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Städtebauliche Prävention
- ein Impulsvortrag
Nachhaltige Stadtentwicklung und ein sicheres Lebensgefühl
als Fundament unserer Städte.

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Silvia Queck-Hänel
Fachbereichsleiterin Planen und Bauen
Stadtverwaltung Glauchau, Markt 1, 08371 Glauchau
TEL.: 03763/65 504 - E-Mail: s.queck-haenel@glauchau.de

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Inhalte
Was bedeutet „städtebauliche Prävention“?
Broken-Windows-Theorie
Sicherheitsgefühl, Soziale Kontrolle – Best Practice
Möglichkeiten der Stadtentwicklung: INSEK
weitere Städtebauliche Instrumente
Investition in den Städtebau lohnt sich: Film Wehrdigt –Glauchaus neue Unterstadt

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Die Gestaltung und Organisation des
baulichen und infrastrukturellen
Lebensumfeldes eines Menschen kann
erheblichen Einfluss auf sein subjektives
Sicherheitsempfinden und die tatsächliche
Kriminalitätslage vor Ort haben.
Fühlt sich ein Mensch sicher, hat dies immer
einen positiven Einfluss auf dessen
empfundene Lebensqualität.
Was bedeutet
“Städtebauliche Prävention”?

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u. a. aus § 1 Abs. 6 Nr. 1 BauGB
lässt sich eine gesetzlicher
Aufgabe für städtebauliche
Prävention ableiten;
es heißt dort:
"Bei der Aufstellung der
Bauleitpläne sind insbesondere
zu berücksichtigen:
1. die allgemeinen
Anforderungen an gesunde
Wohn- und Arbeitsverhältnisse
und die
Sicherheit
der Wohn-
und Arbeitsbevölkerung."

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Nach dem Leitbild der
präventiven Stadtgestaltung
sollen menschliches Verhalten im
Raum positiv beeinflusst und kritische Verhaltensweisen oder Ereignisse verhindert
werden. Unter der Bewohnerschaft von Wohnquartieren wird durch städtebauliche,
architektonische und freiraumarchitektonische Planungen, die Sichtachsen, Transparenz
und Blickbeziehungen im öffentlichen und halböffentlichen Raum einen hohen
Stellenwert einräumen, die
informelle (d.h. "natürliche") soziale Kontrolle
gefördert.
Weitere Ziele sind eine moderate Belebung des Wohnumfeldes, Vermeidung großflächiger
Monostrukturen der Zwischenstadt, eine kleinteilige Gliederung des Siedlungsraums und
eine hohe Aufenthaltsqualität durch ansprechende Gestaltungsmuster. Über begleitende
Partizipationsprozesse wird angestrebt, dass Bewohnerinnen und Bewohner sich in
nachbarschaftlichen Kontakten engagieren und mehr Verantwortung im öffentlichen und
halböffentlichen Raum übernehmen.
vgl. Anna Brassard, Integrating the Planning Process and Second-Generation CPTED
in: The CPTED-Journal, (2003) 2, S. 46 - 53.
https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/stadt-und-gesellschaft/75712/grundlagen?p=all#fr-footnodeid_9

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Das Modell der
situativen Prävention
ist in Deutschland im Gegensatz zu anderen
Nationen nicht eng geführt übernommen. Denn im Kontext der langen Tradition der
"Sozialpolitik" genießt die
soziale Prävention
in Deutschland einen hohen Stellenwert.
Der Schwerpunkt liegt hier traditionell auf der sozialen Prävention, die beispielsweise
dem kommunalen sowie wohnungswirtschaftlichen Belegungsmanagement und der
sozialpädagogischen Integration einen hohen Stellenwert einräumt.
Städtebauliche Gestaltung
Diese Ebene bezieht sich auf den gesamten Siedlungsraum. Nach dem
situativen Präventionsansatz kommt es hier darauf an, den städtischen
Raum so zu gestalten, dass Tatgelegenheiten minimiert und Angst
erzeugende Bereiche planerisch ausgeschlossen werden.
https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/stadt-und-gesellschaft/75712/grundlagen?p=all#fr-footnodeid_9

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Broken-Windows-Theorie
Macht ein Stadtviertel einen
verkommenen Eindruck –
zum Beispiel durch kaputte
Scheiben (= Broken
Windows) an verwahrlosten
Gebäuden, so signalisiere
das, dass es kein Interesse
an öffentlicher Ordnung oder
an den Gesetzen gebe.
Damit sei die Grundlage für
Kriminalität gegeben, so die
Theorie.
Die US-amerikanischen Sozialforscher
James Q. Wilson und George L. Kelling
illustrierten diese Theorie mit der Aussage,
dass eine zerbrochene Fensterscheibe
schnell repariert werden müsse, damit
weitereZerstörungenimStadtteilunddamit
vermehrte Delinquenz verhindert werden
kann.

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Zeichen mangelnder sozialer Kontrolle, wie verfallende Gebäude, verlassene Grundstücke,
beschmierte Wände, herumliegender Müll, zerbrochene Straßenlaternen, herumstehende
Autowracks(zusammengefasstalsphysicaldisorder)sowieherumlungerndeGruppen,Obdachlose,
aggressive Bettelei, eine öffentliche Drogenszene (zusammengefasst als social disorder), locken
Straftäter an, was wiederum die Kriminalitätsfurcht der Bürger verstärkt. Dem sei durch eine
ErhöhungderEntdeckungswahrscheinlichkeitentgegenzuwirkenunddurchdieWiederherstellungder
sozialenKontrolle,wodurchdiekriminellenVerhaltensweisennichtlängeralsprofitabelerscheinen.
Social disorder
begünstigt
Physical disorder

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Sicherheitsgefühle werden auf
den Ebenen vermittelt durch:
a.
Bekanntheit und Kontakte der Nutzer im
Raum;
b.
koordiniertes Handeln korporativer Akteure;
c.
ZeitnaheIntervention bei
Regelverletzungen;
d.
Wert symbolisierendes Material und Image
fördernde Gestaltung;
e.
verträgliche Mengen / Frequenzen
durchlaufender Nutzungen;
f.
Gewährleistung von Ordnung und
Sauberkeit; und
g.
Signale der Identifikation und
Verantwortlichkeit.

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Soziale Kontrolle in der städtischen
Umwelt wird durch folgende Faktoren
begünstigt:
a.
Induzierungvon Belebtheit
b.
Ausgestaltungvon SichtachsenzurSicherung
von Blickbeziehungen
c.
Transparenz/Übersichtlichkeit der Nahräume
d.
hinreichendeOrientierung im Siedlungsraum
e.
Zonierung und Grenzlinien zur Markierung
sozialer Ansprüche im Raum
f.
Gelegenheiten zur personalisierten
Verantwortung für Territorien bzw. Teilräume im
Wohnumfeld und
g.
gute Belichtung des öffentlichen Raums zu
Tages- und Nachtzeiten.

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Best Practice – Öffnung der Fußgänger Zone “Leipziger Straße”,
neueWegeverbindungGewerbepotentialfläche und Parkplatz
Innerstädtische Entwicklungen sollen
positive Impulse für die Leipziger
Straße, insbesondere der
Fußgängerzone auslösen.
Schaffung einer attraktiven fußläufigen
Wegeverbindung zwischen Leipziger
Straße und Straße Hoffnung
Funktionale und sichtbare
Anbindung
an die Leipziger Straße

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Best Practice – Öffnung der Fußgänger Zone “Leipziger Straße”,
neueWegeverbindungGewerbepotentialfläche und Parkplatz
Bei den Planungen und der Gestaltung des
neuen „Durchgangs“ / der Wegeverbindung
sollten folgende Aspekte berücksichtigt
werden, um Vandalismus und anderes
unangebrachtes Verhalten vorzubeugen:
-
Hochwertige Gestaltung durch
architektonische Elemente, die
Sichtbeziehungen herstellen, für
Öffnung des geringen Raumes sorgen
-
Herstellung von attraktiver
Aufenthaltsqualität
-
Einbindung der Nachbarn für
Schaffung von Identifikation mit
öffentlichen Raum
-
gute Beleuchtung, ggf. in der
Nachtzeit verschließen
-
Beteiligung anderer z. B. durch
„Nachbarschaftsgarten“ oder
Errichtung gewerbliche Boxen

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Best Practice – Öffnung der Fußgänger Zone “Leipziger Straße”,
neueWegeverbindungGewerbepotentialfläche und Parkplatz
Variante: offene Gestaltung

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Best Practice – Öffnung der Fußgänger Zone “Leipziger Straße”,
neueWegeverbindungGewerbepotentialfläche und Parkplatz
Variante: offene Gestaltung mit Aufstockung

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Best Practice – Öffnung der Fußgänger Zone “Leipziger Straße”,
neueWegeverbindungGewerbepotentialfläche und Parkplatz
Variante: überbauter Durchgang

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Best Practice – Öffnung der Fußgänger Zone “Leipziger Straße”,
neueWegeverbindungGewerbepotentialfläche und Parkplatz
Grün- sowie
Wegegestaltung

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Best Practice – Öffnung der Fußgänger Zone “Leipziger Straße”,
neueWegeverbindungGewerbepotentialfläche und Parkplatz
Gestaltung Gewerbegasse

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Integrierte
Stadtentwicklungskonzepte
(INSEK)
Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept
(INSEK) betrachtet die Ebene der
Gesamtgemeinde unter besonderer
Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse
sowie der regionalen Rahmenbedingungen.

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Bei der Erarbeitung eines INSEK kommt es
insbesondereaufdieenthaltenenFachteilean.Diese
werden fachübergreifend vernetzt und abgestimmt
erarbeitet. Dabeibeinhaltetein INSEKkonsensfähige
LösungenoderakzeptableKompromisse.DerINSEK-
Prozess soll bei bestehenden Zielkonflikten zu einem
gerechten Interessenausgleich führen. Dazu ist es
erforderlich die unterschiedlichsten Akteure sowie
BürgerinnenundBürgereinzubinden.DenneinINSEK
soll für alle in einer Stadtgesellschaft aktiv und passiv
Agierenden als Handlungsgrundlagedienen.

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…weitere städtebauliche Instrumente

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Bürgerbeteiligung
nachhaltiges Bauen auf Brachflächen
Innovative Bauleitplanung

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Bauliche
Gestaltungsmög-
lichkeitendes
öffentlichen
Raums

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Wehrdigt 2019 -
Glauchausneue
Unterstadt
https://youtu.be/u4JZ895cxlg

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Wehrdigt 2019 -
Glauchausneue
Unterstadt
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Silvia Queck-Hänel
Fachbereichsleiterin Planen und Bauen
Stadtverwaltung Glauchau, Markt 1, 08371 Glauchau
TEL.: 03763/65 504 - E-Mail: s.queck-haenel@glauchau.de
Raum für Diskussion und Fragen