FwDV / DV 800
Ausgabe 2017
Stand: 06.11.2017
Informations- und
Kommunikationstechnik
im Einsatz

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Diese Dienstvorschrift wurde vom Ausschuss „Feuerwehrangelegenheiten, Kata-
strophenschutz und zivile Verteidigung“ (AFKzV) auf der 42. Sitzung am 21. und
22. März 2018 in Düsseldorf genehmigt und den Ländern zur Einführung empfoh-
len.
(Bei Nachdruck ist die Zustimmung des AFKzV einzuholen.
Es ist dann folgender Text auf der Innenseite der Umschlagseite abzudrucken.)
Druck mit freundlicher Genehmigung des Ausschusses „Feuerwehrangelegenhei-
ten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung“ (AFKzV).

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Inhaltsverzeichnis
1.
Grundsätze ............................................................................................. 5
1.1
Allgemeines......................................................................................... 5
1.2
Zuständigkeiten ................................................................................... 7
1.3
Beurteilung der Lage ........................................................................... 7
1.4
Führung ............................................................................................... 8
1.5
Befehlsgebung .................................................................................... 9
1.6
Zusammenarbeit ................................................................................. 9
2.
Einsatzgrundsätze ................................................................................ 11
3.
Vorbereitende Maßnahmen .................................................................. 13
3.1
Einsatzvorbereitung und -nachbereitung ........................................... 13
3.2
Einsatzplanung .................................................................................. 13
4.
Sprach- und Datendienste, Informations- und
Kommunikationsverbindungen .............................................................. 15
4.1
Sprach- und Datendienste ................................................................ 15
4.2
Informations- und Kommunikationsverbindungen ............................. 17
5.
Technische/organisatorische Maßnahmen ........................................... 21
5.1
Ausstatten von Befehlsstellen ........................................................... 21
5.2
Herstellen, Betreiben und Unterhalten von Informations- und
Kommunikationsverbindungen .......................................................... 21
5.3
Mitnutzung fremder Informations- und Kommunikationsnetze .......... 22
5.4
Maßnahmen bei Störungen ............................................................... 23
5.5
Maßnahmen bei Sicherheitsvorfällen ................................................ 23
6.
Schulungsmaßnahmen ......................................................................... 25
7.
Arten und Vorrangstufen von Nachrichten ............................................ 26
7.1
Arten der Nachrichten ....................................................................... 26
7.2
Vorrangstufen .................................................................................... 26

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Anlagen:
Anlage 1
Kommunikationsunterlagen
Anlage 2
Buchstabiertafel
Anlage 3
Abkürzungsverzeichnis
Anlage 4
Fachbegriffe
Anlage 5
Musterstruktur eines Einsatzabschnittsbefehls für den IuK-
Einsatz
Anmerkung:
Soweit Personen- und Funktionsbezeichnungen aus Gründen der Lesbarkeit nur in
der männlichen Form verwendet werden, gelten sie gleichermaßen für Frauen.
Diese Vorschrift ist für die Behörden und Organisationen der allgemeinen Gefah-
renabwehr (Feuerwehr, Notfallrettung sowie Zivil- und Katastrophenschutz) be-
stimmt. Die für die Zusammenarbeit mit der Polizei wesentlichen Aspekte wurden
berücksichtigt.
Organisationen, die mit den Behörden und Organisationen der allgemeinen Gefah-
renabwehr zusammenarbeiten, haben die Regelungen dieser Dienstvorschrift
sinngemäß anzuwenden.
Eine einheitliche Auslegung und Anwendung der Anlagen ist für eine reibungslose
Zusammenarbeit notwendig.

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
1.
Grundsätze
Diese Vorschrift regelt das Planen, Bereitstellen, Herstellen sowie das
geordnete und ressourcenschonende Betreiben und Unterhalten von In-
formations- und Kommunikationstechnik im Einsatz (IuK-Einsatz).
Neben der IuK-Technik im Einsatz wird bei den Behörden und Organisa-
tionen mit Sicherheitsaufgaben auch Kommunikationstechnik verwandt,
die zur Kommunikation mit Verwaltung, anderen Dienststellen und Be-
hörden oder zur Alarmierung von Einsatzkräften eingesetzt wird. Diese
ist nicht Bestandteil des Regelungsumfangs dieser Vorschrift.
1.1
Allgemeines
Informations- und Kommunikationstechnik (IuK-Technik) umfasst alle
IuK-Mittel, IuK-Verbindungen und für deren Nutzung zu treffenden Maß-
nahmen.
Sie gewährleistet die Informationsübertragung und die Kommunikation
im Einsatz sowie deren Dokumentation. Dies umfasst auch das Bereit-
stellen von Sprach- und Datendiensten.
1.1.1
Als Sprach- und Datendienste stehen insbesondere zur Verfügung:
- Sprechfunk und Datenfunk
- Telefonie
- E-Mail
- Fax
- im Intranet z.B. VoIP, Datenbanken
- im Internet z.B. World Wide Web, Soziale Medien
1.1.2
IuK-Mittel sind technische Führungs- und Einsatzmittel.
Die Erfassung von IuK-Mitteln hat nach recherchierbaren, einheitlichen
Kriterien zu erfolgen, insbesondere nach
- Art, Anzahl
- Verfügbarkeit
- Leistungsmerkmale

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
- Zuordnung
- Verantwortlichkeit.
1.1.3
IuK-Verbindungen sind leitungsgebundene oder nicht leitungsgebunde-
ne Übertragungswege.

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
1.2
Zuständigkeiten
Die Zuständigkeiten für die IuK-Technik im Einsatz ergeben sich aus der
Führungsorganisation.
Dabei sind die Zuständigkeiten anderer Behörden, Dienststellen und
sonstiger Stellen,
insbesondere
- Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und
Eisenbahnen (BNetzA)
- Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen
mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS),
- Autorisierte Stellen (AS),
- Einrichtungen zum Erhalt des Betriebes im Digitalfunk, z. B. taktisch-
technische Betriebsstellen (TTB), Vorhaltende Stelle (VSt), Digitalfunk
Servicestelle, Verbindungsstelle für den Digitalfunk (VSD) bei den
BOS des Bundes,
oder
- Netzbetreiber, Dienste- und Serviceanbieter
zu beachten.
1.3
Beurteilung der Lage
Für die Beurteilung der IuK-Lage als Teil der Beurteilung der Gesamtla-
ge sind darüber hinaus von Bedeutung:
- Auftrag, Absicht, Einsatzschwerpunkte der Einsatzleitung
- Stärke und Gliederung der Einsatzkräfte
- Standorte der Befehlsstellen
- Art und Umfang des zu erwartenden Informationsaufkommens
- vorgegebener Geheimhaltungsgrad bei der Zusammenarbeit mit ande-
ren Behörden und Organisationen
- Infrastruktur,
z.B. Energieversorgung, Netzanbindung, Versorgungsgüte, Kapazität
- Bedarf und Verfügbarkeit von IuK-Spezialkräften, IuK-Verbindungen
und IuK-Mitteln der eigenen Organisation

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
- Verfügbarkeit von vorhandenen Objektfunkanlagen
- erforderliche Unterstützung durch Fachdienste oder externer IuK-
Spezialkräfte, z. B. zum Aufbau und Betrieb weiterer IuK-
Verbindungen
- rechtliche Rahmenbedingungen, z. B. Frequenzzuteilung, Anschluss-
bedingungen
- mögliche Störungen der IuK-Verbindungen,
z.B. aufgrund Witterung, Störer, Ausfall von Technik
- Notwendigkeit von zusätzlichen IT-Sicherheitsmaßnahmen
- Schnittstellen zu anderen Behörden und Organisationen mit Sicher-
heitsaufgaben (BOS)
- Schnittstellen zu anderen Stellen, Einrichtungen oder Organisationen
die nicht den BOS angehören, z. B. Ordnungsamt, Gesundheitsamt
- örtliche Gegebenheiten,
z. B. Entfernungen, Topografie
- Verhalten der Bevölkerung
z. B. die Auslastung bei der Nutzung öffentlicher Telefon- und Daten-
netze
1.4
Führung
Der IuK-Einsatz ist Teil des Gesamteinsatzes und bei jeder Einsatzvor-
bereitung zu berücksichtigen.
Bei planbaren Einsätzen beginnt der IuK-Einsatz während der takti-
schen Einsatzvorbereitung und endet mit der Rückführung der IuK-
Technik.
Der IuK-Einsatz wird vom Sachgebiet 6 geplant, geleitet und durchge-
führt. Sofern dieses nicht besetzt ist, übernimmt das Sachgebiet 3 diese
Aufgaben.
1.4.1
Der Einsatzleiter trägt im Rahmen seiner Gesamtverantwortung auch
die Verantwortung für den IuK-Einsatz und trifft die grundsätzlichen Ent-
scheidungen.
1.4.2
IuK-Führungskräfte haben insbesondere folgende Aufgaben:

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
- Beratung des Einsatzleiters über die Einsatzmöglichkeiten der IuK-
Technik
- Planung, Koordinierung und Durchführung des IuK-Einsatzes auf Ba-
sis der taktischen Vorgaben des Einsatzleiters
- Information der Führungskräfte für ihren jeweiligen Verantwortungsbe-
reich hinsichtlich
-- Organisation und Struktur des IuK-Einsatzes
-- zur Verfügung stehender IuK-Technik, deren Einsatzmöglichkeit
und ggf. Handhabung
- Gewährleistung der Funktionsfähigkeit der IuK-Technik, z. B. Ersatz-
teilvorhaltung, Reserven, Entstörungstrupps
- Information der Führungskräfte über vorhandene Redundanzen, deren
Konzepte sowie daraus resultierende, geänderte Verfahrensweisen
1.5
Befehlsgebung
1.5.1
Der IuK-Einsatz wird geregelt durch
- den Befehl des Einsatzleiters
und erforderlichenfalls durch
- besondere Vorplanungen für den IuK-Einsatz
oder
- einen Einsatzabschnittsbefehl siehe Anlage 5
1.5.1.1
Der Befehl des Einsatzleiters ist, soweit erforderlich, durch Kommunika-
tionsunterlagen (z. B. Kommunikationspläne, Kommunikationsskizzen,
Verzeichnisse oder sonstige Anlagen) zu ergänzen.
1.5.1.2
Besondere Vorplanungen für den IuK-Einsatz entlasten den Befehl des
Einsatzleiters von organisatorischen, technischen und betrieblichen Ein-
zelheiten.
1.5.1.3
Der Einsatzabschnittsbefehl regelt Einzelheiten für den IuK-Einsatz.
Dieser Befehl ist, soweit erforderlich, durch Kommunikationsunterlagen
zu ergänzen.
1.6
Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit mit anderen Behörden, Dienststellen oder sonsti-
gen Stellen ist zu koordinieren.

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass gleicher technischer Standard
genutzt wird oder geeignete Schnittstellen vorhanden sind.
Dies gilt sowohl für staaten-, länder- als auch für organisationsübergrei-
fende Zusammenarbeit.
Bei Bedarf sind die notwendigen Berechtigungen einzurichten oder an-
zupassen.
Die notwendigen Erreichbarkeiten sind aktuell vorzuhalten und jährlich
zu überprüfen.

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
2.
Einsatzgrundsätze
IuK-Technik ist lageabhängig in dem Umfang zu betreiben, der erforder-
lich ist, um eine schnelle, sichere und störungsfreie Übertragung von In-
formationen zu gewährleisten.
Sie ist grundsätzlich bis zum Abschluss des Einsatzes zu betreiben.
Auf Anordnung des Einsatzleiters kann sie schrittweise abgebaut wer-
den.
IuK-Mittel und Befehlsstellen sind grundsätzlich gegen Diebstahl, Sabo-
tage, Ausfall der Energieversorgung oder unbefugte Nutzung, entspre-
chend den landes- und bundesspezifischen Regelungen, zu sichern.
Es ist grundsätzlich IuK-Technik einzusetzen, welche die Vertraulichkeit,
Verfügbarkeit und Integrität von Daten im jeweils erforderlichen Maße
gewährleistet.
Die Sicherheitsbestimmungen (z. B. Nutzungshandbücher, Betriebskon-
zepte) der Länder und des Bundes sind zu beachten.
Die IT-Sicherheitsstandards sind den IT-Grundschutz-Katalogen des
Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu entneh-
men.
Es sind Maßnahmen zu treffen, die den unbefugten Informationszugang
verhindern.
Sensible oder personenbezogene Daten sind grundsätzlich über gesi-
cherte Verbindungen zu übermitteln.
Bei der Übertragung von Verschlusssachen über IuK-Verbindungen sind
diese entsprechend ihres Geheimhaltungsgrades zu verschlüsseln oder
durch andere zugelassene Maßnahmen zu sichern.
Die jeweilige Verschlusssachenanweisung (VSA) der Länder und des
Bundes sind erforderlichenfalls zu beachten.
Die Kommunikation ist auf das unumgängliche Maß zu beschränken.
Inhalte sind kurz und präzise abzufassen und zu übermitteln.
Abweichungen von den in den Kommunikationsunterlagen festgelegten
IuK-Verbindungen sind während des Gesamteinsatzes zu vermeiden.
Bei fehlender IuK-Verbindung oder deren Ausfall sind Maßnahmen zu
treffen, um die Informationen dennoch zu übermitteln,
z.B. durch:

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
- Standortwechsel
- Nutzung von Redundanzen
- Nutzung anderer Dienste
- persönliche Weiterleitung z. B. über Melder
Die vom alltäglichen Einsatz von Sprech- und Datenfunk abweichende
Verwendung von IuK-Technik ist zu dokumentieren.
Die jeweiligen landes- bzw. bundesrechtlichen Regelungen des Daten-
schutzes sind zu beachten.
Dies gilt insbesondere für Verfahrensweisen zum Speichern, Verändern,
Übermitteln, Sperren und Löschen der Daten.
Inbetriebnahme und Störungen von IuK-Verbindungen sowie Abwei-
chungen von festgelegten Betriebsabläufen sind, z. B. im Betriebsver-
zeichnis, zu dokumentieren.
IuK-Technik darf nur von entsprechend qualifizierten IuK-Spezialkräften
eingesetzt werden.
IuK-Einsätze sind grundsätzlich nachzubereiten.

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
3.
Vorbereitende Maßnahmen
Bei den vorbereitenden Maßnahmen für den Einsatz sind folgende As-
pekte zu beachten.
3.1
Einsatzvorbereitung und -nachbereitung
Im Rahmen der Einsatzvorbereitung und -nachbereitung sind zu berück-
sichtigen:
- Auswerten von Erfahrungen und Erkenntnissen,
auch aus bisherigen Einsätzen
- Erstellen und Fortschreiben von Unterlagen, Entscheidungshilfen, Vor-
lagen für Einsatzaufträge und Maßnahmenkatalogen
für Einsatzakten
- Erarbeiten von Konzeptionen,
z.B. für
-- Maßnahmen bei Störungen, Ausfällen z. B. Bauteilen, Komponen-
ten oder Energie
-- Instandhaltungspunkte zum Warten, Instandsetzen und Ersetzen
von IuK-Mitteln
-- Maßnahmen bei nicht ausreichender IuK-Versorgung
-- Aufbau von Netzwerken,
ggf. unter Berücksichtigung von Schnittstellen für einen Netzver-
bund
-- Einsatz besonderer IuK-Mittel,
z.B. für Satellitenkommunikation, Ortung, Grenz- oder Kurzwellen-
funk
3.2
Einsatzplanung
Im Rahmen der Einsatzplanung sind zu berücksichtigen:
- Planen der Verfügbarkeit der Kräfte für den IuK-Einsatz,
z.B. Qualifikation, Anzahl, Schichtbetrieb, Reserven,
erforderlichenfalls Anfordern von IuK-Spezialkräften
- Planen der Verfügbarkeit der IuK-Technik,
z.B. hinsichtlich Art, Anzahl, Kapazitäten, Kompatibilität, Verbindun-
gen, Reserven

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
- Überprüfen und Erhalten der Funktionsfähigkeit der vorgesehenen
IuK-Mittel,
erforderlichenfalls Instandsetzen, Ersetzen
- Erstellen und Fortschreiben von einsatzbezogenen Betriebsunterlagen
- Festlegen von Authentifizierungen und Berechtigungen
- Erstellen von Kommunikationsunterlagen (Anlage 1),
erforderlichenfalls unter Berücksichtigung einer Rückfallebene
- Erkundung der IuK-Lage, z. B. unter Einbeziehung der zuständigen
Autorisierten Stelle für den Digitalfunk BOS
- Treffen von Vereinbarungen über die Zusammenarbeit mit anderen
Behörden, Dienststellen und sonstigen Stellen,
z.B.
-- BNetzA
-- Autorisierte Stelle (AS)
-- Netzbetreiber, Dienste- und Serviceanbieter,
insbesondere zur
+ Bereitstellung
+ Verfügbarkeit
+ Wiederherstellung im Störungsfall
+ maximal zulässigen Ausfallzeit
- Herstellen der Betriebsbereitschaft der vorgesehenen IuK-Mittel

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
4.
Sprach- und Datendienste, Informations- und Kommunikati-
onsverbindungen
Für die Auswahl der zu nutzenden Sprach- und Datendienste und IuK-
Verbindungen sind Verfügbarkeit, Bandbreite, Reichweite, Schnelligkeit,
Grad der Geheimhaltung, Sicherheit und Wiederherstellung im Stö-
rungsfall beim Austausch von Informationen zu berücksichtigen.
Die Nutzung kann organisatorisch oder technisch eingeschränkt wer-
den.
4.1
Sprach- und Datendienste
Bei Sprach-und Datendiensten werden Informationen als Nachrichten
übermittelt.
4.1.1
Sprechfunk und Datenfunk
Sprechfunk dient der verbalen Kommunikation im Analogfunk oder in-
nerhalb von Rufgruppen im Digitalfunk BOS. Darüber hinaus ist auch
Einzelkommunikation im Digitalfunk BOS möglich.
Die Einsatzstellenkommunikation soll grundsätzlich über Sprechfunk
durchgeführt werden.
Datenfunk dient der automatisierten oder manuellen Übertragung von
Daten, z.B. Statusmeldungen.
Die Regelungen der FwDV / DV 810 „Sprech- und Datenfunkverkehr“
sind zu beachten.
4.1.2
Telefonie
Verbale Kommunikation erfolgt zwischen zwei oder mehreren Teilneh-
mern über
IuK-Netze.
Die Nutzung der öffentlichen Mobilfunktelefonie und der Telefonie im
Digitalfunk BOS ist auf das unumgängliche Maß zu beschränken. Durch
die vollständige Auslastung der zur Verfügung stehenden Kapazitäten
besteht die Gefahr, dass die Kommunikationsfähigkeit im jeweiligen
Netz beeinträchtigt wird.
Diese Einschränkungen gelten auch für die bevorrechtigten Teilnehmer
der BOS in Mobilfunknetzen gemäß dem Gesetz zur Sicherstellung von

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Postdienstleistungen und Telekommunikationsdiensten in besonderen
Fällen (PTSG).
4.1.3
E-Mail
Über E-Mail erfolgt die schriftliche elektronische Kommunikation zwi-
schen zwei oder mehreren Teilnehmern.
Grundsätzlich sind eigene oder den landes- und bundesspezifischen
Regelungen entsprechend gesicherte IuK-Netze sowie organisationsbe-
zogene Postfächer zu nutzen. Stehen keine gesicherten Netze zur Ver-
fügung, ist zu prüfen, ob die Inhalte durch geeignete Maßnahmen z.B.
Verschlüsselung zu sichern sind.
4.1.4
Fax oder sonstige Scansysteme
Mit Scansystemen erfolgt die Übertragung eines oder mehrerer Doku-
mente in Form einer Datei, z.B. Bilddatei, zwischen zwei oder mehreren
Teilnehmern. Bei Einsatz von Scansystemen ist grundsätzlich der ge-
scannte Inhalt mit dem Originaldokument vor weiterer Verwendung ab-
zugleichen.
4.1.5
Intranet
Die Behörden und Organisationen betreiben eigenständige Intranetplatt-
formen in den jeweiligen IuK-Netzen.
Über ein Intranet werden Informationen von autorisierten Personen für
Berechtigte gleichzeitig verfügbar bereitgestellt.
Dies kommt insbesondere in Betracht für:
- die Einsatzvorbereitung und -nachbereitung
- die einsatzbegleitende Informationen
- das Bereitstellen von Informationen mit großen Datenmengen
Die genaue Fundstelle von Informationen ist bekanntzugeben.
Anlassbezogen können geschlossene Benutzergruppen eingerichtet
werden.
4.1.6
Internet
Internet ist die weltweite Verknüpfung von öffentlichen Datennetzen.

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Damit sind Recherchen von allen frei zugänglichen Informationen mög-
lich. Darüber hinaus können eigene Informationen, z.B. über eine
Homepage, veröffentlicht werden.
Dies kommt insbesondere in Betracht für:
- Recherche von einsatzrelevanten Informationen,
z.B. in Suchmaschinen, Videoplattformen
- einsatzbegleitende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ergänzend können soziale Medien sowie Chatrooms und Foren auch
für die Kommunikation mit der Bevölkerung genutzt werden.
4.2
Informations- und Kommunikationsverbindungen
4.2.1
Analog- und Digitalfunk BOS
Der Analogfunk ist ein BOS-eigenes räumlich begrenztes Funknetz zur
Übertragung von Sprache und im geringen Maße von Daten.
Der Digitalfunk BOS ist ein BOS-eigenes, verschlüsseltes, bundesweit
einheitliches und flächendeckendes Funknetz zur Übertragung von
Sprache und Daten. Eine netzübergreifende Kommunikation ist grund-
sätzlich möglich.
Bei nicht ausreichender Netzabdeckung oder wenn es die Einsatzlage
erfordert, kann eine direkte Verbindung ohne Verwendung des Funknet-
zes im Nahbereich genutzt werden.
Die Regelungen der FwDV / DV 810 „Sprech- und Datenfunkverkehr“
sind zu beachten.
4.2.2
Netzwerke
Als Netzwerk bezeichnet man den Verbund mehrerer IuK-Anlagen zum
Zweck der Sprach- und Datenkommunikation, z.B. Telefonnetze, Local
Area Network (LAN), Wireless Local Area Network (WLAN) und Wide
Area Network (WAN), Wireless Personal Area Network (WPAN).
Bei der Nutzung von nicht gesicherten Netzwerken ist die Sicherheit
grundsätzlich durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung oder durch
den Einsatz geeigneter Verfahren, z.B. Virtual Private Network (VPN),
zu erhöhen.
4.2.2.1
Telefonnetze

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Telefonnetze unterscheiden sich in Festnetze und Mobilfunknetze.
4.2.2.1.1 Festnetze
Festnetze sind leitungsgebundene eigene und öffentliche Telefonnetze
z.B. mit den Eigenschaften:
- gute Sprachqualität
- grundsätzliche Abhörsicherheit
und den Möglichkeiten:
- zur Bevorrechtigung für Katastrophenschutz-, Zivilschutz- und Hilfsor-
ganisationen sowie Hilfs- und Rettungsdienst bei Entstörung
- zum Versand und Empfang von Daten
- zur Zwangsübermittlung der Rufnummer bei Notrufen
- zur Feststellung des Anschlussinhabers und des Standortes über den
Dienste- oder Serviceanbieter
4.2.2.1.2 Mobilfunknetze
Mobilfunknetze sind öffentliche Telefonnetze mit nicht leitungsgebunde-
nem Anschluss von Mobilfunkendgeräten,
z.B. mit den Eigenschaften:
- gute Sprachqualität in Abhängigkeit vom jeweiligen Ausbauzustand
des Netzes
- geringe Abhörsicherheit
und den Möglichkeiten:
- zur Bevorrechtigung für BOS,
- zum Versand und Empfang von Daten
- zur Rufnummernübermittlung bei Notrufen
- zur Feststellung des Anschlussinhabers bei registrierten Nutzern
- zur Standortbestimmung des Mobilfunkendgerätes

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
4.2.2.2
LAN verbindet IuK-Geräte über eigene oder gemietete Leitungen inner-
halb von Behörden, Dienststellen oder sonstigen Stellen.
4.2.2.3
WLAN verbindet IuK-Geräte über Funk innerhalb von Behörden, Dienst-
stellen oder sonstigen Stellen.
Für die Nutzung eines WLAN wird mindestens ein Access Point benö-
tigt. Eine Verbindung zu einem LAN ist möglich.
Die Reichweiten werden begrenzt durch die eingesetzte Technologie
und sind zu beachten.
Für die Vorbereitung und Inbetriebnahme ist ggfs. ein größerer Zeitan-
satz einzuplanen.
4.2.2.4
WAN kann lokale Netze von Behörden, Dienststellen oder sonstigen
Stellen miteinander verbinden.
4.2.2.5
WPAN ist ein nicht leitungsgebundenes Netzwerk welches eine schnelle
und einfache Funkverbindung in Nahbereich von kompatiblen Geräten
ermöglicht z. B. Bluetooth.
4.2.2.6
Digital Enhanced Cordless Telecommunications (DECT)
DECT ist eine Zugangstechnologie über eine Basisstation mit begrenz-
ter Teilnehmerzahl zur Sprach- und Datenkommunikation.
Die geringen Reichweiten insbesondere in Gebäuden sowie die geringe
Abhörsicherheit sind zu beachten.
4.2.3
BOS-Funk zur Bildübertragung
BOS-Funk zur Bildübertragung ermöglicht in BOS-zugewiesenen Fre-
quenzbereichen gerichtet und temporär zwischen mobilen oder ortsfes-
ten Betriebsstellen die Übertragung von Bild- und Videosignalen. Be-
darfsweise können auch weitere Datensignale, z.B. Ton- oder
Steuersignale, übertragen werden.
4.2.4
Richtfunk
Richtfunk überträgt gleichzeitig unterschiedliche Datensignale, z.B.
Sprache, Videoaufnahmen, Dokumente, zwischen festen Standorten in
beide Richtungen, auch über große Entfernungen.

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Richtfunk kann unabhängig von einem Dienste- oder Serviceanbieter
zusätzlich oder alternativ zu leitungsgebundenen Verbindungen genutzt
werden.
Durch die Nutzung von Verschlüsselungstechniken ist eine gesicherte
Sprach- und Datenübertragung möglich.
Für die Vorbereitung, Erprobung und Inbetriebnahme ist ein größerer
Zeitansatz einzuplanen und es sind ausreichend personelle Ressourcen
vorzuhalten.
4.2.5
Satellitenfunk
Satellitenfunk kann unterschiedliche Sprach- und Datensignale zwi-
schen zwei Bodenstationen über Satelliten in beide Richtungen und be-
liebige Entfernungen übertragen.
Satellitenfunk wird ausschließlich durch Dienste- oder Serviceanbieter
bereitgestellt.
Es ist zu beachten, dass die Verbindung zum Satelliten nicht durch
Sichthindernisse, z.B. Gebäudeabschattung, beeinträchtigt wird.
4.2.6
Grenz- oder Kurzwellenfunk
Grenz- oder Kurzwellenfunk, überträgt wechselseitig unterschiedliche
Sprach- und Datensignale zwischen einem Sender und mehreren Emp-
fängern über beliebige Entfernungen.
Aufgrund der geringen Datenübertragungsrate kommt eine Nutzung nur
in Ausnahmefällen in Betracht.
Grenz- oder Kurzwellenfunk wird unabhängig von einem Dienste- oder
Serviceanbieter eingesetzt.
Für den Aufbau der Antennenanlagen sind große Freiflächen erforder-
lich.
4.2.7
Feldkabelbau
Der Feldkabelbau ist eine leitungsgebundene Kommunikationstechnik.
Eine Koppelung mit anderen Informations- und Kommunikationsverbin-
dungen sollte grundsätzlich möglich sein.
Der Feldkabelbau ist insbesondere bei Überlastung oder Ausfall von
Netzwerken, eine geeignete Kompensationsmöglichkeit.

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
5.
Technische/organisatorische Maßnahmen
Über die vorbereitenden Maßnahmen hinaus sind insbesondere folgen-
de Maßnahmen zu berücksichtigen:
5.1
Ausstatten von Befehlsstellen
Befehlsstellen sind so auszustatten, dass der Betrieb der erforderlichen
Sprach- und Datendienste gewährleistet ist. Befehlsstellen können orts-
fest oder beweglich eingerichtet werden.
Erforderlichenfalls sind Konferenz-, Lautsprecher- oder Mithöranlagen,
Bilddarstellungsgeräte, Einsatzdokumentations- oder Lagedarstellungs-
systeme sowie mobile IuK-Mittel für die Erreichbarkeit außerhalb der Be-
fehlsstelle vorzuhalten.
Befehlsstellen zur wiederkehrenden Verwendung und feste Ausweich-
befehlsstellen sind vorzubereiten.
Ist eine Verlegung von Befehlsstellen erforderlich, ist dies frühzeitig mit-
zuteilen. Die Verlegung sollte erst beginnen, wenn die IuK-Technik für
die neue Befehlsstelle betriebsbereit ist.
5.2
Herstellen, Betreiben und Unterhalten von Informations- und
Kommunikationsverbindungen
Insbesondere ist zu beachten:
- Vorhalten und Bewerten von Unterlagen,
z.B. Richtlinien, Pläne, Verzeichnisse
- Rufgruppenplanung, -verteilung und -koordination
- Einrichten von Schnittstellen für einen Netzverbund
- Anschließen an Abholpunkten, Haupt- oder Nebenstellen
- Sicherstellen der Energieversorgung
- Frequenzplanung, -verteilung und -koordination
- Festlegen geeigneter Standorte für Relaisstellen, z.B. Richtfunk oder
Access Point
- Festlegen von geeigneten Standorten für Gateway und Repeater im
Digitalfunk BOS

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
- Anfordern von Mobilen Basisstationen für den Digitalfunk BOS über die
AS
- Bereitstellen oder Mitbenutzen geeigneter Antennenanlagen und -
träger
- Gewährleisten der Informationsübertragung nach Dringlichkeit unter
Berücksichtigung von Vorrangstufen oder Prioritäten
- Überwachen des IuK-Verkehrs zum Erfassen der Verkehrsmengen,
-richtungen und Auslastungen
- erforderlichenfalls Lenken, Einschränken und Sichern des IuK-
Verkehrs
- erforderlichenfalls Bereitstellen von Sonderfahrzeugen, z.B. Peilfahr-
zeuge, Lautsprecherkraftwagen und Sonderausstattungen, z.B. Satelli-
tentechnik, Prüf- und Messtechnik für den mobilen Einsatz
- Einrichten von mobilen oder stationären Instandhaltungspunkten
- Bereitstellen von Netzersatzanlagen für die eingesetzte IuK-Technik
- Vorhalten von Reserven, im Rahmen der gesetzlichen Zuständigkeiten
- Mitnutzung von Objektfunkanlagen
5.3
Mitnutzung fremder Informations- und Kommunikationsnetze
Fremde IuK-Netze sind alle Netze, die nicht ausschließlich von BOS ge-
nutzt werden. Deren Nutzung ist nur zulässig, wenn keine eigenen IuK-
Netze zur Verfügung stehen. Dabei sind Einschränkungen, z. B. Daten-
schutz, Geheimhaltung, Verfügbarkeit, zu beachten.
Fremde IuK-Netze, die allein hoheitlichen Aufgaben dienen, sind bevor-
zugt zu nutzen.
Übergänge in fremde IuK-Netze sind durch Hardware, Software oder or-
ganisatorische Maßnahmen gegen unbefugte Nutzung zu sichern.
Die Nutzungsbedingungen der jeweiligen Netzverantwortlichen sind ein-
zuhalten.
Als Maßnahmen kommen z.B. in Betracht:
- Austauschen der für die Zusammenarbeit erforderlichen Betriebsunter-
lagen einschließlich laufender Aktualisierung
- Koordinieren des laufenden IuK-Verkehrs

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
- Benennen von Ansprechpartnern des IuK-Netzbetreibers für die Admi-
nistration des fremden IuK-Netzes
- Überprüfen der Anforderungen an die IT-Sicherheit
- Austauschen von IuK-Mitteln
- Überlassen und Einrichten von Anschlüssen
5.4
Maßnahmen bei Störungen
Es ist grundsätzlich eine Rückfallebene für die Sprach- und Datenüber-
tragung vorzusehen.
Rückfallebenen können sein, z. B.
- öffentliche IuK-Netze
- private IuK-Netze
- persönliche Übermittlung der Daten und Nachrichten
Störungen sind den zuständigen Stellen unverzüglich zu melden.
Betroffene sind über die Auswirkungen zu informieren.
Die landes- bzw. bundesspezifischen Regelungen zur Störungsbeseiti-
gung sind zu beachten.
5.5
Maßnahmen bei Sicherheitsvorfällen
Sicherheitsvorfälle sind den zuständigen Stellen unverzüglich zu mel-
den; weitere Maßnahmen zur Schadensbegrenzung, z. B. Verhindern
von missbräuchlicher Teilnahme an der Kommunikation, sind zu treffen.
Der Verlust sowie das Wiederauffinden von IuK-Mitteln sind unverzüg-
lich zu melden, erforderlichenfalls sind Maßnahmen zu treffen.
Die landes- und bundesspezifischen Regelungen sind zu beachten.
Sicherheitsvorfälle können z.B. sein:
- unberechtigter Zugang zu einer Basisstation des Digitalfunk BOS
- Verlust von Kennwörtern
- Verdachtsfall im Bereich der Computerkriminalität
- Verlust von Sprechfunkgeräten

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
-
Verlust von IuK-Technik

25
FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
6.
Schulungsmaßnahmen
Der Umgang mit IuK-Mitteln, einschließlich der Einsatzmöglichkeiten,
betrieblichen Regelungen und technischen Grenzen, ist zielgruppenori-
entiert in Aus- und Fortbildung nach landes- und bundesrechtlichen
Vorgaben im erforderlichen Umfang zu vermitteln sowie in Übungen zu
vertiefen.
Die Ergebnisse der Einsatznachbereitung sind bei der Fortschreibung
der Einsatzunterlagen sowie in der Aus- und Fortbildung umzusetzen.

26
FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
7.
Arten und Vorrangstufen von Nachrichten
Es gibt formlose sowie formgebundene Nachrichten, hierbei können
Vorrangstufen verwendet werden.
7.1
Arten der Nachrichten
Bei der mündlichen Übermittlung von Nachrichten werden Gespräch,
Durchsage und Spruch unterschieden.
Das Gespräch dient dem unmittelbaren, formlosen Informationsaus-
tausch.
Die Durchsage ist eine formlose Übermittlung von schriftlich abgefass-
ten Nachrichten.
Der Spruch ist die Übermittlung von formgebundenen Nachrichten.
Hierbei ist auf die exakte vorgegebene Übermittlung der Nachricht zu
achten.
7.2
Vorrangstufen
Vorrangstufen werden vornehmlich bei formgebundenen Nachrichten
verwendet und können auf (Vierfach-) Nachrichtenvordrucken abgefasst
und über Sprechfunk, Fax, Scansysteme etc. übermittelt werden. In
Analogie zu (Vierfach-) Nachrichtenvordrucken werden auch intra- oder
internetbasierte Softwareprodukte eingesetzt.
Mit Vorrangstufen soll signalisiert werden, dass der Absender seine
Nachricht mit gesteigerter Priorität bearbeitet haben möchte.
Bei Nachrichten mit Vorrangstufen sind Kommunikationsverbindungen
zu bevorzugen, die eine technische Bevorrechtigung ermöglichen. So-
fern technisch möglich, kann die Vorrangstufe bewirken, dass die Nach-
richt bevorzugt übertragen wird.
Die Kennzeichnung ist abhängig vom verwendeten technischen System.
Für die Festlegung der Vorrangstufe der Nachricht ist der Absender ver-
antwortlich.
Es gibt drei Vorrangstufen:
1. Einfache Nachrichten

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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Einfache Nachrichten werden nicht speziell gekennzeichnet.
Grundsätzlich ist jede Nachricht eines Einsatzes eine einfache Nach-
richt.
2. Sofort-Nachrichten
Sofort-Nachrichten werden mit „Sofort“ oder „SSS“ gekennzeichnet.
Sofort-Nachrichten werden deklariert, wenn eine verzögerte Bearbeitung
zu negativen Einsatzauswirkungen führt.
Negative Einsatzauswirkungen können z. B. sein:
-
Mögliche Gefährdung von Personen
-
Möglicher erheblicher Sachschaden
-
Unvorhergesehene Einsatzverlagerung ohne akute Änderung der
Gefährdungslage
Die Nachricht soll vorrangig, aber nicht unverzüglich, bearbeitet werden.
3. Blitz-Nachrichten
Blitz-Nachrichten werden mit „Blitz“ oder „BBB“ gekennzeichnet.
Falls technisch möglich, unterbricht eine Nachricht andere Kommunika-
tion und ermöglicht ein unverzügliches Absetzen der Nachricht.
Der Empfänger muss die Nachricht unverzüglich entgegen nehmen und
sichten.
Blitz-Nachrichten werden nur verwendet wenn:
- Aufgrund einer unmittelbaren Gefahr für Leib und Leben einer Person
unverzügliche Hilfe angefordert werden muss
- Zur Bekämpfung von Kapitalverbrechen
- Aufgrund einer unmittelbar bevorstehenden Katastrophe
- Ein dringendes Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung be-
steht
Notrufe, z. B. im Digitalfunk BOS, entsprechen Blitz-Nachrichten.

Anlage 1
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FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Kommunikationsunterlagen
Kommunikationsplan
(Muster)
Dienststelle:
Einsatzleiter/
EA-Leiter:
Name:
Rufname:
Führungsstab/Führungsgruppe:
Benachbarte Kräfte:
Sachbearbeiter:
Rufname:
Fax:
Sonstige Stellen:
Telefon:
Mobiltel.:
Stand (Datum/Uhrzeit):
E-Mail:
Kennwort:
Rufgruppe
EA/UA:
EA/UA:
EA/UA:
EA/UA:
EA/UA:
Leiter:
Rufname:
Telefon:
Mobiltel.:
...
Führungsgruppe:
Rufname:
Telefon:
Fax:
Mobiltel.:
E-Mail:
...
Leiter:
Rufname:
Telefon:
Mobiltel.:
...
Führungsgruppe:
Rufname:
Telefon:
Fax:
Mobiltel.:
E-Mail:
...
Leiter:
Rufname:
Telefon:
Mobiltel.:
...
Führungsgruppe:
Rufname:
Telefon:
Fax:
Mobiltel.:
E-Mail:
...
Leiter:
Rufname:
Telefon:
Mobiltel.:
...
Führungsgruppe:
Rufname:
Telefon:
Fax:
Mobiltel.:
E-Mail:
...
Leiter:
Rufname:
Telefon:
Mobiltel.:
...
Führungsgruppe:
Rufname:
Telefon:
Fax:
Mobiltel.:
E-Mail:
...
Rufgruppen
Rufgruppen
Rufgruppen
Rufgruppen
Rufgruppen

image
Anlage 1
29
FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Taktischer Organisations- / Kommunikationsplan
1
(Muster)
1
Der taktische Organisations- / Kommunikationsplan ist in elektronischer Form bei den Ausbildungsstätten der Länder erhältlich.

Anlage 1
30
FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Musterbetriebsverzeichnis
2
Datum
Uhrzeit
IuK-Verbindung
IuK-Dienst
In Betrieb
seit
Ereignis / Störung
Kompensation
Meldender
Bearbeiter
Bearbeitungsvermerk
inkl. Datum und Uhrzeit
25.02.2017
16:30
Richtfunkstrecke
B1 - B2
Bildübertragung
25.02.2017
An Einsatzleiter be-
triebsbereit überge-
ben
Meier
Meier
Verbindungen getestet.
25.2.2017 16:00
17.03.2017
12:45
Digitalfunk
Status
Status kann im ELW
2 der EL nicht regis-
triert werden
Statusänderungen
per Sprache melden.
Müller
Schulze
Endgerät im ELW neu
programmiert. Schulze
17.3.16 14:30
17.03.2017
14:00
Telefonie
Mobilfunk gestört
Anweisung nur noch
Digitalfunk nutzen.
Heinz
Schulze
Provider informiert. Lö-
sung zugesagt 17.3.16
14:15
2
Das Musterbetriebsbuch in elektronischer Form ist bei den Ausbildungsstätten der Länder erhältlich

Anlage 2
31
FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Buchstabiertafel
Grundsätzlich ist das nationale Buchstabieralphabet zu verwenden.
Buchstabe National
International
Zahl
Sprechweise
A
Anton
Alpha
0
Null
Ä
Ärger
1
Eins
B
Berta
Bravo
2
Zwo
C
Cäsar
Charlie
3
Drei
Ch
Charlotte
4
Vier
D
Dora
Delta
5
Fünf
E
Emil
Echo
6
Sechs
F
Friedrich
Foxtrott
7
Sieben
G
Gustav
Golf
8
Acht
H
Heinrich
Hotel
9
Neun
I
Ida
India
J
Julius
Juliette
K
Kaufmann
Kilo
L
Ludwig
Lima
M
Martha
Mike
N
Nordpol
November
O
Otto
Oscar
Ö
Ökonom
P
Paula
Papa
Q
Quelle
Quebec
R
Richard
Romeo
S
Samuel
Sierra
Sch
Schule
ß
Eszett
Sierra-Sierra
T
Theodor
Tango
U
Ulrich
Uniform
Ü
Übermut
V
Viktor
Victor
W
Wilhelm
Whisky
X
Xanthippe
X-Ray
Y
Ypsilon
Yankee
Z
Zacharias
Zulu

Anlage 3
32
FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Abkürzungsverzeichnis
AFKzV
Ausschuss „Feuerwehrwesen, Katastrophenschutz und
zivile Verteidigung“
AS
Autorisierte Stelle
BDBOS
Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Or-
ganisationen mit Sicherheitsaufgaben
BNetzA
Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommuni-
kation, Post und Eisenbahnen
BOS
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben
BSI
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
DECT
Digital Enhanced Cordless Telecommunications
IuK
Information- und Kommunikation
LAN
Local Area Network
PTSG
Gesetz zur Sicherstellung von Postdienstleistungen und
Telekommunikationsdiensten in besonderen Fällen
TTB
Taktisch-technische Betriebsstelle im Digitalfunk BOS
VPN
Virtual Private Network
VSA
VSD
Verschlusssachenanweisung
Verbindungsstelle für den Digitalfunk
VSt
Vorhaltende Stelle im Digitalfunk BOS
WAN
Wide Area Network
WLAN
WPAN
Wireless Local Area Network
Wireless Private Area Network

Anlage 4
33
FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Fachbegriffe
Abholpunkt
Anschlussstelle,
an
der
IuK-
Verbindungen übernommen und weiter-
geführt werden
Access Point
IuK-Gerät oder IuK-Anlage zur Verbin-
dung von nicht leitungsgebundenen IuK-
Geräten und einem LAN
Authentifizierung
festgelegtes Verfahren zum Nachweis
der
Teilnahmeberechtigung
am
IuK-
Verkehr
Autorisierte Stelle
Verantwortliche Organisationseinheit der
Länder und des Bundes für das Bereit-
stellen der Sprach-, Datendienste und
Anwendungen im Digitalfunk BOS in ih-
rem Zuständigkeitsbereich
Betreiben
Sammelbegriff für die Durchführung des
IuK-Verkehrs
Betriebsbereitschaft
personelle und materielle Voraussetzun-
gen zur jederzeitigen Durchführung des
IuK-Verkehrs einer Betriebsstelle
Betriebsstelle
Sammelbegriff für Stelle im IuK-Netz, bei
der Nachrichten aufgenommen, befördert
oder übermittelt werden
Betriebsunterlagen
alle Unterlagen, die benötigt werden zur
- Regelung des Dienstbetriebes
- Dokumentation und zur Nachweisung
- Betriebsanalyse
Fachdienst
Sammelbegriff für andere Organisationen
und Behörden mit Spezialwissen, Spezi-
altechnik und Spezialausrüstung, z. B.
Technisches Hilfswerk
IT-Sicherheit
Maßnahmen zur Verhinderung
- des Gewinnens schutzbedürftiger In-
formationen aus dem IuK-Verkehr durch
Unbefugte
- der Teilnahme Unbefugter am IuK-
Verkehr
- von Störungen des IuK-Verkehrs

Anlage 4
34
FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
IuK-Anlage
betriebsfähige Zusammenfassung von
IuK-Geräten oder Baugruppen zum Be-
fördern, Aufnehmen und Vermitteln von
Nachrichten auf IuK-Verbindungen
IuK-Führungskräfte
Zusammenfassung von Personen, die
Führungsaufgaben im Bereich der IuK-
Spezialkräfte im IuK-Einsatz wahrneh-
men.
IuK-Mittel
alle zur Nachrichtenübertragung und Do-
kumentation von Sprache und Daten er-
forderlichen IuK-Geräte und IuK-Anlagen
IuK-Netz
Zusammenfassung
von
IuK-
Verbindungen. Diese können in taktisch,
technisch, betrieblich oder räumlich be-
grenztem Umfang gegliedert werden
IuK-Spezialkräfte
Zusammenfassung von Personen mit
Fachkenntnissen der eigenen Organisa-
tion, anderer Behörden und Organisatio-
nen oder externer Dienstleister zum Her-
stellen, zum Betrieb oder zur Wartung
und Instandhaltung von IuK-Technik
IuK-Verbindung
durch Einsatz von IuK-Mitteln überlei-
tungsgebundene oder nicht leitungsge-
bundene Übertragungswege zur Beförde-
rung von Informationen
IuK-Verkehr
Aufnehmen, Befördern, Übermitteln oder
Überleiten von Nachrichten auf IuK-
Verbindungen
Kommunikationsplan
Plan zur visuellen Darstellung der Kom-
munikationsmöglichkeiten
Kommunikationsskizze
Freihändige nicht formalisierte Zeichnung
von Kommunikationsmöglichkeiten
Netzverbund
Verknüpfung mehrerer IuK-Netze
Öffentliche Netze
Netze, die nicht für BOS betrieben und
grundsätzlich von allen genutzt werden
können
Relaisstelle
IuK-Gerät oder IuK-Anlage zur Vergröße-
rung der Reichweite, z.B. im Richtfunk

Anlage 4
35
FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
oder zur Verbindung von Teilnehmern
verschiedener IuK-Netze
Rückfallebene
Ersatz für eine IuK-Verbindung, ggf. auch
unter Inkaufnahme einer Leistungsbe-
schränkung, z.B. Entfall der Verschlüsse-
lung
Schnittstelle
technischer Übergang zwischen IuK-
Geräten, IuK-Anlagen oder IuK-Netzen
Störung
technische oder betriebliche Beeinträch-
tigung oder Ausfall einer IuK-Verbindung
Unterhalten
Sammelbegriff für die Tätigkeiten, um
IuK-Verbindungen betriebsfähig zu erhal-
ten
Verschlüsselung
Verfahren zur Umwandlung von Informa-
tionen, um diese vor unberechtigtem Zu-
griff zu schützen
Zugangspunkt
IuK-Gerät oder IuK-Anlage zur Verbin-
dung von nicht leitungsgebundenen IuK-
Geräten und einem LAN

Anlage 5
36
FwDV / DV 800
Stand: 06.11.2017
Mustergliederung eines Einsatzabschnittsbefehls für den IuK-Einsatz
1. Gesamtlage
2. IuK- Lage
3. Gesamtauftrag
4. IuK-Auftrag
a. Zur Verfügung gestellte IuK-Technik inkl. Betriebszeiten
b. Lage der Befehlsstellen und Betriebszeiten
5. Durchführung
a. Unterstellungsverhältnisse
b. Zuweisung von Verantwortlichkeiten (z. B. Entstörung, Überwachung, Pla-
nung)
6. Versorgungs- /Instandhaltungspunkte
7. Führungsstruktur des IuK-Einsatzes
8. Kommunikationspläne, Kommunikationsskizzen