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Geschäftsbericht 2012

10
Jahre
SIB
Inhaltsverzeichnis | 03
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort des Geschäftsführers
.................................................................................................................
04
2. Der Staatsminister der Finanzen zu zehn Jahren SIB
...................................................................
06
3. Zehn Jahre SIB – Nutzer kommen zu Wort
......................................................................................
08
4. Jahresergebnisse 2012 im Überblick
....................................................................................................
14
5. Der Staatsbetrieb SIB
...................................................................................................................................
16
5.1 Planungs- und Baumanagement ..................................................................................................... 16
5.2 Facility- und Bedarfsdeckungsmanagement ................................................................................ 16
5.3 Finanzvermögen und Portfoliosteuerung ...................................................................................... 17
5.4 Zentrale Aufgaben .................................................................................................................................. 17
6. Die Geschäftsentwicklung 2012
..............................................................................................................
18
6.1 Planungs- und Baumanagement ..................................................................................................... 18
6.2 Facility- und Bedarfsdeckungsmanagement ................................................................................ 28
6.3 Finanzvermögen und Portfoliosteuerung ...................................................................................... 33
6.4 Zentrale Verwaltung .............................................................................................................................. 41
6.4.1 Bericht aus dem Personalbereich ........................................................................................ 41
6.4.2 Bericht aus dem Vergabe- und Vertragsmanagement ................................................. 43
6.4.3 Bericht aus dem IT-Bereich .................................................................................................... 46
6.4.4 Bericht aus dem Organisationsbereich ...............................................................................47
7. Die Standorte
...................................................................................................................................................
48
Niederlassung Bautzen .................................................................................................................................. 48
Niederlassung Chemnitz ............................................................................................................................... 50
Niederlassung Dresden I ................................................................................................................................ 52
Niederlassung Dresden II .............................................................................................................................. 54
Niederlassung Leipzig I .................................................................................................................................. 56
Niederlassung Leipzig II ................................................................................................................................. 58
Niederlassung Zwickau .................................................................................................................................. 60
8. Preise und Auszeichnungen
......................................................................................................................
62
9. Organisation und Aufsicht
........................................................................................................................
64

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10
Jahre
SIB
04 | Vorwort des Geschäftsführers
Vorwort des Geschäftsführers | 05
1. Vorwort des Geschäftsführers
Seit nunmehr zehn Jahren obliegt dem Staats-
betrieb Sächsisches Immobilien- und Bauma-
nagement (SIB) die verantwortungsvolle Auf-
gabe, das Immobilienvermögen des Freistaates
Sachsen zu verwalten und dessen Bauvorha-
ben zu koordinieren. In den Geschäftsberei-
chen Planen und Bauen, Bewirtschaften und
Verwerten konnte sich der SIB gegenüber den
betreuten Behörden und Geschäftspartnern
als qualifizierter und verlässlicher Dienstleis-
ter etablieren. In unserem Leitbild heißt es,
„Wir planen auch für nachfolgende Genera-
tionen“. Vorausschauende und nachhaltige
Planungen sind die entscheidenden Faktoren
um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, was
ohne engagierte und qualifizierte Mitarbeiter
nicht möglich wäre. Einen bedeutenden As-
pekt stellt hierbei der weitere Ausbau Sach-
sens als Standort der Wissenschaft und der
Spitzenforschung dar. Das reiche kulturelle
Erbe des Freistaates bedarf ebenfalls besonde-
rer Aufmerksamkeit und Pflege, um es für die
nachfolgenden Generationen zu bewahren.
Nimmt man Dritte und den Bundesbau hin-
zu, hat der SIB im Jahr 2012 Bauinvestitio-
nen in Höhe von 432 Millionen Euro getätigt.
Darunter finden sich eine Reihe bekannter
Baumaßnahmen wieder, wie zum Beispiel die
Fertigstellung des Riesensaals im Dresdner
Residenzschloss. Nicht zu vergessen sind die
Die Integration der einstmals flexibilisierten
Hochschulen in den SIB konnte 2012 verste-
tigt werden. Dies betraf die Bewirtschaftung
der Hochschule Zittau/Görlitz und der Hoch-
schule in Mittweida sowie der Technische Uni-
versität Dresden und der Universität Leipzig.
Zu den Ergebnissen des Geschäftsjahrs 2012
zählt auch der erfolgreiche Abschluss der Lie-
ferverträge für Elektroenergie und Erdgas. Die
Leitstelle Energie der Niederlassung Chem-
nitz koordinierte das europaweite Ausschrei-
bungsverfahren, in dessen Ergebnis nun ein
Energieversorger die zirka 400 Elektro- und
300 Erdgasabnahmestellen von Landes- und
Bundesverwaltungen im Freistaat mit den
entsprechenden Medien beliefert. Das prog-
nostizierte Abnahmevolumen pro Jahr beläuft
sich etwa auf 300 Millionen Kilowattstunden
Strom und 130 Millionen Kilowattstunden
Erdgas.
Auch 2012 galt es das Energieeffizienzpro-
gramm weiter voranzutreiben. Der SIB verfolgt
hierbei verschiedene Ansatzpunkte die von
der energetischen Optimierung vorhandener
Anlagen, der Erstellung nachhaltiger Energie-
konzepte bis hin zum Ausbau des Anteils rege-
nerativer Energien reicht. Seit Gründung des
SIB im Jahr 2003 wurden bis heute Einsparun-
gen an Heizenergie in Höhe von 617.000 MWh
erzielt, davon allein 98.000 MWH im Jahr 2012.
vielen kleineren Projekte, bis hin zur kleinen
Bauunterhaltsmaßnahme, die einen großen
Anteil am Gesamtbauvolumen ausmachen.
Auch in diesem Jahr waren vom SIB betreute
Bauprojekte wieder Preise wert. Das Anfang
2012 an den Nutzer übergebene Informati-
onszentrum „Haus der Tausend Teiche“ des
UNESCO-Biosphärenreservates Oberlausitzer
Heide- und Teichlandschaft in Guttau wurde
in der Kategorie Gebäude und Stadtraum mit
dem Nationalen Preis für Integrierte Stadtent-
wicklung und Baukultur des Bundesministeri-
ums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
ausgezeichnet. Eine Auszeichnung beim dies-
jährigen ArchitekturForum Zwickau erhielten
der Neubau des Instituts für Produktionstech-
nik der Westsächsischen Hochschule Zwickau
(WHZ) sowie die Sanierung des Lehrgebäudes
und der Aula auf dem Campus Scheffelstraße
der WHZ. Im Rahmen des Erlweinpreises 2012
der Stadt Dresden erhielten der bereits 2008
errichtete Neubau für die Hochschule für Mu-
sik in Dresden sowie das 2010 fertiggestellte
Internat des Sächsischen Landesgymnasiums
für Musik eine besondere Anerkennung der
Jury.
Weniger im Fokus der Öffentlichkeit, aber
nicht minder wichtig, stehen der Betrieb und
die Bewirtschaftung der rund 2.700 Gebäude.
In zehn Jahren konnte somit die Emission von
119.800 Tonnen CO
2
vermieden werden. Das
entspricht dem durchschnittlichen Jahresaus-
stoß von 8.875 Automobilen.
Im Unternehmensbereich Finanzvermögen
und Portfoliosteuerung wurde der erfolgrei-
che Weg der letzten Jahre konsequent weiter-
gegangen. Dies bestätigen die circa 495 abge-
schlossenen Immobilienverkäufe. Gleiches gilt
für die Abarbeitung der Fiskalerbschaftsfälle,
die auch 2012 auf einem sehr hohen Neuzu-
gangsniveau lagen.
Der vorliegende Geschäftsbericht zieht Bilanz
zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr. Ich dan-
ke allen, die im Kalenderjahr 2012 am Erfolg
des SIB mitgewirkt haben. Unseren Geschäfts-
partnern danke ich für die gute Zusammenar-
beit. Unseren Mitarbeitern danke ich für ihren
engagierten Einsatz.
Wie eingangs schon angemerkt, begeht der
SIB in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen.
Stolz blicke ich auf die Ergebnisse der vergan-
genen zehn Jahre in allen Unternehmensbe-
reichen zurück. Unsere Dienstleistungen sind
in großen Teilen Grundlage dafür, den Nutzern
der Gebäude und Liegenschaften gute Arbeits-
bedingungen zu schaffen.
Innenansichten
Zwinger Dresden
,
Mathematisch-Physikalischer Salon

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10
Jahre
SIB
06 | Der Staatsminister der Finanzen zu zehn Jahren SIB
Der Staatsminister der Finanzen zu zehn Jahren SIB | 07
FrAGeN AN PrOF. Dr. GeOrG UNlAND
ANläSSlIch DeS ZehNJährIGeN Be­
SteheNS DeS SIB
Am 1.1.2003 wurde der SIB gegründet: ha­
ben sich die erwartungen, die der Freistaat
Sachsen mit der Gründung des Staatsbe­
triebs verbunden hat, erfüllt?
In den 10 Jahren seit der Gründung hat der
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement eine beträchtliche Zahl an
Bauvorhaben, ob Sanierung oder Neubau,
erfolgreich durchgeführt. Pro Jahr wurden
durch SIB im Durchschnitt rund 530 Millionen
Euro in die Baumaßnahmen des Freistaates in-
vestiert. Das bedeutet, dass jeder Mitarbeiter
in der sächsischen Hochbauverwaltung etwa
500.000 Euro jährlich verbaut hat. Das ist ein
Spitzenwert in Deutschland.
Mit der strategischen Ausrichtung des Staats-
betriebes auf einen Dienstleister, der alle As-
pekte im Zusammenhang mit dem Lebenszy-
klus einer Immobilie betrachtet, haben sich
unsere Ziele in der Tat erfüllt. Sehr viel stärker
als bei einer „klassischen“ Hochbauverwaltung
sind hier die einzelnen Unternehmensbereiche
mit ihren unterschiedlichen Aufgaben mitein-
ander verzahnt, so dass eine effektive Arbeit
geleistet werden kann.
Wie beurteilen Sie die entwicklung des Be­
triebs?
Die Umstrukturierung einer Verwaltung ist
ein Prozess, der von den Mitarbeitern vie-
les abverlangt. Die laufende Aufgabenerle-
digung darf darunter aber nicht leiden. Die
Mitarbeiter des Staatsbetriebes haben vor
Universitätsbaus gibt es viele bemerkenswerte
Projekte: Etwa das Forstamt in Eibenstock oder
die Zentrale des Biosphärenreservats Oberlau-
sitzer Heide- und Teichlandschaft.
Mit solchen Bauvorhaben führen wir eine Baut-
radition in der Region mit zeitgemäßen Mitteln
weiter fort. Unsere Gebäude wirken damit iden-
titätsstiftend, sie sind für die Bevölkerung ein
Zeichen, dass der Staat auch eine kulturelle Ver-
pflichtung wahrnimmt.
Besonders erfreut bin ich in dem Zusam-
menhang, dass es uns immer wieder gelingt,
hochwertigen Baudenkmälern zu einer lang-
fristigen Nutzung zu verhelfen und auf diese
Weise, sie für die Zukunft zu bewahren. Pro-
minentes Beispiel ist das Amtsgericht Grimma
im Schloss oder das Finanzamt Zwickau in ei-
nem imposanten Bau der Gründerzeit.
Was sind die herausforderungen in den kom­
menden Jahren?
Mein Selbstverständnis von einer nachhal-
tigen Bau- und Liegenschaftspolitik ist die
Verantwortung des Staates, jeden Euro aus
Steuermitteln so anzulegen, dass er einen
Mehrwert generiert. Diese Verpflichtung be-
sitzt der Staat insbesondere bei der Unter-
bringung seiner Behörden. In den kommenden
Jahren sehen wir uns mit großen Problemen
konfrontiert nicht zuletzt einer immer wei-
ter schwindenden Bevölkerungsanzahl auf-
grund des demografischen Wandels. Mit der
gezielten Unterbringung von Behörden in
innenstadtnahen Gebäuden kann der Staatli-
che Hochbau einen Mehrwert für die Stadt-
entwicklung generieren. Unsere Staatlichen
Gebäude müssen so strategisch sinnvoll im
zehn Jahren die Neuorganisation mit Energie
angepackt, mittlerweile sind die damals neu
konzipierten Strukturen gelebte Praxis. Es hat
sich bewahrheitet, dass nur in einem engen
Verbund zwischen den verschiedenen Aufga-
benfeldern wie Liegenschaftswesen, Hochbau,
Portfoliomanagement die sehr vielschichtigen
Aufgaben effektiv gelöst werden können.
Gab es seit dem Start vor 10 Jahren weitere,
wesentliche Veränderungen?
Einen wesentlichen größeren Anteil an den
Aufgaben des SIB als vor zehn Jahren besit-
zen heutzutage die Verwaltung von Immobi-
lien und Fragen der Energieeffizienz und der
Nachhaltigkeit zur Senkung der Bewirtschaf-
tungskosten. SIB hat darauf reagiert, ein Kom-
petenzzentrum Nachhaltigkeit in der Zentrale
des SIB ist für alle Niederlassungen für diese
Fragen ein zentraler Ansprechpartner. Unsere
Bauvorhaben besitzen auch in dieser Hinsicht
Vorbildwirkung für andere Bauherren.
Wenn Sie an die Arbeit des SIB in den letz­
ten Jahren denken, welche herausragenden
Projekte fallen Ihnen spontan ein?
Da bin ich natürlich als ehemaliger Rektor ei-
ner Universität befangen, da mein Herz natur-
gemäß ganz besonders für den Hochschulbau
schlägt. In diesem Bereich hat SIB in den zu-
rückliegenden zehn Jahren eine ganze Reihe von
außergewöhnlich qualitätvollen Bauvorhaben
im Umfang von insgesamt knapp 2 Milliarden
Euro realisiert. Ich denke da z.B. an den moder-
nen Neubau für die Informatik der TU Dresden
und den neuen Campus am Augustusplatz für
die Universität Leipzig. Auch außerhalb des
Stadtgefüge angeordnet werden, dass die
umgebenden Quartiere dadurch eine Bele-
bung erfahren. Ich bin sehr zuversichtlich,
dass uns dieses in den kommenden Jahren bei
einer Reihe von liegenschaftlichen Entschei-
dungen gelingen wird, etwa bei der Zentralbi-
bliothek für die Universität Chemnitz oder bei
der Nachnutzung von historisch wertvollen
Altbauten für das Finanzamt Pirna.
Welche Neuerungen/Veränderungen werden
erwogen, um weiter erfolgreich zu sein?
Das Bessere ist der Feind des Guten, auch der
schon erfolgreich arbeitende Staatsbetrieb SIB
wird derzeit auf weitere Verbesserungspoten-
ziale untersucht. Stärker als bislang muss auf
die Notwendigkeit reagiert werden, dass Maß-
nahmen in immer geringeren Investitionsrah-
men ausgeführt werden müssen. Dieses zu
erreichen gelingt nur, indem auch die Struktu-
ren der dafür verantwortlichen Einrichtungen
auf dieses Ziel hin angepasst werden, genau
dieses ist unsere Absicht.
Wie lauten Ihre persönlichen Wünsche für
die Zukunft des Staatsbetriebes?
Das Bauen und Bewahren für kommende Ge-
nerationen ist eine der schönsten Aufgaben
innerhalb des Finanzressorts. Den Mitarbeitern
des SIB wünsche ich weiterhin Schaffenskraft,
Innovationsfreude und Begeisterung. Die Auf-
gaben und der finanzielle Spielraum werden in
den kommenden Jahren noch anspruchsvoller,
mit der Mannschaft des Staatsbetriebes sind
wir dafür aber bestens gerüstet.
2. Der Staatsminister der Finanzen
zu zehn Jahren SIB
residenzschloss Dresden,
Riesensaal
Riesensaal, Schauplatz für Exponatenauswahl
der Rüstkammer

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10
Jahre
SIB
08 | Zehn Jahre SIB – Nutzer kommen zu Wort
Zehn Jahre SIB – Nutzer kommen zu Wort | 09
3. Zehn Jahre SIB –
Nutzer kommen zu Wort
Die eröffnung des Mathematisch­Physika­
lischen Salons im Zwinger ist das jüngste
Beispiel des Zusammenwirkens von SKD
und SIB. Wie fällt Ihr Urteil aus?
Der Mathematisch-Physikalische Salon zeigt
einmal mehr, dass der SIB zu Recht als der
Bauherr mit der größten Erfahrung im Mu-
seumswesen Deutschlands gilt. Die gefun-
dene Lösung ermöglicht eine hervorragende
Präsentation der als schwierig darzustellen
geltenden Objekte eines der bedeutendsten
Wissenschaftsmuseen Europas. Es ist ge-
glückt, einen von Anfang an für diese Ausstel-
lung problematischen Ort optimal zu nutzen.
Ich möchte nur daran erinnern, dass August
der Starke ausgerechnet die klimatisch kom-
plizierten Orangerien des Zwingers als sein
„Palais des Sciences“ auswählte. Erst durch die
Rekonstruktion haben wir optimale Bedingun-
gen zum Ausstellen.
Unterscheiden sich eigentlich die baulichen
herausforderungen zwischen Zwinger und
Schloss?
Absolut, der Zwinger ist bauphysikalisch,
charmant ausgedrückt, eine Unmöglichkeit.
Er ist wunderbar geeignet, um Orangenbäu-
me in der kalten Jahreszeit überwintern zu
lassen. Das ist aber klimatechnisch genau das
Gegenteil von dem, was wir als Museumsleute
für unsere auszustellenden Objekte brauchen.
Ehrlich gesagt bin ich froh, nie in die Situation
gekommen zu sein, die Preziosen des Grünen
Gewölbes im Zwinger ausstellen zu müssen.
Bauüberraschungen, wie beim Mathema­
tisch­Physikalischen Salon, kennen Sie aber
auch vom Baugeschehen im Schloss?
Natürlich, denn beim Schloss handelt es sich
ja um den Wiederaufbau einer Totalruine. Das
Schloss entsteht in einem Gewand des 20.
beziehungsweise 21. Jahrhunderts, das vor-
gibt, älter zu sein. So schaut der Besucher im
Großen Schlosshof ins 16./17. Jahrhundert,
bei der Außenfassade dagegen auf das späte
19. beziehungsweise beginnende 20. Jahrhun-
dert. Doch das Gebäude an sich ist hochmo-
dern und ich wiederhole es gern: Das Schloss
ist optimal vom SIB für unsere Bestimmung
ausgestattet.
Sie kommen auch viel mit Museumsbesu­
chern ins Gespräch. Staunen die nur über
das Ausgestellte oder hören Sie auch reak­
tionen zum Bau?
Sie kennen doch die Dresdner. Das Schloss ist
nicht nur Zentrum der Stadt, es ist auch im
Zentrum des Interesses, nicht zuletzt der Tou-
risten. Da wird jede noch so kleine Verände-
rung nicht nur beobachtet, sondern auch hef-
tigst debattiert; im günstigsten Fall gewürdigt.
Nehmen Sie nur den Riesensaal als Beispiel, er
ist ein Ort, der fast schon einen mythischen
Charakter bekommen hat, weil man sich nach
ihm sehnte und der im Bewusstsein vieler
Dresdner offenbar immer real existent war,
obwohl es ihn schon 280 Jahre nicht mehr gab.
Der letzte Sachse, der ihn in Augenschein neh-
men konnte, war August der Dritte. Dennoch
ist der Riesensaal immer als Herz Dresdens
in der Erinnerung geblieben und wird so jetzt
auch wieder wahrgenommen.
Ich kann mir vorstellen, dass Museums­
und Bauleute nicht immer ein herz und
eine Seele sind, weil Wünsche und realität
nicht immer zusammenpassen. Sind Ihnen
lösungen des SIB als besonders pfiffig in
erinnerung?
Ich bin jetzt seit 20 Jahren dabei, und wenn wir
so weiter machen, können wir bald Silberhoch-
zeit feiern. SKD und SIB sind ja so etwas wie
eine Ehe eingegangen, in der beide ihre eigene
Bestimmung haben, ihre Ziele und Sicht auf die
Dinge, in der man sich aber wieder von Neuem
zusammenraufen muss, um vorwärtszukom-
men. Ich sehe es auch als Vorteil, dass dieses
Paar nicht geschieden werden kann. Ich erin-
nere mich noch sehr lebhaft an die Diskussio-
nen Anfang der 90er Jahre über die Gestaltung
des Foyers. Da gab es zunächst den Gedanken,
es unterhalb des Großen Schlosshofes zu plat-
zieren. Hätte der sich durchgesetzt, wäre es
uns durch die Hochwasser schon zweimal voll-
gelaufen. Was noch vielmehr dagegen sprach:
Kein Besucher hätte beim Betreten gewusst,
wie er sich sozusagen vom Keller aus zurecht-
finden soll, welche Treppe wohin führt. Man
darf nicht vergessen, das Schloss ist nicht als
Museum konzipiert worden, sondern als Burg.
Darum ist die Idee, den Kleinen Schlosshof als
Foyer zu nutzen, die beste Lösung, die dem Be-
sucher und uns passieren konnte.
Wenn Sie jetzt zum Zehnten des SIB eine
laudatio halten sollten, was wäre Ihnen
besonders wichtig herauszustellen?
An erster Stelle: Das Engagement der Mitar-
beiter des SIB. SIB bedeutet für mich: seriös-
ideenreich-beständig. Ich will dafür nur einen
Fakt in Erinnerung rufen: 1995 haben wir den
finanziellen Deckel für den Wiederaufbau des
Schlosses aufgesetzt bekommen. Dieser De-
ckel hält noch immer. Es ist doch schon fast
ein kleines Wunder, dass wir mit dem Budget
eines der modernsten und schönsten Museen
Europas schaffen.
Was wünschen Sie dem SIB?
Zuerst die Kraft, sich weiterhin durchzuset-
zen, auch wenn es in die nächste Generation
hineingeht. Wichtig ist dabei, im Engagement
nicht nachzulassen und für die eigenen Ideen
zu kämpfen. Die Maßgabe des Bemühens soll-
te immer der Konsens sein, sich für die beste
gemeinsame Lösung der Museumsleute und
Architekten zu entscheiden.
Welche Projekte wollen Sie noch gemein­
sam mit dem SIB realisieren?
Die zweiten 50 Prozent der Ausstellungsflä-
che im Schloss zu realisieren. Die Hälfte ist
jetzt erreicht und ich hoffe wirklich sehr, dass
wir es in den nächsten zehn Jahren komplett
schaffen werden.
Wo sehen Sie den SIB in zehn Jahren?
Als modernen Dienstleister, der kostenbe-
wusst Projekte so umsetzt, dass sie nachhal-
tig wirken und damit meine ich nicht nur den
ökologischen Aspekt, sondern vielmehr die
baukünstlerische Nachhaltigkeit, dass sich die
Projekte in die großen Bauten der Elbestadt,
Sachsens überhaupt, seit dem 16. / 17. Jahr-
hundert einreihen.
INterVIeW MIt herrN PrOF. Dr. DIrK SyNDrAM
Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer sowie stellvertretender Generaldirektor der
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Andreas Berger, MDr 1 rADIO SAchSeN,
interviewt Prof. Dr. Dirk Syndram
Projektgegenstand:
Dresdner Zwinger, Mathematisch-
Physikalischer Salon; Residenzschloss,
Staatliche Kunstsammlungen
Projektart:
Sanierung und Neubau des Mathematisch-
Physikalischen Salons; Ausbau und Wieder-
aufbau des Ostflügels - Riesensaal
Zuständige Niederlassung des SIB:
Dresden I
Dachansichten des Schlosses

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10
Jahre
SIB
10 | Zehn Jahre SIB – Nutzer kommen zu Wort
Zehn Jahre SIB – Nutzer kommen zu Wort | 11
INterVIeW MIt Dr. eBerhArD AlleS
Kanzler der TU Chemnitz
technische Universität chemnitz,
Bürogebäude „eniPROD“, Visualisierung
Was war der Anlass für das Projekt?
Mit dem Neubau des Bürogebäudes für eni-
PROD wurde ein richtungweisender archi-
tektonischer Akzent für den Campus der
Technischen Universität und auch für die
Stadt Chemnitz gesetzt. Das Spitzentechno-
logiecluster „Energieeffiziente Produkt- und
Prozessinnovation in der Produktionstechnik
– eniPROD“ verknüpft dabei das Fachwissen
aus fünf Fakultäten der TU Chemnitz mit dem
Know-how des Fraunhofer IWU, um am Wis-
senschaftsstandort Chemnitz die Vision einer
energieautarken Fabrik bei gleichzeitiger Re-
duzierung des Energiebedarfs und Erhöhung
der Ressourceneffizienz zu erreichen. Dazu
werden gemeinsam Energieeinsparungspo-
tenziale im gesamten Produktlebenszyklus von
der Produktentwicklung über Produktionspro-
zesse und -systeme bis hin zur Fabrikplanung
erforscht. Das Vorhaben wird seit März 2009
im Rahmen der Sächsischen Landesexzellenz-
initiative mit Mitteln des Freistaates Sachsen
und der Europäischen Union gefördert. Insge-
samt 85 wissenschaftliche Mitarbeiter, darun-
ter circa zehn internationale Nachwuchskräf-
te, können so einen in wissenschaftlicher Tiefe
und Breite signifikanten Beitrag zum Themen-
gebiet „eniPROD“ leisten.
Welche Besonderheiten sind während der
realisierung des Projektes aufgetreten?
Um die inhaltlichen Arbeits- und Kommuni-
kationsgefüge mit dem Gebäude tatsächlich
verschmelzen zu lassen, wurden die Einzel-
und Doppelbürostrukturen im Zuge der Pla-
Verfügung stehenden Ressourcen wurden
kostenbewusst und zweckorientiert verwen-
det. Hierbei legte die Projektleitung besonde-
ren Wert auf geringe Folgekosten und ener-
giesparende Investitionen. Im SIB werden die
Kenntnisse und Fähigkeiten der verschiedenen
Fachdisziplinen gebündelt und anwendungs-
orientiert eingesetzt. Dabei sind es nicht nur
die großen, sondern auch die vielen kleinen
Projekte, in denen die vielschichtigen Maß-
stäbe der Universität vom SIB fachkompetent
realisiert werden.
Wie lautet Ihr persönlicher Glückwunsch
zum zehnjährigen Jubiläum des SIB?
Ich wünsche dem SIB Begeisterung bei der
Umsetzung von überzeugender, anspruchs-
voller Architektur sowie ein glückliches
Händchen im Spannungsfeld zwischen
Zweckerfüllung und Baukunst, Wirtschaft-
lichkeit und Nachhaltigkeit. Qualität bildet
hierbei die Schnittmenge aus allen diesen
Ansprüchen.
Sind zukünftige Projekte geplant?
Chemnitzer Erfinder- und Unternehmergeist
begründen seit 1836 die Tradition und den
wissenschaftlichen Erfolg der Technischen
Universität Chemnitz. Mit über 11.000 Stu-
dierenden und mehr als 2.000 Mitarbeite-
rinnen und Mitarbeitern ist die TU Chemnitz
heute eine aufstrebende, zukunftsorientier-
te und moderne technische Universität mit
hoher wissenschaftlicher Kompetenz und
großem Innovationspotenzial. Das auf Inter-
disziplinarität sowie nationaler und interna-
tionaler Vernetzung basierende Chemnitzer
Universitätsprofil integriert Ingenieur- und
nung aufgebrochen und durch zukunftswei-
sende Gruppenbüros ersetzt. Diese Lösung
untermauert den innovativen und effizienten
Projektgedanken hin zu einer gelebten Archi-
tektur. Spannend war für mich auch der Wett-
bewerb zur zeitgenössischen künstlerischen
Gestaltung der Wände im Konferenzraum und
die damit zusammenhängende Inszenierung
des Eingangsbereichs. Eine Fachjury wählte
als Sieger die Arbeit des Künstlers Beat Streu-
li, die überlappende Bilder und technische
Motive darstellt. Auch hier wird eine enge
Verbindung zur den Forschungsfeldern von
„eniPROD“ hergestellt.
Welche reaktionen haben Sie von den end­
nutzern erhalten?
Wir befinden uns im Zieleinlauf; die Fertig-
stellung des Bauvorhabens und damit die
Übergabe an die Nutzer steht kurz bevor. Die
Studierenden und Beschäftigten freuen sich
auf die Arbeit in einem modernen Gebäude, in
dem sie überdurchschnittlich gute Bedingun-
gen vorfinden. Es ist hier gelungen, eine un-
verkennbare Identifikation der Architektur mit
Lehre und Forschung zu schaffen. Die Tech-
nische Universität Chemnitz ist stolz auf das
neue Aushängeschild auf dem Campus.
Wenn Sie an die Zusammenarbeit mit
dem SIB denken, was war ganz besonders
positiv?
Der SIB hat den hohen und innovationsori-
entierten Qualitätsanspruch der TU Chemnitz
baufachlich zuverlässig umgesetzt. Die zur
Naturwissenschaften mit Sozial- und Geis-
teswissenschaften sowie Wirtschaftswissen-
schaften zu wettbewerbsfähiger Spitzenfor-
schung und bildet die Basis für attraktive
Studienangebote. Diese Erfolgsgeschichte
setzen wir auch mit unseren Baumaßnahmen
in den nächsten Jahren kontinuierlich fort:
Konkret wird mit der Realisierung des Insti-
tutsneubaus für das „Zentrum für Materiali-
en, Architekturen und Integration von Nano-
membranen – MAIN“ ein Leuchtturmprojekt
geschaffen, welches mit seiner exponierten
Lage am Fuße des Campus Reichenhainer
Straße von allen Studierenden, Beschäftigten
und Besuchern der Technischen Universität
Chemnitz begrüßt wird.
Besonders freut mich, dass die Vision einer
zentralen Universitätsbibliothek detaillierte
Formen annimmt und in dem imposanten Ge-
bäude der Alten Aktienspinnerei verortet sein
wird. Damit verbindet sich ein Baustein im Ge-
füge von Stadt und Universität, welcher die TU
Chemnitz weiter bei der Wahrnehmung ihrer
soziokulturellen Aufgaben stützt.
Weiterhin wird die bauliche Umsetzung für
das Bundesexzellenzcluster „Zentrum für
Leichtbautechnologien/Strukturleichtbau und
Kunststofftechnik – MERGE“ geplant.
Wo sehen Sie den SIB in zehn Jahren?
Ich sehe eine wesentliche Aufgabe bei der
Optimierung des Immobilienbestandes im
Freistaat Sachsen. Im Mittelpunkt wird hierbei
die Fortsetzung der Qualifizierung des Immo-
bilienmanagements zu einem wirtschaftlich
ausgerichteten Dienstleister stehen.
Projektgegenstand:
TU Chemnitz, Bürogebäude „eniPROD“
Projektart:
Neubau
Zuständige Niederlassung des SIB:
Chemnitz
Siegerentwurf Eingangs- und Foyergestaltung von
Beat Streuli – „Kunst am Bau“
Außenansicht, Realisierungsstand Juli 2013
Innenansicht, Realisierungsstand Juli 2013

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10
Jahre
SIB
INterVIeW MIt BrIGADeGeNerAl KlAUS VON heIMeNDAhl
bis zum 12. April 2013 stellvertretender Divisionskommandeur und Kommandeur Divisions-
truppen der 13. Panzergrenadierdivision sowie Standortältester Leipzig und Schkeuditz
General­Olbricht­Kaserne leipzig,
Neubau Wirtschaftsgebäude 36
Projektgegenstand:
General-Olbricht-Kaserne, Leipzig
Projektart:
Sanierung und Neubau
Zuständige Niederlassung des SIB:
Leipzig I
Was war der Anlass für das Projekt?
Die Sanierung und der Neubau der General-
Olbricht-Kaserne entstand aus dem Bedarf für
eine angemessene militärische Infrastruktur
für den Stab der 13. Panzergrenadierdivision
mit der zugehörigen Stabskompanie und der
ebenfalls zugehörigen ZAW-Betreuungstelle
(ZAW= Zivilberufliche Aus- und Weiterbildung)
sowie Teilen eines Feldjägerbataillons, einem
Kraftfahrausbildungszentrum sowie weiterer
Dienststellen der Streitkräfte und der Wehrver-
waltung.
Welche Besonderheiten sind während der
realisierung des Projektes aufgetreten?
Die Sanierung einer Ende des 19. Jahrhunderts
für die damaligen militärischen Belange ent-
standenen Kaserne musste unter Anpassung
an die heutigen Bedürfnisse der vorgesehenen
Nutzer erfolgen. Dabei waren sowohl die For-
derungen des Denkmalschutzes aber natürlich
auch militärische Belange, wie zum Beispiel die
Unterbringung der Soldatinnen und Soldaten
in zeitgemäßen Unterkünften aber auch Er-
fordernisse der militärischen Absicherung zu
berücksichtigen und miteinander in Einklang
zu bringen. Zusätzlich musste eine neue In-
frastruktur gebaut werden, die zum Beispiel
im Spannungsfeld zwischen einem verant-
wortungsvollen Einsatz öffentlicher Mittel
einerseits und dem Anspruch des Endnutzers
auf größtmögliche Qualität andererseits.
Wie lautet Ihr persönlicher Glückwunsch
zum zehnjährigen Jubiläum des SIB?
Zum zehnjährigen Jubiläum des SIB wünsche
ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
weiterhin alles Gute und der Führung des SIB
wie bisher die gleiche glückliche Hand bei der
Umsetzung der anspruchsvollen und komple-
xen Bauvorhaben.
eine moderne Küche und ein Sanitätszentrum
einbindet. Die Außenanlagen der Kaserne wa-
ren für Ausbildungseinrichtungen zum Beispiel
für das Kraftfahrausbildungszentrum umzuge-
stalten und auszubauen.
Welche reaktionen haben Sie von den end­
nutzern erhalten?
Alle Soldatinnen und Soldaten fühlen sich
in ihrer General-Olbricht-Kaserne außeror-
dentlich wohl. Großzügige sowie zeitgemäß
und modern hergerichtete Unterkunfts- und
Dienstgebäude ermöglichen einen reibungslo-
sen Dienstbetrieb in einem ganz sicher einmali-
gen historischen Ambiente, das seinesgleichen
nicht nur in Sachsen sucht. Aus meiner Sicht
ist die Sanierung der General-Olbricht-Kaserne
ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die
erfolgreiche Zusammenarbeit der Bundeswehr
mit dem SIB.
Wenn Sie an die Zusammenarbeit mit dem
SIB denken, was war ganz besonders positiv?
Besonders positiv habe ich die auf die gemein-
same Sache hin ausgerichtete, unaufgeregte
und zielorientierte Zusammenarbeit in Erin-
nerung. Dabei hat mich die vom SIB gezeigte
Flexibilität besonders überzeugt – gerade auch
Sind zukünftige Projekte geplant?
Auch zukünftig werden sich für die Zusam-
menarbeit der Bundeswehr mit dem SIB ganz
sicher weitere Infrastrukturprojekte ergeben,
die der größtmöglichen Einsatzbereitschaft der
Streitkräfte dienen.
Wo sehen Sie den SIB in zehn Jahren?
Auf dem gleichen erfolgreichen Weg wie schon
heute zum Wohl der Nutzer der in Verantwor-
tung der SIB entstehenden und unterhaltenen
Infrastruktur!
Herrichtung Gebäude 53 (2006 – 2007)
Erweiterung Gebäude 33 zum Standortsanitätszentrum (2003 – 2005)
12 | Zehn Jahre SIB – Nutzer kommen zu Wort
Zehn Jahre SIB – Nutzer kommen zu Wort | 13

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10
Jahre
SIB
14 | Jahresergebnisse 2012 im Überblick
Jahresergebnisse 2012 im Überblick | 15
4. Jahresergebnisse 2012 im Überblick
Das Geschäftsjahr 2012 hat für den SIB durch das Projekt ProSIB eine stark zukunftsorientierte
Grundausrichtung erhalten. Extern begleitet und mit hoher Priorität der Hausspitze des Säch-
sischen Ministerium der Finanzen (SMF) versehen, wurde in einem intensiven Diskussionsprozess
die Innen- wie auch die Außensituation des SIB analysiert und strukturell weiterentwickelt.
Die Zielstellung, die im Wirtschaftsplan zur Verfügung gestellten Mittel einzuhalten beziehungs-
weise zu unterschreiten sowie die im Einzelplan 14 gestellten Aufgaben zu erfüllen, wurde im
Geschäftsjahr insgesamt erreicht.
Staatlicher hochbau und liegenschaften
In Wahrnehmung des Planungs- und Bau-
managements für die Baumaßnahmen des
Freistaates Sachsen, des Bundes und Dritter
gelang es, Bauleistungen für insgesamt 2.444
Baumaßnahmen im Wert von 431,9 Millionen
Euro (Vorjahr: 569,1 Millionen Euro) mit dem
Schwerpunkt des Landes- und Hochschulbaus
(346,3 Millionen Euro) zu realisieren. Darin
enthalten sind Baumaßnahmen der Energie-
effizienzerhöhung in Höhe von 6,9 Millionen
Euro sowie weitere 1,7 Millionen Euro Ener-
giesparmaßnahmen, die innerhalb der abge-
rechneten Baumaßnahmen des Einzelplanes
14 nachgewiesen werden.
Die Gesamtausgaben im Liegenschaftsbereich
belaufen sich im Geschäftsjahr auf 200,8 Mil-
lionen Euro.
Immobilienvermögen
Beim Immobilienvermögen erzielte der SIB im
Geschäftsjahr rund 16,5 Millionen Euro kas-
senwirksame Einnahmen für den Grundstock
des Freistaates Sachsen.
Wirtschaftsplan
Der kaufmännische Jahresabschluss des SIB
für das Geschäftsjahr 2012 ist durch die Wirt-
schaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG geprüft
und erneut uneingeschränkt testiert worden.
Aufgrund der nach kameralen Grundsät-
zen bestehenden Zuschussfinanzierung des
Staatsbetriebs durch den Freistaat Sachsen
hat das Jahresergebnis aus der Geschäfts-
tätigkeit vor geschäftsneutralen Sonder-
einflüssen wiederholt eine „wirtschaftliche
Null“ ergeben. Unter Berücksichtigung von
Buchgewinnen, die sich im Wesentlichen
aus der Auflösung von handelsrechtlich in
Vorjahren zu bildenden Rückstellungen er-
geben, weist die Gewinn- und Verlustrech-
nung insgesamt einen Jahresüberschuss
von 627.000 Euro (Vorjahr: Jahresfehlbetrag
372.000 Euro) auf.
Als wichtigste Einnahmeposition erwirtschaf-
tete der Staatsbetrieb im Geschäftsjahr Um-
satzerlöse aus der Verwaltungskostenerstat-
tung im Bundesbau in Höhe von 12,9 Millionen
Euro (Vorjahr: 20,3 Millionen Euro).
Im Rahmen der Zuschussfinanzierung durch
den Freistaat Sachsen wurden durch den SIB
die im Geschäftsjahr erhaltenen Zuweisungen
für die Finanzierung der laufenden Geschäfts-
tätigkeit sowie der Investitionen in Höhe
von insgesamt 57,8 Millionen Euro (Vorjahr:
53,3 Millionen Euro) im Rahmen einer spar-
samen und zweckentsprechenden Haushalts-
führung ordnungsgemäß verwendet.
Darüber hinaus zum Bilanzstichtag nicht in
Anspruch genommene Mittel waren gemäß
den Vorgaben des SMF im Jahresabschluss
grundsätzlich als rückzahlbarer Zuschuss zu
bilanzieren.
Bau­ und liegenschaftshaushalt – ergebnisse 2012 (in Mio. euro)
168,1
44,0
178,2
41,7
40,7
155,5
Landesbau (Gesamt)
Hochschulbau
Landesbau für Dritte
Bundesbau
Anmietung
Bewirtschaftung
technische Universität Dresden,
Universitätssportstätten, Sporthalle II, Nöthnitzer Straße
Deckenansicht
Innenansicht
Fassadendetail

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10
Jahre
SIB
16 | Der Staatsbetrieb SIB
Der Staatsbetrieb SIB | 17
5. Der Staatsbetrieb SIB
5.1 PlANUNGS­ UND BAU­
MANAGeMeNt
Baukultur zählt zu den wichtigsten Grundwer-
ten, denen sich der Unternehmensbereich Pla-
nungs- und Baumanagement verpflichtet fühlt.
Der SIB, der den Freistaat Sachsen in Bauan-
gelegenheiten vertritt, ist sich seiner Vorbild-
und Leitfunktion als öffentlicher Bauherr und
bedeutendster Auftraggeber des Baugewerbes
im Freistaat Sachsen bewusst. Fachkundig und
erfahren nimmt der Unternehmensbereich Pla-
nungs- und Baumanagement die Bauherren-
aufgabe für den Freistaat wahr.
Dem Unternehmensbereich obliegt die Leitung
und Organisation der Bauprojekte des Frei-
staates Sachsen. Zu den Bauprojekten zählen
Neubau, Umbau, Sanierung sowie Erhaltungs-
maßnahmen. Die Aufgaben der Projektleitung
umfassen unter anderem die Bestimmung der
Projektziele, die Sicherstellung der Projektfi-
nanzierung, Gewährleistung eines adressaten-
gerechten Informationsflusses, die Abstimmun-
gen mit dem Nutzer sowie die grundsätzliche
Vertretung der Bauherreninteressen, zum Bei-
spiel bei gerichtlichen Auseinandersetzungen
oder nachbarschaftsrechtlichen Belangen.
Der Unternehmensbereich beauftragt Pla-
nungs- und Baudurchführungsleistungen,
führt für geeignete Vorhaben Architektur-
wettbewerbe durch und nimmt als Kernauf-
gabe die Projektsteuerung wahr.
Die Projektverantwortung tragen, bedeutet
für die Beschäftigten des Unternehmensbe-
reichs Planungs- und Baumanagement für die
Einhaltung der Kosten-, Termin- und Quali-
tätsziele einzutreten. In Kooperation mit allen
Beteiligten werden die Bauprojekte effizient
geplant, koordiniert und gesteuert. Bei auftre-
tenden Schwierigkeiten finden sie im Rahmen
einzelnen Ressorts wird im Unternehmensbe-
reich unter Beachtung von wirtschaftlichen
Grundsätzen geprüft, in dessen Ergebnis steht
die Beauftragung zur Unterbringung (Be-
darfsdeckung).
Im Rahmen der Grundstücksverwaltung und
-bewirtschaftung koordiniert der Unterneh-
mensbereich in der Phase der Gebäudenut-
zung eine Fülle von Prozessen und Dienst-
leistungen, welche zum Betreiben und zur
Erhaltung von Gebäuden und technischen
Anlagen erforderlich sind. Dies erfolgt mit
dem Anspruch, dass die Gebäude dem Nut-
zer uneingeschränkt zur Ausführung seines
Kerngeschäftes zur Verfügung stehen. Auf
Grundlage transparent gestalteter Kosten
und Verbrauchskennzahlen werden in den
Fachbereichen Konzepte zur Verbrauchs- und
Kostenreduzierung erarbeitet.
5.3 FINANZVerMöGeN UND
POrtFOlIOSteUerUNG
Der Unternehmensbereich Finanzvermögen
und Portfoliosteuerung ist für die Erfassung
des gesamten Immobilienbestandes des Frei-
staates Sachsen zuständig und arbeitet dabei
eng mit den beiden anderen Grundvermö-
gensverwaltern des Freistaates Sachsen, dem
Staatsbetrieb Sachsenforst und dem Landes-
amt für Straßenbau und Verkehr, zusammen.
Er gleicht seinen Bestand regelmäßig mit
den anderen Grundvermögensverwaltern ab
und ist für die Analyse und Optimierung der
Grundstücke des Freistaates Sachsen verant-
wortlich. Darüber hinaus sichert der Unter-
nehmensbereich das Landesvermögen unter
anderem im Bereich der Vermögenszuordnung
für den Freistaat Sachsen.
Immobilien, die dauerhaft nicht mehr für die
Aufgaben des Freistaates Sachsen benötigt
eines professionellen Projektmanagements
pragmatische und effiziente Lösungen.
Ausdruck einer gelungenen Baukultur ist die
ganzheitliche Qualität eines Gebäudes. Neben
ästhetischen Aspekten müssen dabei aber die
der Nachhaltigkeit, hier insbesondere Energie-
effizienz, Berücksichtigung finden. Denn eine
zukunftsorientierte Ressourcenbewirtschaf-
tung ist als ein Teil der qualitativen Dimension
zu betrachten. Als baufachlicher Berater steht
der Unternehmensbereich nutzenden Behör-
den und Einrichtungen des Freistaates Sach-
sen mit seiner auf langjährigen Erfahrungen
beruhenden Fachkompetenz für baufachliche
Entscheidungen zur Seite. Ferner obliegt dem
Unternehmensbereich Planungs- und Bauma-
nagement auch die Projektleitung für Bauvor-
haben des Bundes und Dritter (zum Beispiel
Sächsische Krankenhäuser) im Freistaat Sach-
sen und die baufachliche Begleitung von Pro-
jekten von Zuwendungsempfängern.
5.2 FAcIlIty­ UND BeDArFS­
DecKUNGSMANAGeMeNt
Im Fokus der zentralen Liegenschaftsverwal-
tung steht für den Unternehmensbereich Fa-
cility- und Bedarfsdeckungsmanagement die
wirtschaftliche Unterbringung aller Behör-
den und sonstigen staatlichen Einrichtungen
des Freistaates Sachsen. Dabei zählen neben
den klassischen Verwaltungen wie Finanzäm-
ter und Gerichte auch Hochschulen, Museen
und Kultureinrichtungen zu den Nutzern. Die
strategische Steuerung und Optimierung des
Gesamtbestandes an Immobilien, die für Ver-
waltungszwecke genutzt werden, ist ein be-
deutender Leistungsaspekt der Tätigkeit.
Im Unternehmensbereich wird das Fundament
für eine bedarfs- und sachgerechte Unterbrin-
gung geschaffen. Der angemeldete Bedarf der
werden, veräußert der Unternehmensbereich
Finanzvermögen und Portfoliosteuerung. Bis
zur Veräußerung werden sie vom Unterneh-
mensbereich verwaltet. Teile des Portfolios,
wie beispielweise Landeskrankenhäuser oder
Gebäude für außeruniversitäre Forschungs-
einrichtungen werden zwar nicht für die Erfül-
lung staatlicher Aufgaben benötigt, gleichwohl
ist eine Veräußerung befristet oder unbefristet
aufgrund von vertraglichen oder sonstigen
Verpflichtungen nicht vorgesehen. Gleiches
gilt für das betriebsnotwendige Vermögen der
Landestalsperrenverwaltung, der Staatlichen
Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH
und der Staatlichen Betriebsgesellschaft für
Umwelt und Landwirtschaft (wie beispiels-
weise Schlösser, Flüsse und Überflutungsflä-
chen oder Verwaltungsgebäude). Der Freistaat
Sachsen überlässt diese Immobilien staatlichen
Einrichtungen und externen Dritten.
Zu den weiteren Aufgaben des Unterneh-
mensbereiches gehören die Abwicklung von
Fiskalerbschaften, die Bewertung des Grund-
vermögens in der Zuständigkeit des SIB und
die Vertretung der Interessen des Freistaates
Sachsen als Träger öffentlicher Belange – un-
ter anderem in Planungsverfahren.
5.4 ZeNtrAle AUFGABeN
Der Unternehmensbereich Zentrale Verwaltung
nimmt innerhalb des SIB die Supportaufgaben
für die drei Fachunternehmensbereiche wahr
und unterstützt beziehungsweise entlastet bei
fachfremden oder fachbegleitenden Aufgaben.
Der breit gefächerte Aufgabenbereich erstreckt
sich vom Personalmanagement, dem Vergabe-
und Vertragsmanagement, dem Rechnungs-
wesen bis hin zu organisatorischen Aufgaben.
Weiterhin ist der Unternehmensbereich für die
Bereitstellung und Instandhaltung der Infor-
mationstechnik (IT) verantwortlich.
Fassadenansicht
Innenansicht
Sächsisches Krankenhaus Großschweidnitz,
Tagesklinik Weißwasser

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10
Jahre
SIB
18 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 19
6. Die Geschäftsentwicklung 2012
6.1 PlANUNGS­ UND BAU­
MANAGeMeNt
Bauaktivitäten
Der Arbeitsschwerpunkt lag 2012 neben der
Umsetzung des Bauprogramms des Freistaa-
tes Sachsen auf der Planungsvorbereitung
künftiger Bauprojekte. So stieg der Aufwand
der Beschäftigten des Unternehmensbereichs
Planungs- und Baumanagement, der in den
Planungsphasen erbracht wird, um acht
Prozent. Insgesamt realisierte der Unterneh-
mensbereich Planungs- und Baumanagement
im Geschäftsjahr 2012 Bauleistungen in Höhe
von 431,9 Millionen Euro (Vorjahr: 569,1 Milli-
onen Euro). Der Hauptgrund für den Rückgang
ist, wie bereits im Vorjahr, auf den fehlenden
Haushaltsansatz von zahlreichen, vorberei-
teten Maßnahmen im Haushaltsplan des Frei-
staates Sachsen 2011/2012 zurückzuführen.
Neben der Verringerung des Bauvolumens im
staatlichen Hochbau sank auch das Bauvolu-
men im Bundesbau.
Die Bauleistungen verteilen sich wie folgt
auf die Bereiche: 35 Prozent entfallen auf
den allgemeinen Landesbau, 41 Prozent auf
den Hochschulbau, je zehn Prozent auf den
Bundesbau und Bauleistungen für Dritte,
wie die Sächsischen Krankenhäuser, sowie
vier Prozent auf Aufwendungen für sonstige
Baumaßnahmen, beispielsweise im Rahmen
des Energieeffizienzprogrammes. Im Hoch-
schulbau nahm die Bauleistung im Vergleich
zum Vorjahr um moderate neun Prozent ab; es
wurden 178,2 Millionen Euro (Vorjahr: 195,4
Millionen Euro) umgesetzt. Da zum 31. De-
zember 2013 die derzeitige Förderperiode des
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE) endet, stand 2012 und darüber hinaus
auch 2013 die Mittelrealisierung für die lau-
fenden EFRE-Maßnahmen des operationalen
Programms im Fokus, um den Abschluss der
Bauprojekte im Zeitrahmen der Förderperiode
sicherzustellen. Stärker als im Hochschulbau
ging das Bauvolumen im Landesbau zurück,
um circa 20 Prozent auf 150,3 Millionen Euro
(Vorjahr: 187,9 Millionen Euro). Aber auch hier
ist 2013 wieder ein Anstieg zu erwarten.
Die größten Maßnahmen im Hinblick auf die
2012 umgesetzten Bauleistungen sind die
Baumaßnahme Universität Leipzig, vierter
Bauabschnitt Neubau Hauptgebäude und Aula
mit 14,7 Millionen Euro (Gesamtbaukosten:
115,8 Millionen Euro) sowie die Baumaßnah-
me Universität Leipzig, Medizinische Fakultät,
zweiter Bauabschnitt Sanierung und Umbau
des Forschungsgebäudes mit 11,8 Millionen
Euro Jahresbauleistung 2012 (Gesamtbaukos-
ten: 65,9 Millionen Euro).
Die Bauleistungen wurden in 2.444 Baumaß-
nahmen (Vorjahr: 2.619) erbracht. 428 Maß-
nahmen (18 Prozent) waren „Große Baumaß-
nahmen“ (GBM), 432 „Kleine Baumaßnahmen“
(KBM) (18 Prozent) und 1.584 Bauunterhalts-
maßnahmen (65 Prozent). Es gab einen Rück-
gang sowohl in der Gesamtzahl der Baumaß-
nahmen, als auch in allen Maßnahmenarten,
sodass das Verhältnis der Maßnahmenarten
in etwa dem des Vorjahres entspricht. Der
Bauunterhalt hat den Erhalt der baulichen
Substanz, ohne den Bestand grundsätzlich
zu verändern, zum Ziel. Sogenannte „Kleine
Baumaßnahmen“ (KBM) und „Große Baumaß-
nahmen“ (GBM) hingegen, dienen der Schaf-
fung von Gebäuden und baulichen Anlagen
oder ihrer wesentlichen Änderung. Baumaß-
nahmen mit Gesamtbaukosten bis eine Mil-
lion Euro werden als „klein“ bezeichnet und
Baumaßnahmen mit Gesamtbaukosten über
einer Million Euro als „groß“. Die Zunahme
der Kleinteiligkeit spiegelt sich in der deutlich
gesunkenen durchschnittlichen Bauleistung
je Maßnahme wider, 177.000 Euro (Vorjahr:
215.000 Euro). Insbesondere das realisierte
durchschnittliche Jahresbauvolumen einer
GBM fiel um 14 Prozent auf 729.000 Euro
(Vorjahr: 850.000 Euro).
Eine Analyse über den Verlauf von „Großen
Baumaßnahmen“ im Hochschulbereich er-
gab, dass der größte Teil der Haushaltsmittel
im vierten und fünften Jahr nach Beginn der
Baumaßnahme abfließt (circa 60 Prozent).
Technologisch bedingt, hängt der Gesamt-
zeitbedarf einer Maßnahme vom Gesamtbau-
volumen ab, wobei das Verhältnis nicht linear
verläuft. Maßnahmen mit Gesamtbaukosten
bis zehn Millionen Euro sind in der Regel
nach fünf Jahren beendet. Maßnahmen mit
Gesamtbaukosten bis 50 Millionen benötigen
etwa sieben bis acht Jahre.
Für die Haushaltsjahre 2013/2014 ist ein
Anstieg des Bauprogramms des Freistaates
Sachsen auf das Niveau von 2011 beschlossen
wurden. Ein Schwerpunkt wird das Baupro-
gramm für die Hochschulen, insbesondere für
das Exzellenz-Cluster der TU Dresden sein. Mit
den Projektplanungen, beispielsweise für den
Hochleistungsrechner, wurde 2012 begonnen.
energieeffizienzmaßnahmen
Energieeinsparungen von circa 5.000 MWh/a
(circa 530.000 Euro Betriebskosten) sowie eine
CO
2
-Einsparung von circa 900 t/a konnten
2012 durch das Programm „Energieeffizienz“
erzielt werden. Nicht in diesen Werten enthal-
ten sind Energieeinsparungen, die innerhalb
laufender KBM und GBM realisiert wurden.
Von dem im Energieeffizienzprogramm zur
Verfügung stehenden Haushaltsmittel (Ge-
samt: 7,3 Millionen Euro) wurden vier Prozent
für Analysen, die der Vorbereitung von Maß-
nahmen, insbesondere der Ermittlung mög-
licher Einsparpotentiale dienen, verausgabt.
Weitere 24 Prozent dienten für Maßnahmen
an Gebäuden, hauptsächlich zur Verbesserung
der thermischen Hülle, etwa durch Wärme-
dämmverbundsysteme, Dämmung oberster
Geschossdecken und Dächer oder den Aus-
tausch sowie die Ertüchtigung von Fenstern
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
553
534
478
467
468
564
582
606
569
432
700
600
500
400
300
200
100
0
entwicklung des Bauvolumens von 2003 bis 2012 (Angaben in Mio. euro)
2012 Vorjahr
landesbau
150,3
187,9
davon für
Große Baumaßnahmen
Kleine Baumaßnahmen
Bauunterhalt
Planung
102,2
12,3
34,3
1,4
142,5
10,2
34,4
0,8
hochschulbau
178,2
195,4
davon für
Große Baumaßnahmen
Kleine Baumaßnahmen
Bauunterhalt
Planung
150,5
9,9
15,5
2,3
168,1
12,0
14,3
1,0
energieeeffizienz­Programm
erhalt von Bestandsgebäuden
Sächsisches Verwaltungsnetz
hochwasser
Konjunkturpaket II
landesbau für Dritte
Bundesbau
6,9
6,0
3,4
1,2
0,3
44,0
41,7
7,3
3,0
3,0
4,5
35,6
40,5
91,8
Gesamt
432,0
569,0
Bauausgaben 2012 (in Mio. euro)
41 %
10 %
10 %
4 %
35 %
178,2 Mio. Euro Hochschulbau
44,0 Mio. Euro Landesbau für Dritte
41,6 Mio. Euro Bundesbau
17,8 Mio. Euro sonstige Bauausgaben
150,3 Mio. Euro Landesbau
Bauleistungen nach Bereichen
Innenansicht
Förderzentrum chemnitz,
Landesschule für Blinde und Sehbehinderte

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10
Jahre
SIB
und Türen. Die übrigen Haushaltsmittel in
Höhe von circa fünf Millionen Euro wurden
für Maßnahmen im Bereich Technik verwen-
det. Dazu zählen Leistungen zur Optimierung
der vorhandenen Anlagen und der Einsatz von
erneuerbaren Energien und innovativen Tech-
nologien, wie Heizkesseltausch, Umstellung
Energieträger, hydraulischer Abgleich von Hei-
zungsanlagen sowie der Einsatz energieeffizi-
enter Küchentechnik. Weitere Maßnahmen im
Technikbereich stellen neben der Optimierung
von Heizungs-, Trinkwarmwasser-, Kälte- und
Lüftungsanlagen, die Errichtung von Wärme-
rückgewinnungs- und Solarthermieanlagen
sowie Blockheizkraftwerken, geothermische
Anlagen für Heizung und Kühlung oder Wär-
mepumpen dar.
Bundesbau
Das größte Bauprojekt, das 2012 im Bun-
desbau fertiggestellt wurde, war der Neubau
der Standortschießanlage in der Unteroffi-
ziersschule des Heeres in Delitzsch mit Ge-
samtbaukosten von circa 8,1 Millionen Euro.
Daneben konzentrierte sich die Verwendung
der Baumittel im Bereich der großen Baumaß-
nahmen auf den Abschluss der Baumaßnahme
Militärhistorisches Museum in Dresden. Der
Bund nutzt die baufachliche Kompetenz des
SIB, der im sogenannten Organleiheverfahren
Bauaufgaben an Objekten des Bundes wahr-
nimmt. Insgesamt wurden im Jahr 2012 für die
Bauaufgaben des Bundes 41,7 Millionen Euro
(Vorjahr: 91,8 Millionen Euro) verausgabt. Im
Fokus der Mittelumsetzung standen die KBM
mit einem Bauvolumen (ohne Baunebenkos-
ten) von 12,9 Millionen Euro (Vorjahr: 10,8
Millionen Euro).
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung (BMVBS) hat zur Abbildung
der Wahrnehmung der Bauaufgaben des Bun-
des zum 1. Januar 2012 das KLR-Berichtswesen
des Bundes für alle Bundesländer verpflich-
tend eingeführt. Zwischen dem SAP-System,
in dem der SIB die Daten, die er für seine Kos-
ten- und Leistungsrechnung vorhält, und dem
IT-System des Bundes wurde eine komplexe
Schnittstelle geschaffen. In meldeoffenen
Zeiträumen übermittelt der SIB Daten in viel-
schichtigen Ausdifferenzierungen in die Kos-
ten- und Leistungsrechnung des Bundes. Das
Ziel ist ein IT-gestütztes Berichtswesen „eVKE“
(elektronische
Verwaltungskostenerstattung)
und eine einheitliche Abrechnungsstruktur
für alle Bundesländer. In diesem System kön-
nen dann beispielsweise die Stundensätze der
Bauprojekte der einzelnen Bundesländer direkt
miteinander verglichen werden.
Zuwendungsbau
Bauprojekte kommunaler oder privatwirtschaft-
licher Bauherren, die mit öffentlichen Mitteln,
zum Beispiel der Europäischen Union, des Frei-
staates Sachsen oder des Bundes, gefördert wer-
den, wie Schulen oder Forschungseinrichtungen,
werden als Zuwendungsbau bezeichnet. Das
Aufgabenspektrum des Unternehmensbereichs
Planungs- und Baumanagement erstreckt sich
dabei von der fachlichen und rechtlichen An-
tragsprüfung, über die baufachliche Begleitung
des Bauprojektes bis hin zur Verwendungsnach-
weisprüfung. Somit stellt der SIB sicher, dass die
ausgereichten Fördermittel angemessen und
wirtschaftlich verwendet werden. Im Kalender-
jahr 2012 wurden durch den SIB 115 Verwen-
dungsnachweise (Vorjahr: 116) geprüft.
20 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 21
Soziales
27,0
Kultus/Wissenschaft
165,3
Städtebauliche Entwicklung
81,1
Wirtschaft
12,1
Umwelt und Verkehr
64,0
Gesamt
349,5
Geprüfte Zuwendungsbauvorhaben
2012 nach Förderbereichen
(Angaben in Mio. euro)
hochschule für Musik und theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ leipzig,
Bläserhaus
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge, Polizeirevier Chemnitz-Mitte, 2. BA Neubau
8,6 Mio. Euro
11/10 – 05/12
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen, Dresden, Umbau und Sanierung
17,3 Mio. Euro
02/10 – 10/12
Sächsisches Rehazentrum für Blinde und Sehbehinderte in Chemnitz, 2. BA
9,2 Mio. Euro
06/09 – 11/12
Amtsgericht Grimma, Umbau und Sanierung
14,5 Mio. Euro
04/10 – 11/12
Amtsgericht Dresden, Neubau
32,0 Mio. Euro
03/08 – 09/12
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und Staatliche Betriebsgesellschaft
für Umwelt und Landwirtschaft Nossen, Neubau
41,3 Mio. Euro
11/08 - 11/12
Universität Leipzig, Umbau Frauenklinik, Translationszentrum für Regenerative Therapie *
13,0 Mio. Euro
09/10 – 06/12
Hochschule Zittau/Görlitz, Haus G II, Umbau und Sanierung
5,5 Mio. Euro
09/09 – 11/12
TU Dresden, Walther-Hempel-Bau, Umbau und Modernisierung Laborgebäude *
15,8 Mio. Euro
10/09 - 12/12
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Wiederaufbau
Dresdner Residenzschloss Ostflügel Ausbau III - Riesensaal
12,8 Mio. Euro
04/10 – 12/12
TU Dresden, Potthoff-Bau, Hörsaalgebäude, Sanierung, Umbau und Modernisierung
5,5 Mio. Euro
01/11 – 10/12
Schloss Rochlitz, Fürsten-, Quer- und Torwärterhaus, nutzerspezifischer Ausbau
9,1 Mio. Euro
06/07 - 01/13
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus AöR Dresden, Diagnostisch-Internistisch-
Neurologisches Zentrum, Sanierung Haus 19
42,3 Mio. Euro
01/07 - 08/12
Bad Muskau, Neues Schloss, Innenausbau Westflügel
4,5 Mio. Euro
07/10 – 04/12
Bad Muskau, Instandsetzung Schlossgärtnerei
3,5 Mio. Euro
12/09 – 05/12
Sächsisches Krankenhaus Großschweidnitz, Neubau Tagesklinik Weißwasser
3,9 Mio. Euro
09/10 – 09/12
Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz, Umbau und Sanierung Haus 7 mit Erweiterungsbau
7,8 Mio. Euro
07/10 – 12/12
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Unteroffiziersschule des Heeres in Delitzsch, Neubau Standortschießanlage
8,1 Mio. Euro
10/08 - 10/12
Im landes­ und hochschulbau wurden im Geschäftsjahr 2012 insbesondere folgende Baumaßnahmen fertiggestellt:
Für Dritte wurden unter anderem folgende Vorhaben realisiert:
Fertigstellung im Bundesbau

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10
Jahre
SIB
22 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 23
Detail des Dachgesims, Bläserhaus
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien in Görlitz, Sanierung, Umbau und Erweiterungsbau
30,5 Mio. Euro
12/12 – 03/14
Substanzsichernde Maßnahmen Haus 24 Stauffenbergallee Dresden, nutzerneutrale Leistungen
(Weiterführung als GBM LaSuV)
6,6 Mio. Euro
06/11 – 12/12
Landesfeuerwehrschule Nardt, 2. BA, Außenübungsflächen
7,9 Mio. Euro
08/11 – 09/14
Hauptgestüt Graditz, Sanierungen
5,3 Mio. Euro
03/10 – 11/13
Rückbau „Blaues Haus“ mit Neubau Interimsparkplatz
3,6 Mio. Euro
10/11 – 10/13
Hochschule Mittweida, Zentrum für Medien und Soziale Arbeit, Neubau *
30,0 Mio. Euro
09/10 – 02/13
TU Chemnitz, Fakultät Elektrotechnik, Umbau Sanierung Weinholdbau *
49,6 Mio. Euro
11/09 – 06/14
Universität Leipzig, 4. Bauabschnitt, Hauptgebäude und Aula, Neubau
115,8 Mio. Euro
07/07 – 01/14
Universität Leipzig, Technikum Analytikum, Umbau und Sanierung *
21,6 Mio. Euro
09/09 – 03/13
Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Forschungsgebäude, Sanierung und Umbau, 2. BA
65,9 Mio Euro
04/07 – 06/13
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Wiederaufbau Dresdner Residenzschloss
– Ausbau Schlosskapelle (Schlingrippengewölbe)
3,5 Mio. Euro
12/09 – 09/13
TU Dresden, Technikum, Nöthnitzer Straße, Neubau *
31,5 Mio. Euro
05/11 – 09/13
TU Dresden, Neubau Forschungsgebäude am Mierdelbau, Nöthnitzer Straße *
9,2 Mio. Euro
10/11 – 08/13
TU Dresden, Instituts- und Laborgebäude, Schumannstr. 7 a, Ersatzneubau Versuchshallen
12,8 Mio. Euro
07/11 – 12/13
TU Dresden, Instituts- und Laborgebäude, Schumannstr. 7, Umbau und Modernisierung (EFRE) *
12,5 Mio. Euro
07/11 – 10/16
Staatliche Kunstsammlungen, Dresdner Zwinger,
Mathematisch-Physikalischer Salon, Sanierung und Neubau im Wall
16,4 Mio. Euro
07/08 – 11/12
Schloss Moritzburg, Außenhaut und Terrassenbereiche, Instandsetzung
8,5 Mio. Euro
05/09 – 01/14
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Polizeirevier Auerbach, Umbau und Sanierung
4,1 Mio. Euro
09/12 – 06/14
JVA Bautzen, Umbau und Sanierung Haus 2 zur Unterbringung männlicher Sicherungsverwahrten
des Freistaates Sachsen
7,4 Mio. Euro
04/12 – 10/14
Schloss Hubertusburg in Wermsdorf, Herrichtung von Ausstellungsräumen für die Ausstellung SKD
„Hubertusburger Frieden“ und als Grundlage für spätere Nutzung
1,0 Mio. Euro
06/12 – 03/13
TU Dresden, Infrastrukturmaßnahme, Zentrale Ver- und Entsorgung, 2. TBM Sanierung Medien im
Bereich Barkhausen-Bau
13,4 Mio. Euro
06/12 – 12/16
TU Dresden, August-Bebel-Straße 94, Sanierung Hörsaal und Seminargebäude
5,1 Mio. Euro
05/12 – 09/13
TU Dresden, Potthoff-Bau Hettnerstraße, 3. BA, Sanierung, Umbau u. Modernisierung Lehrgebäude
4,8 Mio. Euro
09/12 – 02/14
HTWK Leipzig, Fakultät für Maschinenbau und Energietechnik, Neubau Instituts- und Laborgebäude *
25,9 Mio. Euro
03/12 – 06/14
TU Bergakademie Freiberg, Clemens-Winkler-Bau, Neubau Chemische Labore
20,1 Mio. Euro
01/12 – 04/14
TU Bergakademie Freiberg, Gebäudekomplex Metallformung/Gießereitechnik, Hauptgebäude, Umbau
und Sanierung *
15,0 Mio. Euro
02/12 – 12/14
Festung Königstein, Generalsanierung der Westbebauung
12,6 Mio. Euro
07/12 – 04/17
Bezeichnung
Investitionssumme
Bauzeit
Bad Muskau, Neues Schloss, Äußere Instandsetzung
11,3 Mio. Euro
Fertigstellung
vorauss. 2013
Bad Muskau, Neues Schloss, Innenausbau Festsaalflügel
3,3 Mio. Euro
11/11 – 10/13
SKH Rodewisch, Heim „Im Göltzschtal“, A 20 und A 23
8,1 Mio. Euro
07/11 - 03/13
SKH Rodewisch, Sanierung B 4, Gerontopsychiatrie
4,7 Mio. Euro
11/10 – 04/13
Bei den Baufortführungen standen im Geschäftsjahr vor allem folgende Maßnahmen im Mittelpunkt:
Im Geschäftsjahr wurden eine reihe von bedeutenden Baumaßnahmen begonnen. Beispielhaft stehen dafür:
Baufortführungen Maßnahmen Dritte:
* Dieses Projekt wurde finanziert aus
Mitteln der Europäischen Union.

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10
Jahre
SIB
engagement für Baukultur/Wettbewerbe
Mit dem Ziel die Baukultur zu stärken und zu
fördern, lobt der Unternehmensbereich Pla-
nungs- und Baumanagement bei geeigneten
Bauvorhaben Wettbewerbe für Architektur
und Kunst aus. Bei besonderen Rahmenbedin-
gungen wie terminliche Vorgaben oder gestal-
terische Detailprobleme werden VOF-Verfah-
ren mit Lösungsvorschlägen durchgeführt. Die
Wettbewerbsverfahren bieten die Möglichkeit
ein breites Spektrum von Lösungsansätzen zu
erhalten. Als fachliche Leistungsvergleiche
sind sie ein wichtiges Instrument, die Qualität
des Planens und Bauens sicherzustellen.
Finanzamt Pirna
VOF-Verfahren mit integriertem zweiphasigem
offenem Wettbewerb nach RPW 2008
Mit Gesetzeserlass vom 27. Januar 2012 zum
Sächsischen Standortegesetz sollen die Fi-
nanzämter Freital und Pirna am Standort Pir-
na zusammengefasst werden. Nach Durchfüh-
rung einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
hat sich das Areal Clara-Zetkin-Straße 1 bis 4
(ehemaliges Liebenausches Vorwerk, ehemali-
ges Waisenhaus) in Pirna als zu bevorzugende
Liegenschaft herausgestellt.
Im Zeitraum von August bis Dezember 2012
wurde zur Lösungsfindung und Auswahl eines
Architekten ein offener zweiphasiger Realisie-
rungswettbewerb durchgeführt. In der Phase
eins, die allen Bewerbern offen stand, die die
formalen Kriterien erfüllten, galt es, die Jury
von der städtebaulichen Idee zu überzeu-
gen. Besondere Herausforderung im Wettbe-
werbsgebiet war die Berücksichtigung denk-
malgeschützter Bausubstanz. So stehen das
Hauptgebäude des Liebenauschen Vorwerks,
der ehemalige Gasthof „Blauer Hecht“, die so-
genannte Remise sowie Teile des ehemaligen
Waisenhauses unter Denkmalschutz. Beson-
deres Augenmerk war auch der maßstäblichen
Integration des Neubauanteils in den städte-
baulichen Kontext zu widmen. In Phase zwei
erfolgte durch einen ausgewählten Bewer-
berkreis die Weiterbearbeitung der jeweiligen
Idee. Am Ende konnte der Wettbewerbsbeitrag
des Architekturbüros TPMT Architekten GmbH
aus Berlin mit dem ersten Preis bedacht wer-
den. Der Entwurf setzt sich sehr intensiv mit
der Dachlandschaft der Umgebungsbebauung
und der zu integrierenden Bestandsgebäude
auseinander, vermag aber dennoch den Neu-
bau überzeugend einzubeziehen. Die Gebäu-
dekomposition bildet durch ihre Anordnung
unterschiedliche Bereiche öffentlicher, halböf-
fentlicher und introvertierter stadträumlicher
Qualitäten, wobei auch die Maßstäblichkeit der
gewählten Kubaturen positiv hervorzuheben
ist. Eine starke städtebauliche Akzentuierung
erfolgt zur Schandauer Straße mit der Wahl der
Geschossigkeit und der Fassadenausbildung.
hochschule Mittweida, Fachbereich
Mathematik, Physik, Informatik
ersatzneubau laserlabore
VOF-Verfahren mit Lösungsvorschlag
Der Freistaat Sachsen beabsichtigt für die
Hochschule Mittweida, Fachbereich Mathe-
matik, Physik, Informatik einen Ersatzneubau
Laserlabore zu errichten.
Die Hochschule Mittweida verfügt mit ihrer
über 30-jährigen Tradition auf dem Gebiet der
Laserforschung über reichhaltige Erfahrungen
in vielen Bereichen der Laseranwendung und
Lasertechnologie sowie in der Ausbildung von
Studenten. Mittweida ist in dieser Hinsicht im
In- und Ausland bekannt geworden und zählt
somit zu den am längsten auf diesem Gebiet
tätigen Hochschulen.
Von April bis Juni 2012 hat die Niederlassung
Chemnitz ein Verhandlungsverfahren nach
VOF 2009 § 3 in zwei Stufen durchgeführt. Die
erste Stufe umfasste die Bewerbung und Vor-
auswahl entsprechend der Veröffentlichung im
EU-Amtsblatt. In der zweiten Stufe bearbeiten
die ausgewählten Teilnehmer im Vorfeld zu
den Verhandlungsgesprächen einen Lösungs-
vorschlag zu Teilaspekten der nachfolgenden
Planungsaufgabe. Der Vorschlag soll die fach-
liche Kompetenz der Bewerber nachweisen
und dokumentieren. Die Lösungsvorschläge
werden durch ein Fachgremium anonymisiert
bewertet. Im Verhandlungsgespräch stellen
die Bewerber die Leistungsfähigkeit ihres Bü-
ros und ihre Erfahrungen mit vergleichbaren
Projekten vor.
Es sollen circa 2.525 Quadratmeter für For-
schungs- und Büroflächen entstehen. Die
Baumaßnahme ist mit einer Kostenobergren-
ze von 20,0 Millionen Euro (Gesamtbaukosten)
versehen und soll 2015 fertiggestellt sein. In
diesem Neubau sollen die zurzeit auf ver-
schiedene Standorte verteilten und unange-
messen untergebrachten Forschungsflächen
konzentriert werden.
Es haben sich 44 Büros beteiligt, acht wurden
für die Bearbeitung der zweiten Stufe ausge-
wählt.
Das pbr Planungsbüro Rohling AG aus Jena
konnte sich für die Umsetzung der Bauaufga-
be empfehlen. Dabei überzeugte nicht nur die
klare Struktur des Lösungsansatzes, sondern
auch die vorgestellte Projektorganisation, die
eine schnelle und wirtschaftliche Realisierung
erwarten lässt.
technische Universität Dresden und
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative
erkrankungen (DZNe) in der helmholtz­
Gemeinschaft, Neubau Forschungszentrum
für das Zentrum für Innovationskompetenz
B cube (ZIK B cUBe) und das DZNe
VOF-Verfahren mit Lösungsvorschlägen
Auf dem Grundstück „Am Tatzberg“, in direkter
Nähe zu den Gebäuden des CRTD und BIOZ,
soll zur Unterbringung des ZIK B CUBE und
des DZNE ein Neubau mit einer Gesamtnutz-
fläche von 7.000 Quadratmeter realisiert wer-
den. Dabei sind circa 1.600 Quadratmeter als
Bürofläche und circa 4.000 Quadratmeter als
Laborfläche zu erstellen. Für beide Nutzungen
war ein gemeinsamer Eingangsbereich ge-
wünscht. Außerdem sollten mögliche Synergi-
en zwischen beiden Einrichtungen aufgezeigt
werden. Mit dem Neubau sollen Bedingungen
geschaffen werden, die einer zukunftswei-
senden Forschung gerecht werden. Da eine
Finanzierung aus zwei getrennten Budgets er-
folgt, war in der Entwurfskonzeption sicher zu
stellen, dass auch eine Realisierung in zeitlich
versetzten Bauabschnitten möglich ist und
beide Komplexe unabhängig voneinander er-
stellbar und betreibbar sind.
Nach Auslobung des VOF-Verfahrens wurden
aus den 42 Bewerbern sechs Bieter zur Einrei-
chung eines Lösungsvorschlages mit Vorstel-
lung im Verhandlungsgespräch aufgefordert.
Im Rahmen des Verhandlungsverfahrens wurde
das Büro woernerundpartner planungsgesell-
schaftmbh aus Frankfurt am Main ausgewählt.
Der ausgewählte Lösungsvorschlag überzeug-
te durch seine kompakte Anordnung auf dem
Baufeld und seine Funktionsaufteilung. In
24 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 25
Finanzamt Pirna,
Entwurf
Entwurf, Ersatzneubau Laserlabore, Fachbereich
Mathematik, Physik, Informatik der Hochschule
Mittweida

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10
Jahre
SIB
dem gemeinsamen Erschließungselement sind
zentral die Kommunikationsbereiche angeord-
net, welche so gut von beiden Einrichtungen
genutzt werden können. Die Grundrisse sind
klar in Labor- und Bürobereiche mit kurzen
Wegen gegliedert. Nach außen präsentieren
sich beide Gebäudeteile einheitlich. Die Berei-
che unterscheiden sich nur durch die unter-
schiedliche Farbgebung in der Fassade. In der
Kubatur folgen sie der bestehenden Nachbar-
bebauung des BIOZ und CRTD.
Sächsisches Krankenhaus
Großschweidnitz Neubau des
Gerontopsychiatrischen Zentrums (GPZ)
VOF-Verfahren mit integriertem Wettbewerb
nach RPW 2008
Auf dem Gelände des SKH Großschweidnitz
ist ein gerontopsychiatrisches Zentrum mit
vier Stationen zu je 20 Betten (je zwei Ge-
ronto- und zwei Suchtstationen) sowie einer
Tagesklinik mit 20 Plätzen zu errichten. Das
Raumprogramm sieht eine Nettofläche mit
4.084 Quadratmetern vor. Neben den funkti-
onellen und wirtschaftlichen Aspekten waren
Anforderungen zur gestalterischen und städ-
tebaulichen Integration des Baukörpers in die
vorhandene offene, pavillonartige Bebauung
der denkmalgeschützten Gesamtanlage zu
erfüllen.
Nach der Auslobung des VOF-Verfahrens wur-
den von den Bewerbern 28 Wettbewerbsarbei-
ten eingereicht. Nach der Vorprüfung wurde
durch das Preisgericht am 5. September 2012
als erster Preisträger das Kleihues+Kleihues
Gesellschaft von Architekten mbH aus Berlin
ausgewählt.
Der Wettbewerbsentwurf des ersten Preisträ-
gers überzeugte die Jury mit der Übernahme
bestehender städtebaulichen Achsen und dem
Aufgreifen der Dachformen im Bestand. Der
Baukörper gliedert sich harmonisch in das be-
stehende Pavillonsystem ein. Die Struktur des
Baukörpers erlaubt eine großzügige Freiflä-
chengestaltung. Die funktionale Entwurfslö-
sung setzt das Nutzerkonzept mit belichteten
Fluren und optimaler Anordnung der Stütz-
punkte überzeugend und vorteilhaft um.
Nachhaltiges Bauen
Das wegweisende Ziel des Nachhaltigen Bau-
ens ist die Sicherstellung, dass die gegenwär-
tige Generation ihre Bedürfnisse nicht auf
Kosten der zukünftigen befriedigt. Mit diesem
Anspruch bekennt sich der SIB zu den Prinzi-
pien des nachhaltigen Bauens, Betreibens und
Bewirtschaftens. Derzeit werden in Deutsch-
land 40 Prozent des gesamten Endenergie-
verbrauchs für Heizwärme aufgewandt, und
50 Prozent aller verfügbaren Ressourcen (wie
Material oder Energie) vom Bausektor in An-
spruch genommen. Mit der zunehmenden Fo-
kussierung auf die Nachhaltigkeit in ihren drei
Dimensionen: Ökologie, Ökonomie und sozia-
le / funktionale Aspekte leistet der SIB als ei-
ner der bedeutendsten Bauherren im Freistaat
Sachsen seinen Beitrag zu einem verantwor-
tungsbewussten und schonenden Umgang
mit den Ressourcen.
Die Aufgabe des Kompetenzzentrums Nach-
haltigkeit ist es, das Fachwissen im Bereich
Nachhaltigkeit zu bündeln und stufenweise in
den Planungs-, Bau- und Bewirtschaftungs-
prozess landeseigener Immobilien zu integrie-
ren. Des Weiteren sollen perspektivisch auch
Kommunen und andere öffentliche Bauherren
sowie Zuwendungsempfänger nach § 44 SäHO
bei Fragen zur Nachhaltigkeit fachlich unter-
stützt werden.
Nachhaltigkeit ist ein ganzheitlicher Ansatz,
der nicht nur auf eine schonende Ressourcen-
inanspruchnahme abzielt, sondern auch die
Prozesse wie die Bauausführung im Blick hat.
Dies bedeutet, dass eine intensive Zusammen-
arbeit aller beteiligten Fachbereiche unerläss-
lich für eine nachhaltige Gebäudeerrichtung
und -betreibung ist. Die Arbeit des Kompe-
tenzzentrums Nachhaltigkeit konzentriert
sich derzeit auf die beiden Handlungsfelder
Planen und Bauen sowie Bewirtschaften der
Liegenschaften im Zuständigkeitsbereich des
SIB. Sie erfolgt in enger Kooperation mit dem
Fachbereich Technik im Planungs- und Bau-
management sowie dem Fachbereich Techni-
sches Gebäudemanagement im Facility- und
Bedarfsdeckungsmanagement.
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung (BMVBS) hat 2011 das Be-
wertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB-
System) für Büro- und Verwaltungsneubauten
im zivilen Bundesbau eingeführt. Damit steht
neben dem Zertifizierungssystem der Deut-
schen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
(DGNB-System) ein weiteres ganzheitliches
quantitatives Bewertungsverfahren für Ge-
bäude über den gesamten Lebenszyklus unter
Berücksichtigung der ökologischen, ökono-
mischen, soziokulturellen Qualität sowie den
technischen und prozessualen Aspekten zur
Verfügung. In der ökologischen Dimension
des BNB-Systems wird das Gebäude auf seine
Wirkung auf die globale und lokale Umwelt
(wie beispielsweise Treibhauspotenzial) so-
wie seine Ressourceninanspruchnahme (zum
Beispiel Primärenergiebedarf) bewertet. Die
ökonomische Qualität bildet sich in den Le-
benszykluskosten und der Wertentwicklung
im Hinblick auf die Drittverwendungsfähigkeit
ab. Bei den soziokulturellen und funktionalen
Aspekten steht der Gebäudenutzer im Mit-
telpunkt. Dabei zielt die Nutzerzufriedenheit
auf den akustischen und visuellen Komfort,
die Funktionalität (wie Barrierefreiheit oder
Umnutzungsfähigkeit) und die Sicherung der
Gestaltungsqualität. Eine hohes gestalteri-
sches Niveau steigert in der Regel die Identi-
fikation des Nutzers mit dem Gebäude. In der
Planungsphase werden die Prämissen für eine
nachhaltige Errichtung, die Betreibung und
für den Rückbau geschaffen. Daher kommt
der Planungsqualität, die im Punkt Prozess-
qualität verankert ist, eine besondere Bedeu-
tung zu. Standortmerkmale werden im BNB-
System mit betrachtet, finden jedoch keinen
Eingang in die Bewertung.
Ab 2013 wird die BNB-Zertifizierung nach Sil-
berstandard für alle Bundesbauvorhaben für
Verwaltungsneubauten gefordert. Vor diesem
Hintergrund wurde 2012 in jeder Niederlas-
sung, die Bundesbauaufgaben wahrnimmt,
ein sogenannter BNB-Koordinator ausgebil-
det. Die Beschäftigten schließen die Ausbil-
dung mit einem Zertifikat ab und sind befä-
higt, Bauvorhaben nach dem BNB-System
zu bewerten. Darüber hinaus wurden zwei
Beschäftigte zum Sachverständigen für Nach-
haltiges Bauen ausgebildet.
Für die Baumaßnahme „Projekthaus Mensch
Technik Organisation“ (MeTeOr) an der TU
Chemnitz wurde 2012 die nachträgliche Zer-
tifizierung nach dem DGNB-System durchge-
führt. Da das Kompetenzzentrum über eine
eigene beim DGNB zugelassene Auditorin ver-
fügt, erfolgt dies als Eigenleistung. Dadurch
können am besten Aufwand und Nutzen ana-
lysiert sowie Schwierigkeiten bei der Abwick-
lung ausgewertet werden.
Die Optimierungsmöglichkeiten während des
Planungs- und Bauprozesses mit der Nach-
haltigkeitsbewertung werden derzeit in einem
Testvorhaben „Neubau für Schriftgutlager und
Verwaltung“ auf dem Gelände der Landesunter-
suchungsanstalt Dresden planungsbegleitend
überprüft. Ziel ist die Zertifizierung nach BNB.
Innenansicht
26 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 27
Bebauungsentwurf des Gerontopsychiatrischen
Zentrums für das Sächsische Krankenhaus
Großschweidnitz
Technische Universität Chemnitz,
Projekthaus Mensch, Technik, Organisation (MeTeOr)

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10
Jahre
SIB
Darüber hinaus arbeitet das Kompetenzzent-
rum Nachhaltigkeit aktiv in der Projektgruppe
„Nachhaltiges Bauen“ im Ausschuss für Staat-
lichen Hochbau/Fachkommission Bau- und
Kostenplanung der Bauministerkonferenz der
Länder mit. Arbeitsschwerpunkt ist derzeit die
Herausarbeitung der Auswirkungen des Nach-
haltigen Bauens und der Zertifizierung nach
BNB auf die Architekturwettbewerbe im Zu-
sammenhang mit den Anforderungen an die
Büros, die Rolle der Vorprüfung sowie die Be-
rücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien.
Ein Schwerpunkt der Arbeit des Kompetenz-
zentrums 2013 wird die flächendeckende
Grundlagenschulung der Beschäftigten sein.
Des Weiteren ist die Ausbildung von weite-
ren BNB-Koordinatoren sowie Sachverstän-
digen für nachhaltiges Bauen vorgesehen,
die auf Niederlassungsebene als Ansprech-
partner und Berater bei Fragen zur Nachhal-
tigkeit fungieren.
6.2 FAcIlIty­ UND BeDArFS­
DecKUNGSMANAGeMeNt
Behördenunterbringung
Im Jahr 2012 wurden insgesamt 55 förmliche
sowie mehr als 300 formlose Bedarfsanmel-
dungen abschließend bearbeitet und ent-
schieden. Im Anschluss an die Anerkennung
förmlicher Bedarfsanmeldungen folgt im
Rahmen von Entscheidungsunterlagen die
Ermittlung der wirtschaftlichsten Bedarfsde-
ckungsvariante. Dazu wurden im Jahr 2012 19
förmliche Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen
fertiggestellt.
Neben der Prüfung von Bedarfsanmeldungen
und der Erstellung von Wirtschaftlichkeitsun-
tersuchungen ist der Unternehmensbereich
auch Ansprechpartner für die Ressorts, wenn
es um Beratung rund um den Unterbringungs-
bedarf geht.
Das Jahr 2012 stand im Zeichen der Vorbe-
reitung der Haushaltsverhandlungen zum
Doppelhaushalt 2013/2014. Unterbringungs-
maßnahmen, die als „Große Baumaßnahme“
erfolgen, bedürfen für die Aufnahme in den
Haushaltsplan einer entsprechenden planeri-
schen Vorbereitung. Hierbei nehmen die Prü-
fung der Bedarfsanmeldung sowie die Ferti-
gung einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
einen entscheidenden Anteil ein.
Schwerpunkt war in diesem Zusammenhang
die planerische Vorbereitung der von der
Sächsischen Staatsregierung beschlossenen
baulichen Umsetzungskonzeption zur Staats-
modernisierung bis 2020. Für die hiervon er-
fassten Maßnahmen wurden in kurzer Zeit
fünf förmliche Bedarfsanmeldungen aner-
kannt und sechs Wirtschaftlichkeitsuntersu-
chungen abgeschlossen.
Immobilienmanagement
Im Jahr 2012 befanden sich 2.851 Gebäude
mit vier Millionen Quadratmeter Nutzflä-
che beziehungsweise 5,6 Millionen Quadrat-
meter Nettogrundfläche in der Verwaltung
des Unternehmensbereiches. Davon werden
3,7 Millionen Quadratmeter Nutzfläche voll-
umfänglich durch den SIB bewirtschaftet. Die
verbleibende Fläche von 0,3 Millionen Quad-
ratmeter Nutzfläche bewirtschaften die Uni-
versitätskliniken Dresden und Leipzig selbst.
Im Eigentum des Freistaates Sachsen befinden
sich 2.315 Gebäude mit circa fünf Millionen
Quadratmeter Nettogrundfläche (89 Prozent)
und im Eigentum Dritter 536 Gebäude mit cir-
ca 0,6 Millionen Quadratmeter Nettogrundflä-
che (11 Prozent).
OBJeKtMANAGeMeNt
Bewirtschaftung
Für die Bewirtschaftung des Verwaltungs-
vermögens (ohne die ehemals flexibilisierten
Hochschulen) sind im Jahr 2012 Haushalts-
mittel in Höhe von insgesamt 112,94 Millio-
nen Euro verausgabt worden. Insgesamt ist
eine Steigerung der Ausgaben um 2,2 Prozent
zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist
dieser Anstieg gering und ist im Wesentli-
chen auf den recht milden und schneearmen
Winter zurückzuführen. Für die ehemals fle-
xibilisierten Hochschulen wurden 2012 43,53
Millionen Euro verausgabt. Das Gesamte Aus-
gabevolumen 2012 betrug somit 156,47 Mil-
lionen Euro.
Die Bewirtschaftungskosten für die Medien-
versorgung (Strom, Fernwärme, Gas, Heizöl/
Diesel) lagen im Jahr 2012 bei rund 55 Prozent
der Gesamtkosten. Die Medienversorgung bil-
det damit nach wie vor den Schwerpunkt bei
den Ausgaben. Das Hauptaugenmerk liegt
sowohl aus wirtschaftlicher als auch ökologi-
scher Sicht auf dem sparsamen Umgang sowie
der rationellen Nutzung aller Ressourcen.
Anmietung/Vermietung
Die Unterbringung von Behörden und sons-
tigen staatlichen Einrichtungen des Freistaat
Sachsen erfolgt grundsätzlich in landeseige-
nen Liegenschaften. Ist dies aus wirtschaftli-
chen Gründen nicht sinnvoll oder sonst nicht
möglich, erfolgt eine Anmietung der notwen-
digen Flächen. Hierfür wurden 2012 33,25
Millionen Euro verausgabt. Für die Anmietun-
gen der ehemals flexibilisierten Hochschulen
wurden 7,64 Millionen ausgegeben. Insgesamt
betrug der Mittelabfluss 2012 somit 40,89
Millionen Euro. Tendenziell ist ein Rückgang
der Mietausgaben zu verzeichnen, zum einen
Verwaltete NGF gesamt: ca. 5,6 Mio. m
2
5,0 Mio. m
2
NGF
Anzahl: 2315
0,6 Mio. m
2
NGF
Anzahl: 536
Gebäude Eigentum FS
Anmietungen
Die Verteilung der Flächenanteile auf die einzelnen ressorts stellt sich wie folgt dar:
Universitäten/Hochschulen (ohne Unikliniken)
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Sächsisches Staatsministerium der Justiz
und für Europa
Sächsisches Staatsministerium für
Wissenschaft und Kunst
Finanzvermögen - FB
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
und Sport
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und
Verbraucherschutz
Sächsische Staatskanzelei
Sächsischer Landtag
Sächsischer Rechnungshof
31,6 %
19,1 %
13,5 %
9,6 %
7,6 %
6,3 %
5,5 %
3,7 %
1,1 %
1,0 %
0,4 %
0,4 %
0,2 %
28 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 29
Die Verteilung der Bewirtschaftungskosten
*
nach DIN 18960 (Nutzungskosten im hochbau)
Versorgung
Entsorgung
Reinigung und Pflege von Gebäuden
Reinigung und Pflege von Außenanlagen
Bedienung, Inspektion und Wartung
Sicherheits- und Überwachungsdienste
Abgaben und Beiträge
Nebenkostenausgaben
sonstige Bertriebskosten
54,7 %
5,4 %
14,5 %
4,5 %
9,1 %
4,2 %
0,2 %
6,4 %
0,5 %
* ohne Berücksichtigung der Nebenkosteneinnahmen
und der ehem. flex. Hochschulen
Innenansicht
technische Universität Bergakademie Freiberg,
Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen

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10
Jahre
SIB
durch die verstärkte Unterbringung von Be-
hörden in landeseigenen Gebäuden, wodurch
Anmietungen entbehrlich wurden und zum
anderen durch günstigere Mietkonditionen
als noch in den 90er Jahren.
Neben den Ausgaben für Anmietungen, wur-
den durch den Unternehmensbereich Facility-
und Bedarfsdeckungsmanagement 2012 auch
Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung
in Höhe von 5,2 Millionen Euro erzielt. Davon
entfallen auf die Vermietung von Wohnheim-
plätzen an Stundenten/Schüler der Berufs-
akademien und der Landesgymnasien circa
1,9 Millionen Euro, auf die Vermietung von
Büroräumen circa 0,9 Millionen Euro und auf
die Vermietung von Gewerberäumen 0,8 Mil-
lionen Euro.
Gebäude­ und Glasreinigung
Semperoper Dresden
Die Semperoper zählt zu den wichtigsten und
bekanntesten historischen Bauwerken Dres-
dens. Als bekanntestes Opernhaus Deutsch-
lands erfreut sie sich jährlich großer Besu-
cheranströme aus dem In- und Ausland, sei es
im Rahmen von Führungen oder dem direkten
Erleben einer Opernaufführung. Umso wichti-
ger scheint die dauerhafte Aufrechterhaltung
des positiven inneren und äußeren Erschei-
nungsbildes. Gewährleistet wird dies durch
die detailliert auf Proben, Führungen, Vorstel-
lungen abgestimmten Reinigungsleistungen.
Die Koordination der Leistungserbringung
sowie die Leistungserbringung selbst erfor-
dert ein gewisses Fingerspitzengefühl. Zum
einen sind die Belange der Solisten, Tän-
zer, Licht- und Tontechniker, Bühnenbildner
und Gäste zu berücksichtigen, zum anderen
werden hohe Anforderungen an die Leis-
tungsausführung gestellt. Dies ist begründet
durch die teilweise sehr hochwertigen und
empfindlichen Architekturoberflächen, die
ein solches geschichtsträchtiges Bauwerk mit
sich bringt. Hier sind Oberflächenreinigun-
gen an Stuckmarmor und Stuccolustro, an
Spiegeln mit Polimentvergoldung, Plastiken
und leimgebundenen Fassungen notwendig,
die aufgrund ihrer Empfindlichkeit einer be-
sonderen Behandlung bedürfen. Auch die für
das Publikum eher weniger sichtbaren tech-
nischen Funktionsflächen, wie zum Beispiel
die Beleuchterebene und Bühnenmaschinerie
bedürfen für einen reibungslosen Ablauf einer
regelmäßigen Reinigung.
Die dargestellten Anforderungen lassen bereits
erahnen, welchen Umfang eine Ausschreibung
für die Gebäude- und Glasreinigung einnimmt.
Hier sind zur Ermittlung des tatsächlichen Be-
darfs Nutzervorgaben mit Standardwerten für
einzelne Raumarten abzugleichen und diese
raumgenau auf Grundlage aktueller Pläne
zu erfassen. Nicht zu vernachlässigen sind
bei solchen spezifischen Bauwerken die an-
fallenden Sonderreinigungsmaßnahmen, die
ebenfalls zu ermitteln und abzustimmen sind.
Beispiele für derartige Maßnahmen in der
Semperoper sind die tägliche Zweitreinigung
des Zuschauerbereiches, die Polsterreinigung
sowie die tägliche „Staubstrecke“ innerhalb
des Publikumsbereichs, wie Lampen, Messing-
geländer und Kleiderhaken. Einen großen Um-
fang nimmt auch die Grundreinigung, die in
der Regel in der Spielpause im Sommer statt-
findet, ein. Sie ist vereinfacht gesprochen eine
intensive Unterhaltsreinigung und beinhaltet
in der Semperoper unter anderem die Reini-
gung der Kronenleuchter sowie sämtlicher
Vorhänge.
Im Jahr 2012 erfolgte über einen Zeitraum von
etwa sechs Monaten eine Aufbereitung dieser
Daten für eine aktuelle Ausschreibung von
Gebäude- und Glasreinigung. Ermittelt wur-
de eine Reinigungsfläche für die Unterhalts-
reinigung von circa 300.000 Quadratmetern
monatlich, für die Glasreinigung von circa
100.000 Quadratmetern jährlich sowie für die
Grundreinigung von circa 50.000 Quadratme-
tern jährlich. In dieses Flächenausmaß einge-
schlossen sind angrenzende Funktions- und
Gastronomiegebäude sowie die Probebühne
und eine Vielzahl nachgeordneter Liegen-
schaften, die für Probezwecke genutzt werden
oder als Lagerfläche dienen beziehungsweise
in denen mit dem Opernbetrieb einhergehen-
de Arbeiten ausgeführt werden. So befinden
sich unweit der Semperoper die Theaterwerk-
stätten mit Tischlerei, Malsaal, Schlosserei,
Plastik/Tapeziererei, Verwaltung und Noten-
bibliothek sowie die Kostümwerkstätten und
das Dekomagazin. Des Weiteren befinden sich
innerhalb des Stadtgebietes noch Probestät-
ten, Kostümfundus und Wäscherei.
Die Veröffentlichung der Ausschreibung über
Gebäude- und Glasreinigung erfolgte im De-
zember 2012.
techNIScheS
GeBäUDeMANAGeMeNt
einsatz von Messgeräten im technischen
Gebäudemanagement
Der SIB nimmt seine Betreiberverantwortung
pflichtgemäß wahr und untersucht seine Lie-
genschaften unter funktionalen und energe-
tischen Gesichtspunkten. Dazu setzt er mo-
dernste Messtechnik ein. Das sind zum Beispiel
Infrarotkameras, Schallpegelmessgeräte, Ultra-
schallvolumenstrommessgeräte zur Messung
von Energieflüssen in Heizungs- und Warm-
wasserrohren, Netz- und Energieanalysatoren
sowie Messtechnik zur Bestimmung und Auf-
zeichnung raumklimatischer Kenngrößen.
Mit Hilfe der Infrarot-Wärmebildkamera las-
sen sich Undichtheiten der äußeren Hüllflä-
che von Gebäuden im Anschlussbereich von
Fenstern und Türen sowie der Dachflächen
nachweisen oder vorhandene Wärmebrü-
cken aufdecken. Die Wärmebrücken führen
nicht nur zu Energieverlusten, sondern kön-
nen auch Schimmelpilzbildung hervorrufen.
Anhand der Auswertungen lassen sich not-
wendige Maßnahmen ableiten, mit deren
Hilfe die energetische Effizienz des betrach-
teten Gebäudes verbessert werden kann.
Aber auch elektrotechnische Anlagen (bei-
spielsweise Schaltanlagen, Transformatoren)
werden einer Thermografieprüfung unterzo-
gen, um Überbelastung und Fehldimensio-
nierung von Kabeln, Leitungen, Verteilern
und Sicherungen aufzudecken. So können
Wärmestauungen und Brände vermieden
werden. Ein großer Vorteil der Thermografie
ist, dass alle Prüfungen berührungslos erfol-
gen können.
Mietausgaben je ressort
Sächsischer Landtag
Sächsische Staatskanzelei
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
und Sport
Sächsisches Staatsministerium der Justiz
und für Europa
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und
Verbraucherschutz
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft
Sächsischer Rechnungshof
Sächsisches Staatsministerium für
Wissenschaft und Kunst
Finanzvermögen
Technische Universitäten/Hochschulen
(nicht flexibilisiert)
40,1 %
5,5 %
11,5 %
20,1 %
1,2 %
0,3 %
2,4 %
2,3 %
9,9 %
0,3 %
5,8 %
0,5 % 0,2 %
30 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 31
Johanneum Dresden, Englische Treppe im
restaurierten Zustand
Johanneum Nordfassade und Stallhof,
Dresden
Hauptgebäude Rechtsmedizin, Giebelseite
Blick durch die Infrarot-Wärmebildkamera

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10
Jahre
SIB
Aus allen Niederlassungen haben Beschäftigte
an Thermografie-Anwenderseminaren teilge-
nommen. Damit können die Kameras nieder-
lassungsübergreifend eingesetzt werden.
Ein weiterer Einsatzbereich der Thermografie
ist die Suche nach verdeckt liegenden Hei-
zungs- und Versorgungsleitungen, da sich ent-
lang ihres Verlaufes die Bausubstanz deutlich
erwärmt. Umgekehrt gilt das natürlich auch
für Trink- und Regenwasserleitungen. Einsetz-
bar ist diese Technologie auch bei der Suche
nach Flächenheizungen oder deren Überprü-
fung. Zur Suche defekter, wasserführender
Leitungen ist die Thermografie eine ebenfalls
geeignete Methode. Ausgetretene Feuchtig-
keit hinterlässt in der Wand oder im Boden
eine unregelmäßige Spur, die sich entspre-
chend lokalisieren lässt. Erhebliche Folgekos-
ten und Schäden, welche durch großflächige
Öffnungen auf der Suche nach Wasserverlus-
ten verursacht werden, lassen sich durch den
Einsatz der Thermografie vermeiden.
BeDeUteNDe PrOJeKte AUS DeM
UNterNehMeNSBereIch
Übertragung der Bewirtschaftung und Ver­
waltung der liegenschaften der flexibilisier­
ten hochschulen auf den SIB
Der SIB hat auf der Grundlage des Kabinettsbe-
schlusses vom 20. Dezember 2010 im Jahr 2011
mit dem Vollzug des Projektes „Rückführung der
flexibilisierten Hochschulen“ begonnen. Ende
2011/Anfang 2012 war die Rücknahme der Lie-
genschaften im Wesentlichen vollzogen. Der SIB
war ab diesem Zeitpunkt für circa 400 Gebäude
mit etwa 685.000 Quadratmetern Nettogrund-
fläche zusätzlich zuständig. Damit verbunden
war die Übernahme von insgesamt rund 1.900
Verträgen und über 1.000 Daueranordnungen
zur Begleichung von Rechnungen. Der SIB hat
allein für die Bewirtschaftung der ehemals flexi-
bilisierten Hochschulen im Jahr 2012 Verantwor-
tung für ein Gesamtvolumen an Haushaltsmit-
teln in Höhe von 43,5 Millionen Euro getragen,
hinzukommen Ausgaben für Anmietungen in
Höhe von weiteren 7,64 Millionen Euro.
Trotzdem die Übernahme der Bewirtschaf-
tung und Verwaltung der Liegenschaften
der ehemals flexibilisierten Hochschulen von
den Hochschulen für den SIB mit zahlrei-
chen Herausforderungen verbunden war, ist
es gemeinsam und insbesondere aufgrund
des großen Engagements der zuständigen
Niederlassungen Bautzen, Chemnitz, Dres-
den II und Leipzig II vor Ort gelungen, einen
nahezu reibungslosen Übergang des Dienst-
betriebes ohne größere Beeinträchtigungen
zu vollziehen.
Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Auch
in den nächsten Jahren werden die Niederlas-
sungen damit befasst sein, entsprechend der
inhaltlichen und rechtlichen Anforderun-
gen, die übernommen Verträge zu prüfen, zu
aktualisieren und neu auszuschreiben. Durch
Effizienz- und Synergieeffekte sowie weiterer
Optimierungsmaßnahmen können Kostenzu-
wächse im Bereich der Bewirtschaftung der
Hochschulen, trotz allgemeiner Kostenstei-
gerungen bei im Wesentlichen unveränderter
Flächenbestände, begrenzt werden.
6.3 FINANZVerMöGeN UND
POrtFOlIOSteUerUNG
Das Immobilienportfolio des Freistaates
Sachsen in guten händen
Der Unternehmensbereich Finanzvermögen
und Portfoliosteuerung ist die grundbesitz-
führende Stelle des Freistaates Sachsen und
damit federführend bei der Steuerung und
Optimierung des staatlichen Immobilienport-
folios. Zum Stand 31. Dezember 2012 war der
Freistaat Sachsen Alleineigentümer von cir-
ca 87.000 Flurstücken auf einer Fläche von
etwa 235.000 Hektar. Der SIB ist dabei für
circa 30.100 Flurstücke auf 34.400 Hektar zu-
ständig. Für den übrigen Immobilienbestand
sind der Staatsbetrieb Sachsenforst und das
Landesamt für Straßenbau und Verkehr zu-
ständig.
Der Unternehmensbereich Finanzvermögen
und Portfoliosteuerung verwaltet selbst
rund 28.100 Flurstücke (etwa 93 Prozent der
vom SIB verwalteten Flurstücke) mit einer
Fläche von circa 31.300 Hektar. Dieses Port-
folio besteht aus entbehrlichen und somit
grundsätzlich veräußerbaren sowie unent-
behrlichen Immobilien. Zum entbehrlichen
Finanzvermögen gehören alle Immobilien,
die nicht für die Wahrnehmung staatlicher
Aufgaben oder zur Wahrung staatlicher
Interessen benötigt werden. Im Portfolio
der unentbehrlichen Immobilien steht die
Nutzungsüberlassung innerhalb der Staats-
verwaltung sowie an externe Dritte im
Mittelpunkt. Dabei beschafft der Unterneh-
mensbereich beispielsweise für die Landes-
talsperrenverwaltung nicht nur Immobilien,
die zur Verbesserung des Hochwasserschut-
zes erforderliche sind, sondern auch Aus-
gleichs- und Kompensationsflächen.
Aufgrund der Erfahrungen aus der Immobi-
lienkrise 2008/2009 und den Entwicklungen
auf dem Immobilienmarkt in Sachsen hat die
langfristige Immobilienstrategie des Freistaa-
tes an Bedeutung gewonnen. Sowohl bei der
langfristig angelegten Strategie im Rahmen
der Beschaffung von Immobilien, als auch bei
der Strategie zur Veräußerung des landeseige-
nen Immobilienbestandes sind die mittel- und
langfristig zu erwartenden staatlichen Aufga-
ben und Interessen des Freistaates Sachsen
Mittelpunkt der Überlegungen. Diese Entwick-
lungen betreffen nicht nur die Ballungsräume
und Entwicklungsachsen des Landes, sondern
auch verstärkt den ländlichen Raum.
Der Freistaat Sachsen –
ein Standort mit Zukunft
Es liegt im Interesse des Freistaates Sachsen be-
stimmte Einrichtungen kostenfrei oder verbilligt
unterzubringen, um Sachsen als Wissenschafts-,
Wirtschafts- sowie Kunst- und Kulturstandort
zu stärken. Darunter fallen insbesondere außer-
universitäre Forschungseinrichtungen, wie zum
Beispiel Institute der Leibniz oder Helmholtz
Gemeinschaft, Einrichtungen der Max-Planck-
Gesellschaft oder der Fraunhofer Gesellschaft,
Gebäude für Bildungseinrichtungen wie zum
Beispiel die Private Handelshochschule Leipzig
gGmbH, die Sächsische Landesstiftung Natur
und Umwelt und das Berufsbildungswerk Sach-
sen gGmbH sowie soziale und weitere Einrich-
tungen. Die Unterbringung dieser Einrichtungen
und die weiteren grundstücksverkehrsbezoge-
nen Aufgaben liegen in der Zuständigkeit des
Unternehmensbereiches Finanzvermögen und
Portfoliosteuerung. Zudem ist der Unterneh-
mensbereich bestrebt, mögliche Standorte für
die Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen in
Sachsen frühzeitig und somit vorausschauend
zu sichern.
Beispiel für Messgeräteeinsatz
Heizkesselanalysator
32 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 33
Baumaßnahmen am Dach der hofkirche,
Dresden

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10
Jahre
SIB
Institute for Integrated Management
of Material Fluxes and of resources
(UNU­FlOreS)
Die Universität der Vereinten Nationen (UNU)
mit Sitz in Tokio hat sich bereits 2008 das
Ziel gesetzt, ein neues Institut in Dresden zu
etablieren und hat diesbezüglich ein Konzept
beim Bundesministerium für Bildung und For-
schung (BMBF) eingereicht. Die Bundesrepu-
blik Deutschland und der Freistaat Sachsen
unterstützen das Konzept unter Verweis auf
die Internationalisierungsstrategie sowie das
Interesse, die UNU in Deutschland zu halten
und den Wissenschaftsstandort Sachsen zu
stärken. Die Technische Universität Dres-
den strebt mit dem Forschungsinstitut eine
enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet der
nachhaltigen Materialnutzung und dem um-
weltgerechten Ressourcenmanagement an.
Die darüber hinaus geplanten gemeinsamen
Studienangebote für Graduierte stellen eine
Erweiterung der bisher üblichen Kooperation
von UNU-Instituten und Universitäten in den
Sitzländern dar.
Nach Abstimmung mit UNU FLORES, war der
SIB verantwortlich, diese Einrichtung unter-
zubringen. Letztlich fiel die Wahl des Instituts
auf das World Trade Center (WTC) in Dresden,
welches den Anforderungen der UNU am bes-
ten entsprach. Am 10. Dezember 2012 fand
die feierliche Eröffnung der UNU FLORES in
Dresden statt. Der Freistaat Sachsen hat dem
Institut dafür etwa 500 Quadratmeter in der
13. Etage des World Trade Center (WTC) ange-
mietet und zur Verfügung gestellt.
Institut für Angewandte
trainingswissenschaft
Das 1992 gegründete Institut für Angewandte
Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig ist das
zentrale Forschungsinstitut des deutschen Spit-
zen- und Nachwuchsleistungssports. Aufgabe
der Wissenschaftler des IAT ist die prozessbe-
gleitende Trainings- und Wettkampfforschung
im deutschen Leistungssport, mit dem Ziel,
Leistungspotenziale deutscher Spitzensportler
zu erkennen und auszuschöpfen. Auch hier
beteiligen sich die Bundesrepublik Deutsch-
land und der Freistaat Sachsen gemeinsam
an der Förderung und Ausstattung des Insti-
tutes. Der Freistaat stellt dafür Grundstücke
und Gebäude zur Verfügung. Die Kosten für
bauliche Investitionen auf den landeseigenen
Grundstücken teilen sich die Bundesrepub-
lik Deutschland und der Freistaat Sachsen.
Für die Sanierung des zum IAT zugehörigen
Werkstattgebäudes und der Errichtung eines
Funktionsergänzungsgebäudes (Fertigstellung
in 2013) investiert der Freistaat Sachsen rund
1,3 Millionen. Euro.
Fraunhofer­Institut für Verkehrs­
und Infrastruktursysteme
Das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und
Infrastruktursysteme bearbeitet insbesonde-
re Forschungs-und Entwicklungsprojekte im
Bereich ressourceneffizienter und umwelt-
schonender Antriebstechnologien sowie inno-
vative Fahrzeugkonzepte. In den vergangenen
Jahren hat sich vor allem die Elektromobilität
zum Schwerpunktthema etabliert. Dies führte
dazu, dass auf dem Gebiet der Antriebs- oder
Fahrzeugentwicklung praxisnahe Erprobun-
gen auf einem Testgelände erforderlich sind.
Für den Verbleib der Forschungsthemen am
Standort Dresden und somit für die perspekti-
vische Entwicklung des Institutes war die Re-
alisierung des Projektes von wesentlicher Be-
deutung. Das gesamte Vorhaben stand unter
einem großen Zeitdruck, da die Fördermittel
nur zeitlich befristet bereitgestellt wurden.
Die an das Institut angrenzende Fläche des
Testovals setzt sich aus einer landeseigenen
und einer städtischen Grundstücksfläche zu-
sammen, die baurechtlich als Außenbereich
im Innenbereich zu betrachten war. Aufgabe
des Unternehmensbereiches war die Bereit-
stellung und vertragliche Sicherung der Fläche
für das Testoval als Grundlage für die Bauge-
nehmigung. Dabei wurde die landeseigene
Fläche aus dem Randbereich des Campus der
TU Dresden einschließlich Grundstücksteilung
ausgegliedert und die Fraunhofer Gesellschaft
bei den Abstimmungen mit der Landeshaupt-
stadt Dresden zur Bereitstellung einer be-
nachbarten städtischen Teilfläche unterstützt.
Des Weiteren unterstützte der SIB bei der
Schaffung des Baurechts (vorhabenbezogener
Bebauungsplan) und der vertraglichen Siche-
rung der Fläche mittels Erbbaurecht. Die Ertei-
lung des Erbbaurechtes war die Voraussetzung
für die Wirksamkeit des vorhabenbezogenen
Bebauungsplanes.
Stiftung „Fürst­Pückler­Park Bad Muskau“
1993 wurde durch den Freistaat Sachsen die
unselbständige Stiftung „Fürst-Pückler-Park
Bad Muskau“ gegründet. Ihr Auftrag ist es un-
ter anderem, das bundesweit kulturhistorisch
bedeutsame Ensemble des Muskauer Parks,
welches seit 2004 zu den UNESCO-Welter-
bestätten gehört, nach historischem Vorbild
wiederherzustellen und gemeinsam mit der
Republik Polen eine partnerschaftliche Ver-
waltung dieses Denkmals der Gartenkunst zu
errichten. Der SIB ist vom SMF beauftragt, die
zur Erfüllung dieser Aufgaben erforderlichen
Grundstücke zu sichern und der Stiftung zur
Verfügung zu stellen. Zu diesen Grundstücken
gehören auch die sogenannten „Loose Wie-
sen“, um deren Erwerb der SIB sich seit etwa
10 Jahren bemüht hat. Die „Loose Wiesen“
haben eine Fläche von 57.175 Quadratmetern
und liegen in der Pufferzone, die direkt an den
Park angrenzt. Der bisherige Eigentümer hat
zur Veräußerung des Grundstückes ein Inte-
ressenbekundungsverfahren durchgeführt,
an dem sich der SIB beteiligt hat. Der SIB hat
hierbei verdeutlicht, dass die „Loose Wiesen“
eine besondere Bedeutung haben und mit
dem Grunderwerb sichergestellt werden soll,
dass im Bereich der Pufferzone keine Nutzun-
gen entstehen, die dem Welterbestatus des
Fürst-Pückler-Parks entgegenstehen. Mit der
Beurkundung des Grundstückskaufvertrages
am 20. Dezember 2012 konnten die Verhand-
lungen erfolgreich abgeschlossen werden.
Nach Genehmigung durch das Gremium des
Verkäufers wird der Grundstückskaufvertrag
wirksam. Der SIB geht davon aus, dass die
körperliche Übergabe der „Loose Wiesen“ an
die „Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“
im ersten Halbjahr 2013 erfolgt.
Flugplatz Großenhain ­ ein
Großansiedlungsstandort mit Zukunft
Der Flugplatz Großenhain umfasste ursprüng-
lich eine Fläche von etwa 300 Hektar, die
bis 1993 durch die GUS-Streitkräfte genutzt
wurde. Nach deren Abzug wurde der Flug-
platz als ziviler Verkehrslandeplatz weiter be-
trieben. Im Jahr 1998 konnte eine Fläche von
circa 70 Hektar an die Stadt Großenhain zur
Entwicklung eines Industrie- und Gewerbe-
gebietes veräußert werden. Seitdem versucht
der Freistaat Sachsen die verbleibende Fläche
zu vermarkten. Nachdem mehrere Veräuße-
rungsbemühungen insbesondere wegen der
erheblichen Kontaminationen und dem feh-
lenden Baurecht gescheitert sind, versucht der
Freistaat Sachsen die Fläche in Abstimmung
mit der Stadt Großenhain zu entwickeln. Ers-
te Studien haben ergeben, dass die Liegen-
schaft grundsätzlich zur Entwicklung einer
Fassadendetail, Institut für Angewandte
Trainingswissenschaften, Leipzig
Luftaufnahme, Flugplatz Großenhain
Luftaufnahme, Fürst-Pückler-Park, Bad Muskau
34 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 35
testoval,
Dresden

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10
Jahre
SIB
Großansiedlungsfläche für Industrie und
Gewerbe geeignet ist. Aufgrund der Lage an
den Bundesstraßen B 98 und B 101, der Nähe
zur Autobahn BAB 13 und der angrenzenden
Bahnlinie, verfügt die Liegenschaft infrastruk-
turell über eine gute Erschließung. Auch die
übrigen Eigenschaften der Liegenschaft lassen
eine erfolgreiche Entwicklung und Ansiedlung
von Unternehmen erwarten. Der SIB arbeitet
hier eng mit der Wirtschaftsförderung Sach-
sen GmbH zusammen.
Nach langen Verhandlungen konnte im Sep-
tember 2012 ein Städtebaulicher Vertrag
zwischen dem SIB und der Stadt Großen-
hain geschlossen werden. Der Stadtrat der
Stadt Großenhain steht der Entwicklung
ebenfalls positiv gegenüber und hat dem
Abschluss des Städtebaulichen Vertrages
mit großer Mehrheit zugestimmt. Ziel ist die
Durchführung eines Bebauungsplanverfah-
rens mit paralleler Änderung des Flächen-
nutzungsplanes für die Liegenschaft Flug-
platz Großenhain. Der SIB wird die Entwürfe
dieser Pläne in enger Abstimmung und Zu-
sammenarbeit mit der Stadt Großenhain
erarbeiten. Die Beschlussfassung über die
Pläne obliegt im Rahmen der Planungs-
hoheit entsprechend den Vorschriften des
BauGB der Stadt Großenhain.
Insgesamt herrschte auch im Jahr 2012
eine gute Nachfragesituation, die sich auch
bei der Jahresabrechnung im Geschäftsfeld
Verkauf 2012 widerspiegelt. Insgesamt hat
der Unternehmensbereich 495 Kaufver-
träge mit einem Kaufvertragsvolumen von
18,5 Millionen Euro abgeschlossen. Dabei
konnten 1.412 Flurstücke, auf 1.157 Hektar
und 999 Gebäude veräußert werden. Damit
wurde das höchste Kaufvertragsvolumen
seit 2007 erreicht. Im Vergleich zum Vor-
jahr ist eine Steigerung von zehn Prozent
zu verzeichnen. Die Anzahl der abgeschlos-
senen Verkaufsfälle lag 2012 bei 495 und
damit 25 Prozent über Vorjahresniveau.
Damit wurde 2012 die höchste Anzahl von
Kaufverträgen seit Bestehen des SIB ge-
schlossen. Diese Entwicklung liegt darin
begründet, dass der Unternehmensbereich
Finanzvermögen und Portfoliosteuerung
neben den mit klassischen Marketingmaß-
nahmen veräußerbaren Immobilien weiter-
hin die Veräußerungsbemühungen bei den
Immobilien intensiviert, für die es nur ei-
nen sehr eingeschränkten Käuferkreis gibt,
welcher nicht effektiv mit klassischen Mar-
ketinginstrumenten angesprochen werden
kann. Diese Immobilien sind in der Regel
nicht ohne weiteres marktgängig und in der
zwischenzeitlichen Verwaltung besonders
personal- und kostenintensiv. Nach erfor-
derlichem Anbahnungsaufwand konnten
beispielsweise zahlreiche Kleingartenanla-
gen, Erholungsgärten, überschuldete Immo-
bilien und Verkehrsflächen veräußert wer-
den. Diese „Besonderen Verkäufe“ bildeten
2012 59 Prozent (2011: 54 Prozent, 2010: 49
Prozent) der gesamten Verkaufsfälle.
Verkaufsaktion: Kleingärten
2012 lag ein ganz besonderer Schwerpunkt
in der Durchführung und dem Abschluss
der Verkaufsaktion zu landeseigenen Flä-
chen in Kleingartenanlagen nach dem
Bundeskleingartengesetz (BKleingG). Mit
den Kleingärten sind für den Eigentümer
dauerhafte finanzielle Unterhaltungslasten
verbunden. Darüber hinaus entstehen aus
der Wahrnehmung der Eigentümerpflichten
bei den landeseigenen Kleingartenflächen,
welche nicht im Rahmen der jeweiligen
Einzelpachtverhältnisse übertragbar sind,
zusätzliche Belastungen.
Die Anbahnung der Veräußerung konnte
dabei nicht dem gewöhnlichen Prozedere
der Verkaufsausschreibung folgen, denn
aufgrund des durch die gesetzlichen Be-
stimmungen des BKleingG geschützten Sta-
tus sollten die Belange der Kleigärtner ganz
wesentliche Berücksichtigung finden. In
enger Abstimmung mit dem Landesverband
der Kleingärtner Sachsen e. V. entwickelte
der SIB ein landesweit einheitliches Pro-
gramm mit gleichgeschalteter Vorgehens-
weise und privilegierten Ansprechpartnern
sowie allgemeinverbindlichen Regelungen
für den Kaufvertrag. Bei den privilegierten
Ansprechpartnern handelte es sich um die
Territorialverbände des Landesverbandes
der Kleingärtner e. V., die Belegenheitsge-
meinden sowie auch die Kleingartenverei-
ne, welche die jeweilige Kleingartenanlage
gepachtet haben. Diese potentiellen Käufer
erhielten ein Erwerbsvorrecht in der ge-
nannten Reihenfolge, da sie den Schutz-
gedanken nach BKleingG als potentielle
Erwerber sicherstellen können.
Mit dem Beginn der Verkaufsaktion befan-
den sich sachsenweit Flächen mit einer Ge-
samtgröße von annähernd 260 Hektar in 120
Kleingartenanlagen im Eigentum des Freistaa-
tes Sachsen. Bei den meisten Anlagen war
das Land Sachsen Eigentümer der gesam-
ten Kleingartenanlage. 2012 ist es dem SIB
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
6.847
220
16.042
283
19.418
351
27.001
329
43.005
323
13.848
370
9.260
407
16.389
426
16.825
397
18.507
495
50.000
40.000
30.000
20.000
10.000
0
500
400
300
200
100
0
Kaufvertragsvolumen
Anzahl der Kaufverträge
Anzahl der Verkaufsfälle
Kaufvertragsvolumen (in teuro)
36 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 37
Kleingartenanlage
© PeterGagstaedter / pixelio.de

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10
Jahre
SIB
gelungen, die im Vorjahr begonnene Verkaufs-
aktion zu forcieren. An die erwerbswilligen
privilegierten Ansprechpartner konnte bereits
Kleingartenland in 38 Kleingartenanlagen mit
einer Gesamtfläche von circa 53 Hektar veräu-
ßern werden. Darüber hinaus konnten im Ge-
schäftsjahr 2012 für Kleingartenflächen von
circa 49 Hektar in weiteren 30 Kleingarten-
anlagen die Verkaufsverhandlungen so weit
vorangebracht werden, dass ein Verkaufsab-
schluss 2013 absehbar ist.
Im Ergebnis wird der Unternehmensbereich
dann 68 Kleingartenanlagen mit 102 Hektar
landeseigener Kleingartenfläche nach BKlein-
gG erfolgreich an die Territorialverbände,
Kommunen sowie Kleingartenvereine veräu-
ßert haben.
ehemaliger Braunkohleförderschacht,
leipzig­Döhlitz
Unter den getätigten Verkäufen befinden
sich Liegenschaften, denen langjährige und
schwierige Vermarktungsprozesse zugrun-
de lagen. So konnte für das Objekt des un-
ter Denkmalschutz stehenden Ehemaligen
Braunkohleförderschachts in Leipzig-Döhlitz,
dem letzten Zeugnis des Braunkohlentiefbaus
in Mitteldeutschland, ein Käufer gefunden
werden.
Zuvor waren über viele Jahre hinweg alle Ver-
kaufsbemühungen an den hohen Sanierungs-
kosten und engen Auflagen des Denkmal-
schutzes gescheitert. Mit Beauftragung einer
Machbarkeitsstudie und der Untersuchung
verschiedener künftiger Nutzungsvarianten,
unter anderem der Etablierung eines Institu-
tes für oberflächennahe Geothermie, konnte
das Marketing intensiviert und die Liegen-
schaft im Ergebnis veräußert werden.
ehemalige husarenkaserne, Bautzen
Durch die Veräußerung des östlichen Teils der
durch die Nationale Volksarmee der ehemali-
gen DDR genutzten Liegenschaft Husarenka-
serne in Bautzen fand ein ebenfalls langjähri-
ger Vermarktungsprozess einen erfolgreichen
Abschluss. Die im innerstädtischen Bereich
gelegene Liegenschaft umfasst 23 Gebäude,
weitere diverse bauliche Anlagen sowie ein
umfangreiches Straßen und Wegenetz. Durch
die Umsetzung eines Behördenunterbrin-
gungskonzeptes konnte bis zum Jahr 2008
bereits der westliche Teil der Liegenschaft
einer künftigen Nutzung zugeführt werden.
Hinsichtlich des verbleibenden und für den
Freistaat Sachsen entbehrlichen östlichen
Teils erfolgten seit dem Jahr 2008 umfang-
reiche Vermarktungsbemühungen. Aufgrund
der Größe und Komplexität der Liegenschaft
sowie der Besonderheit, dass in unmittelbarer
Nachbarschaft ein Behördenstandort verblei-
ben wird, entschied man sich im Jahr 2009
für die Untersuchung diverser städtebaulicher
Varianten zu Wohn- und Kleinstgewerbenut-
zung. Im Ergebnis dessen entstand eine gut
konzipierte Broschüre, die den Vermarktungs-
prozess unterstützte und eine Vielzahl von
Kaufinteressenten auf die Liegenschaft auf-
merksam werden ließ.
Behördenkomplex, Dresden
Der Verkauf der Liegenschaft Marienallee 12
in Dresden zeigt die erfolgreiche Überfüh-
rung eines Gebäudes in aktive Nutzung. Für
das durch die Sächsische Landesbibliothek –
Staats- und Universitätsbibliothek Dresden,
den Kunstfond sowie interimsweise das Säch-
sische Hauptstaatsarchiv genutzte Gebäude
konnte ohne zwischenzeitlichen Leerstand
erfolgreich ein Käufer akquiriert werden. Die
für den weiteren Unterbringungsbedarf des
Freistaates Sachsen notwendigen Flächen
wurden im Gebäude rückangemietet. Mit dem
Verkauf konnten zudem dringend anstehen-
der Modernisierungs- und Sanierungsbedarf
auf den Käufer übertragen und damit erheb-
liche Kosten eingespart werden. Ziel ist es,
alle Immobilien, die im Zuge des andauernden
Verwaltungsumbaus des Freistaates entbehr-
lich werden, frühzeitig zu vermarkten, damit
ein Leerstand und damit verbundene Kosten
nicht entstehen. Insbesondere in struktur-
schwächeren Regionen Sachsens ist dies oft
schwierig und erfordert eine frühestmögliche
Berücksichtigung bei den Vermarktungsbe-
mühungen.
Fiskalerbschaftsfälle ­
erneuter Zugangsrekord
Bei den Fiskalerbschaftsfällen war 2012 ein
weiterer Anstieg bei den Neuzugängen auf
nunmehr 941 Fälle zu verzeichnen. Damit
haben sich die Zugangszahlen in einem Jahr-
zehnt fast verdoppelt (Steigerung um 82 Pro-
zent). Im Vergleich zum Vorjahr (818 Fälle)
ist eine Steigerung der Fallzugänge um 15
Prozent festzustellen. Der Trend der Vergan-
genheit ist geprägt von zeitweise konstan-
ten Zugangszahlen über mehrere Jahre und
sprunghaften Anstiegen, welche sich verste-
tigten. Es ist davon auszugehen, dass auch in
Zukunft mit steigenden Zugangszahlen aus
Fiskalerbschaften zu rechnen ist.
In fast jedem dritten Fiskalerbschaftsfall geht
dem Freistaat eine Immobilie zu, die dann
möglichst schnell zu vermarkten ist, da es sich
hier meist um Immobilien in einem schlech-
ten Bauzustand handelt, welche zudem noch
überschuldet sind. Da diese Immobilien in der
Regel keinen ausreichenden Verwertungserlös
zur Deckung der Schulden erwarten lassen,
müssen spezialisierte Mitarbeiter zunächst
mit den Gläubigern die Rahmenbedingungen
für eine Veräußerung aushandeln. Mit 985 er-
ledigten Fällen wurde das zweitbeste Ergebnis
seit 2003 erreicht. Die Anzahl der geschlossen
Fiskalerbschaftsfälle übertraf damit zum drit-
ten Mal in Folge die Anzahl der Neuzugänge,
was dazu führte, dass der Gesamtbestand an
offenen Fällen leicht abgeschmolzen (44 Fäl-
le) werden konnte. Er beträgt zum Ende des
Geschäftsjahres 3.245 Fälle. Die in den letzten
Jahren vollzogene Prozessoptimierung in der
Fallbearbeitung trägt hier ihre Früchte. Ins-
besondere die enge Verzahnung zwischen der
für die rechtliche Fiskalerbschaftsbearbeitung
zuständigen Gruppe und der speziell für die
zwischenzeitliche Verwaltung und Verwer-
tung von überschuldeten Immobilien zustän-
digen Gruppe trug ganz wesentlich zur hohen
Ehemaliger Braunkohleförderschacht,
Leipzig-Döhlitz
Marienallee, Dresden
ehemalige husarenkaserne,
Bautzen
38 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 39

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10
Jahre
SIB
Erledigungszahl bei. Im Vermarktungsprozess
ist laufender Abstimmungsaufwand zu den
zu erwartenden Verkaufseinnahmen zwischen
den Mitarbeitern der rechtlichen Fallbearbei-
tung und den Verkäufern erforderlich, um
kurzfristig Nachlassinsolvenz beantragen zu
können, damit die Haftung des Freistaates be-
schränkt wird.
Die Einnahmen aus der Abwicklung von Fis-
kalerbschaften betrugen rund 3,2 Millionen
Euro (2011: 2,6 Millionen Euro). Die Ausgaben
(einschließlich Personal- und Sachkosten)
belaufen sich auf rund 3,6 Millionen Euro
(2011: 3,6 Millionen Euro). Es muss somit ein
negativer Saldo von rund 0,4 Millionen Euro
ausgewiesen werden. Zu beachten ist, dass
sich die Bearbeitung eines Fiskalerbschafts-
falles über einen längeren Zeitraum erstreckt
und somit nicht zwangsläufig innerhalb eines
Geschäftsjahres abgeschlossen ist. Die Ge-
nerierung von Einnahmen beispielsweise aus
dem Einziehen von Sparguthaben oder dem
Verkauf einer Immobilie und die Auskehr von
Einnahmen beispielsweise an Nachlassgläubi-
ger, berechtigte Erben oder einen Insolvenz-
verwalter kann sich über mehrere Geschäfts-
jahre erstrecken.
6.4 ZeNtrAle VerWAltUNG
6.4.1 Bericht aus dem Personalbereich
Personalbestand
Im SIB waren im Geschäftsjahr 2012 durch-
schnittlich 193 Beamte und 934 Beschäftigte
(durchschnittlich gesamt 1.151 Bedienste-
te) tätig. Darüber hinaus befanden sich im
Durchschnitt 156 Bedienstete in der Freistel-
lungsphase der Altersteilzeit oder waren aus
verschiedenen Gründen beurlaubt.
Der Staatsbetrieb betreute 2012 durchschnitt-
lich 21 Auszubildende sowie eine Baurefe-
rendarin für den höheren bautechnischen
Verwaltungsdienst während ihrer Ausbildung.
Darüber hinaus befanden sich drei Beamte in
der Aufstiegsfortbildung vom mittleren in den
gehobenen Dienst.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2012 stellte
sich die Mitarbeiterstruktur des Staatsbetriebs
SIB wie folgt dar:
Nach der für den SIB erstellten Personalpla-
nung für das Geschäftsjahr 2012 waren – ne-
ben befristeten Einstellungen zum Zwecke
einer Vertretung – insgesamt 48 Stellenbeset-
zungen, davon neun befristete, vorgesehen.
Die Aufteilung der Besetzungsmöglichkeiten
erfolgte wie in den Vorjahren konkret aufga-
benbezogen.
Bis zum Abschluss des Geschäftsjahres konn-
ten 42 Stellen besetzt werden, wenngleich sich
die Gewinnung von geeignetem Fachpersonal
in den Technikfachsparten nach wie vor sehr
schwierig gestaltet/e. Die noch bestehenden
Stellenbesetzungsmöglichkeiten werden zu
Beginn des Geschäftsjahres 2013 umgesetzt.
Die für den SIB bestehende Verpflichtung, zum
Ablauf des Haushaltsjahres 2012 zwei Stellen
abzubauen, wurde realisiert. Dabei entfiel je-
weils eine Stelle auf die Laufbahnen des mitt-
leren und gehobenen Dienstes.
Aufgrund des Beschlusses der Staatsregierung
vom 2. März 2010 über den weiteren zusätz-
lichen Stellenabbau bis 2020 besteht für den
Staatsbetrieb SIB die Verpflichtung, im Haus-
haltsjahr 2013 zwei Stellen abzubauen.
Daneben sind nach dem Beschluss der Staats-
regierung vom 9. Februar 2012 und den
Ergebnissen der Haushaltsverhandlungen
2013/2014 durch den SIB bis 2020 nochmals
163 Stellen abzubauen, wovon sieben Stellen
bereits zum Ende des Geschäftsjahres 2013
wegfallend sind.
Fortbildung
Der SIB möchte seinen Bediensteten durch
Fortbildungsmaßnahmen ein hohes Niveau
an beruflicher Qualifizierung ermöglichen. So
nahmen im Geschäftsjahr
2012 die Bediens-
teten an insgesamt
1571 Fortbildungsveran-
Abwicklung der Fiskalerbschaftsfälle
2002
0 1.000
1.976
2.322*
518
619
733
739
730
734
830
818
284
365
281
515
628
716
987
973
2.556
2.854*
3.262*
3.486
3.588
3.601*
3.444
3.289
518
77
2.000 3.000 4.000
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
941
985
3.245
2012
Bestand
Abgänge
Zugänge
* Bestandszahl aufgrund von Datenberichtigungen korrigiert
40 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 41
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
518
518
619
733
739
730
734
830
818
1.000
942
800
600
400
200
0
Anzahl der Fälle
Zugänge an Fiskalerbschaften
Immobilie aus Fiskalerbschaft, Ebersbach
Unternehmensbereich
Geschäfts­
führung
Gesamt
Beamte/Beschäftigte*
PB
FB
FP
ZV
höherer Dienst
77
14
7
20
3
121
gehobener Dienst
402
116
66
108
6
698
mittlerer Dienst
59
72
44
121
2
298
einfacher Dienst
- - - 10
-
Gesamt
538
202
117
259
11
1127
Mitarbeiterstruktur (Stichtag 31.12.2012)
* Aktive Bedienstete ohne Auszubildende, Baureferendare, Anwärter und Beamte der Aufstiegsfortbildung. Bedienstete, die Aufgaben
aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen in Personalunion wahrnehmen, werden nur einem Unternehmensbereich zugeordnet.
© Rainer Sturm / pixelio.de

image
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10
Jahre
SIB
staltungen teil. Der Staatsbetrieb realisierte
insgesamt 92 Inhouse-Schulungen für die
Beschäftigten.
Seit Frühjahr 2011 wurden in Zusammenarbeit
mit der Akademie für öffentliche Verwaltung
des Freistaates Sachsen (AVS) Seminare für
die Führungskräfte und Bearbeiter des Staats-
betriebs organisiert. Die Fortführung dieser
Kommunikationsseminare war ein zentrales
Thema der Fortbildung. Ein besonderes Au-
genmerk liegt hierbei auf dem Thema Kom-
munikation.
Ausbildung
Im Jahr 2012 konnten keine neuen Ausbil-
dungsverhältnisse im Staatsbetrieb Säch-
sisches Immobilien- und Baumanagement
ermöglicht werden. Dies lag an den für den
SIB bestehenden Abbauverpflichtungen im
Stellenbereich.
Die bestehenden Ausbildungsverhältnisse
werden jedoch erfolgreich weitergeführt. Zum
Ende des Geschäftsjahres bildete der Staats-
betrieb in folgenden Berufen aus:
Ausbildungsstand (Stichtag 31.12.2012)
Die Ausbildung im höheren bautechnischen Ver-
waltungsdienst wurde auch im Jahr 2012 fort-
gesetzt. Eine Baureferendarin absolvierte das
zweite Ausbildungsjahr und schloss den Vorbe-
reitungsdienst 2012 erfolgreich ab. Sie wurde
im Anschluss an die Ausbildung unbefristet in
der Niederlassung Chemnitz eingestellt.
Aufgrund der am Bedarf orientierten Ausbil-
dung wurde im Jahr 2012 keine Neueinstel-
lung eines Baureferendars/einer Baureferen-
darin vorgenommen.
Insgesamt haben im Geschäftsjahr 2012 fünf
Auszubildende die Abschlussprüfung im jewei-
ligen Ausbildungsberuf bestanden. Allen er-
folgreichen Absolventen bot der Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
die Übernahme in ein Beschäftigungsverhält-
nis an, vier nahmen das Angebot an.
Gesundheitsmanagement
Das 2011 im Staatsbetrieb gestartete Projekt
Gesundheitsmanagement wurde basierend
auf den Ergebnissen der beiden Mitarbeiter-
befragungen weiterverfolgt und durch die an
allen Standorten des Staatsbetriebs durchge-
führten Gesundheitswerkstätten vertieft. Die
Bearbeitung der umfangreichen Ergebnisse
dauerte das ganze Jahr an und wird auch zu-
künftig Thema sein.
Folgende Schwerpunkte wurden durch den
Steuerkreis Gesundheitsmanagement gesetzt:
Psychische Belastung
Im Hinblick auf die zunehmende psychi-
sche Belastung und entsprechende Erkran-
kungen erstellte eine Arbeitsgruppe unter
Einbeziehung von fachlicher Unterstützung
den Entwurf des Handlungsleitfadens für
Führungskräfte „Prävention von psychi-
schen Erkrankungen – Empfehlungen
für
Führungskräfte des Staatsbetriebs Sächsi-
sches Immobilien- und Baumanagement“
zum Umgang mit psychisch belasteten
Mitarbeitern. Die Fertigstellung ist im
Frühjahr 2013 vorgesehen.
Spürbare Schritte
2012 erfolgte die Vorbereitung der indi-
viduellen Präventionsmaßnahme Rücken-
coaching für alle Mitarbeiter des SIB, die
Durchführung ist für das Frühjahr 2013
geplant. Außerdem wurden an drei Stand-
orten Einführungsworkshops zu verschie-
denen Präventionsmaßnahmen angeboten
(wie Yoga). Daneben wurden weiterhin Ge-
sundheitstage, Beteiligungen an sportlichen
Veranstaltungen und das Angebot der jähr-
lichen Grippeschutzimpfung organisiert.
Wissensmanagement
Bedingt durch die Personalstruktur des SIB
(Altersdurchschnitt 47,9 Jahre) und die Per-
sonalpolitik des Freistaates Sachsen (Stel-
lenabbau) werden die Themen Wissen-
stransfer und Wissensspeicherung seit
2011 fokussiert. Nach der Durchführung
eines internen Grundlagenseminars im
Herbst 2012 wurden erste Überlegungen
zur Implementierung von Wissensmanage-
ment im SIB getroffen. Mit Unterstützung
durch einen Experten erfolgte eine erste
Einzelmaßnahme in Form einer Befragung
eines ausscheidenden Unternehmensbe-
reichsleiters.
Vorgesetzten­Feedback
Das Vorgesetzten-Feedback wurde im Un-
ternehmensbereich Zentrale Verwaltung
flächendeckend und unter Beachtung des
Datenschutzes sowie der personalvertre-
tungsrechtlichen Aspekte pilotiert und aus-
gewertet. Im Zeitraum vom 10. Mai 2012
bis 25. Mai 2012 konnten alle Mitarbeiter
des Bereichs ZV/AV mittels Umfragesoft-
ware am Führungskräftefeedback teilneh-
men. Alle beteiligten Mitarbeiter wurden
im Zeitraum vom 3. September 2012 bis
14. September 2012 um ein Feedback zum
Führungskräftefeedback gebeten. Als Er-
gebnis halten fast 75 Prozent der Perso-
nen, die den Fragebogen zurückgesandt
haben, ein Führungskräftefeedback sowohl
im SIB als auch generell für sinnvoll. Die
SIB-weite Einführung des Führungskräfte-
feedback wird überwiegend befürwortet
(2/3 der abgegebenen Fragebögen). Die
Ausweitung auf alle Unternehmensberei-
che ist vorgesehen.
6.4.2 Bericht aus dem Vergabe­ und
Vertragsmanagement
Im Haushaltsjahr 2012 schloss der Staats-
betrieb im Bereich Bundes- und Landesbau
31.053 Bauaufträge und Nachträge mit einem
Gesamtvolumen von 347,8 Millionen Euro ab.
Der Großteil der Aufträge (82 Prozent) wurde
an sächsische Unternehmen vergeben. Die-
ser kontinuierlich hohe Anteil ist Folge einer
konsequenten Fachlosvergabe im SIB, welche
somit belegbar einen Faktor sächsischer Wirt-
schaftsförderung darstellt.
Bei Bauaufträgen mit einem Auftragswert
über 10.000 Euro lag der Anteil der öffentli-
chen Ausschreibungen und offenen Verfahren
(EU) bei 61 Prozent.
21 Prozent des Auftragswertes wurde im
Rahmen beschränkter Ausschreibungen be-
ziehungsweise nichtoffener Verfahren (EU)
vergeben. Bei 18 Prozent der Vergabeverfah-
ren handelte es sich um freihändige Vergaben
oder Verhandlungsverfahren (EU).
Bezüglich des Auftragsvolumens konnte damit
der Anteil der öffentlichen Ausschreibungen
und offenen Verfahren im Vergleich wieder an
Ausbildungsberuf
Ausbildungsjahr
1.
2.
3.
Steinmetz/in
- 1 2
Kauffrau/–mann für
Bürokommunikation
-36
Technische/r Zeichner/in
-
2
-
Fachinformatiker/in
- 1 -
Immobilienkauffrau/-mann
- - 1
42 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 43
Innenansicht
Treppenhaus
Westsächsische hochschule Zwickau,
Institut für Produktionstechnik

image
10
Jahre
SIB
das Niveau vor Wirksamkeit des Konjunktur-
paktes II und den damit verbundenen Ver-
gabeerleichterungen (für beschränkte Aus-
schreibungen und freihändige Vergaben)
herangeführt werden.
Somit wurde dem vergaberechtlichen Grund-
satz, des Vorrangs der öffentlichen Ausschrei-
bung zur Gewährleistung eines möglichst
freien Wettbewerbs, Genüge getan.
Der SIB schloss im Bereich Bundes- und Lan-
desbau in 2012 außerdem 3.481 Verträge mit
freiberuflich Tätigen ab. Das Auftragsvolumen
betrug 62,3 Millionen Euro. Davon wurden 86
Prozent des Auftragsvolumens an freiberuf-
lich Tätige aus Sachsen vergeben.
Im Jahr 2012 wurden zehn VOF-Verhand-
lungsverfahren mit einem Auftragsvolumen
von 6,9 Millionen Euro abgeschlossen.
Die Arbeit der Schlichtungsstelle
Im Rahmen von nicht behebbaren Meinungs-
verschiedenheiten zwischen Auftragnehmern
und dem SIB wurden durch die im SIB gemäß
§ 18 Abs. 2 VOB/B angesiedelte VOB-Schlich-
tungsstelle sechs Bescheide im Fachbereich
Vergabe- und Vertragsmanagement erlassen.
Die ursprünglichen Forderungen der Firmen
beliefen sich auf circa 436.000 Euro.
Nach umfassender Analyse des Streitgegen-
standes und Anhörung der Beteiligten wurden
die Niederlassungen angewiesen, davon circa
72.000 Euro zur Auszahlung zu bringen.
Das positive Arbeitsergebnis der Schlich-
tungsstelle wird noch dadurch verstärkt, dass
davon auszugehen ist, dass es in mindestens
fünf Fällen nicht zu einem gerichtlichen Ver-
fahren kommen wird.
elektronische Vergabe
Im zurückliegenden Geschäftsjahr wurde ent-
sprechend der Festlegung des SMF die Pilo-
tierung der eVergabe-Lösung (elektronische
Vergabe im Freistaat Sachsen) beendet. Dieses
Projekt stellte seit 2008 eine der Hauptaufga-
ben im Fachbereich Vergabe- und Vertragsma-
nagement dar.
Seit dem Jahr 2012 werden in allen Nieder-
lassungen des Staatsbetriebs die öffentlichen
Ausschreibungen über die Vergabemanager-
software abgewickelt. Insgesamt wurden für
365 öffentliche Verfahren die Vergabeunter-
lagen auf der Vergabeplattform
http://www.
sachsen-vergabe.de bereitgestellt.
Darüber hinaus wurde in zwei Niederlassun-
gen auch die Bearbeitung von beschränkten
Ausschreibungen und freihändigen Vergaben
eingeführt. Es konnten 337 beschränkte Aus-
schreibungen und 97 freihändige Vergaben im
eVergabe-System bearbeitet werden.
Die Anzahl der auf der eVergabe-Plattform
registrierten Firmen hat sich kontinuierlich
erhöht. Die Anzahl der Ende 2012 registrierten
und damit teilnahmeberechtigten Firmen be-
lief sich auf 2.000.
Auch der Download der Vergabeunterlagen von
der eVergabe-Plattform wurde von den Baufir-
men zunehmend in Anspruch genommen.
Das Interesse der Firmen an der elektroni-
schen Vergabe spiegelte sich auch in der
regen Teilnahme an Informationsveranstal-
tungen, wie beispielsweise bei der Industrie-
und Handelskammer oder Handwerkskammer
Sachsen, wider. In diesen Veranstaltungen
werden Informationen zur Plattform und
elektronischen Angebotserstellung praxisnah
vermittelt.
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
3,2
4,2
4,9
3,7
4,1
4,9
5,1
4,9
4,5
5,0
5,6
2,8
15,8
21,3
31,3
24,6
33,4
25,8
29,6
26,9
27,0
19,5
22,8
17,3
19,0
25,5
36,2
28,3
37,5
30,7
34,7
31,8
31,5
24,5
28,4
20,1
70
60
50
40
30
20
10
0
Monatliche Vergabesummen 2012
Baumaßnahmen des Freistaates Sachsen und des Bundes (Stand 12/2012)
Mio. euro
Auftragswert bis 10 TEuro
Auftragswert größer 10 TEuro
Gesamtauftragswert
Vergabe von Bauleistungen
nach Vergabearten 2012
Vergabe von Bauleistungen 2012
Verträge mit Freiberuflich tätigen 2012
21 %
18 %
18 %
14 %
61 %
82 %
86 %
öffentlich/offen
beschränkt/nicht offen
freihändig/Verhandlungsverfahren
Unternehmen aus Sachsen
Unternehmen aus anderen BL bzw. EU
freiberuflich Tätige aus Sachsen
freiberuflich Tätige aus anderen BL bzw. EU
44 | Die Geschäftsentwicklung 2012
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 45
Gesamt
31.058 347.891.466 eUr
Auftragnehmer
aus der EU
15
769.032 EUR
Auftragnehmer aus
der Nicht-EU
9
161.447 EUR
Auftragnehmer national
31.029
346.960.987 EUR
davon Auftragnehmer
aus Sachsen
28.638
285.425.979 EUR
Gesamthonorarvolumen
3.481
347.891.466 eUr
Anteil Verträge an
freiberuflich Tätige der
alten Bundesländer bzw.
anderer EU-Staaten
91
7.058.100 EUR
Anteil Verträge an
freiberuflich Tätige der
neuen Bundesländer
3.390
55.270.100 EUR
Anteil Verträge mit
sächsischen freiberuflich
Tätigen
3.313
53.835.500 EUR
Gesamtauftragsvolumen
Bauaufträge
347.891.466 eUr
Anteil Kleinaufträge unter 10.000 EUR
52.894.309 EUR
Anteil Bauaufträge über 10.000 EUR
294.997.157 EUR
davon öffentliche Vergabe bzw.
offenes Verfahren
61 %
davon beschränkte Vergabe bzw.
nichtoffenes Verfahren
21 %
davon freihändige Vergabe bzw.
Verhandlungsverfahren
18 %
82 % des Gesamtvertragsvolumens wurden an
sächsische Unternehmen vergeben.
86 % der Gesamtauftragsvolumens wurden mit
freiberuflich Tätigen aus Sachsen abgeschlossen.
© Rolf van Melis / pixelio.de

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10
Jahre
SIB
6.4.3 Bericht aus dem It­Bereich
Eine wesentliche Voraussetzung für ein qua-
litativ und quantitativ hohes Arbeitsergebnis
der Mitarbeiter und Kunden ist die Unterstüt-
zung mittels Informationstechnik (IT).
Auch im Jahr 2012 waren die Herausforde-
rungen im Bereich IT anspruchsvoll. Der Be-
trieb der Infrastruktur und einer Vielzahl von
IT-Fachverfahren wie auch die Pilotierung
neuer Fachverfahren waren sicher zu stellen.
Die Verfügbarkeit von Infrastruktur und An-
wendungen lag auf das Jahr gerechnet bei
durchschnittlichen 99,8 Prozent.
Die Dynamik bei der infrastrukturellen IT-Op-
timierung hielt weiter an. Der Fokus im Ge-
schäftsjahr 2012 lag in der Umsetzung eines
einheitlichen Druck- und Kopierkonzeptes mit
dem Ziel der Aufwands- und Kostenersparnis
für Erwerb, Einrichtung, Betrieb und Services.
Neben dem laufenden produktiven Geschäft
arbeitet der Fachbereich intensiv daran, die
Prozesse aufeinander abzustimmen und mit-
einander zu verzahnen. Die Stärkung der Leis-
tungsfähigkeit und die dauerhafte Zufrieden-
heit der Mitarbeiter und Kunden stellen dabei
ein zentrales Anliegen dar.
Der SIB investierte im Jahr 2012 rund 850.000
Euro in den Ausbau, die Modernisierung und in
die Ersatzbeschaffung seiner Infrastruktur.
Für den Erwerb, die Einrichtung und den Betrieb
eines PC-Arbeitsplatzes unter Berücksichtigung
aller Infrastruktureller Anschaffungs- und Ne-
benkosten, inklusive personeller Aufwendun-
gen für Service und Betrieb (ZVI Zentrale und
AVI der Niederlassungen) einschließlich der
Bürokommunikation, wurden 2012 je PC-Ar-
beitsplatz circa 1.168 Euro verausgabt.
Durch die Umstellungsvorbereitungen auf
Office 2010 und Windows 7 (Erwerb von 100
Prozent Office 2010 und circa 50 Prozent
Windows 7 Lizenzen) sind die Kosten eines
Standardarbeitsplatzes im Vergleich zum Vor-
jahr leicht gestiegen.
Die durchschnittlichen nutzerabhängigen
Kosten konnten mit Bezug auf das Jahr 2005
(Beginn der Datenerfassung) dennoch um
rund 132 Euro je Arbeitsplatz (circa 160.000
Euro in Summe) gesenkt werden!
Im Fokus des Geschäftsjahres 2013 stehen
Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit,
wie die Umstellung auf Windows 7, Office
2010, XenApp 6.5, 64 Bit und die Schaffung
weiterer wirtschaftlicher und umweltfreund-
licher virtueller Infrastrukturlösungen für die
Bereiche Datenbanken und Technik.
46 | Die Geschäftsentwicklung 2012
6.4.4 Bericht aus dem
Organisationsbereich
Der Fachbereich Organisation hat im Jahr
2012 Weiteres zur Ablauforganisation im SIB
beigetragen. Es wurden unter anderem die
Genehmigungs- und Anordnungsbefugnisse
für Dienst- und Fortbildungsreisen neu ge-
regelt und gegenüber den bisherigen Abläu-
fen erheblich vereinfacht sowie gemeinsam
mit dem Fachbereich Rechnungswesen die
Geschäftsanweisung zur Inventur der Sach-
anlagen und laufenden Bestandsverwaltung
neu gefasst.
Im Rahmen seiner Aufgaben bei der Aufbau-
organisation hat der Fachbereich Organisati-
on wesentliche Organisationsänderungen im
SIB begleitet und mit entsprechenden Orga-
nisationsverfügungen des Geschäftsführers
untersetzt.
Der Fachbereich Organisation war zudem im
Rahmen der Übertragung von Aufgaben der
Zentralen Förderantragsprüfung vom Lan-
desamt für Steuern und Finanzen auf den SIB
maßgeblich für die Einrichtung einer Außen-
stelle der Zentrale in Chemnitz zuständig.
Für den allgemeinen Dienstbetrieb des SIB
konnte der Fachbereich Organisation We-
sentliches veranlassen. Gemeinsam mit dem
Fachbereich Informationstechnik wurde ein
komplexes Druck- und Kopierkonzept für
den SIB erstellt. Anhand dieses Konzeptes
beschafft der SIB nunmehr seine Drucker
und Multifunktionsgeräte. Dafür wurde ein
europaweites Ausschreibungsverfahren (Of-
fenes Verfahren) durchgeführt, in dessen Er-
gebnis eine sächsische Firma den Zuschlag
erhalten hat.
Weiterhin hat der Fachbereich Organisation
gemeinsam mit den Fachbereichen Personal
und Rechnungswesen den SIB Bedienste-
ten die Inanspruchnahme eines Jobtickets
für den Verkehrsverbund-Oberelbe (VVO) ab
März 2012 ermöglicht. SIB bezuschusst direkt
die Jobticket-Verträge beim VVO und hält
über den Fachbereich Organisation die SIB
Bediensteten zum Thema Jobticket auf dem
Laufenden.
Daneben leitet der Fachbereich Organisation
das Projekt „Vis-Sax“ zur Einführung einer IT-
gestützten Vorgangsbearbeitung im SIB.
Innenansicht
Innenansicht
Sächsisches Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie rodewisch
Die Geschäftsentwicklung 2012 | 47

image
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10
Jahre
SIB
48 | Die Standorte
Die Standorte | 49
7. Die Standorte
Niederlassung Bautzen
Biosphärenreservatsverwaltung „Oberlau­
sitzer heide­ und teichlandschaft“
Neubau Biosphärenreservatszentrum
„haus der tausend teiche“ in Guttau,
Ortsteil Wartha
Der heute in Wartha als Biosphärenreservat-
szentrum genutzte Vierseitenhof wurde um
1800 als Vorwerk des ehemaligen Rittergutes
Guttau errichtet. Das ausschließlich für die
Viehzucht, Feldbewirtschaftung und der Un-
terstellung von Arbeitspferden genutzte Gut
stand bis 1945 im Besitz des Grafen Schall-
Riacour. Im Jahre 1961 übernahm die Land-
wirtschaftliche Produktionsgenossenschaft
das Grundstück.
Das heutige Hofensemble umfasst das Bau-
ernhaus, die Scheune, den Schafstall und das
Informationshaus „Haus der Tausend Teiche“,
das als Ersatzneubau für das ehemalige Stall-
gebäude entstand.
Zwischen 1991 und 1994 standen überwiegend
Abriss, Gebäudesicherung sowie Wegebau und
die Einfriedung im Fokus der Baumaßnahmen.
Der zum Grundstück gehörende Teich wur-
de wieder erschlossen und zum integralen
Bestandteil des Hofensembles gemacht. Die
Staatshochbauverwaltung bezog den Schaf-
stall 1993/1994 in die Gestaltung des Gesam-
tensembles mit ein. Es erfolgten notwendige
Bauinstandsetzungsarbeiten an der Scheune,
die neben der Heulagerung, auch zur Unter-
bringung der Landschaftspflegetechnik sowie
als Werkstatt dient. Die Installation der Medi-
enanschlüsse und der Heizungsanlage für das
gesamte Objekt wurde 1997 abgeschlossen.
Das um 1800 erbaute Bauernhaus konn-
te nicht erhalten werden. Es wurde 2004 an
gleicher Stelle ein Neubau unter der bau-
fachlichen Betreuung des SIB, Niederlassung
Bautzen errichtet, der die Biosphärenreservat-
sverwaltung aufnimmt.
Durch das vom Bund aufgelegte Konjunktur-
programm konnte der lang gehegte Wunsch
eines Informationshauses realisiert werden.
Erste Planungen gab es bereits im Jahre 1993.
Um einen optimalen Lösungsansatz zu entwi-
ckeln wurde durch den SIB ein vereinfachtes
Wettbewerbsverfahren ausgelobt und durch-
geführt. Der vorliegende Entwurf ging als
geeignetster Lösungsvorschlag, das heißt als
ästhetisch, wirtschaftlich und technisch bes-
te Lösung aus dem Wettbewerb hervor und
wurde für die weiterführende Planung emp-
fohlen.
Bauausführung
Das „Haus der Tausend Teiche“ soll den Bezug
des Besuchers zum Reservat und zur Einzigar-
tigkeit der Natur der Oberlausitzer Heide- und
Teichlandschaft herstellen. Darüber hinaus
soll es die Möglichkeit zur ökologischen Um-
weltforschung und -beobachtung sowie zur
aktiven Umweltbildung und -erziehung ent-
sprechend der Forderung des Deutschen Na-
tionalkomitees für das UNESCO-Projekt „Der
Mensch und die Biosphäre“ geben.
Der SIB suchte gemeinsam mit den beteilig-
ten Planern nach einer Bauweise, die auch
konstruktiv die zu lösende Bauaufgabe wider-
spiegelt.
Das Gebäude wurde in Holzständerbauweise
errichtet. Ein 60 Zentimeter hoher Stahlträger
überspannt die Gewölbe des Foyers und den
Vortragsraum, Vollholzdecken teilen die Ge-
schosse. Der Einbau von Gussasphalt vermied
den hohen Eintrag von Nässe in den feucht-
esensiblen Holzbau und ermöglicht ebenfalls
eine strapazierbare homogene Fußbodenober-
fläche. Das Gebäude wird mit einer Fußbo-
denheizung beheizt. Eine Teilklimaanlage mit
Kühlung und Entfeuchtung sorgt für die Be-
und Entlüftung der Bereiche Ausstellung, Vi-
deo- und Vortragsraum. Die Außenanlagen im
Hofbereich wurden an das Gebäude angepasst
und 23 weitere Stellplätze für Besucher ge-
schaffen. In der räumlichen Umsetzung bleibt
der bestehende Vierseitenhof des Biosphären-
reservatszentrums erhalten. Für das „Haus der
Tausend Teiche“ wurden die Außenabmaße
des alten Stallgebäudes aufgenommen und
etwas vergrößert.
ökologie und Nachhaltigkeit/
Baustoff holz
Der Baustoff Holz ist das zentrale Element
für die gesamte Erscheinung des Gebäudes.
Das als Holzrahmenbau mit Massivholzdecke
errichtete Gebäude besitzt eine Fassade aus
Weißtanne sowie hölzerne Unterhangdecken
und Wandverkleidungen in den Innenräumen.
In der Materialität des Informationshauses
kommt nachhaltiges sowie ökologisches Bau-
en ebenso zum Ausdruck, wie sein direkter
Bezug zum Biosphärenreservat und dem länd-
lichen Raum.
raumkonzept
Das Gebäude des Informationshauses kom-
plettiert einerseits den Hofbereich und formt
diesen stärker aus, andererseits schafft es über
die Terrassen Verbindungen zu den Außenan-
lagen und zur Landschaft.
Zum Objekt gehört eine 240 Quadratmeter
große Ausstellung mit Medienraum, ein Vor-
tragssaal für 120 Personen sowie eine Um-
weltbibliothek.
Das Foyer dient als Eingangs- und Informati-
onsbereich. Es wird durch die neu errichteten
Gewölbe optisch geprägt, die eine Reminis-
zenz an das alte Stallgebäude darstellen.
Die Nutzung des Vortragsraumes im Erd-
geschoss ist mit seiner mobilen Trennwand
variabel, sodass er für Kindergruppen, wie
auch für Tagungen nutzbar ist.
Die Ausstellungsräume wurden aufgrund ihres
Flächenbedarfs im Obergeschoss angeordnet
und werden ausschließlich künstlich belichtet.
Die Ausstellung führt die Besucher durch den
Lauf der Jahreszeiten in der Teichlandschaft.
Sie soll zeigen, dass die wirtschaftlichen und
kulturellen Bedürfnisse des Menschen mit
denen der Natur in Einklang gebracht wer-
den können. Ein Höhepunkt der Ausstellung
stellt das mit 6,5 Kubikmetern Wasser gefüllte
Süßwasseraquarium dar, in dem sich neben
einheimischen Wildfischen auch verschiede-
ne Karpfenarten tummeln. Das Sichtfenster
des Aquariums ist 1,40 x 4,6 Meter groß. Die
Holzverkleidung aus Weißtanne im Innenbe-
reich macht die Haus-im-Haus-Darstellung
des Ausstellungsraumes ablesbar.
Als architektonisch und funktional gelungenes
Beispiel für die Belebung eines Dorfkerns wur-
de das Informationshaus im Oktober 2012 mit
dem Nationalen Preis für integrierte Stadtent-
wicklung und Baukultur des Bundesministeri-
ums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in
der Kategorie Gebäude und Stadtraum ausge-
zeichnet.
Gesamtbaukosten, ohne Ausstellung:
rund 2,8 Millionen Euro
Bauzeit:
04/2010 – 10/2011
Eröffnung: 03/2012
NIeDerlASSUNG BAUtZeN
Hausanschrift:
Fabrikstraße 48
02625 Bautzen
Telefon: +49 3591 582 0
Fax:
+49 3591 582 109
E-Mail: poststelle@sib-b.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich:
Landkreis Bautzen
Landkreis Görlitz
Teilkreis Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Für Aufgaben im Sinne des Vermögenszuord-
nungsgesetz (VZOG) ist die Niederlassung
Chemnitz zuständig.
Für Fragen zur Bodenreform und Aufgaben
im Zusammenhang mit Fiskalerbschaften
ist die Niederlassung Dresden I zuständig.
Beschäftigte: 134
Auszubildende: 1
Bauvolumen: 55,9 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 318
Anzahl Gebäude (NGF): 319 (450.951 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 210 (2.365.997 m
2
)
haus der tausend teiche in Guttau,
Ortsteil Wartha
Innenansichten

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10
Jahre
SIB
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Die Standorte | 51
Niederlassung Chemnitz
Schloss rochlitz
Dritter Bauabschnitt, Sanierung des
Fürsten­ und Querhauses
Schloss Rochlitz, auf einem Felsgrat am Fuße
des Rochlitzer Berges hoch über der Zwickau-
er Mulde gelegen, blickt auf eine über 1000-
jährige Geschichte zurück.
Bereits vor 1002 befand sich die Burg im Be-
sitz der Ekkehardinger – der Markgrafen von
Meißen. 1089 begann die Herrschaft des Fürs-
tengeschlechts der Wettiner im sächsisch-
thüringischen Land. Die salische Reichsburg
fiel 1210 an die Wettiner Hauptlinie. In den
folgenden Jahrhunderten kamen der Burg
verschiedene Nutzungen zu. Die Anlage wur-
de für Wohnzwecke und Witwensitze genutzt
oder diente als wettinisches Staatsarchiv, im
17. Jahrhundert als Jagdschloss und gelegent-
liches Quartier von verschiedenen Fürsten und
adligen Gästen, im 19. und 20. Jahrhundert
stand die Anlage dem Gericht zur Verfügung.
Bauausführung
Die Sanierung der landesgeschichtlich be-
deutenden Schlossanlage stellte für alle am
Bau Beteiligten eine besondere Herausforde-
rung dar.
Zwischen 1997-2005 beschränkten sich die
Baumaßnahmen vorrangig auf notwendige
Maßnahmen zum Substanzerhalt der Schloss-
anlage, wie die statische Sicherung und In-
standsetzung der Fassaden und Dächer.
Mit dem dritten Bauabschnitt, der 2012 abge-
schlossen werden konnte, erhält das Schloss
erstmalig seine intakte bauliche Infrastruktur
zurück.
Schwerpunkt bildete der Innenausbau der
Räume des Fürsten- und Querhauses für
Ausstellungen und Veranstaltungen, die in
einigen Bereichen noch Bauteile der Romanik
aufweisen.
Die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach vor-
genommenen, sich teilweise überlagernden,
Umbauten der Räume stellen aus heutiger
Sicht eine Besonderheit dar. Dies machte es
notwendig, für alle Räume spezielle denk-
malpflegerische Ziele zu definieren. Die
Schwierigkeit bestand darin, die Prioritäten
der jeweiligen Raumfassungen festzulegen,
dabei wurde auf eine vollständige Rekonst-
ruktion der Räume verzichtet. Vielmehr wur-
den Wand- und Deckenmalereien freigelegt,
retuschiert und danach behutsame Ergän-
zungen vorgenommen, um die originalen
Fassungen deutlich in Erscheinung treten zu
lassen. Die wechselvolle Baugeschichte ist
ebenso ein wichtiger Aspekt der Ausstellung.
Die Vielzahl an bauarchäologischen Fenstern
in den Räumlichkeiten erlaubt dabei den Be-
suchern einen Blick auf längst vergangene
Epochen zu werfen.
In der Gesamtkonzeption nimmt das Fürsten-
haus eine zentrale Rolle ein. Die große Tafel-
stube im ersten Obergeschoss steht sowohl
für Sonderausstellungen als auch für Konzerte
und Veranstaltungen zur Verfügung.
Aufgrund einer Vielzahl von freigelegten Ma-
lereien im zweiten Obergeschoss konnten die
königlichen Kammern aus der Renaissancezeit
restauriert werden. Die sogenannte Rote Stu-
be ist dabei als bedeutendster Raum hervor-
zuheben.
Im Querhaus hingegen sind die Räume der
gotischen Umbauphase Ende des 15. Jahrhun-
derts erhalten geblieben.
Als sehr kompliziert erwies sich die statische
Ertüchtigung des großen Wendelsteins.
Ebenso komplex gestaltete sich die Instand-
setzung der Nordwehrmauer mit dem Wehr-
gang, da der jahrelange Feuchteeintrag in
das Natursteinmauerwerk zu einer Destabi-
lisierung und starken Belastung durch Salze
führte.
Die historische Bausubstanz erlaubte nur be-
hutsame Eingriffe, die Integration moderner
Haustechnik und die Erfüllung brandschutz-
technischer Anforderungen musste daher
möglichst zurückhaltend erfolgen. Zusätzliche
Rettungswege stellen sich hingegen als Er-
gänzung in moderner Formensprache dar.
Des Weiteren mussten alle Ver- und Entsor-
gungsleitungen für das Schloss neu verlegt
werden.
Außenanlagen
Bei der Gestaltung der Außenanlagen waren
die einfache und klare Formensprache sowie
der zurückhaltende Materialeinsatz bei neuen
Elementen wichtig. Der Weg wurde mit Fluss-
kieseln belegt und weist einen Laufstreifen
aus Natursteinpflaster auf.
Nutzung
Mit der Fertigstellung der Maßnahmen im
Fürsten- und Querhaus können der Staatlichen
Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH
wichtige Bereiche für die öffentliche Nutzung
zurückgegeben werden. Entsprechend der
Nutzungskonzeption wird das Museum in er-
weiterter Form die wechselvolle Baugeschich-
te des Schlosses verbunden mit dem höfischen
Leben sowie Amtssitz präsentieren.
Gesamtbaukosten: 9,3 Millionen Euro
Bauzeit:
06/2007 – 02/2012
NIeDerlASSUNG cheMNItZ
Hausanschrift:
Brückenstraße 12
09111 Chemnitz
Telefon: +49 371 457 0
Fax:
+49 371 457 4611
E-Mail: poststelle@sib-c.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(ohne Zuwendungsbau):
Kreisfreie Stadt Chemnitz
Landkreis Mittelsachsen
Teilkreis Erzgebirgskreis
Vermögenszuordnungsgesetz (VZOG)
für den gesamten Freistaat Sachsen
Direktionsbezirk Chemnitz
(für Bodenreform)
zusätzlich auf dem Gebiet der Fiskal-
erbschaften in den Amtsgerichtsbezirken
Annaberg, Chemnitz, Döbeln, Freiberg,
Hainichen, Marienberg und Stollberg
Beschäftigte: 218
Auszubildende: 2
Bauvolumen: 57,9 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 524
Anzahl Gebäude (NGF): 509 (941.590 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 236 (2.590.184 m
2
)
Schloss rochlitz
Großer Wendelstein
Innenansicht

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10
Jahre
SIB
52 | Die Standorte
Die Standorte | 53
Niederlassung Dresden I
Amtsgericht Dresden
Neubau
Mit der feierlichen Übergabe am 28. Septem-
ber 2012 fand eines der größten Justizbau-
vorhaben der letzten Jahre in Dresden seinen
würdigen Abschluss. Das mit Beginn des Pro-
jektes gesteckte Ziel, das bisherige Mietobjekt
an der Berliner Straße bis Ende 2012 aufzuge-
ben, konnte damit realisiert werden. Dadurch
spart der Freistaat Sachsen jährlich rund
1,4 Millionen Euro an Mietkosten.
Die vorhandenen originalen Gebäudeteile,
einschließlich zweier Anbauten aus den 50er
Jahren des 20. Jahrhunderts, erhielten bereits
zur Jahrtausendwende eine umfassende Sa-
nierung. Die mit dem Neubau nun vollzogene
räumliche Zusammenführung von Landge-
richt, Staatsanwaltschaft und Generalstaats-
anwaltschaft mit dem Amtsgericht gestattet
eine effiziente Arbeit der Justiz. Insgesamt
werden rund 700 Bedienstete am neuen
Standort arbeiten: Richter, Staatsanwälte,
Rechtspfleger, Geschäftsstellen- und Schreib-
kräfte, Justizwachtmeister sowie Mitarbeiter
des sozialen Dienstes der Justiz und der Refe-
rendarausbildung.
Projektsteuerung
Von der Idee bis zum fertigen Bau durchlief
das Projekt viele Etappen, welche die Nie-
derlassung Dresden I organisierte und koor-
dinierte. Insgesamt waren an dem Vorhaben
15 freiberuflich tätige Planungsbüros sowie
etwa 70 Baufirmen beteiligt. Hinzu kommen
die Träger öffentlicher Belange und Nachbarn,
deren Genehmigungen und Zustimmungen
für die Realisierung des Vorhabens erforder-
lich waren.
Angesichts der städtebaulichen Situation und
der Bedeutung des Vorhabens lobte die Nie-
derlassung in Vertretung des Freistaates 2006
einen einstufigen, begrenzt offenen Architek-
turwettbewerb aus. Im Bewerbungsverfahren
wurden 32 Teilnehmer ausgelost, acht wei-
tere waren im Vorfeld bereits gesetzt. Letzt-
endlich reichten 35 Teilnehmer ihre Beiträge
ein. Den ersten Preis erhielt der Entwurf des
Dresdner Büros Pussert-Kosch-Architekten,
der die Schließung des ursprünglichen Ge-
bäudeensembles mit einem U-förmigen Neu-
bau an den bestehenden Gebäudekomplex des
Landgerichts vorsah. Aufgrund der Qualität
der Wettbewerbsarbeit konnte der Entwurf
nur mit geringfügigen Änderungen umgesetzt
werden.
Bauausführung
Das dreiflüglige Gebäude ist als Stahlbetonske-
lettbau mit aussteifenden Kernen an den Ge-
bäudeecken errichtet. Die Fassade wird durch
großzügige Fensteröffnungen in den zwei
Hauptgeschossen mit überwiegend öffentli-
cher Nutzung und durch kleinere Fensteröff-
nungen in den fünf Regelgeschossen mit Bü-
ronutzung gegliedert. Der Hauptzugang zum
Amtsgericht befindet sich an der Roßbach-
straße 6 der Nordseite des Gebäudekomple-
xes. Vom Foyer im Erdgeschoss führt eine re-
präsentative Treppe in das erste Obergeschoss,
die Saalebene, auf der Amts- und Landgericht
niveaugleich miteinander verbunden sind. An
der nordseitigen „Nahtstelle“ zwischen histo-
rischem Gerichtsgebäude und Neubau wurden
beide Baustile bewusst konfrontiert. Die histo-
rische Sandsteinfassade mit ihren eindrucks-
vollen Schmuckelementen wurde in komplet-
ter Höhe erhalten. Die im Foyer installierten
Monitore und ein durch das komplette Jus-
tizzentrum führendes Leitsystem ermöglichen
den Nutzern unkomplizierte Orientierung und
rasches Auffinden der Räumlichkeiten. Die
neue gemeinsame Poststelle von Amts- und
Landgericht wurde unmittelbar dem Foyer
im Erdgeschoss angegliedert. Darüber hinaus
befinden sich die Cafeteria sowie die Unter-
richtsräume für die Referendarausbildung im
Erdgeschoss. Im zweiten bis sechsten Oberge-
schoss sind überwiegend Büros und Verwal-
tungsräume untergebracht. Vorführzellen und
die Räume der Haustechnik befinden sich im
Untergeschoss.
Der Projektverlauf war gekennzeichnet von
der intensiven Auseinandersetzung mit den
Sicherheitsanforderungen an Gerichtsgebäu-
de in unserer Zeit, die insbesondere nach dem
tragischen Tod der Ägypterin Marwa El-Sher-
bini am 1. Juli 2009 im benachbarten Landge-
richt einsetzte. Auch Ereignisse in Gerichten
anderer deutscher Städte führten immer wie-
der zur Hinterfragung des Sicherheitskonzep-
tes und Änderungen, was letztendlich Projek-
tanpassungen während der Ausführung nach
sich zogen.
Kunst am Bau
Entsprechend den Regelungen der RLBau
Sachsen führte die Niederlassung vom Herbst
2011 bis Januar 2012 einen Wettbewerb zur
Kunst am Bau für den Neubau des Amtsge-
richts durch – in dessen Ergebnis die Dresd-
ner Künstlerin Kerstin Franke-Gneuß als
Siegerin hervorging. Mit ihrer Arbeit „IUS“
gestaltete die Künstlerin die Wandflächen
entlang der Freitreppe im Foyer, welche das
Erd- mit dem ersten Obergeschoss verbindet,
sowie den Gang- und Wartebereich vor den
Verhandlungssälen im ersten Obergeschoss.
Aufgrund der Größe ihrer Arbeit und des
direkten Aufbaues des Kunstwerks auf die
Wände des Gebäudes schuf die Künstlerin ihr
Werk nicht im Atelier, sondern vor Ort bei lau-
fendem Baubetrieb.
Nutzerabstimmung
Zur Einbeziehung des Nutzers und der haus-
verwaltenden Dienststelle, in diesem Fall das
Landgericht Dresden, führte die Niederlas-
sung kontinuierlich Beratungen durch, bei
denen der aktuelle Projektstand vorgestellt
und anstehende Fragen geklärt wurden. Vor
der Übergabe des Neubaus wurde die Inbe-
triebnahme gemeinsam vorbereitet, wodurch
die Aufnahme des Dienstbetriebs des Amtsge-
richts nach dem Umzug aus der Berliner Stra-
ße Anfang September 2012 nahezu reibungs-
los erfolgen konnte.
Während der gesamten Bauphase stand das
Vorhaben im Interesse der Öffentlichkeit.
Ein Höhepunkt war der Pressetermin am 15.
Juni 2012 mit Herrn Staatsminister Professor
Georg Unland und der Architektenkammer
Sachsen zur Vorstellung des Programms des
Architektursommers 2012. Beim Tag der Ar-
chitektur 2012 am letzten Juniwochenende
stellte die Niederlassung mit dem Architektur-
büro das Vorhaben einer großen Zahl interes-
sierter Bürgerinnen und Bürgern vor.
Mit der Verleihung des BDA-Preises Sachsen
2013 wurde die Gesamtqualität des Vorha-
bens gewürdigt.
Gesamtbaukosten:
rund 31,8 Millionen Euro
Bauzeit:
06/2009 – 08/2012
NIeDerlASSUNG DreSDeN I
Hausanschrift:
Königsbrücker Straße 80
01099 Dresden
Telefon: +49 351 809 30
Fax:
+49 351 809 3100
E-Mail: poststelle@sib-d1.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(soweit nicht Niederlassung Dresden II
sachlich zuständig; ohne VZOG):
Kreisfreie Stadt Dresden
Landkreis Meißen
Teilkreis Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Direktionsbezirk Dresden
(für Bodenreform und Fiskalerbschaften)
Beschäftigte: 207
Auszubildende: 6
Bauvolumen: 84,5 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 359
Anzahl Gebäude (NGF): 541 (1.058.058 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 290 (3.558.283 m
2
)
Amtsgericht Dresden
Innenansichten

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10
Jahre
SIB
54 | Die Standorte
Die Standorte | 55
Niederlassung Dresden II
technische Universität Dresden
Umbau und Modernisierung des labor­
gebäudes Walther­hempel­Bau für die
chemischen Institute
Die Chemischen Institute waren zunächst in
verschiedenen Gebäuden der Technischen
Universität Dresden untergebracht, die den
Anforderungen an eine moderne Lehre und
Forschung nicht mehr genügten. Auf Grund-
lage der Zielplanung für die TU Dresden wur-
den in den Jahren 2001 und 2010 die beiden
Bauabschnitte des Neubaus der Chemischen
Institute fertiggestellt und an die Technische
Universität übergeben. Mit den Gebäuden
sollte gleichzeitig die städtebauliche Fassung
des Straßenraumes an der Berg-/Mommsen-
straße vervollständigt werden.
Nach dem Freizug des in den 60er Jahren er-
richteten Walther-Hempel-Baus, der an den
Neubau für die Chemischen Institute an-
grenzt, konnte ab dem Jahr 2010 mit dessen
Modernisierung begonnen werden.
Mit der Fertigstellung des Walther-Hem-
pel-Baues im Jahr 2013 bestehen nunmehr
optimale Voraussetzungen für Lehre und
Forschung an einem Standort. Modern ausge-
stattete Büro-, Seminar-, Praktika- und Labor-
räume verteilen sich vom Untergeschoss bis in
das zweite Obergeschoss. Neben hochwertigen
Laboreinrichtungen ergänzen Reinstgas- und
Vakuumanlagen die Ausstattung der Räume.
Hierbei werden klassische Laborbereiche der
Analyse und Präparation, welche beispiels-
weise mit Digestorien, Laborarbeitsplätzen,
Laborspülen sowie Sicherheitsschränken zur
Aufbewahrung von Gefahrstoffen ausgerüstet
sind, synergetisch mit verfahrenstechnischen
Laboren gekoppelt. Modernste Praktikums-
plätze mit Möglichkeiten für großtechnische
Versuchsaufbauten, eine Glasausgabe mit an-
geschlossener Glasbläserei für Speziallaborg-
las, eine zweigeschossige Versuchshalle und
ein neues Labor für das NMR-Spektrometer
(nuclear magnetic resonance) komplettieren
schließlich die Laborlandschaft und bieten
beste Bedingungen für die Institute.
Bauausführung
Der Hempel-Bau wurde 1962 vom Entwurfs-
institut der TU Dresden unter der Leitung von
Professor Fritz Schaarschmidt errichtet. Das
Traggerüst des Walther-Hempel-Baues bildet
eine Stützen-Riegel-Konstruktion mit aus-
steifenden Stahlbetonwänden an den Gebäu-
deecken sowie an den Treppenhäusern und
im Eingangsbereich. Auf den quer laufenden
Riegeln liegen Stahlbetondecken in Element-
bauweise und im Anschlussbereich als Ortbe-
tondecken auf. Hier wurden in Verbindung mit
traditionellen Bauelementen, wie beispiels-
weise Ortbetondecken in Teilen des Gebäudes,
Konzepte zur Großtafelbauweise realisiert.
Eine zweifarbige Waschbetonfassade unter-
stützte diesen Entwurfsgedanken.
Auf dem zweihüftigen Hauptkörper mit einer
Grundfläche von 74 x 15 Metern, bestehend
aus Sockelgeschoss, Erdgeschoss, erstem und
zweitem Obergeschoss befindet sich eine
Dachlaterne als Technikzentrale. Die Konst-
ruktion aus Stahlbetonstützen mit beidseitig
angeordneten Kraggliedern, Stahlbetondielen
und einer Außenwandkonstruktion aus Profil-
glasplatten wurde durch eine leichte Metall-
konstruktion ersetzt.
Zum Zeitpunkt der Errichtung war das Ge-
bäude durch die gewählte Fertigteilbauweise
ein Experimentalbau. Wegen der Forderungen
der Energieeinsparverordnung und des bauli-
chen Zustandes der Fassadenelemente konnte
diese Fassade jedoch nicht erhalten werden.
Lediglich die Anschlusswand an den Verbinder
zum Chemieneubau – jetzt Innenwand – zeigt
noch die damalige Gestaltung der Walther-
Hempel-Bau-Fassade. In Zusammenarbeit mit
dem Lehrstuhl für Baukonstruktion von Pro-
fessor Bernhard Weller, Fakultät Bauingeni-
eurwesen der TU Dresden, wurde der mögliche
Einsatz von Photovoltaik – insbesondere die
Verwendung von fassadenintegrierten Pho-
tovoltaik-Elementen am Gebäude – unter-
sucht. Drei unterschiedliche Bereiche wurden
daraufhin mit Photovoltaik ausgestattet: Die
solaraktive Dachhaut, die Ständermodule an
den senkrechten Flächen auf der Südseite des
Staffelgeschosses in einer Pfosten-Riegel-
Konstruktion und die gebäudeintegrierte Pho-
tovoltaik an der Südfassade, als vorgehängte,
hinterlüftete Fassade mit Glasoberfläche, die
sowohl Anforderungen an den Wärmeschutz
erfüllt als auch die Nutzung regenerativer
Energie ermöglicht. Damit entstand direkt auf
dem Campus der TU Dresden ein Pilotobjekt
für gebäudeintegrierte Photovoltaik, welches
die Gelegenheit bietet verschiedene Systeme
im praktischen Einsatz zu untersuchen. Von
besonderem Interesse ist dabei die Tempera-
turentwicklung der Module in der Fassade und
deren Einfluss auf die Energieerträge sowie
die Nachhaltigkeit ihrer Konstruktion.
Projektsteuerung
Während der Baumaßnahme mussten diverse
Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse
mit einer Vielzahl von Beteiligten durch die
Projektverantwortlichen der Niederlassung
koordiniert und geleitet werden. Vor allem die
Koordination mit der sich zeitlich überschnei-
denden Baumaßnahme Zweiter Bauabschnitt
Neubau Chemische Institute sowie die engen
Platzverhältnisse zu der ebenfalls angrenzen-
den Zentralen Kälteversorgung sowie der He-
liumrückführung bedurften größter Sorgfalt.
Als weitere Herausforderung zeichnete sich
der Umgang mit dem schlechten Zustand der
Konstruktion ab, wodurch ein weitaus höhe-
rer Aufwand an Betonsanierung erforderlich
wurde. Zu Beginn der Planung wurden in dem
noch genutzten Gebäude im gesamten Haus
Bauteiluntersuchungen durchgeführt und
vorhandene Konstruktionszeichnungen sta-
tisch bewertet. Es stellte sich jedoch heraus,
dass es in der Ausführung Abweichungen zu
den Zeichnungen gab und dass die Konstruk-
tion in einigen Bereichen weit mehr, als durch
die Beprobung zu erkennen, geschädigt war.
Auch im Rahmen der Umsetzung der Photo-
voltaik war ein erhöhter Abstimmungsbedarf
erforderlich, da hier, vor allem in Bezug auf
den Brandschutz, oft nicht auf gängige Sys-
temlösungen zurückgegriffen werden konnte.
Das Projekt wurde aus Mitteln der Europäi-
schen Union (Europäischer Fonds für regiona-
le Entwicklung) gefördert.
Gesamtbaukosten:
16,5 Millionen Euro
Bauzeit:
05/2010 – 02/2013
NIeDerlASSUNG DreSDeN II
Hausanschrift:
Ostra-Allee 23
01067 Dresden
Telefon: +49 351 4735 90
Fax:
+49 351 4735 888
E-Mail: poststelle@sib-d2.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
Hochschulen, Einrichtungen des SMK,
Bildungs einrichtungen des SMI und des SMWK,
Bundesbau, Zuwendungsbau für:
Kreisfreie Stadt Dresden
Landkreis Meißen
Teilkreis Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Direktionsbezirk Dresden (für Hochschulen)
Beschäftigte: 174
Auszubildende: 0
Bauvolumen: 93,6 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 393
Anzahl Gebäude (NGF): 383 (1.048.152 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 260 (2.343.137 m
2
)
technische Universität Dresden,
Walther-Hempelbau
Labortechnische Anlagen
Außenansicht

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10
Jahre
SIB
56 | Die Standorte
Die Standorte | 57
Niederlassung Leipzig I
Amtsgericht Grimma
Sanierung und Umbau des Schloss Grimma
In der nördlichen Grimmaer Innenstadt, am
Muldenufer nahe der Pöppelmannbrücke, liegt
das Schloss Grimma, welches zu den bedeu-
tendsten Profandenkmälern Sachsens zählt.
Die Ursprünge der aus mehreren Baukörpern
bestehenden Anlage reichen bis in das frühe
13. Jahrhundert zurück.
Auf der Flussseite steht der Ostflügel, das so-
genannte Schloss, dessen Mauern die ältesten
Gebäudeteile beinhalten. Gegenüber befindet
sich das Kornhaus, das zusammen mit der
Turmruine und dem Kornhausanbau den west-
lichen Trakt bildet. Schildmauern verbinden
die Bauten und begrenzen den Schlosshof.
Im Laufe der Geschichte dienten die Gebäu-
de verschiedenen landesherrlichen und sogar
industriellen Nutzungen. Die Tradition als Jus-
tizstandort begann 1880 mit dem Einzug des
Amtsgerichts und hatte bis zum verheerenden
Hochwasser im August 2002 ohne Unterbre-
chungen Bestand.
Infolge der Hochwasserschäden musste der
Komplex geräumt werden. Es folgte eine Kette
aufwendiger Sofort- und Sicherungsmaßnah-
men, die von archäologischen und bauhis-
torischen Untersuchungen begleitet wurde.
Parallel starteten die Planungen für die Gro-
ße Baumaßnahme „Sanierung und Umbau
Schloss Grimma“, die im November 2012 nach
zweieinhalbjähriger Bauzeit abgeschlossen
wurde.
Bauausführung
Die Planungsaufgabe bestand darin, das Amts-
gericht Grimma und die Zweigstelle Grimma
der Staatsanwaltschaft Leipzig mit insgesamt
93 Arbeitsplätzen unterzubringen.
Das Entwurfskonzept vereinigte zwei prinzi-
pielle Gestaltungsansätze. Zum einen sollte
die wertvolle historische Bausubstanz so weit
wie möglich erhalten und wiederhergestellt
werden, zum anderen waren die ergänzenden
Neubauten in das historische Ensemble sensi-
bel zu integrieren.
Als Leitfaden für die Umbau- und Sanierungs-
maßnahmen in den Bestandsgebäuden wurde
eine denkmalpflegerische Zielstellung für die
Gesamtanlage erarbeitet. Aus den Erkenntnis-
sen der bauarchäologischen Untersuchungen
entstand eine Vielzahl von förderlichen Pla-
nungsvorgaben. So wurde festgelegt, dass
ausgewählte Befunde zu restaurieren sind
und als „Schaufenster“ dem Betrachter einen
Einblick in die Baugeschichte öffnen. Andere
Befunde waren lediglich zu sichern und zu
konservieren.
Um eine effiziente gebäudeübergreifende
Nutzung zu ermöglichen, bestand eine der
schwierigsten Planungsaufgaben darin, die
beiden bestehenden Gebäudekomplexe durch
einen zentralen Eingangsbereich denkmal-
verträglich miteinander zu verbinden. Für die
Ergänzungsbauten wurde ein Gesamtkon-
zept entwickelt, bei dem Alt und Neu ein-
deutig unterschieden werden. Mit dem Ziel,
das denkmalgeschützte Ensemble mit seinen
Raumbezügen erlebbar zu erhalten, sind drei
neue Baukörper als filigrane Ganzglaskons-
truktionen transparent in die Schlossanlage
eingefügt worden. Ein Erweiterungsneubau
verbindet Kornhaus und Turmruine und über-
nimmt die Funktion des zentralen Eingangs-
und Erschließungsbereichs mit Treppen- und
Aufzugsturm. Der Turmruineneinbau mit
Poststelle und der Verbindungsgang entlang
der nördlichen Schildmauer schaffen die Ver-
bindung zwischen Kornhaus und Schloss und
erlauben den witterungsgeschützten, barri-
erefreien Übergang. Dem Gestaltungsprinzip
„Transparenz - Körper im Raum“ folgend wur-
den notwendige Funktionseinheiten, wie zum
Beispiel der Pförtnertresen, als freistehende
Kuben in den gläsernen Hüllen platziert. Es
ergibt sich dadurch ein spannungsvoller Kon-
trast zwischen der historischen Bausubstanz
und den modernen Ergänzungsbauten, der
vertraute und neue Perspektiven bietet.
Projektsteuerung
Eine besondere Herausforderung für Pla-
nung und Projektsteuerung bedeutete die
architektonische Umsetzung des zentralen
Entwurfsgedankens der Transparenz für die
Ergänzungsbauten. Nicht nur die Hüllflächen,
Fassade und Dach sollten den Durchblick er-
lauben, sondern auch das Tragwerk selbst.
Es wurden filigrane Glaskonstruktionen mit
hohem technischen Anspruch entwickelt, die
besonderer Genehmigungen bedurften. So
musste für die Verklebung von Glasscheiben
eine bauaufsichtliche Zulassung der Bauart
bei der Landesdirektion Leipzig beantragt wer-
den. Zuvor wurde im Institut für Baukonstruk-
tion an der Technischen Universität Dresden
die Tragfähigkeit der geplanten Bauteile durch
Prüfungen experimentell ermittelt.
Erheblicher Koordinationsbedarf entstand
durch die zeitgleiche Realisierung von Hoch-
wasserschutzmaßnahmen der Landestal-
sperrenverwaltung Sachsen im Uferabschnitt
entlang des Gebäudekomplexes. Die gesam-
te muldenseitige Außenwand des Schlosses
wurde hierbei in das städtische Hochwasser-
schutzkonzept integriert. Durch eine intensive
Abstimmung im Bauprozess konnten beide
Maßnahmen ohne gegenseitige Behinderun-
gen erfolgreich durchgeführt werden.
Gesamtbaukosten:
14,5 Millionen Euro
Bauzeit:
01/2010 – 11/2012
NIeDerlASSUNG leIPZIG I
Hausanschrift:
Schongauerstraße 7
04328 Leipzig
Telefon: +49 341 2555 000
Fax:
+49 341 2555 178
E-Mail: poststelle@sib-l1.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(soweit nicht Niederlassung Leipzig II
sachlich zuständig; ohne VZOG):
Kreisfreie Stadt Leipzig
Landkreis Leipzig
Landkreis Nordsachsen
Direktionsbezirk Leipzig
(für Bodenreform und Fiskalerbschaften)
Beschäftigte: 182
Auszubildende: 3
Bauvolumen: 40,1 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 327
Anzahl Gebäude (NGF): 455 (649.582 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 555 (14.495.151 m
2
)
Amtsgericht Grimma
Außenansicht
Verglaster Treppenaufgang

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10
Jahre
SIB
58 | Die Standorte
Die Standorte | 59
Niederlassung Leipzig II
Universität Leipzig
Sanierung und Erweiterungsneubau für
das Translationszentrums für
Regenerative Medizin
Das durch das Bundesministerium für Bildung
und Forschung, den Freistaat Sachsen und
die Universität Leipzig geförderte Translati-
onszentrum für Regenerative Medizin (TRM)
Leipzig wurde im Oktober 2006 gegründet. Es
verknüpft universitäre und außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-
unternehmen, überträgt Ergebnisse der kon-
zeptionellen Forschung in die klinische Praxis
und bildet wissenschaftlichen Nachwuchs
weiter. Um die umgehende Arbeitsaufnahme
zu ermöglichen, begann im Oktober 2006 mit
der Gründung des Translationszentrums auch
die Arbeit des Staatsbetriebs Sächsisches Im-
mobilien- und Baumanagement. Eine leer ste-
hende Bettenstation im Dachgeschoss des Flü-
gels C der ehemaligen Universitätsfrauenklinik
wurde zur circa 400 Quadratmeter großen
Geschäftsstelle des TRM umgenutzt. Für die
dringend erforderlichen Forschungsflächen
wurden von September 2007 bis April 2008 in
einer kleinen Baumaßnahme noch einmal 300
Quadratmeter Laborräume hergerichtet.
Regenerative Medizin
Die regenerative Medizin zählt zu den inno-
vativsten Zukunftsfeldern der Biomedizin.
Ihr Anliegen ist die Heilung oder funktionelle
Wiederherstellung erkrankter Gewebe und Or-
gane mittels biologischen Ersatzes oder durch
Anregung körpereigener Regenerationspro-
zesse. Die intensive Erforschung der Selbst-
heilungskräfte des menschlichen Körpers soll
zu neuen Ansätzen in der Therapie von Par-
kinson, Querschnittlähmung, Krebs oder auch
Diabetes beitragen.
Projektsteuerung
Mit Festlegung des Verfahrensablaufes zur
baulichen Umsetzung im November 2006
nahm der SIB die Planungstätigkeit für das
Zentrum auf. Die Kosten dafür wurden aus
dem Haushalt des Freistaates Sachsen fi-
nanziert. Im April 2007 konnte dann bereits
die Entscheidungsunterlage in Verbindung
mit dem Antrag auf EFRE-Förderung beim
Staatsministerium für Wissenschaft und
Kunst vorgelegt werden. Nach Weiterfüh-
rung der Planung wurde im Juli 2009 die
Entwurfsunterlage vorgelegt. Die Gesamt-
baukosten betragen rund 13 Millionen Euro.
Dies entspricht einem Kostenwert von 2.966
Euro pro Quadratmeter und liegt somit etwa
ein Drittel unter dem Ansatz für vergleichbare
Neubauten. Dieser vergleichsweise niedrige
Kostenwert konnte durch den umfangreichen
Erhalt zahlreicher Ausbauelemente, wie zum
Beispiel Bodenbeläge, Türen und Heizkörper
erzielt werden, wobei die technischen Anla-
gen zur Gewährleistung eines störungsfreien
Betriebes vor allem der Luft- und Kältever-
sorgung erweitert oder teilweise neu errich-
tet werden mussten. Allein für den Schutz
und die Einlagerung erhaltenswerter Bauteile
und -elemente wurden zu Beginn der Arbei-
ten im September 2010 etwa 130.000 Euro
aufgewandt.
Innenraumgestaltung
Für das Leitsystem im Zentrum werden unter
Einbeziehung von Mitarbeitern des TRM The-
men der Nutzung in abstrakten Grafiken um-
gesetzt, die durch verdichtete oder aufgelöste
Anordnung in den Flurbereichen die Orientie-
rung erleichtern.
Ehemalige Universitätsfrauenklinik
Der unter Denkmalschutz stehende Gebäu-
dekomplex im Südosten der Stadt Leipzig,
begrenzt durch Philip-Rosenthal-Straße,
Semmelweisstraße und Karl-Siegismund-
Straße, wurde seit Eröffnung im Jahre 1928
als Universitätsfrauenklinik genutzt. Nach de-
ren Auszug in den letzten Jahren stehen die
Ende der 90er Jahre grundsanierten Gebäude
leer und werden abschnittsweise mit neuen
Nutzungen belegt. Die Anlage setzt sich aus
drei Baukörpern zusammen – Flügel A, B und
C – und öffnet sich im Osten zu einer Park-
anlage hin. Im Westen wurde im Zuge der
Grundsanierung ein Neubau angefügt. Für das
TRM wurden der vollständige Flügel B mit dem
durch zwei Verbindungsgänge erschlossenen
Neubau sowie anteilig der Westteil des Flügels
A umgenutzt. Da das Gebäude in den letzten
Jahren bereits an Dach und Fach saniert wur-
de, bestand die Bauaufgabe im Wesentlichen
aus folgenden Maßnahmen:
Um- und Innenausbau der Geschosse ent-
sprechend den Nutzungsanforderungen,
vollständige Sanierung des Erdgeschosses
Flügel A im Innenbereich,
Maßnahmen zum baulichen Brandschutz
im Zuge der Nutzungsänderung,
Erneuerung und Erweiterung der haus-
technischen Anlagen unter Einbeziehung
des unausgebauten Spitzbodens.
Bauausführung
Die Lage der Baustelle inmitten von Einrich-
tungen des Universitätsklinikums, Lehr- und
Forschungsflächen der Medizinischen Fakultät
der Universität Leipzig und des Interims des
TRM stellte hohe Anforderungen an die Bau-
stellenorganisation zur Vermeidung von Lärm
und Schmutz. Dies wurde durch die Schaffung
eines innerhalb des Altbaus gelegenen zent-
ralen Durchbruches zur Aufnahme eines Bau-
stellenaufzuges erreicht. Über diesen Aufzug
wurden sämtliche Transporte auf die Baustelle
abgewickelt. Nach Abschluss der Baumaß-
nahme wurde an dieser Stelle der zentrale
Lüftungsschacht errichtet. Die Baumaßnahme
umfasste den Um- und Innenausbau der sechs
Geschosse des Altbaues und der zwei Geschos-
se des in den neunziger Jahren angebauten
OP-Traktes im Flügel B für die Aufnahme der
Labor-, Tierhaltungs- und Bürobereiche. Die
Westseite im Erdgeschoss des Flügels A wurde
von Grund auf saniert. Hier finden Geschäfts-
stelle und Kinderbetreuung ihr neues Domizil.
Nach Abschluss der Baumaßnahme im März
2012 schloss sich ein Zeitraum von drei Mo-
naten für Inbetriebnahmen, Einregulierung
technischer Anlagen und den schrittweisen
Umzug aus den Interimslaboren in das neue
Zentrum an. Die Ausfallzeiten besonders kurz
zu halten, wurde durch ein speziell erarbeite-
tes Logistikkonzept sichergestellt.
Das Projekt wurde aus Mitteln der Europäi-
schen Union (Europäischer Fonds für regiona-
le Entwicklung) gefördert.
Gesamtbaukosten:
rund 13,0 Millionen Euro
Bauzeit:
09/2010 – 07/2012
NIEdERLaSSUNg LEIPzIg II
Hausanschrift:
Tieckstraße 2
04275 Leipzig
Telefon: +49 341 2175 0
Fax:
+49 341 2175 222
E-Mail: poststelle@sib-l2.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
Hochschulen, Universitätsklinikum Leipzig
AöR, Einrichtungen des SMWK, SMS
und SMK für:
Kreisfreie Stadt Leipzig
Landkreis Leipzig
Landkreis Nordsachsen
Direktionsbezirk Leipzig (für Hochschulen,
Krankenhausbau, Berufsakademie)
Beschäftigte: 115
Auszubildende: 1
Bauvolumen: 75,0 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 266
Anzahl Gebäude (NGF): 347 (1.017.137 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 280 (4.149.524 m
2
)
Universität Leipzig,
Translationszentrum für Regenerative Medizin
Treppenhaus
Abstrakte Grafiken als Leitsystem für den Flurbereich
Haustechnische Anlagen

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10
Jahre
SIB
60 | Die Standorte
Die Standorte | 61
Niederlassung Zwickau
Pilotprojekt Geothermische Nutzung
von Flutungswässern des Zwickauer
Steinkohlereviers
Das ehemalige Zwickauer Steinkohlerevier
stellte das bedeutendste Steinkohlenabbau-
gebiet in Sachsen dar. Mit der Einstellung
der Förderung im Jahre 1978 erfolgte die
Flutung des bis zu 1.200 Meter tiefen Gru-
bengebäudes.
Durch den Bergbau wurde im Laufe der Zeit
ein untertägiges Hohlraumvolumen in der
Größenordnung von etwa 40 Millionen Kubik-
metern geschaffen.
Nach der Gewinnung der Steinkohle wurden
die Hohlräume mit unterschiedlichen Versatz-
technologien und -materialien verfüllt. Im
Gebiet der Zwickauer Innenstadt sind von ur-
sprünglich 2,5 Millionen Kubikmeter Hohlraum
nach Versatz und Bergsenkung circa 250.000
Kubikmeter Resthohlraum abzuleiten.
Im Rahmen des EU-Projektes „Ready“ wur-
den Untersuchungen zur Nutzung des Geo-
thermiepotenzials aus dem Flutungswasser
durchgeführt.
Zur realistischen Einschätzung des geother-
mischen Potenzials sind Angaben zu hyd-
raulischen Parametern, wie dem konkreten
Druckwasserspiegel, zur Durchlässigkeit der
Resthohlräume im Karbon, zu den kontinuier-
lichen Zulaufmengen sowie den Temperaturen
notwendig. Diese Daten können nur über hy-
draulische Tests im Bereich des vorgesehenen
Erschließungsniveaus selbst ermittelt werden.
Dazu ist die Ausführung einer Erkundungs-
bohrung bis in das ehemalige Streckenniveau
erforderlich.
Vorhaben
Unter Leitung der Niederlassung Zwickau wird
hierfür eine gerichtete Bohrung in den ehema-
ligen Blindschacht 155, der verschiedene ho-
rizontale Ebenen des ehemaligen Bergwerkes
verbindet, durchgeführt. Die Bohrung reicht
dabei bis in eine Tiefe von 625 Metern.
Der Bohransatzpunkt befindet sich circa 500
Meter vom Stadtzentrum Zwickaus und circa
250 Meter von den zu beheizenden Hoch-
schulgebäuden entfernt. Das Druckpotenzial
der Grubenwässer liegt im Bereich der Gelän-
deoberkante. Das Flutungswasser ist vermut-
lich durch hohe Salzgehalte und Härtegrade
gekennzeichnet.
Das Vorhaben ist darauf gerichtet, neue wis-
senschaftliche Erkenntnisse im Rahmen eines
Forschungsprojektes der Westsächsischen
Hochschule Zwickau zur Bereitstellung von
Energie für die effiziente Heizung und Klima-
tisierung zu demonstrieren. Die technischen
Anlagen werden so konzipiert, dass sie der
Beheizung der Gebäude der Westsächsischen
Hochschule auf dem Standort Technikum 1
dienen und die Übertragbarkeit der Lösung
auf andere Anwendungssituationen der Wär-
menutzung aus Grubenwässern an weiteren
Altbergbaustandorten aufzeigen.
Die wissenschaftlichen Aufgaben umfas-
sen mehrere Teilkomplexe, die sich wie folgt
gliedern:
Die Forschungsbohrung wird als gerichtete
Bohrung in eine Verbruchzone des Blind-
schachtes 155 vorgetrieben. Der Ausbau
der Forschungsbohrung erfolgt als Förder-
brunnen für eine Förderleistung bis zu 100
Kubikmetern pro Stunde.
Durchführung von geologischen und hy-
drologischen Untersuchungen zum Auf-
schluss des Grubenwassers, zur Erkundung
des verwahrten Bergbaues sowie der He-
bebedingungen und Beschaffenheit der
anstehenden Grubenwässer. Dabei werden
Schlussfolgerungen für die weitere Er-
schließung von Grubenwässern als Ener-
giequelle in der Stadt Zwickau und anderer
Bergbaustandorte gewonnen.
Einsatz und Felderprobung von Kunststoff-
Wärmetauschern, welche auf die chemi-
sche Beschaffenheit der Grubenwässer
abgestimmt sind.
Bewertung des geomechanischen Verhal-
tens sowie Monitoring der Hydrochemie
und der induzierten seismischen Intensität
während der Bohrarbeiten sowie bei einer
anschließenden Wasserentnahme.
Parallel zur wissenschaftlichen Aufgabe soll,
bei Antreffen von ausreichend geothermisch
nutzbaren Wassers, die Beheizung der Gebäu-
de der Westsächsischen Hochschule, Standort
Technikum 1, realisiert werden. Hierzu wird
ein Konzept mit Wärmetauscher direkt an der
Förderbohrung, Übertragung der Wärme mit-
tels „kalter Fernwärmeleitung“ als kombinier-
te Wärmequelle/-senke und die Aufstellung
dezentraler Wärmepumpen in den einzelnen
Gebäuden umgesetzt werden.
Die Finanzierung erfolgt anteilig aus Förder-
mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft
und Technologie, Mitteln der Stadt Zwickau
und des Freistaates Sachsen. Gründe für eine
gemeinsame Finanzierung waren Bündelung
von gleichgerichteten Aktivitäten, Risikomini-
mierung und effektiver Mitteleinsatz.
Gesamtbaukosten:
3,14 Millionen Euro
(davon 1,42 Millionen Euro Fördermittel)
Bauzeit: 01/2010 – 11/2012
NIeDerlASSUNG ZWIcKAU
Hausanschrift:
Dr.-Friedrichs-Ring 2a
08056 Zwickau
Telefon: +49 375 28369 0
Fax:
+49 375 28369 105
E-Mail: poststelle@sib-z.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(ohne Vermarktung und Verwertung,
ohne Bodenreform und VZOG):
Landkreis Zwickau,
Vogtlandkreis
und in Teilen des Landkreises
Erzgebirgskreis
Direktionsbezirk Chemnitz
(für Zuwendungsbau)
zusätzlich auf dem Gebiet der Fiskal-
erbschaften in den Amtsgerichts-
bezirken Aue, Auerbach, Plauen,
Hohenstein-Ernstthal und Zwickau
Beschäftigte: 102
Auszubildende: 2
Bauvolumen: 24,5 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 257
Anzahl Gebäude (NGF): 297 (426.025 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 236 (1.392.102 m
2
)
tiefenbohrung,
Zwickau
Technische Zeichnung des Bohrverlaufs
Geologische 3D-Aufnahme
Schwere Maschinen für Tiefenbohrung

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10
Jahre
SIB
62 | Preise und Auszeichnungen
Preise und Auszeichnungen | 63
8. Preise und Auszeichnungen
Wettbewerb „Stadt bauen. Stadt erleben.“
Nationaler Preis für integrierte
Stadtentwicklung und Baukultur 2012
Am 11. Oktober 2012 wurde dem Neubau des
Informationszentrums „Haus der Tausend Tei-
che“ im Biosphärenreservat „Oberlausitzer Hei-
de- und Teichlandschaft“ der Nationale Preis
für integrierte Stadtentwicklung und Baukul-
tur verliehen. Das „Haus der Tausend Teiche“
wurde von dem Architekturbüro MPA Müller +
Partner Architekten aus Dresden entworfen. In
zweijähriger Bauzeit wurde das Informations-
zentrum mit Ausstellungsraum und Vortrags-
saal unter Einbindung der Gewölbe eines his-
torischen Stallgebäudes in Wartha errichtet.
Der Preis für integrierte Stadtentwicklung
und Baukultur wurde 2012 zum zweiten
Mal ausgelobt. Er soll wegweisende Projekte
würdigen, die den Ansprüchen der Gesell-
schaft nicht nur gerecht werden, sondern
diese mitgestalten. Es wurden insgesamt
194 Projekte in vier Kategorien eingereicht.
Das „Haus der Tausend Teiche“ erhielt in der
ersten Kategorie „Gebäude und Stadtraum“
einen Preis. Ausgezeichnet wurden Projekte,
denen es gelungen ist, innovative Beiträge
zu einer sozial gerechten Stadtgesellschaft,
einer ökologisch nachhaltigen und ökono-
misch erfolgreichen Stadtentwicklung sowie
eine Weiterentwicklung vom Pilotfall zum
Regelfall zu liefern. In dieser Kategorie fin-
den gute bauliche und gestalterische Pro-
jekte Anerkennung, die sich mit dem Neu-
bau, dem Umbau, der Umnutzung oder der
Sanierung im städtebaulichen Kontext der
Städte und Gemeinden auseinandersetzen.
Die Projekte sollen durch ihre gestalteri-
schen Qualitäten, wie auch durch ihre Nut-
zung, prägend und belebend für ihr Umfeld
sein und in gesellschaftlicher und sozialer
Hinsicht eine integrierende Kraft entfalten,
indem sie attraktive Räume für die unter-
schiedlichen Aktivitäten und Akteure des
städtischen Lebens schaffen und Impulse
für urbanes Leben geben.
erlweinpreis 2012 ­ Anerkennung
Der Erlweinpreis wird in Würdigung der Ver-
dienste von Hans Erlwein um die architekto-
nische Qualität von in der Öffentlichkeit wirk-
samen Bauten aller vier Jahre vergeben. Hans
Erlwein war von 1904 bis 1914 Stadtbaurat
in Dresden. Der Preis wird von der Landes-
hauptstadt Dresden für Bauprojekte auf dem
Stadtgebiet verliehen. Es beteiligten sich 31
Projekte.
Eine Anerkennung erhielt am 15. November
2012 der Neubau des Hochschulgebäudes mit
Proben- und Konzertsaal der Hochschule für
MusikCarl Maria von Weber“, Wettiner Platz
13. Der Entwurf stammt von dem Architek-
turbüro hammeskrause architekten bda aus
Stuttgart.
Mit einer weiteren Anerkennung wurde das
Internat des Sächsischen Landesgymnasiums
für MusikCarl Maria von Weber“, Mendels-
sohnallee 34, entworfen von Schulz & Schulz
Architekten GmbH, Leipzig, bedacht.
Auszeichnung Architekturforum
der Stadt Zwickau 2012
Das Lehrgebäude auf dem Campus Scheffel-
straße der Westsächsischen Hochschule Zwi-
ckau (Architekten.3P – Feuerstein Rüdenauer
& Partner GbR, Stuttgart und Architekturbüro
G&J Kretzschmar GbR, Zwickau) wurde 2012
beim Architekturforum der Stadt Zwickau
ausgezeichnet.
Das Projekt umfasst die Sanierung und Moder-
nisierung des aus den 50er Jahren stammen-
den Lehrgebäudes samt Aula. Gewürdigt wird
die klare Formensprache, die durch geschick-
te architektonische Eingriffe, insbesondere
im Bereich der Eingänge, die ursprüngliche
Schwere des Gebäudes zu einer einladenden
Geste umgestaltet.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Neubau
des Institutsgebäudes für Produktionstech-
nik der Westsächsischen Hochschule Zwickau
(SCHMEIER+MIERSCH Architekten GbR, Mag-
deburg). Überzeugend für die Jury war die städ-
tebauliche Einbindung sowie die funktionelle
und ästhetische ansprechende Architektur.
Innenansicht
Innengestaltung
Außenansicht, Haus der Tausend Teiche in Guttau, Ortsteil Wartha
Westsächsischen Hochschule Zwickau, Lehrgebäude auf dem Campus
Westsächsischen Hochschule Zwickau, Institutsgebäude für Produktionstechnik
hochschule für Musikcarl Maria von Weber“,
Dresden

10
Jahre
SIB
64 | Organisation und Aufsicht
Architektenverzeichnis | 65
9. Organisation und Aufsicht
Der Verwaltungsrat des Staatsbetriebs Sächsi-
sches Immobilien- und Baumanagement setzte
sich im Geschäftsjahr 2012 wie folgt zusammen:
Herr Hansjörg König
Vorsitzender des Verwaltungsrates,
Staatssekretär im Sächsischen Staats-
ministerium der Finanzen, Dresden
Frau Evelyn Schastok,
Ministerialrätin im Sächsischen Staats-
ministerium der Finanzen, Dresden
Herr Matthias Zier,
Ministerialrat im Sächsischen Staatsmi-
nisterium der Finanzen, Dresden
Herr Prof. Dr. Rainer Wedekind,
Ministerialdirigent im Sächsischen
Staats
ministerium für Kultus, Dresden
Herr Dr. Ulrich Reusch,
Ministerialdirigent im Sächsischen
Staats
ministerium für Umwelt und
Landwirtschaft, Dresden
Herr Klaus-Dieter Schwensen,
Niederlassungsleiter, TLG Immobilien
GmbH
- Niederlassung Süd, Dresden
Herr Gerd Rudolph,
Vorsitzender des Bezirkspersonalrates
des SIB, Chemnitz
ArchIteKteNVerZeIchNIS
Holzer Kobler Architekturen GmbH, Zürich;
Architekturbüro Lungwitz, Dresden (Mathe-
matisch Physikalischer Salon, Seite 5, 8);
Peter Kulka Architektur Dresden GmbH,
Dresden (Riesensaal, Seite 7, 9);
bhss-Architekten GmbH, Leipzig
(Seite 10, 11, 18, 19);
mpw weimar Bauplanungsgesellschaft mbH
(Seite 13 oben und rechts unten);
Architekturbüro Dr. Crimmann, Leipzig
(Seite 13 links unten);
Meyer-Bassin und Partner – freie Architek-
ten BDA, Dresden (Technische Universität
Dresden, Seite 14, 15);
Starosta + Dittmar Freie Architekten,
Dresden (Seite 16, 17);
Bauplan GmbH & Co.KG, Leipzig (Fassaden-
sanierung Bläserhaus, Seite 21, 22, 23)
TPMT Architekten GmbH, Berlin
(Finanzamt Pirna, Seite 25);
pbr Planungsbüro Rohling AG, Jena
(Hochschule Mittweida, Seite 25);
Kleihues + Kleihues Gesellschaft von
Architekten mbH, Berlin (Seite 26);
ARGE MTO (ABK ARCHITEKTEN GMBH |
iproplan Planungsgesellschaft mbH),
Chemnitz (Seite 27);
Harms + Schubert Freie Architekten, Dresden;
Architekturbüro H. Spitze, Spangenberg;
Ingenieurbüro Kopp, Dresden (Fassadensa-
nierung Johanneum, Seite 30, 31);
C.VO Architekten, Leipzig (Seite 34);
SCHMEIER+MIERSCH
ARCHITEKTEN, Magdeburg (Seite 42, 43);
Bauplan GmbH & Co. KG, Architekten
und Ingenieure, Leipzig (Seite 46, 47);
PFAU Architekten, Dresden (Seite 50, 51);
pussert kosch architekten, Dresden
(Seite 52, 53);
AWB ARCHITEKTEN, Architekturbüro Bauer
BDA, Dresden (Seite 54, 55);
BAUCONZEPT® PLANUNGSGESELLSCHAFT
MBH, Lichtenstein/Sa. (Seite 56, 57);
kister scheithauer gross architekten und
stadtplaner GmbH, Leipzig (Seite 29, 58, 59);
MPA, MÜLLER + PARTNER ARCHITEKTEN,
Dresden (Seite 48, 49, 62);
hammeskrause architekten bda, Stuttgart
(Hochschule für Musik, Seite 63);
SCHMEIER+MIERSCH ARCHITEKTEN,
Magdeburg (Westsächsischen Hochschule
Zwickau, Seite 63);
Architekten.3P – Feuerstein Rüdenauer &
Partner GbR, Stuttgart (Westsächsischen
Hochschule Zwickau, Seite 63);
Architekturbüro G&J Kretschmar GbR,
Zwickau (Westsächsischen Hochschule
Zwickau, Seite 63)

image
Herausgeber:
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement SIB
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
Im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion:
Geschäftsführung SIB
Gestaltung und Satz:
Pfefferkorn & Friends GmbH
www.pfefferkornundfriends.de
Druck:
Lausitzer Druckhaus GmbH
Redaktionsschluss:
Juni 2013
Fotos:
David Brandt, Dresden (Titel, Seite 7, Rückseite); Lothar Sprenger, Dresden (Portraits Führungskräfte, U 2, Seite 4, 19, 49,
51, 62); Prof. Jörg Schöner, Dresden (Seite 5); © Jörn Haufe / fotolia.com (Seite 6); Staatliche Kunstsammlungen Dresden,
Jürgen Lösel, Dresden (Seite 8); Rainer Böhme, Dresden (Seite 9); TU Chemnitz (Seite 10); bhss-Architekten GmbH, Leipzig
(Seite 11 oben); Beat Streuli, Schweiz (Seite 11 Entwurf); SIB (Seite 9, 11, 13, 16, 17, 21, 22, 23, 31 links, 32, 33, 34, 35 oben,
38, 39, 40, 58, 59, 60, 61 oben); Klaus von Heimendahl (Seite 12); Luc Saalfeld, Dresden (Seite 14, 15, 55, 63 oben und mit-
te); Thomas Goethe, Cottbus (Seite 16, 17); Jürgen Dittmar, Saarbrücken (Seite 16, 17); Steffen Junghans, Leipzig (Seite 18,
29); TPMT Architekten GmbH, Berlin (Seite 25 oben); pbr Planungsbüro Rohling AG, Jena (Seite 25 unten); Kleihues + Klei-
hues Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin (Seite 26); Werner Huthmacher, Berlin (Seite 27); Rene Jungnickel, Freiberg
(Seite 30, 31 oben); Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen, Dresden (Seite 35); Peter Gagstaedter /
pixelio.de (Seite 37); Rainer Sturm / pixelio.de (Seite 41); Bert Harzer, Mülsen Sankt Niclas (Seite 42, 43, 46, 47, 63 unten
rechts); Rolf van Melis / pixelio.de (Seite 44); Christoph Reichelt, Berlin (Seite 53); Steffen Spitzner, Gera (Seite 56, 57, 63
unten links); LfULG (Seite 61 mitte); G.U.B. Ingenieur AG, Zwickau (61 unten)
Verteilerhinweis
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen ihrer
verfassungsmäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit herausgegeben. Sie darf
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Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie
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Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende Druckschrift nicht so verwendet werden,
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