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Privater Naturgarten Altenhof
Ausgangssituation
Der ehemalige Vierseithof liegt am Ortsrand von Altenhof bei Leisnig. Vor
1990 befand sich unter anderem eine Obstannahmestelle auf dem
Gelände. Im Jahr 2006 erwarb die heutige Besitzerin das Grundstück samt
der Gebäude. Zu dem Zeitpunkt waren der Garten und die Hofflächen
verwildert, Gehölzaufwuchs und Brennnesselfluren bestimmten das Bild.
Das Haupthaus wird heute als Wohnhaus und für Seminare genutzt, die
übrigen Gebäude dienen als Lagerräume. Einzig der nördliche Gebäude-
flügel wurde bis auf einige freistehende Mauerrelikte abgerissen.
Pflegeleichter Privatgarten, Wildpflanzengarten, natürliche Sukzes-
sion als Gestaltungsansatz, Biodiversität, Vegetationsthemen für
schwierige Standorte
Beschreibung
Der Garten in Altenhof besteht aus unterschied-
lichen Bereichen, die sich zum Teil unmittelbar
an die Gebäude anschließen, teils für sich stehen
und sich in die umgebende Landschaft erstre-
cken. Der von den Gebäuden umschlossene
frühere Hof bildet den zentralen Aufenthaltsort.
Dessen Rasenflächen sind von Obst- und Nuss-
bäumen bestanden und durchsetzt von kleineren
Beeten mit Stauden und krautigen Pflanzen
entlang der Mauern und unter den Gehölzen.
Unter dem heutigen Garten befindet sich bis
heute der alte Pflasterbelag des Hofes, der über
die Zeit durch Humusbildung überdeckt wurde.
Zur Bodenbildung wurde lediglich ein Mineral-
gemisch auf dem Pflaster aufgebracht. Entlang
der Südseite des Wohngebäudes befindet sich
ein Kräutergarten, es gibt einen Buchs-, einen
Feuer- und einen Schattengarten sowie weitere
Themengärten.
Garten
Flächenbegrünung
Wege-/Verkehrsflächen
Rückbau/Renaturierung
Gewässer
Abb. 1: Zentraler Garten im Hof des Gebäudeensembles
Abb. 2: Lageplan
Abb. 3: Blühende Ruderalvegetation auf baulichen Relikten
Abb. 4: Pastinake und
Königskerze im Feuergarten
Abb. 5: Bewuchs aus
Brandkraut, Wolfsmilch,
Taglilie

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04703
Altenhof 7
Pflege
Bei den Sukzessionsflächen mit Stauden und
Einjährigen erfolgt ein gründlicher Pflegedurch-
gang im Frühjahr (Entfernen von unerwünsch-
tem Aufwuchs). Im weiteren Jahresverlauf ist nur
wenig Pflege nötig. Abgeblühte Blütenstände
und verdorrtes Blattwerk werden erst im Frühjahr
entfernt.
Der vielfältige Pflanzenbestand erzeugt einen
einzigartigen Charakter. Er ist das Ergebnis
einer gesteuerten Sukzession, bei der eine
natürliche Besiedlung durch Wildpflanzen zuge-
lassen wird, die die Basis des späteren
Pflanzenbestandes bilden. Durch gezielte Ein-
griffe und Ergänzungen mit Kulturpflanzen
werden aus dem so entstandenen Grundthema
sehr differenzierte, oft farblich abgestimmte
Pflanzenkompositionen entwickelt. Es entstehen
unterschiedlich zusammengesetzte Pflanzenge-
sellschaften, die dichte Teppiche bilden und zu
einem hohen Artenreichtum im Garten führen. In
Folge der natürlichen Besiedlung sind sie an die
teilweise problematischen Standorte (Schatten,
Nährstoffmangel, Trockenheit) angepasst und
über Jahre stabil.
Bewertung und Übertragbarkeit des Ansatzes
Sich natürlich einstellende Pflanzengesellschaf-
ten als Grundlage der Gestaltung zu nutzen, ist
besonders für größere Flächen und eine eher
extensive Nutzung geeignet. Durch die Spontan-
besiedlung wird eine hohe Anpassung an den
Standort erreicht, so dass nur wenig Pflege
erforderlich ist. In der Kombination von heimi-
schen Wildpflanzen mit Kulturpflanzen (Gehöl-
zen, Stauden und Einjährigen) können sich gut
strukturierte Lebensräume entwickeln, die zudem
eine ausgedehnte Blühperiode aufweisen und
damit für bestäubende Insekten attraktiv sind.
www.gartendialoge.de
Adresse:
Leisnig
Zugänglichkeit:
zu Veranstaltungen
Bauherr:
Patricia Geyer
Entstehungszeitraum:
seit 2006
Fläche (in ha):
0,9
Baukosten (EUR):
k. A.
Förderprogramm:
Teilförderung „Ökologische
Landschaftsgestaltung“
Planerbeteiligung:
ja
Abb. 6: Buchsgarten mit Stauden- und Krautflächen
Abb. 7: Rasen über dem früheren Pflasterbelag im Hof
Stand: 27.04.2020
Verfasser: Rehwaldt Landschaftsarchitekten
Fotos:
Rehwaldt Landschaftsarchitekten