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Titel
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Geschäftsbericht 2010

Staatsbetrieb Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement
Geschäftsbericht 2010
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Titel

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1. Grußwort des Sächsischen Staatsministers der Finanzen ....................................... 4
2. Vorwort des Geschäftsführers .................................................................................. 6
3. Jahresergebnisse 2010 im Überblick ........................................................................ 8
4. Der Staatsbetrieb SIB ............................................................................................... 10
4.1 Planungs- und Baumanagement .............................................................................................. 10
4.2 Facility- und Bedarfsdeckungsmanagement ......................................................................... 10
4.3 Finanzvermögen und Portfoliosteuerung ............................................................................... 11
4.4 Zentrale Aufgaben ......................................................................................................................... 11
5. Die Geschäftsentwicklung 2010 .............................................................................. 12
5.1 Planungs- und Baumanagement .............................................................................................. 12
5.2 Facility- und Bedarfsdeckungsmanagement ......................................................................... 20
5.3 Finanzvermögen und Portfoliosteuerung ............................................................................... 26
5.4 Zentrale Verwaltung ...................................................................................................................... 28
5.4.1 Personalbericht .................................................................................................................. 30
5.4.2 Bericht aus dem Vergabe- und Vertragswesen ....................................................... 32
5.4.3 Bericht aus dem IT-Bereich ........................................................................................... 33
5.4.4 Bericht aus dem Organisationsbereich ...................................................................... 33
6. Die Standorte ........................................................................................................... 34
Niederlassung Bautzen ........................................................................................................................ 34
Niederlassung Chemnitz ..................................................................................................................... 36
Niederlassung Dresden I ..................................................................................................................... 38
Niederlassung Dresden II .................................................................................................................... 40
Niederlassung Leipzig I ....................................................................................................................... 42
Niederlassung Leipzig II ...................................................................................................................... 44
Niederlassung Zwickau ....................................................................................................................... 46
7. Preise und Auszeichnungen ..................................................................................... 48
8. Organisation und Aufsicht ...................................................................................... 50
Inhalt
Albertinum Dresden,
Titelbild Schaudepot
Das 1559 bis 1563 als Zeughaus errichtete Albertinum erhielt 1884 bis 1889 mit dem Umbau zum Museum für die Skulpturensammlung seinen heutigen Charakter.
Mitte der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts zogen die Galerie Neue Meister, das Grüne Gewölbe, das Münzkabinett und in Klinger- und Mosaiksaal Sonderausstel-
lungsräume der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in das Albertinum ein. Diese waren bis 2006 hier untergebracht. Zu ebener Erde befand sich die Antikenhalle
der Skulpturensammlung und in den beeindruckenden Renaissancekellern die Abgusssammlung und Depots. Das Jahrhunderthochwasser im August 2002 überflutete
auch die Dresdner Altstadt und mit ihr die historischen Bauten wie Semperoper, Schloss, Zwinger und das Albertinum. In der Folge wurde der SIB beauftragt,
eine Lösung für die hochwassersichere Unterbringung des Depotguts zu finden. Nach einem Auswahlverfahren erhielt das Architekturbüro Staab aus Berlin den
Auftrag, seine Idee einer „Arche für die Kunst“ planerisch umzusetzen.
Mitte 2010 konnten die Staatlichen Kunstsammlungen das fertig gestellte Albertinum beziehen. In 18 Metern Höhe über dem Innenhof des Albertinums wurden Depots
und zentrale Werkstätten eingerichtet. Die weitgespannte Brückenkonstruktion der „Arche“ lässt den zentralen Raum unberührt. Die Untersicht dieses Baukörpers wird
als lichtreflektierende Deckenfläche ausgeführt, so dass ein heller Innenhof entsteht, in den über seitliche Fugen Tageslicht einfällt. Das eigentliche Volumen des neuen
Baukörpers wird dadurch erst auf den zweiten Blick sichtbar. Mit dem überdachten Atrium gewinnt das Bauwerk einen Raum, der vor allem als zentrales Foyer genutzt
wird. Im Zusammenhang mit der Errichtung des Neubaus wurde auch der historische Gebäudebestand umfassend saniert und umgebaut.
Mit dem Auszug von Verwaltung, Grünem Gewölbe und Münzkabinett in das Residenzschloss haben die Skulpturensammlung und die Galerie Neue Meister mit
dem Gerhard-Richter Archiv erstmals seit dem 2. Weltkrieg wieder die Möglichkeit, die Räume des Albertinums allein zu nutzen. In einer neuen Präsentation können
zukünftig auch bislang wenig gezeigte Schätze ausgestellt werden.
Bauzeit:
09/2006 – 05/2010
Gesamtbaukosten:
51,6 Millionen Euro
Nutzfläche:
13.500 m
2
(Depot: 3.200 m
2
/ Werkstätten: 1.800 m
2
/
Ausstellungsfläche 5.650 m
2
)
Inhalt |
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1. Grußwort des Sächsischen Staatsministers
der Finanzen
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig
Außenansicht
Bild oben: Innenraum
Bild links: Außenansicht
Der Freistaat Sachsen ist reich an historischen Gebäuden, Kunstwerken und Kunstschätzen. Die-
sen Reichtum zu erhalten und zu mehren ist die Aufgabe nicht nur der heutigen Zeit. Mit dem
Staatsbetrieb SIB haben wir die Möglichkeit, die staatlichen Bauwerke zu erhalten, aber auch neue
architektonische Meilensteine zu platzieren. Dabei sollten wir nicht nur das einzelne Gebäude
berücksichtigen, sondern beachten, dass staatliches Bauen immer auch einen wichtigen Beitrag
zum Städtebau leistet. Unser Ziel sollte es sein, den nachfolgenden Generationen funktionieren-
de und ästhetisch ansprechende Städte zu hinterlassen.
Bei der Umsetzung dieser Aufgabe müssen allerdings Bedarf, nutzerspezifische Anforderungen,
Ästhetik und hohe architektonische Qualität, oftmals Denkmalschutz, Energieeffizienz und die
Einhaltung des zur Verfügung stehenden Budgets trotz immer steigender Baupreise vereint wer-
den. Das ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die vom SIB erbracht wird. Erwähnen möchte ich
hier beispielhaft für das Geschäftsjahr 2010 die national und auch international beachteten
Fertigstellungen der Baumaßnahmen Deutsches Hygiene-Museum, Albrechtsburg Meissen, Al-
bertinum und Türckische Cammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Aber auch die nicht
im Fokus der überörtlichen Medienlandschaft stehenden Fertigstellungen wie Schloss Lichten-
walde, Barockschloss Rammenau, Kroch-Hochhaus der Universität Leipzig und Neubau Chemie
der Technischen Universität Dresden sollen stellvertretend für viele andere Objekte Erwähnung
finden. Die Vielzahl von kulturellen, architektonischen und wissenschaftlichen Bauwerken im
Freistaat Sachsen ist ein wertvolles Erbe. Es ist eine besondere Aufgabe und Herausforderung,
dies auch für die Zukunft zu bewahren.
Neben dem laufenden Geschäft galt es im Jahr 2010 Sonderprogramme wie das „Konjunkturpa-
ket II“ und das Energieeffizienzprogramm zu bewerkstelligen. Mit einem Bauvolumen von 605,8
Millionen Euro, dem höchsten seit Staatsbetriebsgründung im Jahr 2003, gelang es einen Beitrag
zur Stützung der Baukonjunktur zu leisten, von dem insbesondere auch das örtliche Baugewer-
be profitierte.
Sprichwörtlich einen Strich durch die Rechnung im Baugeschehen des SIB machte jedoch im
August 2010 das Wetter. Ein heftiger Starkregen Anfang August – die Meteorologen verzeich-
neten für den Monat August 2010 einen neuen Regenrekord – und in dieser Folge über die Ufer
tretende Flüsse und Bäche sowie abrutschendes Erdreich und Ausspülungen verursachten einen
erheblichen Schaden an Gebäuden, Bauwerken und Parkanlagen. Der Staatsbetrieb konnte nach
der Schadensbilanzierung noch im gleichen Jahr mit den Aufräum- und Reparaturarbeiten be-
ginnen. In der heutigen Zeit spricht nahezu jeder von steigenden Energiekosten, Energieeffizienz
oder Klimawandel. Dem Freistaat Sachsen und dem SIB als dessen Liegenschaftsverwalter und
Bauherr kommt in dieser Hinsicht eine Vorbildfunktion zu. Um die Bewirtschaftungskosten der
Liegenschaften im Rahmen zu halten, werden die Medienverbräuche untersucht und Maßnahmen
zur Kostenreduzierung initiiert. Das Nutzerverhalten spielt hier keine untergeordnete Rolle. Das
Sächsische Staatsministerium der Finanzen und der Staatsbetrieb SIB haben deshalb eine Ener-
gieeffizienzkampagne 2010 zur Motivation der Beschäftigten der staatlichen Behörden des Frei-
staates gestartet. SIB konnte auch im Geschäftsjahr 2010 durch das Ausschreiben von Sammel-
aufträgen wirtschaftliche Preise bei den Bewirtschaftungsleistungen (Strom, Wasser, Wärme,
Reinigung) erzielen. Eine Möglichkeit der Energieeffizienz stellt das Passivhaus dar. Seit einiger
Zeit ist der Staatsbetrieb in diesem Bereich tätig. Und so verwundert es nicht, dass SIB im Jahr
2010 zur Internationalen Passivhaus-Tagung mit Beiträgen vertreten war, übrigens als einziger
Landesbaubetrieb.
Im Geschäftsjahr 2010 wurde ebenfalls ein Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit eingerichtet. Im
Zusammenspiel sollen neben dem Aspekt der Energieeinsparung auch Bauplanung, Baustoffein-
satz, Bauausführung, Raumfunktionalität und Ähnliches betrachtet werden. Dazu werden For-
schungsprojekte mit Hochschulen oder wissenschaftlichen Einrichtungen initiiert und begleitet.
Auch sind Vorträge, Informationsveranstaltungen, Regionalforen, Publikationen etc. vorgesehen.
Das Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit ist als ein innovatives Netzwerk ausgerichtet und ermög-
licht für verschiedene Träger und Einrichtungen eine strategische Vorgehensweise. Die im Kom-
petenzzentrum erlangten Erkenntnisse können zudem Kommunen, Landkreisen und anderen
öffentlichen Trägern zur Verfügung gestellt werden. In Zeiten knapper werdender Ressourcen
von fossilen Brennstoffen gilt es, sich nach Alternativen umzuschauen. So prüft SIB intensiv den
Einsatz regenerativer Energien, wie z.B. Kraftwärmekopplung, Kavernenkraftwerke, Solarenergie,
Biogasanlagen und Geothermie.
Viele attraktive Immobilien, für die der Freistaat Sachsen keine Verwendung hat, sind mittlerwei-
le veräußert. Die Finanzkrise im Jahr 2009 hat sich zudem bei der Nachfrage bemerkbar gemacht.
Ungeachtet dessen ist es SIB im Jahr 2010 mit geeigneten Vermarktungsstrategien gelungen, das
Portfolio und Finanzvermögen des Freistaates Sachsen erfolgreich zu managen. Auf Messen, im
Internet, in Katalogen, mit Anzeigen, mittlerweile auch an Straßenbahnwagen – wo auch immer –
SIB ist präsent und prägt sich bei den Menschen ein. Der Staatsbetrieb ist nicht nur innerhalb der
Staatsverwaltung aktiv und präsent. Durch seine Baumaßnahmen und Wettbewerbe findet er in
der breiten Öffentlichkeit und darüber hinaus Akzeptanz und Ansehen. Die Leistungen des SIB
werden auch von Dritten gewürdigt. So erhielt der Staatsbetrieb unter anderem beim Deutschen
Städtebau Preis eine lobende Erwähnung für den Teil des Campus Augustusplatz, den die Archi-
tekten Behet Bondzio Lin gestaltet haben. Damit ist der Staatsbetrieb beim höchsten deutschen
Preis im Städtebau vertreten. Zudem war der SIB mit drei Auszeichnungen beim Preis Bund
Deutscher Architekten, Landesverband Sachsen vertreten. Für den Erfolg beim SIB mitverant-
wortlich sind vor allem die Beschäftigten im Staatsbetrieb. Ihnen möchte ich meinen herzlichen
Dank aussprechen. Mein Dank gilt auch den Mitgliedern des Verwaltungsrates, die Themen von
strategischer Bedeutung erörtert und kritische Fragen diskutiert haben.
Blicken Sie nun mit mir zurück auf ein ereignisreiches Jahr 2010. Ich wünsche eine anregende
und interessante Lektüre.
Prof. Dr. Georg Unland
Staatsminister der Finanzen
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| Grußwort des Sächsischen Staatsministers
der Finanzen
Grußwort des Sächsischen Staatsministers |
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der Finanzen

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Albertinum Dresden
Sanierung
2. Vorwort des Geschäftsführers
„Eigentum verpflichtet“ lautet ein Gebot unseres Grundgesetzes. Das gilt insbesondere für den
Staat und dessen Eigentum. In Sachsen ist der Freistaat sowohl der größte Immobilieneigentü-
mer als auch größter Bauherr. Die Betreuung der staatlichen Immobilien und Bauvorhaben hat
die Landesregierung 1991 der Bau- und Liegenschaftsverwaltung und 2003 dem aus dieser
Verwaltung hervorgegangenen SIB übertragen.
Im achten Jahr seines Bestehens hat sich SIB 2010 wiederum großen Herausforderungen gestellt.
Die Bauausgaben mit über 600 Millionen Euro belegen dies nachdrücklich. Seit Gründung des
SIB haben diese Investitionen in 2010 den bislang höchsten Stand erreicht. Besonders hervor-
zuheben ist die Realisierung des Konjunkturprogrammes II. Die stärkste Förderung im Rahmen
dieses Programms floss dem Bereich Bildung mit 36,2 Millionen Euro zu. Auf den Bereich Inf-
rastruktur entfielen 9,9 Millionen Euro. SIB konnte sogar noch weitere 13 Millionen Euro an
Mitteln annehmen, die von den Kommunen zurückgegeben wurden.
Die Bauinvestitionen haben nicht nur wirtschaftliche Effekte, sondern tragen auch dazu bei,
Sachsen leistungsfähiger, schöner und attraktiver zu machen. Denken Sie zum Beispiel an die
in 2010 fertig gestellten Bauvorhaben: die für hochwertige Ausstellungen sanierte Albrechtsburg
in Meißen, den Neubau der Feuerwehrschule in Nardt, das neue Ägyptische Museum im Kroch-
hochhaus in Leipzig, das aufwändig sanierte Schloss Lichtenwalde, das umgebaute Albertinum
und die „Türckische Cammer“ im Residenzschloss in Dresden.
Besonderes Augenmerk legte SIB 2010 auf die Umsetzung von Maßnahmen aus dem Energie-
effizienzprogramm. So konnten Energieeinsparungen von circa einer Million Euro im Bereich der
Betriebskosten sowie CO
2
-Einsparungen von circa 1.700 Tonnen pro Kalenderjahr erzielt werden.
Die Optimierung der vorhandenen Anlagen und der Einsatz von erneuerbaren Energien und
innovativen Technologien waren notwendig, um diese Einsparungen zu erzielen. Ein zukunfts-
weisendes Projekt im Rahmen des Energieeffizienzprogramms ist die Schaffung eines Nahkäl-
teverbundes für die TU Dresden mit geschätzten Gesamtbaukosten von 8,6 Millionen Euro.
Seit 2008 zeigt sich ein zu konstatierender Nachfrageeinbruch im klassischen Verkaufsgeschäft.
Dies führte zu einer veränderten Prioritätensetzung im Geschäftsfeld Vermarktung und Verkauf.
Der Unternehmensbereich Finanzvermögen und Portfoliosteuerung setzte die Neustrukturierung
seines gesamten Immobilienportfolios konsequent fort. Die neue Portfoliostruktur richtet sich
grundsätzlich an den Veräußerungsperspektiven der Immobilien aus und gliedert sich in die drei
Teilportfolios „Klassische Veräußerung“, „Besondere Veräußerung“ sowie „Veräußerung nicht
vorgesehen (VNV)“. Im Geschäftsjahr 2010 hat der Unternehmensbereich Finanzvermögen und
Portfoliosteuerung 426 Kaufverträge mit einem Kaufpreisvolumen von 16,3 Millionen Euro
abgeschlossen. Seit Gründung des SIB erreichte die Zahl der abgeschlossenen Verkaufsfälle
einen neuen Jahresrekord. Unter anderem durch die oben erwähnten organisatorischen Opti-
mierungen gelang es, mehr Immobilienverkaufsfälle abzuschließen und den Verkaufserlös sig-
nifikant zu steigern.
Obwohl die Neuzugänge an Fiskalerbschaften überproportional stiegen, konnten 2010 deutlich
mehr Fälle abgeschlossen werden als im Vorjahr und damit auch der Bestand an offenen Fis-
kalerbschaftsfällen zum ersten Mal reduziert werden.
Das Geschäftsjahr 2010 stand im Vergabe- und Vertragsmanagement ganz im Zeichen der
elektronischen Vergabe (E-Vergabe). Das VOB-Modul wurde nach umfangreichen kundenspe-
zifischen Anpassungen an die vergaberechtlichen und prozessspezifischen Anforderungen ges-
testet und für die Inbetriebsetzung im Jahr 2011 vorbereitet. Im Projekt E-Vergabe nimmt der
SIB die Pilotfunktion wahr. SIB entwickelt und testet Komponenten der Landeslizenz für den
Einsatz in Behörden des Freistaates Sachsen, sammelt erste Erfahrungen bei der Nutzung im
komplexen Umfang und bereitet den Produktivbetrieb vor.
Der SIB nutzt seine Chancen zum verstärkten Einsatz betriebswirtschaftlicher Steuerungsinst-
rumente. Im Hinblick auf die Hard- und Softwareausstattung konnte die Modernisierung der
Arbeitsplatzsysteme im Rahmen planmäßiger Ersatz- und Neubeschaffungen weiter fortgeführt
werden. Rund 545.000 Euro investierte SIB 2010 in den Ausbau, die Modernisierung und Er-
satzbeschaffung seiner Infrastruktur.
Der vorliegende Geschäftsbericht zieht Bilanz zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr. Ich danke
allen, die im Kalenderjahr 2010 am Erfolg des Staatsbetriebes SIB mitgewirkt haben. Unseren
Kunden und Geschäftspartnern danke ich für die gute Zusammenarbeit. Unseren Mitarbeite-
rinnen und Mitarbeitern danke ich für ihren Einsatz und ihr Engagement.
Prof. Dieter Janosch
Geschäftsführer des
Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
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| Vorwort des Geschäftsführers
Vorwort des Geschäftsführers |
7

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Barockschloss Rammenau
Sanierung Meierhof Ost und Außenanlagen
Gesindeküche
Hochzeitssuite
Risssanierungen an den Kreuzgratgewölben
Installation einer Wandflächenheizung
(Vorjahr 994.000 Euro) aus. Als wichtigste
Einnahmeposition erwirtschaftete der SIB im
Geschäftsjahr Umsatzerlöse aus dem Bundes-
bau in Höhe von 20,2 Millionen Euro (Vorjahr:
19,2 Millionen Euro).
Im Rahmen der Zuschussfinanzierung durch
den Freistaat Sachsen wurden durch den SIB
die im Geschäftsjahr erhaltenen Zuweisungen
für die Finanzierung der laufenden Geschäfts-
tätigkeit sowie der Investitionen in Höhe von
insgesamt 56,7 Millionen Euro (Vorjahr: 51,1
Millionen Euro) im Rahmen einer sparsamen
und zweckentsprechenden Haushaltsführung
ordnungsgemäß verwendet.
Darüber hinaus zum Bilanzstichtag nicht in
Anspruch genommene Mittel waren gemäß
den Vorgaben des Sächsischen Staatsminis-
teriums der Finanzen im Jahresabschluss
grundsätzlich als rückzahlbarer Zuschuss zu
bilanzieren.
Staatlicher Hochbau und Liegenschaften
In Wahrnehmung des Planungs- und Bauma-
nagements für die Baumaßnahmen des Frei-
staates Sachsen, des Bundes und Dritter ge-
lang es, Bauleistungen für insgesamt 2.594
Baumaßnahmen im Wert von 605,8 Millionen
Euro (Vorjahr 581,5 Millionen Euro) mit dem
Schwerpunkt des Landes- und Hochschulbaus
(419,3 Millionen Euro) zu realisieren. Für die
Bewirtschaftung der Liegenschaften gab der
Freistaat in vergleichbarer Höhe zum Vorjahr
104,4 Millionen Euro aus.
Im Rahmen des Zukunftsinvestitionsgesetzes
(Konjunkturprogramm II) der Bundesregierung
sind durch den SIB im Geschäftsjahr zusätzli-
che Bauleistungen in Höhe von 50,9 Millionen
Euro realisiert worden. Für den verbleibenden
Förderzeitraum bis Ende 2011 werden weitere
Bauvolumina von rund 30 Millionen Euro avi-
siert.
Immobilienvermögen
Beim Immobilienvermögen erzielte der SIB
im Geschäftsjahr rund 14 Millionen Euro
(Vorjahr rund 9 Millionen Euro) kassenwirk-
same Einnahmen für den Grundstock des
Freistaates Sachsen.
Wirtschaftsplan
Der kaufmännische Jahresabschluss der SIB
für das Geschäftsjahr 2010 ist durch die Wirt-
schaftsprüfungsgesellschaft KPMG geprüft
und erneut uneingeschränkt testiert worden.
Dabei ist hervorzuheben, dass die Entwicklung
der Vermögens- und Kapitalstruktur im Ge-
schäftsjahr wesentlich durch die erstmalige
Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungs-
gesetzes (BilMoG) bestimmt ist. In diesem
Zusammenhang ergaben sich insbesondere
bei den Pensions- und Altersteilzeitrückstel-
lungen geänderte Bewertungsmethoden, aus
denen im Vergleich zu den bisherigen Wertan-
sätzen Erhöhungen von insgesamt 9,6 Millio-
nen Euro resultieren. Korrespondierend zu den
gesetzlichen Rückstellungserhöhungen waren
im Umlaufvermögen entsprechende Forde-
rungen gegen den Freistaat Sachsen aus Kos-
tenübernahmen einzustellen. Im Wesentlichen
damit begründet hat sich die Bilanzsumme
gegenüber dem Vorjahr um 10,2 Millionen
Euro (rund 18 Prozent) auf 66,4 Millionen
Euro erhöht.
Auf Grund der nach kameralen Grundsätzen
bestehenden Zuschussfinanzierung des SIB
durch den Freistaat Sachsen hat das Jahres-
ergebnis aus der Geschäftstätigkeit vor Son-
dereinflüssen wiederholt eine „wirtschaftliche
Null“ ergeben. Unter Berücksichtigung ge-
schäftsneutraler Sondereinflüsse weist die
Gewinn- und Verlustrechnung insgesamt
einen Jahresfehlbetrag von 647.000 Euro
3. Jahresergebnisse 2010 im Überblick
Im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit stand auch im Geschäftsjahr 2010 die weitere Qualifizie-
rung des SIB zu einem kundenorientierten Dienstleistungsbetrieb verbunden mit der weiteren
Entwicklung von Kostentransparenz und Kostenoptimierung in den Unternehmensbereichen. Die
Zielstellung, die im Wirtschaftsplan zur Verfügung gestellten Mittel einzuhalten bzw. zu unter-
schreiten sowie die im Einzelplan 14 – Staatlicher Hochbau- und Liegenschaftsverwaltung –
gestellten Aufgaben zu erfüllen, wurde im Geschäftsjahr insgesamt erreicht. Ein Vergleich der
wichtigsten Ertrags- und Größenkennzahlen verdeutlicht diese Entwicklung.
Landesbau
Hochschulbau
Energieeffizienzprogramm
Sächsisches Verwaltungsnetz
Hochwasser
Konjunkturpaket II
Landesbau für Dritte
Bundesbau
Anmietung
Bewirtschaftung
50,9
94,5
35,5
233,6
172,4
104,4
11,8
1,5
6,7
34,4
Bau und Liegenschaftshaushalt – Ergebnisse 2010 (in Millionen EURO)
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Jahresergebnisse 2010 im Überblick |
9
Jahresergebnisse 2010 im Überblick

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Rauminstallation in den Spektralfarben des
Regenbogens
Erweiterungsneubau, ein Stahlbetonskelett-Bau mit
Verbindungsbauten aus Stahl-Glaskonstruktionen
Technische Universität Dresden
Neubau für die Chemischen Institute und die Institute der Fachrichtung Wasserwesen
Bild oben: in der Bauphase
Bild unten: Laborbereiche
4. Der Staatsbetrieb SIB
Die Unternehmensbereiche Planungs- und Baumanagement, Facility- und Bedarfsdeckungsma-
nagement, Finanzvermögen und Portfoliosteuerung sind eigene Fachabteilungen, die nach be-
triebswirtschaftlichen Grundsätzen gesteuert werden und prozess- und ergebnisorientiert eng
miteinander verwoben sind. Der Unternehmensbereich Zentrale Verwaltung ist als Service-
Center eingerichtet und erbringt Verwaltungsdienstleistungen (Personal, Beschaffung und Ver-
gabe, Rechungswesen, EDV und Organisation) für die drei Fach-Unternehmensbereiche. Die
Struktur setzt sich auf regionaler Ebene in den Niederlassungen Bautzen, Chemnitz, Dresden I,
Dresden II, Leipzig I, Leipzig II und Zwickau fort.
4.1 PLANUNGS- UND BAUMANAGEMENT
Der Unternehmensbereich Planungs- und Bau-
management nimmt für den Freistaat Sachsen
die Bauherrenaufgabe für alle Baumaßnah-
men – Neubau, Umbau, Sanierung und Erhal-
tungsmaßnahmen – an den Gebäuden des
Freistaates Sachsen wahr. Damit ist er einer der
größten Auftraggeber für die Baubranche
Sachsens. Die Aufgabe als Bauherr umfasst im
Wesentlichen die Projektleitung und das Pro-
jektcontrolling im Hinblick auf Kosten, Termine
und Qualitäten. Als Projektleitung werden ins-
besondere die nicht delegierbaren Bauherren-
aufgaben bezeichnet, wie die Bestimmung der
Projektziele, Sicherstellung der Projektfinan-
zierung, Abstimmungen mit dem Nutzer, die
Übernahme der Projektverantwortung und die
grundsätzliche Vertretung der Bauherreninte-
ressen, z. B. bei gerichtlichen Auseinanderset-
zungen oder nachbarschaftsrechtlichen Belan-
gen. Auch die Beauftragung von Bauaufgaben,
die Auslobung von Architekturwettbewerben,
die Projektorganisation sowie die Eigenerledi-
gung von Projektsteuerungsaufgaben bei Klei-
nen und Bauunterhaltsmaßnahmen zählen
zum Aufgabenspektrum des Unternehmensbe-
reichs. Die Vielzahl und der Umfang der Pro-
jekte geben dem SIB eine für die Baukultur im
Freistaat Sachsen prägende Stellung. Der Un-
ternehmensbereich Planungs- und Bauma-
nagement hat den Anspruch einer zukunftsori-
entierten Ressourcenbewirtschaftung und
richtet sowohl seinen Geschäftsbetrieb als
auch seine Aufgabenwahrnehmung an den
Kriterien Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
aus. Als baufachlicher Berater steht der Unter-
nehmensbereich nutzenden Behörden und
Einrichtungen des Freistaates Sachsen mit sei-
ner auf langjährigen Erfahrungen beruhenden
Fachkompetenz für baufachliche Entscheidun-
gen zur Seite. Darüber hinaus übernimmt der
Unternehmensbereich Planungs- und Bauma-
nagement auch die Projektleitung für Bauvor-
haben des Bundes und Dritter (z. B. Sächsische
Krankenhäuser) im Freistaat Sachsen und be-
gleitet baufachlich die Projekte von Zuwen-
dungsempfängern.
4.2 FAcILITy- UND BEDARFSDEckUNGS-
MANAGEMENT
Der Unternehmensbereich Facility- und Be-
darfsdeckungsmanagement ist der zentrale
Verwalter der Liegenschaften des Freistaates
Sachsen. In Wahrnehmung seiner Kernkompe-
tenz obliegen ihm die Steuerung und Optimie-
rung des Gesamtbestandes an Verwaltungsim-
mobilien. Er ist darüber hinaus zuständig für
die Unterbringung der Behörden und Einrich-
tungen des Freistaates Sachsen sowie für die
Verwaltung der von den Behörden und Einrich-
tungen genutzten Flächen, Liegenschaften und
Gebäuden. Durch Prüfung des von den Ressorts
angemeldeten Unterbringungsbedarfs (Bedarfs-
prüfung) und die Bereitstellung der benötigten
Flächen (Bedarfsdeckung) gewährleistet er die
bedarfs-, sach- und fachgerechte Unterbrin-
gung. Mit dem Ziel der Aufrechterhaltung und
Optimierung aller Betriebsfunktionen während
der Nutzungsphase sowie der Kostenreduzie-
rung und Kostentransparenz übernimmt der
Unternehmensbereich alle erforderlichen
Dienstleistungen zum Unterhalt von Gebäuden
und Liegenschaften.
4.3 FINANzVERMöGEN UND PORTFOLIO-
STEUERUNG
Der Unternehmensbereich Finanzvermögen und
Portfoliosteuerung ist für die Erfassung des
gesamten Immobilienbestandes des Freistaates
Sachsen zuständig und arbeitet dabei eng mit
den beiden anderen Grundvermögensverwal-
tern des Freistaates Sachsen, der Forst- und der
Straßenbauverwaltung, zusammen. Er gleicht
seinen Bestand regelmäßig mit den anderen
Grundvermögensverwaltern ab und ist für die
Analyse und Optimierung der Grundstücke des
Freistaates Sachsen verantwortlich. Darüber
hinaus sichert der Unternehmensbereich das
Landesvermögen im Bereich der Vermögenszu-
ordnung für den Freistaat Sachsen. Immobilien,
die dauerhaft nicht mehr für die Aufgaben des
Freistaates Sachsen benötigt werden, veräußert
der Unternehmensbereich Finanzvermögen und
Portfoliosteuerung. Bis zur Veräußerung werden
sie vom Unternehmensbereich verwaltet. Teile
des Portfolios, wie beispielweise Landeskran-
kenhäuser, Gebäude für außeruniversitäre For-
schungseinrichtungen (z. B. Institute der Leibniz
Gemeinschaft oder Einrichtungen der Max-
Planck-Gesellschaft), Gebäude für Bildungsein-
richtungen (z. B. die Sächsische Landesstiftung
Natur und Umwelt und die Berufsbildungswerk
Sachsen gGmbH) werden zwar nicht für die Er-
füllung staatlicher Aufgaben benötigt, gleich-
wohl ist eine Veräußerung befristet oder unbe-
fristet aufgrund von vertraglichen oder
sonstigen Verpflichtungen nicht vorgesehen.
Gleiches gilt für das betriebsnotwendige Ver-
mögen der Landestalsperrenverwaltung, des
Staatsbetriebs Schlösser, Burgen und Gärten
und der Staatlichen Betriebsgesellschaft für
Umwelt und Landwirtschaft (z. B. Schlösser,
Flüsse und Überflutungsflächen oder Verwal-
tungsgebäude). Der Freistaat Sachsen überlässt
diese Immobilien staatlichen Einrichtungen und
externen Dritten. Diese Immobilien haben eine
Gesamtfläche von mehr als 20.700 Hektar. Ihre
Verwaltung ist eine Aufgabe des Unterneh-
mensbereichs. Zu den Sonderaufgaben gehören
die Abwicklung von Fiskalerbschaften, die Be-
wertung des Grundvermögens in der Zustän-
digkeit des SIB, die Vertretung der Interessen
des Freistaates Sachsen als Träger öffentlicher
Belange in Planungsverfahren und die Recher-
che nach Entwicklungsflächen für Gewerbean-
siedlungen.
4.4 zENTRALE AUFGABEN
Der Unternehmensbereich Zentrale Verwal-
tung nimmt Supportaufgaben innerhalb des
SIB wahr und unterstützt bzw. entlastet die
drei Fach-Unternehmensbereiche von fach-
fremden und fachbegleitenden Aufgaben. Die
Kompetenzen des Unternehmensbereiches
sind breit gefächert und liegen vor allem im
Personalmanagement, dem Vergabe- und Ver-
tragsmanagement, dem Rechnungswesen und
im Bereich der Organisation. Auch unterstützt
der Unternehmensbereich durch Bereitstel-
lung und Instandhaltung der Informations-
technik (IT).
Der Staatsbetrieb SIB
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Der Staatsbetrieb SIB

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Speisesaal
Innenhof mit Neubau
Finanzamt zwickau
Umbau, Sanierung und Erweiterung
Geprüfte zuwendungsbau-Vorhaben 2010
nach Förderbereichen
(in Mio. EURO)
Soziales
6,8
Kultus/Wissenschaft
137,8
Städtebauliche Entwicklung
150,7
Wirtschaft
57,3
KommInfra Invest.-Pakt
169,1
Umwelt und Verkehr
116,6
Gesamt
638,3
5.1 PLANUNGS- UND BAUMANAGEMENT
Bauaktivitäten - Bauvolumen auf
Höchststand
Im Geschäftsjahr 2010 gelang es dem Unter-
nehmensbereich Planungs- und Baumanage-
ment ein Bauvolumen in Höhe von 605,8 Mil-
lionen Euro zu realisieren. Das ist der höchste
Stand seit der SIB-Gründung 2003.
Im Vergleich zum Vorjahr (581,5 Millionen
Euro) erhöhte sich das Bauvolumen um 4,1
Prozent. Maßgeblich für diesen Erfolg ist die
Leistungssteigerung im Landesbau um 6,2 Pro-
zent. Im Hochschulbau hingegen kam es auf
Grund verschiedener nicht vorhersehbarer
Komplikationen zu einem leichten Rückgang der
Bauleistungen. So waren zahlreiche gerichtliche
Auseinandersetzungen anhängig und Vergabe-
einsprüche von Firmen zogen Verzögerungen
des Ausführungsbeginns nach sich. Auch Ände-
rungswünsche von Nutzern während der Bau-
zeit sowie Unzulänglichkeiten bei der Erbrin-
gung von Bauleistungen, die einen Rückbau und
eine Ersatzvornahme zur Folge hatten, führten
dazu, dass die Umsätze im Hochschulbau nicht
kompensiert werden konnten.
Die Bauleistungen wurden an insgesamt 2.594
Baumaßnahmen erbracht: 61 Prozent der Maß-
nahmen (1.572) waren Bauunterhaltsmaßnah-
men, 19 Prozent Kleine Baumaßnahmen (506)
und 20 Prozent Große Baumaßnahmen (516).
Der Bauunterhalt hat den Erhalt der baulichen
Substanz, ohne den Bestand grundsätzlich zu
verändern, zum Ziel. Kleine und Große Bau-
maßnahmen hingegen dienen der Schaffung
von Gebäuden und baulichen Anlagen bzw.
ihrer wesentlichen Änderung, wobei Baumaß-
nahmen mit Gesamtbaukosten bis 1 Millionen
Euro als klein (KBM) bezeichnet werden und
Baumaßnahmen mit Gesamtbaukosten über 1
Millionen Euro als groß (GBM).
konjunkturpaket II
Für den Pakt für Beschäftigung und Stabilität
in Deutschland zur Sicherung der Arbeitsplätze,
Stärkung der Wachstumskräfte und Moderni-
sierung des Landes, genannt Konjunkturpaket
II, wurden 2010 Aufträge in Höhe von 50,9 Mil-
lionen Euro erteilt und abgerechnet. Die stärks-
te Förderung floss dem Bereich Bildung mit
36,2 Millionen Euro zu. Auf den Bereich Infra-
struktur entfielen 9,9 Millionen Euro. Im Okto-
ber 2010 wurden zusätzliche Mittel in Höhe von
13,5 Millionen Euro für Planungs- und Bauauf-
träge zur Erweiterung bestehender Maßnahmen
bzw. für neue Maßnahmen bereitgestellt.
Baumaßnahmen im Rahmen des Energieef-
fizienzprogramms
Durch die Maßnahmen aus dem Energieeffizi-
enzprogramm gelang es, Energieeinsparungen
von ca. 9.700 MWh/a (circa 1 Million Euro Be-
triebskosten) sowie eine CO
2
-Einsparung von
ca. 1.700 t/a zu erzielen. Auf Analysen, die der
Vorbereitung von Maßnahmen insbesondere
der Ermittlung möglicher Einsparpotentiale
dienen, entfielen fünf Prozent der Haushalts-
mittel. Maßnahmen am Gebäude konnten im
5. Die Geschäftsentwicklung 2010
Umfang von 14 Prozent der Programmmittel
realisiert werden. Schwerpunkte lagen hier vor
allem auf der Verbesserung der thermischen
Hülle durch Wärmedämmverbundsysteme, der
Dämmung der obersten Geschossdecken oder
des Fußbodens zum Keller und dem Austausch
von Fenstern. Der größte Teil der Haushalts-
mittel (81 Prozent) floss in die Optimierung
der vorhandenen Anlagen und in den Einsatz
von erneuerbaren Energien und innovativen
Technologien. Beispiele hierfür sind der Aus-
tausch von Kesseln und Brennern, die Errich-
tung von Solarthermie- und Photovoltaikan-
lagen sowie geothermischen Anlagen für
Heizung und Kühlung, die Biomassenutzung
sowie das aktive Lastmanagement.
Ein zukunftsweisendes Projekt im Rahmen des
Energieeffizienzprogramms ist die Schaffung
eines Nahkälteverbundes für die TU Dresden
mit geschätzten Gesamtbaukosten von 8,6
Millionen Euro. Auch außerhalb des Energie-
effizienzprogramms realisierte der SIB Maß-
nahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz
innerhalb laufender Projekte.
Bundesbau
Im Jahr 2010 flossen 94,5 Millionen Euro in
die Umsetzung der Bauaufgaben des Bundes.
Im Rahmen der Organleihe nutzt der Bund die
baufachliche Kompetenz des Unternehmens-
bereichs Planungs- und Baumanagement als
baudurchführende Ebene in zivilen und mili-
tärischen Bauangelegenheiten im Freistaat
Sachsen. Der Baumaßnahme am Militärhisto-
rischen Museum in Dresden mit circa 53 Mil-
lionen Euro, die SIB im Auftrag des Bundes-
ministeriums der Verteidigung durchführt,
kommt dabei besondere Bedeutung zu. Das
Militärhistorische Museum trägt die Bezeich-
nung „Leitmuseum“ der Bundeswehr und ist
das führende nationale Museum für Militär-
geschichte. Entworfen wurde der Umbau mit
seinem markanten Keil von dem bekannten
Architekten Daniel Libeskind. Mit dem Ziel, die
Übergabe des Museums im Oktober 2011 an
die Bundeswehr sicherzustellen, konstituierte
sich im Dezember 2010 ein Lenkungsausschuss
unter der Führung des Unternehmensbereichs-
leiters Planungs- und Baumanagement.
Die umfangreichste Baumaßnahme im Zivilen
Bundesbau stellt der 4. Erweiterungsbau der
Deutschen Nationalbibliothek mit einem
geschätzten Gesamtbauvolumen von 59 Mil-
lionen Euro dar. Die Deutsche Nationalbiblio-
thek am Standort Leipzig, ehemals Deutsche
Bücherei, ist die größte Bibliothek Deutsch-
lands. Seit 2010 beherbergt sie auch das
Deutsche Musikarchiv. Die Eröffnung erfolgte
im Mai 2011.
zuwendungsbau
Die mit öffentlichen Mitteln von Bund und
Ländern geförderten Baumaßnahmen kommu-
naler oder privater Bauherren werden als Zu-
wendungsbau bezeichnet. Die baufachliche
Prüfung der Antragsunterlagen sowie die Er-
arbeitung einer baufachlichen Stellungnahme
erfolgt durch das Landesamt für Steuern und
Finanzen, die baufachliche Begleitung des
Projekts bis hin zur Verwendungsnachweis-
prüfung durch den Unternehmensbereich Pla-
nungs- und Baumanagement des SIB. Damit
wird der bestimmungsgemäße Gebrauch der
bewilligten Mittel des Zuwendungsbescheides
sichergestellt. Im Kalenderjahr 2010 erfolgte
die Prüfung von 123 Verwendungsnachweisen
(Vorjahr: 145).
Die Prüfung des Verwendungsnachweises für
den 1. Bauabschnitt der Weißeritztalbahn, die
im Fokus der Öffentlichkeit stand, fand im
Oktober 2010 ihren Abschluss.
Entwicklung des Bauvolumens 2003 – 2010
Bauvolumen (in Mio. EURO)
650,0
600,0
550,0
500,0
450,0
400,0
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
553
534
478
467
468
564
582
350,0
0
2010
606
Bauausgaben 2010 (in Mio. EURO)
2010 2009
im Landesbau
233,6 220,0
davon für:
Große Baumaßnahmen
Kleine Baumaßnahmen
Bauunterhalt
Planung
186,2
11,1
35,3
1,0
166,0
19,6
33,4
1,0
im Hochschulbau
172,4 196,5
davon für:
Große Baumaßnahmen
Kleine Baumaßnahmen
Bauunterhalt
Planung
143,2
10,6
16,9
1,7
166,9
11,6
17,4
0,6
Energieeffizienzprogramm
Sächsisches Verwaltungsnetz
Hochwasser
konjunkturpaket II
Landesbau für Dritte
Bundesbau
11,8
1,5
6,7
50,9
34,4
94,5
11,1
0,6
11,0
20,4
41,4
80,4
Gesamt
605,8 581,4
12
|
Die Geschäftsentwicklung 2010 |
13
Die Geschäftsentwicklung 2010

image
image
image
zuwendungsbau, Fraunhofer Institut
Erweiterungsbau des Fraunhofer Institutes für Zelltherapie in Leipzig
lfd. Nr.
Bezeichnung Investitionssumme
Bauzeit
1
Deutsches Hygiene-Museum Dresden,
Fertigstellung Veranstaltungsbereich Bauteil C (Großer und Kleiner Saal)
und damit Abschluss Gesamtsanierung
6,5 Mio. Euro
55,0 Mio. Euro
12/08 – 09/10
1995 – 09/2010
2
Universitätsklinik Dresden AöR,
Neubau Versorgungszentrum Haus 60
16,9 Mio. Euro
2009 – 09/10
3
Städtisches Klinikum „St. Georg“, Maßregelvollzug,
Neubau Haus F
13,7 Mio. Euro
06/08 – 03/10
lfd. Nr.
Bezeichnung Investitionssumme
Bauzeit
1
Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge,
Sanierung Haus 1
9,6 Mio. Euro
08/09 – 06/11
2
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen,
Sanierung und Umbau, Olbrichtplatz 3, Dresden
16,1 Mio. Euro
03/09 – 12/12
3
Hauptstaatsarchiv Dresden, Sanierung historisches Gebäude
39,8 Mio. Euro
11/08 – 06/11
4
Amtsgericht Dresden, Neubau
32,0 Mio. Euro
03/08 – 11/12
5
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie,
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft,
Nossen Neubau
39,7 Mio. Euro
11/08 – 06/12
6
Finanzämter Dresden, Umbau und Sanierung
23,4 Mio. Euro
08/08 – 07/11
7
Sächsische Blindenschule Chemnitz,
2. Bauabschnitt, Sanierung, Umbau und Neubau
9,2 Mio. Euro
06/09 – 07/12
8
Hauptgestüt Graditz, Sanierung
5,3 Mio. Euro
03/10 – 06/13
9
Lehr- und Versuchsgut Köllitsch
1. u. 2. Bauabschnitt
10,0 Mio. Euro
03/08 – 11/11
(1. BA)
10
Universität Leipzig, Neugestaltung des innerstädtischen
Campus am Augustusplatz, 4. Bauabschnitt
87,0 Mio. Euro
11*
Universität Leipzig, Technikum Analytikum,
Umbau und Sanierung
19,0 Mio. Euro
09/09 – 11/12
Für Dritte wurden u.a. folgende Vorhaben realisiert:
Bei den Baufortführungen standen im Geschäftsjahr vor allem folgende Maßnahmen im Mittelpunkt:
* Dieses Projekt wurde finanziert aus
Mitteln der Europäischen Union.
lfd. Nr.
Bezeichnung Investitionssumme
Bauzeit
1
Polizeidirektion Oberelbe-Osterzgebirge,
Sanierung Gebäudekomplex Stauffenbergallee 18-22
22,4 Mio. Euro 09/08 – 06/10
2
Finanzamt Zwickau, Sanierung und Erweiterungsbau
Lessingstraße 15
18,9 Mio. Euro 09/06 – 10/10
3
Landesmusikgymnasium Dresden, Sanierung
11,0 Mio. Euro
01/08 – 03/10
4
Landesuntersuchungsanstalt Chemnitz,
Erweiterungsbau
13,2 Mio. Euro
07/08 – 10/10
5
Landesfeuerwehrschule Nardt, 1. Bauabschnitt
16,2 Mio. Euro 03/06 – 05/10
6
Finanzamt Chemnitz Süd,
Erweiterungsneubau
7,4 Mio. Euro
01/09 – 11/10
7
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Albertinum,
Sanierung, Um- und Erweiterungsbau
51,6 Mio. Euro
11/06 – 06/10
8
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Wiederaufbau
Dresdner Residenzschloss,
Ostflügel, Ausbau I – Englische Treppe
6,7 Mio. Euro
2005 – 2010
9
TU Dresden, Chemische Institute,
Neubau 2. Bauabschnitt
41,1 Mio. Euro 04/07 – 04/10
10
TU Dresden, Klemperersaal,
Umbau und Sanierung
2,5 Mio. Euro 08/09 – 10/10
11
Universität Leipzig, Fremdsprachenzentrum
(Krochhochhaus), Umbau Modernisierung
5,7 Mio. Euro
2007 – 2009
12
Universität Leipzig, Brüderstr. 14-24,
Umbau und Sanierung zum Passivhaus
3,7 Mio. Euro
04/09 – 07/10
13
Universität Leipzig, med. Fakultät,
Zentrales Forschungszentrum,
Sanierung und Umbau des Gebäudes Stephanstr. 11/
Liebigstr.21 (ehem. Hautklinik) zum Zentralen
Forschungszentrum, 1. Bauabschnitt
25,0 Mio. Euro
04/07 – 01/10
14
Albrechtsburg Meißen,
Abschluss Umbau und Sanierung, 1. Bauabschnitt
21,0 Mio. Euro 03/03 – 05/10
15
Schloss Lichtenwalde, nutzerspezifischer Innenausbau
21,0 Mio. Euro
11/07 – 03/10
Im Landes- und Hochschulbau wurden im Geschäftsjahr 2010 insbesondere folgende
Baumaßnahmen fertig gestellt:
14
| Die Geschäftsentwicklung 2010
Die Geschäftsentwicklung 2010 |
15

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Polizeidirektion Oberes Elbtal-Osterzgebirge, Dresden
Sanierung
12
Universität Leipzig, Medizinische Fakultät,
Zentrales Forschungszentrum,
Sanierung und Umbau des Gebäudes Stephanstr. 11/Liebigstr.21
(ehem. Hautklinik) zum Zentralen Forschungszentrum
1. und 2. Bauabschnitt
63,6 Mio. Euro
04/07 – 10/12
13*
TU Dresden, Zentrum für Energietechnik,
Kompetenzzentrum Energie, Neubau
16,1 Mio. Euro
04/08 – 12/10
14*
TU Dresden, Forschungszentrum regenerative
Therapien (CRTD), Neubau
48,6 Mio. Euro
04/09 – 07/11
15
Studienakademie Dresden,
Evangelische Fachhochschule,
Neubau und Sanierung
32,0 Mio. Euro
03/08 – 11/12
16*
Universität Leipzig, Medizinische Fakultät,
Uiversitätsfrauenklinik, Philipp- Rosenthal- Str. 55
Translationszentrum für Regenerative Medizin,
Unterbringung im Flügel B
12,4 Mio. Euro
09/10 – 10/12
17
Staatliche Kunstsammlungen, Dresdner Zwinger,
Mathematisch-Physikalischer Salon,
Sanierung und Neubau im Wall
14,5 Mio. Euro
11/09 – 06/12
18*
Bergakademie Freiberg, Energietechnik Reiche Zeche,
Neubau
7,0 Mio. Euro
03/10 – 08/11
19
Bergakademie Freiberg, Fakultät für Maschinenbau,
Hallenkomplex 1. Bauabschnitt, Neubau
6,5 Mio. Euro
12/09 – 04/11
20*
TU Chemnitz, Fakultät Elektrotechnik, Weinholdbau,
Umbau und Sanierung
56,0 Mio. Euro
11/09 – 06/14
21
Schloss Rochlitz,
Fürsten-, Quer- und Torwärterhaus,
nutzerspezifischer Ausbau
9,1 Mio. Euro
05/07 – 12/11
22
Schloss Augustusburg, Motorradmuseum
6,0 Mio. Euro
10/07 – 01/11
23
Schloss Moritzburg, Außenhautinstandsetzung
4,2 Mio. Euro
05/09 – 06/11
lfd.
Nr.
Bezeichnung
Investitions-
summe
Bauzeit
1
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus AöR Dresden,
Diagnostisch-internistisches Zentrum,
Neubau Haus 27 und Sanierung Haus 19
139,0 Mio. Euro
01/07 – 09/11
2
Kaisertrutz Görlitz für 3. Sächs. Landesausstellung
5,9 Mio. Euro
06/09 – 01/11
Für Dritte befinden sich u.a. folgende Vorhaben in Bauausführung:
lfd. Nr.
Bezeichnung Investitionssumme
Bauzeit
1
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig, Erweiterungsbau
59,1 Mio. Euro
07/07 - 05/11
2
Militärhistorisches Museum Dresden,
Sanierung Gebäude 1, Außenanlagen, Ver- und Entsorgung
52,8 Mio. Euro
08/04 - 10/11
Im Bundesbau befinden sich u.a. folgende Vorhaben in Bauausführung:
Im Geschäftsjahr wurde eine Reihe von bedeutenden Baumaßnahmen begonnen. Beispielhaft stehen dafür:
lfd. Nr.
Bezeichnung Investitionssumme
Bauzeit
1
Staatliche Kunstsammlungen Dresden,
Wiederaufbau Dresdner Residenzschloss
- Ostflügel, Ausbau III - östl. Bereich Nordflügel und Ostflügel mit Riesensaal
- Georgenbau, Ausbau 1./2. OG und Südtreppenhaus
- Nordflügel, ehem. Schlosskapelle, Einbau Schlingrippengewölbe
28,9 Mio.€Euro
13,5 Mio.€Euro
2,5 Mio.€Euro
Riesensaal 04/10 – 12/12
03/10 – 12/16
02/10 – 06/12
2
Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge,
Polizeirevier Chemnitz-Mitte 2. Bauabschnitt
8,6 Mio. Euro
01/10 – 10/11
3
Amtsgericht Grimma,
Umbau und Sanierung Schloss Grimma
14,5 Mio. Euro
04/10 – 11/12
4
Biosphärenreservat Wartha, Infozentrum, Neubau
2,6 Mio. Euro
03/10 – 09/11
5*
TU Dresden, Technikum Nöthnitzer Straße, Neubau
31,7 Mio. Euro
05/11 – 09/13
6
TU Dresden, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus AöR
Medizinisch Theoretisches Zentrum II, Neubau
39,9 Mio. Euro
03/13 – 12/15
7*
Bergakademie Freiberg, Clemens Winkler Bau,
Neubau Labore
20,3 Mio.€Euro
05/11 – 07/14
8
Bergakademie Freiberg, Schlossplatzquartier
22,8 Mio. Euro
03/12 – 02/15
9*
Hochschule Mittweida, Zentrum für Medien Soziale Arbeit, Neubau
30,0 Mio. Euro
09/10 – 02/13
10*
HTWK Leipzig, Instituts und Laborgebäude,
Maschinen und Energietechnik, Neubau
25,9 Mio. Euro
03/12 – 06/14
11*
TU Dresden, Fakultät Bauingenieurwesen,
Schumannstraße 7
8,8 Mio. Euro
05/11 – 09/13
12
Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz, Haus 7 Psychiatrie,
Sanierung und Erweiterungsneubau
7,8 Mio. Euro
06/10 – 05/12
13
Sächsisches Krankenhaus Großschweidnitz, Tagesklinik Weißwasser
3,9 Mio. Euro
09/10 – 09/12
14
Festung Königstein, Magdalenenburg,
nutzerspezifischer Innenausbau
1,6 Mio. Euro
06/10 – 03/11
Schulungsraum
Treppenaufgang
* Dieses Projekt wurde finanziert aus
Mitteln der Europäischen Union.
16
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Die Geschäftsentwicklung 2010 |
17
Die Geschäftsentwicklung 2010

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Büro- und Laborgebäude
für das Sächsische Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie in Nossen
Neubau
Kunst am Bau – Brunnenfigur
Villa Rothermundt, Dresden
Kunst am Bau – „wall, wall(paper)“
Neubau Staatliche Studienakademie, Dresden
Passivhaus Brüderstrasse 14 – 24, Leipzig
Engagement für die Baukultur
Der Unternehmensbereich fördert die Baukul-
tur in Sachsen. Dafür beteiligt er sich an der
Initiative „Baukultur Sachsen“ und engagiert
sich gemeinsam mit dem Sächsischen Staats-
ministerium der Finanzen (SMF) an Lehr- und
Forschungsprojekten. Im Kalenderjahr 2010
wurde die Vorbereitung und Durchführung
des Seminars „Baukultur des Öffentlichen“ an
der Technischen Universität Dresden, Fakultät
Architektur am Lehrstuhl Prof. Dr. Hahn im
Wintersemester 2010/11 unterstützt. Gegen-
stand war die Frage, wie die Gebäude des
staatlichen Hochbaus in der Öffentlichkeit
wahrgenommen bzw. angenommen werden.
Ein weiterer Baustein ist die Fortbildung und
Erhöhung der Kompetenzen in den eigenen
Reihen. In 2010 fanden das Planertraining mit
der Aufgabe „Neubau der Zentrale des Lan-
desamtes für Straßenbau in Dresden“ sowie
ein Workshop zur Erarbeitung von Lösungs-
ansätzen für den „Neubau Torwache mit Be-
sucherbereich für die Justizvollzugsanstalt
Chemnitz“ statt. Die Erkenntnisse werden für
die weitere Planung verwendet.
Der Unternehmensbereich setzt sich weiterhin
dafür ein, bei geeigneten Bauvorhaben Wett-
bewerbe für Architektur und Kunst aus-
zuloben. Darüber hinaus werden vielfach
VOF-Verfahren mit Lösungsvorschlägen
durchgeführt. All diese Verfahren bieten die
Möglichkeit, ein breites Spektrum von Lö-
sungsansätzen zu erhalten. Als fachliche
Leistungsvergleiche sind sie ein wichtiges
Instrument, dem selbst gestellten Anspruch,
qualitätvolle Beiträge zur Baukultur und
Kunstszene zu liefern, gerecht zu werden.
Im Kalenderjahr 2010 fand der städtebauliche
Ideenwettbewerb „Justiz- und Behördenzen-
trum Chemnitz-Innenstadt“ statt. Der Frei-
staat Sachsen plant, seinen Standort im Quar-
tier zwischen Brückenstraße, Straße der
Nationen, Käthe-Kollwitz-Straße und Mühlen-
straße als Justiz- und Behördenzentrum aus-
zubauen. Der Ideenwettbewerb sollte erste
Ideen zur schrittweisen Entwicklung und Neu-
ordnung des rund 52.000 Quadratmeter gro-
ßen Areals liefern. Von den 24 Teilnehmern,
die in einem vorgeschalteten Bewerbungsver-
fahren ausgewählt wurden, setzte sich die
Chemnitzer Arbeitsgemeinschaft aus dem Ar-
chitekturbüro Peter Koch und Studio2archi-
tekten durch.
Für einen Laborneubau mit circa. 2.000 Qua-
dratmeter Laborfläche für die Fakultät Chemie
und Physik am Clemens Winkler Bau der TU
Bergakademie Freiberg erfolgte die Auswahl
des Architekten in einem VOF-Verfahren mit
Lösungsvorschlägen. Es haben sich 58 Büros
beworben, 7 Büros davon wurden zur Ver-
handlung aufgefordert. Von den erarbeiteten
Lösungsvorschlägen im Zuge des Verhand-
lungsverfahrens ist der Entwurf von code
unique Architekten, Dresden aufgrund seiner
Grundrissorganisation und damit guten Funk-
tionalität als geeignet ausgewählt worden.
An dem Wettbewerb „Kunst am Bau“ für
den Hochschulkomplex der Staatlichen
Studienakademie (SSA) und der Evangelischen
Hochschule für Soziale Arbeit (EHS), der als
einfaches künstlerisches Auswahlverfahren
ausgelobt war, haben sich 7 Künstler betei-
ligt. Frau Patricia Westerholz aus Dresden
über-zeugte die Jury mit dem Entwurf „wall,
wall(paper)“. Auf dem neuen Campus der
SSA und der EHS wird nun an zwei Orten die
Strenge der Architektur durch zwei künstleri-
sche Interventionen erweitert.
Internationale Passivhaustagung 2010
Vom 28.05. bis 30.05.2010 fand in Kon-
gresszentrum Dresden unter der Schirm-
herrschaft des Freistaates Sachsen die 14.
Internationale Passivhaustagung sowie Fach-
ausstellung zum Bauen in Passivhausbauwei-
se statt. Rund 1.000 Experten aus 46 Ländern
trafen sich zum fachlichen Austausch. Im Mit-
telpunkt standen neueste Entwicklungen
und Trends beim Bauen im Passivhausstan-
dard und dem Sanieren mit Passivhaus-Kom-
ponenten.
Der Unternehmensbereichsleiter Planungs-
und Baumanagement des SIB stellte in einem
der Fachvorträge den durch die Niederlassung
Dresden I in Passivhausbauweise geplanten
und in Realisierung befindlichen gemeinsamen
Neubau von Büro- und Laborgebäuden für
das Sächsische Landesamtes für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie (LfULG) sowie
die Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt
und Landwirtschaft (BfUL) am Standort Nos-
sen vor. Der nach Fertigstellung während der
„Einfahrphase“ real erreichte Jahresheizwär-
mebedarf wird bundesweit einen ersten Qua-
litätsmaßstab für Laborgebäude in Passiv-
hausbauweise setzen. Mit diesem Pilotprojekt
trägt SIB für den Passivhausstandard von La-
borgebäuden wesentlich zur Erarbeitung von
Kennwerten und Grundlagen bei.
Die Niederlassung Leipzig II referierte im
Rahmen der Fachtagung in einem weiteren
Fachvortrag über ihre Erfahrungen bei der
Sanierung und Umnutzung eines Plattenbau-
Schulgebäudes zu einem Institutsgebäude
und einer Kindertagesstätte im Passivhaus-
standard in Leipzig.
Die Aufgabe, einen Plattenbau nach Passiv-
hausstandard als Nichtwohngebäude zu er-
tüchtigen, erforderte neben der Frage, wie die
Funktionen im Gebäude unterzubringen sind,
die Auseinandersetzung mit weiteren Themen
wie den konstruktiven Voraussetzungen, den
statischen Reserven und dem baulichen Zu-
stand des Gebäudes Dieses Beispiel zeigt
deutlich, das bestehende Plattenbauten mit
ihrer spezifischen Bausubstanz umnutzungs-
fähig sind und sich im hochenergieeffizienten
Passivhausstandard sanieren lassen. Im Rah-
men der angebotenen Fachexkursionen öff-
nete SIB in Ergänzung zu den Fachvorträgen
die Baustellenpforten der Pilotprojekte „Ge-
meinsamer Verwaltungs- und Laborbereich
für das LfULG und BfUL in Nossen“ sowie das
im Passivhausstandard sanierte „Institutsge-
bäude einschließlich KITA-Erweiterungsbau in
Leipzig, Brüderstrasse 14-24 für ein internati-
onales Fachpublikum. Weiterhin führte die SIB
Niederlassung Dresden I interessierte Teilneh-
mer durch den bereits 2008 in Passivhausbau-
weise fertig gestellten „Erweiterungsbau des
Hauptstaatsarchivs in Dresden“.
18
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Die Geschäftsentwicklung 2010 |
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Die Geschäftsentwicklung 2010

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Reinigungsarbeiten am Aufzug
Albertinum
Reinigung der Vitrinen
5.2 FAcILITy- UND BEDARFSDEckUNGS-
MANAGEMENT
Bedarfsprüfung-/deckung
Im Rahmen der Bedarfsprüfung wurden 2010
insgesamt 41 formale sowie eine Reihe formlo-
ser Bedarfsanmeldungen abschließend bearbei-
tet und entschieden. Den formalen Bedarfsan-
meldungen folgt in aller Regel die Anfertigung
von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen im Rah-
men von Entscheidungsunterlagen. Der Unter-
nehmensbereich begleitete darüber hinaus aktiv
konzeptionelle Entwicklungsplanungen, bei-
spielsweise für den Bereich der Stadt Chemnitz.
Im Kalenderjahr 2010 fiel die Entscheidung zur
Bündelung niederlassungsbezogener Tätigkeiten
der Bedarfsprüfung-/deckung in einem Kompe-
tenzzentrum. Zum 01.11.2010 erfolgte im Rah-
men eines Pilotvorhabens im Regierungsbezirk
Dresden die Einführung der neuen Struktur. Un-
ter Begleitung und Auswertung des Konzentra-
tionsprozesses durch eine Arbeitsgruppe wird
die flächendeckende Einführung im Jahr 2011
angestrebt. Gewährleistet wird dadurch eine
einheitliche Verfahrensweise und Gleichbehand-
lung der Nutzer sowie eine vertiefte fachliche
Einarbeitung durch Zuordnung der Bearbeiter
zu nutzenden Ressorts und damit einhergehend
eine Effizienzerhöhung in der Aufgabenerledi-
gung.
Immobilienmanagement
Im Geschäftsjahr 2010 befanden sich circa
2.900 Gebäude mit 4,1 Millionen Quadratme-
tern Nutzfläche bzw. 5,6 Millionen Quadratme-
tern Nettogrundfläche in Verwaltung des
Unternehmensbereiches Facility- und Bedarfs-
deckungsmanagement. Durch die Nutzungs-
überlassung von betriebsnotwendigen Grund-
stücken an Landeskrankenhäuser, Univer-
sitätskliniken und flexibilisierte Hochschulen ist
die bewirtschaftete Fläche geringer als die Flä-
che der Grundstücksverwaltung.
Bewirtschaftung
Für die Bewirtschaftung des sogenannten Ver-
waltungsvermögens wurden 2010 insgesamt
104,4 Millionen Euro verausgabt. Im Vergleich
zum Kalenderjahr 2009 sind die Ausgaben na-
hezu konstant geblieben. Kostensteigerungen
bei Wartung, Verkehrssicherung und Reinigung
in Höhe von 3,8 Millionen Euro wurden durch
gesunkene Ausgaben bei Versorgungsleistungen
aufgrund angepasster Abschlagszahlungen und
erzielter Gutschriften kompensiert.
Die Entwicklung des „Marktwertverfahrens“
bildete 2010 einen Schwerpunkt bei der Be-
wirtschaftung. Mit der Reinigung der Dienst-
gebäude bewegt sich das Objektmanagement
des SIB in einem Spannungsfeld zwischen
dem Werterhalt der Immobilie durch eine
qualitativ hochwertige Leistungserbringung,
dem sparsamen Umgang mit den zur Verfü-
gung stehenden Haushaltsmitteln, der Au-
ßenwirkung der öffentlichen, zum Teil publi-
kumsintensiven Häuser und dem Anspruch
des Vergaberechtes an einen transparenten,
objektiven Vergabeprozess. Daraus resultiert
der Anspruch, auf einer objektiven und fach-
lich fundierten Grundlage ein Angebot mit
einem ausgewogenen Verhältnis von Preis
und Leistung ermitteln und diesem den Zu-
schlag erteilen zu können. Gleichzeitig ist der
Forderung der VOL/A, nach einer Zuschlags-
erteilung auf „das wirtschaftlichste Angebot“
Rechnung zu tragen. Aus diesem Anforde-
rungsprofil heraus wurde 2010 ein alternati-
ves Verfahren zur Wertung von Angeboten
für Reinigungsleistungen – das sogenannte
Marktwertverfahren – entwickelt und einge-
führt. Der SIB verfügt damit über ein Instru-
ment, neben dem Preis auch die Leistung
objektiv stärker zu fokussieren.
Anmietung/Vermietung
Sofern die Unterbringung von Behörden und
Einrichtungen des Freistaates Sachsen in lan-
deseigenen Liegenschaften nicht möglich
bzw. wirtschaftlich sinnvoll ist, werden die
benötigten Flächen durch Anmietung bereit-
gestellt. Im Geschäftsjahr 2010 betreute der
Unternehmensbereich Facility- und Bedarfs-
deckungsmanagement circa 1.150 Miet- und
Pachtverträge mit einer Nutzfläche von circa
495.000 Quadratmetern. Den größten Anteil
nehmen Anmietungen von Büroräumen ein.
Darüber hinaus werden kurzfristig beispiels-
weise Flächen für den Polizeisport angemietet.
Die Ausgaben für Anmietungen belaufen sich
im Geschäftsjahr 2010 insgesamt auf 35,5
Millionen Euro (Vorjahr: 36,3 Millionen Euro).
Die Reduzierung der Ausgaben resultiert aus
der Aufgabe von Mietverhältnissen nach Um-
zug von Einrichtungen in landeseigene Ge-
bäude. Auch gingen Mietverhältnisse im Zu-
sammenhang mit der Verwaltungs- und
Funktionalreform auf Landkreise über oder
konnten beendet werden. Die Einnahmen aus
Vermietungen und Verpachtungen durch den
Unternehmensbereich Facility- und Bedarfs-
deckungsmanagement betrugen 2010 etwa
5,5 Millionen Euro. Davon entfallen auf die
Vermietung von Wohnheimplätzen circa
1,8 Millionen Euro, auf die Vermietung von
Büroräumen circa 0,9 Millionen Euro und auf
die Vermietung von Gewerberäumen circa
0,9 Millionen Euro.
Nachweis der Energieeffizienz
Durch die konsequente Umsetzung des
Energieeffizienzprogramms konnte seit Grün-
dung des SIB 2003 im Ergebnis investiver
Energieeinsparmaßnahmen auf der Grund-
lage fundierter Analysen und Untersuchun-
gen, der Optimierung der Anlagentechnik
sowie organisatorischer Maßnahmen eine
signifikante Senkung des witterungsber-
einigten Gesamtenergieverbrauchs bei annä-
hernd gleicher Fläche um 12,2 Prozent er-
reicht werden.
Der von 384,5 GWh auf 288,0 GWh pro
Jahr gesenkte Wärmeenergieverbrauch (witte-
rungsbereinigt) trägt daran den Hauptanteil.
Dadurch konnten allein in diesem Zeitraum
Kosten in Höhe von 34,7 Millionen Euro ver-
mieden und 425,0 GWh Energie eingespart
wer-den; das entspricht einer Vermeidung von
insgesamt 99.700 Tonnen CO
2
–Emissionen.
52,7 %
5,8 %
14,9 %
5,7 %
8,7 %
4,2 %
0,4 %
0,6 %
6,9 %
Versorgung
Entsorgung
Reinigung und Pflege von Gebäuden
Reinigung und Pflege von Außenanlagen
Bedienung, Inspektion und Wartung
Sicherheits- und Überwachungsdienste
Abgaben und Beiträge
Nebenkostenausgaben
Sonstige Betriebskosten
Sächsischer Landtag
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Sächsisches Staatsministerium für
Kultur und Sport
Sächsisches Staatsministerium der
Justiz und für Europa
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr
Sächsisches Staatsministerium für
Soziales und Verbraucherschutz
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und
Landwirtschaft
Sächsischer Rechnungshof
Finanzvermögen
Technische Universitäten/Hochschulen
(nicht flexibilisiert)
Sächsisches Staatsministerium für
Wissenschaft und Kunst
38,9 %
16,0 %
5,5 %
19 %
0,8 %
0,3 %
3,5 %
2,3 %
8,6 %
0,8 %
3,6 %
0,4 %
Mietausgaben nach Ressorts:
Versorgung
Reinigung und Pflege von Gebäuden
Reinigung und Pflege von Außenanlagen
Bedienung, Inspektion und Wartung
Sicherheits- und Überwachungsdienste
Nebenkostenausgaben
A
B
C
D
E
F
Entwicklung signifikanter kosten
2006 bis 2010 (in Mio. EURO):
Kosten (in Mio. Euro)
2006
2007
2008
2009
2010
10
30
20
40
50
60
0
F
E
C
B
A
D
Verteilung der Bewirtschaftungskosten* nach DIN 18960 (Nutzungskosten im Hochbau):
* ohne Berücksichtigung der Nebenkosteneinnahmen
20
|
Die Geschäftsentwicklung 2010 |
21
Die Geschäftsentwicklung 2010

image
Bürgersolaranlage auf dem Dach des Finanzamtes
Eilenburg (09/2010).Die Anlage besteht aus 187
Photovoltaikmodulen. Die maximale Leistung beträgt
41 Kilowatt. Mit dem erzeugten Solarstrom können
jährlich rund 20 Tonnen CO
2
gegenüber
Energieerzeugung mit fossilen Brennstoffen
eingespart werden.
Emission CO
2
in t
* Werte 2010 basieren auf Hochrechnung
Entwicklung der cO
2
- Emmissionen (gesamt) in den Liegenschaften des SIB:
Entwicklung des Verbrauchs für
Wärmeenergie (witterungsbereinigt)
in den Liegenschaften des SIB:
Verbrauch in GWh
* Werte 2010 basieren auf Hochrechnung
270
290
310
350
330
370
390
250
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010*
Stromverbrauch in kWh/a
Die 10 Liegenschaften mit dem größten Stromverbrauch (2009)
2.000.000
4.000.000
6.000.000
10.000.000
8.000.000
12.000.000
0
TUC, Campus WEST
SLUB
TUC, StraNa
LKA DD – Neuländer Str.
60
Schloss Dresden
Behördenzentrum Stauffenbergallee
Semperoper
JVA Dresden
HTWDD Friedrich-List-Platz
TU BAF Winkler-Bau
Die 10 Liegenschaften mit dem größten spezifischen Stromverbrauchskennwert
(SVk) 2009
SVK in kWh/m
2
50
100
150
250
200
300
350
400
0
SID NL Lichtenwalde
HTWK, Wächterstraße 13
LUA Wiederitzsch
LIT der Justiz in Dresden
LUA Reichenbacherstr.
71/73
DD
TU BAF Alte Elisabeth
LfL, Alttrachau 7
TUC, Campus WEST
TUC, StraNa
TU BAF Audimax
Gleichermaßen ist es gelungen den jährlichen
Anstieg im Elektroenergieverbrauch durch Um-
setzung von Maßnahmen des Energieeffizienz-
programms trotz steigender Gebäudezahl ab-
zuschwächen. Der bundesweite Trend des
Anstiegs an Elektroenergie ist durch den höhe-
ren Technisierungsgrad der Gebäude, insbe-
sondere durch die IT-Technik begründet. Hier
ist in der mittelfristigen Entwicklung mit neu-
en Konzeptionen und Technologien (z. B.
Green-IT) zu rechnen, die eine deutliche Trend-
wende einleiten werden. Aber auch das
Nutzerverhalten (Abschalten und Abfahren von
Anlagen bzw. -teilen in dienstfreien Zeiten)
kann weitere Einsparungen erbringen, die es
mittelfristig zu erschließen gilt.
Durch europaweite Medienausschreibungen
beispielsweise bei Strom und Heizöl konnte der
SIB den Preisanstieg in den letzten Jahren
deutlich moderater gestalten als sich dieser auf
dem vergleichbaren Markt darstellt. Im Jahr
2010 gelang es zudem, erstmals auch die Erd-
gaslieferung für die größten Verbraucher im
Verantwortungsbereich des SIB (insgesamt
31 Abnahmestellen) beginnend ab dem
01.10.2010 durch eine europaweite Ausschrei-
bung sicherzustellen. Bis 31.12.2012 wird dabei
ein Festpreis gewährleistet, der sich an den
Marktbedingungen der EEX Strom- und Gasbör-
se in Leipzig orientiert. Dies lässt nicht zuletzt
auch eine stabilere Kostenprognose zu. Gegen-
über den bestehenden Verträgen konnte im
Ergebnis der Ausschreibung eine jährliche Ein-
sparung von circa 115.000 Euro erzielt werden.
Trotzdem waren die deutlich gestiegenen Prei-
se die Ursache für die zu verzeichnenden Kos-
tenerhöhungen. So stiegen die Durchschnitts-
preise im Betrachtungszeitraum 2003 bis 2010
für Strom um 33 Prozent, für Heizöl um
53 Prozent, für Gas um 40 Prozent und für
Fernwärme um 33 Prozent. Derartige Preiser-
höhungen sind durch Energie-Einsparmaßnah-
men nicht zu kompensieren, so dass die Ge-
samtenergiekosten im gleichen Zeitraum um
37,8 Prozent gestiegen sind. Hierbei sind aller-
dings auch die langen und kalten Winter
2008/2009 und 2009/2010 zu berücksichtigen,
die im Wärmeenergiebereich zu höheren abso-
luten Verbräuchen geführt haben.
Durch die DV- Anwendung EMIS ist es dem SIB
möglich, ein liegenschafts- und medienbezoge-
nes CO
2
-Monitoring durchzuführen. So können
insbesondere nach durchgeführten Maßnah-
men des Energieeffizienzprogramms mittelfris-
tig Senkungen in den betroffenen Gebäuden
und Liegenschaften nachgewiesen werden.
Entwicklung und Umsetzung des
Benchmark-konzeptes
Der SIB entwickelte mit dem SMF ein Bench-
mark-Konzept für das technische Gebäudema-
nagement zur Identifizierung von Einsparpo-
tentialen und Voraussetzung für die Einleitung
Kosten senkender Maßnahmen in den Folge-
jahren. Die bereits oben erwähnte DV-Anwen-
dung EMIS ermöglicht es auch, für bestimmte
Gebäude- und Nutzungskategorien Auswer-
tungen der Energie-/Medienverbräuche und
-kosten durchzuführen.
Energetisch schlechte Liegenschaften mit ent-
sprechender Auswirkung auf die Betriebskos-
ten werden, wie nachfolgend abgebildet, durch
eine doppelte Auswertung nach absoluten
Kostenverursachern (größter Verbrauch) und
zusätzlich schlechtesten Kennwerten (Strom-
verbrauchskennwert SVK, Heizverbrauchskenn-
wert HVK) ermittelt.
Der SIB ist auf dem guten Weg, die von der
Sächsischen Staatsregierung nachfolgend vor-
gegebenen umweltpolitischen Ziele bis zum
Jahr 2020 umzusetzen:
❚❚
Senkung der CO
2
–Emission um 23 Prozent
❚❚
Erstellung von nachhaltigen Energiekonzepten
❚❚
Wärmeversorgung zu 60 Prozent
aus Kraftwärmekopplungsanlagen
(KWK-Anlagen)
❚❚
günstigen Primärenergiefaktoren
(z. B. Fernwärme)
❚❚
Steigerung des Anteils regenerativer
Energien auf 5 Prozent
168.000
170.000
172.000
176.000
174.000
178.000
166.000
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010*
22
|
Die Geschäftsentwicklung 2010 |
23
Die Geschäftsentwicklung 2010

image
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image
Landesfeuerwehrschule Sachsen, Nardt
Neubau und Sanierung
Mensa
Lehr- und Verwaltungsgebäude
Feuerwehrhaus
Mensa Innenansicht
Projekt zur Übernahme der Bewirtschaf-
tungsleistungen für die flexibilisierten Hoch-
schulen
Im Sommer 2010 wurde der SIB durch das
Staatsministerium der Finanzen informiert,
dass die Rückführung der Aufgaben der Be-
wirtschaftung und Verwaltung der Liegen-
schaften der vier flexibilisierten Hochschulen/
Universitäten (Technische Universität Dresden,
Universität Leipzig, Hochschule Zittau/Görlitz,
Hochschule Mittweida) an den SIB vorgesehen
ist. Die Bündelung der Aufgaben beim SIB er-
möglicht den Hochschulen eine Konzentration
auf ihre originären Aufgaben der Forschung
und Lehre.
Die Übernahme der Bewirtschaftung und Ver-
waltung dieser vier Hochschulen stellt ein ge-
waltiges Aufgabenpaket mit einem Finanzvo-
lumen von insgesamt rund 44 Millionen Euro
dar. Etwa 667.000 Quadratmeter zu bewirt-
schaftende Fläche kommt zusätzlich in den
Verantwortungsbereich des SIB. Die Entschei-
dungen zur Übertragung der Haushaltsmittel
sowie zum Übergang von Personal von den
Hochschulen an den Staatsbetrieb SIB waren
Bestandteil der Aufstellung und Verabschie-
dung des Doppelhaushaltes für die Jahre
2011/2012 durch den Sächsischen Landtag
am 16.12.2010.
Die ursprüngliche Zeitplanung der Rückführung
der Bewirtschaftung und Verwaltung der Lie-
genschaften der Hochschulen zum SIB zum
Jahreswechsel 2010/11 konnte deshalb zu-
nächst bei den beiden Hochschulen Mittweida
und Zittau/Görlitz realisiert werden. Ab
01.01.2011 erfolgte der gesamte Zahlungsver-
kehr über die Niederlassungen in Bautzen bzw.
Chemnitz. Für die beiden Universitäten Dresden
und Leipzig ist die Übernahme der Bewirtschaf-
tung im zweiten Halbjahr 2011 vorgesehen.
24
|
Die Geschäftsentwicklung 2010 |
25
Die Geschäftsentwicklung 2010

image
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Fritz-Rödiger Haus – Verkauf eines denkmalge-
schützten Holzhauses im Kurort Bad Brambach
Albertturm
Verkauf eines Aussichtsturms in Nordsachsen
Portfoliostruktur nach Veräußerungsperspektiven
Klassische Veräußerung
Überlassene Immobilien,
die nur an Nutzer/
Nachbarn/Miteigentümer
veräußerbar sind
(Kleingärten, Garagen etc.)
zuständigkeit UB FP
Entbehrliches Finanzvermögen
Unentbehrliches Finanzvermögen
Besondere Veräußerung
Erbbaurechte (soweit
nicht bei VNV)
Landwirtschaftsflächen
mit Entw.-potential
Ausgleichsflächen –
Forst
Ausgleichsflächen –
Offenland
Überschuldete Immobilien
(insbes. Fiskalerbschaften,
Aneignungsrechte)
Brachflächen
Veräußerung nicht
vorgesehen (VNV)
Betriebsnotwendiges
Vermögen von nicht rechts-
fähigen Einrichtungen
des Freistaates Sachsen
Verbilligte Überlassung an
rechtsfähige Personen
(einschl. dingl. Überlassung
wie z. B. Erbbaurecht)
Sonstige Immobilien
(einschl. Immobilien, die über-
lassen sind)
Vermarktung
begonnen
Vermarktung
nicht begonnen
5.3 FINANzVERMöGEN UND
PORTFOLIOSTEUERUNG
Der Immobilienbestand des Freistaates
Sachsen
Zum Stand 31.12.2010 war der Freistaat Sach-
sen Eigentümer von circa 84.500 Grundstü-
cken auf einer Fläche von circa 237.000 Hek-
tar. Für circa 28.900 Grundstücke auf 34.500
Hektar ist der SIB zuständig.
Der Unternehmensbereich Finanzvermögen
und Portfoliosteuerung verwaltet rund 26.700
Flurstücke (etwa 93 Prozent der vom SIB ver-
walteten Flurstücke) mit einer Fläche von circa
31.400 Hektar. Auf das entbehrliche Finanzver-
mögen entfallen rund 11.700 Flurstücke mit
einer Fläche von circa 10.600 Hektar (44 Pro-
zent des Finanzvermögens) und auf das un-
entbehrliche Finanzvermögen etwa 15.000
Flurstücke mit einer Fläche von circa 20.700
Hektar (56 Prozent des Finanzvermögens).
Neue Wege bei der Vermarktung des Im-
mobilienbestandes
Der seit 2008 zu konstatierende Nachfrageein-
bruch im klassischen Verkaufsgeschäft führte
zu einer veränderten Prioritätensetzung im
Geschäftsfeld Vermarktung/Verkauf. Die Ka-
pazitäten werden nun verstärkt auf Vermark-
tungsobjekte wie Gartengrundstücke, Garagen,
Brachflächen, Altlastenflächen, Wohnobjekte
mit schlechtem Bauzustand sowie die im Wege
der Fiskalerbschaften stetig zugehenden über-
schuldeten Immobilien gelenkt.
Diese Objekte lassen zwar keine hohen Kauf-
preiseinnahmen erwarten, bereiten aber er-
heblichen Verwaltungsaufwand. Vor diesem
Hintergrund hat der Unternehmensbereich
sein gesamtes Immobilienportfolio neu struk-
turiert. Die neue Portfoliostruktur richtet sich
grundsätzlich an den Veräußerungsperspek-
tiven der Immobilien aus und gliedert sich in
die drei Teilportfolios „Klassische Veräuße-
rung“, „Besondere Veräußerung“ sowie „Ver-
äußerung nicht vorgesehen (VNV)“.
Vom entbehrlichen Immobilienbestand im
Finanzvermögen des Freistaates Sachsen
können 32 Prozent mit klassischen Vermark-
tungsstrategien, wie die Bewerbung auf Im-
mobilienplattformen im Internet, in Tageszei-
tungen oder die Teilnahme an Messen und
Auktionen, veräußert werden. Für die Veräu-
ßerung der übrigen 68 Prozent (circa 7.900
Flurstücke), bei denen klassische Marketing-
instrumente nicht erfolgversprechend sind,
hat der Unternehmensbereich neue Vermark-
tungsstrategien entwickelt.
Anzahl der Verkaufsfälle
Anzahl (Stk.)
kaufvertragsvolumen je Verkaufsfall
Volumen je Fall (in TEUR)
10
20
30
50
40
60
70
80
90
0
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010*
30
31
57
55
82
85
37
23
100
200
300
500
400
0
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
220
283
351
329
323
370
407
426
kaufvertragsvolumen
Volumen (TEUR)
* 2007: inklusive Dresdner Neumarkt
* 2010: inklusive eines Verkaufsfalls > 3,5 Mio. Euro
2010
10.000
20.000
30.000
50.000
40.000
0
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
6.847
16.042
19.418
27.001
13.848
9.260
43.005*
16.389*
26
|
Die Geschäftsentwicklung 2010 |
27
Die Geschäftsentwicklung 2010

image
image
image
image
image
Hochhaus Gerokstraße
Verkauf eines ehemaligen Studentenwohnheimes in Dresden
Zellengang
Luftbild eines Verkaufsobjektes
Diese beziehen sich vor allem auf eine verstärk-
te Zusammenarbeit mit Kommunen und ande-
ren Grundvermögensverwaltern, die Verhand-
lung mit Pächtern und Banken sowie die
Bereitstellung von Flächen für ökologische Aus-
gleichsmaßnahmen.
Im Geschäftsjahr 2010 hat der Unternehmens-
bereich Finanzvermögen und Portfoliosteue-
rung 426 Kaufverträge mit einem Kaufpreisvo-
lumen von 16,3 Millionen Euro abgeschlossen.
Die Zahl der abgeschlossenen Verkaufsfälle er-
reichte einen neuen Jahresrekord seit Gründung
des SIB.
Die dabei erzielten geringen Erlöse pro abge-
schlossenem Verkaufsfall spiegeln nicht nur die
in den Vorjahren feststellbare sinkende Wert-
haltigkeit des Portfolios im Bereich der Klassi-
schen Vermarktung wider. Sie sind auch das
Ergebnis des Strategiewechsels, die Ressourcen
verstärkt auf den Verkauf von „Problemimmo-
bilien“ zu konzentrieren.
Mit 208 Verkaufsfällen lag die „Besondere Ver-
äußerung“ 2010 leicht vor der „Klassischen Ver-
äußerung“ (207 Fälle), während auf das Teilport-
folio “Veräußerung nicht vorgesehen“ 11 Fälle
(Veräußerung von Erbbaurechten) entfielen.
Vermietung und Verpachtung –
Optimierung des Bestandes
Im Jahr 2010 konnten durch die Vermietung und
Verpachtung des Immobilienbestandes in der
Zuständigkeit des Unternehmensbereichs Einnah-
men von rund 3,5 Millionen Euro erzielt werden.
Die Anzahl der Miet- und Pachtverträge redu-
zierte sich 2010 weiter auf 5.456 Verträge (Vor-
jahr: 5.667). Das einnahmestärkste Segment der
Vermietung und Verpachtung waren auch 2010
die Landpachtverträge.
Gefängnis
Verkauf eines ehemaligen Militärobjektes in Dresden
Der Freistaat als Erbe – Eine Daueraufgabe
Die Anzahl der Neuzugänge an Fiskalerbschaf-
ten ist 2010 im Vergleich zum Vorjahr von 734
auf 830 deutlich angestiegen. Durch konse-
quentes Schließen von Altfällen konnten 987
Fälle abgearbeitet werden. Im Vergleich zum
Jahr 2009 (716 Fälle) konnte so die Zahl der
abgeschlossenen Fiskalerbschaftsfälle um cir-
ca 38 Prozent gesteigert werden. Damit über-
stieg erstmalig der Abgang an Fiskalerb-
schaftsfällen die Zahl der Neuzugänge.
Dementsprechend sank der Gesamtbestand an
Fiskalerbschaftsfällen um 157 Fälle und lag
zum 31.12.2010 bei 3.444 (31.12.2009: 3.601
Fälle). Auch in Zukunft wird eine Abarbei-
tungsquote in Höhe der jährlichen Neuzugän-
ge angestrebt. Die Einnahmen aus der Abwick-
lung von Fiskalerbschaften betrugen 2,0
Millionen Euro, die Ausgaben (ohne Personal-
kosten) 1,3 Millionen Euro. Die Einnahmen und
Ausgaben können vom Unternehmensbereich
Finanzvermögen und Portfoliosteuerung nicht
gesteuert werden. Sie hängen ausschließlich
vom Zugang an Fiskalerbschaftsfällen und
ihrer jeweiligen Werthaltigkeit ab.
Vermögensrechnung – Spiegel der Wert-
haltigkeit des Immobilienbestandes
Die Bewertung des Grundvermögens des Frei-
staates Sachsen in der Zuständigkeit des
Staatsbetriebes SIB bleibt eine Kernaufgabe
des Unternehmensbereiches. Der Wert des
Grundvermögens setzt sich aus einem für alle
Flurstücke errechneten Bodenwert und einem
Gesamtgebäudewert sowie dem Wert der zu-
gehörigen Außenanlage zusammen. Die Fort-
schreibung der bereits ermittelten Werte ist
ein kontinuierlicher Prozess und basiert auf
dem flächen- und wertmäßigen Ausweis von
Zu- und Abgängen sowie der Änderung der
Immobilienwerte gegenüber dem Vorjahr zum
Beispiel auf Grund von Bauinvestitionen. Mit
der Fortschreibung der Vermögensrechnung
zum 31.12.2009 und der Vorlage der Vermö-
genswerte wurde eines der Hauptziele des
Jahres 2010 erfüllt.
* Bestandszahl aufgrund von Datenberichtigungen korrigiert
Anzahl der Fiskalerbschaften
Bestand jeweils zum 31.12.
Abgänge
Zugänge
0
1.000
2.000
3.000
2002
2005
2006
2007
2008
2009
2010
3.601*
716
734
3.444
987
830
3.588
628
730
3.486
515
739
3.262*
281
733
2003
2004
2.556
284
518
2.322*
77
518
2.854*
619
365
1.976
28
|
Die Geschäftsentwicklung 2010 |
29
Die Geschäftsentwicklung 2010

image
image
image
Schloss Lichtenwalde, chinesisches zimmer
Restaurierung der barocken Original-Ausstattung
Universitätsklinikum carl Gustav carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Psychotherapie
und Psychosomatik
Universitätsklinikum carl Gustav carus Dresden
Neubau Versorgungszentrum
5.4 zENTRALE VERWALTUNG
5.4.1 Personalbericht
Personalbestand
Im SIB waren im Geschäftsjahr 2010 durch-
schnittlich 201 Beamte und 968 Beschäftigte
tätig. Darüber hinaus befanden sich im Durch-
schnitt 135 Bedienstete in der Freistellungs-
phase der Altersteilzeit bzw. waren aus ver-
schiedenen Gründen beurlaubt. Der SIB
betreute 2010 durchschnittlich 29 Auszubil-
dende, neun Anwärter für den gehobenen
bautechnischen Dienst und fünf Baureferen-
dare. Drei Beamte befanden sich im Jahr 2010
in der Aufstiegsfortbildung vom mittleren in
den gehobenen Dienst.
Stellenabbau
Der SIB war verpflichtet, in den Jahren 2003
bis 2010 insgesamt 228 Stellen abzubauen. Im
Berichtsjahr erfolgte der sozialverträgliche
Abbau von 25 Stellen, indem auf die Nachbe-
setzung freigewordener Stellen verzichtet
wurde. Damit wurde die Zielstellung für den
Personalabbau erfüllt.
Der im Geschäftsjahr geltende Einstellungs-
stopp ist zum Ablauf des 31.12.2010 wegge-
fallen. Die Vorbereitungen, besetzbare Stellen
im Rahmen der haushaltsrechtlichen Rahmen-
vorgaben mit hoch qualifizierten Bewerberin-
nen und Bewerbern zu besetzen, wurden
bereits zum Ende des Geschäftsjahres getrof-
fen. Es ist nach wie vor zu befürchten, dass
insbesondere die Gewinnung von geeignetem
Fachpersonal in den Technikfachsparten auch
im Geschäftsjahr 2011 zur Herausforderung
werden wird.
Auf Grund des Beschlusses der Staatsregie-
rung vom 02.03.2010 über den weiteren zu-
sätzlichen Stellenabbau bis 2020 besteht auch
weiterhin für SIB die Verpflichtung, seinen
Beitrag am Stellenabbau des Freistaates Sach-
sen zu leisten.
Fortbildung
Der SIB ist stets bestrebt, seinen Bediens-
teten durch Fortbildungsmaßnahmen ein ho-
hes Niveau an beruflicher Qualifizierung zu
ermöglichen. So nahmen im Geschäfts-
jahr 2010 die Bediensteten an insgesamt
Beamte/Beschäftigte
Unternehmensbereich
Geschäfts-
führung
Gesamt
PB
FB
FP
zV
höherer Dienst
75
15
8
23
1
122
gehobener Dienst
485
114
68
110
9
768
mittlerer Dienst
81
78
58
135
2
354
einfacher Dienst
-
-
1
33
-
34
Gesamt
641
207
135
301
12
1.296
Mitarbeiterstruktur (Stichtag 31.12.2010)
1.036 Fortbildungsveranstaltungen teil; 656
Seminare führte die Akademie für öffentliche
Verwaltung des Freistaates Sachsen (AVS)
durch und 380 Seminare externe Fortbil-
dungsträger. SIB selbst realisierte insgesamt
72 Inhouse-Schulungen.
Besonderer Schwerpunkt bei der Fortbildung
war 2010 die Personalentwicklungsmaßnahme
im gehobenen Dienst. Insgesamt 25 Personen
aus allen Bereichen des Unternehmens haben
ein anspruchsvolles Programm absolviert.
Dazu gehörten Elemente des Förderns und
Forderns. So haben die Teilnehmer vier inter-
essante Seminare erlebt:
❚❚
Erfolg beginnt im Kopf - Mentalstrategien
für den ganzheitlichen Erfolg
❚❚
Querdenken
❚❚
Führen und geführt werden
❚❚
Work-Life-Balance.
Darüber hinaus haben sich alle Teilnehmer ei-
ner Potentialanalyse unterzogen. Diese wurde
durch die Deutsche Gesellschaft für Personal-
wesen e. V. (DGP) durchgeführt. Jeder Teilneh-
mer hatte einen schriftlichen und einen münd-
lichen Diagnoseteil zu absolvieren. Dieser
umfasste ein Kurzinterview zur Klärung der
Führungsvorstellung sowie eine Gruppenauf-
gabe und ein Rollenspiel. Die Auswertung
durch die DGP beinhaltete ein individuelles
Gespräch mit jedem Teilnehmer sowie ein
Kurzgutachten über die jeweiligen Leistungen
bei der Potentialanalyse. Ein weiterer Baustein
dieser Personalentwicklungsmaßnahme war
die Möglichkeit, eine Hospitation in einem an-
deren Landesbetrieb auch außerhalb des Frei-
staates Sachsen durchzuführen, für die sich 19
von 25 Teilnehmern entschieden. Alternativ
wählten weitere sechs Teilnehmer die Erstel-
lung einer Projektarbeit. Die Arbeiten be-
fassten sich mit unterschiedlichen emen-
bereichen.
Ende November 2010 fand mit Herrn Ge-
schäftsführer Prof. Janosch und den Unter-
nehmens-bereichsleitern die Abschluss-
veranstaltung für die Personalentwicklungs-
maßnahme statt, in der die Teilnehmer die
Möglichkeit hatten, die Ergebnisse der Hospi-
tationen und Projektarbeiten vorzustellen.
Gleichzeitig diente diese Veranstaltung dem
Erfahrungsaustausch und den Einschätzungen
der 25 Personen zur kompletten Maßnahme.
Ausbildung
Im Jahr 2010 konnte neun Frauen und Män-
nern die Aufnahme einer Berufsausbildung im
SIB ermöglicht werden. Weiterhin wurde die
Ausbildung im höheren bautechnischen Ver-
waltungsdienst fortgesetzt. So konnte 2010
eine Baureferendarin ihren Vorbereitungs-
dienst, der im Freistaat Bayern durchgeführt
wird, antreten.
Für die Ausbildung im gehobenen bautechni-
schen und umweltfachlichen Verwaltungsdienst
konnte erneut in jeder der sieben Niederlassun-
gen des SIB jeweils ein/e Anwärter/-in einge-
stellt und zur Ableistung des Vorbereitungs-
dienstes in den Freistaat Bayern entsandt
werden. Die Ausbildungen finden in den Fach-
richtungen Hoch- und Städtebau sowie Stra-
ßenbau statt.
Zehn Auszubildende haben im Geschäftsjahr
2010 die Abschlussprüfung im jeweiligen
Ausbildungsberuf und drei Baureferendare
die Große Staatsprüfung bestanden. Allen
erfolgreichen Absolventen wurde die Übernah-
me in ein Beschäftigungsverhältnis ange-
boten, sieben Personen nahmen das Ange-
bot an.
Ausbildungsberuf
Ausbildungsjahr
1.
2.
3.
Steinmetz/in
2
2
1
Kauffrau /–mann für
Bürokommunikation
6
5
9
Technische/r Zeichner/in
-
-
3
Fachinformatiker/in
-
-
2
Immobilienkauffrau/-mann
1
-
-
Ausbildungsstand
(Stichtag 31. Dezember 2010)
* Bedienstete ohne Auszubildende, Anwärter, Bau-
referendare und Beamte der Aufstiegsfortbildung
PB ... Planungs- und Baumanagement
FB ... Facility- und Bedarfsdeckungsmanagement
FP ... Finanzvermögen- und Portfoliosteuerung
ZV ... Zentrale Verwaltung
Bedienstete, die Aufgaben aus unterschiedlichen Un-
ternehmensbereichen in Personalunion wahrnehmen,
werden nur einem Unternehmensbereich zugeordnet.
30
|
Die Geschäftsentwicklung 2010 |
31
Die Geschäftsentwicklung 2010

image
zeitgemäße IT-Unterstützung
sion elektronisch abgewickelt. Ziel ist, dass bis
Ende 2011 alle VOB-Verfahren des SIB über das
E-Vergabe-System abgewickelt werden. Eine Aus-
nahme bilden die Kleinaufträge, bei denen die
Angebote bis auf Weiteres unverändert schriftlich
einzureichen sind. Auch im Bereich der VOL-Ver-
gaben soll die elektronische Vergabe eingeführt
werden. Die hierfür notwendige Projektentwick-
lung soll ebenso wie für VOF-Verfahren und ei-
nem den Geschäftsprozessen entsprechenden
Workflow im Zeitraum 2011 bis 2012 erfolgen.
5.4.3 Bericht aus dem IT-Bereich
Ein moderner Betrieb braucht zeitgemäße IT-
Unterstützung. Eine wesentliche Voraussetzung
für ein qualitativ und quantitativ hohes Arbeits-
ergebnis der Mitarbeiter ist die Unterstützung
mittels Informationstechnik (IT). Der Optimie-
rung, Weiterentwicklung und dem Betrieb der
Infrastruktur wurde eine hohe Bedeutung beige-
messen. Im Hinblick auf die Hard- und Soft-
wareausstattung konnte die Modernisierung der
Arbeitsplatzsysteme im Rahmen planmäßiger
Ersatz- und Neubeschaffungen weiter fort-
geführt werden. SIB investierte 2010 rund
545.000 Euro in den Ausbau, die Modernisie-
rung und Ersatzbeschaffung seiner Infra-
struktur. Mit Optimierung und Zentralisierung
der IT-Infrastruktur/-verfahren und der Bildung
von drei IuK-Servicepools für 7 Standorte, 10
Bauleitungen und die Betreuung der Fachverfah-
ren des Landesamtes für Steuern und Finanzen
(Bundesbau), wurde auch eine kostenstellenmä-
ßige Abgrenzung für die IT-Servicestrukturen
geschaffen, die es ermöglicht auch die personel-
len Ressourcen des IT-Services im Staatsbetrieb
sachgerecht zu untersetzen und zu steuern. Die
Kostenstellenstruktur wurde der Struktur der IT-
Servicepools angeglichen. Daraus ableitend
konnten sehr konkrete Kostenbetrachtungen,
wie z. B. Kosten je IT-Arbeitsplatz ermittelt wer-
den. Die Infrastrukturkosten je Arbeitsplatz
konnten im Vergleich zu 2005 um rund 219 Euro
(gesamt rund 260 TEUR) weiter gesenkt werden.
Ein wesentlicher Faktor für eine optimale IT-
Unterstützung im Unternehmen ist die Verfüg-
barkeit von Infrastruktur und Anwendungen. Die
Verfügbarkeit der Systeme lag bei durchschnitt-
lich 99,8 Prozent. Das entspricht einer maxima-
len Ausfallzeit an 365 Tagen zu 24 Stunden von
circa 5 Stunden je Verfahren. Im Bereich Daten-
banken wurde mit den Umstellungsarbeiten auf
ORACLE 11 (64 Bit) begonnen, im Bereich Tech-
nik konnten die softwareseitigen Voraussetzun-
gen für den flächendeckenden Einsatz von Citrix
inclusive der Implementierung von 30 Fachan-
wendungen geschaffen und der Releasewechsel
von SAP 3.5 auf ERP 6 vollzogen werden.
5.4.4 Bericht aus dem Organisationsbereich
Im Rahmen der Kommunikationsoffensive der
Sächsischen Staatsregierung sowie der neuen
Gestaltung eines einheitlichen visuellen Er-
scheinungsbildes des Freistaates Sachsen
leistete der SIB umfangreiche Arbeiten, um
das neue Imagebild für den SIB von Bautzen
bis Zwickau zu realisieren. So wurde in ange-
messenem Design die äußere Form beginnend
von den Broschüren, Bauschildern und Anzei-
gen über die gesamte Geschäftspost und
Formulare bis hin zum Messestand und dem
Internetauftritt nach dem aktuellen Standard
und den Anforderungen des neuen Marken-
handbuches ausgerichtet.
Gesundheitsmanagement
Der Staatsbetrieb hat sich zum Ziel gesetzt, ein
Konzept für ein ganzheitliches betriebliches Ge-
sundheitsmanagement zu erarbeiten. In der
Zentrale sowie in den einzelnen Niederlassun-
gen gibt es bisher verschiedene Bemühungen,
die Einzelmaßnahmen des Gesundheitsmanage-
ments betreffen, wie beispielsweise Gesund-
heitstage, die Beteiligung an einer sportlichen
Großveranstaltung oder die jährliche Grippe-
schutzimpfung. Die Niederlassung Chemnitz
des SIB startete bereits 2010 mit einer Mitarbei-
terbefragung zur Thematik und legte damit ei-
nen wichtigen Grundstein für das weitere
Vorgehen.
5.4.2 Bericht aus dem Vergabe- und Ver-
tragswesen
Im Geschäftsjahr 2010 vergab der SIB 33.855
Bauaufträge mit einem Gesamtvolumen von
551,5 Millionen Euro. Der Großteil der Aufträge
wurde an sächsische Unternehmen vergeben.
Bei Bauaufträgen mit einem Auftragswert über
10.000 Euro lag der Anteil der öffentlichen Aus-
schreibungen bei 44 Prozent. Beschränkte
Ausschreibungen nahmen einen Anteil von 26
Prozent ein, und bei 30 Prozent der Vergabever-
fahren handelte es sich um freihändige Verga-
ben. Der auffällig hohe Anteil beschränkter
Ausschreibungen und freihändiger Vergaben ist
dem Konjunkturpaket II geschuldet und basiert
auf den Regelungen der VwV Beschleunigung
Vergabeverfahren.
Der SIB schloss im Jahr 2010 außerdem 4.171
Planungsverträge mit freiberuflich Tätigen im
Bereich Bundes- und Landesbau ab, das Auf-
tragsvolumen betrug 81,1 Millionen Euro. Die
HOAI 2009 war ein Arbeitsschwerpunkt im Jahr
2010. Nach einer Übergangsphase wurden die
Planungsverträge fast ausschließlich nach dem
neuen Preisrecht geschlossen. Der SIB führte
sein erfolgreich pilotiertes Modell der Honorie-
rung von Leistungen nach Energieeinsparver-
ordnung (EnEV) mit einem selbst entwickelten
Berechnungsmodell ein. Ein Schwerpunkt bei
den vertraglichen Auseinandersetzungen stell-
te die Vergütung von Mehraufwendungen we-
gen Bauzeitverlängerung dar.
Elektronische Vergabe
Das zurückliegende Geschäftsjahr stand im Ver-
gabe- und Vertragsmanagement ganz im Zeichen
der elektronischen Vergabe (E-Vergabe). Nach
umfangreichen kundenspezifischen Anpassungen
an die vergaberechtlichen und prozessspezifi-
schen Anforderungen wurde das VOB-Modul
gestestet und für die Inbetriebsetzung im Jahr
2011 vorbereitet. Im Projekt E-Vergabe nimmt der
SIB die Pilotfunktion wahr. SIB entwickelt und
testet Komponenten der Landeslizenz für den
Einsatz in Behörden des Freistaates Sachsen, be-
reitet den Produktivbetrieb vor und sammelt
erste Nutzungserfahrungen im komplexen Um-
fang. Zusätzlich zur voraussichtlich bis Ende 2012
andauernden Projektentwicklung wird eine leis-
tungsfähige Fachverwaltung aufgebaut. Mit der
E-Vergabe-Software können Vergabeverfahren
von der Erstellung der Vergabeunterlagen über
das Herunterladen der Unterlagen bis hin zur
elektronischen Angebotsabgabe durchgeführt
werden. Die Submission, das Prüfen und Werten
der Angebote bis hin zur Umsetzung der verga-
berechtlich vorgeschriebenen Informationspflich-
ten wird ohne Medienbruch komplett im E-Ver-
gabe-System realisiert. Die Kommunikation und
der Datenaustausch zwischen Auftraggeber und
Bewerbern bzw. Bietern erfolgt über eine extern
betriebene Vergabeplattform. Im Jahr 2011 wird
das erste VOB Vergabeverfahren bis zur Submis-
2005
2006
2007
2008
2009
2010
Bedienstete
1.378
1.309
1.242
1.217
1.225
1.181
Kosten je Arbeitsplatz
1.317
1.286
1.285
1.260
1.107
1.038
kosten ohne Fachverfahren in EURO
2005
2006
2007
2008
2009
2010
900
1.000
1.100
1.300
1.200
1.400
800
Übersicht kosten ohne Fachverfahren
Auftragnehmer
Vergebene
Aufträge
Summe
(TEUR)
EU und den
alten
Bundesländern
1.897
49.968
aus den neuen
Bundesländern
(außer Sachsen)
1.625
46.110
aus Sachsen
30.333
455.422
Gesamt
33.855
551.500
Vergabe von Bauleistungen 2010
Verträge mit freiberuflichen Tätigen 2010
Sachsen: 3.921 Verträge
EU und die alten Bundesländern: 151
neue Bundesländern (außer Sachsen): 99
94,0 %
3,6 %
2,4 %
Euro
Für die Einrichtung und den Betrieb eines PC-
Arbeitsplatzes unter Berücksichtigung aller An-
schaffungs- und Nebenkosten inklusive personeller
Aufwendungen (ZVI Zentrale und luK NLen) wurden
in 2010 durchschnittlich 1.038 Euro verausgabt.
2010
Ausfallstatistik über die Jahre 2005 – 2010
98,60 %
98,80 %
99,00 %
99,40 %
99,20 %
99,60 %
99,80 %
100,00 %
98,40 %
2005
2006
2007
2008
2009
geringste Verfügbarkeit Datenleit./ externe Systeme
geringste Verfügbarkeit Verfahren
32
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Die Geschäftsentwicklung 2010 |
33
Die Geschäftsentwicklung 2010

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Norbert Seibt, Niederlassungsleiter Bautzen
Hausanschrift:
Fabrikstraße 48
02625 Bautzen
Tel.: + 49 3591 5820
Fax: + 49 3591 582109
E-Mail: poststelle@sib-b.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(ohne Bodenreform und VZOG):
❚❚
Landkreis Bautzen
❚❚
Landkreis Görlitz
❚❚
Teilkreis Sächsische
Schweiz-Osterzgebirge
Beschäftigte: 144
Auszubildende: 2
Bauvolumen: 53,7 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 361
Anzahl Gebäude (NGF): 331 (464.613 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche):217 (2.429.753 m
2
)
Ausstellungsräume im Kaisertrutz
NIEDERLASSUNG BAUTzEN
kaisertrutz Görlitz
Rekonstruktion und Umbau
kaisertrutz und Museumskomplex Neiß-
straße 30 / Handwerk 1-2 in Görlitz
Realisierung von Umbaumaßnahmen der
Stadt Görlitz durch SIB
Der Kaisertrutz wurde 1490 als vorgelagerte
Kanonenbastion errichtet, um die durch die
Stadt verlaufende Handelstraße VIA REGIA zu
sichern. Es handelt sich um ein herausragen-
des Kulturdenkmal von Görlitz. Im Jahr 2002
beschloss der Stadtrat die Rekonstruktion und
den Umbau des Kaisertrutzes als ganzjähriges
Domizil der Städtischen Sammlungen für Ge-
schichte und Kultur des Kulturhistorischen
Museums. Später erhielt die Stadt Görlitz den
Zuschlag als Veranstaltungsort der 3. Sächsi-
schen Landesausstellung für das Jahr 2011.
Das zentrale Ausstellungsgebäude sollte hier-
bei der Kaisertrutz mit dem zentralen Ausstel-
lungsthema VIA REGIA sein. Aufgrund be-
grenzter eigener Kapazitäten stellte die Stadt
Görlitz als Bauherr 2007 ein Amtshilfeersu-
chen an das Sächsische Staatsministerium der
Finanzen. Im Rahmen einer Verwaltungsver-
einbarung mit der Stadt Görlitz wurde der SIB
mit der Durchführung der Baumaßnahmen am
Kaisertrutz und für den Museumskomplex Ba-
rockhaus Neißstraße 30 und Handwerk 1 und
2 beauftragt. Die SIB Niederlassung Bautzen
übernahm dabei die Bauoberleitung für Pla-
nung und Ausführung im Auftrag der Stadt
Görlitz. Für die Baumaßnahmen am Kaiser-
trutz musste beachtet werden, dass 2011 zu-
nächst die 3. Sächsische Landesausstellung
stattfindet und anschließend die Sammlungen
des Kulturhistorischen Museums Görlitz dau-
erhaft ausgestellt werden. Deshalb wurden bei
der Planung und Realisierung der Maßnahme
von Anfang an beide Nutzer, die Staatlichen
Kunstsammlungen Dresden und das Kultur-
historische Museum Görlitz, mit ihren funkti-
onalen sowie technischen Anforderungen
eingebunden und koordiniert.
Baudurchführung
Die Bauarbeiten am Kaisertrutz begannen im
Juni 2009. Der Eingang mit Kassen- und In-
formationszone und die innere Erschließung
wurden neu konzipiert. Der Innenhof erhielt
eine Glasüberdachung, sodass ein Aufzug in-
stalliert werden konnte. Die Holzbalkendecken
aus dem 16. bzw. 18. Jahrhundert wurden er-
tüchtigt. Weiterhin erfolgte der Einbau von
Heiz-, Kühl- und Lüftungsanlagen, die in den
einzelnen Geschossen separat betrieben wer-
den. Nach 18 Monaten Bautätigkeit übergab
SIB im Januar 2011 fristgerecht das Gebäude
an die Stadt Görlitz. Anschließend begann der
Aufbau für die Ausstellung „VIA REGIA“ unter
der Regie der Staatlichen Kunstsammlungen
Dresden. Für die Gebäude der Neißstraße 30
und das Handwerk 1 und 2 war ebenfalls Ziel,
sie bis zum ersten Quartal 2011 umfassend
denkmalgerecht zu sanieren. Der Gedanke
musste jedoch aufgegeben werden, da die Fi-
nanzierung erst im Juli 2009 abschließend
gesichert und erst danach ein Beginn mit der
Ausführungsplanung möglich war.
Daher verständigten sich der SIB und die
Stadt Görlitz auf zwei Bauabschnitte. Der
erste Bauabschnitt beinhaltet die Räume im
Gebäudeteil Neißstraße, die während der
Landesausstellung präsentiert werden. Dazu
gehören die Ausstellungsräume im ersten und
zweiten Obergeschoss, der historische Biblio-
thekssaal der Oberlausitzschen Bibliothek
und die Milichsche Bibliothek sowie die not-
wendigen Erschließungsbereiche, Sani-
täranlagen und Kassenbereiche. Im zweiten
Bauabschnitt werden die Arbeiten der Neiß-
straße 30 weitergeführt und das Handwerk
1 für die spätere Nutzung als Depot und das
Handwerk 2 mit Depot, öffentlichen Biblio-
theks- und Verwaltungsbereichen umfassend
saniert.
6. Die Standorte
Niederlassung Bautzen
Projektsteuerung
Eine Herausforderung für SIB war die Koordi-
nierung der verschiedenen Partner unter sehr
enger Zeitschiene und die Abwicklung der
Bauverträge unter den ungewohnten kommu-
nalen Haushaltsmodalitäten. Als Steuerungs-
gremium hat sich die regelmäßig stattfinden-
de Baukommission, bestehend aus Vertretern
der Stadtverwaltung Görlitz, des kulturhisto-
rischen Museums Görlitz, der Staatlichen
Kunstsammlung Dresden, dem SIB und den
Fach- und Genehmigungsbehörden, bewährt.
In den Baukommissionssitzungen wurden Ent-
scheidungen „auf kurzem Wege“ getroffen und
damit die fristgerechte bauliche Fertigstellung
der Baumaßnahmen für die 3. Landesausstel-
lung ermöglicht.
Gesamtbaukosten: 5,9 Millionen Euro
Bauzeit:
06/2009 – 01/2011
34
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Die Standorte |
35
Die Standorte

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Peter Voit, Niederlassungsleiter Chemnitz
Hausanschrift:
Brückenstraße 12
09111 Chemnitz
Tel.: + 49 371 4570
Fax: + 49 371 4574611
E-Mail: poststelle@sib-c.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(ohne Zuwendungsbau):
❚❚
Kreisfreie Stadt Chemnitz
❚❚
Landkreis Mittelsachsen
❚❚
Teilkreis Erzgebirgskreis
❚❚
Direktionsbezirke Chemnitz
und Leipzig (für VZOG)
❚❚
Direktionsbezirk Chemnitz (für Boden-
reform, Vermarktung und Verwertung)
Beschäftigte: 225
Auszubildende: 6
Bauvolumen: 76,7 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 559
Anzahl Gebäude (NGF): 512 (954.289 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 232 (2.793.758 m
2
)
Südfassade mit Eingang Probenannahme
NIEDERLASSUNG cHEMNITz
Landesuntersuchungsanstalt Sachsen, chemnitz
Erweiterungsbau, Nordseite Eingang neu
Labor
Skulptur „Bracket“
Landesuntersuchungsanstalt Sachsen
Erweiterungsbau in chemnitz
Die Landesuntersuchungsanstalt für das Ge-
sundheits- und Veterinärwesen Sachsen (LUA)
ist landesweit für die Untersuchungen zur
Einhaltung gesundheitsrechtlicher Vorschrif-
ten für Mensch und Tier zuständig. Mit der
Erstellung von Befunden und Gutachten un-
terstützt sie die für den Vollzug lebensmittel-
rechtlicher Vorschriften zuständigen Behör-
den. Die Dienststelle in Chemnitz übernimmt
dabei die lebensmittelrechtlichen Untersu-
chungen für den gesamten Freistaat Sachsen.
Im Rahmen eines ersten Bauabschnittes er-
folgte von 1995 bis 1998 die Sanierung und
der Umbau des Hauptgebäudes für die heuti-
ge Nutzung. Das Hauptgebäude wurde 1905
als Erweiterung des Stadtkrankenhauses er-
richtet und steht unter Denkmalschutz.
Zur Unterbringung des weiteren Flächenbe-
darfs untersuchte der SIB im Rahmen der
Entscheidungsunterlage den Umbau des vor-
handenen Anbaus und alternativ eine Neu-
baulösung. Auf Grund der schlechten Bausub-
stanz und der ungünstigen Gebäudestruktur
stellte sich letztlich der Neubau als wirt-
schaftlichere und funktional überzeugendere
Variante dar.
Die Auswahl des Architekten erfolgte über ein
VOF-Verfahren im November 2006. Für das
Verhandlungsgespräch erarbeiteten die ausge-
wählten Architekturbüros Lösungsvorschläge,
deren Ergebnisse in die Entscheidung einflos-
sen. Auch hierfür hat sich das Verfahren be-
währt. Der überzeugende Entwurf von Stefan
Ludes Architekten aus Berlin konnte als weite-
re Grundlage dienen und ermöglichte einen
schnellen Start in die Entwurfsplanung.
Baudurchführung
Der neue zentrale Eingang mit Foyer verbindet
niveaugleich den Neubau mit dem Bestands-
gebäude. Für den Neubau stand mit seiner La-
bor- und Büronutzung die Umsetzung der
funktionalen Anforderungen im Vordergrund.
Das zweigeschossige Gebäude aus einer Stahl-
betonskelettkonstruktion zeichnen eine kom-
pakte Grundrisslösung und kurze Verkehrs-
wege aus. Die 27 Labore gruppieren sich um
eine zentrale Funktions- und Lagerzone. Die
dem Laborbereich zugeordneten 21 Büros lie-
gen nach Süden zum Park hin.
Auf dem Dach und im Keller befinden sich
die Technikzentralen. Für die Fassaden wurden
langlebige Materialien ausgewählt. Teilweise
sind sie mit Keramikplatten verkleidet, eine
Metall-Glas-Fassade öffnet das Gebäude
im zentralen Eingangsbereich auch optisch
nach außen. Farbige Glaspaneele gliedern die
Metall-Glas-Fassade des Laborbereichs.
Das Farb- und Materialkonzept der Fassade
nimmt Bezug auf den Gebäudebestand. Mit
den Orangetönen wird der Backstein des
Hauptgebäudes zitiert. Die Farbe wird im In-
nenbereich wieder aufgenommen.
Die durch den Neubau veränderte Freiraumsi-
tuation bot die Chance für eine Neuordnung
und -gestaltung der Außenanlagen. Der Zu-
gang ist auf den neuen Eingang ausgerichtet.
Der Vorplatz erhielt einen einheitlichen Belag
aus Natursteinpflaster und mit Bäumen über-
standene Sitzbereiche. Eine großzügige
fächerartige Treppenanlage überwindet den
Höhenunterschied zum Eingang und verbin-
det somit Platzbereich und Eingangsachse
zu einer gestalterischen Einheit.
Technische Daten
Die haustechnische Erschließung für alle Me-
dien erfolgt über einen zentralen Versor-
gungsschacht vom vorhandenen Hauptge-
bäude aus. Für die Brenngas- Druckluft-,
Kühlwasser- und technische Gasversorgung
der Labore im Neubau mussten die vorhande-
nen Anlagen im Hauptgebäude erneuert bzw.
erweitert werden. Der Neubau erhielt eine se-
parate Reinstwasseranlage. Die für die Lüf-
tung der Labore im Neu- und Altbau notwen-
dige Außenluftversorgung erfolgt zentral über
drei Ansaugtürme im Parkbereich und einen
unterirdischen Ansaugkanal mit einer Ge-
samtförderleistung von circa 65.000 m³/h mit
Redundanz. Die zugehörigen Abluftgeräte be-
finden sich zusammen mit drei Sonderfort-
luftanlagen in der Dachzentrale des Neubaus.
Beide Zentralen sind durch einen begehbaren
Schacht verbunden.
Zur technischen Gebäudeausstattung gehört
die labortechnische Ausrüstung und die zuge-
hörige Ausrüstung der Technik-, Funktions-
und Lagerräume sowie Kühl- und Tiefkühl-
räume. Die Labore sind im Wesentlichen
mikrobiologische Labore der Klasse L2.
Gesamtbaukosten: 13,2 Millionen Euro
Bauzeit:
07/2008 – 10/2010
Niederlassung Chemnitz
36
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Die Standorte |
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Die Standorte

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Ludwig Coulin, Niederlassungsleiter Dresden I
Hausanschrift:
Königsbrücker Str. 80
01099 Dresden
Tel.: + 49 351 80930
Fax: + 49 351 8093100
E-Mail: poststelle@sib-d1.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(soweit nicht Niederlassung Dresden II
sachlich zuständig):
❚❚
Kreisfreie Stadt Dresden
❚❚
Landkreis Meißen
❚❚
Teilkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
❚❚
Direktionsbezirk Dresden
(für Bodenreform und VZOG)
Beschäftigte: 210
Auszubildende: 11
Bauvolumen: 133,8 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 410
Anzahl Gebäude (NGF): 555 (1.072.379 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 303 (3.705.355 m
2
)
NIEDERLASSUNG DRESDEN I
Albrechtsburg Meissen
Umbau und Sanierung, Große Hofstube im 1. Obergeschoss
Montage der Glasscheibe für das Portal
2. Kurfürstenzimmer im ersten Obergeschoss mit Interieur
Großer Wendelstein, Krone
Sanierung Albrechtsburg Meissen
koordination der Baumaßnahmen in Vor-
bereitung der Jubiläumsausstellung zum
300-jährigen Bestehen der Meissner Por-
zellanmanufaktur
Im Juni 2007 fasste die sächsische Landesre-
gierung den Kabinettsbeschluss, den 300.
Jahrestag der Erfindung des Europäischen
Porzellans u. a. mit der Durchführung einer
Ausstellung in der Albrechtsburg Meissen zu
begehen. Diese Entscheidung gab den bauli-
chen Aktivitäten an der Albrechtsburg neue
Impulse und setzte eine dynamische Entwick-
lung in Gang. Zum damaligen Zeitpunkt stell-
te sich die bauliche Situation der Albrechts-
burg sehr differenziert dar. Umfangreiche aber
letztlich nur punktuelle Instandsetzungsarbei-
ten im und am Schloss sowie in den Außen-
anlagen befanden sich in Vorbereitung bzw. in
Ausführung. Seitens der Staatlichen Schlösser,
Burgen und Gärten Sachsen (SBG) als Nutzer
bestand seit längerem das Ziel die Albrechts-
burg museal neu zu gestalten, um sie am Tou-
rismusmarkt besser etablieren zu können.
Erste Bauarbeiten zur Erweiterung der muse-
alen Nutzung im dritten Obergeschoss hatten
begonnen. Ein vollständiges museales Kon-
zept lag noch nicht vor. Der Verkauf des be-
nachbarten Kornhauses führte dazu, dass
bisher dort gelagertes Museumsgut, ander-
weitig innerhalb der Liegenschaft unterge-
bracht werden sollte. Dies erhöhte den Druck,
die Verteilung der Funktionen innerhalb der
Liegenschaft neu zu ordnen.
Für die Umgestaltung des Domplatzes – an
dem sich sowohl der Freistaat Sachsen als
auch die Stadt Meißen als Eigentümer anteilig
beteiligten – bereitete die Niederlassung Dres-
den I ein Gutachterverfahren vor, um Vor-
schläge für die Verbesserung der Aufenthalts-
qualität und Nutzbarkeit des Platzes zu
erhalten. Zur Umsetzung all dieser ehrgeizigen
Ziele standen nach dem Kabinettsbeschluss
lediglich noch zweieinhalb Jahre bis zur Eröff-
nung der Jubiläumsausstellung zur Verfügung.
Baudurchführung
Wichtigste Bestandteile der baulichen Maß-
nahmen waren die Verbesserung der Erschlie-
ßung des Schlosses durch die Verlagerung des
Eingangs an den Westgiebel. Im Inneren ge-
lang es im Erdgeschoss ein großzügiges Ent-
ree zu schaffen. Zur barrierefreien vertikalen
Erschließung konnte nach langjähriger Pla-
nung ein Aufzug, der alle Ebenen bis ins drit-
te Obergeschoss verbindet eingebaut werden.
Darüber hinaus wurden der Große Wendel-
stein, die Fassaden zum Domplatz und
die Außenanlagen am nördlichen Domberg
saniert.
Projektsteuerung
Die Vielzahl der einzelnen baulichen Maßnah-
men wurden durch die Niederlassung Dresden
I baulich, terminlich und kostenseitig koordi-
niert. Sie führte die erforderlichen Abstim-
mungen mit SBG, der Stadt Meißen und dem
LfD. In diesem Prozess bildete die Baukommis-
sion die Klammer, die alle Beteiligten immer
wieder zusammenführte und somit das Ge-
samtprojekt Albrechtsburg Meissen zusam-
menhielt.
Die Baukommission unter Leitung des SIB
wurde bereits im Dezember 2007 einberufen
und hat sich als Instrument bewährt, ange-
sichts der Fülle an Baumaßnahmen und deren
Abhängigkeit untereinander sowie dem engen
Terminplan mit den Entscheidungsträgern
schnelle Lösungen herbeizuführen und Ge-
nehmigungsprozesse zu beschleunigen. Die
feierliche Eröffnung der Jubiläumsausstellung
fand termingerecht am 7.Mai 2010 statt. Dass
sich das Engagement aller Beteiligten gelohnt
hat, zeigen vier Architektur- und Designpreise
mit denen die Jubiläumsausstellung bisher
prämiert wurde.
Gesamtbaukosten: 21,0 Millionen Euro
Bauzeit: 03/2003 – 05/2010
Niederlassung Dresden I
38
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Die Standorte |
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Die Standorte

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Dr. Ulf Nickol, Niederlassungsleiter Dresden II
Hausanschrift:
Ostra – Allee 23
01067 Dresden
Tel.: + 49 351 4735505
Fax: + 49 351 4735888
E-Mail: poststelle@sib-d2.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
Hochschulen, Universitätsklinikum
Dresden, Einrichtungen des SMK,
Bildungseinrichtungen des SMI und des
SMWK, Bundesbau, Zuwendungsbau für:
❚❚
Kreisfreie Stadt Dresden
❚❚
Landkreis Meißen
❚❚
Teilkreis Sächsische
Schweiz-Osterzgebirge
Beschäftigte: 159
Auszubildende: 2
Bauvolumen: 153,7 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 359
Anzahl Gebäude (NGF): 328 (1.001.944 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 255 (1.936.558 m
2
)
NIEDERLASSUNG DRESDEN II
Sächsisches Landesgymnasium für Musik, Dresden
Sanierung und Neubau, Musikaula mit farbigen Verglasungen
Caféteria
Proberaum
Sportanlage vor dem Gymnasium
Sächsisches Landesgymnasium für Musik
carl Maria von Weber“
Das Sächsische Landesgymnasium für Musik
Carl Maria von Weber“ ist ein Gymnasium in
Landesträgerschaft mit überregionalem Ein-
zugsbereich und einem speziellen musika-
lisch-künstlerischen Profil, welches besonders
begabten Kindern und Jugendlichen eine Aus-
bildung auf diesem Gebiet ermöglicht.
Es wird als Ganztagsschule betrieben. Aus
dem Investitionsprogramm“ Zukunft Bildung
und Betreuung“, mit dem Ganztagsschulpro-
jekte gefördert werden, hat die Bundesrepu-
blik Deutschland Fördermittel zur Verfügung
gestellt. Die Projektleitung für das im Rahmen
einer großen Baumaßnahme umgesetzte Bau-
vorhaben hatte die Niederlassung Dresden II.
Zum Landesmusikgymnasium gehört neben
dem 2010 fertig gestellten Schulgebäude auf
der Kretschmerstraße auch ein Internatsbe-
reich mit Übungsräumen, der am zehn Minu-
ten fußläufig entfernten Standort Mendels-
sohnallee untergebracht ist.
Dort wurden die vorhandene Villa Rother-
mundt denkmalgerecht saniert und zwei
Wohnwürfel neu errichtet. Alle drei Gebäude
befinden sich in einer denkmalgeschützten
parkähnlichen Gartenanlage im Villenviertel
Dresden-Blasewitz. In diesem besonderen
städtebaulichen Kontext erforderte das Finden
einer einvernehmlichen Lösung für die Neu-
bauten einen schwierigen und langwierigen
Abstimmungsprozess sowohl mit den geneh-
migenden Behörden als auch mit den Nachbarn.
Auch am Standort Kretschmerstraße stand die
Aufgabe, dem unter Denkmalschutz stehen-
den Schulgebäude eine angemessene bauliche
Erweiterung auf einem relativ kleinen Grund-
stück hinzuzufügen.
Baudurchführung
Am Schulgebäude waren die originalen Bau-
bestandteile nahezu vollständig erhalten.
Auf den Fluren befindliche Trinkbrunnen sind
wieder funktionstüchtig. Ziel war es, die origi-
nale Bausubstanz und Gebäudestruktur weit-
gehend zu erhalten, aber dennoch heutige
nutzungsbedingte und bauordnungsrechtliche
Anforderungen zu erfüllen. So erhielt das Kel-
lergeschoss neue Funktionsbereiche wie Wer-
kräume, ein Informatikkabinett und Umkleide-
bereiche. Unter Beibehaltung der räumlichen
Struktur des Gebäudes wurden im bisher
nicht ausgebauten Dachraum Übungsräume
mit hohen akustischen Anforderungen einge-
richtet. Viele Räume wurden so konzipiert, dass
eine Mehrfachnutzung – für den Schulunter-
richt sowie als Übungsraum – möglich ist.
Zur Aufnahme der Funktionen, die aufgrund
ihrer räumlichen Anforderungen nicht sinnvoll
im vorhandenen Schulgebäude eingeordnet
werden konnten, wurde im Hof ein dreige-
schossiger, unterkellerter Neubau errichtet. Im
Untergeschoss befinden sich die schallschutz-
technisch entkoppelten Übungsräume, in der
Erdgeschossebene die Mensa mit Ausgabekü-
che und im Obergeschoss ein Kunst- und ein
Mehrzweckraum.
Der Neubau schließt an zentraler Stelle über ei-
nen zweigeschossigen Verbindungsgang an den
Altbau an. Während der Maßnahme, die Bauar-
beiten am Neubau liefen bereits und die Aus-
führungsplanung für den Altbau lief auf
Hochtouren, kam es im Februar 2008 zu einer
entscheidenden Änderung – die vorhandene
Schulaula sollte zu einer Musikaula mit erweiter-
tem raumakustischen Profil umgebaut werden.
Der Endtermin musste unverändert gehalten
werden. Neben einem notwendigen größeren
Raumvolumen für die Aula war auch ein neu-
es technisches Konzept für den Saal ein-
schließlich zusätzlicher Technikflächen mit
Auswirkungen auf die bisher geplante Bele-
gungskonzeption des Gebäudes zu erarbeiten.
Zur Verbesserung der Akustik wurde das
Raumvolumen des Saales in den Dachraum
hinein erweitert. Die Decke zwischen der Aula
und dem darunter liegenden Mehrzweckraum
wurde erneuert, um eine schalltechnische
Entkopplung und Schwingungsdämpfung
zu erreichen.
Mit Wandverkleidungen und Mobilwandkon-
struktionen kann die Aula der jeweiligen Nut-
zung optimal angepasst werden. Letztlich ist
es gelungen eine Lösung zu finden, die den
Musikschülern die Möglichkeit bietet, ihr Kön-
nen in Kammerkonzerten, Orchesterproben,
Festveranstaltungen oder Theateraufführun-
gen auch öffentlichkeitswirksam unter Beweis
zu stellen.
Die Baumaßnahme wird mit der vollständigen
Umgestaltung des schulischen Außenberei-
ches sowie des Innenhofes abgeschlossen.
Projektsteuerung
Alle Abstimmungs- und Entscheidungsprozes-
se waren bei der Baumaßnahme mit einer
Vielzahl von Beteiligten durch die Projektver-
antwortlichen der Niederlassung zu koordinie-
ren und zu moderieren. Eine Herausforderung
bestand darin, dass für die Umsetzung der
Bauleistungen auf der Kretschmerstraße nur
ein knapp bemessenes Zeitfenster zur Verfü-
gung stand. Der Zeitraum für die Inanspruch-
nahme der Fördermittel aus dem Investitions-
programm „Zukunft Bildung und Betreuung“
endete 2009. Der vorherige Nutzer des Schul-
gebäudes, das städtische MAN-Gymnasium,
konnte jedoch erst zum Sommer 2008 auszie-
hen. Der Baubeginn im Altbau war somit erst
im September 2008 möglich. Der Baubeginn
für den hofseitigen Neubau erfolgte in Ab-
stimmung mit der Stadt Dresden zwar bereits
2007, doch wegen des noch laufenden Schul-
betriebes gab es verschiedene Einschränkun-
gen bei der Bauausführung.
Gesamtbaukosten: 11,0 Millionen Euro
Bauzeit: 01/2008 – 03/2010
Niederlassung Dresden II
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Die Standorte |
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Die Standorte

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Gerlind Berndt, Niederlassungsleiterin Leipzig I
Hausanschrift:
Schongauerstraße 7
04328 Leipzig
Tel.: + 49 341 2555000
Fax: + 49 341 2555178
E-Mail: poststelle@sib-l1.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(soweit nicht Niederlassung
Leipzig II sachlich zuständig; ohne VZOG):
❚❚
Kreisfreie Stadt Leipzig
❚❚
Landkreis Leipzig
❚❚
Landkreis Nordsachsen
Beschäftigte: 188
Auszubildende: 7
Bauvolumen: 71,1 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 344
Anzahl Gebäude (NGF): 489 (674.784 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 635 (15.549.859 m
2
)
NIEDERLASSUNG LEIPzIG I
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig
Erweiterungsbau, Eingangsbereich
Links: Lesesaal
Mitte: Treppenbereich
Rechts: Außenfassade
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig
4. Erweiterungsbau
Ein Haus der Bücher und der Musik wird im
Frühjahr 2011 übergeben
Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt seit
1913 alle deutschsprachigen Publikationen, im
Ausland erscheinende fremdsprachige Werke
über Deutschland und Übersetzungen
deutschsprachiger Werke. Der Bestand wächst
an den Standorten Leipzig und Frankfurt (am
Main) täglich um jeweils 1.200 neue Bücher,
Zeitschriften, Compact Disks und andere Da-
tenträger an. Allein in Leipzig lagern fast 15
Millionen solcher Medieneinheiten. Ein neuer,
der vierte Erweiterungsbau am Standort Leip-
zig wurde nötig, um auch für die nächsten 20
Jahre Schriftgut aufnehmen zu können. Mit
dem Neubau entstehen rund 10.600 Quadrat-
meter Magazinfläche.
Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum, das
bisher im angrenzenden denkmalgeschützten
Hauptgebäude untergebracht war, erhält neue
Museumsräume sowie 1.750 Quadratmeter
Magazinfläche und Arbeitsräume. Das Deut-
sche Musikarchiv, das seinen Sitz noch in Ber-
lin hat, wird künftig am Standort Leipzig inte-
griert. Der SIB ist im Auftrag des Bundes mit
der Planung und Durchführung der Baumaß-
nahme beauftragt und damit für das gesamte
Projektmanagement verantwortlich.
Bedarfsformulierung und Wettbewerbsvor-
bereitung
Eine erste Aufgabe des SIB war, gemeinsam
mit der Oberfinanzdirektion (heute Landesamt
für Steuern und Finanzen) den Nutzer hin-
sichtlich seiner Anforderungen zu beraten und
intensiv an einer Neustrukturierung und Op-
timierung der einzelnen Funktionsbereiche
und Wegebeziehungen mitzuwirken. Im Hin-
blick auf die zu betrachtenden Folgekosten
wurden wesentliche Schwerpunkte wie die
Anforderungen an die Klimaparameter sowie
an die Buchtransport- und Fahrregalanlage
gemeinsam definiert. Motivation waren die
Senkung der Betriebskosten und die Entwick-
lung eines wirtschaftlichen Brandschutzkon-
zepts. Den vom SIB europaweit ausgelobten,
zweiphasigen Architektenwettbewerb gewann
die Stuttgarter Architektin Gabriele Glöckler
mit dem Konzept „Umschlag-Hülle-Inhalt“.
Die Vorplanung lag bereits vor, als die zusätz-
liche Unterbringung des Deutschen Musikar-
chivs (DMA) aus Berlin untersucht wurde. Das
Wettbewerbsergebnis sollte nicht in Frage ge-
stellt werden. Mit Flächenoptimierungen im
Bestand, der Unterkellerung des Neubaus um
weitere zwei Geschosse und dem Neubau ei-
nes Lesesaals in einem der bestehenden Innen-
höfe konnte die Bauverwaltung gemeinsam
mit den Planern die veränderte Aufgabenstel-
lung umsetzen.
Baudurchführung
Eine Herausforderung für das Projektmanage-
ment bestand darin, die Baumaßnahme ohne
Einschränkungen des Dienst- und Ausleihbe-
triebes umzusetzen. Außerdem waren die
Räumlichkeiten für das Deutsche Buch- und
Schriftmuseum im Neubau bis 30.11.2010 fer-
tig zu stellen, damit das DMA aus Berlin vor
Übergabe der Gesamtmaßnahme die umge-
bauten Räume im Bestandsgebäude überneh-
men konnte.
koordinierung der Ausstellungsplanung
Erst während der Ausbauarbeiten wurde von
der Deutschen Nationalbibliothek die Ausstel-
lungsplanung für das Deutsche Buch- und
Schriftmuseum veranlasst. Die Koordinierung
zwischen der technischen Ausstattung, dem
raumbildenden Ausbau und der sich ständig
weiter entwickelnden Ausstellungskonzeption
galt als besonderer Schwerpunkt der Projekt-
leitung und -steuerung.
Energiekonzept
Eines der wichtigsten Projektziele ist es, rege-
nerative Energiequellen in das energetische
Gesamtkonzept zu integrieren.
Ausgehend von der Gebäudenutzung beste-
hen sehr hohe Klimaanforderungen in den
Magazinen und im Deutschen Buch- und
Schriftmuseum. Auch die Lesesäle werden mit
vollklimatisierter Luft versorgt, damit für die
Bücherbestände optimale Bedingungen beste-
hen. Im Energiekonzept bildet die Geothermie
die Basis für die Versorgung großer Bereiche
des Neubaus mit Heiz- und Kühlwasser. Dafür
wurden 48 Sonden von je 124 Metern Tiefe
auf dem benachbarten Deutschen Platz in die
Erde eingebracht. Neben dem Erweiterungs-
bau kann künftig auch der Bücherturm mit
seinen fünf Segmenten überwiegend mit
Heiz- und Kühlenergie aus den Erdsonden ver-
sorgt werden. Mit dem realisierten Anlagen-
system können bis zu 50 Prozent der Kosten
gegenüber einer vergleichbaren, herkömmli-
chen Energieversorgung eingespart werden.
Projektsteuerung
SIB entschied sich bewusst, die Projektsteue-
rung für dieses Bauvorhaben in Eigenleistung
zu erbringen. Insgesamt wurden 20 beteiligte
Fachplaner und 82 ausführende Firmen inner-
halb des geplanten Übergabetermins und der
veranschlagten Kosten gesteuert. Durch die
Eigenerledigung im SIB konnten erhebliche
Haushaltsmittel im Wirtschaftsplan für die
Projektsteuerung durch Externe eingespart
werden. Im Dezember 2007 erfolgte die
Grundsteinlegung und im März 2009 das
Richtfest. Der Fertigstellungstermin des vier-
ten Erweiterungsbaus einschließlich der Fas-
sadensanierung des bestehenden Büchertur-
mes war der 09.05.2011.
Gesamtbaukosten: 59,1 Millionen Euro
Bauzeit:
07/2007 – 05/2011
Niederlassung Leipzig I
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Die Standorte |
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Die Standorte

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Universität Leipzig
Sanierung Kroch-Hochhaus, Glasdach
Petra Förster, Niederlassungsleiterin Leipzig II
Hausanschrift:
Tieckstraße 2
04275 Leipzig
Fax: + 49 341 2175222
Tel.: + 49 341 21750
E-Mail: poststelle@sib-l2.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
Hochschulen, Universitätsklinikum
Leipzig AöR, Einrichtungen des SMWK,
SMS und SMK für:
❚❚
Kreisfreie Stadt Leipzig
❚❚
Landkreis Leipzig
❚❚
Landkreis Nordsachsen
Beschäftigte: 119
Auszubildende: 4
Bauvolumen: 87,6 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 307
Anzahl Gebäude (NGF): 383 (1.040.176 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 244 (3.305.462 m
2
)
NIEDERLASSUNG LEIPzIG II
Treppenhaus
Ägyptisches Museum
Universität Leipzig
Sanierung kroch – Hochhaus
Eine Lehrschausammlung der Ägyptologie
in Leipzigs erstem Bankhochhaus
Extreme treffen aufeinander: Ein kleines Haus,
aber 43 Meter hoch. Enge Räume verteilt auf
Zwischengeschoßebenen. Das Grundstück
komplett überbaut und an Leipzigs wichtigs-
tem Platz, dem Augustusplatz. Eingeklemmt
in die Stadtstruktur, von einer tunnelartigen
Passage durchzogen. Hier soll auf Wunsch der
Universität Leipzig die älteste ägyptologische
Lehrschausammlung einer deutschen Hoch-
schule ihr endgültiges zu Hause finden.
Eine Sammlung mit einem Gesamtbestand
von rund 6000 Einzelobjekten soll nicht nur
Studiensammlung sein, sondern auch dem
interessierten Besucher ein museales Ambien-
te bieten. Leipzigs erstes Hochhaus mit den
markanten Glockenmännern wurde 1927/28
als Bankgebäude nach den Plänen des Münch-
ner Architekten German Bestelmeyer errichtet.
Er orientierte sich dabei an dem von 1496 bis
1499 erbauten Uhrenturm Torre dell´Orologio
in Venedig. Die 3,30 Meter hohen Kupferfigu-
ren nach Entwürfen des Bildhauers Josef Wa-
ckerle bekrönen das Gebäude und galten zum
Zeitpunkt ihrer Errichtung als größtes Turm-
schlagwerk der Welt.
Baudurchführung
Die besondere Herausforderung bei den Sa-
nierungs- und Umbaumaßnahmen lag darin,
die Belange des Denkmalschutzes, Brand-
schutzes und Sicherheitsanforderungen für
die wertvollen Ausstellungsstücke in Einklang
zu bringen. Schon während der Abbrucharbei-
ten trat die marode Bausubstanz von Zwi-
schenwänden zu Tage. Hohlräume versteckten
sich hinter vermeintlich massiven Bauwerks-
konstruktionen. Der Materialtransport zur und
auf der Baustelle stellte im Leipziger Stadt-
zentrum hohe Ansprüche an die Baustellenlo-
gistik. Neben der Passage blieben Ladenberei-
che sowie das Universitätsarchiv in den
ehemaligen Tresorräumen der Bank in Nut-
zung. Die Einhaltung des Wärmeschutzes und
mordernster technischer Parameter, galt es,
für den späteren Betrachter kaum spürbar in
die historische Raumschale zu integrieren.
Ausstellung
Der Spannungsbogen des Museumskonzeptes
hatte zwei wesentliche Faktoren zu berück-
sichtigen. Einerseits ist die Sammlung geglie-
dert in Skulpturen, Reliefs und Gegenstände
aus unterschiedlichsten Perioden der ägypti-
schen Geschichte.
Neben winzig kleinen Objekten beherbergt die
Ausstellung ein vollständiges Grabensemble
des Priesters Herischefhotep sowie den Ze-
dernholzsarg des Hedbastiru – ein Prunkstück
der Ausstellung.
Andererseits erstreckt sich der gesamte Aus-
stellungsbereich über zwei Etagen mit einer
Zwischenebene und sehr kleinen Ausstel-
lungskabinetten.
Der Besucher gelangt über eine geradlinige
Treppe mitten in den Hauptausstellungsraum.
Über den früheren Direktorenbereich, vorbei
an der Sammlungsgeschichte Georg Stein-
dorffs (1861 bis 1951) erreicht man über ein
kleines Nebentreppenhaus den Totenkultraum
mit komplett erhaltenen Mumien und das be-
gehbare Schaudepot des ägyptischen Muse-
ums. Zu den heutigen Gästen der Ausstellung
zählen neben Studenten, auch Schulklassen
sowie Sehschwache und Blinde. In einem
besonders taktil gestalteten Bereich ist es
möglich Ausstellungsobjekten zu berühren.
Projektsteuerung
Der SIB hatte neben der hausverwaltenden
Dienststelle (Universität Leipzig) - und hier
auch Eigentümerin des Gebäudes - zahlreiche
Fachbehörden und Fachplaner als Bauherr zu
koordinieren sowie die Interessen der direkten
nutzenden Einrichtung (Ägyptisches Museum)
einzubinden. Auf die Einschaltung eines Aus-
stellungsgestalters wurde in gemeinsamer
Abstimmung ausdrücklich verzichtet. Die In-
schrift an der Fassade des Hauses „Omnia
vincit labor“ (Arbeit überwindet alles) galt al-
len Beteiligten als immer präsentes Motto.
Das Ergebnis dieses komplexen Prozesses
zeigt heute eine beachtenswerte Ausstellung,
die viel Rücksicht auf die architektonische
Substanz der denkmalgeschützten Räume des
Kroch – Hochhauses nimmt.
Gesamtbaukosten: 5,7 Millionen Euro
Bauzeit: 08/2007 - 11/2009
Museumseröffnung: Juni 2010
Hauptnutzfläche: 1.539 Quadratmeter
Niederlassung Leipzig II
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Die Standorte |
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Die Standorte

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Westsächsische Hochschule zwickau
Pilotprojekt Vakuumeisspeicheranlage
Kälteerzeugung mit Wasser
ohne klimaschädliche Kältemittel
Michael Haas, Niederlassungsleiter Zwickau
Hausanschrift:
Dr.- Friedrichs – Ring 2A
08056 Zwickau
Tel.: + 49 375 283690
Fax: + 49 375 28369105
E-Mail: poststelle@sib-z.smf.sachsen.de
Zuständigkeitsbereich
(ohne Vermarktung und Verwertung,
ohne Bodenreform und VZOG):
❚❚
Landkreis Zwickau
❚❚
Landkreis Vogtlandkreis
❚❚
Teilkreis Erzgebirgskreis
❚❚
Direktionsbezirk Chemnitz
(für Zuwendungsbau)
Beschäftigte: 110
Auszubildende: 3
Bauvolumen: 29,1 Millionen Euro
Anzahl Baumaßnahmen: 254
Anzahl Gebäude (NGF): 299 (423.520 m
2
)
Anzahl Flurstücke (Fläche): 235 (1.388.863 m
2
)
NIEDERLASSUNG zWIckAU
Westsächsische Hochschule zwickau,
campus Scheffelberg
Pilotprojekt Vakuumeisspeicheranlage
kälteerzeugung mit Wasser ohne klima-
schädliche kältemittel
Auf dem Campusgelände Scheffelberg der
Westsächsischen Hochschule Zwickau wurde
als Pilotprojekt im Rahmen des Energieeffizi-
enzprogramms des Freistaates Sachsen 2010
eine Vakuumeisspeicheranlage in Kombination
mit einem Wasserdampfturboverdichter er-
richtet. Das Projekt basiert auf einem vom
Institut für Luft- und Kältetechnik (ILK) Dres-
den entwickelten Verfahren, welches auch
durch das ILK planerisch umgesetzt und unter
der Verantwortung der Niederlassung Zwickau
realisiert wurde. Es ist die weltweit erste funk-
tionstüchtige Anlage dieser Art außerhalb des
Versuchslabors. Das Verfahren wurde durch
das ILK patentiert. Die Anlage speist Kaltwas-
ser in das vorhandene Nahkältenetz des Cam-
pus Scheffelberg ein und dient damit der Ab-
fuhr von Lastspitzen des Kältebedarfs am
Tage. Nachts kann der Speicher günstig wie-
der beladen werden. Die Speicherbeladung
erfolgt mit einer Kälteleistung von 50 kW, die
Spitzenleistung bei der Speicherentladung
beträgt hingegen 300 kW bei einer maximalen
Speicherfähigkeit der Anlage von 350 kWh.
Auch ist eine teilweise Entladung im Unter-
schied zu konventionellen Eisspeichern jeder-
zeit möglich. Bei der Vakuumeisspeicheranla-
ge kommt ein Wasserdampfturboverdichter
mit angeschlossenem Direktverdampfer zum
Einsatz. Kältemittel ist hierbei Wasser, wel-
ches bei einer Temperatur von Null Grad Cel-
sius und einem Druck von circa 4,5 mbar ver-
dampft. Durch diese Wirkungsweise wird ein
deutlich geringerer Energieaufwand notwen-
dig als andere, konventionelle Speichertech-
nologien. Das entstehende Wasser-Eis-Ge-
misch wird aus dem Verdampferbehälter
ausgeschleust und in den Eisspeicherbehälter
transportiert. Dabei wird Energie in Form von
Eiskristallen im Kaltwasser gespeichert. Das
Wasser-Eis-Gemisch ist Speicherflüssigkeit
und Energieträger. Das Verfahren kommt ohne
den Einsatz umweltgefährdender Stoffe aus.
Das Gebäude
Für die Vakuumeisspeicheranlage wurde an die
Halle für Versorgungs- und Umwelttechnik
(VUT), in der sich zugleich die Zentrale der Käl-
teversorgung des Campus befindet, ein Anbau
mit einer Länge von 11,90 Metern und einer
Breite von 9,50 Metern sowie einer Höhe ana-
log der VUT-Halle von 8 Metern errichtet. Die
Hauptkonstruktion des Gebäudes wurde als
Stahlbau mit Trapezblecheindeckung und Ge-
fälledämmung realisiert. Die Fassade ist in
Anlehnung an einen kristallinen Eiswürfel als
glatte, homogene Oberfläche aus zweischali-
gem Proflitglas mit transparenter Wärmedäm-
mung im Zwischenraum ausgeführt.
Technische Daten Vakuumeisspeicheranlage
❚❚
Speicherladeleistung
(Kälteleistung Verdichter) 50 kW
❚❚
Maximale Entladeleistung 300 kW
❚❚
Maximale Speicherkapazität 350 kW
❚❚
Elektrische Anschlussleistung 12 kW
Aufbau der Anlage
❚❚
Kälteerzeuger mit Kältemittel Wasser
bestehend aus:
❚❚
Wasserdampfturboverdichter mit
Verdampfungseinheit und
Vakuumhaltung
❚❚
Wärmeüberträger zur Rückkühlung
❚❚
Eisspeicher mit Wärmeüberträger zur Spei-
cherentladung.
Funktionsprinzip
Erzeugung von kristallinen Eispartikeln durch
Verdampfung von Wasser (R718 als Kältemit-
tel) bei 6 mbar, Konzentration in einem Flüs-
sigkeitsspeicher, Eiswassergemisch bis zu ei-
ner Konzentration der Eispartikel von 60
Prozent pumpfähig
Einbindung der Anlage in das bestehende
kaltwassernetz
Der Entladekreis des Eisspeichers wird über
einen Wärmeüberträger als zusätzlicher Käl-
teerzeuger parallel zu den vorhandenen Käl-
temaschinen in das bestehende Kaltwasser-
netz eingebunden. Die Rückkühlung der
Anlage wird über einen Wärmeüberträger als
Verbraucher auf den vorhandenen Kaltwas-
serverteiler aufgebunden.
Vorteile Vakuumeisspeicher
❚❚
Je nach Eisanteil Speicherkapazität gegen-
über Wasser 5 bis 7 fach
❚❚
Geringer Platzbedarf bei hoher Speicher-
dichte
❚❚
Keine Verwendung von umweltgefährden-
den Stoffen
❚❚
Einbindung in bestehende Kälteanlagen
möglich
❚❚
Speicherbeladung bei Verdampfungstem-
peraturen von -1 bis -2 °C mit kleiner Leis-
tung möglich
❚❚
Teilentladung möglich
❚❚
Hohe Leistungszahl (COP 4,5 bis 5,5)
Gesamtbaukosten: 975.000 Euro
Bauzeit: 04/2010 – 12/2010
Niederlassung Zwickau
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Die Standorte |
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Die Standorte

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Trainingszentrum der Polizeidirektion chemnitz
Neubau
Flur
Schießanlage
7. Preise und Auszeichnungen
Deutscher Städtebaupreis 2010
Für die Planung und Realisierung des Projek-
tes „Neugestaltung und Sanierung der Univer-
sität Leipzig/Campus Augustusplatz“ erhielten
die Entwurfsverfasser behet bondzio lin archi-
tekten GmbH & Co. KG sowie die Bauherren
SIB und MIB Immobilienprojekte GmbH am
07.10.2010 eine Belobigung als „Sonderpreis
Bildung“.
Der Preis wird von der Deutschen Akademie
für Städtebau und der Wüstenrot Stiftung
verliehen und gilt als der renommierteste sei-
ner Art in Europa. Er bewertet nicht nur ferti-
ge Architekturen, sondern auch wesentlich
deren Einbindung, sowie den Planungs- und
Entwicklungsprozess. In der Laudatio zum
Campus wurde gerade die Einbindung und der
Umgang mit dem Henselmannschen Campus
als vorbildlich hervorgehoben und auf die
stimmige und sensible Einfügung der Neubau-
ten Mensa und Institutsgebäude verwiesen.
Architekturpreis 2010 – Passivhaus
Im Rahmen der 14. Internationalen Passiv-
haustagung in Dresden wurde zum ersten Mal
ein Architekturpreis für Passivhäuser gemein-
sam durch die SAENA und dem Passivhaus
Institut unter Schirmherrschaft des Bundes-
ministerium für Verkehr, Bau und Stadtent-
wicklung (BMVBS) ausgelobt.
Dem Architekturbüro Schweger Associated
Architects wurde für den Erweiterungsneubau
des Hauptstaatsarchivs der 3. Platz verliehen.
Das Projekt der Niederlassung Dresden I setz-
te sich gegen insgesamt 60 international ver-
wirklichte Konzepte als einziges deutsches
Projekt unter den Preisträgern durch.
Architekturpreis 2010 des Bundes Deut-
scher Architekten (BDA) Sachsen
Das Trainingszentrum der Polizeidirektion
Chemnitz (Arbeitsgemeinschaft Knoche /
Neumann Architekten BDA, Leipzig, Plauen)
erhielt den vom Landesverband Sachsen des
Bundes Deutscher Architekten ausgelobten
Architekturpreis 2010: „Die Balance aus einer
kraftvoll inszenierten dunklen Fassade und
hellen, um einen freundlich wirkenden Innen-
hof modulierten Räumen ist geglückt. Das
Gebäude ist so funktional wie zeichenhaft
gestaltet. Es schafft Präsenz und verdeutlicht
so die Aufgabe von Architektur als identitäts-
stiftende Instanz.“
Die Jury des BDA Architekturpreis Sachsen
2010 wählte aus 63 Arbeiten 10 Arbeiten für
2 Kategorien (Preis und Anerkennung) jeweils
gleichrangig aus. Der Preis wird aller 3 Jahre
für vorbildliche Bauwerke, Gebäudeensemble
und städtebauliche Anlagen in Sachsen aus-
gelobt. Die Auszeichnung soll dazu beitragen,
das öffentliche Bewusstsein für die qualitäts-
volle Gestaltung unserer Umwelt zu schärfen
und Maßstäbe in der Architekturentwicklung
zu setzen. Mit Anerkennungen gewürdigt
wurden: das Institut für Physik der TU Chem-
nitz Architekt: Rohdecan Architekten GmbH,
Dresden), Sonderlabore der Universität Leipzig
(Architekt: Schulz & Schulz Architekten
GmbH, Leipzig) sowie die Maßnahme Hoch-
schulbibliothek und Medienzentrum der HTWK
Leipzig (Architekt: Leon Wohlhage Wernik Ar-
chitekten, Berlin).
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Preise und Auszeichnungen |
49
Preise und Auszeichnungen

8. Organisation und Aufsicht
Der Verwaltungsrat setzte sich während des
Geschäftsjahres wie folgt zusammen:
❚❚
Herr Dr. Wolfgang Voß,
Vorsitzender des Verwaltungsrates,
Staatssekretär im Sächsischen Staatsminis-
terium der Finanzen, Dresden;
(bis 07.12.2010);
❚❚
Herr Hansjörg König,
Vorsitzender des Verwaltungsrates,
Staatssekretär im Sächsischen Staatsminis-
terium der Finanzen, Dresden;
(seit 12.01.2011);
❚❚
Herr Dr. Dr. Michael Antoni,
stellvertretender Vorsitzender des
Verwaltungsrates, Ministerialdirigent im
Sächsischen Staatsministerium der Finan-
zen, Dresden, (bis 01.02.2010);
❚❚
Herr Johann Gierl,
stellvertretender Vorsitzender des Verwal-
tungsrates, Ministerialdirigent im Sächsi-
schen Staatsministerium der Finanzen,
Dresden (seit 12.10.2010);
❚❚
Frau Evelyn Schastok,
Ministerialrätin im Sächsischen Staatsmi-
nisterium der Finanzen, Dresden;
❚❚
Herr Matthias Zier,
Regierungsdirektor im Sächsischen Staats-
ministerium der Finanzen, Dresden;
❚❚
Herr Prof. Dr. Rainer Wedekind,
Ministerialdirigent im Sächsischen Staats-
ministerium für Wissenschaft und Kunst,
Dresden;
❚❚
Herr Dr. Ulrich Reusch,
Ministerialdirigent im Sächsischen Staats-
ministerium für Umwelt und Landwirt-
schaft, Dresden;
❚❚
Herr Klaus-Dieter Schwensen,
Niederlassungsleiter, TLG Immobilien
GmbH - Niederlassung Süd, Dresden;
❚❚
Herr Gerd Rudolph,
Vorsitzender des Bezirkspersonalrates des
SIB, Chemnitz.
50
| Organisation und Aufsicht

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Herausgeber:
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement SIB
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
Im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion:
Geschäftsführung SIB
Gestaltung und Satz:
Heimrich & Hannot GmbH
Druck:
Druckfabrik Dresden GmbH
Auflage:
2.000 Exemplare
Redaktionsschluss:
Juli 2011
Fotos:
Holger Stein, Dresden (Titel, Rückseite, Seite 41); Werner Lieberknecht, Dresden (Seite
24, 25, 30, 31); Lothar Sprenger, Dresden (Seite 2, 7, 10, 11, 20, 21); Dietmar Träupmann,
Augustusburg (Seite 8 und 9 oben, 12, 13, 47, 48, 49); SIB (Seite 14, 15, 19 unten, 23, 26,
27 links, 28 oben und unten links, 29); Klaus D. Sonntag, Leipzig (Seite 5, 43); Michael
Klose, Dresden (Seite 9 unten); Punctum Fotografie, Leipzig (Seite 16); Polizei (Seite 17);
Heimrich & Hannot, Dresden (Seite 18); netzhaut, Weimar (Seite 19 oben); Staatsbetrieb
Geobasisinformation und Vermessung Sachsen 2010, Dresden (Seite 27 rechts, 28 unten
rechts); Chris Hellyar, Fotolia (Seite 33 oben); Anton Spindler, Kronach (Seite 35); Thomas
Schlegel, Lunzenau (Seite 37); Andreas Glücker, Berlin (Seite 38); Rainer Böhme, Dresden
(Seite 39); Jochen Möller, Leipzig (Seite 45)
Verteilerhinweis
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen ihrer
verfassungsmäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit herausgegeben. Sie
darf weder von Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von sechs
Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für
alle Wahlen.
Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informa-
tionsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipoli-
tischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zur
Verwendung bei der Wahlwerbung.
Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende
Druckschrift nicht so verwendet werden, dass dies als Parteinahme des Herausgebers zu
Gunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte.
Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Vertriebsweg, also unabhängig davon,
auf welchem Wege und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem Empfänger
zugegangen ist. Erlaubt ist jedoch den Parteien, diese Informationsschrift zur Unterrich-
tung ihrer Mitglieder zu verwenden.
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Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die des Nach-
druckes von Auszügen und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber
vorbehalten.