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SÄCHSISCHES
OBERBERGAMT
Der Bergbau in Sachsen
Bericht des Sächsischen Oberbergamtes und des
Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
(Referat Rohstoffgeologie) für das Jahr 2015
Bericht des Sächsischen Oberbergamtes
und des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie für das Jahr 2015

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Kaiser-Heinrich-Schacht bei Marienberg (Erzgebirgskreis)
während der Arbeiten zur Gefahrenabwehr aus dem Altbergbau

Inhalt
1 Aktiver Bergbau
06
Erze und Spate
08
Braunkohle
11
Steine und Erden
15
Geothermie
19
2 Sanierungsbergbau
22
Sanierung der Wismut GmbH
23
Sanierungsarbeiten im ehemaligen Zinnerz- und Spatbergbau
26
Sanierung Braunkohlenbergbau
26
3 Altbergbau
32
Gefahrenabwehrmaßnahmen
33
Planmäßige Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen
35
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rahmen des EFRE
39
Besucherbergwerke und sonstige zur Besichtigung
freigegebene untertägige Objekte
40
4 Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
42
Ausgewählte Themen
Erzerkundung im Feld Geyer – Ein Zwischenstand
09
Ein 3000-t-Stahlkoloss auf Reise
12
Der letzte Hunt verlässt das Bergwerk – In Lengefeld endet die fast 500-jährige Marmorgewinnung
15
Die Gewinnung von Ziegelton und Ziegellehm – Ausgangspunkt für wirtschaftsrelevante Wertschöpfungsketten
17
Die Komplexsanierung des Knappensees
30
Start für das EFRE-Vorhaben »Prävention von Risiken des Altbergbaus«
38
Das Projekt ArchaeoMontan 2018
39
Die Befliegung der Steine-Erden-Betriebe – Ein Instrument der Bergaufsicht
45
Anlagen
Organisationsplan Sächsisches Oberbergamt
58
Organisationsplan Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr – SMWA (Auszug)
59
Organisationsplan Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie – LfULG (Auszug)
59
Abkürzungsverzeichnis
60

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02 | Vorwort
Vorwort
Prof. Dr. Bernhard Cramer
Oberberghauptmann des Sächsischen Oberbergamtes
Bergbau in Sachsen unter Druck? Das sächsische Berggeschrey
unter Druck durch sinkende Rohstoffpreise auf den Weltmärkten,
die Braunkohle unter Druck durch die Klima- und Energiediskus-
sion auf Bundesebene, der Steine- und Erdenbergbau unter Druck
durch weiter steigende Umweltregulierungen?
2015 war ein gutes Jahr für den Bergbau in Sachsen!
Das erste neue Flussspatbergwerk Niederschlag läuft im Regel-
betrieb mit rund 98000 t Rohspatförderung Projekte zur Erz-
erkundung werden erfolgreich weitergeführt Die Braunkohle-
produktion im Freistaat Sachsen wird das sechste Jahr in Folge
gesteigert und erreicht mit 40 Mio t die höchste Förderung seit
1994 — eine Entwicklung, die die wichtige Rolle der Braunkohle in
der voran schreitenden Energiewende deutlich macht Der Steine-
und Erden-Bergbau produziert seit nunmehr 15 Jahren konstant
zwischen 30 und 40 Mio t Rohstoffe Mit einer Rohförderung von
36,8 Mio t versorgt er auch 2015 gerade die Bauwirtschaft wieder
zuverlässig und verbrauchernah mit hochwertigen Rohstoffen
Auch der Sanierungsbergbau blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2015
zurück Bei der Braunkohlesanierung wurden wichtige Projekte
zur Bekämpfung der Braunen Spree angegangen Große Pro-
jekte, wie die fünfjährige Komplexmaßnahme zur Sanierung der
Ostuferböschung des Silbersees, wurden im Berichtsjahr durch die
LMBV abgeschlossen Andere wichtige Maßnahmen, allen voran
die Sanierung des Knappensees, konnten planmäßig weiter be-
trieben werden
Der Altbergbau war 2015 geprägt durch den Abschluss der beiden
EFRE-Vorhaben bis zum Jahresende und die Neugestaltung und
Implementierung eines neuen EFRE-Vorhabens am Sächsischen
Oberbergamt Neben den prioritären Aufgaben der Gefahrenab-
wehr aus dem Altbergbau mussten daher zahlreiche EFRE-Groß-
projekte abgeschlossen und gleichzeitig neue Projekte vorbereitet
und begonnen werden Im neuen EFRE-Vorhaben stehen bis 2022
für die »Prävention von Risiken des Altbergbaus« 50 Mio
zur
Verfügung

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Vorwort | 03
An der einen oder anderen Stelle war auch ein Abschied notwen-
dig Zum Beispiel endete im Dezember 2015 mit dem letzten Hunt
aus dem Bergwerk Lengefeld eine rund 500-jährige Geschichte
der Marmorgewinnung am Standort Für Sachsen war es auch das
vorläufige Ende der Schachtförderung
Für das Sächsische Oberbergamt gab es im Berichtsjahr neue
Zuständigkeiten und neue Entwicklungen So wurde 2015 mit
der Einführung der elektronischen Vorgangsbearbeitung und Ak-
tenführung begonnen Damit geht das Sächsische Oberbergamt
einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer effizienten und
zukunftsfähigen Behörde Zudem wurde dem Sächsischen Ober-
bergamt zum 9 Mai 2015 die Aufgabe der Genehmigungs- und
Aufsichtsbehörde für Standseilbahnen und Seilschwebebahnen
im Freistaat Sachsen übertragen Dabei kann das Sächsische Ober-
bergamt seine Kompetenz bei der Zulassung und Überwachung
von Seilfahrteinrichtungen aus dem Untertagebergbau einsetzen
Dazu und zu vielen weiteren Entwicklungen im Bergbau in Sach-
sen wird im Folgenden berichtet Wie in den vergangenen Jahren
finden Sie im Bericht zu besonderen Höhepunkten gesonderte
Schwerpunkttexte Wenn Sie an weiteren Informationen interes-
siert sind, lade ich Sie zu einem Besuch unserer Internetpräsenz
unter wwwobasachsende ein
Mit einem herzlichen Glückauf,
Prof Dr Bernhard Cramer
Oberberghauptmann

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Vorwort
Norbert Eichkorn
Präsident des Sächsischen Landesamtes für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie
– »Der Schatz unter der Lausitz / Aus Tausenden von Stollen
soll im Osten Deutschlands Kupfer gefördert werden«
(Süddeutsche Zeitung 9. Mai 2008)
– »Ein Staat auf Goldsuche / Sachsens Landesbehörden schließen
sich dem Goldrausch an und lassen offiziell Kiesgruben nach
dem edlen Metall untersuchen«
(Tagesspiegel 25. November 2011)
– »Probebohrung bestätigt riesiges Zinnvorkommen«
(Spiegel online 30. August 2012)
Solche und ähnliche Schlagzeilen haben uns vor einigen
Jahren überschwemmt. Doch was ist daraus geworden? Alles
nur heiße Luft?
Auslöser für das vor etwa zehn Jahren einsetzende »Neue Berg-
geschrey« waren damals weltweite Verknappungen zahlreicher
Rohstoffe Vor allem das wirtschaftliche Wachstum Chinas ging
mit einem erhöhten Bedarf beispielsweise an Stahl, Kupfer, Kohle
und Erdöl einher Aber auch die Entwicklung neuer Technologien
führte zu einer steigenden Nachfrage von Metallen der Seltenen
Erden, z B für den Bau ultrastarker Spezialmagnete oder von
Gallium, Germanium und Indium als unentbehrliche Rohstoffe für
die Mikroelektronik Für Zinn wurden in den letzten Jahren neben
seiner traditionellen Nutzung beispielsweise zur Weißblech-
herstellung auch neue Einsatzmöglichkeiten u a in Dünnschicht-
solarzellen entwickelt Lithium wird für besonders leistungsstarke
Akkus benötigt und ist daher eine Grundlage für die Speicherung
fluktuierend erzeugter erneuerbarer Energien
Einige dieser essentiellen Grundstoffe sind auch in Sachsen vor-
handen: der Kupferschiefer unter der Lausitz enthält das namen-
gebende Kupfer; Zinn und Indium sind im Erzgebirge selbst aus
globaler Perspektive beachtlich angereichert; die Lithiummengen
im Osterzgebirge zählen zu den größten in Europa Weitere be-
gehrte Rohstoffe, wie Fluss- und Schwerspat, Wolfram, Seltene
Erden, Rubidium, Caesium, Scandium, Silber und selbst Gold
treten als Haupt- oder Begleitrohstoffe in diversen Vorkommen
auf Ob deren bergbauliche Gewinnung wirtschaftlich rentabel
ist, wird von zahlreichen Faktoren bestimmt Den größten Einfluss
hat jedoch der Erlös, der durch den Verkauf der gewonnenen Erze
erzielt wird und mit dem die Ausgaben gedeckt werden müssen
04 | Vorwort

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Es ist daher folgerichtig, dass die für Rohstoffe und deren Ge-
winnung zuständigen sächsischen Behörden – das Landesamt
für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) sowie das
Sächsische Oberbergamt – unabhängig von temporären wirt-
schaftlichen Auf- und Abschwüngen die Voraussetzungen für
eine sichere Verfügbarmachung von Rohstoffen schaffen Dazu
gehört beispielsweise die Bereitstellung von Daten sowohl für
oberflächennah gewinnbare Bodenschätze, wie z B Sand, Kies,
Ton oder Festgestein, als auch für höherwertige Erze diverser
Metalle Im vergangenen Jahr wurden diese und weitere Arbeiten
in bewährter Qualität fortgeführt und damit ein wichtiger Beitrag
zur sicheren und nachhaltigen Versorgung unserer Gesellschaft
mit Rohstoffen aus Sachsen geleistet
Darüber hinaus werden mit dem seit 2013 laufenden Projekt
ROHSA 31 umfängliche, zum Teil einzigartige rohstoffgeologi-
sche und bergmännische Daten und Dokumente zu sächsischen
Erzen und Spaten recherchiert, gesichert, digitalisiert, aufbereitet,
in Datenbanken erschlossen und letztlich zur Verfügung gestellt
Die bislang erreichten Ergebnisse wie ua 2,5 Millionen gescannte
Archivseiten und die stetig steigende Nachfrage seitens Wirtschaft
und Wissenschaft nach genau diesen Daten sind Zeugen des
Projekterfolges Um den eingeschlagenen Weg in den nächsten
Jahren kontinuierlich fortzusetzen, sind die Planungen für das
Projekt ROHSA 32 bereits weit fortgeschritten
Mehr darüber können Sie im nachfolgenden Jahresbericht erfahren
Unter
http://www
umwelt sachsen de/umwelt/geologie/34747 htm
finden Sie zudem zahlreiche weitere Informationen und Ansprech-
partner zu den sächsischen Bodenschätzen
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!
Norbert Eichkorn
Präsident des Sächsischen Landesamtes
für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Vorwort | 05

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06 | Aktiver Bergbau
Aktiver Bergbau
Bohrarbeiten im Marmorbergwerk Hammerunterwiesenthal

Aktiver Bergbau | 07
Die Verbrennung fossiler Rohstoffe zur Energiegewinnung ist im
Berichtsjahr als Politikfeld deutlich in den Fokus der Weltöffent-
lichkeit gerückt Die Diskussionen zur Klimapolitik erreichten im
Dezember 2015 bei der Pariser UN-Klimakonferenz einen vorläu-
figen Höhepunkt Zur Begrenzung der globalen Erderwärmung
einigten sich die Konferenzteilnehmer in einem Hauptziel, die
weltweiten Emissionen zügig zu begrenzen und danach rasch
abzusenken Die Bundesregierung beabsichtigt im Jahr 2016
den Pariser Absprachen mit einem langfristigen Klimaschutzplan
nachzukommen Nach den ersten Ankündigungen könnte dieser
Klimaschutzplan auch ein Szenario zum Ausstieg aus der Kohle-
verstromung enthalten Gegen einen Ausstieg aus der Braun-
kohleverstromung in Deutschland spricht aber die wichtige Rolle
der Braunkohle als Brückentechnologie zur Realisierung der so
genannten Energiewende Als letzter politisch verbleibender, hei-
mischer Energierohstoff muss die Braunkohle den unsicheren und
teuren Strom aus Sonne und Wind noch für Jahrzehnte absichern
und bezahlbar machen Im Koalitionsvertrag für die laufende Legis-
laturperiode stellen die CDU Sachsen und die SPD Sachsen fest,
dass die Braunkohlennutzung noch so lange erforderlich ist,
wie die erneuerbaren Energien Wirtschaftlichkeit und Versor-
gungssicherheit nicht im gleichen Maße gewährleisten können
Damit erscheint auch die Fortführung der Braunkohlegewinnung in
den beiden sächsischen Revieren über die kommenden Jahrzehnte
gesichert Insbesondere im Lausitzer Revier bildet die Braunkohle-
ngewinnung und -verstromung den bestimmenden wirtschaft-
lichen Kern der Region
Sachsen als aktives Bergbauland prägen etwa 210 Rohstoff ge-
winnende Steine-Erden-Betriebe unter Bergaufsicht mit einem
breiten Portfolio an Rohstoffen Seit der Wiedervereinigung ver-
sorgt diese Bergbaubranche die Bauwirtschaft als wesentliche
Stütze für die wirtschaftliche Entwicklung zuverlässig mit den
notwendigen Rohstoffen Auf Bundesebene erfolgt derzeit eine
intensive Debatte zu bergbaulichen Themen, die zunächst keinen
direkten Bezug zur Steine- und Erden-Branche zu haben scheinen
Die bergrechtlichen Konsequenzen wirken sich dennoch auch auf
diesen Bergbaubereich aus So werden mit einem Urteil des
Bundesverfassungsgerichtes vom 17 Dezember 2013 zum Tage-
bau Garzweiler die Rechte von Grundeigentümern bei neuen
Bergbauvorhaben deutlich gestärkt Ohne vorzeitigen Grund-
erwerb durch den Bergbauunternehmer kann es nun deutlich
schwieriger werden, über bergrechtlich mögliche Grundabtretung
Bergbauprojekte auch im Steine- und Erden-Bereich zu realisieren
Auch darüber hinaus erfolgt schrittweise eine Stärkung der Mit-
wirkungsrechte von Grundeigentümern, Drittbetroffenen, Öffent-
lichkeit und Verbänden Damit einher geht eine massive Steige-
rung der Zahl von Einwendungen in Zulassungsverfahren, die die
Verfahren gerade für kleine Betriebe zeitlich und finanziell stark
belasten können Andere Probleme erwachsen für einzelne Betrie-
be aus der Verschärfung der Anforderungen an die Verwertung
bergbaufremder mineralischer Abfälle in Tagebauen unter Berg-
aufsicht, mit der die Vorgaben des Bodenschutzrechtes gewähr-
leistet werden Die wirtschaftlichen Folgen dieser seit 2013 vom
Sächsischen Oberbergamt umgesetzten Regelungen können für
einzelne Betriebe erheblich sein
Im Koalitionsvertrag der laufenden Legislaturperiode des Bundes
»Deutschlands Zukunft gestalten« ist ein fundiertes Rohstoffmo-
nitoring angelegt Das BMWi beauftragte damit die DERA Dieses
Monitoring hat die von der EU-Kommission als kritisch eingestuf-
ten Rohstoffe im Blick Die DERA berichtet in Studien zu einzelnen
Rohstoffen und im Gesamtkontext zur Verfügbarkeit von Roh-
stoffen Wirtschaft und Politik sollen mit den Studien wichtige
Informationen über Preis-, Angebots-, Nachfragetrends für pri-
märe mineralische Rohstoffe und Zwischenprodukte der ersten
Wertschöpfungskette erhalten Ziel ist es, kritische Entwicklungen
auf den internationalen Rohstoffmärkten frühzeitig zu erkennen
Unternehmen sollen mit den Informationen ihre Strategien für
die sichere und planbare Versorgung mit Rohstoffen verbessern
können Die Beratung ist damit insbesondere auf die langfristi-
ge, zyklenübergreifende Rohstoffsicherung des Industriestand-
ortes Deutschlandes gerichtet Als zentrale Studie hat die DERA
zu Beginn des Berichtsjahres die Studie »DERA-Rohstoffliste,
Angebotskonzentration bei mineralischen Rohstoffen und Zwi-
schenprodukten – potenzielle Preis- und Lieferrisiken« heraus-
gegeben Zu den als kritisch bewerteten Rohstoffen gehören
u a Fluor, Seltene Erden, Wolfram und Zinn, Rohstoffe, die als
Hauptminerale Gegenstand von Bergbauvorhaben im Freistaat
Sachsen sind

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08 | Aktiver Bergbau
Erze und Spate
Der globale Rohstoffmarkt hatte auch im Berichtsjahr spürbare
Einflüsse auf die Entwicklung von sächsischen Bergbauvorha-
ben auf Erze und Spate Im Umfeld der gegenwärtigen Phase des
Rohstoffzyklusses mit einem noch vorhandenen Überangebot an
den meisten Metallrohstoffen, gefallenen Weltmarktpreisen und
geringeren Erträgen aus laufenden Bergbauprojekten hat die In-
vestitionsneigung zur Erkundung von Erz- und Spatvorkommen
weltweit nachgelassen Das spüren auch die Unternehmen mit
Erkundungsvorhaben im Freistaat Sachsen Ungeachtet dessen,
führen Unternehmen Bergbauprojekte weiter und setzten damit
2015 die Entwicklung von sächsischen Vorhaben im Erz- und
Spatbergbau fort Das Spektrum der Tätigkeiten reichte dabei im
Berichtsjahr vom Beginn der Erkundungen in vier neuen Erlaub-
nisfeldern bis zur Aufnahme der Gewinnung im Regelbetrieb
In den drei Bewilligungsfeldern auf Erz- und Spatlagerstätten
arbeiteten die Bergbauunternehmen an der Vorbereitung bzw
Entwicklung von neuen Bergwerken So führte die Kupferschiefer
Lausitz GmbH (KSL) das Raumordnungsverfahren für das Projekt
im Feld Schleife B fort KSL plant hier die Errichtung eines Berg-
werkes für die Gewinnung von Kupfer aus dem Kupferschiefer
Für die Spatgrube Niederschlag ließ das Sächsische Oberbergamt
Anfang 2015 den Hauptbetriebsplan für die Jahre 2015 bis 2017
zu Mit diesem Hauptbetriebsplan ging das Unternehmen in den
Regelbetrieb zur Gewinnung über Neben dem Abbau auf der Teil-
sohlen 2 und 4 führte das Unternehmen die Wendelauffahrung
vom Niveau 700 m NN bis 670 m NN weiter Im Wendelbereich
errichtete das Unternehmen zudem einen größeren Zwischen-
bunker Weiterhin nahm es den Ausbau des Blindschachtes 328
als Flucht- und Wetterweg vor Das Bergwerk hatte im Berichts-
jahr eine Gesamtförderung von 98500 t Rohspat, die es nach
untertägiger Erstaufbereitung an den weiteren Standort der End-
aufbereitung, der Nickelhütte Aue transportierte Dort optimierte
das Unternehmen weiter die Technik, um ein beständig verkaufs-
fähiges Flussspatkonzentrat mit einem Reinheitsgrad von wenigs-
tens 98 Prozent herzustellen Dazu waren im Berichtsjahr noch
Umbau- und Anpassungsarbeiten notwendig Aus dem gewonne-
nen Rohspat bereitete das Unternehmen im Berichtsjahr 20650 t
verkaufsfähigen Säurespat auf
Im Feld »Pöhla (SME)« schloss die Saxony Minerals & Exploration
AG im 2 Quartal 2015 das zunächst geplante Bohrprogramm zur
Nacherkundung der Lagerstätte ab Insgesamt brachte das Unter-
nehmen über 500 Bohrmeter nieder
Flussspatgrube Niederschlag – Bohrwagen Atlas Copco S1D

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Aktiver Bergbau | 09
Gewinnungsrechte für Erz- und Spatlagerstätten im Rahmen
von Bewilligungen nach § 8 Bundesberggesetz (BBergG),
Stand: 1. Juni 2016
Feldesname erteilt am Bodenschätze
Rechtsinhaber
Pöhla (SME)
24 Mai
2012
Zinn, Flussspat, Zink, Wolfram,
Kupfer, Indium, Eisen, Silber,
Kadmium
Saxony Minerals &
Exploration (SME)
AG
Schleife B
8 Februar
2011
Kupfer, Blei, Zink, Silber,
Actinium und Actiniden,
Antimon, Arsen, Caesium,
Chrom, Eisen, Gallium,
Germanium, Gold, Indium,
Kadmium, Kobalt, Lanthan
und die Lanthaniden, Lithium,
Molybdän, Nickel, Niob,
Osmium, Palladium, Platin,
Quecksilber, Rhenium,
Rubidium, Schwefel, Selen,
Strontium, Tantal, Tellur,
Vanadium, Wismut, Wolfram,
Yttrium, Zinn
Minera SA
Panama-City/
Panama,
Nutzungsrecht:
Kupferschiefer
Lausitz GmbH
Spremberg
Niederschlag
EFS GEos
4 März
2008
Flussspat, Schwerspat
Erzgebirgische
Fluss- und Schwer-
spatwerke GmbH
Oberwiesenthal
In weiteren 18 Projekten arbeiteten Unternehmen im Jahr 2015 an
der Erkundung von Erz- und Spatvorkommen Die Erkundungen
haben das Ziel, technisch gewinnbare Lagerstätten nachzuweisen
und die Vorkommen aufgrund geltender internationaler Stan-
dards zu bewerten Die Erkundungsvorhaben der Unternehmen
sind durch Arbeitsprogramme untersetzt Die Arbeitsprogram-
me weisen die beabsichtigten Aufsuchungsarbeiten, die Erkun-
dungsabschnitte, deren Inhalte und Dauer sowie die geschätzten
finanziellen Aufwendungen aus Die Unternehmen haben dem
Sächsischen Oberbergamt vor Erteilung der Erlaubnisse glaubhaft
gemacht, dass sie die für die ordnungsgemäße Aufsuchung not-
wendigen Mittel aufbringen können
Grundlage für die Erkundungsprojekte sind bergrechtliche Er-
laubnisse Diese gelten für bestimmte an der Erdoberfläche ab-
gegrenzte Felder, Bodenschätze und Rechtsinhaber Die erteilten
Bergbauberechtigungen überdecken einen großen Teil der Gebiete
des Freistaates Sachsen, in denen eine hohe Erzhöffigkeit besteht
oder vermutet wird (s Karte Bergbauberechtigungen auf Erze und
Spate) 2015 beendete die Ceritech AG die Erkundungsarbeiten
im Feld Delitzsch vorzeitig Das Oberbergamt nahm die Erlaubnis
im Februar 2015 zurück, um die Lagerstätte für mögliche andere
Vorhaben frei zu machen Das Feld Delitzsch war für seine Vor-
kommen an Seltenen Erden und damit als Symbol für den Roh-
stoffboom bundesweit bekannt geworden Zu vier beantragten
Erkundungsvorhaben erteilte das Sächsische Oberbergamt im
Jahr 2015 weitere Erlaubnisse Die neu erteilten Erlaubnisse für
die Felder »Ehrenfriedersdorf / Geyer II« und »Gottesberg II« der Tin
International AG aus Leipzig umfassen Vorhaben, in denen die
Unternehmen zu Erkundungsergebnissen aus den vorhergehen-
den Erlaubnissen in größeren und anderen benachbarten Feldern
weitere Erkenntnisse zur Bauwürdigkeit der Vorkommen gewin-
nen möchten Im neuen Erlaubnisfeld Aue erkundet die Firma Vital
Metals Limited aus Perth, Australien, polymetallische Erzvorkom-
men Im Feld »Erzgebirge« plant die Beak Consultants GmbH Frei-
berg eine großräumige Aufsuchung
Erzerkundung im Feld Geyer – Ein Zwischenstand
Die Deutsche Rohstoff AG war im Jahr 2007 eines der ersten
Unternehmen, das beim Sächsischen Oberbergamt einen
Antrag zur Erkundung sächsischer Erzvorkommen stellte
Mit bergrechtlichen Erlaubnissen des Sächsischen Ober-
bergamtes erkundete die Deutsche Rohstoff AG mit ihren
Tochterunternehmen in den letzten Jahren neben dem Feld
Gottesberg (Vogtlandkreis), dem Feld Delitzsch (Landkreis
Nordsachsen) und dem Feld Sadisdorf (Landkreis Sächsische
Schweiz-Osterzgebirge) auch die Erzvorkommen im Feld
Ehrenfriedersdorf / Geyer (Erzgebirgskreis) Dieses Projekt
hatte zusammengefasst bisher folgenden Ablauf:
Wesentlicher Bestandteil der Erkundung im Feld Geyer war
ein Bohrprogramm, mit dem das Unternehmen die Ergeb-
nisse aus rund 40000 m historischer Bohrungen der DDR-
Erkundung verifizieren wollte Dazu teufte es in den Jahren
2011 und 2012 fünf Doubletten von historischen Bohrungen
mit insgesamt 1094 Bohrmetern Die Bohrungen bestätigten
im Wesentlichen das Lagerstättenmodell und die Vorrats-
berechnungen aus der DDR-Zeit Die anschließenden Cha-
rakterisierung mit Hilfe des internationalen JORC-Standards
wies eine »Indicated-Ressource« (»C2« gemäß DDR-Standard)
von 44000 t Zinn bei einem Durchschnittsgehalt von 0,37 %
nach Neue und wirtschaftlich wichtige Erkenntnisse ergaben
sich aus dem Nachweis von relevanten Indiumgehalten Als
Folge erweiterte die Tin International AG als Nachfolgerin der
Deutsche Rohstoff AG im Januar 2015 den Erlaubnisantrag
für das Feld »Ehrenfriedersdorf / Geyer II« um Indium mit einer
Laufzeit bis 2017
Wie und mit welchem Einsatz das Unternehmen die Erkun-
dungsaktivitäten im Feld »Ehrenfriedersdorf / Geyer II« fort-
führt, bestimmen wesentIich auch die Weltmarktpreise für
Metallrohstoffe mit
Erkundungsbohrung im Erlaubnisfeld »Ehrenfriedersdorf-Geyer I«

10 | Aktiver Bergbau
Zu verschiedenen Vorhaben ließ das Sächsische Oberbergamt im
Berichtszeitraum Betriebspläne zu Die KGHM Kupfer AG schloss
im Feld »Weißwasser II« bei Deschka im Juli 2015 die Erkundungs-
bohrung ab Die Bohrung wies in einer Tiefe von knapp 700 m
einen Kupferschieferhorizont mit einer Mächtigkeit von 1,5 m nach
Im Erlaubnisfeld Sadisdorf nahmen die Sachsenzinn GmbH / die
Tin International AG Sicherungsarbeiten zur Vorbereitung ge-
planter untertägiger Kartierungsarbeiten im Grubengebäude vor
Im Feld Breitenbrunn Indo nahm die Saxore Bergbau GmbH mit
einem Auftragnehmer untertägige Probenahmen durch Schlitz-
bohrungen vor
Mit der Umbono Capital Projects GmbH für das Feld »Marien-
berg-Süd« und der Saxony Minerals & Exploration AG für das
Feld »Pöhla (SME)« nutzen zwei Unternehmen das auf kritische
Rohstoffe ausgelegte und für internationale und nationale
Erkundungsvorhaben
aufgelegte
Explorationsförderprogramm
des Bundes Das Programm ist Bestandteil der Rohstoffstrategie
des Bundes Die Förderung erfolgte in Form von bedingt rück-
zahlbaren Darlehen Die DERA bearbeitete die Anträge und beglei-
tet das Förderprogramm fachlich Von der Förderung haben vier
Unternehmen mit insgesamt sechs Vorhaben Gebrauch gemacht
Außer den sächsischen Vorhaben förderte der Bund Projekte in
Mosambik, Sri Lanka, Bolivien und Spanien Im Laufe des Jahres
2015 stellte der Bund dieses Explorationsförderprogramm ein
Erkundungsrechte von Erz- und Spatvorkommen
im Rahmen von Erlaubnissen nach § 7 Bundesberggesetz
(BBergG), Stand: 1. Juni 2016
Feldesname
erteilt am
Bodenschätze
Rechtsinhaber
Gottesberg II
7 Dezember 2015
Cäsium, Gallium, Gold, Indium, Kupfer, Lithium, Molybdän, Rhenium,
Rubidium, Scandium, Silber, Tantal, Tellur, Wismut, Wolfram, Zink, Zinn
Tin International AG Leipzig
Erzgebirge
2 Oktober 2015
Zinn, Wolfram, Antimon, Schwerspat, Beryllium, Blei, Bor, Kadmium,
Eisen, Flussspat, Gallium, Germanium, Gold, Hafnium, Indium, Kupfer,
Lithium, Molybdän, Niob, Rubidium, Scandium, Selen, Silber, Tantal,
Tellur, Vanadium, Wismut, Yttrium, Zink, Zirkonium
Beak Consultants GmbH Freiberg
Aue
18 Februar 2015
Antimon, Arsen, Beryllium, Blei, Bor, Cäsium, Eisen, Flussspat, Gallium,
Germanium, Gold, Hafnium, Indium, Kadmium, Kobalt, Kupfer, Lanthan
und die Lanthaniden, Lithium, Molybdän, Nickel, Niob, Rubidium,
Scandium, Schwefel, Schwerspat, Selen, Silber, Tantal, Tellur, Vanadium,
Wismut, Wolfram, Yttrium, Zink, Zinn
Vital Metals Limited (VML) /
Perth (Australien)
Ehrenfriedersdorf / Geyer II
16 Januar 2015
Zinn, Aluminium, Arsen, Blei, Eisen, Gold, Indium, Kupfer, Mangan,
Molybdän, Silber, Titan, Wolfram, Zink, Flussspat, Schwerspat
Tin International AG Leipzig
Hohwald
3 Februar 2014
Nickel, Kobalt, Kupfer, Gold, Platin, Silber
Nickelhütte Aue GmbH Aue
Geyerscher Wald
28 August 2013
Kupfer, Silber, Blei, Zink, Gold, Molybdän, Rhenium, Platin, Palladium
Helmholtz-Zentrum Rossendorf eV
Weißwasser II
5 Juni 2013
Kupfer, Silber, Blei, Zink, Gold, Molybdän, Rhenium, Platin, Palladium
KGHM Kupfer AG Weißwasser
Sadisdorf
6 Februar 2013
Zinn, Wolfram, Kupfer, Molybdän, Wismut, Tantal, Zink, Indium, Gallium,
Germanium, Gold, Silber, Cäsium, Rhenium, Lithium, Vanadium
Tin International AG Leipzig
Altenberg UMBONO
6 Februar 2013
Zinn, Wolfram, Molybdän, Tantal, Niob, Wismut, Lithium, Cäsium,
Scandium, Gold, Silber, Kupfer, Zink, Blei, Indium, Gallium, Germanium,
Antimon, Flussspat, Schwerspat
Umbono Minerals & Mining LCC
Wilmington / Delaware (USA)
Breitenbrunn Indo
4 Juni 2012
Zinn, Wolfram, Molybdän, Tantal, Beryllium, Kupfer, Blei, Zink, Silber, Gold,
Germanium, Indium, Flussspat, Schwerspat
Saxore Bergbau GmbH Freiberg
Zinnwald-Nord
23 Januar 2012
Lithium, Rubidium, Caesium, Zinn, Wolfram, Molybdän, Scandium, Yttrium,
Lanthan und Lanthanide, Wismut, Indium, Germanium, Gallium, Zink, Silber,
Gold
SolarWorld Solicium GmbH Freiberg
Oelsnitz
4 Januar 2012
Zinn, Wolfram, Molybdän, Kupfer, Silber, Gold, Blei, Tellur, Flussspat, Schwerspat
Beak Consultants GmbH Freiberg
Eibenstock
21 November 2011
Zinn, Wolfram, Molybdän, Tantal, Lithium, Kupfer, Blei, Zink, Silber, Gold,
Flussspat, Schwerspat, Beryllium
Saxore Bergbau GmbH Freiberg
Kottenheide
11 November 2011
Zinn, Wolfram, Molybdän, Tantal, Lithium, Kupfer, Blei, Zink, Silber, Gold,
Flussspat, Schwerspat, Beryllium
Saxore Bergbau GmbH Freiberg
Marienberg-Süd
9 Mai 2011
Zinn, Wolfram, Indium, Flussspat, Schwerspat, Molybdän, Gallium,
Germanium, Zink, Blei, Silber, Gold, Yttrium, Scandium, Lanthan
Umbono Capital Projects GmbH,
Frankfurt / M
Zinnwald
21 Februar 2011
Lithium, Rubidium, Cäsium, Zinn, Wolfram, Molybdän, Niob, Tantal, Yttrium,
Scandium, Wismut, Indium, Germanium, Gallium, Silber, Gold
SolarWorld Solicium GmbH Freiberg
Zschorlau
21 Oktober 2010
Silber, Blei, Eisen, Flußspat, Gold, Indium, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän,
Nickel, Schwerspat, Wismut, Wolfram, Zink, Zinn
Sachsenerz Bergwerks GmbH
Espenhain
Weißwasser
11 Juni 2007
Kupfer, Blei, Zink, Silber
KGHM Kupfer AG Weißwasser

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Aktiver Bergbau | 11
Braunkohle
Als Folge der weltweiten Diskussion um die Rolle der Verbren-
nung fossiler Rohstoffe in der aktuellen klima- und energiepo-
litischen Debatte entschied sich die Regierung des Königreiches
Schweden als Eignerin von Vattenfall im Jahr 2014 zum zeitnahen
Verkauf seiner Braunkohlensparte 2015 leitete sie das Bieter-
verfahren zur Veräußerung der Braunkohlesparte von Vattenfall
ein Die sächsische Staatsregierung hält in dem Spannungsfeld
aus energiewirtschaftlicher Notwendigkeit und klimapolitischem
Willen die heimische Braunkohlengewinnung als mittelfristige
Brückentechnologie für notwendig Sie tritt in diesem Umfeld für
ausgewogene Lösungen ein, die sowohl umweltpolitische als auch
wirtschaftliche und strukturpolitische Anforderungen angemes-
sen berücksichtigen
Die sächsischen Braunkohlentagebaue im Lausitzer und im Mit-
teldeutschen Braunkohlenrevier hatten im Berichtsjahr einen we-
sentlichen Anteil an der Gesamtgewinnung des Bodenschatzes im
nationalen Maßstab In der Lausitz förderte Vattenfall auf säch-
sischem Gebiet aus den Tagebauen Nochten und Reichwalde Im
Mitteldeutschen Revier gewann die MIBRAG mbH Rohbraunkohle
aus dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain Die Gesamtförderung
der sächsischen Tagebaue steigt in Sachsen seit 2009 kontinuier-
lich an Im Berichtsjahr förderten die Tagebaue 40,0 Mio t Roh-
braunkohle Das ist die höchste Gewinnung seit dem Jahr 1994
Aktiver Braunkohlenbergbau im Lausitzer Revier
Im Tagebau Nochten förderte Vattenfall im Jahr 2015 rund
17,8 Mio t Rohbraunkohle (Vergleich 2014: 16,9 Mio t) Dazu
bewegte das Unternehmen etwa 87 Mio m³ Abraum Im Tage-
bau Reichwalde förderte das Unternehmen im Berichtszeitraum
12,2 Mio t Rohbraunkohle (Vergleich 2014: 9,3 Mio t) Dazu
bewegte es etwa 51 Mio m³ Abraum Hauptabnehmer der Roh-
braunkohle aus den sächsischen Tagebauen der Lausitz war das
Kraftwerk Boxberg, das mit den Tagebauen über Bandanlagen
verbunden ist
Bergbauberechtigungen auf Erze und Spate, einschließlich großräumige Aufsuchung (Stand 3 Mai 2016)
Rekultivierung im Tagebau Nochten
SACHSEN-
ANHALT
THÜRINGEN
BAYERN
TSCHECHISCHE
REPUBLIK
REPUBLIK
POLEN
BRANDENBURG
LEIPZIG
DRESDEN
CHEMNITZ
Gottesberg II
Weißwasser
Aue
Niederschlag EFS Geos
Nordsachsen
Meißen
Leipzig
Mittelsachsen
Bautzen
Görlitz
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Erzgebirgskreis
Zwickau
Vogtlandkreis
Zschorlau
Schleife B
Marienberg-
Süd
Eibenstock
Kottenheide
FREIBERG
Zinnwald
Oelsnitz
Breitenbrunn Indo
Pöhla SME
Zinnwald-Nord
Altenberg-Nord
Sadisdorf
Altenberg UMBONO
Weißwasser II
Geyerscher
Wald
Hohwald
Ehrenfriedersdorf/
Geyer II
Erzgebirge
bestehende Bergbauberechtigungen
(Bergwerkseigentume auf Uran,
Flussspate, Schwerspate, sonstige Erze)
bestehende Erlaubnisse
bestehende Bewilligungen
Erlaubnisse zur großräumigen Aufsuchung
bestehende Erlaubnisse
bestehende Bewilligungen
bestehende Bergbauberechtigungen
(Bergwerkseigentume auf Uran Flussspate,
Schwerspate, sonstige Erze)
Erlaubnisse zu großräumigen Aufsuchung

image
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12 | Aktiver Bergbau
Das Unternehmen beendete auf sächsischem Gebiet im Mai 2015
die Errichtung der unterirdischen Dichtwand an der Südseite des
Tagebaus Welzow-Süd Im Tagebau Nochten unterzog das Unter-
nehmen das verbliebene Vorschnittgerät SRs 6300 einer dreimo-
natigen Generalinstandsetzung Im Tagebau Reichwalde begann
das Unternehmen im November 2015 mit der Randschlauchauf-
weitung Diese ist für den späteren Einsatz der Förderbrücke in
diesem Bereich notwendig
Zu dem im Oktober 2014 eingereichten Antrag zur Feststellung
des bergrechtlichen Rahmenbetriebsplans für das Feld »Nochten 2«
fand im Jahr 2015 die Öffentlichkeitsbeteiligung statt Dazu hörte
das Sächsische Oberbergamt die Träger öffentlicher Belange an
Die Planunterlagen lagen in den betroffen Kommunen und mit
digitaler Bekanntmachung des Sächsischen Oberbergamtes aus
Ein von Vattenfall beauftragter Gutachter stellte die Einwendun-
gen privater Betroffener, der Verbände, der Medien- und Infra-
strukturbetreiber sowie die Stellungnahmen der Träger öffent-
licher Belange zusammen Die Bearbeitung der Einwendungen
und Stellungnahmen findet im Jahr 2016 statt
Ein 3.000-t-Stahlkoloss auf Reise
Die in den Braunkohlentagebauen eingesetzten Großgeräte
gehören weltweit zu den größten beweglichen technischen
Anlagen Der Transport eines solchen Großgerätes ist sowohl
technisch-logistisch als auch wegen seiner Seltenheit ein be-
sonderes Ereignis
Im August 2015 setzte das Bergbauunternehmen in einer zwei-
wöchigen Aktion einen Schaufelradbagger SRs 2000 / 1571 vom
Tagebau Nochten in den Tagebau Reichwalde um Dabei han-
delte es sich um den voraussichtlich letzten Großgerätetrans-
port zwischen Lausitzer Tagebauen Der Schaufelradbagger
mit einem Dienstgewicht von 2 995 t, 160 m Länge, 40 m Höhe
und 30 m Breite hatte dazu eine Transportstrecke von 18 km
zu bewältigen Der im Jahr 1991 gebaute Bagger trat damit
seine »Heimreise« an Bis zur vorrübergehenden Stilllegung des
Tagebaus Reichwalde trug er in den 1990er-Jahren dort das
Deckgebirge zur Freilegung des Braunkohlenflözes ab Nach
dem Umzug erfüllte er diese Aufgabe 15 Jahre lang im Tage-
bau Nochten
Das Braunkohlenunternehmen nahm aus technologischen
und wirtschaftlichen Gründen nun den erneuten Umzug
vor Im Tagebau Nochten reicht für den Abtrag des zuneh-
mend geringeren Deckgebirges künftig ein Großbagger aus
Im Tagebau Reichwalde benötigt das Unternehmen wegen
der geplanten höheren Kohleförderung und dem künftig im
Vorschnitt größeren abzutragenden Deckgebirge einen zwei-
ten Großbagger Trotz des hohen technischen und logistischen
Aufwandes spart das Unternehmen gegenüber dem Kauf eines
fabrikneuen Tagebaugroßgerätes erhebliche Investitionen
Verschiedene Lausitzer Unternehmen ertüchtigen den umge-
setzten Großbagger mit Aufträgen zu Millioneninvestitionen
Ab 2017 ist der Bagger wieder einsatzfähig
Absetzer im Tagebau Reichwalde
Schaufelradbagger SRs 2000/1571 auf dem Weg vom Tagebau Nochten in den Tagebau Reichwalde

Aktiver Bergbau | 13
Die Vattenfall Europe Mining AG mit den Tagebauen und die
Vattenfall Europe Generation AG & Co KG mit den Kraftwerken
bilden den bestimmenden industriellen Kern in der Lausitz Die
Vattenfall Europe Mining AG mit Sitz in Brandenburg hat über
5000 Beschäftigte, von denen am Ende des Berichtsjahres mehr
als 1400 im Freistaat Sachsen tätig waren Mit den Neubaukraft-
werken Schwarze Pumpe und Boxberg verfügt der Konzern über
einen modernen Kraftwerkspark, der nach Wirkungsgrad und Re-
gelbarkeit die veränderten energiewirtschaftlichen Rahmenbedin-
gungen mit volatilen erneuerbaren Energien berücksichtigt
Unbeschadet der energiepolitischen Diskussionen ist Vatten-
fall weiterhin der größte Ausbildungsbetrieb in der Lausitz Zum
Ausbildungsjahr 2015 / 2016 haben 200 Auszubildende ihre Lehre
bei der Bergbausparte von Vattenfall und den für Bergbau und
Stromerzeugung tätigen Bereichen der Vattenfall Europe Business
Services GmbH begonnen
Aktiver Braunkohlenbergbau im Mitteldeutschen Revier
Im Tagebau Vereinigtes Schleenhain förderte die MIBRAG mbH
im Berichtszeitraum 10,0 Mio t Rohbraunkohle (Vergleich 2014:
11,8 Mio t) Zur Gewinnung bewegte die MIBRAG mbH 33 Mio m³
Abraum Der Tagebau versorgt über einen langfristigen Vertrag
das durch Vattenfall betriebene Kraftwerk Lippendorf
Zum Aufschluss des Feldes Peres im Tagebau Vereinigtes Schleen-
hain begann die MIBRAG mbH im August 2015 mit dem Aushub
der Fundamente und der Bodenplatte mit dem Bau eines Mas-
senverteilers Dort treffen künftig die gesamten Bandanlagen aus
dem Tagebau zusammen, die den Abraum und die Kohle trans-
portieren Der Massenverteiler soll in mehreren Ausbaustufen bis
zum Jahr 2023 mit Investitionen von 45 Mio
entstehen Das
Kohlesammelband wird über eine Transportkapazität von 4 200 t
pro Stunde verfügen Der Auftrag zur Errichtung ging an zwei
mitteldeutsche Unternehmen
Verwertbare Fördermenge an Braunkohle im Freistaat Sachsen (in Mio t)
1995
1997
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Lausitz
Mitteldeutschland

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14 | Aktiver Bergbau
Das Sächsische Oberbergamt beendete im Berichtsjahr die Berg-
aufsicht für den sächsischen Teil der Teilfläche Absetzer-Kippe
1062 mit Nordwestbereich des Tagebaus Profen Die Abschluss-
befahrung vor Beendigung der Bergaufsicht ergab zuvor, dass
das Unternehmen alle Forderungen aus dem Abschlussbetriebs-
plan erfüllt hat und die Standsicherheit für diesen Bereich nach-
gewiesen ist
Im 1 Quartal 2015 begann sowohl auf Seiten des Unternehmens
als auch beim Sächsischen Oberbergamt die Vorbereitung für das
zukünftige Planfeststellungsverfahren zum Tagebau Vereinigtes
Schleenhain Dazu erarbeitete die MIBRAG Unterlagen für den
zunächst geplanten Scopingtermin Dieser soll im Jahr 2016
stattfinden und im Wesentlichen der Formulierung der Anfor-
derungen aller beteiligten Behörden für den Antrag dienen Im
November des Berichtsjahres erteilte das Sächsische Oberberg-
amt der MIBRAG mbH die wasserrechtliche Erlaubnis für das
Abbaufeld Peres, die bis zum geplanten Auslauf des Tagebaus
im Jahr 2041 gilt
Die MIBRAG mbH ist im Dreiländereck Sachsen / Sachsen-Anhalt /
Thüringen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor Das Unterneh-
men hat etwa 3 100 Beschäftigte, von denen am Ende des
Berichtsjahres mehr als 400 im Freistaat Sachsen tätig waren
Das Unternehmen setzt intensiv auf die eigene Fachkräftege-
winnung und Ausbildung Gegenwärtig sind etwa 150 Perso-
nen in Ausbildung
Mitarbeiter der MIBRAG mbH

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Steine und Erden
Der Freistaat Sachsen hat im Vergleich der Bundesländer einen
nach der Rohstoffvielfalt und der Intensität der Gewinnung stark
ausgeprägten Steine-Erden-Bergbau Der Bergbauzweig trägt
dazu bei, das Sachsen bei gebrochenem Naturstein, Sand, Kies,
Ton, Lehm und Kaolin Selbstversorger ist Zudem können diese
Rohstoffe in größerem Umfang auch in Nachbarregionen ge-
liefert werden, wenn diese dort nicht in ausreichender Menge
vorkommen
Der Steine-Erden-Bergbau umfasst die größte Anzahl der berg-
baulichen Gewinnungsbetriebe im Freistaat Sachsen Anders als
in den westlichen Bundesländern stehen im Freistaat Sachsen die
meisten der Gewinnungsbetriebe für Baurohstoffe unter Bergauf-
sicht Die besondere Situation gründet auf dem Einigungsvertrag
zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen
Deutschen Demokratischen Republik Dieser ordnete mit einem
bis in das Jahr 1996 geltenden Übergangsrecht viele der vom
Bundesberggesetz nicht erfassten Bodenschätze den bergfreien
Bodenschätzen zu Die politischen Akteure wollten damit den
für den Wiederaufbau Ostdeutschlands notwendigen Zugang zu
Massenbaurohstoffen wegen der Vielzahl ungeklärter Eigentums-
verhältnisse am Grundvermögen sichern Wegen der in der Regel
langfristig angelegten Betriebsdauer wirkt dieses Übergangsrecht
noch über einige Jahrzehnte fort
In relativ dicht besiedelten sächsischen Gebieten steht die Stei-
ne- und Erdengewinnung im Spannungsfeld mit anderen öffent-
lichen und privaten Interessen Einzelne Bürger, Bürgerinitiativen
und Gemeinden wenden sich mit Beschwerden zu Immissionen
durch Lärm, Staub, Geruch und Sprengungen an das Sächsische
Oberbergamt Das Oberbergamt prüft jedes Anliegen Im ge-
setzlichen Rahmen vermittelt es zwischen den verschiedenen
Interessen Soweit es die Überschreitung immissionsschutzrecht-
licher Grenzwerte feststellt, leitet es umgehend Maßnahmen zu
deren Einhaltung ein
Der letzte Hunt verlässt das Bergwerk – In Lengefeld
endet die fast 500-jährige Marmorgewinnung
Mit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1529
blickt der Abbau von dolomitischem Marmor am Standort
Lengefeld auf eine erfolgreiche fast 500-jährige Bergbau-
geschichte zurück Nach der deutschen Wiedervereinigung
gewann das Unternehmen GEOMIN-Erzgebirgische Kalkwerke
GmbH seit dem Jahr 1992 an diesem Standort etwa zwei
Millionen Tonnen Marmor Bis in eine Teufe von 150 m und
auf 12 Sohlen baute das Unternehmen den Rohstoff im so
genannten Kammer-Pfeiler-Verfahren ab Dazu sprengte es
den Marmor in etwa 7 x 7 Meter großen Kammern aus dem
Gebirge Bei diesem Verfahren musste es ebenso mächtige
Pfeiler stehen lassen, die zudem über alle Sohlen genau über-
einander anzuordnen waren, um die notwendige Standsi-
cherheit des Bergwerkes zu sichern Bei dieser Methode wa-
ren rund 40 Prozent des gewinnbaren Rohstoffes abbaubar
Mit dem Ende des Marmorabbaus in Lengefeld im Dezember
2015 endete die vorläufig letzte verbliebene aktive Schacht-
förderung in Sachsen
GEOMIN konzentriert die Rohstoffgewinnung in den kom-
menden Jahren in der Lagerstätte Hammerunterwiesenthal
im Fichtelberggebiet Dort baut es den Marmor künftig im
Tagebaubetrieb ab Als einziger Produzent von hochreinem,
weißem Marmor in Deutschland liefert das Unternehmen mit
über 50 Mitarbeitern derzeit an etwa 800 Abnehmer aus der
Baustoff-, Beton- und Betonwerkstein-, Farben- und Lack-
industrie sowie der Bauchemie
Das Ende der Marmorgewinnung bedeutet noch nicht das
Ende des Bergbaus am Standort Lengefeld In den nächsten
Jahren muss das Unternehmen das gesamte Bergwerk so ver-
wahren, dass es dauerhaft standfest ist und von diesem keine
Gefahren mehr ausgehen In die Arbeiten müssen auch die
Grubenbaue einbezogen werden, in denen die Gewinnung vor
der Betriebstätigkeit von GEOMIN stattfand Die Finanzierung
der endgültigen Stilllegung dieses frühen Bergbaus ist über
die Altlastenfreistellung mit dem Freistaat Sachsen geregelt
Daneben betreibt das Unternehmen am Standort Lengefeld
weiter die Aufbereitung des jetzt in Hammerunterwiesenthal
gewonnenen Rohmarmors Für bergbauhistorisch Interessier-
te bleiben am Standort mit dem Museum Kalkwerk Lengefeld
und dem Kalksteinbruch Weißer Ofen wichtige Sachzeugen
aus früheren Bergbauperioden erhalten
Aktiver Bergbau | 15
Ende der Marmorgewinnung in Lengefeld – Der letzte Hunt

Betriebliche Entwicklung
Im Berichtszeitraum förderten in Sachsen 221 unter Bergaufsicht
stehende Betriebe Steine- und Erdenrohstoffe Die Rohförderung
im Berichtsjahr betrug insgesamt 36,8 Mio t (Vergleich 2014:
37,4 Mio t) Davon entfielen 34,6 Mio t auf die verwertbare
Förderung (Vergleich 2013: 34,6 Mio t), der überwiegenden Teil
davon auf die Massenbaurohstoffe Schotter, Splitt, Kies und Kies-
sande Andere wichtige gewonnene Bodenschätze waren Kaolin,
Lehm, Kalk und Dolomit, Quarz- und Formsande sowie Spezial-
tone Die Unternehmen gewinnen diese Rohstoffe überwiegend in
Tagebaubetrieben Ausnahmen waren vier Betriebe mit Unterta-
gebergbau: Das Unternehmen GEOMIN Erzgebirgische Kalkwerke
GmbH (GEOMIN) gewann in den Betrieben Lengefeld (s Schwer-
punkt), Hammerunterwiesenthal (beide Erzgebirgskreis) und
Hermsdorf (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) Marmor
Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen GmbH unterhält
zudem das untertägige Erdenwerk Seilitz (Landkreis Meißen) zur
Eigenversorgung mit hochwertigem Kaolin
Bodenschatzgruppe
Rohförderung in kt
2014
2015
Gesteine zur Herstellung von Schotter
und Splitt oder Werk-/Dekorsteine
19762
20491
Kiese und Kiessande
14111
12978
Kaolin
1596
1347
Lehm (Ziegelton)
1026
759
Kalk und Dolomit
543
510
Quarz- und Formsand
44
441
Spezialton
319
230
Insgesamt
37.401
36.756
16 | Aktiver Bergbau
Fördermenge Festgesteine, Kiese und Kiessande – Betriebe unter Bergaufsicht (in Mio t)
1995
1997
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
0
10
20
30
40
50
60
70
Festgesteine
Kiese und Kiessande
andere Steine und Erden

image
Im Freistaat Sachsen sind dem Referat Rohstoffgeologie des
LfULG derzeit 69 Steine-Erden-Betriebe bekannt, die nicht unter
Bergaufsicht stehen Im Berichtszeitraum betrieben davon 47 aktiv
Rohstoffgewinnung Diese Betriebe unterliegen der Aufsicht der
unteren Bau-, Immissionsschutz- und Wasserbehörden
Am Ende des Berichtsjahres hatten die unter Bergaufsicht stehen-
den sächsischen Steine-Erden-Betriebe und die angegliederten
Weiterverarbeitungsanlagen insgesamt 1755 Beschäftigte Die
Betriebe leisten einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung mit
heimischen Rohstoffen Durch den für zahlreiche Baumaß-
nahmen standortnahen Abbau sind kurze und kostengünstige
Transportwege mit relativ geringer Inanspruchnahme der Infra-
struktur möglich
Die Gewinnung von Ziegelton und Ziegellehm – Ausgangs-
punkt für wirtschaftsrelevante Wertschöpfungsketten
Den Rohstoffreichtum Sachsens prägen auch große Lehm-
und Tonlagerstätten Die eiszeitlichen Vergletscherungen
aus dem Quartär mit gewaltigen Bodenumlagerungen
hinterließen im sächsischen Mittelgebirgsvorland größere
Vorkommen ton- und lehmhaltiger Verwitterungsprodukte
Zudem sind tertiärzeitliche Tonvorkommen im nördlichen
Sachsen von der Lausitz über Meißen bis in den Raum Leipzig
verbreitet Größere Vorkommen an Lösslehm, Geschiebelehm
und Beckenschluff finden sich beispielsweise bei Freital,
Hainichen und Zwickau
Die sächsischen Lehm- und Tonvorkommen haben an vielen
Orten zuerst über den Manufakturbetrieb, später im indust-
riellen Maßstab zur Ausbildung einer wirtschaftsprägenden
Ziegelindustrie beigetragen In diesem Wirtschaftszweig
fanden unter den marktwirtschaftlichen Bedingungen der
letzten 25 Jahre weitere Konzentrationen statt Heute ver-
sorgen 20 Tagebaue auf Ton- und Lehmrohstoffe die ange-
schlossene wertschöpfende Wirtschaft Sowohl weltmarkt-
führende als auch mittelständische Unternehmen versorgen
die Bauindustrie und Endverbraucher in Sachsen und in
angrenzenden Bundesländern mit einer breiten Produkt-
palette an Form- und Dachziegeln, Fassadenplatten, Hinter-
mauerziegeln, Klinkerziegeln und -pflaster Die Unternehmen
stellen dazu ihre Produkte fortlaufend auf die Effizienz-
anforderungen der Bauwirtschaft ein Durch die Verarbeitung
bestimmter Tonvorkommen mit besonderer Qualität, gepaart
mit dem Know-how in Produktion und eingesetzter Technik,
ist es einzelnen Unternehmen gelungen, mit ihren Produkten
eine Exportquote von bis zu 50 Prozent in das europäische
Ausland zu erreichen
Der im Großmaßtab angelegte sächsische Sanierungsberg-
bau, insbesondere zum ehemaligen Uranerzbergbau der
SAG-/SDAG-Wismut, ist mit erheblichem Mengenbedarf auf
die Verarbeitung von bindigen Ton- und Lehmrohstoffen
angewiesen Für die Sanierung der zahlreichen Haldenstand-
orte dienen die Rohstoffe als geeignetes Abdeckmaterial zum
dauerhaften Schutz vor schädlichen Einflüssen
Aktiver Bergbau | 17
Lehmtagebau Freital mit Ziegelwerk der Eder GmbH Freital

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18 | Aktiver Bergbau
Kiessandtagebaue Sprotta/Landkreis Nordsachsen
Steinbruch Wetterberg/Landkreis Meißen

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Geothermie
Die Aspekte der Ressourcenschonung und des Klimaschutzes ge-
bieten, Energie sparsam und so effizient wie möglich zu nutzen
Der bergfreie Bodenschatz Erdwärme (Geothermie) gilt langfris-
tig als wichtiger Bestandteil für eine dauerhafte, ressourcen-
schonende und klimagerechte Energieversorgung Geothermie
als jahreszeitenunabhängige und grundlastfähige erneuerbare
Energiequelle kann hierbei einen großen Beitrag leisten Neue Er-
kenntnisse in der Forschung und eine zunehmend schnellere Ent-
wicklung von Technologien auf diesem Sektor ermöglichen eine
effektive Nutzung des geothermischen Potenzials
Zur Nutzung geothermischer Energie existieren mehrere Möglich-
keiten: die oberflächennahe Geothermie, die Grubenwassergeo-
thermie und die Erschließung der Tiefen Geothermie Der Schwer-
punkt der Erdwärmenutzung in Sachsen liegt gegenwärtig im
Bereich der oberflächennahen Geothermie, aber auch die Anlagen
zur Nutzung des geothermischen Potenzials aus Grubenwasser
nehmen zu Die Tiefengeothermie ist noch im Entwicklungssta-
dium
Aktiver Bergbau | 19
Nutzung geothermischer Energie in Sachsen 2015 (Grafik: LfULG)

Oberflächennahe Geothermie
Ende 2015 existierten in Sachsen 12336 Erdwärmeanlagen mit
einer installierten Gesamtheizleistung von ca 145 MW (Vergleich
Ende 2014: 11883 Anlagen) Der überwiegende Anteil der Anla-
gen dient der Energieversorgung von Ein- und Zweifamilienhäu-
sern Dabei handelt es sich hauptsächlich um Kleinanlagen, wie
Erdwärmesonden-, Brunnen- und Erdkollektoranlagen mit einer
Heizleistung pro Anlage von kleiner 30 kW In den letzten Jahren
nahm auch die Versorgung von großen gewerblichen und industri-
ellen Gebäuden (Heizleistung über 30 kW) zu Diese Großanlagen
dienen der Beheizung und Kühlung von Bürokomplexen, Kinder-
tagesstätten, Schulen und Industriegebäuden Vor allem bei Groß-
anlagen entwickelt sich die Kühlung mittels Geothermie zu einem
wachsenden Nutzungsfaktor
Neben den fachlichen Stellungnahmen für die unteren Wasser-
behörden bei Erlaubnis- und Bewilligungsanträgen von kleinen
Erdwärmeanlagen prüft das LfULG im Besonderen die Anträge zur
Errichtung von Großanlagen mit einer Leistung größer 30 kW so-
wie bei Kühlungszwecken
Für Bohrungen mit einer Tiefe über 100 m besteht nach § 127
Abs 1 BBergG eine Anzeigepflicht beim Sächsischen Oberberg-
amt Das Anzeigeverfahren fand im Jahr 2015 in 167 Fällen
(2014: 202 Fälle) statt
Zur planerischen Unterstützung von Erdwärmesondenvorhaben
erstellt das LfULG seit 2008 den Geothermieatlas Sachsen im
Maßstab 1:50000 (GTK50) Derzeit stehen 18 Kartenblätter im
Internet interaktiv zur Verfügung Im Berichtszeitraum wurden
die im Rahmen des EU-Projektes TransGeoTherm erstellten Geo-
thermieblätter im Maßstab 1:50000 im Internet veröffentlicht
Im Dezember 2014 stellten das Polnische Staatliche Geologische
Institut – Staatliches Forschungsinstitut, Niederschlesische Sek-
tion (PIG-PIB OD) und das LfULG das gemeinsame EU-Projekt
»TransGeoTherm« (Laufzeit seit Oktober 2012) fertig Die EU för-
derte das Projekt im Rahmen des Operationellen Programms der
grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Po-
len in den Jahren 2007 bis 2013 Ziel des Projektes war die Erarbei-
tung und Bereitstellung von Planungsgrundlagen für die Nutzung
der oberflächennahen Geothermie in der sächsisch-polnischen
Neiße-Region sowie die Aufklärung über ihre Möglichkeiten und
ihre Vorteile Ergebnis war die erstmalige Erstellung eines grenz-
20 | Aktiver Bergbau
Jährliche kumulative Entwicklung von Erdwärmeanlagen in Sachsen (Daten und Grafik: LfULG, Abteilung 10 Geologie, PG Geothermie, Stand Dezember 2015)
12 336
12 336
10 777
9 850
9 147
8464
7507
6 779
5 558
4 056
2 739
1 934
1 336
921
630
359
207
81
138
2
4
7
12
24
28
49
1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
13 000
12 000
11 000
10 000
9 000
8 000
7 000
6 000
5 000
4 000
3 000
2 000
1 000
Jahr
Anzahl der Erdwärmeanlagen
94,6%
2,6%
2,0%
0,5%
0,2%
Erdwärmesonden
Erdwärme-Kollektoranlagen
Wasser-Wasser-Anlagen
Direktverdampferanlagen
Grubenwassernutzung
Thermalwassernutzung
Sonstige (nicht näher definiert)
Verteilung der Erdwärmenutzungstypen

überschreitenden hydrogeologisch-geothermischen 3D-Unter-
grundmodells auf der Basis verschiedener Datenquellen Die Pro-
jektpartner leiteten darauf aufbauend hoch aufgelöste Karten der
integralen Wärmeleitfähigkeiten (professional version) sowie der
geothermischen Entzugsleistung (public version) für verschiedene
Tiefenstufen ab Diese stehen im Internet als Planungsinstrument
zur Verfügung (wwwtransgeothermeu) Für die sächsischen
TK25-Blätter Rothenburg (OL) (4655), Niesky-Ost (4755) Görlitz
(4855) und Ostritz (4955) integrierte das Referat Rohstoffgeo-
logie die Karten der geothermischen Entzugsleistung in den säch-
sischen Geothermieatlas
Die im Grundwasser gespeicherte Energie eignet sich auch zum
Heizen und Kühlen von Gebäuden Dies kann z B durch den Bau
von Brunnen und einer entsprechenden Heizungsanlage mit
Wärmetauscher erfolgen Diese Systeme werden als Grundwasser-
wärmepumpen bezeichnet Um bei der Errichtung solcher Anla-
gen den Vorgaben des vorsorgenden Gewässerschutzes gerecht
zu werden, erstellte das LfULG ein »Merkblatt zu Planung, Bau
und Betrieb von Grundwasserwärmepumpen«, welches es im Be-
richtszeitraum um eine Checkliste ergänzte Das Merkblatt steht
im Internet zum Download bereit
(http://wwwumweltsachsen
de/umwelt/geologie/18992htm)
Grubenwassergeothermie
Ein weiteres geothermisches Potenzial stellt die Grubenwasser-
nutzung zur Klimatisierung von Gebäuden dar Diese geothermi-
sche Quelle wird in Sachsen in Gebieten mit gefluteten Bergbau-
revieren erschlossen
Im Juli des Berichtsjahres ließ das Sächsische Oberbergamt den
Regelbetrieb der Geothermieanlage für das Kreiskrankenhaus
Freiberg zu Die Anlage nutzt die Quellwärme des Grubenwassers
aus dem Rothschönberger Stolln, der in etwa 200 m Tiefe unter
dem Standort verläuft Das System besteht aus einer Ammoniak-
Wärmepumpe, die mit einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk
kombiniert ist Das Kreiskrankenhaus spart damit jährlich etwa
350000
Energiekosten ein
Nach dem erfolgreich verlaufenden Leistungspumpversuch im
Jahr 2014 erfolgte die Genehmigung des Betriebsplanantrages
zur heiztechnischen Versorgung von Gebäuden der Westsächsi-
schen Hochschule Zwickau mittels Grubenwassergeothermie Der
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement als
Baulastträger des Freistaates Sachsen beantragte für die geother-
mische Grubenwassernutzung in Zwickau die wasserrechtliche
Genehmigung zur Entnahme von Grundwasser und zur späteren
Einleitung des gehobenen Grundwassers in die Zwickauer Mulde
Tiefengeothermie
Zur verstärkten Erschließung des tiefengeothermischen Potenzials
in Sachsen gründete sich 2009 unter Leitung des LfULG der
»Forschungsverbund Tiefengeothermie Sachsen« Zu dessen Mit-
gliedern gehören neben dem LfULG die Bundesanstalt für Geowis-
senschaften und Rohstoffe, das Geoforschungszentrum Potsdam,
das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik Hannover, das
Sächsische Oberbergamt und die TU Bergakademie Freiberg Der
Verbund untersuchte ausgewählte Gebiete auf die Eignung für
ein mögliches petrothermales Tiefengeothermieprojekt Die Part-
ner vereinheitlichten und bewerteten für drei sächsische Vorzugs-
gebiete (Elbezone, Freiberg, Aue / Bad Schlema) die vorhandenen
geologischen, petrophysikalischen und thermischen Daten Er-
gebnisse der Arbeiten sind verschiedene thematische 3D-Modelle
(geologische, gebirgsmechanische und thermische) sowie der
Abschlussbericht des Forschungsverbundes Die Möglichkeit der
Strom- und Wärmeerzeugung in einem petrothermalen Kraftwerk
durch Tiefbohrungen bis in fünf Kilometer Tiefe ist in allen drei
betrachteten Gebieten gegeben Aufgrund der höchsten berech-
neten Temperaturen in der Zielteufe, der besonders guten Daten-
lage aufgrund des ehemaligen Wismut-Bergbaus und der vermu-
teten hohen Klüftigkeit tiefer Störungszonen konzentrierten sich
weitere Forschungsarbeiten auf das Vorzugsgebiet Aue, konkret
auf das Gebiet um Schneeberg / Bad Schlema Im Berichtszeitraum
interpretierten die Projektpartner die im Jahr 2013 akquirierten
Seismik-Daten und ordneten diese bekannten geologisch-tekto-
nischen Strukturen (z B Verlauf »Roter Kamm«) zu Mithilfe der
Interpretationsergebnisse konnten sie das bestehende 3D-Geo-
logie-Modell der Region fortschreiben und Planungen für den
Bohrverlauf der beabsichtigten Forschungsbohrung Schneeberg
konkretisieren
Aktiver Bergbau | 21

image
22 | Sanierungsbergbau
Sanierungsbergbau
Baugrundvergütung mittels Rüttelstopfverdichtung für die künftige schiffbare
Verbindung zwischen Zwenkauer und Cospudener See

image
Sanierungsbergbau | 23
Das Wirtschaftssystem der DDR war in besonderem Maße auf
Autarkie bei der Versorgung mit mineralischen Rohstoffen aus-
gerichtet So wurde Bergbau in größerer Intensität betrieben, als
dies aus heutiger Sicht in einer wirtschaftlich vernetzten Welt not-
wendig erscheint Die Wiedervereinigung kam für den staatlichen
Bergbau der DDR insoweit unvorbereitet, als viele große Bergbau-
betriebe nicht ordnungsgemäß stillgelegt und Flächen und Hin-
terlassenschaften des Bergbaus nicht nach heutigen Maßstäben
gesichert und saniert worden waren Diese Hinterlassenschaften
des Staatsbergbaus waren zudem nicht wie heute nach Bundes-
berggesetz üblich, durch Sicherheitsleistungen oder durch unter-
nehmerische Rückstellungen abgesichert Der Freistaat Sachsen
stand daher nach der Wiedervereinigung mit der dringend not-
wendigen Sanierung bergbaubedingter Umweltschäden als Erbe
der sozialistischen Staatswirtschaft vor sehr großen Herausforde-
rungen Betroffen von dem Sanierungsbedarf waren insbesondere
die eingestellten Erzbergwerke, der intensive Uranerzbergbau der
Wismut sowie die zahlreichen offen verbliebenen Braunkohlen-
tagebaue Für den Uranerzbergbau und für große Teile der ein-
gestellten Braunkohle- und Erzbergwerke übernahm der Bund als
Gesellschafterin der Bergbauunternehmen Wismut GmbH und der
LMBV die unternehmerische Verantwortung
Heute blicken wir auf eine rund 25 Jahre währende Erfolgsge-
schichte der Bergbausanierung in Sachsen zurück In vielen ehe-
maligen Bergbauregionen gelingt es nur noch mit dem Blick des
Fachmanns, bergbauliche Hinterlassenschaften zu erkennen
Vielerorts sind für Natur, Wirtschaft, Naherholung und Tourismus
attraktive Landschaften des Nachbergbaus entstanden Im Jahr
2015 gab es weitere Fortschritte bei den Sanierungsarbeiten
Sanierung der Wismut GmbH
Grundsanierung Wismut
Im Jahr 1991 übernahm die Bundesrepublik Deutschland die
Gesamtverantwortung für die ehemals zweistaatliche SDAG
Wismut Die über 40 Jahre dauernde Gewinnung und Verarbei-
tung von Uranerzen verursachten tiefgreifende Schädigungen
der Umwelt Hinterlassenschaften waren im Gebiet zwischen der
Sächsischen Schweiz und dem westlichen Thüringen u a 1400 km
offene Grubenbaue, 311 Mio m³ Haldenmaterial und 160 m³
radioaktive Schlämme als Aufbereitungsrückstände Um diese
Hinterlassenschaften nachnutzbar sanieren zu können, richtete
der Bundesgesetzgeber mit dem Wismut-Gesetz vom 12 Dezem-
ber 1991 die Wismut GmbH ein, deren Alleingesellschafterin die
Bundesrepublik Deutschland ist Auftrag und Gesellschaftszweck
des Unternehmens waren und sind die Stilllegungs- und Sanie-
rungsarbeiten zu den Hinterlassenschaften des ehemaligen Uran-
erzbergbaus Das Unternehmen prüft im fünfjährigen Turnus die
für den Unternehmenszweck in der Zukunft noch anstehenden
Aufgaben Nach Prüfung im Jahr 2015 prognostiziert das Unter-
nehmen Langzeitaufgaben, die wenigstens bis zum Jahr 2045
notwendig sind Insgesamt ist für die Sanierung der Hinterlas-
senschaften des Uranbergbaus eine Finanzausstattung von rund
8,0 Mrd
notwendig, die sich etwa zur Hälfte auf die Standorte
in Thüringen und Sachsen verteilt Davon verausgabte das Unter-
nehmen bis zum Ende des Berichtsjahres etwa 6,0 Mrd
Allein im Freistaat Sachsen investierte die Wismut GmbH bis
Ende 2015 über 2,8 Mrd
in die Stilllegung von Bergwerken und
Aufbereitungsanlagen sowie in die Sanierung kontaminierter Be-
triebsflächen Mit den eingesetzten Mitteln hat das Unternehmen
mittlerweile erreicht, dass von den ehemals offenen Grubenbauen
keine Beeinträchtigungen mehr ausgehen und die über Tage vor
25 Jahren noch von Bergbauhinterlassenschaften dominierten
Orte mittlerweile ein Landschaftsbild zeigen, das sich in die Region
einfügt An einigen Standorten sind über Tage noch Sanierungsar-
beiten notwendig Bei der Profilierung und Abdeckung von Halden
hat das Unternehmen bezogen auf den Gesamtaufwand der Sanie-
rung das Endstadium erreicht Umfangreiche Projekte stehen noch
bei der Sanierung Industrieller Absetzanlagen aus der ehemaligen
Erzaufbereitung an Insbesondere diese Projekte stehen vor kom-
plexen Genehmigungsanforderungen Als Langzeitaufgabe der
Wismut GmbH steht vor allem die Wasserbehandlung in den ge-
fluteten Grubenbauen Diese ist notwendig, um das Grubenwasser
abgereichert von radioaktiven Stoffen und von Schwermetallen
in die Oberflächengewässer überleiten zu können Am Ende des
Berichtsjahres hatte die Wismut GmbH über 1 000 Beschäftigte
Bau Hochwasserschutzdeich im Bereich der Industrieellen Absetzanlage Crossen

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Im Grubenrevier Bad-Schlema setzte die Wismut GmbH die Ver-
wahrungsarbeiten auf dem Niveau der Markus-Semmler-Sohle
fort Im Juni 2015 begann die Wismut GmbH mit dem Bau der
Hauptentwässerung der Halde 310 Mit einem 350 m langen Was-
sergraben wird dort künftig das anfallende Oberflächenwasser der
Halde in den Silberbachteich abgeleitet Im August des Berichts-
jahres schloss das Unternehmen die Abdeckung der Halde 309 ab
Für die Abdeckung kamen 116000 t Mineralboden und 13000 t
Kompost zum Einsatz Den Abdeckarbeiten schloss sich der Bau
von Gräben und Gerinnen für die Fassung des Oberflächenwassers
und dem Anlegen von Wirtschaftswegen an Im Poppenwald
bei Bad Schlema baute die Wismut GmbH im zweiten Halb-
jahr 2015 einen Wasserhochbehälter oberhalb des ehemaligen
Schachtes 372 zurück Der Behälter diente seit den 1950er-Jahren
in Verbund mit anderen Anlagen der Versorgung des Reviers mit
Brauchwasser
Am Standort Königstein schloss die Wismut GmbH im Sommer
des Berichtsjahres den Rückbau des Schachtkomplexes 380 / 390
ab Symbolträchtig war zuvor der Fall des letzten Fördergerüstes
der ehemaligen Schachtanlage Die beim Abbruch angefallenen
27500 t Bauschutt und etwa die Hälfte des insgesamt angefalle-
nen Stahlschrottes von 4500 t bauten die Auftragnehmer in die
Schüsselgrundhalde ein
Im Bereich der Halde Crossen stellte die Wismut GmbH den ersten
Abschnitt eines neuen Hochwasserschutzdeiches zur Zwickauer
Mulde fertig Die SDAG Wismut hatte beim Anlegen der Berge-
halde das frühere Deichbauwerk überschüttet und damit auch
kontaminiert Die verschütteten Deichbauwerke ersetzt die Wis-
mut GmbH in mehreren Abschnitten Dabei gewährleistet sie für
den Hochwasserschutz eine stets geschlossene Deichlinie Durch
die von der Zwickauer Mulde rückverlagerte Errichtung des
Bauwerkes gegenüber dem alten Deich entstehen zusätzliche
Retentionsflächen
Im Frühjahr des Berichtsjahres verwahrte die Wismut GmbH Im
Freitaler Revier das Wetterbohrloch 1 Dieses hatte einen Durch-
messer von einem Meter, eine Teufe von 56 m und diente wäh-
rend der Auffahrung des Wismut-Stolln zur Bewetterung Im Mai
2015 begann das Unternehmen mit dem Rückbau der Wasser-
aufbereitungsanlage Dresden-Gittersee Die Anlage diente bis
zur Inbetriebnahme des Wismut-Stollns im September 2014 zur
Behandlung des Grubenwassers aus dem Revier Seit 1995 berei-
tete die Anlage insgesamt fast 10 Mio m³ Flutungswasser auf
Die Abbruchmassen aus den Betonbecken und den Betriebsge-
bäuden lagerte die Wismut GmbH auf der Schüsselgrundhalde
ein Den Rückbaubereich stellte sie mit der Verfüllung von Boden
und der Konturierung fertig
24 | Sanierungsbergbau
oben: Rückbau der Wasseraufbereitungsanlage Dresden-Gittersee
unten: Sanierungsarbeiten an der Nordostböschung der Halde 54
in Johanngeorgenstadt
oben: sanierte Halde 309 in Bad Schlema
unten: Aufwältigung auf dem Niveau Markus-Semmler-Stolln
im Grubenrevier Bad Schlema

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Sanierung nach dem Verwaltungsabkommen
Wismut-Altstandorte
Die von der Wismut GmbH mit dem Wismutgesetz übernomme-
nen Verpflichtungen umfassen nicht die Hinterlassenschaften aus
Bergbaubetrieben, die die SAG- / SDAG-Wismut bereits vor dem
Jahr 1963 eingestellt hatten Das Wismutgesetz greift dazu ein
Abkommen zwischen der ehemaligen UdSSR und der ehemaligen
DDR vom 7 Dezember 1962 auf, dass die SDAG seinerzeit bereits
von solchen Pflichten freistellte Seit dem Jahr 2003 finanzieren
die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Sachsen diese
so genannten Wismut-Altstandorte paritätisch über ein Verwal-
tungsabkommen Das zunächst mit einer Laufzeit für die Jahre
2003 bis 2012 und einem Finanzvolumen in Höhe 78 Mio
geschlossene Abkommen verlängerten die Vertragspartner im
Jahr 2013 mit einem Ergänzenden Verwaltungsabkommen zur
Sanierung der sächsischen Wismut-Altstandorte Dieses Abkom-
men hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2022 und ist wieder mit einer
paritätischen Finanzierung und einem Finanzvolumen in Höhe
von 138 Mio
ausgestattet
Die Wismut GmbH setzte als Projektträgerin im Auftrag der Bun-
desrepublik Deutschland und des Freistaates Sachsen im Jahr
2015 zur Sanierung der Wismut-Altstandorte Mittel in Höhe von
14,0 Mio
ein Der Mitteleinsatz verteilte sich auf 78 Projekte, die
in 25 Gemeinden lagen
Im Juli 2015 beendete die Wismut GmbH nach gut dreijähriger
Arbeit die Sanierungstätigkeit an der Nordostböschung der Halde
54 in Johanngeorgenstadt Der Sanierungsstandort diente vorü-
bergehend zur Masseneinlagerung von anderen Standorten Auf
der endabgedeckten Halde stellte das Unternehmen das frühere
Wegenetz mit dazugehörigem Entwässerungssystem wieder her
Während des Abschlusses der Maßnahmen begann die Wismut
GmbH die Rodung der noch zur Sanierung anstehenden Südost-
böschung Halde 54 Ebenfalls im Juli 2015 begann das von der
Wismut GmbH beauftragte Unternehmen in Johanngeorgenstadt
mit der Sanierung der Betriebsfläche des Objektes 98, der ehe-
maligen Erzwäsche und -aufbereitung am Standort Durch die
frühere Nutzung sind dort flächenhaft ausgeprägte radioaktive
Kontaminationen vorhanden Die Sanierung hat den Aushub und
die Abdeckung der kontaminierten Massen sowie die Beseitigung
der Reste alter baulicher Anlagen und eine Tiefbunkeranlage zum
Gegenstand
In der Gemeinde Breitenbrunn setzte die Wismut GmbH die Arbei-
ten zur Grubenbauverwahrung im Bergschadensgebiet Rabenberg
an mehreren Stellen fort In diesem touristisch stark genutzten Ge-
biet waren die SAG- / SDAG-Wismut intensiv bergmännisch tätig
In der Gemeinde Raschau-Markersbach verwahrte die Wismut
GmbH mehrere Tagesbrüche im Bereich des ehemaligen Schur-
fes 57 Entlang der tagesnahen Gänge 57 und 57a erstreckt
sich dort eine 300 m lange Bruchzone mit zahlreichen, bis zu
15 m tiefen Tagesbrüchen Zur Vorbereitung der Verwahrung
erkundete das Unternehmen das Gebiet mit Bohrungen
Im Revitalisierungsgebiet Freital Saugrund begann die Wismut
GmbH im September 2015 mit der Sanierung der letzten der vier
ehemaligen Industriellen Absetzanlagen (IAA) am Standort, dem
Teich 4 Die SDAG Wismut spülte dort zwischen 1958 und 1960
Rückstände der chemischen Erzaufbereitung ein Nach der Einstel-
lung des Betriebes blieb der Teich sich weitgehend selbst überlas-
sen Über dem größeren Teil der Absetzanlage hat sich dauerhaft
ein Wasserspiegel ausgebildet Die Sanierungsarbeiten dienen vor
allem der Beseitigung der erhöhten Umweltradioaktivität und der
dauerhaften Gewährleistung des Hochwasserschutzes für das
anliegende Großunternehmen und die Stadt Freital
Im September des Berichtsjahres begann die Projektträgerin im
Grubenrevier Schneeberg mit der Sanierung der Stollenabschnitte
A und C des Markus-Semmler-Stolln Der Stollen ist die zentrale
Anlage zur Ableitung des Grubenwassers Die SAG- und SDAG-
Wismut hatten den in früheren Bergbauepochen errichteten
Stollen zwischen 1946 und 1956 als zentralen Zugang zum
Grubenbau genutzt sowie erheblich um- und ausgebaut Ziele
der Sanierung sind die Beseitigung von verbruchgefährdeten Be-
reichen und die Herstellung der dauerhaft sicheren Befahrbarkeit
und Wasserableitung
Im November 2015 begann die Wismut GmbH in Annaberg-Buch-
holz, Ortsteil Kleinrückerswalde mit der Grubenbauverwahrung im
Bereich der Schächte Uranus I, II und III Umfangreiche Bohr-
arbeiten im Jahr 2014 ergaben, dass die Grubenbaue nur unzu-
reichend verwahrt sind Die zwischen 1947 und 1959 angelegten
Bergbauanlagen liegen im bebauten Bereich der Ortslage Die bis
in das Jahr 2017 geplanten Arbeiten dienen der Verwahrung der
Schachtstandorte und dem Teil des Grubenbaues, der sich unter
der Großen Uranushalde befindet
Sanierungsbergbau | 25
Verwahrungsarbeiten im Bereich der tagesnahen Gänge 57 und 57a

Im Dezember des Berichtsjahres beendete die Wismut GmbH
nach zehn Jahren Laufzeit die Sanierungsarbeiten im ehemaligen
Schurfgebiet Sehmatal südlich von Bärenstein In diesem Gebiet
nahm die SAG Wismut zwischen 1948 und 1951 umfangreiche
Erkundungen auf Uranerz vor Als Hinterlassenschaften verblieben
rund 40 Objekte mit Sanierungsbedarf Die seinerzeit angelegten
Schächte und Schürfe erhielten nach Einstellung der Erkundungs-
arbeiten regelmäßig nur Abdeckungen aus Grubenschienen und
Holz Im Laufe der Jahre gingen diese Abdeckungen zunehmend
zu Bruch, wodurch sich für Nutzer eine steigende Gefährdung er-
gab Mit der in zwei Etappen (2006 bis 2009 und 2013 bis 2015)
vorgenommenen Sanierung ist die öffentliche Sicherheit in die-
sem Bereich wieder vollständig hergestellt
Sanierungsarbeiten im ehemaligen
Zinnerz- und Spatbergbau
Sanierungsträger im ehemaligen sächsischen Zinn- und Spat-
bergbau ist die bundeseigene LMBV mit dem 2014 angeglieder-
ten Bereich Kali-Spat-Erz Damit ist die LMBV für die Stilllegung
und Verwahrung der untertägigen Bergwerke, deren Förderung
1990 und 1991 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden
musste, verantwortlich An einzelnen Standorten sind private
Rechtsnachfolger der ehemals Bergbautreibenden, die ihre Ge-
winnungstätigkeit nach der deutschen Wiedervereinigung einge-
stellt hatten, als Sanierungsträger tätig
Auf der Industriellen Absetzanlage Lengenfeld nahm die LMBV
im Berichtsjahr den Einbau von kontaminiertem Material aus
dem Ersatzneubau der Grundwassermessstelle 3 vor Der Einbau
erfolgte in einem für leicht radioaktive Materialien vorgesehe-
nem Bereich
Für den Standort Altenberg plante die LMBV die dauerhafte
Schachtkopfsanierung und Gebäudesicherung der Römerschach-
truine Ziel der Maßnahme ist, die offene Schachtröhre vor un-
befugtem Betreten und gegen Absturz zu schützen Gleichzeitig
sollen die Wetterwegsamkeit des Grubenbaus und die als Kultur-
denkmal unter Denkmalschutz stehende Römerschachtruine in
ihrem Bestand erhalten bleiben
Sanierung Braunkohlenbergbau
Die LMBV ist als Bundesunternehmen Rechtsnachfolgerin der
nach der Wiedervereinigung nicht privatisierungsfähigen Braun-
kohlenbetriebe und für diesen Bereich Unternehmerin im Sinne
des Bundesberggesetzes Damit trägt das Unternehmen die Ver-
antwortung für den größten Teil der Hinterlassenschaften der
Braunkohlenwirtschaft der ehemaligen DDR Konkret haben die
Rechtsvorgängerinnen der LMBV im Jahr 1991 einen Bestand von
Tagebauen übernommen, aus dem mittlerweile 120 Restseen,
davon 42 im Freistaat Sachsen, entstanden sind Dazu kamen
zahlreiche angeschlossene Industrieanlagen zur Energiegewin-
nung und Rohstoffveredlung Diese hat das Unternehmen mitt-
lerweile überwiegend zurückgebaut oder zum kleineren Teil in
andere Nutzungen überführt Für die sächsischen Teile der Lausitz
und Mitteldeutschlands wendeten die Bundesrepublik und der
Freistaat Sachsen für die Braunkohlesanierung seit 1991 nahezu
4,1 Mrd
€,
davon 1,005 Mrd
sächsische Landesmittel auf
Für bereits vor der Wiedervereinigung endgültig eingestellte
Braunkohlenbetriebe trägt die LMBV keine bergrechtliche Ver-
antwortung Soweit auf oder von den Flächen der eingestellten
Betriebe Gefahren bergbaulichen Ursprungs ausgehen, ist das
Sächsische Oberbergamt die für den Freistaat Sachsen zuständige
Behörde nach dem Sächsischen Polizeigesetz Damit kann die
Behörde alle erforderlichen Maßnahmen anordnen, die zur Ab-
wendung von Gefahren bzw der Aufrechterhaltung oder Wieder-
herstellung der öffentlichen Sicherheit notwendig sind Die wich-
tigsten Schutzgüter der öffentlichen Sicherheit, Leben, Gesundheit
und Eigentum, stehen dabei im Mittelpunkt der Bewertungen
Mit einem Teil der für die Braunkohlesanierung eingesetzten
Mittel verfolgt der Freistaat Sachsen das Ziel, den Folgenutzungs-
standard um die Tagebaurestseen zu erhöhen Schlüsselprojekte
sind dabei die Herstellung schiffbarer Verbindungen zwischen den
Seen und die weitere Ausstattung der Bergbaufolgeseen mit einer
Grundinfrastruktur Die Maßnahmen haben das Ziel, die Bergbau-
folgelandschaft insbesondere für die touristische Folgenutzung
attraktiv zu machen Dazu möchte der Freistaat Sachsen in den
nächsten Jahren weitere Investoren gewinnen, die um die Tage-
baurestseen weitere touristische Angebote schaffen
Organisation der Braunkohlesanierung
Die Bundesrepublik Deutschland und die Braunkohlenländer
finanzierten die Braunkohlesanierung im Jahr 2015 im dritten
Jahr aus dem Vierten ergänzenden Verwaltungsabkommen (VA V
Braunkohlesanierung) vom 9 Oktober 2012 Im Berichtszeitraum
setzten die Finanziers im Freistaat Sachsen Sanierungsmittel von
etwa 110 Mio
(Vergleich 2014: 100 Mio
€)
ein
Die Sanierungsmittel standen für die drei Programmteile des Ver-
waltungsabkommens zur Verfügung:
die Grundsanierung im Rahmen der Rechtsverpflichtungen der
LMBV (§ 2 des Verwaltungsabkommens) mit der Finanzierung
der Ausgaben von 75 Prozent durch den Bund und 25 Prozent
durch das Land,
die Abwehr von Gefährdungen im Zusammenhang mit dem
Wiederanstieg des Grundwassers (§ 3 des Verwaltungsabkom-
mens) sowie sonstige Maßnahmen mit der Finanzierung der
Ausgaben von je 50 Prozent durch den Bund und das Land und
die Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards
(§ 4 des Verwaltungsabkommens) mit der Finanzierung der Aus-
gaben durch das Land und Eigenmitteln der Vorhabensträger
Der Bund und die Länder treffen die grundsätzlichen Entschei-
dungen zur Umsetzung des Verwaltungsabkommens im StuBA
Der Freistaat Sachsen ist in dem Ausschuss durch das SMWA
und das SMUL vertreten Der StuBA trifft sich vierteljährlich zu
Beratungen, in denen er zu den geplanten größeren Maßnah-
men der Programmteile § 2 und § 3 des Verwaltungsabkommens
entscheidet Zur Unterstützung unterhält er die Bund-Länder-
Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung Die 15 Mitarbeiter
26 | Sanierungsbergbau

image
der Geschäftsstelle übernehmen für die Finanziers in wesentlichen
Teilen das vor- und nachlaufende wirtschaftliche sowie techno-
logische Controlling für alle Projekte
Projektkonkrete Entscheidungen zur Genehmigung im mittleren
und kleinen Umfang und zum Programmteil § 4 VA Braunkohle-
sanierung treffen die in den Sanierungsbereichen Ostsachsen
und Westsachsen eingerichteten Sanierungsbeiräte Diese geben
weiterhin Empfehlungen an den StuBA In den Sanierungsbei-
räten waren im Berichtszeitraum das Sächsische Oberbergamt, die
Landesdirektion Sachsen und der jeweilige Regionale Planungs-
verband stimmberechtigt Jeweils eine § 4-Arbeitsgruppe in den
beiden Sanierungsbereichen geben an die Regionalen Sanierungs-
beiräte Empfehlungen zur Umsetzung von Maßnahmen zur Erhö-
hung des Folgenutzungsstandards
Der anhaltende und großflächig erst teilweise abgeschlossene
Grundwasserwiederanstieg nach Einstellung der Entwässerungs-
maßnahmen der Braunkohlenwirtschaft zu Beginn der 1990er
Jahre hat in den letzten Jahren an verschiedenen Stellen zu Beein-
trächtigungen der Standsicherheit der Geländeoberfläche geführt
Das betrifft vor allen Dingen beim Braunkohlenabbau in den ehe-
maligen Tagebauen geschüttete Innenkippen Diese weisen eine
geringere Lagerungsdichte als natürlich gewachsener Boden auf
Beim Grundwasserwiederanstieg kann sich bei den Innenkippen
durch das eingelagerte Wasser ein erhöhter Porendruck ergeben,
der zur Instabilität der Kippen führt Erschütterungen können
dann zum Versagen der Kippen führen Folgen können Grundbrü-
che, im ungünstigen Fall mit großflächigen Rutschungen sein Um
den latenten Gefahren zu begegnen ist es erforderlich, betroffene
Bereiche näher zu untersuchen und nötigenfalls zu sanieren Von
den notwendigen Gefahrenabwehr- und Sanierungsmaßnahmen
um die älteren Tagebaurestseen sind mittlerweile eine größe-
re Anzahl von Anwohnern, Gewerbetreibenden und sonstigen
Nutzern betroffen Dabei kommt es zu Einschränkungen durch
Sperrungen, Betretungs- und Nutzungsverbote oder notwendige
bauliche Veränderungen Mit der Ausführung der Arbeiten hat das
Sächsische Oberbergamt die LMBV als Projektträgerin beauftragt
Personen, die durch Gefahrenabwehrmaßnahmen betroffen sind,
steht für die ihnen durch Maßnahmen entstandene Schäden eine
angemessene Entschädigung zu Das Sächsische Oberbergamt
und die LMBV haben Einzelheiten in einer sogenannten Polizei-
vereinbarung festgelegt Gemeinsames Ziel ist die zügige Ent-
schädigung Betroffener Ansprechpartner zur Geltendmachung
der Ansprüche ist die LMBV
Der Freistaat Sachsen bedient sich der LMBV zum überwiegenden
Teil auch als Projektträgerin für die Maßnahmen zur Erhöhung
des Folgenutzungsstandards nach § 4 VA Braunkohlesanierung
Hierzu haben das Sächsische Oberbergamt und die LMBV für
die Laufzeit des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanie-
rung im Zeitraum 2013 bis 2017 eine Vereinbarung geschlossen
Sanierungsbergbau | 27
Sanierte Ostuferböschung am Silbersee

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Aktuelle Entwicklungen der Braunkohlesanierung
Die LMBV hatte am Ende des Berichtszeitraumes etwa 680 aktiv
Beschäftigte und 40 Auszubildende 254 Beschäftigte waren da-
von im Freistaat Sachsen tätig
Die außer Betrieb genommenen Tagebaue sind mittlerweile voll-
ständig geflutet oder befinden sich in Einzelfällen in der Schluss-
phase der Flutung Die früheren Industrieanlagen sind zurückge-
baut oder dienen heute anderen Nutzungen Die Schwerpunkte
der künftigen Sanierungstätigkeit sind auf die Sicherung und
Gewährleistung der Standsicherheit von Kippenbereichen und
die Gewässergüteentwicklung ausgerichtet Zur Gefahrenabwehr
wegen des Grundwasserwiederanstiegs stehen Komplexmaßnah-
men und Einzelobjektsicherungen gegen die Vernässung und zur
dauerhaften Gewährleistung der geotechnischen Standsicherheit
im Mittelpunkt
Im Berichtsjahr arbeitete die LMBV, u a auch in Kooperation mit
Vattenfall, verstärkt an Maßnahmen zur Gewässergüteverbesse-
rung der Spree Seit dem Jahr 2012 setzte im tagebaunahen Be-
reich der Spree und ihrer südlichen Zuflüsse eine zunehmende
Eisenbelastung durch diffusen Eintrag von Grundwasser ein, die
mit einer Braunfärbung des Flusswassers einhergeht Diese Ver-
ockerung hat geologische und bergbaugeschichtliche Ursachen
Im Boden der Lausitz gibt es verbreitet natürliche Vorkommen der
Minerale Pyrit und Markasit, chemische Verbindungen von Eisen
und Schwefel Durch die Braunkohletagebaue und die großflä-
chige Grundwasserabsenkung im 20 Jahrhundert verwitterten
Eisensulfide im erheblichen Umfang zu Eisenhydroxiden und Sul-
faten Der aktuelle Grundwasserwiederanstieg führt großräumig,
aber von Ort zu Ort in unterschiedlichem Umfang zum Eintrag der
Umsetzungsprodukte in die Flüsse und Seen der Lausitz
Bei Spreewitz errichtete die LMBV nach Zulassung durch das
Sächsische Oberbergamt im Dezember 2014 die ersten Elemente
einen größeren Abfangriegels zur Behandlung des eisenhaltigen
Grundwassers Dazu errichtete sie zwei Pilotfilterbrunnen mit
einer Tiefe von 16 bzw 19 Metern Nach einem Test der Brunnen
einschließlich des angeschlossenen Rohrleitungssystems fand im
Dezember 2015 die automatisierte Gesamtinbetriebnahme statt
28 | Sanierungsbergbau
Erschlossener Strandbereich am Partwitzer See
Unterzeichnung »Rahmenvereinbarung Zwischennutzung Seen in Sachsen«
durch die Geschäftsführung der LMBV und den Staatsminister für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr

Eine Rohrleitung leitet das eisenhaltige Grundwasser über 5,5 km
in die Grubenwasserbehandlungsanlage von Vattenfall am Stand-
ort Schwarze Pumpe
Der Geschäftsführer der LMBV Klaus Zschiedrich und Sachsens
Wirtschaftsminister Martin Dulig schlossen am 18 Juni 2015 die
»Rahmenvereinbarung Zwischennutzung Seen in Sachsen« Die
Vereinbarung legt die Bedingungen für eine touristische Nutzung
der sächsischen Tagebaurestseen vor deren endgültiger Fertig-
stellung fest Sie sichert einerseits den Vorrang noch notwendiger
Sanierungsmaßnahmen gegenüber der Zwischennutzung durch
die Kommunen Andererseits schafft die Vereinbarung verläss-
liche Bedingungen für die Anliegerkommunen und potenzielle
Investoren, Maßnahmen zur Folgenutzung umsetzen zu können
Weitere Schwerpunkte der Grundsanierung
nach § 2 des Verwaltungsabkommens
An mehreren Bergbaufolgeseen im sächsischen Teil des Lausitzer
und Mitteldeutschen Braunkohlereviers setzte die LMBV im Be-
richtsjahr wasserwirtschaftliche Maßnahmen zur Verbesserung
der Gewässergüte fort In den Seen sind wegen der regelmäßig
niedrigen ph-Werte des aufgehenden Grundwassers aus geflu-
teten Innenkippen Neutralisationsmaßnahmen notwendig Einen
Beitrag zur Neutralisation leistet das aus den aktiven Tagebauen
eingeleitete Sümpfungswasser Die LMBV ergänzt die Neutrali-
sation durch Zugabe von Kalkmilchsuspension Für die Seen, die
künftig als Hochwasserpuffer dienen, ist die Neutralisation eine
genehmigungsrechtliche Voraussetzung, um Wasser aus den
Bergbaufolgeseen über Ablaufbauwerke wieder in die Fließgewäs-
ser abzuleiten
Im Scheibesee begann die LMBV im Juni 2015 ein Pilotvorhaben
zur Behandlung von saurem Seewasser Die Entsäuerung des
Seewassers soll dabei über eine getauchte Schwimmleitung mit
Düsen (GSD-Verfahren) erfolgen Dazu entnahm die LMBV im
Frühsommer 3,7 Mio m³ Wasser und reicherte dieses vor Rück-
leitung mit Kohlendioxid sowie einer Kalksuspension an Das mit
Kohlendioxid angereicherte Wasser brachte sie am Seegrund in
einer Tiefe von 40 m, die Kalksuspension oberflächennah in acht
bis zehn Metern Tiefe ein Die üblichen Herbst- und Frühjahrsstür-
me vermischen den Wasserkörper auf natürliche Weise Dadurch
entsteht die Pufferung mit einem ph-Wert, welcher für die Über-
leitung des Wassers in die Kleine Spree notwendig ist Ziel des
Verfahrens ist es, mit einmaliger Behandlung eine ausreichende
Pufferung für mehrere Jahr zu erreichen Die Pilotmaßnahmen
sollen weiter dazu dienen, die Anwendung im großtechnischen
Maßstab nachzuweisen Weiterhin schloss die LMBV am See die
Verwahrung von Filterbrunnen ab Im Tagebaugebiet kam gegen
Ende des Berichtsjahres die Herstellung der Trittsicherheit mit-
tels Einbringen von Geogittern östlich der Ortsverbindungsstraße
Halbendorf-Trebendorf zum Abschluss Im Tagebau Spreetal setz-
te die LMBV zur Beseitigung bestehender Grundbruchgefahren ab
dem 3 Quartal die Erhöhung der Tieflage »Terra Nova« fort Weiter
begann das Unternehmen mit dem Abtrag von Überhöhen bei den
nicht gesicherten Inseln Am Berzdorfer See nahm die LMBV seit
Anfang des Jahres die Sicherung des Steilböschungssystems un-
terhalb von Deutsch-Ossig vor Durch das Hochwasser im August
2010 kam dort die Böschung in Bewegung Die LMBV ließ die Bö-
schung durch ein Stützkörpersystem aus Gabionen sichern Dazu
verbaute das beauftragte Unternehmen über 18000 t Steine
Im Berichtsjahr setzte die LMBV die im November 2014 begon-
nene Baugrundvergütung für die künftige schiffbare Verbindung
zwischen dem Zwenkauer und Cospudener See fort Die Verbin-
dung soll sowohl der Wasserhaltung als auch touristischen Zwe-
cken dienen Die Umsetzung erfolgte deshalb über einen Finanzie-
rungsschlüssel im Rahmen der Grundsanierung nach § 2 und der
Erhöhung des Folgenutzungsstandards nach § 4 des Verwaltungs-
abkommens Die Auftragnehmer der LMBV schlossen die Rüttel-
stopfarbeiten bis zum Ende des Berichtsjahres fast ab Gegenstand
der Arbeiten auf einer Fläche von 70000 m² war die Errichtung
von mehr als 14000 Rüttelstopfsäulen mit einer Tiefe von 19 bis
25 m und weiterer 3400 Kiessäulen als Drainage für die spätere
Grundwasserhaltung mit einer Tiefe von 19 m Am Zwenkauer See
stellte die LMBV im März 2015 das Hochwasser-Auslaufbauwerk
zur Weißen Elster fertig Das Bauwerk besteht aus einem knapp
100 m langen zweizügigen Rahmendurchlass sowie einem 370 m
langen Zulaufgraben bzw nach dem Auslaufbauwerk über einen
50 m langen Auslaufgraben in die Weiße Elster Am See nahm die
LMBV umfangreiche Holzungsarbeiten im Böschungsbereich und
über der Wasseroberfläche vor
Weitere Schwerpunkte der Abwehr von Gefährdungen durch
den Grundwasserwiederanstieg nach § 3 des Verwaltungs-
abkommens
Im Berichtsjahr schloss die LMBV die etwa fünfjährige Komplex-
maßnahme zur Sanierung der Ostuferböschung des Silbersees
ab Der gesamte Böschungsbereich ist für die weitere Nutzung
als Bahntrasse standsicher hergestellt Zu Beginn des Berichtsjah-
res ließ die LMBV dort noch Restarbeiten zur Böschungsprofilie-
rung vornehmen Nach Abschluss der Arbeiten war die Freigabe
der Strandbereiche am See möglich In der Gemeinde Spreetal,
OT Neustadt errichtete die LMBV einen neuen Entwässerungsgra-
ben Der auf einer Länge von 600 m errichtete Graben hat eine
Sohl- und Böschungsfußsicherung aus Wasserbausteinen und ei-
ner geotextilen Trennlage, zwei Durchlässe mit einer Gesamtlänge
von 75 m und ein Schöpfbauwerk Der Graben dient wesentlich
dazu, die aufgetretenen Vernässungsprobleme an der Wohnbe-
bauung im Ortsteil zu beheben Neben seiner Hauptfunktion soll
der Graben künftig auch als Abfangelement zur Aufnahme von
eisenhaltigem Wasser vor dessen Behandlung in einer Gruben-
wasserreinigungsanlage dienen
Sanierungsbergbau | 29

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Die Komplexsanierung des Knappensees
Der Knappensee ist aus dem ehemaligen Tagebau Werming-
hoff I entstanden Die Flutung des Restloches fand ab Mai
1945 nach Beschädigung von Sperrbauwerken und Extrem-
niederschlägen durch unkontrollierte Überleitung aus anderen
Oberflächengewässern statt Bereits im Jahr 1946 hatte der See
seinen Endwasserstand erreicht Am See fanden in den folgen-
den Jahrzehnten punktuell Sanierungsmaßnahmen statt, die
insbesondere dem Ausbau als Hochwasserschutzspeicher dien-
ten In den 1960er Jahren entwickelte sich der See zu einem
beliebten Naherholungsgebiet Er war damit der erste größere
touristisch nachgenutzte Bergbaufolgesee im Lausitzer Revier
Die LMBV lässt im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes
fortlaufend großflächig den Wiederanstieg des Grundwassers
und die sich daraus entwickelten Gefährdungen untersuchen
Aus dem sich nach Einstellung der großflächigen Absenkung
eingestellten Grundwasserstand bzw den künftigen Progno-
sen zum Endwassergrundstand ergab sich insbesondere für
verschiedene unsanierte Kippenbereiche um die Tagebaufolge-
seen eine neue Risikobewertung Davon waren und sind auch
Kippen im Umfeld des Knappensees betroffen Auf Grundlage
eines Geschäftsbesorgungsvertrages stellte die LMBV für die
Sanierung des Knappensees ein Konzept auf Dieses sieht über
den Zeitraum von etwa acht Jahren die vollständige Sanierung
gefährdeter Bereiche an und um den See vor Über den größe-
ren Zeitraum der Sanierung ist die vollständige Sperrung des
Sees und der Uferbereiche notwendig
Die Sanierung hat erhebliche Eingriffe in die Eigentumsrech-
te von Anwohnern und Freizeitnutzern des Sees zur Folge
Während der Sanierung müssen wegen der Gefahr größerer
Setzungsfließereignisse eine größere Anzahl von Personen auf
Ersatzwohnungen ausweichen Im erheblichen Umfang war
bereits der Rückbau von Anlagen auf Wochenend- und Frei-
zeitgrundstücken notwendig Gewerbetreibende und Vereine
mussten ihre Tätigkeit vorübergehend an andere Stellen im
Lausitzer Seenland verlagern Für den stark überwiegenden
Teil der Betroffenen schloss die LMBV Entschädigungsver-
einbarungen ab Das Sächsische Oberbergamt bewertete die
beabsichtigten Vereinbarungen vor Vertragsschluss nach den
Entschädigungsgrundsätzen des Sächsischen Polizeigesetzes
und gab dazu gegenüber der LMBV einzelfallbezogene Stel-
lungnahmen ab Dazu waren in mehreren Fällen umfangreiche
Abstimmungen mit den Betroffenen notwendig
Im Jahr 2015 setzten Auftragnehmer der LMBV die Ende des
Vorjahres begonnenen seeseitige Rütteldruckverdichtungen
(RDV) am Ostufer des Sees fort Dazu setzten sie zwei RDV-
Komplexe ein Die Arbeiten haben das Ziel der Errichtung eines
versteckten Dammes, der die Böschungs- und Kippensysteme
ausreichend stabilisiert Bei den Verdichtungsarbeiten traten
gehäuft Grenzwertüberschreitungen von Porenwasserdrücken
auf Um größere durch die Arbeiten initiierte Setzungsfließen
zu vermeiden, waren deshalb erhebliche Unterbrechungen bei
der Verdichtung notwendig Den Sanierungsplan konnten die
beauftragten Unternehmen im Berichtsjahr dennoch einhalten
Der Schwerpunkt der Sanierungstätigkeit im mitteldeutschen
Braunkohlerevier lag im Berichtsjahr auf dem Gewässerausbau
des Lobers und der kleineren Fließgewässer in seinem Einzugs-
gebiet Im Stadtgebiet von Delitzsch konzentrierten sich die Si -
cherungsmaßnahmen auf Wohngebäude in Vernässungsgebieten
Die Sicherungsmaßnahmen umfassten dort die Errichtung von
Betonwannen für Gebäude, das Verfüllen von Kellern und Haus-
anhebungen
Schwerpunkte zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards
nach § 4 des Verwaltungsabkommens
Der Freistaat Sachsen fördert im laufenden Verwaltungsabkom-
mens V vielfältige Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungs-
standards Über Maßnahmevorschläge, die von Städte und Ge-
meinden sowie anderen privaten Vorhabensträgern kommen,
nimmt das Sächsische Oberbergamt die regionalen Interessen aus
den Braunkohlenregionen auf Über die mit der Vorbereitung und
Sachentscheidung beauftragten Gremien (Regionale Sanierungs-
beiräte; § 4-Arbeitsgruppen) finden die Priorisierung und der
Interessenausgleich zwischen den Kommunen statt
30 | Sanierungsbergbau
Seeseitige Rütteldruckverdichtung am Knappensee

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image
image
Zentrale Maßnahmen sind weiterhin verschiedene Schlüsselpro-
jekte zur Schiffbarmachung hydraulisch erforderlicher Gewässer-
verbindungen und der Tagebaurestseen Daneben setzt die LMBV
als Projektträgerin subsidiär zu anderen Förderprogrammen
weitere Maßnahmen, wie Anlagen von Hafenbecken, Molen,
Kaimauern, einfachen Marinas mit Liegeplätzen, öffentliche Sa-
nitätseinrichtungen, Anschlüsse für Elektrizität, Trinkwasser und
Abwasser sowie Wegebaumaßnahmen um Einen Teil der Mittel
stellt das Sächsische Oberbergamt zur Kofinanzierung des kom-
munalen Straßenbaus auf Grundlage der Richtlinie Kommunaler
Straßenbau (RL-KStB) zur Verfügung Für den Programmteil ste-
hen im laufenden Verwaltungsabkommen wenigstens 57 Mio
zur Verfügung
Als zentrale Maßnahme im Lausitzer Seenland schloss die LMBV
im Berichtsjahr den Bau der schiffbaren Verbindung Spreetal-
Sabrodter See (Überleiter 1) ab Die 2 750 m lange Gewässerver-
bindung dient neben der hydraulischen Funktionen zur Regulie-
rung der Wasserstände dem Anschluss des Spreetaler Sees an die
bereits über mehrere Kanalverbindungen erschlossene Restloch-
kette Damit eröffnet sich für die Folgenutzung am Spreetaler See
ein erhebliches Potenzial zur Entwicklung des Wassertourismus
Für die angestrebte touristische Folgenutzung am größten Teil der
Tagebaurestseen sind qualifizierte Anforderungen zur Herstellung
des Gemeingebrauchs und der Schiffbarkeit zur erfüllen Das be-
trifft insbesondere Betonnungsmaßnahmen Zur Erfüllung der
Anforderungen arbeitete die LMBV im Jahr 2015 am Partwitzer,
Geierswalder, Bärwalder und Berzdorfer See
Im mitteldeutschen Braunkohlenrevier stand die in 15 Jahren
§ 4-Förderung größte Maßnahme, der Bau der Schiffbaren Kanal-
verbindung (kurz) zwischen Cospudener und Zwenkauer See, im
Mittelpunkt Aufgrund der Mischfunktion des Bauwerkes zur hy-
draulischen Regulierung der Wasserstände und der Nutzbarkeit
für die Schiffs- und Bootsverkehr findet die Finanzierung anteils-
mäßig über § 4 des Verwaltungsabkommens statt Zum Abschluss
kamen im Berichtsjahr als größere Maßnahmen der Wegebau zur
weiteren Erschließung des Störmthaler Sees und der östliche und
nördliche Straßenanschluss mit Parkplatz für den Werbeliner See
Umfangreichere Arbeiten fanden zudem zur Infrastrukturellen
Anbindung des Bockwitzer Sees, zur Schiffbarmachung der Pleiße
vom Connewitzer Wehr bis Agra Wehr und zur Herstellung des
Gemeingebrauchs und der Schiffbarmachung am Störmthaler
und Zwenkauer See statt
Die LMBV und das Sächsische Oberbergamt berichten zu den
§ 4-Maßnahmen jährlich mit der Broschüre »Impulse für die
Regionalentwicklung in Sachsen« Die Broschüre steht u a über
das Fachportal »Bergbau in Sachsen«
(http://wwwbergbausach-
sende/8193html) zur Verfügung
Sanierungsbergbau | 31
oben: seeseitige Holzungsarbeiten im Zwenkauer See
Loberausbau in Delitzsch – Bau eines Spülschachtes
unten: nördlicher Straßenanschluss für den Werbeliner See

image
32 | Altbergbau
Altbergbau
Schrägbohrung zur Herstellung der Wasserabtragsfähigkeit
im Grubengebäude Breitenbrunn

image
Altbergbau | 33
Das heutige Gebiet des Freistaates Sachsen verdankt wesentli-
che Entwicklungen auch mehreren Bergbauperioden Vom säch-
sischen Bergbau gingen immer wieder technische Innovationen
aus Bergrecht und Bergverwaltung waren Impulsgeber für an-
dere auflebende europäische Bergbaureviere Insbesondere die
Gewinnung von Silber brachte dem Land zwischen Ende des 12
bis Mitte des 16 Jahrhunderts Wohlstand Jede Bergbauperiode
ging mit intensiver Erzsuche und -gewinnung einher Zuerst nahe
der Erdoberfläche, mit den sich entwickelnden technischen Mög-
lichkeiten im tiefer, richtete sich die Gewinnung auf Silbererze,
danach auf eine Reihe von anderen Erzen, wesentlich auf die Mi-
nerale Kupfer, Zinn, Eisen, Kobalt u a und zuletzt auf das Uran
Heute prägen die Bergbauhinterlassenschaften in vielen Gebieten
des Freistaates Sachsen nicht nur die Landschaft Dauerhaft bleibt
das Bergbauerbe auch in Erinnerung, wenn alte Grubenbaue ein-
brechen oder Grubenwasser durch diffusen Austritt an die Ober-
fläche zu Beeinträchtigungen führt Treten solche Erscheinungen
aus dem Altbergbau auf, für die es heute keine Rechtsverant-
wortlichen mehr gibt, erfasst das Sächsische Oberbergamt diese
als Schadensereignisse Im notwendigen Umfang ergreift es als
Sonderpolizeibehörde Maßnahmen zur akuten Gefahrenabwehr,
um Leben, Gesundheit und Sachgüter zu schützen Dazu setzt
der Freistaat Sachsen Mittel aus dem Landeshaushalt ein, um die
notwendige Gefahrenabwehr zu finanzieren Darüber hinaus be-
treibt der Freistaat Sachsen gezielt Präventionsmaßnahmen, um
die Auswirkungen der Bergbauhinterlassenschaften langfristig zu
mindern Hierzu setzte das Sächsische Oberbergamt auch im Be-
richtsjahr europäische Fördermittel ein
Gefahrenabwehrmaßnahmen
Das Sächsische Oberbergamt verzeichnete im Berichtsjahr 129
neue Schadensmeldungen Die Schadenshäufigkeit ging damit
gegenüber den Vorjahren weiter zurück Das Sächsische Ober-
bergamt stellt gegenüber den letzten etwa 25 Jahren mittlerweile
deutlich weniger Schäden in den Revieren mit sanierten Wasser-
lösestollen fest Weiterhin geht die Behörde davon aus, dass der
Winter 2014 / 2015 mit unterdurchschnittlichen Frostperioden
zum Schadensrückgang beigetragen hat Für Schadensereignisse
ohne akute Gefahren und somit ohne dringenden Handlungsbe-
darf beauftragte die Behörde Sachstandsermittlungen, bei Bedarf
zusätzlich Maßnahmen zur Erstsicherung und Absperrung Ein Teil
der Schäden tritt in urbanen Bereichen, insbesondere auch im-
mer wieder in den dichter bebauten Bergstädten des Erzgebirges
auf Von solchen Schäden geht regelmäßig eine Gefährdung des
Lebens und der Gesundheit von Menschen aus, die sich in die-
sen Bereichen aufhalten Um auf die Gefahren unverzüglich und
mit geeigneten Maßnahmen reagieren zu können, hat das Säch-
sische Oberbergamt eine polizeirechtliche Sonderzuständigkeit
Auf Grundlage der Polizeiverordnung des SMWA für die Abwehr
von Gefahren aus unterirdischen Hohlräumen sowie Halden und
Restlöchern (Sächsische Hohlraumverordnung – SächsHohlrVO)
ergreift es alle erforderlichen Maßnahmen, um die öffentliche Si-
cherheit durch im Altbergbau gefährdende Ereignisse wiederher-
zustellen Das schließt auch die vorübergehende Einschränkung
von Rechten der betroffenen Grundeigentümer und sonstiger Be-
troffener ein, um diese vor den Gefährdungen zu schützen
Die Gefährdungen gehen im Regelfall vom sich durch verschie-
dene Einflüsse entwickelten Zustand der Bergbauanlagen aus, für
die betroffene Grundeigentümer in der Regel nicht verantwort-
lich zu machen sind Um die notwendige Gefahrenabwehr effektiv
Sicherung und Ausbau des Dreibrüderschachtes in Freiberg –
Bohren von Kappschuhlöchern

betreiben zu können, stellt der Freistaat Sachsen deshalb konti-
nuierlich Mittel zur Gefahrenabwehr zur Verfügung Die Gefah-
renabwehrmaßnahmen im Berichtsjahr umfassten 54 Baustellen,
von denen 14 Baustellen die Beseitigung von Schäden des Juni-
hochwassers 2013 und eine die Beseitigung von Schäden aus dem
Augusthochwasser 2002 zum Gegenstand hatten Die sonstigen
Baustellen waren an den Schadstellen konzentriert, bei denen
Gefahren für Leben, Gesundheit und größerer Beeinträchtigung
von Eigentum bestanden Das Sächsische Oberbergamt setzte im
Berichtszeitraum für die dauerhafte Sicherung und Sanierung von
Gefahrenstellen im Altbergbau Mittel aus dem Landeshaushalt in
Höhe von 12220500
ein Dazu kam ein Mitteleinsatz aus der
Aufbauhilfe zur Beseitigung von Schäden im Altbergbau nach
dem Hochwasser 2013 in Höhe von 2136500
und der Aufbau-
hilfe nach dem Hochwasser 2002 in Höhe von 1965000
Das Sächsische Oberbergamt arbeitete für die Maßnahmen zur
Gefahrenabwehr insgesamt mit 82 Werk- und Ingenieurverträgen
Weiterhin löste es 32 Sofortaufträge aus Diese waren insbeson-
dere bei Schadensereignissen unter öffentlichen Verkehrsflächen
und in Bereichen von Bebauungen mit akuter Gefährdung von
Leben, Gesundheit und Gebäuden und für Sachstandsrecherchen
zur Gefährdungseinschätzung notwendig Die mit den Aufträgen
betrauten Bergbauspezialunternehmen bieten ohne Verzug das
gesamte Spektrum von Sicherungs- und Sanierungsleistungen,
das für eine wirksame Gefahrenabwehr notwendig ist Insgesamt
arbeitete das Sächsische Oberbergamt im Berichtszeitraum mit 15
Sanierungsbetrieben und 16 Ingenieurbüros zusammen Bei die-
sen Auftragnehmern handelt es sich um kleine oder mittelständi-
sche Unternehmen
Wesentlicher Bestandteil der Arbeiten waren im Berichtsjahr 864
Kontrollen zu Bergsicherungsarbeiten und Schadstellen
Regionale Schwerpunkte der Gefahrenabwehr waren nach Scha-
densmeldungen der Erzgebirgskreis mit 51 Prozent, dort insbe-
sondere in den Bergbaurevieren Annaberg-Buchholz, Schneeberg,
Schwarzenberg und Marienberg, der Landkreis Mittelsachsen mit
15 Prozent, und die Landkreise Osterzgebirge / Sächsische Schweiz
und Zwickau mit je neun Prozent Die Sicherungsarbeiten bezogen
sich auf folgende Bergbaubereiche:
Mitteleinsatz Gefahrenabwehr im Altbergbau
Sicherungsarbeiten
2015 in T
1
2014 in T
Erzbergbau
10167,6
10510,9
Steinkohlenbergbau
492,1
712,4
Unterirdische Hohlräume
910,6
109,9
Braunkohlentiefbau
19,2
19,1
Steine-Erden-Bergbau
0
0
Ingenieurleistungen
407,6
245,4
Erstsicherungen /
Sachstandsanzeigen
223,4
257,8
Insgesamt
12.220,5
11.855,5
Ausgewählte Schadensereignisse mit
akuten Gefahren und Arbeiten an Schadstellen
mit dringendem Sanierungsbedarf
In Annaberg-Buchholz (Erzgebirgskreis) fiel in einem innerstädti-
schen Wohngebiet im Ortsteil Buchholz im Bereich Schlachthof-
straße / Badeweg Anfang März 2015 ein Tagesbruch In kurzer Zeit
vergrößerte sich der Bruch auf einen Durchmesser von 3 x 2,5 m
Das Sächsische Oberbergamt ließ aufgrund der akuten Gefähr-
dung die Schlachthofstraße sperren und gab einen Sofortauftrag
zur Erstsicherung und Erkundung Später beauftragte es die Ver-
wahrung des verbrochenen Bereiches Gegen Jahresende kamen
die Arbeiten zum Abschluss
Im EFRE-Projekt »Wiederherstellung der Wasserabtragsfähigkeit im
Weißtaubner Stolln, Sanierungsetappe C« Marienberg (Erzgebirgs-
kreis) untersuchte das Sächsische Oberbergamt auch die angrenzen-
den Bereiche des Hauptwasserlösestollens auf mögliche Einflüsse
für die dauerhafte Funktionstüchtigkeit des Entwässerungssystems
Dabei stellte es den unsicheren Verwahrzustand des leerstehen-
den »Kaiser-Heinrich-Schachtes« fest Nähere Untersuchungen im
Schachtbereich ergaben Bewegungen an der Erdoberfläche und ein
diffuses Eindringen von Oberflächenwasser aus dem Lautenbach
in den Grubenbau Aus der gesamten Situation ergab sich ein er-
hebliches Gefährdungspotenzial Da die SAG-Wismut Anfang der
1950er-Jahre den Schacht nachnutzte, vereinbarten Sächsisches
Oberbergamt und die Wismut GmbH als Projektträgerin für die
sächsischen Wismut-Altstandorte die gemeinsame Finanzierung
der Verwahrung und Sanierung Das beauftragte Bergsicherungs-
unternehmen schloss die Arbeiten im Jahr 2015 ab
Im König-David-Hilfsstollen in Scharfenberg (Landkreis Meißen)
setzte das vom Sächsischen Oberbergamt beauftragte Bergsiche-
rungsunternehmen im Berichtsjahr die Aufwältigung des Stollen-
haupttraktes fort Für die dauerhaft geordnete Entwässerung des
Grubenbaues erweiterte das Sächsische Oberbergamt die Leistun-
gen auf die Beräumung und Sicherung von weiteren zwei Stol-
lenflügeln
In Schneeberg (Erzgebirgskreis) fiel im Bereich Schlachthof-
weg / Böschung zur Zwickauer Straße (B 93) ein Tagesbruch Die
tagesnahen Grubenbaue in diesem Bereich waren bereits aus der
Vergangenheit für Brucherscheinungen bekannt Insbesondere
auch wegen des dynamischen Lasteneintrages von der Bundes-
straße war ein Verbruch des Böschungs- und Straßenkörpers zu
befürchten Das Sächsische Oberbergamt erteilte deshalb unver-
züglich einen Auftrag zur Erkundung, Sicherung und Verwahrung
des alten Bergbaus
Im Zusammenhang mit einem Kindergartenneubau und an-
geschlossener Infrastruktur in Dohma (Landkreis Sächsische
Schweiz-Osterzgebirge) stellte ein bauausführendes Unterneh-
men tagesnahe Hohlräume fest Mit Untersuchungen stellte das
Sächsische Oberbergamt einen im wasserstauenden Mergel berg-
männisch aufgefahren wasserführenden Stollen fest Das ehema-
lige Mundloch befindet sich unter der Zufahrt zum Kindergarten
Mit den beauftragten Sanierungsarbeiten lässt das Sächsische
Oberbergamt das akute Verbruchspotenzial im Stollen beseitigen
Weiterhin wird die Entwässerung so angelegt, dass dauerhaft kein
Wasserstau entsteht, der den Altbergbau beschädigt
34 | Altbergbau

image
In Dippoldiswalde (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge)
erweiterte das Sächsische Oberbergamt die Gefahrenabwehr-
maßnahmen im Bereich der Glashütter Straße Bei den laufen-
den Sanierungsarbeiten und der begleitenden Erkundung stellte
es weitere bisher nicht bekannte bergbauliche Hohlräume unter
der Straße fest Nach Bohruntersuchungen erteilte die Behörde
einen Sofortauftrag zu weiteren Sicherungs-, Erkundungs- und
Verwahrungsmaßnahmen
Im Bereich der bebauten Feldstraße in Freiberg (Landkreis Mittel-
sachsen) fiel über der Rothe Grube Stehender ein Tagesbruch Die-
ser ging von einem durchgebauten und später verfüllten Abbau
aus Dieser zeigte zur Teufe hin zunehmende Hohlräume, die einen
sich ausweitenden Bruch befürchten ließen Das Sächsische Ober-
bergamt erteilte einen Sofortauftrag zur Sicherung und Verwah-
rung Das beauftragte Unternehmen nahm die Verwahrung des
Abbaus bis auf das Streckenniveau in etwa 15 m Teufe und durch
Einbringen einer Betonplombe zum Schutz der Oberfläche vor
Als letzte aus dem nach dem Augusthochwasser 2002 aufge-
legten Sondervermögen »Aufbauhilfefonds Sachsen 2002« fi-
nanzierte Maßnahme setzte das vom Sächsischen Oberbergamt
beauftragte Bergsicherungsunternehmen die wesentlichen Sanie-
rungsleistungen am Drei-Brüder-Schacht in Freiberg (Landkreis
Mittelsachsen) um Die vorgesehene Sicherung sowie der Ausbau
der 280 m tiefen tonnlägigen Schachtröhre erreichten bis zum
Ende des Berichtsjahres einen Baustand von 200 m
Planmäßige Sicherungs- und
Sanierungsmaßnahmen
Der Freistaat Sachsen nutzte in der Förderperiode des Europäi-
schen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2007 bis 2013 mit
Abfinanzierung bis Ende 2015 erstmals die Gelegenheit, Siche-
rungs- und Sanierungsmaßnahmen an Bergbauanlagen ohne
Rechtsnachfolger präventiv vorzunehmen Im Gegensatz zu allen
Maßnahmen der Gefahrenabwehr einschließlich der Beseitigung
von Hochwasserschäden an bergbaulichen Anlagen, bei denen die
Bergbehörde auf eingetretene Schäden reagiert, stand bei diesen
Maßnahmen das proaktive Handeln im Vordergrund, künftige
Schäden oder größere nachteilige Beeinträchtigungen aus Anla-
gen des Bergbaus abzuwenden Damit verfolgt der Freistaat Sach-
sen auch das Ziel, die Gefahren und die Schadenshäufigkeit aus
dem Altbergbau weiter einzuschränken
Zur Umsetzung dieser Ziele standen dem Sächsischen Ober-
bergamt in der zweiten Hälfte der Förderperiode 2007 bis 2013
nach Bestätigung der Europäischen Kommission zur Änderung
des Operationellen Programms für den Freistaat Sachsen im Jahr
2011 zwei Vorhaben zur Verfügung In beiden Vorhaben nutzte das
Sächsische Oberbergamt die bereitstehenden Mittel vollständig
aus, um Projekte nach den Zielen des Operationellen Programms
umzusetzen Alle Sanierungsmaßnahmen der beiden EFRE Vorha-
ben waren Ende 2015 abgeschlossen
Altbergbau | 35
Aufwältigung und Sicherung der Hohlräume in Annaberg-Buchholz
im Bereich Schlachthofstraße / Badeweg

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EFRE-Vorhaben »Nachträgliche Wiedernutzbarmachung
in Bergbauregionen«
Das EFRE-Vorhaben 37 »Vorhaben für die gewerbliche Wirt-
schaft zur nachträglichen Wiedernutzbarmachung in ehemaligen
Bergbauregionen« hatte die Sanierung von Bergbauhinterlas-
senschaften des ehemaligen Steinkohlenbergbaus in den Revie-
ren Lugau-Oelsnitz, Zwickau und Freital zum Ziel Die Projekte
dienten der Beseitigung von Bergbauhinterlassenschaften, die
wesentliche standortbezogene Entwicklungshemmnisse für die
gewerbliche Wirtschaft waren oder lieferten dazu vorbereitende
Planungen Die Aufgabenschwerpunkte lagen über Tage auf der
Wiedernutzbarmachung der durch Steinkohlenbergbau beein-
trächtigten Oberfläche durch Sanierung von Halden, eines ehe-
maligen Kohleverladungsbahnhofes und anderer gewerblicher
genutzter Betriebsflächen In die Projekte waren Abrissarbeiten
zu verschiedenen bergbaulichen Anlagen eingeschlossen, von
denen Entwicklungshemmnisse ausgingen Unter Tage stand
die dauerstandsichere Verwahrung von drei Schachtanlagen im
Mittelpunkt Für die Projekte setzte das Sächsische Oberbergamt
12666700
ein, von denen 75 % der EFRE finanzierte
Projekte im EFRE-Vorhaben 3.7 (mit Laufzeit)
Sanierungsprojekte
Verwahrung Karl-Marx-Schacht I einschließlich
Beharrlichkeitsschacht in Zwickau
2011–2013
Sanierung Kettenberghalde in Freital
2012–2013
Sanierung Paul-Berndt-Halde in Freiberg
2012–2014
Erkundung und Verwahrung von Schächten und Grubenbauen
am Standort Bombastus-Werke in Freital
2012–2013
Gewerbegebiet »Albert-Funk-Schächte« Oelsnitz / E
2012–2015
Wiedernutzbarmachung ehemaliger Kohlebahnhof Oelsnitz / E
(10 Projekte)
2013–2015
Verwahrung »Merkurschacht« mit Rückbau von Gebäuden
und Anlagen in Gersdorf
2013–2015
Planungsprojekte
Standortsanierungskonzept Lugau-Oelsnitz / E
2012
Standortsanierungskonzept Zwickau
2012
Standortsanierungskonzept Freital
2012
Verwahrung Vertrauen-Schacht mit Rückbau von Gebäuden
und Anlagen in Lugau
2013
Rückbaumaßnahmen Bereich »Hilfe Gottes Schacht« in Zwickau
2013
EFRE-Vorhaben 5.6 – Bergbauliche
Entwässerungssysteme
Die Altvorderen haben in nahezu allen sächsischen Bergbaurevie-
ren untertägige Entwässerungssysteme angelegt Diese leiten das
in den Grubenbauen anfallende Wasser im natürlichen Gefälle in
Oberflächengewässer ab Der überwiegende Teil der Einrichtungen
hat heute keinen Rechtsnachfolger aus der früheren Bergbau-
tätigkeit Die Entwässerungsstollen haben an vielen Orten nach
ihrem jahrhundertelangen Fortbestehen quasi die Funktion eines
unterirdischen Drainagesystems übernommen Die beim Säch-
sischen Oberbergamt gemeldeten Schäden aus dem Altbergbau
haben in den letzten Jahrzehnten immer wieder einen signifikan-
ten Zusammenhang mit Störungen der Funktionsfähigkeit der
Entwässerungseinrichtungen gezeigt Eine sprunghafte Häufung
solcher Ereignisse trat bei dem sich über den gesamten Erzge-
birgsraum und das Erzgebirgsvorland aufgetretenen Augusthoch-
wasser 2002 auf Die Folgeschäden aus dem Altbergbau, die allein
dieses Hochwasser verursachte, ließ das Sächsische Oberbergamt
in den Folgejahren mit Mitteln aus dem Landeshaushalt in Höhe
von über 50 Mio
beseitigen Gleichzeitig entwickelte die Be-
hörde Konzepte zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung
der wichtigsten Hauptwasser- und Wasserlösestollen In die Be-
trachtung bezog es zunächst 54 Entwässerungssysteme ein Auf
Grundlage der Konzeption bereitete das Sächsische Oberbergamt
die Aufnahme des Vorhabens in das Operationelle Programm des
Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis
2013 vor
Im EFRE-Vorhaben setzte das Sächsische Oberbergamt Projekte
an Standorten um, von denen in der Vergangenheit eine hohe
Schadenshäufung ausging Zur Sanierung kamen acht Projek-
te bei sechs Entwässerungseinrichtungen Der Ausbau der Ent-
wässerungseinrichtungen erfolgte so, dass diese auch bei zwi-
schenzeitlich hohen Beanspruchungen, z B bei Hochwasser nach
Starkniederschlägen oder Schneeschmelze, das Grubenwasser
langfristig ungehindert abtragen Der Beräumung der Entwässe-
rungseinrichtungen folgte in nicht standsicheren Bereichen ein
mehr oder minder umfangreicher Stahlausbau zur Aufnahme der
Gebirgslast Für die Projekte setzte das Sächsische Oberbergamt
25000000
ein, von denen 75 % der EFRE finanzierte
36 | Altbergbau
Aufwältigungsarbeiten im Hauptstollengang Stehender unter der Feldstraße in Freiberg

image
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Altbergbau | 37
Bohrerkundung zu Hohlräumen unter der Glashütter Straße in Dippoldiswalde
Beräumter und aufgewältigter Bereich im Grubengebäude Breitenbrunn

image
Projekte im EFRE-Vorhaben 5.6 (mit Laufzeit)
Sanierungsprojekte
Tiefer Hirtenstolln, Geyer
2011–2013
Rother und Weißer Löwe Stolln, Breitenbrunn OT Steinheidel
2011–2014
Aaron Stolln im Zusammenhang mit Elias Stolln,
Johanngeorgenstadt
2011–2014
Tiefer Weißtaubner Stolln, Marienberg-Pobershau
(2 Sanierungsabschnitte)
2011–2015
Walfisch Stolln, Marienberg-Pobershau (2 Sanierungsabschnitte)
2012–2014
Grubengebäude Fortuna / Kaltwasser / Segen Gottes u a,
Breitenbrunn
2012–2015
Planungsprojekte
Grubenfeld »Romanus«, Siebenlehn
2012–2013
König-David-Hilfsstolln, Klipphausen OT Scharfenberg
2012–2013
Sankt Johannes Erbstolln, Erla-Crandorf
2012–2013
Seiffener Pingen, Seiffen
2012–2015
Blei- und Silberzecher Stolln, Thum
2012–2015
Start für das EFRE-Vorhaben
»Prävention von Risiken des Altbergbaus«
Am 10 Juni 2015 gab das Sächsische Oberbergamt gegenüber
der Öffentlichkeit den Startschuss für das EFRE-Vorhaben An
diesem Tag fand die erste Sitzung des für das EFRE-Vorhaben
einberufenen Beirates statt In das Gremium haben der Sächsi-
sche Städte- und Gemeindetag und der Sächsische Landkreis-
tag jeweils drei Vertreter der Kommunen berufen Die Vertreter
bündeln die kommunalen Interessen und beraten das Sächsi-
sche Oberbergamt bei der Auswahl von Projekten
In der laufenden Förderperiode bis zum Jahr 2020 (mit Abfi-
nanzierung bis zum Jahr 2023) stehen für Sanierungsarbeiten
zur Erhöhung des Schutzniveaus vor den Folgen des Altberg-
baus 50 Mio
zur Verfügung Davon leistet die EU einen
Finanzierungsanteil von 80 % Das Sächsische Oberbergamt
setzt das Vorhaben als staatlicher Projektträger um Die Aus-
wahl förderfähiger Projekte erfolgt mit einheitlicher Priori-
sierung möglicher Maßnahmen nach Wirkungsbeiträgen zur
Beseitigung risikobehafteter und entwicklungshemmender
Hinterlassenschaften Maßnahmen werden dazu über Tage
und unter Tage die Sicherung, die Verwahrung, der endgülti-
ge Rückbau und die endgültige Herstellung der langfristigen
Funktionalität von Bergbauanlagen sein Darin eingeschlos-
sen sind Maßnahmen zur Sicherung und zum Ausbau von
bergbaulichen Entwässerungssystemen
Die Umsetzung der ersten Projekte begann das Sächsische
Oberbergamt im 4 Quartal des Berichtsjahres mit den zwei
Sanierungsprojekten »Blei- und Silberzecher Stolln« in Thum
und „Heilige Dreifaltigkeit Stolln und Johannes Stolln“ an den
Seiffener Pingen
38 | Altbergbau
Vielfältige Präventionsmaßnahmen erwartet das Sächsische Oberbergamt auch in der
EFRE-Förderperiode 2014 bis 2020 – hier: Sanierung einer brennenden Steinkohlenhalde

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Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
im Rahmen des EFRE
Die grenznahen Gebiete im Freistaat Sachsen und der Tschechi-
schen Republik waren durch den verbreiteten Erzbergbau über
Jahrhunderte von einer ähnlichen Entwicklung geprägt Nach-
bergbaulich ergeben sich deshalb zum Teil gleiche oder ähnliche
Aufgaben Wechselseitig grenzüberschreitende Einflüsse bestehen
auch durch die Braunkohlengewinnung und den Steine-Erden-
Bergbau im polnisch-sächsischen Grenzraum Über diesen un-
mittelbaren Grenzraum hinaus, stehen polnische und sächsische
Bergverwaltung vor ähnlichen Herausforderungen zur Akzeptanz
des Gewinnungsbergbaus
Nach Vorgängerprojekten in der EFRE-Förderperiode 2007 bis
2013 begann das Sächsische Oberbergamt im Berichtsjahr mit
der Auswahl, Vorbereitung und Beteiligung an neuen grenzüber-
schreitenden Projekten in der EFRE-Förderperiode 2014 bis 2020
Die Behörde beteiligt sich an Projekten, die gemeinsamen Prob-
lemlösungen zu Bergbauthemen dienen Grundlage der Projekte
sind die im Jahr 2015 zwischen dem Freistaat Sachsen und der
Tschechischen Republik bzw der Polnischen Republik geschlosse-
nen Kooperationsprogramme für die Förderperiode
Das Projekt ArchaeoMontan 2018
Unmittelbar nach Einrichtung des Förderverfahrens zum
sächsisch-tschechischen Kooperationsprogramm reichte das
LfA als Lead-Partner den Antrag für die neun Projektpartner
ein Diese sind neben dem Lead-Partner das Archäologische
Institut Most, der Tschechische Geologische Dienst, die Uni-
versität Ústí nad Labem, das Nationale Institut für Denkmal-
pflege der Tschechischen Republik Loket, die Stadt Krupka, die
TU Bergakademie Freiberg (IWTG), die Stadt Dippoldiswalde
und das Sächsische Oberbergamt Die Projektpartner verfol-
gen auf Grundlage der Zusammenarbeit im Vorgängerprojekt
„ArchaeoMontan“ das Ziel, die transdisziplinäre und grenz-
überschreitende Zusammenarbeit auszubauen und in Form
des in Dippoldiswalde angesiedelten »Zentrums für den mit-
telalterlichen Bergbau im Erzgebirge« zu institutionalisieren
Die Erkundung und Erforschung des mittelalterlichen Berg-
baus soll dazu in zwei Referenzregionen im Osterzgebirge
(zwischen Dippoldiswalde und Krupka) und im Mittleren Erz-
gebirge (zwischen Jöhstadt und Potucky mit der wiederent-
deckten mittelalterlichen Bergbausiedlung Kremsiger nach
Prisecnice) fortgesetzt werden
Im Kontext zu den montanarchäologischen Untersuchun-
gen lässt das Sächsische Oberbergamt als Projektbeitrag eine
Bergschadenkundliche Analyse (BSA) für das Bergbaurevier
Zinnwald-Georgenfeld erstellen Die BSA soll alle bergbau-
lichen Objekte im Revier dokumentieren und bewerten Die-
se soll der Behörde langfristig dazu dienen, unterirdische
Hohlräume und durch diese bedingte Gefährdungsbereiche
deutlich besser als bisher auf Gefährdungspotenziale beurtei-
len zu können Bei der Bearbeitung werden auch grenzüber-
schreitende Themen, z B die Wassernutzung im Bergbaure-
vier berücksichtigt
Der mit Vertretern der Tschechischen Republik und des Frei-
staates Sachsen besetzte Begleitausschuss genehmigte die
Förderung des Projektes im Dezember 2015 Es gehört damit
zu den ersten acht genehmigten Projekten im Kooperations-
programm
Altbergbau | 39
Das Projektteam ArchaeoMontan 2018 mit Vertretern der neun Kooperationspartner

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Besucherbergwerke und sonstige zur Besichtigung
freigegebene untertägige Objekte
In Sachsen bestanden zum Ende des Berichtsjahres 52 Besu-
cherbergwerke, acht unterirdische Hohlräume mit begehbaren
Gangsystemen, eine Besucherhöhle und acht von Interessenge-
meinschaften oder Vereinen betreute Objekte des historischen
Bergbaus Der Bestand an diesen Zeugnissen früherer Bergbaupe-
rioden hat sich im Berichtsjahr damit nicht geändert
Die Besucherbergwerke im Freistaat Sachsen, insbesondere in und
um die traditionsreichen historischen Bergstädte des Erzgebirges,
sind ungebrochen wichtige touristische Anziehungspunkte Das
zeigen die jährlichen Besucherzahlen Im Jahr 2015 lagen diese bei
254000 Personen Dabei stellen sich die Besucherbergwerke auch
wachsenden anderen touristischen Angeboten
In verschiedenen bergbaulichen Objekten waren die Betreiber
weiter damit beschäftigt, die Attraktivität der Anlagen durch
Erhaltungs- und Ausbaumaßnahmen weiter zu steigern Dafür
setzen sich in den Besucherbergwerken und den anderen zur Be-
sichtigung freigegebenen Objekten 75 Mitarbeiter in Voll- oder
Teilzeitbeschäftigung ein Wesentlich für die Präsentation der
zahlreichen Sachzeugen des Bergbaus ist die Arbeit der vielen eh-
renamtlichen Helfer, die im Berichtsjahr etwa 32000 Arbeitsstun-
den leisteten Eine Übersicht zur regionalen Verteilung der Besu-
cherbergwerke, Besucherhöhlen und sonstigen zur Besichtigung
freigegebenen unterirdischen Hohlräume gibt die folgende Karte
Detaillierte Kontaktinformationen zu den Anlagen stehen im In-
ternet unter
http://wwwbergbausachsende/8173html
bereit
40 | Altbergbau
Besucherbergwerke und sonstige zur Besichtigung freigegebene Objekte (Stand: Dezember 2015 )
SACHSEN-
ANHALT
THÜRINGEN
BAYERN
TSCHECHISCHE
REPUBLIK
REPUBLIK
POLEN
BRANDENBURG
LEIPZIG
DRESDEN
CHEMNITZ
Nordsachsen
Leipzig
Mittelsachsen
Zwickau
Erzgebirgskreis
Vogtlandkreis
Bautzen
Meißen
Görlitz
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Besucherbergwerke
Bergkeller, Gangsysteme
nichtbergbaulichen Ursprungs u ä
Besucherhöhle
sonstiger UIH

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Altbergbau | 41
Sanierter ehemaliger Kohlebahnhof Oelsnitz/E während der Landesgartenschau 2015

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42 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
Bergverwaltung und
amtliche Rohstoffgeologie
Betriebsaufsicht durch Befliegung / Kalkwerk Borna / Landkreis Leipzig

Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 43
Das Bundesberggesetz enthält zum Aufbau der Berg- und Geo-
logiebehörden keine Bestimmungen Die Länder regeln die Ein-
richtung der Behörden im Rahmen des § 142 BBergG in eigener
Verantwortung Im Freistaat Sachsen sind Bergverwaltung und
amtliche Rohstoffgeologie zwei verschiedenen Ressorts zugeord-
net, die Bergverwaltung dem SMWA, die Rohstoffgeologie dem
SMUL Abweichend von dieser Organisation nimmt das SMWA
innerhalb der Staatsregierung die Fachaufsicht auch für die
Rohstoffgeologie wahr
Der Bund-Länder-Ausschuss Bergbau (LAB)
Das Gremium ist ein durch die Wirtschaftsministerkonferenz
ständig berufener Ausschuss In ihm kommen die für den Bergbau
zuständigen obersten Behörden des Bundes und der Länder zu-
sammen, um Fragen ihres Aufgabenkreises zu erörtern, Lösungen
auszuarbeiten und Empfehlungen auszusprechen Hierzu gehören
insbesondere:
die gegenseitige Information und Abstimmung von Maßnah-
men, die ein einheitliches Verwaltungshandeln von Bund und
Ländern erfordern, eingeschlossen Angelegenheiten der Euro-
päischen Union,
die Gewährleistung eines einheitlichen Vollzugs des Bundes-
berggesetzes,
die gegenseitige Information und Abstimmung von Maßnah-
men des untergesetzlichen Landesrechts auf der Grundlage des
Bundesberggesetzes,
die gegenseitige Information und Erarbeitung von Lösungsvor-
schlägen hinsichtlich des Vollzugs des Bergrechts und
die Beratung fachlicher Fragen und Ausarbeitung von Empfeh-
lungen
Aufgaben und Aufbau Bergverwaltung
Der Freistaat Sachsen hat eine zweistufige Bergverwaltung Das
SMWA ist oberste Bergbehörde, das Sächsische Oberbergamt
obere Bergbehörde Das Sächsische Oberbergamt hat seinen Sitz
in Freiberg
Das Sächsische Oberbergamt übt im Freistaat Sachsen als Fach-
und Vollzugsbehörde die staatliche Aufsicht über den Bergbau
aus Das gilt gleichermaßen für den aktiven Bergbau über und
unter Tage als auch für den Sanierungsbergbau Die Zuständigkeit
umfasst die Zulassung bergbaulicher Vorhaben, die Finanzierung
des Sanierungsbergbaus, die Überwachung der betrieblichen
Sicherheit, des Arbeits- und Gesundheits- sowie des Umwelt-
schutzes und die Rohstoffsicherung
Die bergrechtlichen Zulassungsverfahren umfassen auch Ent-
scheidungen nach anderen Rechtsbereichen Das Sächsische
Oberbergamt hat deshalb Sonderzuständigkeiten im Wasser-,
Immissionsschutz-, Abfall- und Arbeitsschutzrecht Die polizei-
rechtliche Sonderzuständigkeit für die Abwehr von Gefahren aus
dem Altbergbau einschließlich Halden und Restlöcher und ande-
ren unterirdischen Hohlräumen liegt ebenfalls beim Sächsischen
Oberbergamt
Seit dem 9 Mai 2015 ist das Sächsische Oberbergamt Geneh-
migungs- und Aufsichtsbehörde für Standseilbahnen und Seil-
schwebebahnen im Freistaat Sachsen
Das Sächsische Oberbergamt gliedert sich in drei Abteilungen Die
Abteilung 1 ist für die Zentralen Dienste, Recht und Controlling
zuständig Die Abteilung 2 nimmt die Aufgaben zum Braun-
kohlenbergbau und Steine-Erden-Bergbau wahr Die Abteilung 3
ist für den Untertagebergbau, das Markscheidewesen und den
Altbergbau zuständig
Am 31 Dezember 2015 hatte die Bergbehörde 81 Beschäftigte
Die Bediensteten waren folgenden Laufbahngruppen zugeordnet:
Besetzung Sächsisches Oberbergamt zum 31. Dezember 2015
Technische Beamte / Angestellte
Laufbahngruppe 2, Einstiegsebene 2
15
Nichttechnische Beamte / Angestellte
Laufbahngruppe 2, Einstiegsebene 2
4
Technische Beamte / Angestellte
Laufbahngruppe 2, Einstiegsebene 1 und
Laufbahngruppe 1, Einstiegsebene 2
25
Nichttechnische Beamte / Angestellte
Laufbahngruppe 2, Einstiegsebene 1 und
Laufbahngruppe 1, Einstiegsebene 2
24
Beamte im Vorbereitungsdienst für den
technischen Dienst zur Laufbahngruppe 2, Einstiegsebene 2
2
Projektbezogene Mitarbeiter
11
Insgesamt
81

Aufgaben und Aufbau Rohstoffgeologie
Das LfULG nimmt mit seiner Abteilung Geologie die Aufgaben
des Staatlichen Geologischen Dienstes im Freistaat Sachsen wahr
Darin vertritt das Referat Rohstoffgeologie mit derzeit zehn Mit-
arbeitern die rohstoffgeologischen Interessen des Freistaates
Sachsen Wesentliche Aufgaben sind die rohstoffgeologische
Landesaufnahme (Vorerkundung, Erfassung und Bewertung von
Rohstoffvorkommen, Höffigkeitseinschätzung), die Aufbereitung
und Veröffentlichung ausgewählter Daten (z B Rohstoffgeolo-
gische Karten), Stellungnahmen, Beratung und Information für
die Politik, Behörden, Hochschulen und die Wirtschaft sowie die
rohstoffgeologische Information der Öffentlichkeit
Ein Schwerpunkt der rohstoffgeologischen Arbeit des Referates
Rohstoffgeologie ist die Erweiterung, Optimierung und Befüllung
des Fachinformationssystems (FIS) Rohstoffe, das zugleich eine
wesentliche Arbeitsgrundlage ist Im Berichtszeitraum erfolgten
weitere Erfassungen von Qualitätsparametern sowohl der Braun-
kohle als auch der Steine und Erden Dabei aktualisiert das Referat
fortlaufend die Karte der oberflächennahen mineralischen Roh-
stoffe im Maßstab 1:50000 (KOR50) Das in das FIS Rohstoffe in-
tegrierte Modul zur Erfassung von Erzen und Spaten führt aktuell
über 140 Erz- und Spatvorkommen Die Steine-Erden- und Braun-
kohlenvorkommen können, basierend auf einem speziell dafür
entwickelten Modul im Fachinformationssystem Rohstoffe, kom-
plexen Rohstoffbewertungen unterzogen werden Ein wesentli-
ches Produkt hieraus ist z B die Karte der Sicherungswürdigkeit
für Steine-Erden-Rohstoffe, wie sie im Landesentwicklungsplan
enthalten ist Ebenso werden hiermit Kartengrundlagen, die in
der Regionalplanung als Basis für die Karten zur Ausweisung
von lang- und kurzfristigen Vorrang- und Vorbehaltsgebieten für
oberflächennahe Rohstoffe dienen, erzeugt
Das LfULG stellte 2015 sowohl für unternehmerische Erkundungs-
arbeiten im Bereich Erze und Spate als auch für wissenschaftliche
Zwecke im Rahmen der Rohstoffforschung umfangreiche Daten
aus seinen Archiven, Bohrkerne und Probenmaterial sowie Exper-
tenwissen von Mitarbeitern der Abteilung Geologie zur Verfügung
Als Vorhaben der sächsischen Rohstoffstrategie hat das seit 2013
laufende Projekt ROHSA 3 das Ziel, die in verschiedenen Archi-
ven vorhandenen Daten und Dokumente zu sächsischen Erz- und
Spatvorkommen für die Landesgeologie zu sichern, digital zu er-
schließen und verfügbar zu machen Das Projekt kann damit für
die Rohstofferkundungen und den Bergbau wichtige Informatio-
nen erschließen Nach Projektabschluss soll eine weltweit einma-
lige Datenbasis für die Erforschung der sächsischen Lagerstätten
und neuer Explorationsmethoden zur Verfügung stehen Das Pro-
jekt ROHSA 3 ist über eine Projektgruppe mit LfULG und Säch-
sischem Oberbergamt organisiert Ein Beirat mit Vertretern aus
Ministerien, Wirtschaft und Forschung unterstützt und begleitet
das Projekt aktiv Die für das Projekt erforderlichen personellen
und finanziellen Ressourcen stellt der Freistaat Sachsen aus dem
Landeshaushalt zur Verfügung
Im Berichtsjahr setzten die Projektpartner das laufende Teilprojekt
(ROHSA 31) fort, in dem sie bis Ende 2016 alle verfügbaren Daten
in einem 740 km² großen Gebiet im mittleren Erzgebirge zwischen
Stollberg, Schwarzenberg, Zöblitz und Reitzenhain erfassen und
aufbereiten Diese Pilotphase dient neben der regionalen Schwer-
punktsetzung insbesondere der Einführung einer effizienten
Gesamtmethodik (Datenerschließung, Datenverfügbarmachung,
Nachweis des wirtschaftlichen Nutzens) Bis Jahresende 2015 ließ
das LfULG durch Auftragnehmer aus den bislang geöffneten Ar-
chiven (LfULG, Sächsisches Oberbergamt, Wismut GmbH, Bundes-
anstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, TU Bergakademie
Freiberg, Sächsisches Bergarchiv) rund 2,5 Millionen Archivseiten
(etwa 40 000 Einzeldokumente) scannen Weiterhin nahm der
Projektpartner die Neuerfassung von rund 6 000 Dokument-
Metadaten vor, digitalisierte mehr als 200 Erzbohrungen und er-
fasste etwa 70 000 geophysikalische sowie 240 000 geochemi-
sche Daten Durch die Bearbeitung zahlreicher ausgeschriebener
Leistungen haben sächsische Unternehmen und Forschungsein-
richtungen aktiv am bisherigen Erfolg des Projektes mitgewirkt
Auch bundesweit setzt Sachsen mit dem Projekt ROHSA 31 einen
neuen Maßstab bei der Erfassung und Verfügbarmachung berg-
baurelevanter Daten
Bergaufsicht
Der Bergbau unterliegt, durch Gesetz geregelt, der Aufsicht durch
die zuständige Behörde (§ 69 Abs 1 BBergG)
Am 31 Dezember 2015 standen insgesamt 429 (2014: 458)
bergbauliche Betriebe und Anlagen im aktiven Bergbau und im
Sanierungsbergbau mit insgesamt 3675 (2014: 3778) direkt Be-
schäftigten (ohne Sanierungsbetriebe) unter Aufsicht des Sächsi-
schen Oberbergamtes Die unter Bergaufsicht stehenden Betriebe
förderten Braunkohle, Flussspat, Erdwärme sowie vor allem im
regionalen Markt benötigten Steine- und Erdenrohstoffe Die
Gewinnung fand überwiegend in Tagebaubetrieben statt
In den Steine-Erden-Betrieben unterliegen teilweise auch Wei-
terverarbeitungsanlagen der Aufsicht der Bergbehörde, weil sie
in unmittelbarem betrieblichen Zusammenhang mit den Gewin-
nungsbetrieben stehen und die Aufbereitung den Schwerpunkt
der Tätigkeit darstellt Zu den Weiterverarbeitungsanlagen zäh-
len insbesondere Transportbetonwerke, Werksteinweiterverarbei-
tungsanlagen und Asphaltmischanlagen Weiterhin nutzen einige
Betriebe die Aufbereitungsanlagen auch zum Recycling von Bau-
schutt
Bei den Sanierungsbetrieben stehen noch zahlreiche Anlagen der
nicht privatisierungsfähigen Betriebe des Braunkohlenbergbaus
der ehemaligen DDR, Betriebe des ehemaligen Wismutbergbaus
und Betriebe des zu Beginn der 1990er Jahre beendeten Zinnerz-,
Spat- und Steinkohlenbergbaus unter Bergaufsicht Die Entlas-
sung aus der Bergaufsicht erfolgt nach vollständiger Erledigung
der Sanierungsverpflichtungen
44 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie

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Die Betriebsaufsicht als Kontrolltätigkeit vor Ort ist wesentli-
cher Bestandteil der Bergaufsicht Sie umfasst alle Betriebe des
aktiven Bergbaus und des Sanierungsbergbaus und die sonstige
Nutzung untertägiger Grubenbaue Das Sächsische Oberbergamt
nahm die Aufsicht im Berichtsjahr mit 455 Kontrollbefahrungen
bei Steine-Erden-Betrieben, 139 Kontrollbefahrungen bei Braun-
kohlengewinnungs- und Sanierungsbetrieben und 89 Befahrun-
gen im Untertagebergbau, den Besucherbergwerken sowie im
Zusammenhang mit der Sanierung der Anlagen des ehemaligen
Uranerz-, Zinnerz- und Spatbergbaus wahr
Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 45
Festgelegte Route für eine Befliegung der Steine-Erden-Betriebe
Kiesgrube Streitfeld
Kiesgrube Stölpchen
Kiessandtagebau
Kirschau
Kirschau
Kiesgrube Streitfeld
Kiessandtagebau Würschnitz
Kiessandtagebau
Kiessandtagebau
Laußnitz
Laußnitz
I
I
Kiessandtagebau Laußnitz I
Kiessandtagebau Laußnitz I
Kiessandtagebau Laußnitz I
Kiesgrube Streitfeld
Kiestagebau Laußnitz 2
Kiessandtagebau Kirschau
Legende
Flugroute
Bergbaubetrieb
Bautzen
Hoyerswerda
Weißwasser/O.L.
Görlitz
Lohsa
Die Befliegung der Steine-Erden-Betriebe –
Ein Instrument der Bergaufsicht
Das Sächsische Oberbergamt kann der gesetzlich geforderten
Aufsicht zu den etwa 350 unter Bergrecht stehenden Steine-
Erden-Betrieben nur mit einer angemessenen Kontrolldichte
nachkommen Dazu ist es darauf angewiesen, die Betriebe
regelmäßig in Augenschein zu nehmen Nach Herstellung der
zweistufigen Bergverwaltung mit Integration der Aufgaben
der früheren Bergämter Borna, Chemnitz und Hoyerswerda
stand das Sächsische Oberbergamt vor der Herausforderung,
das Niveau der vormals standortnahen Betriebsaufsicht für
den gesamten Bergbau im Freistaat Sachsen zu erhalten
Die Bergbehörde nutzt dazu seit dem Jahr 2010 auch die
Befliegung der Steine-Erden-Betriebe Mittlerweile hat sie
dazu ein System etabliert und immer weiter verfeinert, um mit
hoher Effizienz viele für die Aufsicht relevante Informationen
zu erhalten Gegenwärtig hat die Behörde jährlich zehn mehr-
stündige Routen mit Flugstrecken zwischen 100 und 300 km
und jeweils zwischen 17 bis 57 anzufliegenden Betrieben
festgelegt Für die Befliegung chartert die Behörde ein Klein-
flugzeug Der jeweils mitfliegende Mitarbeiter des Sächsischen
Oberbergamtes fertigt von jedem angeflogenen Betrieb meh-
rere Schrägaufnahmen aus verschiedenen Richtungen
Die Auswertung der Befliegungen liefert nach datenseitigem
Abgleich mit dem Sächsischen Bergbauinformationssystem
(SBIS) wesentliche Erkenntnisse zur Einhaltung der Grenzen
von Bergbauberechtigungen und Betriebsplänen, der mit den
Hauptbetriebsplänen zugelassenen Gewinnung, zur zugelas-
senen Wiedernutzbarmachung, zur Lagerung bergbaueigener
und nicht verwertbarer Rohstoffe und zur Verwertung berg-
baufremder Abfälle

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Nach dem Gesetz zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse
bei Bodenschätzen vom 15 April 1996 arbeiten eine Reihe von
Steine-Erden-Betrieben, die nicht unter die Bestandsschutzre-
gelungen dieses Gesetzes fallen, auf Grundlage von Genehmi-
gungen nach Bundesimmissionsschutz-, Wasser- oder Baurecht
Diese Betriebe gewinnen überwiegend Kiessande und Sande, des
Weiteren auch Festgesteine und Ton
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG erfasst und bewertet die
Lagerstättendaten sowohl zu den unter Bergaufsicht als auch zu
den nicht unter Bergaufsicht stehenden Gewinnungsbetrieben
Dazu befährt es die Lagerstätten, um die sich mit dem Abbaufort-
schritt ändernden Erkenntnisse zum Rohstoff und zur Lagerstät-
tengeologie zu dokumentieren und im Fachinformationssystem
Rohstoffe zu aktualisieren
46 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
Vom Bohrkern zum 3D-Modell: Die Staatsminister Dulig und Schmidt informieren sich beim LfULG in Freiberg über die Datenrecherche, Digitalisierung und Verfügbar-
machung im ROHSA 3-Projekt: (v r) Prof Bernhard Cramer (Oberberghauptmann, Sächsisches Oberbergamt), Ulrich Kraus (SMUL), Norbert Eichkorn (Präsident des LfULG),
Staatsminister Thomas Schmidt (SMUL), Staatsminister Martin Dulig (SMWA), Holger Heymann (SMWA), Dr Manfred Goedecke (GKZ), Dr Peter Jantsch (SMWA), Katrin Kleeberg (LfULG)
Gewinnungsbetriebe unter Bergaufsicht
(Stand: 31. Dezember 2015)
Bodenschatz
gesamt
mit
Förderung
ohne
Förderung
Sanierung /
Wiedernutz-
barmachung
Aufsuchung
Steinkohle
1
1
Braunkohle
55
4
51
Minerale / Gesteine zur Gewinnung chemischer Elemente
8
5
3
Thermalsole
2
2
Steine-Erden-Rohstoffe
Festgesteine
114
79
16
19
Kiese, Kiessande
166
104
29
33
Kaolin
17
12
2
3
Spezialtone
14
8
3
3
Lehm- und Ton
26
12
7
7
Kalk, Dolomit, Marmor
5
5
Quarz- und Formsande
6
1
3
2
Fluss- und Schwerspat
3
1
2
Uran
2
2
Erdwärme
10
10
Insgesamt
429
238
60
128
3

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Arbeits- und Gesundheitsschutz
Die Bergbauunternehmen zeigten dem Sächsischen Oberbergamt
im Jahr 2015 insgesamt 48 meldepflichtige Unfälle mit einem Ar-
beitsausfall von mehr als drei Arbeitstagen an (Vergleich 2014:
49 Unfälle) Die Unfälle verteilten sich auf Steine-Erden-Betriebe
(26), die Braunkohlenbetriebe (5), die Gewinnungsbetriebe im
Untertagebergbau (4), die Wismut GmbH (3), die Bergsiche-
rungsunternehmen (5) und Fremdfirmen (5) Weiter ereigneten
sich drei Wegeunfälle
Neben der regulären Betriebsaufsicht nimmt das Sächsische
Oberbergamt regelmäßig Betriebskontrollen vor, die vorrangig
auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten und
die Abwehr von Gefährdungen an den Arbeitsplätzen ausgerich-
tet sind Das Kontrollsystem ist insbesondere wegen der hohen
Gefahrenneigung in den Bergbaubetrieben notwendig Die Auf-
gabe ist zwei Grubenkontrolleuren übertragen Diese nahmen
im Berichtszeitraum in Abstimmung mit den zuständigen Be-
triebsplanbearbeitern insgesamt 209 Kontrollen wahr Die Befah-
rungsergebnisse dokumentierten sie im Sächsischen Bergbau-
informationssystem (SBIS) des Sächsischen Oberbergamtes Die
Bergaufsicht und die Kontrollen zum Arbeits- und Gesundheits-
schutz ergänzen sich damit Die Ergebnisse aus beiden Bereichen
sind für alle verantwortlichen Mitarbeiter nutzbar Das Sächsische
Oberbergamt forderte die Bergbauunternehmen im notwendigen
Umfang zur Abstellung der festgestellten Mängel auf Das Kont-
rollsystem leistet einen wesentlichen Beitrag, Anzahl und Schwe-
re der Arbeitsunfälle weiter zu reduzieren
Die sächsische Bergverwaltung gewährleistet die Arbeitssicher-
heit der Beschäftigten neben der Bergaufsicht und dem Vorschrif-
tenwesen auch durch die Bestellung verantwortlicher Personen
Als Besonderheit enthält das Bergrecht gesetzliche Regelungen
mit Bezug auf die Leitung und Beaufsichtigung der Betriebe Nach
dem Bundesberggesetz trägt der Unternehmer die Verantwortung
für die Einhaltung bergrechtlicher Pflichten zur ordnungsgemä-
ßen Errichtung, Führung und Einstellung des Betriebes In der
Regel sind durch den Unternehmer zur Erfüllung der Aufgaben
weitere Personen für die Leitung und Beaufsichtigung des Betrie-
bes zu bestellen Die verantwortlichen Personen stehen unter ho-
hen Anforderungen Sie müssen Zuverlässigkeit, Fachkunde und
körperliche Eignung nachweisen Unter Angabe der Stellung im
Betrieb sowie der Vorbildung sind sie der zuständigen Bergbehör-
de sowohl nach der Bestellung als auch nach dem Ausscheiden
zu benennen
Daneben hat der Unternehmer nach dem Arbeitssicherheitsgesetz
(ASiG) und der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge zur
Unterstützung der Aufgaben zur Verbesserung des Arbeitsschut-
zes und der Unfallverhütung im Betrieb einen arbeitssicherheitli-
chen und betriebsärztlichen Dienst einzurichten oder diese Pflich-
ten auf anderer Weise zu erfüllen Der betriebsärztliche Dienst ist
im Wesentlichen als außerbetrieblicher Dienst organisiert
Sachverständige
Im Berichtsjahr erkannte das Sächsische Oberbergamt zwei
Sachverständige neu an, drei Anerkennungen endeten Die Zahl
der Sachverständigen minderte sich damit auf 72 Die aner-
kannten Sachverständigen verteilen sich auf sechs Fachgebiete
Sachverständige im Bergbau (Stand: 31. Dezember 2015)
Fachgebiet
Anzahl
Geotechnik
47
Überwachungsbedürftige Anlagen
1
Elektrische Anlagen in Grubenbauen
10
Schacht- und Schrägförderanlagen
6
Tagebaugroßgeräte
6
Schwimmende Geräte
2
Insgesamt
72
Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 47
Abnahmeprüfung am neu errichteten Doppelsessellift im Touristenzentrum »Am Adlerfelesen« in Eibenstock

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48 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
Gewinnungsbetriebe unter Bergaufsicht (Stand: Dezember 2015)
Quelle: Sächsisches Oberbergamt Freiberg
Gewinnungsbetriebe nicht unter Bergaufsicht (Stand: Dezember 2015)
Leipzig
Dresden
Chemnitz
Zwickau
Plauen
Görlitz
Abgebauter Rohstoff
Quarzporphyr
Granit
Granodiorit
Phyllit
Quarzphyllit/Gneis
Steine-Erden-Rohstoffvorkommen
Landesgrenze
Lehme, Tone, Kaoline, Bentonite
Sande, Kiessande und Kiese
Festgesteine
Braunkohlenfelder
Braunkohlentagebaue (stillgelegt, saniert, in Betrieb)
Kieselschiefer
Granitgrus
Kiessand
Ton/Lehm
SACHSEN-
ANHALT
THÜRINGEN
BAYERN
TSCHECHISCHE
REPUBLIK
REPUBLIK
POLEN
BRANDENBURG
LEIPZIG
DRESDEN
CHEMNITZ
Nordsachsen
Leipzig
Mittelsachsen
Zwickau
Vogtlandkreis
Erzgebirgskreis
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Meißen
Bautzen
Görlitz
FREIBERG
Festgesteine
Kiese, Kiessand
Kalkstein, Dolomit
Kaolin
Ton, Lehm
Braunkohle
Quarzsand
Erdwärme
Flussspat/ Schwerspat
Haldenrückgewinnung

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Betriebsplanzulassungen und andere
Genehmigungsverfahren für Bergbaubetriebe
Das Bundesberggesetz sieht für die Errichtung, Führung und
Einstellung von Aufsuchungsbetrieben, Gewinnungsbetrieben
und Betrieben zur Aufbereitung Betriebspläne vor (§ 51 BBergG)
Die Unternehmen stellen die Betriebspläne auf und reichen
diese bei der Bergbehörde zur Zulassung ein Das Sächsische
Oberbergamt lässt die Betriebspläne zu, soweit sie den Anforde-
rungen nach europäischem, bundesdeutschem und sächsischem
Recht entsprechen Die Unternehmen haben dazu weitreichende
Forderungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, einer siche-
ren Betriebsführung und des Umweltschutzes zu erfüllen Die
Betriebsplanpflicht gilt auch bei Einstellung eines Bergbau-
vorhabens im Falle der Rücknahme, des Widerrufs oder der
Aufhebung einer Erlaubnis, einer Bewilligung oder eines Berg-
werkeigentums
Die Zulassung bergrechtlicher Betriebspläne, deren Fristver-
längerung, Ergänzung und Abänderung sowie die Kontrolle der
Einhaltung durch Betriebsbefahrungen sind ein Schwerpunkt
der Tätigkeit des Sächsischen Oberbergamtes Zu den Arbeiten
gehören auch das Feststellen der Beendigung der Bergaufsicht,
Anordnungen und Untersagungen bei nicht rechtskonformer Be-
triebsführung (§ 71ff BBergG) und die Befreiung von der Betriebs-
planpflicht für kleinere Vorhaben (§ 51 Abs 3 BBergG) Mit den
bergrechtlichen Zulassungen erteilt das Sächsische Oberbergamt
auch Genehmigungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz
und dem Wasserhaushaltsgesetz
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG unterstützt das Sächsi-
sche Oberbergamt bei den Entscheidungen Planungsunterlagen
mit Wertungen zur Rohstoffgeologie und Lagerstättenbeschaf-
fenheit prüft es auf fachliche Plausibilität, d h insbesondere auf
Begründetheit und Nachvollziehbarkeit Zu einigen Verfahren
regte das Referat Änderungen und Ergänzungen der Planungs-
unterlagen an
Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 49
Sanierungsbetriebe / -anlagen unter Bergaufsicht, ohne Altbergbau (Stand: Dezember 2015)
Quelle: Sächsisches Oberbergamt Freiberg
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SACHSEN-
ANHALT
THÜRINGEN
BAYERN
TSCHECHISCHE
REPUBLIK
REPUBLIK
POLEN
BRANDENBURG
LEIPZIG
DRESDEN
CHEMNITZ
Nordsachsen
Meißen
Leipzig
Mittelsachsen
Bautzen
Görlitz
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Erzgebirgskreis
Zwickau
Vogtlandkreis
FREIBERG
M
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SACHSEN-
ANHALT
THÜRINGEN
BAYERN
TSCHECHISCHE
REPUBLIK
REPUBLIK
POLEN
BRANDENBURG
LEIPZIG
DRESDEN
CHEMNITZ
Nordsachsen
Meißen
Leipzig
Mittelsachsen
Bautzen
Görlitz
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Erzgebirgskreis
Zwickau
Vogtlandkreis
FREIBERG
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Weiße Elster
Kraftwerke
Brikettfabriken
Schwelereien
Industrielle Absetzanlagen
und Spülhalden
Braunkohlentagebaue
sonstige Sanierungsanlagen
sonstige Sanierungs-
und Aufbereitungsanlagen
Uranerzbergbau
Spatbergwerke
Zinnerzbergwerke
Kalkbergwerke
Halden

Betriebsplanzulassungen und andere
Genehmigungen im Jahr 2015
zugelassen
Beteiligung
LfULG
Fakultative Rahmenbetriebspläne
1
1
Hauptbetriebspläne
41
5
Abschluss- / Teilabschlussbetriebspläne
33
10
Aufsuchungsbetriebspläne
3
3
Sonderbetriebspläne
51
7
Betriebsplanergänzungen / -änderungen /
-verlängerungen
232
11
Beendigung der Betriebsaufsicht / Teilflächen
6
Anordnung oder Untersagung
nach § 71ff BBergG
7
Befreiung von der Betriebsplanpflicht nach §
51 Abs 3 BBergG
0
Ausnahmen nach § 13 ArbZG
4
Wasserrechtliche Erlaubnis nach dem WHG
11
Genehmigungen nach BImschG
4
OWiG-Verfahren
16
Sonstige Genehmigungen
8
Das Referat Rohstoffgeologie berät im Vorfeld der Erarbeitung
von Planungsunterlagen auf Anfrage planende Ingenieurbüros
und Betriebe zur Rohstoff- und Lagerstättensituation
Im Rahmen der Betriebsplanverfahren führt das Sächsische Ober-
bergamt bergrechtliche Planfeststellungsverfahren nach § 52 Abs
2a BBergG, wenn ein Bergbauvorhaben einer Umweltverträg-
lichkeitsprüfung (UVP) bedarf Die Kriterien für UVP-pflichtige
Vorhaben sind in der Verordnung über die Umweltverträglich-
keitsprüfung bergbaulicher Vorhaben (UVP-Verordnung Bergbau)
genannt Zur Vorbereitung der Planfeststellungsverfahren beraten
die beteiligten Behörden mit dem Antragsteller in der Regel in
einem Scopingtermin Dort legen die Behörden grundsätzliche
Forderungen für das Vorhaben fest Planfeststellungsverfahren
sind neben der UVP mit einer Öffentlichkeitsbeteiligung verbun-
den Bergrechtliche Planfeststellungsbeschlüsse haben eine Kon-
zentrationswirkung Sie schließen häufig Genehmigungen nach
anderen Rechtsvorschriften wie Immissionsschutzrecht und Was-
serrecht ein
Planfeststellungsverfahren
im Jahr 2015
Beteiligung
LfULG
Laufende Planfestellungsverfahren
(Stand: 31 Dezember 2015)
36
10
Laufende Planänderungsverfahren /
Planergänzungen (Stand: 31 Dezember 2015)
16
5
Planfeststellungsbeschlüsse
0
Planänderungsbeschlüsse
4
andere Entscheidungen
10
Scopingtermine
2
2
Das Sächsische Oberbergamt fasste seit dem Jahr 1991 insgesamt
92 Planfeststellungsbeschlüsse
Genehmigungen und Aufsicht für Standseilbahnen
und Seilschwebebahnen
Der Landesgesetzgeber änderte mit Artikel 16 des Haushaltsbe-
gleitgesetz 2015 / 2016 vom 29 April 2015 (SächsGVBl S 349)
u a § 18 Abs 1 des Landesseilbahngesetzes Mit Wirkung vom
9 Mai 2015 übernahm das Sächsische Oberbergamt danach vom
LASuV die Aufgaben der Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde
für Standseilbahnen und Seilschwebebahnen Bei Übernahme der
Zuständigkeit setzt das Sächsische Oberbergamt seine über die
vergangenen 25 Jahre gewonnene Kompetenz bei der Zulassung
und Überwachung von Seilfahrteinrichtungen aus dem Unterta-
gebergbau ein
Im November 2015 erteilte das Sächsische Oberbergamt für den
neu errichteten Doppelsessellift im Touristenzentrum »Am Adler-
felsen« in Eibenstock die Betriebserlaubnis Der Doppelsessellift
kann mit 68 Gondeln 980 Personen transportieren Im Dezember
des Berichtsjahres erteilte die Behörde der Verkehrsverbund Mit-
telsachsen GmbH als seit 1 Januar 2016 neuen Betreiberin der
Drahtseilbahn Augustusburg die Betriebserlaubnis
Im November des Berichtsjahres nahmen Vertreter der Behörde
erstmalig an einer Tagung des Seilbahnausschusses der Bundes-
länder (SBA) teil Dieses Gremium verständigt sich derzeit einmal
jährlich zu wesentlichen Fragen der Rechtsanwendung und zu
neuen technischen Entwicklungen im Fachgebiet
50 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie

image
Bergbauberechtigungen, Bodenschatzeinstufungen
Der aktive Bergbau im Freistaat Sachsen ist überwiegend auf
mineralische Rohstoffe gerichtet, die formal nicht zum Eigen-
tum an den Grundstücken gehören, unter denen sie liegen Diese
Rohstoffe bezeichnet das Bergrecht als bergfreie Bodenschätze
Die Verfasser des Einigungsvertrages hatten sich mit einer Ver-
ordnung bereits im August 1990 darauf geeinigt, im Beitrittsge-
biet einen umfassenden Katalog von Rohstoffen einschließlich
der Baurohstoffe den bergfreien Bodenschätzen zuzuordnen
Sie trafen damit eine vom Bundesberggesetz abweichende Re-
gelung, nach dem ein Teil dieser Rohstoffe den grundeigenen
Bodenschätzen oder den vom Bundesberggesetz nicht erfassten
Grundeigentümerbodenschätzen zuzuordnen ist Der Gesetzgeber
verband damit die Absicht, die Versorgung des Baugewerbes mit
den notwendigen Rohstoffen nicht zu behindern, weil die Eigen-
tumsverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern an Grund
und Boden zunächst weitgehend ungeklärt waren Auch heute
überwiegt aufgrund der Regelungen des Einigungsvertrages in
Verbindung mit den Bestandsschutzregelungen des Gesetzes zur
Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen vom
15 April 1996 nach wie vor die Anzahl an Bergbauberechtigun-
gen auf Steine und Erden Die Bestandsschutzregelungen wirken
wegen der Langfristigkeit der Bergbauvorhaben regelmäßig über
mehrere Jahrzehnte
Die Bodenschätze, die nach dem Bundesberggesetz nicht »bergfrei«
sind, sind Bestandteil der betreffenden Grundstücke Dabei sind die
grundeigenen Bodenschätze nach § 3 Abs 4 BBergG, deren Gewin-
nung ebenfalls unter Bergaufsicht erfolgt, von den so genannten
»Grundeigentümerbodenschätzen« zu unterscheiden, deren Ge-
winnung die Landkreise und Kreisfreien Städte zulassen
Wer bergfreie Bodenschätze aufsuchen will, bedarf der Erlaubnis,
wer bergfreie Bodenschätze gewinnen will, der Bewilligung oder
des Bergwerkeigentums (§ 6 Satz 1 BBergG) Das Sächsische Ober-
bergamt erteilt die Erlaubnisse und Bewilligungen aufgrund der
Anforderungen des Bundesberggesetzes Im Freistaat Sachsen be-
standen am Ende des Berichtsjahres 494 Bergbauberechtigungen
(Stand Ende 2014: 491)
Im Jahr 2015 erteilte das Sächsische Oberbergamt acht neue
Bergbauberechtigungen 26 Bergbauberechtigungen verlängerte
es, vier Bergbauberechtigungen liefen ohne Verlängerung aus In
fünf Fällen stimmte es einer Übertragung der Bergbauberechti-
gung, Veräußerung oder einer Beteiligung an derselben zu Eine
Bergbauberechtigung widerrief die Behörde, drei hob sie ganz
oder teilweise auf
Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 51
Amtliche Probenahme durch Baggerschurf für die Tagebauerweiterung einer Kiesgewinnung

Bestand der Bergbauberechtigungen
jeweils zum 31. Dezember
2015
2014
Erlaubnisse nach § 7 BBergG
19
18
Bewilligungen nach § 8 BBergG
206
204
Bergwerkseigentum nach § 9 BBergG
269
269
Insgesamt
494
491
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG stellte im Berichtszeit-
raum für drei Festgesteins- und zwei Kaolinlagerstätten in be-
stehenden Abbaubetrieben auf Antrag der Gewinnungsbetreiber
bzw des Sächsischen Oberbergamtes nachträglich die Boden-
schatzkategorie durch Einschätzung der bekannten, geologischen
Situation fest
Bei drei Kiessandvorkommen nahm das Referat in Zusammen-
arbeit mit den planenden Ingenieurbüros oder Abbaubetreibern
mittels Bohrungen oder Schürfen amtliche Probenahmen vor Auf
Grundlage der Analyseergebnisse sowie Eignungs-Zertifikaten er-
folgte die Einstufung der beprobten Vorkommen in die Kategorie
grundeigener Bodenschatz Neben dem Merkblatt des Sächsischen
Oberbergamtes zur Einstufung von Bodenschätzen erläutert eine
Empfehlung der Ad-hoc-Arbeitsgruppe Rohstoffe des Bund-Län-
der-Ausschusses Bodenforschung die gutachterliche Bewertung
von grundeigenen Bodenschätzen im Sinne des § 3 Abs 4 Ziffer 1
BBergG durch die Staatlichen Geologischen Dienste
(http://www
infogeode/home/bodenschätze/dokumente)
Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie
als Träger öffentlicher Belange
Verschiedene Planungsträger und Behörden im Freistaat Sachsen
beteiligen das Sächsische Oberbergamt und das Referat Rohstoff-
geologie beim LfULG als Träger öffentlicher Belange Schwerpunk-
te sind dabei Verfahren der Landes- und Regionalplanung, der
Bauleitplanung und der Fachplanung für andere fachgesetzliche
Genehmigungsverfahren Diese Planungen sind im Hinblick auf
bergbauliche und bergrechtliche Belange des aktiven Bergbaus,
des Sanierungsbergbaus und möglicher Auswirkungen des Alt-
bergbaus sowie bezüglich der Rohstoffsicherung zu prüfen
Die Bergverwaltung vertritt die Interessen zur Aufsuchung und
Gewinnung von Bodenschätzen gegenüber konkurrierenden
Nutzungen Damit steht sie neben dem Geologischen Dienst des
Freistaates Sachsen für die langfristige planerische Sicherheit der
Bodenschätze im Freistaat Sachsen ein Die Bergbehörde wie auch
das LfULG wirken dabei insbesondere in den Verfahren zur Erstel-
lung der Braunkohlenrahmenpläne, Braunkohlensanierungspläne,
Regionalpläne und bei verschiedenen Bauleitplanungen mit Hier-
bei prüft das Oberbergamt, welche bergbaulichen Tätigkeiten auf
geplante Vorhaben einwirken und ob Vorhaben Bergbaubelange
beeinträchtigen
Die Regionalpläne der vier Planungsregionen in Sachsen werden
auf der Grundlage des aktuellen Landesentwicklungsplans (LEP)
fortgeschrieben Um eine möglichst einheitliche Anpassung der
Regionalpläne an die Ziele und Grundsätze des LEP zu erreichen,
bildete die Staatsregierung unter Leitung des SMI zum Thema
Rohstoffsicherung eine interministerielle Arbeitsgruppe Dort
arbeiten das Referat Rohstoffgeologie und das Sächsische Ober-
bergamt aktiv mit Das Referat Rohstoffgeologie erarbeitete in
diesem Rahmen gebietliche Vorschläge für die Sicherung oberflä-
chennaher Rohstoffe, die es mit der Bergbehörde abstimmte Die
Vorschläge stellte es allen regionalen Planungsstellen als Grund-
lage für die Ausweisung von Rohstoffsicherungsflächen digital
zur Verfügung Im Jahr 2015 erarbeitete das Referat Rohstoffgeo-
logie Stellungnahmen zur Umsetzung der Rohstoffsicherung, dh
zur Ausweisung von Rohstoffsicherungsflächen in zwei Regional-
planentwürfen
Eine Mitarbeiterin des Referates Rohstoffgeologie ist seit 2004
Mitglied in der Bundesarbeitsgruppe Rohstoffe des Bund-Länder-
Ausschusses Bodenforschung (BLA-GEO) Diese Arbeitsgruppe be-
arbeitet länderübergreifende rohstoffbezogene Themen, wie z B
die Gutachterliche Bewertung von grundeigenen Bodenschätzen
nach § 3 Abs 4 Ziffer 1 BBergG, die Rohstoffsicherung in der Re-
gional- und Landesplanung, die Erarbeitung und Herausgabe von
Übersichtskarten zur Verbreitung von Rohstoffen in Deutschland
sowie die Erarbeitung von Empfehlungen für die Erfassung und
Bewertung von mineralischen Rohstoffvorkommen im Rahmen
der rohstoffgeologischen Landesaufnahme
Das Sächsische Oberbergamt gab im Berichtsjahr 1712 bergbau-
liche Stellungnahmen ab Darin enthalten sind Stellungnahmen
im Rahmen der Beteiligung als Träger öffentlicher Belange Die-
se Stellungnahmen betrafen Bauleitplanungen, Schutzgebiets-
ausweisungen, Verkehrsplanungen und sonstige Vorhaben Der
größere Anteil der Stellungnahmen entfiel auf Anfragen von
Grundeigentümern, die aus verschiedenen Gründen Auskünfte
zur altbergbaubedingte Gefährdungssituation auf ihren Grund-
stücken benötigten
Das Referat Rohstoffgeologie gab zu 172 Vorhaben der Bauleit-
planung, der Verkehrswegeplanung, zu wasser- und abfallrecht-
lichen Planungen sowie zu sonstigen Vorhaben Stellungnahmen
ab Hierbei nahm es insbesondere Belange der Rohstoffsicherung
wahr Das Referat beriet Behörden, Kommunen, Unternehmen
oder deren Verbände sowie Private zu Fragen der Rohstoffsiche-
rung und zu lagerstättengeologischen Fragen in 65 Fällen Wei-
terhin beantwortete es zahlreiche Bürgeranfragen zur Erdwärme-
nutzung sowie Fachfragen von Bohrfirmen und Universitäten zu
geothermischen Anwendungen
52 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie

image
Markscheidewesen
Bergbautreibende haben alle raumbezogenen Informationen und
Daten eines bergbaulichen Gewinnungsbetriebes in einem berg-
männischen Risswerk darzustellen Das Risswerk dient als Ins-
trument der Bergaufsicht, als Planungs- und Antragsgrundlage
für das jeweilige Bergbauunternehmen und als dauerhafte Do-
kumentation der bergbaulichen Tätigkeit Verantwortlich ist der
Unternehmer Grundsätzlich besteht ein Risswerk aus dem »Gru-
benbild«, das nur durch einen anerkannten Markscheider geführt
werden darf, und aus »sonstigen Unterlagen«
Die Markscheider-Bergverordnung regelt in § 12, für welche
Betriebe die Bergverwaltung auf Antrag die Ausnahme vom
Erfordernis des Grubenbildes bewilligen kann Bei Bewilligung
einer Ausnahme kann die Bergverwaltung für diese Betriebe
neben Markscheidern auch andere (vermessungskundige)
Personen nach § 64 Abs 1 Satz 2 BBergG für die Führung des
Risswerkes anerkennen Die Risswerke bestehen dann nur noch
aus den »sonstigen Unterlagen«, was aber lediglich eine Aus-
wirkung auf die äußere Form, nicht jedoch auf den Inhalt des
Risswerkes hat Markscheider sind befugt, Tatsachen mit öffent-
lichem Glauben zu beurkunden Diese Befugnis haben die an-
deren anerkannten Personen nicht Bedeutung hat dies in Ge-
richtsverfahren, die sich auf die Aussagekraft von Risswerken
stützen Im Berichtsjahr erteilte das Sächsische Oberbergamt
fünf Ausnahmen vom Erfordernis des Grubenbildes nach § 12
Markscheider-Bergverordnung Sowohl die Markscheider und
die anderen anerkannten Personen als auch die Ausführung
der markscheiderischen Arbeiten unterliegen der Aufsicht des
Sächsischen Oberbergamtes
Markscheider werden auf der
Grundlage des Gesetzes über die Anerkennung als Markscheider
(SächsMarkG) durch das Sächsische Oberbergamt anerkannt Die
Anerkennung gilt für den Freistaat Sachsen und darüber hinaus
aufgrund der EU-Dienstleistungsrichtlinie im gesamten Gebiet
der Bundesrepublik Deutschland Im Berichtsjahr erkannte das
Sächsische Oberbergamt fünf »andere Personen« neu an Fünf
Anerkennungen erweiterte es für andere Betriebe Im Berichts-
jahr nahm die Bergbehörde 59 nachgetragene Risswerke an und
prüfte diese
Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 53
Mitarbeiter der Referate Rohstoffgeologie und Geologische Landesaufnahme
des LfULG bei einer untertägigen Beratung eines Erz erkundenden Unternehmens
im Osterzgebirge

Risswerkführung in den einzelnen Bergbauzweigen
(Stand: 31. Dezember 2015)
Risswerkführung durch Markscheider
Risswerkführung durch »andere Personen«
Anzahl risswerkführender
Markscheider
Gesamtanzahl an Risswerken
Anzahl an »anderen Personen«
Gesamtanzahl an Risswerken
Braunkohlen-Bergbau
6
44
Uranerz- und Spat-Bergbau
6
11
Kalktiefbau
1
4
Tontiefbau
1
4
Steine-Erden-Tagebaue
16
100
35
257
Haldenrückgewinnung
4
6
Insgesamt
34
169
33
257
Feldes- und Förderabgaben
Das Sächsische Oberbergamt vollzieht für den Freistaat Sachsen
die Feldes- und Förderabgabenverordnung Rechtsgrundlage da-
für sind die §§ 30 bis 32 BBergG
Der Inhaber einer bergbaulichen Erlaubnis zur Aufsuchung zu
gewerblichen Zwecken hat nach § 31 BBergG grundsätzlich eine
Feldesabgabe zu entrichten Der Freistaat Sachsen erhebt diese
Abgabe aufgrund volkswirtschaftlicher Belange im Sinne des § 32
Abs 2 BBergG nicht
Der Inhaber einer bergrechtlichen Bewilligung hat nach § 32
BBergG für die aus dem Bewilligungsfeld gewonnenen und mit-
gewonnenen bergfreien Bodenschätze grundsätzlich eine Förder-
abgabe zu entrichten Gleiches gilt für den Bergwerkseigentümer
mit Ausnahme alter Rechte, die von der Förderabgabe befreit sind
Die Abgabepflicht gilt nicht, soweit Inhaber oder Bergwerkseigen-
tümer die Bodenschätze ausschließlich aus gewinnnungstechni-
schen Gründen abbauen und nicht wirtschaftlich verwerten Der
Landesgesetzgeber setzt den Marktwert und den Abgabesatz für
einzelne Bodenschätze auf dem Verordnungsweg fest Von der
Verordnungsermächtigung hat das SMWA soweit Gebrauch ge-
macht, dass es die Bodenschätze Braunkohle, Erdwärme, Marmor,
Sole, Flussspat, Schwerspat, Kupfer und bestimmte Naturstei-
ne aus volkswirtschaftlichen Belangen im Sinne des § 32 Abs 2
BBergG zeitlich befristet von der Förderabgabe befreit hat
Im Berichtsjahr entrichteten die abgabepflichtigen Unternehmen
Förderabgaben in Gesamthöhe von 335200
Davon entfielen
Teilbeträge in Höhe von 38700
auf Natursteine, in Höhe von
263500
auf Kiese und Kiessande und in Höhe von 33000
auf
tonige Gesteine
Das Sächsische Oberbergamt beteiligt bei Bedarf das Referat Roh-
stoffgeologie im LfULG bei Bewertung der Förderabgabenpflicht
Rechtsentwicklung
Die Rechtsentwicklung auf EU-, Bundes- und Landesebene und
Verwaltungsentscheidungen der obersten sächsischen Landesbe-
hörden stellen praktisch fortlaufend neue Anforderungen an den
Vollzug bergrechtlicher Verfahren Die Rechtsentwicklung setzte
sich auch im Berichtsjahr durch mehrere wesentliche Entschei-
dungen fort
Der EuGH entschied mit Urteil vom 1 Juli 2015 (C-461 / 13), dass
die Bewirtschaftungsziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie, kon-
kret das Verschlechterungsverbot und das Verbesserungsgebot für
Oberflächengewässer bei Zulassung von Vorhaben als zwingen-
des Recht einzuhalten sind Die Verschlechterung des Zustandes
tritt bereits bei relativ niederschwelligen Beeinträchtigungen auf,
wenn sich eine normierte Qualitätskomponente um eine Klasse
nach der Wasserrahmenrichtlinie verschlechtert Eine große An-
zahl von Vorhaben zum Bergbau- und Sanierungsbergbau hat
über den Wasserpfad Auswirkungen auf Oberflächengewässer
Insoweit wirken die normierten Bewirtschaftungsziele auf die
Vorhaben zurück
Ein weiteres Urteil des EuGH vom 15 Oktober 2015 (C 137 / 14)
zu Rügen der Europäischen Kommission in einem Vertragsverlet-
zungsverfahren gegen Deutschland hat nationale Beteiligungsre-
geln von Bürgern und Verbänden in umweltrelevanten Verfahren
verworfen Der Erfolg von Individual- und Verbandsklagen ist
danach nicht von konkreten Einwendungen im vorgeschalteten
Verwaltungsverfahren abhängig Weiterhin können Kläger künf-
tig das Fehlen einer Umweltverträglichkeitsprüfung oder Fehler
dieser Prüfung gerichtlich angreifen Insbesondere für eine Reihe
größerer bergrechtlicher Planfeststellungsverfahren erwartet das
Sächsische Oberbergamt künftig eine erhebliche Verlagerung von
Rechtsbehelfen aus dem Verwaltungsverfahren zu Rechtsmitteln
in gerichtlichen Verfahren
Das Bundesverwaltungsgericht entschied mit Urteil vom 18 De-
zember 2014 (7C 22 / 12), dass die Bergbehörde vom Bergbau-
unternehmen die Vorlage eines Sonderbetriebsplanes verlangen
kann, wenn im Abschlussbetriebsplan wesentliche Festlegungen
54 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie

zur endgültigen Wiedernutzbarmachung unterblieben sind Da-
nach ist die bergrechtliche Nachsorgepflicht des Unternehmens
eine Verhaltensverantwortlichkeit aus der vorangegangenen ge-
fahrgeneigten Tätigkeit, auf die die Haftungsbeschränkungen des
Zustandsstörers nach den Grundsätzen der Altlastenfreistellung
nicht anwendbar sind Das Gericht führt weiter aus, dass Grenzen
und Maßstäbe der so genannten »Ewigkeitshaftung« durch den
Gesetzgeber zu bestimmen sind
Das Oberverwaltungsgericht Sachsen hat mit Urteil vom 9 April
2015 (1C 26 / 14) Normenkontrollanträge des BUND und eines An-
wohners gegen den Braunkohlenplan »Fortschreibung des Tage-
baus Nochten 2014« wegen fehlender Antragsbefugnis abgelehnt
Als Teilregionalplan erlassener Raumordnungsplan bindet dieser
grundsätzlich nur öffentliche Stellen, nicht aber Antragsteller als
Privatrechtssubjekte Die Vorverlagerung des Rechtsschutzes für
Privatpersonen gegen das großflächige Tagebauvorhaben auf den
Braunkohlenplan sei weder zur Gewährung des effektiven Recht-
schutzes noch wegen der verfassungsrechtlichen Eigentumsga-
rantie geboten Zum Urteil ist die Revision vor dem Bundesver-
waltungsgericht anhängig
Das SMUL hat am 21 Juli 2015 die »Anforderungen an die stoffli-
che Verwertung mineralischer Abfälle, TR Boden und Regelungen
für die Verwertung in Tagebauen und Abgrabungen« erlassen Das
Regelwerk ist eine wesentliche Grundlage für die Zulassung von
Betriebsplänen, die die Wiedernutzbarmachung mit bergbaufrem-
den Abfällen zum Gegenstand haben Das ist bei (Teil-)Wiederver-
füllungen einer großen Anzahl von Tagebauen der Fall, zu denen
fortlaufend neue Zulassungen notwendig sind
Der LAB hat am 4 November 2015 Vollzugsempfehlungen seines
Fachausschusses für Bergrecht zustimmend zur Kenntnis genom-
men Die Empfehlungen regeln zu bergrechtlichen Verfahren die
frühzeitige und ausreichende Information der betroffenen Öf-
fentlichkeit
Ausbildung
Das Sächsische Oberbergamt bildet kontinuierlich Referendare im
Vorbereitungsdienst für den höheren Staatsdienst aus Die Ausbil-
dung findet für das Bergfach und für das Markscheidefach statt
Voraussetzung für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst
ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium in einer der beiden
Fachrichtungen sowie der erfolgreiche Abschluss der Beflisse-
nenausbildung Der Vorbereitungsdienst ist schwerpunktmäßig
auf den späteren Einsatz in der staatlichen Bergverwaltung aus-
gerichtet Für die Diplomingenieure für Markscheidewesen ist
der erfolgreich abgeschlossene Vorbereitungsdienst gleichzeitig
die Grundlage für eine spätere Anerkennung als Markscheider,
um in Wirtschaftsunternehmen oder als Selbständige die ihnen
vorbehaltenen Aufgaben ausführen zu dürfen In der Ausbildung
verbinden die Referendare das im Hochschulstudium gewonnene
Fachwissen mit den besonderen Anforderungen des staatlichen
Verwaltungshandelns, insbesondere rechtliche und wirtschafts-
wissenschaftliche Befähigungen Der Vorbereitungsdienst endet
mit der Großen (»Zweiten«) Staatsprüfung vor einem gemeinsa-
men Prüfungsausschuss der Bundesländer Die Große Staatsprü-
fung umfasst das Anfertigen einer häuslichen Prüfungsarbeit, drei
Klausuren und eine mündliche Prüfung
Die Bergbehörde bildete im Jahr 2015 zwei Bergreferendare und
einen Bergvermessungsreferendar im Vorbereitungsdienst für den
höheren Staatsdienst im Bergfach aus
Die Beflissenenausbildung ist eine Voraussetzung für die Einstel-
lung als Referendar für das Bergvermessungswesen und für das
Berufsziel Markscheider Die Ausbildung vermittelt zu Beginn und
während des Hochschulstudiums praktische bergmännische und
markscheiderische Fertigkeiten und Kenntnisse für den späteren
beruflichen Einsatz Dabei sollen Kenntnisse aus verschiedenen
Bergbauzweigen erworben werden Das Sächsische Oberbergamt
ist die von der Staatsregierung bestimmte Aufsichtsbehörde für
die Ausbildung Sie weist die Bewerber auf Antrag den Ausbil-
dungsunternehmen zu und bescheinigt die Abschlüsse
Im Berichtsjahr begannen 42 Bergbaubeflissene und Beflissene
des Markscheidefachs die Ausbildung beim Sächsischen Ober-
bergamt 13 Beflissene schlossen in diesem Zeitraum die Ausbil-
dung ordnungsgemäß ab
Das Sächsische Oberbergamt bildete im Berichtszeitraum eine
Auszubildende in der Fachrichtung Bürokommunikation aus
Im Berichtsjahr absolvierten Schüler, Studenten oder andere Per-
sonen Praktika im Sächsischen Oberbergamt und im Referat Roh-
stoffgeologie des LfULG
Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 55

Öffentlichkeitsarbeit
Im Berichtszeitraum nahmen das Sächsische Oberbergamt und
das Referat Rohstoffgeologie im LfULG für Presse, Fernsehen und
Rundfunk zu vielfältigen bergbaulichen, rohstoffgeologischen
und bergbehördlichen Themen Stellung Hierzu beantwortete das
Sächsische Oberbergamt 155 Medienanfragen Schwerpunktthe-
men waren die Gefahrenabwehrmaßnahmen am Knappensee,
einzelne Planfeststellungsverfahren (Nochten II; Brößnitz, Gut-
tau), die Entwicklung der Bergbauprojekte auf Erze und Spate,
Auswirkungen des Festgesteinstagebaus Leukersdorf und ver-
schiedene Schadensereignisse aus dem Altbergbau
Vertreter der Bergbehörde und des Referates Rohstoffgeologie
informierten im Berichtszeitraum bei zahlreichen Veranstaltungen
und Tagungen zu nationalen und sächsischen Bergbau- und
Rohstoffthemen, so z B beim Sächsischen Geothermietag des
GKZ in Dresden, bei einer Bürgerinformation in Geyer im Zu-
sammenhang mit einem geophysikalischen Befliegungsprojekt
der BGR sowie auf der internationalen Geowissenschaftlichen
Tagung GeoBerlin 2015 Des Weiteren war das LfULG mit einer
Dauerausstellung und einer Themenwoche (»Die Erde unter unse-
ren Füßen« – Geologie in Sachsen) auf der Landesgartenschau in
Oelsnitz vertreten Das Sächsische Oberbergamt und das Referat
Rohstoffgeologie im LfULG sind Mitveranstalter verschiedener
Kolloquien in Freiberg (Freiberger Kolloquium, Geokolloquium)
und an anderen Orten Beide Behörden unterhalten insbesondere
zur TU Bergakademie Freiberg vielfältige Kontakte auf Leitungs-
und Arbeitsebene
Das LfULG und das Sächsische Oberbergamt geben seit dem
Jahr 1994 gemeinsam die Schriftenreihe »Bergbau in Sachsen« –
Monographien sächsischer Bergbaureviere heraus Die Bergbau-
monographien geben u a umfassende Überblicke zur Bergbau-
geschichte, zur geologisch-lagerstättenkundlichen Erforschung,
zur Geologie, Tektonik und Mineralisation, Rohstoffcharakteristik,
Geophysik und Hydrogeologie der einzelnen Bergbaurevieren Sie
eignen sich deshalb besonders als Grundlage für weitergehende
Forschungen und aktuelle Erkundungsarbeiten zur Inwertsetzung
von Rohstoffvorkommen
56 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und
des Sächsischen Oberbergamtes »Bergbau in Sachsen« (Monographien sächsischer Bergbaureviere)
Band
Titel
Erscheinungsjahr
1
Das Zinnerz-Lagerstättengebiet Ehrenfriedersdorf / Erzgebirge
1994
2
Flussspatlagerstätten des Südwestvogtlandes: Schönbrunn, Bösenbrunn, Wiedersberg
1996
3
Erläuterungen zur Karte »Mineralische Rohstoffe Erzgebirge-Vogtland / Krusne Hory 1:100000, Karte 2: Metalle, Fluorit / Baryt-Verbreitung
und Auswirkungen auf die Umwelt«
1997
4
Das Lagerstättengebiet Geyer
1998
5
Die Schwerspatlagerstätte Brunndöbra und das Schwerspatvorkommen Schnarrtanne im Ostvogtland / Westerzgebirge
1998
6
Die Uranerz-Baryt-Fluorit-Lagerstätte Niederschlag bei Bärenstein und benachbarte Erzvorkommen
2002
7
Die Uranlagerstätte Königstein
2000
8
Die polymetallische Skarnlagerstätte Pöhla-Globenstein
2002
9
Die Zinnerzlagerstätte Altenberg / Osterzgebirge
2002
10
Wismut-, Kobalt-, Nickel- und Silbererze im Nordteil des Schneeberger Lagerstättenbezirks
2003
11
Der Braunkohlenbergbau im Südraum Leipzig
2004
12
Das Döhlener Becken bei Dresden – Geologie und Bergbau
2006
13
Die Kaolinlagerstätte des Kemlitzer Reviers
2007
14
Geologie und Uranbergbau im Revier Schlema-Alberoda
2008
15
Die Steinkohlenlagerstätte Zwickau
2009
16
Marmor im Erzgebirge
2010
17
Die Komplexlagerstätten Tellerhäuser und Hämmerlein
2012
Die Veröffentlichungen aus der Publikationsreihe stehen u a gebührenfrei zum Download zur Verfügung (https://publikationen sachsen de)

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Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 57
Errichteter standsicherer Damm im Restlochkomplex Heide

58 | Anlagen
Anlagen
Organisationsplan
Sächsisches Oberbergamt
Sekretariat
Kerstin Dimmer 9001
Abteilung 1
Zentrale Aufgaben
Martin Herrmann 1000
Referat 11
Zentrale Dienste
Jörg Dreßler 1100
Referat 12
Recht
Dr Falk Ebersbach 1200
Referat 13
Controlling
Ralph Weicher
Oberberghauptmann
Prof Dr Bernhard Cramer 9000
Abteilung 2
Tagebau
Christof Voigt 2000
Referat 21
Braunkohlenbergbau
Berndt Schilling 2100
Referat 22
Steine-Erden-Bergbau
Steffen Döhner 2200
Beauftragter
für den Haushalt
Jörg Dreßler 1100
Sozialpolitischer
Beirat
Karlheinz Lagerpusch 3103
Projektgruppe
eVA.SAX OBA
Ulrich Klieboldt 9100
Abteilung 3
Untertagebergbau
Tobias Dressler 3000
Referat 31
Untertagebergbau / Markscheidewesen
Joachim Bayer 3100
Referat 32
Altbergbau
Hartmut Rössel 3200

Anlagen | 59
Organisationsplan des Sächsischen Staatsministeriums
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (Auszug)
Stand: 1. September 2016
Staatsminister für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Martin Dulig
Staatssekretär für Arbeit, EU-Strukturfonds und
Beauftragter der Staatsregierung für Digitalisierung
Stefan Brangs
Abteilung 4
Digitalisierung, Energie, Bergbau und Marktordnung
Dr Dirk Orlamünder
Referat 46
Bergbau, Umweltfragen
Dr Peter Jantsch
Organisationsplan des Landesamtes
für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Auszug)
Stand: 1. September 2016
Präsident
Norbert Eichkorn
Abteilung 10
Geologie
Dr Frank Fischer
Referat 104
Rohstoffgeologie
Dr Uwe Lehmann

60 | Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
BBergG
Bundesberggesetz
BGR
Bundesanstalt für Geowissenschaften
und Rohstoffe
BMWi
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
BUND
Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland
DERA
Deutsche Rohstoffagentur in der Bundes-
anstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
EuGH
Europäischer Gerichtshof
GKZ
Geokompetenzzentrum Freiberg e V
JORC
Joint Ore Reserves Committee
LfA
Landesamt für Archäologie
LfULG
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie
LASuV
Landesamt für Straßenbau und Verkehr
LMBV
Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-
Verwaltungsgesellschaft mbH
MIBRAG mbH
Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH
SAG Wismut
Sowjetische Aktiengesellschaft Wismut
SDAG Wismut
Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft
Wismut
SMI
Sächsisches Staatsministerium des Inneren
SMUL
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft
SMWA
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft
Arbeit und Verkehr
StuBA
Steuerungs- und Budgetausschuss
für die Braunkohlesanierung

image
Impressum
Herausgeber:
Sächsisches Oberbergamt
Kirchgasse 11, 09599 Freiberg
Telefon: +49 3731 372 9001
Telefax: +49 3731 372 9009
E-Mail: poststelle@oba.sachsen.de
www.oba.sachsen.de
Redaktion:
Sächsisches Oberbergamt, Öffentlichkeitsarbeit
Redaktionsschluss:
1. September 2016
Gestaltung, Satz, Druck:
Lausitzer Druckhaus GmbH
Fotos:
Umschlag: Abraumvorschnitt im Tagebau Vereinigtes Schleenhain
© Rainer Weisflog/MIBRAG mbH
Titel Innenseite: © Steve Müller; S. 6, 15, 17 © GEOMIN;
S. 8 © EFS GmbH; S. 9 © Dr. Jörg Reichert, Deutsche Rohstoff AG;
S. 12 © Archiv Vattenfal; S. 11, 30, 31, 35, 37, 38, 42, 47 © Sächsisches Oberbergamt;
S. 11, 12, 14 © Jens Schlüter/MIBRAG mbH; S. 22, 31 © LMBV;
S. 23, 24, 25 © Wismut GmbH; S. 27, 28, 57 © Peter Radke/LMBV;
S. 28, 30 © Steffen Rasche/LMBV; S. 31 © Christian Bedeschinski/LMBV;
S. 31 © Martin Klindworth/LMBV; S. 32, 33 © TS Bau Jena;
S. 39 © Landesamt für Archäologie; S. 36 © Bergsicherung Freital GmbH;
S. 37 © Bergsicherung Sachsen GmbH; S. 41 © medial mirage Leipzig;
S. 45, 46, 51, 53 © LfULG;
Auflage:
1.000 Exemplare
Bezug:
Diese Druckschrift kann
kostenfrei bezogen werden bei:
Sächsisches Oberbergamt
Kirchgasse 11, 09599 Freiberg
Telefon: +49 3731 372 9001
Telefax: +49 3731 372 9009
E-mail: poststelle@oba.sachsen.de
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