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SACHSISCHES STAATSMINISTERIUM FOR SOZIALES UND GESELLSCHAFTLICHEN ZUSAMMENHALT
Albertstraße 10 I 01097 Dresden
An die
Schweinehaltungsbetriebe
im Freistaat Sachsen
lnformationen zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)
Sehr geehrte Damen und Herren,
bereits im Oktober 2017 haben wir Sie in einem Schreiben unserer Häuser
zum aktuellen Geschehen bezüglich der Afrikanischen Schweinepest (ASP)
informiert. Während Tschechien (welches damals akut von einem Ausbruch
betroffen war) es geschafft hat, die ASP nach einem Ausbruch wieder zu til-
gen, sehen wir uns seit November 2019 in Westpolen einem ASP-
Ausbruchsgeschehen gegenüber, welches iri seinem Ausmaß den Ausbruch
in Tschechien um ein Vielfaches übersteigt. Damit ist die Gefahr, dass die
ASP über migrierende Wildschweine nach Deutschland eingeschleppt wird,
noch einmal deutlich gestiegen. Deutschland kann derzeit leider nicht davon
ausgehen, dass die Seuche in Polen schnell getilgt sein wird. Das stellt uns
alle gemeinsam vor die neue große Herausforderung zu verhindern, dass
diese Tierseuche nach Sachsen eingeschleppt wird und sie, falls es zu einem
Ausbruch kommt, schnellstmöglich zu bekämpfen. Der Freistaat Sachsen hat
bereits umfassende Maßnahmen ergriffen, um ein Einschleppen der Seuche
zu verhindern. An dieser Ste Ile sei beispielhaft der Wildabwehrzaun erwähnt,
welcher an der Landesgrenze zu Polen errichtet wurde.
An der ASP können nur Wild- und Hausschweine erkranken. Es gilt weiterhin
als am Wahrscheinlichsten, dass die ASP zuerst in der Wildschweinpopula-
tion auftritt. Die Krankheitserscheinungen sind unspezifisch, die Tiere sind
abgeschlagen, appetitlos und bekommen hohes Fieber. Fast alle infizierten
Tiere sterben. Es gibt keine lmpfung gegen diese Tierseuche. Entgegen
früherer Annahmen breitet sich die ASP in der Schwarzwildpopulation relativ
langsam aus, so dass hier ein flächendeckendes, intensives Monitoring das
beste Mittel zur Früherkennung ist.
Wie uns die aktuellsten Ausbrüche in Hausschweinebeständen, z. B. in Po len
oder Ungarn zeigen, bleibt es auch in diesen Beständen eine Herausforde-
rung, einen Ausbruch schnellstmöglich zu erkennen. Neben den unspezifi-
schen Symptomen wie Fieber und schweren Allgemeinerkrankungen ist das
Verlustgeschehen anfangs nicht wesentlich erhöht. Deshalb ist es umso wich-
tiger, frühzeitig durch die Untersuchung von verendeten oder euthanasierten
Tieren einen Seuchenausbruch zu erkennen und die Infektion weiterer Be-
stände zu verhindern. Das liegt in der Verantwortung eines jeden Schweine-
halters und ist im Tiergesundheitsgesetz festgeschrieben.
Freistaat
SACHSEN
Durchwahl
Telefon +49 351 564-56242
Telefax +49 351 564-59249
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SächsIsches StaatsmInIsterlum
für Sozlales und Gesellschaft-
lIchen Zusammenhalt
Albertstraße 10
01097 Dresden
wwwsms.sachsen.de
Leitweg-ID 14-0801001SMS01-02

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Freistaat
SACHSEN
Um die deutschen Schweinebestände zu schützen, müssen alle Schweinehalter, auch
die Hobby- und Kleinsthalter, gemeinsam weiterhin die notwenigen Mindestmaßnahmen
zum Schutz vor ASP umsetzen. Sollte es zum Ausbruch der ASP bei Haus- oder Wild-
schweinen kommen, sind alle Schweinehalter in einem Restriktionsgebiet von den An-
ordnungen (wie Handels-, Transport- und Schlachtverboten) gleichermaßen betroffen.
Wir wenden uns heute erneut an Sie, um lhnen einerseits zu danken, dass Sie es ge-
meinsarn mit uns bis jetzt geschafft haben, unsere Schweinebestände frei von ASP zu
halten und lhnen andererseits die wesentlichen Punkte der Schutzmaßnahmen noch-
mals ins Bewusstsein zu rufen.
Dazu gehören, neben den Vorkehrungen, die Sie bereits laut Schweinehaltungshyglene-
verordnung getroffen haben, folgende Punkte:
• Wildschweine dürfen keinen Kontakt zu Hausschweinen haben! Schließen Sie
lhren Stall ab!
• Einstreu und Futter darf für Wildschweine nicht zugänglich sein!
• Das Verfüttern von Küchen- und Speiseabfällen ist verboten!
• Verfüttern Sie möglichst kein Grünfutter, welches durch Wildschweine kontaminiert
sein könnte.
• Schulen Sie jeden, auch Praktikanten und Saisonarbeiter, regelmäßig in der Ein-
haltung der allgemeinen und besonderen Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz
eines Eintrages vor ASP.
• lhren Stall sollten nur Sie oder eine mit der Pflege beauftragte Person und unver-
meidliche Personen (Tierarzt) betreten. Vorher müssen unbedingt die Schuhe ge-
wechselt werden. Besser ist in jedem Fall ein kompletter Kleidungswechsel. Lassen
Sie keinen Jäger, Jagdhund oder anderen Hund, der sich vorher im Wald aufgehal-
ten hat, in lhren Stall!
• Schädlinge und Schadnager müssen regelmäßige bekämpft werden!
• Der Stall, die Gerätschaften und die Fahrzeuge sollten regelmäßig gereinigt und
desinfiziert werden.
• Treten bei den Tieren unspezifische Symptome (Fressunlust, hohes Fieber bzw.
plötzliche Todesfällen) auf, benachrichtigen Sie umgehend lhren Tierarzt!
• Verendete Tiere sind über die Tierkörperbeseitigung in Lenz (Tel. 035249 7350) zu
entsorgen und bis zur Abholung unzugänglich und geschützt zu lagern!
Das Risiko des Eintrags durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte
Erzeugnisse gilt als besonders hoch. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Küchen- und
Speiseabfälle (auch Picknickabfälle) nur in, für Wildschweine unzugängliche Abfallton-
nen entsorgt werden.
Wir bitten Sie daher: Bleiben Sie wachsam! Es ist uns bewusst, dass dies gerade unter
den derzeitigen Umständen schwierig sein kann und es dazu besondere Anstrengungen
aller Beteiligten bedarf. In diesem Zusammenhang möchten wir auf die bestehenden
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Freistaat
e.SACHSEN
Programme der Sächsischen Tierseuchenkasse (SächsTSK) hinweisen, denn trotz aller
Maßnahmen zur Biosicherheit bleibt die konsequente Untersuchung verendeter
Schweine sowie Abortmaterial (Blut und Feten) das wichtigste Instrument, einen Virus-
eintrag frühzeitig zu erkennen. Über das Sektionsprogramm bzw. Abortprogramm der
SächsTSK eingesandte Tiere werden routinemäßig auch auf anzeigepflichtige Tierseu-
chen, wie zum Beispiel ASP untersucht. Eine Einsendung ist jederzeit möglich.
Denken Sie bitte auch an die erforderlichen Aktualisierungen lhrer Bestandsdokumenta-
tion sowie die pünktliche Erledigung vorgeschriebener (Nach-)Meldungen im HIT-
System bzw, bei der SächsTSK.
Zudem empfiehlt der Freistaat Sachsen den Schweinehaltern, sich bereits jetzt mit den
möglichen Varianten der Früherkennungs-Untersuchungen („Status-Erlangung") ge-
danklich auseinanderzusetzen und betriebsindividuell die Vor- und Nachteile abzuwä-
gen. Betriebe, die die vorsorgliche „Status-Erlangung" etablieren wollen, finden im Frei-
staat Sachsen die notwendigen organisatorischen Voraussetzungen und sollten sich mit
ihrem zuständigen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt in Verbindung setzen.
Haben Sie Fragen oder benötigen zusätzliche Informationen, wenden Sie sich bitte an
lhren Hoftierarzt, den Schweinegesundheitsdienst, Ihr zuständiges Lebensmittelüberwa-
chungs- und Veterinäramt, die Task-Force Tierseuchenbekämpfung Sachsen oder das
Friedrich-Loeffler-I nstitut.
Mit freundlichen Grüßen
Petra Köpprn9VA%
Staatsmirfisterih für Soziales und
Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Dr.' Syle-m epsO.n
GeschäftsführerA
Sächsiche Tierseuchenkasse
Anlage
Schema
Wolfram bünther
Staatsminister für Energie, Klimaschutz,
Umwelt und Landwirtschaft
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Auf der Homepage der Sächsischen Tierseuchenkasse und des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt stehen lhnen entspre-
chende lnformationen und Hinweise zur ASP zum kostenlosen Download zur Verfügung
(Um auf die entsprechende lnternetseite zu gelangen, können Sie auch die untenstehen-
den QR-Codes nutzen.),
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QR-Code
Sächsische Tierseuchenkasse
QR-Code
Sächsisches Staatsministerium für Sozia-
les und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Freistaat
SACHSEN
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