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Titelbild: Karl Emil Scherz, Schaubild der Villa Rothermundt in Blasewitz, 1897
Karl Emil Scherz
Karl Emil Scherz wurde am 31. August 1860
in Loschwitz geboren, zog aber schon zwei
Jahre später mit den El tern nach Blasewitz,
wo er bis zum Tod am 10. Oktober 1945
ansässig blieb. Nach dem Schulbesuch
erlernte er von 1877 bis 1881 das Zimmer-
handwerk an der Baugewerkeschule Zittau;
eine längere Wanderzeit schloss sich an.
Ab 1883 folgte sein Studium an der König-
lichen Kunst akademie in Dresden unter
den Professoren Constantin Lipsius, Ernst
Herrmann und Christian Friedrich Arnold.
Mit dem Abschluss als Baumeister ging
Scherz im Jahre 1886 nach Berlin, um dort
an der Technischen Hochschule Charlot-
tenburg weiter zu studieren. Von 1887 bis
1889 besuchte er insbesondere Vorlesungen über mittelalterliche
Baukunst sowie landschaftliches Zeichnen bei den Professoren Karl
Schäfer, Johannes Vollmer und Paul Gräb. Im Herbst 1889 kam es
zur Eröffnung eines eigenen Büros für Architektur und Bauausfüh-
rung in Blasewitz. Von einer Reise, die ihn 1896 nach Paris führte,
wieder zurückgekehrt, heiratete Karl Emil Scherz im darauffolgen-
den Jahr Henriette Friederike Gertrud Schumann; aus der Ehe gingen
zwei Töchter hervor.
Unmittelbar neben dem bereits vom Vater im Jahre 1875 errichteten
Haus auf der Sommerstraße 5 in Blasewitz (heute Sebastian- Bach-
Straße 17), das Scherz bis zu seinem Lebensende bewohnte, war das
Büro untergebracht (Sebastian-Bach-Straße 15). Hier ent standen die
Grundlagen für das baukünstlerische Lebenswerk des Architekten,
womit er sich sehr bald schon einen guten Ruf erwarb. Den Hauptan-
teil darin nehmen Wohnhäuser und Villen ein, doch spielen die von ihm
errichteten Sakralbauten ebenfalls eine gewichtige Rolle. Hinzu
kommen Schulgebäude, insbesondere das Blasewitzer Realgymnasium,
die dortige Kinderbewahranstalt und der Rathauserweiterungsbau
sowie eine Reihe anderer Projekte, darunter 21 Grabmale.
Am 25. Mai 1908 wurde Karl Emil Scherz der Titel eines Königlichen
Baurates verliehen. Über Jahrzehnte hinweg bekleidete er die verschie-
densten Ehrenämter, so im Blasewitzer Gemeinderat, Kirchen- und
Schulvorstand wie auch im Friedhofsausschuss des Elias-, Trinitatis-
und Johannisfriedhofs. Wohl aus Anlass des 85. Geburtstages und
Otto Schneider, Die nördliche Straßenseite der ehemaligen Residenzstraße
in Blasewitz mit der Bäckerei »Potz Blitz«, 1909
Ernst Erwin Oehme, Die Bomätscher (Schiffszieher oder Treidler), 1905
Sammlungsschrank, wohl in den 1930er Jahren für Karl Emil Scherz angefertigt, jetzt
in der Plansammlung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen
Kalender 2020
Seit 1999 gibt das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen regel mäßig
Kalender zu unterschiedlichen Themen der sächsischen Architektur-
und Gartengeschichte heraus. Anlässlich der Aus stellung erscheint
der Kalender für das Jahr 2020 unter dem Titel »Karl Emil Scherz
(1860–1945). Architekt und Ortschronist« mit zahlreichen Illustrati-
onen und ausführlichen Beschreibungen.
Format: 54 × 45 cm · Preis: 25 Euro
Verkauf im Buchhandel und im Verlag:
Sandstein Verlag · Goetheallee 6 · 01309 Dresden
Tel. 0351 440 78 26 · Fax 0351 440 78 12
verlag@sandstein.de ·
www.sandstein-verlag.de
Begleitprogramm
Vorträge
Mittwoch, 15. Januar 2020, 17 Uhr
Die ortsgeschichtliche Sammlung von Karl Emil Scherz
und die darin enthaltenen Blasewitzer Fotografien
von August Kotzsch
Jürgen Frohse, Ortsverein Loschwitz-Wachwitz e.V. und
Bernd Beyer, Ortschronist Dresden-Blasewitz
Mittwoch, 11. März 2020, 17 Uhr
Filmvorführung: August Kotzsch, Fotograf in Loschwitz
und Blasewitz bei Dresden
Aus dem Archiv von HIRSCH FILM, vorgeführt von
Kameramann Ernst Hirsch
Öffentliche Führungen durch die Ausstellung
Mittwoch, 29. Januar 2020, 16 Uhr
Mittwoch, 26. Februar 2020, 16 Uhr
Mittwoch, 25. März 2020, 16 Uhr
Gern vereinbaren wir auf Anfrage für Ihre Gruppe
einen individuellen Führungstermin.
Der Eintritt zu den Vorträgen und in die Ausstellung ist frei.
Wegen begrenzter Platzkapazitäten bitten wir sowohl bei den
Vorträgen als auch bei den Führungen um verbindliche Anmeldung
unter 0351 484 30 421 oder unter
presse@lfd.smi.sachsen.de
Aktuelle Informationen unter
www.denkmalpflege.sachsen.de
Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
Ständehaus, Schloßplatz 1, 01067 Dresden
Ausstellungszeitraum
14. November 2019 – 3. April 2020
Öffnungszeiten
Mo – Do 10 –17.30 Uhr, Fr 10 –16 Uhr
Bitte beachten Sie die Sicherheitskontrollen im Ständehaus.
Ausstellung
des Landesamtes
für Denkmalpflege
14. November 2019 –
3.
April
2020
Karl Emil Scherz
(1860–1945)
Architekt und
Ortschronist
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KARL EMIL SCHERZ (1860–1945)
ARCHITEKT UND ORTSCHRONIST
LANDESAMT FÜR DENKMALPFLEGE SACHSEN
108912006-Kalender_2020_Scherz.indd 1
13.08.19 13:42
gerade noch rechtzeitig vor dem Lebensende dieses engagierten
Mannes erfuhr sein niemals ermüdender Einsatz für die Belange des
Heimatschutzes mit der Ernennung zum Ehrenmitglied des Landesver-
eins am 8. September 1945 endlich die verdiente Würdigung.
Neben der von Scherz initiierten und 1905 erschienenen Ortschro-
nik von Blasewitz hat auch die von ihm angelegte »Ortsgeschichtliche
Sammlung Blasewitz und Umgegend« den Zweck, die Geschichte von
Blasewitz lebendig zu erhalten. Der hier zusammengetragene, außer-
ordentlich bedeutsame Schatz an künstlerischen Darstellungen, Foto-
grafien, schriftlichen Dokumenten und sonstigen Zeitzeugnissen trug
ebenfalls mit dazu bei, dass Karl Emil Scherz bereits zu Lebzeiten als
»Ortschronist von Blasewitz« bezeichnet wurde. Im Jahre 2020 jährt
sich sein Todestag nun zum 75. Mal, und es ist an der Zeit, sich
dankbar dieses Mannes zu erinnern, der einerseits Neues gestaltete
und in den vorhandenen Bestand schöpferisch zu integrieren wusste,
sich andererseits aber gleichermaßen als Bewahrer überlieferter
Werte verstand, deren Erhaltung für bzw. Vermittlung an die nach-
folgenden Generationen ihm zeitlebens Verpflichtung war. Seine
Sammlung, die 1986 ihre neue Heimstatt im damaligen Institut für
Denkmalpflege/Arbeitsstelle Dresden gefunden hat, bietet dabei
sowohl die inhaltliche Grundlage für den auf das Jahr 2020 heraus-
gegebenen Kalender als auch für die 2019/20 im Dresdner Ständehaus
präsentierte Jahresausstellung des Landesamtes für Denkmalpflege
Sachsen.
Franz Gaudernack, Porträt
Karl Emil Scherz, 1928
Fotografien: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Vorlagen aus der
Ortsgeschichtlichen Sammlung Blasewitz und Umgegend von Karl Emil Scherz

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1
Schillergarten
(Um- und Erweiterungsbau),
1891, Schillerplatz 8/9
Das im Kern wohl noch aus dem 18. Jahr-
hundert stammende, 1806 überformte
Hauptgebäude wurde in Vorbereitung des
Brückenbaues zwischen Blasewitz und
Loschwitz durch Karl Emil Scherz grundle-
gend umgebaut und im Obergeschoss mit
anspruchsvollem Fachwerk in »altdeutschem
Stil« versehen. Der Schillergarten zählt zu
Dresdens ältesten Gasthöfen und soll der
Ort der Inspiration zur »Gustel von Blasewitz«
in Friedrich Schillers »Wallensteins Lager«
gewesen
sein.
2
Schiller- und Körnerplatzensembles,
1890-1901
Unter Mitwirkung weiterer Architekten
erbaute Scherz an Schiller- und Körnerplatz
zwei großstädtisch anmutende, miteinander
korrespondierende und auf die neue Elbbrücke
hin ausgerichtete Platzanlagen in vergleich-
barer, historisierender Formensprache.
Die durchweg dreistöckigen Wohn- und
Geschäftsbauten weisen Klinker fassaden auf,
die durch Sandsteinelemente vielfältig geglie-
dert und durch Erker, Loggien und Balkone
sowie Schaufenster in der Erd geschosszone
reich belebt sind.
3
Rathaus Blasewitz (Erweiterungsbau),
1904/05, Naumannstraße 5
Scherz‘ Rathauserweiterung ist bereits der
zweite Anbau an das ursprünglich als Dorf-
schule genutzte neogotische Naumannstift
von 1851. Nach Baumeister Emil Wägners, den
ursprünglichen Stil beibehaltender Ergänzung
aus dem Jahre 1890 setzte Scherz seinen
Neubau durch einen eingeschossigen Trakt im
Stil der deutschen Renaissance davon ab. Den
sich anschließenden, reich gegliederten Bau-
körper dominiert ein zwei geschossiger polygo-
naler Erker, in dem die verschiedenartigen Ele-
mente des Fassadenschmucks kulminieren. Zur
Naumannstraße hin steht unter einem Balda-
chin die Figur der Gustel von Blasewitz.
15
Himmelfahrtskirche Leuben, 1899-1901
Altleuben 15
1898 ging Scherz als Sieger aus dem Architek-
turwettbewerb zur Planung einer Kirche in
Leuben hervor. Als Ersatz für die Dorfkirche
aus dem 16. Jahrhundert, deren Turm nach
denk malpflegerischer Debatte erhalten werden
konnte, errichtete er einen historistischen
Sand steinbau mit gotischen Zügen über kreuz-
förmigem Grundriss. Die Wirkung des gewölb-
ten, zentralisierten Innenraumes wird primär
von der stark farbigen Wandmalerei, der flora-
len Ornamentik und den Buntglasfenstern be -
stimmt. Die künstlerische Ausgestaltung ist voll-
ständig erhalten geblieben, wozu die Restau rie-
rung 1984 bis 1988 maßgeblich beigetragen hat.
14
Villa von Borcken, 1894/95
Tolkewitzer Straße 47
Der historistische Bau im Stil der Renaissance,
einer der repräsentativsten Bauten von Karl
Emil Scherz, ist mit polygonalen Erkern sowie
offener Loggia ausgestattet. Er weist ein Sitz-
nischenportal
und
Beschlag werk ornamentik
auf. Die pointierten Sandsteinelemente in der
Fassade sowie die Giebelfiguren unterstützen
die romantische und schlossartige Wirkung
der Villa. Scherz wertete für den Bauherrn
Barnim von Borcken-Auerose auch dessen
Herrenhaus in Auerose/Anklam mit einem
imposanten Turm anbau auf.
13
Pfarrhaus und Gemeindehaus,
1894/95; 1912/13
Sebastian-Bach-Straße 13
(früher Sommerstraße)
Gegenüber der Heilig-Geist-Kirche entstand
1894/95 auf Initiative von Blasewitzer Bürgern
nach Plänen von Scherz das Pfarrhaus mit
seiner roten Klinkerfassade. Ergänzend dazu
erbaute Scherz 1911/12 im benachbarten
Grundstück ein Gemeindehaus, das im Unter-
schied zum 1945 zerstörten Pfarrhaus bis
heute erhalten ist. Das im Reformstil errichtete
Gebäude mit der Plastik des Guten Hirten
wurde 1956 durch ein aufgesetztes Geschoss
überformt.
12
Heilig-Geist-Kirche, 1891–1893
Berggartenstraße
22 a
Das malerische Erscheinungsbild des nach
frühgotischen Vorbildern errichteten Bau-
werkes wird durch den seitlich vorgelagerten
Turm mit spitzem Helm und vier Türmchen am
Ansatz sowie durch verspielte Rosettenfenster
an Langhaus und Westseite geprägt. Daneben
erfüllt die Klinkerfassade mit ihren darin inte-
grierten schmückenden Sandstein elementen
eine zusätzliche dekorative Funktion. Von der
reichen bildkünstlerischen Ausstattung im
Innenraum der Kirche, die 1969 bis 1972
durch den Architekten Fritz Steudtner dem
damaligen Zeitgeist entsprechend überformt
wurde, zeugen heute nur noch Reste.
11
Wohnhaus Scherz (Umbau), 1875; 1912
Sebastian-Bach-Straße 17
(früher Sommerstraße)
Das vom Vater Karl August Scherz 1875
errichteten Gebäude, welches Karl Emil
Scherz für sich und seine Familie als Wohn-
haus nutzte, unterzog er 1912 einer grund-
legenden Renovierung, die möglicherweise
auch mit Umbauten einherging. Er behielt
den ursprünglichen einfachen Stil bei.
Im benachbarten, 1872 ebenfalls durch den
Vater errichteten Elternhaus (Nr. 15) befand
sich das »Bureau für Architektur und Bauaus-
führung«.
10
Realgymnasium Blasewitz, 1907/08
Kretzschmerstraße 27
(früher Prohliser Straße)
Das erste, in einer kleinen Landgemeinde
erbaute Realgymnasium war trotz monumen-
taler Maße von schlichter Gestaltung. Die klare
Fassadengliederung lässt sich eindeutig der
versachlichten Architektur nach 1900 zuord-
nen. Besonders hebt sich das Eingangsportal
hervor: Antike Motive der dorischen Säulen
und des aufliegenden Architravs rahmen die
Tür; letzterer wird von einem Balkon bekrönt.
Für die heutige Nutzung als Landesgymnasium
für Musik wurde die bereits teilweise verän-
derte Innenausstattung modern überformt.
9
Bürgerschule Blasewitz
(Erweiterungsbau), 1900/01
Wägnerstraße 26 (früher Schulstraße)
Scherz konzipierte den Erweiterungsbau für
die 1876 von den Architekten Ernst Giese
und Paul Weidner errichtete Bürgerschule
um 1900. Der breitgelagerte Flügel an der
Kretschmerstraße ist ein historisierender Bau
mit Anklängen an die deutsche Renaissance.
Die schlichte Fassade wird lediglich durch ein
umlaufendes Kranzgesims gegliedert und
durch Schmuckgiebel bereichert. Um 1910
baute Scherz das der Schule benachbarte
Gebäude an der Ecke Wägner- / Bruckner-
straße, die sogenannte »Übelsche Villa«, vom
Wohnhaus zur Höheren Mädchen schule um.
8
Villa Schneider, 1900
Ecke Prellerstraße 17 / Loschwitzer Straße
(früher Ecke Residenzstraße /
Friedrich-August-Straße)
Der axial gegliederte Wohnbau, der gleicher-
weise mit zwei Schaufassaden in Preller- und
Loschwitzer Straße hineinwirkt, zeigt schlichte
Dekorelemente in neobarockem Stil. Akzente
setzen die seitlichen, über zwei Geschosse
reichenden Holzveranden, sowie der Altan mit
einem durch Balustraden verzierten Austritt in
der Mittel achse. Den breit gelagerten Charak-
ter unterstützt das im Vergleich zu anderen
Villen schlichte und flache Dach.
7
Villa Rothermundt, 1896/97
Mendelssohnallee 34
(früher Deutsche Kaiserallee)
1896 ließ der Unternehmer Adolf Rother-
mundt eine der prächtigsten Villen in
Blasewitz errichten. Zunächst als Alterssitz
geplant, entwickelte sich das historistische
Wohnhaus zu einem Zentrum der Kunst und
Musik. Das schlossartige Bauwerk mit mar-
kantem rechteckigen Turm weist sowohl
Elemente der Renaissance als auch des
Barocks und der Gotik auf. Die dazu gehörige
Gartenanlage wurde – wie zahlreiche Villen-
gärten der Umgebung – von Max Bertram
geplant.
6
Villa Schmitz, 1901/02
Goetheallee 18 (früher Emser Allee)
Der Schweizer Kaufmann und Kunstsammler
Oscar Schmitz gab – dem Vorbild seines
Schwagers Rothermundt folgend – eine der
größten Villen in Scherz‘ Œuvre in Auftrag.
Trotzdem wurde Dekor am Haus nur sparsam
verwendet und auf die Rahmung der Fenster
und die Spaliere beschränkt. Gestaltbestim-
mend sind vor allem die Giebel mit eng
gestelltem vertikalen Fachwerk in der reichen
Dachlandschaft. Die später zugesetzte Halle
und das Luftbad leiteten in den großzügigen
Garten über, dessen Gestaltung vom in Blase-
witz ansässigen Königlich- Sächsischen Gar-
tenbaudirektor Max Bertram stammte.
5
Villa Lürmann, 1903
Ecke Goetheallee 28 / Vogesenweg
(früher Ecke Emserallee / Elsässer Weg)
Mit dominanten Giebeln und einem Türmchen
im vielgestaltigen Dach ist die Lürmann-Villa
dem Grundstück entsprechend deutlich eck-
betont. Die Mischung aus der Renaissance
ebenso wie dem englischen Landhausstil ent-
lehntem Fachwerk und Stuckdekor mit barock
anmutendem Okulus ist typisch für den Über-
gang zum Reformstil. Sie findet sich in ähn-
licher Form in mehreren Villen von Karl Emil
Scherz, z. B. der Villa Spengler auf der Reger-
straße 6.
4
Villa Ostermaier, 1908
Barteldesplatz 4
(früher Naumannstraße)
Die Villa Ostermaier ist ein Zeugnis der
entwickelten Reformarchitektur, was sich bei-
spielsweise in den Rauten der Fenster läden
verdeutlicht. Den kubischen, fast symmetri-
schen Baukörper, ergänzt durch Veranda und
Loggia in Holz, schließt ein hohes Dach mit
mittigem Erker ab. Erst durch dessen turmarti-
gen Abschluss wird die konvex hervorsprin-
gende Fassade darunter augenfällig. Bauherr
Josef Ostermaier, Besitzer der Kunstanstalt
»Nenke
&
Ostermaier«, ließ für den Neubau
das Landhaus »Wiesenbaude« abreißen.
Elbe
Waldpark
Johannis-
friedhof
Friedhof
Striesen
Elbe
Tolkewitzer Straße
Tolkewitzer
Naumannstraße
Kretschmer
Brucknerstraße
Hüblerstraße
Reinhold-Becker-
Schaufußstraße
Sebastian- Bach-Straße
Oehmestraße
Berggartenstraße
Augsburger Straße
Wittenberger Straße
Wehlener Straße
Schandauer Straße
Goetheallee
Eisenacher Straße
Barteldes-
platz
Niederwaldstraße
Wägnerstraße
Prellerstraße
Regerstraße
Vogesenweg
Mendels
Käthe-Kollwitz-Ufer
Loschwitzer Straße
Dornblüthstraße
Behrischstraße
Pohlandstraße
Jacobstraße
Loschwitzer Brücke
straße
Straße
sohn
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Erbbegräbnis Familie Scherz, 1907
Johannesfriedhof Tolkewitz,
Eingang Wehlener Str. 13
Das Wandgrab mit zwei Sitzbänken und stei-
nerner Gruftabdeckung vor einer Rückwand
mit sparsam gesetztem ornamentalen Dekor
wird von starker Symmetrie und einer gewis-
sen Strenge geprägt. Die prägnante Großform
und die flachen Reliefs sprechen deutlich die
Sprache des Reformstils. Die Anlage wurde
von Scherz bereits annähernd 40 Jahre vor
seinem Tod errichtet; inzwischen sind auch
seine beiden Töchter an dieser Stelle beerdigt.
Im Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg ent-
warf Scherz zahlreiche weitere Grabmale, vor
allem für den Johannisfriedhof in Tolkewitz.
Bauten von Karl Emil Scherz