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Der Bergbau in
Sachsen
Freistaat
Sachsen
Sächsisches Oberbergamt
Landesamt für Umwelt und Geologie
Bericht
des Sächsischen Oberbergamtes und
des Landesamtes für Umwelt und Geologie
- Referat Rohstoffgeologie -
für das Jahr 2007

Der Bergbau in
Sachsen

Es folgt immer ein Erzgeschrey dem anderen.
Der
alte bergmännische Volksspruch gibt über Jahrhun-
derte gesammelte Erfahrungen unserer Altvorderen
wieder. Mehrere Perioden der Blüte und des Nieder-
gangs des Bergbaus haben Sachsen nachhaltig ge-
prägt. Das Erzgebirge hat ihm seinen Namen zu
verdanken. In den vergangenen acht Jahrhunderten
sind dort Landschaften, technische Anlagen und
Bauwerke entstanden, die auch heute noch zum
Selbstverständnis der Menschen beitragen.
Nach dem letzten großen Berggeschrey, dem durch
die SAG und SDAG Wismut betriebenen Uranerz-
bergbau in Sachsen und Thüringen, begann Anfang
der 1990er-Jahre deutschlandweit eine Periode ohne
Metallerzbergbau, obwohl die Lagerstätten nicht
erschöpft waren. Kosten-Nutzen-Abwägungen vor
zehn bis 15 Jahren ließen die Gewinnung von heimi-
schen Erzen in den nächsten Generationen nicht
erwarten. Seit etwa fünf Jahren haben sich die
Weltmarktpreise insbesondere für metallische Roh-
stoffe zum Teil sprunghaft entwickelt. Große
Volkswirtschaften wie China und Indien, die vor-
mals Exporteure mineralischer Rohstoffe waren,
drängen wegen ihrer wirtschaftlichen Entwicklung
mittlerweile durch Importsubventionen und Aus-
fuhrzölle ungebrochen als wichtige Rohstoffimpor-
teure auf den Weltmarkt. Die Rohstoffpreise haben
sich in den vergangenen fünf Jahren beispielsweise
für Zinn verdrei-, für Wolfram verfünf- und für
Kupfer versechsfacht. Wegen des weltweiten Roh-
stoffbedarfs, der Endlichkeit bereits erschlossener
Lagerstätten und der höheren Kosten für die Er-
schließung neuer Vorkommen, rechnen nahezu alle
Fachleute mit langfristig hohen und weiter steigen-
den Weltmarktpreisen für mineralische Rohstoffe.
Verschiedene nationale und internationale Unter-
nehmen interessieren sich deshalb seit einiger Zeit
für die Wiederaufnahme des Erz- und Spatbergbaus
im Freistaat Sachsen. Dazu haben sie bis Ende des
Jahres 2007 für zwölf abgrenzbare Vorkommen
bzw. Lagerstätten Erkundungs- oder Gewinnungsan-
träge gestellt. Für acht der Vorkommen erteilte das
Sächsische Oberbergamt bis dahin insgesamt neun
bergrechtliche Erlaubnisse. Die Bewerbung auslän-
discher Unternehmen ergibt sich auch aus der Tatsa-
che, dass in Deutschland der Erzbergbau seit 1991
Historie ist und sich daher keine aktiven Erzberg-
bauunternehmen am Markt befinden.
Bereits im Jahr 2006 hat das Sächsische Staatsminis-
terium für Wirtschaft und Arbeit (SMWA) das Geo-
kompetenzzentrum Freiberg e. V. (GKZ) mit der
Neubewertung der wichtigsten Erz- und Spatvor-
kommen beauftragt. Die Arbeiten dazu schließt das
GKZ im Jahr 2008 ab. Die Ergebnisse sollen vor
allem potenziellen Investoren zur Verfügung stehen,
die in bereits laufende oder weitere Erkundungs- und
Gewinnungsvorhaben investieren möchten.
Eine wesentliche Rolle bei der Beurteilung der La-
gerstätten spielt der Bereich Rohstoffgeologie des
Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie
(LfUG), das erstmals an der Erstellung des Jahresbe-
richtes beteiligt war. Daher folgt ein zweites Vor-
wort des Präsidenten des LfUG.
Für die dauerhaft sichere und wirtschaftliche Ener-
gieversorgung hat die Gewinnung von heimischen
Energierohstoffen zentrale Bedeutung. Im Freistaat
Sachsen sorgen die Mitteldeutsche Braunkohlenge-
sellschaft mbH (MIBRAG mbH) und die Vattenfall
Europe Mining AG für den kontinuierlichen Abbau
von Braunkohle in den Tagebauen Vereinigtes
Schleenhain, Profen (sächsischer Teil) und Nochten.
Die Vattenfall Europe Mining AG bereitet zudem
Vorwort

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den Tagebau Reichwalde zur Wiederinbetriebnahme
vor.
Ein für das Beitrittsgebiet spezifisches Aufgabenfeld
ist die Sanierung des nach der Wiedervereinigung
ohne Planungsvorlauf stillgelegten nicht privatisier-
baren Braunkohlen- und Uranerzbergbaus. Die säch-
sische Bergverwaltung arbeitet dabei vor allem mit
den bundeseigenen Gesellschaften Wismut GmbH
und Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-
Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV mbH) zu-
sammen.
Im Bereich der Braunkohlesanierung sind die Bun-
desrepublik Deutschland und der Freistaat Sachsen
seit dem Jahr 1991 aufgrund von Rechtsverpflich-
tungen oder durch freiwillige Leistungen in Sanie-
rungsvorhaben mit einem Umfang von über drei
Milliarden Euro eingetreten. Die Ergebnisse der
Sanierung sind sowohl in der Lausitz als auch im
Leipziger Umland an vielen Orten sichtbar. Die
grundhafte Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft
ist weitgehend abgeschlossen. Alle stillgelegten
sächsischen Tagebaue befinden sich in unterschied-
lichen Stadien der Flutung.
Die Wismut GmbH hat den überwiegenden Teil der
von der Bundesrepublik Deutschland übernomme-
nen Sanierungsverpflichtungen des Uranerzbergbaus
der früheren SDAG Wismut erfüllt. Dazu hat sie in
Thüringen und Sachsen mittlerweile einen Betrag
von mehr als fünf Milliarden Euro aufgewendet. Vor
allem die übertägigen Sanierungsarbeiten sind im
großen Umfang sichtbar.
Von der Anzahl der aktiven Gewinnungsbetriebe
stellt der sächsische Bergbau auf Steine- und Erden-
rohstoffe nach wie vor das größte Kontingent. Nahe-
zu alle für die Bauwirtschaft notwendigen Rohstoffe
werden im Freistaat Sachsen gefördert und dienen
zur Versorgung der überwiegend regionalen Märkte.
Von dem über mehrere Jahrhunderte in Sachsen
betriebenen Bergbau, für den es heute keine Rechts-
nachfolger mehr gibt, gehen jährlich zwischen 100
und 200 bekannte neue Schadensereignisse aus. Im
Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes tätige Sa-
nierungsunternehmen sichern die Schadstellen und
sanieren diese nach Prioritäten. Dazu investierte der
Freistaat Sachsen im Jahr 2007 über 15 Millionen
Euro.
Das Sächsische Oberbergamt stand im Jahr 2007 als
Dienstleister für bergrechtliche und andere Geneh-
migungen, als Ordnungsbehörde im Bergbau und
Auftraggeber für die Sanierungsaufgaben des Frei-
staates Sachsen zur Verfügung. Die sächsische
Bergverwaltung leistet mit zügig durchgeführten
Zulassungs- und Genehmigungsverfahren ihren
Beitrag zur Standortqualität des Freistaates. Mit den
Verfahren trägt sie auch Sorge für die Interessen der
vom Bergbau Betroffenen. Konstruktive Anregun-
gen von Bürgern, Bürgerinitiativen, Kommunen und
Verbänden wurden vom Sächsischen Oberbergamt
wiederum in zahlreichen Verfahren entgegenge-
nommen und Interessenkonflikte ausgeglichen.
Zu den wichtigsten aktuellen Themen des sächsi-
schen Bergbaus und der Bergverwaltung möchte ich
Sie mit diesem Bericht informieren. Für weitere
Informationen lade ich Sie auf unsere Webseite:
www.smwa.sachsen.de
unter dem Link Wirtschaft/Bergbau ein.
Freiberg, im Juni 2008
Prof. Reinhard Schmidt
Präsident des Sächsischen Oberbergamtes

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Vorwort
Zum ersten Mal ergänzen Fachbeiträge aus dem
Bereich Rohstoffgeologie des Sächsischen Landes-
amtes für Umwelt und Geologie (LfUG) einen Jah-
resbericht des Sächsischen Oberbergamtes. An-
schaulich können die Leser hier nachvollziehen, wie
die Folgen der Entwicklung auf den internationalen
Rohstoffmärkten auch die Region erreicht haben: So
wurden im Berichtsjahr zahlreiche Anträge zur Er-
kundung und Gewinnung von Erz- und Spatvor-
kommen gestellt und vom Referat Rohstoffgeologie
für das Oberbergamt begutachtet.
Im Gefolge dieses
„neuen Berggeschreys“
wurden
im Auftrag des SMWA die wichtigsten Erz- und
Spatvorkommen Sachsens neu bewertet. Diese Neu-
bewertung wurde wesentlich durch die Bereitstel-
lung von Daten aus den Archiven des LfUG ermög-
licht. Das Referat Rohstoffgeologie hat dabei maß-
geblich die Kriterien festgelegt sowie die Arbeit und
deren Ergebnisse bewertet.
Seit seiner Gründung beschäftigt sich das LfUG mit
der rohstoffgeologischen Landesaufnahme. Sachsen
ist ein rohstoffreiches Land: Neben Erz und Spat
sowie Erdwärme gehören Braunkohle als Energie-
träger sowie Steine und Erden –Hartgestein, Kies,
Sand, Lehm, Ton, Kaolin– zu den wichtigen Roh-
stoffen des Freistaates, die in über 300 Abbaustätten
gewonnen werden. Jeder Bürger verbraucht in sei-
nem Leben ca. 1000 t mineralische und Energie-
Rohstoffe; etwa die Hälfte davon sind Steine-Erden-
Rohstoffe. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeu-
tung der Rohstoffnutzung im Alltag; jedoch spiegelt
sich dies keineswegs in der alltäglichen öffentlichen
Wahrnehmung wider.
Ein zweiter Tätigkeitsschwerpunkt des Referates
Rohstoffgeologie war im Berichtsjahr die Beratung
der Regionalen Planungsstellen bei der Ausweisung
von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten für die Nut-
zung oberflächennaher mineralischer Rohstoffe im
Zuge der Gesamtfortschreibung der fünf Regional-
pläne. So wurde der im Landesentwicklungsplan von
2003 gestellten Aufgabe Rechnung getragen, Sach-
sens Rohstoffpotenzial unter Berücksichtigung des
Nachhaltigkeitsprinzips so zu sichern, dass eine
primäre Wertschöpfung möglich wird.
Des Weiteren wurden im Berichtsjahr zahlreiche
Stellungnahmen vor allem für Behörden erarbeitet,
vorwiegend zu bergrechtlichen Genehmigungsver-
fahren und nicht-bergrechtlichen Abbauvorhaben
der Steine-Erden-Gewinnung, aber auch zu öffentli-
chen Vorhaben des Hoch- und Tiefbaus.
Bergbau, Umwelt und Geologie stehen in engstem
Zusammenhang. Die Mitarbeiter der Abteilung Geo-
logie –häufig auch in Zusammenarbeit mit den ande-
ren Umweltfachabteilungen Immissions- und Strah-
lenschutz, Wasser sowie Boden- und Naturschutz–
des LfUG bringen in Stellungnahmen sowie Bera-
tungen ihre fachliche Kompetenz ein. Dem Referat
Rohstoffgeologie kommt hier aufgrund seines Tätig-
keitsprofils eine besondere Rolle zu. So prüft es
z. B. bei Anträgen zur Rohstoff-Erkundung eines
Standortes, ob die Arbeitsmethodik den geologi-
schen Gegebenheiten und dem vorliegenden geowis-
senschaftlichen Kenntnisstand angepasst ist. Diese
Aufgabe trägt damit zu einer sinnvollen Erforschung
–und späteren ressourcenschonenden Nutzung– der
heimischen mineralischen Rohstoffe sowie zur Be-
grenzung der Inanspruchnahme und Belastung des
Naturraums bei.
Hartmut Biele
Präsident Landesamt für Umwelt und Geologie

Inhaltsverzeichnis 1
Inhaltsverzeichnis
Seite
1
Bergbau in Sachsen
2
1.1
Schwerpunkt 2007 - Das neue "Berggeschrey" nach Erzen, Fluss- und
Schwerspat in Sachsen .................................................................................................. 2
1.2
Aktiver Braunkohlenbergbau ...................................................................................... 17
1.3
Braunkohlesanierung................................................................................................... 21
1.4
Steine- und Erdenbergbau ........................................................................................... 27
1.5
Untertägiger Bergbau .................................................................................................. 29
1.6
Sanierung im Uranerzbergbau..................................................................................... 30
1.7
Sanierung im Zinn- und Spatbergbau.......................................................................... 34
1.8
Geothermie.................................................................................................................. 34
1.9
Sanierung im Altbergbau............................................................................................. 35
1.10
Besucherbergwerke und sonstige zur Besichtigung freigegebene Objekte................. 39
2
Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie
40
2.1
Aufgaben und Aufbau ................................................................................................. 41
2.2
Betriebsaufsicht........................................................................................................... 42
2.3
Betriebsplanzulassungen und andere Genehmigungsverfahren .................................. 46
2.4
Bergbauberechtigungen, Bodenschatzeinstufungen.................................................... 47
2.5
Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie als Träger öffentlicher Belange ........... 48
2.6
Markscheidewesen ...................................................................................................... 50
2.7
Förderabgaben und andere Verwaltungseinnahmen der Bergbehörde........................ 51
2.8
Rechtsentwicklung ...................................................................................................... 51
2.9
Ausbildung .................................................................................................................. 53
2.10 Öffentlichkeitsarbeit.................................................................................................... 54
3
Sicherheit und Umweltschutz im Bergbau
55
3.1
Arbeits- und Gesundheitsschutz.................................................................................. 55
3.2
Rettungswesen............................................................................................................. 57
3.3
Sachverständige........................................................................................................... 57
3.4
Abfallwirtschaft im Bergbau....................................................................................... 57
3.5
Besondere Ereignisse und Unfälle............................................................................... 58
Anlagenverzeichnis

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2 Bergbau in Sachsen
1
Bergbau in Sachsen
1.1
Schwerpunkt 2007 – Das neue
„Berggeschrey“ nach Erzen, Fluss-
und Schwerspat in Sachsen
Geschichte des sächsischen Erzbergbaus
Der Beginn der Bergbauentwicklung auf dem Gebiet
des heutigen Freistaates Sachsen fällt in die Blüte-
zeit der mittelalterlichen Wirtschaft im fortgeschrit-
tenen 12. Jahrhundert. In Mitteleuropa stieg der Zahl
der Städte von etwa 200 im Jahr 1150 auf über 1.500
im Jahr 1250. Die stark wachsende Wirtschaft benö-
tigte Metalle, Silber für die Münzen und Buntmetal-
le für Werkzeuge, Hausrat und Geschirr aller Art.
Um das Jahr 1168 setzte mit den Silberfunden bei
Christiansdorf (auf dem Gebiet der heutigen Stadt
Freiberg) der früheste urkundlich belegte Bergbau
auf heutigem sächsischen Gebiet ein, der von den
Landesherren durch Bergbaufreiheiten stark geför-
dert wurde. Dem Silberbergbau dieser ersten Haupt-
periode folgte der Zinnbergbau.
Eine zweite Bergbauperiode führte im ausgehenden
15. und im 16. Jahrhundert durch Silberfunde zur
Gründung weiterer Bergstädte, so z. B. Schneeberg,
Annaberg und Marienberg. Die Zechen brachten
eine außergewöhnlich hohe Ausbeute, der Zehnt
stand aufgrund des Bergregals dem Landesherren zu.
Diese Bergbauperiode leitete eine besonders nach-
haltige Entwicklung ein. Sie brachte besondere Im-
pulse für technische Innovationen, die territorial-
staatliche Regulierung, das Bergrecht, die Bergver-
waltung, die Kapitalisierung, den Geldverkehr und
die Siedlungsentwicklung. In diesen Bereichen setz-
te die Region Maßstäbe für die europäische Ent-
wicklung oder bestimmte diese mit.
Die Wettiner als Landesherren zollten der Bergbau-
entwicklung von Beginn an eine besondere Auf-
merksamkeit. Der Bergbau war für die Wettiner
wesentlicher Faktor für die Grundlegung und Festi-
gung der Landes- und Territorialherrschaft. Hier
setzte ursprünglich ihre „Wirtschaftspolitik“ an.
Unmittelbarer Ausdruck der landesherrlichen Inte-
ressen war die Entwicklung rechtlicher Regelungen
und die Gestaltung einer Administration zur Reali-
sierung des Berg-
rechts.
Bildtafeln des Annaber-
ger Bergaltars in der
St. Annenkirche von
Hans Hesse, 1521
(Foto:
www.wikipedia.de)

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Bergbau in Sachsen 3
Das Recht bestand aus bergmännischem Gewohn-
heitsrecht, Impulsen anderer Bergregionen sowie
neugeschaffenen Regelungen und strahlte seinerseits
auf die anderen Bergreviere aus.
Als dritte wichtige Hauptperiode gilt die Wiederbe-
lebung der Förderung nach dem Jahr 1770, insbe-
sondere durch zahlreiche Innovationen, die von der
1765 auf Initiative des Oberbergamtes gegründeten
Bergakademie ausgegangen waren. Zu dieser Zeit
war vor allem die Förderung im Raum Marienberg
und die in zahlreichen kleineren Revieren im Erzge-
birge von Belang. Diese Periode bezog neben der
Gewinnung von Silber auch die Gewinnung von
Wismut-, Kobalt- und Nickelerzen ein. Die hohe
Zechenkonzentration trug wesentlich zur Entfaltung
eines dichten Netzes von Schmiedehütten und
Hammerwerken bei. Ab dem 19. Jahrhundert wuchs
die Bedeutung des Abbaus von Blei- und Zinkerzen
sowie von Fluss- und Schwerspat.
Bereits im 19. Jahrhundert trafen Bergleute im
Raum Schneeberg bei der Herstellung des Argentans
und Neusilbers und der Gewinnung und Verarbei-
tung von Nickel ein schwarzes schweres Erz an, mit
dem sie zunächst nichts anfangen konnten. Aufgrund
seines pechartigen Ausse-
hens und des Pechglanzes
auf frischen Bruchflächen
wurde das Erz als Pechblen-
de oder Pecherz bezeichnet.
Für Bergleute bedeutete sein
Auftreten oft auch Pech, da
damit häufig auch ein Rück-
gang der Gewinnung an
Silber und anderen „nützlichen“ Metallen verbunden
war. Sie ließen dieses Erz deshalb entweder stehen
oder warfen es auf die Halde. Dass es ihnen nicht
selten noch Pech in Gestalt der „Schneeberger
Krankheit“ (Lungenkrebs) einbrachte, wurde erst
später bekannt. Die enorme Steigerung des Interes-
ses an dem 1789 vom Chemiker Klaproth entdeckten
Uran setzte im 20. Jahrhundert ein, als das Forscher-
ehepaar Curie in Pechblenderückständen aus
St. Joachimsthal das Radium entdeckte. Nach der
unbedeutenden Gewinnung von Uranerz bis zum
2. Weltkrieg für Gläser und Glasuren begann ab dem
Jahr 1945 durch die Sowjetunion in den von ihr
besetzten Ländern die intensive Suche nach Uranerz.
Damit begann ein neues „Berggeschrey“, eine Berg-
bauperiode, die in Umfang und Intensität vor allem
im Erzgebirge alle anderen Bergbauperioden in den
Schatten stellte. Die sächsischen Bergbaustandorte
der SAG Wismut und der späteren SDAG Wismut,
allen voran Johanngeorgenstadt, Oberschlema,
Schneeberg, Annaberg und Marienberg hatten einen
wesentlichen Anteil an dem in über vier Jahrzehnten
an die Sowjetunion gelieferten 220.000 t reinen
Uran.
Schmiede- und Ham-
merwerk Frohnauer
Hammer
(Foto:
www.wikipedia.de)

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4 Bergbau in Sachsen
Entstehung der Erz- und Spatvorkommen
Die Anreicherung von mineralischen Rohstoffen im
Verlauf der Erdgeschichte führte zur Bildung von
(unbauwürdigen) Vorkommen bzw. (abbauwürdi-
gen) Lagerstätten. Solange die Bauwürdigkeit unge-
klärt ist, spricht die Fachwelt von Vorkommen. Der
überwiegende Teil der sächsischen Erz- und Spat-
vorkommen befindet sich in den kristallinen Gestei-
nen des Grundgebirges, die Alter von etwa 600 bis
300 Millionen Jahren aufweisen.
Erze sind natürlich vorkommende Gesteine, aus
denen durch Abbau, Aufbereitung und Verhüttung
Metalle gewonnen werden können. Sie bestehen aus
Erz- und Begleitmineralien. Spat ist ein alter Berg-
mannsbegriff für spätige (=gut spaltende) Minerale,
er wird hier zusammenfassend für Flussspat (Fluorit)
und Schwerspat (Baryt) verwendet.
Die Anreicherung von Rohstoffen fand im Laufe der
Erdgeschichte in mehreren Phasen statt. Eine der
wichtigsten war die „spätvariszische“ Phase vor 295
bis 280 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit führten
lagerstättenbildende Prozesse, teilweise eng ver-
knüpft mit Granitschmelzen, die in ältere Gesteins-
komplexe eingedrungen waren, zur Bildung bedeu-
tender Vorkommen u. a. von Zinn und Wolfram,
später dann auch von Blei und Silber.
Abhängig von verschiedenen Bedingungen, wie
z. B. der chemischen Zusammensetzung der Granit-
schmelzen und des umgebenden Gesteins, dem
Druck und der Temperatur, können verschiedene
Formen von Rohstoffkörpern entstehen. So entstan-
den beispielsweise durch Umwandlungen älterer
vorhandener Minerale in Verbindung mit der Zufüh-
rung mineralischer Lösungen die stock- und lager-
förmig ausgebildeten so genannten Greisen und
Skarne. Erzführende Mineralisationen finden sich
zudem oft in Form von mächtigen Gängen, die in
ihrer Lage an vorhandene Klüfte und Störungen
gebunden sind.
Abb. 1: Verteilung der wichtigsten Erz- und Spatvorkommen im Freistaat Sachsen

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Bergbau in Sachsen 5
Zu einem weiteren wichtigen Mineralisationstyp
gehören die hydrothermalen Gänge. In diesen wur-
den aus vormals bis zu 400°C heißen Lösungen
typische Mineralvergesellschaftungen ausgeschie-
den. Hier finden sich beispielsweise Spat-, Zink-,
Blei-, Uran und Silbervorkommen, die teilweise
noch in geologisch jüngerer Zeit entstanden sind.
Aufgrund ihrer geringen Vorräte nur von montanhis-
torischer Bedeutung sind Seifenvorkommen. Hierbei
handelt es sich um sekundäre Bildungen mit Nutz-
mineralen, die im Zuge der Verwitterung erzführen-
der Gesteine freigelegt und teils an Ort und Stelle,
teils aber auch durch Transport in fließenden Ge-
wässern an anderer Stelle angereichert wurden.
Der lokal mit Kupfer, Blei,
Zink, Silber und anderen Me-
tallen vererzte „Kupferschie-
fer“ der nördlichen Oberlausitz
befindet sich nicht im kristalli-
nen Grundgebirge, sondern im
darüber liegenden und damit
jüngeren Deckgebirge. Auf-
grund günstiger sedimentärer,
tektonischer und chemischer
Bedingungen kam es in den
etwa 260 Mio. Jahre alten
Tonschiefern sowie liegenden
Sand- bzw. hangenden Kalk-
steinen zur Anreicherung die-
ser Metalle.
Neubewertung der Erze und Spate
Der weltweite Bedarf an Erzen aufgrund der ge-
wachsenen Nachfrage und die reduzierte oder kos-
tenintensivere Erschließungstätigkeit von neuen
Lagerstätten hat seit dem Jahr 2003 zu einem massi-
ven Anstieg der Rohstoffpreise geführt. Diese Ent-
wicklung weckte auch in Sachsen das Interesse an
der Wiederaufnahme des Bergbaus. Von besonderer
Bedeutung sind die Rohstoffe Zinn, Zink, Kupfer,
Wolfram sowie Fluss- und Schwerspat und weitere
metallische Rohstoffe, von denen noch Restvorräte
vorhanden sind.
Im Herbst 2006 erteilte das SMWA dem GKZ den
Auftrag, für die wichtigsten sächsischen Erz- und
Spatvorkommen eine Neubewertung unter aktuellen
Gesichtspunkten vorzunehmen.
Abb. 2: Erzgebirgische-Lagerstättentypen am
Beispiel des Zinnvorkommens Ehrenfriedersdorf
(aus Bergbau in Sachsen, Bd. 3, 1997)

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6 Bergbau in Sachsen
Das LfUG hatte dabei wesentlichen Anteil an der
Erstellung der Leistungsbeschreibung und fachli-
chen Begleitung des Vorhabens. Im Geologischen
Archiv des LfUG wurden vom GKZ sämtliche ver-
fügbaren Berichte zu den etwa 140 wichtigsten Vor-
kommen gesichtet und diverse Daten, z. B. zu Vor-
räten, Teufenlagen, Mineralisationen u. a. in einer
Datenbank erfasst. Die sich anschließende Neube-
wertung beinhaltet u. a. eine Einstufung der Vorräte
hinsichtlich ihrer Quantität (klein, mittel oder groß
im Weltmaßstab) sowie ihrer Qualität (geologischer
Kenntnisstand, Realisierbarkeit, Bauwürdigkeit)
gemäß UN-Vorratsklassifikation und aktuelle Mög-
lichkeiten der Aufbereitbarkeit der Rohstoffe.
Tab. 1: Nachgewiesene geologische Vorräte von
Metallen und Spaten in Sachsen, weltweite Re-
serven sowie Welt-Produktion (Quellen: *LfUG,
2007; **USGS, 2007
(http://minerals.usgs.gov
/minerals/pubs/commodity/;
*** BGR, 2006)
Metalle/
Spate
Vorräte
Sachsen
in
Mio. t*
Vorräte
weltweit
in
Mio. t**
Weltpro-
duktion
2005
in Mio. t
Arsen
0,13
1,49
0,06
Beryllium
0,001
unbekannt
0,00014
Blei
0,15
67
3,27
Kupfer
0,065
480
15
Lithium
>0,03
4,1
0,021
Molybdän 0,003
8,6
0,185
Nickel 0,012
64
1,49
Rubidium 0,05
unbekannt
unbekannt
Silber 0,0003
0,27
0,0193
Uran 0,006
2,6***
0,04***
Wismut 0,013
0,32
0,0055
Wolfram 0,055
2,9
0,070
Zink 0,51
220
9,8
Zinn 0,54
6,1
0,29
Flussspat 4,5
240
5,3
Schwerspat 3,5
200
7,9
Abb. 3: Vorratssituation der wichtigsten sächsischen Erz- und Spatvorkommen, zum Vergleich ist
das benachbarte Kupfervorkommen Spremberg-Graustein in Brandenburg mit aufgeführt

Bergbau in Sachsen 7
Die vorliegende Neubewertung soll die sächsischen
Rohstoffvorkommen für potenzielle Investoren att-
raktiv machen. Zudem ist damit eine fachlich fun-
dierte Grundlage gegeben, geeignete Flächen von
Erz- und Spatvorkommen im Rahmen der Landes-
und Regionalplanung für eine zukünftige Rohstoff-
gewinnung zu sichern.
Die Bergverwaltung und die amtliche Rohstoff-
geologie im neuen „Berggeschrey“
Erze und Spate sind nach § 3 Absatz 3 Bundesberg-
gesetz (BBergG) so genannte bergfreie Bodenschät-
ze. Sie gehören somit nicht dem Grundeigentümer.
Wer bergfreie Bodenschätze aufsuchen will, bedarf
der Erlaubnis, wer bergfreie Bodenschätze gewinnen
will, der Bewilligung oder des Bergwerkeigentums
(§ 6 Satz 1 BBergG). Das Sächsische Oberbergamt
ist durch Landesverordnung zuständige Genehmi-
gungs- und Zulassungsbehörde für alle bergmänni-
schen Arbeiten im Freistaat Sachsen.
Bergrechtliche Erlaubnisse (§ 7 BBergG) gewähren
das ausschließliche Recht, nach den Vorschriften des
Bundesberggesetzes in einem bestimmten Feld die
in der Erlaubnis bezeichneten Bodenschätze aufzu-
suchen, bei planmäßiger Aufsuchung notwendig zu
lösende oder freizusetzende Bodenschätze zu ge-
winnen und das Eigentum daran zu erwerben und
die zur Aufsuchung notwendigen Betriebsanlagen zu
errichten.
Bergrechtliche Bewilligungen (§ 8 BBergG) gewäh-
ren das ausschließliche Recht, nach den Vorschriften
des Bundesberggesetzes in einem bestimmten Feld
die in der Bewilligung bezeichneten Bodenschätze
aufzusuchen, zu gewinnen und andere Bodenschätze
(auch bei der Anlegung von Hilfsbauen) mitzuge-
winnen, das Eigentum an den Bodenschätzen zu
erwerben und die zur Gewinnung notwendigen Be-
triebsanlagen zu errichten.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfUG beurteilt zu
den Erlaubnis- und Bewilligungsanträgen alle geo-
logisch-fachlichen Aspekte. Insoweit ist das Referat
in den bergrechtlichen Verfahren als ein Träger
öffentlicher Belange und als Fachbehörde tätig. Als
wichtigsten Aspekt untersucht das Referat Rohstoff-
geologie die Arbeitsprogramme der Antragsteller.
So werden in den eingereichten Unterlagen vor al-
lem Aussagen hinsichtlich der geologischen Ver-
hältnisse der beantragten Erlaubnisfläche sowie
rohstoffrelevante Details der Probenahme, wie z. B.
die beabsichtigten Bohrteufen und die Probenanaly-
tik, geprüft.
Die im Freistaat Sachsen tätigen Unternehmen ha-
ben die Errichtung und Aufnahme von Aufsu-
chungs-, Gewinnungs- und Aufbereitungsbetrieben
beim Sächsischen Oberbergamt anzuzeigen (§ 50
BBergG). Die Errichtung, Führung und Einstellung
der Betriebe ist betriebsplanpflichtig (§ 51 BBergG).
Das Sächsische Oberbergamt lässt die Betriebspläne
nach Maßgabe gesetzlicher Vorschriften im Rahmen
gebundener Verwaltungsentscheidungen (§ 55
BBergG) zu. Gegenstand der Zulassung bedeutender
untertägiger Gewinnungsbetriebe ist eine stark durch
EU-Recht geprägte Umweltverträglichkeitsprüfung,
die im Rahmen von Planfeststellungsverfahren
durchzuführen ist.
Aktuelle bergbauliche Aktivitäten an einzelnen
Standorten
Seit Mitte des Jahres 2006 haben verschiedene nati-
onale und internationale Unternehmen mit Anträgen
auf bergrechtliche Erlaubnisse und Bewilligungen zu
verschiedenen Erz- und Spatvorkommen in Sachsen
konkretes Interesse an der Wiederaufnahme des

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8 Bergbau in Sachsen

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Bergbau in Sachsen 9
Bergbaus bekundet. Bis zum Ende des Berichtszeit-
raumes reichten die Unternehmen beim Sächsischen
Oberbergamt Anträge zu bergrechtlichen Erlaubnis-
sen und Bewilligungen zu insgesamt zwölf abgrenz-
baren Vorkommen ein. Zu acht Vorkommen erteilte
das Sächsische Oberbergamt bis Ende des Jahres
2007 insgesamt neun bergrechtliche Erlaubnisse:
Feld „Pöhla-Globenstein“ (Westerzgebirge)
Um den westerzgebirischen Ort Pöhla erstreckt sich
eine polymetallische Skarnlagerstätte. Von besonde-
rer Bedeutung sind die Vererzungen mit Zinn und
Wolfram. Abgesehen von zahlreichen Altbergbau-
versuchen, die sich bis in das 17. Jahrhundert zu-
rückverfolgen lassen, wurde die Lagerstätte erst
nach Ende des 2. Weltkrieges wirklich entdeckt. Die
Entdeckung stand im Zusammenhang mit umfang-
reichen bergmännischen Auffahrungen der SAG/
SDAG Wismut, die auf die Aufsuchung von Uranerz
gerichtet waren. In mehreren Erkundungsetappen
zwischen den Jahren 1957 und 1988 stellte die
SDAG Wismut einen Vorrat von 84.000 t elementa-
rem Zinn, von 43.000 t Wolfram und weiteren Vor-
räten an Begleitrohstoffen fest.
Das Sächsische Oberbergamt erteilte der Wisutec
Umwelttechnik GmbH bereits im Oktober 2006 die
Erlaubnis zur Erkundung in einem 4,4 km² großen
Feld. Mit der Erkundung sollen u. a. der Erzgehalt
der Lagerstätte näher bestimmt und Aufbereitungs-
untersuchungen durchgeführt werden.
Felder „Spremberg-Graustein-Schleife“ (sächsischer
Teil) und „Weißwasser“ (Lausitz)
In der Oberlausitz befindet sich zwischen dem säch-
sischen Weißwasser und dem brandenburgischen
Spremberg ein schon seit längerem bekanntes
Buntmetallvorkommen. Hier finden sich im permi-
schen Kupferschiefer sowie teilweise in begleiten-
den Schichten als Hauptrohstoffe Kupfer, Blei und
Abb. 5: Vereinfachte geologische Situation im Bereich der Mulkwitz-Antiklinale, Tiefenlage des
Kupferschiefers unter Gelände

10 Bergbau in Sachsen
Zink sowie weitere chemische Elemente, wie z. B.
Silber. Diese vererzten Schichten neigen sich nach
Norden und Nordosten. Sie liegen im Bereich der so
genannten Mulkwitz Struktur, einer von Störungen
zergliederten tektonischen Hochlage in Tiefen von
600 bis 1.400 m.
Hauptträgergestein der Vererzung ist der Kupfer-
schiefer, der eine ehemalige Meeresablagerung dar-
stellt. Die darin enthaltenen wirtschaftlich interes-
santen Minerale wie beispielsweise Kupferkies,
Bleiglanz und Zinkblende treten nicht nur innerhalb
des Kupferschiefers, sondern teilweise auch in ei-
nem Bereich darüber und darunter auf. So beträgt
die Mächtigkeit des Kupferschiefers im Bereich der
damals abgegrenzten Vorrats-Felder „Spremberg“
und „Graustein“ zwischen 0,3 und 1,4 m, während
der zu DDR-Zeiten als abbauwürdig gekennzeichne-
te Gesamt-Erzkörper zwischen 0,5 und 8,2 m
schwankt. Diese Vorrats-Felder liegen vollständig in
Brandenburg und beinhalten 1,5 Mio. t elementares
Kupfer, 88.000 t Blei, 36.500 t Zink sowie 2.300 t
Silber. In ihrer südöstlichen Fortsetzung befindet
sich in Sachsen das Vorrats-Feld „Schleife“, in dem
in den 1960er-Jahren des letzten Jahrhunderts zwar
Vererzungen festgestellt wurden, welche die dama-
ligen Anforderungen einer wirtschaftlichen Gewin-
nung aber nicht erfüllten. Hier wurden 78.000 t
elementares Kupfer, 161.000 t Blei und 62.000 t
Zink aufgrund der Bohrerkundung berechnet.
Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstof-
fe Brandenburg (LBGR) und das Sächsische Ober-
bergamt erteilten dem panamaischen Unternehmen
Minera S. A. im Juni 2007 im Rahmen einer Vor-
rangentscheidung gegenüber anderen Mitbewerbern
die Erlaubnis zur Erkundung in einem Feld „Sprem-
berg-Graustein-Schleife“ mit einer Größe von 387
km². Die beiden Länderbergbehörden erteilten die
Erlaubnis jeweils für den Feldesanteil, der in den
räumlichen Zuständigkeitsbereich nach Landesrecht
fällt. Der Teil des Erlaubnisfeldes im Freistaat Sach-
sen hat eine Größe von 50 km². Das Sächsische
Oberbergamt erteilte darüber hinaus dem polnischen
Unternehmen KGHM Cuprum (Wroclaw/Polen) die
Erlaubnis zur Erkundung des Vorkommens in einem
über Weißwasser bis zur polnischen Grenze an-
schließenden Feld „Weißwasser“. Das Feld hat eine
Größe von 364 km². Die Arbeiten zu den Aufsu-
chungserlaubnissen sollen bereits vorhandene Daten
bestätigen sowie weitere höffige Gebiete am Rande
der Mulkwitz-Antiklinale und bis zur deutsch-
polnischen Grenze feststellen. Letztgenannter Be-
reich zeichnet sich nach aktueller Kenntnislage al-
lerdings durch Tiefenlagen des Kupferschiefers von
bis zu 2.000 m aus.
Gegen die Entscheidungen der Länderbergbehörden
legten die jeweiligen Mitbewerber Widersprüche
ein. Im April 2008 wiesen das LBGR und das Säch-
sische Oberbergamt die Widersprüche zurück. Ein
Mitbewerber hat darauf die Entscheidung zugunsten
der MINERA S. A. beklagt.
Feld „Gottesberg“ (Vogtland)
Die polymetallische Lagerstätte ist insbesondere
wegen der Zinnvererzung von Bedeutung. Bereits
seit dem 16. Jahrhundert bis in die 1950er-Jahre fand
ein oberflächennaher Abbau mit der Gewinnung von
Zinn und Wolfram statt. In der letzten Abbauphase
bis zum Jahr 1954 gewannen Bergleute aus der Gru-
be 4.850 t Zinn. Die SDAG Wismut stellte bei Er-
kundungen in den 1980er-Jahren einen erzhöffigen
mächtigen Greisenkörper bis in eine Tiefe von etwa
900 m fest. Nach diesen Erkundungen ist bisher von
einem Vorkommen von 121.000 t elementarem
Zinn, 64.000 t Kupfer, 7.000 t Wolfram und Begleit-
rohstoffen wie Wismut und Gold auszugehen.

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Bergbau in Sachsen 11
Das Sächsische Oberbergamt erteilte der Deutschen
Rohstoff AG Heidelberg (DRAG) im September des
Berichtsjahres die Erlaubnis zur weiteren Erkundung
des Vorkommens in einem 11 km² großen Feld. Im
Rahmen der Erkundung beabsichtigt die DRAG u. a.
die Vorkommen neu zu bewerten, Bohrerkundungen
von Über- und Untertage sowie Aufbereitungsversu-
che durchzuführen.
Feld „Delitzsch“ (Landkreis Delitzsch)
Nordwestlich von Leipzig liegt bei Delitzsch ein
Bereich mit drei so genannten „verdeckten“ Roh-
stoffvorkommen. Unter einer etwa 100 m mächtigen
Lockergesteinsbedeckung, die sich neben Sand und
Ton auch aus Braunkohlenflözen zusammensetzt,
befindet sich ein aus verschiedenen Gesteinseinhei-
ten gebildeter Grundgebirgskomplex.
So kommen im Kontaktbereich des Delitzscher
Granodiorits (ein Granit-Typ) Wolframerze vor,
welche als Begleitrohstoff zusätzlich Molybdän,
Zinn und Germanium aufweisen. Die erzführenden
Schichten fallen mit 45° bis 60° nach Westen und
Nordwesten zur Tiefe hin ein und weisen zahlreiche
Klüfte und Versätze auf.
Weiterhin ragt nahe Storkwitz im Untergrund ein
erdgeschichtlich jüngerer und für Europa seltener
Karbonatitkörper (kalziumreiches magmatisches
Gestein) schlotförmig auf, der Seltene Erden Ele-
mente (SEE) und Niob beinhaltet. Zwischen Kyhna
und Schenkenberg komplettiert ein Uranvorkommen
im Kontakt eines Granitkörpers die regionale Roh-
stoffpalette.
Von besonderem Interesse sind die Vererzungen mit
Wolfram und SEE. Sie wurden in den 1970er/1980er
Jahren bei Erkundungsarbeiten der SDAG Wismut
auf Uran entdeckt. Die nachfolgenden Detailerkun-
dungen führten zu eingehenden qualitativen und
quantitativen Untersuchungen. Das Wolfram ist
hauptsächlich an das Mineral Scheelit gebunden. Bei
den SEE machen die Elemente Cer, Lanthan und
Neodym den Hauptanteil aus. Die SDAG Wismut
wies u. a. prognostische Vorräte an 52.000 t elemen-
tarem Wolfram aus. Dieser Vorrat entspricht etwa
zwei Dritteln des gegenwärtigen Weltjahresverbrau-
ches an Wolfram. Vor einer Gewinnung hätte es
seinerzeit noch umfangreicher Erkundungen bedurft.
Ein Abbau kam aufgrund des damaligen Kenntnis-
standes und der wirtschaftlich-technischen Bedin-
gungen nicht in Betracht.
Abb. 6: Polymetallische Mineralisationen im
Raum Delitzsch/Bitterfeld (Stedingk u. a. 2002)

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12 Bergbau in Sachsen
Das Sächsische Oberbergamt erteilte der DRAG im
November des Berichtsjahres die Erlaubnis zur Er-
kundung der Vorkommen in einem 111 km² großen
Feld im Landkreis Delitzsch. Die erteilte Aufsu-
chungserlaubnis soll dazu beitragen, dass u. a. der
Karbonatit eingehender untersucht wird und Frage-
stellungen zum Wolframgehalt und seinem indus-
triell verwertbaren Vorrat geklärt werden.
Feld „Ehrenfriedersdorf/Geyer“ (Mittleres Erzgebir-
ge)
Das Lagerstättenrevier ist seit dem Mittelalter wegen
des Reichtums an Zinnerzen bekannt. Im Gebiet
Ehrenfriedersdorf fand seit dem Mittelalter bis zum
Jahr 1990 in verschiedenen Lagerstättenfeldern der
Abbau vor allen Dingen von Zinn, Wolfram und
Arsen statt. Im Gebiet Geyer endete die letzte Perio-
de des aktiven Bergbaus zu Beginn des 20. Jahrhun-
derts. In den 1960er- und 1970er-Jahren führte die
SDAG Wismut Erkundungen durch, deren Schwer-
punkt auf dem Nachweis möglicher Uranerzvor-
kommen lag. Nach bisherigen Erkundungen gelten
etwa 48.000 t elementares Zinn und 65.000 t Zink
als nachgewiesen.
Das Sächsische Oberbergamt erteilte der DRAG im
September des Berichtsjahres die Erlaubnis zur
Erkundung der Vorkommen in einem 35 km² großen
Feld um die Stadt Ehrenfriedersdorf und die Stadt
Geyer. Im Rahmen der Erkundung beabsichtigt die
DRAG u. a. die Vorkommen neu zu bewerten,
Bohrerkundungen von Über- und Untertage sowie
Aufbereitungsversuche durchzuführen.
Feld „Antonsthal“ (Westerzgebirge)
Hauptrohstoff der Skarnerz- und Ganglagerstätte ist
Zinn. Daneben finden sich erhebliche Vererzungen
mit Wolfram, Zink, Blei und Eisen. Der Beginn des
Bergbaus geht vermutlich bis in das 16. Jahrhundert
zurück. Erste gesicherte Aufzeichnungen über Gru-
Die Geyersche Pinge (heute Naturschutzgebiet) ist infolge des früheren Erzbergbaus durch
zwei große Tagesbrüche in den Jahren 1704 und 1803 entstanden
(Foto:
www.wikipedia.de)

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Bergbau in Sachsen 13
benbaue gibt es für das Jahr 1685, die vor allem den
Abbau von Silber und Blei betreffen. Neben Bunt-
metallen fand seit Beginn des 19. Jahrhunderts auch
die Gewinnung von Uranerz statt.
In dem Gebiet förderte die SAG/SDAG Wismut im
Zeitraum von 1945 bis 1958 Uranerz. Die weitere
Untersuchung der Vorkommen fand in zwei Perio-
den zwischen den Jahren 1956 und 1964 sowie 1976
bis 1977 statt. Die Untersuchungen der SDAG Wis-
mut weisen einen Vorrat von 28.000 t elementarem
Zinn, 23.000 t Wolfram, 95.000 t Zink und Begleit-
rohstoffe wie Blei, Kupfer, Cadmium, Silber und
Wismut aus.
Das Sächsische Oberbergamt erteilte der DRAG im
September des Berichtsjahres die Erlaubnis zur
Erkundung der Vorkommen in einem 9,5 km² gro-
ßen Feld um die Gemeinde Antonsthal. Im Rahmen
der Erkundung beabsichtigt die DRAG u. a. die
Vorkommen neu zu bewerten, Bohrerkundungen
von Über- und Untertage sowie Aufbereitungsversu-
che durchzuführen.
Feld „Altenberg“ (Osterzgebirge)
Das über die Landesgrenzen hinaus bekannte Zinn-
vorkommen im osterzgebirgischen Altenberg wurde
seit dem 15. Jahrhundert bis 1991 bergmännisch
abgebaut. Ein anschauliches Zeugnis der Gewin-
nungsgeschichte ist die Pinge, die als großer Ein-
sturztrichter die Oberfläche seit 1620 prägt.
In der Umgebung von Altenberg liegen weitere
Zinnerzvorkommen, welche angelehnt an die Ört-
lichkeiten die Namen Sadisdorf, Sachsenhöhe, He-
gelshöhe und Schenkenshöhe tragen und mit dem
Vorkommen Altenberg ein gemeinsames Revier
bilden.
Den Hauptrohstoff der Lagerstätte bildet Zinn, wel-
ches unterhalb der Altenberger Pinge als Mineral
Die Altenberger Pinge
(Foto: Egbert Kamprath)

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14 Bergbau in Sachsen
Kassiterit in einem aus Quarz und Hellglimmer
bestehenden Gestein (Greisen) vorliegt. Derartige
Greisen bilden teils schmale Gängchen (Trümer), die
sich aber auch zu mächtigen Trümerzonen oder
ganzen Greisenstöcken vereinigen können. Des
Weiteren finden sich auch Wolfram, Rubidium,
Lithium, Molybdän und Wismut als Begleitrohstoffe
in den Zinnvorkommen.
Die nachgewiesenen Vorräte an elementarem Zinn
betragen in Altenberg 72.000 t.
Das Sächsische Oberbergamt hat der TINCO Explo-
ration Inc. (Vancouver/Kanada) im November des
Berichtsjahres die Erlaubnis zur Erkundung der
Lagerstätte in einem 68 km² großen Feld erteilt. Das
Feld umfasst die Vorkommen Altenberg und Zinn-
wald sowie Hegelshöhe, Schenkenshöhe und Sadis-
dorf. Die TINCO Exploration Inc. ist ein im April
2007 aus der Aktiengesellschaft Longview Capital
Partners (LVCP) ausgegründetes Unternehmen.
Anteilseigner der LVCP sind private und institutio-
nelle Anleger. Das Unternehmen beteiligt sich welt-
weit an etwa einem Dutzend Erkundungs- und Ge-
winnungsvorhaben. Die künftigen Erkundungen
sollen neben der Feststellung der Bauwürdigkeit der
einzelnen Vorkommen der Region im Verbund auch
Fragen zur Aufbereitung und zur Standsicherheit
klären.
Zu weiteren Vorkommen lagen dem Sächsischen
Oberbergamt am Ende des Berichtszeitraumes An-
träge zu bergrechtlichen Erlaubnissen und Bewilli-
gungen vor. Zu den folgenden Anträgen hat die
Behörde im Jahr 2008 bereits eine Entscheidung
getroffen:
Abb. 7: Schematischer geologischer Schnitt durch die Zinnlagerstätte Altenberg
(aus Bergbau in Sachsen, Bd. 3 1997)

Bergbau in Sachsen 15
Fluss- und Schwerspatvorkommen „Niederschlag“
(Mittleres Erzgebirge)
Die Fluss- und Schwerspatvorkommen sind durch
hydrothermale Prozesse in proterozoischen und
paläozoischen Gesteinen entstanden. Zusammen mit
Fluss- und Schwerspat tritt Uranerz auf. Vermutlich
seit Mitte des 16. Jahrhunderts belegt seit 1650 fand
in dem Gebiet die Gewinnung von Zinn-, Eisen-,
Kupfer- und Silbererzen statt. Ab etwa 1730 bis
1870 wurde neben dem Silber vor allem Kobalt
gewonnen. Nach einer ersten wenig ergiebigen Pha-
se der Uranerzgewinnung zwischen den Jahren 1913
und 1938 gewann die SAG-Wismut zwischen den
Jahren 1945 und 1954 etwa 135 t elementares Uran.
Die Grube beschäftigte seinerzeit teilweise bis zu
7.000 Personen. Die SAG-Wismut schloss die Grube
nach relativ rascher Auserzung.
Aufgrund der durch den Wismut-Bergbau bekannten
Fluss- und Schwerspatvorkommen führten Unter-
nehmen der ehemaligen DDR im Zeitraum 1958 bis
1990 intensive Erkundungen der Lagerstätte durch.
Dabei wiesen sie 3,3 Mio. t Rohspat mit einem In-
halt von 1,4 Mio. t Flussspat und 0,6 Mio. t Schwer-
spat nach. Die größte Mächtigkeit der Mineralisatio-
nen befindet sich in einer Tiefe von 200 bis 300 m.
Die Mineralisationen setzen sich in eine Tiefe bis
mindestens 900 m fort.
Das Sächsische Oberbergamt hat der Erzgebirgi-
schen Fluss- und Schwerspatcompagnie GEos mbH
Halsbrücke (bei Freiberg) im März 2008 die Bewil-
ligung zur Gewinnung von Fluss- und Schwerspat in
einem 6,8 km² großen Feld erteilt. Das Unternehmen
beabsichtigt im Jahr 2008 und den Folgejahren das
Bergbauvorhaben vorzubereiten. Genehmigungs-
rechtlich sind dem Sächsischen Oberbergamt dazu
die notwendigen Betriebsplanunterlagen vorzulegen,
mit denen die Behörde das Vorhaben zulassen kann.
Zinn- und Wolframvorkommen „Pöhla-Hämmerlein/
Tellerhäuser“ (Westerzgebirge)
Zwischen Pöhla und Tellerhäuser erstreckt sich eine
polymetallische Skarnlagerstätte mit einem Zinn-
Uran-Lager um Tellerhäuser und einem Zinn-Lager
um Pöhla-Hämmerlein. Die SAG/SDAG-Wismut
bezog das Gebiet im Rahmen der Uranerzerkundung
in den 1950er-Jahren in Such-, Erkundungs- und
Gewinnungsarbeiten ein. In den 1960er-Jahren wies
sie dabei Magnetit- und Buntmetallskarnvererzun-
gen nach. Ab dem Jahr 1967 fuhr das Unternehmen
von Pöhla den mit 7.800 m Länge bis unter die Ge-
meinde Tellerhäuser reichenden „Pöhla-Stolln“ auf.
Ab Mitte der 1970er-Jahre bis zum Jahr 1991 wur-
den in der Lagerstätte Uranerz und im beschränkten
Umfang Magnetit abgebaut. Ein wirtschaftlich be-
deutendes Rohstoffpotenzial ist bis in eine Tiefe von
etwa 1.000 m nachgewiesen. Nach den Erkundungs-
arbeiten aus den 1980er-Jahren wurden 160.000 t
elementares Zinn berechnet.
Das Sächsische Oberbergamt hat der H. C. Starck
GmbH Goslar im März 2008 die Erlaubnis zur Er-
kundung der Lagerstätte in einem 16,5 km² großen
Feld erteilt. Im Rahmen der Erkundung beabsichtigt
die H. C. Starck GmbH das Vorkommen auf seine
Bauwürdigkeit zu untersuchen und eine wirtschaftli-
che Bewertung durchzuführen. Des Weiteren beab-
sichtigt das Unternehmen mögliche Synergien bei
der Aufbereitung der Erze mit den benachbarten
Lagerstätten im Westerzgebirge zu prüfen.
Gegen die Entscheidung liegt der Widerspruch eines
Mitbewerbers vor. Zu diesem hat das Sächsische
Oberbergamt noch nicht entschieden.

16 Bergbau in Sachsen
Ausblick
Das GKZ wird mit fachlicher Unterstützung des
Referates Rohstoffgeologie im LfUG im Jahr 2008
die Neubewertung der Erz- und Spatvorkommen im
Freistaat Sachsen abschließen. Mit der folgenden
Veröffentlichung plant das SMWA, die Rohstoffe
weiter in Wert zu setzen und damit auch für die
bereits begonnenen Erkundungsvorhaben sowie die
beabsichtigten Gewinnungsvorhaben Investoren zu
gewinnen. Adressaten sollen auch Konzerne mit
einem hohen Bedarf an Rohstoffen sein, die wegen
der Abhängigkeit von der weltweiten Entwicklung
auf dem Rohstoffmarkt die Reintegration im Berg-
bau beabsichtigen.
Im Jahr 2008 rechnen das Sächsische Oberbergamt
und das LfUG mit den ersten Aufsuchungsbetriebs-
plänen zu den bis Ende des Berichtszeitraumes ge-
nehmigten Erkundungsvorhaben. Sollten bereits
Bohrungen erfolgen, macht das LfUG, Abteilung
Geologie nach dem Lagerstättengesetz von der Mög-
lichkeit Gebrauch, gewonnenes Bohrgut zu sichten.
Weitere Informationsmöglichkeiten
Mit der Reihe der Bergbaumonografien, herausge-
geben vom Sächsischen Oberbergamt und vom
LfUG, liegen mittlerweile 13 Bände vor, die aus-
führlich über geowissenschaftliche und bergbauliche
Aspekte ausgewählter ehemaliger und aktiver Berg-
baustandorte informieren:
Band 1 Das Zinnerz-Lagerstättengebiet Ehren-
friedersdorf/Erzgebirge (1994)
Band 2 Flussspatlagerstätten des Südwestvogt-
landes Schönbrunn, Bösenbrunn, Wie-
dersberg (1996)
Band 3 Erläuterungen zur Karte „Mineralische
Rohstoffe Erzgebirge-Vogtland/Krusne
hory 1:100.000 Karte 2 Metalle, Fluorit/
Baryt - Verbreitung und Auswirkungen
auf die Umwelt“ (1997)
Band 4
Das Lagerstättengebiet Geyer (1997)
Band 5
Die Schwerspatlagerstätten Brunndöbra
und das Schwerspatvorkommen Scharr-
tanne im Ostvogtland/Westerzgebirge
(1998)
Band 6
Die
Uranerz-Baryt-Fluorit-Lagerstätte
Niederschlag bei Bärenstein, nebst be-
nachbarten Erzvorkommen (2002)
Band 7
Die Uranlagerstätte Königstein (2000)
Band 8 Die polymetallische Skarnlagerstätte
Pöhla-Globenstein (2002)
Band 9
Die Zinnlagerstätte Altenberg (2002)
Band 10 Wismut-, Kobalt-, Nickel- und Silbererze
im Nordteil des Schneeberger Lagerstät-
tenbezirkes (2003)
Band 11 Der Braunkohlenbergbau im Südraum
Leipzig (2004)
Band 12 Das Döhlener Becken bei Dresden - Geo-
logie und Bergbau (2006/2007)
Band 13 Die Kaolinlagerstätten des Kemmlitzer
Reviers (2007)

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Bergbau in Sachsen 17
1.2
Aktiver Braunkohlenbergbau
Der Freistaat Sachsen gehört mit seinen Anteilen am
Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlenrevier zu
den bedeutenden Förderländern im Bundesgebiet.
Die Förderung von etwa 32,1 Mio. t Rohbraunkohle
im Berichtsjahr entspricht einem Anteil von etwa 19
Prozent der Förderung in der Bundesrepublik
Deutschland. Die Fördermenge ist auch im internati-
onalen Maßstab bedeutend. Im Jahr 2007 förderten
die Tagebaue auf sächsischem Gebiet etwa 3,5 Pro-
zent der weltweit gewonnenen Rohbraunkohle. Die
Fördermenge liegt im Bereich der Jahresfördermen-
ge in Staaten wie Serbien, Kanada, Rumänien oder
Indien. Die genannten Staaten gelten als die zehnt-
bis dreizehntgrößten Braunkohleländer.
Aktiver Braunkohlenbergbau im Lausitzer
Revier
Die Vattenfall Europe Mining AG förderte im
Braunkohlentagebau Nochten im Jahr 2007 19,4
Mio. t Rohbraunkohle (Vergleich 2006: 18,9 Mio t).
Dazu bewegte sie etwa 136 Mio. m³ Abraum, von
dem etwa 90 Mio. m³ auf die Förderbrücke F 60
entfielen.
Am Nordrand des Tagebaus Nochten hat die Vatten-
fall Europe Mining AG verschiedene Ausgleichs-
maßnahmen zum Grundwasserentzug durch die
Tagebauentwässerung begonnen. Über Entwässe-
rungsleitungen soll dort mit Wasser aus dem Tage-
bau Nochten die Funktion der Naturschutzgebiete
und die Feuchtvegetation erhalten werden.
Im Vorfeld des Tagebaus gewann das Braunkohle-
unternehmen ab August 2007 30.000 m³ Badetorf
und lagerte diesen in Vorratsbecken am Rande des
Tagebaus ein. Die Gewinnung und Einlagerung hatte
sie auf Grundlage geltender Betriebsplanzulassun-
gen durchzuführen.
Im Tagebau Reichwalde führte die Vattenfall Euro-
pe Mining AG die Arbeiten zur Ertüchtigung der
Großgeräte fort. Für Korrosionsschutzmaßnahmen
ließ sie dazu die gesamte Abraumförderbrücke voll-
ständig einrüsten.
Bau von Vorrats-
becken zur Einla-
gerung von Bade-
torf am Tagebau
Nochten
(Foto: Vattenfall
Europe Mining &
Generation)

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18 Bergbau in Sachsen
Im August 2007 ließ das Sächsische Oberbergamt
den Umbau des Umspannwerkes Reichwalde zu. Im
November erteilte es hierzu die wasserrechtliche
Erlaubnis für die Versickerung des wegen des Um-
baus anfallenden Niederschlagswassers.
Am 14. Dezember 2007 ließ das Sächsische Ober-
bergamt den Rahmenbetriebsplan zum Errichten und
Betrieben einer Kohlebandanlage vom Tagebau
Reichwalde zum Kraftwerk Boxberg zu. Der Zulas-
sung ging das erste bergrechtliche Planfeststellungs-
verfahren im aktiven Braunkohlenbergbau des Frei-
staates Sachsen voraus. Das Sächsische Oberberg-
amt führte das Planfeststellungsverfahren innerhalb
von sechs Monaten durch. Über die Bandanlage mit
einer Länge von 8,3 km soll ab dem Jahr 2010 der
gesamten Transport der Rohbraunkohle vom Gru-
benbetrieb des Tagebaus Reichwalde bis zum
Kraftwerk Boxberg laufen. Damit kann das Unter-
nehmen auf andere Transportwege verzichten.
Im Berichtszeitraum beantragte die Vattenfall Euro-
pe Mining AG die Zulassung zur Herstellung einer
Dichtwand im Vorfeld des Tagebaus Reichwalde.
Wegen der geplanten Grundwasserabsenkung bei
Inbetriebnahme des Tagebaus beabsichtigt die Vat-
tenfall Europe Mining AG auf Grundlage des gel-
tenden Braunkohleplanes zwischen den östlichen
und westlichen Hammerstädter Teichen bei Riet-
schen eine Dichtwand zu errichten. Hinter der
Dichtwand sollen die sensiblen hydrologischen
Bereiche der östlichen Hammerstädter Seen ohne
nennenswerte Beeinträchtigungen erhalten bleiben.
Das Sächsische Oberbergamt hörte im Berichtszeit-
raum zur Zulassung des Vorhabens die Träger öf-
fentlicher Belange an.
Tagebau Reichwalde – Ertüchtigung der Abraumförderbrücke
(Foto: Vattenfall Europe Mining & Generation)

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Bergbau in Sachsen 19
Die Vattenfall Europe Mining AG mit den Tage-
bauen und die Vattenfall Europe Generation AG &
Co. KG mit den Kraftwerken bilden den bestim-
menden industriellen Kern in der Lausitz. Allein die
Vattenfall Europe Mining AG mit Sitz in Branden-
burg hat über 5.000 Beschäftigte, von denen etwa
1.200 im Freistaat Sachsen tätig sind. Das Unter-
nehmen bildete im Berichtszeitraum mehr als 350
Lehrlinge aus. Um die Standorte der Braunkohlein-
dustrie siedeln sich junge Unternehmen an und
schaffen weitere Arbeits- und Ausbildungsplätze.
Aktiver Braunkohlenbergbau im Mitteldeutschen
Revier
Die MIBRAG mbH fördert auf dem Gebiet des
Freistaates Sachsen aus dem Tagebau Vereinigtes
Schleenhain und aus dem Tagebau Profen (sächsi-
scher Teil) Rohbraunkohle.
Im Tagebau Vereinigtes Schleenhain förderte sie im
Berichtszeitraum 10,5 Mio. t Rohbraunkohle (Ver-
gleich 2006: 11,2 Mio. t). Zur Gewinnung der Roh-
braunkohle bewegte die MIBRAG mbH fast 33 Mio.
m³ Abraum. Der Tagebau versorgt über einen lang-
fristigen Verbund das durch die Vattenfall Europe
Generation AG & Co. KG betriebene Kraftwerk
Lippendorf. Der Kohlelieferungsvertrag ist bereits
bis zum Jahr 2040 angelegt.
Im Berichtsjahr errichtete die MIBRAG mbH einen
neuen Aussichtspunkt für den Tagebau.
Im Oktober 2007 setzte das Unternehmen mit gro-
ßem Öffentlichkeitsinteresse die Emmauskirche von
der durch die bergbauliche Inanspruchnahme betrof-
fenen Gemeinde Heuersdorf nach Borna um. Bei der
mit den Ursprüngen aus dem 13. Jahrhundert stam-
mende
romanischen
Kirche handelt es sich um die
älteste
noch existierende Wehrkirche in Sachsen.
Absetzer im Tagebau Vereinigtes Schleenhain
(Foto: MIBRAG mbH)

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20 Bergbau in Sachsen
An dem Projekt mit Kosten von etwa drei Mio. €
beteiligte die MIBRAG mbH mehr als 40 regionale
Unternehmen mit etwa 200 Spezialisten. Eine be-
sondere logistische und technische Herausforderung
des nahezu 1.000 t schweren Transportes stellten die
Durchfahrten durch die Flüsse Pleiße und Wyhra
dar. Am Reformationstag nahmen die Schirmherren
des Projektes, Ministerpräsident Georg Milbradt und
Landesbischof Joachim Bohl sowie tausende Borna-
er und Gäste die Kirche in Empfang.
Am Ende des Berichtszeitraumes begann die
MIBRAG mbH mit der Vorbereitung für den Umzug
der Tagesanlagen für den Tagebau vom Abbaufeld
Schleenhain in das Abbaufeld Peres. Die Tagesanla-
gen Schleenhain werden in den nächsten Jahren
überbaggert.
Im Tagebau Profen (sächsischer Teil) förderte die
MIBRAG mbH im Berichtszeitraum 2,2 Mio. t Roh-
braunkohle (Vergleich 2006: 3,4 Mio. t). Das Unter-
nehmen investierte in den Tagebau auch im Jahr
2007 im erheblichen Umfang.
Die MIBRAG mbH ist ein stabilisierender Faktor
im wirtschaftlichen Leben der Region. Sie beschäf-
tigt nahezu 2.100 Mitarbeiter, davon 140 Auszubil-
dende. Damit ist das Unternehmen der größte Ar-
beitgeber im Dreiländereck Sachsen, Sachsen-
Anhalt, Thüringen. Das Unternehmen generiert mit
Lieferverträgen ein Auftragsvolumen von jährlich
über 90 Mio. €. Damit sichert es in erheblicher An-
zahl Arbeitsplätze außerhalb des Unternehmens.
Durchfahrt der Emmauskirche durch die Pleiße
(Foto: MIBRAG mbH)
Ankunft der Emmauskirche in Borna
(Foto: MIBRAG mbH)

Bergbau in Sachsen 21
1.3
Braunkohlesanierung
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-
Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV mbH) ist
Rechtsnachfolgerin der nicht privatisierungsfähigen
Braunkohlenbetriebe der ehemaligen Treuhandan-
stalt und damit Unternehmen im Sinne des Bundes-
berggesetzes. Die Kerntätigkeit des Unternehmens
besteht mittlerweile in der Flutung der Tagebaurest-
löcher, der Abwehr von Gefährdungen in Folge des
Grundwasserwiederanstieges und Maßnahmen zur
Erhöhung des Folgenutzungsstandards in der Lausitz
und in Mitteldeutschland sowie der Verwertung
sanierter Flächen. Das Unternehmen hatte am Ende
des Berichtsjahres 770 Beschäftigte, darunter mehr
als 120 Auszubildende. Die Gesamtbeschäftigungs-
wirkung der LMBV mbH erstreckte sich im Jahr
2007 auf etwa 3.500 Arbeitnehmer.
Die Braunkohlesanierung finanzierte sich im Be-
richtszeitraum nahezu vollständig aus dem mittler-
weile dritten Verwaltungsabkommen zur Braunkoh-
lesanierung -Zweites ergänzendes Verwaltungsab-
kommen zum Verwaltungsabkommen über die Re-
gelung der Finanzierung der ökologischen Altlasten
(VA Altlastenfinanzierung in der Fassung vom
10. Januar 1995 über die Finanzierung der Braun-
kohlesanierung in den Jahren 2003 bis 2007)- vom
26. Juni 2002. Im Berichtszeitraum setzten die Fi-
nanziers im Freistaat Sachsen Sanierungsmittel von
etwa 62 Mio. € ein (Vergleich 2006: 83 Mio. €).
Dadurch steigerte sich der Mitteleinsatz für die
Braunkohlesanierung im Freistaat Sachsen seit Be-
ginn des ersten Verwaltungsabkommens auf 3.042
Mio. €.
Das aktuelle Verwaltungsabkommen hat drei Pro-
grammteile:
Grundsanierung im Rahmen der Rechtsverpflich-
tungen der LMBV mbH (§ 2 des Verwaltungs-
abkommens),
Abwehr von Gefährdungen im Zusammenhang
mit dem Wiederanstieg des Grundwassers (§ 3
des Verwaltungsabkommens) und
Maßnahmen im Zusammenhang mit der Erhö-
hung des Folgenutzungsstandards (§ 4 des Ver-
waltungsabkommens).
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
Verwertbare Fördermenge an Braunkohle in Mio. t (in Sachsen)
Lausitz
Mitteldeutschland

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22 Bergbau in Sachsen
Der Bund und die Länder treffen die grundsätzlichen
Entscheidungen zur Ausführung des Verwaltungs-
abkommens im Steuerungs- und Budgetausschuss
für die Braunkohlesanierung (StuBA). Der Freistaat
Sachsen ist in dem Ausschuss durch das SMWA und
durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft (SMUL) vertreten. Der StuBA
führt vierteljährlich Beratungen durch, in denen er
seine Entscheidungen trifft. Für seine Tätigkeit un-
terhält er die Bund-Länder-Geschäftsstelle für die
Braunkohlesanierung. Die etwa 20 Mitarbeiter der
Geschäftsstelle übernehmen für die Finanziers in
wesentlichen Teilen das vor- und nachlaufende wirt-
schaftliche sowie technologische Controlling für alle
Projekte. Das Controlling führt die Geschäftsstelle
bis auf die Ebene konkreter Eigenleistungen der
LMBV mbH und Fremdleistungen Dritter durch.
Projektkonkrete Entscheidungen zur Genehmigung
im mittleren und kleinen Umfang treffen die in den
Sanierungsbereichen Ostsachsen und Westsachsen
eingerichteten Sanierungsbeiräte. In den Sanie-
rungsbeiräten waren im Berichtszeitraum das
SMWA, das Sächsische Staatsministerium des In-
nern (SMI) und das regional zuständige Regierungs-
präsidium stimmberechtigt. Daneben sind in die
Beiräte alle wichtigen anderen Akteure, vor allem
aus den Regionen beratend eingebunden. Zur Bün-
delung der Interessen der Regionen und damit auch
zur Vorbereitung der Sanierungsbeiräte bestehen zu
den Programmteilen § 3 und § 4 des Verwaltungs-
abkommens Arbeitsgruppen. Die Arbeitsgruppen
stehen unter Leitung der sächsischen Bergverwal-
tung. Zu § 4 des Verwaltungsabkommens haben
während des Berichtsjahres die LMBV mbH und die
vom SMWA beauftragte Projektgruppe Abwicklung
und Controlling in der Bergbausanierung (PGAC)
mehrere Statusgespräche durchgeführt.
Schwerpunkte der Grundsanierung nach § 2 des
Verwaltungsabkommens
Am 9. März 2007 begann unter großer Beteiligung
der Öffentlichkeit die Flutung des Tagebaus Zwen-
kau. In den kommenden sieben Jahren soll dort der
größte See im Leipziger Neuseenland mit einer Flä-
che von 970 ha entstehen.
Beginn der Flutung des
Tagebaus Zwenkau am
9. März 2007
(Foto: LMBV mbH)

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Bergbau in Sachsen 23
Die LMBV mbH gestaltete die Werkbahndämme
zwischen Laubusch und Tätzschwitz, die zuvor
Hochwasserschutzdeiche der Schwarzen Elster wa-
ren, im Rahmen von Deichsanierungen um.
In den Tagebaurestlöchern Bockwitz und Witznitz
(Südraum Leipzig) führte die LMBV mbH Neutrali-
sationsverfahren wegen des aufsteigenden sauren
Grundwassers fort. Zusätzlich führte sie Untersu-
chungen durch, die der Minimierung der sauren
Kippengewässer in den Seen und in der Vorflut
dienen sollen.
Das Sächsische Oberbergamt ließ einen Sonderbe-
triebsplan der MIBRAG mbH sowie eine zugehörige
wasserrechtliche Erlaubnis für die Entnahme von
Wasser aus der Pleiße und die Einleitung in das
Restloch Deutzen zu. Die Einleitung dient der Un-
terstützung eines Zwangswasserstandes in dem FFH-
Gebiet Lobstädter Lachen (Restloch Deutzen).
In wellengefährdeten Bereichen des Skadoer Sees
(Restloch Skado/Lausitz) errichtete die LMBV mbH
Uferbefestigungen mit Gabionen. Beim Bau waren
besondere Anforderungen wegen der schlechten
Wasserqualität des Sees zu berücksichtigen.
Die Grubenwehr im ehemaligen Tagebau Zwenkau
verwahrte bis zum Ende des Jahres 2007 die noch
begehbaren Entwässerungsstrecken im Tagebau.
Damit endet auch die Sicherungs- und Kontroll-
pflicht der LMBV mbH.
Im ehemaligen Tagebau Espenhain konzentrierten
sich die Sanierungsmaßnahmen auf die Fortführung
des Wegebaus, die Untersuchung und Sanierung von
Kahnsdorfer, Hainitzer und Haubitzer See, ehemaliger Tagebau Witznitz
(Foto: LMBV mbH)

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24 Bergbau in Sachsen
Altlasten, die Böschungsgestaltung im Bereich des
Drehpunktes Gruna und die Untersuchung des Ver-
wahrungsgrades von Filterbrunnen und ehemaligen
Entwässerungsstrecken.
Schwerpunkte der Abwehr von Gefährdungen
des Grundwasserwiederanstieges nach § 3 des
Verwaltungsabkommens
Im Mittelpunkt der Abwehr von Gefährdungen im
Lausitzer Revier standen Maßnahmen im Bereich
Knappensee, Silbersee, dem Restloch Mortka und in
der Ortslage Burghammer der Gemeinde Spreetal.
Nach Einstellung des Betriebes des ehemaligen
Braunkohletagebaus Werminghoff (I und II) sind um
die Restlöcher Knappensee und Silbersee über meh-
rere Jahrzehnte ungesicherte Bereiche verblieben.
Durch den großflächigen Grundwasserwiederanstieg
kommt es um die touristisch intensiv genutzten Seen
zu Setzungsfließgefahren. Im Berichtsjahr führte die
LMBV mbH in und um die Seen Absperr- und Sa-
nierungsmaßnahmen zur Beseitigung mittlerweile
aufgetretener Gefährdungen aus. Ein größere Maß-
nahme war die Schutzgrabenbaggerung zwischen
Ufer- und Inselbereich am Knappensee.
Im Mitteldeutschen Revier bildeten die Gefahren-
abwehr im Bereich Delitzsch-Loberaue und die
Exfiltration eisenbelasteter Kippengrundgewässer
die Schwerpunktprojekte. Im Bereich Delitzsch-
Loberaue sind etwa 200 Grundeigentümer von Ver-
nässungserscheinungen betroffen. Die Vernässungen
sollen durch Sanierungsarbeiten behoben werden, zu
denen die LMBV mbH im Berichtsjahr einen umfas-
senden Planungsauftrag erhalten hat. In der Lober
werden eine Kolmationsschicht entfernt und eine
Sohlkorrektur und Böschungsfußsicherung durchge-
führt. Das Loberwehr soll zurückgebaut werden.
Schutzgrabenbaggerung im Knappensee, ehemaliger Tagebau Werminghoff I
(Foto: LMBV mbH)

Bergbau in Sachsen 25
Die sächsische Bergverwaltung hat in Zusammen-
hang mit den in flächenmäßiger Ausweitung auftre-
tenden Gefährdungen des Grundwasserwiederan-
stieges ein strukturiertes Vorgehen durch die LMBV
mbH veranlasst. Diese erarbeitet für den sächsischen
Teil des Lausitzer bzw. Mitteldeutschen Reviers für
jeweils sieben Gebiete komplexe Betriebspläne zu
den Folgen des Grundwasserwiederanstieges. Ge-
genstand der Betriebspläne sind Grundwasserwie-
deranstiegsmodelle und das Grundwassermonotoring
über großflächige Bereiche in den Grundwasserab-
senkungstrichtern der ehemaligen und aktiven Tage-
baue. Das Sächsische Oberbergamt beteiligt die
Öffentlichkeit durch Auslegung der Betriebspläne in
betroffenen Kommunen und die Anhörung der Trä-
ger öffentlicher Belange. Damit haben Grundeigen-
tümer die Möglichkeit, sich zum Grundwasserwie-
deranstieg sowie mittel- und langfristigen Sanie-
rungsvorhaben zu informieren und selbst Stellung-
nahmen abzugeben. Die Zulassung der Betriebpläne
erfolgt im Einvernehmen mit den Regierungspräsi-
dien Dresden bzw. Leipzig.
Im Juni des Berichtszeitraumes leitete das Sächsi-
sche Oberbergamt dem Regierungspräsidium Dres-
den die Zulassung des Betriebsplanes „Grundwas-
serwiederanstieg Scheibe“ zur Erteilung des Einver-
nehmens zu. Im November des Jahres erfolgte die
Zulassung des Betriebsplanes „Grundwasserwieder-
anstieg Delitzsch Südwest/Breitenfeld“.
Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungs-
standards nach § 4 des Verwaltungsabkommens
Gegenstand des Programmteiles mit einem Gesamt-
volumen von 50 Mio. € sind Maßnahmen zur Besei-
tigung struktureller Nachteile, Maßnahmen zur
nachträglichen Wiedernutzbarmachung und Maß-
nahmen zur Unterstützung der regionalen Entwick-
lung. Mit dem Programmteil spricht der Freistaat
Sachsen eine breite Öffentlichkeit an. Grundsätzlich
hatte jede natürliche und juristische Person die Mög-
lichkeit, Maßnahmevorschläge einzureichen. Nach
einer positiven Vorprüfung, Abstimmung und Prio-
risierung lässt der Freistaat Sachsen Vorhaben im
Regelfall von der LMBV mbH als Projektträgerin
planen und ausführen. Bei Straßen- und Wegebau-
vorhaben kooperiert das Sächsische Oberbergamt
mit den Regierungspräsidien als Hauptzuwendungs-
geber für Mischfinanzierungen. Der Freistaat Sach-
sen beteiligt die Vorhabensträger (in der Regel
Kommunen oder deren Zweckverbände) in allen
Phasen der Durchführung der Maßnahmen. Das gilt
auch, soweit die LMBV mbH die Maßnahmen auf
noch eigenem Grund und Boden ausführt. In der
Regel haben sich die Vorhabensträger an den Maß-
nahmen auch finanziell zu beteiligen.
Bis zum Ende des Berichtszeitraumes hat das Säch-
sische Oberbergamt in dem Programmteil 155 Pro-
jekte bewilligt. Daneben befinden sich noch zahlrei-
che Projekte in unterschiedlichen Phasen der Vorbe-
reitung. Konzeptioneller Schwerpunkt des Pro-
grammteiles ist die Schaffung von Seenverbünden
im Lausitzer Seenland und im Südraum von Leipzig.
Damit beabsichtigt der Freistaat Sachsen, die Quali-
tät einer möglichen Folgenutzung zu erhöhen. Die
Seenverbünde sind nach Auffassung aller Beteiligten
eine entscheidende Voraussetzung für eine spätere
wassertouristische Nutzung. Dazu sind mehrere
Überleiter zwischen einzelnen Seen zu errichten.
Vorraussetzung für den Bau der Überleiter sind
anspruchsvolle genehmigungsrechtliche Verfahren.
Damit sind die Vorhaben in der Regel Mittelfrist-
und Langzeitprojekte. Andere Schwerpunktthemen
der Projekte sind der Bau oder Ausbau von Straßen
und Radwegen und die Erhöhung des Folgennut-

image
26 Bergbau in Sachsen
zungsstandards zur Vorbereitung von Ansiedlungen
an den Tagebauseen.
Ausblick
Am 2. Juli 2007 unterzeichneten der Bundesminister
der Finanzen, der Bundesminister für Umwelt, Na-
turschutz und Reaktorsicherheit und die zuständigen
Ressortminister der Braunkohleländer Brandenburg,
Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für den
Zeitraum 2008 bis 2012 das Dritte ergänzende Ver-
waltungsabkommen zum Verwaltungsabkommen
über die Regelung der Finanzierung der ökologi-
schen Altlasten (VA Altlastensanierung) in der Fas-
sung vom 10. Januar 1995 über die Finanzierung der
Braunkohlesanierung in den Jahren 2008 bis 2012
(VA IV Braunkohlesanierung). Das Verwaltungsab-
kommen dient der weiteren kontinuierlichen Sanie-
rung der Bergbaufolgelandschaften. Nachdem die
bergtechnische Sanierung weitgehend abgeschlossen
ist, stehen bei Ausführung des Abkommens die
weitere Wiedernutzbarmachung, wasserwirtschaftli-
che Maßnahmen und die Verwertung sanierter Flä-
chen im Vordergrund. Die Vertragspartner stellen
dazu einen Finanzrahmen von 1.025,6 Mio. € bereit.
Im Freistaat Sachsen sind Sanierungsleistungen im
Gesamtumfang von über 380 Mio. € geplant.
Bärwalder See mit dem Landschaftskunstobjekt „Ohr“ vor dem Kraftwerk Boxberg
(Foto: LMBV mbH)

Bergbau in Sachsen 27
1.4
Steine- und Erdenbergbau
Förderung
Anders als in den westlichen Bundesländern steht
die überwiegende Zahl der Gewinnungsbetriebe für
Baurohstoffe im Freistaat Sachsen unter Bergauf-
sicht. Im Berichtszeitraum förderten 284 Betriebe
Steine- und Erdenrohstoffe. Für diese Betriebe er-
fasst das Sächsische Oberbergamt nach Bergrecht
die Fördermengen einzelner Bodenschätze. Die
Erfassung dient vor allem der Erfüllung rechtlicher
Vorgaben. Die Bergverwaltung kann mit den Infor-
mationen u. a. die vom Gesetzgeber bestimmten
Förderabgaben für den Freistaat Sachsen erheben.
Die Steine und Erdenunternehmen unter Bergauf-
sicht förderten im Berichtsjahr 36,0 Mio. t verwert-
bare Rohstoffe. Das entspricht einem Rückgang der
Fördermenge gegenüber dem Vorjahr (40,3 Mio. t).
Neben den unter Bergaufsicht stehenden Betrieben
förderten im Berichtszeitraum 60 weitere Betriebe
Steine und Erden. Die Betriebe unterliegen dem
Bau-, Bundesimmissionsschutz- bzw. Wasserrecht.
Diese Rechtsgrundlagen haben keine statistischen
Meldungen über Fördermengen zur Folge.
Betriebliche Entwicklung
Von den im Berichtsjahr fördernden 284 Steine- und
Erdenbetrieben unter Bergaufsicht gewannen 92
Gesteine zur Herstellung von Schotter, Splitt und
Werkstein. 139 Betriebe betrieben Kies- und Kies-
sandtagebaue. Die übrigen Unternehmen förderten
andere Steine- und Erdenrohstoffe, z. B. Kaolin,
Lehm und Ton, Spezialtone, Kalk und Dolomit,
Quarz- und Formsande. Ein Unternehmen gewann
Torf.
Die einzelnen Betriebe verzeichnen jährliche För-
dermengen von weniger als 50.000 t bis zu über
2 Mio t. Die Abbaumengen sind von der Nachfrage
der weiterverarbeitenden Unternehmen abhängig.
Der überwiegende Teil der Steine- und Erdenbetrie-
be hatte wegen der konjunkturellen Entwicklung in
der Baubranche seine Kapazitäten nicht ausge-
schöpft.
Am Ende des Berichtsjahres hatten die unter Berg-
aufsicht stehenden sächsischen Steine- und Erden-
Tab. 2: Förderung von Steine- und Erden in
sächsischen Betrieben unter Bergaufsicht im Jahr
2007
Verwertbare Förderung
in t
Bodenschatzgruppe
2007
2006
Gesteine zur Herstellung
von Schotter und Splitt
oder Werk-/Dekorsteinen
(einschl. Haldenabtrag)
18.441.000
21.905.000
Kiese und Kiessande aus
-Kies- und Kiessandtage-
bauen
-als Nebengewinnung aus
Braunkohlentagebauen
13.460.000
14.721.000
Kaolin
1.432.000
1.478.000
Lehm (Ziegelton)
1.452.000
1.580.000
Kalk und Dolomit
445.000
408.000
Quarz- und Formsand
225.000
118.000
Spezialton
562.000
112.000
Insgesamt
36.017.000
40.322.000

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28 Bergbau in Sachsen
Betriebe und angegliederten Weiterverarbeitungsan-
lagen insgesamt 2.300 Beschäftigte. Die Betriebe
vergeben eine erhebliche Anzahl an Fremdaufträgen
zu Planungen, der Durchführung von Genehmi-
gungsverfahren, zur Rechtsvertretung, zu inner- und
außerbetrieblichen Transporten, zur Wartung, zum
Einsatz von Spezialmaschinen und zu Sprengarbei-
ten. Dadurch entstehen außerhalb der Unternehmen
erhebliche Beschäftigungseffekte.
Die Steine- und Erdengewinnung steht an verschie-
denen Standorten im Freistaat Sachsen immer wie-
der in der öffentlichen Diskussion. Einzelne Bürger,
Bürgerinitiativen und Gemeinden haben im Be-
richtsjahr vermehrt Beschwerden zu Immissionen
durch Lärm, Staub und Sprengungen vorgetragen.
Das Sächsische Oberbergamt prüft die Anliegen im
Einzelnen. Soweit es die Überschreitung immissi-
onsschutzrechtlicher Grenzwerte feststellt, leitet es
umgehend Maßnahmen zu deren Einhaltung ein. In
jedem Fall erläutert es den Vortragenden (bei Bedarf
immer auch vor Ort) die Rahmenbedingungen für
den Abbau.
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30
40
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60
70
1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Fördermenge in Mio. t
Gesteine zur Herstellung von Schotter/Splitt mit Werk-/Dekorsteinen
Kiese und Kiessande
Sprengung im Tagebau Venusberg/Erzgebirge
(Foto: ard Baustoffwerke GmbH & Co. KG)

image
Bergbau in Sachsen 29
1.5
Untertägiger Bergbau
Im Freistaat Sachsen gewinnen gegenwärtig zwei
Unternehmen an insgesamt drei Standorten Rohstof-
fe im Untertagebergbau.
Die GEOMIN Erzgebirgische Kalkwerke GmbH
(GEOMIN) gewinnt in den beiden untertägigen
Betrieben Hermsdorf und Lengefeld/Erzgebirge
Kalzit- bzw. Dolomitmarmor. Beide Rohstoffe
zeichnen sich durch einen hohen Weißgrad aus. Die
Putzindustrie fragt im steigenden Umfang diese
Rohstoffe nach. Die gleichbleibende Qualität ge-
währleistet das Unternehmen durch Mischung der
Materialien verschiedener Abbauorte. Für das
Kalkwerk Lengefeld ließ das Sächsische Oberberg-
amt im Berichtszeitraum einen neuen Hauptbe-
triebsplan zu.
Im Kalkwerk Oberscheibe schloss GEOMIN im
Berichtszeitraum die Verwahrung der untertägi-
gen Grubenräume ab. Zuvor hatte das Unter-
nehmen die Versatzarbeiten auf dem Niveau der
2. und 1. Sohle beendet. Das Sächsische Ober-
bergamt ließ danach die Teilflutung der 3. Sohle
des Bergwerkes zu.
Im Kalkwerk Hammerunterwiesenthal setzte
GEOMIN im zweiten Halbjahr vorbereitende
Arbeiten zur Verwahrung von dauerhaft nicht
standsicheren Grubenbauen fort. Dazu ließ das
Sächsische Oberbergamt für den Zeitraum bis
Ende 2009 einen neuen Hauptbetriebsplan zu.
Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen
GmbH betreibt das „Erdenwerk Seilitz“ im
Landkreis Meißen zur untertägigen Gewinnung
von Kaolin. Zwei Superlative kennzeichnen das
Kaolin-Abbaugebiet der Meissener Porzellan-
Manufaktur: Es gilt als kleinstes und ältestes aller
derzeit noch in Betrieb stehenden Kaolinbergwerke
in Europa. Im engeren Sinne bietet die Grube heute
Arbeit für drei Bergleute, im weiteren Sinne für etwa
800 Meissener Manufakturisten. 2007 sind 243 Jahre
vergangen, seit die Königliche Porzellan-
Manufaktur im Oktober 1764 Kenntnis erhielt von
einer Lagerstätte "weißer Erde" bei dem Dorf Seilitz
in der Gemeinde Zehren, 12 km entfernt von Mei-
ßen. Noch im selben Jahr begann man mit der För-
derung im Tagebau. Die Gewinnung im Tiefbau
erfolgt seit 1825. Gegenwärtig fördert das Unter-
nehmen etwa 300 t Rohkaolin im Jahr. Den Abbau
des Kaolins nimmt es manuell mit Hacke, Schaufel
und Abbauhammer vor. Kaolin bringt wegen seiner
besonderen Mineralzusammensetzung in dieser
Lagerstätte hervorragende Voraussetzungen für den
Einsatz als Rohstoff bei der Herstellung von Hart-
porzellan mit.
Hauer im Erdenwerk Seilitz
(Foto: Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen GmbH)

30 Bergbau in Sachsen
1.6
Sanierung im Uranerzbergbau
Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland
und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
beendeten mit Gesetz zu ihrem Abkommen zur Tä-
tigkeit der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft
Wismut vom 16. Mai 1991 die Urangewinnung des
seinerzeit drittgrößten Uranproduzenten der Welt.
Der Bundesgesetzgeber wandelte die SDAG Wismut
durch das Wismutgesetz vom 12. Dezember 1991 in
die Wismut GmbH um. Für den Unternehmens-
zweck stellte der Bund als alleiniger Gesellschafter
des Unternehmens im Rahmen von Verpflichtungs-
ermächtigungen 13 Mrd. DM bereit. Aufgabe der
Wismut GmbH ist die ökonomisch und ökologisch
optimierte Sanierung der Hinterlassenschaften des
Uranbergbaues in Sachsen und Thüringen. Dies
bedeutet im Wesentlichen die Wiedernutzbarma-
chung von bergbaulich in Anspruch genommenen
Flächen mit teilweise vorlaufender Demontage und
Abbruch von Gebäuden und Einrichtungen, die
langzeitsichere Verwahrung von Grubenbauen, Hal-
den, Schlammteichen sowie die Erfüllung der berg-
schadensrechtlichen Bestimmungen des Berggeset-
zes der DDR und des Bundesberggesetzes. Derzeit
hat die Wismut GmbH etwa 1.700 Beschäftigte. Das
Unternehmen bildet in neun anerkannten Ausbil-
dungsberufen aus. Im Unternehmen absolvierten seit
dem Jahr 1993 mehr als 1.000 junge Menschen ihre
Ausbildung.
Die Wismut GmbH ist nur für die Hinterlassenschaf-
ten des ehemaligen Uranerzbergbaus verantwortlich,
für die auch ihre Rechtsvorgängerin, die SDAG
Wismut, in Anspruch genommen werden konnte.
Nach einem Abkommen der ehemaligen UdSSR und
der ehemaligen DDR vom 7. Dezember 1962 konnte
die SDAG bzw. SAG Wismut nicht mehr für die
Beseitigung von bergbaulichen Schäden bei endgül-
tig stillgelegten Betrieben herangezogen werden.
Dieses Abkommen wurde Anfang der 1970er Jahre
bestätigt. Die Situation um die so genannten Wis-
mut-Altstandorte hatte bereits Anfang der 1990er-
Jahre zu Verstimmungen in den betroffenen Regio-
nen, insbesondere um Johanngeorgenstadt, geführt.
Eine gesonderte Zuständigkeit der Wismut GmbH,
die durch die Bundesrepublik Deutschland finanziert
wird, konnte nicht erreicht werden. Seit dem Jahr
2000 versuchte das SMWA ein Abkommen auf
freiwilliger Basis zu erreichen. In einem ersten
Schritt wurde eine strittige Sanierungsmaßnahme
(Schurf 60) im Freitaler Revier durch das Sächsische
Oberbergamt gemeinsam mit der Wismut GmbH
veranlasst. Im Rahmen der weiteren Verhandlungen
wurden –quasi in einer Vorvereinbarung– sieben
prioritäre Objekte identifiziert, für die gemeinsam
4,68 Mio. € ab dem Jahr 2001 zur Verfügung gestellt
wurden. Der Durchbruch zum Verwaltungsabkom-
men Wismut-Altstandorte konnte im Dezember
2002 erreicht werden. Die Unterzeichnung des bis
zum Jahr 2012 geltenden Abkommens erfolgte im
September 2003. Danach stellen die Bundesrepublik
Deutschland und der Freistaat Sachsen bis zum Jahr
2012 zu gleichen Teilen 78 Mio. € Sanierungsmittel
zur Verfügung.
Der Bund und der Freistaat Sachsen haben zum
Verwaltungsabkommen die Wismut GmbH als Pro-
jektträgerin ausgewählt. Die Wismut GmbH bereitet
die Maßnahmen vor, führt diese aus und sorgt für
die Budgetsteuerung und erforderliche Berichterstat-
tung. Die Auswahl und Genehmigung der Maßnah-
men nimmt ein eigens für das Verwaltungsabkom-
men eingerichteter Sanierungsbeirat vor. Den Vor-
sitz im Sanierungsbeirat hat das SMWA. Stimmbe-
rechtigt waren im Berichtszeitraum daneben das
SMI und das Sächsische Oberbergamt. Beratend

Bergbau in Sachsen 31
sind im Beirat u. a. das Bundesministerium für Wirt-
schaft und Technologie, das Regierungspräsidium
Chemnitz und das LfUG tätig. Zur Vorbereitung der
Projekte führen die Wismut GmbH und das Sächsi-
sche Oberbergamt vor jedem Sanierungsbeirat ein
Statusgespräch durch.
Das „Wismut-Projekt“ hat sich in den vergangenen
gut eineinhalb Jahrzehnten zu einem international
bedeutenden Referenzobjekt für zukunftsweisende
Technologien bei der Sanierung radioaktiver Altlas-
ten entwickelt. Die Wisutec Umwelttechnik GmbH,
ein Tochterunternehmen der Wismut GmbH, wendet
die Erfahrungen und das erarbeitete technische
Know-how bei der Arbeit für nationale und interna-
tionale Auftraggeber an.
Sanierung an einzelnen Standorten
In der Grube Schlema-Alberoda arbeitete die Wis-
mut GmbH an der Verwahrung tagesnaher Gruben-
baue. Für Sanierungsarbeiten im Markus-Semmler-
Stolln wurde das Flutungsniveau zwischenzeitlich
auf einem Niveau von +273/274 m NN gehalten. Im
zweiten Halbjahr beendete die Wismut GmbH den
1. Abschnitt der finalen Flutung des Grubenbaues.
Nach Zulassung durch das Sächsische Oberbergamt
begann das Unternehmen mit dem zweiten Abschnitt
der Flutung im Bereich oberhalb der 60-m-Sohle.
Am Ende des Berichtsjahres wurde ein Flutungsni-
veau von etwa +300 m NN erreicht.
Im Februar 2007 erteilte das Sächsische Oberberg-
amt die Zulassung für den Betriebsplan zur Abde-
ckung der profilierten Böschungen und der Plateau-
flächen der Halde 371. Im März 2007 erfolgte die
Zulassung des Betriebsplanes für die Wiedernutz-
barmachung der Halde Schurf 24 am Standort Pöhla.
In der Folge führte die Wismut GmbH an den vorbe-
zeichneten Objekten Haldenabdeckungen und We-
gebaumaßnahmen durch. Dazu errichtete das Unter-
nehmen auch eine Sickerwasserfassung am Fuß der
Halde 371 und nahm Massenumlagerungen zur
Halde 382 vor. Auf der Halde 366 traten gegen Ende
des Berichtszeitraumes infolge Aufsättigungen der
Haldenabdeckung durch Starkregenfälle zwei lokal
begrenzte Rutschungen auf. Im Bereich der Rut-
schungen nahm die Wismut GmbH Sicherungsmaß-
nahmen mit Erdnägeln vor.
Der Flutungswasserstand der Grube Königstein
wurde für das Grubenwassermonitoring über das
Jahr auf einem Niveau von etwa +105,5 m NN
gehalten. Der natürliche Zulauf zum Grundwasser in
den Flutungsraum beträgt etwa 155 m³/h. Zum Hal-
ten des Flutungsniveaus in der Grube gibt die Wis-
mut GmbH diskontinuierlich etwa 80 m³/h Trink-
wasser in den Grubenbau zu. Das Sächsische Ober-
bergamt ließ zu Beginn des Berichtszeitraumes ei-
nen Sonderbetriebsplan zur Errichtung von zwei
Förderbohrlöchern zur geänderten Steuerung der
Flutung der Grube zu. Die danach begonnen Bohr-
arbeiten waren am Ende des Berichtszeitraumes
noch nicht abgeschlossen.
Am Standort Gittersee begann am 3. April 2007 die
Auffahrung des etwa drei Kilometer langen „Wis-
mut-Stolln“. Der Stolln dient der notwendigen Was-
serlösung im Revier. Bis zum Ende des Berichtszeit-
raumes waren etwa 300 m des Stolln aufgefahren.
Für die Arbeiten hielt die Wismut GmbH das Flu-
tungsniveau im Grubenbau in einem Bereich von
+120 m NN. Dazu hatte sie stündlich etwa 80 bis
90 m³ Flutungswasser zu heben.
Auf der Halde Crossen arbeitete die Wismut GmbH
weiter am Rückbau von Absetzmassen und Schei-
benfilterbergen. Das Sächsische Oberbergamt ließ

image
32 Bergbau in Sachsen
für den Standort eine mobile Brecheranlage zu. Mit
der Anlage verarbeitet die Wismut GmbH den auf
der Halde zwischengelagerten Bauschutt. Gegen
Ende des Berichtszeitraumes ging die Anlage in
Betrieb.
Sanierung nach dem VA Wismut Altstandorte an
einzelnen Standorten
Im Berichtszeitraum arbeitete die Wismut GmbH an
etwa 110 einzelnen Vorhaben. Darin eingeschlossen
sind zum Teil umfassende Planungsleistungen und
Sanierungsleistungen im Übertage- und Untertage-
bereich. Die Bundesrepublik Deutschland und der
Freistaat Sachsen finanzierten die Sanie-
rungsleistungen im Berichtszeitraum mit
11 Mio. €. Gegenüber der ursprüngli-
chen Vereinbarung einer Finanzierung
für das Jahr 2007 für Gesamtaufwendun-
gen in Höhe 10 Mio. €, verlagerten die
Vertragspartner einen Teil der Finanzie-
rungszusagen aus den Folgejahren (eine
Mio. €) in das Jahr 2007.
Für den Standort Marienberg erarbeitete
die Wismut GmbH ein Verwahrkonzept
für die Grubenbaue der Wismut-
Altstandorte. Das Verwahrkonzept dient
in den Folgejahren der wirtschaftlich und
technologisch sinnvollen Sanierung der
Grubenbaue.
Im Schneeberger Revier stand weiter die
Sanierung des Markus-Semmler-Stolln
(Ausbau des 2. km) im Mittelpunkt der
Sanierungsarbeiten. Die Arbeiten an dem
Stolln erstrecken sich als Langzeitaufga-
be über den gesamten übrigen Zeitraum
des Verwaltungsabkommens. Daneben
begann die Wismut GmbH die Sanierungsarbeiten
auf dem Kirchplatz im so genannten Komplexen
Sanierungsareal 2.
Die Sanierung der Halde 280 in Schlema konnte die
Wismut GmbH im Berichtsjahr abschließen.
In Johanngeorgenstadt standen weiterhin die unter-
tägigen Verwahrarbeiten in mehreren Bereichen des
Grubenbaues im Vordergrund. Die untertägige Sa-
nierung im Ort soll bis zum Jahr 2012 weitgehend
abgeschlossen sein. Übertägig schloss die Wismut
GmbH die Sanierung der Halde 39 ab.
Halde Crossen
(Foto: Wismut GmbH)

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Bergbau in Sachsen 33
Im Revier Schneckenstein (Vogtland) begann im
Berichtszeitraum die Grubenbausanierung.
In Erla (Westerzgebirge) verwahrte die Wismut
GmbH mehrere Schadstellen in unmittelbarer Nähe
einer Kompostieranlage.
In Annaberg-Buchholz begann die Sanierung der
Tafelhalde und Betriebsfläche 116. Das Areal soll
später als Bergbaudenkmal erhalten bleiben.
In Oberschlema beendete die Wismut GmbH die
Sanierung der Erzverladestelle. An der Finanzierung
der Sanierung beteiligte sich die Landestalsperren-
verwaltung Sachsen.
Im Berichtszeitraum
erarbeiteten die Wismut
GmbH und der Freistaat
Sachsen ein Konzept zur
Ermittlung des weiteren
Sanierungs- und Finan-
zierungsbedarfes zu den
Wismut-Altstandorten für
den Zeitraum nach dem
Jahr 2012.
Halde 39 in Johanngeorgenstadt vor und nach
der Sanierung
(Foto: Wismut GmbH)
Verwahrbereich B unter Johanngeorgenstadt
(Foto: Wismut GmbH)

34 Bergbau in Sachsen
1.7
Sanierung im Zinnerzbergbau
Träger der Sanierungsarbeiten sind zum einen die
bundeseigene Gesellschaft zur Verwahrung und
Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben
mbH (GVV) und zum anderen Teil private Rechts-
nachfolger der ehemals Bergbautreibenden.
Zu Beginn des Berichtsjahres wurde das integrierte
Hochwasserschutzkonzept für das ehemalige Berg-
baugebiet Altenberg/Geising fertiggestellt. Aus dem
Konzept ergeben sich weitere Schlussfolgerungen
zur Herstellung der Hochwassersicherheit für die
wiedernutzbar gemachte Industrielle Absetzanlage
Bielatal (IAA Bielatal). Zur Herstellung einer aus-
reichenden Standsicherheit bei Hochwasser gab das
Sächsische Oberbergamt dem Sanierungsträger
weitere Sanierungsmaßnahmen auf.
Am Standort Ehrenfriedersdorf lagerte die Zinnerz
Ehrenfriedersdorf GmbH im Berichtszeitraum Sand
vom Vorfeld der Spülhalde 1 auf die Spülhalde um.
Diese Arbeiten dienten vor allem der Gefahrenab-
wehr und einer Reduzierung der durch die Sanie-
rungsarbeiten in Anspruch genommenen Flächen.
1.8
Geothermie
Die Geothermie gilt langfristig als ein Schlüssel für
die klimagerechte Energieversorgung. Neue Er-
kenntnisse in der Forschung und neue Technologien
lassen das Potenzial der Branche immer größer wer-
den.
Für den Freistaat Sachsen verzeichneten das Sächsi-
sche Oberbergamt und das Referat Rohstoffgeologie
im LfUG im Berichtszeitraum einen erheblichen
Zuwachs an geothermischen Anlagen.
Für Bohrungen mit einer Tiefe von über 100 m be-
steht eine Anzeigepflicht beim Sächsischen Ober-
bergamt. Das betrifft auch Bohrungen, die Unter-
nehmen zum Zweck der Gewinnung von Erdwärme
niederbringen. Das Anzeigeverfahren hat die Berg-
behörde im Jahr 2007 in 31 Fällen (2006: sechs
Fälle) durchgeführt.
Im August 2007 ließ das Sächsische Oberbergamt
den Hauptbetriebsplan und eine wasserrechtliche
Erlaubnis für die Tiefbohrung Bad Elster zu. Mit der
Bohrung soll ein Solevorkommen in etwa 1.200 m
Tiefe erreicht werden, das für den ortsansässigen
Heilbadbetrieb genutzt werden soll. Am 27. Sep-
tember 2007 begannen die Bohrarbeiten. Bis zum
Ende des Berichtszeitraumes war eine Bohrtiefe von
910 m erreicht.
Am 25.10.2007 erfolgte die Inbetriebnahme zur
geothermischen Grubenwassernutzung im Schacht
302 in Marienberg.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfUG erfasst seit
dem Jahr 2004 die Erdwärmeanlagen zur Nutzung
der oberflächennahen Geothermie in Sachsen. Am
Ende des Berichtszeitraumes waren etwa 5.500
Erdwärmeanlagen erfasst. Dabei handelt es sich um
Erdwärmesonden-, Brunnen- und Erdkollektoranla-
gen und sonstige Anlagen. Die Daten erlauben ne-
ben der Beurteilung des Anteils dieser regenerativen
Energienutzung an der Gesamtenergiebilanz auch
eine Übersicht über die durch Erdwärmenutzung
realisierte Kohlendioxidminderung. Zur planeri-
schen Unterstützung von Erdwärmevorhaben im
oberflächennahen Bereich arbeitet das LfUG an
einem Kartenwerk der geothermischen Entzugsleis-
tung im Maßstab 1:50.000. Das Kartenwerk soll
künftig über das Internet nutzbar sein.

Bergbau in Sachsen 35
1.9
Sanierung im Altbergbau
Auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen existieren
mehrere tausend Grubenbaue mit einer Gesamtlänge
von mehreren zehntausend Kilometern. Die in über
800 Jahren aufgefahrenen Grubenbaue wurden über
lange Zeiträume nicht systematisch aufgezeichnet
und sind von daher bis heute zu einem großen Teil
unbekannt.
Die sächsische Bergverwaltung ist dauerhaft mit
Schadensereignissen konfrontiert, die aus unterirdi-
schen Hohlräumen bergbaulichen oder nichtberg-
baulichen Ursprungs als auch von Halden oder Rest-
löchern bergbaulichen Ursprungs herrühren. Das
Sächsische Oberbergamt verzeichnete mit Stand
31. Dezember 2007 insgesamt 7.140 konkrete Ge-
fahrenstellen des Altbergbaus. Dazu kommen noch
eine Vielzahl bisher nicht registrierter Gefahrenstel-
len und einige tausend Halden und alte Restlöcher.
All diesen bergbaulichen Anlagen ist gemeinsam,
dass sie keinen Rechtsnachfolger haben und keine
Bergaufsicht mehr besteht. Jährlich verzeichnet die
Sächsische Bergverwaltung zwischen 100 und 200
neue Schadensereignisse, angefangen vom Einsturz
alter Grubenbaue, Hebungen und Senkungen der
Erdoberfläche oder unkontrollierten heftigen Was-
seraustritten und Vernässungserscheinungen.
Gefahrenabwehr für die öffentliche Sicherheit
Von den gemeldeten Schadensereignissen geht in
fast allen Fällen eine Gefährdung für die öffentliche
Sicherheit aus. Bei einigen Ereignissen ist die Ge-
fahr ohne vorherige Anzeichen sofort akut. Um auf
diese Gefahren unverzüglich und mit den richtigen
Mitteln reagieren zu können, hat das Sächsische
Oberbergamt eine polizeirechtliche Sonderzustän-
digkeit. Auf Grundlage der Polizeiverordnung des
Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und
Arbeit über die Abwehr von Gefahren aus unterirdi-
schen Hohlräumen sowie Halden und Restlöchern
(Sächsische Hohlraumverordnung – SächsHohlrVO)
kann es alle Maßnahmen ergreifen, um die öffentli-
che Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten.
Im Mittelpunkt der Sanierungsarbeiten standen im
Jahr 2007 insgesamt 70 Baustellen. Sie waren an den
Schadstellen konzentriert, von denen mit der größten
Wahrscheinlichkeit Gefahren für Leben, Gesundheit
und Eigentum ausgingen. Der Bearbeitung dieser
Schadstellen standen im Jahr 2007 insgesamt 155
neue Schadensmeldungen gegenüber. Den geringe-
ren Teil dieser Schadstellen konnte das Sächsische
Oberbergamt durch sofortige Maßnahmen sanieren
lassen. Den größeren Teil der im Jahr 2007 erfassten
Gefahrenstellen konnte es vorerst im notwendigen
Umfang nur temporär sichern. Aufgrund des weiter
auf sehr hohem Niveau gegebenen Schadenverlaufes
konnte die sächsische Bergverwaltung die Gesamt-
zahl der bekannten Gefahrenstellen so nicht verrin-
gern. Das Sächsische Oberbergamt setzte im Be-
richtszeitraum für die dauerhafte Sicherung und
Sanierung von Gefahrenstellen im Altbergbau Mittel
des Freistaates Sachsen in Höhe von 15.335.000 €
ein. Darin sind ein ursprünglicher Mittelansatz in
Höhe von 9.500.000 €, eine nochmalige Jahres-
scheibe für die Wiederaufbauhilfe nach dem Hoch-
wasser des Jahres 2002 und überplanmäßige Mittel
wegen akuter Sicherungs- und Sanierungserforder-
nisse in Höhe von 4.000.000 € enthalten.
Das Sächsische Oberbergamt schloss für die Siche-
rungs- und Sanierungsarbeiten im Berichtszeitraum
insgesamt 105 Verträge. Weiterhin löste es 135
Sofortaufträge aus. Diese sind vor allem bei Scha-
densereignissen unter öffentlichen Verkehrsflächen

36 Bergbau in Sachsen
und in Bereichen von Bebauungen mit akuter Ge-
fährdung von Leben, Gesundheit und Eigentum und
für Sachstandsrecherchen zur Gefährdungseinschät-
zung notwendig. Für die Sofortaufträge bedient sich
das Sächsische Oberbergamt über Rahmenverträge
der Leistungen von gegenwärtig acht Bergbauspezi-
alunternehmen. Die Unternehmen bieten ohne Ver-
zug das gesamte Spektrum von Sicherungs- und
Sanierungsleistungen, das für eine wirksame Gefah-
renabwehr notwendig ist.
Die Bergbehörde gewährleistet die wirtschaftlich
und technologisch optimale Sanierung der Gefahren-
stellen u. a. durch regelmäßige Befahrungen und
Baustellenkontrollen (Anzahl im Jahr 2007: 815).
Regionale Schwerpunkte für den Mitteleinsatz wa-
ren der Landkreis Aue/Schwarzenberg mit 36 Pro-
zent, der Landkreis Annaberg mit 20 Prozent und die
Landkreise Zwickau und Weißeritzkreis mit je 10
Prozent der Gesamtmittel. Der Mitteleinsatz der
Sicherungs- und Sanierungsarbeiten konzentrierte
sich auf folgende Bereiche:
Ausgewählte Schadensereignisse mit akuten Ge-
fahren und Arbeiten an Schadstellen mit drin-
gendem Sanierungserfordernis
Nach einem Tagesbruch auf der S 258 zwischen
Scheibenberg und Elterlein im Jahr 2006, der eine
vorübergehende Vollsperrung der Straße zur Folge
hatte, wurde ein längerer paralleler Verlauf der Stra-
ße und des angetroffenen Stolln festgestellt. Wegen
des geplanten Ausbaus der Straße ließ das Sächsi-
sche Oberbergamt einen weiteren Erkundungs-
schacht teufen und den gesamten Stollenteil im Ein-
flussbereich der Straße sanieren.
Im Rahmen der Umtrassierung der K 9130 zwischen
Bermsgrün und Erla (Westerzgebirge) waren im
Berichtsjahr noch umfangreiche Sanierungs- und
Verwahrungsarbeiten des alten Bergbaus durchzu-
führen. Die Neutrassierung der Straße verläuft in
einem Gebiet mit über Jahrhunderte hinweg intensi-
vem Bergbau. Dort liegt der risskundig bisher wenig
bekannte Rothenberger Gangzug, ein Eisenstein-
und Eisenerzgang mit einer Länge von 10 km und
einer Mächtigkeiten bis zu 17 m. Der Erzgang war
damit einer der mächtigsten und aushaltendsten im
gesamten Erzgebirge. Für die Verwahrungsarbeiten
waren umfangreiche Abstimmungen mit Baulastträ-
gern und Genehmigungsbehörden notwendig. Die
Arbeiten konnten im November 2007 beendet wer-
den. Der mit den bergmännischen Arbeiten mögliche
Straßenbau ist ein erheblicher Beitrag zur Verbesse-
rung der Verkehrsinfrastruktur in der Region.
Ende Juli des Berichtszeitraumes fiel unmittelbar
neben der Waldeisenbahn Weißwasser – Bad
Muskau ein Tagesbruch. Die Bruchursache ging von
einem alten Braunkohletiefbau (Grube Hermann)
aus. Nach zunächst temporärer Sicherung konnte für
den überwiegenden Zeitraum der Sanierungsarbeiten
der Bahnbetrieb aufrecht erhalten werden. Im Sep-
2007
2006
in €
in %
in €
Sicherungs- und
Sanierungsarbeiten
Erzbergbau
10.615.000
78,6
10.250.200
Steinkohlenbergbau
675.300
5,0
883.100
Unterirdische
Hohlräume
834.400
6,2
823.300
Braunkohlentiefbau
145.100
1,1
1.300
Steine- und Erden-
bergbau
648.700
4,8
666.200
Ingenieurleistungen 432.900
3,2
322.800
Erstsicherungen/
Sachstandsanzeigen
148.600
1,1
194.500
Insgesamt 13.500.000
100
13.141.400
Tab. 3: Mitteleinsatz Altbergbausanierung
(ohne Wiederaufbauhilfe Hochwasser 2002)

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Bergbau in Sachsen 37
tember konnte die Sanierung der Schadstelle abge-
schlossen werden.
Bewohner eines Hauses in
Berggießhübel (Osterzge-
birge) meldeten dem Säch-
sischen Oberbergamt Riss-
bildungen und Einsenkun-
gen am Gebäude. Umfang-
reiche Sachstandsermitt-
lungen ergaben, dass das
Wohngebäude im unmitte-
laren Einflussbereich des
Altbergbaus, auf dem
„Mutter Gottes“ Lager
steht. Das Geschehen wies
auf einen aktiven Bruch-
und Setzungsprozess hin.
Dadurch waren erhebliche
Schäden an dem Gebäude
bis hin zum Einsturz zu
befürchten. Das Sächsische
Oberbergamt ließ unter dem
Wohnhaus in 12 m und 17 m
unter Geländeoberkante zwei
Abbaue verwahren. Zur
Gewährleistung der Standsi-
cherheit der Straße und des
Wohngebäudes war zudem
der Einbau von Injektions-
bohrpfählen erforderlich.
Bei Baugrunduntersuchun-
gen der Eibenstocker Straße
in Schwarzenberg (S 274)
traf die Straßenbauverwal-
tung im Straßenkörper und
Gehwegbereich in einer
Tiefe von nur 1,7 m größere Hohlräume und Lo-
ckermassen an. Die Auswertung der Videobefahrung
der Bohrungen veranschaulichte die fortschreitende
Tagesbruch im Wohngebäude in Markersbach
(Foto: Sächsisches Oberbergamt)
Tagesbruch an der Waldeisenbahn Weißwasser-Bad Muskau
(Foto: Sächsisches Oberbergamt)
Kunstschacht und Gestängestrecken unter der Eibenstocker Straße in
Schwarzenberg
(Foto: Sächsisches Oberbergamt)

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38 Bergbau in Sachsen
Bruchentwicklung. Die
angetroffenen Gruben-
baue sind der Roter Löwe
Fundgrube zuzuordnen.
Im Straßenbereich lag die
bisher örtlich nicht zuor-
denbare Radstube des
Kunstschachtes. Die
S 274 wurde zu diesem
Zeitpunkt als Umlei-
tungsstrecke für eine
andere Staatsstraße ge-
nutzt. Dadurch trat ein
erhöhtes Verkehrsauf-
kommen, vor allem auch
Schwerlastverkehr, auf.
Durch die hohen dynami-
schen Lasteinträge war
ein kurzfristiger Verbruch bis zur Tagesoberfläche
zu besorgen. Die Straßenbauverwaltung sperrte die
Straße im Bruchbereich halbseitig. Das Sächsische
Oberbergamt begann im Berichtszeitraum mit der
Verwahrung der Hohlräume. In den ersten Monaten
des Jahres 2008 soll die Sanierung abgeschlossen
sein.
Vor weiteren anstehenden Verkehrsbauprojekten im
Raum Annaberg-Buchholz und Marienberg führte
das Sächsische Oberbergamt notwendige Erkun-
dungs- und Verwahrungsarbeiten durch. In Anna-
berg-Buchholz betraf dies mehrere Abschnitte der
Bundesstraßen 95 und 101. Bei Erkundungsarbeiten
an der B 95 wurden weitere Grubenbaue auf dem
„Anna Morgengang“ und ein alter wasserführender
Stolln angetroffen, bei den bei Ausbau der Straße ein
Bruchgeschehen zu befürchten war. In Kooperation
mit dem Straßenbauamt Zwickau führte das Sächsi-
sche Oberbergamt in dem Bereich Sanierungsarbei-
ten durch.
Im Dezember des Berichtszeitraumes ereignete sich
in einem Wohngebäude (Fachwerkhaus) in Mar-
kersbach (Westerzgebirge) ein Tagesbruch von etwa
2,5 m Durchmesser. Der Bruch ging von einem
tagesnahen unbekannten Stolln aus. Dabei wurde das
Fachwerk des Wohngebäudes so in Richtung Front-
bereich gestaucht, dass sich ein Teil des Gebäudes
erkennbar neigte. Bei weiterem Bruchgeschehen
waren nicht reparable Gebäudeschäden bis zum
Einsturz des Hauses sowie Schäden an der umlie-
genden Infrastruktur nicht auszuschließen. Das
Sächsische Oberbergamt ließ im Berichtszeitraum
umgehend die Erstsicherung der Schadstelle durch-
führen und plante die Sanierung für das Folgejahr.
Weitere ausgewählte Arbeitsschwerpunkte
Am 4. Juni 2007 war Baustart der „präventiven“
Gefahrenabwehrmaßnahme „Gesicherte Ableitung
der Grubenwässer aus dem ehemaligen Bergbauge-
biet Zinnwald-Georgenfeld. Das Sächsische Ober-
bergamt begann nach einer intensiven Vorberei-
Tagesbruch im Wohngebäude in Markersbach
(Foto: Sächsisches Oberbergamt)

Bergbau in Sachsen 39
tungs- und Planungsphase mit diesem Vorhaben die
dauerhaft geordnete Wasserlösung im Revier und
die planmäßige und komplexe Sanierung von Was-
serlösestollen im Freistaat Sachsen.
Zu weiteren Wasserlösestollen, dem „Tiefen Weiß-
taubner Stolln“ im Marienberger Bergbaurevier und
dem „Tiefer Friedrich Christoph Stolln“ im Frau-
ensteiner/Reichenauer Bergbaurevier gab das Säch-
sische Oberbergamt Sanierungskonzeptionen bzw.
Sanierungsplanungen in Auftrag.
Zur Bewältigung langfristiger Bergbaufolgen wur-
den auch im Jahr 2007 die Wasserhaltungsmaßnah-
men zur Abwehr von Gefahren, die sich aus der
Flutung von stillgelegten Steinkohlenbergwerken im
Bereich der Bockwaer Senke der Stadt Zwickau
ergeben, dauerhaft fortgeführt. Zur Wasserhaltung
und Kanalsanierung im Bereich Zwickau-
Schedewitz konnten im Berichtszeitraum konkrete
Rahmenbedingungen für die ingenieurtechnische
Bearbeitung geschaffen und Planungsleistungen
vergeben werden.
Die Sanierungsarbeiten des Haldenstollns der Karl-
Liebknecht-Schachthalde in Oelsnitz konnten im
3. Quartal des Jahres abgeschlossen werden. Damit
ist für angrenzende Gewerbeflächen die öffentliche
Sicherheit wieder gewährleistet.
Wirtschaftliche Effekte
Das Sächsische Oberbergamt arbeitete im Berichts-
zeitraum mit 26 Auftragnehmern (13 Sanierungsbe-
trieben und 13 Ingenieurbüros) zusammen. Die Auf-
tragnehmer sind kleine oder mittelständische Unter-
nehmen. Die Erkundungs- und Sanierungsarbeiten
zu unterirdischen Hohlräumen führen ausschließlich
Bergbauspezialunternehmen aus. In den Unterneh-
men bestehen über 200 Arbeitsplätze.
1.10 Besucherbergwerke und sonstige
zur Besichtigung freigegebene
Objekte
In Sachsen bestanden zum Ende des Berichtsjahres
55 Besucherbergwerke, acht unterirdische Hohlräu-
me mit begehbaren Gangsystemen, eine Besucher-
höhle und acht von Interessengemeinschaften oder
Vereinen betreute Objekte des historischen Berg-
baus.
Das früher von der Wismut GmbH betriebene Besu-
cherbergwerk in der Grube Pöhla wurde im Juni des
Berichtszeitraumes neu eröffnet. Betreiber des Be-
sucherbergwerkes ist nun der Verein Besucherberg-
werk Zinnkammern Pöhla e. V. Neue Besucher-
bergwerke wurden im Lampertus-Richtschacht Ho-
henstein-Ernstthal und im Gnade Gottes Erbstollen
in Olbernhau eröffnet.
Die Besucherbergwerke im Freistaat Sachsen, insbe-
sondere in und um die traditionsreichen historischen
Bergstädte des Erzgebirges, waren auch im Jahr
2006 wichtige touristische Anziehungspunkte. Diese
zählten in dem Zeitraum etwa 306.000 Besucher.
Die Betreiber waren in vielen bergbaulichen Objek-
ten damit beschäftigt, die Attraktivität der Anlagen
durch Erhaltungs- und Ausbaumaßnahmen weiter zu
steigern. Dafür setzen sich in den Besucherbergwer-
ken und den anderen zur Besichtigung freigegebe-
nen Objekten zwischen 80 und 90 Mitarbeiter in
Voll- oder Teilzeitbeschäftigung ein. Sehr wesent-
lich für die Präsentation der zahlreichen Sachzeugen
des Bergbaus ist die Arbeit der vielen ehrenamtli-
chen Helfer.
Die Übersicht aller Besucherbergwerke, Besucher-
höhlen und sonstiger zur Besichtigung freigegebener
unterirdische Hohlräume findet sich in Anlage 4.

40 Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie
2
Bergbehörde und amtliche
Rohstoffgeologie
Zum Aufbau der Berg- und Geologiebehörden ent-
hält das Bundesberggesetz keine Bestimmungen.
Entsprechende Regelungen treffen die Länder auf-
grund der Artikel 83 und 84 des Grundgesetzes. Die
länder
Bundesländer haben einen zwei- oder dreistufigen
Verwaltungsaufbau. Im Freistaat Sachsen sind
Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie zwei
verschiedenen Ressorts zugeordnet.
Die Bergbehörden der Länder und das Bundesminis-
terium für Wirtschaft und Technologie arbeiten im
Länderausschuss Bergbau zusammen.
Reg.Präs.
Freiburg
Berlin
Sachsen
Brandenburg
Baden-Württemberg
Thüringen
Sachsen-Anhalt
Mecklenburg
-
Vorpommern
Bayern
Hessen
Nordrhein
Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Bremen
Hamburg
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
LAGB
Halle
1
Außenstelle
1
Bergamt
Sachgebiete
Bergamt
bei
den
Regierungen
3
Dezernate
Bergaufsicht
bei
den
Abteilungen
„Staatliches
Umweltamt“
des
Regierungspräsidenten
Bez.-
Reg.
Arnsberg
5
Außenstellen
LBEG
Clausthal-
Zellerfeld
2 Außenstellen
OBA
Saarbrücken
1
Bergamt
LBA
Gera
1 Außenstelle
LBGR
Cottbus
1 Außenstelle
Abt. Landesamt
f. Geol., Rohst. u.
Bergbau, Ref.
Landesbergdir.
OBA
Freiberg
1
Außenstelle
LGB-RLP
Mainz
Abb. 8: Länderausschuss Bergbau beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
(Stand: 1. Juni 2008)

Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie 41
2.1
Aufgaben und Aufbau
Das Sächsische Oberbergamt übt im Freistaat Sach-
sen als Fach- und Vollzugsbehörde die staatliche
Aufsicht über den Bergbau aus, soweit dieser unter
Bergaufsicht steht. Das gilt gleichermaßen für den
aktiven Bergbau über und unter Tage als auch für
den Sanierungsbergbau. Die Zuständigkeit umfasst
die Zulassung bergbaulicher Vorhaben, die Finan-
zierung des Sanierungsbergbaus, die Überwachung
der betrieblichen Sicherheit, des Arbeits- und Ge-
sundheits- sowie des Umweltschutzes.
Neben den wasserrechtlichen Zuständigkeiten bei
betriebsplanpflichtigen Maßnahmen, hat das Sächsi-
sche Oberbergamt weitere Sonderzuständigkeiten im
Bereich des Immissionsschutz- und Abfallrechtes im
Zusammenhang mit bergbaulichen Vorhaben und
nach dem Arbeitsschutzrecht. Die polizeirechtliche
Zuständigkeit für die Abwehr von Gefahren aus dem
Altbergbau und anderen unterirdischen Hohlräumen
ist eine weitere wesentliche Sonderzuständigkeit.
Mit der im Jahr 2004 wirksam gewordenen Verwal-
tungsreform hat die sächsische Bergverwaltung
einen Konsolidierungskurs eingeleitet. Seitdem ist
die Bergverwaltung zweistufig. Das Sächsische
Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit
ist oberste Bergbehörde, das Sächsische Oberberg-
amt obere Bergbehörde. Seit Beginn des Berichts-
zeitraumes hat das Sächsische Oberbergamt noch
eine Außenstelle am Standort des früheren Bergam-
tes Hoyerswerda.
Das Sächsische Oberbergamt ist in drei Abteilungen
mit je zwei Referaten gegliedert. Die Abteilung 1
nimmt Zentrale Aufgaben und Aufgaben im Bereich
Altbergbau wahr. Die Abteilung 2 ist für die Berei-
che Braunkohlenbergbau/Braunkohlesanierung und
Untertagebergbau zuständig. Die Abteilung 3 nimmt
Aufgaben des Steine- und Erden-Bergbaus sowie
des Markscheidewesens wahr. Die Bergbehörde
hatte am 31. Dezember 2007 76 Beschäftigte. Die
Bediensteten waren folgenden Laufbahngruppen
zugeordnet:
Im Auftrag des SMWA arbeitete im Berichtszeit-
raum die in Freiberg ansässige Projektgruppe Ab-
wicklung und Controlling (PGAC) eng mit der säch-
sischen Bergverwaltung zusammen. Die Projekt-
gruppe war mit drei Mitarbeitern tätig. Für den Zu-
wendungsgeber Freistaat Sachsen übernahmen die
Mitarbeiter wesentliche Aufgaben beim vorlaufen-
den, begleitenden und nachlaufenden Controlling zu
den Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung
und Wismut-Altstandorte. Im Berichtszeitraum hat
sich das SMWA zur Integration der Projektgruppe in
das Sächsische Oberbergamt ab dem 1. Januar 2008
entschieden.
Das LfUG nimmt mit seiner Abteilung Geologie die
Aufgaben des Geologischen Dienstes des Freistaates
Sachsen wahr. In der Abteilung vertritt das Referat
Rohstoffgeologie die rohstoffgeologischen Interes-
sen des Freistaates Sachsen. Wesentliche Aufgaben
Technische Beamte/Angestellte des höheren
Dienstes
16
Nichttechnische Beamte/Angestellte des
höheren Dienstes
5
Technische Beamte/Angestellte des gehobenen
Dienstes
24
Nichttechnische Beamte/Angestellte des geho-
benen und mittleren Dienstes und Arbeiter
28
Beamte im Vorbereitungsdienst für den höhe-
ren technischen Dienst
3
Insgesamt
76
Tab. 4: Besetzung des Sächsischen Oberberg-
amtes zum 31. Dezember 2007

42 Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie
sind die rohstoffgeologische Landesaufnahme (Vor-
erkundung, Erfassung und Bewertung von Rohstoff-
vorkommen), die Aufbereitung und Veröffentli-
chung ausgewählter Daten (z. B. Rohstoffgeologi-
sche Karten), Stellungnahmen, Beratung und Infor-
mation für die Öffentlichkeit, Politik, Hochschulen,
Behörden, rohstoffgeologische Stellungnahmen zu
öffentlichen Vorhaben des Hoch- und Tiefbaus so-
wie die Beratung der Rohstoffindustrie und der Lan-
des- und Regionalplanung. Weitere Informationen
gibt das dem Bericht beigefügte Faltblatt.
2.2 Betriebsaufsicht
Am 31. Dezember 2007 standen insgesamt 473
(2006: 458) bergbauliche Betriebe und Anlagen im
aktiven Bergbau und im Sanierungsbereich mit ins-
gesamt etwa 4.150 (2006: 4.700) unmittelbar Be-
schäftigten (ohne Sanierungsbetriebe) unter Aufsicht
des Sächsischen Oberbergamtes.
Im Steine- und Erdenbereich unterliegen innerhalb
der Betriebseinheiten teilweise auch Weiterverarbei-
tungsanlagen der Aufsicht der Bergbehörde, weil sie
in unmittelbarem betrieblichen Zusammenhang mit
den Gewinnungsbetrieben stehen und Gewinnung
und Aufbereitung den Schwerpunkt der Tätigkeit
darstellen. Zu den Weiterverarbeitungsanlagen zäh-
len insbesondere Transportbetonwerke, Werkstein-
verarbeitungsanlagen und Asphaltmischanlagen.
Weiterhin werden die Aufbereitungsanlagen teilwei-
se auch zum Recycling von Bauschutt genutzt.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfUG erfasst die
Lagerstättendaten zu den unter Bergaufsicht und
nicht unter Bergaufsicht stehenden Gewinnungsbe-
trieben auf Steine und Erden in einem Fachinforma-
tionssystem Rohstoffe. Das Fachinformationssystem
ist wesentliche Grundlage für die Arbeit des LfUG.
Braunkohlensanierung
Tagebaue (inkl. Altkippen und län-
derübergreifende Tagebaue)
28
Brikettfabriken und Schwelereien
13
Kraftwerke, Kesselhäuser
9
Industrielle Absetzanlagen und Spül-
halden
3
Sonstige Anlagen
8
Sanierung im Uranerzbergbau
Bergwerke (mit offenen Schächten)
4
Halden
23
Absetzbecken
1
Sonstige Anlagen
3
Sanierung im Zinnerz-, Spat- und
Steinkohlenbergbau
Bergwerke (mit 2 offenen Schächten)
4
Aufbereitungsanlagen
1
Industrielle Absetzanlagen und Spül-
halden
5
Sonstige Anlagen
1
Insgesamt
103
mit
Förde-
rung
ohne Förde-
rung
Braunkohlenbergbau
Braunkohlentagebaue 3
1
Steine- und Erdenbergbau
Festgesteinstagebaue 93
28
Kies- und Kiessandtagebaue
135
36
Kaolingruben 10
6
Spezialtontagebaue 20
3
Lehm und Tontagebaue
14
6
Kalk- und Dolomitgruben
6
3
Quarz- und Formsandtage-
baue
2
3
Torftagebaue 1
Erdwärme
3
Insgesamt
284
86
Tab. 5: Gewinnungsbetriebe unter Bergaufsicht
(Stand: 31. Dezember 2007)
Tab. 6: Sanierungsbetriebe und -anlagen unter
Bergaufsicht (Stand: 31. Dezember 2007)

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Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie 43

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44 Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie

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Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie 45

46 Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie
Bergaufsicht (ohne Grubenkontrolleure)
Der Bergbau unterliegt der Aufsicht durch die zu-
ständige Behörde (§ 69 Abs. 1 BBergG). Die Be-
triebsaufsicht als Kontrolltätigkeit vor Ort ist we-
sentlicher Bestandteil der Bergaufsicht. Dazu führte
das Sächsische Oberbergamt im Berichtsjahr insge-
samt 615 Kontrollbefahrungen bei Steine- und Er-
den-Betrieben, 317 Kontrollbefahrungen bei Braun-
kohlegewinnungs- und -sanierungsbetrieben und 103
Befahrungen im Untertagebergbau, den Besucher-
bergwerken sowie im Zusammenhang mit der Sanie-
rung des ehemaligen Uran-, Zinnerz- und Spatberg-
baus durch.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfUG befährt die
Gewinnungsbetriebe wegen der Aktualisierung der
sich mit dem Abbaufortschritt ändernden Kenntnisse
zum Rohstoff und zur Lagerstättengeologie. Hierzu
führten die Mitarbeiter des Referates im Berichts-
zeitraum 35 Befahrungen durch.
Besucherbergwerke und Sicherungsmaßnahmen
im Altbergbau
Das Sächsische Oberbergamt beaufsichtigt ebenso
die im Freistaat Sachsen vorhandenen Besucher-
bergwerke, Besucherhöhlen, unterirdischen Hohl-
räume sowie die von Interessengemeinschaften oder
Vereinen betreuten Objekte des historischen Berg-
baus. Daneben ist das Sächsische Oberbergamt Auf-
sichtsbehörde für die Sicherungs- und Sanierungsar-
beiten im Altbergbau.
2.3 Betriebsplanzulassungen und
andere Genehmigungsverfahren
Die Bergbautreibenden haben für das Aufsuchen,
Gewinnen und das Aufbereiten von Rohstoffen
sowie für die Wiedernutzbarmachung beim Sächsi-
schen Oberbergamt Betriebspläne einzureichen. Das
Sächsische Oberbergamt lässt die Betriebspläne zu,
soweit sie den Anforderungen nach europäischem,
bundesdeutschem und sächsischem Recht entspre-
chen. Die Unternehmen haben dazu weitreichende
Forderungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes,
einer sicheren Betriebsführung und des Umwelt-
schutzes zu erfüllen. Insbesondere die europarechtli-
chen Vorgaben an die Umweltverträglichkeit der
Bergbau- und Sanierungsvorhaben sind in den ver-
gangenen Jahren wesentlich anspruchvoller gewor-
den.
Die Zulassung bergrechtlicher Betriebspläne, deren
Fristverlängerung, Ergänzung oder Abänderung
sowie die Kontrolle der Einhaltung durch laufende
Betriebsbefahrungen sind ein Schwerpunkt der Tä-
tigkeit des Sächsischen Oberbergamtes. Dazu gehö-
ren auch das Feststellen der Beendigung der Berg-
aufsicht sowie Anordnungen oder Untersagungen
nach § 71ff BBergG und die Befreiung von der Be-
triebsplanpflicht nach § 51 Abs. 3 BBergG.
Mit den bergrechtlichen Zulassungen erteilt das
Sächsische Oberbergamt auch Genehmigungen nach
dem Bundesimmissionsschutzgesetz und dem Was-
serhaushaltsgesetz.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfUG unterstützt
das Sächsische Oberbergamt bei den Entscheidun-
gen. Eingereichte Planungsunterlagen prüft es auf
fachliche Plausibilität, d. h. insbesondere auf Be-
gründetheit und Nachvollziehhbarkeit. In zahlrei-
chen Fällen wies das Referat auf fehlende oder un-
zureichende fachliche Aussagen, z. B. zur Vorrats-
ermittlung, zum Standsicherheitsverhalten oder zur
Grundwassersituation hin. Bei Vorhaben in oberflä-
chennahem Gesteinsabbauen bestanden weniger
Probleme zu rohstoffgeologischen als zu ingenieur-

Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie 47
geologischen und vor allem hydrogeologischen
Belangen. In die Bewertungen zog das Referat Roh-
stoffgeologie dabei weitere Referate des LfUG ein.
Bei einigen Planungsverfahren empfahl das Referat
weiterführende Untersuchungen zur Ermittlung des
Abraum-/Nutzschichtverhältnisses mittels geophysi-
kalischer Methoden in Verbindung mit Erkundungs-
bohrungen.
Zuge-
lassen
Beteiligung
LfUG
Fakultative Rahmenbetriebs-
pläne
4 5
Hauptbetriebspläne 40 9
Abschluss-/Teilabschluss-
betriebspläne
8 3
Aufsuchungsbetriebspläne 2 2
Sonderbetriebspläne 88 1
Betriebsplanergänzungen/-ab-
änderungen/ -verlängerungen
357 -
Beendigung der Bergaufsicht/
Teilflächen
9 -
Anordnung oder Untersagung
nach § 71 ff BBergG
9 -
Befreiung von der Betriebs-
planpflicht nach § 51 Abs. 3
BBergG
- -
Ausnahmen nach § 13 ArbZG
4
-
Wasserrechtliche Erlaubnisse
nach dem WHG
27 1
Genehmigungen nach
BImSchG
7 -
OwiG-Verfahren 2 -
Sonstige Genehmigungen
1
-
Mitunter erfolgen im Vorfeld der Erarbeitung von
Planungsunterlagen auf Bitte planender Ingenieurbü-
ros oder Betriebe hinsichtlich der Rohstoff- und
Lagerstättensituation Beratungen.
Im Rahmen der Betriebsplanverfahren führt das
Sächsische Oberbergamt bergrechtliche Planfeststel-
lungsverfahren nach § 52 Abs. 2a BBergG durch,
wenn ein Bergbauvorhaben einer Umweltverträg-
lichkeitsprüfung bedurfte.
laufende Planfeststellungsverfahren
45
Planfeststellungsbeschlüsse
4
Planänderungsbeschlüsse 7
andere Entscheidungen
6
Erörterungstermine 6
Im Berichtszeitraum fasste das Sächsische Ober-
bergamt den insgesamt 78. Planfeststellungsbe-
schluss seit seinem Bestehen. Unter anderem traf es
im Dezember 2007 mit der Zulassung der Kohle-
bandanlage vom Tagebau Reichwalde zum Kraft-
werk Boxberg den ersten Planfeststellungsbeschluss
im aktiven Braunkohlenbergbau.
2.4 Bergbauberechtigungen,
Bodenschatzeinstufungen
Bergbauberechtigungen sind neben der Aufsuchung
und Gewinnung von Erzen und Spaten (s. Ziff. 1.1)
auch für die Aufsuchung und Gewinnung aller sons-
tigen bergfreien Bodenschätze notwendig. Die Ge-
winnung bergfreier Bodenschätze bildet den
Schwerpunkt bergbaulicher Tätigkeit im Freistaat
Sachsen. Dabei überwiegt auf Grund der Regelun-
gen des Einigungsvertrages in Verbindung mit den
Bestandsschutzregelungen des Gesetzes zur Verein-
heitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschät-
zen vom 15. April 1996 (BGBl. I S. 602) nach wie
vor die Anzahl an Bergbauberechtigungen auf Stei-
ne- und Erdenbodenschätze.
Tab. 7: Betriebsplanzulassungen und andere
Genehmigungen im Jahr 2007
Tab. 8: Planfeststellungsverfahren im Jahr 2007

image
48 Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie
Im Freistaat Sachsen bestanden am Ende des Be-
richtsjahres 530 Bergbauberechtigungen. Dies ist
gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um eine Berg-
bauberechtigung.
Im Jahr 2007 erteilte das Sächsische Oberbergamt
sieben neue Bergbauberechtigungen. Drei weitere
Bergbauberechtigungen verlängerte es. Bei vier
Vorhaben wurde einer Übertragung der Bergbaube-
rechtigung oder einer Übertragung der Beteiligung
an derselben zugestimmt. Zu zwei Vorhaben ge-
nehmigte das Sächsische Oberbergamt die Veräuße-
rung von Bergwerkseigentum. Zu fünf Vorhaben
wurden Widerrufsprüfungen durchgeführt. In einem
Fall wurde die Bergbauberechtigung aufgehoben.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfUG nahm im
Berichtszeitraum sieben Einstufungen der Boden-
schatzkategorie (grundeigener oder Grundeigentü-
mer-Bodenschatz) vor. In Zusammenarbeit mit den
planenden Ingenieurbüros nahm das Referat mittels
Bohrungen, Schürfen oder Stoßbemusterungen amt-
liche Probenahmen vor. Auf Grundlage der Analy-
seergebnisse erfolgte die Einstufung in die Boden-
schatzkategorie. In sechs der sieben Fälle erfolgte
die Einstufung als grundeigener Bodenschatz nach
§ 3 Abs. 4 BBergG.
2007 2006
Erlaubnisse nach § 7 BBergG
10
4
Bewilligungen nach § 8
BBergG
246 251
Bergwerkseigentum nach § 9
und § 151 BBergG
274 274
Insgesamt 530 529
Grundeigener
Bodenschatz
Grundeigentümer-
Bodenschatz
Kiessand 4 -
Sand 1 -
Kaolin 1 -
Kieselschiefer - 1
Tab. 9: Bestand der Bergbauberechtigungen im
Freistaat Sachsen jeweils zum 31. Dezember
Tab. 10: Bodenschatzeinstufungen 2007
Vorbereitung einer amtlichen Probenahme mittels Baggerschurf, Erweiterung Kiessand-
tagebau Laußig -Nord
(Foto: Landesamt für Umwelt und Geologie)

Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie 49
2.5
Bergbehörde und amtliche
Rohstoffgeologie als Träger
öffentlicher Belange
Zahlreiche Planungsträger und Behörden im Frei-
staat Sachsen beteiligen das Sächsische Oberberg-
amt und das Referat Rohstoffgeologie beim LfUG
als Träger öffentlicher Belange. Schwerpunkte sind
dabei Verfahren der Landes- und Regionalplanung,
der Bauleitplanung und der Fachplanung für andere
fachgesetzliche Genehmigungsverfahren. Diese
Planungen sind im Hinblick auf bergbauliche und
bergrechtliche Belange des aktiven Bergbaus, des
Sanierungsbergbaus und möglicher Auswirkungen
des Altbergbaus zu prüfen.
Die sächsische Bergverwaltung vertritt die Interes-
sen zur Aufsuchung und Gewinnung von Boden-
schätzen gegenüber konkurrierenden Nutzungsan-
sprüchen. Damit steht sie neben dem Geologischen
Dienst des Freistaates Sachsen für die langfristige
planerische Sicherung der Bodenschätze im Freistaat
Sachsen ein. Die Bergbehörde wirkt dabei insbeson-
dere in den Verfahren zur Erstellung der Braunkoh-
lenpläne, Braunkohlensanierungspläne, Regional-
pläne und bei verschiedenen Bauleitplanungen mit.
Hierbei prüft das Oberbergamt, welche bergbauli-
chen Tätigkeiten auf geplante Vorhaben einwirken
können und ob Vorhaben die Belange des Bergbaus
beeinträchtigen.
Ein Schwerpunkt der rohstoffgeologischen Arbeit im
Berichtszeitraum war für das Referat Rohstoffgeolo-
gie im LfUG die Rohstoffsicherung im Rahmen der
Regionalplanung. Nachdem der Landesentwick-
lungsplan seit 2003 in Kraft getreten ist, begann die
erste Gesamtfortschreibung der fünf Regionalpläne
aus den Jahren 2001/2002. Bei der Aufstellung der
Vorentwürfe für die fortzuschreibenden Regional-
pläne wurde der Staatliche Geologische Dienst von
den Planungsverbänden einbezogen. Vor allem soll
er Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für mögliche
Rohstoffgewinnung unterbreiten. Das Referat Roh-
stoffgeologie im LfUG hat dazu auf Grundlage der
im Vorfeld der Aufstellung des Landesentwick-
lungsplanes im Jahr 2002 bewerteten Rohstoffvor-
kommen Vorschläge erarbeitet. Für den „kurzfristi-
gen“ Bedarf (20 Jahre ab Gegenwart) sollen Flächen
in der Regel als Vorranggebiete gesichert werden.
Für den „mittelfristigen“ Bedarf (20 bis 40 Jahre ab
Gegenwart) sollen Ausweisungen als Vorrang- oder
Vorbehaltsgebiete erfolgen. Für den „langfristigen“
Bedarf (ohne zeitliche Beschränkung) sollen die
Flächen als Vorbehaltsgebiet geschützt werden. Bei
Prüfung der Entwürfe zu den fünf Regionalplänen
stellte das Referat fest, dass die Vorschläge für Roh-
stoffsicherungsgebiete in den einzelnen Planungsre-
gionen unterschiedlich Berücksichtigung fanden.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfUG und das
Sächsische Oberbergamt stimmten alle Stellung-
nahmen gegenüber den Regionalen Planungsverbän-
den ab.
Das Sächsische Oberbergamt erarbeitete im Be-
richtsjahr 664 Stellungnahmen im Rahmen der Be-
teiligung als Träger öffentlicher Belange. Die Stel-
lungnahmen betrafen Bauleitplanungen (390),
Schutzgebietausweisungen (72), Verkehrsplanungen
(89) und sonstigen Vorhaben (113). Darüber hinaus
erteilte die Behörde zu Anfragen von 1.391 Grund-
eigentümern Auskunft über die altbergbaubedingte
Gefährdungssituation auf ihrem Grundstück.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfUG gab weiter
zu 175 Vorhaben der Bauleitplanung, der Verkehrs-
wegeplanung, zu wasser- und abfallrechtlichen Pla-
nungen sowie zu sonstigen Vorhaben Stellungnah-
men ab. Hierbei wurden insbesondere Belange der

50 Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie
Rohstoffsicherung wahrgenommen. Das Referat
beriet Behörden, Kommunen, Betriebe oder deren
Verbände zu Fragen der Rohstoffsicherung in 26
Fällen.
2.6 Markscheidewesen
Bergbautreibende haben alle raumbezogenen Infor-
mationen und Daten eines bergbaulichen Gewin-
nungsbetriebes in einem bergmännischen Risswerk
darzustellen. Das Risswerk dient als Instrument der
Bergaufsicht, als Planungs- und Antragsgrundlage
für das jeweilige Bergbauunternehmen und als dau-
erhafte Dokumentation der bergbaulichen Tätigkeit.
Verantwortlich ist der Unternehmer. Grundsätzlich
besteht ein Risswerk aus dem „Grubenbild“, das nur
durch einen anerkannten Markscheider geführt wer-
den darf, und aus „sonstigen Unterlagen“.
Die Markscheider-Bergverordnung regelt in § 12,
für welche Betriebe die Bergverwaltung auf Antrag
die Ausnahme vom Erfordernis des Grubenbildes
bewilligen kann. Bei Bewilligung einer Ausnahme,
kann die Bergverwaltung für diese Betriebe neben
Markscheidern auch andere vermessungskundige
Personen für die Führung des Risswerkes anerken-
nen. Die Risswerke bestehen dann nur noch aus den
„sonstigen Unterlagen“, was aber lediglich eine
Auswirkung auf die äußere Form, nicht jedoch auf
den Inhalt des Risswerkes hat. Markscheider sind
befugt, Tatsachen mit öffentlichem Glauben zu be-
urkunden. Diese Befugnis haben die anderen aner-
kannten Personen nicht. Bedeutung hat dies in Ge-
richtsverfahren, die sich auf die Aussagekraft von
Risswerken stützen. Im Berichtsjahr bewilligte das
Sächsische Oberbergamt für zwei Steine-und-Erden-
Tagebaue die Ausnahme vom Erfordernis des Gru-
benbildes gemäß § 12 Markscheider- Bergverord-
nung.
Sowohl die Markscheider und die anderen anerkann-
ten Personen als auch die Ausführung der mark-
scheiderischen Arbeiten unterliegen der Aufsicht des
Sächsischen Oberbergamtes. Markscheider werden
auf der Grundlage des Gesetzes über die Anerken-
nung als Markscheider (MarkG) durch das Sächsi-
sche Oberbergamt anerkannt. Die Anerkennung gilt
für den gesamten Freistaat Sachsen. Im Berichtsjahr
erkannte das Sächsische Oberbergamt zwei Mark-
scheider und zwei „andere Person“ neu an. Neun
Anerkennungen wurden verlängert. Im Berichtsjahr
Risswerkführung durch
Markscheider
Risswerkführung durch
„Andere Personen“
Anzahl riss-
werkführender
Markscheider
1)
Gesamtanzahl
an Risswerken
Anzahl an an-
deren Personen
Gesamtanzahl
an Risswerken
Braunkohlen- Bergbau
7
21
Uranerz- Bergbau
2
3
Kalktiefbau 1 3
Tontiefbau 2 4
Steine- und Erden- Tagebaue
22
214
33
179
Haldenrückgewinnung 3 6 0 0
insgesamt
37
251
33
179
1)
teilweise Mehrfachnennung
Tab. 11: Risswerkführung in den einzelnen Bergbauzweigen (Stand: 31. Dezember 2007)

Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie 51
wurden von der Behörde 129 nachgetragene Riss-
werke entgegengenommen und geprüft.
2.7
Förderabgaben und andere
Verwaltungseinnahmen der
Bergbehörde
Für die Gewinnung bergfreier Bodenschätze hat der
Bewilligungsinhaber oder der Bergwerkseigentümer
eine Förderabgabe zu entrichten. Die Abgabepflicht
ist bundesrechtlich in § 31 Abs. 1 BBergG geregelt.
Der Landesgesetzgeber setzt den Marktwert und den
Abgabesatz auf dem Verordnungsweg fest.
Im Berichtsjahr entrichteten die abgabepflichtigen
Unternehmen Förderabgaben in einer Gesamthöhe
von 2.557,0 T€. Im Einzelnen entfielen auf die För-
derung von Natursteinen 1.626,2 T€, auf die Förde-
rung von Kiese und Kiessanden 775,4 T€, auf die
Förderung von tonigen Gesteinen 150,9 T€ und auf
die Förderung von Kaolin 4,5 T€.
Aufgrund der Verordnung des SMWA über Feldes-
und Förderabgaben (FFAVO) war die Gewinnung
der Bodenschätze Braunkohle, Marmor und Erd-
wärme von der Förderabgabe befreit. Die Befreiung
erfolgte aus Gründen der Abwehr der Störung des
gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichtes und der
Gefährdung der Wettbewerbslage der Unternehmen
sowie aus Gründen der Sicherung der Marktes mit
Rohstoffen und der Verbesserung der Ausnutzung
der Lagerstätten. Ebenso waren die Unternehmen
von der Zahlung der Feldesabgabe zur Aufsuchung
von Bodenschätzen befreit.
Das Sächsische Oberbergamt beteiligt bei Bedarf
das Referat Rohstoffgeologie im LfUG bei Bewer-
tung der Förderabgabenpflicht. Im Berichtszeitraum
betraf dies die Bewertung von Prüfergebnissen zur
Beschaffenheit der Vorabsiebung aus einem Granit-
steinbruch.
Daneben erzielte die Bergverwaltung im Berichts-
jahr andere Verwaltungseinnahmen in Höhe von
437.307,25 €. Darunter sind Einnahmen für berg-
rechtliche Planfeststellungsverfahren, Betriebsplan-
zulassungen und Genehmigungen nach BImSchG,
wasserrechtliche Genehmigungen und weitere Ver-
waltungseinnahmen.
2.8 Rechtsentwicklung
Die Gesetz- und Vorschriftengeber auf europäischer,
bundesstaatlicher und sächsischer Ebene haben im
Jahr 2007 mit zahlreichen Erlassen und Novellie-
rungen für die Bergaufsicht unmittelbar oder mittel-
bar geltendes Recht fortgeschrieben. Wesentliche
Regelungen waren dabei:
Das Gesetz zur Einführung der Prüfung der
Umweltauswirkungen bestimmter Pläne und
Programme und über die Öffentlichkeitsbeteili-
gung in Umweltangelegenheiten nach der EG-
Richtlinie 2003/35/EG im Freistaat Sachsen vom
10. April 2007 (SächsGVBl. S. 102) dient der
Umsetzung der SUP-Richtlinie (SUP=Strate-
gische Umweltprüfung). Die Richtlinie sieht die
Erstreckung von Umweltprüfungen auf Planun-
gen im öffentlichen Sektor vor, soweit diese Pla-
nungen den Rahmen für die Zulässigkeit von
Vorhaben setzen, die erhebliche Umweltauswir-
kungen haben können. Die SUP-Pflichtigkeit gilt
auch für Braunkohlepläne. Bei Neuvorhaben
zum Abbau von Braunkohle werden die SUP und
die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) im
Braunkohlenplanverfahren gekoppelt. Bei Alt-
vorhaben, deren Zulassung am 3. Oktober 1990
bereits vorlag, findet im Braunkohleverfahren

52 Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie
nur eine SUP statt. Die UVP findet für diese Fäl-
le weder im Braunkohleplanverfahren noch im
Betriebsplanverfahren statt. Bei wesentlichen
Änderungen eines Vorhabens können Planungs-
träger und Bergbauunternehmen die Entschei-
dung treffen, ob die UVP im Braunkohleplanver-
fahren oder im Betriebsplanverfahren durchge-
führt wird.
Das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie des
Europäischen Parlaments und des Rates über die
Umwelthaftung zur Vermeidung und Sanierung
von Umweltschäden vom 10. Mai 2007 (BGBl. I
S. 666) regelt u. a. Pflichten zuständiger Behör-
den bei Gefahr eines Umweltschadens, wenn
dieser durch eine unternehmerische Tätigkeit
verursacht wurde. Bergbaubetriebe fallen durch
die in Anlage 1 Nr. 3 bis 6 genannten Wasser-
nutzungstatbestände in den Anwendungsbereich
des Gesetzes.
Das Gesetz zur Ausführung des Protokolls über
Schadstofffreisetzungs- und -verbringungs-
register sowie zur Durchführung der Verordnung
(EG) Nr. 166/2006 vom 6. Juni 2007 (BGBl. I S.
1002) findet auch auf Tagebaue und Steinbrüche
mit einer Abbaufläche von mindestens 25 ha
Anwendung.
Mit der Verordnung des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Wirtschaft und Arbeit zur Ände-
rung der Verordnung über Feldes- und Förderab-
gaben vom 9. August 2007 (SächsGVBl. S. 396)
wurde die im Jahr 2002 eingeführte Reduzierung
der Förderabgabensätze für Kiese und Kiessande
sowie Natursteine von zehn Prozent auf acht
bzw. vier Prozent um weitere vier Jahre verlän-
gert.
Mit dem Gesetz zur Reduzierung und Beschleu-
nigung von immissionsschutzrechtlichen Ge-
nehmigungsverfahren vom 23. Oktober 2007
(BGBl. I S. 2470) wurden materielle und verfah-
rensrechtliche Anforderungen für immissions-
schutzrechtlich genehmigungsbedürftige Anla-
gen reduziert. Allein bei den Steine- und Erden-
betrieben unter Bergaufsicht unterfallen mehr als
170 Anlagen dem Immissionsschutzrecht.
In der Rechtsprechung gab es im Berichtszeitraum
mehrere Entscheidungen mit Auswirkungen auf
bergrechtliche Verfahren. Ein Teil der Entscheidun-
gen hat dabei über den Einzelfall hinausreichende
Bedeutung:
Das VG Leipzig hat mit Urteil vom 4. Oktober
2007 (5 K 1418/04) den Bescheid und Wider-
spruchsbescheid des Sächsischen Oberbergamtes
vom 01.03.2004 bzw. 12.08.2005 zu den Kalk-
werken Ostrau wegen Einforderung eines obliga-
torischen Rahmenbetriebsplanes aufgehoben.
Das Gericht stellt dabei auf den vom Bundes-
verwaltungsgericht mit Urteilen vom 12. Juni
2002 (7 C 2.02 bzw. 7 C 3.02) festgestellten Be-
standsschutz ab. Danach ist die Fortführung des
Tagebaus in dem Umfang wie der streitige Rah-
menbetriebsplan ihn absteckt, Teil eines Ge-
samtvorhabens, das bereits vor dem Beitritt der
DDR begonnen wurde. Das Urteil ist rechtskräf-
tig.
Das OVG Münster weist mit zwei Urteilen vom
21. Dezember 2007 (11 A 1194/02 und 11 A
3051/06) die Berufung eines Grundeigentümers
bzw. des Naturschutzverbandes BUND gegen
den fakultativen Rahmenbetriebsplan für den
Braunkohlentagebau Garzweiler II zurück. Die
Urteile konkretisieren die Rechtsprechung des
Bundesverwaltungsgerichtes zur Beteiligung von

Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie 53
Grundeigentümern bei der Zulassung von Be-
triebsplänen. Danach diene die Inanspruchnahme
der jeweiligen Grundstücke dem über die Belan-
ge Einzelner zu stellenden Allgemeinwohl. Die
Revision wurde in beiden Fällen nicht zugelas-
sen, die Beschwerde hiergegen waren zulässig.
Zu den Urteilen liegen mittlerweile Beschwerden
wegen der Nichtzulassung der Revision vor.
Die Verwaltungsgerichte entschieden im Berichts-
jahr zu vier anhängigen Klagen gegen das Sächsi-
sche Oberbergamt. Dabei bestätigten sie drei Ent-
scheidungen. Ein Bescheid wurde erstinstanzlich
aufgehoben. Seit dem Jahr 2007 sind zwei neue
Gerichtsverfahren anhängig. Am Endes des Be-
richtszeitraumes waren damit acht Verfahren anhän-
gig.
Das Sächsische Oberbergamt schloss im Berichts-
zeitraum 15 Widerspruchsverfahren ab. In dem Zeit-
raum verzeichnete es 31 neue Widersprüche. Am
Ende des Berichtszeitraumes waren damit 60 Wider-
spruchsverfahren anhängig.
2.9 Ausbildung
Das Sächsische Oberbergamt bildete im Jahr 2007
drei Bergreferendare im Vorbereitungsdienst für den
höheren Staatsdienst im Bergfach sowie drei Berg-
vermessungsreferendare im Vorbereitungsdienst für
den höheren Staatsdienst im Markscheidefach aus.
Zwei der Bergreferendare schlossen die Ausbildung
im Laufe des Jahres mit Erfolg ab. An der Referen-
darausbildung beteiligten sich Bedienstete der Berg-
verwaltung als Vertreter des Freistaates Sachsen in
den gemeinsamen Prüfungsausschüssen beim Bun-
desministerium für Wirtschaft und Technologie
(Bergreferendare) und beim Ministerium für Wirt-
schaft, Mittelstand und Energie des Landes Nord-
rhein-Westfalen (Bergvermessungsreferendare).
Das Sächsische Oberbergamt bildet im Berichtszeit-
raum zwei Auszubildende in der Fachrichtung Bü-
rokommunikation aus.
Im Berichtsjahr begannen 36 Bergbaubeflissene und
Beflissene des Markscheidefachs die Ausbildung
beim Sächsischen Oberbergamt. Sieben Beflissenen
konnte zu der Ausbildung eine Abschlussbescheini-
gung erteilt werden. Mit Stand 31. Dezember 2007
verzeichnete das Sächsische Oberbergamt 111 Be-
flissene.
Im Berichtsjahr stand das Sächsische Oberbergamt
wieder für mehrere Praktika von Schülern und Stu-
denten zur Verfügung.
Vertreter des Sächsischen Oberbergamte hielten im
Jahr 2007 folgende Vorlesungen, Seminare oder
Lehrgänge:
Ein Bediensteter des Sächsischen Oberbergamtes ist
im Prüfungs- und im Aufgabenauswahlausschuss
sowie in der Lehrplankommission für die Ausbil-
dung zum Bohrtechniker an der Fachschule für
Technik im Beruflichen Schulzentrum „Julius
Weißbach“ in Freiberg vertreten.
Name Fachgebiet Thema
Lehreinrich-
tung
Prof.
Schmidt, R.
Vorlesung „Bergrecht“
TU Bergaka-
demie Freiberg
Prof.
Schmidt, R.
Vorlesung „Arbeitssi-
cherheit im Bergbau“
TU Bergaka-
demie Freiberg
Sablotny, B.
Unterricht Fachbezoge-
nes Recht, Bergrecht
BSZ Julius
Weisbach
Freiberg
Klieboldt,
U.
Bergrecht für Befähi-
gungsscheinanwärter und
-inhaber nach SprengG
Dresdner
Sprengschule
GmbH
Tab. 12: Lehrtätigkeit Sächsischen Oberbergamt

image
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54 Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie
2.10. Öffentlichkeitsarbeit
Im Berichtszeitraum nahmen das Sächsische Ober-
bergamt und das Referat Rohstoffgeologie im LfUG
für Presse, Fernsehen und Rundfunk zu verschiede-
nen bergbaulichen und bergbehördlichen Themen
Stellung. Im Mittelpunkt stand dabei die Berichter-
stattung zu den Erlaubnis- und Bewilligungsanträgen
auf sächsische Erz- und Spatlagerstätten bzw.
-vorkommen und den dazu ergangenen Entschei-
dungen der Bergbehörde.
Vertreter der Bergbehörde informierten im Berichts-
zeitraum im In- und Ausland bei verschiedenen
Veranstaltungen zu nationalen und sächsischen
Bergbauthemen. Oberbergamt und LfUG beteiligten
sich an verschiedenen Kolloquien in Freiberg und an
anderen Orten. Beide Behörden unterhalten insbe-
sondere zur TU Bergakademie Freiberg vielfältige
Kontakte auf Leitungs- und Arbeitsebene.
Das Sächsische Oberbergamt schloss mit dem Geo-
kompetenzzentrum Freiberg e. V. (GKZ) am 2. Mai
2007 eine Kooperationsvereinbarung, mit der die
Zusammenarbeit der Partner intensiviert wurde.
Im Dezember des Berichtszeitraumes empfing das
Sächsische Oberbergamt für zwei Tage eine vietna-
mesische Delegation der Bundesanstalt für Geowis-
senschaften und Rohstoffe im Rahmen des Entwick-
lungshilfeprojektes „Support for a Mines Inspectora-
te“. Die Gäste informierten sich in der Bergbehörde
und auf Befahrungen über den sächsische Bergbau
und Sanierungsbergbau. Daneben konnten die Gäste
an einem Abend in adventlicher Stimmung berg-
männisches und erzgebirgisches Brauchtum kennen
lernen.
Das LfUG veröffentlichte den vom Referat
Rohstoffgeologie erarbeiteten Leitfaden zur Nutzung
von Erdwärme mit Erdwärmesonden. Der Leitfaden
beinhaltet Handlungsempfehlungen für Bauherren,
Fachleute und Unternehmen zur oberflächennahen
Erdwärmenutzung.
Mit den Gästen aus Vietnam auf Befahrung im Tagebau Nochten
(Foto: Sächsisches Oberbergamt)

Sicherheit und Umweltschutz im Bergbau 55
3
Sicherheit und Umweltschutz im
Bergbau
3.1
Arbeits- und Gesundheitsschutz
Bewertung und Tendenzen der
Unfallentwicklung
Die Bergbauunternehmen zeigten dem Sächsischen
Oberbergamt im Jahr 2007 insgesamt 67 melde-
pflichtige Unfälle mit einem Arbeitsausfall von
mehr als drei Arbeitstagen an (Vergleich 2006: 94
Unfälle). Beauftragte Subunternehmen meldeten
sechs Arbeitsunfälle. Dazu gab es acht Wegeunfälle.
Im Berichtszeitraum ereignete sich ein tödlicher
Unfall (Vergleich 2006: kein tödlicher Unfall). Her-
ausragend ist der Tagebau Vereinigtes Schleenhain
der MIBRAG mbH, der mittlerweile im fünften Jahr
in Folge unfallfrei arbeitet.
Komplexkontrolle bei Sanierungsbaustellen des
Altbergbaus
Das Sächsische Oberbergamt hat im Monat Juli des
Berichtsjahres eine Kontrollbefahrung ausgewählter
Sanierungsbaustellen des Altbergbaus durchgeführt.
Die Durchführung der Sicherungs- und Sanierungs-
arbeiten erfolgt außerhalb des Geltungsbereiches des
Bundesberggesetzes. Aufgrund der weiter zuneh-
menden Anzahl der Maßnahmen zur Gefahrenab-
wehr bilden die Sanierungsbaustellen einen poten-
ziellen Unfallschwerpunkt. Ziel der Kontrollbefah-
rungen war die Durchsetzung und dauerhafte Ge-
währleistung eines hohen Standards des Arbeits- und
Gesundheitsschutzes bei den über das übliche Maß
hinaus gefährlichen bergmännischen Tätigkeiten zur
Gefahrenabwehr im Altbergbau.
Bei den Komplexkontrollen stellte das Sächsische
Oberbergamt im Wesentlichen Folgendes fest:
Die Bergbauspezialunternehmen messen dem
Arbeits- und Gesundheitsschutz die dem hohen
Gefährdungspotenzial notwendige Bedeutung zu.
Die nach dem Arbeitsschutzgesetz geforderte
Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsplätze und
Tätigkeiten sind auf einem hohen und aktuellen
Niveau.
Die Unternehmen haben die Gefährdungsbeurtei-
lungen in anwendbare Rahmentechnologien, Be-
triebs- und Arbeitsanweisungen umgesetzt, die
für die Sicherung des Arbeits- und Gesundheits-
schutzes geeignet sind.
Arbeitsplätze und Ausrüstungen waren in allen
kontrollierten Unternehmen sicher gestaltet und
instandgehalten.
Die gesetzliche Anforderungen für Notfälle,
insbesondere die Gewährleistung der Ersten Hil-
fe, der Brandbekämpfung, der Bergung Verun-
fallter und der medizinischen Notversorgung
werden umgesetzt.
Förderanlagen, Hebezeuge und Elektroanlagen
wurden nahezu vollständig im Rahmen der ge-
setzlichen Forderungen von Sachverständigen
geprüft.
Die zur Verladung des Fördergutes verwendeten
Gurtbandförderer entsprachen bei allen Unter-
nehmen nicht den gesetzlichen Vorschriften. Die
Einrichtungen hatten sicherheitstechnische Män-
gel. Das Sächsische Oberbergamt hat die Unter-
nehmen zur Beseitigung der Mängel aufgefor-
dert.

56 Sicherheit und Umweltschutz im Bergbau
Grubenkontrolleure (GK)
Neben der bereits im Kapitel 2.2. erwähnten Be-
triebsaufsicht führt das Sächsische Oberbergamt
regelmäßig Betriebskontrollen durch. Diese Aufgabe
ist zwei Grubenkontrolleuren übertragen. Im Be-
richtszeitraum führten die zwei Grubenkontrolleure
in Abstimmung mit den zuständigen Betriebsplanbe-
arbeitern insgesamt 375 Kontrollen durch, davon 23
unter Tage, 226 in Tagebauen und 126 an sonstigen
übertägigen Betriebsanlagen. Die Befahrungsergeb-
nisse dokumentierten sie zeitnah im Sächsischen
Bergbauinformationssystem – SBIS, einem Intra-
netmodul des Sächsischen Oberbergamtes. Die Kon-
trollen dienen der Gefahrenabwehr an Arbeitsplätzen
in den der Bergaufsicht unterstehenden Betrieben
sowie bei Maßnahmen der Bergbehörde nach Poli-
zeirecht.
Die Grubenkontrolleure kontrollierten folgende
Schwerpunkte:
Schutzverkleidungen an Bandanlagen und Ma-
schinen,
Lichtgitterroste auf Podesten und Laufstegen,
Sicherungsmaßnahmen an absturzgefährdeten
Betriebsbereichen und Bereichen mit Steinfallge-
fahr,
Zustand der Erste-Hilfe-Ausrüstung,
Einhaltung brandschutztechnischer Anforderun-
gen,
Betriebsanweisungen für sich wiederholende
Arbeiten,
Aktualität des Sicherheits- und Gesundheits-
schutzdokumentes und
das Überhöhen von Böschungen.
Das Sächsische Oberbergamt forderte die Bergbau-
unternehmen im notwendigen Umfang zur Abstel-
lung der festgestellten Mängel auf. Die immer wie-
der neu auftretenden Mängel in den fast 500 Betrie-
ben zeigen jedoch, dass kontinuierlich fortgesetzte
Betriebskontrollen unverzichtbar sind.
Verantwortliche Personen, Arbeitssicherheitliche
Dienste
Die sächsische Bergverwaltung gewährleistet die
Arbeitssicherheit der Beschäftigten neben der Berg-
aufsicht und dem Vorschriftenwesen auch durch die
Bestellung verantwortlicher Personen.
Als Besonderheit enthält das Bergrecht gesetzliche
Regelungen mit Bezug auf die Leitung und Beauf-
sichtigung der Betriebe. Nach dem Bundesbergge-
setz (BBergG) trägt der Unternehmer die Verant-
wortung für die Einhaltung bergrechtlicher Pflichten
zur ordnungsgemäßen Errichtung, Führung und
Einstellung des Betriebes. Soweit erforderlich, sind
durch den Unternehmer zur Erfüllung der Aufgaben
weitere Personen für die Leitung und Beaufsichti-
gung des Betriebes zu bestellen.
Die verantwortlichen Personen stehen unter hohen
Anforderungen. Sie müssen Zuverlässigkeit, Fach-
kunde und körperliche Eignung nachweisen. Unter
Angabe der Stellung im Betrieb sowie der Vorbil-
dung sind sie der zuständigen Bergbehörde sowohl
nach der Bestellung als auch nach dem Ausscheiden
zu benennen.
Daneben hat der Unternehmer nach der Bergverord-
nung über einen arbeitssicherheitlichen und be-
triebsärztlichen Dienst (BVOASi) zur Unterstützung
bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben zur Verbes-
serung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung
im Betrieb einen arbeitssicherheitlichen und be-

Sicherheit und Umweltschutz im Bergbau 57
triebsärztlichen Dienst einzurichten oder diese
Pflichten auf anderer Weise zu erfüllen. Der be-
triebsärztliche Dienst ist im Wesentlichen als außer-
betrieblicher Dienst organisiert.
3.2
Rettungswesen
Am 31. Dezember 2007 standen in Sachsen zwei
Grubenwehren sowie eine Gasschutzwehr unter
Bergaufsicht. Das waren jeweils eine Grubenwehr
der Wismut GmbH und eine Grubenwehr bei der
STRABAG im mitteldeutschen Revier am Standort
Espenhain und die Gasschutzwehr der Vattenfall
Europe Mining AG am Standort Schwarze Pumpe.
3.3
Sachverständige
Das Sächsische Oberbergamt hat im Berichtsjahr
sieben Sachverständige neu anerkannt sowie vier
bestehende Anerkennungen antragsgemäß verlän-
gert. Unter Berücksichtigung der im Jahr erlosche-
nen Anerkennungen (Altersruhestand, Unterneh-
menswechsel) ergibt sich folgende Übersicht:
Fachgebiet
Anzahl
Böschungen 53
Brandschutz 3
Eisenbahnsicherungsanlagen 7
Elektrotechnik 4
Schachtförderanlagen 5
Schwimmende Geräte
5
Tagebauentwässerung 18
Tagebaugroßgeräte und Hebezeuge
13
Insgesamt 108
3.4
Abfallwirtschaft im Bergbau
Beim Aufsuchen, Gewinnen und Aufbereiten von
Bodenschätzen fallen im erheblichen Umfang berg-
bauliche Abfälle an. Für diese Abfälle sieht das
Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz eine Aus-
nahmeklausel vor. Danach regelt sich der Umgang
mit den Abfällen nach dem Bundesberggesetz.
Bergbautreibende haben die Abfälle im Rahmen
bergrechtlicher Betriebspläne gemeinwohlverträg-
lich zu entsorgen. Auf Grund der spezifischen bo-
denphysikalischen Eigenschaften dieser meist mine-
ralischen Stoffe dominiert dabei der Einsatz für
bergtechnische Zwecke bei Stabilisierungsmaßnah-
men, Hohlraumverfüllungen und Geländebauwerken
in Bergbaubetrieben. Ebenso bietet der Bergbau die
Möglichkeit, geeignete bergbaufremde Abfälle bei
derartigen Vorhaben zu verwerten.
Insbesondere der Steine- und Erdenbergbau nutzt die
Möglichkeit, im Rahmen des Ausgleichs der Folgen
von Eingriffen in die Landschaft und der Wieder-
nutzbarmachung von bergbaulich in Anspruch ge-
nommenen Flächen, bergbaufremde Abfälle zu ver-
werten. Damit kommt es zu einem Ausgleich zwi-
schen bergtechnisch erforderlichen Bedarf an geeig-
neten Mineralstoffen einerseits und der gestiegenen
Nachfrage nach günstigen Verwertungsmöglichkei-
ten für umweltverträgliche Mineralstoffe anderer-
seits.
Die Sanierungsunternehmen verarbeiten im Unterta-
gebereich für Stabilisierungsmaßnahmen u. a.
Braunkohlenfilterasche. Diese eignet sich dort auf
Grund ihrer puzzolanischen Eigenschaften (in Ge-
genwart von Wasser tritt eine Aushärtung ein) her-
vorragend als Ersatzbaustoff.
Tab. 13: Sachverständige im Bergbau

58 Sicherheit und Umweltschutz im Bergbau
3.5
Besondere Ereignisse und Unfälle
Im ersten Quartal des Berichtszeitraumes schloss das
Sächsische Oberbergamt die Ermittlungen zum
schweren Arbeitsunfall eines Jungfacharbeiters bei
Instandsetzungsarbeiten an der Abraumförderbrücke
F 60 im Tagebau Reichwalde der Vattenfall Europe
Mining AG ab, der sich bei der Demontage der
Spannvorrichtung eines Förderbandes im November
2006 ereignete. Das Sächsische Oberbergamt leitete
aus den Untersuchungsergebnissen Handlungsbedarf
für den Einsatz von Jungfacharbeitern bei Demonta-
gearbeiten sowie für die Dokumentation von techni-
schen Maßnahmen an Anlagen, die für einen länge-
ren Zeitraum nicht betrieben werden, ab. Das Säch-
sische Oberbergamt wertete den Unfall mit allen
anderen Bergbauunternehmen aus, in denen kon-
struktiv gleiche oder ähnliche Spannvorrichtungen
für Bandanlagen verwendet werden.
Am 17. September 2007 ereignete sich im Stein-
bruch Ossling bei Reparaturarbeiten an einer ca. 30
Jahre alten Bandbrücke ein schwerer Arbeitsunfall.
Der Verunfallte wollte eine festsitzende Schraubver-
bindung lösen. Dabei drückte er mit dem Fuß auf
den verwendeten Ringschlüssel und stemmte sich
dabei gegen das Geländer des Laufsteges. Dabei riss
die Befestigungsschweißnaht der Knieleiste des
Geländers. Der Verunfallte stürzte durch das Gelän-
der ca. 4,5 m in die Tiefe. Im funktionsfähigen Zu-
stand hätte die Knieleiste des Geländers die Belas-
tung aufnehmen müssen. Durch die korrodierte
Schweißnaht war die notwendige Funktionsfähigkeit
nicht mehr gewährleistet. Nach Auswertung des
Unfalls beauftragte das Sächsische Oberbergamt die
Betreiber von Anlagen, die älter als 20 Jahre sind,
eine Überprüfung der Sicherheit von Geländern,
Treppenleitern und Treppen vorzunehmen.
Im Tagebau Reichwalde der Vattenfall Europe Mi-
ning AG ereignete sich am 22.11.2007 ein tödlicher
Arbeitsunfall. Der tödlich Verunfallte war Fahrer
eines Silofahrzeuges. Er hatte den Auftrag, Strahl-
sand auf die Baustelle an der Abraumförderbrücke
60 zu bringen. Dort fuhr er das Silofahrzeug auf
einer Steigungsstrecke fest. Für die Bergung wurde
ein Radlader angefordert. Nach mehreren Versu-
chen, das Fahrzeug mittels Stange rückwärts freizu-
schieben, begab sich der Verunfallte zum Umsetzen
der Stange zwischen das Führerhaus des Satte-
laufliegers und dem hinteren Bereich des Radladers.
Der Radlader rollte in diesem Moment unkontrolliert
zurück und drückte den Verunfallten frontal an den
Sattelauflieger. Die bergbehördlichen und kriminal-
polizeilichen Ermittlungen dauerten bei Redaktions-
schluss noch an.
Anlagenverzeichnis
1. Organisationsplan Sächsisches Oberbergamt
2. Auszug Organisationsplan Sächsisches Staatsmi-
nisterium für Wirtschaft und Arbeit (SMWA)
3. Auszug Organisationsplan Landesamt für Um-
welt und Geologie (LfUG)
4. Übersicht zu den im Freistaat Sachsen vorhande-
nen Besucherbergwerken und –höhlen sowie zu
sonstigen zur Besichtigung freigegebenen unter-
irdischen Hohlräumen

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59

60 Anlagen
Organisationsplan des
Sächsischen Staatsministeriums für
Wirtschaft und Arbeit (Auszug)
Stand: 1. Juni 2008
Staatsminister für
Wirtschaft und Arbeit
Thomas Jurk
Staatssekretär
Dr. Hartmut Mangold
Abteilung 4
Industrie und Außenwirtschaft
Alexander zu Hohenlohe
Referat 43
Bergbau, Umweltfragen
Dr. Peter Jantsch
Anlage 2

61
Organisationsplan des
Landesamtes für Umwelt
und Geologie (LfUG)
Stand: 1. Juni 2008
Präsident
Hartmut Biele
Abteilung 5
Geologie
Dr. Eckart Geißler
Referat 54
Rohstoffgeologie
Dr. Uwe Lehmann
Anlage 3

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Anlage 4
62 Anlagen

63
Besucherbergwerke und -höhlen (Stand: 31.03.2008)
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
Besucherbergwerke
1
Alaunbergwerk
"Ewiges Leben" Plauen
Vogtländischer Bergknappenverein zu Plauen e.V.
Herr Müller
Bonhoeffer Straße 140
08525 Plauen
Telefon: 03741/529426 oder 0179/1303163
E-Mail: muellers_gert@web.de
Internet
:www.alaunbergwerk-plauen.de
2 Sächsisches Lehr- und
Forschungsbergwerk
„Reiche Zeche“ und
„Alte Elisabeth“
TU Bergakademie Freiberg
Herr Grund
Fuchsmühlenweg 9
09599 Freiberg
Telefon: 03731/394490
Fax: 03731/394492
E-Mail: Klaus.Grund@tu-freiberg.de
Internet:
www.tu-freiberg.de
3
Alte Hoffnung Erbstolln
Alte Hoffnung Erbstolln e.V.
Herr Gerold Riedl
Feldstraße 15
09661 Rossau, OT Schönborn-Dreiwerden-Seifersbach
Telefon: 03727/91845
E-Mail: ahe@schaubergwerk.de
Internet:
www.schaubergwerk.de
4
Altstolln Morgenstern Pöhla
Förderverein Freizeitzentrum mit Besucherbergwerk
Luchsbachtal Pöhla e.V.
Frau Grund
Karlsbader Straße 30
08352 Pöhla
Telefon: 03774/29994
Fax: 03774/86080
E-Mail: reinigung@gmx.biz
Internet:
www.luchsbachtal.de
5 Andreas-Gegentrum-Stolln
Jöhstadt
Verein Altbergbau „Andreas-Gegentrum-Stolln“
im Preßnitztal e.V.
Herr Resch
Hauptstraße 70
09456 Mildenau, OT Arnsfeld
Telefon: 037343/7941
E-Mail: Andreas-Gegentrum-Stolln@web.de
Internet:
www.andreas-gegentrum-stolln.de

Anlage 4
64 Anlagen
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
6
Aurora Erbstolln
"Aurora Erbstolln" e.V.
Herr Fischer
Moritz-Fernbacher-Straße 1a
01705 Freital
Telefon: 0351/6502700
E-Mail: Info@AuroraErbstolln.de
Internet:
www.auroraerbstolln.gmxhome.de
7 Bartholomäusschacht
Brand-Erbisdorf
Stadtverwaltung Brand- Erbisdorf
Herr Maruschke
Markt 1
09618 Brand- Erbisdorf
Telefon: 037322/320
Fax: 037322/32341
Internet:
www.bergbautradition-sachsen.de
8 Ehemaliger Entwässerungs-
stolln der 1. Sohle des Alten
Lagers Kalkwerk Lengefeld
Knappschaft Kalkwerk Lengefeld e.V.
Herr Roberto Sachse
Postfach 28
09512 Lengefeld
Telefon: 037367/600
Telefax: 037367/2238
E-Mail: info@geomin.de
Internet:
www.geomin.de
9
Dorotheastolln Cunersdorf
IG Altbergbau Dorotheastolln Cunersdorf e.V.
Herr Süß
Dorotheenstraße 2/8
09456 Annaberg–Buchholz
Telefon/Telefax: 03733/66218
Internet:
www.dorotheastollen.de
10 Felsendome Rabenstein
Schaubergwerk Felsendome Rabenstein
Herr Tomek
Weg nach dem Kalkwerk 4
09117 Chemnitz
Telefon: 0371/8080037
Fax: 0371/8080038
E-Mail: info@felsendome.de
Internet:
www.felsendome.de
11 Frisch-Glück "Glöckl"
Lehr- & Schaubergwerk Frisch-Glück "Glöckl"
Herr Krauß
Wittigsthalerstraße 13-15
08347 Johanngeorgenstadt
Telefon: 03773/882140
Fax: 03773/881758
E-Mail: gloeckl@frisch-glueck.de
Internet:
www.frisch-glueck.de

65
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
12 Fundgrube "Weißer Hirsch"
Bergsicherung Schneeberg GmbH
Herr Schönherr
Kobaltstraße 42
08289 Schneeberg
Telefon: 03772/290
Fax: 03772/29299
E-Mail: info@bergsicherung.net
Internet:
www.bergbauverein-weisser-hirsch.de
13 „Fundgrube Gesellschaft“
(Siebenschlehener Pochwerk)
Stadtverwaltung Schneeberg
Herr Windisch
Markt 1
08289 Schneeberg
Telefon: 03772/356215
Fax: 03772/356261
E-Mail: info@schneeberg.de
Internet:
www.schneeberg.de
14 Gläserstolln Marienberg-
Hüttengrund
Bergknappschaft Marienberg e.V.
Herr Rosenberger
Töpferstraße 22
09496 Marienberg
Telefon:
03735/65903
E-Mail: bkn-marienberg@bergbautradition-sachsen.de
Internet:
www.bergbautradition-sachsen.de
15 Grube Tannenberg
Besucherbergwerk "Grube Tannenberg"
Herr Gerisch
Zum Schneckenstein 42
08262 Tannenbergsthal/OT Schneckenstein
Telefon: 037465/41993
Fax: 037465/41825
E-Mail: steiger@schneckenstein.de
Internet:
www.schneckenstein.de
16 Herkules Frisch-Glück Gemeindeverwaltung Beierfeld
Bürgermeister Herr Rudler
August-Bebel-Straße 79
08340 Beierfeld
Telefon: 03774/24252
Fax: 03774/764868
Internet:
www.beierfeld.de
17
Hülfe des Herrn
Merzdorf-Biensdorf
AG Uraltbergbau e.V. Merzdorf/Biensdorf
Herr Mitka
Albert-Schweitzer-Straße 16
09669 Frankenberg
Telefon: 0171/8943913 oder 037206/71502
E-Mail: bergwerk@bergbau-im-zschopautal.de

Anlage 4
66 Anlagen
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
18 Im Gößner
Erzgebirgsmuseum Annaberg-Buchholz
Herr Nicklaus
Große Kirchgasse 16
09456 Annaberg-Buchholz
Telefon: 03733/23497
E-Mail: stadtverwalltung@annaberg-buchholz.de
Internet:
www.annaberg-buchholz.de
19 Kellerberg
Stadtverwaltung Waldheim Heimatmuseum
Herr Schuster, Frau Natzschka
Postfach 31
04734 Waldheim
Telefon: 034327/57234
Telefax: 034327/679850
E-Mail: kulturzentrum.waldheim@t-online.de
Internet:
www.stadt-waldheim.de
20
Markus Röhling Stolln
Markus Röhling Stollen Frohnau e.V.
Herr Kannegießer
Sehmatalstraße 15
09456 Annaberg–Buchholz, OT Frohnau
Telefon: 03733/52979
Telefax: 03733/542631
E-Mail: info@roehling-stolln.de
Internet
:
www.roehling-stolln.de
21 Neubeschert-Glück-Stolln
Altenberg
Bergbaumuseum Altenberg
Herr Schröder
Mühlenstraße 2
01773 Altenberg
Telefon: 035056/31703
Fax: 030556/32542
E-mail:
museum-altenberg@freenet.de
Internet:
www.bergbaumuseum-altenberg.de
22 Pöhla-Tellerhäuser
Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla e.V.
Herr Weigel
Luchsbachtal 12
08352 Pöhla
Telefon: 03774/81078
Fax: 03774/81079
E-Mail: o.weigel@zinnkammern.de
Internet:
www.zinnkammern.de
23
Schacht 15 IIb/
Markus- Semmler-Sohle,
Lagerstätte Schlema/Alberoda
Wismut GmbH, Niederlassung Aue
Herr Schmidt, Herr Rosmej
Talstraße 7
08118 Hartenstein
Telefon: 037605/80-0
Fax: 037605/80-562
E-Mail: info@wismut.de
Internet:
www.wismut.de

67
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
24
Segen Gottes Erbstolln
Segen Gottes Erbstolln e.V.
Herr Jens Schmidt
OT Gersdorf 5-6
09661 Tiefenbach
Telefon: 034322/12548
E-Mail: erbstolln-gersdorf@bergbautradition-sachsen.de
Internet:
www.bergbautradition-sachsen.de
25
Segen Gottes Erbstolln
Niederwinkel/Uhlsdorf
AG Altbergbau/Geologie Westsachsen e.V.
Herr Dr. Faust
Georgenkirchweg 22
09117 Chemnitz
Telefon: 0371/253742
E-Mail:
verein@wolkenburger-bergbaurevier.de
Internet:
www.wolkenburger-bergbaurevier.de
26
Rudolph–Schacht Marienberg
Stadtverwaltung Marienberg
Bügermeister Herr Wittig
Markt 1
09496 Marienberg
Telefon: 03735/6020
Fax: 03735/22307
E-Mail: post@marienberg.de
Internet:
www.marienberg.de
27 Sprengmittellager-Altlager
Kalkwerk Lengefeld
Stadtverwaltung Lengefeld
Bürgermeister Herr Wappler
Markt 1
09514 Lengefeld
Tel.: 037367/333-10
Fax: 037367/333-50
E-Mail: sekretariat@lengefeld.de
Internet:
www.lengefeld.de
28
St. Anna am Freudenstein
IG Historischer Bergbau Zschorlau e.V.
Herr Tschiedel
Hubertusstraße 74
08280 Aue
Telefon: 03771/478874
E-Mail: bergwerk@freudensteinfundgrube.de
Internet:
www.freudenstein-fundgrube.de
29 Tagesstrecke Oberes Revier
Burgk
Museum Städtische Sammlung Freital auf Schloß Burgk
Herr Günther
Altburgk 61
01705 Freital
Telefon: 0351/6491562
Fax: 0351/6418310
E-Mail: museum@freital.de
Internet:
www.freital.de

Anlage 4
68 Anlagen
Nr. Name des Objektes
Ansprechpartner
30
Tiefer Molchner Stolln
"Tiefer Molchner Stolln"
Herr Scheuermann
Dorfstraße 67
09496 Pobershau
Telefon: 03735/62522
Fax: 03735/660235
E-Mail: info@molchner-stolln.de
Internet:
www.molchner-stolln.de
31
Trau auf Gott-Erbstolln
Gemeindeverwaltung Lichtenberg
Bürgermeisterin Frau Schädlich
Bahnhofstraße 3a
09638 Lichtenberg
Telefon: 037323/543-0
Fax: 037323/543-27
E-Mail: verwaltung@lichtenberg-erzgebirge.de
Internet:
www.lichtenberg-erzgebirge.de
32
Unbenannte Stollenanlage am
Zschopauufer
Altbergbauverein Heilige-Dreifaltigkeit-Fundgrube
Zschopau e.V.
Herr Meyer
Chemnitzer Str. 59
09405 Zschopau
Telefon: 0162-2760974
E-Mail: Besucherbergwerk-Zschopau@web.de
Internet: bergmann80.be.funpic.de
33 Vereinigt Zwitterfeld
zu Zinnwald
Besucherbergwerk "Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald"
Herr Barsch
Goetheweg 8
01773 Zinnwald- Georgenfeld
Telefon/Fax: 035056/31344
E-Mail: info@besucherbergwerk-zinnwald.de
Internet:
www.besucherbergwerk-zinnwald.de
34
Zinngrube Ehrenfriedersdorf
Zweckverband Sächsisches Industriemuseum
Herr Kreibich
Am Sauberg 1
09427 Ehrenfriedersdorf
Telefon: 037341/2557
Fax: 037341/50159
E-Mail: zinngrube-ehrenfriedersdorf@t-online.de
Internet:
www.zinngrube.de
35
St. Anna-Fundgrube
AG Altbergbau/Geologie Westsachsen e. V.
Herr Dr. Faust
Georgenkirchweg 22
09117 Chemnitz
Telefon: 0371/253742
E-Mail: agwestsachsen@bergbautradition-sachsen.de
Internet:
www.wolkenburger-bergbaurevier.de

69
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
36 „Altes Kalkwerk“ Miltitz Gemeindeverwaltung Triebischtal
Bürgermeister Herr Schneider
Talstraße 2
01665 Triebischtal, OT Miltitz
Telefon: 035244/471-0
Fax. 035244/471-30
E-Mail: post@triebischtal.de
Internet:
www.gemeinde-triebischtal.de
37
„Fortuna Stolln“
Fortuna Bernstein GmbH
Frau Preißler
Deutschkatharinenberg 14
09548 Deutschneudorf
Telefon: 037368/218
Fax: 037368/449
E-Mail: gv.deutschneudorf1@freenet.de
Internet:
www.deutschneudorf.de
38
Fundgrube "St. Christoph"
Knappschaft Breitenbrunn e.V.
Herr Pausch
St. Christoph 12
08359 Breitenbrunn
Telefon: 037756/1370
E-Mail:
kn-breitenbrunn@bergbautradition-sachsen.de
Internet:
www.bergbautradition-sachsen.de
39
Wille Gottes Stolln
Stadtverwaltung Thalheim
Bürgermeister Herr Kühn
Hauptstraße 5
09380 Thalheim
Telefon: 03721/26213
Fax: 03721/84180
E-Mail:
r.kuehn@thalheim-erzgeb.de
Internet:
www.thalheim-erzgeb.de
40 Alaunwerk Reichenbach–
Mühlwand
Stadtverwaltung Reichenbach
Herr Hennebach
Markt 6
08468 Reichenbach
Telefon: 03765/524-0
Fax: 03765/524-82330
E-Mail: stadt@reichenbach-vogtland.de
Internet:
www.reichenbach-vogtland.de
41
Stollensystem „Am Graben“
Kirchberger Natur- und Heimatfreunde im NABU
Deutschland Landesverband Sachsen e.V.,
Herr Prehl
Innungsstraße 18
08107 Kirchberg

Anlage 4
70 Anlagen
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
42 Vestenburger Stollen
Historischer Bergbauverein Aue e.V.
Frau Vieregg
Bergfreiheit 11
08280 Aue
Telefon: 03771/22413
E-Mail: hbv-aue@bergbautradition-sachsen.de
Internet:
www.aue.de
43
Marie Louise Stollen
Kurgesellschaft
Bad Gottleuba-Berggießhübel mbH
Frau Reuter-Bracklow
Siedlung 1
01819 Kurort Berggießhübel
Telefon: 035023/52980
Fax: 035023/52981
E-mail:
info@marie-louise-stolln.de
Internet:
www.marie-louise-stolln.de
44
Gottes Segen Fundgrube
Zöblitz
Erzgebirgische Bergbauagentur
Herr Richter
Freiberger Str. 18
09517 Zöblitz
Telefon: 037363/75 79
Telefax: 037363/75 99
E-Mail: info@bergbau-agentur.de
Internet:
www.bergbau-agentur.de
45
St. Briccius Fundgrube am
Pöhlberg Geyersdorf
Gewerkschaft St. Briccius e.V. Geyersdorf
Herr Beier
Lohngasse 1
09420 Wolkenstein
46 Sachzeugen Zwönitzer
Bergbaugeschichte
Stadtverwaltung Zwönitz
Bürgermeister Herr Schneider
Markt 6
08927 Zwönitz
Telefon: 037754/35-0
Fax: 037754/35-199
E-Mail: verwaltung@zwoenitz.de
Internet:
www.zwoenitz.de
47 Fuchslochstollen Rittersgrün Knappschaft 1743 Rittersgrün e.V.
Herr Seltmann
Waldweg 7
08355 Rittersgrün
Telefon: 037757/7210
E-Mail: Kurt.Seltmann@knappschaft-rittersgruen.de
Internet:
www.knappschaftrittersgruen.de

71
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
48
Kuttenbergwerk Lößnitz
IG Historischer Erzbergbau Lößnitz e.V.
Herr Hahn
Bahnhofstraße 66a
08297 Zwönitz
Telefon: 037754/59097
49
Friede Gottes Stolln Bockau
Gemeindeverwaltung Bockau
Bürgermeister Herr Baumann
Schneeberger Str. 49
08324 Bockau
Telefon: 03771/430100
Fax: 03771/4301021
E-Mail: info@bockau.de
Internet:
www.bockau.de
50
Oberer Rother Adler
Knappschaft 1743 Rittersgrün e.V.
Herr Seltmann
Waldweg 7
08355 Rittersgrün
Telefon: 037757/7210
E-Mail: Kurt.Seltmann@knappschaft-rittersgruen.de
Internet:
www.knappschaftrittersgruen.de
51
Fridolin am Zigeuner Pöhla
Förderverein Freizeitzentrum mit Besucherbergwerk
Luchsbachtal Pöhla e.V.
Frau Grund
Karlsbader Str. 30
08352 Pöhla
Telefon: 03774/29994
Fax: 03774/86080
E-Mail: reinigung@gmx.biz
Internet:
www.luchsbachtal.de
52
Schwarzes Loch Jonsdorf
Jonsdorfer Gebirgsverein 1880 e.V.
Herr Pachl
An der Sternwarte 6
02796 Kurort Jonsdorf
Telefon: 0175/4157635
E-Mail: jonsdorf.1880ev@freenet.de
Internet:
www.gebirgsverein1880ev.de
53
Grüner Zweig samt
Gnade Gottes Schlettau
Bergknappschaft Schlettau e.V.
Herr Ziller
Neugasse 5
09487 Schlettau
Telefon: 03733/608114
E-Mail:
bkn-schlettau@bergbautradition-sachsen.de
Internet:
www.schlettau-im-erzgebirge.de

Anlage 4
72 Anlagen
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
54 Lampertus-Richtschacht
Hohenstein-Ernstthal
Große Kreistadt Hohenstein-Ernstthal
Oberbürgermeister Herr Homilius
Altmarkt 41
09337 Hohenstein-Ernstthal
Telefon: 03723/402290
Fax: 03723/402309
E-Mail: bauamt@hohenstein-ernstthal.de
Internet:
www.hohenstein.ernstthal.de
55
Gnade Gottes Erbstollen
Olbernhau
IG Bergbau & Mineralien Olbernhau & Umgebung e.V.
Herr Uwe Kempe
Blumenauer Straße 4
09526 Olbernhau
Telefon: 037360/35036 oder 72685
Fax: 037360/35270
E-Mail: verein@bergbau-live.de
Besucherhöhle
A Drachenhöhle Syrau
Gemeindeverwaltung Syrau
Frau Bauer
Höhlenberg 10
08548 Syrau
Telefon: 037431/8090
Fax: 037431/ 80912
E-mail: syrau@t-online.de
Internet:
www.syrau.de
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
Unterirdische Hohlräume
I
Diener`sche Gänge/
Stadttheater in Glauchau
Fremdenverkehrsverband Schönberger Land e. V.
Frau Grau
Markt 1
08371 Glauchau
II Gangsysteme Kellerberge
Penig
Stadtverwaltung Penig
Frau Scharf, Frau Fischer
Markt 6
09322 Penig
Telefon: 037381/959-0
Fax: 037381/959-23
E-Mail: info@stadt-penig.de
Internet:
www.stadt-penig.de

73
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
III Gangsystem Schloss
Hinterglauchau
Museum und Kunstsammlung Schloss Hinterglauchau
Herr Winkler
08371 Glauchau
Telefon/Fax: 03763/2931
E-Mail: schlossmuseum@glauchau.de
Internet:
www.glauchau.de
IV Gangsystem Schloss
Lichtenstein
Stadtverwaltung Lichtenstein
Herr Fiedler
Badergasse 17
09350 Lichtenstein
Telefon: 037204/610
Fax: 037204/61107
E-Mail: hauptamt@lichtenstein-sachsen.de
Internet:
www.lichtenstein-sachsen.de
V Hohlraumsystem Burgberg
Meerane
Stadtverwaltung Meerane
Frau Göthe
Lörracher Platz 1
08393 Meerane
Telefon: 03764/540
E-Mail: post@meerane.de
Internet:
www.meerane.de
VI Hohlraumsystem Kaßberg,
Fabrikstraße 6 und Pforten-
weg
Chemnitzer Gewölbegänge e. V.
Frau Demmler
Weststraße 8
09112 Chemnitz
Telefon: 0371 3346056
Internet:
www.chemnitzer-gewoelbegaenge.de
VII
Schaukellerareal Markt 4, 5
und 6 in Lommatzsch
Stadtverwaltung Lommatzsch
Frau Heimann
Am Markt 1
01623 Lommatzsch
Telefon: 035241/440-10
E-mail:
ilka.heimann@lommatzsch.de
Internet:
www.lommatzsch.de
VIII Tiefenkellersystem Wurzener
Straße in Grimma
Stadtverwaltung Grimma
Frau Kutscher
Markt 16/17
04668 Grimma
Telefon: 03437/98580
E-mail:
info@grimma.de
Internet:
www.grimma.de

Impressum
Jahresbericht 2007, herausgegeben vom
Präsidenten des Sächsischen Oberbergamtes
Kirchgasse 11, 09599 Freiberg
Telefon: (03731) 372 0
Telefax: (03731) 372 1179
E-Mail:
Poststelle@obafg.smwa.sachsen.de
Homepage:
www.smwa.sachsen.de
Titelfoto
Argentit
Joseph Morgengang, Grube Segen Gottes, Gersdorf
bei Rosswein/Sachsen; Mineralogische Sammlung
TU Bergakademie Freiberg, Inv.-Nr. MiSa 4634
(Foto: A. Massanek)
Verteilerhinweis
Diese Druckschrift wird vom Sächsischen Ober-
bergamt im Rahmen seiner verfassungsmäßigen
Verpflichtung zur Unterrichtung der Öffentlichkeit
herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch
von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von
fünf Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der
Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle
Wahlen.
Quellenhinweis zu den Übersichtskarten
Darstellung auf der Grundlage der Vektordaten der
Verwaltungsgrenze (VÜK200) mit Erlaubnis des
Landesvermessungsamtes Sachsen; Erlaubnisnum-
mer 2712/2005). Jede weitere Vervielfältigung die-
ser Karten bedarf der Erlaubnis des Landesvermes-
sungsamtes Sachsen. Der Abdruck von Inhalten wird
unter Nennung der Quelle gestattet.