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Privatgarten in Reibitz
Ausgangssituation
Mitte der 1990er Jahre wurden das Grundstück an der Leineaue in Reibitz
von der Eigentümerfamilie erworben und das Wohngebäude errichtet. Seit
1999 und fortlaufend bis heute erfolgt sukzessive die Anlage des Gartens.
Naturnaher Garten, Spaliere, Schnitthecken, Wildhecken,
Stillgewässer mit Röhrrichtzone, extensive und intensive Bereiche
Beschreibung
Der Reibitzer Garten ist ein Privatgarten und
wird nur von den Bewohnern genutzt sowie zu
bestimmten Anlässen der Öffentlichkeit zugäng-
lich gemacht. Er befindet sich am Rand des
Dorfes und erstreckt sich auf einem abfallenden
Gelände zwischen dem Wohngebäude an der
Straße und dem Auebereich der Leine, einem
Nebenfluss der Mulde. Die Auewiesen reichen
bis an das Grundstück.
Der Garten ist in verschiedene Bereiche mit
unterschiedlicher Gestaltung und Vegetation ge-
gliedert. Das verbindende Thema und zugleich
ein wichtiger Aspekt für den Garten als
Lebensraum ist der Umgang mit dem Wasser.
Das geneigte Gelände wird für einen offenen
Wasserlauf genutzt. Im unteren Gartenbereich
befindet sich ein Teich mit einer Fläche von etwa
100 Quadratmetern und flachen Uferbereichen.
Schilf und Röhricht bewirken eine zunehmende
Verlandung, bieten aber auch Lebensraum für
wasserliebende Vögel, die zudem von der
benachbarten Leineaue profitieren.
Garten
Flächenbegrünung
Wege-/Verkehrsflächen
Rückbau/Renaturierung
Gewässer
Abb. 1: Ebereschenallee im April, Frühblüher, Wildhecken
Abb. 2: Lageplan
Abb. 3: Totholzhecke (Benjeshecke) als Abgrenzung
Abb. 4: Teich mit Schilfzone
Abb. 5: Einfache Befesti-
gung von Gartenwegen

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04509
Grünstraße 14
Pflege
Die Zierbeete werden intensiv durch die bewoh-
nende Familie gepflegt. Die freiwachsenden
Gehölze und die Spaliere müssen regelmäßig
verschnitten werden. Die Wegeflächen benöti-
gen eine regelmäßige Instandhaltung, ein
gewisses Maß an Überwachsen mit Gras und
Unkraut wird jedoch toleriert.
Das Nebeneinander von einerseits intensiven
Bereichen mit Staudenbeeten, Spalieren und
Schnitthecken und andererseits extensiveren
Zonen mit blühenden Sträuchern (Goldregen,
Weißdorn, Flieder, Berberitzen und viele mehr)
und flächigen Wildstaudenpflanzungen führt zu
einer sehr reichen Vegetationsstruktur. Eine
durchgängige Blühperiode, zahlreiche frucht-
und beerentragende Laubgehölze und die
geschützten Brutplätze unter Sträuchern und in
Totholzhecken sorgen für eine große Anzahl an
Tieren, die im Garten zu beobachten sind. Bei
den meisten Gehölzen, wie beispielsweise der
Allee aus Ebereschen, wurde regionales Pflanz-
gut verwendet. Die meisten der Wegeflächen
sind versickerungsfähig als wassergebundene
Decke ausgeführt.
Bewertung und Übertragbarkeit des Ansatzes
Übertragbar für Gärten ab einer gewissen Größe
ist das Nebeneinander extensiver, naturnaher
und aufwendig gestalteter, intensiver genutzter
Bereiche. Die Vielfalt an Laubgehölzen ist
beispielhaft. Außerdem wird im Reibitzer Garten
demonstriert, wie wirkungsvolle Gartenelemente
mit einfachen Mitteln und Materialien (Feldsteine
als Beetumgrenzung, Gehölzschnitt als Sicht-
schutz-Benjeshecke) kostengünstig gestaltet
werden können.
Adresse:
Löbnitz
Zugänglichkeit:
Tag der offenen Gartentür
Bauherr:
Ines Pleger
Entstehungszeitraum:
seit 1999
Fläche (in ha):
0,39
Baukosten (EUR):
k. A.
Förderprogramm:
k. A.
Planerbeteiligung:
nein
Abb. 6: Extensive Blühwiese, Pergola (Goldregen),
Leineaue
Abb. 7: Flächige Bodendecker unter den Obstspalieren
Stand: 18.05.2020
Verfasser: Rehwaldt Landschaftsarchitekten
Fotos:
Rehwaldt Landschaftsarchitekten