Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
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Anlass und Aufgabenstellung
Im Industrie- und Gewerbegebiet Crumbach-Nord (Bebauungsplan Nr. 2 Teilgebiet A) sollen Flächen
getauscht werden, da ein Investor eine größere Fläche für sein Vorhaben benötigt. Die zusätzlich
beanspruchte ca. 15-jährige Brachfläche für die neue Gewerbegebietsnutzung (ca. 1.000 m²) ist
hinsichtlich des Artenschutzes gemäß der §§ 44 und 45 BNatSchG zu bewerten und es ist festzulegen,
welche neue bisher ausgewiesene Gewerbefläche von der Größe her geeignet ist, den entsprechenden
Eingriff zu kompensieren bzw. welche Strukturen geschaffen werden müssen, damit die entsprechenden
beeinträchtigten Arten die neue Brache schnellstmöglich annehmen.
Der vorliegende 1. Teil des Artenschutzfachbeitrages befasst sich mit der Potenzialanalyse, welche
Arten durch den Flächentausch gemäß § 44 BNatSchG beeinträchtigt/geschädigt werden könnten.

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Grundlagen
2.1
Rechtliche Grundlagen
Die Notwendigkeit einer Prüfung artenschutzrechtlicher Belange im Rahmen von Planungsverfahren
oder bei der Zulassung von Vorhaben ergibt sich aus den Regelungen des § 44 Absatz 1 i. V. m. Absatz
5 BNatSchG.
Für Bauvorhaben können grundsätzlich artenschutzrechtliche Verbotstatbestände einschlägig sein. Die
zentralen Vorschriften des Artenschutzes sind in den §§ 44 und 45 BNatSchG zu finden. Hierbei
beinhaltet der § 44 für die besonders und die streng geschützten Tier- und Pflanzenarten unter-
schiedliche Verbote für Schädigungen oder Störungen, die erhebliche Auswirkungen auf Individual-
und/oder Populationsebene der jeweiligen geschützten Art haben können. Durch § 44 BNatSchG wur-
den europäische Normen der Art. 12 und 13 der FFH-Richtlinie (Richtlinie 2006/105/EG) und die Ver-
pflichtungen des Artikels 5 der Vogelschutz-Richtlinie (Richtlinie 2009/147/EG) in nationales Recht
umgesetzt.
Bei dem vorliegenden hinsichtlich der Verbote des § 44 BNatSchG zu prüfenden Vorhaben "Änderung
des Bebauungsplanes Nr. 2, Industrie- und Gewerbegebietes Crumbach-Nord (Teilgebiet A)" handelt es
sich um ein Bauvorhaben mit Wirkungen in Habitate und Lebensräume von Tierarten im Außenbereich.
Entsprechend § 44 Absatz 5 BNatSchG gelten für nach § 15 BNatSchG zulässige Eingriffe in Natur und
Landschaft ... die Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote nach Maßgabe der Sätze 2 bis 5. Sind in
Anhang IV Buchstabe a der Richtlinie 2006/105/EG aufgeführte Tierarten, europäische Vogelarten oder
solche Arten betroffen, die in einer Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 1 Nummer 2 BNatSchG
aufgeführt sind, liegt ein Verstoß gegen das Verbot des Absatzes 1 Nummer 3 von § 44 BNatSchG und
im Hinblick auf damit verbundene unvermeidbare Beeinträchtigungen wild lebender Tiere auch gegen
das Verbot des Absatzes 1 Nummer 1 von § 44 BNatSchG nicht vor, soweit die ökologische Funktion
der von dem Eingriff oder Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen
Zusammenhang weiterhin erfüllt wird. Soweit erforderlich, können auch vorgezogene Ausgleichs-
maßnahmen festgesetzt werden. Für Standorte wild lebender Pflanzen der in Anhang IV Buchstabe b
der Richtlinie 2006/ 105/EG aufgeführten Arten gelten die Sätze 2 und 3 entsprechend. Sind andere
besonders geschützte Arten betroffen, liegt bei Handlungen zur Durchführung eines Eingriffs oder
Vorhabens kein Verstoß gegen die Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote vor. Im Rahmen des
vorliegenden Artenschutzfachbeitrages werden deshalb grundsätzlich alle im Vorhabensbereich
vorkommenden Arten der folgenden 2 Artengruppen berücksichtigt:
1. die Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie,
2. die europäischen Vogelarten entsprechend Artikel 1 VRL.
Ausnahmen von den in § 44 Absatz 1 BNatSchG aufgeführten Verboten können durch die in § 45
BNatSchG benannten Gründe zugelassen werden. Die Ausnahmebedingungen, die der Europäische
Artenschutz vorsieht (Artikel 16 der FFH-Richtlinie und Artikel 9 der Vogelschutz-Richtlinie), werden
mit dem § 45 Absatz 7 BNatSchG im nationalen Artenschutzrecht berücksichtigt.
2.2
Abgrenzung des Untersuchungsgebietes
Das Untersuchungsgebiet für den vorliegenden Artenschutzfachbeitrag wurde in Auswertung des
vorliegenden Bebauungsplanes und unter Berücksichtigung der vorhabensspezifischen Wirkungen und
der relevanten Wirkräume so abgegrenzt, dass alle artenschutzrechtlich relevanten Auswirkungen
erfasst werden konnten. Viele Wirkräume sind nur lokal auf den Bereich der Bauflächen oder im
gewerbegebietsnahen Bereich (bis etwa 50 m um die Vorhabensflächen) beschränkt. Außerhalb dieses
Bereiches ist durch den Gewerbegebietsbestand mit keiner Minderung der Habitateignung durch
Wirkungen (z.B. Lärm, Bewegungen) zu rechnen, da die Wirkungen von ihrer Intensität nicht von den
Vorbelastungen zu unterscheiden sind. Somit schließt das Untersuchungsgebiet neben den baubedingten

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Wirkräumen anlage- und betriebsbedingte Wirkräume ein. Eine Übersicht für das Vorhaben "Änderung
des Bebauungsplanes Nr. 2, Industrie- und Gewerbegebietes Crumbach-Nord (Teilgebiet A)" und den
geplanten Flächentausch gibt die Abbildung 1.
Abb. 1:
Flächentausch im Bebauungsplan Nr. 2, Industrie- und Gewerbegebiet Crumbach-Nord
(Teilgebiet A)
2.3
Datengrundlagen
Folgende Datensammlungen wurden für die Bestandserfassung ausgewertet:
FFH-Managementplan für das SCI DE 4944-301, Landes-Meldenr. 20E "Striegistäler und
Aschbachtal". Büro Lukas - Integrative Naturschutzplanung [MaP 2008],
Ingenieurbüro Oeser (2018): eigene Arterfassung im Vorhabensbereich der Austauschflächen des
Industrie- und Gewerbegebietes Crumbach-Nord im August/September 2018 [IBO 2018]
MultiBase: Nachweisdaten im Untersuchungsgebiet am Industrie- und Gewerbegebiet Crumbach-
Nord zwischen 2000 und 2018. MultiBase [MultiBase 2018]
Daten aus [Ornitho.de 2018] für die Quadranten Crumbach Nord [5044 2 07s] und Striegis zw.
Hainichen und A4 [5044 2 08s] nach dem Jahr 2015
Daten aus [STEFFENS 2013], [ZÖPHEL 2002], [BROCKHAUS 2005], [HAUER 2009] und
[REINHARDT 2007] wurden soweit möglich auf die jeweiligen Biotoptypen interpretiert
Verbreitungsdaten aus den Artensteckbriefen des [LfULG 2018] auf der Homepage:
https://www.artensteckbrief.de/
und des [BfN 2018] auf der Homepage:
https://ffh-anhang4.bfn.de/

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Die Daten lassen insgesamt sehr gute Rückschlüsse auf den Artenbestand und die Biotopausstattung im
Wirkbereich des Vorhabens des Flächentausches "Industrie- und Gewerbegebiet Crumbach-Nord" zu
und sind für eine Wirkprognose und eine Erheblichkeitsabschätzung im Rahmen der artenschutz-
rechtlichen Prüfung ausreichend. Insbesondere durch die angrenzenden Ortslagen und Industrie- und
Gewerbeflächen sind ohnehin nur wenige der in den Unterlagen verzeichneten Arten für dieses
Bauvorhaben wirklich als relevant zu beachten, da insbesondere nur wenige empfindliche geschützten
Arten von vornherein im direkten Wirkradius zu erwarten sind.

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Methodik
Die artenschutzrechtliche Prüfung erfolgt in folgenden Bearbeitungsschritten:
1. Darstellung aller im Untersuchungsgebiet potenziell vorkommenden geschützten Arten
Auf der Basis der oben aufgeführten Datensammlungen wird eine Gesamtartenliste (siehe Tabelle
4.2-1) erstellt, die eine Übersicht über alle geschützten Arten für den betroffenen Naturraum liefert.
Sie gibt Auskunft über den jeweiligen Schutzstatus nach nationalem und europäischem Recht sowie
den Gefährdungsgrad nach der Roten Liste Sachsens [RLS]. Des Weiteren werden die durch die
Arten bevorzugt genutzten Biotopkomplexe und Nachweisorte benannt. Dabei werden alle
geschützten Arten sowie alle europäische Vogelarten, für die Vorkommen im Untersuchungsgebiet
nachgewiesen sind oder die in Verzeichnissen des LfULG [MultiBase 2017] benannt werden,
berücksichtigt. Für Arten, für die kein genauer Fundpunkt angegeben ist (z.B. Arten aus den
Standard-Datenbögen), wurde - wenn möglich - das nächste geeignete Habitat als potenzielles
Habitat angegeben.
2. Auswahl der für das Vorhaben relevanten Wirkungen und der jeweiligen Wirkräume
Mit einem Vorhaben sind regelmäßig neben dem unmittelbaren Flächenentzug noch weitere Wirk-
faktoren verbunden. Dadurch hervorgerufene Auswirkungen sind ebenso zu prüfen. Im Einzelfall
können andere Wirkfaktoren für die Beurteilung der artenschutzrechtlichen Verbote sogar entschei-
dender sein, als der mit dem Vorhaben verbundene direkte Flächenentzug. Deshalb umfasste der
Fachkonventionsvorschlag [LAMBRECHT 2007] neben dem direkten Flächenentzug weitere mög-
liche Wirkfaktoren. Dieser Fachkonventionsvorschlag zielt zwar inhaltlich auf die Prüfung der Ver-
träglichkeit von Plänen und Projekten mit den Erhaltungszielen von FFH-Gebieten ab, doch die dort
enthaltene Liste von möglichen Wirkfaktoren ist auch für die Prüfung der artenschutzrechtlichen
Verbote nach § 44 Absatz 1 BNatSchG verwendbar. Im Rahmen der Wirkungsprognose erfolgt für
das konkrete Bauvorhaben anhand einer Konkretisierung der mit dem Vorhaben verbundenen
Wirkungen eine Überprüfung, welche dieser Wirkungen für die vorliegende artenschutzrechtliche
Prüfung relevant sind und welche Wirkräume für diese Wirkungen relevant sind.
3. Auswahl relevanter Arten für die Artenschutzprüfung
Aus der Gesamtartenliste in der Tabelle 1 können die Arten von einer weiteren Prüfung im Rahmen
des Artenschutzfachbeitrages ausgeschlossen werden, die von den vorhabensbedingten Wirkungen
nicht betroffen sind. Ein Ausschluss wird in [RLBP 2011] auch für Arten empfohlen:
- die weit verbreitet und als nicht gefährdet eingestuft sind (z.B. Kohlmeise), nur streng geschützte
Arten wie z.B., die in Sachsen ungefährdete Wasserfledermaus werden weiter geprüft, wenn
Quartiere und Rastplätze bzw. wichtige Verbundlinien und essenzielle Habitatstrukturen im
Untersuchungsgebiet vorkommen.
- die gegenüber den vorhabensbedingten Wirkungen als nicht empfindlich gelten (z.B. Rauch-
schwalben - Verlärmung),
- die mit Sicherheit nur außerhalb der spezifischen Wirkräume vorkommen oder die aufgrund
fehlender geeigneter Habitatstrukturen im Untersuchungsgebiet mit großer Sicherheit nicht vor-
kommen können.
Für die ubiquitären nicht gefährdeten Arten (sogenannte "Allerweltsarten") können populationsbezo-
gene vorhabensbedingte Beeinträchtigungen aufgrund ihrer weiten Verbreitung und hohen Anpas-
sungsfähigkeit in Verbindung mit geringen Störungsempfindlichkeiten von vornherein ausgeschlos-
sen werden. Diese Arten finden über den flächenbezogenen Biotoptypenansatz der Eingriffsregelung
(einschließlich Vermeidung und Kompensation) hinreichend Berücksichtigung [BAUCKLOH
2007]. In der Tabelle 2 werden die aus der weiteren Prüfung ausgeschlossenen Arten und die jeweils
maßgeblichen Ausschlussgründe dargestellt. Die weitverbreiteten und nicht gefährdeten Arten
werden jedoch - anders als in der [RLBP 2011] vorgeschlagen - als Artengruppe weiter geprüft,
sofern Brutstandorte von Individuen direkt betroffen sein können.

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4. Wirkungsprognose für die verbliebenen, artenschutzrechtlich zu prüfenden Arten
Für die artenschutzrechtliche Bewertung der einzelnen Arten werden anhand der Vorhabens-
beschreibung aus artenschutzrechtlicher Sicht alle relevanten Wirkungen des Vorhabens identifiziert
und kurz beschrieben. Für jede relevante Wirkung werden die Wirkräume anhand der vorliegenden
Daten oder anhand von Analogieschlüssen abgegrenzt (Kapitel 4.2.2) und es wird dargestellt,
welcher Verbotstatbestand nach § 44 BNatSchG für einzelne Arten durch diese Wirkung eintreten
kann.
Nachfolgend wird für jede der zu prüfenden Arten unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Emp-
findlichkeiten und der vorhabensbedingt relevanten Wirkungen bewertet, für welchen der arten-
schutzrechtlichen Verbotstatbestände eine Betroffenheit durch die vorhabensbedingten Wirkungen
nicht ausgeschlossen werden kann.
5. Artenschutzprüfung
Für alle Arten, für die anhand der vorhergehenden Arbeitsschritte weiterer Prüfungsbedarf festge-
stellt wurde, erfolgt eine Prognose der möglichen artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände. Dabei
werden Vermeidungsmaßnahmen vorgeschlagen und ggf. weitere CEF-Maßnahmen abgeleitet.
Hierbei wird objektiv unter Berücksichtigung der Vermeidungs- und CEF-Maßnahmen geprüft, ob
die Funktionalität der geschützten Fortpflanzungs- und Ruhestätten in den jeweilig relevanten Zeiten
nachteilig beeinflusst wird.
Sind Störungen und Schädigungen der Arten zu erwarten, werden zuerst Vermeidungsmaßnahmen
beschrieben, die das Eintreten eines Störungs- oder Schädigungstatbestandes verhindern sollen.
Reicht dies nicht aus und es sind weiterhin Störungen und Schädigungen entsprechend § 44
BNatSchG zu erwarten, sind vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) herzuleiten.
Unter Berücksichtigung dieser CEF-Maßnahmen erfolgt eine nochmalige Bewertung der möglichen
Beeinträchtigungen
und
eine
Beurteilung,
ob
und
wenn
ja
welche
Störungs-
und
Schädigungstatbestände nach § 44 Absatz 1 BNatSchG ggf. weiterhin verbleiben oder ob die
Störungen und Schädigungen der Arten ggf. nicht mehr auftreten.

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Vorprüfung
4.1
Erfassung geschützter Arten
Aufgrund des Gebietscharakters, der vorliegenden Daten zu Artenvorkommen im Untersuchungsgebiet
und der zusätzlich erhobenen Daten aus eigenen Begehungen liegen ausreichende Kenntnisse für das
Untersuchungsgebiet vor, sodass sich – nichtzuletzt wegen des fortgeschrittenen Jahreszeitraumes -
keine weiteren Kartierungen/Untersuchungen erforderlich machten.
4.2
Geschützte Arten/potenziell relevante Arten
Alle für das Untersuchungsgebiet kartierten und/oder in Listen und von den Behörden benannten
geschützten Arten sind nach einer ersten Vorauswahl hinsichtlich möglicher Biotope in der Tabelle 1
aufgelistet. Innerhalb der einzelnen Artengruppen ergeben sich die in den Kapiteln 4.2.1 bis 4.2.4
zusammengestellten Artenbestände.
4.2.1
Säugetiere
Im Untersuchungsgebiet wurden bisher keine Säugetierarten kartiert. Lediglich 3 Fledermausarten
wurden bei einer eigenen kurzen Detektion am 17.08.2018 abends am Nachklärbecken erfasst. Die
Wasserfledermaus
und
Zwergfledermaus
sind insgesamt noch häufig in Sachsen (günstiger
Erhaltungszustand). Der
Große Abendsegler
ist schon seltener ([RLS] 3, unzureichender
Erhaltungszustand). Die zu beurteilenden Flächen bilden jedoch nur ein mögliches Nahrungshabitat,
welches für die 3 Arten nicht essentiell ist. Quartiere werden in den jungen Gehölzen ausgeschlossen.
Deshalb haben die nachgewiesenen Tiere nur eine
geringe Bedeutung
für die jeweiligen sächsischen
Populationen.
Die gleichfalls streng geschützten Arten
Biber und Fischotter
haben im Striegistal ein Hauptver-
breitungsareal in Sachsen. Von den dortigen Revieren ca. 300 m südöstlich des Vorhabens werden die
Nebenläufe besiedelt oder zumindest als Wanderroute benutzt. Allerdings stellt der Abfluss des
Klärbeckens des Gewerbegebites keinen guten Lebensraum dar und es fehlt die Anbindung an Habitate
oberhalb (Hindernisse sind hier die Gewerbeflächen, die B 169 und die A4). Die Nachweise innerhalb
der Striegistäler haben eine besondere Bedeutung für die Besiedelung der sächsischen Mittelgebirge
und des Vorlandes, wo sich beide Arten im Moment stetig ausbreiten. Insgesamt kommt den Fischotter-
und Biberpopulationen in den Striegistälern
eine mittlere Bedeutung
zu.
Für alle anderen in Sachsen artenschutzrelevanten Säugerarten nach [BLISCHKE 2017], die bisher
nicht in den Vorhabensflächen und deren Randzonen nachgewiesen wurden, wird die folgende
Beurteilung zu möglichen Vorkommen im Plangebiet gegeben:
Mopsfledermaus
(
Barbastella
barbastellus
)
[RLS] 2
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist als Waldfledermaus nicht auf den Vorha-
bensflächen zu erwarten (keine Habitateignung).
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Nordfledermaus
(
Eptesicus nilssonii
)
[RLS] 2
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes nach
[HAUER 2009] nicht in den Vorhabensflächen zu
erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.

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Breiflügelfledermaus
(
Eptesicus serotinus
)
[RLS] 3
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes nach
[HAUER 2009] in den Vorhabensflächen zu erwarten.
Aufgrund der Flughöhen und der Habitataustattung sind
die Flächen jedoch nicht essentiell für die Art. Quartiere
werden ausgeschlossen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Nymphenfledermaus
(
Myotis alcathoe
)
[RLS] R
Erhaltungszustand
unbekannt
Aufgrund der Habitataustattung (eng an Wald gebun-
dene Art) sind die Flächen nicht geeignet für die Art.
Quartiere werden ausgeschlossen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Bechsteinfledermaus
(
Myotis bechsteinii
)
[RLS] 2
Erhaltungszustand
unzureichend
Aufgrund der Habitataustattung (eng an Wald gebun-
dene Art) sind die Flächen nicht geeignet für die Art.
Quartiere werden ausgeschlossen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Kleine/Große
Bartfledermaus
(
Myotis brandtii/
mystacinus
)
[RLS] 3/2
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Arten sind wegen ihres Verbreitungsgebietes
[HAUER 2009] und eigener Funde z.B. in Frankenberg
auch in den Vorhabensflächen zu erwarten. Aufgrund
der Habitataustattung sind die Flächen jedoch nicht
essentiell für die Art. Quartiere werden ausgeschlossen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Teichfledermaus
(
Myotis dasycneme
)
[RLS] R
Erhaltungszustand
unbekannt
Die Art ist wegen ihrer wenigen Fundpunkte in Nord-
und Ostsachsen nicht auf den Vorhabensflächen zu
erwarten – auch keine Habitateignung, keine Quartier-
potenziale.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Großes Mausohr
(
Myotis myotis
)
[RLS] 3
Erhaltungszustand
günstig
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes [HAUER
2009] und eigener Funde z.B. bei Frankenberg auch in
den Vorhabensflächen zu erwarten. Aufgrund der
Habitataustattung sind die Flächen jedoch nicht
geeignet für die Art. Quartiere werden ausgeschlossen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Fransenfledermaus
(
Myotis nattereri
)
[RLS] V
Erhaltungszustand
günstig
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes [HAUER
2009] in den Vorhabensflächen zu erwarten. Aufgrund
der Habitataustattung sind die Flächen jedoch nur
minder geeignet für die Art. Quartiere werden ausge-
schlossen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Kleinabendsegler
(
Nyctalus leisleri
)
[RLS] V
Erhaltungszustand
unzureichend
Aufgrund der Habitataustattung und der Flughöhen sind
die Flächen nicht geeignet für die Art. Quartiere werden
ausgeschlossen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Rauhautfledermaus
(
Myotis myotis
)
[RLS] 3
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes [HAUER
2009] nicht zu erwarten. Aufgrund der Habitataus-
stattung (fehlen von Wald und großen Gewässern) sind
die Flächen eher nicht geeignet für die Art. Quartiere
werden ausgeschlossen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.

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Mückenfledermaus
(
Myotis pygmaeus
)
[RLS] 3
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes [HAUER
2009] nicht zu erwarten. Aufgrund der Habitataus-
stattung (fehlen von Wald und großen Gewässern) sind
die Flächen eher nicht geeignet für die Art. Quartiere
werden ausgeschlossen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Braunes/Graues
Langohr
(
Plecotus
auritus/austriacus
)
[RLS] V/2
Erhaltungszustand
günstig/unzureichend
Die Arten sind wegen ihres Verbreitungsgebietes
[HAUER 2009] zu erwarten (das Braune eher als das
Graue Langohr). Aufgrund der Habitataustattung (Feh-
len von Wald und Altbäumen) sind die Flächen eher
nicht geeignet für die Arten. Quartiere werden ausge-
schlossen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Kleine Hufeisennase
(
Rhinolophus
hipposideros
)
[RLS] 2
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist als Waldfledermaus nicht auf den Vorha-
bensflächen zu erwarten (keine Habitateignung). Dazu
gehört sie Fläche nicht zum Verbreitungsgebiet in
Sachsen [HAUER 2009]
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Zweifarbfledermaus
(
Vespertillo
murinus
)
[RLS] 3
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes [HAUER
2009] nicht zu erwarten. Quartiere werden ausge-
schlossen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Wolf
(
Canis lupus
)
[RLS] 2
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen der Störungen nicht auf den Vorha-
bensflächen zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Feldhamster
(
Criscetus cricetus
)
[RLS] 1
Erhaltungszustand
schlecht
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes in Nord-
sachsen nicht auf den Vorhabensflächen zu erwarten –
auch keine Habitateignung.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Wildkatze
(
Felis silvestris
)
[RLS] 1
Erhaltungszustand
unbekannt
Die Art ist wegen ihrer wenigen Fundpunkte in Nord-
und Westsachsen nicht auf den Vorhabensflächen zu
erwarten – auch keine Habitateignung.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Luchs
(
Lynx lynx
)
[RLS] 1
Erhaltungszustand
schlecht
Die Art ist wegen ihrer wenigen Fundpunkte im Erz-
gebirge und Elbsandsteingebirge nicht auf den Vorha-
bensflächen zu erwarten – auch keine Habitateignung.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Haselmaus
(
Muscardinus
avellanarius
)
[RLS] 3
Erhaltungszustand
unzureichend
keine Nachweise in [HAUER 2009], keine Habitateig-
nung – insbesondere zu wenig Nahrungspotenzial.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
4.2.2
Vögel
Für das Untersuchungsgebiet liegen regelmäßige Beobachtungen zu Vöglen seit 2015 (insbesondee aus
[Ornitho.de 2018] vor, die eine gute Abschätzung der Bedeutung der Flächen für geschützte Vogelarten
zulassen. Dadurch muss die Liste in [BLISCHKE 2017] nicht zur Abschätzung der Bedeutung der
Flächen für weitere Arten herangezogen werden.
Von den 34 im näheren Umfeld der Vorhabensflächen nachgewiesenen Vogelarten sind 5Arten in der
[RLS] mit einem Gefährdungsgrad versehen. Dazu gibt es Vorkommen von weiteren 3 Arten der
Vorwarnliste der [RLS]. Zu den bemerkenswerten Brut- und Rastvogelarten in den Flächen am
gewerbegebiet Crumbach Nord zählen
Feldlerche, Eisvogel, Bluthänfling, Kuckuck
,
Teichralle,

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Rauchschwalbe, Raubwürger und Gartenrotschwanz
. Als
besonders planungsrelevant
für das
Vorhaben sind zudem die Arten
Neuntöter und Goldammer
zu beachten. Zu den meisten für das
Gebiet benannten Arten liegen keine aktuellen Brutnachweise vor. Sie sind jedoch als potenzielle
Brutvögel des Gebietes zu beachten, sofern die Habitatausstattung der Vorhabensflächen den
Ansprüchen der Arten entspricht. Die Vorkommen der ungefährdeten Brutvogel-Arten und der Arten
der Vorwarnliste im Bereich des Gewerbegebietes Crumbach Nord sind für die überwiegend noch weit
verbreiteten Gesamtbestände von
geringer Bedeutung.
Die Bestände oben benannter Brutvogelarten
mit Gefährdungsgrad im Gebiet sind aufgrund der zunehmenden Seltenheit von
mittlerer Bedeutung
.
4.2.3
Reptilien
Für das Untersuchungsgebiet sind keine besonders und streng geschützten Reptilienarten benannt. Die
nach [RLS] gefährdete
Zauneidechse
ist aufgrund der trockenwarmen Hangkanten nördlich des
Nachklärbeckens zu erwarten gewesen, jedoch wurden an 3 Terminen mit besonders guter Witterung
(17.08., 04.09., 12.09.2018) keine Tiere vorgefunden. Die eigentlichen Vorhabensflächen sind aufgrund
der fortgeschrittenen Sukzession (Goldruten-Hochstaudenflur mit Gebüschaufwuchs, praktisch keine
Sonnenplätze) für die Art ungeeignet. Trotzdem sollte diese Art in der Vorhabensplanung (Aus-
gleichsflächen) Beachtung finden. Weitere streng geschützte Reptilienarten sind aufgrund der zu-
gänglichen Verbreitungskarten für Deutschland und Sachsen nicht zu erwarten. Nachweise der Zaun-
eidechse in diesem Gebiet wären für die sächsischen Gesamtbestände von
mittlerer Bedeutung
.
Da bisher keine umfassenden Kartierungen zu den Reptilien und ihren Lebensräumen im
Vorhabensgebiet vorliegen, müssen die Bestände und mögliche Vorkommen hier abgeschätzt werden.
Für alle in Sachsen artenschutzrelevanten Reptilienarten nach [BLISCHKE 2017], die bisher nicht in
den Vorhabensflächen und deren Randzonen nachgewiesen wurden, wird die folgende Beurteilung zu
möglichen Vorkommen im Plangebiet gegeben:
Glattnatter
(
Coronell austriaca
)
[RLS] 2
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes zu er-
warten. Jedoch ist die Habitataustattung nur stark sub-
optimal (keine Sonnenplätze, fehlende Verstecke, ver-
fügbares Areal zu kleinflächig).
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Würfelnatter
(
Natrix tesselata
)
[RLS] 1
Erhaltungszustand
schlecht
Die Art ist wegen ihres beschränkten Verbreitungs-
gebietes nicht zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
4.2.4
Amphibien
Für das Untersuchungsgebiet ist randlich ein Laichgewässer des besonders und streng geschützten
Kammmolches
benannt [MaP 2008], sodass davon auszugehen ist, dass auch das Nachklärbecken am
Gewerbegebiet vom Kammmolch als Laichgewässer genutzt wird. Etwa im Umfeld von 400 m um
diese Gewässer ist mit den Landlebensräumen dieser Art zu rechnen, wobei dazu nicht zu trockene
Gehölzflächen bevorzugt werden. Entsprechend sind die Vorhabensflächen als fortgeschrittene
Sukzessionsflächen für die Überwinterung des Kammolches durchaus geeignet. Nachweise der
Kammmolche in diesem Gebiet wären für die sächsischen Gesamtbestände von
mittlerer Bedeutung
.
Da bisher keine umfassenden Kartierungen zu den Amphibien und ihren Lebensräumen im
Vorhabensgebiet vorliegen, müssen die Bestände und mögliche Vorkommen hier abgeschätzt werden.
Für alle in Sachsen artenschutzrelevanten Amphibienarten nach [BLISCHKE 2017], die bisher nicht in
den Vorhabensflächen und deren Randzonen nachgewiesen wurden, wird die folgende Beurteilung zu
möglichen Vorkommen im Plangebiet gegeben:

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Rotbauchunke
(
Bombina bombina
)
[RLS] 3
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihres nördlichen Verbreitungsgebietes
in Sachsen nicht in den Vorhabensflächen zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Kreuzkröte
(
Bufo calamita
)
[RLS] 2
Erhaltungszustand
schlecht
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes in Sach-
sen nicht im Vorhabensgebiet zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Wechselkröte
(
Bufo viridis
)
[RLS] 2
Erhaltungszustand
schlecht
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes in Sach-
sen nicht im Vorhabensgebiet zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Laubfrosch
(
Hyla arborea
)
[RLS] 3
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes in Sach-
sen nicht im Vorhabensgebiet zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Knoblauchkröte
(
Pelobates fuscus
)
[RLS] V
Erhaltungszustand
günstig
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes in Sach-
sen nicht im Vorhabensgebiet zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Kleiner
Wasserfrosch
(
Pelophylax
lessonae
)
[RLS] 3
Erhaltungszustand
unbekannt
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes in Sach-
sen nicht im Vorhabensgebiet zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Moorfrosch
(
Rana arvalis
)
[RLS] V
Erhaltungszustand
günstig
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes in Sach-
sen nicht im Vorhabensgebiet zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Springfrosch
(
Rana dalmatina
)
[RLS] V
Erhaltungszustand
günstig
Die Art ist wegen ihres Hauptverbreitungsgebietes in
Sachsen eher nicht im Vorhabensgebiet zu erwarten.
Der Quadrant um Hainichen liegt jedoch im Grenzbe-
reich. Allerdings ist die Habitatstruktur am Nachklär-
becken (fehlender Wald) eher ungeeignet für diese Art.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
4.2.5
Wirbellose
Für das Untersuchungsgebiet sind außer der Grünen Keiljungfer (randlich im Tal der Kleinen Striegis)
keine weiteren besonders und streng geschützten Wirbellosearten benannt. Untersuchungen dazu gibt es
für die Vorhabensfläche nicht. Am 17.08. und 12.09.2018 wurden in den Vorhabensflächen und
umliegenden Biotopen folgende Wirbellose eher zufällig registriert:
- Blaugrüne Mosaikjungfer (
Aeshna cyanea
) - §
- Herbst-Mosaikjungfer (
Aeshna mixta
) - §
- Gemeine Weidenjungfer (
Chalcolestes viridis
) - §
- Kleines Granatauge (
Erythromma viridulum
) - §
- Große Pechlibelle (
Ischnura elegans
) - §
- Glänzende Smaragdlibelle (
Somatochlora metallica
) - §
- Blutrote Heidelibelle (
Sympetrum sanguineum
) - §
- Gem. Heidelibelle (
Sympetrum vulgatum
) - §
- Landkärtchen (
Araschnia levana
)
- Kleines Wiesenvögelchen (
Coenonympha pamphilus
) - §
- Goldene Acht (
Colias hyale
) – [RLS] V/§

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 12
- Segelfalter (
Iphiclides podalirius
) – [RLS] 2/§
- Großer Kohlweißling (
Pieris brassicae
)
- Gemeiner Bläuling (
Polyommatus icarus
) - §
- Gem. Sichelschrecke (
Phaneroptera falcata
)
- Nachtigall-Grashüpfer (
Chorthippus biguttulus
)
- Brauner Grashüpfer (
Chorthippus brunneus
)
- Gem. Grashüpfer (
Chorthippus parallelus
)
- Ackerhummel (
Bombus pascuorum
) - §
Darunter befinden sich keine streng geschützten Arten.
Die streng geschützte
Grüne Keiljungfer
als Anhang-IV-Art der FFH-Richtlinie befindet sich derzeit
in der Ausbreitung und Nachweise werden immer weiter in Richtung der sächsischen Mittelgebirge
erbracht. Insofern stellt das Tal der Kleinen Striegis eine wichtige Ausbreitungslinie von der
Elbe/Mulde her dar. Durch ihre großen Aktionsräume kann sie durchaus am Klärbecken des
Gewerbegebietes auftauchen, jedoch ist dieses als Habitat völlig ungeeignet (fehlendes fließendes
Wasser, keine Schotterbänke). Die Einzelnachweise sind für die nach [RLS] noch gefährdete Art von
eher
geringer Bedeutung
.
Da bisher keine umfassenden Kartierungen zu den Wirbellosen und ihren Lebensräumen im
Vorhabensgebiet vorliegen, müssen die Bestände und mögliche Vorkommen hier abgeschätzt werden.
Für alle in Sachsen artenschutzrelevanten Wirbellosenarten nach [BLISCHKE 2017], die bisher nicht in
den Vorhabensflächen und deren Randzonen nachgewiesen wurden, wird die folgende Beurteilung zu
möglichen Vorkommen im Plangebiet gegeben:
Heldbock
(
Cerambycx cerdo
)
[RLS] 1
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihres nördlichen Verbreitungsgebietes
in Sachsen nicht in den Vorhabensflächen zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Breitrand
(
Dytiscus latissimus
)
[RLS] 1
Erhaltungszustand
nicht bewertet
Die Art ist wegen ihrer wenigen und fraglichen Nach-
weise in Sachsen (am Rümpfwald Glauchau) sowie der
Habitatausstattung nicht in den Vorhabensflächen zu
erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Schmalbindiger
Breitflügel-Tauch-
käfer
(
Graphoderus
bilineatus
)
[RLS] 3
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihrer wenigen Nachweise östlich der
Elbe, sowie der Habitatausstattung nicht in den Vorha-
bensflächen zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Eremit
(
Osmoderma
eremita
)
[RLS] 3
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihrer Verbreitungsschwerpunkte
(nächste Nachweise bei Wechselburg) sowie der
Habitatausstattung nicht in den Vorhabensflächen zu
erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Asiatische
Keiljungfer
(
Gomphus flavipes
)
[RLS] G
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihrer wenigen Nachweise (nächste
Nachweise bei Dresden) nicht in den Vorhabensflächen
zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 13
Östliche
Moosjungfer
(
Leucorrhinia
albifrons
)
[RLS] 2
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihrer wenigen Nachweise (nächste
Nachweise bei Freiberg) und der Biotopausstattung
(Wasserqualität) nicht in den Vorhabensflächen zu
erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Zierliche
Moosjungfer
(
Leucorrhinia
caudalis
)
[RLS] 1
Erhaltungszustand
schlecht
Die Art ist wegen ihrer wenigen Nachweise (nächste
Nachweise bei Hoyerswerda) und der Biotopausstattung
(Wasserqualität) nicht in den Vorhabensflächen zu
erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Große Moosjungfer
(
Leucorrhinia
pectoralis
)
[RLS] 2
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihrer wenigen Nachweise (nächste
Nachweise südlich Chemnitz) und der Biotopaus-
stattung (Wasserqualität, Fischbesatz) nicht in den
Vorhabensflächen zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Eschen-
Scheckenfalter
(
Euphydryas
maturna
)
[RLS] 1
Erhaltungszustand
schlecht
Die Art ist wegen ihrer wenigen Nachweise (nächste
Nachweise bei Leipzig) und der Biotopausstattung nicht
in den Vorhabensflächen zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Großer Feuerfalter
(
Lycaena dispar
)
[RLS] -
Erhaltungszustand
günstig
Die Art ist wegen ihrer wenigen Nachweise (nächste
Nachweise Oberlausitz) zu erwarten.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Dunkler
Wiesenknopf-
Ameisenbläuling
(
Phengaris
nausithous
)
[RLS] -
Erhaltungszustand
günstig
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes durchaus
zu erwarten. Nur nördlich am Klärbecken stehen Wie-
senknopf-Pflanzen, wobei diese dem Kleinen Wiesen-
knopf zuzuordnen waren (Trockenheit – schlecht zu
erkennen). Pflanzen des Großen Wiesenknopfes fehlen
auch in den Vorhabensflächen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Heller Wiesenknopf-
Ameisenbläuling
(
Phengaris teleius
)
[RLS] 1
Erhaltungszustand
unzureichend
Die Art ist wegen ihres Verbreitungsgebietes nicht zu
erwarten (nächstes Vorkommen bei Lommatzsch). Nur
nördlich am Klärbecken stehen Wiesenknopf-Pflanzen,
wobei diese dem KleinenWiesenknopf zuzuordnen wa-
ren (Trockenheit – schlecht zu erkennen). Pflanzen des
Großen Wiesenknopfes fehlen auch in den Vorhabens-
flächen.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
Nachtkerzen-
Schwärmer
(
Proserpinus
proserpina
)
[RLS] 2
Erhaltungszustand
günstig
Die Art kann jederzeit im Gebiet auftreten (Art ist
mobil und zeigt typische Standortwechsel). Bevorzugte
Wirtspflanzen wie Nachtkerze und Weidenröschen wur-
den in den Vorhabensflächen aktuell nicht gefunden.
Keine Beachtung für eine Artenschutzprüfung.
In der folgenden Tabelle werden die artenschutzrelevanten Tierarten des Untersuchungsgebietes am
Gewerbegebiet Crumbach Nord zusammengestellt.

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 14
Tab. 4.2-1: Gesamtübersicht der Vorkommen europarechtlich geschützter Arten im Untersuchungs-
gebiet (ca. 1-km-Radius um das Vorhaben)
Art
Gefähr-
dungsgrad
nach [RLS]
Schutzgrad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben, Habitat
Fledermäuse
Wasserfleder-
maus
(
Myotis
daubentoni
)
-
§§
FFH IV
- Sommerquartiere in Baumhöhlen, Brücken, seltener an
Gebäuden, Jagd an Gewässern und Gehölzrand
- Winterquartiere in Stollen, Kellern
- Flughöhen um 0,2 - 2 m, Flug leitliniengebunden
- gering lärmempfindlich, hohes Kollisionsrisiko an Straßen,
hoch lichtempfindlich
-
Erhaltungszustand günstig
eigene Detektornachweise
am Klärbecken, von dort
Vorhabensfläche
befliegend, jedoch keine
Quartiere in
Vorhabensfläche
Zwerg-
fledermaus
(
Pipistrellus
pipistrellus
)
V
§§
FFH IV
- Sommer-/Wochenstubenquartiere in Spalten in und an
Gebäuden, Männchen/Paarungsgruppen in Bäumen, Jagd im
freien Luftraum in Vegetationsnähe und an Randstrukturen
sowie an Gewässern und auf Wiesen mit Gehölzstrukturen
- Winterquartiere in Fels- und Mauerspalten,
- Flughöhen 1 - 8 m, Flug teilweise leitliniengebunden
- gering lärmempfindlich, vorhandenes Kollisionsrisiko an
Straßen, gering lichtempfindlich
-
Erhaltungszustand günstig
eigene Detektornachweise
am Klärbecken in großer
Höhe, von dort vereinzelt
Vorhabensfläche über-
fliegend, jedoch keine
Quartiere in Vorhabens-
fläche, viel öfter zum
Eichengehölz im Norden
fliegend
Großer
Abendsegler
(
Nyctalus
noctula
)
3
§§
FFH IV
- Sommerquartiere an Gebäuden und in Baumhöhlen höher
5 m, Jagd hoch in Flussauen und über Wäldern
- Winterquartiere in Bäumen und Gebäuden
- Flughöhen um 2 > 20 m, Flug nicht leitliniengebunden
- gering lärmempfindlich, sehr geringes Kollisionsrisiko an
Straßen, gering lichtempfindlich
-
Erhaltungszustand unzureichend
einzelne eigene Detektor-
nachweise am Klär-
becken, auch Vorhabens-
fläche überfliegend,
jedoch keine Quartiere in
Vorhabensfläche
Sonstige Säuger
Biber
(
Castor fiber
)
3
§§
FFH II+IV
- Bau in bevorzugt Uferböschungen, in Sachsen kaum Biber-
burgen, typisch ist Gewässerstau, Aktionsraum 0,7-1,7 km,
Winterruhe, Wanderungen entlang der Gewässer, selten über
Offenland und Höhenrücken
- hohes Kollisionsrisiko an Straßen, nicht lärm- und lichtemp-
findlich
-
Erhaltungszustand günstig
mehrere Reviere an der
Kleinen und Großen
Striegis, Habitate ca.
300 m östlich des
Vorhabens, RRB
ungeeignet [MaP 2008]
Fischotter
(
Lutra lutra
)
1
§§
FFH II+IV
- störungsarme naturnahe Gewässersysteme mit vielen Klein-
strukturen, deckungsreich, Ufergehölze, Aktionsraum 7.5 km²
oder 50 - 75 km Uferlänge
- keine Winterruhe
- tägliche Wanderungen, Männchen kontrolliert mehrere Weib-
chen, Wanderung leitliniengebunden am Ufer - auch kurze
Strecken über Land, kollisionsgefährdet
- störungstolerant, wenn kein Mutterbau betroffen
- gering lärmempfindlich, hohes Kollisionsrisiko an Straßen,
gering lichtempfindlich
-
Erhaltungszustand günstig
Nachweis an der Kleinen
Striegis ca. 300 m südlich
der Vorhabensfläche,
Stiegis als Habitat
ausgewiesen [MaP 2008]
Vögel
Drosselrohr-
sänger
(
Acrocepha-
lus arundina-
ceus
)
-
§§
Art. 1 VSR
- Phragmites-Röhrichte stehender Gewässer mit 2-jährigen
Schilfhalmen, bevorzugt Wasserseite, seltener in Landröh-
richten, Zugvogel
- Lokale Population: Gemeinde
- hohe Lärmempfindlichkeit [GARNIEL 2010] – bis 52 dBA
50 % Habitatminderung
- Fluchtdistanz 10 – 30 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis im Röh-
richt des Nachklärbeckens
in 120 m [Ornitho.de
2018], Vorhabensflächen
randlich als
Nahrungshabitat geeignet

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 15
Fortsetzung der Tabelle von der vorhergehenden Seite:
Art
Gefähr-
dungsgrad
nach [RLS]
Schutzgrad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben, Habitat
Sumpfrohr-
sänger
(
Acrocepha-
lus palustris
)
-
§
Art. 1 VSR
- Fluss- und Bachauen mit Wechsel von Staudensäumen, Röh-
richten und Gebüschen, lockere Auenwälder, dazu ähnliche
Sekundärstandorte in Brachen, Äckern und Ackerrainen
sowie Kiesgruben, Zugvogel
- schwach lärmempfindlich [GARNIEL 2010] – bis 200 m
- Fluchtdistanz – keine Angabe, ähnlich Teichrohrsänger 10 –
30 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis im Röh-
richt des Nachklärbeckens
[Ornitho.de 2018], dazu
aktueller Nachweis im
August, Vorhabensflächen
randlich als
Nahrungshabitat geeignet
Schwanz-
meise
(
Aegithalos
caudatus
)
-
§
Art. 1 VSR
- Lebensräume mit reich strukturierten Säumen und häufigen
Wechsel zwischen bewaldeten, bebuschten und offenen Flä-
chen, gern bodenfeuchte Habitate, oft in Gewässernähe,
Teilzieher
- nicht lärmempfindlich [GARNIEL 2010], Fluchtdistanz 10 –
30 m
-
Erhaltungszustand günstig
Wintergast als Trupp im
Gewerbegebiet [Ornitho.de
2018], Vorhabensfläche
kein geeigneter Bruthabitat,
randlich in Gehölzen
bessere Brutmöglichkeiten
in > 300 m, Vorhabensflä-
che ist Nahrungshabitat
Feldlerche
(
Alauda
arvensis
)
V
§
Art. 1 VSR
- Brut in meist auf Äckern und Brachen – abhängig von
Fruchtfolge jährlich wechselnde Standorte, Zugvogel
- schwach lärmempfindlich 100 - 500 m [GARNIEL 2010]
- Fluchtdistanz ca. 100-500 m (Auto – Fußgänger)
-
Erhaltungszustand unzureichend
Brutnachweise auf umlie-
genden Ackerstrukturen
und auf Brachen randlich
der Gewerbeflächen
[Ornitho.de 2018], erfolg-
reich brütend ab 100 m
neben der B 169, Bruten in
Vorhabensfläche unwahr-
scheinlich
(Vorbelastungen)
Eisvogel
(
Alcedo
atthis
)
3
§§
Anh. 1 VSR
Abs. 1 VSR
- Brut an Steilhängen in Ufern aber auch bis einige hundert
Meter von Ufern entfernt, Jagd am Gewässer mit Ansitzen
oder im Rüttelflug
- Teilzieher
- schwach lärmempfindlich bis 200 m, am Fließgewässer im
Mittelgebirge weniger empfindlich, Fluchtdistanz ca. 20 -
80 m
-
Erhaltungszustand unzureichend
Brutzeitnachweis jagend
am Nachklärbecken
[Ornitho.de 2018],
Vorhabensflächen
ungeeignet
Graureiher
(
Ardea
cinera
)
-
§
Art. 1 VSR
- Brut in Kolonien in Gehölzen/Wäldern, selten Röhrichte,
Jagd auf Acker und an Gewässern im großen Radius, kein
Zugvogel
- lokale Population: Einzelvorkommen
- nicht lärmempfindlich [GARNIEL 2010], Fluchtdistanz für
Tiere in Kolonien ca. 200 m Radius
-
Erhaltungszustand günstig
Nahrungsgast in allen Of-
fenlandflächen um die
B 169 und ums Gewerbe-
gebiet [Ornitho.de 2018],
dazu am Nachklärbecken,
Vorhabensflächen nur bei
Ackernutzung als
Nahrungshabitat geeignet
Mäusebussard
(
Buteo buteo
)
-
§§
Art. 1 VSR
- Brut in Gehölzen/Wäldern, 20 - 30 BP/100 km
²
, Jagd auf
Acker, z.T. Zugvogel
- nicht lärmempfindlich [GARNIEL 2010], Fluchtdistanz für
Bewegungen am Horst ca. 200 m
-
Erhaltungszustand günstig
regelmäßig Brutzeitbeo-
bachtung und Wintergäste
bei Nahrungssuche auf um-
liegenden Äckern, in Ge-
hölzen und randlich des Ge-
werbegebietes [Ornitho.de
2018], Brut in umliegnden
Wäldern in >300 m, Vorha-
bensfläche ist geeigneter
Nahrungshabitat

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 16
Fortsetzung der Tabelle von der vorhergehenden Seite:
Art
Gefähr-
dungsgrad
nach [RLS]
Schutzgrad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben, Habitat
Bluthänfling
(
Carduelis
cannabina
)
V
§
Art. 1 VSR
- Brut in Gehölzen, Parks und Siedlungen, 1,0 - 1,6 BP/100 ha,
max. 59 BP/0,6 ha, Jagd im Brutgebiet, z.T. Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz > 10 - 20 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis im Qua-
dranten [Ornitho.de 2018] -
nicht auf Vorhabensfläche
(ca. 600 m westlich), Vor-
habensfläche ist
Nahrungshabitat
Grünfink
(
Carduelis
chloris
)
-
§
Art. 1 VSR
- Brut in Gehölzen, Parks, Siedlungen, strukturiertem Offen-
land, 3 – 10 BP/10 ha, Jagd im Brutgebiet, kein Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz 5 - 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung im
Gewerbegebiet [Ornitho.de
2018], Vorhabensfläche als
Brutplatz geeignet, auch
gutes Nahrungshabitat
Ringeltaube
(
Columba
palumbus
)
-
§
Art. 1 VSR
- Brut in Gehölzen, Parks, 29 BP/10 ha, Futtersuche im großen
Radius ums Brutgebiet, kein Zugvogel
- nicht lärmempfindlich am Brutplatz [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz für Bewegungen am Brutplatz ca. 100 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung bei
Nahrungssuche im Gewer-
begebiet und auf umliegen-
den Äckern [Ornitho.de
2018], Brut in umliegenden
Wäldern wahrscheinlich in
>300 m, Vorhabensfläche
ist Nahrungshabitat
Rabenkrähe
(
Corvus
corone
)
.
§
Art. 1 VSR
- Brut in Wäldern, Feldgehölzen oder am Rand von Ort-
schaften, Brutzeit März - Juni, Jagd im Brutgebiet im
größerem Radius, kein Zugvogel
- nicht lärmempfindlich [GARNIEL 2010], Fluchtdistanz ca.
50 m am Brutplatz
- Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung,
Wintergäste u. Durch-
zügler im Gewerbegebiet
und seinem Umfeld
[Ornitho.de 2018], Brut
nicht in Vorhabensflächen
Kolkrabe
(
Corvus
corax
)
-
§
Abs. 1 VSR
- Brut in Gehölzen und Wäldern auf hohen Bäumen oder im
Fels, Jagd im Brutgebiet mit größerem Radius, Brutdichten
0,31 – 1,85 BP/10 km², hoher Anteil Nichtbrüter in Sachsen,
kein Zugvogel
- nicht lärmempfindlich [GARNIEL 2010], Fluchtdistanz ca.
50 m am Brutplatz
-
Erhaltungszustand günstig
Winter- und Nahrungs-
gäste auf den Äckern ums
und im Gewerbegebiet
[Ornitho.de 2018], Brut
nicht in Vorhabensflächen
aber mgl. Nahrungshabitat
Kuckuck
(
Cuculus
canorus
)
3
§
Art. 1 VSR
- Brut im gehölzreichen Offenland, oft an Gewässern und
Waldrädern, Zugvogel
- mittel lärmempfindlich bis 300 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz ca. 20 - 30 m
-
Erhaltungszustand unzureichend
Brutzeitbeobachtung am
Nachklärbecken, Brut
mgl., Vorhabensflächen
eher Nahrungshabitat
Goldammer
(
Emberiza
citrinella
)
-
§
Art. 1 VSR
- offene Kulturlandschaft mit Feldgehölzen, Hecken und
Büschen, Teilzieher
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz bis ca. 5 - 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
eigene Beobachtung im
August am Klärbecken,
Brut in Vorhabensfläche
mgl.
Turmfalke
(
Falco
tinninculus
)
-
§§
Abs. 1 VSR
- in Wäldern mit hohen Altbäumen, Felsgebiete, ersatzweise
Siedlungen mit hohen Gebäuden, Türmen, Schornsteinen,
kein Zugvogel
- Lokale Population: Landkreis
- nicht lärmempfindlich [GARNIEL 2010], Fluchtdistanz ca.
30 - 100 m
-
Erhaltungszustand günstig
Wintergast und
Brutzeitbeobachtung im
Gewerbegebiet
[Ornitho.de 2018],
Nahrungsgast in
Vorhabensflächen, aber
kein Brutvogel,
Blässhuhn
(
Fulica atra
)
-
§
Abs. 1 VSR
- Gewässer aller Art, oft bis in Siedlungen, Standvogel
- nicht lärmempfindlich [GARNIEL 2010], Fluchtdistanz ca.
10 m
-
Erhaltungszustand unzureichend
Brutnachweis am Nach-
klärbecken 2016
[Ornitho.de], Vorhabens-
fläche ungeeignet

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 17
Fortsetzung der Tabelle von der vorhergehenden Seite:
Art
Gefähr-
dungsgrad
nach [RLS]
Schutzgrad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben, Habitat
Teichralle
(
Gallinula
chloropus
)
V
§§
Abs. 1 VSR
- stark eutrophe flache Gewässer mit dichtem Röhricht am
Ufer und größeren Schwimmblattgesellschaften, Teilzieher
- nicht lärmempfindlich [GARNIEL 2010], Fluchtdistanz ca.
10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung am
Nachklärbecken am Gewer-
begebiet [Ornitho.de 2018],
Vorhabensfläche ist nur be-
dingt geeignetes Land-
habitat
Eichelhäher
(
Garrulus
glandarius
)
-
§
Abs. 1 VSR
- Brut in Laubmischwäldern und Gärten in Altbäumen, 3 – 15
BP/10 ha, Jagd um das Brutgebiet, kein Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz um 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung, in
Gehölzflächen an der A 4
in > 700 m [Ornitho.de
2018], Brut nicht in Vor-
habensflächen, diese jedoch
mgl. Nahrungshabitat
Rauch-
schwalbe
(
Hirundo
rustica
)
3
§
Abs. 1 VSR
- Brut in dörflichen Ortslagen, Zugvogel
- nicht lärmempfindlich [GARNIEL 2010], Fluchtdistanz ca. <
10 m
-
Erhaltungszustand unzureichend
Bruten in Gehöften und
Ställen im Umfeld, Nah-
rungssuche am Klär-
becken (eigene
Beobachtung)
Neuntöter
(
Lanius
collurio
)
-
§
Art. 1 VSR
Anh. 1 VSR
- offenes Gelände mit niedrigem oder kargem Bewuchs (Stau-
denfluren, Wiesen, Trockenrasen) im Wechsel mit ver-
sprengten Hecken oder Gehölzen, Gehölzränder, Aktions-
raum 1 - 4 ha, 0,4 - 7 BP/km²; Zugvogel
- Lokale Population: Gemeindegebiet
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz um >10 - 30 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis am
Nachklärbecken
[Ornitho.de 2018], dazu
aktueller Nachweis im
August in Vorhabens-
flächen, diese für Brut und
als Nahrungshabitat gut
geeignet
Raubwürger
(
Lanius
excubitor
)
2
§§
Abs. 1 VSR
- lockerer Baum- und Buschbestand mit sehr guter Rund-
umsicht, niedriger Bodenbewuchs und oft dicht stehende
Baumgruppen im Nestbereich, Zugvogel
- lokale Population: Einzelvorkommen
- schwach lärmempfindlich bis 300 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz 50-150 m
-
Erhaltungszustand unzureichend
Wintergast an der A4 in
700 m Entfernung
[Ornitho.de 2018],
Vorhabensflächen als
Nahrungshabitat gut
geeignet
Rotmilan
(
Milvus
milvus
)
-
§§
Art. 1 VSR
Anh. 1 VSR
- Brut in Gehölzen, Wäldern - gewässernah, 1,9 BP/ 10 km²,
Jagd um das Brutgebiet großflächig, Zugvogel
- nicht lärmempfindlich [GARNIEL 2010], Fluchtdistanz
Bewegungen bis ca. 300 m am Brutplatz
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung bei
Nahrungssuche auf um-
liegenden Äckern und über
Gewerbegebiet [Ornitho.de
2018], Brut in umliegenden
Wäldern wahrscheinlich in
>300 m, Vorhabensfläche
ist bedingt geeigneter Nah-
rungshabitat
Bachstelze
(
Motacilla
alba
)
-
§
Abs. 1 VSR
- Brut auf Feldern, im Offenland, an Fels - auch an Gebäuden
in Höhlen und Halbhöhlen, 1,0 - 1,3 (bis 13) BP/km², Jagd
um das Brutgebiet, Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz < 5 - 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung bei
Nahrungssuche an der
Tankstelle im Gewerbe-
gebiet [Ornitho.de 2018],
Brut in Vorhabensfläche
unwahrscheinlich (keine
Bruthöhlen), jedoch guter
Nahrungshabitat

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 18
Fortsetzung der Tabelle von der vorhergehenden Seite:
Art
Gefähr-
dungsgrad
nach [RLS]
Schutzgrad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben, Habitat
Kohlmeise
(
Parus major
)
-
§
Art. 1 VSR
- Laub- und Mischwälder mit genügendem Angebot an
Nisthöhlen, Parks, Gärten, kein Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz < 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Bruten im gesamten
Gewerbegebiet mgl. ,
Vorhabensfläche für Brut
ungeeignet – eher
Nahrungshabitat
Feldsperling
(
Passer
montanus
)
-
§
Abs. 1 VSR
- Waldränder, Hecken, Alleen und der äußerste Randbereich
von Siedlungen
- kein Zugvogel
- nicht lärmempfindlich, Fluchtdistanz < 5 m
-
Erhaltungszustand günstig
Nahrungsgast in den
Vorhabensflächen (eigene
Beobachtung), keine
Brutplätze
Hausrot-
schwanz
(
Phoenicurus
ochruros
)
-
§
Abs. 1 VSR
- früher Felsbewohner, heute inner- und außerhalb mensch-
licher Siedlungen, Kiesgruben, Weinberge, alte Obstwiesen
Ruinen und praktisch alle Wohn-, Gewerbe-, Industriean-
lagen, Kulturfolger, Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz <10-15 m
-
Erhaltungszustand günstig
mehrfach Brutzeitbeobach-
tung bei Nahrungssuche im
Gewerbegebiet [Ornitho.de
2018], Brut in Gewerbeflä-
chen wahrscheinlich - nicht
in Vorhabensfläche (keine
Höhlenpotenziale), diese
geeignetes Nahrungshabitat
Garten-
rotschwanz
(
Phoenicurus
phoenicurus
)
3
§
Art. 1 VSR
- vertikal stark gegliederte höhlenreiche Altbaumbestände, mit
z.T. vegetationsfreiem Boden, Trockenmauern, Blockhalden
und Fels, Gärten, Parks, Friedhöfe, Weinberge, Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL 2010],
Flucht-distanz <10-20 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung im
Quadranten westlich vom
Gewerbegebiet in > 900 m
[Ornitho.de 2018], Brut in
Gewerbeflächen unwahr-
scheinlich auch nicht in
Vorhabensfläche (keine
Höhlenpotenziale), diese ist
geeignetes Nahrungshabitat
Elster
(
Pica pica
)
-
§
Abs. 1 VSR
- früher in gut strukturierter, z.T. offener Landschaft mit Wie-
sen, Hecken, Büschen, Baumgruppen, auch Waldränder, in
Gewässernähe und in Sümpfen mit Röhricht, Weidengebü-
schen und Gestrüpp, heute 50 % am Rand bebauter Bereiche
– Einfamilienhaussiedlungen mit kurzen Rasenflächen, Parks,
Alleen, Friedhöfe, große Hausgärten, kein Zugvogel
- nicht lärmempfindlich [GARNIEL 2010], Fluchtdistanz < 20
- 50 m
-
Erhaltungszustand günstig
mehrere Brutzeitnach-
weise und Wintergäste im
Gewerbegebiet
[Ornitho.de 2018], keine
Bruten in Vorhabens-
flächen, diese außerhalb in
Gehölzen (< 300 m),
Vorhabensfläche ist
Nahrungshabitat
Grünspecht
(
Picus viridis
)
-
§§
Art. 1 VSR
- halboffene Landschaften mit Altholz mit ext. Grünland zur
Nahrungssuche (Lichtungen, Wiesen, Waldränder – mit Wie-
senameisen), reich strukturierte Laub- und Mischwälder, v.a.
Auwälder, Bruch- und Feuchtwälder, zudem in Ufergehölzen,
Parkanlagen, Streuobstwiesen, Feldgehölze, Friedhöfe
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz < 30 - 60 m
-
Erhaltungszustand günstig
Herbstbeobachtung in
Hangwäldern und Auen
der kleinen Striegis in
ca.1 200 m nordöstlich,
Vorhabensfläche nicht
geeignet, Habitate
> 100 m
Girlitz
(
Serinus
serinus
)
-
§
Art. 1 VSR
- Ortslagen mit lockerem Baumbestand, Gebüschgruppen,
Frei-flächen mit samentragenden Stauden, Streuobstwiesen,
Parks, Feldgehölze, Waldränder
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz > 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung an der
B 169 in ca. 400 m Entfer-
nung vom Vorhaben
[Ornitho.de 2018], Vorha-
bensfläche geeigneter Nah-
rungshabitat, kein Brutplatz
(Bäume zu klein)

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 19
Fortsetzung der Tabelle von der vorhergehenden Seite:
Art
Gefähr-
dungsgrad
nach [RLS]
Schutzgrad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entferung zum Vorhaben,
Habitat
Star
(
Sturnus
vulgaris
)
-
§
Abs. 1 VSR
- höchste Dichten werden in Bereichen mit höhlenreichen
Baumgruppen
und
benachbartem
Grünland,
auch
in
Siedlungen, Teilzieher
- schwach lärmempfindlich bis ca. 100 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz ca. 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung an A 4
in ca. 700 m Entfernung
vom Vorhaben [Ornitho.de
2018], Vorhabensfläche als
Nahrungshabitat geeignet,
nicht als Brutplatz (keine
Höhlen)
Amsel
(
Turdus
merula
)
-
§
Abs. 1 VSR
- Brut in offenen Wäldern, Gärten, Parks 0,3 - 4,5 BP/ 10 ha,
Jagd um Brutgebiet, kein Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL 2010]),
Fluchtdistanz 5 - 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis im Qua-
dranten und Wintergäste
[Ornitho.de 2018], einzelne
Bruten in Vorhabensflächen
sehr wahrscheinlich, meh-
rere Bruten randlich außer-
halb in Gehölzen, in Ge-
werbegebietsflächen und
am Klärbecken, Vorhabens-
fläche v.a. Nahrungshabitat
Singdrossel
(
Turdus
philomelos
)
-
§
Abs. 1 VSR
- Brut in Wäldern (Nadelbäume) 0,5 - 5 BP/10 ha, Jagd um
Brutgebiet, Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz 5 - 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Bruten im Rossauer Wald
>800 m, Vorhabensfläche
für die Art ungeeignet
Wachholder-
drossel
(
Turdus
pilaris
)
-
§
Abs. 1 VSR
- halboffene Landschaft, v.a. Waldränder und Baumgruppen -
angrenzend feuchtes Grünland, auch Streuobstwiesen,
Parks, Gärten, Kurzstreckenzieher
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz 10 - 30 m
-
Erhaltungszustand günstig)
mehrfach Wintergäste (bis
> 500 Tiere) als Trupps
entlang der
Autobahngehölze in
>700 m Entfernung
Reptilien
Zauneid-
echse
(
Lacerta
agilis
)
3
§§
FFH IV
- Magerbiotope wie trockene Waldränder, Bahndämme, Hei-
den, Dünen, Steinbrüche, Kiesgruben, Wildgärten und ähn-
liche Lebensräume mit Wechsel offener, lockerbödiger Ab-
schnitte und dicht bewachsener Bereiche
- nicht lärmempfindlich, Fluchtdistanz 2 - 3 m; kollisionsge-
fährdet
-
Erhaltungszustand unzureichend
der Trockenhang nördlich
des Klärbeckens ist als
Habitat geeignet, am 17.08.
und 12.09.2018 bei güns-
tiger Witterung jedoch kein
Nachweis, Vorhabensfläche
nicht geeignet
Amphibien
Kammmolch
(
Triturus
cristatus
)
3
§§
FFH II und
IV
- Laichgewässer - kleinere, vegetationsreiche Weiher, Tüm-
pel und Teiche sowie in deren Umfeld befindliche Wälder,
Sümpfe, Moore, Gewässer sollten fischfrei sein - nicht
lärmempfindlich,
Fluchtdistanz
unrelevant,
kollisions-
gefährdet
-
Erhaltungszustand unzureichend
Nachweise im angrenzen-
den Striegistal [MaP 2008],
Landhabitate im Hangwald
des Striegistales, Laich-
nachweis imTeich östlich
des Gewerbegebietes in ca.
200 m Entfernung,
Klärbecken bedingt
geeignet (Karpfenbesatz)

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 20
Fortsetzung der Tabelle von der vorhergehenden Seite:
Art
Gefähr-
dungsgrad
nach [RLS]
Schutzgrad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entferung zum
Vorhaben, Habitat
Wirbellose
Grüne
Keiljungfer
(
Ophio-
gomphus
cecilia
)
3
§§
FFH II+IV
- Fließgewässer im Tiefland, Bäche ab 50 cm Breite bis Flüsse,
große Ströme (Elbe) und Kanäle, ideal kleiner, beschatteter
Bach mit Sandgrund und sauberem Wasser in Waldgebieten,
ökol. Bandbreite größer - auch in meisten Flüssen bis langsam
fließenden Strömen, in grundwasserbeeinflussten Stillgewäs-
sern, Larven in feinkörnigen bis gröberen Sedimenten, meiden
Schlamm
- nicht lärmempfindlich, Fluchtdistanz unrelevant, gering
kollisionsgefährdet
-
Erhaltungszustand günstig
FFH-Habitatausweisung
und Fundpunkt an der
Kleinen Striegis in ca.
300 m von den
Vorhabensflächen, RRB
nicht als Laichgewässer
geeignet [MaP 2008]
Zeichenerklärung:
Gefährdungsgrad nach [RLS]:
1 akut vom Aussterben bedrohte Arten
2 stark gefährdete Arten
3 gefährdete Arten
R extrem seltene Arten
V Arten der Vorwarnliste
Schutzstatus:
§ besonders geschützte Arten
§§ streng geschützte Arten
Abkürzungen/Symbole:
FFH II+IV
Arten der FFH-Richtlinie (Anhang II+IV)
VSR Arten der Vogelschutz-Richtlinie
gelb
Arten, die in einzelnen Bearbeitungsschritten aus der
weiteren Prüfung ausgeschlossen werden, unterschied-
liche Gelbtöne kennzeichnen den Ausschluss in einem
unterschiedlichen Prüfschritt

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 21
4.3
Artenausschluss aufgrund der im Untersuchungsgebiet vorgefun-
denen Habitatstrukturen
In einem 1. Schritt werden alle Arten aus der weiteren Prüfung ausgeklammert, die in den Wirkräumen
und Vorhabensflächen aufgrund fehlender Habitate und ihrer Raumnutzung eindeutig nicht vorhanden
sein können.
Tab. 4.3-1: Übersicht über Arten, die aufgrund fehlender Habitate und Verbundbeziehungen im
voraussichtlichen Wirkraum (ca. 50 m um das Vorhaben) von der weiteren
artenschutzrechtlichen Prüfung ausgeschlossen werden
Art
Gefähr-
dungsgrad
nach [RLS]
Schutzgrad
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgrund
Sonstige Säuger
Biber
(
Castor fiber
)
3
§§
FFH II+IV
mehrere Reviere an
der Kleinen und
Großen Striegis,
Habitate ca. 300 m
östlich des Vorhabens,
RRB ungeeignet
[MaP 2008]
- Habitate deutlich außerhalb relevanter Wirkräume > 300 m
- keine relevanten/essentiellen Habitatstrukturen in den Vorha-
bensflächen oder randlich
- keine Reproduktionsstätten und Dämme im Wirkradius
- keine Verbundstrukturen mit erhöhtem Kollisionsrisiko im
Wirkraum querend
Fischotter
(
Lutra lutra
)
1
§§
FFH II+IV
Nachweis an der
Kleinen Striegis ca.
300 m südlich der
Vorhabensfläche,
Stiegis als Habitat
ausgewiesen [MaP
2008]
- Habitate und Leitlinie deutlich außerhalb relevanter Wirkräume
> 300 m
- keine relevanten/essentiellen Habitatstrukturen in den Vorha-
bensflächen oder randlich
- keine Reproduktionsstätten im Wirkradius
- keine Verbundstrukturen mit erhöhtem Kollisionsrisiko im
Wirkraum querend
Vögel
Grünspecht
(
Picus viridis
)
-
§§
Art. 1 VSR
Herbstbeobachtung in
Hangwäldern und
Auen der kleinen Strie-
gis in ca.1 200 m nord-
östlich, Vorhabens-
fläche nicht geeignet,
Habitate > 100 m
- Habitate außerhalb relevanter Wirkräume > 100 m
- keine relevanten/essentiellen Habitatstrukturen in den Vorha-
bensflächen oder randlich davon im Wirkradius
- keine Bruten oder Rast im Wirkradius
- keine Verbundstrukturen mit erhöhtem Kollisionsrisiko im
Wirkraum querend
Singdrossel
(
Turdus
philomelos
)
-
§
Abs. 1 VSR
Bruten im Rossauer
Wald >800 m,
Vorhabensfläche für
die Art ungeeignet
- Habitate außerhalb relevanter Wirkräume > 800 m
- keine relevanten/essentiellen Habitatstrukturen in den Vorha-
bensflächen oder randlich davon im Wirkradius
- keine Bruten oder Rast im Wirkradius
- keine Verbundstrukturen mit erhöhtem Kollisionsrisiko im
Wirkraum querend
Wachholder-
drossel
(
Turdus
pilaris
)
-
§
Abs. 1 VSR
mehrfach
Wintergäste (bis >
500 Tiere) als
Trupps entlang der
Autobahngehölze in
>700 m Entfernung
- Habitate außerhalb relevanter Wirkräume > 700 m
- keine relevanten/essentiellen Habitatstrukturen in den Vorha-
bensflächen oder randlich davon im Wirkradius
- keine Bruten oder Rast im Wirkradius
- keine Verbundstrukturen mit erhöhtem Kollisionsrisiko im
Wirkraum querend

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 22
Fortsetzung der Tabelle vonm vorheriger Seite
Art
Gefähr-
dungsgrad
nach [RLS]
Schutzgrad
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgrund
Reptilien
Zauneid-
echse
(
Lacerta
agilis
)
3
§§
FFH IV
der Trockenhang
nördlich des Klär-
beckens ist als Habitat
geeignet, am 17.08.
und 12.09.2018 bei
günstiger Witterung
jedoch kein Nachweis,
Vorhabensfläche nicht
geeignet
- Habitate außerhalb relevanter Wirkräume > 100 m
- keine relevanten/essentiellen Habitatstrukturen in den Vorha-
bensflächen oder randlich davon im Wirkradius
- keine Verbundstrukturen mit erhöhtem Kollisionsrisiko im
Wirkraum querend
Wirbellose
Grüne
Keiljungfer
(
Ophio-
gomphus
cecilia
)
3
§§
FFH II+IV
FFH-
Habitatausweisung
und Fundpunkt an
der Kleinen Striegis
in ca. 300 m von den
Vorhabensflächen,
RRB nicht als
laichgewässer
geeignet [MaP 2008]
- Habitate außerhalb relevanter Wirkräume > 300 m
- keine relevanten/essentiellen Habitatstrukturen in den Vorha-
bensflächen oder randlich davon im Wirkradius
- keine Bruten im Wirkradius
- keine Verbundstrukturen mit erhöhtem Kollisionsrisiko im
Wirkraum querend
Zeichenerklärung:
Gefährdungsgrad nach [RLS]:
1
akut vom Aussterben bedrohte Arten
2
stark gefährdete Arten
3
gefährdete Arten
R
extrem seltene Arten
V
Arten der Vorwarnliste
Abkürzungen/Symbole:
FFH II+IV
Arten der FFH-Richtlinie (Anhang II+IV)
VSR Arten der Vogelschutz-Richtlinie
Schutzstatus:
§ besonders geschützte Arten
§§ streng geschützte Arten

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 23
5
Prognose und Bewertung der Schädigungen und
Störungen
5.1
Relevante Verbotstatbestände
Für Straßenausbauvorhaben können grundsätzlich folgende artenschutzrechtliche Verbotstatbestände
nach § 44 Absatz 1 BNatSchG einschlägig sein:
Es ist verboten,
1. wild lebenden
Tieren
der besonders geschützten Arten
nachzustellen, sie zu fangen, zu ver-
letzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu
beschädigen oder zu zerstören
,
2. wild lebende
Tiere
der streng geschützten Arten und der europäischen
Vogelarten während der
Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich
zu stören
; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der
Erhaltungs-
zustand der lokalen Population
einer Art verschlechtert,
3.
Fortpflanzungs- oder Ruhestätten
der wild lebenden
Tiere
der besonders geschützten Arten
aus der Natur zu
entnehmen
, sie zu
beschädigen
oder zu
zerstören
,
4. wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Entwicklungsformen aus der
Natur zu entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören.
Die für die vorliegende Artenschutzprüfung relevanten Textabschnitte sind "
fett
" hervorgehoben.
Europarechtlich geschützte Pflanzenarten sind nicht vorhanden, weshalb Punkt 4 ganz entfällt.
Der Maßstab der Bewertung, ob Verbotstatbestände einschlägig sind, richtet sich für die besonders ge-
schützten Arten (§ 44 Absätze 1 und 3 BNatSchG) nach der direkten Betroffenheit der Individuen und
Lebensstätten bei den entsprechenden Handlungen, während für die streng geschützten Arten und euro-
päischen Vogelarten (§ 44 Absatz 2 BNatSchG) die spezifische Empfindlichkeit der Arten auf Störun-
gen (indirekte Wirkfaktoren wie Schall, Licht oder Beunruhigungen) und die besondere Bedeutung der
betroffenen Individuen für die lokale Population für die Beurteilung entscheidend sind, d.h. die Beein-
trächtigung eines Brutpaares beeinträchtigt nicht unbedingt die Population dieser Art im Gebiet und ist
damit nicht unbedingt eine Störung im Sinne des § 44 BNatSchG.
Bezüglich der Fortpflanzungsstätten ist zu berücksichtigen, dass diese bei vielen Arten räumlich nicht
konstant sein müssen. Viele Vogelarten nutzten beispielsweise nicht regelmäßig immer wieder den-
selben Nistplatz, sondern legen ihre Nester jedes Jahr neu, an anderer Stelle in geeigneten Strukturen
an. Diese Arten besitzen also keine obligatorischen Niststandorte (wie z.B. Brutfelsen von Uhu oder
Wanderfalke), sondern mehr oder weniger große Lebensräume mit nistplatzgeeigneten Strukturen.
Unter Umständen kann dies dazu führen, dass ein komplexes Waldhabitat als Brutstätte anzusprechen
ist. Diese Sachverhalte sind bei der Beurteilung der möglichen Verletzung von artenschutzrechtlichen
Verbotstatbeständen besonders zu berücksichtigen. Schädigungen und Störungen treten bei Beeinträch-
tigungen obligatorischer Habitate eher auf, bei fakultativen Habitaten sind sie seltener.
Entsprechend § 44 Absatz 5 BNatSchG gelten für nach § 15 BNatSchG zulässige Eingriffe in Natur und
Landschaft ... die Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote nach Maßgabe der Sätze 2 bis 5. Sind in
Anhang IV Buchstabe a der Richtlinie 2006/105/EG aufgeführte Tierarten, europäische Vogelarten oder
solche Arten betroffen, die in einer Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 1 Nummer 2 BNatSchG aufge-
führt sind, liegt ein Verstoß gegen das Verbot des Absatzes 1 Nummer 3 von § 44 BNatSchG und im
Hinblick auf damit verbundene unvermeidbare Beeinträchtigungen wild lebender Tiere auch gegen das
Verbot des Absatzes 1 Nummer 1 von § 44 BNatSchG nicht vor, soweit die ökologische Funktion der
von dem Eingriff oder Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen Zusam-

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 24
menhang weiterhin erfüllt wird, d.h. man kann durchaus einen Neststandort beseitigen, sofern die Art
im gleichen Habitat einen neuen Neststandort anlegen kann oder ihr ein Ersatzstandort zur Verfügung
gestellt wird.
5.2
Zu prüfendes Vorhaben
Im bestehenden Industrie- und Gewerbegebiet Crumbach-Nord (Bebauungsplan Nr. 2 Teilgebiet A)
sollen Flächen getauscht werden, da ein Investor eine größere Fläche für sein Vorhaben benötigt. Die
zusätzlich beanspruchte ca. 15-jährige Brachfläche (ausgewiesen Grünfläche/Grünlandbrache im Be-
bauungsplan, derzeit mit Goldrutenflur und Gehölzaufwuchs) für die neue Gewerbegebietsnutzung (ca.
1.000 m²) ist hinsichtlich des Artenschutzes gemäß der §§ 44 und 45 BNatSchG zu bewerten. Entspre-
chend der neuen Eingriffsfläche ist vorher eine bisher ausgewiesene Industrie-/Gewerbefläche als Grün-
landbrache neu anzulegen. Aufgrund der bisher fehlenden Nutzung ist diese ausgewiesene Industrie-
/Gewerbefläche bisher als Acker genutzt worden. Beide Flächen grenzen unmittelbar an das bestehende
Industrie- und Gewerbegebiet an und sind deshalb stark vorbelastet. Aufgrund der Flächengeometrie
verschienben sich die neuen Wirkbänder nur sehr gering um ca. 20 m bei der Fläche des neun
Flächenverlustes.
5.3
Auswahl der für das Vorhaben relevanten Wirkungen und
Wirkräume
Mit einem Vorhaben sind neben dem
unmittelbaren Flächenentzug
noch weitere Wirkfaktoren ver-
bunden. Dadurch hervorgerufene Störungen und Schädigungen sind ebenso zu prüfen. Im Einzelfall
können
andere Wirkfaktoren
für die Beurteilung der artenschutzrechtlichen Verbote sogar entschei-
dender sein, als der mit dem Vorhaben verbundene direkte Flächenentzug. Deshalb umfasst der Fach-
konventionsvorschlag [LAMBRECHT 2007] neben dem direkten Flächenentzug weitere mögliche
Wirkfaktoren. Dieser Fachkonventionsvorschlag zielt zwar inhaltlich auf die Prüfung der Verträglich-
keit von Plänen und Projekten mit den Erhaltungszielen von FFH-Gebieten ab, doch die dort enthaltene
Liste von möglichen Wirkfaktoren ist auch für die Prüfung der artenschutzrechtlichen Verbote nach
§ 44 Absatz 1 BNatSchG verwendbar.
Nicht alle in [LAMBRECHT 2007] genannten Wirkfaktoren sind für das konkrete Bauvorhaben zwin-
gend artenschutzrechtlich von Bedeutung. Aus der Liste von insgesamt 36 möglichen Wirkfaktoren aus
[LAMBRECHT 2007] soll im Rahmen der nachfolgenden
Wirkungsprognose
für das konkrete
Vorhaben anhand einer Konkretisierung der mit dem Vorhaben verbundenen Wirkungen geprüft
werden, welche dieser Wirkungen für die vorliegende artenschutzrechtliche Prüfung relevant sind.
Dabei werden im Rahmen der Wirkungsprognose die durch den Bau, die Anlage und den Betrieb mög-
lichen Wirkungen getrennt erläutert. Es wird dargestellt, welche wahrscheinlichen Wirkräume für die
einzelnen relevanten Wirkungen zu berücksichtigen sind und welche der möglichen Verbotstatbestände
nach § 44 Absatz 1 BNatSchG durch diese Wirkungen ausgelöst werden können. Die für Bauvorhaben
grundsätzlich nicht relevanten Wirkungen aus [LAMBRECHT 2007] wurden hier nicht mit aufgeführt.
5.3.1
Baubedingte Wirkungen
Baubedingte Wirkungen beschreiben die Wirkungen, die sich durch den notwendigen Baustellenbetrieb
auf den Vorhabensflächen ergeben. Für die Realisierung des konkreten Bauvorhabens sind die
folgenden, baubedingten Wirkungen grundsätzlich möglich:
W1
Verlust von Fortpflanzungs- und Ruhestätten durch baubedingte Flächeninanspruchnahme
Es wird davon ausgegangen, dass die Baustelle auf der ausgewiesenen Gewerbegebietsfläche verbleibt
und nicht weiter ins Umfeld ausgedehnt wird. Durch den Flächentausch werden Bereiche von
bisherigen 15-jährigen Brachflächen bebaut und andererseits Ackerflächen, die als Gewerbeflächen

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 25
ausgewiesen sind, renaturiert. Daraus ergeben sich die folgenden möglichen Schädigungs- und
Störungstatbestände.
Mögliche Betroffenheit der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände des § 44 Absatz 1 BNatSchG
x
Ziffer 1
x
Ziffer 2
x
Ziffer 3
- wild lebenden
Tieren
der besonders
geschützten Arten
nachzustellen
, sie
zu
fangen
, zu verletzen oder zu
tö-
ten
oder ihre
Entwicklungsformen
aus der Natur zu
entnehmen
, zu
beschädigen
oder zu
zerstören
- wild lebende
Tiere
der streng ge-
schützten Arten und der europäi-
schen Vogelarten
während der
Fortpflanzungs-
,
Aufzucht-
,
Mauser-
,
Überwinterungs- und
Wanderzeiten erheblich
zu
stören
-
Fortpflanzungs- oder Ruhe-
stätten
der wild lebenden
Tiere
der besonders geschütz-
ten Arten aus der Natur zu
entnehmen
, zu
beschädigen
oder zu
zerstören
W2
Veränderung der Standortfaktoren im Umfeld des baubedingten Flächenbedarfs durch
den baubedingten Flächenbedarf
Aufgrund der sich anschließenden anthropogenen Flächen (Klärbecken und Industrie-/Gewerbege-
bietsflächen sowie Äcker) wird von
keinen Veränderungen der Standortfaktoren
im Umfeld durch
den geplanten Flächentausch ausgegangen.
W3
Lärmemissionen durch Arbeiten und den Betrieb der Baumaschinen
Durch den Betrieb von Baumaschinen ist während der Bauphase mit ungleichmäßig intensiver Lärm-
entwicklung zu rechnen. Lärm kann auf empfindliche Tierarten Auswirkungen haben. Es ist zu erwar-
ten, dass Art und Intensität des Baulärms stark schwanken. Eine genaue Abgrenzung von Lärmbändern
ist nicht sinnvoll. Um die Wirkungen auf die auf Lärm empfindlichste Tierartengruppe der Vögel (bei
Vögeln sind akustische Signale das bedeutendste Mittel der Kommunikation [RECK 2001, GARNIEL
2007]) abschätzen zu können, wird ein Wirkraum für baubedingte Lärmimmissionen für die Baustellen-
flächen angenommen. Dieser ist aufgrund der bestehenden Vorbelastungen durch das bestehende Indus-
trie-/Gewerbegebiet, die sich anschließende B 169 und die Bundesautobahn A 4 mit einer Breite von ca.
50 m um die Vorhabensflächen aufgrund des zu erwartenden Technikeinsatzes ausreichend bemessen,
sodass davon ausgegangen werden kann, dass darüber hinaus durch den Baulärm keine relevanten Wir-
kungen mehr entfaltet werden (d.h. keine Minderung der Habitateignung außerhalb des 50-m-Wirkban-
des, da dann der Baulärm bei diesem Vorhaben nicht vom Umgebungslärm und der Verlärmung im
Industrie-/Gewerbegebiet unterschieden werden kann). Durch die Vorbelastungen wird außerdem da-
von ausgegangen, dass nur wenige lärmempfindliche Arten unmittelbar im künftigen Industrie- und ge-
werbenahen Bereich vorkommen. Für den konkreten Flächentausch zweier unmittelbar benachbarter
Flächen ergibt sich praktisch keine verschlechterung der Lärmsituation. Im Gegenteil, die neu anzu-
legende Brachfläche befindet sich > 100 m von einer stark störenden Lärmquelle (Getränkegroßlager)
weiter entfernt. Damit sind
keine
neuen relevanten
baubedingten Lärmwirkungen
zu erwarten
W4
Visuelle Störungen durch unregelmäßigen Lichteinfall (Lichtimmissionen)
Durch den Betrieb der Baumaschinen, durch den Baustellenfahrzeugverkehr und ggf. die Beleuchtung
von Baustellenflächen ist normalerweise von Lichtemissionen auszugehen, die ungerichtet sind und
zum größten Teil punktuell erfolgen können (z.B. Beleuchtung von Baggern, Beleuchtung von Lager-
und Bauflächen, Fahrzeugbeleuchtungen). Licht kann sich auf sensible und vor allem nachtaktive aber
auch auf ruhende tagaktive Tierarten auswirken. Beim geplanten Vorhaben wird aufgrund der Lage der
Bauarbeiten und der Dimension des Vorhabens von einer Tagesbaustelle ausgegangen, auf der in der
Regel nicht vor 7:00 Uhr mit den Arbeiten begonnen wird und nach 21:00 Uhr Arbeiten nicht mehr
stattfinden werden. Außerdem grenzt das Vorhaben an bestehende Industrie-/Gewerbeflächen (u.a.
Tankstelle und LKW-Rastplatz) somit im Bereich starker Vorbelastungen. Für den Flächentausch ist die
neue Brachfläche sogar günstiger anzusehen, da sie > 100 m von starken nächtlichen Lichtstörungen
(Tankstelle/LKW-Rastplatz) wegrückt. Damit sind
keine
neuen relevanten
baubedingten Lichtwir-
kungen
zu erwarten.

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 26
W5
Luftschadstoffimissionen durch den Betrieb der Baumaschinen
Durch den Betrieb von Baumaschinen ist während der Bauphase mit Emissionen von Luftschadstoffen
aus Verbrennungsmotoren zu rechnen. Der Wirkraum dieser Effekte umfasst die von der Baustelle un-
mittelbar beanspruchten und die benachbart dazu liegenden Flächen. Es ist zu erwarten, dass die Art
und Intensität der Luftschadstoffemissionen stark schwanken. Eine genaue Abgrenzung von Schadstoff-
bändern für die baubedingten Schadstoffimmissionen ist deshalb nicht sinnvoll. Auswirkungen auf
Arten und ihre Lebensstätten können nicht ausgeschlossen werden. Die Wirkungen sind beim aktuellen
Stand der Technik und den Vorbelastungen durch die Industrie-/Gewerbeflächen und die bestehenden
Straßen neben den Baustellenflächen jedoch nicht mehr nachweisbar und werden die Werte der bereits
heute bestehenden Immissionen (Vorbelastung) nicht überschreiten. Damit sind
keine
neuen relevanten
Luftschadstoffemissionen
auf den jeweiligen Tauschflächen zu erwarten.
W6
Verunreinigungen des Wassers und des Bodens durch den Baubetrieb
Die Betankung, Pflege und Wartung von Baumaschinen sowie der Umgang mit Baustoffen kann, sofern
Stoffe direkt oder indirekt in den Boden oder ein Gewässer gelangen, zu erheblichen Auswirkungen auf
Lebensräume und Arten führen. Wartungsarbeiten der eingesetzten Baumaschinen und Fahrzeuge wer-
den grundsätzlich auf Gewerbegebietsflächen durchgeführt, sodass daraus relevante Auswirkungen auf
das Umfeld ausgeschlossen werden können. Für die Baugruben selbst ist eine Wasserhaltung vorzuse-
hen, das Wasser ist entsprechend vorgeklärt und gedrosselt in die vorhandenen Entsorgungswege des
Industrie-/Gewerbegebietes einzuleiten. Damit sind – unabhängig von der jeweiligen zu tauschenden
Fläche -
keine zusätzlichen Verunreinigungen
des Wassers und des Bodens zu erwarten.
W7
Barrierewirkungen durch Baustraßen/Baustellen
Für das Bauvorhaben sind zusätzlich zum baubedingten Flächenbedarf keine Baustraßen im
Untersuchungsgebiet vorgesehen. Es besteht eine Zerschneidung durch das Gewerbegebiet und die
Straßen als starke Vorbelastung – eine
Verschlechterung tritt
– unabhängig von der jeweiligen Fläche
-
nicht ein
.
W8
Störungen durch Bewegungen aus dem Baubetrieb
Im Zuge des Baubetriebes wird es zu Bewegung von Baumaschinen, Fahrzeugen und Bauarbeitern
kommen. Diese meist ungerichteten Bewegungen stellen Unruhen dar, die sich auf sensible Arten aus-
wirken können, sodass diese z.B. während der Nahrungsaufnahme durch Aufschauen und Einschätzen
der Störquelle gestört werden können. Da jedoch durch die Nutzung des vorhandenen Industrie- und
Gewerbegebietes ständig unregelmäßige Bewegungen schon heute für das Untersuchungsgebiet typisch
sind, können zusätzliche Beeinträchtigungen von geschützten Arten und ihren Habitaten durch
baubedingte
Bewegungsunruhe sicher ausgeschlossen
werden. Aufgrund der bestehenden Nutzungen
sind diesbezüglich auch keine besonders empfindlichen Arten im Umfeld des Industrie-
/Gewerbegebietes zu erwarten. Für die beiden unmittelbar benachbarten Tauschflächen werden sich
keine relevanten Unterschiede hinsichtlich der Bewegungseinflüsse ergeben.
5.3.2
Anlagebedingte Wirkungen
Anlagebedingte Wirkungen bezeichnen die Wirkungen, die sich durch die Bauwerke und durch die
dazugehörenden Nebenanlagen ergeben. Wirkungen dieser Art sind dauerhaft und in ihrer Intensität
gleichbleibend. Für die Realisierung des konkreten Bauvorhabens sind die im Folgenden beschriebenen
anlagebedingten Wirkungen grundsätzlich möglich. Anhand einer Konkretisierung der mit dem
Vorhaben verbundenen Wirkungen wird geprüft, welche dieser Wirkungen für die vorliegende
artenschutzrechtliche Prüfung relevant sind.

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 27
W9
dauerhafte Verluste von Fortpflanzungs- und Ruhestätten durch Überbauung
Vorhabensbedingt wird sich für das Industrie- und Gewerbegebiet ein neuer anlagebedingter Flächen-
bedarf von ca. 1.000 m² Naturhaushaltsflächen ergeben. Diese heute 15-jährigen Offenlandbrachen mit
Gehölzaufwuchs werden dauerhaft in Anspruch genommen, beinhalten heute bereits aber nur - wenn
überhaupt - Fortpflanzungs- und Ruhestätten von weitgehend unempfindlichen Tierarten. Zudem ist die
Neuanlage gleichwärtiger Flächen auf einem Ersatzstandort in unmittelbarer Nachbarschaft geplant, der
heute noch zu den Industrie-und Gewerbeflächen zugeordnet ist. Die entsprechende Fläche ist bereits in
der Wirkung W1 berücksichtigt.
Mögliche Betroffenheit der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände des § 44 Absatz 1 BNatSchG
x
Ziffer 1
x
Ziffer 2
x
Ziffer 3
- wild lebenden
Tieren
der besonders
geschützten Arten
nachzustellen
, sie
zu
fangen
, zu verletzen oder zu
tö-
ten
oder ihre
Entwicklungsformen
aus der Natur zu
entnehmen
, zu
beschädigen
oder zu
zerstören
- wild lebende
Tiere
der streng ge-
schützten Arten und der europäi-
schen Vogelarten
während der
Fortpflanzungs-
,
Aufzucht-
,
Mauser-
,
Überwinterungs- und
Wanderzeiten erheblich
zu
stören
-
Fortpflanzungs- oder Ruhe-
stätten
der wild lebenden
Tiere
der besonders geschütz-
ten Arten aus der Natur zu
entnehmen
, zu
beschädigen
oder zu
zerstören
W10 dauerhafte Barrierewirkungen durch die Industrie-/Gewerbefläche
Es besteht eine Zerschneidung durch das Gewerbegebiet und die Straßen als starke Vorbelastung – eine
Verschlechterung tritt nicht ein. Aufgrund dessen können relevante neue
Barrierewirkungen sicher
ausgeschlossen
werden.
5.3.3
Betriebsbedingte Wirkungen
Mit betriebsbedingten Wirkungen werden die Wirkungen bezeichnet, die sich durch die Nutzung des
Industrie-/Gewerbegebietes ergeben. Betriebsbedingte Wirkungen sind dauerhaft, jedoch auf Grund
unterschiedlicher Nutzungsdichten oder -intensitäten gewissen Schwankungen unterworfen. Es sind
folgende betriebsbedingten Wirkungen zu erwarten:
W11: betriebsbedingte Luftschadstoffemissionen
Luftschadstoffemissionen aus der Gebietsnutzung können sich, abhängig von Menge und Art der ein-
getragenen Stoffe, auf Lebensstätten und Arten auswirken. Der Wirkraum dieser Effekte ist abhängig
von den Emmitenten und den meteorologischen Verhältnissen. In der Literatur werden z.B. beim
Straßenverkehr in Abhängigkeit von der Verkehrsbelegung überwiegende Bereiche zwischen 50 m
[RECK 1992] und 25 m [HANDBUCH BBG 1999] beiderseits von Straßen angegeben, in denen Be-
einträchtigungen von Artengemeinschaften zu erwarten sind. Bei einer Entfernung von jeweils 25 m
vom Fahrbahnrand ergeben die errechneten Zusatzbelastungen für Bundesstraßen in der Regel im Ver-
hältnis zur Vorbelastung für die meisten Abgaskomponenten eine Erhöhung um deutlich weniger als 10
%. Ähnlich wird es bei Gewerbenutzungen sein, sofern wie hier kein emmisionsintensives Vorhaben
geplant ist Durch das vorhandene Industrie- und Gewerbegebiet (u.a. Großbäckerei, Tankstelle und
LKW-Rastplatz, Getränkegroßlager) besteht ohnehin eine entsprechende Vorbelastung, die sich nur
sehr gering durch den Flächentausch verschieben wird. Damit sind
keine neuen relevanten Luftschad-
stoffemissionen
auf den jeweiligen Tauschflächen zu erwarten.
W12: betriebsbedingte Lärmemissionen
Neben den anlage- und baubedingten Lebensraumverlusten können die nutzungsbedingten Lärmwir-
kungen zu erheblichen und nachhaltigen Beeinträchtigungen von Tierlebensräumen führen. Insbeson-
dere von Interesse sind in diesem Zusammenhang die Habitate lärmempfindlicher Tierarten und –grup-
pen, wie die der Vögel. Durch den vorhabensbedingten Lärm können z.B. Balz-, Reviergesänge und das
Sicherungsverhalten so beeinträchtigt werden, dass infolge geringerer Brutdichten und verminderter

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 28
Reproduktionsraten erhebliche und nachhaltige Beeinträchtigungen der vorkommenden Populationen
nicht ausgeschlossen werden können.
Die möglichen Beeinträchtigungen durch Lärm lassen sich aufgrund der sehr unterschiedlichen Verhal-
tensmuster der Arten nur schwer vorhersagen. Die Auswirkungen von Verlärmungen auf die Tierwelt
sind nur in Ansätzen bekannt. Verschiedene Autoren verweisen auf Störungen von Vogelpopulationen
durch Straßenlärm. Unter Berücksichtigung gewisser Gewöhnungseffekte sowie der aktuellen Situation
der Population der betroffenen Arten ist eine konkrete Prognose der jeweiligen Beeinträchtigungsinten-
sitäten nur sehr schwer möglich.
[GARNIEL 2007] benennen einen 100-m-Radius um Straßen als Wirkraum für den Totalverlust für
brütende Vogelarten und verwiesen auf eine Fahrzeugbelegung von > 10 000 Kfz/24 h. Mit geringerer
Verkehrsbelegung sind die Wirkungen auf viele Arten geringer, jedoch kann die Wirkung aufgrund der
Vereinzelung der Ereignisse für bestimmte Arten mit großen Fluchtdistanzen auch größer werden. Dies
ist z.B. bei Lärmwirkungen aus Industrie- und Gewerbeflächen zu beachten. Arten mit großen Flucht-
distanzen sind im Bereich des Industrie- und Gewerbegebietes Crumbach Nord z.B. durch den Rotmilan
vorhanden. [GARNIEL 2007] benennen außerdem für heimische Vogelarten maximale Effektdistanzen
in denen die Qualität des verbleibenden Habitates erheblich beeinträchtigt wird. Eine Lärm-Vorbelas-
tung wird jedoch in diesem Modell nicht beachtet.
Da im Untersuchungsgebiet durch das Industrie- und Gewerbegebiet, die B 169 und die A 4 deutliche
Lärmvorbelastungen bestehen, wird davon ausgegangen, dass die Wirkungen des Lärms auf den
Tauschflächen dort den 50-m-Wirkbereich nicht überschreiten (d.h. keine Minderungen der Habitateig-
nung außerhalb des 50-m-Wirkbandes). Für den Flächentausch ergibt sich dadurch und aufgrund der
Nähe beider Flächen
keine relevante Verschlechterung der Lärmsituation
im Umfeld. Im Gegenteil:
die neue Brachfläche ist aufgrund ihrer Lage im Randbereich zum Offenland sogar geringer belastet, als
die bishgerige Brachfläche am Getränkelager/Rastplatz/Tankstelle.
W13: betriebsbedingte Lichtemissionen
Randlich von Industrie- und Gewerbeflächen ist durch Objektbeleuchtungen, Lichtmasten und den
Fahrzeugverkehr mit Auswirkungen durch Lichtimmissionen zu rechnen. In Abhängigkeit von der Ta-
ges- und Jahreszeit können die Lichtemissionen schwanken. Dieses kann sich auf empfindliche Arten
auswirken. Der Wirkraum der Effekte umfasst im Wesentlichen die eigentlichen Gewerbeflächen und
deren Randbereich (bis max. 50 m) sowie die in Bezug hierzu stehenden querenden Wander- und Flug-
korridore möglicher betroffener Arten. Das Maß der Vorbelastungen durch die Industrie- und Gewerbe-
flächen wird jedoch nicht überschritten. In Bezug auf den Flächentausch ergeben sich
keine relevanten
Verschlechterungen
auf einer der beiden eng beieinanderliegenden Flächen durch die Lichtwirkungen.
Im Gegenteil: die neue Brachfläche ist aufgrund ihrer Lage im Randbereich zum Offenland sogar ge-
ringer belastet, als die bishgerige Brachfläche am Getränkelager/Rastplatz/ Tankstelle.
W14: betriebsbedingte Barrierewirkungen/Kollision
Generell ist durch das Industrie- und Gewerbegebiet eine Barrierewirkung vorhanden. Aufgrund der
geringen zu erwartenden Geschwindigkeiten sind für die meisten agilen Tierarten (Fledermäuse,
Säuger, Vögel) keine Kollisionen zu erwarten. Für langsam wandernde Arten (Kammmolch und andere
Amphibien) können Kollisionen in den Industrie- und Gewerbeflächen schon zu Individuenverlusten
führen. Bei den üblichen Wanderradien von 400 m um das Laichgewässer beim Kammmolch ist es
jedoch unrelevant, ob den Tieren durch den Flächentausch 20 m mehr Aktionsradius im Richtung
Gewerbegebiet zur Verfügung steht oder nicht. Beim genehmigten Industrie- und Gewerbegebiet ist
keine Schutzeinrichtung vorgesehen, die Amphibien hindert in das Gewerbegebiet einzuwandern.
Insofern kommt es beim geplanten Flächentausch zu kein
en relevanten Verschlechterungen der
Mortalitäten
von Amphibien wie dem Kammmolch.

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 29
W15: Bewegungen im Gewerbegebiet
In Gewerbeflächen kommt es zu Bewegungen von Fahrzeugen, Anlagen und Menschen, jedoch werden
viele der Bewegungen nach außen von den Gebäuden auch abgeschirmt. Randliche Bewegungen stellen
zum Teil Störungen dar, die sich auf sensible Arten auswirken können, indem diese z.B. während der
Nahrungsaufnahme aufschauen und versuchen, die Störquelle einzuschätzen. Häufig sind Schreck und
Fluchtreaktionen zu erwarten. Auswirkungen sind nur insoweit zu erwarten, wie sensible Arten die Be-
wegung wahrnehmen können. Gleichmäßige Bewegungen werden im Gegensatz zu ungleichmäßigen
Bewegungen von vielen Arten nicht als Störungen registriert (kein Fluchteffekt bei Greifvögeln am
Straßenrand bei der Vorbeifahrt, jedoch beim Anhalten). Der Wirkraum der Effekte umfasst die Gewer-
beflächen sowie die angrenzenden Bereiche unter Beachtung der Fluchtdistanzen der Arten. Flucht-
distanzen werden in den jeweiligen Artensteckbriefen benannt, soweit sie bekannt sind. Zu beachten ist
die hohe Vorbelastung durch Bewegungen im bestehenden Gewerbegebiet, durch die B 169 und die
A 4, die aufgrund der geringen Verschiebung der Gewerbegebietsgrenzen beim Flächentausch präktisch
nicht verschlechtert wird. Insofern kommt es beim geplanten Flächentausch zu
keinen relevanten
Verschlechterungen der Bewegungswirkungen
.
5.4
Notwendige Maßnahmen zur Vermeidung/Minderung aus anderen
Fachplanungen
Vor der Prüfung der verbliebenen Arten auf den Eintritt artenschutzrechtlicher Verbotstatbestände wer-
den die bereits im Rahmen anderer Fachplanungen festgelegten Maßnahmen zur Vermeidung/Minimie-
rung hinsichtlich ihrer Wirkungen für geschützte Arten geprüft. Soweit sie entsprechende Wirkungen
für geschützte Arten in Bezug auf die artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände haben können, werden
sie bei der artenschutzrechtlichen Prüfung entsprechend berücksichtigt (V-Maßnahmen). Reichen die
Maßnahmen nicht aus, sind weitere VKV-Maßnahmen oder CEF-Maßnahmen zu planen.
Bisher sind keine V-Maßnahmen bezüglich des Artenschutzes vorgesehen.
5.5
Auswahl der relevanten Arten für die Artenschutzprüfung
Von den vorliegenden Artnachweisen werden Arten von der weiteren artenschutzrechtlichen Prüfung
ausgeschlossen, die nicht entscheidungserheblich betroffen sind. Dies trifft für Arten zu, die laut
[RLBP 2011]:
- weit verbreitet, ökologisch breit eingenischt sind und als ungefährdet gelten oder außerhalb ihres
natürlichen Verbreitungsgebietes auftreten – sofern kein Brutplatz betroffen ist (
keine Gefährdung
nach [RLS]),
- die gegenüber den vorhabensbedingten Wirkungen als nicht empfindlich gelten (
keine Empfind-
lichkeit
gegenüber vorhabenstypischen Wirkungen),
- die mit Sicherheit nur außerhalb der spezifischen Wirkräume vorkommen oder die aufgrund feh-
lender geeigneter Habitatstrukturen im Untersuchungsgebiet mit großer Sicherheit nicht vorkommen
können (
keine Wirkungen
).
Die Bewertung, ob
Wirkungen
relevant sind, erfolgt durch Überprüfung der Lage der Brut- und Rast-
stätten/Habitate zur geplanten Trasse und den relevanten Wirkräumen unter Beachtung der jeweiligen
Zeiträume (Brut, Mauser etc.). Liegen die relevanten Standorte/Habitate außerhalb der vorhabensbe-
dingten Wirkräume, können Beeinträchtigungen der Arten auf Individual- und Populationsebene sicher
ausgeschlossen werden. Dieser Schritt erfolgte bereits laut Vorgabe der Mustergliederung zum Arten-
schutzfachbeitrag als Vorprüfung unter Punkt 4.3. Damit konnten diese Arten von einer weiteren arten-
schutzrechtlichen Prüfung ausgeschlossen werden. Gleiches gilt, wenn aufgrund der Vorhabenscha-
rakteristik für bestimmte Arten keine relevanten Schallbelastungen entstehen, keine Einträge von verun-
reinigtem Wasser in deren Lebensräume stattfinden, ein geringes Kollisionsrisiko für Vögel, Fleder-

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 30
mäuse und entlang von Leitlinien wandernden Säugern wie Fischotter oder Biber besteht oder die be-
nannten Arten nur ein Vorkommen in anderen Habitattypen haben, die nicht von Wirkungen betroffen
sind. Arten können auch von einer weiteren artenschutzrechtlichen Prüfung ausgeschlossen werden,
wenn sich die jeweilige Belastungssituation aus der vorhandenen Vorbelastung heraus durch das zu
prüfende Vorhaben nicht verschlechtert, da sich dann das allgemeine Lebensrisiko der Arten nicht
verschlechtert. Diese 2. Einschätzung zur Wirkung erfolgt erst in der folgenden Tabelle 5.5-1.
Die
Gefährdung
wird anhand des sächsischen Rote-Liste-Status [RLS] und der Einstufung des Erhal-
tungszustandes [BLISCHKE 2017] bestimmt. Allgemein als gefährdet und mit einem schlechten bzw.
unzureichendem Erhaltungszustand eingestufte Arten müssen in Übereinstimmung mit den europa-
rechtlichen Verpflichtungen vorrangig berücksichtigt werden, so auch Arten der Vorwarnlisten (=stark
rückläufige Bestände) sowie Arten mit regionalen Gefährdungen in Verbindung mit anderen Gesichts-
punkten (z.B. wenn negative Bestandsentwicklungen in einem Schutzgebiet festgestellt werden).
Spätestens bei einer Ausnahmeprüfung nach § 45 BNatSchG würde für die ungefährdeten Arten und
Arten mit gutem Erhaltungszustand regelmäßig festgestellt werden, dass es keine Verschlechterungen
der Erhaltungszustände der Populationen gibt und die Beeinträchtigung würde zugelassen werden.
Entgegen der Vorgabe der [RLBP 2011] werden streng geschützte Arten und wild lebende Vogelarten
weiter geprüft sofern Brut-/Rastplätze direkt betroffen sein können, um entsprechende Schädigungs-
tatbestände sicher ohne Ausnahmeprüfungen ausschließen zu können.
Die
Empfindlichkeit
wird auf Grundlage artspezifischer Eigenschaften eingeschätzt. Arten, die eine
große ökologische Anpassungsbreite besitzen, gering spezialisiert sind und/oder keine Standorttradi-
tionen (Revierbindung) aufweisen und/oder an Habitate gebunden sind, die vergleichsweise häufig in
der Landschaft vorhanden sind, werden hier von der weiteren Prüfung ausgeschlossen, sofern ihre Brut-
und Raststätten nicht direkt im Sinne Absatz 1 und 3 des § 44 Ziffer 1 BNatSchG betroffen sind. So-
genannte verbreitete, euryöke Arten können ihre Habitatansprüche meist in einem weiten Lebensraum-
spektrum befriedigen. Die [RLBP 2011] geht außerdem davon aus, dass einzelne Beeinträchtigungen
(Störungen) der Fortpflanzungs- und Ruhestätten in kurzer Zeit kompensiert werden können, sodass
dauerhafte Beeinträchtigungen der Funktionen dieser mit nachteiligen Folgen für die lokalen
Populationen bei diesen Arten nicht anzunehmen sind. Seltene Durchzügler, die keine bedeutenden
Ansammlungen während des Zuges im Untersuchungsgebiet bilden oder für die im Untersuchungs-
gebiet keine typischen Ruhestätten vorhanden sind, können an dieser Stelle ebenfalls von der weiteren
Prüfung hinsichtlich der Störfaktoren ausgeschlossen werden.
Die in der folgenden Tabelle 5.5-1 zusammengestellten Arten aus der Gesamtartenliste (siehe Tabelle
4.2-1) können von der weiteren artenschutzrechtlichen Prüfung aufgrund des Zutreffens mindestens
eines der oben genannten Kriterien (keine
Gefährdung*
nach [RLS], keine
Empfindlichkeit
gegenüber vorhabenstypischen
Wirkungen
) ausgeschlossen werden oder sind weiterhin zu prüfen.

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 31
Tab. 5.5-1: Übersicht über Arten und ihre ggf. weitere artenschutzrechtliche Prüfung oder den Ausschluss aus der Prüfung
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Schädigung/Störung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Fledermäuse
Wasser-
fledermaus
(
Myotis
daubentoni
)
-
§§
FFH IV
- Sommerquartiere
in Baumhöhlen,
Brücken,
seltener an Gebäuden, Jagd an Gewässern und
Gehölzrand
- Winterquartiere in Stollen, Kellern
- Flughöhen um 0,2-2 m, Flug leitliniengebunden
- gering lärmempfindlich, hohes Kollisionsrisiko
an Straßen, hoch lichtempfindlich
-
Erhaltungszustand günstig
eigene Detektor-
nachweise am
Klärbecken, von
dort Vorhabens-
fläche befliegend,
jedoch keine
Quartiere in
Vorhabensfläche
Art ohne
Gefährdungsgrad
und günstiger
Erhaltungs-
zustand
Art ist hoch
lichtempfindlich,
hohe
Kollisionsgefahr an
Straßen
kein Quartierverlust, sonst keine
Verschlechterungen aufgrund
ähnlicher Vorbelastung im
Habitat und großer Aktionsradius
außerhalb der Vorhabensfläche
keine Störung oder Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Zwerg-
fledermaus
(
Pipistrellus
pipistrellus
)
V
§§
FFH IV
- Sommer-/Wochenstubenquartiere in Spalten in
und an Gebäuden, Männchen/Paarungsgruppen
in Bäumen, Jagd im freien Luftraum in Vegeta-
tionsnähe und an Randstrukturen sowie an Ge-
wässern und auf Wiesen mit Gehölzstrukturen
- Winterquartiere in Fels- und Mauerspalten,
- Flughöhen 1 - 8 m, Flug teilweise leitlinienge-
bunden
- gering lärmempfindlich, vorhandenes Kollisions-
risiko an Straßen, gering lichtempfindlich
-
Erhaltungszustand günstig
eigene Detektor-
nachweise am Klär-
becken in großer
Höhe, von dort ver-
einzelt Vorhabens-
fläche überfliegend,
jedoch keine Quar-
tiere in Vorhabens-
fläche, viel öfter
zum Eichengehölz
im Norden fliegend
Art mit
Gefährdungsgrad
jedoch günstiger
Erhaltungszustand
Art ist gegenüber zu
erwartenden
Wirkungen
gering
empfindlich,
Kollisionsrisiko an
Straßen
kein Quartierverlust, sonst keine
Verschlechterungen aufgrund
ähnlicher Vorbelastung im
Habitat und großer Aktionsradius
außerhalb der Vorhabensfläche
keine Störung oder Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Großer
Abendsegler
(
Nyctalus
noctula
)
3
§§
FFH IV
- Sommerquartiere an Gebäuden und in Baum-
höhlen höher 5 m, Jagd hoch in Flussauen und
über Wäldern
- Winterquartiere in Bäumen und Gebäuden
- Flughöhen um 2 > 20 m, Flug nicht leitlinien-
gebunden
- gering lärmempfindlich, sehr geringes Kolli-
sionsrisiko an Straßen, gering lichtempfindlich
-
Erhaltungszustand unzureichend
einzelne eigene
Detektornachweise
am Klärbecken,
auch Vorhabens-
fläche über-
fliegend, jedoch
keine Quartiere in
Vorhabensfläche
Art mit
Gefährdungsgrad
und unzureichender
Erhaltungszustand
Art ist gegenüber zu
erwartenden
Wirkungen
nicht
empfindlich,
kein
Kollisionsrisiko an
Straßen
kein Quartierverlust, sonst keine
Verschlechterungen aufgrund
ähnlicher Vorbelastung im
Habitat und großer Aktionsradius
außerhalb der Vorhabensfläche
keine Störung oder Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 32
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Schädigung/Störung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Vögel
Drosselrohr-
sänger
(
Acrocepha-
lus arundina-
ceus
)
-
§§
Art. 1
VSR
- Phragmites-Röhrichte stehender Gewässer mit 2-
jährigen Schilfhalmen, bevorzugt Wasserseite,
seltener in Landröhrichten, Zugvogel
- Lokale Population: Gemeinde
- hohe Lärmempfindlichkeit [GARNIEL 2010] –
bis 52 dBA 50 % Habitatminderung
- Fluchtdistanz 10 – 30 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis
im Röhricht des
Nachklärbeckens
in 120 m
[Ornitho.de 2018],
Vorhabensflächen
randlich als
Nahrungshabitat
geeignet
Art ohne
Gefährdungsgrad
und
Erhaltungszustand
günstig
Art empfindlich auf
relevante
Wirkungen, jedoch
Vorbelastung durch
Gewerbeflächen
nächster Brutplatz außerhalb
relevanter Wirkräume und nicht
von Zerstörung betroffen, einzelne
Tiere nicht für Population
erheblich, damit keine Störung
nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG,
keine Verschlechterungen auf-
grund ähnlicher Vorbelastungen
am Nachweisort –
keine Störung
oder Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Sumpfrohr-
sänger
(
Acrocepha-
lus palustris
)
-
§
Art. 1
VSR
- Fluss- und Bachauen mit Wechsel von Stauden-
säumen, Röhrichten und Gebüschen, lockere
Auenwälder, dazu ähnliche Sekundärstandorte in
Brachen, Äckern und Ackerrainen sowie Kies-
gruben, Zugvogel
- schwach lärmempfindlich [GARNIEL 2010] –
bis 200 m
- Fluchtdistanz – keine Angabe, ähnlich Teich-
rohrsänger 10 – 30 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis
im Röhricht des
Nachklärbeckens
[Ornitho.de 2018],
dazu aktueller
Nachweis im Au-
gust, Vorhabens-
flächen randlich
als Nahrungsha-
bitat geeignet
Art ohne
Gefährdungsgrad
und
Erhaltungszustand
günstig
Art empfindlich auf
relevante
Wirkungen, jedoch
Vorbelastung durch
Gewerbeflächen
nächster Brutplatz außerhalb
relevanter Wirkräume und nicht
von Zerstörung betroffen, einzelne
Tiere nicht für Population
erheblich, damit keine Störung
nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG,
keine Verschlechterungen auf-
grund ähnlicher Vorbelastungen
am Nachweisort –
keine Störung
oder Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 33
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Störung/Schädigung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Schwanz-
meise
(
Aegithalos
caudatus
)
-
§
Art. 1
VSR
- Lebensräume mit reich strukturierten Säumen
und häufigen Wechsel zwischen bewaldeten, be-
buschten und offenen Flächen, gern boden-
feuchte Habitate, oft in Gewässernähe, Teilzieher
- nicht
lärmempfindlich
[GARNIEL
2010],
Fluchtdistanz 10 – 30 m
-
Erhaltungszustand günstig
Wintergast als
Trupp im Gewerbe-
gebiet [Ornitho.de
2018], Vorhabens-
fläche kein geeig-
netes Bruthabitat,
randlich in Gehöl-
zen bessere Brut-
möglichkeiten in >
300 m, Vorhabens-
fläche ist Nahrungs-
habitat
Allerweltsart ohne
Gefährdungsgrad,
Erhaltungszustand
günstig
Art nicht
empfindlich auf
relevante
Wirkungen, zumal
Vorbelastung
durch
Gewerbeflächen
Brutplatz
randlich relevanter
Wirkräume mgl.,
nicht von
Zerstörung betroffen
, einzelne
BP nicht für Population erheblich,
damit keine Störung nach § 44
Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG, keine
Verschlechterungen gegenüber
Vorbelastung –
keine Störung
oder Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Feldlerche
(
Alauda
arvensis
)
V
§
Art. 1
VSR
- Brut in meist auf Äckern und Brachen – ab-
hängig von Fruchtfolge jährlich wechselnde
Standorte, Zugvogel
- schwach
lärmempfindlich
100
-
500
m
[GARNIEL 2010]
- Fluchtdistanz ca. 100-500 m (Auto – Fußgänger)
-
Erhaltungszustand unzureichend
Brutnachweise auf
umliegenden Acker-
strukturen und auf
Brachen randlich
der Gewerbeflächen
[Ornitho.de 2018],
erfolgreich brütend
ab 100 m neben der
B 169, Bruten in
Vorhabensfläche
unwahrscheinlich
(Vorbelastungen)
Art mit
Gefährdungsgrad
und
Erhaltungszustand
unzureichend
Art schwach
empfindlich auf
relevante
Wirkungen
,
Vorbelastung durch
Bewegungen und
Lärm im
Gewerbegebiet
Brutplatz außerhalb relev.
Wirkräume, nicht von Zerstörung
betroffen, einzelne BP nicht für
Population erheblich, keine
Störung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG, keine
Verschlechterungen aufgrund
Vorbelastung –
keine Störung
oder Schädigung
.
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 34
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Störung/Schädigung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Eisvogel
(
Alcedo
atthis
)
3
§§
Anh. 1
VSR
Abs. 1
VSR
- Brut an Steilhängen in Ufern aber auch bis einige
hundert Meter von Ufern entfernt, Jagd am
Gewässer mit Ansitzen oder im Rüttelflug
- Teilzieher
- schwach lärmempfindlich bis 200 m, am Fließ-
gewässer im Mittelgebirge weniger empfindlich,
Fluchtdistanz ca. 20 - 80 m
-
Erhaltungszustand unzureichend
Brutzeitnachweis
jagend am
Nachklärbecken
[Ornitho.de 2018],
Vorhabensflächen
ungeeignet
Art mit
Gefährdungsgrad
und unzureichendem
Erhaltungszustand
Art schwach
empfindlich auf
relevante
Wirkungen,
Vorbelastung durch
Gewerbeflächen
Brutplatz außerhalb relev. Wirk-
räume, nicht von Zerstörung be-
troffen, sehr geringe Störung von
Einzeltieren - nicht für Popu-
lation erheblich, keine Störung
nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG,
keine Verschlechterungen auf-
grund Vorbelastung –
keine
Störung oder Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Graureiher
(
Ardea
cinera
)
-
§
Art. 1
VSR
- Brut in Kolonien in Gehölzen/Wäldern, selten
Röhrichte, Jagd auf Acker und an Gewässern im
großen Radius, kein Zugvogel
- lokale Population: Einzelvorkommen
- nicht
lärmempfindlich
[GARNIEL
2010],
Fluchtdistanz für Tiere in Kolonien ca. 200 m
Radius
-
Erhaltungszustand günstig
Nahrungsgast in
allen Offenlandflä-
chen um die B 169
und ums Gewerbe-
gebiet [Ornitho.de
2018], dazu am
Nachklärbecken,
Vorhabensflächen
nur bei Ackernut-
zung als Nahrungs-
habitat geeignet
Art ohne
Gefährdungsgrad
und
Erhaltungszustand
günstig
Art nicht empfind-
lich auf relevante
Wirkungen,
Vorbelastung durch
Gewerbeflächen
Brutplatz außerhalb relev. Wirk-
räume, nicht von Zerstörung be-
troffen, Einzeltiere nicht für Popu-
lation erheblich, keine Störung
nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG,
keine Verschlechterungen auf-
grund Vorbelastung –
keine
Störung oder Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 35
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Störung/Schädigung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Mäuse-
bussard
(
Buteo buteo
)
-
§§
Art. 1
VSR
- Brut in Gehölzen/Wäldern, 20 - 30 BP/100 km
²
,
Jagd auf Acker, z.T. Zugvogel
- nicht
lärmempfindlich
[GARNIEL
2010],
Fluchtdistanz für Bewegungen am Horst ca.
200 m
-
Erhaltungszustand günstig
regelmäßig Brutzeit-
beobachtung und
Wintergäste bei
Nahrungssuche auf
umliegenden
Äckern, in Gehölzen
und randlich des Ge-
werbegebietes
[Ornitho.de 2018],
Brut in umliegenden
Wäldern in >300 m,
Vorhabensfläche ist
geeignetes
Nahrungshabitat
Art ohne
Gefährdungsgrad
und
Erhaltungszustand
günstig
Art nicht empfind-
lich auf relevante
Wirkungen,
Vorbelastung durch
Gewerbegebiet
Brutplatz außerhalb relev. Wirk-
räume, nicht von Zerstörung be-
troffen, Einzeltiere nicht für Popu-
lation erheblich, keine Störung
nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG,
keine Verschlechterungen auf-
grund Vorbelastung –
keine
Störung oder Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Bluthänfling
(
Carduelis
cannabina
)
V
§
Art. 1
VSR
- Brut in Gehölzen, Parks und Siedlungen, 1,0 -
1,6 BP/100 ha, max. 59 BP/0,6 ha, Jagd im
Brutgebiet, z.T. Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL
2010], Fluchtdistanz > 10 - 20 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis im
Quadranten
[Ornitho.de 2018] -
nicht auf Vorhabens-
fläche (ca. 600 m
westlich),
Vorhabensfläche ist
Nahrungshabitat
Art mit
Gefährdungsgrad
aber günstigem
Erhaltungszustand
Art schwach
empfindlich auf
relevante
Wirkungen,
Vorbelastung durch
Gewerbegebiet
Brutplatz
randlich relev. Wirk-
räume mgl.,
nicht von Zerstörung
betroffen
, einzelne BP nicht für
Population erheblich, damit keine
Störung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG, keine Verschlech-
terungen der Vorbelastung –
keine Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 36
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Störung/Schädigung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Grünfink
(
Carduelis
chloris
)
-
§
Art. 1
VSR
- Brut in Gehölzen, Parks, Siedlungen, strukturier-
tem Offenland, 3 – 10 BP/10 ha, Jagd im Brut-
gebiet, kein Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL
2010], Fluchtdistanz 5 - 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis im
Quadranten
[Ornitho.de 2018] -
nicht auf
Vorhabensfläche (ca.
600 m westlich),
Vorhabensfläche ist
Nahrungshabitat
ohne
Gefährdungsgrad
und günstiger
Erhaltungszustand
Art schwach
empfindlich auf
relevante
Wirkungen,
Vorbelastung durch
Gewerbeflächen
Brutplatz
außerhalb relev. Wirk-
räume,
nicht von Zerstörung
betroffen
, einzelne Individuen im
Nahrungshabitat nicht für Popu-
lation erheblich, damit keine Stö-
rung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG, keine Verschlechte-
rungen der Vorbelastung –
keine
Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Ringeltaube
(
Columba
palumbus
)
-
§
Art. 1
VSR
- Brut in Gehölzen, Parks, 29 BP/10 ha, Futter-
suche im großen Radius ums Brutgebiet, kein
Zugvogel
- nicht lärmempfindlich am Brutplatz [GARNIEL
2010],
Fluchtdistanz
für
Bewegungen
am
Brutplatz ca. 100 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung
bei Nahrungssuche
im Gewerbegebiet
und auf umlieg.
Äckern [Ornitho.de
2018], Brut in um-
lieg. Wäldern in
>300 m,
Vorhabensfläche ist
Nahrungshabitat
ohne
Gefährdungsgrad
und günstiger
Erhaltungszustand
Art nicht
empfindlich auf
relevante
Wirkungen,
Vorbelastung
durch
Gewerbeflächen
Brutplatz
außerhalb relev. Wirk-
räume,
nicht von Zerstörung
betroffen
, einzelne Individuen im
Nahrungshabitat nicht für Popu-
lation erheblich, damit keine Stö-
rung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG, keine Verschlechte-
rungen der Vorbelastung –
keine
Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Rabenkrähe
(
Corvus
corone
)
.
§
Art. 1
VSR
- Brut in Wäldern, Feldgehölzen oder am Rand
von Ortschaften, Brutzeit März - Juni, Jagd im
Brutgebiet im größerem Radius, kein Zugvogel
- nicht
lärmempfindlich
[GARNIEL
2010],
Fluchtdistanz ca. 50 m am Brutplatz
- Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobach-
tung, Wintergäste
u. Durchzügler im
Gewerbegebiet und
seinem Umfeld
[Ornitho.de 2018],
Brut nicht in
Vorhabensflächen
Art ohne
Gefährdungsgrad
und günstiger
Erhaltungszu-
stand
nicht empfindlich
auf relevante Wir-
kungen, große öko-
logische Anpas-
sungsfähigkeit,
ähnliche Vorbelas-
tung
Brutplatz
nicht in relev. Wirk-
räumen,
nicht von Zerstörung
betroffen
, Einzeltiere bei Nah-
rungssuche nicht für Population
erheblich, damit keine Störung
nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG,
keine Verschlechterung der Vor-
belastung –
keine Störung/
Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 37
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Störung/Schädigung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Kolkrabe
(
Corvus
corax
)
-
§
Abs. 1
VSR
- Brut in Gehölzen und Wäldern auf hohen
Bäumen oder im Fels, Jagd im Brutgebiet mit
größerem Radius, Brutdichten 0,31 – 1,85 BP/10
km², hoher Anteil Nichtbrüter in Sachsen, kein
Zugvogel
- nicht
lärmempfindlich
[GARNIEL
2010],
Fluchtdistanz ca. 50 m am Brutplatz
-
Erhaltungszustand günstig
Winter- und
Nahrungsgäste auf
den Äckern ums
und im Gewerbe-
gebiet [Ornitho.de
2018], Brut nicht
in Vorhabens-
flächen aber mgl.
Nahrungshabitat
Art ohne
Gefährdungsgrad
und Erhaltungs-
zustand günstig
nicht empfindlich
auf relevante Wir-
kungen, ähnliche
Vorbelastung durch
Gewerbegebiet
kein Brutplatz
in relev.
Wirkräumen, Einzeltiere nicht für
Population erheblich, damit keine
Störung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG, keine Verschlech-
terungen gegenüber Vorbelastung
keine Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Kuckuck
(
Cuculus
canorus
)
3
§
Art. 1
VSR
- Brut im gehölzreichen Offenland, oft an Gewäs-
sern und Waldrädern, Zugvogel
- mittel lärmempfindlich bis 300 m [GARNIEL
2010], Fluchtdistanz ca. 20 - 30 m
-
Erhaltungszustand unzureichend
Brutzeitbeobach-
tung am
Nachklärbecken,
Brut mgl.,
Vorhabensflächen
eher
Nahrungshabitat
Art mit
Gefährdungsgrad
und
Erhaltungszustand
unzureichend
mittel empfindlich
auf relevante
Wirkungen;
aber
Vorbelastung
durch
Gewerbegebiet
nächster Brutplatz außerhalb Vor-
habensfläche aber in relevanten
Wirkräumen, nicht von Zerstörung
betroffen, einzelne Bruten nicht für
Population er-heblich, damit keine
Störung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG, keine Verschlech-
terungen gegenüber Vorbelas-
tungen –
keine Störung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Goldammer
(
Emberiza
citrinella
)
-
§
Art. 1
VSR
- offene
Kulturlandschaft
mit
Feldgehölzen,
Hecken und Büschen, Teilzieher
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL
2010], Fluchtdistanz bis ca. 5 - 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
eigene
Beobachtung im
August am
Klärbecken, Brut
in Vorhabensfläche
mgl.
Art ohne
Gefährdungsgrad
und Erhaltungs-
zustand günstig
schwach empfind-
lich auf relev. Wir-
kungen, Vorbelas-
tung durch
Gewerbeflächen
Brutplatz in Vorhabensfläche sehr
wahrscheinlich, Zerstörung mgl.,
Einzeltiere nicht für Population
erheblich, keine Störung nach § 44
Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG, keine
Verschlechterungen aufgrund
Vorbelastungen –
keine Störung
weitere Artenschutzprüfung notwendig

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 38
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Störung/Schädigung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Turmfalke
(
Falco
tinninculus
)
-
§§
Abs. 1
VSR
- in Wäldern mit hohen Altbäumen, Felsgebiete,
ersatzweise Siedlungen mit hohen Gebäuden,
Türmen, Schornsteinen, kein Zugvogel
- Lokale Population: Landkreis
- nicht
lärmempfindlich
[GARNIEL
2010],
Fluchtdistanz ca. 30 - 100 m
-
Erhaltungszustand günstig
Wintergast und
Brutzeitbeobach-
tung im Gewerbe-
gebiet [Ornitho.de
2018], Nahrungs-
gast in Vorhabens-
flächen, aber kein
Brutvogel,
Art ohne
Gefährdungsgrad
und
Erhaltungszustand
günstig
Art nicht empfind-
lich auf relevante
Wirkungen,
Vorbelastung
durch
Gewerbeflächen
Brutplatz außerhalb relev.
Wirkräume, nicht von Zerstö-
rung betroffen,
Einzeltiere nicht
für Population erheblich, keine
Störung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG, keine Verschlechte-
rungen gegenüber Vorbelastung –
keine Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Blässhuhn
(
Fulica atra
)
-
§
Abs. 1
VSR
- Gewässer aller Art, oft bis in Siedlungen,
Standvogel
- nicht
lärmempfindlich
[GARNIEL
2010],
Fluchtdistanz ca. 10 m
-
Erhaltungszustand unzureichend
Brutnachweis am
Nachklärbecken
2016 [Ornitho.de],
Vorhabensfläche
ungeeignet
Art ohne
Gefährdungsgrad
aber
Erhaltungszustand
unzureichend
Art nicht empfind-
lich auf relevante
Wirkungen,
Vorbelastung
durch
Gewerbeflächen
Brutplatz außerhalb relev.
Wirkräume, nicht von Zerstö-
rung betroffen,
Einzeltiere nicht
für Population erheblich, keine
Störung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG, keine Verschlechte-
rungen gegenüber Vorbelastung –
keine Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Teichralle
(
Gallinula
chloropus
)
V
§§
Abs. 1
VSR
- stark eutrophe flache Gewässer mit dichtem
Röhricht
am
Ufer
und
größeren
Schwimmblattgesellschaften, Teilzieher
- nicht
lärmempfindlich
[GARNIEL
2010],
Fluchtdistanz ca. 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung
am Nachklärbecken
am Gewerbegebiet
[Ornitho.de 2018],
Vorhabensfläche ist
nur bedingt
geeigneter Land-
habitat
Art mit
Gefährdungsgrad
aber
Erhaltungszustand
günstig
Art nicht empfind-
lich auf relevante
Wirkungen,
Vorbelastung
durch
Gewerbeflächen
Brutplatz außerhalb relev.
Wirkräume, nicht von Zerstö-
rung betroffen,
Einzeltiere nicht
für Population erheblich, keine
Störung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG, keine Verschlechte-
rungen gegenüber Vorbelastung –
keine Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 39
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Störung/Schädigung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Eichelhäher
(
Garrulus
glandarius
)
-
§
Abs. 1
VSR
- Brut in Laubmischwäldern und Gärten in
Altbäumen, 3 – 15 BP/10 ha, Jagd um das
Brutgebiet, kein Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL
2010], Fluchtdistanz um 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobach-
tung, in
Gehölzflächen an
der A 4 in > 700 m
[Ornitho.de 2018],
Brut nicht in
Vorhabensflächen,
diese jedoch mgl.
Nahrungshabitat
Art ohne
Gefährdungsgrad
und günstiger
Erhaltungszu-
stand
schwach empfind-
lich auf relevante
Wirkungen,
Vorbelastung durch
Gewerbefläche
nächster Brutplatz außerhalb
relev. Wirkräume, nicht von
Zerstörung betroffen
, Einzel-
tiere nicht für Population erheb-
lich, d.h. keine Störung nach § 44
Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG, keine
Verschlechterungen gegenüber
Vorbelastung –
keine Störung/
Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Rauch-
schwalbe
(
Hirundo
rustica
)
3
§
Abs. 1
VSR
- Brut in dörflichen Ortslagen, Zugvogel
- nicht
lärmempfindlich
[GARNIEL
2010],
Fluchtdistanz ca. < 10 m
-
Erhaltungszustand unzureichend
Bruten in Gehöften
und Ställen im
Umfeld, Nah-
rungssuche am
Klärbecken (eigene
Beobachtung)
Art mit
Gefährdungsgrad,
Erhaltungszustand
unzureichend
nicht empfindlich
auf relev. Wirkun-
gen und Vorbela-
tung durch
Gewerbeflächen
Brutplatz abseits relev. Wirk-
räume -
nicht zerstört, Einzeltiere
nicht für Population erheblich,
keine Störung nach § 44 Abs. 1 Nr.
2 BNatSchG, keine Verschlechte-
rungen zur Vorbelastung –
keine
Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Neuntöter
(
Lanius
collurio
)
-
§
Art. 1
VSR
Anh. 1
VSR
- offenes Gelände mit niedrigem oder kargem Be-
wuchs (Staudenfluren, Wiesen, Trockenrasen)
im Wechsel mit versprengten Hecken oder Ge-
hölzen, Gehölzränder, Aktionsraum 1 - 4 ha, 0,4
- 7 BP/km²; Zugvogel
- Lokale Population: Gemeindegebiet
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL
2010], Fluchtdistanz um >10 - 30 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis
am Nachklär-
becken [Ornitho.de
2018], dazu aktuel-
ler Nachweis im
August in Vorha-
bensflächen, diese
für Brut und als
Nahrungshabitat
gut geeignet
ohne
Gefährdungsgrad
und im günstigen
Erhaltungs-
zustand
schwach empfind-
lich auf relevante
Wirkungen,
Vorbelastung durch
Gewerbeflächen
Brutplatz in Vorhabensfläche,
Zerstörung mgl., Einzeltiere nicht
für Population erheblich, keine
Störung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG, keine Verschlech-
terungen aufgrund Vorbelastungen
keine Störung
W
eitere Artenschutzprüfung notwendig

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 40
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Störung/Schädigung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Raubwürger
(
Lanius
excubitor
)
2
§§
Abs. 1
VSR
- lockerer Baum- und Buschbestand mit sehr guter
Rundumsicht, niedriger Bodenbewuchs und oft
dicht stehende Baumgruppen im Nestbereich,
Zugvogel
- lokale Population: Einzelvorkommen
- schwach lärmempfindlich bis 300 m [GARNIEL
2010], Fluchtdistanz 50-150 m
-
Erhaltungszustand unzureichend
Wintergast an der
A4 in 700 m
Entfernung
[Ornitho.de 2018],
Vorhabensflächen
als
Nahrungshabitat
gut geeignet
Art mit
Gefährdungsgrad
und
unzureichendem
Erhaltungszustand
schwach empfind-
lich auf relevante
Wirkungen,
Vorbelastung durch
Gewerbeflächen
Wintergast ohne Rastplatzbin-
dung- Einzeltiere nicht für Popu-
lation erheblich, d.h. keine Störung
nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG,
keine Verschlechterung durch
Vorbelastung –
keine
Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Rotmilan
(
Milvus
milvus
)
-
§§
Art. 1
VSR
Anh. 1
VSR
- Brut in Gehölzen, Wäldern - gewässernah, 1,9
BP/10 km², Jagd um das Brutgebiet großflächig,
Zugvogel
- nicht
lärmempfindlich
[GARNIEL
2010],
Fluchtdistanz Bewegungen bis ca. 300 m am
Brutplatz
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung
bei Nahrungssuche
auf umlieg. Äckern
und über Gewerbe-
gebiet [Ornitho.de
2018], Brut in um-
liegenden Wäldern
wahrscheinlich in
>300 m, Vorhabens-
fläche ist bedingt
geeignetes Nah-
rungshabitat
ohne
Gefährdungsgrad
und im günstigen
Erhaltungs-
zustand
nicht empfindlich
auf relevante Wir-
kungen, Vorbelas-
tung durch
Gewerbegebiet
nächster Brutplatz deutlich
außerhalb relev. Wirkräume,
nicht betroffen
, Einzeltiere nicht
für Population erheblich, d.h. keine
Störung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG, keine Verschlechte-
rung gegenüber Vorbelastung –
keine Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Bachstelze
(
Motacilla
alba
)
-
§
Abs. 1
VSR
- Brut auf Feldern, im Offenland, an Fels - auch an
Gebäude in Höhlen und Halbhöhlen, 1,0 - 1,3
(bis 13) BP/km², Jagd um das Brutgebiet, Zug-
vogel
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL
2010], Fluchtdistanz < 5 - 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung
bei Nahrungssuche
an Tankstelle im Ge-
werbegebiet
[Ornitho.de 2018],
Brut in Vorhabens-
fläche unwahr-
scheinlich (keine
Bruthöhlen), gutes
Nahrungshabitat
ohne
Gefährdungsgrad
und günstiger
Erhaltungszu-
stand
schwach empfind-
lich auf relev. Wir-
kungen,
Vorbelastung durch
Gewerbeflächen
Brutplatz abseits relev. Wirk-
räume -
nicht zerstört, Einzeltiere
nicht für Population erheblich,
keine Störung nach § 44 Abs. 1 Nr.
2 BNatSchG, keine Verschlech-
terungen gegenüber Vorbelastung
keine Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 41
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Störung/Schädigung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Kohlmeise
(
Parus
major
)
-
§
Art. 1
VSR
- Laub- und Mischwälder mit genügendem Ange-
bot an Nisthöhlen, Parks, Gärten, kein Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL
2010], Fluchtdistanz < 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Bruten im
gesamten
Gewerbegebiet
mgl. ,
Vorhabensfläche
für Brut
ungeeignet – eher
Nahrungshabitat
Art ohne
Gefährdungsgrad
und günstiger
Erhaltungszu-
stand
schwach empfind-
lich auf relevante
Wirkungen,
Vorbelastung durch
Gewerbeflächen
nächster Brutplatz in relevanten
Wirkräumen mgl., keine Zerstö-
rung,
Störungen von Einzeltieren
nicht für Population erheblich, damit
keine Störung nach § 44 Abs. 1 Nr.
2 BNatSchG, keine Verschlech-
terungen gegenüber Vorbelastung –
keine Störung/Schädigung.
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Feldsperling
(
Passer
montanus
)
-
§
Abs. 1
VSR
- Waldränder, Hecken, Alleen und der äußerste
Randbereich von Siedlungen
- kein Zugvogel
- nicht lärmempfindlich, Fluchtdistanz < 5 m
-
Erhaltungszustand günstig
Nahrungsgast in
den
Vorhabensflächen
(eigene
Beobachtung),
keine Brutplätze
Art ohne
Gefährdungsgrad
und günstiger
Erhaltungszu-
stand
nicht empfindlich
auf relevante Wir-
kungen, Vorbelas-
tung durch
Gewerbeflächen
kein Brutplatz in relev. Wirk-
räumen,
Störungen von Einzel-
tieren nicht für Population erheblich,
damit keine Störung nach § 44 Abs.
1 Nr. 2 BNatSchG, keine Ver-
schlechterungen zur Vorbelastung
keine Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Hausrot-
schwanz
(
Phoenicurus
ochruros
)
-
§
Abs. 1
VSR
- früher Felsbewohner, heute inner- und außerhalb
menschlicher Siedlungen, Kiesgruben, Weinber-
ge und praktisch alle Wohn-, Gewerbe-, Indus-
trieanlagen, Kulturfolger, Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL
2010], Fluchtdistanz <10-15 m
-
Erhaltungszustand günstig
mehrfach Brutzeit-
beobachtung bei
Nahrungssuche im
Gewerbegebiet
[Ornitho.de 2018],
Brut in Gewerbeflä-
chen wahrscheinlich
- nicht in Vorha-
bensfläche (keine
Höhlenpotenziale),
diese geeigneter
Nahrungshabitat
Art ohne
Gefährdungsgrad
und günstiger
Erhaltungszu-
stand
schwach
empfindlich auf
relevante Wir-
kungen, Vorbelas-
tung durch
Gewerbeflächen
kein Brutplatz in relev. Wirk-
räumen
, Störungen einzelner
Tiere nicht für Population
erheblich, damit keine Störung
nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG,
keine Verschlechterungen
gegenüber Vorbelastung –keine
Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 42
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Störung/Schädigung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Garten-
rotschwanz
(
Phoeni-
curus
phoenicurus
)
3
§
Art. 1
VSR
- vertikal stark gegliederte höhlenreiche Altbaum-
bestände, mit z.T. vegetationsfreiem Boden,
Trockenmauern, Blockhalden und Fels, Gärten,
Parks, Friedhöfe, Weinberghänge, Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL
2010], Fluchtdistanz <10-20 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung
westlich vom Ge-
werbegebiet in
> 900 m [Ornitho.de
2018], Brut in Ge-
werbeflächen un-
wahrscheinlich auch
nicht in Vorhabens-
fläche (keine
Höhlenpotenziale),
diese ist geeignetes
Nahrungshabitat
Art mit
Gefährdungsgrad
aber günstiger
Erhaltungszu-
stand
schwach empfind-
lich auf relevante
Wirkungen
,
Vorbelastung
durch
Gewerbeflächen
nächster Brutplatz deutlich
außerhalb relev. Wirkräume,
nicht von Zerstörung betroffen
,
Ein-zeltiere nicht für Population
erheb-lich - keine Störung nach
§ 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG,
keine Ver-schlechterungen zur
Vorbelastung –
keine
Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Elster
(
Pica pica
)
-
§
Abs. 1
VSR
- früher in gut strukturierter, z.T. offener Land-
schaft mit Wiesen, Hecken, Büschen, Baum-
gruppen, auch Waldränder, in Gewässernähe und
in Sümpfen mit Röhricht, Weidengebüschen und
Gestrüpp, heute 50 % am Rand bebauter Be-
reiche – Einfamilienhaussiedlungen mit kurzen
Rasenflächen, Parks, Alleen, Friedhöfe, große
Hausgärten, kein Zugvogel
- nicht
lärmempfindlich
[GARNIEL
2010],
Fluchtdistanz < 20 - 50 m
-
Erhaltungszustand
ohne
Einstufung
(Allerweltsart)
mehrere Brutzeit-
nachweise und Win-
tergäste im Gewer-
begebiet [Ornitho.de
2018], keine Bruten
in Vorhabensflä-
chen, diese außer-
halb in Gehölzen (<
300 m), Vorhabens-
fläche ist
Nahrungshabitat
Allerweltsart ohne
Gefährdungsgrad
nicht empfindlich
auf relevante Wir-
kungen, Vorbelas-
tung durch
Gewerbeflächen
nächster Brutplatz außerhalb
relev. Wirkräume, keine Zer-
störung, Störungen einzelner
Tiere nicht für Population er-
heblich
, damit keine Störung nach
§ 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG,
keine Verschlechterungen
gegenüber Vorbelastung – keine
Störung/ Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 43
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Störung/Schädigung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Girlitz
(
Serinus
serinus
)
-
§
Art. 1
VSR
- Ortslagen mit lockerem Baumbestand, Gebüsch-
gruppen, Freiflächen mit samentragenden Stau-
den, Streuobstwiesen, Parks, Feldgehölze, Wald-
ränder
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL
2010], Fluchtdistanz > 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung
an der B 169 in ca.
400 m Entfernung
vom Vorhaben
[Ornitho.de 2018],
Vorhabensfläche ge-
eignetes Nahrungs-
habitat, kein Brut-
platz - Bäume zu
klein
Art ohne
Gefährdungsgrad
und günstiger
Erhaltungszu-
stand
schwach empfind-
lich auf relevante
Wirkungen, Vor-
belastung durch
Gewerbeflächen
nächster Brutplatz außerhalb
relev. Wirkräume, keine Zer-
störung,
Störung von Einzeltieren
nicht für Population erheblich -
keine Störung nach § 44 Abs. 1 Nr.
2 BNatSchG,
keine Verschlech-
terung zur Vorbelastung – keine
Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung
Star
(
Sturnus
vulgaris
)
-
§
Abs. 1
VSR
- höchste Dichten in Bereichen mit höhlenreichen
Baumgruppen und benachbartem Grünland, auch
in Siedlungen, Teilzieher
- schwach lärmempfindlich
bis ca.
100
m
[GARNIEL 2010], Fluchtdistanz ca. 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitbeobachtung
an A 4 in ca. 700 m
Entfernung vom
Vorhaben
[Ornitho.de 2018],
Vorhabensfläche als
Nahrungshabitat ge-
eignet, nicht als
Brutplatz (keine
Höhlen)
Art ohne
Gefährdungsgrad
und günstiger
Erhaltungszu-
stand
schwach empfind-
lich auf relev. Wir-
kungen
,
Vorbelastung
durch
Gewerbefläche
Brutplatz außerhalb relev.
Wirkräume - keine Zerstörung,
Störungen einzelner BP nicht für
Population erheblich
- keine
Störung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG,
keine Verschlech-
terungen der Vorbelastung –
keine Störung/Schädigung
Ausschluss aus der weiteren Artenschutzprüfung

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 44
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungs-
grad nach
[RLS]
Schutz-
grad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Entfernung zum
Vorhaben,
Habitatkomplexe
Ausschlussgründe
keine Gefährdung
keine
Empfindlichkeit
Ist eine Störung/Schädigung
durch Wirkungen zu
erwarten?
Amsel
(
Turdus
merula
)
-
§
Abs. 1
VSR
- Brut in offenen Wäldern, Gärten, Parks 0,3 - 4,5
BP/ 10 ha, Jagd um Brutgebiet, kein Zugvogel
- schwach
lärmempfindlich
bis
100
m
[GARNIEL 2010], Fluchtdistanz 5 - 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis im
Quadranten und
Wintergäste
[Ornitho.de 2018],
einzelne Bruten in
Vorhabensflächen
sehr wahrscheinlich,
mehrere Bruten
randlich außerhalb
in Gehölzen, in Ge-
werbegebietsflächen
und am Klärbecken,
Vorhabensfläche
v.a. Nahrungshabitat
Art ohne
Gefährdungsgrad
und günstiger
Erhaltungszu-
stand
schwach empfind-
lich auf relevante
Wirkungen; Vor-
belastung durch
Gewerbeflächen
Brutplatz in relevanten Wirk-
räumen, Zerstörung mgl.,
Störun-
gen einzelner BP nicht für Po-
pulation erheblich
- keine Stö-
rung nach § 44 Abs. 1 Nr. 2
BNatSchG,
keine Verschlech-
terungen gegenüber Vorbelas-
tung – keine Störung aber
Schädigung mgl.
weitere Artenschutzprüfung notwendig
Amphibien
Kamm-
molch
(
Triturus
cristatus
)
3
§§
FFH II
und IV
- Laichgewässer - kleinere, vegetationsreiche
Weiher, Tümpel und Teiche sowie in deren
Umfeld befindliche Wälder, Sümpfe, Moore,
Gewässer sollten fischfrei sein - nicht lärm-
empfindlich, Fluchtdistanz unrelevant, kolli-
sionsgefährdet
-
Erhaltungszustand unzureichend
Nachweise im an-
grenzenden Strie-
gistal [MaP 2008],
Landhabitate im
Hangwald des
Striegistales, Laich-
nachweis imTeich
östlich des Gewer-
begebietes in ca.
200 m Entfernung,
Klärbecken bedingt
geeignet
(Karpfenbesatz)
Art mit
Gefährdungsgrad,
Erhaltungszustand
unzureichend
empfindlich auf
relevante Wirk-
ungen, insbesondere
Kollisionsgefahr
hoch, Vorbelastung
durch
Gewerbeflächen
nächstes Habitat in relev.
Wirkräumen, ca. 10 % Zerstörung,
keine Verschlechterungen von
Störungen gegenüber Vorbelas-
tung – keine Störung aber
Schädigung mgl.
weitere Artenschutzprüfung notwendig

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 45
Zeichenerklärung:
Gefährdungsgrad nach [RLS]:
2
stark gefährdete Arten
3
gefährdete Arten
V
Arten der Vorwarnliste
Schutzstatus:
§ besonders geschützte Arten
§§ streng geschützte Arten
Abkürzungen:
BP
Brutpaar
FFH II+IV
Arten der FFH-Richtlinie (Anhänge II + IV)
VSR Arten der Vogelschutz-Richtlinie

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 46
Der vorzeitige Ausschluss der trassenfern brütenden Arten erfolgt nicht zuletzt aufgrund der Vor-
belastungen der Nachweisstandorte durch das vorhandene Gewerbegebiet, da sich für diese Arten der
Abstand zur Gewerbegebietsgrenze im gesamten Flächentauschabschnitt nicht wesentlich ändern wird
(Verschiebung um max. 20 m, dazu Entlastung der Wirkungen in Richtung Striegistal durch den
Flächentausch und die neue Brachfläche im Nordosten - keine wesentliche Verstärkung bereits
bestehender Vorbelastungen).
Für die verbleibenden 4 Arten aus Tabelle 5.5-1
Goldammer, Neuntöter, Amsel
und
Kammmolch
sind entsprechende Vermeidungs- oder CEF-Maßnahmen vorzusehen, um den Eintritt arten-
schutzrechtlicher Verbotstatbestände gemäß § 44 BNatschG zu vermeiden..
5.6
Wirkungsprognose für die verbliebenen, artenschutzrechtlich zu
prüfende Arten
Nach Ausschluss des überwiegenden Teils der im Untersuchungsgebiet vorkommenden oder potenziell
zu erwartenden geschützten Arten aufgrund der Kriterien keine Gefährdung, keine Empfindlichkeit und
keine Wirkungen verbleiben die in der Tabelle 5.6-1 zusammengestellten Arten übrig, für die
Vermeidungs- oder CEF-Maßnahmen vorzusehen sind.
Tab. 5.6-1: Übersicht der wirkungsbezogen artenschutzrechtlich zu prüfende Arten
Art
Gefährdungsgrad nach [RLS]/Schutzstatus
Goldammer (
Emberiza citrinella
)
-/§
Neuntöter (
Lanius collurio
)
-/§
Amsel (
Turdus merula
)
-/§
Kammmolch (
Triturus cristatus
)
3/§§
Zeichenerklärung:
Gefährdungsgrad nach [RLS]:
3
gefährdete Arten
Schutzstatus:
§ besonders geschützte Arten
§§ streng geschützte Arten
Unter Berücksichtigung der relevanten vorhabensbedingten Wirkungen, der jeweiligen Wirkräume, der
Vorkommen der betreffenden Arten und ihren Empfindlichkeiten erfolgt in der folgenden Tabelle 5.6-1
eine Bewertung möglicher Betroffenheiten durch die vorhabensbedingten Wirkungen.

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 47
Tab. 5.6-1: Prognose der Betroffenheiten der artenschutzrechtlich weiter zu prüfenden Arten ohne Berücksichtigung von speziellen Vermeidungs-/Mini-
mierungsmaßnahmen aus Artenschutzsicht
baubedingte Wirkungen:
Wl: Verlust von Fortpflanzungs- und Ruhestätten durch baubedingte
Flächeninanspruchnahme
W2: Veränderung der Standortfaktoren im Umfeld des baubedingten
Flächenbedarfs durch den baubedingten Flächenbedarf
W3: Lärmemissionen durch Arbeiten und den Betrieb der Baumaschinen
W4: Visuelle Störungen durch unregelmäßigen Lichteinfall
(Lichtimmissionen)
W5: Luftschadstoffemissionen durch den Betrieb der Baumaschinen
W6: Verunreinigungen des Wassers und des Bodens durch den Baubetrieb
W7: Barrierewirkungen durch Baustraßen/Baustellen
W8: Störungen durch Bewegungen aus dem Baubetrieb
anlagebedingte Wirkungen:
W9: dauerhafte Verluste von Fortpflanzungs- und Ruhestätten
durch Überbauung
Wl0: dauerhafte Barrierewirkungen durch die Industrie- und
Gewerbeflächen
betriebsbedingte Wirkungen:
W11: betriebsbedingte Luftschadstoffemissionen
W12: betriebsbedingte Lärmemissionen
W13: betriebsbedingte Lichtemissionen
W14: betriebsbedingte Barrierewirkungen/Kollision
W15: Bewegungen im Gewerbegebiet
Art
Gefähr-
dungsgrad
nach [RLS]
Schutzgrad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Vorkommen/ Habitate in
Biotopkomplexen und
Entfernung zum
Vorhaben
Störungen / Schädigungen nach § 44 Absatz 1
BNatSchG
Vermeidungs-
und CEF-
Maßnahmen
erforderlich
Ziffer 1
(verletzen /
töten)
Ziffer 2
(in besonderen
Zeiten erheb-
lich stören)
Ziffer 3
(Fortpflanzungs-
/Ruhestätten
zerstören)
Goldammer
(
Emberiza
citrinella
)
-
§
Art. 1 VSR
- offene Kulturlandschaft mit Feldgehölzen, Hecken und
Büschen, Teilzieher
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz bis ca. 5 - 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
eigene Beobachtung im
August am Klärbecken,
Brut in Vorhabensfläche
mgl.
ja
(W1)
ja
(W1)
ja
(W1, W9)
ja
Neuntöter
(
Lanius
collurio
)
-
§
Art. 1 VSR
Anh. 1 VSR
- offenes Gelände mit niedrigem oder kargem Bewuchs
(Staudenfluren, Wiesen, Trockenrasen) im Wechsel mit
versprengten Hecken oder Gehölzen, Gehölzränder,
Aktionsraum 1 - 4 ha, 0,4 - 7 BP/km²; Zugvogel
- Lokale Population: Gemeindegebiet
- schwach lärmempfindlich bis 200 m [GARNIEL 2010],
Fluchtdistanz um >10 - 30 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis am
Nachklärbecken
[Ornitho.de 2018], dazu
aktueller Nachweis im
August in Vorhabens-
flächen, diese für Brut und
als Nahrungshabitat gut
geeignet
ja
(W1)
ja
(W1)
ja
(W1, W9)
ja

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 48
Fortsetzung der Tabelle von vorheriger Seite:
Art
Gefähr-
dungsgrad
nach [RLS]
Schutzgrad
Habitatansprüche / besonderes Verhalten
Vorkommen/ Habitate in
Biotopkomplexen und
Entfernung zum
Vorhaben
Störungen / Schädigungen nach § 44 Abs. 1
BNatSchG
Vermeidungs-
und CEF-
Maßnahmen
erforderlich
Ziffer 1
(verletzen /
töten)
Ziffer 2
(in besonderen
Zeiten
erheblich
stören)
Ziffer 3
(Fortpflanzungs-
/Ruhestätten
zerstören)
Amsel
(
Turdus
merula
)
-
§
Abs. 1 VSR
- Brut in offenen Wäldern, Gärten, Parks 0,3 - 4,5 BP/
10 ha, Jagd um Brutgebiet, kein Zugvogel
- schwach lärmempfindlich bis 100 m [GARNIEL
2010]), Fluchtdistanz 5 - 10 m
-
Erhaltungszustand günstig
Brutzeitnachweis im
Quadranten und Wintergäste
[Ornitho.de 2018], einzelne
Bruten in Vorhabensflächen
sehr wahrscheinlich, mehrere
Bruten randlich außerhalb in
Gehölzen, in Gewerbege-
bietsflächen und am Klär-
becken, Vorhabensfläche v.a.
Nahrungshabitat
ja
(W1)
ja
(W1)
ja
(W1, W9)
ja
Kammmolch
(
Triturus
cristatus
)
3
§§
FFH II und
IV
- Laichgewässer - kleinere, vegetationsreiche Weiher,
Tümpel und Teiche sowie in deren Umfeld befindliche
Wälder, Sümpfe, Moore, Gewässer sollten fischfrei
sein - nicht lärmempfindlich, Fluchtdistanz unrelevant,
kollisionsgefährdet
-
Erhaltungszustand unzureichend
Nachweise im angrenzenden
Striegistal [MaP 2008],
Landhabitate im Hangwald
des Striegistales, Laich-
nachweis imTeich östlich des
Gewerbegebietes in ca.
200 m Entfernung,
Klärbecken bedingt geeignet
(Karpfenbesatz)
ja
(W1)
ja
(W1)
ja
(W1, W9)
ja
Zeichenerklärung:
Gefährdungsgrad nach [RLS]:
3
gefährdete Arten
Schutzstatus:
§
besonders geschützte Arten
§§ streng geschützte Arten
Abkürzungen:
FFH II+IV Arten der FFH-Richtlinie (Anhang II + IV)
VSR
Arten der Vogelschutz-Richtlinie

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 49
Im Ergebnis der durchgeführten Wirkungsprognose ohne Berücksichtigung von V- und CEF-
Maßnahmen können Betroffenheiten artenschutzrechtlicher Verbotstatbestände für alle 4 verbliebenen
Arten nicht ausgeschlossen werden (siehe Tabelle 5.6-1), sodass für diese Arten Vermeidungs-
maßnahmen zu konzipieren sind.

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 50
6
Artenschutzmaßnahmen
Im Ergebnis der durchgeführten Artenschutzprüfungen wurde für die Arten Goldammer, Neuntöter,
Amsel und Kammmolch festgestellt, dass artenschutzrechtliche Verbote des § 44 Absatz 1 BNatSchG
(Tötungen, Verlust von Fortpflanzungs- und Ruhestätten) eintreten können. Dadurch sind
Vermeidungs- und CEF-Maßnahmen
notwendig. Diese Maßnahmen sind vor dem Flächeneingriff zu
realisieren.
Die in Tabelle 6-1 benannten Vermeidungs- und CEF-Maßnahmen sind notwendig und genauer zu
konzipieren.
Tab 6-1:
Übersicht über die vorhabensbezogenen Maßnahmen zur Vermeidung/Minimierung von
Eingriffen und ihr Bezug zu den Schädigungs- und Störungstatbeständen des § 44
BNatSchG
Maß-
nahmen-
Nr.
Maßnahmenbezeichnung und Inhalt
Bezug zu
Verbotstatbeständen des
§ 44 Absatz 1 BNatSchG
Zielarten
1VKV
Zeitliche Beschränkung der
Baufeldberäumung
- Baufeldberäumung/Gehölzfällungen nur in der
Zeit vom 01. Oktober bis zum 28. Februar des
Folgejahres, wenn keine Brutvögel in den
Flächen vorhanden sind.
- Erdarbeiten auf den Gewerbeflächen ab Mai,
wenn die Kammmolche im Laichgewässer sind
- Tötungsverbot für be-
sonders geschützte
Arten
- Störungsverbot für
streng geschützte Arten
alle Vogelarten und der
Kammmolch
2VKV
Errichten eines temporären Amphibien-
schutzzaunes an der Gewerbegebietsgrenze ab
Mai, Unterhaltung während der gesamten
Bauzeit
- verhindern, dass Kammmolche (und ggf.
Zauneidechsen und andere Amphibien) die
freigeräumten Gewerbegebietsflächen
erreichen
- Tötungsverbot für be-
sonders geschützte
Arten
- Störungsverbot für
streng geschützte Arten
Kammmolch
3VKV
Umweltbaubegleitung (UBB)
- betreuen der Baustelle aus ökologischer Sicht,
Kontrolle der artenschutzrechtlichen Maßnah-
men auf artgerechte Durchführung, Abstim-
mungen und Maßnahmen mit neu gefundenen
Arten während des Baubetriebes
- Kontrolle des
Einhaltens der
Bestimmungen des
Artenschutzes
alle streng geschützten
Arten und europäische
Vogelarten
1 ACEF
Neuanlage einer Brache mit Eignung für die
Zielarten Goldammer, Neuntöter, Amsel und
Kammmolch
- Sicherung des Quartier- und Nistplatzange-
botes durch Anpflanzung bereits größerer
Dornensträucher und Gehölze, durch Stein-
und Holzhaufen (Wurzelstubben) sowie kleine
wechselfeuchte Senken
- Sukzession auf der Fläche ohne Ansaaten
(Brache)
- die notwendige Größe der Brache wird unter
dieser Tabelle berechnet.
- Zerstörungsverbot von
Lebensstätten
Goldammer, Neuntöter,
Amsel und Kammmolch
Art und Umfang der erforderlichen vorgezogenen Kompensationsmaßnahme 1 ACEF sind vorrangig
abhängig von der
Art und der Schwere des vorhabensbedingten Eingriffes
. Maßgeblich zu
berücksichtigen ist bei der Bemessung des Mindestkompensationsumfanges neben der Art der

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 51
Verluste/Funktionsbeeinträchtigungen auf der Vorhabensseite auch die Bedeutung der auf der
Eingriffsseite betroffenen Werte und Funktionen im Naturhaushalt. Die Berücksichtigung:
- der Art der Verluste/Funktionsbeeinträchtigungen auf der Vorhabensseite erfolgte durch
Intensitäts-
faktoren
, die anhand von Fachkonventionen oder einfachen Abschätzungen festgelegt wurden,
- der Bedeutung der auf der Eingriffsseite betroffenen Werte und Funktionen im Naturhaushalt und
für das Landschaftsbild erfolgte durch
Wertigkeitsfaktoren
.
Der für die Ermittlung des Mindestkompensationsumfanges verwendete
Kompensationsfaktor
ergibt
sich dann aus der
Multiplikation
des
Intensitätsfaktors
mit dem
Wertigkeitsfaktor
.
Bei der Ermittlung des erforderlichen Mindestkompensationsumfanges wurde wie im Folgenden
beschrieben verfahren:
Die Ermittlung des erforderlichen Mindestkompensationsumfanges für die Werte und Funktionen
der
Arten und Biotope
berücksichtigt grundsätzlich die sich aus dem Kernbereich der Eingriffs-
regelung ergebenden Erfordernisse.
Für die Ermittlung des erforderlichen Mindestkompensationsumfanges wird bei flächenhaften
Verlusten/Beeinträchtigungen durch den anlage- und baubedingten Flächenbedarf ein
Intensitäts-
faktor
von 1,0 angesetzt. Der Wertigkeitsfaktor wird unter Berücksichtigung der Wertigkeit der
betroffenen Flächen und deren Wiederherstellungszeitraum so angesetzt, dass eine funktionsgleiche
Kompensation für den betreffenden Biotoptyp gewährleistet werden kann. Dieser biotoptypbezogene
Wertigkeitsfaktor
definiert das Verhältnis zwischen dem Eingriffsumfang und der notwendigen
funktionsgleichen Kompensation für die jeweiligen Biotoptypen auf Flächen ohne eine
entsprechende Vorwertigkeit und wird der folgenden Tabelle 6-2 entnommen.
Tabelle 6-2:
Ableitung des Wertigkeitsfaktors für Verluste/Beeinträchtigungen von Biotoptypen
unter Berücksichtigung des funktionalen Wertes und der Wiederherstellungsdauer
Eigenschaften der betroffenen Biotoptypen
Wertigkeitsfaktor
funktionaler Wert
Wiederherstellungszeitraum
hoch
> 80 Jahre
5
31 - 80 Jahre
4
6 - 30 Jahre
3
0 - 5 Jahre
mittel
> 80 Jahre
31 - 80 Jahre
3
6 - 30 Jahre
2
0 - 5 Jahre
1
gering
> 80 Jahre
31 - 80 Jahre
6 - 30 Jahre
1
0 - 5 Jahre
0,5
Soweit durch die anlage- und baubedingten Verluste/Beeinträchtigungen der Biotopverbundfunk-
tionen einzelner Biotoptypen betroffen sind, wurde bei einem Intensitätsfaktor von 1,0 für Biotop-
typen:
- mit einer mittleren Bedeutung im Biotopverbund (regional) ein Wertigkeitsfaktor von 1,0,
- mit einer hohen Bedeutung im Biotopverbund (überregional) ein Wertigkeitsfaktor von 2,0
angesetzt. Für Biotoptypen mit einer geringen Bedeutung und ohne Bedeutung im Biotopverbund
wird davon ausgegangen, dass mit der Ermittlung des Mindestkompensationsumfanges auf der
Grundlage der Biotoptypen diese Bedeutung bereits mit eingeschlossen ist.

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 52
Tabelle 6-3:
Übersicht über die Ableitung des Mindestkompensationsumfanges für die anlage- und baubedingten Verluste/Funktionsbeeinträchtigungen durch das
Vorhaben
Standortfaktor
vorhabensbedingte Verluste/Beeinträchtigungen
Wertigkeitsfaktor für Verluste/Funktionsbeeinträchtigungen
von Werten und Funktionen
Mindest-
kompen-
Beschreibung
sationsumfang
Umfang
mit durch-
schnittlicher
Bedeutung
mit besonderer Bedeutung
Verluste
Beeinträch-
tigungen
Inten-
sitäts-
faktor
Art der besonderen
Funktionen
Wertigkeits-
faktor
Arten und
Biotope
anlage-/baubedingte Verluste von:
- Brache/Staudenflur trocken-frisch
(CIR 421)
ca. 1.000 m²
-
1,0
-
- Artenschutz, mittlere Bedeu-
tung, Wiederherstellungszeit-
raum 15 Jahre
2,0
ca. 2.000 m²
Funktionsbeeinträchtigungen von:
- Hapitatverbundfunktionen
-
-
-
-
-
-
-
Summe Arten und Biotope
ca. 1.000 m²
-
ca. 2.000 m²
Summe Habitatverbundfunktionen
-
-

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 53
Zusammengefasst ergibt sich aus den Ergebnissen der Tabelle 6-3 als Orientierungswert, dass für die
vollständige Kompensation
der vorhabensbedingten
Verluste/Beeinträchtigungen von Werten und
Funktionen der Arten und Biotope folgende Kompensationsmaßnahmen mindestens erforderlich
sind:
- Anlage von wertvollen Offenlandlebensräumen
ca.
2.000 m².
Darin enthalten sein sollte die Umpflanzung von mindestens 20 dornigen Großsträuchern aus den
Eingriffsflächen, die Pflanzung von 20 großen Heistern mit h = 175-200 cm, die Anlage von
mindestens 2 Steinhaufen (h 1 m, Fläche ca. 10 m²) und eine Ablagerung von großen Wurzelstubben
(ca. 20 Stück). Mit den vorliegenden Ergebnissen sind die erforderlichen Mindestumfänge und die
jeweiligen Maßnahmenarten definiert, die für eine vollständige Kompensation der vorhabensbedingten
Eingriffe in die Vorhabensfläche unter Berücksichtigung des Artenschutzes erforderlich sind.
Werden die vorgeschlagenen Vermeidungs- und CEF-Maßnahmen umgesetzt, wird davon ausgegangen,
dass keine artenschutzrechtliche Befreiung nach § 45 BNatSchG notwendig wird und die Verbotstat-
bestände des § 44 BNatSchG nicht eintreten werden.

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 54
7
Zusammenfassende Beurteilung
Der vorliegende Artenschutzfachbeitrag hat für alle 42 im Wirkraum des konkreten Bauvorhabens
"Änderung des Bebauungsplanes Nr. 2, Industrie- und Gewerbegebiet Crumbach-Nord (Teilgebiet A)"
benannten und gefundenen europarechtlich geschützten Arten den Eintritt der artenschutzrechtlichen
Verbotstatbestände des § 44 Absatz 1 BNatSchG geprüft.
In der artenschutzrechtlichen Prüfung wurden alle die Arten ausgeschlossen, für die aufgrund der
Kriterien
keine
Gefährdung,
keine
Empfindlichkeit
und
keine
Wirkungen
der
Eintritt
artenschutzrechtlicher Verbotstatbestände nach § 44 Absatz 1 sicher ausgeschlossen werden können. Im
vorliegenden Fall traf dies für 38 der insgesamt 42 vorkommenden geschützten Arten zu, sodass nur für
die 4 Arten Goldammer, Neuntöter, Amsel und Kammmolch Artenschutzmaßnahmen (Vermeidungs-
und CEF-Maßnahmen) notwendig werden.
Im Rahmen der Wirkungsprognose wurden insgesamt 15 Wirkungen als grundsätzlich relevant für das
vorliegende Vorhaben "Änderung des Bebauungsplanes Nr. 2, Industrie- und Gewerbegebietes Crum-
bach-Nord (Teilgebiet A)" identifiziert. Anhand einer Konkretisierung der mit dem Vorhaben verbun-
denen Wirkungen wurde geprüft, welche dieser Wirkungen für die vorliegende artenschutzrechtliche
Prüfung relevant sind. Dabei wurden im Rahmen der Wirkungsprognose die durch den Bau, die Anlage
und den Betrieb möglichen Wirkungen getrennt erläutert. Es wurde dargestellt, welche wahrschein-
lichen Wirkräume für die einzelnen relevanten Wirkungen zu berücksichtigen sind und welche der
möglichen Verbotstatbestände nach § 44 Absatz 1 BNatSchG durch diese Wirkungen ausgelöst werden
können.
Für alle 4 aufgrund möglicher vorhabensbedingter Betroffenheiten kritischen Arten (Goldammer,
Neuntöter, Amsel und Kammmolch) kann der Eintritt artenschutzrechtlicher Verbote gemäß § 44
BNatSchG durch die vorgesehenen Vermeidungsmaßnahmen und die CEF-Maßnahme vermieden
werden. FCS-Maßnahmen werden nicht erforderlich, da Störungs- und Schädigungstatbestände des § 44
Absatz 1 BNatSchG sicher ausgeschlossen werden können. Aufgrund des Ergebnisses der durch-
geführten artenschutzrechtlichen Prüfung sind auch keine Ausnahmen von den artenschutzrechtlichen
Verboten des § 44 Absatz 1 BNatSchG für die geschützten Arten erforderlich, sodass keine Prüfung der
Ausnahmevoraussetzungen erfolgte.
Die vorgesehenen Maßnahmen umfassen:
1VKV
Zeitliche Beschränkung der Baufeldberäumung
2VKV
Errichten eines temporären Amphibienschutzzaunes an der Gewerbegebietsgrenze ab Mai,
Unterhaltung während der gesamten Bauzeit
3VKV
Umweltbaubegleitung
1ACEF
Neuanlage einer Brache mit Eignung für die Zielarten Goldammer, Neuntöter, Amsel und
Kammmolch auf 2.000 m² bisheriger Gewerbegebietsfläche
Die Maßnahme 1ACEF ist vor dem Eingriff der neuen Gewerbefläche zu realisieren.
Die entsprechenden Populationen der 42 im Gebiet nördlich des Gewerbegebietes vorkommenden
europarechtlich geschützten Arten und insbesondere die Populationen der Arten Goldammer,
Neuntöter, Amsel und Kammmolch werden trotz der Realisierung des geplanten Vorhabens in einem
guten Erhaltungszustand verbleiben bzw. es werden Verschlechterungen des Erhaltungszustandes der
Populationen durch das Vorhaben "Änderung des Bebauungsplanes Nr. 2, Industrie- und
Gewerbegebiet Crumbach-Nord (Teilgebiet A)" ausgeschlossen.

Artenschutzfachbeitrag
"Flächentausch Gewerbegebiet Hainichen"
Seite 55
8
Literatur
[BAUCKLOH 2007]
BAUCKLOH, M.; KIEL, E.-F. und STEIN, W.: Berücksichtigung besonders und
streng geschützter Arten bei der Straßenplanung in Nordrhein-Westfalen - Eine
Arbeitshilfe des Landesbetriebs Straßenbau NRW, Naturschutz und Land-
schaftsplanung 39, (1), 2007, S. 13 - 18
[BLISCHKE 2017]
LfULG: Streng geschützte Tier- und Pflanzenarten (außer Vögel), Version 2.0,
Stand 15.05.2017 & In Sachsen auftretende Vogelarten, Version 2.0 Stand
05.05.2017
[BROCKHAUS 2005] BROCKHAUS, T. & FISCHER, U.: Die Libellenfauna Sachsens, Verlag Natur &
Text, Rangsdorf 2005
[GARNIEL 2010]
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[HANDBUCH BBG
1999]
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Hrsg.:
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[HAUER 2009]
HAUER, S.; ANSORGE, H. und ZÖPHEL, U.: Atlas der Säugetiere Sachsens,
Hrsg.: Sächsisches Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
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[IBO 2018]
Ingenieurbüro Oeser (2018): Eigene Arterfassung im Vorhabensbereich der
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[LAMBRECHT 2007] LAMBRECHT, H. & TRAUTNER, J.: Fachinformationssystem und Fachkon-
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[LfULG 2018]
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[MaP 2008]
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Bestätigter Endbericht, Nov. 2008
[MultiBase 2018]
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[Ornitho.de 2018]
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[REINHARDT 2007]
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[RECK 1992]
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[RECK 2001]
RECK, H.: "Lärm und Landschaft", Angewandte Landschaftsökologie Heft 44,

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[RLBP 2011]
BUNDESMINISTERIUM FÜR VERKEHR, BAU UND STADTENTWICK-
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2011,
Abteilung
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Sachgebiet
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[RLS]
Rote Listen Sachsens, davon:
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Rote Liste Tagfalter Sachsens. - Naturschutz und Landschaftspflege 2007, Hrsg.:
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden, 2007
Rote Liste Libellen Sachsens. - Naturschutz und Landschaftspflege, Hrsg.:
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden 2006
Rote Liste Wirbeltiere Sachsens – Kurzfassung des LfULG Dezember 2015
[STEFFENS 2013]
STEFFENS, R., NACHTIGALL, W., RAU, S. TRAPP, H. und ULBRICHT J.:
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Hrsg.:
Sächsisches
Landesamt
für
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Landwirtschaft und Geologie, Dresden 2013
[ZÖPHEL 2002]
ZÖPHEL, U. & STEFFENS, R.: Atlas der Amphibien Sachsens. In: Sächs.
Landesamt für Umwelt und Geologie (Hrsg.) – Materialien zu Naturschutz und
Landschaftspflege. Dresden 2002