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Kurzfassung MaP 134 „Klosterwasserniederung“
1. GEBIETSCHARAKTERISTIK
Das FFH-Gebiet „Klosterwasserniederung“ umfasst eine Fläche von 343,11 ha. Es liegt in
den Gemeinden Burkau, Crostwitz, Panschwitz-Kuckau, Räckelwitz, Ralbitz-Rosenthal
und Wittichenau der Landkreise Kamenz und Bautzen.
Naturräumlich gehört es zum „Oberlausitzer Gefilde“ und „Oberlausitzer Teichgebiet“. Je
nach Höhenlage ist es durch verschiedene geologische Schichten charakterisiert, wobei
im Nordbereich Auenterrassen und im Südbereich Gehängelehm- und -schutt, Löß(lehm),
Granodiorit sowie Schmelzwasser-Ablagerungen vorkommen. Parabraunerden dominie-
ren. Von Nord nach Süd sind drei forstliche Wuchsbezirke vertreten: Die Königswarthaer
Niederung, die Nieskyer Randplatte sowie das Lausitzer Gefilde.
Im südlichen Bereich des SCI herrscht das mäßig trockene Klima der unteren Berglagen
bzw. des Hügellandes vor, mit abnehmender Höhenlage nach Norden kommt die Klima-
stufe des Tieflandes mit mäßig trockenem Klima zum Tragen. Das gesamte Oberlausitzer
Berg- und Hügelland wird dem „Ostdeutschen Binnenlandklima“ zugeordnet, bei dem kon-
tinentale Einflüsse ein wesentliches Merkmal darstellen.
Im zentralen Talraum fließt das „Klosterwasser“. Kleinere Zuflüsse sind spärlich vorhan-
den. Nördlich von Kotten mündet das Klosterwasser außerhalb des FFH-Gebietes in die
Schwarze Elster.
Ausgewiesen sind das 28,5 ha große Naturschutzgebiet „Auewald Laske“ und das 40 ha
große Landschaftsschutzgebiet „Ostro-Neustädtel“.
Insgesamt kommen17 Biotoptypen auf 110,8 ha vor. Der flächenmäßig größte ist der Ei-
chen-Hainbuchenwald, weitere wichtige Biotoptypen sind die Erlen-Eschen-Wälder der
Auen und Quellbereiche (ca. 8,5 ha), naturnah ausgeprägte Teiche (ca. 4,7 ha), Auewäl-
der (4 ha) und sonstiges artenreiches Feuchtgrünland (ca. 6,7 ha). Waldflächen kommen
auf einer Fläche von 121,1 ha vor, das entspricht 35,26 % der Fläche. Davon sind 53,3 %
Kirchenwald, 45,3 % Privatwald, 1,1 % Körperschaftswald und 0,3 % befinden sich im
Eigentum des Bundes.

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2.
ERFASSUNG UND BEWERTUNG
2.1. LEBENSRAUMTYPEN NACH ANHANG I DER FFH-RICHTLINIE
Es wurden 6 Lebensraumtypen ermittelt, die sich auf 30 Teilflächen mit insgesamt
77,61 ha verteilen. Hinzu kommt jeweils eine Entwicklungsfläche der LRT Eutrophe Still-
gewässer, Fließgewässer mit Unterwasservegetation und Sternmieren-Eichen-
Hainbuchenwälder.
Tabelle 1: Lebensraumtypen im SCI 134 „Klosterwasserniederung“
Lebensraumtyp (LRT)
Anzahl der
Einzelflä-
chen
Fläche
[ha]
Flächenan-
teil im SCI
3150
Eutrophe Stillgewässer (Teiche und Alt-
wässer)
3 2,5 0,73 %
3260
Fließgewässer mit Unterwasservegetation
5
0,86
0,25 %
6510 Flachland-Mähwiesen
1 0,24 0,07 %
9160 Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder 11 62,43 18,2 %
9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder 5 6,08 1,77 %
91E0*
Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder
5
5,5
1,6 %
gesamt:
30 77,61 22,62 %
*prioritärer Lebensraumtyp
Der LRT Eutrophe Stillgewässer (3150) erweist sich im Gebiet insgesamt als relativ arm
an Schwimmblattvegetation, stattdessen kommen ausgeprägte Verlandungszonen vor.
Die den Lebensraum charakterisierenden Pflanzenarten sind vor allem die Kleine Wasser-
linse (
Lemna minor
) und der Wasserhahnenfuß (
Ranunculus aquatilis
). Im Großteich
Laske ließ sich der Wasser-Hahnenfuß als gefährdete Art der Roten Liste Sachsens (3)
nachweisen, daneben kommen hier das Raue Hornblatt (
Ceratophyllum demersum
), der
Teichfaden (
Zannichellia palustris
) und die Gewöhnliche Teichsimse (
Schoenoplectus
lacustris
) vor, die alle in der Vorwarnliste der RL Sachsen geführt sind. In der Verlan-
dungszone fand sich die gefährdete Ufer-Segge (
Carex riparia:
RL 3). Dem LRT wird eine
lokale Bedeutung zugemessen. Die Erhaltungsziele stimmen mit der Nutzung der Flä-
chen, die sich in einem günstigen Erhaltungszustand befinden, überein.

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3
Der LRT 3260 Fließgewässer mit Unterwasservegetation kommt im SCI in seiner Ausbil-
dung als Flachlandbach mit Unterwasservegetation in einigen naturnahen Abschnitten
des Klosterwassers vor. Als charakteristische Pflanzenarten treten v. a. die Kanadische
Wasserpest (
Elodea canadensis
) und der Einfache Igelkolben
(Sparganium emersum)
auf, ebenso der Haken-Wasserstern (
Callitriche hamulata:
RL 3
).
Als Habitatflächen von
Anhang II-Arten der FFH-Richtlinie hat der LRT regionale Bedeutung. Weite Strecken des
Klosterwassers weisen anthropogene Veränderungen (z. B. innerörtliche Uferbefestigun-
gen) oder Einschränkungen der Laufentwicklung (Begradigung, Kanalisierung im Bereich
der Ortschaften) auf.
Lediglich eine Fläche des SCI konnte als LRT 6510 (Flachland-Mähwiesen) kartiert wer-
den. Sie befindet sich südöstlich von Ostro an einem Südhang zum Klosterwasser und
wurde als Mähwiese mit Nachbeweidung genutzt. 22 kennzeichnende Arten wurden auf-
genommen, darunter auch die seltene Große Bibernelle (
Pimpinella major
). Der LRT wird
als lokal bedeutsam eingestuft. Die Nutzung der Wiese stimmt mit den Anforderungen der
Erhaltungsziele weitgehend überein. Der geringe Beeinträchtigungsgrad und das günstig
ausgeprägte Arteninventar sprechen für die Qualität einer pfleglichen Nutzung. Auch bei
den Beeinträchtigungen konnten keine erheblichen, den LRT im Bestand gefährdenden
Einflüsse festgestellt werden. Als Defizit ist eine Störung des Oberbodens durch die etwas
zu intensive Nachbeweidung zu nennen, daneben sind Tendenzen zur Verbuschung zu
erkennen.
Der LRT der Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder wurde auf 11 Flächen des SCI ermit-
telt. Der Auwald Laske stellt den wichtigsten Waldbestand im Gebiet dar. Er ist vor allem
hinsichtlich des Totholzreichtums von naturschutzfachlicher Bedeutung. Die Sternmieren-
Eichen-Hainbuchenwälder sind durch Stieleiche, Hainbuche und Winterlinde geprägt. In
der Hauptbaumschicht wurden insgesamt 11 Gehölzarten kartiert, in der Krautschicht 19
Arten. Auf einer Fläche wurde der Gold-Hahnenfuß (
Ranunculus auricomus
, RL Sachsen
Kategorie „G: Gefährdung anzunehmen“) nachgewiesen. Die Sternmieren-Eichen-
Hainbuchenwälder mit einer Größe von 15 bzw. 28 ha werden als LRT mit überregionaler
Bedeutung eingestuft. Zudem weisen die Bestände eine typische Artenzusammensetzung
auf, sind besonders strukturreich und deshalb von naturschutzfachlich hoher Bedeutung.
Auf einer Fläche ist durch Struktur verbessernde Maßnahmen (z.B. weitere Anreicherung
von Biotopbäumen und Totholz) die Entwicklung zu einem hervorragenden Erhaltungszu-
stand möglich. Als Beeinträchtigungen sind auf fast allen Flächen Nährstoffeinträge zu
nennen.
Insgesamt konnten 5 Flächen des LRT 9170 (Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder) ermit-
telt werden, die durch Stieleiche und Winterlinde geprägt sind. Die Strauchschicht ist cha-
rakterisiert durch das Vorkommen des Bergahorns, der auch gelegentlich in der ersten
oder zweiten Baumschicht vertreten ist. Auch ist der Schwarze Holunder auf allen Flächen
in der Strauchschicht vertreten. Häufigste Art im Unterwuchs ist der Efeu. In der Haupt-
baumschicht wurden 6 Gehölzarten kartiert, in der Krautschicht 23 Arten. Das Arteninven-

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4
tar ist in allen Flächen weitgehend vollständig. Die Gehölzartenverteilung in den Bestän-
den ist durchweg naturnah und gut ausgeprägt. Gesellschaftsfremde oder nicht standort-
gerechte Baumarten fehlen in fast allen Beständen. Als Beeinträchtigung wurden auf allen
Flächen Nährstoffeinträge erfasst.
Im FFH-Gebiet kommt der LRT 91E0* Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder v. a. in
seiner Ausbildung als Erlen-Eschenwald vor. Der Lebensraumtyp besiedelt Standorte mit
mehr oder weniger regelmäßigen Überflutungen. Die Bestände sind meist als „Galerie-
wälder“ entlang der Bäche und Flüsse ausgebildet. Der LRT 91E0* ist im Gebiet durch die
Erle geprägt. Weitere häufig vorkommende Baumarten der Hauptbaumschicht sind E-
sche, Winterlinde und Hängebirke. Die Strauchschicht ist insgesamt artenreich. In der
Hauptbaumschicht wurden 8 Gehölzarten kartiert, in der Krautschicht 34 Arten. Dem LRT
kommt eine gebietsübergreifende Bedeutung zu. Von der Bewertung A sind die Bestände
meist nur geringfügig entfernt. Beeinträchtigungen gehen meist auf Eutrophierungsten-
denzen zurück oder beziehen sich auf Veränderungen der Gewässerdynamik begleiten-
der Fließgewässer. Teilweise kommen Neophyten vor.
Tabelle 2: Erhaltungszustand der Lebensraumtypen im SCI 134
Erhaltungszustand
A B C
Lebensraumtyp (LRT)
Anzahl
Fläche
[ha]
An-
zahl
Fläche
[ha]
An-
zahl
Fläche
[ha]
3150 Eutrophe Stillgewässer
(Teiche und Altwässer)
- - 2 2,21 1 0,29
3260 Fließgewässer mit
Unterwasservegetation
- - 5 0,86 - -
6510 Flachland-Mähwiesen - - 1 0,24 - -
9160 Sternmieren-Eichen-
Hainbuchenwälder
- - 11 62,43 - -
9170 Labkraut-Eichen-
Hainbuchenwälder
- - 5 6,08 - -
91E0* Erlen-Eschen- und
Weichholzauenwälder
- - 5 5,5 - -
*prioritärer Lebensraumtyp

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5
Die FFH-Lebensraumtypen sind von hoher naturschutzfachlicher Bedeutung, da sie ü-
berwiegend in einem guten Erhaltungszustand sind und zum Erhalt in geeigneter Weise
bewirtschaftet werden. Zudem kommt der Erlen-Eschen- und Weichholzauenwald als pri-
oritärer Wald-Lebensraumtyp vor.
Die Verbundfunktion als Teil des Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 wird durch das im
Norden angrenzende FFH-Gebiet Nr. 128 (Schwarze Elster oberhalb Hoyerswerda), das
ebenfalls wertvolle Fließgewässer-Lebensraumtypen aufweist, deutlich. Das im Westen
des Gebiets liegende Gebiet Nr. 45 E (Teichgruppen am Doberschützer Wasser) beinhal-
tet u. a. wichtige Stillgewässer-Lebensraumtypen und Vorkommen von Anhang II-Arten
(Amphibien, Fischotter, Fische). Die Habitate dieser Arten im Gebiet der Klosterwasser-
niederung und der umliegenden Stillgewässer stellen also einen wichtigen Trittstein im
überregionalen Biotopverbund dar. Westlich des FFH-Gebietes „Klosterwasserniederung“
sind weitere FFH-Gebiete ausgewiesen, nämlich die „Waldteiche westlich Schönau“ (Lan-
desmelde-Nr. 132) sowie die „Waldteiche nördlich Räckelwitz“ (Landesmelde-Nr. 133).
Beide Gebiete weisen wertvolle naturnahe Stillgewässerlebensräume mit schützenswer-
ten Verlandungs- oder Röhrichtzonen auf, ergänzt durch Bruch- oder Sumpfwaldbereiche
sowie feuchte Hochstaudenfluren und Waldsäume.
Aus landesweiter Sicht und im NATURA 2000-Netz stellt das FFH-Gebiet 134 „Kloster-
wasserniederung“ einen überregional bedeutsamen Baustein dar.
2.2. ARTEN NACH ANHANG II DER FFH-RICHTLINIE
Im SCI wurden fünf Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie nachgewiesen.

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6
Tabelle 3: Habitatflächen der Anhang II-Arten im SCI 134
Anhang II - Art
Name
Wissenschaftli-
cher Name
Anzahl der
Habitate im
Gebiet
Fläche
[ha]
Flächenanteil
im SCI
Bachneunauge
Lampetra planeri
2 3,28 0,95 %
Rotbauchunke
Bombina bombina
3 13,38 3,90 %
Kammmolch
Triturus cristatus
1 14,54 4,23 %
Fischotter
Lutra lutra
1 7,11 2,07 %
Grüne Keiljungfer
Ophiogomphus
cecilia
5 0,56 0,16 %
Untersuchungen des Bachneunauges wurden 2005 an drei Stellen im Klosterwasser mit
Elektro-Befischung durchgeführt: unterhalb Wehr Schweinerden, unterhalb Mühlenwehr
Räckelwitz und bei Steinmühle Bocka. Es wurden zwei Habitate abgegrenzt. Eine Befi-
schungsstrecke südlich des Klosters St. Marienstern blieb ohne Artnachweis.
Als Habitate der Rotbauchunken konnten drei Laichgewässer inkl. anschließender Land-
lebensräume nachgewiesen werden (Großteich Laske, Teich nördlich der Alten Ziegel-
scheune/Panschwitz, Altwasser am linken Ufer des Klosterwassers südlich von Kotten).
Bei allen Begehungen konnten geschlechtsreife Tiere in unterschiedlichen Häufigkeits-
klassen erfasst werden. Die Laichgewässer sind gleichzeitig als Lebensraumtypen
„Eutrophe Stillgewässer“ ausgewiesen. Dies verdeutlicht die Bedeutsamkeit dieser Flä-
chen.
Für Bachneunauge und Rotbauchunke erscheint die Anzahl an Habitaten hinreichend. Die
Distanzen bzw. die Durchgängigkeit zwischen den Habitaten lassen vermuten, dass zu-
mindest ein teilweise genetischer Austausch zwischen benachbarten Populationen mög-
lich ist, sodass der Gesamterhaltungszustand der Art im FFH-Gebiet bei einer einzelflä-
chenübergreifenden Bewertung des Erhaltungszustandes mit gut bewertet werden kann.
Der Kammmolch wurde im Frühjahr 2006 im SCI nachgewiesen, wobei der Großteich
Laske und ein umgebender Landlebensraum als Kammmolch-Habitat ausgewiesen wur-
den. Eine weitergehende Bewertung des Erhaltungszustandes der Art im FFH-Gebiet ist
nicht möglich, da lediglich eine Fläche untersucht wurde.
Die Erhebung des Fischotters erfolgte im Oktober 2005. Es wurden 7 Einzelerhebungen
mit jeweils kompletter Habitatbewertung durchgeführt. Der ausgewiesene Wanderkorridor
reicht vom nördlichen Ende des FFH-Gebiets bis zur Querung der Straße K9230 bei

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7
Mostach. Außerhalb von Ortschaften wurde der Wanderbereich mit etwa je 2 m links und
rechts des Klosterwassers angenommen; innerhalb der Ortschaften beschränkt sich das
Habitat auf die Fließgewässerbreite. Die Beeinträchtigungen des Fischotter-Habitats sind
nicht Bestand gefährdend. Störungen und verkehrsbedingte Gefährdung lassen sich auf-
grund der Nähe zu Siedlungsbereichen nicht umgehen.
Eine erste Erhebung der Grünen Keiljungfer im Juni 2006 brachte keine Nachweise von
geschlechtsreifen Tieren, vermutlich hatte sich die Entwicklung auf Grund der kühlen
zweiten Maihälfte bzw. des kühlen Juni-Anfangs verzögert. Mitte und Ende Juli konnten
an mehreren Stellen jedoch Grüne Keiljungfern nachgewiesen werden. Beeinträchtigun-
gen sind nur in geringem Umfang vorhanden.
Tabelle 4: Erhaltungszustand der Habitatflächen im SCI 134
Erhaltungszustand
Anhang II - Art
A B C
Name
Wissenschaftli-
cher Name
An-
zahl
Fläche
[ha]
An-
zahl
Fläche
[ha]
An-
zahl
Fläche
[ha]
Bachneunauge
Lampetra planeri
-- -- 2 3,28 -- --
Rotbauchunke
Bombina bombina
-- -- 2 11,83 1 1,55
Kammmolch
Triturus cristatus
-- -- 1 14,54 -- --
Fischotter
Lutra lutra
-- -- 1 7,11 -- --
Grüne Keiljungfer
Ophiogomphus
cecilia
-- -- 5 0,56 -- --
Die Klosterwasserniederung stellt hinsichtlich des Arteninventars einen wertvollen Land-
schaftsausschnitt dar. Das SCI ist für Kammmolch und Rotbauchunke und für das im
Klosterwasser vorkommende Bachneunauge ein wichtiger Lebensraum, daneben ist es
auch als Wanderkorridor des Fischotters bedeutsam. Die Bedeutung einiger Teilbereiche
für den Arten- und Biotopschutz ist seit langem bekannt und einige Teilbereiche sind unter
Schutz gestellt.

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8
3. MAßNAHMEN
3.1. MAßNAHMEN AUF GEBIETSEBENE
Um die Gebietsqualitäten des SCI zu erhalten, sind folgende Maßnahmen notwendig:
Beibehaltung der naturschutzgerechten Teichbewirtschaftung
Erhaltung der naturnahen Abschnitte des Klosterwassers und seiner Zuflüsse
Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Fließgewässer
Erhaltung und Neuschaffung natürlicher Strukturelemente der Gewässersohle und
des Ufers
Erhalt und Entwicklung der Waldbestände durch eine naturnahe Forstwirtschaft
Auf Gebietsebene sind folgende Entwicklungsmaßnahmen vorstellbar:
Aktive Renaturierung des Klosterwassers (z. B. Anlage von Schleifen, Altarmen,
Entfernung von Uferversteinungen etc.) und seiner Aue (z. B. Rückverlagerung
von Deichen, Schaffung von Retentionsräumen, Anlage von Flutmulden; Umbau
von technisch ausgebauten Gerinnen zu naturnaher Gewässermorphologie)
Zumindest teilweise Wiederherstellung eines naturnahen Überflutungsregimes im
Bereich des Auwaldes Laske, was den dortigen Waldbestand in Struktur und Ent-
wicklung verbessern würde.
Großräumige Förderung des LRT 91E02 im gesamten FFH-Gebiet entlang der
Fließgewässer. Entwicklung eines weitgehend durchgängigen, zusammenhän-
genden Schwarzerlenwaldes
3.2. MAßNAHMEN IN BEZUG AUF LEBENSRAUMTYPEN NACH ANHANG I
Zur langfristigen Erhaltung der Teiche im SCI ist eine naturschutzgerechte Teichbewirt-
schaftung des LRT 3150 notwendig.
Bezüglich der Fließgewässer mit Unterwasservegetation (LRT 3260) sollten Sohlabstürze
und Querverbauungen bei Durchführung von Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung und
Gewässerausbau für Fische und andere aquatische Organismen möglichst durchgängig
gestaltet werden.
Die ausgewiesene Flachland-Mähwiese (LRT 6510) im SCI sollte erhalten werden.

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9
Für die Wald-LRT (9160, 9170, 91E2*) gilt, den Totholzanteil starker Dimension zu erhal-
ten. Starkes Totholz sollte in den FFH-Wald-Lebensraumtypen belassen und der Anteil
der lebensraumtypischen Baumarten aktiv erhalten werden.
3.3. MAßNAHMEN IN BEZUG AUF ARTEN NACH ANHANG II
Für die Erhaltung der Bestände des Bachneunauges ist die Erhaltung bzw. Wiederherstel-
lung einer naturnahen Tiefenvarianz, d.h. das Vorhandensein von flachen und tiefen Ge-
wässerstellen (Kolken) notwendig. Diese wird durch eine möglichst naturnahe Gewäs-
sermorphologie und -dynamik erreicht. Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der
Gewässer- und Sohlstruktur zielen v. a. auf eine unmittelbare Nachbarschaft von Steinen,
Grobkies, Feinsand und Schlammbänken im Gewässer.
Für Kammmolch und Rotbauchunke ist die Erhaltung der hydrologischen und trophischen
Verhältnisse in den Gewässern, insbesondere durch naturnahe Uferstrukturen, notwen-
dig. Der unzerschnittene Zusammenhang zwischen benachbarten Stillgewässern und
Landlebensräumen muss gewährleistet werden.
Möglichst viele der bestehenden naturnahen Gewässerabschnitte des Klosterwassers
sind zu erhalten, um den Lebensraum für den Fischotter zu sichern. Bei allen Maßnah-
men des Gewässerausbaus und -unterhaltung, bei Baumaßnahmen und bei der Planung
und dem Betrieb von Verkehrswegen sind die Belange dieser stark gefährdeten Art zu
beachten. Im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Gewässerunterhaltung können Maß-
nahmen erforderlich werden, die zu einer Beeinträchtigung des Fischotter-Aktivitätsraums
führen könnten. Als Lösung wird vorgeschlagen, ggf. erforderliche Maßnahmen nur ab-
schnittsweise und in Teilbereichen zeitlich gestaffelt durchzuführen.
Für das Vorkommen der Grünen Keiljungfer sind vielfältig strukturierte Ufergehölz-Säume,
die auch Lücken enthalten und eine Besonnung des Gewässers ermöglichen, anzustre-
ben.

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Tabelle 5: Erhaltungsmaßnahmen im SCI
Maßnahme-Beschreibung
Flächengrö-
ße [ha]
Maßnahmeziel
LRT / Habitat
Beibehaltung der bisherigen Nut-
zung (naturschutzgerechte Pflege
der Teiche, extensive Bewirtschaf-
tung; Regulierung des Raubfischbe-
standes)
2,5
Erhaltung und Sicherung des lebensraumtypischen Artenin-
ventars sowie der Strukturen; Sicherung der Habitatqualität
von Anhang II-Arten
Eutrophe Stillgewässer (3150),
Rotbauchunke
Vermeidung von großflächigen
Sohlberäumungen, ggf. wechselnde
Beräumung; Vermeidung von groß-
flächiger Beseitigung oder großflä-
chigem starken Auslichten von Ufer-
gehölzen
3,28
Erhaltung und Sicherung der lebensraumtypischen Struktu-
ren (Verlandungsvegetation, Unterwasservegetation)
Fließgewässer mit Unterwasserve-
getation (3260), Bachneunauge
Zweischürige Mahd ggf. mit Nach-
beweidung
0,24
Sicherung bzw. Wiederherstellung des typischen Arten-
spektrums
Magere Flachland-Mähwiesen
(6510)
Aktiver Erhalt der lebensraumtypi-
scher Hauptbaumarten
5,7
Sicherung und Entwicklung des lebensraumtypischen Arten-
inventars
Sternmieren-Eichen-Hainbuchen-
wälder (9160), Labkraut-Eichen-
Hainbuchenwälder (9170)

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Maßnahme-Beschreibung
Flächengrö-
ße [ha]
Maßnahmeziel
LRT / Habitat
Naturnahe Waldbewirtschaftung
(Belassen von Biotopbäumen, An-
reicherung von starkem liegenden
oder stehenden Totholz, Erhalt der
Mehrschichtigkeit)
69,0
Sicherung des günstigen Erhaltungszustandes, Erhalt des
lebensraumtypischen Arteninventars, Erhalt der strukturellen
Vielfalt und der Artenvielfalt
Sternmieren-Eichen-Hainbuchen-
wälder (9160), Labkraut-Eichen-
Hainbuchenwälder (9170), Erlen-,
Eschen- und Weichholzauenwälder
(91E0*)
Erhalt der Verlandungszonen in
bestehendem Umfang
14,54
Erhaltung und Sicherung der lebensraumtypischen Struktu-
ren der Art
Kammmolch
Verbesserung der Wasserqualität,
z. B. durch weitere Verminderung
der Einträge
14,54
Erhalt und Sicherung der Habitatqualität von Anhang II-Arten Bachneunauge
Beibehaltung der Nutzungsform in
außerörtlichen Bereichen (Bewei-
dung in ufernahen Grünlanbereichen
vorrangig mit Schafen)
7,11
Erhalt und Sicherung der Habitatqualität von Anhang II-Arten Fischotter
Erhalt von kleinflächigen, vollbe-
sonnten Gewässerabschnitten in
bisherigem Umfang
0,56
Erhalt und Sicherung der Habitatqualität von Anhang II-Arten Grüne Keiljungfer
*prioritärer Lebensraumtyp

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4. FAZIT
Sämtliche Eigentümer/Nutzer, die ermittelt werden konnten und mehr als 100 m² FFH-
LRT-Fläche besitzen (57 Nutzer bzw. Eigentümer), wurden schriftlich über die Maßnah-
menvorschläge im Rahmen des Managementplanes unterrichtet.
Für die Umsetzung der Maßnahmen, die das Klosterwasser betreffen, wurde die LTV in
Zusammenarbeit mit dem zuständigen Flussmeister und die Gemeinde Burkau an der
Maßnahmenabstimmung beteiligt, die mit den Maßnahmen unter der Voraussetzung der
Beachtung des vorliegenden Hochwasserschutzkonzeptes einverstanden waren.
Insbesondere die vorgeschlagenen Maßnahmen am Klosterwasser müssen den vorbeu-
genden Hochwasserschutz berücksichtigen und sind in Abstimmung mit dem Hochwas-
serschutzkonzept umzusetzen. Im Zweifelsfall gehen die Maßnahmen des Hochwasser-
schutzkonzeptes vor.
Die Maßnahmenvorschläge berücksichtigen die bestehenden Nutzungsanforderungen. So
wurde weder im Wald noch im Offenland noch bei den Gewässern die Aufgabe bestehen-
der Nutzungen vorgeschlagen.
Zusammenfassend ergibt sich hinsichtlich der Anzahl Flächen, dass ca. 28 % der Maß-
nahmen nicht abgestimmt werden konnten, da keine Rückmeldung erfolgte. Ca. 25 % der
Maßnahmen sind umsetzbar und weitere ca. 25 % teilweise umsetzbar. Nicht umsetzbar
sind 16,4 % der Maßnahmenvorschläge.
Flächenkäufe oder andere Sicherungsmaßnahmen erscheinen derzeit nicht erforderlich.
Die Umsetzung von Erhaltungsmaßnahmen ist unbedingt anzustreben.
Die Gesamtprognose für das FFH-Gebiet ist positiv, da schwer wiegende Gefährdungen
(geplante Eingriffe) nicht bekannt sind.
Das FFH-Gebiet stellt aufgrund der überwiegenden Bewertung der Lebensraumtypen in
der zusammenfassenden Gesamtbewertungsstufe „gut“ einen wichtigen und unverzicht-
baren Baustein im NATURA 2000-Netz dar, dessen Gebietsqualitäten erhalten und lang-
fristig gesichert werden müssen.

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5. QUELLE
Der MaP 134 „Klosterwasserniederung“ wurde im Original im Jahr 2006 vom BföS, Büro
für ökologische Studien GdbR in Chemnitz erstellt. Das Original kann bei Interesse beim
Regierungspräsidium Dresden, Abteilung Umwelt, Umweltfachbereich, Außenstelle Baut-
zen oder beim Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie, Abteilung Natur, Land-
schaft, Boden eingesehen werden.
ANHANG
Karte 1: Übersichtskarte Lebensraumtypen und Arten