Leipzig, den…
Information über die
42. Sitzung der Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffen (FLK) für
den Flughafen Leipzig/Halle am 28.03.2012
Inhalt der Sitzung
Zu Beginn der Sitzung wurde die Tagesordnung der 42. Sitzung sowie das Protokoll der 41. Sit-
zung bestätigt.
Anschließend berichtete der Flughafen über die aktuelle Verkehrsentwicklung. Im Berichtszeitraum
von Januar bis Dezember 2011 stieg die Zahl der Flugbewegungen gegenüber dem Vorjahreszeit-
raum um 3,0 Prozent. Das Luftfrachtaufkommen stieg um 14,7 %, die Zahl der Fluggäste sank um
3,7 %.
Zwischen November 2011 und Februar 2012 gingen am Flughafen Leipzig/Halle 24.247 digital
generierte Beschwerden von 105 Beschwerdeführern sowie 71 schriftliche Beschwerden von ins-
gesamt 18 Beschwerdeführern ein. Inhaltliche Schwerpunkte waren die Lärmsituation, das passive
Schallschutzprogramm sowie Luftschadstoffe.
Die Auswertung der Messergebnisse der Fluglärmmessanlage im Zeitraum 11/2011 bis 02/2012
zeigte, dass die höchsten Spitzenpegel in Radefeld auftreten. Auf Grund mehrerer Bürgeranfragen
aus Rückmarsdorf/Sandberg legte die FLK diesen Bereich als weiteren Standort für eine mobile
Messstelle fest.
Der Flughafen berichtete über die Umsetzung der passiven Schallschutzmaßnahmen gemäß Plan-
feststellungsbeschluss. Von den bisher ca. 7.200 eingereichten Anträgen wurden 5.600 realisiert.
Anträge können noch bis 12/2012 gestellt werden.
Zwischen Januar und Februar 2012 lag die Nutzung des Triebwerksprobelaufstandes bei insge-
samt 90%. Dabei wurde lediglich im Januar ein nächtlicher Probelauf auf Grund ungünstiger tech-
nischer Parameter außerhalb der Halle durchgeführt. Im Februar wurden alle nächtlichen Probe-
läufe innerhalb der Halle absolviert.
Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) informierte über die wesentli-
chen Änderungen der im Februar 2011 bekannt gegebenen neuen DIN zur Messung von Flugge-
räuschen. Die Fluglärmmessanlage des Flughafens LEJ wird an die Anforderungen der neuen
Norm angepasst. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Derzeit wird daran gearbeitet, die
Messberichte den Vorgaben der neuen DIN anzugleichen.
In einem weiteren Tagesordnungspunkt erläuterte die Fluggesellschaft European Air Transport
Leipzig (EAT) die Betriebsweise ihres Logistikknotens am Flughafen Leipzig/Halle. Schwerpunkt
der Präsentation war insbesondere die Darstellung der zeitlichen Abläufe und der Randbedingun-
gen, unter denen die Fluggesellschaft operiert. Bezüglich der Ausmusterung der Antonow AN-12
stellte EAT dar, dass intensiv nach einer Möglichkeit gesucht wird, diesen Flugzeugtyp baldmög-
lichst zu ersetzen. Die Nennung eines genauen Zeitpunktes gestaltet sich jedoch schwierig, da
insbesondere bei den Themen Verkehrsrechte und Slots Entscheidungen auf internationaler Ebe-
ne ausstehen, die EAT nicht beeinflussen oder beschleunigen kann.
Die Arbeitsgruppe (UAG) „Bahnverteilung“ legte der FLK einen ersten Entscheidungsvorschlag für
eine optimierte Verteilung der Flugbewegungen vor, der nach intensiver Diskussion mehrheitlich
beschlossen wurde. In diesem Beschluss empfiehlt die FLK der Deutschen Flugsicherung (DFS),
in der Nacht zwischen 22 und 6 Uhr allen Luftfahrzeugen, die den Zentralbereich (Vorfeld 1 und 3)
ansteuern und von dort kommen, wenn möglich, die Nordbahn zuzuweisen. Bis zur nächsten Sit-
zung im Herbst 2012 will die UAG weitere Entscheidungsvorschläge für eine optimierte Verteilung
der Flugbewegungen erarbeiten.

Die zweite Arbeitsgruppe gab einen Sachstandbericht über die Bearbeitung des Antrages der
Stadt Leipzig aus der 41. Sitzung. Hierzu berichtete die DFS über die zu beachtenden Sachverhal-
te und Auswirkungen bei Anhebung des Anflugwinkels sowie über Varianten zur Steigerung der
Anwendungsquote des CDA-Verfahrens. Demnach wird am Flughafen Frankfurt/Main ein Feldver-
such zur Anhebung des Anflugwinkels durchgeführt werden, dessen Ergebnisse zunächst abzu-
warten sind. Um die Anwendungsquote des CDA-Verfahrens zu erhöhen, stellte die DFS für jede
Betriebsrichtung jeweils drei geänderte Flugvarianten für den Tag- als auch für den Nachtzeitraum
vor. Die FLK wurde gebeten, hierzu eine Empfehlung auszusprechen. Im Interesse einer umfang-
reicheren Nutzung der CDA-Verfahren wurde beschlossen, bereits am 9. Mai 2012 im Rahmen
einer Sondersitzung der FLK über die modifizierten CDA-Verfahren zu beraten.
Bezüglich des Antrages der Stadt Schkeuditz zur Verschiebung von Starts besonders lauter Flug-
zeuge in die Randzeiten des Nachtzeitraumes von 22 bis 6 Uhr verweist DHL auf die eingegange-
ne Verpflichtung, die Flugzeugflotte zu modernisieren als auch auf die in der Sitzung vorgestellte
Betriebsweise des Logistikknotens Leipzig/Halle, die keine späteren Starts zulässt. Der Flughafen
informiert weiterhin über die erhaltenen Stellungnahmen anderer Fluggesellschaften die mitteilen,
dass einer Verschiebung der Startzeiten auf Grund des interkontinentalen Charakters des Luftver-
kehrs nicht entsprochen werden kann.
Weiterhin stellte der Flughafen eine erste umfassende Auswertung der Messergebnisse einer
Fluglärmmessstation gemäß des Antrages der Bundesvereinigung gegen Fluglärm vor. Auf Grund
der hohen Datenmenge soll als erster Schritt zunächst für vier Messstellen eine derartige Auswer-
tung vorgenommen werden.
Den Antrag der Gemeinde Schkopau zur Einführung von Lärmkontingenten lehnt die FLK mit Hin-
weis auf den höchstrichterlich bestätigten Planfeststellungsbeschluss Start- und Landebahn Süd
mit Vorfeld sowie den darin festgesetzten Schutzbereichen und Prüfmechanismen (jährliche Nach-
berechnung des Nachtschutzgebietes bis 2016, danach alle 3 Jahre) ab.
Die nächste Hauptsitzung der FLK findet am 7. November 2012 statt. Vorschläge und Hinweise
aus der Bevölkerung können über die jeweiligen Vertreter in der FLK eingereicht werden.