 2017
Abb. 7: Rückstellprobenlager Saatgut
Abb. 8: Mutterkorn Claviceps purpurea

34
| 35
|
Zur Routine-Diagnostik von Xylella fas-
tidiosa wurden im Fachbereich Phytopa-
thologie erfolgreich molekularbiologische
Verfahren (Real-time / konventionelle
PCR und Gensequenzierung) etabliert.
Zwei Mitarbeiterinnen erhielten für diese
Spezialdiagnostik befristete Anstellun-
gen.
Im Jahr 2017 wurden im Fachbereich 44
ca. 700 Pflanzenproben und knapp 300
Zikaden auf Xylella fastidiosa untersucht.
Im Gegensatz zum Vorjahr erfolgte 2017
weder im Freiland noch in Gewächshäu-
sern ein Nachweis des Bakteriums an den
eingesandten Proben.
Untersuchungen von Kartoffelproben
und Vermehrungsflächen auf
Quarantäneschaderreger
Pflanz- und Speisekartoffeln wurden auf
die im Anerkennungsverfahren geforder-
ten Quarantänebakteriosen Clavibacter
michiganensis ssp. sepedonicus und Ral-
stonia solanacearum mit Hilfe moleku-
larbiologischer Methoden (PCR-Analytik)
untersucht. Es wurden 578 Pflanz- und
Die im Fachbereich 44 untersuchte Ge-
samtprobenzahl war im Jahr 2017 er-
heblich höher als im Vorjahr (Abb. 9). Die
Ursache liegt im Auftreten des Quaran-
täneschaderregers Xylella fastidiosa in
Sachsen, der intensive Beprobungen und
Untersuchungen von Pflanzen und Vek-
toren (Zikaden) in den im Herbst 2016
abgegrenzten Zonen erforderte. Darüber
hinaus erfolgten zusätzliche Untersu-
chungen und die Einführung neuer Diag-
nosemethoden im Rahmen des nationa-
len Monitorings der EU in Hinblick auf
Risikoanalysen zur zukünftigen Einstu-
fung von Quarantäne-Schaderregern.
Im Rahmen der Qualitätssicherung nahm
der Fachbereich 44 im Jahr 2017 insge-
samt an neun Laborvergleichsuntersu-
chungen erfolgreich teil.
Untersuchungen zum Quarantäne-
Schaderreger Xylella fastidiosa
Anlässlich des Monitorings von Qua-
rantäne-Schaderregern erfolgte im Jahr
2016 bei einer Betriebskontrolle in einer
Gärtnerei im sächsischen Vogtland der
Nachweis des Bakteriums Xylella fasti-
diosa an einer Oleander-Pflanze. Es han-
delte sich um einen Erstnachweis dieses
Bakteriums für Deutschland. In Südeu-
ropa tritt Xylella fastidiosa bereits in ei-
nigen Regionen Italiens, Frankreichs und
Spaniens auf und richtet insbesondere im
italienischen Olivenanbau enorme Schä-
den an.
Aufgrund der Bestimmung des EU-Durch-
führungsbeschlusses 2015/789 wurden
infolge des Nachweises des Bakteriums in
Sachsen eine Befallszone (100 m Radius)
und eine Pufferzone (10 km Radius) ab-
gegrenzt. Sowohl Befalls- als auch Puf-
ferzone unterliegen einem mehrjährigen
regelmäßigen intensiven Monitoring, um
einer möglichen Ausbreitung des Bakteri-
ums vorzubeugen.
Speisekartoffel-Proben mittels Real-time
PCR auf beide Quarantänebakteriosen
im Simultanverfahren untersucht. Im
Bedarfsfall wurden die Untersuchungen
durch die konventionelle PCR ergänzt. Im
Berichtszeitraum traten keine Fälle eines
Befallsverdachtes mit Bakterieller Ring-
fäule oder Schleimkrankheit auf. Ergänzt
wurden diese Untersuchungen durch die
Bonitur hinsichtlich weiterer quarantä-
nerelevanter Schaderreger wie dem Kar-
toffelkrebs (Synchytrium endobioticum),
Amerikanischer Kartoffelerdflöhe (Epitrix
spp.) und Candidatus Liberibacter solana-
cearum. In der Saison 2016/2017 wurden
1.935 Bodenproben von Pflanzkartoffel-
Vermehrungsflächen auf zystenbilden-
de Kartoffelnematoden untersucht. Im
Berichtszeitraum gab es keinen Befalls-
verdacht mit Kartoffelzystennematoden
(Globodera pallida / G. rostochiensis).
20 Bodenproben wurden zusätzlich von
insgesamt ca. 100 ha Speisekartoffelan-
bauflächen untersucht. Bei keiner Unter-
suchung wurden Nematoden nachgewie-
sen.
Seit November 2005 besteht eine Ko-
operationsvereinbarung zwischen der
Landesanstalt für Landwirtschaft und
Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG), der
Thüringer Landesanstalt für Landwirt-
schaft (TLL) und der Staatlichen Betriebs-
gesellschaft für Umwelt und Landwirt-
schaft Sachsen (BfUL) im Bereich des
Landwirtschaftlichen Untersuchungswe-
sens.
Die arbeitsteilige Zusammenarbeit er-
möglicht es, die vorhandenen personellen
und materiell-technischen Kapazitäten
im jeweiligen Bundesland noch effekti-
ver zu nutzen und auch im Havariefall
uneingeschränkt handlungsfähig zu blei-
ben. Der Sicherstellung der im gesetzlich
geregelten Bereich vorgegebenen Unter-
suchungs-, Bewertungs- und Kontroll-
aufgaben kommt dabei besondere Be-
achtung zu.
Im Jahr 2017 konzentrierte sich die Zu-
sammenarbeit auf nachfolgende Schwer-
punkte.
Durchführung von Kontrollanalysen
Die Durchführung von Kontrollanalysen
bei Grenzwertüberschreitungen und Be-
anstandungen sowie gegenseitige Hilfe
zur Absicherung der Termineinhaltung in
der Amtlichen Futtermittelüberwachung,
Düngemittel- sowie Saatgutverkehrs-
kontrolle im Havariefall stellen einen
Schwerpunkt der Kooperation dar.
Im Ereignisfall sichert mindestens einer
der Kooperationspartner verbindlich eine
kurzfristige Gegenuntersuchung des Ana-
lysenwertes ab.
Auch im Jahr 2017 ergab sich die Not-
wendigkeit einer Absicherung von Un-
tersuchungsdaten zu amtlichen Kontroll-
untersuchungen. Es wurden kurzfristige
Kontrollanalysen (Gegenproben) in bri-
santen Ereignisfällen / Havarien bei Be-
anstandungen zu den gesetzlich geregel-
ten Untersuchungsaufträgen (Amtliche
Futtermittelüberwachung, Düngemittel-
verkehrskontrolle und PSM-Kontrollpro-
gramme) durchgeführt.
Arbeitsteilige Übernahme von
Spezialanalysen
Zur Erhöhung der Effizienz von Analysen,
die entweder methodisch aufwändig bzw.
gerätetechnisch sehr kostenintensiv sind
oder aber nur in sehr geringer Probenan-
zahl beauftragt werden, ist eine arbeits-
teilige Übernahme dieser Spezialuntersu-
chungen durch eine Untersuchungsstelle
für die jeweils anderen beiden vereinbart
worden. Die rechtliche Verbindlichkeit
der Untersuchungsergebnisse ist in jedem
Fall gleichzusetzen. Dabei gilt das Prinzip
einer ausgeglichenen Bilanz für die ge-
genseitig erbrachten Leistungen.
Im Jahr 2017 erfolgten weitere Festle-
gungen für die arbeitsteilige Durchfüh-
rung von Spezialanalysen im Bereich der
anorganischen Analytik im Rahmen der
Düngemittelverkehrskontrolle.
Mit der arbeitsteiligen Durchführung von
Analysen wurden 2017 insgesamt 624
Proben abgesichert. Ohne die Koopera-
tion hätten diese speziellen analytischen
Aufträge nicht bearbeitet werden können
oder wären nur durch erheblichen Kos-
tenaufwand für die jeweilige Dienststelle
zu realisieren gewesen.
Kompetenzprüfung privater
Untersuchungsstellen nach AbfKlärV
und BioAbfV
Die enge Kooperation zwischen TLL und
BfUL wurde mit der arbeitsteiligen Orga-
nisation, Durchführung und Auswertung
des Länderübergreifenden Ringversuchs
nach Fachmodul Abfall (LÜRV-A) 2017
fortgesetzt. Die Ausrichtung des sehr auf-
wändigen Teilringversuchs Bioabfall 2017
erfolgte wie in den Vorjahren gemeinsam
durch BfUL und TLL. Hier sind zusätzlich
das Hessische Landeslabor (LHL) und die
Universität Hohenheim an der Organisa-
tion und Durchführung beteiligt.
Die Präsentation und Diskussion der Er-
gebnisse der Teilringversuche Boden,
Klärschlamm und Bioabfall des LÜRV-A
2017 wird auf dem gemeinsamen Labor-
tag Sachsen/Thüringen Anfang 2018 in
Nossen erfolgen.
Saatgutprüfung und -anerkennung
Schwerpunkt der Zusammenarbeit im
Bereich der Saatgutprüfung und -an-
erkennung war und ist die Anwendung
und Erweiterung des webbasierten Fach-
anwenderprogrammes zur Anerkennung
von Saatgut und Pflanzkartoffeln (Sapro-
Kapro 2012). LLG und BfUL betreiben seit
2014 das neue Programm im Routinebe-
trieb. Seit 01.07.2015 hat auch die TLL
SaproKapro in die Routinenutzung über-
führt. Das Programm wird mittlerweile
bundesweit von 10 Anerkennungs- bzw.
Prüfstellen genutzt. Die LLG arbeitet der-
zeit am Modul „Beschaffenheitsprüfung“,
mit dem die Labordaten eingebunden
werden können.
Methodenentwicklung in der
landwirtschaftlichen Analytik
Die kosten- und arbeitsintensive Entwick-
lung, Adaption und Validierung neuer
amtlicher Untersuchungsverfahren sowie
deren Umsetzung in die Routineanalytik
gehören zu den Schwerpunktaufgaben
der staatlichen Untersuchungslabore. Im
Jahr 2017 wurden wiederum verschiede-
ne gemeinsame Methodenvalidierungen
durchgeführt bzw. konzeptionelle Arbei-
ten weitergeführt.
Untersuchungsjahr
2014
2015
2016
2017
Gesamtproben im FB 44
8.571
9.742
8.760
11.219
Abb. 9: Probenumfang in der Phytopathologie in den Jahren 2014–2017
KOOPERATIONSVEREINBARUNG IM LANDWIRTSCHAFTLICHEN
UNTERSUCHUNGSWESEN SACHSEN – THÜRINGEN – SACHSEN-ANHALT
»
In Südeuropa tritt
Xylella fastidiosa bereits in einigen
Regionen Italiens, Frankreichs und Spaniens
auf und richtet insbesondere im
italienischen Olivenanbau
enorme Schäden an.
«

image
Geschäftsbereich 5
Umweltanalytik und
Naturschutzmonitoring
Probenahme von Wasser und Sediment
aus Fließ- und Standgewässern
Laborstandorte Nossen, Bad Düben,
Chemnitz, Görlitz.
Monitoring gemäß Wasserrahmen-
richtlinie 2000/60/EG
Laboranalytik von Nährstoffen, Ionen,
Summenparametern, Schwermetallen,
organischen Verbindungen sowie
mikrobiologische Untersuchungen;
Ständige Anpassung des Parameter-
und Methodenspektrums;
Ermittlung des ökologischen
Zustands.
Gewässerüberwachung im
Havarie- und Hochwasserfall
Fünf Gewässergütemessstationen mit
chemischen und biologischen Online-
Monitoren sowie automatischen
Probennehmern;
Internetpräsentation;
Rufbereitschaft (Diensthabender,
Laborbereitschaft).
Chemische und physikalische
Boden-, Sediment- und Gesteins-
untersuchungen
Umfassende Bodenanalytik für Bo-
denmonitoring und Kartierung;
Bestimmung organischer Schadstoffe
in Böden, Sedimenten und Biota;
Gesteinsvollanalysen.
Analytik Luftmessnetz
Bestimmung von Schwermetallen,
PAK und Ruß an Staubfiltern;
Untersuchung des Staubnieder-
schlags;
Analyse von Proben der nassen
Deposition.
Durchführung von Ringversuchen
im Bereich Wasser
Überwachung von Privatlaboren
(Sächs. Eigenkontrollverordnung);
Länderübergreifende Ringversuche im
Rahmen der LAWA.
Vogelmonitoring
Sächsische Vogelschutzwarte
Neschwitz;
SPA-Monitoring, bundesweite und
sonstige Monitoringprogramme;
Mitarbeit Todesursachenanalyse
geschützter Arten (Seeadler).
Naturschutzmonitoring
nach FFH-Richtlinie
Erfassung von Lebensraumtypen und
Biotopen (Grob- und Feinmonitoring);
Arten-Monitoring (mehr als
60 Tier- und Pflanzenarten);
Bearbeitung von Naturschutz-
Projekten.
36 |
| 37
Natur und Umwelt
Beobachten, um zu schützen
1.175.335
ermittelte Einzelparameter in der
speziellen Wasseranalytik
10.000
Vor-Ort-Parameter-
Datensätze
1.778
Staubfilter analysiert

image
image
image
image
image
image
38
| 39
|
Abb. 3: Container für Interim Gewässergütemessstation
Mehrfach erfolgte eine Alarmauslösung
über den internationalen Warn- und
Alarmplan „SOS-Elbe“, wobei durch die
tschechischen Kollegen stets mitge-
teilt wurde, dass aufgrund getroffener
Maßnahmen oder Geringfügigkeit der
Kontamination keine Auswirkungen für
Sachsen zu erwarten sind. Diese Ein-
schätzungen konnten durch die Biotests
und physiko-chemischen Messsysteme
der Gewässergütemessstation Schmilka
indirekt bestätigt werden.
ROUTINEAUFGABEN 2017
Die Arbeiten konzentrierten sich 2017
auf die Datenerhebung im Rahmen der
überblicksmäßigen und operativen Über-
wachung nach EU-WRRL, das FFH- und
SPA-Monitoring sowie die Bearbeitung
von Bodenproben im Rahmen des Bo-
denmonitorings. Die 2016 übernommene
Aufgabe der Analytik des Luftmessnetzes
wurde fortgeführt. Alle Anforderungen
des LfULG konnten durch den Geschäfts-
bereich erfüllt werden.
Zum 01.05.17 trat die neue Struktur des
Geschäftsbereichs 5 mit der Schaffung
der Fachbereiche 53 Gewässergütelabo-
re und 56 Gewässergütemessstationen,
Probenlogistik, LIMS in Kraft. Im Oktober
erfolgte der Umzug des Gewässergüte-
labors Chemnitz in den Neubau an der
Dresdner Straße.
Gewässergütemessstationen
und Probenahme
Durch die Online-Monitore der sächsi-
schen Gewässergütemessstationen wer-
den diverse Parameter überwacht (siehe
auch
www.umwelt.sachsen.de/umwelt/
wasser/3883.htm). Überschreitungen fest-
gelegter Schwellenwerte gab es vor al-
lem beim pH-Wert und bei der Trübung
in ähnlicher Größenordnung wie in den
Vorjahren.
Neubau und Interimslösung
Gewässergütemessstation Schmilka
Der stabile Betrieb der Gewässergüte-
messstation Schmilka hat als Wäch-
ter- und Bilanzierungsstation eine über-
regionale Bedeutung im Rahmen des
internationalen Messprogramms sowie
des Warn- und Alarmplans „SOS-Elbe“
der Internationalen Kommission zum
Schutz der Elbe (IKSE).
Nach dem Hochwasser 2013 wurden in
Zusammenarbeit mit dem Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Bauma-
nagement (SIB) umfangreiche Konzepte
erarbeitet, wie die Messstation für Hoch-
wasserfälle ertüchtigt werden kann, um
einen vollen Messbetrieb bis zu einem
Pegelstand der Elbe von 9 m (Pegel Schö-
na) zu ermöglichen und darüber hinaus
einen Gebäudeschutz über 9 m zu erzie-
len, damit nach Ablaufen der Hochwas-
serwelle der Messbetrieb zeitnah wieder
aufgenommen werden kann.
Nach Prüfung aller Varianten fiel die Ent-
scheidung für einen Neubau am gleichen
Standort, bei dem sich Mess-, Gebäude-
und Datenübertragungstechnik komplett
im 1. Obergeschoss befinden.
Im Mai 2017 wurde mit dem Aufstellen
von Containern als Interimslösung für die
Bauphase neben der bisherigen Station
auf dem Parkplatz in Schmilka begonnen.
Es erfolgte die medienseitige Erschlie-
ßung, das Umbinden der Prozesswasser-
leitung sowie Umsetzen und Wiederinbe-
triebnahme der Messtechnik. Im Rahmen
des eng gesteckten Zeitplans wurde
immer wieder deutlich, welch komplexe
technische Einrichtung eine Gewässer-
gütemessstation ist, und sei dies nur für
eine Interim-Lösung. Dank des großen
Engagements des Planungsbüros, des SIB
und besonders der involvierten Kollegin-
nen und Kollegen der BfUL wurden für
alle Fragen und Probleme kurzfristig Lö-
sungen gefunden. Nach nur einem Monat
Unterbrechung konnte am 12.06.2017 in
der Interimsstation der fast komplette
Messbetrieb wieder aufgenommen wer-
den.
Voraussichtlich im Herbst 2018 soll ein
modernes, funktionales und hochwasser-
sicheres Gebäude für die Gewässergüte-
messstation Schmilka fertig gestellt sein.
Probenahme Oberflächenwasser – Nut-
zung elektronischer Probenahme-Pro-
tokolle im Routineeinsatz
Im Messjahr 2017 endete der Übergang
von handgeschriebenen Probenahmepro-
tokollen in Papierform zur zeitgemäßen
IT-unterstützen Form.
Mit den Zielen der Verbesserung der Ar-
beitsprozesse, der Datenzuverlässigkeit
und des Datenzugriffs durch die Nutzer
sowie der Einsparung von Papier wurde
2016 mit der Schaffung einer Pilotva-
riante für die Standgewässer-Probenahme
begonnen. Eine EXCEL-basierte Vorlage
wurde durch Mitarbeiter in Eigenregie
erstellt. Konsequent wurde der Import
von Stammdaten zu Messstellen und
Proben aus dem LIMS, die Übernahme der
Messdaten von Geräteschnittstellen und
auch der anschließende Re-Import aller
relevanten Daten in das LIMS realisiert.
Darauf aufbauend erfolgte auch das Er-
stellen von Vorlagen für die Fließgewäs-
ser- und Sedimentprobenahme.
Alle angestrebten Ziele konnten mit die-
sen Lösungen erreicht werden. Vorteil der
internen Lösung: Optimierungen können
schnell ohne Dienstleistungen Dritter
reali siert werden. Dies hat auch zu einer
hohen Akzeptanz bei den Beschäftigten
geführt.
Abb. 2: Jahreszeitliche Schwankungen des pH-Wertes (Tagesmittelwerte) der Elbe
Abb. 4: Innenansicht Interim
Abb. 5: Baufreiheit für Gewässergütemessstation Schmilka
Abb. 6: Rohbau Gewässergütemessstation Schmilka
Abb. 1: Überschreitung
von Schwellenwerten
in sächsischen Gewäs-
sergütemessstationen
2015–2017
Schwellenwerte
Daph-Tox
> = 10 (Index)
Trübung
> 300 TE (Formazin)
Leitfähigkeit* > 1500 μS/cm
ph-Wert* < 5 oder > 9 (-)

image
image
40
| 41
|
Mehr als 20 % der Schwellenwertüber-
schreitungen betrafen Parameter mit
Bezug zur landwirtschaftlichen Nutzung
(Ammonium-N, Gesamt-P). Hintergründe
dieses Anteils sind die Ausrichtung des
Messnetzes auf kleinere Gewässer mit
starkem landwirtschaftlichem Einfluss im
Einzugsgebiet und bekannte Belastungs-
schwerpunkte des bisherigen Monito-
rings.
Große Baumaßnahme Chemnitz
Die große Baumaßnahme am Stand-
ort Chemnitz zur Konzentration der in
Chemnitz ansässigen Fachbereiche auf
der Liegenschaft an der Dresdner Straße
wurde 2017 abgeschlossen. Im November
Gewässergütelabore
Das analytische Spektrum der vier Ge-
wässergütelabore umfasst physikalisch-
chemische Parameter, Nährstoff- und
Summenparameter sowie Anionen und
Kationen und wird auf die Medien Ober-
flächen- und Grundwasser, Bodenwasser,
BULK-Deposition, nassen Deposition so-
wie Sedimente angewendet. 2017 wur-
den 9.746 Proben analysiert.
Die Zahl der Schwellenwertüberschrei-
tungen, über die die zuständigen Was-
serbehörden und das LfULG zeitnah in-
formiert wurden, stieg weiter an und lag
2017 mit 674 etwa 10 % über der des
Vorjahres (608).
wurde der Neubau mit den Laboren, Ar-
beits- und Sozialräumen sowie Garagen
für das Gewässergütelabor der FB 53,
54 sowie 56 und den FB 33 durch das
Finanzministerium übergeben. Für das
Gewässergütelabor Chemnitz sind im
L-förmigen Neubau damit sehr gute Ar-
beitsbedingungen in modernen Laboren
für die Wasser- und Sedimentanalytik
entstanden (Abb. 8 und 9).
Die Zusammenführung der Fachberei-
che an diesem Standort ermöglicht die
bereichsübergreifende Zusammenarbeit
und Nutzung von Synergien sowie die ge-
genseitige Unterstützung im Havariefall.
Außerdem verringert sich der Aufwand
für die Betreuung der Informationstech-
nik und die Bewirtschaftung der Liegen-
schaft.
Spezielle Wasseranalytik
Bei der Analyse organischer Spurenstoffe
sowie der Konzentrationen von im Was-
ser gelöst oder partikulär vorliegenden
Kationen und Schwermetallen lag die Ge-
samtanzahl der 2017 im Fachbereich er-
mittelten Einzelparameter wie im Vorjahr
bei deutlich über einer Million (Abb. 10).
Neben der Aufnahme zahlreicher neu-
er Einzelparameter (Pharmawirkstoffe,
PSM) in das Messprogramm ist auch die
beträchtlich gesteigerte Analysenzahl im
Bereich LC/MS/MS dafür verantwortlich.
Die durchschnittliche Probenzahl im Be-
reich der Organik lag bei 244 pro Monat
und damit auf konstant hohem Niveau.
Die Zahl der an diesen Proben analysier-
ten Einzelparameter lag bei 914.629 und
damit deutlich über dem Niveau des Vor-
jahres (Abb. 11).
Der Bereich Metallanalytik lag mit durch-
schnittlich 533 Proben im Monat wieder
im Bereich der Vorjahre.
Der Fachbereich Spezielle Wasseranaly-
tik arbeitete methodisch an der weiteren
Anpassung des Parameter- und Metho-
denspektrums an die Anforderungen der
EU-Wasserrahmenrichtlinie. Wie im Vor-
jahr wurden 16 neue Organikparameter
in bestehende Methoden integriert bzw.
es wurden neue Methoden erarbeitet (z.
B. eine Methode zur Bestimmung von
Trifluoracetat mittels LC/MS/MS). Dar-
über hinaus wurden zahlreiche Bestim-
mungsgrenzen an die gestiegenen Anfor-
derungen angepasst.
Untersuchung von Standgewässern
Wie in den vergangenen Jahren wurden
auch 2017 von den Standorten Bad Dü-
ben und Görlitz 15 Standgewässer mit 21
Messstellen untersucht.
Die Aufnahme eines Tiefenprofils mit Vor-
Ort-Parametern ist für die Beprobung von
Standgewässern Voraussetzung. Dazu
werden Multiparametersonden vom
Boot herabgelassen, die Aufnahme der
Messwerte erfolgte im Abstand von 0,5
m. Insgesamt wurden ca. 10.000 Vor-
Ort-Parameter-Datensätze an das LfULG
übergeben.
Auch Chlorophyll-Gehalte werden so er-
mittelt (Abb. 12). Sie spielen bei der Be-
wertung von sauren Standgewässern eine
besondere Rolle, da sowohl in der Lausitz
als auch im Leipziger Revier z. T. sehr hohe
Chlorophyll-/Algengehalte auftraten. Für
die Bewertung ist die Klärung der Ernäh-
rungsweise wichtig. Automatische Mes-
sungen eines „Abfallprodukts“ der Photo-
synthese, des Sauerstoffs, während einer
Planktonblüte bei Tag und Nacht zeigten
keine nennenswerten Unterschiede (Abb.
13). Diese und weitere Ergebnisse aus
dem jahrelangen Monitoring der BfUL -
einschließlich der Beharrlichkeit bei der
Artbestimmung, die zur Beschreibung ei-
ner ökologisch bedeutsamen neuen Art in
neu aufgestellter Gattung führte - sowie
0
200000
400000
600000
800000
1000000
1200000
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Abb. 11: Ermittelte Einzelparameter Organik 2005–2017
Abb. 7: Prozentualer Anteil der Probenarten an der Gesamtprobenanzahl der Gewässergütelabore
Fließgewässer
Bodenwässer, Depositions-
proben, Sonderproben
Grundwasser
Standgewässer
Wochenmischproben
Abwasser
Sediment/Schwebstoff
Sediment Standgewässer
60,93 %
18,61 %
8,98 %
3,33 %
2,67 %
0,06 %
4,95 %
0,47 %
Abb. 8: Innenansicht Neubau Gewässergütelabor (Foto: Steffen Junghans)
Abb. 9: Messraum FIA im Labor Chemnitz
0
200000
400000
600000
800000
1000000
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Abb. 10: Ermittelte Einzelparameter FB 52 2009–2017

image
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image
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42
| 43
|
dass sich Wässer verschiedener Schichten
eines Sees (Epilimnion - „obere warme
Wasserschicht“ und Probe über Grund)
extrem unterscheiden (Abb. 14).
Gewässerökologie
Wie in den Vorjahren erfolgte das Moni-
toring 2017 entsprechend den Anforde-
rungen des Messprogramms des LfULG
mit dem Ziel der Zustandsermittlung/-
bewertung von Oberflächenwasserkör-
die enge Zusammenarbeit mit dem LfULG
bildeten die Grundlage für die neue Be-
wertung von sauren Standgewässern.
Die hohen Ansprüche an die Analytik
spiegeln sich auch an nicht sauren Seen
wie dem Störmthaler See wider. Um Ein-
flüsse von Sediment oder Grundwasser zu
erfassen, wird 1 m über Grund eine Probe
entnommen. Schon anhand des Vor-Ort-
Parameters Leitfähigkeit wird deutlich,
pern nach den Verfahren der EU-WRRL.
An 229 Fließgewässer-Messstellen er-
folgten Makrozoobenthos-Untersuchun-
gen und -Bewertungen nach der AQEM-
Methode. Für die ökologische Bewertung
der Elbe kam erneut das Potamontypie-
verfahren zum Einsatz. Dabei wird die
Elbe in drei Teilstrecken geteilt und an
jeweils acht repräsentativen Messstellen
beprobt. Zehn Fließgewässermessstellen
wurden im Versauerungs-Monitoring
untersucht und bewertet. Fünf Fließge-
wässeruntersuchungen fanden im Rah-
men des Kleingewässer-Monitorings des
LfULG im Bereich Nordwestsachsen statt.
Im Kleingewässer-Monitoring wird das
Arteninventar quantitativ erfasst und
der daraus resultierende SPEAR-Index
berechnet. Der ermittelte Wert gibt Auf-
schluss über die Belastung der Gewäs-
serorganismen durch landwirtschaftliche
Pestizide.
An 203 Fließgewässer-Messstellen wur-
den benthische Diatomeen und die üb-
rigen Algen sowie Makrophyten erfasst
und bewertet. Aufgrund des relativ
konstant mittleren Durchflusses in den
meisten Fließgewässern gab es fast keine
trockenheits- oder hochwasserbedingten
Probenahme-Ausfälle.
Neben den anstehenden Routineaufga-
ben war 2017 für die Qualitätssicherung
aller Komponenten, aber insbesondere für
das „Phytobenthos ohne Diatomeen“ ein
erhöhter Aufwand nötig. Die vom LfULG
geplante Freigabe aller relevanten Art-
analysen für die Umsetzung der WRRL
erforderte die nochmalige Prüfung der
Bestimmungsergebnisse, auch in Zusam-
menarbeit mit externen Experten. Dies
erfolgte anhand tausender Fotobelege,
wie in Abb. 15 zu sehen, und durch Nach-
mikroskopieren von Rückstellproben. Das
LfULG und die Unteren Wasserbehörden
erhalten somit zuverlässige Ergebnisse
der ökologischen Zustandsbewertung der
Fließgewässer Sachsens nach dem ge-
genwärtigen Wissensstand.
Das Messprogramm für Phytoplankton
in Fließgewässern im Jahr 2017 um-
fasste 108 Proben an 12 Messstellen in
7 Flüssen. Diese Analysen wurden durch
120 fluorometrische und nasschemische
Chlorophyllbestimmungen ergänzt.
Durch aktive Mitarbeit im fachlichen Bei-
rat zum LAWA-Projekt „Praxistest Phyto-
Fluss 4.0“ wurde die Weiterentwicklung
dieses Bewertungsverfahrens für Fließ-
gewässer maßgeblich unterstützt. Her-
vorzuheben ist ein von der BfUL fachlich
vorbereiteter und geleiteter Experten-
Workshop zur umfassenden Überarbei-
tung der Liste der Indikatororganismen
für die zukünftige Version PhytoFluss 4.1.
Als Ergebnis fußt die Liste nun auf einem
breiten Konsens hinsichtlich Bestimm-
barkeit und taxonomischer Einordnung.
Damit ist auch für diese Qualitätskom-
ponente für zukünftige ökologische Zu-
standsbewertungen eine höhere Verläss-
lichkeit der Daten zu erwarten.
Die bakteriologische Analytik von Grund-
wasserproben dient neben der Erfassung
mikrobieller Belastungen der Grundwas-
serkörper vor allem der Abschätzung, ob
die Funktion von Grundwasserpegelroh-
ren aufgrund baulicher Mängel durch
einsickerndes Oberflächenwasser beein-
trächtigt wird. Relevant sind Coliforme
Bakterien oder andere heterotrophe Bak-
terien in erhöhter Konzentration. Im Jahr
2017 wurden 308 Grundwasserproben
bakteriologisch untersucht. Hohe, auf
Kontaminationen hindeutende Keimbe-
lastungen wurden in etwa 8 % der Pro-
ben gefunden. Neben bakteriologischen
Untersuchungen in der Elbe und in fünf
weiteren Bächen wurden toxikologische
Wasseruntersuchungen mit dem Leucht-
bakterien- und Daphnientest zur Ermitt-
lung möglicher Belastungen aus Abwäs-
sern an 18 Fließgewässermessstellen und
einem Kläranlagenablauf durchgeführt.
Es konnten keine Hinweise auf toxische
Effekte gefunden werden.
Im Rahmen einer Projektstelle wurden
Einsatz- und Umsetzungsmöglichkeiten
molekularbiologischer Verfahren für die
Ermittlung des ökologischen Gewässer-
zustands betrachtet. Die primäre Aufgabe
bestand darin, durch Literaturrecherche
und Erfahrungsaustausch mit diversen
Projektgruppen und Experten die nöti-
gen Informationen zusammenzutragen.
Sekundär wurden die gewonnenen Er-
kenntnisse durch erste molekularbiolo-
gische Analysen (DNA-Singlebarcoding)
auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Die
praktischen Versuche trugen dazu bei,
die Machbarkeit, die nötigen Kosten und
die technischen Voraussetzungen abzu-
schätzen. Die Ergebnisse werden in der
LfULG-Schriftenreihe publiziert: „Ein-
satzmöglichkeiten molekularbiologischer
Verfahren zur Ermittlung des ökologi-
schen Zustandes nach EU-Wasserrah-
menrichtlinie“ (Robert Klung, Matthias
Greyer, Anne Rother, Raphael Frieß & Dr.
A. Doege, 2018, im Druck).
Eine bisher unbekannte Algenart der sau-
ren Tagebauseen wurde auf der Grund-
lage morphologischer und genetischer
Merkmale neu beschrieben: Die Grünalge
Autumnella lusatica (Abb. 16). Die Ergeb-
nisse werden in der Zeitschrift „Phycolo-
gia“ publiziert: „Autumnella lusatica gen.
nov. and sp. nov. (Chlorophyta, Trebouxi-
ophyceae), a new phytoplankton species
in acidic lignite pit lakes“ (Sabine Ulrich
& Kerstin Röske, 2018, im Druck). Vorab
wurden sie bereits auf der Jahrestagung
der Deutschen Gesellschaft für Limno-
logie (DGL) in Cottbus in einem Vortrag
vorgestellt.
Abb. 12: Chlorophyll-Messprofil einer Multiparametersonde, tägliche Messungen (0:00 Uhr),
Tiefenabstand ca. 0,5 m, Interpolation durch Xact-Software
Abb. 13: Sauerstoffgehalt (mg/l) um 0:00 Uhr und 12:00 Uhr im Badesee Halbendorf
18.09.2017
Sauerstoff (mg/l)
Tiefe (m)
Tiefe (m)
Datum
Epilimnion
Probe über Grund
pH-Wert
6,2
6,7
Leitfähigkeit
µS/cm
1.728
3.520
TIC
mg/l
2,3
126
TC
mg/l
4,6
145,4
TOC
mg/l
2,3
19,3
TNB
mg/l
0,83
5,2
NH4+
mg/l
0,11
6,0
Nitrat
mg/l
2,4
0,0
Sulfat
mg/l
923
1.900
Chlorid
mg/l
49,8
39,7
Jahresmittelwerte 2017 Störmthaler See Süd
Abb. 14: Jahresmittelwerte 2017 Störmthaler See Süd
Abb. 15: Die benthische Blaualge Phormidium retzii
(oben Makroaufnahme, unten mikroskopisch)
Abb. 16: Die Grünalge Autumnella lusatica aus
dem Halbendorfer See in Flüssigkultur

image
44
| 45
|
Schwebstaub (Filter: Schwermetalle, PAK,
Ruß), Staubniederschlag (Bergerhoff:
Masse, Schwermetalle) sowie der Nassen
Deposition.
Die Proben der Nassen Deposition werden
im Fachbereich 53 in Nossen analysiert.
Im Fachbereich 51 erfolgt die Analytik
am Schwebstaub und Staubniederschlag.
Eine große Herausforderung stellt nach
wie vor die Ruß-Bestimmung mit dem
OCEC-Analysator dar. Inzwischen konn-
ten Referenzfilter des Geräteherstellers
zur Erhöhung der Qualitätssicherung in
die Untersuchungen einbezogen sowie
eine Ruß-Vergleichsuntersuchung mit
drei weiteren Einrichtungen erfolgreich
absolviert werden.
Messnetz Naturschutz
Das FFH-Grobmonitoring umfasste 2017
die Ersterfassung von FFH-Lebensraum-
typen (LRT) im Bereich von 17 Topogra-
Feststoffanalytik
Der Umfang der durchgeführten Fest-
stoffuntersuchungen 2017 ist in Abb. 17
dargestellt.
Wie im Vorjahr bewegten sich die Pro-
benzahlen bei den Bodenuntersuchungen
auf einem relativ niedrigen Niveau, was
vor allem mit Veränderungen beim Auf-
traggeber zur erklären ist. Der Umfang
analysierter BDF-Bodenwässer konnte
aufrechterhalten werden.
Im Bereich Organik Feststoffe wurden
am 2016 beschafften hochauflösenden
GC-MS-System neue Messmethoden
eingearbeitet. Das Gerät wird hauptsäch-
lich zur Absicherung positiver Befunde
(vor allem bei Havariesituationen sowie
Biota- und Bodenanalysen mit sehr an-
spruchsvollen Qualitätszielen) genutzt.
Analytik Luftmessnetz
Zur Analytik für das Sächsische Luft-
messnetz gehören Untersuchungen an
phischen Karten (Maßstab 1:25.000)
und die Wiederholungskartierung (Än-
derungsdetektion) in 21 FFH-Gebieten.
Wie in den vergangenen Jahren wurde
angesichts des enormen Kartierungsum-
fanges von 2247 LRT- und Erwartungs-
flächen (mit Überhängen aus Vorjahr) ein
Großteil der Kartierung an Auftragneh-
mer vergeben. Der Eigenkartieranteil des
Fachbereichs 55 musste 2017 zu Gunsten
des FFH-Feinmonitorings der LRT auf 11
Flächen beschränkt werden. Der Anteil
erfasster und bewerteter LRT-Flächen
lag bei ca. 1.000 Flächen (ca. 45 %). Die
restlichen begutachteten Probeflächen
erfüllten nicht die Kriterien des Monito-
ringverfahrens.
Im FFH-Feinmonitoring der Lebensraum-
typen wurden 2017 insgesamt 183 Flä-
chen bearbeitet, die sich über die gesam-
te Fläche des Landes Sachsen verteilen.
Die Erhebung der Daten, insbesondere
der Vegetation, Struktur und Beeinträch-
tigungen, schloss bei drei untersuchten
dystrophen (nährstoffarmen) Gewässern
auch die Erfassung der Libellenfauna
ein. Der Anteil der Eigenkartierung belief
sich auf 26 % (47 Probeflächen). Beson-
ders die seltenen und hoch gefährdeten
Lebensraumtypen „Feuchte Heiden“, „le-
bende und regenerierbare Hochmoore“
sowie verschiedene Fels-LRT hatten ei-
nen hohen Anteil am Untersuchungspro-
gramm. Die weiter verbreiteten Lebens-
raumtypen, wie „Flachland-Mähwiesen“,
dominieren dagegen das Grobmonitoring.
Im FFH-Feinmonitoring-Arten
wurden 2017 drei neue Arbeitspakete
bearbeitet:
Pflanzen-Feinmonitoring Artenpaket
Prächtiger Dünnfarn (Trichomanes
speciosum) mit 34 Untersuchungsge-
bieten, Rogers Kapuzenmoos (Ortho-
trichum rogeri) mit 6 Untersuchungs-
gebieten und Grünes Besenmoos
(Dicranum viride) mit 2 Untersu-
chungsgebieten in Zusammenarbeit
mit ausgewählten Artspezialisten;
Würfelnatter-Feinmonitoring im
einzigen sächsischen Vorkommen an
der Knorre bei Meißen in Zusammen-
arbeit mit der UNB Meißen und dem
Vorkommensbetreuer Herrn Peter
Strasser;
Flussperlmuschel-Feinmonitoring in
4 Untersuchungsgebieten in Eigen-
kartierung der BfUL und Zusam-
menarbeit mit dem Verbundprojekt
Flussmuscheln (ArKoNaVera) der TU
Dresden, Institut für Hydrobiologie.
Das in Zusammenarbeit mit dem Kartie-
rernetz der Entomofaunistischen Gesell-
schaft e. V. seit 2016 laufende Feinmo-
nitoringprogramm zum Eremiten wurde
2017 in insgesamt 63 Untersuchungs-
gebieten fortgesetzt und abgeschlos-
sen. Die bereits seit dem Winterhalbjahr
2015/2016 laufenden Sichtzählungen in
12 Fledermaus-Winterquartieren wur-
den im Rahmen des für 2016-2018 ge-
schlossenen Werkvertrages mit dem
NABU-Landesverband Sachsen im Win-
terhalbjahr 2016/17 wiederholt durch-
geführt. Mittels Fotofallen-Lichtschran-
ken-Anlagen wurden zudem in zwei
Fledermaus-Winterquartieren zusätzlich
während des Frühjahrsausflugs die Über-
winterungsbestände ermittelt, so dass
die durch standardmäßige Sichtzählung
ermittelten Bestandszahlen überwin-
ternder Fledermausarten dort zusätzlich
mittels der Fotofallen/Lichtschranken-
basierten Bestandszahlen überprüft und
fehlerbewertet werden konnten. Mittels
HOBO-Mikroklima-Datenloggern wur-
den zudem in zwei Winterquartieren
Verlaufsmessungen von Luft-Temperatur
und relativer Luftfeuchtigkeit über die
Wintersaison 2016/17 aufgezeichnet und
zur Einschätzung der Quartierqualitäten
herangezogen. In Zusammenarbeit mit
dem Kartierernetz des NABU-Landesver-
bandes Sachsen konnte das bereits seit
2015 laufende Feinmonitoringprogramm
auch 2017 wieder in 128 Fledermaus-
Sommerquartieren durchgeführt werden.
Des weiteren wurden im Rahmen eines
zweiten Kartierdurchganges zum Biber-
Feinmonitoring im Winterhalbjahr 2016/
2017 abschließend sechs Untersuchungs-
gebiete mit insgesamt 191 Revieren in
Zusammenarbeit mit dem Revierbetreu-
ernetzwerk im Bibermanagement des
Naturpark Dübener Heide e. V. unter-
sucht und bewertet. Eine Vorstellung der
Ergebnisse des Biber-Feinmonitorings
2013–2017 erfolgte auf den Herbstbe-
ratungen der ehrenamtlichen Biber-Re-
vierbetreuer in Torgau bzw. Pressel. Am
08.02.2017 wurde zudem ein Workshop
zur Artenmonitoring-Eingabedatenbank
MultibaseCS4.0 für die Koordinatoren
im FFH-Arten-Feinmonitoring in Zu-
sammenarbeit mit der Entwickler firma
durchgeführt.
Mit den Erfassungen von FFH-Lebens-
raumtypen und FFH-Arten im Jahr 2017
wurde das Monitoringprogramm für den
Berichtszeitraum 2013-2018 in all seinen
Modulen planmäßig abgeschlossen. Die
für den FFH-Bericht 2018 notwendigen
Daten des FFH-Monitorings wurden dem
LfULG vollständig und rechtzeitig zur
Verfügung gestellt. Ab 2018 werden
im Rahmen des naturschutzfachlichen
Moni torings der BfUL bereits Daten für
den nächsten Berichtszeitraum 2019–
2024 erhoben.
Im Rahmen des SPA-Monitorings wur-
den auf einer Fläche von insgesamt etwa
50.000 ha, verteilt auf 11 Gebiete, aus-
gewählte Brutvogelarten kartiert. In ei-
nem Gebiet mit ca. 3.700 ha konnte das
Monitoring durch Mitarbeiter der Vogel-
schutzwarte abgesichert werden. Für die
anderen Gebiete wurden Ornithologen
Proben
Anzahl
Bemerkung
Aufbereitung analysenfein
1.199
Stechzylinder
170
Kornverteilung
170
Bodenchemie komplett
650
pH, C, N, KAK, Nährstoffe,
oxalat und dith.
Elementtotalgehalte
679
Königswasserextrakt
1.149
Ammoniumnitratextrakt
670
Biota
23
Schwermetalle und Organik
Sedimente
456
Schwermetalle und Organik
BDF
939
Bodenwasser und Deposition
Abb. 17: Feststoffuntersuchungen 2017
Proben
Anzahl
Bemerkung
Nasse Deposition
560
pH, Lf, Kationen, Anionen
Schwermetalle Staubfilter
1.182
PAK Staubfilter
1.778
deutliche Erhöhung
gegenüber 2016
Ruß (TC, EC, OC) Staubfilter
1.297
Staubniederschlag
156
Menge, Schwermetalle
Abb. 18: Im Jahr 2017 durchgeführte Analysen für das Luftmessnetz
Abb. 19: Kartierkulisse 2017 für das
Grobmonitoring der FFH-Lebensraumtypen
und Bearbeitungsstand insgesamt

image
image
image
image
SPA-Monitoring 2017
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| 47
|
Abb. 22: Workshop zum 5. Feldexperiment
des IKSE am 12.06.2017
Abb. 23: Beprobung der Lausitzer Neiße
von der Stadtbrücke Görlitz durch Teilnehmer
des 5. Feldexperimentes der IKSE
Abb. 20: Kartierte SPA-Gebiete 2017
vogelarten, einem nationalen Monito-
ringprogramm des Bundes, 100 Flächen
bearbeitet werden. Die Erfassung der
häufigen Brutvogelarten auf den Probe-
flächen lieferte einschließlich der Einzel-
nachweise seltener Arten insgesamt ca.
4.500 Datensätze mit ca. 15.000 Revieren
zu über 135 Vogelarten.
Im Rahmen der Erfassung und Betreuung
ausgewählter bestandsgefährdeter Arten
in Sachsen, als Bestandteil des Monito-
rings seltener Brutvögel, wurden im Jahr
2017 durch die Artspezialisten und ihre
Mitarbeiter insgesamt 975 Vorkommen
von elf Vogelarten dokumentiert.
Wie in den vergangenen Jahren führte
die Vogelschutzwarte auch 2017 die Er-
fassung des Wiedehopfes im Gebiet Berg-
baufolgelandschaft Lohsa fort. Es wurden
45 Nisthilfen untersucht. Die 17-19 fest-
gestellten Brutpaare zogen im Jahr 2017
insgesamt 57 Jungvögel auf.
aus dem ehrenamtlichen Kartierernetz
der ornithologischen Fachverbände Sach-
sens sowie Fachbüros beauftragt.
Darüber hinaus wurde mit der Bearbei-
tung in einem Gebiet mit insgesamt 87
ha der aktuelle Durchgang des Wasser-
vogelbrutmonitorings abgeschlossen. An
der internationalen Wasservogelzählung
in Sachsen, die von der Vogelschutzwarte
koordiniert und ausgewertet wird, betei-
ligten sich im Winterhalbjahr 2016/2017
etwa 165 Ornithologen. Diese führten
an mehreren festgelegten Terminen 946
Zählungen durch, mit denen eine Erfas-
sung von 168 Zählgebieten in ganz Sach-
sen gelang. Die monatlich von September
bis April erfolgten Zählungen erbrachten
Gesamtzahlen zwischen 21.000 (April
2017, 62 gezählte Gebiete) und 150.000
(Oktober 2016, 119 gezählte Gebiete)
Wasservögeln. Ergänzend wurden an 17
potenziellen Gänse-Übernachtungsge-
wässern an je vier Terminen Sonderzäh-
lungen durchgeführt, bei denen insge-
samt zwischen 3.000 (März 2017) und
62.000 (Oktober 2016) Vögel festgestellt
wurden.
Im Jahr 2017 wurde der Bericht über die
Ergebnisse des Monitorings von Kormo-
ran, Graureiher und Silberreiher in Sach-
sen 2016 fertiggestellt. An diesen Zäh-
lungen beteiligten sich 86 Personen.
Mit 71 ehrenamtlichen Kartierern konn-
ten 2017 im Monitoring häufiger Brut-
Ringversuche
Das Sachgebiet Qualitätsmanagement
ist über die LAWA-Arbeitsgruppen in das
System der Länderübergreifenden Ring-
versuche (LÜRVe) nach Fachmodul Was-
ser eingebunden. Aller zwei Jahre werden
Ringversuche für Summenparameter und
Elemente in Abwasser durchgeführt, bei
denen sich die BfUL 2017 wieder als Aus-
richter beteiligt hat. Dadurch konnten
52 bzw. 84 Teilnehmern Ringversuchs-
proben zur Verfügung gestellt werden.
Die erfolgreiche Teilnahme ist nicht nur
Voraussetzung für die Notifizierung in
anderen Bundesländern, sondern wird
auch zur Bestätigung nach Sächsischer
Eigenkontroll-Verordnung genutzt. Die
entsprechenden Listen sächsischer Teil-
nehmer wurden dem LfULG zur Verfü-
gung gestellt. Bei der Organisation von
drei weiteren Ringversuchen wurden die
Ringversuchsveranstalter der anderen
Bundesländer unterstützt. Das betraf die
LÜRVe 45-47: Chlorbenzole und Kohlen-
wasserstoffindex in Abwasser und Polya-
romatische Kohlenwasserstoffe in Grund-
wasser. Alle Einzelergebnisse sind in der
deutschlandweit genutzten Datenbank
NORA vom LfULG einsehbar.
AUSGEWÄHLTE SCHWERPUNKTE 2017
5. Feldexperiment der IKSE
Bereits seit 2009 werden im zweijähri-
gen Rhythmus im Rahmen des Messpro-
gramms der Internationalen Kommission
zum Schutz der Elbe (IKSE) Feldexperi-
mente durchgeführt. Daran nehmen die
an der Analytik des Elbeeinzugsgebie-
tes beteiligten staatlichen Labore aus
Deutschland und Tschechien teil. 2017
erfolgte erstmals auch die Einbeziehung
der staatlichen Labore aus Polen, die im
Rahmen der deutsch-polnischen Grenz-
gewässerkommission W2 an der Analytik
des Einzugsgebietes der Oder beteiligt
sind.
Feldexperimente dienen als Maßnah-
me der analytischen Qualitätssicherung
zum Nachweis der Leistungsfähigkeit der
staatlichen Umweltlabore bei der Durch-
führung von Probenahme und Analytik in
Konzentrationsbereichen und Matrizes,
die für die Untersuchung der Güte der
Oberflächengewässer gemäß EU-Wasser-
rahmenrichtlinie relevant sind.
Das von der BfUL organisierte 5. Feldex-
periment mit 23 teilnehmenden Laboren
fand am 12./13.06.2017 an der Lausitzer
Neiße in Görlitz statt. Eröffnet wurde
es am 12.06.2017 mit einem Workshop
im Internationalen Begegnungszentrum
(IBZ) St. Marienthal in Ostritz.
Am Morgen des 13.06.2017 fuhren die
Teilnehmer gemeinsam zur Probenah-
mestelle, der Stadtbrücke Görlitz an der
Lausitzer Neiße. Nach einem Erfahrungs-
austausch an den Probenahmefahrzeu-
gen erfolgte die Beprobung der Lausitzer
Neiße von der Stadtbrücke in zwei Teil-
nehmerdurchgängen. Um die Konstanz
der Probenahmebedingungen für beide
Durchgänge zu überwachen, wurden die
Kenngrößen pH-Wert, elektrische Leit-
fähigkeit und Sauerstoffgehalt mittels
einer Messsonde während des gesamten
Probenahmezeitraumes aufgezeichnet.
Im Anschluss an die Probenahme wurden
von allen Teilnehmern die Vor-Ort-Pa-
rameter gemessen und laborspezifische
Probenaufbereitungsschritte wie Filtration,
das Befüllen des Probenleergutes und die
Probenkonservierung für den Transport
durchgeführt.
Am 14.06.2017 wurde mit der Analytik
der entnommenen Proben begonnen. Das
komplexe Parameterspektrum reichte von
Nährstoff- und Summenparametern über
Schwermetalle in gelöster und gesamter
Form bis hin zu zahlreichen organischen
Spurenstoffen wie z. B. Pflanzenschutz-
mitteln und Pharmaka.
Abb. 21: Vorbereitung eines
Ringversuchs Wasser – Blick
ins Rührgefäß
»
Eine bisher unbekannte Algenart
der sauren Tagebauseen wurde auf der
Grundlage morphologischer und genetischer
Merkmale neu beschrieben: Die Grünalge
Autumnella lusatica.
«

48
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|
In geringem Umfang werden noch eigene
Erlöse unter anderem durch Arbeiten für
Dritte erzielt. Aufgrund der Geschäfts-
tätigkeit und der Aufgabenstellung des
Staatsbetriebes ist ein kostendeckendes
Wirtschaften durch vollständig eigene
Einnahmen nicht möglich.
Daneben sind im Haushaltsgesetz 2017/
2018 für das Jahr 2018 Zuschüsse für In-
vestitionen von EUR 4,6 Mio. (davon EUR
3,7 Mio. aus Kapitel 09 21 und EUR 0,9
Mio. aus anderen Kapiteln) vorgesehen.
Insgesamt wird das Jahresergebnis 2018
der BfUL wieder ausgeglichen sein.
Es bleibt jedoch den Haushaltsverhand-
lungen vorbehalten, die künftige finan-
zielle und personelle Ausstattung der
BfUL festzulegen.
Prognosebericht
Die BfUL wird auch in den nächsten Jah-
ren nahezu ausschließlich mittels Zufüh-
rungen des Freistaates Sachsen sowie Er-
trägen finanziert, die z. B. im Rahmen von
Projekten im geringen Umfang entstehen.
Der Fortbestand und die Geschäftstätig-
keit der BfUL als Staatsbetrieb sind dau-
erhaft von der Gewährung ausreichender
Zuschüsse des Freistaates Sachsen ab-
hängig. Für den laufenden Betrieb (Per-
sonal- und Sachkosten) erhält die BfUL
2018 voraussichtlich rd. EUR 19,3 Mio.
(davon EUR 18,9 Mio. aus Kapitel 09 21
und EUR 0,4 Mio. aus anderen Kapiteln),
die im Doppelhaushalt 2017/2018 ver-
anschlagt sind. Die BfUL geht davon aus,
dass auch in den Folgejahren ausreichend
Mittel für die Deckung des laufenden
Aufwandes zur Verfügung gestellt wer-
den.
Zukünftige Personalentwicklung
Der von der Staatsregierung beschlossene
Stellenabbau betrifft seit 2011 auch un-
mittelbar die BfUL.
Im Ergebnis der Haushaltsverhandlungen
für die Jahre 2017/2018 konnte erreicht
werden, dass einige kw-Vermerke in die
Jahre 2021 ff verschoben wurden. Für die
BfUL bedeutet dies konkret, dass im Jahr
2017 statt sechs nur noch zwei kw-Ver-
merke erwirtschaftet werden mussten.
Für das Jahr 2018 wurde ein kw-Ver-
merk verschoben (statt wie bisher neun
nur noch acht kw-Vermerke). Diese fünf
Stellen eines vom SMF zugestandenen
Einstellungskorridors stehen der BfUL ab
dem Jahr 2018 unbefristet zur Verfügung.
Jedoch sind die fünf kw-Vermerke dann
entsprechend in den Jahren nach 2021 zu
erwirtschaften.
Zudem sind gemäß Erlass des SMUL vom
15.05.2017 in den Jahren 2019 und 2020
noch insgesamt 10 kw-Vermerke zu er-
bringen. Das entspricht einer Reduzie-
rung um zwei kw-Vermerke, die ebenfalls
im Rahmen des Einstellungskorridors im
Jahr 2020 unbefristet besetzt werden
können. Es ist jedoch auch hier davon
auszugehen, dass diese beiden Stellen
zu einem späteren Zeitpunkt (nach 2021)
noch einzusparen sein werden. Dies be-
deutet zunächst eine gewisse Entspan-
nung, gleichwohl sind noch immer 18
kw-Vermerke bis 31.12.2020 zu erbrin-
gen. Nach jetzigem Stand wird sich die
Anzahl der Personalstellen der BfUL bis
zum 01.01.2021 auf ca. 212 Stellen re-
duzieren.
Der bisherige Stellen- und Personalabbau
wurde zum Teil durch die Reduzierung
von Auszubildenden-Stellen erbracht, so
dass die Folgen für die Geschäftsprozes-
se der BfUL etwas abgemildert werden
konnten. Im Jahr 2017 wurden die letz-
ten zur Verfügung stehenden zwei Azubi-
Stellen abgebaut. Die übrigen 18 noch zu
erwirtschaftenden kw-Vermerke gehen
dann ausschließlich zu Lasten der Dau-
erstellen.
Unabhängig davon gibt es jedoch An-
zeichen, dass sich evtl. im Rahmen der
Haushaltsaufstellung für die Jahre 2019
und 2020 die Personalsituation in der
sächsischen Verwaltung verbessern
könnte. Ob und in welchem Umfang auch
die BfUL davon profitieren wird, bleibt
dem Ergebnis der Haushaltsverhandlun-
gen vorbehalten.
Wie bereits im KOEK IV dargestellt, wird
eine weitere Reduzierung der Beschäftig-
ten dazu führen, dass teilweise Aufga-
ben perspektivisch nicht mehr bzw. nicht
mehr vollständig erledigt werden können.
Die Entscheidungen darüber fallen im
Einvernehmen mit der Fachaufsicht und
sollen im KOEK V aufgezeigt werden.
Darüber hinaus sind schon jetzt Tenden-
zen nennbar, dass sich der in Deutschland
zunehmende Fachkräftemangel bei einer
adäquaten Nachbesetzung der für die BfUL
benötigten Spezialkräfte auswirkt. Die
deutlich gesunkene Anzahl von Bewer-
bungen bei durchgeführten Ausschrei-
bungen ist ein entsprechendes Indiz.
Chancen- und Risikobericht
Der von der Staatsregierung beschlossene
Personalabbau wird direkte Auswirkun-
gen auf die Leistungsfähigkeit der BfUL
haben. Die Erwirtschaftung der noch
18 kw-Vermerke bis zum Jahr 2020 wird
zeitnah ein Priorisieren der künftigen
Aufgaben zusammen mit dem SMUL und
vor allem mit dem LfULG erfordern.
Angesichts dieser Personalreduzierung
werden Einschränkungen in den jewei-
ligen Aufgabenbereichen unvermeidbar
sein. Im Entwicklungskonzept der BfUL
für die Jahre 2012 bis 2020 – KOEK IV –
ist dies bereits konkret dargestellt.
Mit der Umstellung auf eine neue Pro-
duktstruktur ist zudem ein Instrument in
der BfUL vorhanden, mit dem die Abspra-
chen mit den jeweiligen Abteilungen des
LfULG bzw. SMUL transparenter und so-
mit zielgerichteter geführt werden kön-
nen.
Vor diesem Hintergrund und unter Be-
rücksichtigung des Haushaltsergebnisses
für die Jahre 2019 und 2020 beabsichtigt
die BfUL in Abstimmung mit dem LfULG
im Jahr 2019 ein neues KOEK V vorzule-
gen, bei dem die sich abzeichnenden Ent-
wicklungen der kommenden Jahre (evtl.
bis 2025) mit den Ressourcen der BfUL
dargestellt werden sollen.
Es wird auch zukünftig höchste Anstren-
gungen erfordern, die gesetzlichen Auf-
gaben vollumfänglich, termingerecht und
mit dem bisherigen Qualitätsstandard zu
erfüllen. Sonderaufgaben bzw. zusätzli-
che Projekte können daher nur noch re-
alisiert werden, wenn hierfür zusätzliche
Personalressourcen z. B. durch FuE- oder
EU-Projekte zur Verfügung gestellt bzw.
klare und eindeutige Aufgabenreduzie-
rungen durch die Fachaufsicht vorge-
nommen werden.
Der Staatsbetrieb BfUL ist sich zudem der
Risiken bewusst, die sich aus behördli-
chen Auflagen sowie aus umweltrecht-
lichen Rahmenbedingungen ergeben
können, und hat in Anlehnung an die ge-
setzgeberische Zielsetzung des § 91 AktG
ein Risikomanagement in Form eines Ei-
genüberwachungssystems (Integriertes
Umwelt- und Managementsystem, IMS)
und eine betriebswirtschaftliche Steue-
rung mit der Zielrichtung eingerichtet,
durch einen kontrollierten Umgang mit
möglichen Risiken die Durchführung des
geplanten Aufgabenspektrums mit den
zur Verfügung gestellten Mitteln realisie-
ren zu können.
Auch unter diesen sich verändernden
Rahmenbedingungen wird die BfUL wei-
terhin ein fachübergreifender, kompeten-
ter Partner und Dienstleister für die Um-
welt- und Landwirtschaftsbehörden des
Freistaats Sachsen sein und Ergebnisse in
gewohnt hoher Qualität bereitstellen.
Auszug aus dem Lagebericht des Jahresabschlusses 2017
Haushaltsjahr
2017
2018
2019
2020
2021
Stellensoll
232
230
222
215
212
davon Azubi-Stellen
2
0
0
0
0
Stellenzugänge
0
0
0
0
0
Stellenabgänge (sonsige)
0
0
0
0
0
Stellenabgänge (kw-Vermerke)
2
8
7
3
0
davon Azubi-Stellen
2
0
0
0
0
Die Stellenentwicklung bis zum Jahr 2021 stellt sich in der BfUL wie folgt dar:

50
| 51
|
Bilanz zum 31. Dezember 2017
AKTIVA
EUR
31.12.2017
EUR
Vorjahr
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software
253.112,56
307.414,56
II. Sachanlagen
1. Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
1.553.622,00
1.664.854,00
2. Technische Anlagen und Maschinen
22.757.164,57
19.233.310,72
davon Laborausstattung: EUR 5.650.057,92
davon Messnetzausstattung: EUR 3.454.349,04
davon Pegel und Messstellen: EUR 13.652.757,61
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
990.440,06
986.977,61
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
806.046,15
3.550.353,98
26.107.272,78
25.435.496,31
26.360.385,34 25.742.910,87
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
191.467,84
186.051,22
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
127.748,50
82.551,27
2. Forderungen gegen den Einrichtungsträger
640.231,49
1.264.413,37
3. Sonstige Vermögensgegenstände
605,00
809,25
768.584,99
1.347.773,89
III. Kassenbestand und Bundesbankguthaben
1.379.306,95
430.860,57
2.339.359,78
1.964.685,68
C. Rechnungsabgrenzungsposten
59.801,55
46.573,03
28.759.546,67 27.754.169,58
PASSIVA
EUR
31.12.2017
EUR
Vorjahr
EUR
A. Eigenkapital
Basiskapital (Nettoposition)
193.015,33
193.015,33
B. Sonderposten für Investitionen
1. Sonderposten aus Zuweisungen Kapitel 09 21
21.706.024,85
21.024.318,19
2. Sonderposten aus Zuweisungen anderer Kapitel
4.643.469,49
4.693.621,68
3. Sonderposten aus Zuweisungen Dritter
10.891,00
24.971,00
26.360.385,34 25.742.910,87
C. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen
663.198,56
632.040,44
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
876.082,59
1.168.495,41
2. Verbindlichkeiten gegenüber dem Einrichtungsträger
650.731,12
0,00
3. Sonstige Verbindlichkeiten
15.383,73
16.957,53
davon aus Steuern:
EUR 8.580,07 (Vj. EUR 9.261,80)
1.542.197,44
1.185.452,94
E. Rechnungsabgrenzungsposten
750,00
750,00
28.759.546,67 27.754.169,58

52
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Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017
EUR
2017 EUR
Vorjahr EUR
1. Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen für laufende Zwecke
18.829.821,52 18.726.205,57
1
2. Umsatzerlöse
192.830,99
232.583,74
3. Sonstige Erträge
a) Erträge aus der Auflösung von Sonderposten
4.281.522,76
4.097.621,92
b) Sonstige betriebliche Erträge
109.004,11
113.850,12
4.390.526,87
4.211.472,04
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
-1.056.869,79
-1.166.277,44
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
-2.214.601,24
-2.197.303,04
-3.271.471,03
-3.363.580,48
5. Personalaufwand
a) Entgelte für Beschäftigte
-11.001.245,45
-10.848.928,96
b) Bezüge für Beamte
-452.586,34
-503.284,83
c) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersver sorgung
und für Unterstützung
davon für Altersversorgung: EUR 328.059,22 (Vj. EUR 325.762,81)
-2.360.713,44
-13.814.545,23
-2.316.923,42
-13.669.137,21
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
-4.238.598,06
-4.042.198,11
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Sonstige Personalaufwendungen
-190.519,40
-191.101,60
b) Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Rechten und Diensten
-1.211.713,70
-1.218.640,85
1
c) Verluste aus Wertminderungen und dem Abgang von
Vermögensgegenständen und übrige Aufwendungen
-663.679,65
-665.791,98
-2.065.912,75
-2.075.534,43
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-1.046,95
-1.876,11
9. Ergebnis nach Steuern
21.605,36
17.935,01
10. Sonstige Steuern
-21.605,36
-17.935,01
11. Jahresergebnis
0,00
0,00
1
Vorjahr angepasst.

image
Herausgeber:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL)
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