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»eku erfolg« Unternehmen
Ausgezeichnet mit 20.000 Euro
LuxChemtech GmbH
gemeinsam mit Institut für Luft- und Kältetechnik gemeinnützige Gesellschaft mbH und Johnson Controls Systems
und Service GmbH
ReLiA - Recycling von Lithiumbromidlösungen aus Absorptionskälteanlagen
Inhalt und Ziel des Vorhabens ist die Wiederverwendung bzw. alternative Verwertung von Lithiumbromidlösungen, welche derzeit bei der Wartung,
Demontage und Entsorgung von Absorptionskälteanlagen als Abfall anfallen. Bisher werden die gebrauchten Arbeitsstoffe nach dem Lebensende
der Absorptionskälteanlagen (AKA) und nach Havarien der Entsorgung zugeführt; erhebliche Mengen Lithium werden dadurch dem Kreislauf
entzogen. Damit geht auch das für verschiedene Zukunftstechnologien strategisch wertvolle Metall verloren. Verschärfend kommt hinzu, dass der
Bedarf an Lithiumbromidlösung für Kälteanlagen in Deutschland derzeit komplett durch Importe gedeckt werden muss. Im Rahmen des Projektes
wurde unter anderem demonstriert, dass zu entsorgende 54 %ige LiBr-Lösungen, welche mit Inhibitoren versetzt und mit Korrosionsprodukten

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behaftet sind, in regenerierte 54 %ige LiBr-Stammlösungen überführt werden können. Der innovative Ansatz besteht darin, dass mit dem
entwickelnden Regenerationsverfahren eine selektive Entfernung nur von bestimmten Stoffen (wie etwas das inzwischen verbotene und giftige
Chromat) aus der Lösung erfolgt und die eigentliche Matrix, das LiBr, nahezu vollständig als Sekundärrohstoff wieder verwendbar gemacht werden
kann.
Dr.-Ing. Lucia Groß
LUCFLOC - Hochleistungsdämmstoff aus der Natur
LUCFLOC ist die Antwort auf die massiven Herausforderungen der Zellulosedämmstoffindustrie in Zusammenhang mit enorm steigenden
Rohstoffpreisen, Rohstoffverknappung und sinkender Qualität. LUCFLOC besticht gegenüber herkömmlichem Zellulosedämmstoff durch gleiche
Brandeigenschaften mit 50% weniger Additiven, 33-50% weniger Materialverbrauch je nach Anwendungsbereich bei gleicher Dämmleistung, 50%
weniger Setzung, deutlich geringerem Energiebedarf bei der Herstellung, einem geringeren ökologischen Fußabdruck sowie geringerer
Staubentwicklung beim offenen Aufblasen. LUCFLOC nutzt regional verfügbare Ressourcen, indem derzeit ungenutzte Holz- und Papiersortimente
sinnvoll und effizient mit kurzen Transportwegen klimaschonend und als langfristiger CO2-Speicher genutzt werden. Der Innovationscharakter von
LUCFLOC wird durch ein Patent unterstrichen. Der Kompositdämmstoff LUCFLOC besteht aus einem Hochleistungsspan aus Holz sowie einer
Papierkomponente. Hierbei übernimmt der Hochleistungsspan die Aufgabe einer niedrigen Dichte verbunden mit Volumenstabilität
(Setzungssicherheit) wobei der Papieranteil für eine niedrige Wärmeleitfähigkeit (gute Dämmeigenschaften) sorgt. Die als Hochleistungsspan
verwendeten Holzsortimente sind schnellwachsend und finden aufgrund Ihrer Eigenschaften kaum bzw. keine Anwendung in der Holzindustrie. Für
den Papieranteil werden auf dem Markt vorhandene Papiersortimente verwendet, die lediglich energetisch genutzt werden oder solche, die kaum
nachgefragt werden und in großen Mengen, im Gegensatz zur Ressourcenverknappung des Tageszeitungspapieres, verfügbar sind. Die
Rohstoffkosten von LUCFLOC reduzieren sich um 70-86% gegenüber herkömmlichem Zellulosedämmstoff. LUCFLOC beweist Ressourceneffizienz
in der Herstellung, Materialeffizienz in der Anwendung und Wirtschaftlichkeit.

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ANNALINDE gGmbH
Entwicklung eines multifunktionalen Gartenbaustandortes im Leipziger Osten
Das Projekt entwickelte von 2018 bis 2021 einen urbanen multifunktionalen Gartenbaustandort im Leipziger Osten. Dazu wurden Gartenbauflächen
aufbereitet und eine entsprechende Infrastruktur geschaffen. Es wird Gemüse aus samenfesten Sorten nach ökologischen Maßstäben (ohne
Zertifizierung) für die Direktvermarktung in Leipzig kultiviert. Weiter werden Jungpflanzen aus biologischen Saatgut für HobbygärtnerInnen der
Region produziert. Eine geschützte Teilfläche bleibt unbewirtschaftet und dient als Lebensraum für Insekten und Kleinstlebewesen. Es wurden ein
Gärtner und eine Gärtnerin ausgebildet. Neben dem Gartenbau leistete das Vorhaben ins Besondere Beiträge zum sozialökologischen
Transformationsprozess. So wurde ein Forschungsvorhaben zur Entwicklung eines Mehrkammerbiomeilers für die Wärme- und Komposterzeugung
angesiedelt. Es wurde ein Integrationsprojekt der Umweltbildung in Ankunftsquartieren entwickelt und am Standort eingebunden. Einem Start-Up,
was regionale und saisonale Schnittblumen kultiviert und diesen Anbau erforscht, wurde im Rahmen einer Kooperation Fläche und Infrastruktur zur
Verfügung gestellt. Es wurden Initiativen beim Aufbau urbaner Gartenbaustandorte beraten. Das Projekt generiert marktfähige Güter und
Dienstleistungen sowie gesellschaftsrelevante soziale und ökologische Leistungen. Es leistet einen wichtigen Beitrag bei der Anpassung an den
Klimawandel in der Stadt Leipzig.
Ausgezeichnet mit 15.000 Euro
VG Verbrauchergemeinschaft für umweltgerecht erzeugte Produkte eG
bio und regional - wissen und finden
Die VG Verbrauchergemeinschaft eG (VG) betreibt an sechs Standorten in Dresden offene Mitgliederläden. Die Genossenschaft entstand 2005 aus
dem gleichnamigen Verein. Gegründet wurde die VG mit dem Ziel, den regionalen Ökolandbau nach der Wende zu fördern und dessen Produkte

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für Konsumenten im urbanen Raum verfügbar zu machen. Transparenz, Fairness und Nachhaltigkeit sind dabei oberstes Gebot. Regionale
Bioprodukte erhalten unser grün/weißes Regionalprodukte-Logo (RP-Logo). „Regional“ heißt in der VG: Die Erzeugung oder Verarbeitung erfolgt im
Umkreis von 150km. Frischeprodukte tragen zusätzlich Namen & Anschrift des Erzeugerbetriebes. Derzeit beliefern über 90 Regio-Partner die
Biomärkte der VG. Kleinere Betriebe beliefern oft nur einen VG-Biomarkt; die größeren Bio-Bäckereien hingegen steuern alle unsere Läden täglich
an. Der Ökolandbau steckt längst nicht mehr in den Kinderschuhen. Umso wichtiger ist es, die Produzent:innen der Region zu unterstützen. Auf
dem letzten Regionaltreffen 2018 erarbeiteten Vertreter:innen der VG zusammen mit einer großen Zahl von Lieferant:innen wichtige Schritte, um
die Regionalvermarktung mit noch mehr Erfolg zu fördern. Dabei kam zu Tage, dass es vielen Betrieben schwerfällt, sich bekannt zu machen und
für ihre Produkte zu werben. Daraufhin entstand auf der Webseite der VG ein Portal mit Lieferantenporträts, über die sich unsere Regio-Partner
kostenlos vorstellen können. Dies schafft zugleich Transparenz gegenüber unseren Mitgliedern und Kund:innen. Wir bieten zudem regelmäßige
Busexkursionen zu Bio-Höfen und Betrieben in der Region an und veranstalteten im September 2019 und 2021 jeweils öffentliche Regionalmärkte
am VG-Biomarkt Dresden-Strehlen. Ein weiteres Projekt ist die gemeinsame Gestaltung einer Straßenbahn der DVB AG, an der neben der VG 31
Bio-Partner:innen teilnehmen. Als sichtbares Zeichen für Bio und Regionalität fährt die Bahn ein Jahr lang durch Dresden. Derzeit ist außerdem ist
ein Lieferdienst per Lastenrad in Planung.
again fashion meer.mals UG
again fashion - one step to the future of fashion
again ist Online- und Offline-Händler für nachhaltige Mode. Wir setzen auf unser eigens entwickeltes hybrides Retailkonzept, welches aus Verkauf,
Mietkauf und Miete von Kleidung besteht. Damit regen wir zu bewusstem Konsum an. Neben dem regulären Kauf (buy) gibt es die Möglichkeit,
Kleidung zuvor zu mieten. Erst danach wird für oder gegen ein Stück entschieden (rent-to-own). Das spart Fehlkäufe und reduziert den
Ressourcenverbrauch, da einzig Lieblingsteile in den Kleiderschrank unserer Kund:innen wandern. Für Anlässe oder um Neues auszuprobieren,
bietet sich die Miete (rent) an. Pre-owned-clothes kommen nach der Rückgabe und Reinigung wieder in unsere Stores (in-store-cycle). Es ist unser

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Anspruch allen Kund:innen auf dem Weg zum perfekten Kleiderschrank voller It-Pieces zur Seite zu stehen. Wir wollen, dass jede:r ausschließlich
Lieblingsstücke besitzt, die lange und mit Liebe getragen werden (long-lasting favorite pieces). In Zukunft werden wir uns noch stärker auf den Bezug
recycelter Kleidung, sowie den Einsatz intelligenter Technologien konzentrieren. Wir wollen langfristig in Kreisläufen arbeiten und setzen dabei auf
Partner, die in der Textilherstellung bereits mit Materialkreisläufen arbeiten (pre-store-cycling). Unser Ziel ist es einen positiven Impact zu schaffen,
indem der Ressourcenverbrauch minimiert, die Textilarbeiter:innen fair bezahlt und damit ebenso wie mit unserem Hybridkonzept eine bewusste
und nachhaltige Konsumentscheidung für unsere Kund:innen erleichtert wird.
ligenium GmbH
Leichter nachhaltiger Transportwagen "ligShuttle"
Mit unserem Transportwagen "ligShuttle" revolutionieren wir die Intralogistik! Denn unser Produkt löst eines der größten Probleme dieser Branche:
das hohe Gewicht von Ladungsträgern gegenüber der zu transportierenden Ware. Durch die Verwendung moderner Holzwerkstoffe ist der ligShuttle
bis zu 50 % leichter als konventionelle Transportwagen aus Stahl. Damit reduziert der Einsatz unseres Produktes zum einen Investitions- als auch
Transportkosten und hat zum anderen für den Anwender zahlreiche ökologische, ökonomische und technische Vorteile. Denn Holzwerkstoffe
verbessern die CO2-BIlanz des Anwenders und ermöglichen das störungsfreie Tracking der Supply-Chain und die Verwendung des neuen
Mobilfunkstandards 5G in Produktionsumgebungen. Auch der schonende Transport von elektrisch sensiblen Bauteilen ist mit der ESD-Fähigkeit des
nachwachsenden Rohstoffs problemlos möglich. Doch einzigartig macht unser Produkt seine Modularität. In nur wenigen Minuten lässt sich
ligShuttle, gegenüber herkömmlicher, verschraubter Anwendungen aus Stahl, schnell und unkompliziert an neue Aufgaben, wie zum Beispiel einen
Wechsel des Transportguts, anpassen. Der Aufbau unseres Baukastensystem mit hohem Individualisierungsgrad ist denkbar einfach: Mittels
Steckverbindungen sind der (kunden-/bauteilindividuelle) Aufbau mit dem mobilen Grundmodul verbunden. Gemeinsam mit unseren Kunden
entwickeln wir so passgenaue, hochflexible und nachhaltige Lösungen für den innerbetrieblichen Transport der Zukunft. Unsere Zielstellung als auch

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Motivation ist die Etablierung eines neuen nachhaltigen Logistikstandards sowie die Umsetzung einer CircularBio Economy-Strategie in der
Intralogistik. Das Projekt "ligShuttle" findet so bereits Anwendung in der Automobilbranche.
Obermühle Görlitz
RainKost Obermühle - Solidarische Landwirtschaft für die Gatronomie
RainKost Obermühle ist ein Projekt, welches 2018 ins Leben gerufen wurde, 2020 seine Initialphase und damit vorerst den Projektabschluss schaffen
konnte, 2021mit dem eku-Preis für ein separates Projekt und für 2022 für eine regionale, sowie produktportfoliospezifische Erweiterung des Projektes
durch die Initiative „Mehrwert-Schaffen“ des Feistaates Sachsen gefördert wurde. In diesem Antrag möchten wir uns dazu abgrenzend auf die
Initialphase, das grundlegende Projekt, welches Anfang 2020 erfolgreich seinen Abschluss fand, bewerben, da dieses bisher durch keine öffentliche
Förderung unterstützt wurde. RainKost Obermühle ist eine solidarische Landwirtschaft auf gastronomischer Ebene, welche auf dem deutschen Markt
einmalig ist. Auf Feldern in Görlitz realisieren wir erfolgreich einen mikroskalierten, permakulturellen und biointensiven Gemüseanbau, dessen
Angebot sich ausschließlich an gastronomische Einrichtungen richtet. 10 feste Ernteteiler tragen derzeit das Projekt gemeinsam und bekommen
dafür Gemüse, welches sich durch ökologische, soziale und ethische Nachhaltigkeit und höchste Qualität auszeichnet. Die beteiligten Einrichtungen
arbeiten dadurch saisonal, regional und nachhaltig und wirken gemeinsam an einer Vision mit, die zukunftsorientiert vordenkt, was in Bezug auf
Klimawandel, Relokalisierung, und Regionalisierung notwendig ist. Das klar definierte Alleinstellungsmerkmal des Projektes ist die Verbindung
planwirtschaftlicher Ideen in einem freien Markt auf der Grundlage konsequenten nachhaltigen Arbeitens. RainKost ist ein Pilotprojekt, welches
ökologische Nachhaltigkeit lebt in Hinsicht auf Bodenverbesserung und Nährstofferhalt, soziale Nachhaltigkeit in Bezug auf die Mitwirkung von
Kindergärten auf dem Feld, sowie gesellschaftlich nachhaltig, indem wir schon heute fragen, wie wir die Gesellschaft und die Menschheit in einer
nicht allzu fernen Zukunft ernähren, denken und gleichzeitig das natürliche Gleichgewicht erhalten können.

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Landwirtschaft und Forstbetrieb Alexander Wolf
Hand in Hand - Naturschutz durch Landwirtschaft
Das Projekt „Hand in Hand“ zeigt, dass sich verschiedenste Landschaftsnutzergruppen nicht konträr gegenüberstehen müssen, sondern die
heterogenen Einzelinteressen wie Freizeit und Erholung, Natur- Arten- und Klimaschutz, erhalt genetischer Ressourcen, Landwirtschaft und
Flächenunterhalt sich räumlich und in der Wirkung ergänzen können. Bei „Hand in Hand“ wird auf teilweise geländemorphologisch extrem
schwierigen Grenzertragsstandorten eine ökologische und CO2-minimierte Landwirtschaft betrieben. Auch ohne eine intensive und auf
Maximalgewinn orientierte Betriebsweise ist eine ökonomisch auskömmliche Bewirtschaftung möglich. Im Ergebnis wurde und wird ein vielfältiges
und belebtes Landschaftsbild geschaffen und regionale wie überregionale Naturschutzziele erfüllt. Das Projektgebiet befindet sich auf der Fläche
eines ehemaligen Braunkohletagebaues südlich von Leipzig (Tagebau Witznitz II, jetzt Hainer See). Der Erhalt von Lebensräumen regional und
überregionaler Pflanzen und Tierarten, Landwirtschaft, die Entwicklung einer attraktiven und leistungsfähigen-ökologisch intakten Natur sowie die
Erholungsnutzung sind hier gemäß Abschlussbetriebsplan erklärtes Ziel.
Agrargenossenschaft Lößnitz-Stollberg eG
Wiesensalami – eine Produktentwicklung der Gemeinschaft
Die "Wiesensalami - eine Rindfleischsalami im Heubett" steht für eine authentische und sächsische Gemeinschaft. Neben einem
Landwirtschaftsbetrieb mit angeschlossener Fleischerei und einer Absatz- und Vermarktungsgemeinschaft mit integriertem Marketing, ergänzt die
Gemeinschaft ein Lebenshilfewerk sowie zahlreiche heimische Logistiker. Zielstellung der Partner war die Entwicklung einer regionalen Rindersalami
- von und für Sachsen. Es ist ein Produkt für Verbraucher mit hohen ethischen und ökologischen Ansprüchen. Eine umweltfreundliche
Produktentwicklung stand seit Beginn des Projekts im Fokus, um den ökologischen Fußabdruck sächsischer Produkte aktiv zu senken. Deshalb
wird nur nach Vorbestellung klima- und ressourcenschonend für heimische Händler produziert. Anschließend wird die Wiesensalami von Menschen

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mit Handicap verpackt und mittels einer lokalen Logistikstrategie zum Kunden gebracht. Die verwendete Verpackung ist dabei wiederverwendbar
und recyclebar. Das enthaltene Premium-Bio-Kräuterheu sowie der Karton kann zudem kompostiert werden. Die Wiesensalami ist ein Produkt das
seinen Ursprung im Herzen Sachsens hat. Die Rinder werden auf einem Landwirtschaftsbetrieb im Erzgebirge geboren, aufgezogen und
geschlachtet.
NICAMA
NICAMA - Das Social Startup für plastikfreie Alltagsprodukte mit Impact
NICAMA hat sich zum Ziel gesetzt, der Plastikkrise einen Riegel vorzuschieben. Deshalb entwickelt und vertreibt das Social Startup aus Dresden
plastikfreie Alternativen zu herkömmlichen Produkten. Neben den Bienenwachstüchern und festen Shampoos, bietet NICAMA Seifen und Upcycling-
Naturkosmetikprodukte an. Alle Produkte sind konsequent plastikfrei und ein 1plus1 Prinzip rundet das ambitionierte Konzept ab: 1 Produkt = 100 g
Plastik wird in Küstenregionen eingesammelt. Käuferinnen und Käufer können über einen QR-Code auf den Produkten nachverfolgen, wo genau
ihre Hilfe ankommt. Das Social Startup konnte in diesem Jahr bereits über 5.000 kg Plastik sammeln, bevor es unsere schützenswerten Ozeane
erreicht. Dies entspricht über 350.000 Plastikflaschen. Seit Kurzem geht NICAMA einen weiteren zukunftsweisenden Schritt in Richtung
Kreislaufwirtschaft: Mit weggeworfenen Orangenschalen und Kaffeesatz verwendet das junge Team diese wertvollen Reste aus der
Lebensmittelindustrie für hochwertige Upcycling-Naturkosmetik. Jedes Jahr werden rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeschmissen.
Dadurch entstehen weltweit jährlich mehr als drei Gigatonnen CO2, welche vollkommen unnötig in unserer Atmosphäre landen. Um dieser
desaströsen Verschwendung entgegenzuwirken, verwendet NICAMA Orangenschalen- und Kaffeesatzreste und stellt daraus hochwertige
Naturkosmetik-Peelingseifen her. Während die Orangenreste aus einer Orangeneismanufaktur stammen, wird der Kaffeesatz vor Ort bei Dresdner
Cafés eingesammelt.

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Wald Erlebnis Schule Johannisthal
Das Leben im Ameisenhügel
Mein Wunsch war es in der von Medien beeinflussten Zeit den Kindern echte Erlebnisse in und mit der Natur zu vermitteln. Die Natur braucht uns
nicht- aber wir die Natur! Das Projekt - ein begehbarer Ameisenhügel - (mit 6 Fenstern ) wurde für die Umweltbildung geschaffen. Ziel ist es, den
Ameisenstaat erlebbar zu machen nachdem die Kinder das Bildungsprogramm "Bodenleben im Wald" an einem echten Ameisenhügel besichtigtigt
haben. Die Kinder können durch eine Bodenlucke in den Ameisenhügel krabbeln undsehen welche Aufgaben so ein Ameisenstaat ohne Handy und
Computer schon Tausende von Jahren in Perfektion erledigt. Die Künstlerin Binka Stark hat nach meinen Vorgaben 45 Funktionsameisen und
unzählige Tiere um die Kinder herrum an die Wände und die Decke gebracht. Mit Hilfe von Nummernkarten suchen die Kinder die Ameisen und
erklären deren Tätigkeit. Dabei ist Spaß und Bildung garantiert. So schiebt z.B eine Ameise die dazugehörige Ameisenpuppe im Puppenwagen
durch die Gänge im Hügel oder die Oma-Ameise spinnt die neuen Cocons für die Ameisen. Witzig und lehrreich wurde ein ganzes Ameisenvolk
dargestellt. Ganz nebenbei eignen sich die Kinder neues Wissen an und lernen, dass viele Pflanzen in der Natur durch Ameisen verbreitet werden,
wie Schädlinge im Zaum gehalten werden und was in der Natur in einem Lebensnetz noch zusammen hängt. Es ist für Kinder ein echtes Erlebnis,
in einem Ameisenbau zu sein und deren Welt zu erleben. Viele von ihnen wollen wiederkommen und werden mit Begeisterung Gelerntes weiter
vermitteln. Die Begeisterung der Kinder motiviert mich, immer neue Projekte umzusetzen - wo noch so vieles zu Erleben ist in unserem Wald.

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Ausgezeichnet mit 10.000 Euro
watttron GmbH
Digitale Siegelsysteme für nachhaltige Verpackungslösungen
Nachhaltigkeit ist derzeit einer der größten Treiber für Innovationen in der Verpackungsindustrie. Zusammen mit den nachhaltigen
Entwicklungszielen der Vereinten Nationen haben viele Markeninhaber ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele angekündigt, um bis 2025 100 % recycelbare
oder wiederverwendbare Verpackungen herzustellen. Die Verwendung von Monomaterialien ist eine Lösung, diese Ziele zu erreichen. Solche
Materialien haben ein sehr kleines Verarbeitungsfenster. Das bedeutet, dass das Siegeltemperaturfenster zwischen 2 und 5 Kelvin liegen muss.
Bestehende Heizsysteme haben Temperaturabweichungen um 5 bis 10 Kelvin und können eine genaue Temperaturregelung nicht gewährleisten.
Dies gilt insbesondere für kritische Siegelbereiche wie z.B. Zipper, die Doppelfalzbereiche oder in der Nähe von Ausgießern. Diese
Unzulänglichkeiten der aktuellen Heizsysteme können mit Hilfe der Siegeltechnologie cera2seal gelöst werden. Bei diesem Heizsystem wird die
Wärme direkt am Kontaktpunkt der Folienoberfläche erzeugt. Anstelle eines Heizelementes wie bei herkömmlichen Systemen, bietet das cera2seal
System mehrere unabhängig voneinander geregelte Heizkreise mit integrierten Temperatursensoren, die nahe an der Siegelfläche platziert sind,
um einen sehr kurzen geschlossenen Regelkreis zu erreichen. Dies ermöglicht eine individuelle Erwärmung in kleinen Zonen und bei genauen
Temperaturen, da jeder Bereich eine spezifische Wärmezufuhr hat. Die integrierte Regelelektronik ermöglicht zusätzlich eine sehr schnelle
Temperaturregelung bis zu mehreren hundert Mal pro Sekunde. Dies führt zu einer sehr präzisen Temperaturregelung und Prozessstabilität bei
Dichtungsanwendungen. Aufgrund der geringen Masse des Systems und der thermischen Isolierung können die Heizer innerhalb weniger Sekunden
aufgeheizt werden, was eine Reduzierung des Energieverbrauchs um mehr als 30% ermöglicht. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der
Null-Emissions-Ziele in der Verpackungsindustrie.

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Forstbetrieb Dr. Bohn
Wie weiter im Wald - sollten wir fremdländische Bäume pflanzen?
In den letzten Jahren sind in Mittelsachsen viele Bäume durch Trockenheit und Hitze stark geschädigt worden oder abgestorben. Betroffen sind alle
Baumarten, die Fichte ist fast völlig verschwunden. Ein sicheres Rezept, wie dem durch Waldumbau zu begegnen sei, gibt es bisher nicht. Durch
kleinräumiges Einbringen hitze- und trockenheitsresistenter, fremdländischer Baumarten soll deren Widerstandkraft gegenüber verschiedenen
Umweltfaktoren an unterschiedlichen Standorten geprüft werden. Ebenso stehen deren Verträglichkeit, d.h. Konkurrenz gegenüber der
benachbarten, heimischen Bestockung als auch Auswirkungen auf die Biodiversität im Fokus. Dabei sollen die Entwicklung der Kraut und
Strauchschicht, die Annahme durch heimische Wildarten, Vogelarten sowie Insekten beobachtet werden. Auf dem 40ha großen Waldflurstück
wurden die Baumarten Baumhasel, Edelkastanie, Kanadische Hemlocktanne, Schwarzkiefer und Tulpenbaum an verschiedenen Stellen als
Einzelbäume, truppweise oder auf Kleinflächen von bis zu 0,1 ha eingebracht. Verglichen werden soll auch mit heimischen oder zumindest
eingebürgerten Baumarten wie Stieleiche, Roteiche, Bergahorn, Spitzahorn, Rotbuche, Hainbuche, Vogelkirsche, Winterlinde, Robinie, Gemeine
Kiefer und Douglasie, die auf dieselbe Weise, allerdings in deutlich höherer Zahl (insgesamt 13.000 Stck.) zur selben Zeit eingebracht wurden. Als
"Neubürger" wurden innerhalb der letzten zwei Jahre u.a. 700 Baumhasel, 700 Edelkastanie, 100 Kanadische Hemlocktanne, 2500 Schwarzkiefer
und 100 Tulpenbaum gepflanzt. 60% erfolgte durch eine Baumschule, 40% in Eigenleistung gemeinsam mit freiwilligen Helfern am Wochenende in
mindestens 200 Arbeitsstunden. Der Antragsteller führt eine Arztpraxis mit 50-Stunden-Woche im Hauptberuf. Das bisherige Ergebnis unserer
Bemühungen im Wald ist recht ermutigend!

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Textilmanufaktur Seifert UG
Regionale Textilmanufaktur - faire Mode von fairen Frauen
Als Maria Seifert 2017 begann, ihre Damenkollektion ausschließlich in einer kleinen Manufaktur im sächsischen Eibenstock zu produzieren, bestand
diese bereits seit vierzig Jahren. Die Besitzerin beschloss im Spätsommer 2019 schließlich, die Manufaktur aus Altersgründen aufzugeben und bot
sie Maria Seifert zum Kauf an. Der Respekt gegenüber der Arbeitsleistung der Angestellten, die teilweise seit 1977 in der Manufaktur tätig waren,
sowie die Bewahrung ihres Handwerks und des damit verbundenen Know-Hows waren ausschlaggebend für die Entscheidung zur Übernahme.
Diese Wertschätzung treibt Maria Seifert stets an. Denn auch in Deutschland ist die Arbeit in der verbliebenen Textilbranche nicht leicht und mehrere
Inhaberwechsel haben auch in Eibenstock Spuren hinterlassen. Maria Seifert möchte nun Ruhe und Beständigkeit in die Manufaktur bringen und
damit organisch wachsen. Ironischerweise ist dabei alles, was in der Mode eher nicht funktioniert, die Stärke der Manufaktur: lokale und transparente
Produktion nachhaltiger Mode und Textilwaren zu fair kalkulierten Preisen. Aufgrund ihrer Größe und der Nähe zu den Kund*innen kann die
Textilmanufaktur dabei hochindividualisiert und möglichst flexibel agieren. Langfristig möchte Maria Seifert die Manufaktur über ihre eigene Kollektion
sowie eine geplante zweite Herrenlinie tragen und mit weiteren Kund*innen gesund und organisch wachsen. Dabei ist der Trend zu regionaler
Produktion und Made in Germany auf ihrer Seite und erleichtert die Förderung und den Erhalt von Arbeitsplätzen und Handwerk.
Landgut Kemper & Schlomski
Unser Bienenwald Sachsens
„Unser Bienenwald Sachsens“ liefert eine Antwort auf das Waldsterben 2.0. Die 2019 auf einer ehemaligen Fichtenfläche begründete
insektenfreundliche Aufforstung bietet Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Insekten und weitere Tiere. Blühfreudige Bäume und Sträucher
bereichern das klassische Waldbild und bilden einen wertvollen Biodiversitäts-Hotspot im Wald. Die Projektumsetzung und -entwicklung fand unter
Einbezug von Kindern und Jugendlichen der Region statt. In Umweltbildungs-/BNE- Veranstaltungen am Landgut Kemper & Schlomski (LGKS)

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werden am Praxisbeispiel Bienenwald Grundlagen zu Themen wie Artensterben, Biodiversität, Nachhaltigkeit, Klimawandel und Insektenschutz
vermittelt. Das Konzept der insektenfreundlichen Aufforstung wurde durch die engagierte Öffentlichkeitsarbeit bereits auf weiteren Standorten in
ganz Deutschland umgesetzt. Sowohl Staatsforstbetriebe als auch Kommunen und private Waldbesitzer interessieren sich für das Thema
Bienenwald und tauschen sich bereits über das eigens gegründete Netzwerk BienenwaldSchwärmer aus. Zudem erhalten Interessierte fachliche
Unterstützung und Hilfestellung bei der Umsetzung ihres eigenen Bienenwald-Projektes. Die Netzwerkarbeit schreitet weiter voran und so sind
weitere Bienenwälder in ganz Deutschland geplant. Einerseits ergibt sich so eine Lösung für die in den letzten Jahren entstandenen Kahlflächen im
Wald, andererseits leisten die Bienenwälder als Biodiversitäts-Hotspots einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz und eine nachhaltige
Entwicklung.
VRENDEX GmbH
INKO-RENA-360: Innovative Kommunikation regionaler und nachhaltiger Produkte mit 360° Plattformen
Seit im Frühjahr 2020 Covid-19 die Art und Weise wie wir kommunizieren und wie wir uns zu Veranstaltungen und Messen treffen verändert hat,
sind überall (aktiv oder notgedrungen) neue Wege erprobt worden. Ein Format haben wir mit wagemutigen sächsischen Partnern und über 50
regional ansässigen Firmen und Erzeugern als Experiment seit letztem Sommer technisch und gestalterisch entwickelt: Die interaktive 360°
Plattformen für regionale und nachhaltige Produkte. Durch den Ausfall von Weihnachtsmärkten haben wir mit der Dregeno eG als Auftraggeber
einen virtuellen Seiffener Weihnachtsmarkt als interaktive Erlebnistour entwickelt (dies ist unser Anwendungsbeispiel 1). Ebenso waren
themenbezogene physische Veranstaltungen mit informativen Charakter nicht möglich. Mit dem Landkreis Mittelsachsen und der Nestbauzentrale
als Auftraggeber haben wir den Informationstag zum Ländlichen Bauen ebenfalls als interaktive, webbasierte 360° Plattform entwickelt (dies ist
unser Anwendungsbeispiel 2). Auch wenn diese Formate keine realen Veranstaltungen ersetzen können und sollen, haben wir im Zusammenwirken
mit allen Projektpartnern mit dieser Art der Kommunikation über eine viertel Million Besucher erreichen können. Mehr als auf den bisherigen
physischen Märkten und Messen und dies vor allem auch über mehrere Monate hinweg, weltweit und annähernd emissionsfrei. Dabei wurden

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regionale Wertschöpfung, nachhaltige Produkte, schadstoffarme bzw. schadstofffreie und nachhaltige Baustoffe aus landwirtschaftlichen Anbau und
regionale Akteure mit wertigen Erzeugnissen kommuniziert und mittels 360° Panoramen / Videos und Weblinks vorgestellt. Der Zugang erfolgt über
PCs, Tablets, Handys und VR-Brille und benötigt lediglich Internetzugang – also eine ganz niedrige Zugangsschwelle mit vorwiegend visueller und
interaktiver Kommunikation für Jung und Alt aus jeder Gesellschaftsschicht, emissionsfrei und ohne Reisefrust. Aufgrund des positiven Feedbacks
entwickeln wir weitere Formate dieser Art.
Wollblüte
Natürlich-Regional-Modern
Wir sind ein kleiner Familienbetrieb, der sich zum Ziel gesetzt hat, einem wertvollen, nachwachsenden Rohstoff die Wertschätzung entgegen zu
bringen, welche er verdient hat. Durch unsere kleine Schafherde und die damit regelmäßig anfallende Schurwolle kam der Gedanke die Wolle einmal
zu verarbeiten. Mit dem Waschen, Spinnen und anschließendem Verarbeiten des ersten angefertigten Wollstrangs, ist die Liebe zu dieser Naturfaser
entstanden. Die unendlichen Möglichkeiten mit den Fasern von unterschiedlichen Schafrassen zu arbeiten, ist faszinierend, beruhigend und kreativ.
Die ersten entstandenen Mützen, Tücher und Decken, aus einem selbst gesponnenem Garn mit einem Spinnrad und einer Stricknadel hat die
Leidenschaft und die Liebe zur Wolle zum Leben erweckt. Nachdem aus einem vermeintlich unbrauchbarem, nachwachsendem Rohstoff ein
wunderbares Endprodukt entstanden ist, was einen wesentlich besseren Ruf verdient hat, haben wir uns entschlossen die Verarbeitung der Wolle
weiter auszubauen. Naturfarbene oder farbige Wollstränge, Spinn- und Filzfasern und viele weitere Schafwollprodukte sollen unser Sortiment stetig
erweitern. Unser Ziel ist es, natürliche und einfache Dinge, welche uns die Natur schenkt, zu nutzen. Nachwachsende Rohstoffe, die uns zur
Verfügung stehen, sinnvoll einzusetzen und die Menschen zu sensibilisieren diese Dinge wertzuschätzen, zu pflegen und zu erhalten. Ob
angefertigte Produkte aus reiner Schurwolle oder zum selber machen. Durch Kurse, Treffen und Vorstellungen auf Messen und Märkten wollen wir
alte Traditionen unterschiedlicher Handwerkstechniken wiederaufleben lassen. Produkte für den Alltag erweitern unser Sortiment und sollen das

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Leben jedes einzelnen auf natürliche Weise bereichern. Bettdecken, Kissen, Körbe, Teppiche, handgefertigte Produkte und vieles mehr aus 100%
regionaler Schurwolle. Zuspruch und neue Ideen, die Schurwolle zu verarbeiten, motivieren uns, unsere Ziele zu verfolgen.
BALANCE Erneuerbare Energien GmbH
Upcycling von Gärprodukten: SNÄGG - Der Biodünger
Biogas verbindet Grüne Energie mit Upcycling: Upcycling, als ein Instrument der Kreislaufwirtschaft, schützt unsere Ressourcen und wird in einer
nachhaltig handelnden und zukunftsfähigen Wirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen. Biogas kann hier, neben der Erzeugung von Grüner
Energie, einen wichtigen Beitrag für diverse Industrien leisten. Aufgrund ihrer Struktur und ihres Nährstoffgehaltes sind Gärprodukte ein wertvoller
und natürlicher Rohstoff. Die BALANCE (Erneuerbare Energien GmbH) hat ein Pilotprojekt initiiert, bei dem die festen Gärprodukte einer
Biogasanlage in Oschatz (Sachsen) aufbereitet und als Upcycling-Produkt in neue Wirtschaftskreisläufe gebracht werden sollen. Das Ziel: Mit der
Weiterverwertung nachhaltige Alternativen für Düngemittel und Faserersatzstoffe schaffen. Ein Ansatz fand bereits dieses Jahr seine Umsetzung:
Seit April 2021 ist unter der Marke „SNÄGG“ ein biologischer Pflanzendünger für Endverbraucher im Handel zugänglich – hergestellt aus den festen
Gärprodukten jener Biogasanlage in Oschatz. Aufgrund seiner Zusammensetzung gilt er als organischer Volldünger, der neben den wichtigen
Nährstoffkomponenten Stickstoff, Phosphat und Kalium, einen sehr hohen Anteil an organischer Substanz aufweist. Diese fördert im Gegensatz zu
mineralischen Düngern zusätzlich die Humusbildung und Biodiversität im Boden. Ziel ist, allen Pflanzenliebhaber:innen den Zugang zu einem
rundum nachhaltigen Düngerprodukt zu ermöglichen. In der Umsetzung wird SNÄGG daher regional produziert und von einer Werkstatt für
Menschen mit Beeinträchtigungen (Lebenshilfe Oschatz e.V.) in ressourcenschonendem Alt- und Graspapier verpackt. Gleichzeitig sensibilisiert das
Unternehmen mit der Marke SNÄGG für das biologische Düngen und generell für den achtsamen Umgang mit der Umwelt.

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Li-iL GmbH Arzneimittel, Arzneibäder GmbH
Pulverförmige Konzentrate zur Reinigung und Pflege von Haut und Haar
Die vorliegende Erfindung betrifft ein neuartiges, ressourcensparendes Verfahren zur Formulierung von Körperpflegemitteln für Haut und Haar. Im
Gesetz zu den gebräuchlichen Körperpflegeprodukten wird hierbei das Körperpflegemittel aus einem pulverförmigen Konzentrat unter Verwendung
von Wasser direkt am Ort des Gebrauchs hergestellt.
Schäferei und Spinnstube Manja Drutschmann
Schäferei und Spinnstube Drutschmann - ökologische Wirtschaftsweise im Einklang mit Natur und Umwelt
Ziel des Projektes war der Aufbau einer Schäferei mit Direktvermarktung und kreativer Wollverarbeitung im Osterzgebirge. Nachdem mit der
politischen Wende die im Altkreis Dippoldiswalde ehemals existierenden 6 Schafherden aufgelöst wurden, war es das erklärte Ziel der Initiatoren,
im Osterzgebirge wieder eine Schafherde aufzubauen. Zeitgleich war die Wirtschaftlichkeit der Schafhaltung kompletten Veränderungen
unterworfen. Der einstige wertvolle Rohstoff Schafwolle verkam zum Abfallprodukt, da auf dem Weltmarkt 1990 zwei komplette Jahresschuren auf
Halde lagen und unsere deutsche Wolle nicht mehr gebraucht wurde. Damit war auch verbunden, dass Schaflämmer als Reproduktionstiere nicht
mehr zu verkaufen waren. Stattdessen konnte eine Wirtschaftlichkeit nur durch den Verkauf von Schlachtlämmern und eine bezahlte
Landschaftspflege erreicht werden. Trotz dieser widrigen Umstände versuchten die Initiatoren ihre Zielstellung umzusetzen. Sie suchten den Kontakt
zur Naturschutzbehörde und bekamen wenig ertragreiche, nicht technikgängige Flächen im oberen Müglitztal zur naturschutzgerechten
Landschaftspflege angeboten. Dazu wurden verschiedene Schafrassen angeschafft: neben Merinolandschafen und Suffolk-Fleischschafen auch die
vom Aussterben bedrohte, kleinste deutsche Schafrasse "Skudden". Da auf den wenig ertragreichen Wiesen keine effektive
Lammfleischvermarktung zu erwarten war, entschied man sich zur vollständigen Eigenvermarktung der erzeugten Produkte Fleisch und Wolle. Dazu
wurden neben einem Hofladen auch ein eigenes Schlachthaus geschaffen. In Zusammenarbeit mit einer Sächsischen Firma gelang die Verarbeitung

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der erzeugten Schafwolle, die dann selbst vermarktet werden konnte. Ein wichtiges Ziel bei der Umsetzung war neben der Entwicklung von
Projekttags-Angeboten für Schulklassen und Kindergruppen auch die Entwicklung von Kursangeboten zur Verarbeitung der Schafwolle sowie die
Sensibilisierung der Bevölkerung für die Bedeutung des wertvollen Rohstoffes.
Forstbetrieb Laußig / Dr. Dominik Schall
Wald im (Klima)Wandel – Praxisversuche mit alternativen Baumarten
Der in Folge von Trockenheit und Hitze über die letzten Jahre geschwächte Kiefernwald in Nordsachsen (und anderswo) wurde durch flächigen
massiven Borkenkäferbefall stark geschädigt. Im familiären Forstbetrieb Laußig musste alleine in den letzten beiden Jahren aufgrund des
Käferbefalls so viel „Käferholz“ geschlagen werden wie das Forstbetriebswerk eigentlich für 20 Jahre reguläre Bewirtschaftung dieses Forstes
vorsieht. Der bisherige Kiefernwald „stirbt“ im Moment innerhalb weniger Jahre. Für die anstehenden Aufforstungen gilt es, möglichst viele
Baumarten in den Beständen zu beteiligen (Diversifikation) und dabei soweit möglich auf klimatolerante heimische Baumarten zu setzen. Als
zusätzliche Beimischung und weitere Diversifikation kommen aber auch zunehmend alternative Baumarten und alternative Herkünfte in Frage, die
bislang in Deutschland wenig oder nicht angebaut werden und für die es daher noch wenig Erfahrungswerte gibt. Das Ziel des Projektes war und ist
es, anhand von eigenen Anbauversuchen mit alternativen klimastabilen Baumarten und Herkünften (derzeit ca. 1.600 Pflanzen auf 0,5 Hektar; mehr
in Planung) praktische Erkenntnisse zur Eignung dieser Arten für die zunehmend schwierigen Standortbedingungen in Nordsachsen und
insbesondere in der Region um Laußig zu erarbeiten. Die Pflanzungen wurden im Frühjahr 2021 durchgeführt. Das gewonnene Wissen wird auch
allen interessierten kleinen und großen Waldbesitzern der Region über Begehungen vor Ort und persönliche Gespräche zur Verfügung gestellt.

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Ausgezeichnet mit 5.000 Euro
4D-Energy GmbH
Stark schwankende erneuerbare Energieerzeugung wird dank wirtschaftlicherer Vermarktung von
Batteriespeicher ausgeglichen
4D-Energy bietet automatisierten Handel von Stromlieferungen an der Börse (EPEX Spot Leipzig), um Batteriespeicher für Kunden (Betreiber)
gewinnbringend zu vermarkten, bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensdauer von Speichersystemen. Darüber hinaus bietet 4D-Energy, mehr
Einnahmen durch intelligente Stromhandelssoftware für Betreiber/Eigentümer von Batteriespeichern, Beschleunigung der Energiewende und eine
Entlastung des Stromnetzes (weniger teure Überlandkabel und Leistungselektronik).
A&E Produktionstechnik GmbH
Sandwich-Ventile für das zweite Kunststoff-"Leben"
Sandwich bezeichnet ein Spritzgieß-Verfahren, bei dem zwei verschiedene Thermoplaste ineinander gespritzt werden. Der innere Teil, der Kern,
wird vollständig vom äußeren Thermoplast umschlossen, dem Hautmaterial. Um Kunststoff-Abfälle (Thermoplaste) wieder einer neuen Verwendung
zu zuführen wird der Kern aus Altkunststoffen, die Oberfläche aus Neu-Kunststoff gespritzt. A&E Produktionstechnik GmbH entwickelt und fertigt
solche Ventile, die auf einer Spritzgießmaschine die Schmelzeströme so steuern, dass Altkunststoff nur im Inneren der Formteile und Neu-Kunststoff
nur an der Oberfläche ist. Die Ventile ermöglichen bis zu 60% Altkunststoffe in neuen Formteilen einzubringen. Neben einer
Materialkosteneinsparung ergeben sich für den Hersteller der Formteile und auch für den Nutzer der Formteile positive Umwelteffekte, da die
Altkunststoffe nicht verbrannt oder in die Umwelt gelangen.

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Stadtwerke Schwarzenberg GmbH
Bienenbroschüre: Wissenswertes für Kinder rund um die Biene mit Mitmach-Seiten
„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur mehr vier Jahre zu leben.“ Dieses berühmte Zitat von Albert Einstein ist
besonders in der heutigen Zeit des Insektensterbens von großer Bedeutung. Dabei zählen Bienen aufgrund ihrer Bestäubungsleistung zu den
wichtigsten Nutztieren und sind für eine ökologisch ausgewogene Artenvielfalt verantwortlich. Ihr Schutz ist daher enorm wichtig für die Ökosysteme
und uns Menschen. Wir Stadtwerke Schwarzenberg sind davon überzeugt, dass man nur schützt, was man kennt, und über dessen Bedeutung man
im Bilde ist. Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, über die Bienen zu informieren und ihre Gefährdung aufzuklären. Dabei möchten wir
direkt bei den Kleinsten beginnen. In unserer selbst gestalteten Bienenbroschüre für Kinder im Kindergarten- bzw. Grundschulalter erfahren diese,
warum Bienen so wichtig sind, wie Honig produziert wird und welche verschiedenen Bienen es in einem Stock gibt bzw. welche Aufgaben sie dort
in welchem Abschnitt ihres Lebenszyklus sie erfüllen. Damit die Broschüre nicht nur Lehrbuchcharakter hat, haben wir Mitmach-Seiten inkludiert.
Diese umfassen beispielsweise Ausmalbild, Bienenquiz, Sudoku, oder die Anleitung zum Bau eines Wildbienenhotels. Um die Kinder von der Theorie
überzeugen zu können, finden wir es wichtig, dass sie sich auch selbst ein praktisches Bild machen können. Deshalb bieten wir Kindergärten und
Schulen Bienenerlebnistage an, bei denen ein fachkundiger Imker die Stadtwerke Bienen und deren Stöcke erklärt.
Die Bienenbroschüren als auch die Erlebnistage sind für Schulen und Kindergärten komplett kostenfrei.
Benedict von Saint André
Anpassung an den Klimawandel mit der Sumpfzypresse
In Sachsens Wäldern werden derzeit nur relativ wenige Baumarten bewirtschaftet, wobei mit etwa 35% die Fichte dominiert, eine Baumart, die durch
Kalamitäten, Immissionen und Klimaextreme stark gefährdet ist. Im Gegensatz zum „Mainstream“ bei den Waldumbauprogrammen zur Anpassung
an den Klimawandel, der beherrscht wird von der Anpassung unserer Waldökosysteme an eine zunehmende Trockenheit, haben wir bei dem Projekt

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auch die Anpassung von Baumarten an eine erhöhte Variabilität von Grundwasserständen infolge des Klimawandels berücksichtigt. Das ist eine
Ausrichtung, die insbesondere auch durch die aktuellen Hochwasserkatastrophen in vielen deutschen Landkreisen eine besondere Aktualität erfährt.
Eine Baumart, die eine hohe Elastizität gegenüber extremen Grundwasserverhältnissen hat, ist die Sumpfzypresse (Taxodium distichum). Sie
zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, auf Grund- und Stauwasser-Böden wachsen zu können, aber auch mit trockenen Böden zurecht zu kommen.
Im Frühjahr 2021 haben wir auf einer häufig staunassen Fläche von einem halben Hektar im Zaun 210 Sumpfzypressen im Verbund mit Schwarzerle
in großzügigen Abständen gepflanzt. Weitere 90 Sumpfzypressen haben wir an verschiedenen feuchten Standorten im Wald mit und ohne
Wuchshülle gepflanzt. Die Bilanz derzeit: die kleinen Sumpfzypressen entwickeln sich erfreulich.
Die grüne RecyclingWerkstatt
CoronaWelt 2020
Umweltbewusstsein, Konsumkritik, Achtsamkeit vor der Natur und viele weitere Facetten unserer sogenannten modernen Welt greifen in immer
mehr Bereiche des gesellschaftlichen Lebens und Arbeitens. Dabei spielt es mittlerweile nicht mehr nur eine große Rolle, wie unsere Lebensmittel
produziert wurden oder woher unsere Kleidung stammt. Tierwohl, Pestizidverbote, fairer Handel; viele Themen erhalten heutzutage zum Glück eine
immer größere Aufmerksamkeit und somit Umsetzung. Daher ist es umso wichtiger, dass diese ökologisch-sozial-fairen Ziele auch in jene Bereiche
übertragen werden, die vorerst gar nichts damit gemein haben. Gemeint ist die Bildende Kunst. In dem Kunstobjekt CoronaWelt 2020, aber auch in
allen anderen künstlerischen Werkstücken achte ich darauf, möglichst in allen Gegebenheiten einen bewussten Umgang mit unseren Ressourcen
zu ermöglichen. So nutze ich ausschließlich Recycling- und Naturmaterialien für die Herstellung meiner Kunstobjekte und somit in dem präsentierten
Objekt CoronaWelt 2020. Ich sammle Müll auf der Straße, den ich dann für meine Kunstwerke nutze. Zeitung wird zu Papiermaschee und somit zu
einer formbaren Masse- alternativ zu den üblichen Bronze-, Stahl- oder Betonskulpturen, die wichtige Rohstoffe verschwenden. Alte Kleidungsstücke
werden aufgetrennt und als Stricke und neuer Garn genutzt. Benutzte und gewaschene Teebeutel oder Kaffeefilter werden zu Papierblüten.
Naturmaterialien sammle ich nach einem Sturm, wenn sie von selbst auf den Boden fallen. Ich muss also keine neuen Materialien kaufen, um

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künstlerisch tätig zu sein, sondern nutze auch im Bereich der Kunst Recyclingmaterialien, um dem Konsumwahn und der Wegwerfgesellschaft einen
kleinen freudigen Lichtblick entgegenzusetzen.
Land-und Forstwirtschaftsbetrieb Andreas Krüger
Nachhaltige Bereicherung der (Tier-)Welt des Weidegebietes Quäne
Wir, ein Landwirtschaftsbetrieb mit fast 200-jähriger Familientradition in Freital, haben unser großflächiges Weidegebiet mit 200 hochstämmigen
Streuobstbäumen an Haupt-, Verbindungs- und Triebwegen bepflanzt. Unser Ziel war es unter anderem die alten historischen Wege mit Apfel-,
Birnen-, Pflaumen- und Kirschbäumen zu säumen, wie es früher typisch war und das damalige Landschaftsbild prägte. Weiterhin lag uns am Herzen
die uralten Apfelbäume, deren Sorten heutzutage unbekannt sind, wieder als junge veredelte Apfelbäume in unserem Weidegebiet zu integrieren
und folglich auch in Zukunft für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Darüber hinaus wurde im Zuge von Flächenzusammenlegungen und
Flurneuordnungsmaßnahmen an den Grenzen zwischen Grünland und Ackerflächen eine 1.200m lange Hecke aus unter anderem Weißdorn,
Heckenrose, Holunder, Haselnuss und Schlehe gepflanzt. Sie dient in erster Linie zwar als Schutz vor Bodenerosion und Wind, trägt aber auch zum
Artenschutz von Brutvögeln und Niederwild bei. Somit wurde mit dem Pflanzen von unseren Streuobstbäumen und Hecken ein Beitrag zum Arten-
und Insektenschutz wie auch für das Landschaftsbild und die nachfolgenden Generationen geleistet.
KP Media GmbH
anyloc®-studio - wherever you want to be! Entertainment und Umweltschutz sind kein Widerspruch
Die Verbindung von Gaming-Technologie mit der Filmherstellung gibt der Filmindustrie die traditionelle Kulisse in einer hochmodernen Form zurück
und ermöglicht im Gegensatz zu den aktuell genutzten Verfahren den Einsatz von reflektierenden Flächen und Materialien. Die Lösung macht den

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Filmkunden wetter- und standortunabhängig und vereinfacht die Nacharbeit erheblich. What you see is what you get - ermöglicht es der Regie, die
Kamera-Bilder bereits am Set zu bewerten und ggf. Veränderungen am Set unkompliziert vorzunehmen. Besonders eindrücklich wird dies, wenn
die natürliche Umgebung virtuell verändert wird – Bäume oder Felsen werden verschoben, der Bewuchs verändert, oder Berge verkleinert. Eine
Technik, die in der realen Welt unmöglich ist. Die Technologie erspart Reisen zu verschiedenen Drehorten, den Kulissenbau vor Ort und vermeidet
so erhebliche Mengen CO2-Ausstoß sowie Müll und sonstige Umweltbeeinflussungen. Statt aufwendiger und reiseintensiver Firmenmeetings an
einem Ort gestattet die vorgestellte Technologie die Gestaltung von hybriden XR- oder Streaming-Events und trägt so auch im allgemeinen
Wirtschaftsbereich zu einer Minderung des CO2-Ausstoßes bei.
Herausgeber: Stand 26.11.2021
Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klima, Umwelt und Landwirtschaft, Referat 22: EU, internationale Zusammenarbeit, Querschnittsthemen,
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden